Ausgabe 
24.6.1797
 
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Das Raiserkicke Privilegium für Vie Uni- versttär (öiefrtn.

Wir Rudolph, der Andere, von Gottes Gnaden , Erwehlter Römischer Kayser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien, zu Hungarn, Böhmen, Dalmatien, Croatien und Slavonien re. Erzherzog zu Oestereich, Herzog zu Bur­gund., zu Braband, zu Steyr, zu Karn- den, zu Crain, zu Lützenburg, zu Wür- tenberg , Oder - und Nieder - Schlesien, Fürst zu Schwaben, Markgraf des Heyl. Römischen Reichs, zu Burgau, zu Mah­ren, Oder - und Nieder - Laußnitz, gefür- ster Graf zu Haböpurg, zu Zchrol, zu Pfird, zu Kyburg, und zu Görz re. Land­graf zu Elsaß, Herr auf der Windischen Mark, zu Portenau und zu Salins rc. be­kennen öffentlich mit diesem Brief, und thun kund allrrmänniglichen, daß uns der Hochgeborne Ludwig, Landgraf zu Hessen, Graf zu Catzenelnbdgen, Dietz , Ziegen­hain, und Nidda, unser Lieber Oheim, und Fürst, unterthaniglich Vorbringen lassen, wie Seine Liebden Verschiener Jahr, ge­meinen Nutz der Jugend, auch den Stu­dien zu guten, in seiner Statt Giessen eine Univerfitaet und hohe Schul aufrichten lassen, mit unterthänigster Bitt, daß wir, als Römischer Kayser, ihm dieselbe gnä- digst zu confirmiren und zubestätigen, auch sie mit den Privilegien, Begnadigungen und Freyheiten, damit andere Universitä­ten im Heyl. Reich versehen weren, zube- gaben, gnädigst beruheten.

Darauf haben wir angesehen solche Seiner Liebden unterthanigst zimliches Bit­ten und Erbiethen, auch dis ansehnlichen Jntercessionen , so von unterschiedlichen Chur - und Fürsten sowol der Catholischen Religion als Augspurgischen Cvnfessivn vor Seiner Liebden beschehen.

Und darum mit wolbedachtem Muth, guten Rath und rechtem Wissen die obge­

dachte Sr. Liebden aufgerichtete Universität unh hohe Schul zu Giessen gnädigst con- firmiret und bestatt, sie auch mit den Freyheiten, Privilegien und Gnaden, so wie obgemelt andere Universitäten und hohe Schulen im Heyl. Reich haben, am fürstandigsten begnadet undbefreyet; thun daö auch hiermit aus Röm. Kayserlichen Macht wissentlich in Kraft dieses Briefs also, daß sie allenthalben vor eine Uni-, versitat und hohe Schul gehalten und ge- ehret werde, und sie alle Ehre, Würden Vorlheil, Recht und Gerechtigkeit und Ge- wonheit, wie andere haben, und aller männiglich unverhindert, doch uns und dem Heyl. Reich an unserer Obrigkeit und sonsten andern in ihren Rechten und Ge­rechtigkeiten ohn vorgreifilch und ohn schädlich.

Und gebiethen darauf allen und iegli- chen Churfürsten, Fürsten, Geistlichen und weltlichen Prälaten, Grasen, Freyen, Herrn, Rittern, Knechten, Hauptleuten, Landvögten, Vitzthumben, Vögten, Pfle­gern, Vorwesern, Amtleuten, Schult­heissen, Bürgermeistern, Richtern, Rü­then, Bürgere, Gemeinden und sonst allen unfern und des Reichs Unterthanen und Getreuen, und vörnemlich allen andern Universitäten im H.il. Reich, auch unfern erblichen Fürstenthumben und Landen, daß sie die vbgedachte Universität zu Giessen bey dieser unserer Kayserlichen Consirma- tion, Begnadigung und Freyheit gänzlich bleiben, sie deren ruhlich gebrauchen und geniessenj lassen und darwider nicht beküm­mern noch beschweren, noch das andern zuthun gestatten in keine weis, als lieb ei­nem jeden fty Unsere und des Reichs schwere Ungnad und Strafe, und darzu eine Poen nemlichen zwanzig Mark löti- gen Goldes zuvermeiden, die ein jeder, so oft er freventlich hierwider thäte, uns halb in unsere Reichs Cammer und den andern halben