twi Traganesti. m^bcr Qtegertb von Ghunpatzi das Gros der devtsrti--algerischen Streitkräffe. wobei sie sie gegen Süden zurück- warfen. Wer machten Gefarrgene und erbeuteten Kriegsmaterial. Südfront: In der Dobrudscha Artilleriebeschießung.
Russischer Bericht
vom 3. Dezember.
Westfront: In oer Gegend des Dorfes Tereszkowe, südöstlich von Swmiuchi versuchte der Gegner die Offensive zu ergreifen, Mrvde aber zur ückgc schlagen. An der Bistricza unternahmen unsere Ajufllärer mit Erfolg Streifen in die Gegend des Dorfes Kosmatz und machten Gefangene. In den Waldkar- Pathen machte der Gegner zwei heftige Angriffe auf eine Höhe, die wir sechs Werst südwestlich von Werachta besetzt hatten, wurde aber gezwungen/ sich unter großen Verlusten zurückzuziehen. Irr der Gegend ^nordöstlich und östlich von Kirlibaba griff der Feind unsere sckbteilungen an. Zwei aufeinairdersolgende Angriffe wurden zurück gesrbtag cm.
K a u ka s u s fr o n t: Zwei türkische Bataillone machten einen. Ang'isf auf unsere vorgeschobenen Ab teil im gen westlich von Ognut. Starke gegnerische Aufklärungsabteilungen suchte.': südöstlich von Oguut und östlich von Muschi vorzudringen. Sie wurden aber durch Unser Feuer zurückgeworfen. Ebenso wiesen wir die Angriffe türkischer Batailllme in Richtung Bttlis ab. Unser Wachtbovt beschoß von Warrsee aus einen Kameltransport, der irach Baftan marschierte, und zerstreute 30 Reiter, die von Vastan dem Transport zu Hilfe gekommen waren. In Richtung Hamadan ging ein türkisches Flugzeug in der tz>egend des Flockene Scharen:, 80 Werst südwestliche vorl Kaswin nieder. Nach, vergeblichen Bersuch''n, das Flugzeug in Bewegung zu setzen, begossen die Flieger es mit Petroleum, verbrannten es und entflohen.
Rumänische Front: In Siebenbürgen hatten unsere Angriffe im Trotustal und Sultatal Erfolg. Wir besetzten die Dörfer Assaul und Sulia, luachten über 800 Gefangene und bracht«: Maschinengewehre ein.
Donanfront: Im Argestal dauern die feindlichen Angriffe an. Tie feindlichen Angriffe und Kämpfe haben in dieser Gegend den Charakter einer großen Schlacht angenommen. Unter bcm Druck des Gegners ziehen sich die rumänischen Trappen, die im Süden von Kavallerie umgangen toaren, in südöstlicher Richtung zurück. Die rumärrifchei: Operationen westlich und, südlich von Bukarest nahmen dank der .Hilfe der eingetroffenen rassischen Truppen Änen günstigen Verlaus. Tie bulgarischen und deutschen Truppen sirch gczlvungen, sich zurückzuziehen. Wir brachten hier Gefangene und Trophäen in noch nicht gezählter Menge ein. Bis jetzt ist fest gestellt, daß 25 Geschütze erbeutet wurden.
Die Kämpfe in Griechenland.
Bern, 4. Dez-. (WTB5 Ter „Corriere oella Sera" meldet aus Athen: Die Ententetruppen haben bei den'Zusammra- stösten 10 0 Tote und Verwundete und 40 Gefangene eingebüßt. Auf griechischer Seite sollen ein Hauptrnann, zwe: Leutnants und ungefähr 40 Soldaten verwundet oder wt sein. Tie italienischen M arinesslö-aten sollen verschont worden sein. Nach dem Abschluß des Waffenstillstandes um 3 IHt nachmittags wurde das Feuer eingestellt, um 5 Uhr aber, nachdem von der Flotte 30 Kanonenschüsse abgegeben worden waren, mit vermehrter Heftigkeit wieder aufgenommen. Drei Gewehrschüsse sollen «ns den königlichen Palast gefallen sein. Einige Oberhäupter der Venftelisten wurden verhaftet. Tie Elttentetruppen, etwa 3000, zogen sich gestern nach Piräus, begleitet vvn griechischer Kavallerie zurück nrw schifften sich ein.
Wthon, 2. Tez. ^WTBü Meldung des Reuterschen Bureaus: 20 bewaffnete iKreter verschanzten sich in dem Hause von Venizebos. Sie tveigerten sich das Gebäude zu verlassen und feuerten von dem Tackle aüff jeden, der sich ihnen näherte. Der Kriegsminister hat besohlen, Maschinengewehre aufzustellen. Währenddeffen wurden die Kreter nochmals ausgesvrdert, sich zu ergeben, was sie nach einer längeren Beratung taten. Sie wurden unter starker Bedeckung nach dem Parlamentsgebäude gebracht, das Zeitweilig als Militärgefängnis dient. Auf dem! turnen Wege dorthin hatte die Eskorte große Muhe, sie Vor der,' Menge zu schützen. Um 4 Uhr war die Ordnung wiederhergestellt. Das Gewehrfeuer in den, Straßen hörte aus. Starke Kavallerien Patrouillen bewachen die Stadt.
Athen, 4. Dez. MTB.) Meldung der Agence Hckvas. Makuris, der ehemalige Bürgermeister von Athen und Führer der Reservisten, hat an Stelle von Benakis seine Stellung rvieder eingenommen. General D u s m a n i s und der Oberst M e t a x a s haben gleichfalls ihre Stellungen au der Spitzedes Genera l- stabes wieder eingenommen.
Bern, 4. Dez. (WTB.) „Corriere della Sera" meldet aus 'Athen: Aus der Hauptstadt und der Umgeb »mg stellten sich rund 6000 Reservisten freiwillig und schloffen sich den 5000 Mann der lAthener Garnison an. Der König wurde gesehen, wie er in Ge- iwralsunistum auf dem Wege nach der Kaserne war, um dort der Ankunft der Reservisten beizuwohnem Gegen Mittag entwickelte sich in der Nähe des königlichen Palastes ein starker Tumult. Die morgens erfolgten Zusammenstöße waren bis zehn Uhr "immer heutiger geworden. Abe»tds begaben sich der französisch« und englische Gesandte zu dem König, hieraus in das Zappeivn, um sich mit den: Platzkommandanten der Alliierten zu besprechen. Nocb später fuhren sie im Automobil nach dem Piräus, um sich mit Fournet zu beraten. Man glaubt, daß ein Waffenstillstand vereinbart urrd daher die Feindseligkeiten eingestellt wurden.
Paris, 4. Dez. (WTB.) Der „Matin" meldet: Die griechischen Schiffe, die in Marseille und in anderen Häfeft Frankreichs und der alliierten Länder liegen, wurden beschlagnahmt, woraus sich ergibt, daß Griechenland blockiert ist. Tie Ereignisse in Athen werden hier mit lebhafter Entrüstung auf- genomruen. Tie Zeitungen erklären einhellig, es bestehe jetzt dis Wicht, den Meuchelmördern und Verrätern eine unvergeßliche Strafe aufzuerlegen. Das „Echo de^Paris" schreibt: Keine Nachsicht, keine Zweideutigkeit mehr, laßt' der Gerechtigkeit ihren Lauf!
Athen, 3. Dez. ^WTB.) Meümng des Reuter scheu Bureaus: Genera! Eallaris berichtet, daß in den Kämpfen am 1. Dezember 29 griechische Militärpersonen, darunter 3 Offiziere, getötet und 54 verwundet wurden, während auf französischer Seite 47 Marinesoldaten einschließlich 2 Offizieren getötet und! 97 vertvundet worden sind.
Messbriefe aus dem Osten.
Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Russische Eittlastungsstöhe an drr Ostfront.
Ostfront, den 3. Dezember 1916.
Mit großer Kraft setzte im Sommer die Brussilorosche Offensive am, um I lallen zu entlasten, das vor dem drohenden Einmarsch ber Verbündeten in die oberitalienische Ebene stand. Heute ist der neueste Bundesgenosse von der Katastrophe bedroht, und Rußland, das inzwischen Sommer und Herbst lange die unerhörtesten Blut- opser gebracht hat, soll wieder entlasten, entweder seine Kräfte in> das ramämische Chaos hinein Aversen oder rvreder den Blutzoll vor der Hindenburgmauer im Osten zahlen. Kaum wird die russische Heer- sleitung vor schwerere»» Entschlüssen gestanden haben, kaum wild das Bewußtsein der Nutzlosigkeit von Maffenopfern russischen Blutes so deutlich geworden sein. Ter Schrei der Verbündeten, die Forderungen Englands werden dringender, Rußland greift an mit der zunehmenden Ueberzeugung innerhalb seiner Armeen, daß die anqsgrifiene Front coch nicht zu erschüttern ist. An der Riga-Front r«^!en '■T’-ntmrftnc Schuß bei einem stärkeren Patrouillenunteraeh- meu, das glatt cchgewiefen wird. Am 1. Dezember folgen Vorstoß in chs nördlich vvn Sinorgon, in: Surnpfgebiet südlich Pinsk. dke wm'dnr fofcrrt jrnb verlustreich erstickt. Je mehr nach Süden zu, w/o \r ( versuchen die Russen einzusetzen. Mehrere russische ungrm,' unttfeen am ^). November g?gen die Front der Zlota- LM:chr«r. Gerrer: ihrer Taßttt stießen osmanische Abteilungen
den: restlos zacruckgeschlagcmen Feinde nach und^drangen mt blutr- gen Bajonettkamps bis' an seine Gräben vor. Svdcmn lebten aber die Rufs«: den gr sstteu Nachdruck sichtlich aus ihre ^hngrifte m den, versckmeiten Wald'karpathen und die südlich anschließende siebenbür- bttrgiscbe Ostfront. Hier ist ein Generalangriff zu erkennen. Vom Jablorrica-Paß bis zU den Höh«: östlich des Beckens vom Kezdrva- farhely greifen riffffsche Sturmkolonnen erbittert an. Sütz'Ach schlre- ßen sich am 30. November rmnäuische Kt'äfte der Airgriffs^ewegANg an. Ihr NordMgel ist dabei weiter südlich verschoben, so daß die Russen ihnen hier ein Fwntstück abgenommen haben.
Wieder sind die heißunstrittme^l Gipfel aus den Kämpfen :m Spätsommer und Herbst, der fast 2000 Meter hohe Smvrac. die Babsr-Ludowa (1586 Meter), die Gara Rucada, die Bergstellmdg östlich vyn Torna-Watra, Brennpun^e. In den stlnver«: Kämpfen auf der eisigen Höhe ff: dem Latsch«:gebiet des Smotres zeichne-^ ten sich dabei besonders die Marburger Jäger aus. die ihrerseits zum Gegen«ugriff vorgingen und Beate uitd Gefangene zurück- brachtt/r. Tie sich heftig erneuernden AiZstürme der Russen brachen dann auch am 1. urid 2. Dezember, an: 5. Tage der rusftsch-rnmäni- schen Karpathenkämpfe, zusammen. Trotz der schweren Hindernisse, die Winter und die Höhen entgegerrgestelll hatten, waren unsere rückwärtigen Verbindungen auch im Hochgebirge inzwischen überall ausgebaut Word«:, so daß genügend Mmrition in die beherrschenden Höhenstelümgeu — teilweise nrit rechtzeitig vorbereiteten Seilbahiwn — gebracht werden konnte.
Unter für die Russen anfangs günstigen Umständen init ungeheurem Einsatz von Menschenrnaterial und wichtiger Munition! ist die russische Sommer- und Spätherbstosseniisc schließlich blutig zusammengesallen. Diese neuen Ent-astungsversuche stehen von Anfang an unter den ungünstigsten Vorzeichen. Exzellenz Ludendorff hat sich geäußert, daß die Kriegslage im gegeiuvärtigen Augeublicka so günstig sei, wie feit langem nicht. Das dürfte auchi das ent-» scheidende Urteil über die rrffsischei: Entlasturrgsvorstöße mitumfassen. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Kelche.
Freigiche von Kakao und Schokolade.
Berlin, 4. Dez. Die Kttegs-Kakao-Gefeltschast m. b. H., Hamburg, Mönckebergstr. 31, gibt auf Grund des § 2 der Bekanntmachung der .Heeresverlvaltn 11 g vom 4. Dezember. 1916 über die Beschlagnahme von Kalav, Schokolade usw. folgendes bekannt:
^Von der obenerwähnten Verordnung wird jedermann betroffen, der Mengen von miirdestens 10 Kilogramm von irgendeiner der in der Verordnung genannten Waren in Gewahrsam hat.
Die Heeresverwaltung legt Wert darauf, daß durch die Beschlagnahme, wenn irgend möglich, der Geschäfts verkehr keine Unterbrechung oder Störung erleidet. Um dieses Ziel zu erreichen, geben wir hiermit den Eigentümern der durch obige Bekanntmachung beschlagnahmten Ware»: 20 Prozent — von jeder Warengattnng — ihrer uns gemäß obiger Verordnung richtig mrgemeldeten Bestände vom 5. Dezember, mindestens 10 Kilogramm von jeder Warengattung frei. Weitere Maßnahmen- werden getroffen werden, sobald das Ergebnis der Bestandsairfnahme vorliegt.
Soweit die Eigentümer Fabrikanten der deutschen Kakao- und Schokoladen-Jndustrie oder Kleinhändler sind, dürfen sie diese 20 Prozent ohne weiteres absetzen. Diejenigen Eigentümer aber, die keiner der beiden vo-rgenann- ten Verkälffer-Gruppe-l angehören, dürfen 20 Prozent ihrer Bestände nur dann absetzen, wenn sie da^u von der Kriegs- Katao-Gesellschaft ermächtigt worden sind.
Bon den Verkäufern ist über alle Verkäufe nach Menge und Verkaufspreis genau Buch zu führen; die Unterlagen darüber sind der Krie-gs-Kakao-Gesellschaft in Hamburg auf Verlangen vorzulegen.
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Berlin, 4. Dez. (WTB.) Die dritte Nummer der Souderliste: Un ermittelte Heeresangehörige, Nachlaß- und Fundsachen ist am 1. Dezember als Beilage zu der deutschen Verlustliste erschienen. Der Liste liegt wieder eine Bikdertafel bei, die außer Photographien auch Abbildungen einiger besonders auffälligen Zigarettenetuis enthält. Die Liste ist durch Nameusverzeichnis von Gefallenen, deren Erben nicht zu ermitteln waren, sowie durch Mitteilungen über gefundene Gepäckstücke vervollständigt. Sie ist zum Preise von 20 Pfg. einschließlich Porto im Einzelverkauf direkt durch die Norddeutsche Buchdruckerei, Berlin, Wilhelmstraße 32, zu beziehen.
Aus St<rdt und Land.
Gießen, 5. Dezember 1916.
Berkehr mit Magermilch. X
Zu der Frage der Magern:llchversorg:lng ist uns eine große A-nzahl von Zuschriften und „Eingesandts" zugegangen, die sah vielfach niehr durä) «den guten Wlllen, Abhilfe zu schassen, als durch Sachkenntnis auszeichnen. Wir inüssen daher vvn der Veröffentlichung solcher Zuschriften Abstend nehmen' und geben nachstehend eine Auslastung von zuständiger Stelle, die zur Genüge die größten Schwierigkeiten der Mag^nrilchverteilung erkennen läßt.
Bon verschiedenen Seiten ist mm: wiederholt an die Stadtverwaltung init der Anr'egung herangetreben, bereits jetzt schon eine definitive Regelung der Abgabe von Magermilch) vorzunehmen, insbesondere um dem Andrang an den Verkaufsstellen zu steuern und eine gerechte Vertelluug zu erreichen.
Bis jetzt ist eine Regelung der Verteilung nicht erfolgt, nicht etwa weil die zuständigen Stellen den' vorgebrachten Wünschen keine Beachtrcug schenkten, souden: wegen der ganz außerordentlichen Schwierigkeiten einer Regelung, die jedesmal eintreten, wenn zugeringeMengen im VerMtnis zur Zahl der Berechtigten vo-chauden sind.
Es stehen der städtischen Verteilungsstelle zurzeit täglich nur ca. 850LiterMagermilchzur Verfügung, es entfällt also bei einer Bevölkernugszcchl von rund 30 000 Personen m:s! /den Kopf der BevölkermW täglich \/ 35 Liter Magermilch.
Daß eine Verteilung nach der Kopfzahl täglich nicht möglich ist, ist offensichtkich, dagegen wäre eine Regelung in der Weise möglich und auch durchführbar, daß an einem Tage die Angehörigen eines oder zweier Brotkartenbezirke versorgt werden. Die Folge würde die sein, daß eine Fmnilie dmrn einmal innerhalb acht oder vierzehn Tagen Magermilch erhielte und zwar wieder in so geringen Mengen, daß sie zur Ernährung insbesondere für den Haushalt kann: in Betracht käme.'
Trotz dieser Schwierigkeiten soll eine Regelung in diesem Sinne erfolgen. Die Borarbeffdon nehme:: allerdings noch einige Zeit in Anspruch, so daß die gerechte Regelung vielleicht in 10—14 Tagen erfolgen kann.
Voraussichtlich wird der ^Ränget m: Magermilch in ab s eh barer Zeit behoben fein, so dcH vielleicht alle drei Tage die Belieferung der Haushaltungen erfolgen kann, da die Stadtverwaltung nichts unvi,nfucht läßt, die jetzt nock) geringe Zufuhr beträchtlich zu steigern.
Von dem Publiinm wird erwartet, daß es d»e Maßnahmen der Stadtvenvaltung mit Efflsvchä und Ruhe arrf-
nimnrt und Ansammlungen vor den Verkaufsstellen :n-ög- lichst vermeidet. Be: jeder Neuregelung gilt es, die U e b e r- g a n g s z e i t zu überwinden, und hier sind die Schwierig-,. leiten entschieden ganz enorme.
Auszeichnungen. Unteroffizier Theo Marx aus Gießen erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. - 2DJuofetier Adolf Mickel, Jnf.°Regt. Nr. 81, 9. Kornp., erhielt die Hessische Tapser- keffsmedaille. — Dem ^fireseldwebel D. Kat; von:Jmal,terie-Regt. Nr. 116 wurde die Hessische Tapferkeits»nedaitle verliehen. Das Eiserne Kreuz erhielt er bereits in den Kämvfcn bei Verdun.
** Probeschlachtungender Preis prüfungs st eile Ober Hessen. Vor einigen Tagen fanden in Friedberg mefTteue Probe schlack»,tungen von Großvieh und Schweinen auf Veranlassung und unter Kontrolle der Preisprüinngsstelle für die Pwvinz Overhessen statt. Es- wurden 4 Stück Großvieh und 6 Schweine, die für die Stadt Friedberg bestimmt waren, abgeschlachtet. Die Verwiegung der einzelnen Teile fand unter polizeilicher Kvittrvlle ffr Anwesenheit eine:- Kommission der Preispfiffungsstellss Oberhessen statt. Tie Probeschlachtungen haben ebenso wie die vor einiger! Zeit in Gießen durch die Preisprüfungsstelle vorgenominenen Kvn- trollschlachtnngen den Zweck, festzustellen, welche Unkostei: bei den Schlachtungen tatsächlich entstehen, wie sich die Tiere der verschiedenen Wertklassen und Gewichtsklassen verwerten lassen und welche Gewinne den Metzgern bei den derzeitigen Höchstpreisen für Fletsch verbleiben.
** Zusatzkarten für Kranke zum Bezug Vvn Lebensmittel»: als Zusatz zu den allgewiein gültigen Karten »verdcn nur auf Bescheinigung eines ÄVrztes' — auf dem von Grvßh. Ministerium vorgeschriebenen Formular ausgegeben. Die Bescheinigung ist in verschlossenem Briefumschlag dem Lebensmittelamt — ' Prüftmgsstelle einzureichen. Ueber du: Antrag auf Bewilligung von Zusatzkarten enffcheidet eine für diesen Zlveck besonders eingerichtete Prüsungsstelle, die aus eine»n städtischen Beamten und zwei Lkerzten besteht; die Entscheidung wird den Kranken mit geteilt. Die bisher für die Erlangung vvn Zusatzkarten ausgestellten ärztliche»: Zeugnisse treten außer Kraft; Zusatzkarten »verd-en daraufhin künftig nicht mehr ausgegeben. Siehe Bekanntmachung.
** Das Sa mmeln vvn Bucheckern und'Eicheln dürste nun mit Eintritt des WiuternEers als beendet gellen. Das Ergebnis ist über alles Erwarten gut in Stadt und Land- Trotz des regnerischen Herbstwetters haben Schulkinder unter der Führung ihrer Lehrer Menge»: in mehreven Zentner»: abgeliefert, ohne die von Erwachsenen gelesenen. Buchieckernöl kann aber hierin Gießen vor Januar nicht mehr geschlagen »verden, da im Monat Dezember noch ausschließlich Raps geschlagen wird. Auch wolle man nicht versäumen, 'frei der Ablieferung von Bucheckern über etwaigen Selbstverbrauch eine Bescheinig»mg seitens der Orts- oder Forft- behörde vorzulegew
** Sammlnng der alten Garbenbänder zur Herstellung v o n n e u e m B i n d e g a r n. Die Beschaffung des Bindegarns für die nächste Ernte wird sich! boch schnüeriger gestalten, als für die diesjährige, da mit der Emffrhr weder von fertigen' Gar»:, »wch von Hlans oder Flachs gerechnet werden kann und wesentliche Vorräte von diesen Artikeln nicht mehr vorhanden sind.> Mehr als je zuvor muß daher mit den: Vorhandene»: aus das sparsamste getvirtschaftet und zur Ueberwindung der bestehenden Schwie- rigfeiten jedes mögliche Mittel herangezoge»: »verden. Eine Hand- bcck'e hierfür bietet sich ff: der Aufarbeitung der g e br a nch ten Ga r n tn b ein Laut Verfügung des 5briegsministeriums muß sämtliches gebrauchtes Bindegarn cm die - Bezugsvereinigung der! deutschen Lanbwirre, Berlin W. 35, Potsdamer Sttaße 30, bezw. an deren Bevollmächtigten verläuft werden. Der Verlauf zur Verwendung oder zur Verarbeitung oder für irgend welche anderen^ Zwecke, wie z. B. für Sackband usw. ist nicht zulässig, llm »Nög- lichst lgroße Mengen Garnenden aus billigstem Wege zur llm- spimrung gelangen zu lassen, beabsichtigt die Beziugsveveinigung) der deutschen Landwirte eine Äl»:zahl Sammelstellen zu errichten, denen der Ankauf für ihre Rechnung übertragen werden soll -p Die Landwirte werden außer den Höchstpreisen von 15 Mark die 100 Kiloaramn: für Hart fasergarnenden bezw. 100 Mark die 1OO Kilogramm für Weichfasergarn enden ab ihrer nächsten Bollbahnstativn Anspruch auf'40 Proze»:1 des Gewichtes der gelieferten Gar»:«ü)enj ff: brauchbarem Bindegarn aus altem oder neuem Mctterial nach Wahl der-Bezugsveveinignng erhalten, bei einer, Ermäßigung.ihres jeweiligen Tagespreises nm 10 Prozent für diese Menge.
** Die schnelle Abwickelung des Poftschalter- verkehrs -ivürve jetzt, »vo imm!er mehr Beamte zu den Fahnen! ein berufen loder für die ,Feldpost notwendig sind, bedeutend gefördert werden, »mm: der ^Absender die Einschreib- und Wertsendungen, Pakete und Postantveisungen vor der Lluffieferimg am Postschalter durch Aufkleben der Freimarken stets selbst fveimachte. (Besonders sollten dies die Einlieferer von Postaw- »v'eifungen tun, da sie »"»ber die Hohe der auf der Rückseite jeder: Postanweisung angegebenen Gebühren »ücht im Zweifel sein können. Wer auf diese Weise dem SchalterbeaMben vorarbeitet, kürzt die Wartezeit der »rach ihm kommenden Auflieferer ab, fördert die Leistturgsfähigkeft der Postanstalchn und handelt zum vater- ländisckien Besten, das in der Gegen»vart eine unaufhaltsanie Aus- »rutzung der staatlichen Posldienstemrichtungen mit möglichst tvenig Arbeitskräfte»: erheischt.
** Von der Landesversicharungsarrstalt Hesseru' Nass a u. Der Jahresbericht der Landesversicherungsanstalt Hessen- Nassau für das Jahr 1915 ist soebe»: erschienen. In der Einleitimg ist ein längerer Hinweis auf das 25jührige Bestehen der Anstalt und auf den Einfluß des Krieges auf diese enthalten. Aus. demj Werdega»:g der Anstalt entnehmen »vir folgendes: Sie nn:rde in Cassel am 27. Oktober 1890 gegründet. Die Zahl der Beamten betrag damals 20, während sie heute auf 133 gestrege»: ist, von denen 71 zum Militär eingezoger: sind. Die Geschäftseingängej betragen im .Jahre 1891 24108, stiegen auf 211405 im Fahr« 1913 ünd gingen unter dem Einfluß des Krieges cmf 150494 herunter. In den ersten drei Jahre»: von 1891—1893 sind alljährlich durchschnittlich 1788 Rentenbewilligungen erfolgt, m den letzten drei Jahren von 1913—1915 betrug diese jährliche Durchschnittszahl 6686 und im Jahve 1915 selbst ist sie. veranlaßt durch die vielen Todesfälle des Krieges!, sogar auf 8476 gestiegen. Auch die Ziffern des Markenerlöses bieten in der Gegraüberstellirrui, der früheren und jetzigen Zahlen außerordentlich auffällige Erscheinungen. Er betrug im Jahre 1891 2 847 790 Mk., dogegenj schloß das Jahr 1913 nrit einein Markenerlös vo»: 9 392 855 Mk. ab. In den Haushaltungsvoranschlag vv»: 1914 »rar sogar eine mutmaßliche Einnab me von 10 Millionen Mark eingestellt, dio aber infolge des Kri'elgsrusbruck)es nicht erreicht »vurde, da Hnndert- tausende voi: Versicherten efftberufen wurden. Das Vermögen der Anstalt betrag E»»de 1891 2 597 520,11 Mk. und ist bis Ende 1915 auf 82 847 429,43 Mk. gestiegen. Für den Bau von Arbeiterwohnungen wurden bis Ende 1915 20 204 816 Mk. cnisgeliehe»», voft denen »7»md 15 000 000 Mk. an Bailgemissens-chaften und ra»:& 5 000 000 Mk. an einzelne Versickierte entfallen fmS>. In der Krankenfürsorge wurden 1913 3578 Personen mit einem Kostenaufwand von 1 081 365 Mk. behandelt, gegen 351 Personen mit einein Kostenaufwande von 47 311 Mk. im Jahre 1896. Die Heilffbrsorg« bildet also mit einen Hauptteil der gesäurten Tätigkeit der Versicherungsanstalt. Für Kriegsaufgäben v>u»'dei: 1 000 000- Mk. bewilligt. In der letzten Tag»mg ist dem Kriegsausschuß eine z»oeite Milliorc zur Verfügung gestellt wvrdc»:, von der das Rcichsver- ficherangsamt vorläufig ei»:«: Teilbetrag von 250 000 Mk. ge-, nebuägt hat. Im Jahre 1915 sind für .KriegsNwhlfahrtszwecke 689^90 Mk. gegen 103800 Mk. im Jahre 1914 ausgezahlt worden. Als Ehrengabe cm die Hinterbll^edenen gefalle»:er Versicherter sind bis jetzt 470 730 Mk. ausgezahlt. Dü Ge-sauttausgabi^ der Landesversickiernngsaifftalt für KriegswoWahrtszwecke belief sich (H:de 1915 ft:r die beiden Jahre 1914/16 auf 793 790 Mk. Ter Bettag der zur Lmderung der .Miegsnot oAsg^zahlten! 40/oigen D-rr- lehen stieg von 1038 500 Mk. in 1914 auf 3 505 500 Mk. in 1915. Ai: den Kriegsanleihen beteiligte sich die Berftchernngsanstalt mit zusammen 35 000 000 Mk., von denen 15 000 000 Mi. wieder ab- gestoßen sind. An Jnvaliden-sücnten waren am Schlüsse des Tabues 1915 4 956 342 Mk. zu z«hlen. Die BerrsattiUnkosten betrugen, für 1915 556 478,58 Mk., gegen 591 971 Mk. im Bor^rhr.


