Ausgabe 
20.5.1916 Erstes Blatt
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m M üöcc^flWOi ist. so haE

es sich mn'HMndische Wgre, die M Wucherpreisen verkmrft wird,

w iw. ^ - .

Die Schlafkrankheit.

Die Wase Tarn zur Katzen,

In de Hand en Brief,

Jin Gesicht die kläglichst Trauernnen,

So daß die Kathrin rief:

Ach Gott, ach Gott, was :s bafftert?

Dei« Daniel doch noch am L-ewe?

. er vermistt- is er blesiiett? der was hat's sonst gegewe?"

Was e Kreuz, was e Kreuz, mein armer Jung!

>Gr lebt noch, awwer wie!

Gesuird is sei Herz, un gesund is sei Lung,

Most tvachc duht er nie."

Die Wase hat's schluchzend eramsgebracht:

M schläft in einemfort,

Gr schlifft bei Dag, un er schläft in der Nacht,

Es is de reinste Mord."

Bekimmert spricht druff die Katterien:

Der schreckliche Krieg ach du mei

Ich denk mer so in meim eifack>e Sinn,

Es wird wohl die Schlafkrankhieit sei."

Un se nimmt de Brief, doch beim erschte Wort Is se beinah vor Lache gebliwwc.

Denn da stand zwar: ,Zch schlaf in einem Fort ,

Annver Fort war groß geschriwwe.

Vorstehendes sskdicht ist dem 2. Heft der Hef.se - Sväß von Rrcm Doktor Mättha Frohwein- Büchner entnommen, das -imter dem TitelVom Fritz che" im Verlag von N. G. Ei­mer t - Marburg soeben erschienen und in allen Buchhandlungen erhältlich ist. Das erste Hest, das eine außerordentlich hohe Auflage erreicht hat, wird unseren meisten Lesern bekannt geworden sein und nicht nur in der Heimat, vor allen Dingen auch draustien rm Schützengraben, bei pufferen Feldgrauen, haben die Hesse-Spaß tz-rzliche Freude bereitet :md über manche trübselige Stunde h:n- ^eeaebolfen. Das zweite Heft wird sick ebenwviele Freunde er­erben wie das erste. Bor der Türe steht die Reichsbuche r Woche, die vom Zentral-Komitee der deutschen Vereine vom Roten Kieuz angesetzt ist, um dem ungeheuren Bedürfnis nach Leiestoff. das sick bei unseren Feldgranen geltend macht, abzuhetten Da freut ~a wenn man einen original hessischen Beitrag Als Hemmtsarun binaussmden kann. Traute HeimatNünae werden unseren Krieaeru daraus entgegenklingen. Der Verlag .Elwert f)at_<iucf) das zweite

mit einem wirkungsvollen künstlerischen Umschlag von S t to Übbel-ohde versehen. Die Buckausgalie ist zu 60 Pfq., d:e gleichzeitig ersckieinende Feldpostausgabe zu 40 Psg. erhältlich. DaS .-rste Heft war bald uae!i der Ausgabe aucb 'choii vergrineu. '-der durch die Erfahrung gewitzigt ist, wird allo schnell zu greifen und sich zeitig in den Besitz einiger Exemplare setzen.

*

** Amtliche Personalnachrichten. Der Grvst- h erzog hat am 29. April d. I. dem Oberbahnassistenten m der hessisch-Preustischen Eisenbahngemeinschaft Franz Eck zu Darm- radt aus Anlast der Vollendung einer ftinfzigi'ahrigen^ Dienstzeit ine Krone pmt Silbrnnm Kreuz des Verdienstordens Philipps des

Großmütigen verliehen. _ . _.

* Auszeichnung. Pionier Karl s ch a s e r , Pionier Regt. Nr. 25. erbielt die Lest. Tapserkeitsmedaille.

** Oberhessischer Kunst verein. Morgen ist der letzte Sonntag, an dem die drei Sammlungen von C u c u e l, Jung und Scheider ausgestellt sind, von Mittwoch ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Ge mälde geschlossen. Verkauft wurde bis jetzt em Aquarell ..Das Häuschen" von O. Jung-Stuttgart undJohannes büste" von F. Scheiber-München. Zur nächsten Ausstellung, die voraussichtlich am 1. oder 4. Juni eröffnet wird, wird der Dresdener Künstlerbund und die Kunstgewerbliche Gruppe vom Weimar-Bund im Kunswenein ihren Einzug halten.

** Ter Jungdeutschlandbund (Bezirk Gießen Stadt) hielt am Freitag seine diesjährige Frühjahrs versamrnlwig ab Nack dem Berichte des Vorsitzenden wurde dre Rechnung für x, s abgelaufene Jahr vorgelegt uiü> genehmigt. Der Vorstand er- !x in seiner Zusammensetzung keine Veränderung. Sehr ein ^elieud gestaltete sich die Besprechung über die Vevaultaltungen in diesem Sommer. Es wurde beschlossen, die allgemeinen Iugend- wettkämpft in diesem Jahr auMisetzen und nur denHinden- burgschild" Anfang Juli zwischen den hiesigen Schulen in ein­fachster Form auskämpfen zu lassen. Einem Ausschuß wurde die weitere Regelung dieses Wettkampfes übertragen.

** Militärische Ausbildung der Jugend Am Mittwoch abend hielt nach den allgemeinen Uebungen Leutnant Störiko vor den Jungmannschaften einen sehr interessanten Vortrag über Kämpfe um Douaumont und Louvemenl. Mit grüßter Aufmerksamkeit folgten die fnaend lichen öftrer den sparmenden Schildenmgen nnd spendeten dem Redner begeisterten Beifall.

** Wirte und Hausschlachtungen. In letzter Zeit sind wiederholt Gastwirte, die gleichzeitig Metzger« betrieb haben, bei den Kreisämtern mt hk Frlaubnis zum Schlachten selbstgemästeter Schweine vorstellig geworden. Die Gesuche sind in den meisten Fällen als solche um Genehmi­gung zur Dornahme von Hausschlachtungen angesehen war den, die abgele'hnt Ivnrden, weil letztere brs zum 1. Oktober 1916 verboten sind. Das Grotzh, Ministerium hat angeordnet Latz, insoweit die Wirte das Fleisch der geschlachteten Tiere m ihren Wirtschaftsbetrieben verwenden wollen, es sich jedoch mm gewerbliche Schlachtungen handelt. Solche sind zuzulassen. Insoweit sie nach Maßgabe der von den Kommunalverbänden zuzuweisenden Schlachtungen gestattet werden können.

** Landesbrotmarken. Der Regierungspräsident zu Kassel ist einem Vorschlag des hessischen Ministeriums wegen wechselseitiger Gültigkeit der Brotmarken nicht b« getreten. Bei dieser Sachlage hat auch die hessische Regierung angeordnet, daß eine Abgabe von Brot an Angehörige dieses Regierungsbezirks gegen Brotmarken auch in Hessen zu unterbleiben hat. Dagegen ist die gegenseitige Gültigkeit der hessischen Landesbrotmarken in Württemberg und der nmrt- tembergischen Gastmarken in Hessen mit der Maßgabe an­erkannt worden, daß auf die hessische Landesbrotmarke, welche auf 50 Gramm Brotware lautet, in Württemberg nur 40 Gramm Brot verabfolgt werden.

** Doch 3 ucf er für Ein ko chz wecke! Der Kriegzaus schuh für tionsumenteninteressen hatte sich kürzlich <m die Reichs zuckerstelle mit her Anfrage gewandt, ob dre un Neichsamt des Innern mit Berbrauchcrvettretern vereinbarte Zuckersreigabe für die Einmachezeit ckoch beabsichttgt s-ei. Eine Aufklärung hierüber fei notwendig, da in der Bevölkerung vielfach darüber Beunruh: gung bestehe, dast vielleicht der Einkochzucker später fehlen könnte iveil durch mannigfache Veröffentlichungen aufgefordert wurde^ von der auf Zuckerkarten ansgegebenen geringen Znckernienge noch Er­sparnisse für die Einkochzeit zu machen. Tie Reichsznckerstelle hat nun folgenden erfreulich^: Bescheid an den Verbraucher«^chust ge­langen laff-en:Auf Ihr Schreiben vom 6. Mai d. I. teilen wir ergebenst mit, dast Tür das E i irm achen von Obst eine be­sondere Z u cke r m en g e zugcwiesen wird. Tie Verteilmig innerhalb der Provinzen auf die einzelnen KomnrunalverbLnde er- iolgt durch die Herren Oberpräsrdenten." Aus die Frage des Aus­schusses, in welcher Weife die eigentliche Berttilung an die Verbrau cher, ob durch :silsatzkarteu an die nachweislich Einmach--Obst Be fiixnbeir odc'r sonstwie, erfolgen lvird, steht die Antwort noch aus

** Z u r ü ck g e h a l t c n e s Gold. Die Berliner Rennbahnen Marlshorst und Hoppegarten haben, wie allgenrein bekannt fern .durfte, seit den Ostervennen die Einrichtmrg getroffen, dast bei

Eirrzahkung eines ZwawzrgMarkstückes nr GoD Nüf d«r GntES- preis 2 Mark nnd bei einem Zehnmarkstück 1 Mark nachgelassen werden. In drei Renntagen, die seit Inkrafttreten dieser Besttm- mlmg abgel-alten worden sind, wurden durch diese Verbilligung der Eintrittspreise rimb 50 000 Mark in Gold vereinnahmt. Fast die Hälfte aller zahlenden BesuckM zahlte Gold ein. Hieraus geht hervor, dast noch graste Summen gemünzten O^oldes sich m Privat­handel: befinden müssen. Dieses Zurückhalten durch einzelne Be­völkerungskreise ist völlig unverständlich. Das Gold wird für dre Stabilität und Sicherung der Währung dringend gebraucht Seme Zurückhaltung in deii Sparbüchsen und Taschen ist Volkswirts sch-aftlich rmd sinanztechnisch ebenso bedenklich, wie gegen das In­teresse des Reich-es und unserer kämpfendeii Heere gerichtet. Es ist gewiß kein Opfer, sich von einer Goldmünze zu trermen. Jcnx mangelhaftes Verständnis und eine gelvisse passive Refsstenz er­klären es, wenn Goldinünzen zurückgehalten werden, um sie gegen kleine privatwirtschaftliche Vorteile emzutauscl>en. Es ist beschä­mend, dast vringeiide Erfordernisse unseres Vaterlandes das Gold nicht aus den Tascheii herausziehen, die es bei geringen privaten Vorteilen (ermäßigter Zutritt zur Rennbahn usw.) leicht heraus- bringen. ^ .. m .. .

** Patenterteilung. Der hie,igen r^rma Th. Bruck, Möbelfabrik u.nt> -Lager, wurde vom .Kafferlick.Mi Patentamt unterm 9. Mar lautReichsanzeiger" unter Nr. 646 946 auf Sprrlngfeder- Mattahen und unter Nr. 646 947 auf dreiteilige Matratzen, zur Verwendung verschiedenartigen Polstermaterials D. R. G. M. er­teilt. Hiermit haben die schon seit sechs» Jahren von der, Firma eingeführten, auch patentamtliich geschützten Betteile eme wesentliche

Verbesserung erfahren. ^ ,

** Lohnhöhen weg und Gesamt-T nun usk luv. Der Hauptausschust des Gesamt-Taunnsklubs tritt mit den Ab­geordneten der Zweigvereine am 28. Mai im Frankfurter Staot- garten zu einer Sitzung zusammen, in der u. a. .über den ~a pn- Hohenweg und die Sommerfrischen-Verzeichnisse verhandelt werden soll. ,

"Städtischer B u t t e r v e r k a u f. In der Woche vom 22.27. d. Mts. werden unter Beibehaltung der für die vergangene Woche geltenden Bestimmungen au Bezugsberechiigte dieselben Buttermengen ausgegeben. Die Ausgabe nach Brotmarkenbezlrken ist jetzt aus die drei AusgabesteNen Schanzenstraße, Plockstratze, Bismarckstraße verteilt. Näheres ist im Anzeigenteile zu ersehen.

Landkreis Gießen.

** Garbenteich, 18. Mai. Dem Fahrer Heinrich Röder von hier, 8. Balt. Res.-Fuß-Art.-Ngt. Nr. 3, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. . ,,

u Lang- Göns, 20. Mai. Musk. Wilh. Schmidt erhielt das Eiserne Kreuz. Schmidt befindet sich z. Zt. im Lazarett Meiningen. ^ ,

e. Reiskirchen, 20. Mai. Musketier Wilh. Becker. Sohn des Landwirts Philipp Becker VII.. beim 116. Jnf.-Regt., seit An- ang des Krieges im Felde, erhielt das Eiserne Kreuz.

Kreis Lauterbach.

# Grebenhain, 20. Mai. Aus dem Felde der Ehre starb der Schulverwalter Gustav Steuernagel, gebürtig aus Wind­hausen, Kr. Alsfeld. Er stand seit Dezember 1914 im Felde.

Kreis Schotten.

= Schotten, 19. Mai. In einzelnen Orten des Kreises sind verschiedene Leute das Opfer eines gemeinen Schwindels geworden. Es erschierren dort zwei Offiziere mit ihren Burschen, um Eier für ihre Leute an der Front aufznkcrufen. Die erhielten große Mengen Eier zu außerordentlich billigem Preise, teilweise das Stück für nur 8 Pfennig. Später erfüllen dann die Orts­bewohner, dast sie es mit abgefeimten Gaunern zu tun hatten, denen in der Maske von Offizieren ihr Schwindel nur allzMut gelungen war. » , ^

# Götzen, 19. Mai. Aus dein Felde der Ehre starb der Wehrmann Lang im Landwehr-Fnst-Regt. 116.

Kreis Friedberg.

Bl. Friedberg. 20. Mai. Der.Pionier Konrad Maser von hier, Pionier-Kompagme 225, wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Der 17 jährige Friedrich Krug. Sohr: des Fuhrmanns Heinrich Krug von hier, ver­unglückte an der abschüssigen Abfahrt vom Güterbahnhof tödlich, während er einen Wagen nrir Braunkohlen vom Waggon abftlhr.

Bl. B a d - N a u he i m, 20. Mai. Ter Landsturmmann Walter Neuendorf, das Mitglied der Kürkapetle, Bun ko wrtz, so­wie Gefreiter Johannes H i l l g ä r t n e r im Feld-Arttllerre-Re- giment Nr. 61, nmrden mit dem Eisernen Krem ausgezeichnet.

^Bad-Nauheim, 20. Mai. Bis zum 18. Mai 1916 waren 8677 Kurgäste angekommen. Bäder wurden bis dahin 91 770 abgegeben. ..

# Bad-Nauheim, 20. Mai. Das Hessische Mckltar- SanttätSkreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille erhielt der Sani­täts-Unteroffizier Lehrer H. Oswald.

# Butzbach, 20. Mai. Zum Leutnant d. Res. befördert wurde der Lehrer Rothen meier, ebenso wurde ihm die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

Kreis Wetzlar.

ta. Wetzlar, 19. Mai. Der Stadt Wetzlar wurden für die abgelausene Woche 12 Rinder, 39 Schweine und 26 Kälber durch den Viehhandelsverband zugewiesen.

ra. Br a u n f e l s. 19. Mai. Werner Hillgenberg (Pionier- Regt. 2b) starb den Ehrentod fürs Vaterland.

ra. Katzensurt, 19. Mai. Landwehrgesreiter Friedrich W e i d e n b a ch und Musketier Heinrich Hinkel wurden beide mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

ta. Rodhetm ci. d. Bieber, 19. Mai. Am Mittwoch Nach mittag ereignete sich in der hiesigen Pauschen Mühle ein ernster Unfall. Auf unaufgeklärte Weise geriet der 13jährige Sohn in das Triebwerk der Mühle. Wahrscheinlich hat der Bedauernswerte außer einem Arm- und Knöchelbruch auch innere Verletzungen davonqetragen.

Frankfurt a. M., 20. Mai. An die Stelle der bisherigen PreisprüsungSstelle tritt in aller Kürze ein aus je sieben Magistrats Mitgliedern und Stadtverordneten bestehendes städtisches L e b e n s m i t t e l a m t. Den Vorsitz übernimmt Oberbürgermeister Boigt. Zu der bereits eröffneten Ecken heimer Kriegs küche werden infolge des guten Zuspruches am 1. Juni drei weitere Kriegsküchen eröffnet. Eine fünfte und sechste Küche sind in Vorbereitung. ^ . , _ _ _

= Frankfurt a. M., 19. Mar. Professor Dr. Wilhelm Weber in Groninqen (Holland) wurde als außerordentlicher Pro fessor Kr alte Geschickte an die hiesige Universität berufen. Pro fessor Dr. Weber wurde 1882 in Heidelberg geboren und studierte auch hier, besonders unter Professor Dr. v. Domaszewski. Seine Doktorarbeit behandelteUntersuchungen zur Geschichte des Kaisers Hadrian". Anfänglich als Gymnasiallehrer tätig, unternahm er 19081909 als Stipendiat des archäologischen Instituts Studien reifen nach den Mittelmeerländern 1911 habilitterte er sich als Dozent für alte (beschichte in seiner Vaterstadt. Seit 1912 wirkte Professor Dr. Weber an der Universität Groningen.

ke. Bad Homburg v. d. £>., 19. Mai. Die Kaiserin wird voraussichtlich am 1. Juni Schloß Homburg verlaßen und sich nach Schloß Wilhelmshöhe begeben, um dort den diesjährigeu Sommerausenthalt zu nehmen.

.Grenadia^ zu berichten weiß: In einer Etappe knapp hinter der Front waren einige Funker damit beschäftigt, sich im Geben und

Abhören von drahtlosen Nachrichten zu üben. Ein General kam hinzu und fragte leutselig:Nun, geht es gut mit den Uebunqeu Ausgezeichnet," erscholl etz als Antwort.Und könnt ihr auch ohne Schwierigkeiten alles übermitteln, was man von euch verlangt?"Selbstverständlich," klang stolz zurück. u>>, dann telegraphiert mal schnell einen langen Satz/ Die beiden Funker setzten sich sofort an ihre Apparate, und da sie überzeugt waren, daß der General von den Geheimnissen des Telegraphie­alphabets keine Ahnung habe, funkte der eine dem andern den Satz:Findest du nicht auch, da»'; der General eine alte Rübe ist?"Sehr gut," äußerte der General.Aber jetzt will auch ich es mal versuchen." Und zum Staunen der dabeistehenden Funker, das sich bald in Schreck verwandelte, telegraphierte der (tzeneral in tadellosen Morse-Zeichen:Die alte Rübe verdonnert

euch zu acht Tagen Strafhait!"

Angeborener Mißbildung 1 Diphtherie 1 0)

Tuberkulose der Lungen 1 (1) Tuberkulose anderer Organe 2 (1) Erkrankung der Atmungs­organe 1 (1)

Erkrankung der Kreislauf­organe 2 (1)

Erkrankung der Harnorgane 1

vermischtes.

* Berlin, 19. Mai. (Priv.-Tel.) DasBerliner Tage­blatt" meldet aus D i r f ch a u: Gestern brannte das 1660 er­baute Rathaus nieder. Die Bestände, die Stadtkaffe und die Akten wurden gerettet. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt.

* Der sachverständige General. Die Funker in der französischen Armee sind sehr stolz auf die Ausübung ihrer Tätig keit und fest davon überzeugt, daß niemand archer ihren Kollegen in das Geheimnis des für die drahtlose Telegraphie verwendeten komplizierten Nlorse-Alphabetes einzudringen vermöge. Wie es einem aber ergehen kann, wenn man sich selbst für allzu gebildet und andere für allzu unsachverständig hält, geht aus dem Ge schichtchen hervor, das die französische Schützengraben-Zeitung

Berlin, 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wegen Der- g e h e n s gegen die Bundesratsverordnung vom 11. Dez. 1914 (Höchstpreise für Metalle) wurden von derStraskammerdes Königlichen Landgerichts Berlin die Direktoren des Hütten­werkes Niederschöneweide, vormals I. F. üssnsberg, Berlin-Nieder- chöneweide, G. und F., zur Höchststrafe von je e i n e m I a h r Gefängnis und je 10000 Mark Geldstrafe verurteilt.

Mchenü. Leberficht der TodezfSLe i. d. Stadt Ziehe«.

18. Woche. Vom 3). April bis 6. Mai 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33 150 (inkl. 1600 Manu Militär) SterblichkeitSziffer^ 14,13 °l 0 ^.

Nach Abzug vou 5 Ortssremdeu: 6,29 °/ M

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2 ( 1 ) -

1

Summa: 9 (5) 6 (3) 1 2 (2)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großb. Kreisgesundhettsamts Gießen.

Med.-Rat Dr. W a l g e r._

Amtlicher Wetterbericht.

Öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 21. Mai 1916 Heiter und trocken, tagsüber _

Letzte Nachrichten.

Mue Erfolge bei Höhe 394.

Berlin, 20. Mai. Der A-riegsverichterstatter derBosssschen Zeitung" nte&rt vom westlichen Kriegsschauplatz unter dem 19 Mai - Die ohne Unterlass um die H ö h e 3 0 4 tdbenden Kampfe brachte,: in de,: Nachmittagssttmden des gestrigen Donnerstag em merkwürdiges Zusammentreffen. Um 5 Uhr setzten die Franzofen einen Angriff auf die Höhe von auuewroentlicher veittgken an. Sie wurden dal*ei mtt sehr schweren blnb.gen Verlusten MrSckge- ttiefen. Zur gleichen Zeit aber, um 5 Uhr, ward weUich des Höhenrückens von mrserer Seite ein Vorstotz nnternommen, der wesentliche Gewinne brachte. Der deutsche Wrgriff bewegte sich zu beiden Seiten der Sttaste Haucoiitt-Esiies tu nordwestlicher Rich^ tung vorwärts, von unserer Linie auf dem ^erurttenhüget und seiner südlichen Fottsetzuna, der Kuppe 287, aus UnsereTrnpp» durchstießen den ganzen Cammardn^ild, der sich als Dreieck mit einer Spitze nach Süden östlich an die genannte -graste anleh^ und säuberten ih,: bis zur Südspitze von ter französische. Besatzung, die sich im Dickicht eingenistet und sorgsam verschrnzt hatte. Ebenso gelang es westlich der Sttaste, aus dem kleinen Rücken des Südausläufers, der Höl)e 287, Gettinde zu erobern. Der dott be­findliche ttigonometrische Punkt 2/9 ward besetzt und ist fest in deutscher .Hand. Der Angriffsstost, bei dem 120 Mann und 9 Offi­ziere gefangen genommen wurden, führte zu einem doppelten Vor­teil' Einmal ist nun unser Besitz auf der Höhe 304 in der westlichen Flanke geschützr und gesichert, ,oodurch er an Wert erheblich gewinnt. Zweitens aber wurde ein nach Norden gehender Bogen unserer Stellungen westlich de: Maas ausgeglichen. Unsere Front von Avoooutt über Höhe 304 bis zum Toten Mann zreht sich jetzt fast in gerader Linie fjm. Tie Technik desSchritt für Schritts hat einen neuen Erfolg errungen.

Russisch ssranzösische Fnedensgefchäste.

Bonder russischen Grenze, 20. Mai. Wie sehr man in der ruffischen Gcschäftswertt von der Ansicht durchdrungen ist, daß der Krieg noch im laufenden Jahre zu Ende gehen wird, zeigt der neuerlich in grotzem llmfang zutage gettetene Geschäftsverkehr zwischen russisck>en Odessaer Geschäfts­leuten und Belforter und Lyoner Geichäftsleitten. Drrrch Bernritt-. lung der russisch-ftanzösischen Handelskammer fordern zahlreiche Odeffaer Geschäftsleute französische Warennm'iersendungenspäte­stens innerhalb dreier Monate" ein, damit die Bestellnngeii noch rechtzeitig erledigt werden können, damit die Odessaer Handelshäuser in der Lttge sind, sofort bei Kriegseiide mit den entsprechendes Waren versehe,: zu sein, um den: dann zu erwartenden großen Be­darf aewachsen zu sein. Ein kaiserlick)er Ukas ordnet an, daß sämt- lick^ Mustersendunge,: aus den verbündeten Staaten nach Rußland frei von Eingangsgebähren sind. In Odessaer Börsenkreisen macht sich in der Lttiffassnng der Kriegsdauer nunmehr großer Opttmis- nrus geltend. Auch hier werden bereits vielfach ,,Friedensgeschäft^ abgeschlossen.

Einftrhr von Zuchtvieh in Russisch-Polen.

Berlin, 20. Mai. Tie Zucht viehko m m issio n des Zenlrallandwirtschastsvereins, die von der deut­schen Regierrmg ins Leben gerufen wurde, hat anfang Mai bereits den fünften Transport vo:: Sckpveinen ans Deutschland erhalten, der nach Skieniieivrece gerichtet war. Jetzt ist, wie derM- gemeinen Fleischer-Zeitung" telegraphiert wird, der sechste Trans­port aus Teutscküand, für den K'reis Warsckrau bestimmt, in War- sckxru eingettoffen. Jeder dieser Transpotte bestand aus 200 Stück. Der für Warschau besttmmte Transport bestmid aus nur erst- klasiischem Zuck>material. Die Ebi'r waren in der Mehrzabl. ein Umstand, der infolge des Man-rels an gutem Matenal im Lande von bedeutendem Wett ist. Die Einfuhr ist vom ^chskmizler gestattet worden. Durch sie wird die dilvcch den Ktteg m ^)ius,vck^ Polen sckpocr geschädigte Zucht von Sckmx'ineir cncherordentlich ge­hoben werden, was iiachber der Ausftihc von Scknvemen nach Deutschland wieder cmsterordeiiüvcks zustatten kommen wnd.

Ein Vortrag Ganghofers.

Berlin, 20. Mai. Ludwig Ganghofer erzählte gestern abend nn Beethovensaale zu Berlü: von der deutschen Front: er mahnte die deutschen Bürger tntmer wieder eindringlich, sich die deutschen Soldatei: mit ihrer unverd-vossene,: zähen Pstichterftlllung als Beispiel bienen zu lassen, besonders in den ztvei. drei Monaten, hie vor uns liegen. 'Der Sieg sei erföchte::. Jetzt nulsse noch die schon beginnende Erkenntnis bei den feindliche,: .Völkein reifen, daß sie turn ihren Regierungen irre gcsühtt n^rrden seien.