wöchentlich-
gmcinnWe WWW
mi6 Vachrtchken.
Vier und zwanzigftes Stück.
Drettstags teit inert 3unü 1764.
Mit Hochfürstl. Hessen - Darurstädkischer gnädigsten ErlanLnis.
W^chli'ften, welche uns mir demChararter ganzer Nationen sowohl, alt mif Neigungen, die die Triebfedern der Handlungen einzelnen Men- scheu sind, bekannt machen ; welche die Sitten, Gebräuche, Gesetze und Regierungsformen der Völcker mit einem philosophischen Auge betrachte, verdienen eine sehr vorzügliche Achtung. Dem Regent, dem Staatsmanns, dem Moralist und jedem, der die Erkenntniß seiner selbst, und feiner Nebenmenschen eines von seinen ernstlichsten Geschäften seyn laßt, sind sie gleich unentbehrlich. Sie geben ihnen die wichtigsten Grundsätze an Hand, ohne deren Wissenschaft sie das Wohl der Staaken oder ihre Privatglückseligkeit nicht zu erhalten und zu vermehren vermögend sind. Dem Staatsmann lehren sie die Klugheitsregeln, die er mit allem Fleit vor Augen haben muß, wenn er durch Bündnisse oder Verträge von fremden Nationen die Vortheiie zu erhalten sucht, deren sein Volk bedarf; oder wenn er in dem Reiche seines Fürsten nützliche Anstalten zum Beste» des Unterthanen angeben und befördern will. Aus eben diesem Betracht schaffen sie dem Privatmann ungemein grose Vortheile, wenn er mit einer fremden Nation umgehen, und also seine Handlungen ihren Neigungen gemäß einzurichten hat. Dem Moralisten entdecken sie die geheimen Wege, durch die er seinen Lehren den Eingang in das menschliche Herz verschaffen
Aa muß,


