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28.4.1894 Zweites Blatt
 
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Nr. 98 Zweites Blatt. Samstag den 28. April

1894

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D i e Geschwister.

Von JultuS Olden.

(Fortsetzung.)

Mein lieber junger Freund," nahm Pastor Ronay von Neuem daS Wort,Sie flößen mir ernste Besorgniß ein. Auch Ihre dahtngeschtedene Frau Mutter machte mich schon im vorigen Jahre darauf aufmerksam, daß Heiterkeit und jugendlicher Frohsinn von Ihnen gewichen seien und Sie auf bezügliche Fragen des scharfblickenden MutterherzenS nur aus« weichend geantwortet hätten. Noch bei meiner letzten Unter­haltung mit der nun Seligen sagte sie zu mir: Mein lieber Ronay, Sie, der bei der Geburt aller meiner Kinder zugegen waren"

Aller?" unterbrach ihn Graf Bela hastig fragend.

Jawohl, aller, Herr Graf! Verdiene ich als alter Freund Ihrer Eltern nicht auch Ihr Vertrauen?"

Ich habe gar nichts zu vertrauen," erwiderte Bela, jedes Wort betonend,Schwermuth und Trübsinn müflen mir angeboren sein. Stets werde ich der Pflichten gedenken, welche ich meiner Stellung und meinen Geschwistern schulde. Sie, verehrter Freund, bitte ich, mich dabei kräftigst zu unterstützen."

Ronay versicherte ihn seiner Ergebenheit und dabei blieb r» vorläufig.

Die herrlichen alten Eichen, die das Herrenschloß um­rahmten, hatte» ihren braunen Blätterschmuck ganz abgeworfen,- im frischen grünen Kleide waren sie zu neuem Leben er- wanden- doch drinnen, in den mit allem (Somfort reich aus- gestatteten Räumen herrschte mit wenigen Unterbrechungen da- stille ruhige Leben fort. Graf BelaS umwölkte Stirn glättete sich beinahe nicht mehr- er schützte seine angegriffene Gesundheit als Ursache der Traurigkeit vor, wieS aber dennoch ,ede ärztliche Hilfe zurück. Tagelang zeigte er sich nicht und blieb in feinem Arbeitszimmer eingeschloffen.

Die Mädchen hatten sich herrlich erschlaffen- gleich an- muthigen Elfen umschwebten sie daS Dasein ihres Bruder-, ohne jedoch irgend einen wohlthätigen Einfluß auf denselben auSzuüben. Auch der übermüthigen, lebensfrohen Savolta gelang es selten, durch ein nur secundenlangeS Lächeln sein Antlitz zu erheitern. Aeußerlich einander ähnlich, waren die drei an Character ziemlich verschieden und die Einzelheiten einer jeden mit den reifenden Jahren auch mehr hervor­getreten. Vilma verstand eS, mit Geschmack zu singen, sie tanzte wie eine Sylphide- ihr ganze- Wesen athmete An- muth- sie betrachtete ihren Bruder als den natürlichen Be­schützer und liebte ihn dabei auf eine eigenthümliche Weise, während Savolta ihn als einen Freund betrachtete, dem man gehorchen müffe. Ilka dagegen sah daS Leben von seiner ernsten Seite an- ihr war der Bruder ein lieber Jugend­gefährte, de« sie für ein wenig leidend wie sich selbst hielt, und dem sie daher alle jene kleinen Aufmerksamkeiten erwies, welche die geschwisterliche Vertrautheit so unendlich versüßen.

Einige Abwechselung in daS einförmige Landleben brachten die häufigen Besuche zweier Neffen deS Pastors. Zuerst galten dieselben nur dem verehrten Onkel, bald aber waren die jungen Herren auch mit Graf Bela und den Schwestern intimer bekannt geworden und gemeinsame Vergnügungen würzten das herrliche Einvernehmen der kindlich harmlosen fünf jungen Menschen. Nur des jugendlichen Gebieter- finstere Blicke, seine Einsilbigkeit und Kälte, welche er die ihm gesell­schaftlich gleichstehenden Neffen RonayS empfinden Liefe, ver­breiteten einige Verstimmung.

Wahrscheinlich würden die beiden Gäste dies sonderbare Benehmen durch ihr Ausbleiben gekennzeichnet haben, wenn nicht zwei Magnete in Mädchengestalt fie immer wieder dort­hin gezogen hätten. Um jedoch bei der Bestimmung ihres zukünftigen LebensglückeS klug und vorsichtig zu verfahren, wünschten fie die Erwählten ihres Herzens genau kennen zu lernen und zeigten sich defehalb gegen alle drei Schwestern gleich zuvorkommend und aufmerksam.

Ein an sich unbedeutende- Ereignife führte jedoch alle diese Vorsicht zu einem schnellen Ende. Graf Bela brauste

nämlich in Heftigkeit gegen den älteren der beiden Brüder auf, als er ihn mit Ilka allein in einer Gondel sah, welche die am Ufer scherzenden anderen Schwestern muthwillig mit ihren beiden Jnsaffen in den See hinaus gestoßen hatten. Er glaubte in diesem unschuldigen Scherz den Wunsch eine- tete-i-tete zu erblicken und zeigte darüber eine Erregung, welche wahrlich nicht am Platze war.

JlkaS Thränen besänftigten den Erzürnten leicht- aber ihr Mitschuldiger fühlte, daß eS nun hohe Zeit sei, sich zu erklären, und er wendete sich daher bittend an den Oheim, damit dieser die Anträge der beiden Brüder dem gestrengen Herrn Bruder und Vormund unterbreite.

Hoffentlich fehlt Euch nicht die Einwilligung Eure- Vaters zu diesem Schritte?" frug Pastor Ronay die Braut­werber.

Ohne PapaS Genehmigung würden wir es nie gewagt haben, Sie, lieber Onkel, mit dieser Bitte zu belästigen. Wir benöthigen nur die Zustimmung deS Grafen, denn der Mädchen glauben wir sicher zu fein."

Gerade darin dürste die bedeutendste Schwierigkeit ge­funden werden," meinte der Pastor Ronay,offen gestanden, ich erkenne meinen jungen Freund gar nicht wieder. E- lastet etwas auf ihm, das sein ganzes Dasein niederdrückt, und schon auS diesem Grunde wäre eS mir sehr erwünscht, die Schwestern verheirathet zu wiffen- werden Eure Anträge angenommen, so muß die dritte Schwester abwechselnd bei dem einen ober andern von Euch wohnen. Vor allen Dingen theilt mir jedoch mit, auf welche der jungen Damen Eure Wahl fiel."

Ich liebe die reizende Vilma unbjSBruber Arpad wirbt um bte lebensvolle Savolta," erklärte Sandor, der ältere Neffe.Doch jetzt eile ich in den Salon zur Gesellschaft. Sie, lieber Onkel, suchen den Grafen aus und kommen bann, und bie Entscheibung mitzutheilen."

Wenn auch nicht ohne Besorgniß, werde ich Eurem Be­gehren doch sogleich entsprechen - nur allein der Wunsch, Euch glücklich zu sehn, stärkt meinen Muth."

(Schluß folgt.)

Kräsereiverpachtung.

Montag den 30. April l. I., Bormittags 10Va Uhr, soll bie Orasnuvung an der Lahn in ben Gemarkungen Giefeen und Heuchel­heim für bas laufende Jahr loos» meife an Ort und Stelle öffent­lich versteigert werden.

Zusammenkunft am rechten Lahn­ufer unterhalb der Wieseckmündung.

Mainz, den 24. April 1894.

Grotzh Wafferbauamt Mainz. 3700 I. E.: Schmitt.

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