Nr. 205 Erste; Blatt 184. Jahrgang Zreitag, 5'. August 1934 (Er)d)eint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UnioerfitSts Such- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. 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Nun wird das „Fest der deutschen Schule" als „Tag des deutschen Volkstums" überall in Deutschland gefeiert. Das Volk ist nach dem Willen des Führers und Kanzlers als das E r st e und Letzte, als das ewige Sein unseres Weges fest- gestellt. Ein Volk, nicht im Sinne einer Masse von Menschen, die sich zufällig anhäuften, was die Männer von gestern verzichtend Volk nannten, ein Volk, nicht im Sinne von reichen Bürgern, die sich als was besonderes fühlen, das nicht zum Volk gehört. Nein, Volk in dem starken Sinne und der betonten Bedeutung, wie etwa unsere nordischen Vettern vom „Volk" sprechen: Deutsches Volk im Sinne der Besten unserer Geschichte, nach innen Gemeinschaft übend und den Schwachen und Bedrohten helfend, trotzig und einig nach außen. Deutsches Volk, das weiß, daß Abstammung, Blutsverwandtschaft, Sprachgemeinschaft, Gemeinschaft der Verantwortung des Kampfes um Boden und Erbe die unveräußerlichen Bedingungen für jeden schaffen. Wo jeder dieser einzelnen weiß, daß er aus sich nichts ist, daß seine Begabung Begabung ist, die aus Gemeinschaft kommt, daß diese Begabung nicht ihm gehört, sondern zu stärkster Verpflichtung bestimmt, um eben jener Gemeinschaft, deutschem Volk, zu dienen. Aus unserer Lage in der Welt erwächst uns aber die quälende Erkenntnis, daß uns „V o l k" und „Deutsches Reich" nicht dasselbe ist, daß das Deutsche Reich wohl gut zwei Drittel des deutschen Volkes als Staat Schirm und Ordnung nach innen und nach außen ist: daß deutsches Volk aber viel g r ö ß e r ist als Deutsches Reich, daß das deutsche Volk durch Zwang und Schicksal ein Volk in- staatlicher Aufteilung und Zersplitterung ist, daß in Europa deutsches Volk, auf zehn Staaten verteilt und doch überall auf eigenem Boden wirkend ist, daß die Gemeinschaft des Volkstums da ist, wir ein deutsches Volk sind, ein Deutschland sind trotz der Grenzen, die uns zerschneiden, wie es ja auch das Deutschlandlied meint, wenn es Deutschland umgrenzt: Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Sollen etwa d i e Kampfgenossen aus dem Kriege, die aus Eupen-Malmedy, aus Nordschleswig und Deutsch-Böhmen, aus der Steiermark, Oberschlesien, dem Memelgebiet stammten, die mit die Besten waren; sollten sie nun nicht mehr zu der Gemeinschaft unseres Volkes gehören, weil sie das Unglück hatten, das s ch w e r st e Schicksal in der Ohnmacht des deutschen Volkes zu tragen? Und alle die Teile vom „deutschen Volk", die weit draußen leben, wie die Siebenbürger Sachsen, die Balten, die Volksgenossen in den Kolonien, auch in Brasilien, in Polen, in Rußland, die als kühne Pioniere deutsche Arbeit, deutsche Geltung hinausgetragen hatten, die in zäher Bewährung sich durch Generationen hindurchgekämpft hatten, die im Weltkrieg den Haß und die Rachsucht der Gegner in aller Welt tragen mußten, weil sie als Deutsche ihrem Wesen, ihrem Blut folgten? Sollten sie uns gleichgültig sein, weil sie in der Not sich bewährt haben? Nein und niemals: Gerade diese Erlebnisse formen in uns das Bild vom deutschen Volk, das an 100 Millionen auf der Erde zählt, das das größte Volk von Europa ist, wenn auch das entrechtetste, das Volk, das in allen seinen Grenzen, im Westen, im Norden, im Süden und im ganzen Osten o f - jene Wunden trägt, weil geschlossenes deutsches Volkstum in fremder Gewalt ist, und das weit darüber hinaus inmitten der Fremden siedelt und deutsches Schicksal birgt. Fast alle fremden Staaten, in welchen das deutsche Volk als sogenannte Minderheit zu leben hat, möchten das deutsche Volkstum, das in ihrer Gewalt ist, zerstören und vernichten. Die Mittel dieser Vernichtungsbestrebungen sind so zahlreich, so erbarmungslos, daß wir troß des Friedens der Staaten von einem regelrechten Volkstumskrieg sprechen können, der unsere treuen Volksgenossen draußen trifft. Im Kindergarten schon beginnt der Krieg: Nicht im hohen Sinne unserer Pädagogen werden diese Kindergärten eingerichtet, nein, aus dem Interesse der Volkstumszerstörer, um möglichst früh den Kampf gegen die Mütter, gegen das Elternhaus zu beginnen, um schon dem dreijährigen Kinde die Sprache zu rauben, um es dem angeborenen Wesen, der Blutsgemeinschaft zu entfremben. Und dann erst die Schule! Sie, die hineinführen soll in das Leben deutschen Volkes, die die Jugend vorbereiten soll, einst stolze Glieder und Führer der Nation zu sein, sie ist draußen für unser Volkstum der ärgste Feind geworden. An 8000 Schulen deutscher Unterrichtssprache hat man uns allein in Europa in den letzten 14 Jahren gesperrt, und in den bestehenden deutschen Schulen wird oft gleich wie an den aufgezwungenen Zwangsschulen deutsches Wesen verleugnet und verspottet. Seit den Glaubenskriegen ist so viel Gewalt nicht geübt worden wie in den letzten 15 Jahren des sogenannten Friedens. Wir vom VDA. wollen und werden nun nicht Staatspolitik machen, wir sind auch keine Verschwörer. Aber wir wollen und müssen bekennen, daß wir die Not un- Das deutsche Straßenwesen im Ausbau. Reichsautobahnen wachsen.-Tatkrästige Fürsorge für das allgemeine Straßennetz. Oer erste Jahresbericht des Generalinspekteurs. München, 30. August. (DNB.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fritz Todt, gibt den ersten Jahresbericht über seine Tätigkeit als Leiter der obersten Reichsbehörde für das deutsche Straßenwesen. Dieser Bericht zeigt, mit welcher Tatkraft man an das gewaltige Werk der Reichsautobahnen herangegangen ist und welche Leistungen bereits im ersten Jahre vorliegen. Der Bericht beginnt mit dem großen Bauvorhaben der Reichsautobahnen. Die während des abgelaufenen Jahres durchgeführten Planungsarbeiten ergaben, daß die erste großmaschige Erschließung des Reichsgebietes ein Grundnetz von 7000Kilometer Reichsautobahnen erfordert. In der Ausstellung „Die Straße" in München wurde dieses Grundnetz zum ersten Male durch eine große Wandkarte veröffentlicht. Bis zum 1. Juli 1934 find der Gesellschaft „Reichsautobahnen" zum Bau 1600 Kilometer freigegeben, für weitere 2500 Kilometer liegen die Entwürfe vor. Für die Bauausführung find bis jetzt eingesetzt 15 oberste Bauleitungen und 41 Bauabteilungen mit insgesamt 1800 Angestellten und Beamten. An Aufträgen wurden insgesamt bis Juli 1934 vergeben: 11 Ö Millionen Reichsmark. Die Gesamtzahl der an den Baustellen beschäftigten Arbeiter erreichte bis zum 5 Juli 1934 den Stand von 38 600 Mann und die Zahl der geleisteten Tagewerke 2,55 Millionen. Es ist vorgesehen, bis zum Ende des Baujahres 1934 bei den Bauarbeitern insgesamt 300 Millionen Reichsmark umzusetzen und die Belegschaft der Baustellen auf 80 000 bis 100 000 zu steigern. Die Zahl der indirekt (z. B. in Lieferwerken) Beschäftigten ist nach genauen Erhebungen 1,5mal 'so groß als die auf den Baustellen Tätigen. Es waren sonach insgesamt am Stichtage des Berichtes (5. Juli) rund 96 000 Mann beschäftigt und werden bis zum Jahresende 200 000 bis 250 000 Volksgenossen durch das Werk der Reichsautobahnen Arbeit und Verdienst erhalten. Auf den Strecken Frankfurt — Mannheim und München — Landesgrenze find die Erdarbeiten soweit gediehen, daß im Juli 1934 bereits die ersten Fahrdecken vergeben werden konnten. Die Teilstrecken Frankfurt — Darmstadt und München — holzkircben werden voraussichtlich noch in diesem Spätherb st fahrbar. Die Entwurfs- und Sauarbeiten sind so vorbereitet, daß in den kommenden fünf Jahren je 1000 bis 1500 Kilometer Autobahnen fertigge- stellt werden können. Es wird angestrebt, daß 1936/37 folgende zusammenhängende Verbindungen dem Verkehr zur Verfügung stehen: Die Strecken Köln — Düsseldorf — Dortmund — Hannover — Berlin — Frankfurt a. d. Oder: Stettin — Berlin — Breslau: Kassel — Frankfurt — Mannheim — Karlsruhe — Stuttgart — Alm — München — Landesgrenze: und die Nordsüdlinie Leipzig — Bayreuth — München. Ferner werden fertig- gestellt die Verbindungen Bremen — Altona — Hamburg — Lübeck und die Strecke Königsberg — Elbing. Der Generalinspektor richtet sein besonderes Augenmerk auf eine gute Eingliederung der Autobahn in die Landschaft. Zu diesem Zwecke wurde jeder obersten Bauleitung ein „Landschaftsanwalt" beigegeben, der bei den Fragen der Bepflanzung und bei der Wahl der Linienführung mitwirkte. Ein geschlossenes Autobahnnetz kann seine bedeutenden Funktionen in verkehrspolitischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht nur dann restlos erfüllen, wenn es feine Ergänzung durch ein vorzügliches allgemeines Straßennetz findet. Dem Ziel, bei der verwaltungsmäßigen Zersplitterung, im Straßenbau eine einheitliche Ordnung zu schaffen, diente die Schaffung des Gesetzes „über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenoerwaltung". Dieses Gesetz beseitigt die par- tikularistischen und verwaltungsmäßigen Hemmungen und sieht eine Neueinteilung der Straßen in Kraftfahrbahnen, Reichsstraßen, Landstraßen erster Ordnung und Landstraßen zweiter Ordnung vor. Im Zuge der Vereinheitlichung des gesamten Straßenwesens lag es auch, daß das Reich bereits in diesem Uebergangsjahr ganz erhebliche Mittel für den allgemeinen Straßenbau zur Verfügung stellte. Im Jahre 1933 waren laufende Arbeiten aus Kraftfahrzeugsteuern der Wegeunterhaltungspflichtigen imgange. Diese verfügbaren Mittel beliefen sich auf Grund der Reichsgarantie auf 160 Millionen Reichsmark. Aus dem Reinhardprogramm wurden 55 Millionen als Darlehen, besonders für Winterarbeiten den Wegeunterhaltungspflichtigen zur Verfügung gestellt. Damit wurden Arbeiterentlassungen im Winter 1933/34 weitgehend vermieden. Die Ablösung der Kraftfahrzeugsteuer für Altwagen machte einen weiteren Betrag von 40 Millionen für Straßenbauzwecke frei. Für das Jahr 1934 werden den Wegeunterhaltungspflichtigen etwa 115 Millionen Mark aus der Kraftfahrzeugsteuer zufließen. Da das Reich als Uebergangs- regelung für 1934 die Kostenträgerschaft für die Fernverkehrsstraßen übernommen hat, stehen davon 35 Millionen Mark für die zukünftigen Reichs st raßen zur Verfügung. Darüber hinaus stellte das Reich für Unterhaltung, Um- und Ausbau der Reichsstraßen so beträchtliche Mittel zur Verfügung, daß die im Jahre 1933 verfügbaren Slrahenbaumillel in höhe von 225 Millionen Mark für das Jahr 1934 noch sehr wesentlich überschritten wurden. Mit diesen Mitteln wurde der Ausbau des Fernverkehrsflrahennehes wesentlich gefördert. Es wurde dabei Wert darauf gelegt, ganze Straßenzüge in einen auf ganzer Länge gleich guten, den Verkehrsbedürfnissen genügenden Zustand zu versehen. Diese Arbeiten sind zur Zeit im Gange. Bei 200 Arbeitstagen sind beschäftigt: auf den Baustellen: 82 500 Arbeiter, in den Lieferwerken 94 000 Arbeiter; zusammen 176 500 Arbeiter. Durch die eingeleiteten Arbeiten ist die Straßenbau- industrie voll beschäftigt. Die Arbeiten wurden möglichst gleichmäßig über ganz Deutschland verteilt, weshalb sie vom Standpunkt der Arbeitsbeschaffung aus besonderen Wert besitzen. Ein weiteres wichtiges Gebiet aus der Tätigkeit des Generalinpektors ist die S t r a ß e n b a u forsch u n g, vor allem die Baugrundforschung, die Frage des Betonstraßenbaues und die Frage der Beleuchtung der Reichsautobahnen. Bei der Bearbeitung all dieser Fragen wird in enger Fühlungnahme mit amerikanischen und schwedischen Experten gearbeitet. Ferner wurden maßgebende Fachleute aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zu einer Forschungsgemeinschaft berufen, der die Aufgabe gestellt wurde, Zemente für die besonderen Forderungen des Straßenbaues zu entwickeln. Französischer Abgeordneter fordert Aussprache mtt Hitler. Der Appell des Führers verlangt eine Antwort Frankreichs.-Ohne Bereinigung der Saarfrage keine Verständigung. Eine Stimme der Vernunft aus demLagerderbürgerlichenLinken Paris, 31. Aug. (DRV.-Funkspruch.) 3m radikalsozialistischen „Quotibien“ seht sich der Abgeordnete Montagnon freimütig für eine Verständigung mit dem neuen Deutschland ein. Er fordert im Sinne des Appells des Führers eine schleunige Bereinigung der Saarfrage. Sein Artikel gehl von der Feststellung aus, Frankreich scheine einen Fehler zu begehen, wenn es glaube, daß alle Völker nach der gefühlsmäßigen Einstellung Handellen, wie das französische es tun würde. Hitler habe auf dem Lhrenbreilskein erneut das Saargebiet gefordert und feinen Friedensappell an Frankreich wiederholt. Er, Montagnon, bedauert, daß man französischerseits schon den ersten Appell Hitlers vor einem Jahr nicht berücksichtigt habe. Die Saar hätte ein Bindeglied zwischen Deutschland und Frankreich werden können. Frankreich würde unrecht tun, wenn es den jetzigen zweiten Ruf Hitlers unbeantwortet ließe. Die fchlimmfte Möglichkeit an der Saar liege daran, daß sich die Bevölkerung für den Status q u o entscheide, da dann das Saargebiet zu einem ftänbigen keim des Haffes zwischen Deutschland und Frankreich werden würde. Dann würde jede Regelung unmöglich gemacht und die Kriegsaussichten würden steigen. Auf den etwaigen Einwand, dann wolle also Frankreich Hitler erlauben, sein Prestige zu stärken, antwortet Montagnon, dieser Einwand spiele gar keine Rolle, wenn der Friede dabei gewinne, denn mindestens in diesem punkte bringe Hiller die Ansicht beinahe des gesamten deutschen Volkes zum Ausdruck. Montagnon glaubt, daß Hiller den Frieden wolle, denn das liege in feinem Interesse. Mit Voraussagen, die die Festigkeit des hitter- regimes anzweifetten, müsse man vorsichtig seres Volkstums da draußen empfinden, daß diese Not unsere Not ist, daß wir die Schläge, die unsere unschuldigen, unsere treuen, unsere besten Brüder empfangen, fühlen, als ob wir s e l b ft sie empfangen. Aus echter Verbundenheit im Volkstum entsteht die ständige deutsche Unruhe um das Wissen des meist so dunkeln Schicksalsweges, des Lebenskampfes unserer Ausländsdeutschen. Wir vom VDA. sollen hier unseren Volksgenossen Mittler i h r er Pflicht sein, für das Auslandsdeutschtum einzustehen Wir rufen aber in erster Linie die Jugend. Und dieser Ruf ist der eigentliche Sinn des Festes der deutschen Schule. Wir brauchen die Jugend im Reich für die Volksgenossen draußen. Aus der inneren Bereitschaft der Herzen ergibt sich die Mitarbeit an der praktischen Hilfe. Wofür ist diese Hilfe nötig? Tausende, ja, Hunderttausende von deutschen Kindern im Ausland bekommen auch nicht mehr den dürftigsten deutschen Unterricht. In Nordschleswig, in Brasilien, im Sudetenland, in Polen und im Baltikum, sowie in Siebenbürgen, da ist es wenigstens möglich, mit deutschem Gelde Privatschule n zu errichten. Lehrer und Geistliche zu bezahlen. Unsere auslandsdeutschen Bruder geben, was sie können. Doch reichen ihre Kräfte nicht aus. In anderen Kampfgebieten unseres Volkstums find nicht einmal Privatschulen erlaubt; Bücher, Zeitschriften und viele andere Mittel müssen hier helfen. In anderen Gebieten wird nur heimlich der Unterricht erteilt. Kein Geringerer als der Reichskanzler und Füh. rer Adolf Hitler selbst berichtet in seinem Lebensbuch über den Volkstumskampf vor den Grenzen, und er spricht von dem Verhältnis der Deut» schen im Reiche dazu. Adolf Hitler sagt in diesem Zusammenhänge u. a.: „Von dem ewigen, unerbittlichen Kampf um die deutsche Sprache, die deutsche Schule und deutsches Wesen hatten nur ganz wenige Deutsche aus dem Reiche eine Ahnung. Erst heute, da die traurige Not vielen Millionen unseres Volkes aus dem Reiche selber aufgezwungen ist, die unter fremder Herrschaft vom gemeinsamen Vaterland träumen und, sich sehnend nach ihm, wenigstens das heiligste Anspruchsrecht der Muttersprache zu erhalten versuchen, versteht man in größerem Kreise, was es heißt, für fein Volkstum kämpfen zu müssen. Nun vermag auch vielleicht der eine oder andere die Größe des Deutschtums aus der alten Ostmark des Reiches zu messen, das, nur auf sich selbst gestellt, jahrhundertelang das Reich erst nach Osten beschirmte, um endlich in zermürbendem Kleinkrieg die deutsche Sprachgrenze zu halten in einer Zeit, da das Reich sich wohl für Kolonien interessierte, aber nicht für das eigene Fleisch und Blut vor seinen Türen ... Wie überall und immer in jeglichem Kampf gab es auch im Sprachenkampf des alten Oesterreich drei Schichten: die Kämpfer, die Lauen und die Verräter. Schon in der Schule begann diese Siebung einzutreten; denn es ist das Bemerkenswerte des Sprachenkampfes wohl überhaupt, daß seine Wellen vielleicht am schwersten gerade bie Schule als Pflanzstätte der kommenden Generation umspülen. Um das Kind wird dieser Kampf geführt, und an das Kind richtet sich der erste Appell dieses Streites: „Deutscher Knabe, vergiß nicht, daß du ein Deutscher bist" und „Mädchen, gedenke, daß du eine deutsche Mutter werden sollst." Wer der Jugend Seele kennt, der wird verstehen können, daß g e * rabe fie am freubigften bie Ohren für einen solchen Kampfruf öffnet. In hunberterlei Formen pflegt sie biefen Kampf bann zu führen, auf ihre Art unb mit ihren Waffen. Sie lehnt es ab, unbeutsche Lieber zu fingen, schwärmt um so mehr für beutsche Helbengrößen, je mehr man versucht, sie biefer zu entfremben, sammelt an vom Munbe abgesparten Hellern zum Kampfschatz ber Großen. Sie ist unglaublich hellhörig bem unbeutschen Lehrer gegenüber unb widerhaarig zugleich, trägt die verbotenen Abzeichen des deutschen Volkstums unb ist glücklich bafür bestraft ober gar geschlagen zu werden. Sie ist also im kleinen ein getreues Spiegelbild der Großen, nur oft in besserer und aufrichtigerer Gesinnung." Und dann bekennt Adolf Hitler aus seiner Jugendzeit, wie er als Schuljunge für den heutigen Landesverband Oesterreich des VDA. g e - wirkt hat, nämlich: „Auch ich hatte so einst die Möglichkeit, schon in verhältnismäßig früher Jugend am Nationalitätenkampf des alten Oesterreich teilzunehmen. Für ,Südmark' und ,Schulverein' wurde da gesammelt, durch Kornblumen die Gesinnung betont, mit ,Heil' gegrüßt und Deutschland über alles' gesungen trotz Verwarnungen und Strafen." So möge denn das „F e st ber beutschen Schule" als Tag bes Volkstums bazu bienen, baß bie reichsbeutsche Jugenb nacheifert bem, was ber Führer bes deutschen Volkes, Adolf Hitler, in seiner Jugendzeit beispielhaft erlebt hat. Es wirb Aufgabe ber beutschen Lehrer sein, bieses Volkstumserleben immer neu zu vermitteln. Möge das Fest der deutschen Schule auch den deutschen Volksgenossen drüben jenseits der Grenzen Zeugnis da« von geben, daß vor allem die deutsche Jugend mit heißem Herzen an fie denkt, unb baß ein Geschlecht heranwächst, bas sich ber Bluts- unb Wesensgemeinschaft mit allen Deutschen auch außerhalb ber Grenzen bewußt bleibt. sein. Man müsse vor ollem dem Urteil der politischen Flüchtlinge aus Deutschland mißtrauisch gegenüber flehen. Jeder, der den Einfluh der deutschen Flüchtlinge auf die Presse kenne, werde den Wert dieses Einflusses begreifen. Man möge daran denken, was alles über Hitler verbreitet worden fei. Montagnon glaubt nicht, dah ein Mann ohne grohe persönliche Eigenschaften jemals so hoch hätte aufsteigen können. Männer solcher Art reiften aus und regierten mit Geschick. Die Kunst des Regierens lerne man beim Regieren. Hillers Bewegung behalte ihre Kraft. Abgeordneter Montagnon zählt dann der Reihe nach alle anderen Regierungsformen auf (hohenzollern, Demokratie nach Art Brünings ufw.), die alle unwahrscheinlich seien, und warnt die Leute, die auf wirtschaftliche Schwierigkeilen Deutschlands hofften, denn mit Revolten spielen heihe mit dem Feuer spielen. Das deutsche Volk würde Frankreich für das Elend mit verantwortlich machen. Deutschland brauche heute ein festes Regime. Montagnon erklärt zum Schluß, er sei für eine Aussprache mit Hitler und für eine Antwort auf seinen Aufruf. Deutsch-griechische Freundschaft. Ein Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten. München, 31. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht ein Gespräch mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsai- d a r i s, der mit seiner Gattin in Bad Reichenhall zur Kur weilte. Tsaldaris erklärte, Griechenland wolle mit dem Deutschen Reich d i e besten Beziehungen unterhalten, denn dieses Reich fei bereits vor dem Weltkrieg Griechenlands größter Abnehmer gewesen und werde es immer fein. Auch in kultureller Beziehung müsse das alte Verhältnis wieder hergestellt werden. Gegenwärtig bilde hierfür ein großes Hindernis die entwertete griechische Valuta, die es den Griechen sehr schwer, oft aber gar nicht möglich mache, ihre Söhne auf deutsche Hochschulen zu schicken. Tsaldaris erklärte, sein heißester Segenswunsch gelte neben seinem eigenen griechischen Volke dem ganzen deut- s ch e n Volk und seinem Staatsober» Haupt, dem er die herzlichsten Grüße zu übermitteln bitte. Steuerftreik der irischen Farmer. Zusammenstöße zwischen Polizei und Blauhemden. London, 30. Aug. (DRB.) Bei Kill in der Grafschaft Waterford im irischen Freistaat kam es wegen der Beschlagnahme von Vieh bei Steuerschuldnern zu einem Zusammenstoß zwischen 200 Farmern und 100 Polizisten. Die Farmer, von denen viele blaue Hemden trugen, hatten die Straße, auf der das beschlagnahmte Vieh fortgeschafft werden sollte, m i t S t e i n b a r r i k a d e n und gefällten Bäumen versperrt. Als die Polizisten noch die Barrikaden wegräumten, wurde plötzlich eine Herde von mehreren hundert Stück Vieh herangetrieben. Die Farmer wollten offenbar, daß die beschlagnahmten Tiere sich unter die große Herde mischen und für die ungeübten Augen der Beamten uner- kennbar werden sollten. Die Polizisten gingen aber mit ihren Knüppeln auf die Herde los und trieben sie davon. Beiden nun folgenden Schlägereien mit den Farmern, die Stöcke mit sich führten, wurden auch mehrere Revolverschüsse abgefeuert. Anscheinend hatten die Farmer mehrere Verletzte, die sie mit sich nahmen. Zwischen dem ehemaligen Präsidenten Cos- grave und dem Blauhemden-Führer General O'Duffy ist eine Einigung zustandegekommen. O'Duffy soll bereit fein, seinen unter den Farmern organisierten Kampf für die Nichtzahlung der Landsteuern einzuschränken und seine faschistischen Reformpläne zurückzustellen. ßin Seneralinspekteur des österreichischen Schuhkorps. Wien, 31. Aug. (DRB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat den Generalmajor Hanno Königsbrunn zum Generalinspekteur für da s Freiwillige Schutzkorps und die Wehroerbände ernannt. In dieser Eigenschaft obliegt ihm die Ueberwachung der theoretischen und praktischen Ausbildung und der Bewaffnung sowie die Behandlung aller organi- satorischen Fragen der Wehroerbände und des aus ihnen gebildeten Schutzkorps. Der Generalinspek- teur wird im Bundeskanzleramt am Ballhausplatz amtieren. Man weift darauf hin, daß die Stellung der h e i m w e h r im Kabinett durch diese Ernennung neuerlich g e st ä r k t erscheine. llm Eowjetrußlands Eintritt in den . Völkerbund. London, 30. Aug. (DRB.) Wie amtlich bestätigt wird, lassen sich die britische, die fron- höfische und die i t a l i e n i s ch e Regierung durch chre Vertreter in den verschiedenen Hauptstädten über die Haltung der einzelnen Regierungen zur Frage des Eintritts Sowjetrußlands in den Völkerbund unterrichten. „Daily Telegraph" meldet aus Paris, daß Haupthindernis für den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund fei der Wider st and Polens gegen den französisch-russischen Plan eines Ostpaktes. Seit Wochen habe die polnische Regierung ihre Stellungnahme zu dem Plan verzögert und ergänzende Anfragen gestellt. Das französische Außenministerium habe ihr jetzt erklärt, daß eine endgültige Antwort spätestens bis zur Eröffnung der Dölkerbundstagung vorliegen müsse. „Times" glaubt, daß möglicherweise die Schweiz, Oesterreich, Belgien, Holland, Kanada, der irische Freistaaat und einige mittelamerikanische Staaten gegen d i e Aufnahme Sowjet- r u ß l a n o s in den Völkerbund stimmen werden. Geheimnisvoller Drohbrief an Frau Roosevelt. London, 31. Aug. (Reuter. Funkspruch.) An die Gattin des Präsidenten Roosevelt war ein Brief gesandt worden, in dem mit dem Raub ihrer Enkelkinder gedroht wurde, falls sie nicht ein Lösegeld von 168000 Dollar (etwa 420 000 Mark) bezahle. Auch wurde ein Anschlag a u f den Präsidenten selb st angeoroht. Der Brief ist aber gar nicht in die Hände von Frau Roosevelt gelangt, da er von einem Geheimpolizisten angehalten und geöffnet wurde. Unter dem Verdacht, den Brief geschrieben zu haben, wurde im Reuyorker Christlichen Verein junger Männer ein ehemaliger Monteur der Marinefluggruppe namens Benjamin Zarn verhaftet. Deutschland braucht ein mehrjähriges Vollmoralorium für seine Auslandsschulden. Ohne die Wiedereingliederung Deutschlands als Käufer auf dem Weltmarkt keine Erholung der Weltwirtschaft. Reichsbankpräsident Dr. Schacht über das Schulden- und Kreditproblem. Ein Bortrag auf dem agrarwissenschaftlichen Kongreß. Bad Eilsen, 30. Aug. (DRB.) Auf der internationalen Konferenz für Agrarwissenschaft sprach der mit der Führung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragte Reichsbankpräsident D r. Schacht über das internationale Schulden- und Kreditproblem. Er wies zunächst nach, daß für einen weltwirtschaftlichen Aufschwung genügend Geld vorhanden sei, das lediglich auf Nutzbarmachung warte. Der zu hohe kapilalzlns erkläre sich nur daraus, dah die Politik jene Atmosphäre des internationalen Vertrauens, die für langfristige Anlagen unentbehrlich sei, noch immer nicht geschaffen habe. Der Kapitalist hielt von jeher die llmringung eines waffenlosen Staates im Herzen Europas durch hochgerüslete Nachbarn für eine ständige Bedrohung des Weltfriedens. Dr. Schacht gab bann ein Bild von der Gestaltung der R o h st o f f p r e i f e. heute werde die Farrn- und Plantagenwirtschaft fast aller über- seeischer Länder nur durch künstliche Maßnahmen der Staaten notdürftig am Leben erhalten. Die Nachfrage versage. Der Störungsfaktor, der die mangelnde Stabilisierung der Wahrungen und die hanoelshemmnisse, verursacht habe, sei die politische Verschuldung aus dem Weltkrieg. Deutschland könne sich darauf berufen, daß es seine Ausländsanleihen unter dem Zwang des verfehlten Reparationssystems angenommen habe. Sollte es Reparationen zahlen, so brauchte es A b - nehmer für feine Waren, und diese Abnehmer konnten in erster Linie die unentwickelten Länder sein. Deutschland hat im Verlauf von drei Jahren (unter Berücksichtigung der Entwertung ausländischer Währungen) 11 Milliarden Reichsmark, d. i. mehr als seine gesamte unpolitische Verschuldung, abgetragen, heute ist Deutschlands Transferfähigkeit völlig erschöpft. Die Reparationen, die heute leider nicht mehr den Regierungen, sondern gutgläubigen Privatleuten geschuldet werden, kann es nicht mehr aus eigener Kraft regulieren. Die Handelshemmnisse des Auslands zeigen, dah die Weltwirtschaft ein Maß deutscher Ausfuhr, wie es die Verzlnfung und Abtragung der deutschen Verschuldung erforderlich gemacht hätte, einfach nicht bei sich aufzunehmen vermochte bzw. wünschte. In dieser Unmöglichkeit liegt der Kernpunkt des deutschen Schuldenproblems. Unter solchen Umständen ist es zwecklos und unsinnig, durch irgendwelchen Druck auf Deutschland Zahlungen erzwingen zu wollen. Eine Beendigung der Weltkrise ist ohne Bereinigung der deutschen Auslandsverschuldung höchst unwahrscheinlich. Die Ermöglichung des Transfers durch entsprechenden Druck auf das Preisniveau fei der Schwere der allgemeinen Weltkrise heute nicht mehr gewachsen. Die deutsche Deflationspolitik habe überdies die traurige Erfahrung machen müssen, daß das Ausland nicht daran gedacht habe, die verbilligten deutschen Waren aufzunehmen. Deutschland sei heute gezwungen, mit aller Energie tue Ausbeutung seiner einheimischen Roh- st o f f q u e l l e n zu betreiben, die Verwendung von Ersatzstoffen zu forcieren und dergleichen. Es habe wenig Wert, daß man uns vorhalte, Deutschland schade sich damit selbst. Uns bleibe kein anderer Weg übrig, aber eine solche Entwicklung könne die Weltwirtschaft nicht gleichgültig lassen. Dr. Schacht zeichnete bann zwei theoretische Lösungsmöglichkeiten: 1. die deutschen Waren werden von allen Erschwerungen freigefteHt, 2. die deutschen Schulden werden gestrichen. Da beide Wege nicht denkbar seien, müsse der praktisch mögliche Weg in der Mitte liegen, und zwar in der Richtung, daß die Regierungen der Gläubigerstaaten in eine erhöhte Abnahme deutscher W a r e n l i e f e r u n - ge n und die Gläubiger in einer Herabsetzung ihrer Schuldforderungen einwilliaen. Ein solcher Mittelweg hätte noch vor einem oder zwei Jahren allein Erfolg versprochen, heute reiche er nicht mehr aus. Deutschland könne heule seinen Schuldendienst nur unter einem vergrößerten Welthandelsvolumen leisten, in das es aber unter dem Druck des internationalen Deflationsprozesfes nicht hineinwachsen könne. Es werde daher nichts anderes übrig bleiben, als ihm e i n mehrjähriges Vollmoratorium zur Erholung zu gewähren. Gleichzeitig werde man die Last der Auslandsverschuldung auf ein Maß zurückführen müssen, das nach Ablauf des Moratoriums auf die Dauer getragen werden könne. Wenn ein internationales Abkommen diese beiden Voraussetzungen sicher- slelle, so sei das entscheidende Hemmnis für eine Delthandelsbelebung beseitigt. Es werde sich bann von selbst ergeben, daß Deutschland diejenigen Warenkredite erhalte, die es ihm gestatten, seine normale Kaufkraft auf dem Weltmarkt ausguüben. Solche Warenkredite liquidieren fick van selbst und sie waren von jeder die unentoehrliche Brücke im Warentausch der Völker. Dr. Schacht richtete zum Schluß einen starken Appell an die weltwirtschaftliche Vernunft. Es sei Deutschlands Pflicht darauf hinzuweisen, daß jeder verlorene Monat seine internationale Leistungsfähigkeit zwangsläufig verringert, den Welthandel weiter schrumpfen läßt, die Weltkrise verlängert und ihre Bereinigung erschwert. Befriedigendes Geschäft auf der Leipziger Herbstmesse. Besonderes Interesse für Textilien und Einrichtungsgegenstände. - Oie Nachfrage des Auslands. - Werbung schafft Absatz! Der Besuch der Leipziger Herbstmesse übertraf in diesem Jahr alle geheaten Erwartungen. Und n?as noch wichtiger ist: es find auch sehr zuiriebe-n- stellende Abschlüsse getätigt worden. Das größte Interesse fand diesmal die T e x t i l m e s s e, weil ja die Rohstofsbelieferung der Textil- inbuftrie und ihre Umstellung auf einen möglichst hohen Verbrauch inlänbischer Rohstoffe zur Zeit im Mittelpunkt der Erörterungen stehen. Die Kauflust für Textilwaren war teilweise außerordentlich rege. So berichtet z. B. die Chemnitzer Strick- und Wirtwarenindustrie, daß ihre auf der Messe getätigten Geschäftsabschlüsse die der Frühjahrsmesse wesentlich übertroffen yaben. Aber auch andere Branchen konnten befriedigende und steigende Umsätze erzielen. Andererseits darf festgestellt werden, daß Waren über das offensichtliche Maß des Bedarfs hinaus nicht gekauft worden find. UeberaU zeigte sich vielmehr das größte Vertrauen zu den Regierungsmaßnahmen. heute weiß jeder Kaufmann, daß der Gemeinschaftsgeist selbstsüchtige Hamsterkäufe nicht erlaubt, und daß daher für ein spekulatives Geschäftsgebaren kein Raum vorhanden ist. Das Inland hat feinen Bedarf insbesondere bei Einrich - tungsgegenftänben für Wohnungen und Häuser gedeckt, die im wesentlichen bis zu m i 11 • lerenPreislagen gern ab genommen worden find. Zu solchen Einrichtungsgegenständen sind auch Porzellangeschirr und die Erzeugnisse des deutschen Kunstgewerbes zu rechnen, die einen um die Hälfte höheren Umsatz hatten als zur Herbstmesse des vergangenen Jahres. Im ganzen war die Messe ungefähr von 75 000 Personen, darunter 4000 Ausländer, besucht. Die Ausländer kauften allerdings mäßig, aber auf den Auslandsabsatz konnte auch niemand große Hoffnungen gesetzt haben. Im- merhin sind solche Gegenstände, die neu schienen und von denen man glaubt, daß sie im Augenblick nicht ohne weiteres nachgemacht werden könnten, auch von den Ausländern gekauft worden So sind insbesondere der chemischen Industrie in Leipzig neben guten Jnlandsumsätzen auch größere Auslandsaufträge zugefloffen. Die Auslandsnachfrage nach deutschen Maschinen war gleichfalls ver- hältnismäßig lebhaft. Der Verlauf der Leipziger Messe hat aufs neue den Beweis erbracht, daß die deutschen Qualitätswaren unentbehrlich sind und über kurz ober lang alle Hemmungen unb Schwierigkeiten überminben werben. Auf ber Leipziger Messe hat auch die Reichs- fachschaft Deutscher W e r b e f a ch 1 e u t e eine Arbeitstagung abgehalten, hier würbe die Be- beutung der W l r t s ch a f t s w e r b u n g unb ihre Neugestaltung eingehenb erörtert. Der stellvertretende Präsident des Werberats der deutschen Wirtschaft, Dr. Hunke, betonte, daß zwar die kapitalistischen Auswüchse der Reklame im nationalsozialistischen Staate beseitigt werden müßten, daß aber die Wirtschaftswerbung felbft nicht zerschlagen werden dürfe. Der Werberat habe daher der Forderung eines völligen Verbots der Außenreklame nicht zustimmen können. Natürlich solle die Landschaft von Reklameoerschandeiungen freiaehalten werden. Man muß jedoch einen dicken Strich ziehen zwischen der profitsüchtigen unb eigennützigen Reklame unb der absatzschaffenden Wirtschaftswerbung, die der Schrittmacher des Fortschritts und der Mehrleistung ist. Da diese Wirtschaftswerbung Umsatz st eigernb wirkt, führt sie letzten Endes nicht zu einer Verteuerung, sondern zu einer Vexbilligung ber Ware. Denn der Massenumsatz senkt den Kostenanteil und ermöglicht dadurch eine Verbilligung der Waren. Werbung schafft also Mehrabsatz unb damit auch Mehrarbeit. Sie ist im wahren Sinne des Wortes produktiv. Ein deutsch-schwedisches Zahlungsabkommen. Berlin, 30. Aug. (DNB.) Zwischen der deutschen und der schwedischen Regierung wurde über Die Regelung der Zahlungen im Warenverkehr unb über ein Transferabkommen im wesentlichen folgendes vereinbart: Die Bezahlung ber beiberfeitigen Warenausfuhr erfolgt über Verrechnungskonten, bie bie Reichsbank unb bas schwedische Verrechnungsamt sich gegenseitig einrichten. Das Abkommen geht davon aus, daß Deutschland aus der Aktivität seiner Handelsbilanz ein Devisenüberschuß verbleibt. Er steht laufend zur freien Verfügung der Reichsbank, nachdem ein Teil desselben für Zwecke des Transfers von Zinsen der Reichsanleihen uno, sofern ber Devisenüberschuß einen bestimmten Betrag überschreitet, auch ber privaten Anleihen abgezweigt worden ist. Dabei ist Vorsorge getroffen, daß die zur Befriedigung der privaten Zinsgläubiger verwendeten Beträge nicht zu einer Minderung des für die Reichsbank bestimmten freien Devisenfaldvs führen, sondern vielmehr aus erhöhten deutschen Warenbezügen aufgebracht werden. Schließlich verzichten die Gläubiger aus der Kreuger-Anleihe unb den privaten Anleihen, soweit sie auf Grund des Abkommens befriedigt werden, auf einen wesentlichen Teil ihrer Zinsansprüche. Die dadurch frei werdenden Beträge dienen der deutschen Ausfuhrförderung. Das Gireikgespenst in LlGA. Für deutsche Augen ist die Gelassenheit, mit ber das amerikanische Volk und seine Regierung die schnell aufeinanderfolgenden Streiks in den Vereinigten Staaten erträgt, nicht ohne weiteres ver- stündlich. Wir Deutschen haben den Streik fast nur als politisches, klasienkämpferisches Werkzeug des internationalen Marxismus kennen gelernt, das volkswirtschaftliche Werte und seelische Energien gleichermaßen lahmlegte, und wir schätzen uns unendlich glücklich, daß Adolf Hitler Dieses fruchtbare Kampfmittel einer unseligen Vergangenheit endgültig aus dem politischen Leben der Nation verbannt hat. Anders in Nordamerika. Selbst in Kreisen, die der Regierung nahestehen, konnte man die Ansicht äußern Horen, die Streiks seien ein Zeichen für die fortschreitende Gesundung der amerikanischen Wirtschaft. Solche auf den ersten Slict sehr widerspruchsvoll anmutenbe Behauptung kann man erst begreifen, wenn man sich ü b e r b i e Ursachen bes amerikanischen Strelffiebers klar wirb. Im Lande der früher unbegrenzten und jetzt aeringften Möglichkeiten handelt es sich bei Aussperrung und Ausstand nicht so sehr um allgemein- politische, weltanschauliche Gegensätze, sondern um die Beseitigung ber sozialen Ungleich- heit und Ungerechtigkeit. Es ist ursprüng- lich ein sozialpolitisch-wirtschaftliches Problem, frei von jenen fremden internationalen Einflüssen. Zwar hat man bei dem letzten großen Ausstand in San Franzisko auch die hetztätigkeit von Mos- kau geleiteter bolschewistischer Agenten feststellen müssen. Diese Bürgerkriegsapostel aber waren — so wenig man auch ihre unheilvolle Wirksamkeit auf die leichte Schulter nehmen wird — nicht die Urheber bes Streiks, fonbern sie benutzten die günstige Gelegenheit, um den haß und diä Unzufriedenheit mit den Unternehmern zu schüren, um den Straßenkampf zu verschärfen und in ihrem Sinne umzulenken in einen Kampf gegen die staatliche Autorität. Im allgemeinen fehlt den amerikanischen Streiks dieses politische Moment. Die Arbeiterschaft kämpft für die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage unb für bas Recht bes freien Zusammenschlusses in Gewerkschaften, unb sie erblickt bei diesen Bestrebungen in ber Herrschaft Roosevelts eher einen Bunbesgenossen als einen Feinb. Die Politik, bie Roosevelt mit ber Einführung bes „New Deal" (fjleues Spiel) begann, war von Anfang an im Gegensatz zu feinen Vorgängern auf bem Präsidentenstuhl sehr arbeitet* freunblich. Er trat für bie Erhöhung ber Löhne ein, er sicherte ben Arbeitergewerkschaften in bem Grundgesetz zu den Jndustriecodes bas Mitbestimmungsrecht bei ber Festsetzung der Tarife, und er bestimmte, daß nur~ wirklich freie, von den Arbeitgebern unabhängige Gewerkschaften bet ben Tarifoerhandlungen mitberaten können. Der hauptwiderstand gegen das Niraprogramm der Regierung kam denn auch nicht so sehr aus der amerikanischen Arbeiterschaft als aus ben Kreisen der Unternehmer und des Finanzkapitals, das sich noch immer nicht an den Gedanken gewöhnen konnte, daß bie goldenen Zeiten der „prosperity" unb des hemmunas- losen Geldoerdienens ohne Rücksicht auf bas Allgemeinwohl bes Staates endgültig vorbei sind. Dem drohenden Verfall ihrer Macht suchten bie „bosses" mit aller Kraft entgegenzuarbeiten, unb es gelang ihnen auch teilweise, bas Aufbauprogramm ber Regierung an gewissen Stellen zu durchlöchern. In ihrem Bestreben, die von ihnen bezahlten Fabrikgewerkschaften wieder in ihre alten „Rechte" als alleinige Vertragspartner bei der Aufstellung von Tarifen einzusetzen, hatten sie jedoch keinen Erfolg. In diesem Sinne haben die amerikanischen Riesenstreiks, die die Gegenaktion der Unternehmer abwehren sollten, auch einen politischen Charakter. Auch die maßgebenden Männer in Washington bestreiten nicht, daß die fast ununterbrochene Fortsetzung des Streikfelbzuges ungeheure wirtschaftliche Werte vernichtet, aber man betrachtet sie mehr als ein notwendiges liebel, als bie Geburtswehen einer neuen Zeit, denn als eine mit allen verfügbaren Mitteln zu beseitigende Tobkrankheit. Wenn allerbings bolschewistische Ideen noch mehr als bisher zur eigentlichen Triebfeder des Befreiungskampfes der amerikanischen Arbeiterschaft werden sollten, bann bürste auch Roosevelt nicht zögern, biese unerwünschte Propaganda mit Gewalt zu unterbinden. Es wäre leichtfertig, diese Gefahr zu leugnen. Eine Berliner Zeitung wußte kürzlich zu melden, daß Thomas Münzenberg, der uns Deutschen noch in der unangenehmsten Erinnerung ist, sein Hauptquartier in den Vereinigten Staaten aufge« schlagen hat. Er rief nach berühmtem Muster eine „Antifaschistische Liga" ins Leben, er pre- oigte vor vielen Zehntausenden von Zuhörern den .gegen Hitler, Mussolini und Pilsudski, er verschmähte es aber auch nicht, in die inneren Auseinandersetzungen Amerikas einzugreifen und den i x!i*crn bQS bolschewistische Ideal in den leuch- Mr m ?prben vorzutragen. Washington wirb Dtefe Vorgänge sehr genau im Auge behalten müs- sen. Sollte es aber zu einer militärisch geführten Ausemanbersetzung mit bolschewistisch verseuchten Teilen der amerikanischen Arbeiterschaft kommen, so trägt in jedem Falle die Kosten der Arbeiter selbst. Das bolschewistische Prinzip hätte damit seinen letzten Sieg errungen. Der Vorsitzende der amerikanischen Textilarbeitergewerkschaft hat erklärt, daß der angekündigte Streik der 800 000 Textilarbeiter bestimmt noch in dieser Woche ausbrechen würde. Man muß nur hoffen, daß die geplante Konferenz zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die das nationale Schlichteramt zur Abwendung des Generalstreiks einberufen hat, auf Grund von Vermittlungsvorschlägen eine Einigung erzielt. Gonntag treten 600000 Textilarbeiter in den Streik. Washington, 30. Aua. (DNB.) Der Streik der Textilarbeiter (Baumwollarbeiter), auf dessen Abwendung man bis gestern noch einige Hoffnungen gesetzt hatte, ist nunmehr doch u n - vermeidlich geworden. Die zentrale Streikleitung hat die Anweisung Zum Streikbeginn herausgehen lassen. Die Arbeitseinstellung erfolgt in der Nacht zum Sonntag um 23 Uhr bei Schichtwechsel. Es werden zunächst 1500 Betriebe und 600 000 Arbeiter betroffen. Außerdem aber arbeitet man an Plänen, um die Arbeiterschaft verwandter Industrien zu Sympathiestreiks äu veranlassen. Den Arbeiterverbänden in der K u n st s e i d e-, Seide- und Wollindustrie ist bereits mitgeteilt worden, daß sie sich für eine Teilnahme am Baumwollarbeiterstreik bereithalten müssen. Die Streikleitung erwartet in der Annahme, daß die Unternehmer uneinig sind, eine erfolgreiche Beendigung des Aufstandes. Oie Schaffung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeiter und Angestellte. Oer Austausch von jüngeren gegen ältere Arbeitskräfte in Betrieben und Verwaltungen. Eine wichtige Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt zur Arbeitsvermittlung. Berlin, 30. Aug. (DNB.) Nachdem der Reichswirtschaftsminister bestimmt hat, daß der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung allein ermächtigt ist, die Verteilung von Arbeitskräften, insbesondere ihren Austausch zu regeln, und jede Betätigung anderer Stellen auf diesem Gebiet verboten und mit Strafe bedroht hat, ist nunmehr von dem Präsident der Reichsanstalt eine Anordnung erlassen worden, deren Leitgedanke ist, die altersmäßige Gliederung der in den Betrieben und Verwaltungen Beschäftigten unter Berücksichtigung betriebsteckni- scher und wirtschaftlicher Erfordernisse so zu gestal- ten, daß sie den staatspolitischen Erfordernissen nach Beschäftigung arbeitsloser älterer Arbeiter und Ange- {teiltet, insbesondere kinderreicher Fami- l i e n v ä t er, Rechnung trägt. Die Führer der Betriebe und Verwaltungen (ausgenommen Land-, Forst- und Hauswirtschaft) sind verpflichtet, erstmalig im September ihre Gefolgschaft auf die altersmäßige Zusammensetzung hin durch- z u p r ü f e n und das Ergebnis schriftlich niederzulegen. Darüber hinaus haben die Führer größerer Betriebe formularmäßig bis zum 1. Oktober 1934 dem zuständigen Arbeitsamt zu melden, wieviel Arbeiter und Angestellte über und unter 25 Jahren bei ihnen tätig sind und in welchem Umfange und Zeitraum die Auswechselung jüngerer mit älteren Arbeitskräften vorgenommen werden soll. Zu dem Personenkreis der jüngeren Arbeiter und Angestellten, die von einem solchen Austausch auszunehmen sind, gehören verheiratete Männer, Unterhaltspflicht tige, Lehrlinge, ehemalige Wehrmachtangehörige, „alte Kämpfer" der Wehrverbände und der NSDAP., ferner Personen, die im Arbeitsdienst oder in der Landhilfe mindestens ein Jahr tätig ge- wesen sind. Die Führer der Betriebe haben sich mit den Arbeitsämtern darüber ins Benehmen zu fehen, daß die zur Entlassung Kommenden andere Ar- beitsplätze, besonders in der Land- und Hauswirtschaft, im Arbeitsdienst oder in der Landhilfe erhalten. Die durch die Entlassungen freigewordenen Arbeitsplätze sind durch die bei den Arbeitsämtern anzufordernden altern Arbeitslosen zu besetzen. Abgesehen von diesem Arbeitsplatzaustausch dürfen in Zukunft Personen unter 25Jah« ren nur noch mit Zustimmung der Arbeitsämter eingestellt werden: ausgenommen sind Lehrlinge, mit denen ein Lehrvertrag über mindestens zwei Jahre abgesckjlössen wird. Bei der Anlernung von Arbeitskräften unter 25Jahren hat der Führer des Betriebes darzulegen, daß dies den Notwendigkeiten des Betriebes und den staatspolitischen Erfordernissen entspricht. Zur bevorzug- zugten Vermittlung ist hierbei im wesentlichen der gleiche Personenkreis zugelassen, der auch von einem Arbeitsplatzaustausch ausgenommen ist. Für ältere Angestellte über4 0Jahre, die nach längerer Arbeitslosigkeit infolge Austausches eingestellt werden, sind zum Ausgleich von Minderleistungen L e i st u n g s z u s ch Ü s s e bis zur Höhe von 50 Reichsmark und Kinderzulagen aus Mitteln der Reichsanstalt vorgesehen. Besondere Bestimmungen sind daneben für die Land - und For st wirtschaft getroffen. Die Vermittlung von Personen unter 25 Jahren darf durch nichtgewerbsmäßige Arbeitsvermittlungseinrichtungen und sonstige Stellen nur im Auftrage und nach Weisung des Präsidenten der Reichsanstalt erfolgen. Auch hier wird bei Neueinstellungen von arbeitslosen verheirateten männlichen Angestellten über 40 Jahre ein Leistungsausgleich gewährt. Um die Mehreinstellung verheirateter land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter zu fördern, gewährt die Reichsanstalt ferner bei der Erstellung von Familienwohnungen für die Dauer von sechs Jahren einen jährlichen Zuschuß bis zu 300 Mark. Aus aller Welt. Der v.Snternatwnalc Kongreß für Hauswittschaflsunterrichl. Nach fünf Tagen eifriger Arbeit hat der 5. Internationale Kongreß für Hauswirtschaftsunterricht seinen Abschluß gefunden. Folgende Entschließungen wurden angenommen: Der Kongreß stellt mit Freude fest, daß die in den früheren Tagungen — besonders in Rom 1927 ■— gefaßten Beschlüsse in wachsendem Maße verwirklicht werden. Der Kongreß betont, daß es dringend notwendig ist, Frauen heranzubilden, die nicht nur die für ihren Beruf notwendigen hauswirtschaftlichen Kenntnisse besitzen, sondern darüber hinaus erfüllt sind von dem Bewußtsein ihrer sozialen Pflichten. Sie müssen von ihrer hohen Sendung durchdrungen und rückhaltlos bereit sein, die von Gott gegebenen Aufgaben auch ihrerseits den Forderungen der Zeit entsprechend zu gestalten: Ein Geschlecht heranzubilden, das entschlossen ist, freudig den Daseinskampf aufzunehmen, den Schwierigkeiten des Alltags stanbzuhal- tcn und die Verantwortung auf sich zu nehmen für sich selbst, ihre Familie und die Volksgemeinschaft. Die Erziehung zu solchen Menschen setzt eine Gründliche religiöse und charakter- i ch e Bildung voraus, die nur von wirk- l i ch geeigneten Lehrkräften vermittelt werden kann, welche sich ihrer Aufgabe mit ganzer Seele hingegeben und engste Fühlung mit Familie, Kirche und Staat halten. Der Kongreß hält es für notwendig, daß der Hauswirtschaftsunterricht sich alle diejenigen Wissenschaftszweige dienstbar macht, die dazu beitragen, das Leben in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zu begreifen. Ein so verstandener Unterricht trägt dazu bei, die Schülerinnen in ihrer Volksgemeinschaft fest zu verwurzeln, denn indem sie dazu geführt werden, sich in ihr Volkstum und in die Geschichte Ihres Volkes zu versenken, lernen sie es bewundern und lieben. Der Kongreß betont, daß es unerläßlich ist, den Geisteswissenschaften und K ü n ft e n einen gleichwertigen Platz neben den Naturwissenschaften einzuräumen, auf baß der Mensch Herr der Schöpfung bleibe. Das geistige und sittliche Erbe der Menschheit kann nur bewahrt werden, wenn die geistig-sittlichen Werte Gegenüber den materialistischen die unbedingte Vorherrschaft haben. - Weitere Entschließungen betreffen die Rationalisierung der hauswirtschaftlichen Arbeit und die hauswirtschaftliche Lehre. Sonderfahrt des „Graf Zeppelin" zur Besichtigung der Autostraßen. Vom 7. Internationalen Straßenbaukongreß wurde das Luftschiff „Graf Zeppelin" für eine Sonderfahrt am 14. September gemietet; hier- bei sollen die neuen zur Zeit im Bau befindlichen Reichsauto st raßen vom Luftschiff aus besichtigt werden. Auch der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, wird an der Fahrt teilnehmen. Am 14. September früh um 4 Uhr erfolgt der Start in Friedrichshafen. Nach einer Zwischenlandung in Frankfurt a. M. wird das Luftschiff zu der Besichtigungsfahrt auf- steigen und gegen 17.30 Uhr nach Frankfurt zurück- kehren. Für 18 Uhr ist der Rückflug nach Fried- richshafen geplant. An der Fahrt Friedrichshafen- Frankfurt sowie an der großen Fahrt zur Besichtigung der Reichsautostraßen nehmen 25 bis 30 Gaste teil. Für Die Rückfahrt von Frankfurt nach Friedrichshafen können noch 15 Fahrgäste aufgenommen werden. 50 Jahre Ostasien-Mission. Im Winter 1873 verfaßte ein aus Württemberg stammender Schweizer Pfarrer, Ernst Buß, eine Preisschrift, die die Haager Gesellschaft zur Verteidigung des Christentums ausgeschrieben hatte: „Die christliche Mission, ihre prinzipielle Berechtigung und praktische Durchführung". Er gewann damit den ersten Preis, und über Nacht war der erst 30jährige Pfarrer unter Fachleuten und weit darüber hinaus bekannt geworden! Zehn Jahre später ging er oom Wort zur Tat über und begründete mit zahlreichen Gesinnungsgenossen in Deutschland und der Schweiz den „Allgemeinen Evangelisch- Protestantischen Missionsverein", heute Ostasien- Mission genannt. Aus dem Grunde des Evangeliums Jesu stehend, will er doch auch das Gute in den alten Religionen Chinas und Japans gelten lassen und an die vorhandenen Wahrheitselemente jener Religionen anknüpsen. Er ist um dieser Grundsätze willen oft angegriffen worden, aber heute nach 50 Jahren sind doch die meisten Forderungen von D. Buß auch in die Pra- xis der älteren Mission eingegangen, weil sie sich bewährt haben. In Qapan und China bezeugt eine über 50 Jahre sich erstreckende Arbeit von mehr als 50 Abgesandten, daß die Ostasien-Mission an ihrer Stelle nicht umsonst gewirkt hat. Kann und will sie auch nicht, wie die älteren Missionen, mit großen statistischen Zahlen aufwarten, so haben doch Männer wie D. Faber und D. Richard Wilhelm in Tsingtau, D. Spinner und D. Schiller in Japan durch ihre literarische Arbeit Wichtiges und Bleibendes geschaffen und einen nicht unbedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der werdenden jungen Christenkirchen jener Völker ausgeübt. Heute schaffen schon nahezu 100 Mitarbeiter aus Europa und Öftafien auf vier Hauptstationen. In China wurden 1Ö33 in zwei Spitälern und mehreren Polikliniken über 47 000 Behandlungen, meist gratis, ausgeführt. Die große Real- schule zählt jetzt über 450 Schüler mit 37 Lehrern und muß unbedingt vergrößert werden, um nicht bei jedem Semester viele tüchtige und würdige Kräfte abschieben zu müssen. In Japan arbeitet besonders gut der Nachfolger von D. Schiller in Kyoto, Missionar Pfarrer H e f *• fei, mit großem Erfolg auf 12 Predigtstationen, Kindergärten, Bibelklassen, Sonntagsschulen, Stu- dentenheimen, wobei ihn über 40 einheimische Kräfte unterstützen und große Opfer bringen. Im Herbst wird die Halbjahrhundertfeier in Weimar begana-n werden. Germanesimo... Don unserem römischen E.-Korresvondenien. Rom, August 1934. Wird der Süden jemals den Norden v e r st e h e n, der Romane den Germanen, der Italiener den Deutschen? Politiker mögen die Frage bejahen, Oberflächenreisende beginnen in Capri zu zweifeln, wer aber lange in Rom gelebt hat, muß klar und deutlich antworten: Nein! Niemals. Ein Abgrund trennt uns, den peber Wille, noch Begeisterung und Schwärmerei zy Überbrüden vermögen. Wir verstehen die Cäsaren und Mussolini versteht Hitler, der deutsche und der italienische Geschäftsreisende können am gleichen Strang ziehen, ein Bauer der Campagna wird in einem Bauern der Lüneburger Heide gefühlsmäßig seinen Bruder sehen. Aber wo der Verstand anfängt, endet das Verständnis: ie mehr wir uns zu erforschen suchen, um so weiter entfernen wir uns. Die germanische Vorstellungswelt ist dem römischen In? tellektuellen ein Buch mit sieben Siegeln, wo er sie zu begreifen vermeint, geht er am erschütterndsten m der Irre. Umgekehrt glauben wir uns in den heiteren Olymp versetzen zu können und kleben vermutlich doch nur am Rande wie Zaungäste. Erklären läßt sich bas alles nur sehr schwer. Am wenigsten mit philosophischem Getue. Denn nicht Hirn sieht hier gegen Hirn, sondern die Herzen sprechen eine verschiedene Sprache. Der Italiener hat eine Wohnung, wir haben ein Heim. Das Wort läßt sich ebensowenig übersetzen wie der Begriff. Wir lieben den Wald mit seinen feierlichen gotischen Hallen und dem Wivfelrauschen der Ewigkeit; der Italiener spricht fröstelnd von unseren büjteren Forsten. Wir hegen und pflegen die Singvögel, er ißt sie. Der germanische Jagdbegrisf ist ihm derart fremd, daß die in den Reservaten abgeschofsenen Hirsche und Rehe auf dem Markt mit dem Geweih verkauft werden: was für den weidgerechten deutschen Jäger eine Trophäe ist, wird in Rom zu den übrigen Knochen geworfen. Und so ließen sich noch zahllose augenfällige Gegensätze, die alle mit dem Gemüt Zusammenhängen (wieder ein unübertragbares Wort), in bunter Reihe anführen. Aber gehen wir in die Tiefe. Was gibt es Tieferes als ine germanische Mythologie? Keine Sagenwelt anderer Völker und Religionen bringt in solche Urgründe, denn keine ist so wesens- innig mit der Natur verwurzelt. Wotan, welch eine Gestalt! Wenn aber Siegfried in der römischen Oper aufgeführt wird, dann schreibt der Kritiker über den „langweiligen alten Nörgler", womit er den Wan- derer meint. Und was wird aus der weltenstürzen- den letzten Begegnung mit Siegfried, wenn die Weltesche bebt, da der Gott ringt mit der Dämmerung? Ein „komisches Duell". Das Schwert zerschlug einst dieser Schaft: noch einmal denn zerspring' es am ewigen Speer! Ein Duell, jawohl, mit komischen Bedingungen. Lohnt es sich, zu diskutieren? Eher wächst uns Verständnis auf im Stein. Gutgläubig, wie wir sind, wird man vielleicht einwenden, so spreche eben die Unkenntnis oder ein Wagnerfeind. Durchaus nicht. Hören wir begeisterte Wagnerianer, anerkannte deutschfreundliche Italiener. Da ist Guido Manacorda, der über Faust und Ibsen, Luther und die Edda schrieb, dessen Werk man, nach einem italienischen Schriftsteller, auch „Deutsche Weltanschauung" betiteln könnte ober besser noch: L’essenza del Germanesimo. Das Wesen des Deutscht u'rn s. Bücher, in denen das Menschenmögliche versucht wird, um in eine andere Geisteswelt einzudringen. Und wie wird darüber in den römischen Tageszeitungen berichtet, berichtet von einem Geistesarbeiter, der zudem den nicht gerade romanisck klingenden Namen Adriano T i l g h e r führt? Nichts könnte lehrreicher fein. Die deutsche Weltanschauung schreibt sich nach ihm aus der „plumpen, verworrenen und nebelhaften germanischen Mythologie" her. „Was ist sie anders als eine dumpfe und stumpfe Lebensauffassung, ein fatalismo pessimistico ohne Licht und Hoffnung?" Daß ein Gott die Welt aus Lieoe geschaffen habe, diese Möglichkeit bleibe uns fern. Was steht an ihrem Ende? Nichts als Angst und unsagbare Trostlosigkeit. Es gibt keine Erklärung und keine Erlösung, wir nehmen unser Schicksal eben so hin und tragen es mannhaft, obwohl wir keinen Sinn darin erblicken. „Aus diesem Boden der germanischen Seele erwuchs Goethe und Luther und Nietzsche." Wir haben eben kein Gemüt und keine Volkstteder. Wir berauschen uns angeblich an der Götterdämmerung als einem Zusammenbruch, denn das sei der Zweck der Waffenehre, wie wir sie verstehen. „Kein Wunder daher, wenn die deutsche Geschichte nichts anderes ist als eine Reihe von Katastrophen, ein Hinunterstürzen von Gipfeln, auf denen sie sich nicht halten können." Nichts sei der romanischen Idee fremder als diese Niedergangsvision, denn die romanische Idee sei „Tatkraft, aus messerscharfem Verstand und eisernem Willen zusammengesetzt, nur auf klare, greifbare Ziele gerichtet. Nichts Wotani- sches in Cäsar, nichts Cäsarisches in Wotan". Nein, gewiß nicht. Es wäre schrecklich, wenn Wotan Feldzüge unternehmen würde. Wir sind eben bloß Gemütsmenschen, obwohl uns mit sonderbarem Widerspruch die Freude an der rohen Gewalt angedichtet wird. Und Tilgher doziert weiter: Die deutsche Lyrik und die deutsche Musik quellen über von so scheußlich unromanischen Vorstellungen. Unser „Idealismus" wird beim Uebersetzen in andere Sprachen eine komische Angelegenheit, weil er „in einer Psyche wurzelt, die der italienischen fremd ist wie nichts anderes". Hier widersprechen wir nicht, hier ergreift uns ein Gefühl, ein echt deutsches, barbarisches Gefühl des Stolzes. Noch in unserer „Komik" fühlen wir uns groß. Die italienische Psyche ist nämlich nach diesem Deuter germanischen Wesens im Gegensatz dazu „ganz Maß und Ausgeglichenheit, Klarheit und Harmonie selbst in der Leidenschaft." Die mota- nische? Heidnisch, antichristlich, kennt weder Demut, noch Liebe, noch Barmherzigkeit (durchweg cäsa- rische Tugenden); sie treibt keine anderen Blüten als Ehrgeiz und heldenhafte Raserei. Eine wilde und wundervolle Schönheit, gewiß, aber ungeeignet für einen wahrhaft christlichen Boden. Sagt Adriano Tilgher. Soll man streiten? Es märe völlig unnütz. Wollen wir die Gottesgründlichkeit deutscher Dome und deutscher Wälder verteidigen? Das haben sie nicht nötig. Wir schauen auf die lebensdürren Hänge des Südens, auf die aufgefpiehten Lerchen und die romanischen Prunkfassaden der Kirchen mit ihren nackten Seiten- und Hinterwänden und jubeln mit der erwachenden Brünhilde: O Heil der Mutter, die mich gebar; Heil der (Erbe, die mich genährt! O Siegfried, Siegfried, fieaenbes Licht! Unb jauchzen ihr zu, dieser Heimat des „Germanesimo": Sie ist uns ewig, sie ist uns immer. Erb unb Eigen, ein und all: leuchtende Liebe, lachender Tob! Hinrichtung der Mörder des GA.-Mannes Walter Ufer. Im Gerichtsgefängnis Dortmunb finb bie von bem Sonbergencht wegen gemeinschaftlichen Mvr - b e s in Tateinheit mit schwerem ßanbfrie» bensbruch zum Tode verurteilten Hans V o i t unb Friebrich Rapior aus Dortmunb hingerichtet worben, weil sie am 24. Juli 1932 ben SA.-Mann Ufer niebergemetzelt haben. Die NSDAP, hatte an diesem Abend in Dortmund-Eving eine öffentliche Volksversammlung an- gesetzt. Um sie gewaltsam zu verhindern, hielt eine kommunistische Menschenmenge bie Umgebung bes Versammlungslokals besetzt. Nachbem sie von bem UeberfaUfommanbo in bie umliegenben Straßen abgebrängt waren, trafen bie Kommunisten ben SA. - Mann Walter Ufer auf bem Wege zum Versammlungslokal in Begleitung eines SA.- Kameraden. Mit wilden Zurufen überfielen sie beide mit Steinwürfen, die Ufer zu Boden streckten, während sein Kamerad entrinnen konnte. Die verhetzte Masse stürzte auf den hilflos am Boden liegenden Ufer, trat ihm ins Gesicht, schlug ihn mit Stöcken und Steinen und st a ch mit Messern aus ihn ein. Ufer hatte eine tiefgehende Stichverletzung erhalten, an deren Fvl- den er starb. Voit und Rapior waren die Haupt- Hetzer und Hauptschläger bei dem Ueber- fall. Voit hatte den ermordeten Ufer mehrere Minuten lang mit einer Stahlrute unb einem Stock mißhanbelt und ihn mit Füßen getreten. Rapior hat ihm mit einem bvlchartigen Messer tödliche Stiche beigebracht. Der preußische Ministerpräsident hat es a b gelehnt, von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen, da die Tat einen grauenvollen kommunistischen Mord darstellt. Die Art und Weise, in der die Verurteilten den am Boden liegenden SA.-Mann mißhandelt haben, spricht von solch außerordentlicher Verwilderung unb so bobenloser Feigheit, baß die Verurteilten sich durch ihr Der- brechen außerhalb der Dolksgemein- schäft ge st eilt und ihr Leben verwirkt haben. Die Hinrichtung der kommunistischen Mörder sühnt die Ermordung bes im Kampf um die Freiheit des deutschen Volkes gefallenen SA.-Kameraden. Die Raubmörder Scheer und Schulte hingerlchlet. Die durch Rechtsurteil des Schwurgerichts zu Dortmund vom 22. Januar 1934 wegen Raubmordes in drei Fällen, begangen zu Dortmund und Holzwickede an der Witwe Martha Schur aus Hagenhaspe, an der Stenotypistin Emma Schneider aus Herford und an dem Kaufmann Franz N a r o w f k i aus Dortmund - Hombruch, dreimal zum Tode verurteilten August Scheer und August Schulte aus Dortmund find im Hofe des Gerichtsgefängnisses zu Dortmund durch Enthaupten mit dem Beil h i n g e r i ch t e t worden. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich um kaltblütig vorbereitete und durchgeführte Raubmorde handelte unb bie Verurteilten sowohl nach diesen grauenvollen Verbrechen als auch nach ihrem Vorleben (sie sind u. a. wegen Raubes mit sechs bzw. sieben Jahren Zuchthaus vorbestraft) als schwerste Verbrecher anzusehen sind, für die ein ©nabenbemeis nicht in Betracht kommen kann. Der erste Schnee in ben Bergen. Einen jähen Temperatur st urz hat es in ber Nacht oom Mittwoch zum Donnerstag im Allgäu gegeben. Nachdem am Mittwochabend Gewitterregen niebergegangen war, fiel bas Thermometer in ber Nacht bis zum Gefrierpunkt. In ben Bergen ist bis zur Walbgrenze herab Schnee gefallen. Auch im östlichen Alpengebiet ist zum erstenmal im Spätjahr Schnee gefallen. Am Don- berstag früh leuchtete es weih oom Seinkar im Wenbelsteingebiet. Auch bas Kaisergebirge hatte bis weit herab ein weißes Kleib. Besorgnisse um das Schicksal einer britischen Gränlandexpedition. In London hegt man schwere Befürchtungen für bas Schicksal einer britischen Arktisexpe» b it io n, bie im Mai d. I von Jakobshavn zu einer Ueberquerung bes Jnlanbeises von Grönland im Schlitten aufgebrochen war. Das grönländische Derwaltungsamt in Kopenhagen teilt mit, daß nicht die geringste Nachricht über die Expedition, die aus den Leutnants Linbfay und Godfrey und einem Mr. Croft besteht, vorliegt. Auch der dänische Kapitän N i k o l s e n , der eine Inspektionsreise an Grönlands Ostküste durchführt, meldet, daß er nirgends etwas von der Expedition gehört habe. holländischer Bergsteiger tödlich abgestürzt. Ein in Champery (Kanton Wallis) in den Ferien weilender Holländer namens Lennep, ber in Begleitung einer Holländerin und eines Führers bie Besteigung ber Dents Blanches unternehmen wollte, stürzte infolge Reißens bes Seiles 100 Meter tief ab. Die Leiche, bie schrecklich zugerichtet war, konnte geborgen werden. Flugzeughalle in Karlsruhe abgebrannt In ber Nacht zum Freitag gegen 1 Uhr brach in ber Flugzeughalle auf dem Karlsruher Flughafen Feuer aus, dem bie Halle zum Opfer fiel. Die Brandursache ist noch nicht festgestellt. Berheerende Brände in der Türkei. Das türkische Dorf Evlat bei Adalia wurde von einer riesigen Feuersbrunst heimgesucht, durch die 96 Häuser, sieben Speicher und zwei Wirtshäuser vernichtet wurden. — In der Stadt Akseray (Wilajet Konia) fielen bas stäbtische Theater, fünf Speicher unb ein Caf6 einem Branbe zum Opfer. NIVEA 52t mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. Kunst und Wissenschaft. Die Rückkehr der Vanga-Parbat-Lxpedition. Sieben Mitglieder der deutschen Nanga- Parbat-Expedition trafen von Benares kommend mit Die* Trägern in Kalkutta ein. Der Führer B e ch t h o l d erklärte, daß die Expedition aus Gesundheitsgründen beabsichtige, nach dem annähernd 2000 Meter hoch gelegenen Darjeeling in der Nähe des Everest zu reisen. Von dort werde die Reise nach Bombay gehen. Die Abfahrt nach Deutschland zu Schiff sei für den 6. September geplant. Bechthold habe auch mitgeteilt, daß, falls die Verhandlungen mit der indischen Regierung zum Abschluß gelangen, die Expedition in anderthalb Jahren nach Indien zurückkehren werde, um einen neuen Versuch der Ersteigung des Nanga Parbat zu unternehmen. Tagung der Internationalen Strafrechtskommission in Vern. In Bern tagte die Internationale Kommission für Strafrecht und Gefängnis wesen. Der Kommission, die seit etwa 60 Jahren besteht und vom Völkerbund unabhängig ist, gehören fast alle größeren Staaten der Welt an. Die letzte Tagung ist für Deutschland von besonderer Bedeutung, sie diente vornehmlich der Vorbereitung des Internationalen Kongresses für Strafrecht und Gefängniswesen, welcher auf Einladung der Reichsregierung im Jahre 1935 in Berlin stättfinden wird. Die Verhandlungen beitete der deutsche Reichsgerichtspräsident Bumke, der gegenwärtig Präsident der Kommission ist. Maxim Gorkis Werke beschlagnahmt. Gemäß der Verordnung vom 4. Februar 1933 für das Land Preußen wurden nach Mitteilung des Deutschen Kriminalpolizeiblattes sämtliche von dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki verfaßten und in deutscher Sprache erschienenen Druckschriften beschlagnahmt und eingezogen. Herbstneuigkeiten des Verlages 3. (kngelhorns Rachf., Stuttgart. Der Verlag I. Engelhorns Nachf. in Stuttgart kündigt die folgenden Neuerscheinungen für den Herbst d. I. an:1 Stijn Streun eis: Knecht Jan. Roman. Alleinberechtigte, vom Dichter durchgesehene Uebersetzung aus dem Flämischen von W. Ackermann und N. Rost. — Cherry Kearton: Im Lande des Löwen. Mit 29 Bildern nach Photos des Verfassers. Alleinberechtigte Ueber- fetzung aus dem Englischen von Ernst Müncherath. — Kurt Kluge: D i e silberne Windfahne. Roman. Die französischen Lusimanöver wegen schlechten Wetters abgebrochen. Erfolgreiche Fliegerangriffe auf den pariser Flughafen. - Oie Verteidigung unzureichend. — Das Stichwort für neue Aufrüstungspropaganda. Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Luftmanöoer haben Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht mit dem Angriff der von Osten kommenden „blauen Partei" gegen den Pariser Flughafen LeBourget. Trotz aller Vorkehrungen ist es der angreifenden Partei gelungen, die Abwehrlinie zu durchbrechen, so daß der Flughafen Le Bourget von 47 Flugzeugen stark mit Bomben belegt wird. Gegen mittag trugen die feindlichen Streitkräfte einen zweiten Angriff vor, der ebenso wie der erste vollkommen gelang. Ungehört und ungesehen stießen die schweren Bomber plötzlich aus den Wolken hervor, und die kleinen blauen Leuchtkugeln, die in der Luft zerstoben, zeigten an, daß sie ihr Vernichtungswerk systematisch durchführten. Nach dem Urteil der Militärsachoerständigen sind beide Angriffe in vollem Umfange geglückt. Als die Jagdflugzeuge der Verteidiget ausstiegen, um sich auf die Angreifer zu stürzen, hatten diese ihre Arbeit bereits verrichtet und den Rückzug angetreten. I n der Nacht auf Freitag hat der Luftfahrtminister General D e n a i n infolge der u n - günstigen Witterung — es regnete die ganze Nacht in der Gegend von Paris, und von der Champagne, von wo die angreifenden Flugzeuge hätten starten sollen, werden Stürme gemeldet, — die für diese Nacht vorgesehenen Luftangriffe auf LeBourget abgesagt. Die Flugzeuge der Verteidigungsarmee sind in die Hallen geschoben worden, die Scheinwerfer abgeblendet. Von Freitag sechs Uhr ist wieder Alarmbereitschaft. Im Laufe des Freitagvormittag soll die blaue Partei neue Vorstöße auf Le Bourget versuchen. Am Freitagmittag finden die großen Manöver ihren Abschluß. Das endgültige Urteil der Militärsachoerständigen wird aber erst in einigen Tagen zu erwarten sein. Es steht jedoch schon jetzt fest, daß die Luftverteidigungihre Aufgabe nicht erfüllt hat und daß ein geschickt vorgetragener Angriff, zumal wenn er von den Witterungsbedingungen begünstigt wird, alle Aussichten hat, sein Ziel zu erreichen. Der Himmel war am Donnerstag den ganzen Tag mit sehr niedrigen Wolken bedeckt, so daß es den Angreifern möglich war, unbemerkt über den Wolken bis Paris vorzudringen. Erst über dem Flughafen stießen die feindlichen Bomber ganz überraschend aus der dichten Wolkenbank hervor und gingen teilweise bis auf 100 Meter herab. Die Zahl der theoretisch abgeschossenen oder zur Notlandung gezwungenen feindlichen Apparate war verschwindend klein. Die in Paris ausgegebenen Manöverberichte sind natürlich nach einem ganz bestimmten Schema zurechtgezimmert worden. Auf jeden Fall sollte schwarz in schwarz gemalt und das Stichwort für eine neue Aufrüstungspropaganda gegeben werden. In dieser Tatsache erschöpft sich die ganze Bedeutung.des Manövers in der Luft — und des Manövers der beamteten „Kriegsberichterstatter". Nachdem kürzlich die Verteidigung der Küsten angeblich nicht klappte, so daß ein feindliches Korps landen konnte, reicht jetzt die Luftverteidigung nicht aus. Wie man damals sofort die weitergehende B e - feftigungöer ft ü ft e n forderte, wird man jetzt einer neuen Anhäufung von Kriegs- flugzeugen und Abwehrgeschützen den Weg zu ebnen suchen. Wettervoraussage. Die nordwestliche Störung hat sich mit ihren Ausläufern weiter auf dem Kontinent durchgesetzt und an ihrer Südseite verbreitete Regenfelder erzeugt. Da die Luftdruckgegensätze über dem Festlande jedoch nicht mehr so scharf ausgeprägt sind und von Südwesten her sogar langsamer Druckanstieg einsetzt, beruhigt sich die Wetterlage vorübergehend etwas, wenn sie auch noch keinen beständigen Charakter annimmt. Aussichten f ü r Samstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, kühl, noch vereinzelte Schauer. Aussichten für Sonntag: Noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 30. August: mittaas 16,8 Grad Celsius, abends 9,8 Grad; am 31. August: morgens 11,5 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum 8,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. August, abends 16 Grad, am 31. August: morgens 14,2 Grad. — Niederschläge 4 Millimeter. — Sonnenscheindauer 51/« Stunden. REICHSLUFTSCHUTZBUND Berliner Frühbörse. Berlin, 31. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Im vorbörslichen Frühoerkehr kamen nennenswerte Umsätze nicht zustande. Man befaßte sich allgemein mit eingehender Diskussion der gestrigen großen Rede Dr. Schachts in Bad Eilsen, in der er als Dor- , aussetzung für die Gesundung der deutschen Wirtschaft und die Wiederbelebung des Welthandels ein mehrjähriges Dollmoratorium und die Herabsetzung der deutschen Auslandsverschuldung auf ein erträgliches Maß forderte. Da an der Börse bereits gestern einiges über den Inhalt der Rede bekannt geworden war, dürfte heute keine einschneidende Beeinflussung der Tendenz durch sie eintreten. Soweit sich bisher übersehen läßt, sind Abgaben über das normale Maß h in aus nichtzu verzeichnen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. KlCidCrStOffS * »mal* md Dualität bei A Djfhtßr dem Webereiiadtmamt 1UV1HV1 vlvaiV II IHIIIIIII im 1*0 MU Will wl H IIIIIIIIIIIIII iiiiiiiiiiii IIIIIIIIHII iiiiiiiiiiiiiiii UHU Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde am 10. August 1934 bei der Firma Gräfin Vera von Ittontö in Gießen folgendes eingetragen: Der Sitz der Firma ist nach Mainz verlegt. 50460 Gießen, den 29. August 1934. hessisches Amtsgericht. Vermietungen Südviertel Sonnige 5-Zimnter-Wohng. rn.Zubehör weg. Fortzugs sofort zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 04202 a.d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllli Z-Zimmer- Wohnung großeWohnküche, Bad, sofort zu verm. Zu erfr. i. 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August (954 ZurMndfunkansprachedesReichsjugendsührers Baldur von Schirach schreitet die Front der Hitler-Jugend ab, die ihn vor dem Rundfunkhaus erwartete. M W * W. 4 MW ,>.• -HM O * K 1 z N V Eine Zeltstadt zum „Tag der 100000". ää*äÄ3 / - / - r7 Xy.- . /"■X. ?> .«vv.X' . „ . • <> X Am 1. und 2. September werden in Frankfurt a. M. die Hitler-Jungen des Gebietes 13 zu einem Gebietsaufmarsch vereinigt sein. Zur Unterbringung der 100 000 Hitler-Jungen sind im Ostpark und im Huthpark Zeltstädte aufgeschlagen worden, von denen hier ein Ausschnitt wiedergegeben wird. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die Japaner essen die meisten Fische. (bk) Tokio. Auf die Tatsache, die meisten Fischesser der Erde zu beherbergen, ist Japan stolz. Immerhin ist es auch eine ganz ansehnliche Leistung, innerhalb eines Jahres vier Milliarden Kilo Fische von den 14 Milliarden Kilo, die in dieser Zeit von der ganzen Welt verzehrt werden, zu vertilgen. Alle anderen Länder folgen erst in sehr weitem Abstand: Die Vereinigten Staaten von Amerika mit 1,5 Milliarden Kilo, Rußland mit 1,4 Milliarden Kilo, England 1,2, Frankreich nur mit 300 Millionen Kilo. Andorra, die Pyrenäen-Republik hält dagegen den „Winzigkeitsrekord" mit 15 000 Kilo jährlichem Fischverbrauch. Wassertöpfe mit Pocken. (ns) Kalkutta. Die Monsune wehen früher als sonst und auch stärker. Daran ist die seltsame atmosphärische Verwirrung dieses ganzen Jahres schuld. Doch die Ursachen interessieren hier weniger, als die Folgen: Rings um Kalkutta sind in diesen Tagen wenig heile Tontöpfe mehr anzutreffen. Aber man kann viele Frauen auf den Straßen sehen, die mit Steinen ihre Töpfe zerklopfen oder ins Wasser versenken. Warum diese Vernichtung? „Weil die Töpfe die Pocken haben!" Kein Europäer glaubt es und kein gebildeter Inder hält das für wahr. Aber auf deren Tontöpfe kommt es ja auch nicht an. Die werden glasiert sein und haben nicht diese — Pocken. Die Regierung hat die besten eingeborenen und weißen Wissenschaftler mit der Klarstellung dieses Phänomens beauftragt, das sich so verblüffend ausnahm, daß die Inderinnen meinten, die Töpfe hätten eben die Pocken und von ihnen würden sie auf die Menschen überspringen. Die Wissenschaft hat untersucht und gesprochen: Der Monsun ist schuld. Die Hitze hat im Verein mit dem Monsun die in den porösen Töpfen befindlichen Wassertropfen aufgetrieben und zum Platzen gebracht. Und das Ganze sieht dann aus, als wenn der Topf die Pocken hätte. Gefördert wird das Gerücht — von den Töpfern, die denn auch bereits gute Geschäfte mit „gesunden" Töpfen machen ... „Ehrensträfling" von Sing-Sing bekommt einen Diener. (th) Chikago. Rabat muß einst ein sehr schöner Bursche ge- wesen sein. Denn sie verurteilten ihn zu lebenslänglichem Aufenthalt in der Verbrecherkolonie Sing-Sing und begnadigten ihn auch nicht, als er feine 30 oder 40 Jahre abgebüßt hatte. Robat sah das alte Sing-Sing und das neue. Er sah die größten Banditen des Jahrhunderts und die besten Direktoren aller Jahrzehnte. Er ist nun in diesen Tagen 100 Jabre alt geworden, der alte Robat. Seine Gefährlichkeit hat sich abgeschliffen. Man hält ihn heute für einen harmlosen älteren Herrn, den man freilich auch zu seinem 100. Geburtstage nicht mehr begnadigen kann. Einmal wegen der Gesetze und dann auch, weil er sich nicht mehr zurechtfinden würde. „Mir geht es ja auch sehr gut hier!" meinte er, als man ihm zu seinem 100. Geburtstag gratulierte. Wenn die ersten hundert Jahre einmal herum sind, hört die Feindschaft ja auf, meinte auch der Direktor von Sing-Sing und brachte einen Negersträfling mit in die Zelle des Alten. „Das wird dein Diener fein, Robat. Auf deine alten Tage muß man es dir ein wenig bequemer machen. Das geht doch nicht mehr so mit dem Bettenmachen und dem Stiefelputzen, wie?" Robat nickte verbindlich und betrachtet sich seit diesem Tage gewissermaßen als Ehrenmitglied von Sing-Sing. Lily will keine Stenern bezahlen. (ur) Buenos Aires. In den nächsten Tagen wird in den amtlichen Blättern von Buenos Aires eine Anzeige zu lesen sein: dort und dort würden die Schmucksachen und Kleider der Metropolitan-Opera-Sängerin Lily Pons öffentlich versteigert. Man wird sich drängen, um diese Schätze zu sehen und — zu ersteigern. Lily Pons aber ist längst in Rio de Janeiro — ohne Schmuck und mit ganz wenigen Kleidern. Wieso man der bekannten Sängerin die Juwelen versteigert? Weil sie ihre Steuern von ihren Konzerteinnahmen nicht bezahlen wollte. Sie hatte früher einmal ein Konzert gegeben und war dann, ohne die Steuern zu zahlen, verschwunden. Als sie jetzt ein neues Konzen ansetzte, beschlagnahmte man schon vom Vorverkauf den ganzen Steuerbetrag. Aber Lily Pons war so wütend darüber, daß sie das Konzert abblies. Die Polizei bekam Wind davon und beschlagnahmte Juwelen und Kleider. Sie ist unerbittlich, die Polizei von Buenos Aires — erst die Steuern, dann alles andere. Die Welt harrt gespannt der Versteigerung. Denn die Juwelenpreise stehen schlecht in Buenos Aires. Und für „alte Kleider" zahlt man auch keine Vermögen ... Lily Pons singt derweilen schmollend in Rio. Das Taschengeld einer Neunjährigen. (th) N e u y o r k. Amerikanische Blätter veröffentlichen Ziffern aus dem privaten „Haushaltsplan" einer jungen Dame des Landes. Diese junge Amerikanerin, mit Namen Miß Lucy Thomas, braucht wöchentlich rund 2500 Mark nach deutschem Gelde für ihre persönlichen Ausgaben. Zu den regelmäßigen wöchentlichen Ausgabenposten gehören:' etwa 500 Mark für Hotelmieten usw., 150 Mark für Chauffeur und Kindermädchen, 50 Mark für Massage und 100 Mark für sonstige Schönheitspflege, rund 150 Mark für Sonderausgaben beim Delikatessenhändler für Kaviar, Pasteten, Schokolade, Artischocken usw.; und allein die Instandhaltung und Stimmung ihres Pianos verschlingt monatlich 250 Mark. — — — Das erwähnte Kindermädchen ist das der Miß Lucy selbst, denn diese junge Dame zählt erst — neun Lebensjahre und gibt darum auch wöchentlich 40 bis 50 Mark für Spielfachen aus. Miß Lucy erbte von ihrem kürzlich verstorbenen Vater, einem bekannten amerikanischen Rennstall- besitzer, das schöne Sümmchen von vier Millionen Dollar, deren Zinsen ihr nach den Bestimmungen ausdrücklich zum Lebensgenuß zur Verfügung stehen. Ein großer Erzieher scheint der verstorbene Herr Papa nicht gewesen zu sein. Der Gitterzaun von Naarden. (j) Amsterdam. Auch in dem sonst so gemütlichen Holland lassen die Behörden nicht mit sich spaßen. Das mußte kürzlich zu seinem Leidwesen auch Mijnheer L. erfahren, der sich in Naarden am Rembrandtlaan eine schmucke Villa gekauft hatte. Er war gerade eingezogen, als er eine Zuschrift des Magistrats von Naarden erhielt, in dem er aufgefordert wurde, einen Streifen feines Vorgartens zwecks Verbreiterung des Rembrandtlaans abzutreten. Herr L. lehnte das unter der Begründung ab, gerade der schöne Vorgarten habe ihm seinerzeit derart in die Augen gestochen, daß er nur seinetwegen sich zum Kaufe dieser Villa entschlossen habe. Er denke daher gar nicht daran, irgend etwas von seinem neuen Besitz abzutreten. Äuf eine zweite Aufforderung hin erhielt die Gemeinde denselben abweisen- Mutti will schlafen. Don Martha von Zobett h. Ort der Handlung: Muttis Zimmer, zu dem die Schwelle schon ordentlich ausgetreten ist. Notwendige Requisiten: ein Sofa, ein Telephon, eine Geldtasche, ein nie zu Ende gelesener Band von Stifters „Studien". Zeit: eine Viertelstunde nach dem Essen. Der Vater: „Du siehst so müde aus, Liebste, komm, leg dich ein bißchen aufs Ohr, ich decke dich zu! Und nun Ruhe, Kinder! Wer Mutter stört, wirL von mir eigenhändig verprügelt. Verstanden?" Chor der Kinder: „Wir sind ganz still!" Mutti (lächelt etwas skeptisch): „Na, dann möchte ich wirklich mal ... Was wollen Sie, Doris?" Das Mädchen Doris: „Es ist bloß, weil ich nachher einholen muß ..." Mutti (betont ernst): „Nachher!" Doris: „Ja, aber gleich nachher!" „Mutti (ergeben): „Also, besorgen Sie ..." Längeres Gespräch. Doris ab. Fünf Minuten sind vorbei. Mutti bettet sich wieder. Mieze schwebt mit ihrem Silberklingelchen auf lautlosen Katzenpfötchen vorbei. Chor der Kinder: „Miez, Miez, husch doch! Du störst Mutti!" Große Katzenjagd. Rettung aufs Büfett. Sturz eines schweren Gegenstandes. Kinderweinen. Chor der Kinder: „Schschsch!" Solo (leise und schmerzlich): „Mutti!" Mutti (noch ergebener): „Komm rein!" Ein Finger wird verbunden. Zehn Minuten sind um. Mutti bettet sich. Das Telephon gellt. Die Freundin: „Tag? Wollte bloß mal hören, wie's dir geht! Du sprichst so komisch, ich hab dich doch nicht geweckt? Wir essen heute nämlich später, und nachher schlafe ich ..." Weitere zehn Minuten sind um. Ruhe. Es klingelt am Eingang. Richtig, Doris ist fort. Mutti (erhebt sich, öffnet): „Ich habe doch ausdrücklich gesagt, die Wäsche soll immer vormittags gebracht werden?" Der Wäschemann (brummig): „Ich muß mich nach meiner Tour richten!' Gr wird aus der Geldtasche bezahlt, erhält aber fein Trinkgeld und geht brummend ab. Der Chor der Kinder übernimmt die Beaufsichtigung der Wohnungstür. Ruhe. Mutti betftt sich. Es läutet. Chor der Kinder (haucht leise durch die geschlossene Ziwmertür): „Ein Bettler, ein ganz armer Mann! Er hat kein Hemd, Mutti, sagt er." Mutti (ärgerlich): „Ich auch nicht!" Man hört flüsternde Beratung, dann — Solo: „Mutti, vielleicht einen Fünfer? Nimmt er auch." Mutti (ergeben): „Hol' ihn dir!" Das kleinste Solo holt den Fünfer und gibt dafür einen Kuh. Mutti sorgt sich, ob die Wohnungstür auch richtig geschlossen ist. Steht auf, sieht nach. Legt sich wieder hin. Sie hat gerade die Augen geschlossen, da kommt auf Zehenspitzen aus seinem abseits und störungsfrei gelegenen Zimmer Der Vater (läßt aus Versehen die Tür zuknallen): „Na, meine Gute, ausgeruht? Ich auch. Das war doch ein friedliches halbes Stündchen! Jetzt heißt es hopla, auf!" Mutti (richtet sich an feiner Hand hoch, seufzend): „Ihr seid so lieb zu mir, du und die Kinder!" Chor der Kinder (vor der Tür in voller Stärke): „Mutti, bist du wieder wach?" Das Signal. Von Ilse Zahrenhoitz. Eine schlaflose Nacht. Zwei Uhr vorüber. Totenstille. Mondlicht geistert durch eine Spalte im Vorhang. Draußen rast ein verspätetes Auto über den glatten Asphalt der Villenstraße: ohne viel Geräusch, । nur ein dumpfes, zitterndes Brausen, das schnell anschwillt und abnimmt. Aber da läßt der Wagen ' ein Signal ertönen, einen langgezogenen Laut, der mich im Innersten trifft. Es ist ein seltsamer Ton, in mittlerer Lage, metallisch, nicht hell, nicht dunkel: rufend, durchdringend, aber nicht grell, fast ein Naturlaut, der aus unbekannten Regionen zu stammen scheint; langhinhallend, immer gleichmäßig stark, langsam verklingend. Sa ähnlich denke ich mir irgendeinen Laut in der Nacht der endlosen afrikanischen Steppe. Ein schicksalhafter, unerbittlicher Klang, der mich aufrüttelt. Warum nur? Meine suchenden Gedanken wenden sich in ferne, vergangene Zeiten. Seelenwanderung? Vielleicht lebte ich schon einmal, vor Jahrtausenden, im Reiche der Mitte. Und dies war das Signal, das meinen Geliebten, einen großen Feldherrn des Kaisers, im Morgengrauen von meiner Seite riß. Deshalb konnte ich diesen Ton nie wieder vergessen in unzähligen Wiedergeburten. Vielleicht sprang ich in allerfrühesten Zeiten als 1 leichtfüßiges, schönes, pfeilschnelles Tier durch unermeßlich grüne Wildnis, und ein solcher weit- hallender, durchdringender Ton, dessen Ursprung ich nicht kannte, warnte mich rechzeitig vor meinen Verfolgern. Vielleicht war ich Priesterin im Sonnentempel des Aton am Nil in Unterägypten, und dieser Laut erklang vor Sonnenuntergang, um noch zum strengen, heiligen Dienst zu rufen. Vielleicht spielte ich, ein Kind, im Palast eines Fürsten der Inka, und dies war ein Ton, der von fern an mein Ohr drang, als die beutegierigen Spanier unsere metallenen Kultgefäße zerschlugen. Vielleicht geschah es einstmals in einer weih- goldenen, überschwänglich heiteren Barockkirche, daß ich durch den ersten einsetzenden Orgelton, der diesem glich, aus flüsternder Unterhaltung aufgeschreckt wurde, über der ich vergessen hatte, das Salve Regina mitzubeten... Vielleicht..., es gibt so viele Möglichkeiten. Vielleicht fährst du, mein Liebster — irgendwann, eines Nachts in einem Wagen mit gleichem Signal an meinem Hause vorbei — und ich werde es nicht wissen und dich nicht halten können. Und auch nicht halten wollen. »Das Schloß im Süden/' Der Schauspieler Victor de Ko w a, der vor kurzem eine ausgezeichnete Leistung in dem Film „Kleiner Mann — was nun?" vorführte, spielt die Hauptrolle im „Schloß im Süden", und zwar eine Doppelrolle oder vielmehr eine Rolle mit doppeltem Boden, worauf die ganze Handlung sich aufbaut: ein leibhaftiger Prinz wird von einer mit Außenaufnahmen beschäftigten Filmgesellschaft per Zufall für einen kleinen Komparsen ohne Engagement angesehen, geht auf den Spaß ein und muß alsbald das spielen, was er wirklich ist: einen Prinzen. Spiel und Wirklichkeit mischen sich in einem Schloß im sonnigen Süden zu einer episodenhaften Komödie der Irrungen und gipfeln in einer romantischen Liebesgeschichte und der für den Zuschauer leicht vorauszusehenden Entwirrung des Knotens. Geza von Bolvary führt Regie und glänzt mit bewegten Volksszenen und wirklich malerischen Landschaftsbildern. Die Inszenierung muß der Ufa übrigens allerhand gekostet haben. Die komischen Pointen bringt Paul Kemp — am schönsten in der Liebeserklärung mit Böllerschuß. Liane Haid als intrigante Filmdiva, Helga Jürgensen als Beatrix, Jessie Vihrog und Gülstorfs zeichnen sich im Ensemble aus. Die Musik von Franz G r o t h e ist ziemlich nüchtern und konventionell. — Im Beiprogramm: ein luftiger Kurztonfilm mit Jacob T i e d t k e , sowie je ein Vorspann zu „Ma- nolescu" und .Csardasfürstin". (Lichtspielhaus.) Zeitschriften. Man sollte denken, daß die „Wandlungen der Weltanschauun g", die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten vollzogen haben und denen das Augustheft der „Süddeutschen Monatshefte" (München) gewidmet ist, schwer auf einen Nenner, zu einer einheitlichen Gesamtschau zu bringen seien. Daß dem nicht so ist und daß sich die durch den Blutstrom des Volkes getragene Weltan- schauung in der scheinbaren Verschiedenheit der wissenschaftlichen Anschauungspunkte letztlich doch als eine gewaltige Einheit offenbart, — dies nachzuweifen, war Zweck des Heftes. Mit dem durch den nationalen Umbruch bedingten, grundsätzlich ver- änderten Verhältnis von „Weltanschauung und Wissenschaft", besaßt sich der Einleitunqsaufsatz des Heidelberger Pädagogen Univ.-Prof. Ernst K r i e ck. Die Geisteswissenschaft konnte diesem neuen teilweise politischen Impuls unschwer folgen, da die Ganz- heitsphilosophie, ja auch die Psychologie und noch mehr natürlich die Soziologie solchen Gedankengängen von sich aus nahegekommen war. Das zeigen die Aufsätze von Priv.-Dozent Dr. Reinhard Höhn (Heidelberg): „Die Wandlung in der Soziologie" und von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Pfähler (Gießen): „Wandlungen in der Psychologie". Was dagegen nicht so selbstverständlich erscheint, ist der „Grundlagenwandel in den Naturwissenschaften", über den Prof. Dr. Bernhard B a v i n k (Bielefeld) berichtet. Auf andere Pfade führt der geopolitisch aesehene Aufsatz von Univ.-Prof. Dr. Karl Haushofer: „Das Problem Westen und Osten." Hier ist ein einheitliches Ergebnis der Natur der Sache nach unmöglich. West und Oft find und bleiben Gegensätze schon ob der rassischen Verschiedenheiten ihrer Völker, deren jüngste Entwicklung nicht zu einer Zersetzung des Ostens durch die Weltanschauung des Westens, sondern zu einer gewaltigen geistigen, durchaus asiatischen Entwicklung des Ostens führte. Öod>fcbuinnrhrirf>ten In der Theologischen Fakultät der Universität Marburg wurde der Ordinarius für Kirchengeschichte, Professor D. Herme 1 ink zur Disposi- Hon gestellt und seines Lehrstuhls enthoben. Professor D. Freiherr von Soden, Ordinarius für neutestamentliche Theologie und Kirchengeschichte an der Universität Marburg, ist auf Grund des § 6 des Beamtengesetzes in den Ruhestand versetzt worden. Lic. D. Doerne, Studiendirektor am Prediger- stminar in Lückendorf, ist mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. an zum Ordinarius für praktische Theologie und Pädagogik an der Universität Leipzig ernannt worden. den Bescheid und entschloß sich nunmehr zu einer Gewaltmaßnahme: Als Herr ß., der als Geschäftsmann in Amster- dam tätig ist, kürzlich des Abends mit dem Auto nach Naarden zurückkehrte, fand er sowohl das Tor, das zu seiner neben der Villa gelegenen Garage führt, vom Magistrat versiegelt, wie auch quer über den offenen Fußgängereingang seines Besitzes einen eisernen Gitterzaun gezogen, der ebenfalls vom Magistrat vlombiert war. Auch nur die geringste Verletzung der Siegel und Plomben hätte Herrn L. nach dem holländischen Strafgesetz eine schwere Strafe eingebracht. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Wagen irgend wo anders unterzustellen und, um in seine Villa zu gelangen, über den genannten Gitterzaun zu klettern. Dieser Zustand besteht heute noch. Jeden Abend, wenn Mijnheer L. aus Amsterdam zurückkehrt, hat sich vor seiner Villa eine große und belustigte Menschenmenge gesammelt, um zu sehen, wie Herr L. über das Gitter turnt, damit er in sein Heim gelangen kann, und um weiter zu sehen, wer von beiden es länger aushalten wird: der Magistrat oder der dickköpfige Mijnheer... August Piccard — eigentlich Jean Piccard. (hk) Brüssel. Die ganze Welt kennt Professor August Piccard und hat auch schon von seinem Zwillingsbruder Jean Piccard gehört, der sich nach Amerika zurückzog, um nicht immer für August Piccard gehalten zu werden. Aber nun erfährt die verblüffte Menschheit, daß Jean Piccard in Wirklichkeit August Piccard ist und mithin August Piccard jener Jean Piccard, der in den ersten Tagen des September von Akron aus einen Ballonaufstieg unternehmen will, um es seinem europäischen Bruder gleichzutun. Man erfuhr diese seltsame Tatsache durch das Geständnis, das eine alte Kinderfrau, die jetzt im Alter von 94 Jahren starb, kurz vor ihrem Ende machte. Sie sagte, sie sei Kinderfrau bei Piccards gewesen, als Jean und August geboren wurden. Die Säuglinge sahen sich so ähnlich, daß die Mutter, um sie nach der Taufe unterscheiden zu können, dem Jean ein rosarotes Bändchen um das Handgelenk band. Sie, die Amme, habe sich nun einen Scherz er- erlaubt und habe dem Jean das Bändchen abgenommen und dem August umgebunden. Die Mama merkte nichts. Und nach und nach geriet die Sache in Vergessenheit. Jean wuchs als August auf und August als Jean. Somit hat eigentlich Jean Piccard die Vorarbeiten für die Eroberung der Stratosphäre geleistet, während der „richtige August" in Amerika als Chemiker arbeitet. Und in Wirklichkeit steigt also jetzt in einigen Tagen August Piccard im Ballon auf, während Jean, den wir somit auch zum Professor ernennen müssen, in Brüssel die Berichte seines Famulus Cosyns studiert. Die Verwirrung, die diese Kinderfrau geschaffen hat, ist gar nicht abzusehen. Es sei denn, man setze Zweifel in ihr Geständnis auf dem Totenbett. Wozu aber kaum ein Grund oorliegt. Der gefürchtetste Mann in Jugoslawien. (t) Belgrad. Dieser sehr gefürchtete Mann in Jugoslawien ist kein politischer Führer und nickt der Chef der geheimen Polizei, sondern Spasitsch, der Portier des größten Belgrader Hotels, von dem nachdrücklich versichert wird, daß er mehr Geheimnisse der Stadt, der Fürsten und Barone, der Staatsmänner des Balkans, junger und älterer Damen wisse, als sonstwer im Balkan. Aber Spasitsch ist üuch der verschwiegenste Mann des Balkans. Noch nie hat jemand aus ihm ein Geheimnis herausgeholt. Nie hat ihn ein Detektiv ausfragen können, nie hat er sich verplappert. Wenn er den Mund auftäte — so versichert man — würden Staatskrisen ausbrechen, würden Ehen und Verlöbnisse in die Brüche gehen. Man bezeichnet ihn deshalb halb ernst, halb scherzhaft als den „Hüter des Glücks der höchsten Familien Belgrads". Nebenbei bemerkt ist Spasitsch ein reicher Mann, der den Beweis erbrachte, daß das Schweigen buchstäblich Gold ist. Wirtschaft. lle^erwachungsstelle für Tabak. Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Zur Regelung und Ueberwachung des Verkehrs mit Tabak und Tabakerzeugnissen hat der Reichswirtschaftsminister auf Grund des Gesetzes über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabrikaten vom 22. März 193-1 in der Fassung der Verordnung vom 13. Juli 1934 eine Ueberwa - chungsstelle für Tabak mit dem Sitz in Bremen errichtet. Zum Reichsbeauftragten der lieber« wachungsstelle für Tabak ist Herr Bernhard, Senator für die Wirtschaft in Bremen, bestellt worden. Die Anschrift lautet: Bremen, Stintbrücke 5. Um den Aufbau der Stelle zu sichern, ist für die Zeit bis zur Aufnahme ihrer Tätigkeit der Einkauf von ausländischem Täbak und ausländischen Tabaterzeugnissen insoweit verboten worden, als aus dem Geschäft Verpflichtungen entstehen, deren Erfüllung nach den devisenrechtlichen Vorschriften einer Genehmigung der Devisenstelle bedarf. Dieses Einkaufsverbot gilt nicht für den Transithandel. Es erstreckt sich ferner nicht auf Orientabake, die aus einem Lande stammen, mit deren Notenbank die Reichs- bank ein Zahlungen in dritter Währung ausschlie- ßendes Verrechnungsabkommen abgeschlossen hak. Da zur Herstellung von Zigaretten fast ausschließlich Orienttabake aus Ländern, mit denen solche 23er- rechnungsobkommen bestehen, verwendet wird, wird also besonders der Rohbedarf der Zigarettenindustrie von dem Verbot nicht betroffen. Das Einkaussver- bot stellt nur eine vorübergehende Maßnahme dar, die auch zeitlich kurz befristet ist. frankfurter Börse. Mittagsbörse weiter befestigt. Frankfurt a. M., 30. Aug. Die Börse war trotz des Ultimo recht freundlich. Die Abwicklunaen zum Monatsende störten unter dem Eindruck des Fortganges von Sonderbewegungen an den Aktienmärkten nicht weiter. Die Käuferschicht aus der Bankenkundschaft hat sich ziemlich verbreitert und sucht Anlagen in guten Nebenwerten. Die Haupt- markte liegen etwas ruhiger, aber freundlich. Automobilwerte waren stärker beachtet unter Führung von Daimler, die 2 v. H. anzogen. Im Freioerkehr hörte man Adlerwerke 41, daneben NSU. etwas höher bis 18,50. Westd. Kaufhof gewannen bei größerer Nachfrage wieder 1 o. H. Farben im Gegensatz zu den Vortagen etwas lebhafter und um 0,50 v. H. höher, sonst Deutsche Erdöl 0,50, Metallgesellschaft und Rütgers je 0,40 v. H. höher. Elettrowerte etwas vernachlässigt, AEG. 0,25, Licht & Kraft 0,25, Siemens 0,50 v. H. schwächer, aber Schuckert um 0,50 o. H. befestigt. Montanwerte waren gut behauptet, Stahloerein ge- wannen 0,25, Rheinstahl 0,50 v. H. S -.ssahrtswerte leicht erhöht. Am Kunstseidemarkt setzten AKU. 0,25 v. H. niedriger ein, dagegen Bemberg 0,50 v. H. höher. Im übrigen traten an den Aktienmärkten zunächst keine größeren Veränderungen ein. Der Rentenmarkt war wieder zuversichtlicher gestimmt, auch für nur zu Einheitskursen notierte Renten lag im größerem Umfange Nachfrage vor. Auf Vortagshöhe gingen Kommunalumschuldung, Zinsvergütungsscheine und Reichsmarkobligationen um. Auch Späte Schuldbücher unverändert, Altbesitz 0,40 o. H. höher. Fremde Renten gut gehalten. Im weiteren Verlaufe waren einige Elektrowerte noch fester, so Gesfürel um 0,75, Schuckert um nocyrnals 1,50 v. H. Bei nur noch stillem Geschäft bröckelten aber die meisten Kurse wieder eine Kleinigkeit ab. Auch Automobilwerte bis 0,50 v. H. wieder niedriger. Pfandbriefe recht freundlich bei 0,13 bis 0,25 v. H. freundlicher. Liquidationspfandbriefe eher gesucht, dagegen Kommunalobligationen ruhig. Reichsanleihen blieben behauptet. Tagesgeld 3 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse lag sehr ruhig. Gegenüber den Berliner Schlußkursen waren vielfach leichte Kurssteigerungen zu verzeichnen. So zogen Rheag in Erwartung einer günstigen Bilanzvorlage nochmals 0,50 vH. an. Bekula um 0,40, IG. Farben um 0,40, AKU. 0,25 v. H. freundlicher. Montanwerte still. Westdeutscher Kaufhof auf die Bilanzveröffentlichung hin 0,40 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Zinsoergütungsscheine verloren 0,25 v. H. Im weiteren Verlause kamen kaum noch Umsätze zustande, auch Kursveränderungen von Belang waren nickt zu hören. Daimler wurden mit 49,90, Schuckert 92,50 festgesetzt. Auch Renten blieben unverändert. Am Einheitsmarkt Heidelberger Straßenbahn und Doltohm erneut stärker gefragt und je 1 o. H. fester. Don Großbanken konnten Dedibant um 0,25 v. H. anziehen, andererseits gaben Comerzbank im gleichen Ausmaß nach. Don Ausländern Schweizer Bundesbahn fest 4 v. H. 1 v. H. höher, 3,50 v. H. 0,50 v. H. fester. Altbesitz 95.65, Dedibank 69,75, Commerzbank 61,50 Gelsenkirchen 61,75, Harpener 105,50, Mansfeld 77,75, Phönix 47,75, Stahlverein 41, AKU. 65,25, Bekula 144,65, Daimler 49,90 bis 50, Scheide- anstatt 223,50, Farben 148,25, Gesfürel 109, Holzmann 72,50, Laymeyer 119 Brief, Rheinische Elek- tro-Mannheim 102,50, West-Kaufhüf 29,25, AG. für Verkehr 72, Nordd. Lloyd 29,90. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Aug. Auftrieb: 97 Rin- der (am letzten Donnerstagsmarkt 84), darunter 17 Ochsen, 1 Bulle, 13 Kühe, 13 Färsen. Dom letzten Markt: 52 Rinder, darunter 12 Ochsen, 3 Bullen, 12 Kühe, 25 Färsen, Kälber 940 (1060), Häm- mel 80 (99), Schafe 85 (64), Schweine 446 (575). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Sonderklasse —, andere Kälber a) 46 bis 48, b) 39 bis 45, c) 33 bis 38, d) 24 bis 32; Lämmer und Hämmel b2) 32, c) 29 bis 31, d) —; Schafe e) 29 bis 31, f) 25 bis 28, g) 20 bis 24; Schweine Klaffe a) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 45 bis 51, e) 44 bis 48, f) —, gl) 46 dis 49, g2) —. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine leb- haft, ausverkauft. Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1055 Bier- tel Rindfleisch, 193 ganze Kälber, 12 ganze Hämmel, 750 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch I 48 bis 52, Rindfleisch 11 42 bis 48, Bullenfleisch 47 bis 50, Kuhfleisch I —, do. II 36 bis 42, do. III 25 bis 35, Kalbfleisch —, Kalbfleisch II 62 bis 65, ganze Käl- der in der Haut 52 bis 60, Hammelfleisch 70 bis 75, Schweinefleisch I 67 bis 73, do. II —.Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 30. Aug. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 560 Stück. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen bis zu 6 Mark, von sechs bis acht Wochen 6 bis 10 Mark, über acht Wochen 10 bis 14 Mark. Der Handel war schleppend, es blieb Ueberstand. Ausgaben und Ziele der Mrktvereinigung. LPD. F r a n k s u r t a. M., 30. Aug. Am 1. August trat in Frankfurt auf dem Städtischen Schlachthof eine Neuordnung der Schlachtviehwertung in Kraft. Mit diesem Tage wurden alle Betriebe, die auf dem Schlachtviehmarkt in Frankfurt Vieh einkaufen ober verkaufen, zu der Bezirks- Vereinigung für Viehverwertung zu- sammengeschlossen. Bis zum 1. September müssen sich alle Betriebe zu dieser Blarffoereinigung angemetbet haben, kommen sie ihrer Meldepflicht nicht nach, so kann der Marktbeauftragte auf Grund der Satzung der Marktvereinigung die Säumigen mit einer Ordnungsstrafe bis zu 1000 Mark belegen. In Frankfurt hat bereits vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung über die Schaffung der Marktoereinigungen eine freiwillige Regelung auf dem Schlachtviehmarkt bestanden, die vornehmlich den Zweck hatte, ein weiteres Abgleiten der Schweine- vreise, die bis auf 32 Mark für den Zentner gesunken waren, zu verhüten. Das ist auch gelungen. Durch das Eingreifen der Reichsfettstelle konnte sogar eine leichte Besserung auf dem Schweinemarkt erzielt werden, so daß die Preise heute zwischen 44 und 52 Mark je Zentner liegen. Die Kontingentierung, die auf dem Markt vorgenommen wurde, ist nur als eine Hilfsmaßnahme gedacht, die sofort wieder gelockert wird, sobald eine völlige Beruhigung auf dem Markt eingetreten ist. Man kann damit rechnen, daß das geschehen kann, sobald die Märkte in Mainz, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel ebenfalls nach einheitlichen Gesichtspunkten geregelt sind. Das Ziel der Marktvereinigung ist, dem Er- zeuger einen preis zu geben, der in der Wirtschaftlichkeit bedingt ist. Auf keinen Fall dürfen die Maßnahmen auf dem Schlachtviehmarkt dazu führen, daß eine Preiserhöhung oorgenom- men wird. Die Absicht der Bezirksvereinigung geht dahin, dem Erzeuger handel und Verbraucher ^inen gerechten preis zu garantieren, der den Interessen aller dieser Gruppen entspricht. Selbstverständlich müssen bei dieser Gelegenheit Leerlaufbetriebe ausgeschaltet werden. Auf dem Großviehmarkt lieaen die Verhältnisse sehr günstia. Durch die außerordentliche Trockenheit war natürlich ein starker Angebotsdruck auf dem Markt eingetreten. Durch das rechtzeitige Eingreifen der Marktvereinigung wurde aber jede Gefahr für den Erzeuger abgeroanbt. Für den Verbraucher hat das den Vorteil mit sich gebracht, daß er keine Verknappung des Anaeootes und dadurch eine Preissteigerung zu befurchten hat. Wir sehen hier also schon eine günstige Wirkung der Neuordnung auf dem Schlachtviehmarkt, die sich vorteilhaft für Erzeuger und Verbraucher auswirkt. In Frankfurt ließen sich alle neue Maßnahmen leicht durchführen, weil die Mehgerschaft großes Verständnis gezeigt hat. Es hat sich bei den Verhandlungen erwiesen, daß die Frankfurter auch schon vor der gesetzlichen Regelung nicht nur ihre Privatinteressen vertraten, sondern auch auf das Wohl der Verbraucher bedacht gewesen sind. Der Marktbeauftragte ist auch Vorsitzender des preisfeststellungsausschusses. hakte früher die Kommission die Aufgabe, am Schluß des Marktes die preise zu notieren, daher der Harne Nolierungskommission, so hat heute die preis- feskftellungskommission die Aufgabe der Einteilung des Viehes in Schlachtviehklassen. Das Vieh Ist heute von den Händlern in ihren Ständen nach Klassen geordnet aufzustellen, so daß feder Käufer ohne weiteres sehen kann, welcher Klasse das von ihm begehrte Stück Vieh angehört. Aufgabe der Marktvereinigung ist es, die Märkte so zu gestalten, wie sie ursprünglich gewesen sind, d. h. klare Verhältnisse beim Absatz zu schaffen. Das kann nur geschehen, wenn ein z u- verlässiger Agenten st amm vorhanden ist. Dann werden auch die vielen zum Teil berechtigten Klagen der Erzeuger verstummen, zum Borten von Erzeuger, Handel, Metzgerschaft und Verbrauchern. Rundfunkproqramm. Samstag, 1. September. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: | Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. Vom I Wunderbau des winzigen Atoms. 11.50: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nach- i richten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirt. 113.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend! 115.10: Lernt morsen! 15.40: Quer durch die Wirt- । schäft. 16: Musik am Nachmittag. 18: Stimme der | Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsendung. 19: Militärkonzert aus unseren Gauen X. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Hörbericht vom Aufmarsch der 100 600 Hitler- Jungen in Frankfurt a. M. 23: NaMlkonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. R. in B. 1. Ein Abzug des Wasseraeldes von der Rente oder Pension ist nur dann zulässig, wenn . diese in Höhe des Wassergeldes pfändbar wäre; un- pfändbar sind die Bezüge bis 165 Mark monaf- I lief); übersteigen sie diesen Betrag, so ist lediglich 1 der dritte Teil des Mehrbetrages der Pfändung unterworfen. 2. Sie find berechtigt, gegen Ihre Mieter im Wege der Mietaufhebungsklage vorzu- gehen, wenn diese trotz wiederholter Aufforderung nicht pünktlich zahlen; denn in der fortgesetzten unpünktlichen, mit Nachteilen für Sie verbundenen Zahlung des Wassergeldes ist eine zur Aufhebung des Mietoerhältniffes berechtigende erhebliche Belästigung zu erblicken. Das Wasserwerk wird die Einziehung des Wassergeldes von den einzelnen Mietern mit Rücksicht auf die hierdurch bedingte recht erhebliche Mehrarbeit (Berechnung der einzelnen Anteile usw.) mit aller Wahrscheinlichkeit ablehnen und sich wegen seiner Forderung nach wie vor an d-p Hauseigentümer halten. h. w. in G. Wenn in Ihrem schriftlichen Mietvertrag eine Bestimmung des Inhalts, daß andere als die im Vertrag feftaelegten Abmachungen zu ihrer Gültigkeit der Schriftform bedürfen, nicht enthalten ist, ist der Vermieter an die mit Ihnen mündlich getroffene Vereinbarung gebunden; Sie sind um deswillen berechtigt, jährlich eine Monatsmiete zur Begleichung von Reparaturen zu verwenden. Ist diese Vereinbarung aber nicht schlüssig zu beweisen, so können Sie durch entsprechende Antragstellung bei der Jnstandsetzungsstelle der Bürgermeisterei Gießen die Verurteilung des Vermieters zur Herrichtung Ihrer Wohnung erzwingen; kommt der Vermieter trotz Verurteilung seiner Verpflick- tung zur Instandsetzung nicht nach, können Sie die von der Jnstandsetzungsstelle als notwendig festgestellten Reparaturarbeiten nach Fristsetzung und fruchtlosem Fristablauf auf Kosten des Vermieters ausführen lassen und die von Ihnen zu zahlende Miete um den Betrag der Reparaturkosten kürzen. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. .vrantiur u. JJl Öerlin Hranksun a. M. Berlin Schluß« hirt öchlußk. Abend» Wrfe Schluß» fort Schluß» mitten böck Schluß- kurt Echlußl. Abend» tOril Schluß» kurt Schlußk. Mittag- börse Datum | 29-8. 30 H. 29-8 30-b. Datum 29-8. 30 8- 29-8. 30-8. •% Deutsch» Reichsanleihe v 192? 95.65 95,25 95,25 95,25 4% oecfll. Serie II 8,1 8,1 — •% e^em.7% Dl. ReichSanl. o. 1929 — • 5% Rumün. oereinh. Rente v. 1603 4,3 4,3 — 4,3 6Vi% ®oung«illrtleit)e oun 1980 93 93,75 93,4 93,4 4Z4%Rumän.vereinh.Rentev.i613 — —— —— —— Deutsche Slnl.-Ablö».«Schuld ott 4% Rumänische oereinh. Rente .. 3,8 3,85 3,9 3,9 LuSlo».«Rechten ..... 95,5 95,65 95,65 95,75 8*4% Anatolier ............. 34 34,4 34,13 34,25 DeSgl. ohne öu«lo|.*(Rediti ..... * * •% ebem.8% Hei», öoltäftaat 1929 pamtnng-!flmert!o»Talei ..... O 26 26,4 25,9 (rückzahlb. 102%) ..... 92 92,25 ■*- 92,5 Vamburg-Slidam. Dampfschiff O — •% Heis. Landesbank Darmstadl Hanja-Dampfschtsf .. . O — — Gold R. 19............. 89,25 89,25 89,25 Norddeutscher Lloyd O 30,65 29,9 30,5 30,25 He»> Landes-Hypotheken« A.Ä. für Verkehrswesen QHl O 73,75 72 74 72 bank Darmstadt Liout 90.25 90,25 •*— * Berliner vandelSgesellschast . 4 91,5 91,5 91,5 92 Oberhellen Provlnz-Lnleihe mit <5»mmerf und Privak.Bant O 60,5 61,5 59,5 61,75 Auülol.«Rechten 97 97,25 —• *• Deutsche Boni und DtScooto- Deutsche komm. Sammela6l. «n- GeieUschasi ...... o 70,5 69,75 69 69,75 leihe «Serie 1 mit Auslos.«Rechten 97,5 97,4 97,76 98 Dresdner Bank......... . o 6% ehern. 8% Franks Hyp.-Bank Reichl dank . _____________ «o Goldpse. 15 unkündbar biS 1986 89,9 89,9 90,8 — 155 •% ehern. ?% Franks. Hyp.-Bank 89,9 89-9 1.0.S........ o 28.5 27,5 28,25 27,13 •yL% ehern. *y.% Kranit Hvv- Bekula.................o 144,75 144,65 144,65 144,13 Bank«Liqu.»Psandbriefe 90 90 Wehr Lteferunglgesellschaft ... 6 100,75 102 101,5 102,5 ey,% efjexi. *y,% Rheinische Licht und Kraft ... e 112,75 112,75 112,75 112,25 Hyp.«Bank»Ltau.« 76,25 75,5 76,4 75,5 «rdtl..................... 8 6 i - vi an art marur« Köder» ....... 1 71 71 70,9 70-65 Franktun a. 271. Berlin Schluß»! kurt 1 Schlußk. Abend» bSrse Schluß» kurt Schlußk. Ulinaa» börse Datum 29.8. 30-8. 29.8. 30.8. toanlfelbn Bergbau....... ® Phoni; Bergbau.............® Rheinische Braunkohle» .....10 Rheinstahl ................<* Bereinigte Etahlwerke........O Otaoi Minen ...............® Kaliwerke Westeregeln....... v «allwerte GaUdetrurtb.....IVi g G. Fardea-Iuvusirte.......£ 48,25 91,75 41,5 14 126,75 127 164,5 147,75 224,5 87,5 41,4 88 1 73 105,25 128,5 65,25 71 48 65 48,5 57,75 28,75 197 177 129,75 1 27,25 78 1 185 77,75 47,75 241,25 91,25 41 14,25 127,5 128 164 148,25 223,5 86-5 40,4 87,75 72,5 105-25 128,5 65.25 70,65 47,25 65,13 » 50 58,25 29,25 130 I 27,4 78 . 185 78,75 95,65 48,5 243 92.25 41,5 14 127 127 163,75 148,25 87,5 41,5 88,5 73,75 77,5 95,25 48,5 241 91 41 14,13 128 128 164,5 148 86,25 40,25 87,9 73 Soldschmtd, .......... ® Philipp Hohmann..... ® Zementwerk Heidelberg »••••• * iemenrwerk Karlstadt....»»»»» 0 Lchulth«, Ba-enhoser ,....»* J llku (Allgemeine Kunstseide) .« < Bemberg ........... O Hellstoss Waldhos ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......< Daimler Motoren...... < Orenstein & Koppel..........0 Leonhard Dietz ..............0 kbade..... ...............10 iteeu mnlawren-Fabrü ....... < ienti»»enimi...............O Grttzner..................— C Mainkraftwerke Höchst 4 Südtzeiitjch« Zuck« ——— 1 116 65,4 71,13 48 65,5 124,9 48,65 57,25 82,5 28,4 198 177 130,25 1 - 1 186 116 65,13 71,5 47,5 65 124,5 50 58 88,25 29,4 177,25 129,65 1 ” l 184 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. UL 29-August 30-August Amtliche Dotierung Amtliche Dotierung (selb 25rle' Geld Arle Buenos Aiiee 0,682 0,686 0,676 0,680 Brüssel.... Rio de Jan. 58,89 59,01 58,81 58,93 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 55,96 56,08 55,54 55,66 Danzig.... 82,07 82,23 82,07 82,23 London.... 12,53 12,56 12,44 12,47 HelsingsorS. 5,524 5-536 5,490 5,000 Paris ..... 16.50 16,54 16,50 16,54 Holland ... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien .... Japan ..... 21,61 21,65 21,60 21,64 0,744 0,746 0,742 0,744 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... 62,98 63,10 62,52 62,64 Wien...... 48.95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,375 11,395 11,29 11,31 Stockholm.. 64,60 64,72 64,14 64,26 Schweiz ... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag...... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest .. — Reuyork... 2,481 2,485 2,477 2,481 Banknoten. gtrlln, ZQ. August Md Zrlef Amerikanische Noten.............. 2,429 2,449 Belgische Noten.................. 58,65 58,89 Dänische Roten ................. 55,37 55,61 Englische Noten ................. 12,395 12,455 französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten............... 169,31 169,99 Italienische Noten................ 21-48 21,56 Korweaische Noten .............. Deutsch Oesterreich, tz 1OO Schilling Rumänisch« Noten............... 62,36 62,60 Schwedische Noten............... Woten................. Spanische Noten................. üu-arijche Nuten >»«mm..i.m.h 63,97 81,49 34-18 64,23 81,81 34-32 Nr. 205 Drittes Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) grettag, 3s. August 1934 Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen Das VoN wacht auf Koma« von Lvaltev von LNolo Äb «wutas in den Samittenbtattevn Grundstück erworben haben, denen aber zum Bauen nerlich ist blüht, der künftige Siedler wird Eigentümer eines gestimmt, viel zu hoch bezahlten Grundstücks. Gerade deshalb er nicht mehr in der Lage, den Bau zu finan- wemgstens eine kleingärtnerische Nutzung möglich, möglichen, sind die Heimstättenämter der NSDAP, geschaffen worden; sie beraten den Siedler und ganz abgesehen davon, daß er meist nicht die Sachkenntnis hat, um die Bodeneignung für die Gartenkultur zu beurteilen. Alles in allem: Das Eigenkapital ist verbraucht, das Grundstück liegt brach, und nach wie vor muß irgendwo in der Stadt Miete bezahlt werden. Es ist klar, daß dieser Weg nicht der richtige ist. Das nunmehr für das nackte Grundstück veraus- j , "07 Qi* vciicucii. uui lo uyi ist ein Besuch des Schiffenberg vorgesehen, von 16 Uhr an wird sich ein gemütliches Beisammensein im Caf6 Leib anschließen. Das Amt für Kriegsopfer, NSKOB., Bezirk Gießen, gibt bekannt, daß am kommenden Sonntag etwa 300 Schwerkriegsbeschädigte aus Stadt und Kreis Marburg mit ihren Ange- Nicht lärmend und polternd geht er von uns, sondern still und weich. Die Ferne verschwindet. Die Wälder auf den Bergen rücken ganz nahe zu uns. In matten Gold- und Silbertönen schimmert das Gefilde. Die roten Beeren der Eschen am Wald- . rande leuchten noch einmal auf. Die letzten Strahlen der Sonne scheinen durchs Gezweig. Es ist beinahe so wie im Monat Mai. Wenn das Licht aber 1000 Trachtenträger aus allen Gauen Deutschlands wirken bei diesem Festspiel mit. Die Ausstellung von Iagdpässen in Hessen. Natürlich ist auch unsere hessische Landschaft vertreten durch die weithin bekannten Trachtengruppen unter Führung unseres oberhessischen Mundartdichters Georg Heß aus Leihgestern. Mit 32 Trachtenträgern aus dem Hüttenberg, von Watzenborn-Steinberg, aus der Marburger und Schlitzer Gegend, von der Schwalm, der Rhön und von Katzenberg (Kreis Alsfeld) wird Georg Heß unseren Heimatgau vertreten und sich am Festspiel beteiligen. Nach dem Festspiel sind Einzeldarbietungen der deutschen Trachtengruppen vorgesehen auf der Zeppelinwiese, wo zu diesem Zweck große Podien aufgerichtet worden sind. Bei dieser Gelegenheit wird unsere hessische Trachtengruppe mit unseren schönen alten Heimat- und Volksliedern aufwarten. So nutzt der Reichsbund Volkstum und Heimat den Nürnberger Parteitag, um die Idee b o d e n - ständigen Volks- und Brauchtums auf die Hunderttausende wirken zu lassen, die sich dort um den Führer scharen. Daten für Freitag, 31. August. 1821: der Naturforscher Hermann von Helmholtz in Potsdam geboren (gestorben 1894); — 1921: der Generalfeldmarschall Karl von Bülow in Berlin gestorben (geboren 1846); — 1933: Göring erhält den Charakter eines Generals der Infanterie; — Reichswehrminister von Blomberg zum Generaloberst ernannt. das Geld fehlt; das Heimstättenamt soll helfen. Es ist verständlich, wenn derjenige, der zur Scholle zurück will, erst einmal ein Grundstück kauft. Aber dieser Weg ist in den seltensten Fällen der günstigste. Dadaurch, daß Tausende und aber Tausende Volksgenossen versuchen, ein möglichst gut Öenes Grundstück zu erwerben, entsteht große , frage. Die Preise steigen, der Bodenwucher auf das dunkle Laub fällt, dann siehst du schon die Uebergangstöne. Ist es nicht so, als ob schon unter der Asche rotes Feuer glüht? Noch sind die bunten Farben nicht erkennbar, nur einzelne Blätter beginnen sich zu röten. Venn du so dahinwanderst und diese zarten Wunder in dich aufnimmst, dann umfächeln dich noch einmal die Freuden des Sommers. Du bleibst ergriffen stehen und horchst in die stille Natur hinaus ... Bis der Abend kommt und sich wie ein blauer Schatten über die Landschaft legt... Seufzend in geheimer Klage streift der Wind das letzte Grün: und die süßen Sommertage, ach, sie sind dahin, dahin! (Storm) Siedlungsanwärier, Vorsicht beim Grundstückskauf! Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Die Not der Großstadt hat in Tausenden die Sehnsucht nach eigener Scholle geweckt. Nach einem, wenn auch noch so kleinen Stückchen Land geht die Sehnsucht des arbeitenden Menschen. Damit dieses gesunde Drängen zum Boden nicht von der Spekulation ausgebeutet wird, sondern zu Ergebnissen führt, die den Siedlern wirtschaftlichen Aufstieg er» Die Fachschaft Volksschule des NSLB., Kreis Gießen, veranstaltet am morgigen Samstag ab 15.30 Uhr im Hotel Köhler zu Gießen eine Besprechung der Bezirksarbeitsleiter. Aus Gießen nehmen die Arbeitsleiter sämtlicher Schulgruppen an der Besprechung teil. 3n drei Sonderzügen nach Frankfurt. Oberhefsische Hitlerjugend und Jungvolk fahren zum „Tag der hunderttausend". Heute, Freitagabend, verlassen drei Sonderzüge den Gießener Bahnhof, um die oberhessische Hitlerjugend nach Frankfurt zu bringen. Um 22.14 Uhr fährt der erste Zug, der von Alsfeld kommt, weiter. Der Zug, mit dem der Bann 116 Frankfurt erreicht, fährt in Gießen um 22.56 Uhr ab. In diesem Zug fahren von Gießen Unterbann I, Unterbann II (Großen-Buseck); von Lich: Unterbann III Watzenborn-Steinberg und von Großen-Linden der dortige Unterbann IV. Dieser Zug, der über Hanau geleitet wird, kommt furx vor 24 Uhr in Frankfurt (Ostbahnhof) an, worauf der Bann geschlossen zu dem Lager am Ostpark marschiert, um dort für die Nacht Quartier zu beziehen. Der Sonderzug des Jungvolks fährt in Gießen um 20.25 Uhr ab. Der Jungbann 1/116, der mit diesem Zug nach Frankfurt kommt, marschiert sogleich in das Jungoolk-Lager am Huthpark. Vorsicht bei der Entrümpelung der Böden! Angesichts der zur Zeit in großen Teilen des Reiches von örtlichen Stellen durchgeführten Maßnahmen zur Entrümpelung der Böden wird darauf hingewiesen, daß diese Entrümpelung keinesfalls zu einer Vernichtung wertvollen alten Schriftgutes, von Bildern, Büchern, Briefen, Karten und Zeichnungen führen darf, wie sie vielfach, oft ohne Wissen des Besitzers, als unersetzliche Quellen für die Geschichtsforschung im allgemeinen, wie die Heimat- und Sippenforschung im besonderen auf Böden lagern. Zwischen dem Reichsluftschutzbund, dem Generaldirektor der Preußischen Staatsarchive und dem Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern ist vereinbart worden, daß die Räumung der Böden im Hinblick auf diese Gegenstände mit größter Vorsicht erfolgen soll. Gegen ordnungsmäßig aufgestellte Bodenregistraturen kann von feiten des Reichsluftschutzbundes nichts eingewendet werden. Für die Auf- Auf Grund des § 66 des Reichsjagdgesetzes hat der Hessische Staatsminister mit Zustimmung des Reichsjägermeisters angeordnet, daß für die Ausstellung von Jahresjagdpässen in Zukunft nur noch das Kreisamt zuständig ist, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz, oder falls er in gabte Geld wäre bei Eignung des Siedlers und unter Zuhilfenahme von Hypothekengeldern evtl, eine ausreichende Grundlage für den Aufbau einer Siedlerstelle mit Haus und Wirtschaftsräumen gewesen. Das Eigengeld hätte zudem, richtig eingesetzt, zusammen mit den ersparten Mieten die Bauwirtschaft statt die Bodenspekulation befruchtet. Vor allem aber wäre der Siedler zu seinem Ziel gekommen. Wer daher nicht über genügend Eigenkapital verfügt, der lasse seine Finger vom Ankauf eines Baugrundstückes und begnüge sich mit einem Schrebergarten! Wer aber genügend Eigengeld hat, der verausgabe dieses nicht für das nackte Baugrundstück, sondern hole zuvor Rat und Hilfe beim Heirn- ftättenamt ein. Das Heimstättenamt Hessen - Nassau, Frankfurt am Main, Bürgerstraße 69/77, versendet auf Anfordern das aufklärende Merkblatt Nr. 6. Hessische Heimattrachten auf dem Nürnberger Parteitag. Antragsteller seinen Wohnsitz, Deutschland einen festen Wohnsitz nicht hat, seinen Aufenthaltsort hat. Für die Ausstellung von Wochen-, Tages- und Jnhaber-Jagdpäsien gelten weiter die Bestimmungen des Jagdpachtgesetzes vom 25. März 1929. Die Verordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Jahresjagdpässe, die nach dem Inkrafttreten der Verordnung von einer örtlich nicht zuständigen Stelle ausgestellt sind, sind ungültig und werden eingezogen. dacht ist plötzlich in unferm Herzen, fast feierlich ist, blüht, der künftige Siedler wird Eigentümer eines uns zumute. So wehmütig sind wir gestimmt, viel zu hoch bezahlten Grundstücks. Gerade deshalb wenn ein guter Freund für lange Zeit scheidet. | ist er nicht mehr in der Lage, den Bau zu finan- Wir lachen noch und scherzen und wollen damit1 zieren. Kredit ist für ihn schwer zu erhalten, weil nur die letzten bangen Stunden verkürzen. Ganz sich die großen Geldgeber mit derartigen kleinen so will uns die Sonne in diesen Tagen täuschen. > Projekten nur ungern befassen. Das Grundstück Sie will es nicht wahr haben, daß ein heißer,' bleibt liegen, und nur im günstigsten Falle ist trockener Sommer zu Ende ist. wenigstens eine kleingärtnerische Nutzung möglich, auf den Drähten ihre ersten Versammlungen. In einigen Tagen werden sie uns verlassen. Die andern Zugvögel werden folgen. Und wenn du jetzt zur Abendzeit hinauswanderst in die stillen Fluren, dann fühlst du, wie sich alles zum Abschied rüstet. Deine Gedanken wandern rückwärts. Sonnige Tage, heitere Stunden ziehen noch einmal an deinem Auge vorüber. Eine An- Aus der Proviuzialhaupiffadt. Scheidender Sommer. Uns Deutschen ist die Natur nicht nur äußere, sondern auch innere Heimat. Wir waren der Natur noch nie fremd, viele freilich sind ihr entfremdet worden. Das Leben ist oft hart und läßt uns vergessen, daß wir Freude und Glück nur draußen in Wald und Flur finden. Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Reize. Und wenn im Frühling die Bäume blühen und die Vögel sich vor Freude nicht zu lassen wissen, schauen wohl gar viele auf und nehmen für einige Augenblicke Anteil an der erwachenden Natur. Dann aber gehen sie wieder unter im Alltagsgetriebe. Die Sonne scheint, die Früchte reifen. Wenn die Blätter sich golden färben, merken erst viele, daß das Jahr zu Ende geht. Aber schauen und beobachten, wie sich draußen langsam Glied an Glied fügt, wie sich nach ewigen Gesetzen Wachsen und Reisen im Jahreslaufe vollzieht, das haben viele verlernt. Und doch ist Naturverbundenheit ein Erbe unserer Vorfahren. Wir müssen es besser wahren. Denn hier sind die Wurzeln unserer Kraft, hier in der Verbindung mit der lebendigen Natur finden wir neuen Glauben, neuen Mut. Die deutsche Kunst lebt in der Natur, sonst wäre sie nicht deutsch. Erinnern uns die gotischen weiten Hallen mit ihren aufstrebenden Pfeilern nicht an den grünen Dom des Waldes? Unsere alten Sagen und Märchen gründen sich auf Naturvorgänge, in den deutschen Volksliedern fingen die Vögel, blühen die Blumen, und die Bäume breiten ihre Zweige über der Menschen Leid und Lust aus. Und so wollen wir auch jetzt in diesen Tagen hineinhorchen in die Natur, denn — von vielen unbemerkt — der Sommer will scheiden. Golden und sanft geht er zur Neige. Die Aecker sind leer. Der Erntesegen ist geborgen. Kalt schauen die kahlen Stoppelfelder uns an. Wo einst wogende Kornflächen sich leise im Winde bewegten, da wuchert nur noch kurzes Unkraut. Der Pflug geht wieder durch das Feld. Die Sonne entfaltet noch einmal ihre ganze Kraft und läßt uns bei Tage vergessen, daß der Sommer scheidet. Es ist wie ein letztes Aufglühen. Aber in der Morgenfrühe liegen die ersten Nebel über dem Land, die Wiesengräser neigen sich von der Schwere des Taues. In den Gärten leuchten die Rosen, Astern und Dahlien. Die Sonne vergoldet die ausgetrocknete Erde, und zu keiner Zeit! fördern das Siedlungswerk. ist das Abendrot schöner als in diesen Tagen. Bald Täglich kommen nun Volksgenossen zu den Heimwerden die Sommerfäden fliegen und uns den Ab-; ftdttenämtern, die bereits für teures Geld ein schied des Sommers künden. Die Schwalben halten K Das Programm des Nürnberger Parteitags wird eine wesentliche Bereicherung erfahren durch die -- ----— .....- Mitwirkung des Reichsbundes V o l k s t u m j porigen in Gießen eintreffen werden, um hier und Heimat, der ein Festspiel „Deutsche! einige gesellige Stunden zu verleben. Für 13 Uhr Stämme unbStänbe" auffüfyren mirb. lieber """ MkMMittlWU Vornan von Anny von panhnys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Siebentes Kapitel. Etwas vor fünfzehn Uhr stellte sich die neue Klavierschülerin ein. Sie hängte ihren grauen Mantel an den Garderobehalter auf dem Flur und die weiße Mütze darüber, stand dann in einem blauen Tuchkleid von sehr einfachem Schnitt vor Frau Olden, die ihr die Tür geöffnet hatte. Trotz ihrer Einfachheit war Betty Zolsmann eine etwas auffallende Erscheinung, fand Steffi Olden. Vielleicht trug aber nur das sehr helle, naturblonde Haar die Schuld daran. Sie ließ sie in das Musikzimmer eintreten, in dem ihr Mann eben bei der Verabschiedung einem Geigenschüler noch den guten Rat erteilte, in Zukunft etwas mehr zu üben. ^Der hoch aufgeschossene Junge griente ein bißchen, als wäre die Ermahnung zum Fleiß nur ein netter Witz, und flitzte davon. Werner Olden wandte sich nun der Neuen zu. „So — setzen Sie sich hierher, vor das Klavier, Fräulein Zolfmann!" forderte er sie auf. „Wir müssen uns vor allem erst mit den Tasten und mit Ihren zehn Fingern beschäftigen. Auch ein paar Noten sollen Sie kennenlernen." Suse Beßler, die sich hier Betty Zolfmann nannte, gab sich große Mühe, recht aufmerksam zu fein, und so ging denn die Stunde langsam dahin. Die Tänzerin langweilte sich sehr; aber sie durste davon nichts merken lassen. Endlich erhob sich ihr Lehrer und öffnete einen Kasten seines nahestehenden Schreibtisches, entnahm ihm einen neuen Notizblock, um auf eins der Blättchen den Titel der Klavierschule zu schreiben, die sich die neue Schülerin anschaffen sollte. Auch Suse Beßler hatte sich erhoben, und lächelnd fragte sie: „Ich bin ja wohl für heute fertig?" Er nickte und schrieb, hatte den Schreibtischkasten nachlässig halb offen gelassen. Suse Beßlers scharfe Augen entdeckten plötzlich etwas darin, was für sie ungemein wichtig war. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, daß sie jo ein fabelhaftes Glück haben könnte — schon jetzt, am ersten Tage ihres Spionagedienstes, zu entdecken, wo die Taler aufgehoben wurden, um derentwillen sie sich in das Haus hier hineingeschwindelt hatte. Dazu war sie ja nur hier, um für ihren Freund Merten auszukundschaften, wo der Musiker die von Merten so heiß begehrten Taler verwahrte. Und jetzt wußte sie es bereits. Einfach fabelhaft war das. Doch nun hieß es, die Gelegenheit nützen; denn schließlich mußte sie immerhin mit der Möglichkeit rechnen, daß es sich hier um andere Taler handelte. Sie mußte die Münzen erst von ganz nahe sehen. Sie rief scheinbar erstaunt: „Oh, Herr Olden, Sie sind eigentlich recht leichtsinnig!" Sie zeigte auf den halb geöffneten Kasten. „Sie verwahren Ihr Geld sehr schlecht!" Ihr kecker Mund, der gar nicht recht zu ihrer Art paßte, lachte ihn an — ihre kleinen, spitzen Zähne blinkten. Eine hübsche Person!, stellte Werner Olden fest. So etwas ließ sich ja nicht übersehen, auch wenn man graues Haar hat und der beste Ehemann der Welt 'ist. Man lächelt eben auch, wenn ein frischer Frauenmund lächelt, und man ist auch unwillkürlich sonst freundlich. So antwortete Werner Olden denn: „Nein, Fräulein Zolfmann, mein bissel Geld hebe ich natürlich nicht so, für jeden Fremden leicht erreichbar, auf! Das Geld, das Sie hier sehen", er wies in die Schublade, „das Geld ist so gut wie wertlos, ist nichts weiter als eine Erinnerung. Kaufen könnte ich mir dafür nichts!" Suse Beßler legte leicht die Hände zusammen. Es war eine bittende Bewegung, und ihr Augen- aufschlag war beinah kindlich. „Ach, Herr Olden — bitte! Darf ich die Münzen nicht einmal ansehen? Ein Onkel von mir war Münzenhändler, und ich war glücklich, wenn ich manchmal in seinen Schätzen kramen durfte. Ich habe auch einiges von dem, was mir Onkel erklärte, behalten — und für Münzen habe ich seitdem ganz besonderes Interesse." Er langte sofort nach den Münzen. Drei Stück legte er auf den Schreibtisch, faßte dann noch einmal in den Kasten. „Hier sind noch zwei Taler, die ich meiner Frau und meiner Tochter als Broschen fassen ließ, und die sie meistens hier aufheben, wenn sie sie nicht tragen." Da lagen nun fünf Taler, zwei davon mit Nadeln versehen, auf dem Schreibtisch vor Suse Beßler, die sie der Reihe nach nahm, betrachtete, und sich ganz dumm stellend, meinte: „Das sind aber komische Taler — ich glaube, die sind sehr wertvoll, weil sie auf der Rückseite so sonderbare Buchstaben und Zeichen haben." Werner Olden schüttelte den Kopf. „Die sonderbaren Buchstaben und Zeichen entwerten die Taler eher. Nein, liebes Fräulein, die Münzen haben keinen anderen als Andenkenwert! Sie gehörten meinem Großvater, und der schliff sie wahrscheinlich selbst ab. Der Himmel mag wissen, warum er die Rückseite der Münzen so merkwürdig veränderte. Mein Vater hat in der Sache schon Nachforschungen gehalten — ich auch, aber ohne Ergebnis." Er zuckte die Achseln. „Ich wünschte, es wären gute, neuzeitliche Dreimarkstücke." Sie nickte und lächelte: „Gerade fünf Stück sind's." „Es waren früher sechs", erklärte er. „Einen Taler trug ich immer an der Uhrkette, aber der wurde mir eines Tages im Gedränge am Main abgeknipst." Sie legte die Taler wieder auf die Schreibtischplatte und sagte lächelnd: „Na ja, solche wertlosen Taler können Sie natürlich unbesorgt aufheben." Er reichte ihr den inzwischen geschriebenen Zettel. „Also die Klavierschule besorgen Sie sich, Fräulein Zolfmann, bis zum Freitag, und wiederholen Sie sich inzwischen, was ich Ihnen heute erklärte!" Sie nickte sehr eifrig. ,Hch darf bei einer Freundin am Klavier üben." Es klopfte. Ein kleines Mädchen kam zur nächsten Stunde. Suse Beßlers Luchsaugen nahmen noch die Bewegung wahr, mit der Werner Olden die Münzen lässig an ihren alten Platz zurückwarf, und freute sich, ihrem Freunde Merten so überrasch schon einen wichtigen Erfolg ihrer Mission melden zu können. Sie fuhr schnellstens nach dem Bahnhofsviertel, wo sich die Leihbücherei von Erich Merten befand. Welch ein Unterschied zwischen dem Erich Merten hier und dem, der in der Altstadt daheim war, sobald sein Tagewerk hinter ihm lag! Hier trug er sein braunes, schon etwas dünnes Haar, lässig zurückgekämmt; es schien ihm gleichgültig zu sein, ob ihm die eine Strähne immer in die Stirn fiel. Sein schwarzes Lüsterjackett war abgetragen. Es würde niemand geglaubt haben, wenn jemand die Behauptung aufgestellt hätte, Erich Merten sei eitel. Wie so ganz anders sah dagegen der andere Erich Merten aus, der zum Leben erwachte, sobald der Leihbibliothekar die zerdrückte Lüsterjacke ausgezogen hatte. Dann lag sein Haar, sorgfältig gescheitelt, über der Stirn, dann blitzte ein hübscher Solitär an seiner Linken, dann teilte eine messerscharfe Bügelfalte das Beinkleid seines eleganten Anzuges. Jetzt war er noch der Bibliothekar. Suse Beßler wartete, bis die Frau, die sich eben einen Roman geholt hatte, gegangen war, und griff dann in ein Regal, holte ein Buch hervor. , „Falls jemand kommt, Erich, damit es so aus- sieht, als wollte ich mir auch ein Buch aussuchen!" lächelte sie und ließ sich auf dem einzigen Stuhl für Kunden nieder. Sie flüsterte: „Die Geschichte macht sich — ich weiß schon, wo der Musiker die Taler aufhebt." In seinen dunklen, großen Augen flackerte es auf. „Ist das wahr, Suse? Teufel, das wäre ja rasch gegangen. Dafür verdienst du ein Extralvb!" Sie erzählte ausführlich von den fünf Talern, und er hörte aufmerksam zu. „Und siehst du, der Mensch ahnt gar nicht, daß die Taler wahrscheinlich — nein, sogar sicher, die Schlüssel zu einem großen Vermögen sind. Wollen ihm seine Ahnungslosigkeit und uns das Vermögen von Herzen gönnen." Er kniff fest die Augen zu. Eine Angewohnheit von ihm, wenn er stark nachdachte. „Da wirst du also wohl kaum noch allzuviel Stunden bei dem Bornheimer Meister zu nehmen brauchen", lächelte er. „Wenn du auch nicht gleich wegbleiben darfst, sobald ich die Dinger geholt habe. Wir müssen streng vermeiden, daß man unliebsam auf dich aufmerksam wird." Er schüttelte sich. „Ich werde am besten den Schützenfritz mit dem nächtlichen Besuch bei dem Musiker betrauen, ich selbst habe keinen Mut mehr zu sowas, seit ich mit damals irrte und im Nachbarhause landete. Der Schrei von dem Mädel gellt mir manchmal noch nachts im Ohr nach, daß sie, die mein Anblick so erschreckte, daß sie umplumpste und am Herzschlag hinüberging, wie ich am nächsten Tage in der Zeitung las. Wenn auch nur Herzschlag in der Todesanzeige stand und anscheinend keiner daran dachte, irgendwelche Nachforschungen nach dem nächtlichen Besucher anzustellen, habe ich doch alle Manschetten vor einem zweiten nächtlichen Unternehmen ähnlicher Art. Das liegt mir nicht besonders." Er seufzte: „Aber ich ziehe nur ungern einen Dritten ins Vertrauen. Wir beide müßten das eigentlich allein ordnen. Jeder Mitwisser kostet Geld und erhöht die Gefahr." Die Ladentür öffnete sich. Zwei junge Damen wechselten ihre Leihbücher, und Suse Beßler blätterte inzwischen eifrig in dem vor ihr liegenden Band, als könne sie sich erst nach gründlicher Durchsicht dafür entscheiden. Nachdem die Mädchen gegangen waren, lachte Suse: „Hätte gar nicht geglaubt, daß du so ein Angsthase bist! Ich mache dir den Vorschlag, die Sache ganz allein zu deichseln. Aber wann, kann ich nicht bestimmen, das kommt auf den Zufall an — den brauche- ich. Vom Zufall halte ich sehr viel. Der kam mir heute zu Hilfe, der kommt mir gelegentlich auch wohl wieder zu Hilfe. Wenn es gerade paßt und ich mich allein im Zimmer befinden werde, nehme ich mir die Taler. Ich war ja heute zum zweiten Male in dem Hause und kann erst nach und nach herausfinden, ob es möglich ist, was ich dir vorschlage. Vielleicht verschwindet Olden einmal, um Kaffee zu trinken, oder er wird ein paar Minuten abgerufen — kurz und gut: ich muß mich erst gründlich orientieren." „Selbstverständlich!" pflichtete er bei und nickte. „Bist ein forscher Kerl, Suse! Also tu, was du kannst!" Sie verabredeten ein Wiedersehen für Ende nächster Woche in einem Lokal der Altstadt. (Fortsetzung folgt.) Wer sich zur Jugend bekennt, bekennt sich zu Deutschland! Darum aus nach Frankfurt a. 2N. zum „Tag der 100000“ am 1. uno 2. September. Marschierender Wille — junge Kraft — sozialistische Tat am 1. und 2. September in Frankfurt am Main, hinkommen! Miterleben! Seht euch die große Ausstellung „Kampf und Sieg der HI.“ bis zum 5. September in Frankfurt am Main an. räumung der Böden sind ausreichende Fristen zu gewähren. Eine Vernichtung von Akten staatlicher und kommunaler Behörden sowie öffentlich-rechtlicher Organisationen darf ohne Benachrichtigung der vorgesetzten Behörde und des zuständigen Staatsarchives von niemand veranlaßt werden. Vor der Vernichtung von in Privatbesitz befindlichen Gegenständen ist, wenn sich auch nur der geringste Zweifel über seinen Wert ergibt, das nächste Staatsarchiv zu benachrichtigen. Sollten entgegen den vorstehenden Richtlinien bei der Entrümpelung der Böden örtliche Schwierigkeiten auftauchen, empfiehlt sich sofortige Meldung an das zuständige Staatsarchiv oder an den Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern, Berlin NW 7, Schiffbauer- dämm 26. Deutsche Arbeitsfront. irS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. Achtung! Ferienfahrer „Monte Olivia", Allgäu, Schwarzwald, Schleswig-Holstein! Die Teilnehmer an unseren Ferienfahrten treffen sich am Samstagabend, 8 Uhr, in der Dolkshalle auf unserem großen Winzerfest. Es sind Tische reserviert unter der Bezeichnung „Stoßtrupp Allgäu", „Stoßtrupp Monte", „Stoßtrupp Schleswig", „Stoßtrupp Schwarzwald". Die Teilnehmer werden gebeten, möglichst viel Bildmaterial mitzubringen und allen Volksgenossen Auskunft zu geben über ihre Ferien, damit für die Urlaubsfährten der RS.» Gemeinschaft „Kraft durch Freude" tüchtig geworben wird. Nun auch noch die Flieger ...? Da hört man: „Ich bin schon in so vielen Vereinen, und jetzt soll ich auch noch Mitglied im Deutschen Luftsport-Verband werden! Ueberhaupt und so, was habe ich als einfacher Staatsbürger mit der Fliegerei zu tun?!" Ja, lieber Volksgenosse, einmal zu deiner Aufklärung: Du übersiehst wohl ganz, daß das Deutsche Reich seit Versailles, Paris und London keine vom Staat getragene oder staatlich geförderte Fliegerei was Deutschland heute braucht und tief ersehnt, das ist ein Symbol der Adolf ftlrtt» Kraft und Starke! tver-e Mitglte- im deutschen Luftsport-verbaa-l mehr haben darf, daß deshalb der deutsche Luftsport alles, was er nach dem Kriege leistete und noch leistet, aus eigener Kraft schaffen muß. Und dann ist die Fliegerei keine Vereinssache; das war einmal in den endlich hinter uns liegenden Zeiten des Kampfes aller gegen alle! Heute ist zwar der Deutsche Luftsport-Verband die einzige Organisation des Luftsports, er hat aber die fest umrisiene, gewaltige und stolze Aufgabe, tatkräftig am Aufbau der Nation mitzuarbeiten. Nicht in materieller Hinsicht, denn materiell in Angriff und Der- teidigung hat die deutsche Fliegerei durch Versailles keine Aufgaben zu erfüllen, wohl aber in ideeller Hinsicht. Denn nichts wird das deutsche Volk davon abhalten können, die sittlich hohen und nationalen Aufgaben der Fliegerei in die Tat umzu- setzen und seine Jugend im Helden- und Opfergeist eines Richthofen, eines Boelcke zu erziehen. Darum ist deine Mitgliedschaft im Deutschen Luftsport-Verband keine Vereinszugehörigkeit. sondern wirklicher Dienst an deinem Volke! Anmeldungen bei: Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt). Fernruf 2951, 2952. Deutscher Pfarrertag verschoben. Mit Rücksicht auf den Reichsparteitag der NSDAP, ist der Deutsche Pfarrertag, der in der Zeit vom 4. bis 6. September in Frankfurt stattfinden sollte, auf die Tage vom 11. bis 13. September verschoben worden. BornoNzen — Tageskalender für Freitag. Licht- spielhaus, Bahnhofstraße: „Das Schloß im Süden". — DHC.: Monatsversammlung. ** Jubiläum. Am morgigen Samstag, 1. Sep° tember, befindet sich Fräulein Susanne Sterke! 25 Jahre als Hausangestellte im Hause des Herrn Reichsbankdirektors Klip sie in, ein Zeichen großer Treue und Pflichterfüllung. ** Schulperfonalie. Ernannt wurde der Schulamtsanwärter Reinhard Hach aus Weiters- Hain (Kreis Gießen) aum Lehrer an der Volksschule zu Eifa (Kreis Alsfeld) mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an. ** Freie Lehrer st ellen. Die Ministerial- abteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum gibt bekannt: Erledigt sind: im Kreise Heppenheim je eine Lehrerstelle für einen katho- lischen Lehrer an der Volksschule in A s ch b a ch, in Löhrbach und Unterflockenbach, für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Mittershausen und für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Trösel. Dienstwohnungen sind jeweils vorhanden. Meldungen von Anwärtern, die nicht seit mindestens 8 Jahren die Prüfung abgelegt und nicht eine Anwärterdienstzeit von mindestens 5 Jahren zurückgelegt haben, sind zwecklos. ** Unfall. Am Mittwochnachmittag erlitt der 29 Jahre alte Steinarbeiter Rudolf Sander, Aulweg 100 wohnhaft, einen Unfall. Er stürzte so unglücklich, daß er mit inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Aufruf zur Sammlung von „Mutter und Kind" am Sonntag, dem 2. September. Der Stellvertreter des Führers hat im Cinver- nehmen mit dem Herrn Reichsminister der Finanzen die vom Amt für Voltswohlfahrt bei der Ober- ften Leitung der PO. für den 2. September 1934 vorgesehene Sammlung für dasHilfswerk „Mutter und Kind" zugelassen. Das Hilfswerk „Mutter und Kind“ hat die Auf- gäbe, im Sinne einer gesunden Vevölkerungs- polltik Mutter und Kind in gesundheitlicher und fürsorgerischer Hinsicht zu erfassen. Wir alle wissen, daß es in Deutschland noch viele unterernährte Kinder gibt, wir alle wissen, daß es in Deutschland Mütter gibt, die in Sorge der Geburt entgegensetzen, weil sie nicht wissen, wie sie ihr Kind ernähren sollen, wir alle wissen, daß in Deutschland noch viele Familien Jahr um Ihar in menschenunwürdigen Wohnungen Hausen müssen! Was hast du, lieber Volksgenosse, getan, um diesen Aermsten zu helfen? hast du als Deutscher das Sehnen deines Volkes nach Leben und Kraft, nach Werden. Gestalten und Erhalten, nach Zeit und Ewigkeit verstanden? hast du wieder Glauben gewonnen an die unerschöpflichen Kräfte unseres Volkes, so hast du auch wieder Glauben gewonnen an die Sendung deines Volkes, muht du dich beugen vor dem heiligen Mysterium von Mutter und Kind! Nur ein Volk, das von Glauben erfüllt ist an das ewige: Es werde! wird immer Kraft finden und sie zu gebrauchen wissen zum Aufbau und als Garant für eine jahrtausendelang währende Zukunft und zum Segen für die nachkommenden Geschlechter! hilf auch du. trag auch du ein kleines Teilchen zum Gelingen bei! Denke immer daran, dah aus vielen kleinen Spenden ein Gröhes wird, dah das Dollen aller das Gelingen verbürgt! Gebe Zeder am Sonntag! Heil Hitler! Kreisamtsleitung der NSV. Willi H a i n b a ch, Kreisprovaganda- und Presse- walter der NSV. Leibesübungen und hessische Schule. LPD. Das Staatspresseamt teilt mit: Als derFührerin seinem Werk „Mein Kampf" in den Richtlinien über die Erziehung der deutschen Jugend in einem nationalsozialistischen Deutschland die körperliche Erziehung der Erziehung zum charaktervollen und wissenden Menschen ooranstellte, war der Arbeit des nationalsozialistischen Erziehers klar und deutlich Richtung gegeben. Wie überall, so traten auch im Schulwesen die von der nationalsozialistischen Bewegung eingesetzten Männer hervor, die sich immer wieder um die richtige Einstellung des Schulturnens im Rahmen der Schularbeit abmühten. Die Leibesübungen waren allzulange das Aschenbrödel unter den anderen Fächern. Das Hessische nationalsozialistische Kultusministerium hat dieser Auffassung schnell ein Ende bereitet. Von der richtigen Erkenntnis ausgehend, dah die Leibesübungen in der Schule erst dann richtig gewürdigt werden, wenn der Erzieher selbst ihre Segnungen in ausreichendem Mähe gespürt hat und wenn er fähig ist, die Turnstunden so zu gestalten, wie es sich nun als richtig in jahrelanger Entwicklung heraussiellte, hat man den Leibesübungen schon in der Ausbildungszeit des kommenden Erziehers einen breiteren Raum gegeben. Die überphilosophische Scheinausbildung des Pädagogischen Institutes des alten Systems hat einer an Heimat und Scholle gebundenen Vorbereitung für den Beruf des Erziehers an der nationalsozialistischen Hochschule für Lehrerbildung Platz gemacht. Nur die jungen Menschen, welche nachbewiesen haben, daß sie auch auf oem Gebiet der körperlichen Erziehung den Nationalsozialismus verstanden haben und als vollwertige Erzieher Körper, Seele und Geist der Jugend zu betreuen wissen, werden von der nationalsozialistischen Erzieherschule zur Arbeit in die Schule geschickt, lieber die Fachausbildung des Studierenden des höheren Lehramts hinaus wird der kommende Erzieher an der höheren Schule so weit in den Lehrbetrieb der Leibesübun- aen eingeführt, daß auch bei ihm Turn- und Spielstunden nie Stundenfülfel werden können. Was so auf der Technischen Hochschule Darmstadt, der Universität Gießen und hessischen Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg den werdenden Erziehern von Anfang an für die körperliche Erziehung gegeben wird, holen für die Erzieher, die das alte System ausgebildet hat, Lehrgänge nach. Bei der „Ueberholung" auf der Rhein-Mainifchen Stätte für Erziehung in Mainz, dem Schulungslager der deutschen Erzieher, werden die Lagerteilnehmer durch Frühsport, Sportnachmittage und Musterturnstunden mit der Arbeit der heutigen kör- perlichen Erziehung bekannt gemacht. Darüber hinaus sorgen in Hessen ausgesprochene Lehrgänge für Schulturnen immer wieder dafür, daß die Zahl der Erzieher, die von der Wandlung des Betriebes der Leibesübungen unberührt blieben, immer kleiner wird. In den Osterferien d. I. wurden in Mainz etwa 90 junge Erzieher der Volts- und höheren Schulen im Schulturnen in einem dreiwöchigen Lehrgang ausgebildet. Nicht zuletzt die Begeisterung und Aufnahmebereitschaft der Junglehrerschaft hat den Leiter der Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, Ministekrialrat R i n g s h a u • sen, veranlaßt, derartige Lehrgänge zur stetigen Einrichtung für Oster- und Herbstferien zu machen. So wird in Friedberg in den kommenden Herbstferien wieder ein Lehrgang für Schulturnen und Schwimmen abgehallen. Gerade das Schwimmen erfreut sich ganz besonderer Förderung durch die Dinisterialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum. In einer Verfügung vom 31. Mai d. I. wurde von Ministerialrat Ringshausen Schwimmen als Pflichtfach eingeführt. Leider haben sehr viele Schulen keine Möglichkeit, Schwimmunterricht zu erteilen; bedauerlich ist das besonders dort, wo von Natur aus die Möglichkeiten gegeben sind. Aber auch hier fetzt die Arbeit der Schulbehörde ein. Um dem von der Reichsfchimmwocye gegebenen Ziel „Jeder Deutsche ein Schwimmer" näher zu kommen, werden für ganz Hessen durch entsprechende Skizzen der einzelnen Kreise Vorschläge zur billigen Anlage von Freibädern gesammelt, bearbeitet und den maßgebenden Regierungsstellen weitergegeben. Der Sorge um die Anlage für einen planvollen Schwimmunterricht, reiht sich die Sorge um Turn- und Spielplätze, Turn- und Spiel- gerate an. Auch hier werden in aller Kürze Erhebungen gemacht, die für den Ausbau der AebungsstStten für Leibesübungen von grundlegender Bedeutung sind. Wenn auch äußere Umstände, bedingt durch notwendige Versetzung, die Arbeit an der Beschickung der Schulen mit Turnlehrern, wie sie eine Verfügung des Herrn Ministerialrats Ringshausen vom Frühjahr dieses Jahres fordert, etwas eingeengt hatten, so ist doch eine recht stattliche Anzahl von höheren Schulen dahin gebracht worden, daß der Turnunterricht nur in Händen von Lehrpersonen mit Lehrbefähigung für Leibesübungen liegt. Was für die höhere Schule gilt, hat ebenso für die Volksschule Geltung. Die geprüften Turnlehrer der Volksschule werden so auf alle Kreise Hessens verteilt, dah bis in die kleinste Dorfschule hinein die Möglichkeit einer Betreuung durch diese Fachlehrer bestehl. Man kann wohl sagen, daß die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum alles tut, um den Willen des Führer, eine gute körperliche Ertüchtigung unserer Schuljugend, in die Tat umzusetzen. Deutsche Fugend marschiert! Der Tag der 400000 in Frankfurt. Frankfurt a. M., 30. Aug. (LPD.) Ab morgen wird Frankfurt für zweiundeinenhalben Taa ganz im Zeichen der Hitlerjugend stehen. 100 000 Jungens werden aufmarschieren. Der größte Ju- dendaufmarsch Deutschlands, ja sogar der Welt, wird in den Mauern der alten Kaiser- und Krönungsstadt stattfinden. Als 1932 die Hitlerjugend des ganzen Reiches in Potsdam marschierte, zählte man 50 000 Teilnehmer, heute stellt allein das Gebiet Hessen-Nassau 100 000 Mann. Und wie viele muhten dabei noch zu Hause bleiben ... Draußen in den beiden großen Lagern im Huthund im Ostpark wird für zwei Tage ein frohes, freies Jungensleben herrschen. Die Lagerfeuer werden gen Himmel lohen, die Landsknechtstrommeln gerührt werden. Belte deutsche Jungensromanttt — und doch mehr! Schon das, was wir bis jetzt von den Vorbereitungen zu dem großen Tage sehen durften, die große Ausstellung „Kampf und Sieg der HI.", die beiden Riefenzeltstädte, die riesige Organisationsarbeit sind ein so imponierender Beweis nicht nur für das unbedingte wollen, sondern auch für den tatsächlichen Einsatz dieser Fugend für die Neugestal- tung, den Aufbau, die unbedingte Einordnung in den neuen Staat, daß er von jedem, der guten Willens ist, unbedingt neid- und rückhaltlos anerkannt werden muß. Noch lange wird das Erlebnis der Frankfurter Tage in den Jungens wachbleiben. Sie alle werden ein neues Stück von jenem Gemeinschaftsgeist aus den Zeltstädten der Hunderttausend mit nach Hause nehmen, der allein Garant des Sieges der nationalsozialistischen Idee für alle Zeit sein kann. Nicht nur die Jugend aber geht dieser Tag an! Die Welt wird in jenen Tagen staunend erleben, daß alles Spekulieren auf einen Zusammenbruch des nationalsozialistischen Staates ein Streit um des Kaisers Bart ist; daß das System morgen und übermorgen noch viel fester im Herzen des Volkes verankert sein wird, als es das heute ohnehin schon ist. 100 000 werben In Frankfurt marschieren! Marschieren in unerhörter Geschlossenheit und Disziplin. Welch ein Unterschied zu den Jugendtreffen der früheren Zeit. Eine eigene Laaerpolizei der HI. wird für Die Einhaltung der Lagerordnung sorgen. Oberster Lagergrundsatz aber ist Disziplin und Gehorsam! Streifen werden in der Staat dafür sorgen, daß niemand ohne Urlaubsschein das Lager verläßt. Während draußen vor der Stadt eine Armee kampiert, werden sich die Straßen nur durch ihren reichen Flaggenschmuck vom Alltag unterscheiden. Der Geist, der Preußen groß gemacht hat, Der Geist der Disziplin und heroischen Pflichterfül- lung ist in der neuen Jugend wieder wach geworden. Jeder von diesen 100 000 hat wieder gelernt, eine Aufgabe um ihrer selbst willen zu übernehmen und durchzuführen. Nichts ist das eigene Ich, die Gemeinschaft gilt alles. Der Begriff der Fahne, der man, hak man einmal den Treueid auf sie geleistet, folgen muh, komme was kommen mag, er ist wieder lebendig geworden. Das alles sagt uns der Tag der Hunderttausend' Und deshalb wünschen wir allen jenen, die am Samstag nach Frankfurt kommen und allen jenen, die zu ihnen gehören, aber daheim bleiben mußten: Deutsche Jugend, marschiere in den Sieg! Oie Hitler-Jugend ehrt ihre toten Kameraden. Am läge, da die Hitler-Jugend des Gebietes Hessen-Nassau, da 100 000 Hitlerjungen in Frankfurt a. M. au ihrem ersten Gebietstreffen aufmarschieren, gedenken sie auch ihrer im Dienste gefallenen und verunglückten Kameraden. Denn diese wa- <31 für das fülfsroerh MuMrund Äind ren es, die es ermöglichten, daß heute Hunderttausende marschieren können, in dem Braunhemd, das ihnen heilig war. Wenn die braunen Kolonnen in Frankfurt marschieren, werden überall im Gebiet Hessen-Nassau Ehrenwachen der HI. an den Gräbern der toten Kameraden aufziehen, und somit ein äußeres Zeichen der Verbundenheit mit den jungen Kämpfern, eine Brücke bilden, zum Zeichen dafür, dah ihre Opfer, daß sie selbst unvergessen sind. Ihr Geist aber, der ihnen die Kraft gab, ihr Leben zu opfern, wird die marschierenden 100 000 Kameraden begleiten und seinen sichtbaren Ausdruck finden in der Bereitsachft zum Dienst, in dem Bekenntnis zu Führer und Volk. Frankfurt a. M. grüßt die Hitlerjugend des Gebiets. Im Namen der Stadtverwaltung und der gesamten Frankfurter Bevölkerung heiße ich hiermit alle Teilnehmer an dem Gebiets-Aufmarsch der Hitler- Jugend am 1. und 2. September 1934, am „Tag der 100 000", herzlich willkommen. Seit Wochen sieht Frankfurts Bevölkerung unter dem Eindruck der starken Werbung für dieses Treffen den beiden großen Ereignissen des Aufmarsches im Stadion und des Vorbeimarsches an dem Reicys- jugendführer mit größter Erwartung und <5p&$inung entgegen. Unsere Bevölkerung wird die durch die festlich geschmückten Straßen unserer Stadt marschierende Hitler-Jugend mit herzlicher Begeisterung begrüßen, denn sie fühlt sich mit ihr aus innerstem Herzen heraus in treuer Freundschaft und Kameradschaft verbunden. Durch ihre ausgezeichnete Ausstellung, b^ren Besuch jedermann nur dringlichst empfohlen 'werden kann, hat unsere Hitler-Jugend ein eindrucksvolles Bild von ihrem Werdegang und hrem Aufbau, ihrem Wollen und Schaffen vermittelt. Mit Freude und Genugtuung sehen wir dabei, wie sich neue Kräfte in der Jugend unseres Volkes regen und wie sich junger, kraftvoller Gestaltungswille im nationalsozialistischen Geiste neue Bahnen sucht und bricht. Wir grüßen unsere Jugend als unseres Volkes Weiterleben und freuen uns mit ihr über das große Gemeinschaftserlebnis, das sie vom „Tag' der 100 000" in Frankfurt am Main mit nach Haufe nimmt. Möge unseren Hitler-Jungens als den Trä- Eiern der Zukunft unseres Volkes dieses Gebietstref- en ein kräftiger Ansporn zu weiterer Arbeit an er eigenen geistigen und körperlichen Ertüchtigung und zur bedingungslosen und treuen Hingabe an die Volksgemeinschaft sein und bleiben. Heil Hitler! Gez.: Dr. Krebs, Oberbürgermeister und Preußischer Staatsrat. Gebietspresse- und Propagandaleiter w. Richter spricht im Rundfunk. Die HJ.-Pressestelle teilt mit: Wir schalten ein: Freitag, den 31. August, 18 bis 18.30 Uhr, Reichssender Frankfurt, Gebietspresse- und Propagandaleiter W. Richter, „Tag der 100 000". Gruppenführer Prinz August Wilhelm auf der Hitlerjugend-Ausstellung. Gestern zwischen 11.30 und 12.30 Uhr besuchte Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen die Ausstellung „Kampf und Sieg der HI." auf dem Frankfurter Festhallengelände. Er wurde von einem Hitler-Jungen durch die Ausstellung geführt und äußerte sich über seine Eindrücke von der Schau sehr lobenswert. Englische Städtebauer in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 30. Aug. Vor einigen Tagen weilte eine Kommission englischer Städtebauer unter Führung des Direktors des Königlich Schottischen Gesundheitsamtes, John. E. H i g h t o n, in Frankfurt. Die Herren, die bereits Rotterdam, Hamburg, Berlin und Wien besucht hatten, besichtigten hier die verschiedenen Stadtrandsiedlungen. Besonderes Interesse erregten die Einfamilienhäuser der Siedlung südlich von Goldstein, die ihnen von Stadtrat Niemeyer als vorbildlich gezeigt wurden. Schwere Gewitter über dem Ried und über Darmstadt. LPD. Darmstadt, 30. Aug. lieber dem Ried und über Darmstadt gingen heute nachmittag iwei schwere Gewitter mit Hagelch lag nieder. Bereits in der Mittagsstunde setzte wolkenbruchartiger Regen ein, der die Keller in den tiefergelegenen Straßen teilweise überflutete. Am Nachmittag gab es dann einen zehn Minuten lang dauernden Hagelschlag mit beinahe taubeneigroßen Hagelkörnern. Auf den Gemüsefeldern wurde an einigen Stellen erheblicher Schaden angevichtet. Steuerpolitische Neuerungen. Liste der säumigen Steuerzahler. — Tilgung von Steuerbeständen. — Steuererleichterungen beim Kauf von Maschinen. — Hauszinssteuererleichterungen.- Entscheidung des Reichsfinanzhofs zur Schenkungssteuer. Staatssekretär Reinhardt hat schon bei der Verkündung der nationalsozialistischen Steuerreform im Juni d. I. Ausführungen über die Einführung einer Liste der säumigen Steuerzahler Ö. Inzwischen ist durch einen Erlaß des nanzministers angeordnet, daß erstmalig im Frühjahr 1936 für das Jahr 1935 eine Liste der säumigen Steuerzahler aufgestellt wird. Obgleich die näheren Vorschriften noch ausstehen, ist schon soviel sicher, daß in diese Liste der Steuerzahler ausgenommen wird, wer am 1. Januar 1935 mit Steuerzahlungen oder Vorauszahlungen aus der Zeit vor dem 1. Januar 1935 rückständig ist, oder wer es bei der Vorauszahlung 1935 zu einer zweimaligen Mahnung kommen läßt. Ob diese Liste für alle Steuern in Frage kommt, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird die Liste beim Finanzamt geführt und liegt für jedermann zur Einsicht öffentlich aus. Zuständig ist das Finanzamt, das für die Besteuerung nach dem Einkommen und dem Vermögen maßgebend ist. Das Finanzamt kann die Liste der säumigen Steuerzahler jederzeit veröffentlichen. Es ist deshalb notwendig, daß jeder Steuerpflichtige, der noch Steuerrückstände zu begleichen hat, sofort mit der Tilgung beginnt, damit dle Rückstände spätestens bis 31. Dezember 1934 beseitigt sind. Das Gleiche gilt 1935 für die laufenden Steuervorauszahlungen. Das Reichsfinanzministerium gibt der Oeffentlichkeit aufklärende Hinweise, in denen es u. a. heißt, daß der Staat nicht um seiner selbst willen, sondern um des seiner Führung anvertrauten Volkes willen da sei; er sei da, um die Voraussetzungen zu schaffen, zu festigen und zu stärken, deren er bedarf, wenn das Volk als solches und in natürlicher Folge davon die einzelnen Berufsstände, die einzelnen Familien und die einzelnen Volksgenossen leben sollen und gedeihen können. Der Staat brauche zur Erfüllung seiner Aufgaben Geld. Die zur Bestreitung der Ausgaben erforderlichen Mittel müßten, soweit nicht dem Staat Einnahmen aus eigenem Vermögen zufließen, in Form von Steuern und Abgaben auf die Glieder der Volksgemeinschaft umgelegt werden. Der Grad des Pflichtbewußtseins und des Verantwortungsbewußtseins des Einzelnen gegenüber dem Staat bestimme sich infolgedessen im wesentlichen nach seiner Ehrlichkeit bei der Abgabe von Steuererklärungen und nach der Pünktlichkeit in der Erfüllung seiner steuerlichen Verpflichtungen. Diese beiden Eigenschaften stellten die Grundlage wahrer Treue zum Staat und damit zur Volksgemeinschaft dar. Je stärker diese Eigenschaften sich ausprägen, um so größer gestalte sich das Maß, um das die Steuerlast, die auf der einzelnen Person ruht, gemildert werden könne, und um so stärker seien infolgedessen die Voraussetzungen für eine durchgreifende Gesundung der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Dinge unseres Volkes. Mangel an Ehrlichkeit und Pünktlichkeit in der Erfüllung der steuerlichen Verpflichtungen bedeute Mangel an Treue zum Staat und zur Volksgemeinschaft. Um diesen Mangel aus dem Kreis unserer Volksgenossen möglichst auszuschliehen und gleichzeitig die Kraft des Staates zur Erfüllung seiner Aufgaben zu stärken, werde in Zukunft eine Liste der säumigen Steuerzahler aufgelegt werden. * Die Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen besteht mit gewissen Beschränkungen schon seit dem Gesetz vom l.Juli 1933. Bisher durfte z. B. nur der Anschaffungswert solcher Maschinen und In- ventargegenstände zur Kürzung kommen, bei denen die Lieferung des neuen Gegenstandes nach dem 30. Juni 1933 erfolgte. Weiter mußte es sich um eine Ersatzbeschaffung handeln, d. h. es mußte ein dem Betrieb bisher dienender und zum Betriebsvermögen gehörender Gegenstand (1. 7. 33) ersetzt werden. Endlich erforderte das Gesetz die Vernichtung oder Verschrottung der alten ausrangierten Gegenstände. Nur in Ausnahmefällen war eine Weiterbehaltung im Betriebe zu Zwecken der Lehrlingsausbildung und für Zeiten vermehrter Arbeitsaufträge zulässig. Die Erlangung der Steuervergünstigung war also nur in beschränktem Maße möglich, meistens nur in solchen Betrieben, die bereits über einen gewissen Jnventarbestand verfügten. Die neue Steuergesetzgebung sieht nun eine Vervollkommnung und Erweiterung dieser Bestimmungen vor, und zwar in der Richtung, daß in Zukunft die Vorschriften über Steuererleichterungen im Prinzip auf alle neuangeschafften Gegenstände Anwendung finden, deren Lebensdauer in der Regel nicht mehr als 10 Jahre beträgt. Die Steuervergünstigung wird darin bestehen, daß der Steuerpflichtige die Gegenstände in den Bilanzen beliebig abschreiben kann, d. h. daß die Abschreibung schon im Jahre der Anschaffung vollständig erfolgen, oder auch auf eine Reihe von Jahren verteilt werden kann. Der Vorteil für den Steuerpflichtigen liegt bei dieser Regelung u. a. darin, daß er es selbst in der Hand hat, bis zur Höhe des Anschaffungswertes seine jährlichen Gewinns nach Wunsch zu regulieren. Die Steuervergünstigungen werden im übrigen in Zukunft nicht nur auf Ersatzbeschaffungen, sondern auch auf Neuanschaffungen Anwendung finden. Diese Bestimmung ist besonders für solche kleinere und mittlere Gewerbetreibende von Wert, die bisher über wenig Inventar verfügen. Die Steuervergünstigung dieser Art soll bereits für das Steuerjahr 1934 in Anrechnung gebracht werden. * Ein neuer Erlaß für hauszinssteuererlelchle- rungen bet Vohnungslellungen im Falle des Eigenlumswechfels ist in P r e u ß e n herausgekommen. Danach werden die für die Teilung von Großwohnungen bewilligten Hauszinssteuererleichterungen im Falle eines Eigentumswechsels künftig auch den Rechtsnachfolgern gewährt. Die bisherigen entgegenstehenden Anordnungen, die sich auf das Gesetz vom 10. März 1931 stützen, kommen mit dem 31. August 1934 in Fortfall. Für alle Fälle, in denen ein Grundstück von einem Hypothekengläubiger im Zwangsversteigerungsverfahren vor dem 1. September 1Q34 erworben und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiter veräußert worden ist, wird die Steuererleichterung gleichfalls vom 1. September 1934 gewährt, sofern die Wohnungsteilung aus Mitteln des Hypothekengläubigers während des Zwangs- Versteigerungsverfahrens erfolgt ist. Als Eigentumswechsel im Sinne der Neuregelung gilt im Falle der freien Veräußerung die rechtsverbindliche Vereinbarung und im Falle der Zwangsversteigerung der endgültige Zwangsversteigerungstermin. Dle Schenkungssleuer. Der Reichsfinanzhof hat zur Schenkungssteuer eine wichtige Entscheidung gefällt. Schenkungs- steuerfrei sind bekanntlich Schenkungen an Kinder und Enkelkinder bis zum Betrage von 5000 Mk. Ein diesem Falle hat ein Vater seiner Tochter und seinem Enkel eine Schenkung von je 5000 Mark überwiesen und seiner Ehefrau einen Betrag von 10 000 Mark. Nach nicht allzu langer Zeit hat jedoch die Ehefrau die ihr zugeflosfenen 10 000 Mark an die Tochter und den Enkel in Beträgen von je 5000 Mark weiterübereignet, so daß diese nunmehr um je 10 000 Mark bereichert waren. Darauf hat das Finanzamt Steuerforderungen erhoben. Der Reichsfinanzhof hat nun entschieden, daß der Betrag doch zu versteuern ist und dafür folgende Begründung gegeben: „Die Zwischenschaltung der Ehefrau spreche dafür, daß der Pflichtige im Stillen doch wohl gehofft habe, von der Schenkungs- steuer verschont zu bleiben, und daß er aus diesem Grunde keine klaren und geraden Verhältnisse geschaffen, sondern einen Umweg gewählt habe, der das gleiche Endziel erreichte." Städte-Achter Abschluß der Ruder-Saison in Gießen. Am kommenden Sonntag wird die Ruder-Saison in Gießen offiziell beschlossen. Das letzte Ereignis des Rudersportes in unserer Stadt ist die Austra- gung des Städteachters um den Wanderpreis der Städte Gießen und Wetzlar. Als Beteiligte gelten für dieses Rennen die Rudervereine der beiden Städte. Leider lagen die Wetzlarer in den letzten Jahren verschiedene Male nicht im Wettbewerb. Sie werden voraussichtlich auch in diesem Jahre nicht am Start sein können, so daß der Städteachter wieder eine rein lokale Angelegenheit sein wird. Im Wettbewerb stehen lediglich die Mannschaften der Gießener Rudergesellschaft und der Renngemeinschaft Gießen. Der Ausgang des Kampfes ist unschwer vorauszusagen. Die Mannschaft der GRG. wird das Rennen gewinnen müssen, wenn sie ernsthaft rudert. Das Ziel des Rennens liegt beim Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877. Die Preis- Verteilung wird durch einen Vertreter der Stadt vorgenommen. Mit der Austragung des Städteachters ist gleichzeitig das Abrudern verbunden; eine große Auffahrt wird den Zuschauern zu einem eindrucksvollen Bilde werden. Hochbetrieb auf dem Waldsportplatz. TNannschaflskampf gegen Relchsbahn-Rolwelß Frankfurt a. TR. Ursprünglich war ein Vierstädtekampf geplant, aber durch Absagen von Mainz und Darmstadt fiel dieser Plan ins Wasser. Am kommenden Sonntag wird nunmehr ein Mannschaftszweikampf zwischen Reichsbahn-Rotweiß Frankfurt a. M. und dem VfB.-Reichsbahn ausgetragen. In elf Herren- und sechs Frauenkonkurrenzen sieben sich jeweils von jedem Verein je zwei Teilnehmer gegenüber. Gewertet wird nach der 1000-Punkte-Wertung der DSB., so daß selbst der Verlierer durch möglichst gute Leistung am Gesamtsiege mithelfen kann. Diese Tatsache bringt deshalb auch immer bei derartigen Mannschaftskämpfen harte Kämpfe. Die Frankfurter verfügen über einige gut bekannte Leichtathleten Vor allem der Langstreckler Wied ist ein Läufer von guter Klasse. Der Werfer Baß und der Sprinter Koch sind ebenfalls bekannt. Ausschlag. gebend wird sein, ob sich die Gießener Damen den guten Frankfurtern einigermaßen gewachsen zeigen. Der VfB.-Reichsbahn hat in Frl. B a u m b a cb , Luh, Mandrella, Jahn usw. ebenfalls einige gute Kräfte. Es dürfte ihnen aber noch etwas an Wettkampferfahrung fehlen. Bei den Herren ist der VfB.-Reichsbahn mit feinen bekannten Leichtathleten vertreten, die ihre Sache wohl wie seither gut machen werden. Interessant werden auch die Staffeln verlaufen. In der 4X100- Meter-Staffel sollten die Gießener wohl gewinnen können. Die Schwedenstaffel bringt wohl einen härteren Kampf, da hier der vorzügliche 400-Meter- Mann Koch. Frankfurt dem Gießener R. Fischer überlegen ist. Aber bei Gießen sind die 300 und 200 Meter besser besetzt. Rodriguez und Luh müssen den Anschluß Herstellen, damit Siegmund am Schluß einen kleinen Vorsprung hat. Am 12. August in Frankfurt gewann Gießen knapp mit einem Meter. Die Frankfurter haben also am Sonntag Gelegenheit zur Revanche. Am Schluß des Kampfes finden Vorführungen der Turnerinnen-Abteilung des VfB.- Reichsbahn statt, und als Abschluß der Veranstaltung steigt ein Handballspiel zwischen der ersten Mannschaft von Rotweiß-Reichsbahn Frankfurt und dem VfB.-Reichsbahn Gießen. Die Frankfurter Mannschaft spielt einen guten Handball. Die Gießener müssen stark auf der Hut fein, wenn die Niederlage nicht allzu hoch ausfallen soll. Saar-Ringer in Gießen. Nannschaflskampf Saarbrücken Dest — Gießen 93. Der aus Anlaß der Saartundgebung in Koblenz verschobene Freundschaftskampf im Ringen zwischen Saarbrücken-West und Gießen 93 kommt nun am morgigen Samstag im Caf6 Leib zum Austrag. Die Gäste aus dem Saarland gehören zur besten deutschen Rinaerklasse und haben in den Kämpfen um die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen immer eine führende Rolle gespielt. In ihren Rei- hsn stehen so bewährte Leute wie Oft ermann, der Deutsche Meister 1932 und 2. Kampfspielsieger 1934 im Bantamgewicht. Außerdem sind Baus, Jung und Metzger bewährte Stützen ihrer Mannschaft. Auch die Gießener Staffel tritt in stärkster Aufstellung an. Sie hat in Detter' 1/15 einen talentierten Leichtgewichtler erhalten, der in diesem Kampf erstmals die Gießener Farben vertritt. Funk und Klotz werden in die niederen Klassen abtrainieren. Es wird den Einheimischen wohl schwerlich ein Sieg möglich sein. Die Mannschaften treten in folgender Aufstellung (Saarbrücken jeweils zuerst genannt) gegenüber: Bantamgewicht: Metzger — Funk Federgewicht: Ostermann — Klotz Leichtgewicht: Baus — Detter l/J.-R. 15 Weltergewicht: Jung — Tuzel Mittelgewicht: Schmidt — Wagenpfeil Halbschwergewicht: Schumacher — Belloff Schwergewicht: Rieß — Walther. Reit- und Fahrturnier in Darmstadt. Am morgigen Samstag und am Sonntag steht Darmstadt am Tage d es Pferdes ganz im Zeichen der Reiterei. Mit über 400 Nennungen ist das Turnier eines der größten seit langer Zeit, an dem neben zahlreichen großen Schaunummern auch mehrere unserer bekanntesten Turnierreiter teilneh- men. Zum ersten Mal nach dem Kriege werden auch Reichswehroffiziere in Darmstadt über die Bahn gehen. Bereits gestern sind die Pferde des Artillerie-Regiments 2 aus Schwerin und die Pferde von Oberleutnant von Saloiati, Oberleutnant Hofmann und Oberleutnant Neckelmann eingetroffen und haben bei der Landespolizei Unterkunft gefunden. Auch Kampfspielsieger Lange« München und zahlreiche bekannte Amateur-Reiter haben gemeldet. Selbstverständlich werden Landespolizei, SA.-Reiter, Züchter und Privatpferdehalter mit ihren vierbeinigen Helfern und Kameraden in Schau-, Leistungs - und Prüfungskonkurrenzen vertreten sein. Ein „Tag der Schulen" ist der Samstag. Hier wird das ganze Schauprogramm für die Jugend, die mit ihren Lehrern erscheinen wird, gezeigt. An beiden Nachmittagen wird ein volles Turnierprogramm abgewickelt. Das Turnier findet auf dem Platz der Landespolizei statt. VleibenDeulschlandsLeichtathlekenungeMagen? Oie erste schwere Aufgabe des Jahres: Schweden. Aus 26 Leichtathletik • Länderkämpfen ist die deutsche Ländermannschaft in den Jahren von 1921 bis jetzt immer siegreich, nie geschlagen hervor- gegangen! 13 Begegnungen mit der Schweiz, gegen die auch der erste deutsche Länderkampf überhaupt und der augenblicklich letzte (am 19. August in Stuttgart) stattfanden, dazu ein Drei-Länderkampf gegen Schweiz und Frankreich, ferner ein Fünf- Länderkampf gegen Ungarn, Tschechoslowakei, Oesterreich, Jugoslawien 1925 in Wien, sieben mit Frankreich, drei mit England und einer mit Japan wurden gewonnen. Es waren also durchaus nicht nur leichte Gegner wie die Schweiz, die besiegt wurden. In den Leichtathletik-Wettbewerben der Olympischen Spiele 1928 in Amsterdam errangen die deutschen Leichtathleten dank ihres hohen durchschnittlichen Könnens den 3. Platz hinter USA. und Finnland, und 1932 in Los Angeles belegte die deutsche Mannschaft (in der Gesamtwertung der 1. bis 6. Plätze der Männer) den 4. Platz hinter USA., Finnland und England. In der europäischen Leichtathletik steht also Deutschland seit Jahren mit in der vordersten Reihe. Der Kampf um den 1. Platz in Europa wurde aber nicht entschieden; zu Mannschaftskämpfen mit den anderen Ländern in dieser vordersten Reihe kam es nicht. Wer gehört noch in Vie erste Reihe? Selbstverständlich Finnland, das haben die großen internationalen Ereignisse immer erneut gezeigt. England schon nicht mehr, da es bisher internationale Geltung nur in den Laufstrecken, hauptsächlich den mittleren, und in den Hürden- wettbewerben besaß, die Wurf- und Stoßübungen aber vernachlässigte und in ihnen gerade mittelmäßige Leistungen hervorbrachte. Don ständig steigender Kampfkraft ist Ungarn, aber für die erste Reihe ist seine Mannschaft wohl doch noch nicht ausgeglichen stark genug. Frankreich und Italien folgen... Aber Schweden! Im vorigen Jahr und zu Anfang der neuen Saison konnte es so scheinen, als hätte Schweden in Den verschiedenen Uebungs- arten nicht genügend überragende Könner, um ernsthaft in den Kampf um die Führung in der europäischen Leichtathletik eingreifen zu können. Die ausgezeichnete Leistungsfront, die Schweden im Oktober 1933 den Länderkampf gegen Ungarn gewann, ist aber — das haben vor allem die Landesmeisterschaften und vor einer Woche der überlegene Sieg über Norwegen gezeigt — verbreitert und damit verstärkt worden. Die 400-Meter-Läufer Wachenfeldt und Stromberg, die Mittelstreckler Ny, Wennberg, O. Petersson, die ausgezeichneten 5000- und 10 000-Meter*Läufer, die Hürdler St. Petersson, Dahlgren, Areskoug, der Weitspringer Svens- fon, die Hochspringer Lundquist und Bergström, die Stabhochspringer Jung Ljungberg und Lindblad, die Diskuswerfer mit dem Weltrekordmann Andersson an der Spitze, die Kugelstoßer und die Hammerwerfer stellen erste europäische Spitzenklasse dar, und auch die anderen machen ständige Fortschritte. Schweden erhebt zu Recht den Anspruch auf einen Platz in der ersten Reihe. Oie Entscheidung fällt. Nun wird auch der Kampf um den ersten Platz in dieser ersten Reihe entschieden. Das diesjährige Landerkampf-Progarnrn der deutschen Leichtathleten, das nach dem Ausfall der Begegnung mit Italien durch den Stuttgarter Kampf gegen die Schweiz erfolgreich eröffnet wurde, enthält zum ersten Mal auch Länderkämpfe mit Schweden und Finnland, die neben Turin die Ereignisse der europäischen Leichtathletik fein roertfen, und stellt der deutschen Mannschaft am Samstag und Sonntag in Stockholm Die erste schwere internationale Aufgabe des Jahres: den Kampf gegen Schweden. Eine Woche später folgen in Turin die Europameisterschaften, bei denen es neben der Einzelwertung auch eine Mannschaftswertung, also sozusagen eine Europameisterschaft der Nationen, gibt, und eine weitere Woche danach ist Berlin Austragsort des Länderkampfes gegen Finnland. Diese drei großen Kämpfe, denen dann noch das Treffen mit Frankreich in Magdeburg und ein Repräsentativspiel Norddeutschland — Dänemark folgen, entscheiden die europäische Rangfolge. Deutschland oder Schweden? Das Programm des deutsch-schwedischen Länderkampfes am Samstag und Sonntag in Stockholm umfaßt — auf der Grundlage des olympischen Leichtathletik-Programms — die große Zahl von 20 Wettbewerben. Gewertet wird 5:3:2:! Punkte für den 1. bis 4. Platz, 4:1 Punkte für den 1. und 2. Platz in der Staffel. Beide Länder haben — sie wissen, um was es geht — ihre stärksten Mannschaften aufgestellt. Deutschland ist wie folgt vertreten: 100 Meter: Borchmeyer, Hornberger, 200 Meter: Borch- meyer, Schein, 400 Meter: Metzner, Hamann, 800 Meter: König, Dessecker, 1500 Meter: Schaumburg, Paul, 5Ö00 Meter: Syring, Schüller, 1Ö 000 Meter: SyriNg, Bree, 4X100-Meter-Staffel: Borchmeyer, Hornberger, Schein, Gillmeister, 4X400 Me- ter: Metzner, Hamann, Single, Voigt, 3000 Meter Hindernis: Göhrt, Dompert, HO Meter Hürden: Welscher, Wegner, 400 Meter Hürden: Scheele, Kopp, Weitsvrung: Lang, Leichum, Hochsprung: Weinkötz, Martens, Stabhochsprung: Wegner, Müller, Dreisprung: Gottlieb, Speer: Weimann, Stück, Diskus: Sievert, Meyer, Kugel: Sievert, Woellke, Hammer: Becker, Seegers. Der Länderkampf gegen Schweden ist damit der schwerste, in den die deutsche Leichtathletik bisher überhaupt gegangen ist, um so mehr, als er noch unter fremden Verhältnissen, auf fremdem Boden vor fremdem Publikum ausgetragen wird; schwerer kann auch der zwei Wochen später folgende Kampf gegen Finnland nicht fein. Der Ausgang wird ganz knapp sein, und es wird nicht zuletzt von der Tagesform der deutschen Mannschaft abhängen, ob sie weiterhin den Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, in Länderkämpfen unbesiegt zu fein. Noch nie war jedenfalls dieser Ruhm so bedroht wie jetzt in Stockholm! Um so schöner und so größer wäre der Sieg! E. Kurze Sportnotizen. Eine schwere Niederlage erlitt eine bayrische Amateurstaffel bei einem Start in Rimini (Italien). Der einheimische Klub Liberias Rimini schlug die Bayern mit 13:3 Punkten. Die drei Punkte der Bayern resultieren aus drei unentschiedenen Kämpfen. Alle übrigen Kämpfe gewannen die Italiener, zwei davon sogar durch Niederschläge. Anerkannt hat der Deutsche Schwimm-Verband die beiden von Gisela Ahrendt bei den Europameisterschaften aufgestellten neuen deutschen Rekorde über 100 Meter Kraul in 1:09,4 und über 100 Meier Rücken in 1:20,4 Minuten. Gewinnauszug 5. Klasse 43. Preußisch-Sübdeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 19. Ziehungstag 29. August 1934 Ön der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 6000 M. 198462 330009 6 Gewinne zu 3000 M. 60617 266377 306412 860264 16 Gewinne zu 2000 M. 91884 101843 167424 264499 291 »7 345413 345958 381165 26 Gewinne zu 1000 M. 89060 173680 196877 235225 242854 247233 296447 300660 332774 375464 377838 377951 387678 66 Gewinne zu 500 M. 11464 19558 35242 68350 72516 75198 88929 114201 118883 119716 129911 139649 162342 176166 194140 194618 217040 238781 262943 275612 278462 287623 294925 295140 300198 310001 310437 321894 326985 328373 358445 365559 383831 384 Gewinne zu 300 M. 126 3004 4829 9794 10314 12835 13446 13462 21039 23824 24457 29889 30751 31828 32033 36763 38215 38746 43108 43529 44087 44796 45122 45898 46555 49661 52238 65774 68093 66977 69240 72435 72787 73338 78555 79530 80573 80673 83264 84098 85731 88726 92494 94613 95569 97669 99108 101036 101999 102277 102805 104339 109314 110134 115184 115942 118474 119402 120206 124177 124435 127527 127952 128253 131261 132919 136692 136853 137356 139251 139963 139980 145625 147472 150820 152074 157127 160271 161706 163131 167732 167865 167892 184113 187503 187908 188422 190921 191936 195606 195642 196753 202153 202420 202543 203188 203456 205726 216071 218102 218634 223091 223120 223414 223712 227719 230472 231252 231729 232598 233568 233623 234719 236517 237980 239127 240051 244068 244359 256866 257753 258854 259299 259539 260371 260579 263025 264966 267598 272584 279066 279547 281651 285524 287319 287363 287419 290277 294954 298111 299916 300044 302771 303260 303383 304213 311299 312434 313075 313521 314565 320053 320612 321912 326025 331101 332050 333165 336800 337431 338419 339528 341149 347779 '346436 351009 352583 354787 356676 367169 1371583 371817 373572 374958 377015 381774 382704 382769 383407 383633 383864 384667 387011 388633 389393 389822 390151 391222 392291 392994 397099 397517 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 8 Gewinne zu 3000 M. 85963 170348 229324 271865 14 Gewinne zu 2000 M. 2613 75427 97062 98636 253880 317827 376231 44 Gewinne zu 1000 M. 33937 39801 48487 79854 102318 129509 137944 153122 157782 186583 225993 250872 257278 257650 303010 324635 325429 362786 373118 384631 393413 393780 72 Gewinne zu 500 M. 13565 22168 45431 65773 74291 87299 97915 117870 128664 136181 146720 154697 177526 191733 197994 203230 226148 238833 288973 314928 320462 337563 339366 362320 365013 372854 374148 375243 383920 394428 32627 126068 191124 268829 347489 382443 316 Gewinne zu 300 M. 4510 6699 । 8456 18999 33767 49081 62416 93435 207159 228995 237167 257247 274820 294467 312702 325335 338524 355669 371035 379785 387892 i 9123 22939 37754 50145 65749 94071 110299 134197 150541 161839 180663 190596 9341 23810 38266 51565 69511 96667 110726 138250 151390 162075 181855 191999 211700 230297 239606 257534 277491 297000 313225 325999 340921 360643 373228 380472 390387 12999 27719 42010 53986 78965 97209 13419 29336 43425 55165 79486 101984 112980 147077 155612 168225 184833 200404 219929 232110 243241 268623 280369 307685 319844 326159 342420 363147 373658 384223 395141 109819 115844 149431 156742 178061 187188 202550 223872 232804 243594 270150 289500 309084 323817 330983 344083 365808 375770 386928 398324 109830 128547 150152 160753 180330 189463 204931 225722 235400 252000 271535 290661 311198 324093 332862 347660 367731 378254 387346 399414 14710 31870 44826 60843 86276 16662 32293 45851 61878 87867 110898 146979 154081 162701 184115 193694 219331 232100 239739 267657 280162 299988 316073 326042 341538 363098 373362 381381 392142 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 18590 84376 100154 120456 129827 234756 238941 262083 301133 361235 Im Gewinnrade verblieben: 220 TageSprämien zu 1000 Di. ferner 2 Gewinne zu lOOOOoO, 2 zu 300000, 2 zu 60000, 2 zu 80000. 4 zu 20000, 18 zu 10000, 74 zu 6000, 188 zu 8000, 822 zu 2000, 660 r° IQOÖt j« Oberhessen. 0er Führer als Ehrenpate. $ Münzenberg, 30. 2lug. Am 7. Juli 1934 wurde dem Maurer Heinrich Wilhelm Tobias H ö ch e r und seiner Ehefrau Katharine, geb. Franz, das neunte lebende Kind, der 7. Sohn geboren. Das Kind heißt Otto. Auf Antrag hat sich der Herr Reichskanzler Adolf Hitler bereit erklärt, die Ehrenpatenschaft zu übernehmen. Durch ein Schreiben der Reichskanzlei ließ der Herr Reichkanzler dem Elternpaar feine besten Glückwünsche für das Kind aussprechen und ein Patengeschenk übermitteln. Biehdiebstähle in der Wetterau. LPD. Friedberg, 30. Aug. Seit Wochen halten drei st e Diehdiebstähle die südliche Wetterau in Atem. Die Tiere werden auf den Weiden abgeschlachtet. So haben in Nieder- Wöllstadt und Groß-Karben zwei Landwirte den Verlust von vier Tieren zu beklagen. Bei Kloppenheim wurde auch ein Rind auf der Weide abgeschlachtet. Lanvkrcts Gießen. * Lollar, 31. August. Am 20. August konnte unser Mitbürger Metzgermeister und Gastwirt Konrad Moos auf fein 40jähriges Geschäftsjubiläum zurückblicken. Während dieser langen Zeit hat sich Herr Moos bei der Einwohnerschaft und bei seinen Kollegen viele Freunde erworben. Seit seinem Geschäftsbeginn ist er ununterbrochen Leser des Gießener Anzeigers. wg. Großen-Buseck, 30. Aug. Die hiesige NS.-Frauenschaft nahm dieser Tage bei ihren Mitgliedern eine Obstsammlung vor,bei der 2,5 Zentner Aepfel zusammengebracht wurden. Da die Aepfel an die NSV. als Dörrobst abgeliefert werden sollten, versammelten sich die Frauen gestern abend in ihrem neuen Heim im Rathaus auf dem Anger, wo sie die Aepfel gemeinsam schälten und schnitten, um sie dann zum hiesigen Bäcker Otto Reuter zum Dörren im Backofen zu bringen. Im vorigen Monat lieferte unsere NS.- Frauenschaft 90 Pfund Marmelade an die NSV. ab. Die dazu erforderlichen Johannisbeeren wurden durch freiwillige Spenden der Mitglieder und von anderen Volksgenossen aufgebracht, die Zubereitung nahm die Führerin der NS.-Frauenschaft Frau Schneider, die technische Lehrerin an der hiesigen Kochschule ist, mit Hilfe der Kochschülerinnen vor. Den Zucker und die Gefäße stellte die NSV. zur Verfügung. Diese Werke der Nächstenliebe unserer NS.-Frauenschaft verdienen alle Anerkennung. * Göbelnrod, 30. August. Gestern wurde hier das Grummetgras von den Gemeindewiesen versteigert. Dazu hatte sich eine große Zahl von Interessenten, auch aus benachbarten Orten, eingefunden. Die Preise lagen ziemlich hoch. Es erwies sich dabei, daß für das Grummetgras mehr eingenommen wurde, als für das diesjährige Heugras. Der Preis für den Morgen betrug etwa 20 Mark. Die Sorge der Bauern um die Deckung des Winterfutterbedarfs für das Vieh ist unverändert groß. ? Li ch, 30. Aug. Der Beigeordnete der Stadt Lich, Bäckermeister Ludwig Ihr in g, scheidet auf seinen eigenen Wunsch mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand mit Ablauf dieser Woche aus dem Amt als Beigeordneter der Stadt aus. Das Kreisamt Gießen hat dem Beigeordneten Jhring für feine stets zum Wohle und Gedeihen der Stadt geleisteten selbstlosen treuen Dienste seinen Dank ausgesprochen. Bäckermeister Jhring war bereits von 1919 bis 1923 im Gemeinderat der Stadt Lich. Zum Beigeordneten wurde er im Jahre 1928 erwählt, welches Amt er bis zu seinem jetzigen Ausscheiden innehatte. ° Bellersheim, 30. Aug. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, begeht am Sonntag, 2. September, ihre Fahnenweihe, die infolge des Ablebens unseres Reichspräsidenten von Hindenburg verlegt werden mußte. Die Feier findet um 13.30 Uhr statt. Die Weihe der Fahne wird von Ministerialrat Pg. Ringshausen vorgenommen. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 30. Aug. Bei einer Pferdebesichtigung erhielt hier ein auswärtiger Landwirt von einem Pferde einen so starken Schlag in die Seite, daß er schwer verletzt wurde und in das Bürger-Hospital eingeliefert werden mußte. LPD. Bad-Nauheim, 30. Aug. Ein hiesiger städtischer Arbeiter, der dieser Tage von einem Motorrad angefahren wurde, hat darauf vor Schreck die Sprache verloren. Der gleiche Mann hatte vor einiger Zeit als Zeuge eines Verkehrsunfalls schon einmal die Sprache verloren, die er jedoch bald wiedererlangte. Kreis Schotten. * Schotten, 31. August. In der hiesigen Turnhalle findet am kommenden Sonntag ab 14 Uhr Fahnenweihe statt, zu der die politischen Leiter der Partei und ihrer Gliederungen ohne Ausnahme im Dienstanzug zu erscheinen haben. Herzlich eingeladen sind die Mitglieder der DAF., NSBO., SA., SAR., HI., BdM., NS.-Frauenschaft, NS.-Kriegsopferversorgung. usw. x Schotten, 30. Aug. Im geschmückten Rathaussaal zu Schotten fand gestern durch den Handwerkskammerpräsidenten Fritz Müller die feierliche Verpflichtung der Jnnungsführer des Kreises statt. Es waren erschienen für die Innungen der Metzger: R. Th. W. Spam er, Schuhmacher: K. H e n r i ch, Schmiede: Ludwig, Wagner: S ch l ö r b , Bäcker: Bauer, Schreiner: Winter, Schlosser: Stang, Schneider: Hofmann, Weißbinder: Wetzler, Friseure: Prö- scher, Installateure: Schwalb, Maurer: Spa- m e r, sämtlich von Schotten, für die Müller: Vie hl, Rainrod, Sattler: Kro mm, Rainrod. Zunächst begrüßte Kreishandwerksführer W. Neumann, Schotten, die Erschienenen, besonders den Präsidenten Müller, der in längeren Ausführungen Mahnworte an die Jnnungsführer richtete und von der Lage des Handwerks sprach. Er überreichte alsdann die Bestallungsurkunden. Eine rege Aussprache über verschiedene angeschnittene Fragen aus den Verhältnissen des Handwerks wurden besprochen. Bürgermeister Menge! entbot Gruß Dein Höchstes sei deine Mutter und dein Vaterland! Liebe und ehre sie, denn sie geben dir im Kampfe des Lebens allein die Kraft und Stärke, deren du bedarfst! Spende am Sonntag für das hilsswerk „Mutter und Kind"! Denke an die Zukunft deines Volkes! Preußen. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 30. Aug. In der Ziegelei Völk ereignete sich gestern ein tödlicher Unfall. Der Neffe des Ziegeleibesitzers, der 24jäh- rige Paul S p i e k e l aus Klüt bei Detmold, war mit Erdarbeiten beschäftigt. Dabei stieß er auf eine vier Meter hohe Lehmwand, wahrscheinlich eine Stelle, die die Auffüllung eines alten Stollens ist. Trotz der Warnungen seines Mitarbeiters arbeitete Spiekel weiter. Plötzlich brach die Wand in ihrer ganzen Höhe herab und schleuderte den Mann auf eine hinter ihm stehende Lore. Der Schädel wurde völlig zertrümmert. Außerdem erlitt der Verunglückte schwere Verletzungen am Leib. Der Tod trat auf der Stelle ein. LPD. W e r d o r f, 30. Aug. Beim Grummetabladen in seiner Scheune stürzte der Landwirt Keiner so unglücklich vom Boden in d i e Tenne herab, daß er mit mehreren Rippenbrüchen ins Krankenhaus nach Ehringshausen gebracht werden mußte. — Ein nicht alltäglicher Unfall ereignete sich hier. Beim Pflügen stieß ein hiesiger Landwirt auf ein Wespe n n e st. Die wütenden Tiere stürzten sich auf den Mann und richteten ihn so übel zu, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. 100 Sabre Kurmainz. und Glückwunsch der Stadt. Der Vorsitzende der Kreisorganisation Neumann schloß die feierliche Sitzung mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Abends fand in der Turnhalle eine große Versammlung des Handwerks aus dem ganzen Kreis Schotten statt, die sehr stark besucht war. Laubach, 30. Aug. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Beratung des Waldwirtschaftsplanes für das Jahr 19 3 3. Vorgesehen ist der Normalhiebsatz von 5800 Festmeter. Im vergangenen Jahre wurden geschlagen 5851 Festmeter Holz, und zwar 2510 Fe'stmeter Nutz- und 3340 Festmeter Brennholz. Die Wegebau- und Kulturkosten machen einen Betrag von etwa 6000 RM. aus. Der Wirt- schaftsplan wurde ohne Beanstandung angenommen. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 30. August. Heute mittag entlud sich hier ein schweres Gewitter, das von starkem Hagelschlag begleitet war. Die saftigen Blätter der Rüben wurden von den Hagelkörnern fast völlig durchlöchert. Ausstellung des Archivs und Münzkabinetts. LPD. Mainz, 30. Aug. Kurmainzer Geschichte hat als Kernstück deutscher Vergangenheit stets in weitesten Kreisen Interesse gefunden. Nicht nur dem Fachmann, sondern jedem Geschichtsfreund, insbesondere den Schulen wird daher eine in den Räumen der Mainzer Stadtbibliothek vom 3 bis 6. September stattfindenden A u s st e l - lung des Archivs und Münzkabinetts willkommen sein. Anlaß hierzu gab der im Herbst zum 150. Male wiederkehrende Gründungstag des als Lehr- und Forschungsinstitut der 1784 erneuerten Mainzer Universität ins Leben gerufenen Münzkabinetts. Die nicht umfangreiche, aber gehaltvolle, von Oberarchivar Dr. Diepenbach veranstaltete Ausstellung dürfte sich regen Zuspruchs aus nah und fern erfreuen und so zur Förderung des gerade heute anerkannten Sinnes für Geschichte und der Liebe zu Heimat und Volk beitragen. In anschaulicher Uebersicht wird hier die geschichtlich und kulturgeschichtlich reiche Mainzer Vergangenheit lebendig durch die abwechslungsreiche Schau von alten Kupferstichen und neuen handgezeichneten Landkarten der Mainzer Kirchenprovinz und des Kurstaates, Wappenkalendern des Domkapitels, Bildnisse der Kurfürsten in lückenloser Reihenfolge, Siegeln, Wappen, Münzen, Medaillen, Urkunden, Schaustücken der Mainzer Universität (1477 bis 1803) usw. Hans der Handarbeit und Ausstattung ist jetzt arisch Nur Qualitätsware iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiimiiiiiHiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiimiii B B I TRlflbflll Geschäilseröitning am Samstag, 1. September licHUUD LcHulOclllBr ?3 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiii 4897 A Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b. H. zu Gießen Aktiva Bilanz für das Jahr 1933 2365803,03 Soll Gewinn- und Verlustrechnung L Ruder vereine 5040 D empfiehlt 04169 Anfang 4 Uhr Eintritt frei 56636,48 179574,73 Gießen, den 31. Mai 1934. DerVorstand: K. Allendörfer R.Hahn Rückständige Miete Miet-Einnahmen.. 2750,62 5307,50 7000,00 Niedrigste Preise Reelle fachmännische Bedienung Abgang an Mitgliedern in 1933 Bestand am Ende des Geschäftsjahres Geschäftsguthaben der Mitglieder......... Noch einzuzahlende Anteile . 163588,74 Tn— 31009,25 31283,59 14260,65 26175,78 Edgar Gerke mit seinen Solisten 19030,48 368,24 15213,59 99159,66 32139,08 32719,67 179232,00 1918755,81 8550,00 64085,56 450,00 3240,73 19707,43 Abschreibungen auf Wohnhäuser .... Zinsen- und Steuer-Rückstände ... . Unterhaltungskosten für Wohnhäuser Steuern und Abgaben . . Zinsen für: Rücklagen: Gesetzliche Rücklage Hilfs-Rücklage Bau-Erneuerungs-Rücklage Aufwertungs-Rücklage.... 905,45 1065,44 200,00 395,69 56497,55 138,93 Milgliederbewegung im Jahre 1933: Mitgliederbestand am Anfang des Geschäftsjahres 789 Mitglieder mit 1140 Anteilen Zugang an neuen Mitgliedern in 1933 ....... 30 Mitglieder mit 30 Anteilen aufgenommene Kapitalien Spar-Einlagen ........ Verwaltungskosten: .......' Gehalt für Geschäftsführer . EMnahmen des alten Vorstandes W.H.-Spende.......... Sonstige Unkosten V. V. 7.. Reingewinn............. ”' VfB.-Reichsbahn Leichtathletischer Klubkampf u.Handball gegen 6030d Reichshahn „Rot-Weih“ Frankfurt-M. am 2. Sept. 1934, nachm. 3 Uhr, auf dem Waldsportplatz. Gleichzeitig: So nun er fest des VfB.-Reichsbahn Musik: Kapelle Krengel - Preis- schießen - - Eintritt 30 Pfennig. Sonntag, 2. September: Städte-Achter Das seit vielen Jahren bekannte Haus der Handarbeit und Ausstattung ist von mir käuflich erworben und somit in arische Hände übergegangen. Es wird stets mein Bestreben sein, meine werte Kundschaft immer zufrieden zu stellen. Meine Geschäftsgrundsätze: 2313288,32 22,40 16550,00 7935,11 1608,48 Gießen - Wetzlar das traditionelle Gießener Achter- Rennen, verbunden mit Auffahrt und Abrudern der Gießener aus, .RittersParkHotel“, Bad-Homburg MB. Bei den Nachmittags-Konzerten ermäBigte Katfeepreise. Unbebaute Grundstücke ........... Im Eigentum der Genossenschaft verbleibende Häuser: a)Vorl918erbauteHäuser. .. 36960,00 d) Nach 1918-1923 erbaute Häuser 151686,00 c) Nachl.Jan.1924 erbauteHäus. 2015457,11 ck) Erwerbshäuser 12747,50 e) 1932 1933 erbaute Häuser .... 96437,71 Geschäftseinrichtungen Eigene Hypotheken und Darlehen ’ ’ Bankguthaben.......................... Kassenbestand ...................... Miete-Rückstände: a)Aus!931 221,00 h) Aus 1932 1785,00 e)Aus 1933 17024,38 Rückständige Heizungsgebühren......... CÄhiMl Bürger! Gießen, Plockstraße 5 Ab 1. Sept. „Neue Kapelle1' Bilanzdifferenz auf Geschäftsgutbabenkonto.. Heber Mietkonto erzielter Ueberschuß Gewinn durch Ablösung einer Restkaufschuld für Gelände Zinsen für ausgeliehene Kapitalien und Bankguthaben .. Gewinn über Erwerbshäuserkonto...'.*;*** Cafe Tarnend Anläßlich des Winzer- Festes Samstagabend Lu/Zj Weine zu ermäßigten Preisen Ab l.Sept.spieltdieneue Hauskapelle Erich Nestler mit seinen Solisten Meine Fünf - Uhr - Tanz - Tees finden wieder jeden Mittwoch und Freitag nachmittag statt Hypotheken .................. Schuldverschreibungen................. Von Hausanwärtern geleistete Zahlungen ... Anleihen ohne Sicherheitsleistung.......... Spar-Einlagen ...................... Gestundete Straßenkostenbeiträge.......... SonstigeSchulden: Zinsenverpflichtungen a. 1930/32 3566,38 Zinsenverpflichtungen ans 1933 21869,69 Steuervervflichtung aus 1933 2179,45 Lieferanten-Guthaben aus 1933 9457,21 Reingewinn........................... 2566,58 17 642,40 179574,73 Die Geschaftsgutbaben sämtlicher Mitglieder haben sich im Laufe des Geschäftsjahres um 8599,60 vermehrt. — Der Gesamtbetrag der Haftsumme beläuft sich auf 344400, 503it> G.Hamann E.Dietz W. Werner Passiva JUL 117066,37 Alle Schweine SäffiS und solche mit (teilen Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch jedes Mutter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLi mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasso! m ^r'Z'uaulaschen und weisen Sie Nachahmungen zurück. Allem HerstellerrEngelavotbekeGießen, iu baden in allen Apotheken. m?a 819 Mitglieder mit 1170 Anteilen 22 Mitglieder mit 22 Anteilen 797 Mitglieder mit 1148 Anteilen 37072,73 17642,40 2365803,03 Haden JUL 17 024,38 152514,76 —,02 14,25 1963,20 Ludwig Kohlermann IV. Inh.: L.Heiderich,Bleichs1raste 14 Daselbst kann auch gekeltertwerden Achtung! Achtung! Dauerwellen Durch zwei weltberühmte Apparate und gut geschultes Personal bin ich in der Lage, auch den verwöhntesten Ansprüchen gerecht zu werden. Preise billig wie bisher. 5035D SALON GATH Bahnhofstr. 62 (Ecke Grabenstr.).