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pa ganz um; sondern gaben zu vielen Orden Gelegenheit, die zum Tbeil noch j tzo stehen Unter disen hatte Der Ritterorden der Tempelherrn, das eüendste Schicksal. Sein Anfang war gering^ Er wuchs sehr schnell, und stunde nicht volle zwcy hundert Jahre. Seine Absicht verrie- the Menschenliebe; in seinem Fortgang waren dessen Glieds nur für st cd, und ihr Wohlleben bedacht. In "feiner Jugend wurde er geehret , und von Den R gmten beschenket; hernach mit Misgunst angesehen, beraubet, und mit äuscrster Grausamkeit vertilget Der Schein der Frömmigkeit mußte gierige Absichten unterstützen, und Christus durch seinen Stadthast ter (ein Wort zu Grausamkeiten verleihen.
Als Jerusalem wieder in Den Händen der Christen wäre, so entstünde der Orden zur Verpflegung Der Kranken. Dieses brachte ganz natürlich den Anlaß, daß es gut seye eine Gesellschaft zu erlichtet,, welche die Reisenden gegen die Saracenen schützte. Hugo de Pagams und Go- dofredus de Sr. Audom ro hatten das Glück, wenn es ein solches wäre, nebst sieben andern eine solche Gesellschaft an. i n8. zu errichten. Sie thaten dem Patriardien in Constankinopel ihr Gelübde, worum sie sid) anheischig machten. Die Reisenden zu schützen , in einem chelosen band Zu bleiben, und überhaupt nach Den Ges tzen des Clen zu leben. Balduin/ König in I rusalem, gäbe ihnen einen Theil des Pallastes ein, herauf den Rempel Salomoms (liefe Davon erhielten sie Den Namen Tempelherrn. Sie hatten Anfangs ihren einzigen Unterhalt von Allmosen. Papst Honorius 11 bestätigte Diesen Orten an. Iir8, auf dem Conciho 1'6- cenCi, und gab ihnen die Regel Bernhardi, und Papst Eugen. III- suchte sich dadurch um sie verdient zu machen, daß er ihncn^einen weisen Mantel mit einem rothen Kreuz zur Kleidung anordnete. Sie ritten immer zivey und zwey, und führeten daher auch zween Reuter in ihrem Wappen. Sie thaten Den Reisenden gute Dienste. In jenen Zeiten wo alle Gottesfurcht nur Dabin gerichtet wäre, Das heilige Land zu erobern; wo Die ganze Frömmigkeit nur Darinn fast allein ihr Geschalte suchte, mußten Leute west che Dazu viele Handreichung tbaten, notbwendig in groses Ansehen kommen unD sich die Gunst Der ganzen Christenheit erwerben. Es ist Daher kein Wunder, daß sie reichlich beschenkt wurden. Wie viele Grosen wanderten nicht nach Orient? Von diesen erhielten sie viele Güter; und es daure- te nicht lange, so zehlke man 4000^ Commenden, weldre dieser Ordest besäße und die jährlich zwey Millionen eintrugen. Das vornehmste Convent hatte


