Ausgabe 
14.1.1766
 
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14 Gl'esrsche wöchentlich MMeLttttötzige Anzeigen fehlerhafte dieser oder jener Handlmigbesicht; wie Sie es noch zu einer erdfern Stufe der Vollkommenheit hatten bringen können und dergleichen. Dies wird Ihnen unbeschreibliche Vortheile gewahren. Gre werden da­durch Ihren Verstand mit den wahren und richtigen Begriffen von Tu­gend^ Ehre und Billigkeit schmücken und ihn immer sicherer vor dem Jrr- 'khum machen. ' <: '

Die fünfte Regel: Diejenige, Stellen, dre vorzüglich schön sind, Müssen Sie oft wiederholen und wenn cs möglich ist, auswendig lernen, damit Sie sich ihrer bey jedem vorkommenden Fall wieder erinnern können. Dies gehört zugleich zum Vergnügen, das uns die Lectüre schenkt. Wir erinnern uns nie ohne Freude an eine schöne Stelle, die wir irgendwo ge­lesen haben.

Die sechste Regel. Sie müssen nur alsdenn lesen, wenn Sie Ihre wichtigere und nöthigere Geschäfte schon verrichtet haben, Sie dür­fen z. E. die Geschäfte der Haushaltung nicht durch das Lesen versäumen, Sie sind sonst in Gefahr, schädliche Haushälterinnen und schlechte Mütter zu werden. So wie sich ein Frauenzimmer durch ein gemäsigtes lesen in müssigen Stunden geschickt machen kann, das Glück und das Vergnügen eines "Mannes zu werden; so unglücklich kann es ihn machen, wenn es die Stunden, die es dem Wohl der Haushaltung widmen sollte, dem Bücherlesen aufopfert. Die Frauenzimmer sind nicht geschaffen um wie die Mannspersonen zu studiren; sie wissen gnug, wenn sie nur ihre Pflichten kennen nnd ausüben. Haben sie wohl zur Erlernung dieser Wissenschaft nöthig, ganze Tage auf das Lesen zu verwenden? Kurz wenn sich die Ge­lehrsamkeit der Frauenzimmer weiter erstreckt, als auf die Untersuchung solcher Wahrheiten, die sie in ihren Pflichten befestigen und mit ihren Nebenmenschen bekannter machen; so halten wir sie für mehr schädlich als nützlich.

So sehr wir zum Besten der ganzen menschlichen Gesellschaft wün­schen, daß unsre Schönen bey ihrer Lectüre immer diese Regeln vor Augen Huben möchtenso sehr wünschen wir auch, daß ihre Lectüre ohne die An­wendung derselben unterbleiben möchte. Denn wir können nicht begreifen, wie das Lesen auf eine andre Art als eine nützliche und erlaubte Beschäfti­gung könne angesehen werden»

ETaebriebt.

Nachdem OM zu Giessen, äusser der Sperr am Wallthor, auch :.1 eine