Ausgabe 
5.12.1916 Erstes Blatt
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, . t* EielyLLs. Das neue Filmtma-m.-aDas Leid" hat ten etttschudenen Vorteil, eine große Bühnenkünstlerin m pgen Iberen Schel noch nicht auf Kinodramatik eiuÄflt ist Horner Neigt sich zun: ersten Male aus der' Lttnwand. Ihr Spiel interessiert außerordentlich, wenn es auch mrf d-^ Teuier ekwas scht-eppeiw wirft. Der Filut selbst ist äußerst Ed?ntp^^^ und sucht bewußt alle grellen Effekte sorgsam

. Z+P rt der Vortrags-Bereinigung (Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein) halt morgen abend R. Schieß old aus Berlm emeu Lichtbllber-Dortrag :Im Krieg und Frieden durchs heilige Land Tirol . (Siehe Anzeige.) f . r r fl ^ s ° ^ E r Ve r b a n d- u nd K r a n k e n - E r f r i s ch u n g s-

.? ^ e5 * Vii? r rf u 3 e § am ^^huhof Gießen wurden im

Aco.iat Nove.uber 1916 94^3 durchreisende Soldaten und Ver- mundete erfrischt, sowie 224 Transporte ausgesuhrt und in 153 Fällen sonstige Hrlse geleistet.

D a ^ 8 e st i h r e r Goldenen Hochzeit feierten am EtrajV^H^ ^ CU ^0' ^ *' ^ie Eheleute H ö ck hier, Frankfurter

0f r 4t Zukauf von Hagebutten. Die Kriegsgesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen, Berlin SW. 68, Kochstraße 6, !»"" lebe Menge von Hageblltten auf und bittet mn entsprechende

Keine Fr a u enabteile mehr. Infolge der Zuq- vermlnderungen sollen die Frauen-Abteile, sowohl in den v- und wie auch in den meisten Personenzügen von jetzt an bis auf weiteres sorttallen. J

** ? k e h r mi t B o l l m i l ch. Bon Mittwoch , den ?esember 1916 ab ist die Belieferung des b. Brotkartenbezirks mit Vollmilch an Stelle des Händlers G. Katz der Händlerin Katharine D l e tz aus Staufenberg und dem Händler Wilhelm B r tt^cr^Ehesrau ans Lang-Göns übertragen wordeli.

issahrplaiiänderiing. Der Triebwagen, welcher bisher um 8.15 vorm, von Gießen iiach Linibiirg fuhr, verkehrt letzt wie folgt: Gießen ab 8.05, Wetzlar an 8 20, ab 8.22, Braun­stes an 8.3o, ab 8.36, Weillmrq an 8.50, ab 8.51, Limburg an 9.24. . ' b

^ Dias heutige Kreisblatt Nr. 155 enthält eine ~ercitiirnloaniitfl über Bestatidsaufual/me und Beschlagnahme der Geiamtvorrctte vou^Kakao und Schokolade zugunsten der Heeresverwaltung, sowie Bekanntmachungen übler Mehltieferung au 1 üdisches Osterbrot, Gewerbe-Legittmationskarten, die Aus­stellung von W-anderGewerbescheinen und die Krankenversicherung der mr Wmrdergewetbe beschäftigten Personen.

Landkreis Gießen.

-i. E t t i n g s ha u s e n, 5. Dezember. Landstur mmann Ludwig Pfeiffer mr Jnf.-Rgt. 186 erhielt die Hessische Tapferkeit^- Medaille. Seit 5. September d. IS. wurde der Sohn des hiesigen Müllers Hemrich Keil IV. vermißt. Jetzt hat er aus einem Mos- tauer^ Älzavett geschrieben. Keil war in der 2. Komp. Jnf.-Rgt.

L. Großen. Buseck, 5. Dez. Ludwig Schwalb. Sohn des Bürgermeisters Schwalb von hier, wurde mit dem Eisernen Kreuz-2. Klasse ausgezeichnet. Er steht schon feit Dezeniber 1914 im Felde, machte die Karpathenschlacht mit und wurde später bei Zlota Lipa verioundet. Nach seiner Genesiing kani er nach Westen, roo er in letzter Zeit sich an Kämpfen an der Somme beteiligte. !Er ist augenblicklich Ün Urlaiib.

n Heuchelh'eim, 5. Dez. Der zweite Sohn des hiesigen 'Lehrers D i e tz, Kriegsfreiwilliger Fr. T i e h , bisher Vizefeldivebeb im 1. Leibhusaren-Regiment, augenblicklich in der Feldkriegsschule des 8. Armeekorps in Libau, wurde zum Leutnant d. Res. beför­dert. Ter als vermißt gemeldete Otto Bolkmann, Sigimlist hei einer Lichtsignaltruppe, meldete sich aus der französischen Ge­fangenschaft. Musketier Wilhelm Nesseldreher erhielt das lElferne Kreuz 2. Klasse.

** So dar,'4. Dez. Dem Pionier Hermann Wagner von hier, beim Pionier-Bat. 21, wurde das Eiserne Kreuz verlieben.

** Li ch, 5. Dez. Die Haussammlung zur Weihnacktsspeude für die im Felde stehenden Soldaten, sowie für die Verwundeten des hiesigen Vereinslazaretts voin Roten Kreuz ergab den an­sehnlichen Betrag von 468,94 Mk.

Kreis Alsfeld.

** Alsfeld, 5. Dez. In unserer prachtvollen Walpur- giskirche wurde mn Sonntag die in unserem Blatte vor einiger Zeit gewürdigte ueuerbaute Kanzel, welche im Lause der ver­gangenen Woche won dem Verfertiger, der Hofmöbelfabrik Th. Brück in Meßen, zur Aufftellung gebracht war, in schöner und würdiger Weise geweiht ünd ihrer Bestimmung übergeben. Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienste des ersten Adventsonntages versammelten sich die Kirchenvertretung uno der Kirchenvorstand, sowie der Ktzeisrat Geheimrat HeinrickB und> Dekan Sauerwein, um vom Bau- rnspektor Kühl mann, der als Schöpfer der Kanzel diese an! den Kirchenvorstand nach gelungener Vollendung übergab. Er ge­dachte in schönen Worten der Vergangenheit der alten Kanzel bis Aur Entwicklung der neuen Kanzel, welche nun auch Jahrhunderte ichrem Zweck dienen möge, und erwähnte die Leistungen der Aus- hührenden Hoflieferant Brück und Bildhauer Friese, sowie der Ar- veiter. Nachdem auch Hofliefevant Brück wünschte, daß von dieser Kanzel bald verkündet würde:Friede aus Erden", übernahm namens des KirckMworstandes Herr Dekan Sauerwein, den Dank der Gemeinde, der Kircheirvertretung und des Kirchenvor- ftandes ausbringend, von der Batrl-eitung die Kanzel'. Hierauf ergriff der Kreisrat des Kreises Alsfeld, Geheivrrat Heinrichs, das Wort, mn den Augenblick der Kanzeknbergabe und Weihe zu feiern. Nachdem noch Briefe vom Ober-Konsstwrium und dem Denkmalpfleger Prof. Walde zur Verlesung gebracht waren, welche Herren leider nicht zur Weihe erscheinen konnten, fand dieser Weiheakt seinen Abschluß und der Gottesdienst begann. Das schöne Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Feier- wurde verschönt durch den prachtvollen Gesang des Kirchen- gesangvereins. Dekan Sauerwein gab in seiner .Kanzelrede Rück- nnd Ausblicke bezügl. der Kanzel und segnete das schöne Werk, das sich den reich vorhandenen Kunsttverken der Walpurgiskirche wür­dig anreiht.

oz. Bi eben, 5. Dezember. Dem Musketier Georg Opel von hier wurde die Hessische Tapserkettsmedaille verliehen. Die hiesige Bucheckernsammlung ergab 94' Kilogramm. Der ge­ringe Ertrag ist dem Umstand zuzu schreiben, daß in unserer sonst so reichen Waldgegend die alten Buchende stände vielfach ver­schwunden sind, und die jungen Bestände noch keine Früchte tragen.

Kreis Lüuterbach.

oz. L a ir ter b a ch , 5. Dez. Tie Stadt hat den Verkauf von Nehfleisch angeordnet. Da die Fleischerinnung den Verkauf ab- lehnte, wurde er dem Fleischbeschauer Blum übertragen.

Kreis Schotten.

O Gedern, 2. Dez. Einen wahrl-ast rührenden Beweis treuster Anhänglichkett an ihre alte Heimat bildeir die mehrfachen Spenden von Fräulein Marie S chm idt, seit einigen Jahrzehn­ten in Berlin ivohnhast, für Zwecke der örtlichen Kriegs für- sorge. Sobald sie nur irgend 'in Erfahrung bringt, daß der hiesige Ortsaussckmß eine Liebesgabensendung an die Gedener Krieger vorbereitet, schickt sie treulich ihre Gabe. So spendele^sie auch zur diesjährigen Weihnachtssendung einen Betrag von 10 Mk. Solche Opsettvilligkeit urrd H^eimatliebe ist hoch anzuerkennen.

# Rebgeshain, 4. Dez. Auf dem Felde der Ehre starb nach 16monatiger treuer Pflichterfüllung der Grenadier Heinrich Boß im Garde-Gren.-Rgt. 5

Kreis Friedverg.

oa. Friedberg, 6. Dez. Em sehr bedauerlicher Unglücks- fall trug sich Samstag nachmittag am hiesigen Bahnhof zin Tie Ebesran des Hilfsbahnschafsners Meyer von Okarben wollte mit dem Z»g 6.46 wieder nach Okarben zurück. Frau Meyer sprang, während der Zug schon iin Fahren war, noch auf, glitt aus und fiel unglücklicherweise zwischen die Wagen. Sie wurde von den Rädern erfaßt und fand einen schrecklichen Tod. Um so tragischer ist dieser Unglücksralh als ihr Mann eine halbe Stunde später in Urlaub kam.

----Butzbach, 4. Dez. Ter Kasseler V-Zlrg überfuhr am Sonntag nachmittag zwischen Ostheim und Butzbach eine Schaf­herde, die anscheinend -die Bahneinzäunung durchbrochen hatte,

und zermalmte sechzehn Schafe. Zahlreiche andere Tiere wurden verletzt.

bnz. Bad-Nauheim, 5. Dez. Unteroffizier Karl Bausch und Gefreiter Friedrich Klee wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

r-^y^r? 0 ! 19611 ' 3 - Deö- Am vergangenen Mittwoch fand die Schlußferer des 50. Kursus der hiesigen Äaushaltungsschule statt. Von etiier Feier hatte man mit Rüch'icht auf die ernste Zeit abge- set)em Ter derzeittge Vorsitzende der Ortsschulkommission, Hauptleh- rer D i t h l, schilderte in seiner Begrüßungsrede die Gründung, die Entwicklung und Wirksamkett der Sck>u1e in den 25 Jahren. Tie Arr- statt wurde bis jetzt von 1091 Schülerinnen besucht, die nicht nur aus dein Groß Herzogtum Hessen, sondern auch aus den Nachbarge­bieten, wie Hessen-Nassau, Westfalen, Rheinprovinz, Pfalz usw. stammten. Ein Zeichen, welch guten Rufes sich die Schule stets er- tteucke Am Schlüsse der Prüfung, aus der mau ersehen konnte, lvie gewissenhaft wieder gearbeitet worden war, überbrachte der Präsi- der Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Walter dis Glücktminsche der Kammer und dankte dem Lehrerpersonal für die treugeleisteten Dienste. Er überreichte sodann den beiden Lehre- rmuen als Anerkennung je eine chstbare Schreibmappe. Beigeord­neter Oppermann beglückwünschte die Schule namens der Ge- memde Langen und Geh. Landesökonomierat Müller namens der hessischen Regierung. Er wünschte der Schule ferneres Blühen und Gedeihen.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 5. Dez. Die W a nder büche rei des Kreises Wetzlar zäUte im letzter Geschäftsjahr 12 438 Bücher-, welche noch um 475 neu beschafften Bärrde vermehrt wurden. Diese verteilen! sich auf die.einzelnen Bürgermeistereien wie folgt: Atzbach-Launs- bach 1730 (64) Bände, Ehringshauseir 1740 (60) Bände. Braun­fels 1626 (109) Bände, Greifenstein 1417 (58) Bände, Hohensolms 1.559 (48) Bände, Groß-Rechtenbach 2020 (70) Bände und Schwal- bach 2340 ( 66) Bände. AN Beihilfen wurden bewilligt voni Staate 233,40 Mk., vom Kreise 280 Mk. und von den Gemeinden 689 Mk. Zur Belohnung von fleißigen Lesern, die entliehene, Bücher pünktlick' und in unversehrtem Zustande zurückbringen, kamen >auch diesnral wieder eine Anzahl Kalender zur Verteilung., Bücher, die ettva in Hauser mit ansteckenden Krankheiten verliehen ivurden, werden sofort gesammelt und auf Kreiskosten einer Des­infektion unterzogen.

Hessen-Nassau.

[] Marburg, 5. Dez. Wie das Königl. LandratSamt be­kannt macht, wird von heule ab die Genehinigung zu Haus- s ch l a ch t u n g e n nur noch unter der Bedingung der Abgabe von frischem Speck für in der Kriegsiudustrie beschäftigte Arbeiter erteilt. Die Höhe der Abgabe richtet sich nach dem Ge­wicht des Schweines. Für das Pfund Speck werden 2,75 Bit. vergütet.

ra. Altweilnau, 2. Dez. Der Unteroffizier Wilhelm Orlepp von hier wurde mit dein Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

[] Biedenkopf, 5. Dez. Die Tochter des Metzgermeisters Louis Unkel hier, Fräulein Helene Uukel, hat' am 15. Nov. bei der Handwerkskaminer in Wiesbaden ihre Prüfung als M e tz g e r g e f e l l e mit der Notegut" bestanden.

ra. Edelsberg, 3. Dez. Zum Bürgerineister unserer Ge­meinde wurde einstiinnlig Landwirt Heinrich Ehristian Müller gewählt.

ra Erda, 5. Dez. Nach dem Kriege gilt es für unsere große Gemeinde die W a s s e r s r a g e zu lösen. Es besteht die Meinung, daß die Zuleitung nur aus deinErleubachtal" inöglich ist. Tro^ der waldreichen Ulngebuug fehlt es tatsächlich an ergiebigen Quellen, Hohensolms leitet sein Wasser vom nahen Lappen- berg her.

ra. Nanzenba'ch, 3. Dez. Der Bergmann Heinrich Karl Nickel von hier wurde in der Grube Stilling-Eisenzug bei Ober­scheld durch giftige Sprengstoffgase getötet.

Frankfurt a. M., 4. Dez. Das Prinzenpaar Fried­rich Karl üon Hessen überwies der G o l d n n k a n f S st e l l e eiiw große Menge kostbarer goldener Schmuck- und Schaustücke; darunter befinden sich auch zahlreiche Schaumünzen und Erinnerungs­medaillen von hohein histolischen Wert.

^ Frankfurt a. M., 4. Dez. In einer Wohnung der

Scmlburg-Allee ereignete sich I>eute vormittag ein folgenschweres Explos^ionsunglück. Ter tom der Front auf Urlaub heim- gekehrte Sohn eines Krankenkassenbeantten hatte einen Zünder mttgebracht und erllätte diesen seinem Vater. Plötzlich entzündete sich das Geschoß. Durch die uml)erftiegen!>eu Spreugstücke wurde dem Vater die linke Hand glatt abgerissen und das Gesicht schwer verbrannt. Der Sohn erlttt schwere Verletzungen am Kopf und km der Brust. Beide kamen in sehr ernstem Zustande in das städtische Krankenhaus.

Frankfurt a. M.. 5. Dez. Der Liebesgabe nzug mit den Weihnachtsgaben für die Angehörigen des 18. Armeekorps ist am- Sonntag nach der Westfront abgefahren. In seiner Be- gleilnng befinden sich etwa 10 Herren arrs dem Bereiche des Korps.

B o names, 5. Dez. An der Niddabrücke wlirde ein etwa bOjähriger Mann beivußtlos anfgefunden. Der Un­bekannte starb kurz nach seiner Einlieferung ius Krankenballs.

Fc. Cronberg i. Taunus. 3. Dezi Inder gestrigen Stadt- vera-rdnetensitzung wurde bezüglich.der Kartoffelversorgung! in hiesiger Stadt ein betrübendes Bild entworfen. Tie Versor­gungsbezirke, die Kreise Till und Montabaur, hätten versagt und nur der Kreis Stolp habe geliefert. Zurzett lagern hier 350 Zent­ner. Diese werden an die BLwlohner oertettt, die keine Kartoffeln mehr besitzen. Sie müssen bis zum Ende des Bäonats Februar reichen. Weiter wurde die städttsche Schroeinezucht belxmdelt und darcriLs hingewieseu, daß es in inächster Zeit zur völligen Ab- schlachttmg der Sch-veine kommen müsse, da das Futter sehr rar mtb teuer, die ganze Zucht unreittabel geworden sei.

--- G e l n ha u s e n , 3. Dez. Militärkommandos prüfen augen­blicklich i!m Klceise die K a r t o s s e l v o r r ä t e nach und entdecken dabei, wie der Leiter des Kommarrdos selbst öffentlich bekannt gibt, zahlreiche verheimlichte Schätze. Tie Vorräte wurden aus Kellern, Mieten, Schuppen, Scheunen, sogar auf Böden und in Zimmern unter Rüben, Stteu. Heu, Reisig und Korn herausgeholt. Sämt­liche Kartoffeln wurden den Leuten zwangsweise enteignet. Von Llnzeigen und der unentgeltlichen Einziehung der Vorräte sah man, Mitteilungen des Revisionskommandeurs zufolge, in der Annahme ab,daß die Leute sich der Tragweite ihres Tuns nicht voll bewußt gewesen sind. In Zukunft soll keine Rücksicht nwhr genommen werden."

g. Eschweg e a. d. Werra, 4. Dez. Der Magisttat hat die Einrichtung einer städtischen M i l ch k ü ch t beschlossen. In dieser soll für kleinere Kinder die Milch zum Genuß soweit in Flaschen nach ärztlicher Vorschrift zubereilel werden, daß sie nach Erwärmen der Flasche sofort an die Kinder verabfolgt werden kann, ohne daß ein nochmaliges Umfüllen notivendig wird. Ter Preis soll lediglich nach den Selbstkosten für Wohlhabendere, mit entern kleinen Aufschlag berechnet werden. Ferner hat der Magistrat Mr Entgegennahme von Anregungen und Be­schwerden in Sachen der Kriegsernährung eine besondere Dienststelle in der Stadtverwatttmg eingerichtet und gleichzeitig die Einwohnerschaft gebeten, Fragen der Kriegsernährung nicht in der Preise unterEingesandt zu erörtern, da dies doch uidjit zur Klärung der Sache diene!

ra. Aus Nassau. 4. Dez. Das Königl. Preuß. Kriegs- minitterium hat aus der Volksspende der evangelischen Blättervereinigung in Nassau zur Unterstützung ihrer Be­strebungen 10 000 Mk zugewendet.

= A u s dem Taunus, 4. Dez. Seit heute früh schneit es bei fast 3 Grad Kälte ununterbrochen. Die Schneedecke ist an manchen Stellen bereits 10 Zentimeter hoch. Das Gebirge zeigt die herrlichsten Winterlandschasten und Rauhreifbildungen.

Gedenket der Geburtstagsspende fiirs Rote Rreuz"!

Letzte Naehvßctzten^

Die Erfolge in Rumänien.

Berlin, 4. Dez. Der mttttärische Mitarbeiter derVckft. Ztg." schreibt: Mit dem Sieg am Argesul haben wir heute doppelt soviel Gebiet wie in Frankreich besetzt. Es sind rund 4 5 00 0 Quadratkilometer meist reinster Weizenbvden, der uns die Unabhängigkett des Handelns trotz der englischeu Blockade für die Zukunft garautiert. Wenn die Anzahl der Gefangenen für viele !der Ausdruck der Größe des Sieges ist, dann wird man aus der Zahl von 20 724 Mann, die zwischen dem 28. November und dem 3. Dezember in unsere Hand gefallen sind, entnehmen können, tvas die Ereignisse in Runiänien bedeuten. Auf dem 5kriegsschau- platz von Bukarest entwickeln sich, die Verhältnisse weiter günstig. Wir rücken im Tambowitza-Tal vor. Unsere Truppen haben einen Punkt 42 Kilometer südlich von Campulung erreicht.

Nach russischem Beispiel.

B^lin, 4. Dez. (WTB. Amtlich.) Wie die russische Heeres­leitung in Polen und WioHynien, bedroht auch die rumänische in der Walachei den größten Teil 'der Zivilbevölkerung durch Abschie­ben nach dem Osten in gewissenlosester Weise in Gesundheit, Leben und Besitz. Lange Kolonnen von Flüchtlingen, die selbstverständ­lich mit dem raschen Vormarsch unserer Truppen und der Flucht der Rumänen nicht Schritt halten komrteu, lagern unter fteiem Himmel und sind Hunger, Krankheit und Elend preisgegeben. Das Verjagen der Bevölkerung von ihrer Scholle ist militärisch schon desl?alb sinn­los, weil durch die Flüchtlingskolonnen auch dem rumänischen Rück­zug SckMierigkeiten bereitet werden, die die zurückflutenden Trup- perr.einfach dadurch M beseitigen suchen, daß sie Menschen und Vieh, wie die Wagen mit den Habseligkciten erbarmungslos in den Stra­ßengraben werfen. Die von ihrer Regierung Mr Flucht veranlaßte lund dann in solcher Art im Stich gelassene Bevölkerung ergibt sich inaturgemäß, oon Kälte, .Hunger und Krankheit getrieben, Raub ünd Münderung. Unsere Truppen finden die vornehmsten Häuser von ihr erbrochen, zunächst als Zuffuchtsstätten benutzt und vor dem Mettergehen ausgeraubt. Ebenso werden die verlassenen Häu.ser der Flüchtlinge von den zurückgebliebenen ^Einwohnern gebrand- schätzt. Irr rumänisck?en Armeebefehlen aber werden die Folgen dieses unsachgemäßen gewissenlosen Abschiebens der Bevölkerung dahin entstellt, daß die Deutschen das Land und seine Vorräte ver­wüsten. Me haltlos diese Behauptung ist, geht allein daraus her­vor, daß es ja im eigensten Interesse unserer Trupoeu liegt, rhre Quartiere unversehrt zu erhalten und die Vorräte des Landes spar- ,am urrb sachgemäß zu verteilen.

Das Unterhaus über Griechenland und die Kabinettskrise.

London, ,4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Lord Robert Ceeil erklärte auf eine Anftage: Ich bedauere, erklären zu müssen, daß die Lage in Griechenland- außerordentlich ernst ist. Trotz der formellen und wiederholten Versicherung des Königs von Griechenlano und der Regierung, daß keine Ruhestörungen geduldet würden, wurden höchst verräterische provozierende Angriffe auf die Abteilungen der Lllltterten unternommen, die oon dem sran- zösffchen Admiral am 1. Dezember gelandet wurden. Zahlreiche Verluste waren die Folge? Ein vollständiger Bericht liegt wach nicht vor. Die britische Regierung ist der Ansicht, daß. die Verantworttcng des Königs und der Regierung von Griechenland dadurch in Mtt- I eiben schuft gezogen wurden. Sic erwägt mit den anderen Ver­bündeten sosorttge Schritte, um eine radikale Lösung der Lage, die entstanden ist, zu sichern. A s a u i t h sagte in Beantwortung ernerAnfragc wegen der Ernennung eines Lebensmtttelkontrolle u csd

Ich glaube, daß alle Fragen über Personen wieder aufgeschaben werden sollten, bis der Umsvrmungsprozeß vollzogen ist. Asguith Mug deshalb vor, daß das Haus sitz nach der heutigen Sitzung bis Donnerstag vertage. Dann sagte Asgiiith, er wünsche vollständig klar M machet:, daß, was immer für Veränderungen iw. Kabinett Platz greisen mögen, dies keine Abweichung von der fett Becftnn! des Krieges erklärten Und befolgten Politik mit sich bringen werde. (Lauter Beifall.) Wenn irgend jemand glaubt, daß Anzeichen für eine Aenderung der Politik vorhanden sind, so kcnm ich ihm ver­sichern, (xrfe er vollständig im Irrtum ist. Bomar Lav saß währenv dieser Erklärung neben Mgnith in vergnügter Unter- halttmg. Lloyd Georges war nicht anwesend.

London, 4. Dezember.. (WTB. Nichtatntlich.) Meldimg des Reuterschen Bureaus. Asguith hatte heute morgen eine nette Audienz beim König.

Griechenland.

Athen 3. D^. WTB. Nichtamtl.) Meldung des Reuter- scben Bureaus: Der Tag war ruhig. Aber es herrscht große Be­sorgnis. Abends findet im Palais ein Kabtuettsrat statt

Athen, 3. Dez,, 10 Uhr abends. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Reuterschen Bureaus. Es verlautet, daß. acht Batterien anstatt sechs sofort der Entente ausgeliesert tverden sollen, sobald ein Protokoll Darüber aufgesetzt ist. Die Re-gierung wird de^ Nattoualiften und der iEntente den vollen Schutz gttvähren uttd verpflichtet sich, den verhafteten Venizelisten alle gesetzlichen Garan­tien M geben. In Kreisen, die dem Königlichen Palaste nahe­stehen, wird erklärt, daß ivieder normale Beziehungen zur Entente her gestellt feien. ^

London 4. Dez. (WTB. Nichtamtl.) DieTimes" erfährt aus Athen vom 2. Dezember: Im ganzen wurden ant Frettag früh 3000 Mann Ententetruppen ansgeschisfi. Sie sind in drei dlbteilungen nach Athen vorgerückt. Als sie an den Pimkten an­kamen. die ihnen angetviesen worden waren, fanden sie sie von griechischen Truppen besetzt, die, als sich die Alliierten zurück- zuziehen begännet:, feuerten. Ter Kampf begann vormittags. 101/2 Uhr und endete, itachdeui eit: WaffensMstand geschlossen worden war, nachmtttags 2 Uhr. Tie Alliierten hatten bedeutende Verluste, uamenttich die Italiener litten schlver. Man glanbt, daß hutrdert Franzosen gesancten genommett wurden. Am Sams­tag begannen die Unruhen Mtfs Nette und dauerten fast den ganzen Tag fort. Matrosen feuerten von den Hotelbalkoirs icnd Zeitungs­gebäuden. Fast den ganzen Tag wurden Venizelisten verhaftet.

Tie Athetter Presse berichtet, daß eine Granate in den Gart er des Palastes, eine in die Palastküche und eine in den inneren Palasthos fiel.

Bern, 4. Dez. (WTB. Nichtamtlich,.)Corriere della Sera" zufolge hat die griechische Militärliga alles in dett Athener De­pots befindliche Material nachts aus Milttärfuhrwerken urü> M- litärautomobilen in Richtung des Parnaß weggeschafft.

Versenkt.

Lvudon. 4. Dez. (WTB. Nichtamtliche Lloyds meldet, daß der brittsche Dampfer King Oleddyn (4387 Bruttoregister- tonnen) versenkt wurde.

Rotterdam, 4. T^. (WTB. Nichtamtlich.' Ter Dantpfer Kediri, der vor einiger Zeit auf der Reise nackt Marseille ver­senkt wurde, hatte eine Ladung Zucker für Frankreich an Bord Der nrue Präsident der Eiscndahndirektion Mainz.

Dar m stadt, 4. Dez. (Privattelegratnm.) Zum Präsidenten der Eiseubahtldirektion Mainz tvurde als Nachfolger des kürzlich verstvrbetten Präsidenten Laurl, der Vortragende Rat im preußi­schen Ministerium der össenttichen Arbeiten von Schoeueu, bisher Leiter des jVerkehrs- uttd Beförderungsdienstes der Preußisch- Hessischen Staatsbahtt, ernannt.

Uederschwemmungen in Spanien.

B e r tt, 4. Dez. (WTB.) Nach einem Telegramm der HumanitS aus Madrid sind in der Gegend von Valencia Ueberschu>emmungen eingetreten, die sich auf ein Gebiet von 200 Quadratkilometer er­strecken. (Der Schaden wird auf mehrere Mllionet: geschälck. Di« Orangenernte soll fast vollkommen vernichtet sein. Ein Hilss- Mg ist in Alcire eingetvoffen, das mehrere Tage ohne Verbindung und ohne Licht geblieben war. Unter der Bevölkerung ist berettö eine Hungernot aus gebrochen._

Forman Schnupfetz

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