Ausgabe 
25.12.1888 Drittes Blatt
 
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scbaft deckt, ausgenommen, daß die Bergmann nicht unter Polizeiaufsicht gestellt wird Die Bergmann erklärte, sich bet dem Urtheil nicht beruhigen zu wollen Miller ent­gegnet auf eine diesbezügliche Frage, er wolle sich das überlegen.

Daniel Heil

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Lauterbach, den 12. December 1888.

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ihm gefundenen Sachen von einem gewissen August, den er beim Fischen kennen gelernt, gekauft haben. Frau Bergmann leugnet ebenfalls; Miller habe ihr die Sachen ge­schenkt und sie habe absolut nicht annebmen können, daß er dieselbe auf unehrliche Weise erworben. Seine Vorstrafen giebt Miller zu, auch daß er auf dem Transport nach Prenzlau entsprungen ist. Er bestreitet aber, in Trier einen Einbruch verübt zu haben, und behauptet, es sei dort überhaupt nicht etngebrochen worden. Frau Berg­mann, die eine große Zungenfertigkeit entwickelt und um keine Antwort verlegen ist, behauptet, mit Miller in geordneten Verhältnissen gelebt zu haben. Miller habe Agen- turgeschäske getrieben, von denen sie habe annehmen müssen, daß sie zwei Leute an­ständig zu ernähren vermöchten. Nach Köln will die Bergmann nur einmal gefahren sein, und -war um eine Schuld etnzukassirm; die Kette habe sie damals, weil die Ge- legerchcit günstig, bet Reckum zum Preise von 84 JL (das ist der Goldwerth) in Köln verkauft. Bevor zur Zeugenvernehmung geschritten wird, bemerkt Miller noch, er habe viel in der Lotterie gewonnen, einmal 15,000 Jt Das Lotteriespielen sei gleich den Börsengeschäften eine Spekulation. Er faßt übrigens die Sache von der humoristischen Seite auf und lacht selbst zu seinen Aussagen. Ueberhaupt wird Miller im Laufe der Lerhandlung lebendig und macht manche Bemerkung, die von allen Zuhörern mit Lachen ausgenommen wird. So erklärt er auf die Frage, wo er die gewonnenen 15,000 JL gelassen babe, sie seien hypothekarisch angelegt. Auf die weitere Frage, wem er sie geliehen, erw.dert er lachend, er werde doch nicht so dumm sein, dies auch noch zu sagen, damit man das Geld einziehe. Die Kölner Zeugen, Frau Bader und Frau Hendrichs, bekunden übereinstimmend, daß Miller vielfach des Morgens ftüh mit einer gefüllten Reisetasche nach Hause gekommen ist, und dann ferner daß die Angeklagten sofort nach der Verhaftung des Tillmann Hans nach Frankfurt abgereist sind. Die Bekundung der Frau Hendrichs, daß die Angeklagte Bergmann gelegentlich einer Aeußerung über Miller den Tillmann erwähnt habe, be­zeichnet die Bergmann als Lüge. Es entspinnt sich überhaupt wiederholt zwischen den Kölner Zeugen und der Angeklagten B. eine erregte Scene, bei welcher die B. die Zeugenaussagen eineunerhörte Lüge" nennt. Zeuge Kaufmann Earp aus Köln sagt bestimmt aus, daß er Miller auf einer Reise gesehen habe, die Letzterer mit leerer Reisetasche antrat, von der er aber mit gefüllter Tasche zurückkehrte. Dem Zeugen ist damals ganz besonders aufgefallen, daß Miller im Gegensatz zu sonst strolchartig gekleidet war. Frau Gruber, bet welcher die Angeklagten hier gewohnt haben, bekundet, oaß sich dieselben stets- anständig benommen haben. Ertminalcommissar Müllenbroich sagt über die Verhaftung und das Ergebniß der Haussuchung aus. Das meiste ist bekannt. Gefunden wurden u. a. ein geladener Revolver, Feilen, Schraubstock, Diet­riche, Winde, Probtrsteine rc. rc. Miller will diese Sachen von dem mehrerwähnten August zum Aufbewahren erhalten, die Werthgegenstände dagegen in Amsterdam gekauft haben. Interessant ist die von Herrn Eommissar Müllenbroich gemachte Mttthetlung, daß seit Wtller's Verhaftung Stlberdiebstähle hier nicht mehr vorgekommen sind, lieber die Verhaftung Millers sagt noch Schutzmann Dietz aus, über die Haussuchung Wachtmeister Schmidt. Dachdecker Schreiber hier hat mit dem Angeklagten im selben Hause gewohnt. Ihm gegenüber hat Miller geäußert, er sei Zeichner. Der Zeuge hat die Angeklagten zur verschiedensten Stunde Nachts nach Hause kommen hören, sic auch wiederholt um 5 Uhr früh das Haus verlassen sehen. Er sagt ferner aus, daß sie aut gelebt und manchmal Streit gehabt haben. Hierauf wird auf die vier zur Anklage gestellten Einbruchsdiebstähle näher eingegangen und als Zeugen vernommen: Herr und Frau Dr. Rumpf, Herr und Frau Hobrecht, die Köchin bet Rumpf, Friederike Wieland, Herr und Frau Dr. Mogk, sowie die in Diensten der Familie Milford A???^nheim stehende Therese Kramer. Diese Zeugen beschreiben alle auf's Aus­führlichste, tn welcher Weise die Einbrüche verübt worden sind. Miller, oder jener unbekannte August, ist fast immer durch das Kellerfenster, an welchem die eisernen Traillen gewaltsam zur Seite gebogen wurden, eingedrungen. Bemerkenswerth war aus all diesen Bekundungen nur, daß der Einbrecher beim Möglichen Diebstahl sogar die Frechheit besaß, bis zu dem Schlafzimmer des Bestohlenen vorzudringen, sowie daß Frau Dr Rumpf nach dem Diebstahl die Färbereien hiesiger Stadt besuchte und aus das rhr gestohlene Spttzentuch vorbereitend aufmerksam machte. Die Dame versicherte, es sei ihr sofort der Gedanke gekommen, der Dieb werde das Tuch färben lassen. Daß ihre Vermuthung zugetroffen und ihrem Scharfsinn die Ergreifung des Wtllcr zu danken ift, ist bekannt. - Um lUhr beginnen die Plaidopcrs. Der Staats-

b<n,tra8t Seacn Miller das höchste zulässig- Strafmaß, 15 Jahr- Zuchthaus, Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, indem er sein Bedauern aus- spricht, daß das Gesetz nicht ermögliche, diesen Verbrecher für immer unschädlich zu machen; gegen die Bergmann 5 Jahre Zuchthaus, 6 Jahre Ehrverlust und gleichfalls Stellung unter Polizciaussicht. Der Vcrtheidiger Millers, Dr. Geiger, gibt die Aus- Messung des Strafmaßes dem Gerichtshöfe anheim, der Verthetdtger der Bergmann, Dr. Meyer, bestreitet die Hehlerei und glaubt, es könne nur die Vergünstigung in Frage erklärte zum Schlüsse, er fühle sich schuldig, die Mitangeklagte Lagegen sei unschuldig; wie er die Polizei und alle Welt getäuscht, so habe er auch Diele rau getäufcbt. Nach etwa Vrstündtger Berathung verkündet der Gerichtshof vurch den Vorsitzenden das Urtheil, welches sich mit dem Anträge der Staatsanwalt-

per Flasche

Prima hellfarbiges Exportbier 23 Pfg

Prima dunkelfarbiges Exportbier 25

Prima hellfarbiges Lagerbier 18

Auszug aus den Standesauttsregistern des Standesamts Gießen.

Aufgebote.

December: 15. Johann Heinrich Elaassen, Braumeister zu Cassel mit Caroline Schnautz, geb. Herzberger, Wittwe von Bierbrauer Christian Heinrich Schnautz daselbst 17. Johann Heinrich Graf, Schuhmacher zu Gießen, mit Emilie Schneider zu Boben' hausen. 18. Peter Geisel von Heidelbach, Kutscher zu Gießen, mit Elisabethe Weide non Eckelshausen, wohnhaft dahrer. 18. Wilhelm Emil Garth Veterinärartt in Darmstadt, mit Maria Katharina Jung dahier. 18. Wilhelm Damm Schmied zu Gießen, mit Sophie Arnold zu Leihgestern. ' &a?mtcD *u

_ t Eheschließungen.

rr December: 15. Dr. Richard Theodor Heinrich CellariuS. ^abrikdirector in Jasienki, Gouvernement Tula in Rußland, mit Dora Karoline Auguste Antonie Elise Johanna Koch von hier. 19. Christian Carl Pitzer, Lohnkutscher dabier mit Anna Catharine Hilbert, gebürtig von Nordeck, wohnhaft dahier. 19. Peter'Merkel von Romrod' Taglohner dahier, mit Anna Gerlach von Dautphe, wohnhaft dahier 9ih Äbr e<?CUC^aufmann- Kreuznach, mit Bertha Rothenberger von hier. ^1. Wilhelm Jacob Rau von Heringen, Buchhalter dahier, mit Katharine Albertine Loos von hier. 21. Heinrich Balser, Anatomiediener dahier, mit Amalie Henriette

TheiS. gebürttg von Sinn, wohnhaft dahier. 21. Wilhelm Carl Ludwia Mart n Wacker, Schreiner Wer mit Elisabeth Ochse von Schiffelbach, wohnhaft dahrer. 21. Conrad Mankel von Dernbach, Schneider dahier, mit Wtlbelmtne Katharine Jülicher von Mülheim a. Rhein, wohnhaft dahier.

_ Geborene.

9. Dem Kellner Wilhelm Muller ein Sohn, Heinrich. 11 Dem SU « eJ?iCr 6xe Main-Weser-Bahn August S-ib-l eine Tochter IID-m Bäck-r- meister Eduard Christian Noll ein Sohn, Friedrich. 13. Dem Schreiner Ernst Falkenhcimer ein Sohn, Karl Heinrich. 13. Dem Bäckermeister Heinrich Faß eine T°ch'-r- 14. ®em PflastcrermetNer Johannes Nickel ein Sohn, Julius U ®£m Schuhmacher Ludwig Appel ein Sohn. 15. Dem Taglöhner Johann Nievotb ein Sohn, Karl Wrlhetm. 15. Dem Fuhrmann Karl Dittmar ein Sohn. 17 Dem c%uenant £a,rI P°wp- -ine Tochter. 17. Dem Bäckermeister Jacob Horn eine AHA, Johanna Antonie Minna Sufanna. 18. Dem Schlosser Wilhelm Ranst eine

®«fior6en$.

December: 15. Marie Korndörser, 5 Monat- alt, Tochter von Dachdecker Karl Korndorfcr dahier. 17. Elisabethe Stroh, geb. Schlosser, 54 Jahre alt, Ehefrau von Oeconom Kaepar Stroh zu Ruppertenrod, Kreis Alsscld. 17. Katharine Kröck 2 /» Adr alt, Toch^r von Dachdecker Philipp Kröck dahier. 19. Wilhelm Kloß, 2 Jahre qV'Ä ^Uh-lm Kloß dahier. 20. Margarethe Louise Donau,

m i3 6 o Cd-frau des Schreinermeistcrs Wilhelm Donau dahier. 20. Anna ÜBeimfr, 2 Jahre alt, Tochter von Eiscnbahnarbeiter Wilhelm Weimer zu Daubringen

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

_ »«traut«.

De" ^.December Dr. Richard Theodor Heinrich Cellarius, Fabrikdirector zu a ' und ?ora Faroline August- Antoni- Elis- Johanna Koch, Tochter

des Zahnarztes Georg Wilhelm Koch zu Gießen.

s ?CnJr9; Tumber. Christtan Carl Pitzer, Lohnkutscher zu Gießen, und Anna Krtts Kttch^ain^' Zo(S)Uv bc§ verstorbenen Schmieds Andreas Hilbert zu Holzhausen, K Den 21. December. Heinrich Balser, Anatomtediener zu Gießen, ein Wittwer, unt> aimttlie Henriette Katharine Theis, Tochter des Hüttenarbeiters Heinrich Christian L.yetS zu d-ctedergirmes.

o It ro®enrJ6- D-cember. Dem Staatsanwalts-G-hIIf-n Johannes Prinz eine Tochter, Luise Ernestine Wtlhelmine, geboren den 5. November. 5 w

Denselben. Dem Taglöhner Konrad Zindel eine Tochter, Katharina Elisabethe, geboren den 28. November. '

Denselben. Dem Locomotioführer Johann Heinrich Hechler eine Tochter, Johanna Margarethe Helene, geboren den 1. November.

Denselben. Dem Schmied Johannes Harnisch eine Tochter, Margarethe Marie, geboren den 21. November. '

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