Ausgabe 
26.12.1775
 
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4i» Wochenblatt.

i> OesterS standst du, wie ein Löwe, rüstig n An der Thür und belltest jeden an, Schrecken faßt den 2!>and'rer und er flöhe Mit geschwindem Schritte seine Bahn. Aber Wuth war nicht in deinem Herze; Bieder war's und sanft du belltest nur H Aus Vergnügen, Scherz, Und Witz, und Laune, " n Nicht aus zorniger Natur.

Harmlosheiter war 'stets deine Seele, 11 Und nichts menschenfreundlich's schwarzete Sie, die fromme, die nur stillen Freuden, Und nur sanftem Scherz sich öfnete.

ii O wie fröhlich spieltest, hüpfest, sprangest, Gaüztest, bissest du die Tage hin, Die zu schnell entfioh'n! denn ach! der bittre Tod - er raf'te dich dahin.

Fließet Thranen, fließet! denn gerechter n Wär nie eines frommen Mädchens Schmerz: O wie liebt' er uns! o wie gefällig, ii Wie stets freundlich war er! Und fein Herz Ewig treu war es, nicht unbeständig, Wie das Herz von manchem Herrchen ist;

ii Tbränen sollen ewig stießen, daß du Gutes Hündchen! nicht mehr bist.

Aber ach! umsonst sind unsre Klagen,

ii Du kehrst nie zur Oberwelt zurück, Ruhest nun in Proserpinens Armen ii Denn sie war's, die Göttin, die das Glüa ii Unsrer Tage kürzte, die voll Neides, O die grausame! den Schwuhr gethan, ii Dich zu rauben. Wie? schwillt Götterherzen ii Solche schwarze Bosheit an?

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