Ausgabe 
22.5.1764
 
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i«* Giefische wöchentlich - Fcmcittnützig- Anzeige»

sagt, daß er nicht mehr als ein oder zwep Jungen aufeinmal werfe. Das Weibgen ist mit zwo Zitzen »ersehen, woraus die Jungen ihre Nahrung ziehen, indem st- di- Milch saugen. Diese Seethiers sind, von verschiedener Gröse. Einige sind vierzig Ellen lang, und aus dem größten kan man drei'- hundert Tonnen Fett bekommen. So grös sie aber sind, so sind sie doch sehr furchtsam. Denn, sobald sie das Geräusch eines Schiffbootes hören, oder einen Menschen gewahr werden, fliehen sie. Wenn sie aber in Nokh sind, alsdann lassen sie ihre ausserordentliche Stacke sehen. Sie zerschmet­tern alles, was ihnen in den Weg kömmt, und wenn sie ein Boot errei­chen, brechen sie cs in Stücke. Nach dem Bericht der WallMfänger laufti! sie mit einer Leine einige hundert Klafter fort, viel geschwinder, als «in Schiss mit allen seinen S-geln. Seine Nahrung besteht in eine m klei­nen Jnsect, welches Aas genennet wird, und in groser Menge in den Grönlclndilchen Meeren anzukreffen ist. Es ist so weich, daß, wem, man es Zwischen den Fingern reibt, man Fett, ober Fischtran zu halten glaubt. Da nun der Wallsilch eine ungemein enge Kehl- hat, sintemal sie im Durch­schnitt nicht über vier Zoll har; da ferner die kleinen Barte an dem Ende der »unge bis in die Kehle hinunter zu laufen scheinen; und er keine Zahne zum Kauen hak: so kan er keinen dicken und harten Cörper einschlucken; diesem kleinen Fi,che aber ist ihm gemäß eiiigeriehtet. Seine grose Lippen fassm eine ziemliche Menge in sich, und weil sie mit Barten, welche dicht an einanter stehen, versehen sind, so laust das Wasser wie durch ein Sl-b

' aus dem Maul, und der Raub bleibt zurück-. Welche bewundernswür­dige Weisheit, di- -in solches g-rlng-ö Jnsect zur Nahrung eines so gro- scn Thiers bestimmt, und zugleich die Glieder dieses Thiereö so geschickt nach freier Nahrung eingerichtet hat!

Unter den Grönländischen Vögeln sind merkwürdig: der Eidervo« fid/ welcher so häufig ist, daß er zu gewissen Zeiten bis auf eine unabseh­bare Entfernung allenthalben das Meer bedeckt; Die Enten, deren es drey Gattungen flieht. Ein- Gattung wird nicht durch die Begat­tung wie andere Thiers erzeugt ; sondern entsteht auf eine seltsame Art aus einer schl-imichten Materie auf dem Meere, welche sich an alt- Stück- Holz, di- auf dem Wasser hei umschwimmen , ansetzt. Anfangs erzeugt sich -im Muschel, nachher ein kleiner Wurm, der mit der Zeit die Gestatt des Vogels annimmt, und aus der Schale herfürbricht. Soviel Widerspruch dies- Erzählung von jeher hak leiden müssen, und so lustig sieh viele Natur« for-