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scheint es uns besser, wenn die Sachen ganz anderst gegangen waren. Die Vuchdruckerkunst ist erst in den spätem Zeiten erfunden worden. Es ist kein Zweifel daß die göttliche Vorsehung hierbey würcksam gewesen. Aber warum hat man nicht eher an diese Kunst gedacht, deren Erfindung, nach dem der Mensch einmal schreiben, mahlen, und in Stein und Ertzt grabe« konte nicht sogar schwer scheint. Sie ist ein Hauptmittel zur Ausbreitung der Gelehrsamkeit und zur Beförderung der Wahrheit: und dennoch ist sie von denen Menschen verschiedne Jahrtausende unbekannt geblieben. Sollte man nicht glauben daß unzehliche wichtige Wahrheiten bekannt und eben so viel Unwissenheit und Aberglauben hatte vermieden werden können, wenn sie die Menschen in den ersten Zeiten erfunden hatten? Große Sammlungen von Nachrichten und Schriften sind im Rauch aufgegangen; Nur wenige sind übrig geblieben. Wie dienlich lvürden uns diese verlohrne Sachen zu mehrerem Verstand der noch vorhandnen Bücher und insonderheit zur Be- siattigung unsrer göttlichen Offenbahrung seyn, wann wir sie noch hätten? Jetzo werden alle Kleinigkeiten aufgezeichnet; von den vorhergehenden Zeiten, haben wir oft kaum einige Zeilen, worinnen die Geschichte vieler Jahrhunderte von großen und mächtigen Reichenberührt werden. Hat die Vorsehung alle diese Schriften blös deswegen vernichtet, damit sie uns nicht durch ihre Menge überhäufen sollten? Dieses ist schwerlich zu glauben, weil sonst auch die Vuchdruckerey nicht hätte erfunden werden dürfen. Denn feit dem sind so viele Schriften züm Vorschein gekommen, daß eines Menschen Alter nicht einmal zureicht, die bloße Titel derselbigen aufzuzeichnen. Warum sind gerad dieft oder- jene Bücher übrig geblieben, und Wercke die unstreitig nützlicher gewesen wären, zu Grund gegangen. Warum haben wir noch verschiedne Schmähschriften gegen die Religion, ohne welche ein großer Theil neuerer Freygeister nichts hätte zu Marckte bringen können? Warum haben sich Bücher die den guten Sitten so nachteilig sind, gantz abscheuliche Bücher erhalten? Ich weiß wohl daß man hiervon auch Gründe anzugeben pflegt: aber ich zweifle daß sie die Probe halten, und sich alles gehörig reimen läßt. Ich weiß auch weiter daß alles dieses was ich hier vorgebracht habe ganz natürlich zügegangen ist: Allem dieses thut nichts zur Sache. Es ist eben die Frage, warum es geschehen ist, da es der göttlichen Vorsehung, wenn ich so reden dmf, eben so Leicht war das Wegwe theil von diesem allen, gleichfalö durch natürliche Ursachen und ohne die Wunder zu häufen hervorzubringen? Ich zweifle ob man diese Frage hinreichend beantwortm- kau: sondern ich-br'rr der Meinung daß man auch


