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Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet 1 »orzmegm.
Dienstag den 13. April im Gasthaus zum Rappen zu Grünbera, Samstag den 17. April ,m Saale des alten Rathhaufes zu Gießen und
>' e>t ca- ■ <. M . Freitag den 23. April IM Rathhausfaale zu List, ’ ”
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Gießen, den 5. März 1880.
Der Sivil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen.
------------।----- -----------------H offmann, Regierunqsrath.
Politische Uebersicht.
Der Reichstag stand zu Beginn seiner Sitzungen vollständig unter dem Drucke der Nachricht von dem Gitlaffungsgesuche des Reichskanzlers. Unruhig fragte man hin und her nach den eigentlichen Gründen des überraschenden Ereignisses, doch keiner war, der Antwort gab, von Allen, so da kamen. Die Debatte über die orthographischen Wirren kam daher ebensowenig zur Geltung, als die Berathung deö Vtehseuchengesetzes, welches der Präsident aus ästhetischen Rücksichten von der neuen Rechtschreiberei getrennt batte. Die Stimmung im hohen Hause blieb eine erregte, obwohl man allgemein annahm daß das Entlassungsgesuch weder ernst gemeint sei, noch Aussicht habe, von dem Kaiser angenommen zu werden.
Eine Fluth von Gerüchten knüpft an die Demission des Reichskanzlers an. Man spricht von Differenzen des Reichskanzlers mit der Retchspostoer- waltung, weil dieselbe den Antrag wegen Ausdehnung der Quittungssteuer auf die Postanweisungen bekämpft habe, von einem eventuellen Rücktritt des beliebten Leiters der Reichspost, Dr. Stephan, während andere Slimmen behaupten, der neue Staatssecretär habe den Conflict mit Sr. Durchlaucht ab- gkkarlet, um die Verfassungsänderung, welch- den preußischen Einfluß tm Bundcsrathe durch Zulegung einiger Stimmen stärken soll, zur brennenden Frage zu machen. Auch di- auswärtige Politik, russische Einflüsterungen an hoher Stelle, muffen zur Erklärung herhalten, wie auch die englischen Wahlen, welche den Kanzler angeblich bewogen haben sollen, sich an dem Umschwünge der öffentlichen Meinung wider Lord Beaconsfielv ein Beispiel zu nehmen, so ?• « ,ct .™,er 11,6 der populärste Mann vom Schauplatze der politischen Thä« trgkeit scheiden wolle, denn als von der Majorität ieineS Volkes „Verlassener." Natürlich fehlen neben den Friktionen, welche zwischen dem Fürsten einerseits “t™ den Herren v. Stosch und Hofmann andererseits schweben sollen, auch die stets Alles erklärenden „Gesundheitsrücksichten" rucht.
, „ Di- Börse nahm die wichtige Nachricht ziemlich gleichgiltig auf, der beste Beweis, für wie unmöglich der Rücktritt Btsmarck's in den Geschäfts., wre in weiteren Volkskreisen angesehen wird.
In Wien erregt- die erste Kunde von der Demission Bismarks ein fabelhaftes Aufsehen. Niemand wollte an di- Nachricht glauben, jedenfalls herrschte allgemein die Ueberzeugung vor, Fürst Bismarck werde aus seinem Posten verbleiben. Alle Blätter stimmen darin überein, daß sein Rücktritt für Deutschland und den europäischen Frieden ein Unglück wäre. Man glaubt, daß Fürst Bismarck nicht nur die Umgestaltung der Bundesverfaffung durchsetzen, sondern gleichzeitig dem Partikularismus damit den Todesstoß versetzen und die ruflenfreundltche, seiner auswärtigen Politik feindliche ääos- strömung durchkreuzen wolle.
In Paris, wo man über die deutschen inneren Verhältnisse in neuester Zeit sich sehr schweigsam verhält, wurde die Nachricht kaltblütig ansgr.-ommen und nur als ein Schachzug des Kanzlers zur Stärkung des preußischen Ein- flufles in Deutschland betrachtet.
a^?le».Ulfmf*en “nb englischen Blätter geben der Hoffnung Ausdruck, daß Fürst BiSmarck seinen Platz nicht verlaffen werde.
Dem Fürsten Karl von Rumänien ist der schwarze Adler-Orden verliehen worden, eine Ehrenbezeugung, die mit der Reise des Ministers Bra- ttano zusammenhängt. Rumänien hat trotz aller Dementis eine AnnSberun- an Deutschland zu Wege gebracht, und in der Orientfrage ist dies etwaigen russischen Ueberhebungen gegenüber nicht unwichtig. Fürst Bismarck hat sich wie man hört, dem Minister Brattano gegenüber bezüglich der Adoption ^r8 hnntia«M f*en JrllWn 0,8 Thronfolger sympathisch ausgesprochen, aber von dem Plane, Rumänien zum Königreich zu erheben, abgerathen, da man in Wien dagegen Bedenken habe.
Vermischtes.
v,o Mfiai?Qnf8Äl'r5!ni heutigen Tage sind es hundert Jahre, daß die 2. Compagnie 3nf^-,Regts. (jetzigen Leibregtments mit der Nr. 117j vom Landgraf Ludwin IX
Landaraf^wttckesdes zu Pirmasens garnisonirenden Regiments band veretniatt Das w Jahre später (1790- zu einem Regtrnentsver-
banb vereinigte. Das Regiment „Landgraf" hatte 1780 noch nicht die hellblaue Rcaiments- färbe, sondern hellrothe Kragen und Aufschläge ^D 6t» ?
x "”1 1 nac^/ Da& sie wunderlichere und unglaublichere Dinge
liefere und ersinde, 0i8 die barockeste Einbildungskraft des Romanschriftstellers Einen neuen
9i^, k W,e(* l 2 3 4 5 6 7 8 9T Sch"°Pf°ni°gd, welche
Großsachsenheim unternommen wurde. Als einer der Jager plötzlich einen der langschnablichen Vögel vor sich wegstreichen sah und mit dem h«auf Uhr UM den Schuß -bzuf.uern, gab das Leu derarUgen Sw d-ch ^'7 Schützender noch gespannt- H-hndesunabg-schosi-n-n (liniem Laufes in die Augenhöhle unter dem L de fuhr und sich, da er rückwärts gekrümmt ist, in die Höhlung des Backenbems 5.Lcin t,c^li9cr Haken festklemmte. Bei der geringsten Bewegung, welche der Jager mit dem was^d^N^s ausgeführt hätte, mußte er befürchten, daß auch der andere Lauf sich entlade hem b-trcffenden Auges unfehlbar nach sich gezogen hätte So mußte er denn
unf5oI^p?sro-l|T ^Anschläge ruhig ausharren, bis die Genossen herbeikamen und ihn nach unsäglicher Muhe und großen Aengsten aus seiner schlimmen Lage befreiten. ' $
auhetm, 7. April. Heute Vormittag wurde in dem hiesigen Teicke eine bartm OcküM von°°?"^n 7?" ,otb,n t'9g-stellt, ist Die Unglückliche aus dem -mach-
n°ch Knedb-r-'aelcki^ von ihren Angehörigen behufs Besorgung verschiedener Geschäfte
und den Tod f»lwMl. let0* f10“ b«ß-n den Weg noch Rouheim -ingeschlag.n
c - c ß .. gesucht hatte. Ein längere Zeit andauerndes Leiden und der Ge-
That stin^ f ®C^Crun0 bc8 Zustandes möglich, sollen das Motiv der^bedaucrnswerthen |
™ l Deggend. „Donaubote" theilt eine Gerichtskosten-Rechnunq nach der neuen Proceßordnung mit deren Einzelheiten Sachverständige auf ihre Richtigkeit prüfen mögen. Sie * “?!' toerflagt ben J8 wegen einer Forderung von 121 JL Er gewinnt den Proceß folg-nd- R-chnung'tthält7 a^nun3, roa8 f0 ein 9-w°nnen-r Proerß kosten kann, bis ,i
Gerichtskosten. jl
1) Verhandlungsgebühr 7 50
2) Beweisgebühr 7'50
3) Entscheloungsgebühr 7'50
4) Auslagen:
a. für 10 Zeugen Verhörgebühren ä JL 1,50 15,00 b. Zustellungsgebühr für die Zeugenladung 8 00
c. Schreibgebühr 2’üO
d. Zusiellungtzgebühr für Klage u. Urtheil ä80^ 1,60 e. Schreibgebühren für die Urtheilsuusfertigung
4 Bogen 1,60
5) Attest für Vollstreckungsklausel 1,50
6) Kostenfestsetzungsbeschluß (Object über 60) 1*00
dazu Schreibgebühren o,40
2 Zustellungen 1,60
2 Beglaubigungen 0 10
Attest für Vollstreckbarkeit des Beschlusses 0 80
7) Portoauslagen für Versendung der Acten l'oo
Summa: Jü 57,10
1,00 0,20 1,10 0,40 0,80
0,80 15,00
2,80
6,CO
2,80 7,30
2,80 7,00 3,00 8,00 0,75
1,90 0,20 6,00 1,00
0,40
0 30
KlägerS:
JC
7,00
7,00
3,50
3,50
2,40
1,20
1,00
2,10
1,20
B. Gebühren des Rechtsanwaltes des
1) Proceßgebühr
2) Verhandlungsgebühr
3) Beweisgebühr (Beiwohnen des Beweisterminß)
4) Für eine weitere contradictorische Verhandlung
5) Schreibgebühr für Klage (6 Bogen)
6) Portoauslagen
7) Antrag auf Kostenfestsetzung
8) Antrag auf Zwangsvollstreckung
9) Schreibgebührcn
1) Gerichtskosten (Object über JL 60) Schreibgebühren
2) Gebühren des Rechtsanwaltes Schreibgebühren Porto-Auslagen
3) Gebühren des Gerichtsvollziehers:
a. für Ladung b. für Verhaftung c. Reisegebühren 28 Kilometer
1) Pfändungsgebühren (6 St.)
2) Reisekosten 14 Kilometer hin und zurück — 28 Kilometer L 10 H
3) Versteigerungs Gebühren
4) Reisegebühren 28 Kilorn.
5) Baare Auslagen: a. Transport in's Pfandlocal
b. Arbeitslohn bei der Pfändung
c. Fütterungskosten
d. Bekanntmachung des Versteigerungstermins
e. Insertion in's Kreisblatt
f. Porto
g. Arbeitslohn bei der Versteigerung
h. Stempel zur Versteigerung
i. Porto für Zusendung des Auctions-Proto- colls und des Auctions-Erlöses
k. Schreibgebühren für Abschrift des Auctions- Protocolls
Summa JL 22,10
<w. So hat Kläger einmal das süße Bewußtsein gehabt, einen Proceß gewonnen zu habens gewonnenen Forderung ad 121 har er, obwohl der Beklagte pfandbare Vermögens-Gegenstände zum Werthe von JL 180, resp. 151 hatte, nicht nur nichts er- Lipn'irnn^prf-^r^^-r011 ?0Jtcan baQr 8uIc8cn müssen 4,65, ganz abgesehen von den m J des Processes noch erwachsenen Porto-Auslagen. AndernseitS
ist der Beklagte seine fraglichen Vermögens-Gegenstände zum Werthe von JL 180 los ge- »nh ift L.hpm a°1 J^,ulbctmCrf bcm Älä^cr uoch dessen ganze Forderung, sogar jetzt noch mehr, und ist zudem auch seinem Rechtsanwalt noch circa Jl. 25 schuldig geworden.
8 V' m' ?’ hiesiger Handarbeiter machte die Erfindung, wkS man Gänse
zum -oruten bringen kann. Er schüttete seiner Gans, die nicht zum Brüten kommen wollte, emen halben Schoppen Branntwein ein und setzte sie auf'S Rest und siehe da, die Gans blieb «nb IS ^enit Lcincm @d)re(fen laß aber die Gans nach zwei Tagen immer noch fest und bei näherer Untersuchung fand er, daß sie tobt war. (W. Ztg.)
Summa JL 28,90
Freude über den endlich gewonnenen Proceß machte nun der Besorgniß Platz, ob Beklagter alle diese Kosten auch werde erstatten können. Gutwillig zahlte dieser aber nicht bcT ^kchtsanwalt deS Klägers die Zwangsvollstreckung beantragen. Der ?^ ^oMdher fand auch glücklicher Weise pfandbare Gegenstände und pfändete 1 Pferd, 2 Schock Stroh, 4 Fuder Rauhfutter, 1 Tisch, 1 Kochmaschine, 2 Stühle, 1 Koffer, ins! gesammt zum Taxwerrhe von JL 180. Nun ward ein Derkaufstermin anberaumt, und der Kauferlos betrug 151. Hiervon gingen aber zunächst ab die Kosten der Zwangsvollstreckung worüber der Gerichtsvollzieher folgende Kostenrechnung aufsteüt:
Summa Jl. 47,55
wa« sonach von dem ganzen Kauferlöse ad 151 nur den Restbetrag
nnd ^chnet er davon noch ab die Proceßkost-n für Gericht, Gerichtsvollzieher
unb Rechtsanwalt im Gesammtbetrage von <AL 86, so verbleiben ihm nur noch JL. 17,45
”ie ,1™? be,r ®crlaStc V-rmögensgegmstänve, unb er soll sein Vermöqen eidlich offen« b.“e"' Kulwillig kommt er auf Ladung nicht ,um Termine Er muß durch den @e.-
8Äte? S* .»»rgesührt werden. Das Resultat dieses Verfahrens ist da» folgende. Der Beklagte schwort den Offenbarangseid, ohne pfandbar- Segenstände angegebm zu haben, und Klager erhält folgende Kostenrechnung: “ 1 8 0
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Doni füllen tm G 5 bis 6 ®a< veü 2ebi öffentlich 'o-
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2466) T rod nach Re jung Ltoden, weitere Beka
Die Herr gebeten diese melnbe ortsi lassen.
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Wegen U sirung an b Bessingen r der Gemar berselbe fui 25. Ifb. M
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