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2.2.1897 Zweites Blatt
 
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31. Januar 1897.

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Rr. 27 Zweites Blatt. Dienstag de« 2. Februar S8»»

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Oietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

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Annahme von Anzeige» zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Amtlicher Theil.

Nr. 3 deS Reichs-Gesetzblatts, auSgegebev den 27. d. M., enthält:

(Nr. 2357.) Bekanntmachung, betreffend das Außer­krafttreten des Handels-, Schifffahrt«- und EonfularvertragS zwischeu dem Reiche und der Dominikanischen Republik. Bom 27. Januar 1897.

Gießen, den 30. Januar 1897.

Großherzogliches KreiSamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung.

Nachstehendes AuSfchreiben Großh. Ministeriums deS Innern bringen wir hiermit zur öffentlichen Keootniß.

Gießen, den 30. Januar 1897.

GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Darmstadt, den 22. Januar 1897.

Betreffend: Die Verbringung von Thieren auS verseuchten Orten nach dem Ceutralviehhof zu Berlin behufs sofortigen AbschlachtenS.

Das Großh. Ministerium des Innern

an die Grotzherzoglicheu Kreisämter.

In Folge einer Mtitheilung deS Reichskanzlers find die Königlich Preußischen Polizeibehörden zur Abstellung von Unzuträglichketten angewiesen worden, bei Gelegenheit der Erlaubnißertheilung zur Uebersührung von Vieh auS ver­seuchten Orten nach dem städtischen Ceutralviehhof zu Berlin sämmtliche Mittheilungen über die Handhabung der Veterinär- Polizei auf demselben unmittelbar andie Königliche Beterinärpvlizei auf dem Centralviehhof zn Berlin" zu richten, insofern es sich nicht um Beschwerden üder diese Behörde handelt, für welche der Königliche Polizei­präsident in Berlin zuständig ist. Zugleich ist bezüglich des Verfahrens bei den nachbenannten Seuchen:

Maul- und Klauenseuche, Lungeuseuche deS Rindviehs, Pockrnseuche der Schafe, Räude der Schafe, Rothlauf der Schweine, Schweineseuche und Schweinepest bestimmt worden, daß in den Anfragen über die Zulassung verdächtiger Thtere und in den mit möglichster Beschleunigung erforderlichen Falles auf telegraphischem Wege zu erstattenden Anzeigen über ihr Eintreffen auf dem Berliner Biehhofe die Namen der Absender und die Seuche, deren die Thtere ver- dächttg find, anzugeben find.

Finger.

Hesrtsches Heid?*

Berlin, 30. Januar. Nach den bisher getroffenen Be­stimmungen wird der Ausenthalt deS Kaisers in Kiel einige Tage dauern.

Berlin, 30. Januar. An dem Diner, welches am 7 Februar beim Ftnanzminifter v. Miquel stattfindet, wird voraussichtlich auch der Kaiser theilnehmen.

Berlin, 30. Januar. DieBerl. Corr." berichtigt die Meldung derHeff. Morgenzeituug", wonach der Minister deS Innern bei dem Empfang der hessischen Depu­tation sich dahin ausgesprochen hätte, er werde versuchen, in der dritten Lesung eine Aeuderuug deS in dem Hessen- nassauischen Gemeinde - Berordnungs - Entwurf vorgesehenen Wahlverfahrens herbeizuführen. Das Blatt erklärt, der Minister habe vielmehr ausdrücklich betont, daß an dem in dem Entwürfe vorgesehenen Wahlsystem festgehalten werden müsse. Würde ein Bedürfniß zur Abänderung deS in den «eisten preußischen Landgemeinde - BerfaffungSgesetzeu über­einstimmend enthaltenen Wahlrechts sich Herausstellen, so würde eine erforderliche Abänderung allgemein und damit auch für Hessen-Nassau herbeigrführt werden.

Berlin, 30. Januar. Der Ausschuß des Vereins der Rohzuckerfabrtken faßte in seiner heute hier ab- gehaltenen Sitzung den Beschluß, beim Reichstage Schritte zu thun, welche darauf abztelen, dem im jetzigen Zuckersteuer- gesetz und besonders in der Art der Contiugentirung liegenden Zwang zur Ueberproduction zu beseitigen.___________________

Ausland.

Fiume, 30. Januar. Der DampferGisela", der mit einer RetSladung auS Indien hier anlavgte, erhielt auf Anordnung deS Ministers deS Innern nicht die Erlaubniß zum Anlegen. Das Schiff mußte deßhalb nach Triest ab- dampfen, wo es in Quarantäne gelegt wurde.

Paris, 30. Januar. Wie derGauloiS" wissen will, ist Graf Murawjew in der türkischen Angelegen- heil mit Hanotaux vollständig übereingekommeu. Ins­besondere wurde über folgende vier Punkte Klarheit ge- schaffen: 1. Integrität des ottowanischen Reiches, 2. kein isolirteS Borgehen weder von Frankreich noch von Rußland, 3. ein Condomtnium (Mttherrschaft), 4. dem Sultan die un­entbehrlichsten Reformen abzuzwingen.

Paris, 30.Januar. Seitdem die Kammer das Gesetz, betreffend die Zuckerprämie, erörtert, find die Wandel­gänge von den interesfirteu Zucker-Fabrikanten und -Specu- lauteu überfüllt, da dieselben einen Druck auf die Preffe auSzuübeu suchen. Ein Mitglied deS KammerbureauS forderte gestern den Präsidenten auf, diesem Uebelstande zu steuern, worauf der Letztere die Wandelgänge sofort räumen ließ.

Athen, 30. Januar. Zwischen der Polizei und den die Universität besetzt haltenden Studenten kam eS gestern zu einem Zusammenstoß, wobei ein Schulknabe durch eine Revolverkugel getödtet wurde. BehusS Aushungerung der Studenten wurde die Wasserleitung zur Universität ab- gesperrt. Die außerhalb der Universität befindlichen Studenten drohten, falls der Militär Cordou nicht abziehe, gewaltsam ihre College» verproviautiren zu wollen.

Algier, 30. Januar. Der seine» Amte» enthobene Steuerbeamte Susini feuerte einen bliudgeladeneu Revolver auf den Gouverneur von Algier ab. Letzterer ließ alsbald den verhafteten Attentäter, welcher lediglich die Aufmerk- famkeit auf fich lenken wollte, wieder in Freiheit setzen.

Butzbach, 26. Januar. Gestern wurde das der Adam Melchior Wittwe gehörigeGasthaus zum Stern" an den seitherigen Miether der Hofralthe, Metzger Wilhelm Schneider, zum Preise von 50000 Mk. verkauft.

A Au» dem Kreise Alsfeld, 29. Januar. Die stetigen Schneeverwehungen der letzten Tage verursachen mannig­faltige Verkehrsstörungen. Biele Hände find emfig beschäf­tigt, die Staats» und Kretsstraßen pasfirbar zu erhalten, an manchen Stellen erreichen die Schneewehen geradezu Stock­werkhöhe. Der Bahnverkehr ist fortwährenden Störungen ausgesetzt, so steckt ein Zug bet Wallenrod im Schnee fest, der Verkehr wird an der betr. Stelle durch Umsteigen ver­mittelt. Heute blieb der Frühzug von Fulda ganz auS. UebrigenS tft noch gar nicht so viel Schnee gefallen, wie man glauben sollte, im Walde liegt er bloß 25 Ctm. hoch.

Vermischte-.

* Wiedergefuudeu. Ein Frankfurter Kaufmann be­merkte vor einigen Tagen auf der Bockenhetmer Landstraße seinen ehemaligen, von einer Dame begleiteten Commis, der ihm vor etwa drei Jahren unter Mitnahme von 4560 Mk. durchgegangen war. Der Jüngling wollte schleunigst in eine Droschke steigen, der Kaufmann war jedoch zur Stelle, bevor der Commis und die Dame, seine ihm erst vor einigen Tagen angetraute Frau, die Droschke erreicht hatten, und erklärte dem Führer der Dame ganz laut:Folgen Sie nur ganz gutwillig, sonst müßte ich Sie verhaften lassen!" Der junge Mann nannte ihn einenunverschämten Menschen" und wollte ihn an der Kehle packen, woran ihn jedoch seine Frau verhinderte. Der Kaufmann erklärte darauf, daß, wenn er diese Comödie nicht bei Seite lasse, er den gerade deS Wegs kommenden Schutzmann um Hilfe bitten müßte. DaS wirkte, der ertappte Commis erklärte sich bereit, dem Herrn zu folgen und ließ seine vor Aufregung zitternde Frau einstweilen ins Hotel fahren. Commis und Prinzipal traten alsdann in Uuterhandlungen, die den Erfolg hatten, daß der ehemalige Prinzipal auf eine Anzeige verzichtete und sich damit begnügte, daß ihm der Commis, der eine ver­mögende Frau gehetrathet, die seiner Zett veruntreute Summe in monatlichen Raten von 100 Mk., wofür er Wechsel gab, zurückzuzahlen versprach. Als die junge Frau den That- bestand, den ihr Gatte nicht verheimlichte, erfuhr, bat fie ihren Vater telegraphisch um sofortige Uebersendung der obengenannten Summe, was auch geschah. Alsbald begaben fich Beide zu dem ehemaligen Principal, der höchst vergnügt den Empfang der Summe quittirte.

Eine Perle auf dem Gebiete der BereinSgründungen scheint derBerliner Wittweu-Berein" zu sein, der wohl nur einem längst gesühlteu Bedürfniß abgeholfen und zur Hebung deS StaudeSbewußtseins seiner Mitglieder gegründet worden ist. Wenigsten» kündigt der Verein sein diesjähriger Winterfest mit dem Bemerken an, daßFreunde der Sache" willkommen find.

* Oberglvgau, 28. Januar. Der Strumpf-Fabrikaut Hanel ist wegen Unterschlagung von 30000 Mk. au» einer Darlehenskasse verhaftet worden.

* Der Teufel ist tobt! In Hunteburg bei Olden­burg ist ein Mann, der fich für den Teufel ausgab, von zwei Knaben erschossen worden. Der Mann war mit den Worten:Ich bin der Teufel, wo habt Ihr Euer Geld?" in ein HauS gekommen, das gerade zwei Knaben von acht und zwölf Jahren zur Bewachung anvertraut war. AS fie ihm sagten, das Geld sei im Koffer, machte fich der schwarze Dieb er hatte fich daS Gesicht schwarz au- gestrichen darüber her. Darauf sagte der Kleine zn seinem Bruder:Geh' und hole das Gewehr und schieße den Teufel tobt!" Gesagt, gethan. Der Dieb wurde von dem Knaben in den Rücken geschaffen, worauf er tobt zu ©oben stürzte.

Der Norddeutsche Lloyd in Bremen hat bekanntlich be- schloffen, seinen beiden neuen Riesenschnelldampfern, welche fich beimVulkan" in Stettin und bei F. Schichau in Danzig im Bau befinden, die Namen der beiden ersten deutschen Kaiser seit Wiedererrichtung deS Reiches zu verleihen, nämlich Kaiser Wilhelm der Große" undKaiser Fried­rich". Die beiden Schiffe, um welche e» fich hier handelt, find Doppelschraubendampfer von einer Größe, wie fie bisher überhaupt auf der Welt noch nicht vorhanden find. Jedes der Schiffe wird beispielsweise 625 Fuß laug und 75 Fuß breit sein. Die Dampfer werden an Größe, Schnelligkeit und inneren Einrichtungen alle gegenwärtig existireuden Schiffe übertreffen. Beide Dampfer find für den Schnell­dampferdienst -wischen Bremen und Ne« York bestimmt, in welcher der Norddeutsche Lloyd gegenwärtig die Schnell­dampfer : EmS, Aller, Trave, Saale, Lahn, Spree und Havel beschäftigt. Neben der Schnelldampferlinte von Bremen nach New-York unterhält der Norddeutsche Lloyd eine solche von Genua nach New-Aork, mittelst der Schnelldampfer Werra, Fulda und Kaiser Wilhelm II.

-- Nürnberg. 28. Januar. Der Leipziger Vertreter der Nürnberger Actienbrauerei Henninger veruntreute größere Beträge- man spricht gerüchtweise von 20,000 Mk. Er flüchtete, wurde aber in Stettin verhaftet.

* Was in Deutschland getrunken wird. In Deutsch­land werden in einem Jahre vertrunken: 676,470,000 Liter Branntwein, 5,455,600,000 Liter Bier, 322,000,000 Liter Wein, d. h. auf jeden Deutschen (Mann, Weib und Kind) kommen als Jahresverbrauch 13V8 Liter Branntwein, 1074/6 Liter Bier, 61/, Liter Wein. Diese Getränke kosten alljährlich mehr als 2500 Millionen Mark.

AuS Furcht vor der Hochzeit. In Meidling bei Wien hat eine. 22jährlge Geflügelhändlerin ihrem Leben ei» Ende gemacht, weil fie fich vor der Hochzeit fürchtete. DaS Mädchen, dessen Eltern kürzlich gestorben find, war mit einem jungen Manne verlobt, der gleichfalls Geflügelhäudler tft. Die Hochzeit sollte in der nächsten Zeit statifinden, die Braut «achte aber ihrem Bräutigam und einigen Freudiunen die Mittheilung, daß fie vor dem Hochzeitsfeste eine un­erklärliche Angst habe- eS wäre ihr am liebsten, wenn ihr Bräutigam fich eine andere Braut suchen würde. Al» dieser Tage der junge Mann seine Braut zu einer letzten Unter­redung besuchen wollte, fand er die WohnungSthür ver- schloffen. Die Thür wurde von einem Schlosser geöffnet und man fand daS Mädchen erhängt.

Budapest, 29. Januar. In einem hiefigen Hotel ver- letzte der angeblich aus Düsseldorf stammende Gardeoffizier Stägemann die Schauspielerin Anni Hellmiug durch einen Rrvolverschuß tödtlich, worauf fich Stägemann selbst erschoß. Da» Motiv zur That ist Eifersucht.

* Brussel, 28. Januar. Gestern Abend fand fich tat deutschen Consulat ein Mann ein, der fich al» Deserteur eines Düsseldorfer Regiment» au»gab und auf Kosten de» Consulats die Heimreise antreten wollte. Al» der Secretär diese Forderung abschlug, versetzte ihm der Deserteur mehrere heftige Schläge ins Gesicht und zerschmetterte ihm die Siun- lade. ES entstand ein kurzer Kampf, der Angreifer entfloh und entkam. t .

Füufzehutauseud Ali«e»t-tio»Skl-geu schweben bei de» Newhorker Gerichten. Infolge der schlechten wirthschaft- Heben Verhältnisse haben zahllose Ehemänner ihre Frauen und Kinder verlassen. Allerdings wird dieser Zustand auch der immer laxer werdenden Moral zugeschrieben, sowie dem Umstande, daß die Mädchen zu zeitig heiratheu. Fünfzig Procent sämmtlicher Eheschließungen erfolgen von Mädchm unter zwanzig Jahren. _ -

Meier die SrwerbS- uud LebeuSverhältuiffe in Transvaal wird von einem dort in Dienst stehenden deutschen Arbeiter Folgendes berichtet:Die Löhne find im Berhältniß zu