Giesser Wochenblatt.
Viertes Stuck.
Dienstags den ziun Jan. 1771.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis.
Von Bestimmung der Größe der L^älte und deren Vergleichung.
Sann ein Comet erscheinet so soll es der von U80. ftyn. Wird es sehr kalt so ist eS veynahe so kalt gewesen als .70- und mehrentheils kalter als 1740. Von allen Orten her wird der Grad der Kalte bestimme, und mit der in »erwichenen Jahren verglichen. Gemeiniglich nimmt man dieses auf guten Glauben an , und wann die Gattung des Thermometers angegeben ist, so daß es heißt, soviel Grad, aus dem Reaumurischen und so viel auf dem Fahrenheitischen u. f. w. so zweifelt man gar nicht mehr an der Richtigkeit der Beobachtungen. Ich an meinem Theil werde gar nicht aufmerksam wann ich dergleichen Nachrichten in der Zeitung lese. Wer einen Thermometer hat der hängt ihn aus, und der kann ihn gar nicht trügen, so wenig den Bauer der Kalender. Man darf aber nur überlegen die Art wie Thermometer, die von einerley Gattung ftyn sollen, verfertiget werden, so weis man daß eS gar nicht zuverlaßig ist , wann die Kälte mit der in andern Jahren verglichen wird. Hiermit wollen wir unsere Leser unterhalten, und ihnen die Trüglichkert dieser Werkzeuge, womit man den Grad der Kälte abmeßen will, vor Augen legen. Wir sehen erstlich auf die Materialien woraus diese verfertiget werden, und zweitens auf die Art ihrer Verfertigung. Beydes wird uns hinlänglich von der Ungewißheit dergleichen Bestimmungen überführen.
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