Donnerstag, 31. Mai 1934 M. 124 Lrftes Blatt 184. Jahrgang fdit gar nicht, einige Gefechte im 70er Kriege, vor drn Takuforts, gelegentliche Eingriffe in Uebersee müssen hier im rung — irgendwo Wasser fallen läßt, belltet 'in, äterhin 90 und idbrief- !r gan- wächer. 5 v. h. rembtn icsbafjn festigen. börfen- inderer zumal Hungen unbten» ie Behauptet, ach be- , ferner mb um las in. meinen •lieben, ng be» esteren ie und ungen, h. an. sagen muß. Deutschland ist aus dem Völkerbund ausgetreten. Sind deshalb die Grundsätze vom 14. Oktober 1933 nicht mehr gültig? Großmächte sind im Verfolg langer Anstrengungen über ein vernünftiges, unparteiisches oder annehmbares System einig geworden. Deutschland lehnt ab, und weil Deutschland ablehnt, sollen wir proklamieren, daß dieses System unannehmbar sei? Sind wir so weit gekommen, daß es eine Macht gibt, die gleichzeitig unsichtbar und fle- eine Falle ist, die uns ins bcnn es gibt Bäder, die ich nicht nehmen will. Wir stehen in Verhandlungen mit der britischen Regierung über Aussührungsgarantien der Kon- Der englische Außenminister Sir John Simon (links) und der amerikanische Delegierte Norman Davis auf dem Wege zur ersten Sitzung dex Genfer Konferenz. sie aber nicht annehmbar sind, welche andere Grundlage ist dann vorhanden? Ich muß gestehen, daß ich k e i*n e sehe, die irgendeine Möglichkeit bietet, zu einer allgemein angenommenen Konvention zu führen. Wir werden uns nicht hergeben zu der end- losenFortsehung verschwommener und zielloser Erörterungen, die nur durch die sanguinische Hoffnung gerechtfertigt wären, daß trotz allem noch irgend eine Art Lösung auftauchen wird. Wir sind überzeugt, daß ein derartiges Verfahren dem Völkerbunde und dem ganzen Begriff wirksamer internationaler Aktionen großen Schaden zufügen würde. Der Völkerbundsgedanke hat schon schwer gelitten durch die Veranstaltung totgeborener Konferenzen. Außerdem würden wir, wenn die Abrüstungskonferenz nur 3 u Zwecken der Diskussion am Leben erhalten würde, uns den Weg zu allen neuen Anstrengungen verschließen. Am Schluß seiner Rede regte Simon an, auf jeden Fall einige Punkte, die dazu reif seien, in d i e Form einesAbkommens zu bringen, nämlich 1. den chemischen Krieg, 2. die Offenlegung der Rüstungsausgaben, 3. die Einsetzung einer ständigen Abrüstungskommission. Wenn man dieser Abrüstungskommission auch nicht alle ursprünglich in Aussicht genommene Verant- wortung aufbürden könne, so wäre doch als sofortiger Erfolg der KoHserenzarbeit etwas geleistet. Sir John Simon begrüßte ferner den Vorschlag von Norman Davis hinsichtlich der Herstellung und des Handels mit Waffen und Munition. Zunächst müsse die Konvention von 1925 sofort ratifiziert und in Kraft gesetzt werden. 3n ihrer Auszeichnung vom 16. April hat die deutsche Regierung die Wiederbewaffnung klargelegt, die sie in der vorgeschlagenen Konvention wünscht, während sie gleichzeitig erklärte, daß sie der Verschiebung der Rüstungsverminderung der anderen Mächte bis nach Beendigung des 5. Jahres der lOjährigen Konvention zustimmle. Wenn heshalb — hier hob Sir John Simon die Stimme — eine internationale Verständigung erreicht werden soll, so muh entweder diese Forderung abgeändert oder sie muß erfüllt werden. Deutschland fordert, daß die Konvention einen deutschen Rüstungsstand erfüllt, der höher ist, als jener, der in den Friedensverträgen festgelegt ist. ttitnw 56. 16.5* Ä 8 L u-8 11,5 :gebieten nberung. ig. U. ü. MbH' nds U 112 153- lesmanii 50, M Deul|H 5,65 b; MB deutW . 135,74 eschäfts- bert, im ganleihe 'n etwa sich weite gegen 1 v.h. ife K U'2 i deftige Ausfälle Varthous gegen England und Deutschland. Der britische Außenminister fordert klare Stellungnahme: Ohne Deutschlands Beteiligung keine wirksame Abrüstungskonvention.—Oer abgeänderte Macdonald-plan von den meisten Mächten als brauchbarste Verhandlungsgrundlage anerkannt. leuit faib I N I Fv- I °K I tat, | $14 «d-, i WeU Erd.I werte, ■ifeteiL Y ’ntan. \ erwibl it (ehr w r uni Jingea •attien Mfürel Licht minus en be> anteile Bem. >. unb a. Der läjsigt. m Be- idbuch. tt unb ahlver- ■ ein schroffes Hein genroärtig ist und wenn Sie mir dieses Bild gestatten, gerade durch ihre Abwesenheit gegenwärtig ist? Also eine Macht, die nicht hier wäre, die aus dem Völkerbund ausgetreten wäre, die infolgedessen vor keiner Verantwortung stünde und die alle Rechte ohne entsprechende Pflichten hätte? (scheint täglich, außer ä Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags y /w für die Mittagsnummer leilagen: Di- Illustriert« £ ▲ k A Ak A. ▲ A. A A. jA A A bis8',,Uhrd«sD°rmittags MZM /IWwr Vzlvljvllvl yon einzelnen Nummern WW Ermäßigte Grundpreise, iifolge höherer Gewalt 1 Stellen-, Vereins., gemein« BZM General-Anzeiger für Oberhessen ZZM Postscheckkonto: , behördliche Anzeigen 6Rpf. jcantturt am Main 11686 druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSts Buch- und Stcinöruderci R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Mengenabschlusse Staffel 8 den kann. Sir John Simon betonte dann, daß nach der Meinung der englischen Regierung der M a c- donald-Plan immer noch als die beste Lösung erscheine Da sich seine Regierung darüber klar geworden sei, welche Folgen ein Fehlschlag haben müsse, habe sie auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen und Sondierungen den Plan soweit abgeändert, als das vorteilhaft erschien, um eine Basis für eine Verständigung zu schaffen. Die starke A n - näherung zwischen dem britischem Memorandum und der deutschen Erklärung zeige, daß die Gegensätze verringert worden seien. Wenn es der Konferenz nicht möglich sein sollte, sich aus Vorschläge zu einigen, die ähnlich lauten, wie in dem britischen Memorandum, dann glaube ich nicht, daß eine Abrüstungskonvention überhaupt verwirklicht werden kann. Das Memorandum, das durch die Delegationen Dänemarks, Spaniens, Norwegens, Schwedens und der Schwei; dieser Konferenz vorgelegt worden ist, scheint sich sehr nahe mit den Richtlinien zu berühren, die im Memorandum Englands niedergelegt sind. Auch ist in Teilen des Macdonald-Planes die Sicher- heil in einer Art behandelt, die die Sympathie und die Mitarbeit der ve r e i n i g t e n St a a- t e n finden werde. ■Ru dem Litrvinvwfchen Vorschlag, die Konferenz zum Zwecke der Ausarbeitung irgend eines Sicherheitspaktes fortzufetzen, erklärte Simon, es müsse berücksichtigt werden daß schon im Jahre 1924 bei der Beratung über das sog. Gen- Scharfe Zuspitzung der Genfer Abrüstungsdebatte. Genf, 30. Mai. (DNB.) In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz betonte der englische Außenminister Sir John Simon zunächst den Ernst der Lage, in welcher sich nicht nur die Abrüstungskonferenz, sondern das ganze System der Zusammenarbeit, das seit dem Kriege die Grundlage der Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen en en Seekrieg mit England nur von weitem, als edvas vielleicht Unvermeidliches, aber keineswegs Dtwendiges oder Erwünschtes. Der. Ruhm dieser Flotte war historisch fest begründet, ihre riesige Überlegenheit an Stärke wohlbekannt, ihr Ausbil- dmgsstand konnte nur als hoch angesehen werden. Egene Kriegserfahrungen besaß die deutsche Flotte fer Protokoll das Inkrafttreten einer Sicherheitsvereinbarung nur für den Fall des Zu- ftandekommens eines Abrüstungsabkommens in Aussicht genommen worden sei. Nach Artikel 21 jenes Protokolls fei dieses Proto- koll durch das Nichtzustandekommen einer Ab- rüstungsoereinbarung nach einer gewissen Zeit h i n- ällig geworden. Infolgedessen wäre es ein Vorgehen auf ganz neuer Grundlage, wenn eine zum Zwecke der A b r ü st u n g einberufene Konferenz in eine Konferenz zur Ausarbeitung von Sicher- h e i t s p l ä n e n mit der Begründung umgewandelt würde, daß überhaupt keine Abrü- ftung möglich fei. - Außerdem beruhe der Wert von Slcherheits- pakten nicht auf der Tatsache des Versprechens, sondern auf der Gewißheit, daß die Unterzeichner im Ernstfall ihn positiv erfüllen. Unter diesen Gesichtspunkten könne in einer begrenz-, te n Garantieverpflichtung, wie im Locarnovertrag größerer und praktischerer Wert liegen, als in irgend einer neuen, unbegrenzten weltumspannenden Zusicherung. Wir haben zu wählen zwischen der Aussicht auf eine Vereinbarung in dem von mir angegebenen Rahmen und einem oö lügen Zusammenbruch dieser umfassenden Anstrengung mit der Folge eines unbegrenzten Wettrüstens und unüberseh- baren Gefahren für die Zukunft der Welt. Ich möchte sagen, daß die von mir ausgestellten Grundsätze, die ja sowohl in dem englischen Memorandum, wie auch in dem Memorandum der neutralen Länder niedergelegt sind, für die Konferenz als Ganzes allgemein an nehmbar feien. Ist dies der Fall, so würden sie eine klare Ar b ei t s g r u n d l a g e bilden, und wir könnten überlegen, welche Abänderungen oder Zusätze geboten ober möglich sind. Wenn Frankreich bleibt der Stellungnahme treu, die es seit der Eröffnung der Abrüstungskonferenz eingenommen hat. Sie gründet sich auf Artikel 8 des Paktes, den unser Präsident gestern angeführt hat. Sie gründet sich gleichfalls auf die Präambel zu Teil V des Friedensvertrages. Sir John Simon sprach vorher von der Notwendigkeit einer Brücke. Er wollte Frankreich über diese Brücke gehen lassen, damit es von einem Ufer auf das andere komme. Ich nehme diesen Vorschlag gern an, jedoch mache ich eine Bedingung, nämlich, daß nicht durch die Schuld anderer Regierungen — ich meine nicht die englische Regierum Skagerraktag. Von Kontreadmiral a O. Gadow. Am- 31. Mai sind es 18 Jahre her, seit der rollende Dinner der größten Seeschlacht in der Nordsee ver- st'irg... Bei Engländern lief lange eine Legende uri, daß man in der deutschen Marine vor dem Riege bei festlichen Anlässen sein Glas geleert habe a i f „d e n Ta g", auf den Tag des Zusammen- ßches mit der englischen Flotte. Es ist auf der Alt nichts zu naiv, um nicht geglaubt zu werden. ; er bei uns eine Ahnung von den beiderseitigen (ärkeverhältnissen hatte, wagte den Gedanken an internationalen Politik gewesen sei und mit dem die Aussichten auf einen fortdauernden Frieden in der Welt so eng verbunden feien, befinde. Wir '/ Hauptausschuß der wirklichen Lage ins Gesicht sehen. Ohne Vorwürfe und ohne Selbstgerechtigkeit. „Wir haben die einfache und klare Tatsache ins Auge zu fassen, daß eine internationale Verständigung über Rüstungen notwendigerweise Dinge in sich schließt, daß Deutschland daran teil hat. Ich erinnere aber Den Hauptausschuß daran, daß das ranzösische Memorandum vom 19. März sich aus einem früheren englischen Memorandum den Teil zu eigen machte, „daß eine Versöhnung des Standpunktes Frankreichs und Deutschlands die wichtig st e Vorbereitung für eine allgemeine Verständigung ist", die französische Regierung schloß sich ausdrücklich dieser Meinung an. Welcher Art sind die hauptsächlichsten Gegen- ä tz e zwischen beiden Ländern, wie sie aus den Dokumenten hervorgehen? Deutschland fordert, Vachons Antwort - OerftanzösischeAußenminister Barchou setzte sich dann in freier Rede mit feinem Vorredner auseinander. Barthou erklärte, die Zeit der halben Andeutungen, der Gefälligkeiten und vielleicht auch der Kompromisse sei vorüber. Sir John Simon ist ein ausgezeichneter Führer und meine feurige Jugend ist bereit, ihm zu folgen. Er hat von der Sitzung vom 14. Oktober 1933 gesprochen. Was wurde dort gesagt? Ein Redner spricht von den verwirrten Zuständen Europas. Verwirrt im Oktober 1933 — ist er es nicht noch mehr am 30. Mai 1934? Dieser verwirrte Zustand erfordert eine Konvention, einen vereinbarten Abrüstungsplan, der alsbald angenommen und loyal durchgeführt wird. Am 14. Oktober hat Sir John Simon gesagt: „Der Entwurf beruht auf dem Prinzip, daß diejenigen Mächte, die jetzt Beschränkungen durch die Friedensverträge unterworfen sind, nicht sofort mit der Vermehrung ihrer Rüstungen beginnen dürfen, sondern erklären sollen, daß sie bereit sind, sich nach einem 3 e i t e i n t e t = lunqsplan zu richten. Die Regierung des Vereinigten Königreiches glaubt, daß eine (Einigung nicht auf der Grundlage eines Abkommens, das eine sofortige Aufrüstung vorsieht, erzielt werden könne Mit der gewohnten Loyalität ferner Rasse und seiner Person hat Sir John Simon hlnzugefugt, daß er, wenn er von Nichtabrüsten spreche, nicht die Absicht habe, das Vernünftige einer ent- sprechenden zahlenmäßigen V e r me h - rungderdeutschenRüstungenzu bestreiten. Wer hat sein Echo gebildet? Heute wie gestern der Vertreter der Vereinigten Staaten, Herr Norman Davis ... Was passiert dann? Nachdem Sir John Simon seinen Bericht erstattet hat und nachdem er ihm zugestimmt hat, verlaßt Deutschland die Abrüstungskonferenz. Was erklärt der Präsident der Abrüstungskonferenz in feinem Telegramm an Herrn von Neurath? Er sagt, daß Deutschland keine Gründe hatte um diese Haltung einzunehmen. Was sagte eben : gkschätzt, die Artillerie mit ihren höchstens 30,5-Zen- ’ time ter gegen englische 38-Zentimeter galt als zu ' schwach, ebenso die der Kreuzer und Torpedoboote, j I tun der Munition wußte man zu wenig, die Ge- oannen !i l§windigkeit aller Fahrklassen sah man als zu ge- • Alles das konnte nicht gerade zum Sekttrinken ,Än auf „den Tag" anregen. Aber die Flotte hatte löM' Nut. Sie kannte keine Bedenken, als die Kriegs- 1 erElärung da war. Sie brannte vor Kampfbegier, - an den Feind zu kommen und mußte zu Weihnach- ' ten 1914 einen ernsten Rüffel vom obersten Kriegsherrn für ihre Ungeduld einstecken. Das war der richtige Geist, den die allzuvorsichtige Führung nicht nutzte, den der Operationsplan in Fesseln hielt, als cz 'die beste Zeit zum Schlagen war^ und der erst frei durchbrach, als Scheer das Kommando be- lam Scheer, der angesehene und forsche Führer der seinen kameradschaftlichen Spitznamen süh'rte. wie es sich für einen Führer gehört, Der „ram qing wie ein Bulle", und fernen Vorstoß am | Mai 1916 durchführte, obwohl das Wetter nicht günstig war, die Luftaufklckrung ausfiel und man= .ches besser hätte sein können. Die Briten waren nicht -minder bereit. -lUchts gegen ihre Kampflust zu sagen, wenn es auch eim- i baben r,e doch be- °uch u",^^Ä7esit die Marine an diesem Tage Z»gen! Und Öafur q'nnnffaaaen. die alten ruhmvollen Topps 9 , Oie Skagerrak-Wache 0er Ueicbsbouptttadt. -Berlin, 30 Mai. «chE^°°n Moabit gleitet von Tausenden von ZMcy ^ Kaserne, b:s 3um Ehrenmal und wied Jungen vom fo marschierten umere ) Skagerrak-Wache, am Kreuzer „K oln , o ^r Führung des Ka- e-sten der drei Ehrenkag $ernn zum Ehren- pitänleutnant G e ß le r wejchspräsidentenpalals »Lai Unter den Linden, 3Uch y o r dem und zum ReichswehrtniNisterm^^^ (tallfanb sah Q b r e n tn a 1' L^i^?Menae, die die Ehren- man eine 'oaieltau{enöEöpfig^ Nach der nadie mit dem deutschen Deutschland- und LbZung fPi°lte bi- Kapelle d - Deusich^ 5orst-WeIsel-L>ed und marschi * ata «■ Die Engländer haben nur noch wenig Hoffnung gründ- Aus diesem Grunde haben wir sehr schlicht, sehr klar, aber sehr freundschaftlich am 6. April der britischen Regierung mit Rein geanl- wartet. Wie hätten wir, Frankreich, einen Konvenlionsentwurf annehmen können, in dem man behauptet, daß Frankreich |^on jm erf(en ^ahr abrüsten mühte, während die Aufrüstung Deutschlands legalisiert wird. Wan hat gesagt, daß diese Rote die Tür zugeschlagen habe. Wie kann man das behaupten, wenn man die Rote selbst gelesen hat? Es folgt ein Zitat aus der Role: „Es wird Zache der Abrüstungskonferenz fein, ihr werk wieder auf zu nehmen ufro.“ Die Tür, so schloß hieraus Barthou, ist also nicht zugeschlagen. Ich habe im Ramen Frankreichs zu sagen, daß die Abrüstungskonferenz ihr Werk fort- sehen soll und ich füge mit aufrichtiger Ueberzeugung hinzu, daß dieses Werk zum Ziele führen muß. Aber warum haben wir die Verhandlungen mit der britischen Regierung unterbrochen? Ende März hat die deutsche Regierung ihren Haushalt veröffentlicht. Die deutsche Regierung erhöhte für 1934 ihre zugegebenen militärischen Ausgaben — ich will nur von diesen sprechen — um 250 Millionen Reichsmark. In jenem Augenblick bemühten wir uns, die weitverzweigte Frage der Ausführungsgarantien zu lösen. Wir bemühten uns, die Verstöße gegen eine Konvention zu klassifizieren, um festzustellen, welche Sanktionen auf diese Verstöße angewendet werden könnten. In diesem Augenblick veröffentlichte die ' deutsche Regierung einen haushalt, worin die Wiederaufrüstung durch amtliche Zahlen bekundet wird. Das ist eine indirekte, aber klare Art zu sagen: Was bedeuten alle eure Despre- chungen, was bedeuten alle eure Ausführungsgarantien? Seit dem 14. Oktober 1933, an dem ich brüsk aus dem Völkerbund ausgetreten bin, habe ich meine ganze Freiheit wiedergewonnen. Ich mache davon Gebrauch! Am so schlimmer für euch, die ihr debattiert und verhandelt. Ich stütze mich auf meine Aufrüstungsstärke. Das ist die Lage, vor der wir stehen: und deshalb sollten wir nachgeben? Wir sollten auf jedes System verzichten, das lstchl sofort und absolut von Deutschland gutgehei^en wird? wir wären dahin gelangt, daß eine wacht, weil sie die Abrüstungskonferenz brüsk und brutal verlassen Hut, uns kommandiert, uns ihren Willen auf- zwingt? Was mich betrifft, so lehne ich das ab. „Leidenschaftlich und unbeherrscht" Der Eindruck der Barthou-Rede in Genf. frei gehalten. In der sehr viel später verteilten schriftlichen Fassung der Rede sind einige Milderungen der Ausdrucksweise enthalten, auch ist die Rede an einer wichtigen Stelle im schriftlichen Wortlaut geändert worden. Barthou hat in seiner Rede mit lauter und leidenschaftlicher Betonung gesagt, daß Preußen Deutschland zu beherrschen suche, und hat im Zusammenhang damit das Wort Mirabeaus Keine diplomatischen Sondervertretungen Preußens und Bayerns beim Heiligen Stuhl. Berlin za. Mai. (DNB.» Amtlich: Nach, dem durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. 1. 1934 die Hoheitsrechte der Lander auf das Reich übergenau- 6 e n sind, ist auch das Gesandtschaftsrecht das ihnen nach der Reichsoerfassung vom li. 8.1919 vention. Die britische Regierung fragt uns, ob wir für den Fall, daß bindende Durchsuhrungsgaran- tien vorhanden wären, den Plan vom 29. Januar annehmen würden. Erinnern Sie sich — warum soll ich es nicht aussprechen — des Grundsatzes der Gleichberechtigung in einem Regime der Sicherheit, wie man am 11. Dezember 1932 sagte. Was ist aus diesem Grundsatz geworden? Man hält ihn uns vor, aber was ist aus den Sicherbeitsmaßnahmen geworden? Und als Sie zum Ausgangspunkt einer allgemeinen Konvention ein gewisses britisches Memorandum früheren Datums als dasjenige vom 29. Januar angenommen haben, haben Sie alsbald die Schwierigkeiten des Weaes gesehen, auf den Sie sich begeben Haben, und erkannt, wie gefährlich es ist, eine grundsätzliche Zustimmung zu erteilen, die dann nicht durch die Tatsachen bestätigt wird. London, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter der „Times" in Genf sagt: Die Reden Simons und Barthous zeigten eine Kluft zwischen dem französischen und dem britischen Standpunkt hinsichtlich der Hauptpunkte der Ab- rüftungsfrage, die so tief ist, daß die Zuhörer nicht imstande waren, eine Grundlage für ein Kompromiß zu entdecken. Barthou. lehnte tatsächlich jedes Kompromiß ab und legte sich darauf fest, daß die französische Regierung niemals einem Abkommen zustimmen werde, das eine sofortige Aufrüstung Deutschlands oder eine Legalisierung der Aufrüstung bedeuten würde. Simons Rede war eine maßvolle Wiederholung der britischen Beweisgründe. Barthous Rede war in der Hauptsache eine Zurechtweisung Simons, der mit unerschütterlichem Humor zuhörte. Sie brachte nur einen neuen Punkt, die Antwort auf die britische Mitteilung vom 10. April, und diese Antwort war negativ: die französische Regierung nimmt die britische Denkschrift nicht als Grundlage einer Vereinbarung an, selbst wenn sie von Sicherheitsgarantien begleitet wäre. In briti- schen Kreisen war der Eindruck der, daß die französische Haltung nicht die leise sie prak - t i s cb e Hoffnung auf Ueberwindung des toten Punktes bietet. Ein Zurückgreifen auf Pläne, die nicht nur von Deutschland, sondern auch von Italien und den Vereinigten Staaten bereits verworfen sind, ist zwecklos. Solange diese Methode vorherrscht, hat die allgemeine Aussprache nach britischer Ansicht wenig Zweck. Ich spreche im Namen einer Regierung, die für das erste Jahr der Abrüstungskonferenz 1932/1933 lhre Militärkredite um 17 o. H. herab- g e setzt und diese Herabsetzung im Jahre 1934 uoch erhöht hat. Und demgegenübr stelle ich fest, das von 1933 bis 1934 das Budget der Reichswehr, ohne von den Braunhemden zu reden, um 3 3 v. H. erhöht worden ist. Der deutsche Luftfahrthaushalt ist um 160 v. H. erhöht worden. Warum? Wer bedroht Deutschland? Ich sagte, daß ich kein Wort aussprechen will, das in irgend einem Grade eine Anklage sein soll. Ich sehe ein Land — und wünsche, daß es bald hierher zurück- kehrt — für dessen Größe ich eine aufrichtige Bewunderung nicht verberge. Ein Land, das die größten Genies des Menschengeschlechtes zu den seinen gezählt hat, das einen Philosophen hatte, der Kant heißt, einen universalen Menschen, der Goethe heißt, musikalische Genies, die Bach, Beethoven und Wagner heißen. Wer macht ihm nicht nur diese Macht des Geistes, sondern die im sozialen und wirtschaftlichen Leben notwendige Gleichheit, auf die es Anspruch erheben kann, streitig? Wer bedroht Deutschland? Nicht Frankreich, meine Herren. Wir be- drohen niemand. Wir wollen niemand angreifen. Sie Verträge haben uns gegeben, was uns gehörte. Wir verlangen nichts mehr. Und wenn ich im Namen Frankreichs über die heikle, verwickelte schwierige, gefahrvolle Frage der Organisie- rung der Saar (Organisation de la Sarre) verhandele, so bekunde ich dabei einen Derstänbi- gungswillen und ein Gerechtigkeitsgefühl, das mir Baron Aloisi, der Vorsitzende des Dreier-Komitees, und der Völkerbundsrat nicht werden bestreiten tönnnen, 2llso, meine Herren, im Ramen dieses Landes sage ich: Dir haben einen konkreten plan. Diesen plan kann man nicht dadurch zunichte machen, daß man ihn mit Stillschweigen übergeht. Es ist der plan der Rüstung s- begrenzung — der Begrenzung aller Rü- stungen — vom 1. Ianuar 1934, Herabsetzung der Rüstungen mit notwendigen Garantien. Diese Garantien sind diejenigen der Sicherheit. And heute kann sich niemand dar- über täuschen: Das Problem der Sicherheit ist nicht gelöst. Denn Sie den Frieden der Delt wollen, und Sie wollen ihn alle, werden Sie sich dem Problem der Sicherheit hingeben. L i t w i n o w hat mit einer Brutalität, die übrigens sich mehr und mehr mit Geschicklichkeit zu oaaren versteht, Dinge gesagt, die er für Wahrheiten hielt und die dem Hauptausschuß nicht als solche erschienen sind. Wenn in seiner Rede Teile sind, denen ich schwer meine Zustimmung geben konnte, so mufj ich dock anerkennen, daß auch bei ihm eine 3bee vorhanden ist, die alles beherrscht, die Idee der Sicherheit. Auch die S i m o n - Rede hat eine Idee, die alles beherrscht, die der Sicherheit Niemand kann ihr entgehen. Wenn ein Grundsatz diese Macht hat, so steckt in ihm eine Art schöpferische Kraft, die zum Erfolg führen wird. Eine bezeichnende Korrektur. Genf, 30. Mai (DNB.) Barthou hat seine Rede vor dem Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz nach wenigen Stichworten, die er in der Hand hielt, stungen herbeigeführt werden müsse, habe anscheinend den französischen Außenminister sehr erschüttert. „Morning Post", die im französischen Fahrwasser steuert, findet die heißende Antwort" Barchous auf Simons Rede „nicht überraschend" und fügt hinzu, man müsse Simon zugute halten, daß er nicht die Schuld trage, sondern nur nach dem Diktat eines unentschlossenen Kabinetts gesprochen habe. Nach diesem Angriff auf die eigene Regierung geht das Matt zum Angriff auf Deutschland über. „Morning Post" findet die „Times" naiv, weil sie das deutsche Angebot vom 16. April ernst nehme und versteift sich dann zu der Behauptung, daß „dasselbe Deutschland, das in einem Angebot auf den Besitz von Bombenflugzeugen verzichte, eifrig mit dem Bau von Bombenflugzeugen beschäftigt fei und im Herbst ein gewaltiges Geschwader davon besitzen werde". Genf, 30. Mai. (DNB.) In den Völkerbunds- Hallen hat man selten eine Rede gehört, die s o leidenschaftlich und unbeherrscht wirkte, wie die heutige des französischen Außenministers Barthou. Es ist die große Stärke der Franzosen, daß ihre Vertreter stets frei und in ihrer Mutter- spräche sprechen. Heute hat sich aber eher die negative Seite dieses Vorzuges gezeigt, denn die Rede des französischen Außenministers hat trotz des Beifalls, der von den Franzosenfreunden im Saal und auf den Tribünen gespendet wurde, ernsthafte Politiker in Genf in feiner Weise überzeugt und manchen von ihnen sogar vor den Kopf g e st o ß e n. Einstimmig wird betont, daß der französische Außenminister mit ganz ungewöhnlicher persönlicher Schärfe gegen den englischen Außenminister Sir John Simon polemisiert hat. Er wandte sich immer wieder der Bank Simons zu. Dabei steigerte er sich gelegentlich in eine solche Erregung hinein, daß im Saal ■ und auf den Tribünen gelacht wurde. Die Engländer sahen sich mehrfach verwundert an und regten am Schluß der Rede keine Hand zum Beifall. In englischen Kreisen wird die Rede Barthous „un- b a l a n c e d" genannt. In Völkerbundskreisen und bei neutralen Politikern kann man die Ansicht hören, daß der französische Außenminister par - zösische Außenminister dem Völkerbund das Gruseln beibringen wollte. Es gelang ihm aber nur vorübergehend, damit eine Wirkung auszulösen. Auch von amerikanischer Seite wird zugegeben, daß Barthou sich „vergriffen" habe. Man hat nicht ohne gewisse Verstimmung bemerkt, wie der französische Außenminister die Rede von Norman Davis vom 14. Oktober 1933 in einen Gegensatz zu der jetzigen Stellungnahme Amerikas zu bringen versuchte; obgleich er allerdings gegenüber den Amerikanern sehr viel vorsichtiger war, als gegenüber den Engländern. Auch das Zusammengehen mit Sowjetrußland dürfte der vorherrschenden Stimmung im Hause schwerlich entsprochen haben. Paris klatscht begeistett Beifall. Paris, 31. Mai (DNB.-Funkspruch.) Die Rede des französischen Außenministers in Genf wird in der Pariser Presse mit ganz besonderer Genugtuung ausgenommen und als ein „M eisterwerk der Logik und Ueberzeugung s f r a f t" hingestellt. Noch nie, so betonen einige Blätter, habe man in Genf etwas ähnliches gehört. Es sei verständlich, daß alle Anwesenden plötzlich aufgerüttelt gewesen seien, als der französische Außenminister ohne Umschweife auf den Kern der Frage eingegangen fei. Die Ausführungen Simons werden daneben als „armselig" hingestellt, ihnen habe jeder Ausbau gefehlt. Nur wenige Blätter stellen die Frage, ob es denn dem französischen Außenminister auch wirklich gelungen sei, alle Anwesenden zu überzeugen, oder ob Der Beifall, den er beim Verlassen der Tribüne erhalten habe, ausschließlich seinem rednerischen Talent gegolten habe. „Petit Parisien" erklärt, Barthous Rede sei glänzend und energisch, feine Beweisführung sei höflich, aber doch direkt, und seine Ironie sei beißend gewesen. Man habe seinen Ohren kaum trauen wollen. Das „Journal" weiß sich vor Begeisterung kaum noch zu halten. Der allgemeine Eindruck sei der, daß Barthou dem englischen Außenminister bei aller Freundschaft eine scharfe Ohrfeige gegeben habe. Simons Rede sei nichts weiter als ein Plädoyer für Berlin (!) gewesen. „Oeuvre" meint, Frankreich habe es sich nicht eher erlauben können, so klar zu sprechen, bevor es nicht eine stattliche Zahl von Mächten auf seiner Seite gehabt habe. Vorgeschichtliche Funde in Heidelberg. Bei Grabarbeiten auf dem Heiligen Berg, auf dem Gelände des künftigen Thingplages bei Heidel« berg, stieß man dieser Tage auf Scherben, die nunmehr als Reste zweier vorgeschichtlicher Siedlungen festgestellt wurden. Der Leiter des Archäologischen Institutes der Universität Heidelberg- datiert die eine Siedlung in die Zeit um 1000 v. Ehr., die andere in die Uebergangszeit von den Kelten zu den Germanen. Weitere oorgeschlch" praktische Hilfe für das Gaargebiet. Gasfernversorgung der Rheinpfalz durch die Saar. .. S a a r b r ü rf e n, 29. Mai. (DNB.) Die Der Ein- führung der Gasfernversorgung von Den Saar-Ko- fereien nach Den pfälzischen StäDten unD ® e ' siden bisher noch entgegen stehenDen Hin- Dernisse sind beseitigt worDen. Gutachten haben Den Nachweis erbracht, Daß Der Bezug von Saar-Fern- gas unter Stillegung Der Gaswerke Den in Frage fommenDen StäDten DauernDe wirt chaft- li*e Borteile bringt. Die Pfälzische Gas AG. wird in eine Bau- unD Betriebsgesellschaft auf gemeinnütziger GrunDlage unter Führung Des Kreistages umgewanDelt, Der Die Uebernahme Des Gases .Ferngasgesellschaft Saar unD dessen Weitervertned an Die Städte obliegt. Gleich- zeitig roerben verschiedene Gemeinden, Die heute noch Der Gasversorgung entbehren. Der Gesell chaft angeschlossen werben. Die Durchführung bieses Pro- lektes werben Hunberten von Volksgenossen auf lange Zeit Arbeit unb Brot geben. Der Gesamt- aufroanb für alle vorgesehenen Arbeiten beträgt annahernb fünf Millionen RM Es ist bas wohl bas erste Beispiel praktischer Hilfe für bas Saar- gebiet, dessen Kohle auf diese Weise Absatz und Verwendung auf deutschem Boden findet. In einem Leitaufsatz sagt „Times", Simon könne auf allaemeine Zustimmung zu den Hauptpunkten st-iner Rede rechnen. Eine internationale Vereinbarung fei nur möglich, wenn Deutschland sich daran beteilige. Zugeständnisse an Deutschland seien unerläßlich. In Artikel 164 des Versailler Ertrages fei ausdrücklich ein gewisses Auf- eutsch 1 ands nach seiner Aufnahme in Den VölkerbunD ins Auge gefaßt worben. Die Deutsche Denkschrift vom 16. April bilde Die einzige mögliche Grundlage eines Abkommens. Entweder werde ein Abkommen auf dieser Grund- laae abgeschlossen, ober es werde kein Abkommen zustande kommen. Das freimütige Eingeständnis Simons, daß eine Annäherung der R ü - zitiert, baß der Krieg die nationale Industrie Preußens fei. Diese Sätze fehlen in der schriftlichen Fassung der Rede vollständig... An Der betreffenden Stelle im schriftlichen Wortlaut der Rede ist eine weiße Stelle sichtbar. Statt mit der Beschimpfung Preußens schließt Barthou hier mit Den Worten: „Wer bedroht Deutschland, Frankreich sicherlich nicht, meine Herren." lamentarische Methoden, wie sie in Frankreick üblich sind, auf den dafür nicht geeigneten Boden von Genf übertragen hat. An dem Umfang der Rede gemessen, waren Die Angriffe gegen Deutschland in Der ReDe seltener und kürzer, als die gegen Die englische Politik und besonders gegen Den englischen Außenminister. Immerhin aber hat Barthou ungewöhnlich scharfe Worte gegen Deutschland gebraucht. Dabei hat er wieder die ganze französische Uebelehrbarkeit und Unkenntnis Der wirklichen Lage in DeutschlanD gezeigt. Etwas Sinnloseres als Den Versuch, Die nationalsozialistische Revolution in DeutschlanD als einen Sieg Des Preußentums über Das übrige DeutschlanD zu bezeichnen, kann es schwerlich geben. Barthou wollte aber anscheinend) an Die alte KriegspropaganDa anknüpfen, als er das Wort Mirabeaus zitierte. Die nationale JnDu- ftrie Preußens sei Der Krieg. Im Mittelpunkt Der ganzen Angriffe gegen DeutschlanD ftanD neben Dem Austritt Deutsch- lanDs aus Dem VölkerbunD vor allem Der Deutsche Wehrhaushalt, mit Dem Der fran- für Den Verkehr mit Dem He 1 ktg - v Stuhl noch verblieben war, erloschen. Damit entfällt Die rechtliche GrunDlage für Die fernere Aufrechterhaltung Der Diplomatischen Sondervertre- tungen Preußens unD Bayerns beim Hel. liaen Stuhl. Die Reichsregierung hat Daher mit Wirkung vom 31. Mai D. I. Die bayerische Ge- sanbtschast beim Heiligen Stuhl aufgehoben unb Die SonDerbeglaubigung Des Deutschen Bot. schafters beim Heiligen Stuhl als Gesandter P re uß en s zum gleichen Zeitpunkt zurückge. zogen. Das Deutsche Reich wird demnach, (einer Vereinheitlichung entsprechend, künftig auch beim Heiligen Stuhl ausschließlich durch seinen Botschafter vertreten sein. Oer Staatsbesuch des Führers in Dresden beendet Dresden, 30. Mai. (DNB.) Ein wesentlicher Teil De; Zeit, während Der Der Führer in Dresden weilt, ist wichtigen Regierungsbespre. chungen unD Regierung sempfänoen geroiDmet. Am Mittwoch vormittag weilte Rich a r D Strauß, Der PräsiDent Der Reichsmusik, fammer, Der anläßlich Der Reichstheaterfestwoche sich in DresDen aufhält, einige Zeit beim Führer. Dann empfing Der Kanzler noch eine 21 b o rbi nung Des B D M. aus Sebnitz, Die Dem Führer einen Strauß Sebnitzer Kunstblumen überreichte. AnfchließenD versammelten sich mit Gauleiter Mutschmann an Der Spitze Die 21 mtsträ- ger Der Gauleitung sowie Die Kreisleiter Des Gaues im Lesesaal Des Hotels „Bellevue". Kurz nach 12 Uhr begab sich Der Führer in Den Lesesaal, ließ sich Die AnwesenDen einzeln vorftellen und richtete eine Ansprache an Die Versammelten. Reichsminister Dr. F r i ck. Der am Mittwoch. abenD in DresDen in einer großen Äunbgebung sprach, hatte noch Gelegenheit, Den Führer kurz vor seiner Rückreise nach Berlin zu begrüßen. Zur 23er- abschiebung Des Führers hatten sich auf Dem Flug, platz in Dresden Der Statthalter unD Gauleiter Mutschmann, Innenminister unD stellvertreten- Der Gauleiter Dr. Fritsch, Gruppenführer Hayn mit zahlreichen hohen SA.- unD SS.-Führern, Ober, b.ürgermeifter Zörner, u. a. eingefunDen. Der Führer verabschiedete sich in herzlicher Weise von jeDem einzeln. Auf Dem Platz vor Dem Hotel Belle- oue hatte sich eine nach Zehntausend en zählenDe Menschenmenge eingefunDen, die dem Führer brausende Heilrufe zum Abschied darbrachte. Oie Streikbewegung in den Bereinigten Staaten. Neuyork, 31. Mai. (DNB.°Funkspruch.) Die ^nehmende Streitlust verdüstert den wirtschaftlichen Ausblick, obwohl man hofft, daß es Roosevelt möglich sein wird, Den Streik Der Stahlarbeiter abzuwenDen. Auch Dürfte Der Textilarbeiter- treik kaum Die ganze B a u m w o l l i n d u st r i e erfassen. Da in manchen Bezirken Neuenglands nur 4 v. H. Der Arbeiter organisiert sinD. Der Dorf- arb eiter streik bietet vorläufig wenig Aussichten für eine DerstänDigung, nachDem Die Verhand- lungen in Seattle abgebrochen worDen sind. In T o l e D o (Ohio) mürbe ein eintägiger Aufschub der Ausdehnung des Streiks erreicht, so daß noch weitere Einigungsoerhandlungen ftattfinben können. In dem Reuterbericht heißt es, Barthou sprach in der französischen parlamentarischen Manier und brachte seine Zuhörer etwas außer Fassung Durd) feinen Freimut und seine aggressive Haltung gegen Simon. Barthous Bemerkungen werden aber ke i n e Antwort von britischer Seite erhalten. Der Gen- fer Berichterstatter der „Morning Post" sagt: Barthous Rede hat je de Aussicht auf e i n e Vereinbarung zerstört. Einige glauben, daß Frankreich zum Schutze feiner Sicherheit seinLos endgültig mit Dem RußlanDs vereinig t h a t. Es ist sicher, daß die Abrüstungskonferenz ihr Ende erreicht hat. Möglicherweise wird sich Henderson jetzt an den Völkerbundsrat wenden. „Daily Telegraph" hält Dagegen Die Ge- rächte von einem bevorstehenden Ende Der Konfe- ren3 unD einer Trübung Der Beziehungen zwischen Frankreich unb Großbritannien für unbegründet. „News Chronicle" bezeichnet die gestrige Sitzung ber Abrüstungskonferenz als bie hoffnungslos e st e u n b n egativste. Die Vertagung bis $um Freitag könne nur so aufgefaßt werben, baß bis bahin in privaten Besprechungen erörtert werden solle, ob es noch einen Zweck habe, die Konferenz fortzusetzen. Kunst und Wissenschaft. Eine der gestohlenen Genier Altar« tafeln gefunden? Brüssel, 31. INal. (DRV. Funkspruch.) Die die „Independance Beige“ meldet, hat die Genter Geistlichkeit einen Brief erhalten, in dem mitgeteilt wird, daß eine, der beiden gestohlenen Tafeln des berühmten Genter Altarbildes der Brüder Van L y ck in einem Brüsseler Bahnhof lagere. Die Quittung über das Depot war dem Briefe beigelegt. Ferner hieß es in dem Schreiben, daß die andere gestohlene Tafel gegen eine Million Franken zurückgegeben werden würde. Dan fand in der Tat die eine Tafel auf dem Bahnhof unverletzt vor: der Kanonikus van- dengheyn behauptet jedoch, daß es sich bei dem Bild um eine Kopie handelt. Die Zeitung hält es jedoch für möglich, daß sich das Bild als echt er- weist. Oie 21. Weltmeisterpartie abgebrochen In Karlsruhe begann Die ?1. Partie um die Schachweltrnei st erschuft. Boaoljubow spielte in Der (Eröffnung etwas gewagt, kam aber infolge eines fehlerhaften Zuges feines Gegners in Vorteil, Den er in unübertesslicher Weise festhielt und vergrößerte. Als er aber bie Stärke seiner Stellung in Gewinn umfetzen wollte, spielte er etwas ungenau unb beging schließlich einen schweren Fehler, so baß er sogar in materiellen Nachteil geriet. In ber Abbruchstellung wirb Der Deutsche Vorkämpfer jcDenfalls Mühe haben, ein Remis zu erreichen. Grundsteinlegung für die Heidelberger Thingstätte. Aus Dem Heiligenberg bei Heidelberg, ber schon durch Jahrtausende teils Kultstätte, teils Derlei- digungsplatz war, fand bie feierliche Grundsteinlegung z u einem Thingplatz statt. Oberbürgermeister Dr. Neinhaus verwies in feiner Ansprache darauf, daß diese Stätte von dem Freiwilligen 2Irbeitsbienft geschaffen wurde aus dem Stein unb ber Erbe des Heiligenbergs als wirksame Waffe im Kampf um die deutsche Volk- werdung. Nachdem Direktor Gerst, Leiter des Reichsbunbes für Volksschauspiele unb Freilicht' spiele, allen, bie am Zustanbekommen des Werkes beteiligt waren, gedankt hatte, verlas Propaganda- leiter Moraller den Wortlaut der Grundstein- urkunde. Der Urkunde wurden eine ftatjne des Arbeitsdienstes, eine Armbinde der NSDAP mit allen Abzeichen und der Briefwechsel zwischen FAD. und Reichstheaterkammer über die Erschaffung der Thingstätte beigelegt. Dann wurde der Grundstein geschlossen, und Reichsstatthalter Robert Wagner führte drei Hammerfchläge mit den Worten: „An dieser Stätte soll unser Volk Kraft und Glaube für seinen gemeinsamen Kampf ums Dasein finden!" Ein Sieg-Heil auf den Fuhser sowie das Deutschland- unb bas Horst-Wessel-Lied beenbeten bie Feier. Unter Der Ueberfchrist „Frankreichs falsche Entscheidung" schreibt „Daily Telegraph", Barthou habe das Hauptgewicht in seiner Rede darauf gelegt, daß Frankreich seinen Standpunkt von Anfang an beibehalten habe. Aber tatsächlich habe Frankreich heute zwischen einer regulierten und einer unregulierten Aufrü - ftuna Deutschlands zu wählen. In England herrsche Die beinahe einstimmige Ansicht, daß Frankreich bei dieser Entscheidung einen liehen Fehler gemacht habe. liche Funde wurden auf dem Gewann „Oberer Kies" in Neuenheim auf dem Gelände des früheren römischen Steinkastells gemacht. Ein Arbeiter fand beim Ausheben der Erde eine römische Münze mit der teilweise noch leserlichen Inschrift „Octa- vianus Augustus". An der gleichen Stelle stieß man auf Werkzeuge aus Eisen, die wahrscheinlich von einer römischen Schmiede herrühren. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den deutschen Botschafter in Paris, K ö st e r. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes hat die Führerin der NS.-Frauenschast, des Deutschen Frauenwerks und des Frauenarbeitsdienstes, Frau Scholtz-Klink, zur Führerin des neugeschaffenen Reichsfrauenbundes des Deutschen Roten Kreuzes berufen. * Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg hat folgenden Befehl erlassen: „Ich verbiete jedem Angehörigen der Wehrmacht, auch Arbeitern, Angestellten und Beamten, d i e Zugehörigkeit zu Freimaurerlogen und ähnlichen Organisationen. Wo eine derartige Bindung besteht, ist sie umgehend zu lösen. Eine Nichtbefolgung dieses Verbotes ist als Grund für fristlose Entlassung anzusehen." Die 15 Personen, die am 17. Mai in Boston an deutschfeindlichen Demonstrationen gegen den Kreuzer „Karlsruhe" teilge- nommen haben, wurden zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie legten Berufung ein und wurden gegen je ein Tausend Dollar Kaution entlassen. Ferner wurden drei Studenten zu je 6 Monaten Besserungsanstalt und zwei Studenten zu je ein Hundert Dollar Geldstrafe verurteilt. * Erzherzog Eugen stattete am Dienstag in Begleitung seines Adjutanten dem Bundespräsidenten M i k l a s einen Antrittsbesuch ab. Die Unterredung währte etwa eine halbe Stunde. Der in Aussicht genommene Besuch des Erzherzogs Eugen in Budapest soll nach einer Budapester Meldung ernstlich in Frage g e st e l l t sein, da Reichsverweser Horthy und Ministerpräsident Gömbös es abgelehnt haben, Erzherzog Eugen offiziell zu empfangen. Die britische Regierung hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß sich Großbritannien dem Waffen- a u s f u h r v e r b o t nach Bolivien und Paraguay anschließe. * Das Gericht in Samarkand verurteilte 4 Bauern zum Tode durch Erschießen wegen Ue b er f a l ls auf eine Kollektiobauernwirtschaft. Die Todesurteile wurden am Mittwoch v o l l - streckt. „Hinter Pflug und Schraubstock." Ein Blick in die erste Schau des Reichsnährstands in Erfurt. Die erste Ausstellung des Reichsnährstandes, hervorgegangen aus den Wanderausstellungen der vormaligen Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, ist etwas grundsätzlich anderes als die früheren Leiftungs- und Verkaufsschauen. Der Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Darrs hat es in seiner Eröffnungsansprache nochmals nachdrücklich betont, daß hier der Nährstand als Urstand der Nation sich verkündet und damit die Stellung des Bauern „als unterster und breitester Träger der Gesamtwirtschaft, seine Stellung als Diener am Volk" veranschaulicht. „Anstrengung zu höchster Leistung auch ohne Eigennutz", das ist das Ziel, das jedem Bauern im neuen Reiche vorschweben muß. Hierzu gibt ihm die große Bauernschau in Erfurt Rüstzeug und neuen Ansporn. Darum hat diese erste Wanderausstellung, die der Reichsnährstand aufgezogen hat, wohl angeknüpft an die Gedanken des Gründers der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, Max E y t h, aber sie hat dem neuen Inhalt entsprechend auch neue Formen gefunden. Das zeigt sich vor allem im „Haus des Reichsnährstandes", das deutsche Bauerngeschichte und Bauernkultur in Tafeln, Bildern und einer großen Fülle von Beispielen aus dem Bauernhaus, den alten Bauerntrachten und alten Urkunden zeigt. War es schon von symbolischer Bedeutung, daß der Reichsbauernführer unmittelbar vor Eröffnung der Erfurter Ausstellung zu den Stedinger Bauern sprach, um den Freiheitskampf, den sie vor 700 Jahren zwar besiegt, aber ungebeugt bestanden, so bildet in der Erfurter Ausstellung diese Sonderschau von bäuerlicher Geschichte den geistigen Mittelpunkt. Auf dieser Wiedererweckung germanisch-nordischer Bauernkultur beruht ja auch die Gesetzgebung der neuen Bauernpolitik, die im Reichserbhofgesetz und im Reichsnährstandgesetz ihren weitestwirkenden Ausdruck fand. Sie dienen beide der „endgültigen Wiederbefreiung des deutschen Bauern und damit der Erlösung des deutschen Volkes zu sich selbst." Aber neben dieser grundsätzlich politischen Seite der großen Reichsschau des Bauerntums ist das Wirtschaftliche nicht vergessen. Die Vereinigung von „Pflug und Schraub st o ck", die einstmal Max Eyth vorgeschwebt hatte, ist hier von neuem verwirklicht. Die Maschinenhalle zeigt deutlich, welche neuen Mittel dem Bauern zur Verfügung stehen, um die Höchstleistung in Ertrag und Qualität sicherzustellen. Dom neugestalteten Spaten, der Kraftersparnis und längere Haltbarkeit gewährleistet, vom neuen Ackerwagen mit Luftbereifung und. niedriger Ladefläche bis zu den neuen Hackmaschinen für Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung gehen die neuen Hilfsmittel, die die Technik dem Bauern für die Bodenbearbeitung zur Verfügung stellt. Elektroindustrie, Motorenbau, Düngerindustrie und schließlich die gerade jetzt hervorragend wichtige Grünland-Lehrschau ergänzen unsere Kenntnis über neue Möglichkeiten innerdeutscher Selbstversorgung. Wie sich hier die Ausstellung an den Bauern wendet, der auf der einen Seite die Sicherung seines Hofes und feiner Arbeit durch die Reichsnährstandpolitik erhalten hat, aber auf der anderen Seite auch dem deutschen Volk die Nahrungsfreiheit erkämpfen soll, so wenden sich andere Teile der Ausstellung an Verarbeiter und Verbraucher der Bodenerzeugnisse. Hierzu gehört vor allem die Sonderausstellung „Saubere Mil ch", die die Hausfrau darüber unterrichtet, was sie heute von deutscher Milch erwarten darf, und wie sehr gerade der Nährstand für eine preiswerte Belieferung der städtischen Bevölkerung mit Lebensmitteln sorgt. Die Blumenschau der Erfurter Gärtner wiederum zeigt eine Fülle von Neuheiten, die im städtischen Garten und auf dem Balkon Verwendung finden können, die Schau der Oel- und Faserpflanzen und ihrer Erzeugnisse unterrichtet über die Gleichwertigkeit deutscher Oele, deutschen Leinens und deutscher Bekleidungsstoffe gegenüber ausländischen Herkünften. Und wenn der Wiederaufbau der deutschen Schafzucht vollendet sein wird, dann werden wir auch wieder einen großen Teil der Wolle- und Baumwolleinfuhr ersparen können. Vor allem aber wird heute, da sich überall wieder das Streben vielseitiger natürlicher Ernährungsweise durchsetzt, die Erzeugnishalle mit ihren Sonderausstellungen über Gemüsebau, Obstbau, die Molkereiko st halle, die Schau der Dauerwaren ihren besonderen Wert gerade für den städtischen Besucher beweisen. Wenn so die erste Wanderausstellung des Reichsnährstandes den Bauern in seiner Bedeutung für das Volkstum und für die rassische Erneuerung des deutschen Volkes überhaupt neben der wirtschaftlichen Verpflechtung von Stadt und Land zeigt, so ist damit ein neuer Schritt zur deutschen Einheit getan. Hier liegt die besondere politische Bedeutung dieser Schau, die sie heraushebt aus der Reihe ihrer Vorgängerinnen. Sie ist damit gleichzeitig zu einer Kundgebung geworden, die auch das große Werk der Neubildung deutschen Bauerntums rechtfertigt. Denn Erhaltung und Neubildung des Bauerntums ist die Grundlage für den dauernden Bestand des neuen Reiches. Das Ergebnis der Transferkonferenz. Nach wochenlangen Verhandlungen, die hauptsächlich in Kommissionssitzungen geführt wurden, hat die Berliner Transferkonferenz mit einem le- dialich provisorischen Ergebnis geschlossen werden müssen, das nicht einmal von allen Schuldnerländern ausdrücklich gebilligt worden ist. Die Vertreter der Schwerz und Hollands haben ihre Unterschrift für das neue Angebot der Reichsbank nicht gegeben. Das bedeutet freilich zunächst wohl nur, daß diese beiden Länder, deren Handelsaustausch mit Deutschland für uns start aktiv ist, wieder versuchen wollen, durch Sonderabkom- men bessere Transferbedingungen für ihre Staatsangehörigen zu erzielen. Da solche Vereinbarungen vorher bestanden haben, wäre das abermalige Zustandekommen ähnlicher direkter Vereinbarungen auf Grund der zusätzlichen Abnahme deutscher'Waren an sich nicht ausgeschlossen. Dre Tatsache, daß Holland und die Schweiz dem Angebot der Reichsbank nicht zugestimmt haben, zeigt aber schon, daß es nicht gelungen ist, unter den Gläubigern Deutschlands eine Einheitsfront herzu- stellen. In der Gegensätzlichkeit der Forderungen der einzelnen Gläubigergruppen untereinander und in der Unmöglichkeit, sie unter einen Nenner zu bringen, bestand ja von vornherein die größte Schwierigkeit, die trotz der langwierigen Beratungen der'Konferenz nicht hat überwunden werden können. Während Holland und die Schweiz eine bevorzugte Behandlung ihrer Staatsangehörigen verlangen und deshalb wieder Sondervereinbarungen mit Deutschland abschließen wollen, haben insbesondere die amerikanischen Delegierten am Schluß der Konferenz nochmals als ihre Hauptforderung zum Ausdruck gebracht, daß ke i ne rle i Diskriminierung zugunsten der Gläubiger irgend eines Landes stattfinden dürfe, und daß alle Sonderabkommen außer Kraft zu treten hätten. Angesichts dieser scharfen Stellungnahme Amerikas ist es freilich sehr zweifelhaft, ob es möglich fein wird, irgendwelche neuen Sonderabmachungen mit einzelnen Gläubigerländern abzuschließen. Angesichts der Verschiedenheit der Gläubiger- intereffen und der Gläubigermeinung bestand die einzige Möglichkeit, zu einem Ergebnis zu gelangen, daran, daß die Reichsbank selbst festsetzte, was Deutschland als äußerstes Entgegenkommen der Gesamtheit der Gläubiger anbieten könne. Die britischen, französischen und schwedischen Konferenzdelegierten haben sich bereiterklärt, ihren Auftraggebern die Annahme des deutschen Angebots zu empfehlen, freilich wiederum nur unter der Bedingung, daß diese Zustimmung außer Kraft tritt, wenn die Staatsangehörigen eines Landes von denen anderer Länder bevorzugt werden sollten. Die Reichsbank erklärt, aus der devisenpolitifchen Lage heraus nicht in der Lage zu sein, vom 1. Juli 1934 bis 30. Juni 1935 Zinszahlungen zu leisten. Sie hat sich verbindlich bereiterklärt, die Zinsen dieses Zeitraums in eine fundierte Schuld umzuwandeln, die zehn Jahre lang läuft und mit 3 v. H. verzinst wird. Unverbindlich hat die Reichsbank die Zusage gegeben, an die Stelle der Fundierungsbonds Barzahlung zu gewähren, indem sie die Scheine zu 40 v. H. ankauft. Praktisch bedeutet dieser Rückkauf nichts anderes als eine Herabsetzung der Zinsen, die z. B. bei bisher öprozentiger Verzinsung künftig nur noch 2,4 Prozent betragen werden. Die Gläubiger haben also zu wählen, ob sie ihre Zinsansprüche ermäßigen oder auf den sofortigen Transfer der Zinsen verzichten wollen. Die Reichsbank behält sich aber ausdrücklich das Recht vor, für den Fall, daß der Deviseneingang nicht ausreichend ist, das Angebot einer 40prozentigen Barauszahlung der Zinsen mit dreißigtägiger Frist zu kündigen. Die Gläubiger endlich, die keines der beiden Angebote der Reichsbank annehmen wollen, behalten ihre vollen Zinsansprüche, die aber natürlich vorläufig vom Transfer ausgeschlossen werden müssen. Wenn man gerade in Deutschland mit geringer Befriedigung auf diese Konferenz zurückblickt, so vor allem deshalb, weil die Vertreter der Gläubigerstaaten als reine Beauftragte der Prioatinteressen auftraten, nicht aber die Vollmachten hatten, die wirtschafts - und handelspolitische Seite der Transferfrage zu betrachten. Sie hätten im anderen Falle Gelegenheit gefunden, der Weltwirtschaft einen besonderen Dienst zu leisten, denn 4%ige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934 Ein Umtauschangebot des Reichsfinanzministeriums für Inhaber der 7%igen (6%) Anleihe von 4929. Berlin, 30. Mai. (DNB.) Das Reichsfinanz- minifterium hat sich entschlossen, den Inhabern der zum 1. Juli 1934 zur Rückzahlung g e - kündigten 7°/o (6%) Anleihe des Deutschen Reiches von 1 9 2 9 im Umtausch anzubieten: 4% Anleihe des Deutschen Reiches von 19 3 4 mit veränderlichem Zinsschein (variabler Kupon) zum Kurse von 9 5°/o tilgbar in 10 Jahren ab 1. Juli 1934 jährlich in Höhe von 10 v. H. des ursprünglichen Nennbetrages. Die Tilgung der,Anleihe erfolgt a) bei einem Kursstand zu pari oder über pari nur durch Auslosung, b) bei einem Kursstand unter pari nur durch Rückkauf. Die bei der Tilgung durch Rückkauf unter dem Nennwert erzielte Ersparnis, d. h. die Differenz zwischen dem Ankaufskurs und dem Kurse von 100, kommt den Inhabern aller noch nicht getilgten Schuldverschreibungen zugute und wird mit dem jeweils am 1. Juli jeden Jahres fälligen Zins- fchein als Erhöhung der laufenden Verzinsung ausgezahlt. Die Bekanntgabe des zusätzlichen Zinsbetrages erfolgt spätestens 14 Tage vorher. Den Umtauschenden wird die Kursspanne von 5°/o zwischen dem Rückzahlungskurs der 7% (6°/o) Reichsanleihe von 1929 und dem Erwerbkurs der 40/M Anleihe des Deutschen Reiches von 1934 in bar veraütet. Die Barvergütung wird nach Prüfung der eingereichten Schuldverschreibungen durch die Kontrolle der Reichspapiere von den Umtauschstellen ausgezahlt. Zugleich soll diese 4% Anleihe von 1934 zur öffentlichen Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt werden: Die Zeichnungen und die Anmeldungen zum Umtausch werden in der Zeit vom 8. bis 21. Juni entgegenommen. Der Zeichnungspreis beträgt ebenfalls 95"/o unter Verrechnung von Stückzinsen. Die 4°/o Anleihe von 1934 pürd in Abschnitten von 100, 200, 500, 1000, 5000, 10 000 und 20 000 RM. ausgefertigt. Der Zinslauf der neuen Anleihe beginnt am 1. Juli 1934. Die Zinsen werden halbjährlich am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres gezahlt, erstmalig am 2. Januar 1935. Die erste Zusatzverzinsung wird mit dem am 1. Juli 1935 fälligen Zinsschein ausgeschüttet, lieber die Bezahlung der zugeteilten Stücke folgt noch nähere Mitteilung. Ferner hat sich das Reichsfinanzministerium entschlossen, die Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches ohne Auslosungsrechte (Neubesitz) zum Umtausch in obige Anleihe anzunehmen, und zwar können getauscht werden je nom. 300 RM. Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches in 100 RM. 4°/o Anleihe von 1934 mit einer Barzuzahlung von 23.75 RM., so daß je 100 RM. Neubesitz zum Kurse von 23.75%) angerechnet werden. Nennbeträge der Anleiheablösungsschuld unter 300 RM. können nur börsenmäßig verwertet werden. Weitere Umtauschangebote für die Anleiheablösungsschuld sind ausgeschlossen. Anleihegläubiger, die ihren Besitz an Anleiheablösung'sschuld während der vorgesehenen Zeichnungsfrist nicht zum Umtausch anbieten, können Anspruch aus diesen Schuldverschreibungen nur gemäß § 4 des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 geltend machen. Die Börsennotiz für die Anleiheablösungsschuld wird mit Ablauf der Umtauschfrist eingestellt werden. so lange Deutschland nicht in der Lage ist, feinen Absatz im Auslande z u steigern, bleiben die Schwierigkeiten des Transfers und der Devisenlage bestehen. Andererseits ist es wichtig, daß die Berliner Konferenz in wochenlangen Beratungen Gelegenheit hatte, die gegen Deutschlands Zahlungspolitik erhobenen Angriffe zu prüfen und zu dem Ergebnis zu gelangen, daß alle dagegen im Ausland erhobenen Verdächtigungen haltlos feien. Die Wirtschaftslage ist gesund, lediglich die Schwierigkeiten des Transfers, also die Umwandlung von Mark in fremde Zahlungsmittel, hat diese Zwangslage geschaffen. Auch das von der fremden Konkurrenz oft angegriffene System des Zusatz-Ausfuhr-Verfahrens ist als nützlich für die Hebung des Exports anerkannt worden. — Deutschland hat durch sein Angebot den Beweis geliefert, daß es keine Störungen im internationalen Schuldenverkehr herbeiwünscht, es behält darüber hinaus die Hoffnung, daß die künftigen Entwicklungen weiter dazu dienen werden, den wirtschaftlichen Erkenntnissen nicht nur die Bahn zu öffnen, sondern daraus a u ch handelspolitische Entschlüsse zu zeitigen. Aus aller Welt. Ein Foxterrier und eine Ladung Flöhe Eine Kopenhagener Flohzirkus waren die kleinen Hauptdarsteller ausgegangen. Ob sie nun „in den Sielen gestorben" waren oder sich vertragswidrig die Freiheit zurückerobert hatten, das ist schließlich gehupft wie gesprungen. Jedenfalls mußte der Flohzirkus für Ersatz sorgen und bestellte eine Serie wohlausgebildeter Flohartisten bei einer Bostoner Firma. Die kostbare Ladung mußte so schnell wie möglich befördert werden, gleichzeitig war auf möglichste Bequemlichkeit der Reisenden zu achten. Die Firma glaubte am sichersten zu gehen, wenn sie die ganze Gesellschaft der Obhut eines kleinen Foxterriers anvertraute. Um das Hündchen nickt unnötig zu quälen, durchkämmte man fein Fell mit Taubenblut. Damit wurde der Appetit der Flöhe vollkommen zufrieden gestellt. Nachdem man die Frage der Unterbringung also glücklich gelöst hatte, mußten sich die Beamten, die die Frachtkosten ausrechnen sollten, mit einem neuen Problem herumschlagen. Sollte man die Fracht auf den Hund oder auf die Flöhe legen? War der Terrier hier überhaupt als selbständiges Wesen aufzufassen oder nur als „Verpackung" für die Flöhe? Ratlos zerbrach man sich den Kopf, während das Hündchen, seine Untermieter nicht achtend, lustig herumsprang. Endlich, es war bereits höchste Zeit zum Versand, kam man zu dem Entschluß, die Fracht nur auf den Hund zu beziehen. Und das ist gut so, denn wie sollte man bei menschlichen Fahrgästen Vorgehen, die vielleicht ebenfalls ein paar Gäste dieser Art mit sich führen? Obwohl, dies sei den wackeren Beamten zum Trost gesagt, die Gattung Menschenfloh (pulex irritans) ja fast ausgestorben sein soll . . . Der Medizinmann als Gangster. Das amerikanische Beispiel des Verbrecherterrors scheint neuerdings sogar in Jnnerafrika Schule zu machen. So treibt seit Monaten im Kenia-Gebiet in Ostafrika eine schwarze „Gangsterbande" ihr Unwesen, d!.- um so gefährlicher ist, als sich ihre Macht auf die Glaubensvorstellungen der Eingeborenen stützt. Ihr Führer gilt als ein großer Medizinmann, der mit übernatürlichen Kräften ausgestattet ist, und die Angehörigen des Laibon-Stammes leisten ihm unbedingten Gehorsam. Als nämlich vor einem halben Jahrhundert eine Reihe von Medizinmännern der Laibons von den Massais getötet wurden, gelang es einem ihrer Zauberer zu entkommen und sich zu den Lumbwas durchzuschlagen. Lange horte man nichts mehr von ihm, bis sich ein Sohn dieses Medizinmannes an die Spitze einer Schar von Diehräubern und Mördern stellte und sich vor den Eingeborenen des Laibon-Stam- mes durch Zaubereien und Wundertaten als ein neuer großer Medizinmann auswies. Da die Eingeborenen glauben, daß sich die Zauberkräfte der Medizinmänner jeweils vom Vater auf die Sohne übertragen, so erkennen sie seine Macht an und leisten dem Führer der „Großen Acht", wie sich die Verbrecher nennen, bedingungslos Gefolgschaft. Er ordnet die Raubzüge an, teilt den Laibons ihre Aufgaben hierbei zu und verteilt auch einen Teil der Beute unter seine Mithelfer Wer als Verräter entlarvt wird, hat fein Leben verwirkt und wird unter feierlichen Zeremonien zu Tode gemartert. Da sich viele hundert Angehörige des Laibon- Stammes dem afrikanischen Gangster angeschlossen haben, ist es für die Behörden außerordentlich schwer, seiner habhaft zu werden und gegen ihn rücksichtslos vorzugehen, da sie die Glaubensvorstellungen der Eingeborenen nicht verletzen dürfen. Eine solche Einmischung in ihre religiösen Bräuche könnte eine schwere Beunruhigung unter den verschiedenen Eingeborenen - Stämmen Hervorrufen, wodurch der Konflikt alsdann auf ein ganz anderes Gebiet als das der Derbrecherbekämpfung übergeleitet würde. „Medizin" aus menschlichen Körperteilen! — Grauenhafte Tat in Natal. In Natal wünschte ein eingeborener Häuptling „Medizin" aus menschlichen Körperteilen zu erhalten, um seine Macht zu vergrößern. Ein Eingeborener erklärte sich bereit, seinen kranken Sohn töten zu lassen und verkaufte ihn an den Häuptling für sechs Pfund Sterling und zehn Ochsen. Die Ermordung erfolgte nach einer Festlichkeit, die in allen Einzel- feiten vorbereitet war. Die Leiche wurde zerstückelt und zwei Medizinmänner nahmen verschiedene Körperteile in Besitz, um die „Medizin" herzustellen. Der Vater des Getöteten und weitere sechs Eingeborene sind jetzt vom Gericht wegen dieses Mordes zum Tode verurteilt worden. Rekordflug des „Graf Zeppelin". — Europa-Post nach drei Tagen in Rio. Nach Mitteilung der Deutschen Seewarte in Hamburg ist das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am Dienstag um 11.40 Uhr MEZ. in Pernambuco gelandet war, am Mittwoch um 10.05 Uhr MEZ. zu feiner Weiterfahrt nach R i 0 de Janeiro gestartet und stand um 21.30 Uhr MEZ. 310 km südlich von Bahia. Die Strecke Friedrichshafen — Pernambuco hatte das Luftschiff in der erstaunlich kurzen Zeit von 63 Stunden und 10 Minuten zurückgelegt. Die Folge des Rekordfluges des „Graf Zeppelin" ist, daß die Europa-Post, die das Luftschiff mit sich führte, bereits 3 Tage nach seinem Abflug in die Hände der (Empfänger in Rio de Janeiro gelangt. Ein Bergsteiger tödlich abgestürzt. Am Pfingstmontag stürzte, wie aus Garmisch gemeldet wird, am „Großen Kirchturm" des Waxen- fteins der Münchener Bergsteiger Franz Vocks tödlich ab. Ein Kamerad, der gleichfalls abstürzte, blieb unverletzt. Die Leiche konnte in der Nacht geborgen werden. Sie wird nach Garmisch gebracht werden. Wettervoraussage. Der hohe Druck über Zentraleuropa macht seinen Einfluß weiterhin geltend und läßt bei vorlpiegend östlichen Winden das meist heitere und tagsüber sehr warme Wetter fortbestehen. Aussichten für Freitag:Meist heiter, heiß und trocken. Lufttemperaturen. Am 30. Mai, mittags 21,8 Grad Celsius; abends 13,6 Grad; am 31. Mai, morgens 12,5 Grad; Maximum 22,9 Grad, Minimum 8,1 Grad; Sonnenscheindauer 15 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 30. Mai, abends 21,5 Grad; am 31. Mai, morgens 15,2 Grad Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Bauernfleili: Puddingpulver aus deutschen Rohstoffen in bewährter Oetker- Dualität i/jSK Ji Vanille- a. Monöet^eschmock. 1 Päckchen 8 pfg. e soll: 0.55 ErstllngsjÄckchen, gute Qualität im Alter von 69 Jahren. 1.10 Laufröckchen, farbig gemustert 1.50 Laufröckchen, gebogt und bestickt Gießen, den 30. 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Ortsbezirk Gießen im Reichsverband des Deutschen Einzelhandels mit Tabakwaren e.V. Buntes Allerlei. Das größte Dorf der Lrde. Don Kopenhagen aus erstreckt sich an der Meeresküste eine 40 Kilometer lange Doppelzeile hübscher Dillen und Wohnhäuser, jedes mit einem wohlgepflegten Gärtchen versehen, die von den Dänen stolz die „dänische Riviera" genannt wird. Man könnte diese Aufeinanderfolge von menschlichen Behausungen wohl ein großes Dorf nennen, das eben nur aus einer Straße besteht. Eine ähnliche Bauweise, die die Anlagen des kleinen dänischen Staates aber noch weit übertrifft, hat der deutsche Weltreisende Colin Roh, wie er in seinem demnächst erscheinenden neuen Buch „Zwischen USA. und dem Pol" berichtet, in Kanada vorgefunden. Der größte Strom Kanadas ist der St. Lorenz, an dessen Ufern sich im Laufe der Jahrhunderte em Dorf nach dem andern anbaute. Sie rückten so aneinander, bis sie schließlich nur noch ein einziges großes Dorf bildeten. Es ist ein seltsamer Ort, er hat nur eine endlose Straße. Diese Straße ist der Fluß, den auf jeder Seite Gehöfte einrahmen. Sie ähneln den niedersächsischen Höfen, und auch den St. Lorenz könnte man für die Elbe oder die Weser halten, wenn nicht seine gewaltige Breite wäre — so „deutsch" sieht hier die Landschaft aus. Die Dorfstraße beiderseits des Flusses ist im Laufe In tiefer Trauen Chr. Klotz und Frau Marie, geb. Hom Danksagung. Für die uns beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene Teilnahme, lür die vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Benner. Mädchen- Fahrrad | billig zu verkauf. Gnautbstr. 381. Für unsereKleinsten KAI SER S SS Am 28. Mai verschied plötzlich und unerwartet unser langjähriges Mitglied Siegfried Schäfer Wir betrauern tief den Heimgang dieses lieben Kollegen und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Trauerfeier Donnerstag, den 31. Mai 1934, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. - Wir bitten um vollzähliges Erscheinen. Vertreter für Gießen und Umgegend zum Berkaus von Holländer, Gouda-, Edamer- und Brot-Käse von seit 1875 bestehender Firma gesucht. Angebote mit Referenzen unter 3267D an den Gießener Anzeiger. Nach kurzer Krankheit ist am 29. Mai 1934 mein Mann Christian Kaiser im Alter von 42 Jahren entschlafen. Frau Frieda Kaiser Wwe. nebst Kindern Die Fliegen sind da Jetzt müssen Sie Ihre Lebensrnittel vor diesen Krankheitsüberträgern schützen. Ihre Helfer dazu sind: Fllegenglocke, Speiseschrank, Fliegenklatschen und -Fallen, Drahtgaze für Fenster Diese Abwehrmittel bekommen Sie schon für wenig Geld bei J.B. Häuser Am Oswaldsgarten asasA Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 MALZKAFFEE GrößereMengen besten 3239 D MeöQngei sofort abzugeben mafdiinenqeroeör- fiompani? M^GKaserne. Verkäufe | Besseres Etagenhaus i. gut. öaoc, rentabel, sehr b'llig zu verkauf. Sehr. Ang. unt. 02818 an d. Gieß. Anz. 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Ein Hörbild. 11.50: Sozialdienst. 12: Stuttgart: Mü- tagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardlenst 13.10: Nachrichten aus dem Senderbezirk. ^^.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mlttagskon- ,ert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. 1510: Lernt morsen! 15.45: Quer durch die Wirtschaft. 16: Reichs- sendung: Bunter Nachmittag 18: Stimme der Grenze. 18.20: Der Polizeipräsident spricht! 18.30: Stegreifsendung. 19: Leichte Unterhaltungsmusik. 20- Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 2015- Aus dem Saalbau, Darmstadt: Bunter Abend des R. D. R., Ortsgruppe Darmstadt. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 23: Uebertragung von dem ersten öffentlichen Dolkslied-Singen der Stadt Frankfurt a. M. 23.20: Nachtmusik. 0.20 bis 2: Nachtmusik „Erklingen zum Tanze die Geigen.." enthielten genauere Angaben, über die Wohnung ihrer Herren. Freilich fehlte die Genauigkeit, mit der man heute Postamt, Straßennummer und Stockwerk bezeichnet. Die Benennungen gaben im günstigsten Fall die Straße und die einzelnen Bier- tel an, in die das alte Rom eingeteilt war. Die Straßen trugen aufklärende Schilder, die Häuser dagegen waren nicht numeriert. Man half sich über' diese Lücken in der Orientierung durch verschiedene Mittel hinweg, so durch die ungefähre Angabe der Häuserzahl, die man auf einer Straße entlang gehen mußte, um an ein Ziel zu kommen, durch die Hervorhebung irgendeines auffälligen Zeichens an einem Haus oder durch den Namen des Hausbesitzers. Da die einzelnen Viertel verhältnismäßig klein waren, so wurde es nicht schwer, den Betreffenden zu finden. Jedenfalls waren die Anschriften nur in allgemeinen Ausdrücken gehalten und an Verwechslungen, an unauffindbaren Empfängern und an verspäteten Bestellungen wird kein Mangel gewesen sein. Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigen- nutz" moralische Pflicht jedes Betriebsfuhrers werden, junge Leute bis zu 25 Jahren nicht eher einzustellen, als bis sie den Arbeitspaß vorweisen können, erst dann wird dieser zu dem, was er sein Schon fürRM.L 50 monatl. - bei Abnahme einer Liese- rung zu NM. 3 - aller 2 Monate - erwerben Sie das bekannte botanische Pracht- und Standardwerk: Die Pflanzenwelt derdeutslhenHeimat und der angrenzenden Gebiete In Naturaufnahmen dargestellt u. beschrieben von Dr. KuriHueck Drei Lände in 90 Lieferungen mit etwa 1000 eigenen Naturaufnahmen aus mehr als 400 bunten und einfarbigen Tafeln. Oer Bezog in Eirferengen ermöglicht Ihnen den Besitz diese« prachtwerke« ohne drückend« wirtschaftliche Belastung Werk bat in der Pflanzen kindlichen Literatur nicht seinesgleichen und man möchte hoffen, daß cd dazu delträgt, Verständnis und Liede für die heimische Pflanzenwelt in immer weitere ffreife hineiniutraaen." (Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung.) 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Der Gedanke des Arbeitsdienstes marschiert! Mehr und mehr werden seine Leistungen von der Öffentlichkeit anerkannt, immer bekannter werden im Straßenbild die Freiwilligen in ihrer schmucken erdbraunen Einheitstracht. Sie alle haben sich dem neuen nationalsozialistischen Staat zur Verfügung gestellt, um an dem Aufbau mitzuar- beiten. Nach Ablauf ihrer Dienstzeit erhalten sie dann bei guter Führung den Arbeitspaß als Anerkennung ausgehändigt, und hoffen damit bald Arbeit in ihrem eigentlichen Berufe zu bekommen. lieber die Bedeutung des Arbeitspasses jedoch sind sich die meisten Arbeitgeber nicht im klaren. Es dürfte sonst im Staate Adolf Hitlers nicht mehr vorkommen, daß noch ganz unerfahrene junge Burschen in den verschiedensten Betrieben ohne weiteres eingestellt werden, während diejenigen Volksgenossen, die ihre ganze Kraft im Arbeitsdienst dem Vaterlande zur Verfügung gestellt haben, nach einem Jahr trotz ihres Arbeitspasses große Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden. Der Arbeitspaß sagt doch in seiner klaren eindeutigen Sprache, daß sein Inhaber über ein Jahr in einer ausgezeichneten Schule gewesen ist, in der er durch Arbeit und Sport nicht nur zur kör- perlichen Ertüchtigung, sondern, was noch viel bedeutungsvoller ist, auch auf geistigem Gebiet zu einem vollwertigen Kämpfer für die Volksgemeinschaft erzogen wurde. In der Haltung, im Benehmen, in der Frische des Auftretens und Sprechens erkennt man sogleich ohne weiteres den Inhaber eines Arbeitspasses, d. h. den ehemaligen Arbeitsdienstwilligen, der getreu der Parole unseres Führers „Arbeit adelt" nun darauf brennt, in seinem Berufe zeigen zu können, was er während feiner Arbeitsdienstzeit alles gelernt hat. Wenn sich alle Arbeitgeber einmal den Wert des Arbeitspasses verdeutlichen, wenn sie erst praktische Erfahrungen mit den tüchtigen Inhabern eines sol- chen Ehrendokumentes haben, dann werden sie nur noch junge deutsche Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren in die Betriebe einstellen, die im Besitze des Arbeitspasses sind! Zahlreiche Betriebe sind schon mit gutem Beispiel vorangeganaen und haben sich verpflichtet, nur noch solche früheren Arbeüs- dienstwillige einzustellen. Sie alle haben damit die besten Erfahrungen gemacht. Es muß gemäß dem Wartweg 98^ | Vereine der Jahrhunderte so dicht besiedelt worden, daß mit der Zeit die einzelnen Farmen immer kleiner werden mußten, bis schließlich Haus an Haus am Fluß lag. Und so entstand das größte Dorf, das die Welt kennt. Oie Adresse im alten Rom. Die genaue Angabe der Wohnung war in den großen Städten des Altertums, vor allem in der Weltstadt Rom, eine ebenso unumgängliche Notwendigkeit wie in der heutigen Großstadt. Verschiedene Dokumente geben uns Ausschluß über die Art, durch Die man jemanden in der Million Einwohner des kaiserlichen Rom auffand. Besonders die Hals- bänder flüchtiger Sklaven, die noch erhalten sind. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis Gymnastik. 9.25: Werbekonzert. 9.45: Eigene Dung. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk-Sondersen- düng. Anton Fugger, her reiche Kaufherr von Augsburg. Ein geschichtliches Hörspiel. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, Saardienst. 13.10: Nachrichten aus dem Senderbezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. Die Frau als Gefährtin.15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Unbekannte Dichter: Alfred Pabst. Vortrag mit Rezitationen. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend. Jugend auf Fahrt an der Saar. 18.25: Der Himmel im Juni Vortrag von Prof. Edmund Sittig. 18.50: Griff ins Heute. 19: 1. Militärkonzert aus unseren Gauen. 19.45: Reichssendung: „Was will der deutsche Luftsport?" Dreigespräch zwischen dem Präsidenten des deutschen Luftsportoerbandes Hauptmann a. D. Bruno Loerzer, Pg. Boese und dem Sportreferenten der Reichssendelei'tung Pg. Kleffel. 20: ReAssen- bung: Politischer Kurzbericht. 20.10: Heiterer Sketsch. Rund um den Radetzky-Marsch. 20.30: VIII. Symphonie von Bruckner. 22: Sagen aus Hessen-Nassau von Heinz Harald Trinius. 22.20: Hörbericht von der Weltmeisterschaft im Kunstturnen in Budapest. 22.40: Nachrichten. 22.55: Nachrichten aus dem Sen- derbezirk. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Sänger der Arbeit. Arbeiterdichtung als Ausdruck deutschen Wesens. Hörfolge. 24 bis 1: Nachtmusik. werden, wenn alles re nagle, durch ----- Stärke B beseitigt (JOSHIS Preis RM 160, 2.75 Gegen Pickel. Mitesser Stärke A Arstlicb empfohlen. Laufen Sie nicht länger so häßlich herum. Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. 9/10 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Frau B. Gulden, Hindenburgwall 15 g Svrechstund. statt Freitag, 1.6. 34 am Samstag, 2. Juni, 9-7 Uhr. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Gießen (Bruchstraße 3, II. Stck), den 31. Mai 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ____________________________________________________________________________02321 Samstag, 2. Juni. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Stuttgart: Frühkonzert: Frisch drauf los! 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Gießen. Freitag, 1. Juni 20V» Uhr Monats- Versammlung im Hovselb. Vortrag v. Geh. Rat Prof. Dr. Sommer über „Siedlungen am hessischenRenn. weg". , Sonuta.10.Juni Wanderung (liebe Aushang). Bauerscher Gesangverein e.f. Samstag, 2. Juni, WnOWetßand nach Annerod (Wallbott). ,Abmarsch 20 Uhrm Ludwigsvl. 32 Kleiner Kass.-Schrank s. bitt, abzugeb. Zu erfrag. Omi« Liebigstraße 5. llllllllllllllllllllllllllllll Nr. 124 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Donnerstag, 3t. Mai 1934 —...... . .■!■ . !3 .< \ ■■ 7 Ä! 77 V< WSw w D ,'F j- E ßW z- ' ? WZ ? Der Staatsbesuch des Führers in Dresden Sachsens Geschenk für den Kanzler Kinder sind Arbeitgeber an dem Dolksschulberspiel zeigen. Buchgewevde und der Buchhandel sind daher weit-1 eines Tages selbst arbeitslos ist. einem Gebiete kann man sogar genau zahlenmäßig den Einfluß der Kinderzahl auf die Allge- meinwirtschast nachweisen. Das ist das Gebiet des öffentlichen Schulwesens. Jedes Kind in Deutschland muß nach gesetzlicher Vorschrift oom vollendeten sechsten bis zum vollendeten vierzehnten Lebensjahr Schulunterricht erhalten. Der gewöhn- der neuen Welt ist es nicht gelungen, diesen Konflikt, der mit kleinen Plänkeleien an der Grenze seinen Anfang nahm, einzudämmen. Im Gegenteil: heute besteht im Chaco eine Front von nahezu 2 4 0 Kilometer, auf der — nach statistischen Angaben der paraguayischen Regierung sich 60 000 Paraguayer und 90 000 Bolivianer gegenüberstehen. Die Statistik, die allerdings nur Gebiet zwischen Paraguay und Bolivien ihren Anfang nahmen. Trotz Der eifrigen Bemühungen Eine Vase aus der Staatlichen Porzellan-Manufaktur in Meißen, die dem Führer anläßlich seines Be» suches in Dresden von der sächsischen Regierung überreicht wurde. Die Vase wurde nach alten Mo» tiven geschaffen. Bölkerbundsohnmacht in Südamerika. Verschärfung des Chacokonflikts. — Völkerdündler als Kriegslieferanten. Von unserem Sch.« Berichterstatter' Vorbeimarsch einer Motorsturm-Abteilung vor dem Führer, bei dem anläßlich der Reichs- Theaterfestkvoche erfolgten Besuch der sächsischen Hauptstadt. Das Schulkind sind Arbeitgeber. Wer das bestreiten und braucht Lehr- und Lernmittel. Das Papier- und verneinen will, darf sich nicht wundern, wenn er Wirtschaftsangriff ist, läßt sich doch auch, Fortkommen keine Möglichkeit sähen. Kinder auf Schätzungen basiert, fuhrt die Zahl der bisher im Chacokonflikt Gefallenen mit 15 000 Paraguayern und rund 30 000 Bolivianern auf. Mögen Die veröffentlichten Verlustzahlen stimmen oder nicht, richtig ist, daß die Bolivianer in der Tat mehr an Menschen und Material bisher einbüßten als bis Paraguayer. Aber Tatsache ist auch, daß die Bolivianer ihre eigenen Verluste leichter verschmerzen können als die Paraguayer die ihrigen, denn Bolivien zählt rund dreimal soviel Einwohner als Paraguay. In Wirklichkeit dreht es sich bei diesem ganzen Konflikt natürlich um mehr als um ein paar taufend Quadratkilometer Land. Hier kämpfen Del- i n t e r e f f e n t e n um die ergiebigen Oelquellen (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rio de Janeiro, Mai 1934. Dor einigen Tagen jährte sich zum zweiten Male der Tag, an dem die Feindseligkeiten im Chaco- gehend von allem Schwanken der Nachwuchszahlen abhängig. Durch jeden Zugang von 100 Schulkindern zur Gesamtzahl finden drei neue Lehrkräfte ihr Auskommen, werden drei neue Kaufkräfte in die Wirtschaft eingeschaltet. Das alles ist das getreue Gegenbild zu der Verödung und Friedhofsruhe, die eintreten muß, wenn jene Volksgenossen in ihrer Nachwuchsscheu beharren, die so nachdrücklich und überlaut betonen, daß sie aus Pflichtgefühl keine Kinder weiter in die Welt setzten, weil sie für ihre Aufzucht und für ihr großen Arbeitslosigkeit genommen ist. Also ..." Und doch hat der Volkswirt recht und der Familienvater unrecht. Der Familienvater sieht begreiflicherweise die Dinge in erster Linie vom Standpunkte seiner Einzelwirtschaft aus an. Das ist auch durchaus erlaubt, aber er darf nicht alles nur und ausschließlich von diesem Standpunkte aus ansehen, er muß sich zur rechten Zeit und nachdrücklich daran erinnern, daß er mit seiner kleinen Familie nur ein Glied im großen Ganzen des Volkes ist, und daß er, wenn er vom großen Ganzen des Volkes für sich und feine Familie Beachtung und Rücksichtnahme auf deren Bedürfnisse und Belange fordert, selbst auch die Bedürfnisse und Belange des Volksganzen beachten und berücksichtigen muß, zu dem er gehört und mit dem er auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Und diese Pflicht des einzelnen und seiner Familie dem Volks- ganzen gegenüber ist nicht schon durch die regelmäßige und pünktliche Steuerzahlung erfüllt. Mit Recht verlangt das Volksganze die Einsetzung der ganzen Persönlichkeit jedes Volksgenossen für das Wohl des Dolksganzen. Von den vielen und wichtigen Aufgaben, deren Lösung das neue Deutsche Reich tatkräftig und wirkensfreudig in Angriff genommen hat, find zwei besonders dadurch ausgezeichnet, daß unter den nächstbeteiligten Meinungsverschiedenheit über die Reihenfolge besteht, in der sie erfüllt werden sollen und müssen. Diese beiden Aufgaben sind die B e- kämpfung der Geburtenscheu und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Der Volkswirt sagt: „Kinder sind Arbeitgeber, je mehr Kinder, desto besser wird die allgemeine Wirtschaftslage, desto mehr finden Volksgenossen ausreichende und sichere Arbeit, desto mehr hebt sich wieder die allgemeine Kaufkraft, und in diesem Kreislauf muh sich die Allgemeinwirtschaft und damit auch jede Einzelwirtschaft stetig bessern und überhaupt festigen." .. „Das ist gewiß alles sehr richtig", sagt dagegen der Familienvater, „aber ich kann zur Zeit von meinem schmalen Einkommen kaum meine Frau und ein erstes und zweites Kind durchbringen, wo soÄte ich wohl die Mittel hernehmen, um ein drittes oder gar viertes und fünftes Kind aufzuziehen? Sicherlich brauchen Kinder außer Nahrung auch noch Kleidung und sonstige Lebensnotwendigkeiten, die der allgemeine Warenmarkt zur Verfügung stellen muß, und durch die deshalb das allgemeine Wirtschaftsleben zweifellos einen starken Anreiz und Auftrieb erhalten muß." Und dann trumpft er auf: „Ich als Familienvater soll also schließlich durch meinen und meiner vermehrten Kinderzahl Verbrauch die Neubelebung der Wirtschaft bezahlen, und dazu eben fehlen mir die nötigen Mittel. Wenn sich also meine Familie vergrößern soll, dann muß ich erst ein höheres Einkommen haben, sonst handle ich gewissenlos gegen meine Nachkommen. Höheres Einkommen aber kann ich nur erwarten, wenn sich die Wirtschaftslage überhaupt hebt, weil ihr die tote Last der liche Pflichtschulunterricht ist unentgeltlich, die Kosten trägt die Allgemeinheit, unmittelbar die Schulgemeinden, mittelbar der Staat. Die Lehrkräfte werden also aus öffentlichen Mitteln be° zah lt. Sie müssen um so zahlreicher sein, je größer die Zahl der zu unterrichtenden Kinder ist. Wünschenswert ist, daß auf jede Lehrkraft nicht mehr als höchstens 30 Schüler entfallen. Nach Ausweis der Schulstatistik kommen zur Zeit in Deutschland im Durchschnitt rund 40 Schüler auf eine Lehrkraft. Verhältnismäßig leicht erreichbar und schon eine wesentliche Verbesserung darstellend wäre ein Verhält- nis von 33 bis 35 Schülern auf eine Lehrkraft. Das bedeutet in der Nutzanwendung, daß je 100 Schüler, also je 100 Kinder drei Lehrern Arbeit und Brot geben. Kinder sind also wirklich Arbeitgeber. Zur Zeit sind in Deutschland hn Volksschuldienst rund 190 000 Lehrer beschäftigt. Sie betreuen rund 7,6 Millionen Schüler. Unzweifelhaft und von niemandem zu bestreiten, geht der Nachwuchs in Deutschland bisher stetig zurück. Im Jahre 1934 sind di« im Jahre 1928 Geborenen schulpflichtig geworben, gleichzeitig scheiden die 1920 Geborenen aus der allgemeinen Volksschulpflicht aus. Im Jahre 1928 wurden nahezu 1183 000 Kinder geboren. Unter Berücksichtigung des wahrscheinlichen Abganges durch Tod kann der Zugang an Abc-Schützen 1934 auf kaum mehr als 1070 000 geschätzt werden. Der jetzt volksschulabgangsreif gewordene Jahrgang 1920 aber wies fast 1 600 000 Geburten auf, die 1934 einen Abgang von mindestens 1 350 000 Volksschülern darstellen dürsten. Es gehen somit über eine Diertelmillion mehr Schüler ab als neu h i n z u k o m m e n. Die auf 1928 fol- genden Geburtenjahrgänge sind immer geburtenarmer geworden. Wenn das so weiter geht, dann hat ein Teil der jetzt noch beschäftigten Volksschullehrkräfte Arbeitslosigkeit zu erwarten. Mit der weiteren Beschränkung der Kinderzahl tritt also für diese Gruppe Berufstätiger genau das Gegen- teil von dem ein, was seinerzeit die Verfechter der Geburtenbeschränkung versprechen zu können glaubten. Natürlich rft das Schicksal der kleinen Volksgruppe von Volksschullehrern nur ein Teilausschnitt aus dem deutschen Gesamtschicksal. Eine unbedingte Verallgemeinerung auf die Gesamtwirtschaft ist selbstverständlich nicht möglich, weil sich nicht überall ein gleich unmittelbarer und offensichtlicher Zusammenhang zwischen Dolkskinderzahl und Beschäftigungsgrad oorfinbet. Daß aber überhaupt die Kinderzahl eine Schlüsselstellung für den Wenn man indessen von dieser sittlichen Begründung der Pflicht zu persönlicher Opferbereitschaft des einzelnen und feiner Familie ganz abfieht, so ist die Annahme auch sachlich falsch, daß nun der Familienvater ober überhaupt ble Einzelwirtschaft allein bie Kosten für bie Nachwuchsaufzucht trügen unb somit die Wirtschaftsbelebung durch _____ ____v ... ______ zahlreicheren Nachwuchs allein oder auch nur vor-1 des Völkerbundes und “ber Mehrzahl ber Staaten roiegenb bestreiten müßten. Unb wenigstens auf ‘ — - ... • - • - • • - Intermezzo beim Angeln. Von Ulrich Sander Mittags sah ich in Rotbeck auf bem Bollwerk unb angelte. Piratzen hatte ich mir unter Steinen gesucht, Gerät gab mir ber geschwätzige Wirt ber Hafenkneipe. Zum Angeln gehört Gebulb. Unb um bas Flott auf bem wippenben Wasser tanzen bie Gebauten. Die gleihenbe Sonne spiegelte Inge Holms holbseliges Gesicht auf bas Wasser. Versehentlich fing ich einen kleinen Barsch unb zwei Plötzen. Eine Mahlzeit für einen hohlen Zahn, ©rünblinge knabberten unb zupften, baß bas Flott zuckte, unb schillernde Wietinge spielten um den sich ringelnden Wurm. Ein Schwarm Stichlinge schoß vorbei, stand still, überlegte, spielte nervös mit den Flossen und schoß weiter. Wie schwer ist doch Flußwasser zu malen, auf bem ein wenig Del schwimmt unb bas nur stumpf gewellt ist! Wenn sich bann noch Masten ober Bäume ober ein alter Giebelspeicher in ihm spiegeln unb um jebes Spiegelstückchen noch ber Himmel ein buntes, schillernbes Bänbchen legt, so soll bas erst einmal einer malen. Mit Wasserfarben wäre es am leichtesten, bann aber fehlt die weiche, feuchte Luft über bem Wasser, ber milchige Glanz. Ich malte bas Bilb eben in Del, untermalte bie blitzschnell vorübergehenben, ausroenbig gelernten Schillerspiegel unb legte bie burchsichtige, gelbweiße Lasur barüber, ba hörte ich Schritte hinter mir, unb mein Rücken sagte mir, baß es Inge Holm sei. Ich roanbte mich um: „Guten Morgen, Fräulein Holm!" ,Guten Morgen!" unb wollte weitergehen mit ihrem geflochtenen Korb über bem Arm urib mit den langen, so schönen Beinen unter bem kurzen, hellblauen Leinenkleibchen, bas wunbervoll ein ganz klein wenig ausgeblichen war. Aalt — stopp!" rief ich, „ober ich muß Ihnen eine Granate vor ben Bug setzen! Sie haben Konterbanbe an Bord: eine Flasche Essig, em Pack Streichhölzer, ein halbes Pfund Kaffee zu 1,80 und zwei Pfund Zucker." „Falsch, falsch!" sagte sie mit dunkelrotem Ge- sicht, lachte unb hielt an, „es ift ein viertel Pfunb Kaffee, aber zwei Pfunb Grieß unb eine Flasche Petroleum. Was machen Sie benn hier „Ich angele Walfische unb will reich „werben. Drei Zentner habe ich schon. Sehen Sie! Da lachte bas große, schöne Mäbchen mich aus, kam zutraulich näher, stellte eins ihrer fernen, ranken Beine auf bas Bollwerk und wiegte es ein klein wenig schüchtern im Knie, so daß ich Mühe hatte, nicht hinzusehen. Die Sonne leuchtete in seinem kurzen, goldenen Haar, unb Wellen von Lieblichkeit zitterten um bie halbe, holbe Gestalt. „Sie werden sich noch übernehmen an dieser Mahlzeit!" „Meinen Sie?" Ich bin schüchtern wie alle langen Menschen und fein geborener Flirter. Allein redet man wie ein Buch, im Kampf wirft man Handgranaten, sticht mit Bajonetten und haut mit dem Kolben zu. Aber vor diesen Blütengärten war mir die Zunge angelötet. „Jaja!" „So!" Eine kleine Pause, für die ich verantwortlich war. „Nein, nein, satt wird man wohl nicht von werden. Das glaub' ich auch!" sagte ich, um nur etwas zu sagen „Wohl kaum!" meinte das schöne Kind. „Eigentlich wohl sicher nicht!" sagte ich in freudiger Zustimmung. Und damit saß ich wieder fest. „Aber es können ja vielleicht noch mehr werden", hoffte bas halbe Geschöpf „So?" klammerte ich mich an ben Strohhalm, „glauben Sie Das?" „Wenn sie ordentlich beißen, die Fische, sicher. Warum nicht?" Da stand ich oben auf diesem Berg der Hoffnung und suchte nach einem neuen Gipfel, auf den ich springen könnte. „Junge", sagte ich zu mir, „sei doch nicht so schüchtern! Rede doch!" Und ich griff an: „Verstehen Sie etwas vom Angeln?" „Nicht Diel! Der Barsberg ist an der Brücke. Hier werden Sie nur Plätzen kriegen." „Soso!" Da hatte sich ber Angriff wieber totgelaufen „Aber wenn Sie vor der Male angeln, da beißen auch Flundern und Aale!" „Flunbern unb Aale? Sehen Sie mal an!" „Aber jetzt muß ich gehen Meine Mutter wartet. Auf Wiebersehen!" „Auf Wiebersehen, Fräulein Holm, auf Wiedersehen!" Im Ernst, dachte ich, auf Wiedersehen! Auf baldiges Wiedersehen! Und angelte weiter, und der dritte Plotz> hatte wohl eine Stunde am Haken gezappelt, ehe ich es merkte. Dor mir im Wasser stand noch immer Inge- borg Holm mit ihrer langen, feinen Gestalt^ ein Hauch blonder, zarter Anmut war noch um mich, und in meinen Obren lag ihre silbrige, dunkle, ein wenig belegte Stimme, die die Worte langsam und zögernd zu Sätzen zusammenbaute. (Aus dem Roman „Inge Holm" von Ulrich Sander. Verlag Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau.) Was deutsche Trachten-Karten erzählen. Die kartographische Erfassung der deutschen Sprache uno Volkskunde macht immer größere Fortschritte. Diese Arbeiten werden auf sprach- geographischem Gebiet in dem deutschen Sprachatlas, im volkskundlichen Bereich im Atlas der deutschen Volkskunde niedergelegt. Ein wichtiges Sondergebiet bildet bie Trachtenkunbe, für die ebenfalls bie kartographische Erfassung begonnen wor- Den ist. Rubolf Helm, ben Lesern ber „Heimat im Bilb" als Mitarbeiter bekannt, roibmet sich jetzt befonbers ber Durcharbeitung ber Trachtensammlung bes Germanischen Museums; er hat vorher bie hessischen Trachten nach ihrem Verbreitungsgebiet, ihrer Entwicklung unb ihrem gegenwärtigen Bestaub in Karten festgehalten, bie für weitere Arbeiten bahnbrechenb unb mustergültig finb. Sein Ziel war es, „an Hanb von Zahlen bie Verbreitungsgebiete ber hessischen Tracht festzustellen unb au zeigen, wie sie burch bie politischen unb wirtschaftlichen Gegebenheiten ihrer Lanbschaft bestimmt unb abgegrenzt würben, in welcher Weise ihre Entwicklung verlaufen ist unb weiter verlaufen muß." Zur Erläuterung biefer Trachten-Karten werben auch bie Karten ber einzelnen Kreise so wie ber Walbbebeckung unb ber Eisenbahnlinien beigefügt. Es ergibt sich baraus, baß bie Tracht in ben letzten Jahrzehnten mehr unb mehr zurück- gegangen ist, bie männliche Volkstracht erheblich stärker als bie ber Frauen. Auffallenb ist es, baß in ben Walbgebieten bie Tracht stärker schwinbet als in manchen roalbfreien ©egenben unb in solchen, bie bem Verkehr näher liegen. Helm gibt ba» für bie Erklärung, baß bie alte Volkstracht teurer ist als bie stäbttsche Kleibung, bie mit Massenwaren bas Lanb überschwemmt Die Tracht kann sich ba- her nur bort erhalten, wo noch ein gewisser Wohl- ftanb herrscht; bas ist aber in ben bem mobernen Verkehr erschlossenen Gebieten in höherem Maße ber Fall als in ben Walbgegenben. Jnfolgebessen ist auch der Einfluß der Verkehrslinien auf den Rückgang der Tracht geringer, als man erwarten sollte. Preislied aufs Gemüfegärtlein. Ein Preislied auf das Gemüsegärtlein stimmt Dr. Anton Mayer im Juniheft von Ve 1 hagen & Älafings Monatsheften an unb teilt eine Anzahl alter unb neuer Gemüserezepte mit, wie er sie lefenb unb reisenb entberft hat. Ein hübsches Rezept ist nach ihm z. B. folgenbes: „Hartgekochte Eier werben halbiert, die Dotter entfernt unb bie Höhlungen mit frischgekochtem Spinat vollgestrichen; etwas Butter unb Milch gehört in das Gemüse. Die Eier kommen in eine I flache, feuerfeste Form; eine bicke weiße SaucS wirb über bie Eier gegossen unb mit ben Dottern garniert Das ganze wirb bei starker Hitze im Ofen angebräunt. Einzelne Gemüsevorschriften können wir, so fährt Anton Mayer fort, „ber italienischen Küche entnehmen: ein rounberbares Gericht ist ber Denetianische Minestrone frebbo. Alle Gemüse, beren man habhaft werben kann, werben geschnitten und gekocht ober, je nach ihrem Charakter, gebämpft unb mit Reis, am besten Bouillonreis gemischt — bas richtige Verhältnis ber Mischung bürste etwa zwei Drittel Gemüse, ein Drittel Reis sein, aber auch ba spielt ber persönliche Geschmack eine große Rolle. Die Mischung, die am besten gleich in tiefe Suppenteller getan wird, muß erkalten; vor bem Servieren wirb sie reichlich mit geriebenem Parmesan überstreut; geröstete Brotschnitten finb als Beigabe sehr angenehm, — unb noch mehr geriebener Parmesan muß auf bem Tisch stehen. Darf ich an dieser (Stelle an alle Hausfrauen zum besten der von ihnen Betreuten die herzliche Bitte richten, mit bem geriebenen Käse nicht mehr so sparsam zu sein? Eigentlich sollte er immer beim Essen zur Hanb sein, gerabe Gemüsegerichte können durch seine Verwendung außerordentlich gewinnen. Jedes nicht süße Reis-, Makkaroni-, Nudelgericht ist ohne Käse nicht denkbar. Und Braten — haben Sie schon einmal einen Kalbsbraten mit viel Parmesan überbarfen? Versuchen Sie es! Der Sonntagmittag wird am trübsten Tage sofort ganz hell — aber das nur nebenbei. Sehr reizvoll schien mir immer ein „Tartino carciofi", ein in Del gebackener Eierkuchen mit ben kleinen italienischen Ärtischoken — wenn es biefe nicht gibt, eignen sich unsere Artischokenböben, in Scheiben geschnitten, sehr gut bazu." Sorftfcbulnadmcbfett Der ao. Professor Dr.-Jng. Friebrich Raab an ber Technischen Hochschule Karlsruhe wurde zum ordentlichen Professor für Straßen- und Eisen- bahuwesen an der Technischen Hochschule daselbst ernannt. Dem Ministerialrat Professor Dr. Eugen Fehr le im Babischen Ministerium bes Kultus unb Unterrichts finb bie Amtsbezeichnung unb bie Akabemi» scheu Rechte eines ordentlichen Professors für bie Dauer ber Zugehörigkeit zum Lehrkörper ber Universität S) e i b e 1 b e r g verliehen worben. Sein Spezialgebiet ist klassische Philologie, Religionswis- seuschaft unb Volkskunbe. Besonbers bekannt würbe Fehrle burch sein grunblegenbes Werk „Babische Volkskunbe", ferner als Herausgeber ber „Ober- beutschen Zeitschriften für Volkskunbe", ber „Bau- steine zur Volkskunbe unb Religionswissenschaft" sowie bes Werkes „Babische Flurnamen". im Petroleumgebiete des Chacos. S)ier kämpft ame ri konisches Geld auf feiten Boliviens gegen englisches Geld auf feiten Paraguays. Diese Tatsachen werden auch durch noch so viele Dementis nicht aus der Welt geleugnet werden können. Der Völkerbund protestiert aufs Heftigste gegen den Krieg und entsandte sogar eine Kommission ms strittige Gebiet, die wohl riesige Kosten verursachte, jedoch auch nicht das Geringste leistete. Zur alei- chen Zeit aber verkauften Waffenfabriten derjenigen Länder, die mit im Völkerbund sitzen, an die Kriegsführenden im Chacogebiet Waffen über Waffen. Der Völkerbund hatte „vergessen", daß sich durch ein radikales Verbot der Waffenausfuhr nach Bolivien und Paraguay der Kriegsbrand viel schneller und sicherer austreten lassen würde als durch Kommissionen. Aber auf eine solche Art und Weise der Beendigung des Kriegs würden den Waffenfabriken in Frankreich und in der Tschechoslowakei, in Amerika und England Riesengewinne entgangen fein . . . Ein Ende des Krieges ist vorläufig noch nicht abzusehen, wenn nicht in einem der beiden Länder eine Revolution dazwischen kommt. Im ersten Jahre des Krieges gelang es den Bolivianern in einer großzügig angelegten und mit Tanks, Flammenwerfern und Flugzeugen gut durchgeführten Offensive erhebliche Erfolge zu erzielen, an deren Auswertung sie jedoch durch die einsetzende Regenzeit verhindert wurden. Nach der Regenzeit setzte dann der Gegenstoß der Paraguayer ein, die sich in der Zwischenzeit gründlich erholt und mit englischem Gelbe, das Oelmagnaten reichlich her- gaoen, aufs Beste ausgerüstet hatten. In der letzten Zeit hat sich immer mehr der Wert der Bombenflugzeuge herausge- stellt, mit denen Bolivien eindrucksvolle Erfolge erzielen konnte. Durch die Bombardierung zahlreicher hinter der paraguayischen Front gelegenen Städte hat es den Nachschub von Munition und Lebens- mitteln aufs empfindlichste gestört und als Nebenwirkung eine weitgehende Demoralisierung der paraguayischen Truppen hervorgerufen, die nicht die Möglichkeit in Händen haben, sich gegen diesen furchtbaren Luftfeind zu wehren, denn Flugzeug- abwehrgesckütze besitzen die Paraguayer noch nicht. Unter diesem Gesichtswinkel erscheint auch die Drohung Paraguays verständlich, als Repressalie bolivianische Gefangene erschießen zu wollen, falls Bolivien mit der Bombardierung fortfahren sollte. Wenn nun der nordamerikanische Staatssekretär Cordell Hüll Weisung an den amerikanischen Gesandten in Paraguay gegeben hat, schleunigste (Erhebungen anzustellen, was es mit dieser Bombar- bierung „offener" paraguayischer Städte und mit der Drohung Paraguays aus sich hat, so entbehrt dieser Auftrag nicht einer tragikomischen Note, denn Nordamerika war es ja, das an Bolivien die Bombenflugzeuge lieferte, mit denen es jetzt paraguayische Städte bombardiert! Bolivien stellt sich auf den Standpunkt, daß es sich keineswegs um „offene" Städte gehandelt habe, denn jedes noch so kleine Nest hinter der Front der Paraguayer sei im wahrsten Sinne des Wortes Garnisonstadt geworden, das zur Beherbergung der Reserven und als Stützpunkte für Lebensrnittel und Munitionsnachschub dient. Sollten die Paraguayer tatsächlich bolivianische Gefangene erschießen, so würde Bolivien die Hauptstadt Paraguays, Asuncion, mit Bomben belegen. Im übrigen sieht es ganz so aus, als ob Paraguay tatsächlich geneigt sei, die Kriegsregeln des Völkerrechts nicht mehr respektieren zu wollen, denn es hat angekündigt, in Zukunft an der Front Giftgase zu verwenden, falls Bolivien fortfahren sollte, paraguayische Ortschaften mit Flugzeugen 0U bombardieren. Es ist nicht abzusehen, was solch ein Vorgehen für Folgen haben könnte, wenn bann seinerseits Bolivien zur Verwendung mit Giftgas gefüllter Luftbomben schreiten und damit z. B. Asuncion belegen würde. Für uns Deutsche jedoch ist diese Wendung der Dinge ein weiteres Zeichen, unbedingt und unter allen Umständen an der Forderung nach einem ausgedehnten und zuverlässig funktionierenden Luftschutz für unser Vaterland festzuhalten, das ja in einem noch viel stärkeren Maße der Gefahr von Luftangriffen ausgesetzt ist, als diese südamerikanischen Staaten, bei denen die Kriegsfliegerei noch in den Kinderschuhen steckt. Trotz der hie und da auftauchenden optimistifchen Nachrichten über den Leticiakonflikt zwischen Columbien und Peru, ist die Lage als unverändert ernst zu betrachten, zumal die in Rio tagende Konferenz noch immer keine Ergebnisse zeitigte. Am 23. Juni schon läuft das Mandat der Völkerbundskommission über das strittige Gebiet ab und Columbien besteht darauf, daß die Kommission die Regierung des Gebietes an Vertreter Columbiens abgibt, was andererseits Peru nicht zulassen will. Es ist begreiflich, daß sich unter solchen Umständen sowohl in Peru, als auch in Columbien starke Beunruhigung breit macht und beide Länder sich darauf vorbereiten, allen Eventualitäten begegnen zu können. Wie beim Chacokonflikt haben auch hier die Völkerbündler absolut keine Bedenken, die beiden Streitenden mit Waffen gegen klingende Münze zu beliefern! Sie bemühen sich sogar noch, Japan und Nordamerika als Lieferanten auszuschalten, um alleine den „Rahm" abschöpfen zu können' Der Siedlerlönig und seine ZüOOüü Kolonisten. Oie Urbarmachungen Friedrichs des Großen. Don Frank Leberecht. Oie Gchule von Küstrin. Ms der „begnadigte" Deserteur Friedrich am 7. November 1730 zu Küstrin den Eid unbedingten Gehorsams abgelegt hatte, durfte er einen hellgrauen Arbeitsrock anziehen und war nun der „OberftleutnantFriederi ch", Auskultator in der Kgl. Domänenkämmer, mit einem Platz am unteren Ende des Tisches, mit einer Arbeitszeit von sieben Stunden, mit einer peinlich genauen Tageseinteilung. Auch feine Lektüre war ihm oorgeschrie- ben, erbauliche Bücher und die Aufzeichnungen des Markgrafen von Küstrin, dessen verbienltlickes Wirken der Landwirtschaft gegolten hatte. Für den Oberstleutnant Friedrich war es eine harte Schule. Der Zorn des Vaters grollte noch hinein durch bissige Ermahnungen, der möge sich darum bekümmern, wie der Bauer die Groschen zum Taler verdiene, damit auch er das Geld zu behandeln verstehe. Auch solle er erlernen, Anschläge von Grund und Boden zu machen. Nachdem der prinz- liche Auskultator ein Jahr lang über den Akten der Domänenfammer zugebracht hatte, durfte er sich gelegentlich außerhalb der Stadt aufhalten. Doch auch dorthin reichten des Königs Einzelbefehle. Friedrich hatte jetzt die richtige Art der Feldbestellung und der Viehzucht zu erlernen. Bei diesen Lehrwanderungen kam der Prinz auch in jene Ländereien, deren Jahreserträgnisse durch die Meliorationen Friedrich Wilhelms um das Zehnfache gesteigert worden waren. Der Eindruck dieser Besichtigung auf den Sohn war nachhaltig. Dies also war königliche Ausgabe! Es ist oft berichtet worden, wie der Kronprinz in Küstrin jene alten Erbrechtsverträge mit Liegnitz, Brieg und Wohlau studiert habe, die ihn dann später ermutigten, seine Hand auf Schlesien zu legen. Selten nur wird daran gedacht, daß sich Friedrich in demselben Küstrin die Kenntnisse erwarb, wie eine Provinz ohne Schwertstreich zu erobern sei. Wäre nicht dem Kronprinzen jene harte und gründliche Schule von Küstrin be- schieden gewesen, woher hätte der König den Maßstab genommen, fein großes Siedlungswerk durchzuführen? Gand und (Sumpf. Im Havelländischen Luch hatte Friedrich Wilhelm 15 000 Morgen Neuland gewonnen und ein Mustergut mit dem stolzen Königshorst angelegt. Friedrich setzte die Meliorationen seines Vaters ohne Zögern fort. Im Zusammenhang damit wurde schon 1743 der Plauer Kanal vollendet, der eine kürzere Verbindung zwischen Havel und Elbe schuf. 1746 bereits konnte man im Finow-Kanal aus der Havel in die Oder gelangen. Und als dann 1775 der Bromberger Kanal gebaut war, war mit dem friderizianifchen Kanalsystem ein Pfeiler des Kolonifationswerkes geschaffen. Dieses Werk vollendete sich in wohldurchdachtem Plan. Urbarmachungen, Kanalbauten, Ansiedlungen eingewanderter Kolonisten, Verbesserungen des Bodens und seiner Bearbeitung, all dies hängt innerlich zusammen und ist von einander nicht zu trennen. Denn nur ein Ziel kennt die innere Kolonisation Friedrichs des Großen: aus einem unfruchtbaren menschenleeren Land ein blühendes Königreich zu machen. Sand und Sumpf, das waren die Hauptstücke des märkischen Landes. Sand nahm meist die, Hälfte, oft gar zwei Drittel des Bodens ein, auch^in den östlichen Provinzen machte er noch bis zu einem Drittel aus. Der Rest wiederum war großen Teils unfruchtbar und unzugänglich als Moor und Sumpf, bruchartige Landstriche ohne Wasserabzug, wo kein Pflug seine Furche zog, wo nur durch trüben Morast einige harte und saure Gräser stachen; Gegenden, in denen man nur armselige Fischer und Jäger traf; in denen alle Meilen einmal eine magere Kuh am Rande eines schwankenden Moors graste, in denen der schlimmste Feind Preußens sein Unwesen trieb: die planlose Barbarei. Vierzig Dörfer im Oderbruch. Ihr gegenüber hat Friedrich keinen Augenblick der Muße gekannt. Nach kleineren Meliorationen im Nordwesten der Mark machte er sich 1746 an das gewaltige Unternehmen der Eindeichung der Oder. Als er es 1753 als gelungen bezeichnen darf, kann er auf einen Kampf mit zahllosen Schwierigkeiten zurückblicken. Die Kabinettsorder, die er zuweilen täglich an die Leiter des Werkes aussandte, bezeugen die zähe Energie des Siedlerkönigs. Da liegt sich die eine Domänenkammer mit der anderen in den Haaren, da bekommen die Deicharbeiter zu wenig Lohn, da wollen die alten Anwohner sich nicht zu neuen Berufen bequemen, ja, sie weigern sich sogar, ihre Kähne zum Erdefahren zur Verfügung zu stellen, da bleiben die wöchentlichen Arbeitsrapporte und die angeforbeten Rechnungen aus, da bleiben die Fortschritte der Arbeiten hinter den gesetzten Terminen zurück. Und in alle diese Hemmnisse und Beschwerlichkeiten fährt wie ein Blitz die jeweilige Gegenmaßnahme des Königs, fährt fein Lob und fein Tadel hinein. Endlich werden die Deiche fertig, 11 Meilen lang; die Oder hat ein neues Bett; die Trockenlegung der Brüche durch Gräben kann beginnen. Für taufende von Bauernfamilien ist hier Raum geschaffen, vierzig Dörfer entstehen aus dem fruchtbaren Neuland. Plane und Menschen. So war es auch mit dem Warthe-Bruch. Doch wäre dieses noch viel schwierigere Werk gar nicht erst angefangen worden, hätte nicht Friedrich Siedlungsberater, Brenkenhoff, einen Kostenanschlag gemacht, der um ein Viertel niedriger war als der des Wasserbaufachmannes. Doch Brenkenhoff ersetzte fehlende theoretische und praktische Kenntnisse der Landeskultur durch ein hohes Maß von Begeisterung und Kühnheit. Sein mutiger Plan bewog Friedrich schließlich, die Urbarmachung des Warthebruchs tm Dezember 1766 in Angriff zu nehmen. Mit manchen Fehlschlägen und Hindernissen die Brenkenhoffs genialer Plan übersehen hatte, wurde auch dieses Werk, das Über 100 000 Morgen guten Bodens schuf, der Vollendung entgegengeführt. 'Schon 1768 und 1771 rufen königliche Erlasse zur Besiedlung auf, denen besonders aus Anhalt, Mecklenburg, aber auch aus Polen Folge geleistet wurde. In zwanzig Fahren entstanden hier 90 Kolonien. Auch als 1772 Westpreußen und der Netze- d i ft r i f t zu Preußen kamen, nahm Friedrich die neuen Provinzen erst dadurch richtig in Besitz, daß Wanderung in deutscher Landschaft. Don Josef Ponten. Zwei Burschen, Christian Heinsberg und Johann Wetzel, zogen von Bingen 1 über Hunsrück und Eifel durch die schöne | deutsche Heimat, in der Absicht auszuwandern. Ferne, Ferne, Ferne — ah! Die junge Nase riecht sie, wie Hunde an den Kleidern der zugereisten Män ner das Dasein ihrer Brüder fern hinter dem Gebirge riechen — wo sind sie? Nicht hier! Und sie stehen und schauen das blaue Gebirge an . . . D blaue Gebirge! Was habt ihr schon ange- richtet! O Landschaften mit dem Ruf der Fernen! In blauen Zauber gehüllt steht ihr da, anwesend, aber ihr scheint es nicht wahrhaben zu wollen. Und während alles andere daliegt in deutlichem Licht, anwesend, aber so wie das, nach dessen Gegenwart niemand fragt, scheint ihr da zu sein nur kraft des Gebetes, der Ahnung, des Traums, und ihr scheint nur zu schweben. Als könntet ihr die Fracht eurer Masse davontragen, wenn es euch gelüftete, und an Herzen und Köpfeti, an Sinn und Vernunft der Menschen mitnehmen, was euch beliebte. O Zauber aus Stein! O Landschaft, die blaue Berge beschauen! lieber der hessischen Landschaft stand der Don- narsberg. Blau stand er am Abend im Westen i ober Süden. Oftmals hatte ihn der Knabe Christian ' gesehen, wenn er im Geisenheimer Berg streunte i vis gegen den Niederwald. Blaue Berge sind1 Schicksal, Christian! . . . lieber die Höhen des Hunsrück wanderten die beiden Burschen nach Nordwesten. So wie sie den Rhein, die Völkerstraße, und die von Menschen wimmelnde Nahe verlassen hatten, war es einsam geworden, grün und wälderdunkel, nachdem es unten braun und sonnenhell gewesen war, auch einen Rock kühler war es als zwischen den wein- kochenden Talwänden. Aber sie marschierten, von Einsamkeit und Morgenfrische unangefochten, in die Welt und ihr Leven hinein, die nun endlich ihr? eigenen, die gewählten, sein würden, nachdem man viel Jahre die Beine unter Vaters Tisch gesteckt hatte. Wie würden sie aussehen, die neue Welt und das eigene Leben? Die Burschen waren glücklich wie die jungen Hunde; vom Herrn auf die Wanderung mitgenommen, legen sie hin und her rennend die Wegstrecke zwei- und dreimal zurück. O Morgen und Tag, o Weiße und Welt! Johann Wetzel hatte nur den einen Gedanken: weit fort. Er ging schnell und hielt sich auf der testen Straße. Christian Heinsberg aber liebte Das Gehen an sich und suchte den Feldweg auf, wo man auf weicher Erde ein Spürchen im Schreiten wiegte. Darüber entstand Zank. An einer Scherenkreuzung im Walde gab es noch am selben Tag einen neuen. Das ist selten anders unter Wandergenossen. Die Sonne war hinter eintönigem, trockenem Grau verschwunden. Wetzel hatte angeblich einen Sinn für Richtung im Körper, demnach mühten sie sich links halten. Er behauptete, die Himmelsgegenden zu fühlen. Man solle es mit den Sternen halten, meinte er; Leute behaupteten, die seien mächtig über uns; da sie was dran . . . Heinsberg, der größere von beiden, ging mit leicht gesenktem Kopfe, er sah die Erde an. Er behauptete, sie röche . . . Darüber lachte Johann, und Christian lachte über den Sternenaberglauben. Zeitweise gingen sie getrennt, Johann am linken, Christian am rechten Straßensaum. Man schwieg ein paar Stunden. Aber abends versöhnte man sich. Am anderen Tag, der kühl und bedeckt war, wehte der Wind stark von Westen, das Vieh weidete nach Osten, die bequafteten Schwänze kehrten, vom Luftgang geworfen, den Rindern die Flanken. Als es den Tieren an den empfindsamen, entblößten Körperteilen kalt wurde, taten sie sich nieder, es war ohnedies Zeit zum ersten Wiederkäuen. Die gut bekleideten Schafe aber blieben auf ihren munteren, Dünnen Beinen. Wie ein härener Teppich schob sich die geschlossene Masse, dumpf rupfend mit dem Winde über die Weide. Als der Teppich, ein wenig sich hebend, die unfruchtbare Straße querte, war das beinerne Trippeln von tausend Füßchen zu hören. Dann rutschte das graue Fell über die andere Straßenkante auf die andere grüne Weide, und der Wind traute in der Schafswolle, die hell im schmutzigen (Brau aufleuchtete, wie wenn im Luftzug eine Pappel die weißen Unterseiten der Blätter zeigt. Christian sah das, es bereitete ihm Vergnügen. Johann schritt ein wenig verbissen daher, er fragte nad) einer Weile Christian nach seiner Meinung, wann sie wohl in Rotterdam ankämen. „Meinetwegen gar nicht", sagte Christian, um Johann zu reizen — Herrgott, er mußte ihn rei» jcn, warum redete der Denn so blöD? Johann ichaute kalt erstaunt auf unD zu Christian hinüber. Da milderte dieser ab und rief: „Was gibt es denn Schöneres als Laufen?" „ßaufen? 3d) fahr’ lieber." — „Ist ja gar nicht wahr! Warft ja sonst mit einem Holländer den Rhein hinuntergefahren!" „Na, Dann ist's nicht wahr", lachte Johann, war Dem Genossen Dankbar, unb Die Verstimmung war verflogen. Sie schwatzten Den größten Teil des Restes des Tages miteinander, und wenn der eine es einmal vorzog, zu schweigen, so ärgerte der andere sich nicht Daran. Als sie am Tage darauf, aus einem Walde plötzlich heraustretend, in ein lichtes tiefes. Tal schauten, das göttliche Moseltal; als sie einen Hang hinunter, auf Dem Die vom Schuh angerührten braunen unD schwarzen Steinschiefer tlingenD ihnen voranstürzten, auf Dem Maßliebchen unD Löwenzahn im noch nicht gejäteten Wingert blühten, in Die Talau kamen, Die warm war vom Sonnenwiberschein an Den Felsen, von Häusern, in Denen Die HerDe brannten, von schnaufenDen unD fäuenDen RinDern, Die auf Dem Grasstreif am Flusse nieDergetan lagen, mächtigen Fleischkörpern, — warm von Menschen in Zimmern unD Gärten, auf Bänken sitzenb unD in Holzschuhen schlurfenD, warm von MäDchen ins- besonDere (meinte Christian zu fühlen). Deren lichtes Haar Die Sonne leuchten machte, wenn sie unter einer mit Der HanD gehaltenen Holzlast Darüber- gehenD, aus starr gehaltenem Kopf einen steifen Blick nad) ihm fanDten unD eine Wolke von köstlichem Dunst mit sich entführten, Da empfanD Christian für eine StunDe Heimweh, man mußte es gestehen, einen Anhauch von Haus- unD Menschenzauber, ein Spürchen von Versuchung Der Seßhaftigkeit. Vorbei, vorbei war sie, als sie über Den silbernen Fluß hinüber Die anDere Talseite hinauf wie- Der in Den RanD- unD Kran zwo ID Des Tales gestiegen unD Flußrauschen unD Lebensgeräusch, Kinber- lärm unD Hunbegebell hinter unD unter ihnen verhallt waren unD neue, kühl überwebte Hochebenen sich vor ihnen ausbreiteten. Johann hatte Den Talzauber schneller besiegt als Christian. Gewiß, sie waren verwanDt im Sinn unD gleiche Burschen, aber ihre Seelen waren Doch gar verschieben. Zwei Menschen vertragen sich gut miteinanDer, weil sie beiDe Aepfel Den Birnen vorziehen, mögen sie Der eine blonD, Der anDere schwarz, Der runD unD jener mager fein. Im WiDerstreit Der Unwägbarkeiten Drücken sich oft Ur-Unverträglichkeiten aus. So marschierten sie Tage um Tage, beDecfte und Helle, über die gerodeten Hochebenen. Leer lagen sie da, vom Winde leise Durchblasen, söllerhast, unbewohnt. Wie Kamine von unten herausgekommen, standen schwarze Vulkane im Lande, erkaltet und alt. Still, tot und sozusagen uneigentlich war die Welt. Am Rande des Blickkreises stieg da und dort Rauch in den oberen Raum, die Reichs- und Bischofsstädte er sie in weitblickender Art kultivieren und kolonisieren ließ, wie er es zuvor mit dem eroberten Schlesien gehalten hatte. Schon ein Jahr nach der Besitznahme konnte er Voltaire berichten: „Ich habe die Sklaverei abgeschafft; einen Kanal eröffnet. Der Die Weichsel, Brahe, Netze, Warthe, ODer, Elbe, oerbinDet; StäDte wieDer aufgebaut, Die seit Der Pest 1709 zerstört gewesen; zwanzig Meilen Moräste trocken gelegt ..." Ein Augenmerk richtete FrieDrich gerade in dieser Gegend Darauf, „Den polnischen Mann zu Deutscher LanDesart zu bringen", unD Die Einwohner Des Landes mit Deutschen zu „melieren". So holte er denn in diese Gebiete, wo seit 1550 eingewanderte Mennoniten aus Holland siedelten, nun Schwaben, Danziger, Rheinländer, Sachsen, Hessen usw. wobei also Kolonisierung und (Bermanifierung Hand in Hand gingen. 300000 Kolonisten. In der Reaierungszeit seiner drei Vorgänger belief sich die Anzahl der eingewanderten Personen samt ihren Nachkommen auf etwa 600 000, wähxend allein in den 46 Regierungsjahren Friedrichs 300 000 Siedler ins Land strömten. Nicht nur ihre Zahl galt Dabei etwa, fonDern vor allem ihre — Den lanDesüblichen überlegenen — Kenntnisse in Der BoDenbearbeitung unD -Verbesserung. UnD hierauf kam es FrieDrich ganz befon» Ders an. Der Vergrößerung Der Anbaufläche sollte immer eine Steigerung Des Bobenertra- g e s folgen. Die peinlich genaue Anweisungen an seine Provinzialbeamten bezeugen Den Ernst des Königs, Die Kultur Der preußischen LanDwirtschafi zu heben. Ja, er scheute nicht Davor zurück, gewinn- versprechenDe Sämereien selbst zu probieren, um sie Dann Dem LanDe empfehlen zu können, wie Denn geraDe FrieDrichs Interesse am Detail niemals erlahmt unD eine faliDe (BrunDlage für feine ins Weite gehenDen Sieblungspläne schäft. Gesamtplan unD Detailkenntnis stehen bei FrieDrich in steter Wechselwirkung. Der allgemeine Melio- rationsplan, Den er für Die Urbarmachung aller Flugsanbstellen aufstellen ließ, roirD ergänzt Durch Die Detaillierten Berichte, Die er zu seinen Revuen in Taschenformat bei sich führte. UnD auf Diesen Besichtigungsreisen, Da Der sechsspännige Reisewagen Durch morastige LanDstraßen torkelte, spürte er immer wieDer von neuem fanDige unD sumpfige Stellen auf, Deren Besiedlung er befahl Unserem GeDächtnis ist jene schone Begebenheit überliefert, wo Der alte König von Den Ställenschen Bergen herab Durch ein Fernrohr Die trockengelegten Rhinbrüche überschaut, unD Den Helfern am Werk gerührt Dankt, wie er Dann aber Da unD Dort noch Stücke entDecft, Die auch urbar gemacht werben können unD auf Denen abermals Hunderte von Bauernfamilien angefieDelt roerDen sollen. UnD man sieht Dann Den Königs Der neue Anweisungen hinterlassen hat, seinen Wagen besteigen unD langsam Davonfahren, immer wachsam, immer auf Dem Zuge, um (Eroberungen von Der Barbarei zu machen, vor seinem Geiste Das BilD neuer Länder, Die Dem Sumpf unD SanD abgerungen unD befieDelt roerDen von einem starken, gefanDen unD freien Geschlecht bäuerlicher Menschen, jenes BilD, in Dem Preußentum unD Gemeinsinn auf einmalige Art vereinigt sind. BeieinerGesteinssprengungverunglückt ][ Marburg, 29. Mai. In die hiesige Klinik wurde ein Arbeiter aus Steinperf (Kreis Biedenkopf) eingeliefert, der infolge eines zu früh losgegangenen Sprengschusses im dortigen Steinbruch schwere Verletzungen an Kopf und Armen davongetragen hat. Autostraße auf den Melibokus. Bensheim, 30. Mai. (LPD.) Die Fahrstraße auf den 515 Meter hohen Melibokus, Die höchste Erhebung Der Bergstraße, ist jetzt fertiggestellt. Sie beginnt im Hochstädter Tal, führt in Die Senke zwischen Auerbacher Schloß und Melibokus unD von Da Durch prächtigen Hochwald bis zum turmgekrönten Gipfel. Köln und Aachen, Trier und Koblenz zeichneten dunkel ihren Ort an auf der blauen Karte des Himmels. Weiße massige Wolken zogen von Westen nach Osten, bei aller phantastischen Spielfreude ihrer Gestalt Wesen von kühler Unpersönlichkeit. Ein weißes Volk zog auf seinem Wetterweg dahin. Das Getriebe am Himmel machte das Land in einer eigentümlichen Weise stumm, demütig und fast nicht anwesend. Die Erde lag ba himmelsge- roanbt und schien zu bitten, von ihr absehen zu wollen. Neue Bildnis-Zeichnungen von Goethe. Don Goethe waren bisher Porträtzeichnungen hauptsächlich aus der vorweimarischen Zeit bekannt. Diese etwa zwanzig Blätter sind gewiß nur ein bescheidener Rest von den Bildnis-Studien des jungen Genies und rechtfertigen noch nicht ganz die gewaltigen Lob.sprüche, die die Zeitgenossen seiner Porträtkunst gejpenbet haben. Aus ben zehn Weimarer Jahren vor ber italienischen Reise waren bisher nur einige Blätter bekannt; es waren seine letzten Versuche auf biefem Gebiet, benn ber Goethe ber reifen Manneszeit unb bes Alters hat sich nie mehr im Porträt-Zeichnen versucht. Wie ber Direktor bes Weimarer Goethe-Museum Professor Hans Wahl in ber Leipziger „Jllustrirten Zeitung" mitteilt, find jetzt bei einer neuen Ueberprüfung ber Bestäube bes Goetheschen Nachlasses zahlreiche' neue Bilbnis-Stubien als Werke Goethes erkannt und zeitlich genau bestimmt worben. Sie zeigen, daß Goethe als Dorträtzeichner in seiner Weimarer ZeU bebeutenoe Fortschritte gemacht unb Hervor- ragenberes geschaffen hat, als man nach ben literarischen Quellen erwarten bürste. Einige wieder- gegebene Blätter lassen ihn als Meister im Festhalten bes impressionistischen Einbrucks erscheinen, so wenn er am 19. Juli 1777 bie schone, auch von ihm geliebte Sängerin unb Schauspielerin Corona Schröter im Hut mit zarten Strichen darstellt, wie sie, bie Augen vor Der morgenDlichen Sommersonne schließenb, sich Dem vollen Lichte hingibt. Nicht minDer köstlich sinD Die StuDien von schlafen- Den Reisegefährten, Die mit weichem Stift in Der gelösten Haltung währenD bes Schlummers festgehalten finb. In einem Frauenkopf aus ber Zeit um 1780 barf man wohl bas Profil ber Charlotte Stein erkennen, in einer anbern Stubie Das Bildnis der Madame Probst, die Die schone Corona als AnstanDsDame begleitete. (Eine Studie kennzeichnet trefflich den „UrfreunD" Goethes K n e - bei, in Reitstiefeln mit Der geliebten Tabakspfeife auf einem hölzernen Sessel sitzend. Oberhessen. 400-Zahrfeier der Reformation in der Wetterau. Bad-Nauheim. 31. Mai. (EPA.) Das 4 0 0- jährige Reformationsjubiläum d er W e t t e r a u findet, wie nun festgelegt wurde, am Johannistag, Sonntag, den 24. Juni, in Ba d - Nauheim statt, und zwar in Verbindung mit einem Kirchengesangstag der Wetterau. Der Festgottesdienst ist um 14.30 Uhr in der Dankeskirche und bringt nur altreformatorische Lieder der Chöre und Gemeinde einschließlich Psalmodie, die Festfeier ist um 17 Uhr auf dem Johannisberg an dem Turyi der alten Johannisbergkirche, wo Wilhelm Wippers- fürth vor 400 Jahren die erste evangelische Predigt hielt. Weihe eines Gotteshauses in Bad Salzhausen. Bad Salzhausen, 31. Mai. Der langgehegte Wunsch der Einwohner und Kurgäste von Bad Salzhausen, ein eigenes kleines Gotteshaus zu besitzen, ist nunmehr erfüllt. Am Sonntag, 10. Juni, um 14 Uhr findet durch den obersten Geistlichen von Oberhessen, Propst Knodt, die feierliche Weihe des schlichten, schönen Gotteshauses statt, das in ein alles, leerstehendes Salinengebäude nach den Plänen von Baurat Metzger von Bad-Nauheim- Friedberg stilvoll eingebaut wurde. Bad Salzhausen ist Filialgemeinde von Nidda II und steht unter der Seelsorge von Herrn Dekan S c r i b a, der sich um das neue Gotteshaus besondere Verdienste erworben hat. Das Gotteshaus mit seinem kleinen Glockenturm und würdigen Portal hat einen- besonderen heimatgeschichtlichen Schmuck erhalten durch seine vier Fenster, die die Familienwappen der Männer tragen, die sicb um die alte Sode und das Bad Salzhausen besondere Verdienste erworben haben; Ludewig Knodt den Pfänner 1495 bis 1511, den ersten bekannten Besitzer der Sode Salzhausen, den Stammvater der hessischen Marrfamilie Knodt, Roland Krug von Nidda, Amtmann und Rentmeister, der die Quellen als hessisches Lehen erhielt, 1593 bis 1617, Joh. Wilhelm Langsdorfs, Salinendirektor und Kammerrat 1778 bis 1803, der die Salzwerke neu einrichtete und Justus von Liebig, den berühmten Gießener Chemiker, der durch ferne Quellenanalyse Salzhausen wesentlich förderte. Die Festpredigt im Weihegottesdienst hält Dekan Scriba, die Ansprache in einer musikalischen Nachfeier Pfarrer Laut von Nidda. Englische Aerzte in Bad-Nauheim. Bad-Nauheim, 30. Mai. (LPD.) Bad-Nauheim hatte in der letzten Woche den mehrtägigen Besuch von 20 bedeutenden englischen Aerzten, zu denen auch der weltberühmte Balneologe Leonard Williams und und der in England allseits bekannte Arzt Sir Charles Gordon-Watson gehörte. Die Gäste legten vor allem Wert darauf, die beiden wissenschaftlichen Institute und ihre Arbeitsmethoden kennen zu lernen. Dr. Williams erklärte beim Abschied, daß Bad-Nauheim durch die Abstufbarkeit seiner Bäder und mit seinen Anlagen und Einrichtungen einzigartig dastehe. Sehr erstaunt und «r- freul waren die Gäste über die ausfallende Ordnung im neuen Reich, die sie überall bewundern konnten und von der sie sagten, daß sie im Gegensatz zu den Meldungen ihrer Presse stehen. Stadtvorstand in Alsfeld. - Alsfeld, 29. Mai. In der gestrigen Sitzung gelangten der Voranschlag der Stadt, sowie der Hospital- und Armenkasse und des städtischen Schlachthofes für das Rechnungsjahr 1934 zur Vorlage. Au Beginn der Sitzung führte der Vorsitzende den neuernannten kommissarischen Beigeordneten, Sparkassendirektor Trips, in sein Amt ein und widmete dem ausscheidenden Beigeordneten Kaufmann V i e r h e l l e r anerkennende Dankesworte für seine Tätigkeit im abgelaufenen Jahre. Der Voranschlag der Stadt für das Rj. 1934, der von dem Finanzausschuß eingehend durchberaten wurde, schließt in der Betriebsrechnung mit 433 394,91 Mark in Einnahme und Ausgabe ab, gegenüber 538 000 Mark des vorjährigen Voranschlages. Ilm eine Steuererhöhung gegenüber dem Vorjahre zu vermeiden, wurden von dem Fincknz-- ausschuß verschiedene Abstriche vorgenommen in Höhe von zusammen 8000 Mark. Hierdurch ermäßigt sich der Umlagebedarf von 126 000 Mark auf 118 000 Mk. Die Steuersätze bleiben mit kleinen. Abänderungen dieselben wie im Vorjahre. Bemerkenswert für den Voranschlag ist bei Rubrik 42 ein erheblicher Rückgang der sozialen Lasten, insbesondere für die Wohlfahrtserwerbslvsen. Der Voranschlag wurde gemäß dem Vorschläge des Finanzausschusses im ganzen angenommen, ebenso der Voranschlag für den städtischen Schlachthof auf Grund der vom Ministerium genehmigten Einheitsgebühren. Die Gebühr zur Nachuntersuchung für von auswärts eingeführtes Fleisch wurde auf 8 Pf. pro Kilogramm festgesetzt. Augleich wurden die von der Stadtkasse vorgelegten Liquidations. und Niederschlagsverzeichnisse vom Rj. 1932 genehmigt Die Steuerausstände vom Rj. 1932 betragen 20 770,09 Mark. Im Anschluß an die in kurzer Zeit erfolgte Ver-, abschiedung des Voranschlags wurden noch eine gan^e Anzahl anderer Vorlagen zur- Erledigung gebracht. Die Reklamationen gegen die Einschätzung zum Wassergeld für das Rj. 19 3 4 wurden gemäß den Vorschlägen des Finanzausschusses im ablehnenden Sinne erledigt. Zur Verbesserung der Wasserversorgung im Quellengeibiet der Gemarkung Oberbreidenbach soll noch ein weiterer Tiefbohrbrunnen erbaut werden. Hierzu wird der Firma Stefan Kuhn, Inheiden, auf Grund ihres Angebots und der besonderen Bedingungen über eine Filterbrunnenanlage die Herstellung des Brunnens zu dem festen Preise von 6325 Mark übertragen. Die seither oorgenommene erste Tiefbohrung hatte ein sehr gutes Ergebnis und ergab eine große Wassermenge. Durch das Realsteuersperrgesetz vom 16. Februar 1934 hat die Filial- und Warenhaussteuer für das Rj. 1934 die gleiche gesetzliche Regelung erfahren wie für das Jahr 1933. Demgemäß wurde beschlossen, die Filialsteuer für das Rj. 1934 von allen filialsteuerpflichtigen Betrieben in Höhe von 200 v. H. der gemeindlichen Gewerbesteuer zu erheben. Die Warenhaussteuer soll ebenfalls wie im vorigen Jahre mit 200 v. H. zur Erhebung gelangen. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Landeskirchenamtes bekannt, worin sich dieses damit einverstanden erklärt, daß gemäß dem Wunsche der Stadt die zweite Pfarrstelle, welche gegenwärtig Pfarrvikar Dreißig acker verwaltet, vorerst nicht definitiv besetzt wird, und daß in dem zur Zeit als zweites Pfarrhaus dienenden städtischen Haus am Bahnhof der erste Stock als Wohnung für einen von auswärts zuziehenden Beamten zur Verfügung gestellt wird, vorläufig bis zum 1. Oktober 1934. Generalversammlung der Sparund Vorschußkaffe Keffelbach. * Kesselbach, 28. Mai. Die Spar- und Vorschußkasse e. G. m. b. H. Kesselbach hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1933 bei Mitglied Johannes höchst ab. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzenüe leitete die Versammlung, begrüßte die Mitglieder, insbesondere Kreisbauernführer D ö r r s ch u k und Ober- revisor Hartmann. Dem Geschäftsberich?, der vom Rechner vorgetragen wurde, ist folgendes zu entnehmen: Im Laufe des Jahres find neu beigetreten 13 Mitglieder, ausgeschieden durch Tod 3, durch Aufkündigung 2 und durch Ausschluß 3 Mitglieder, so daß am Ende des Jahres der Genossenschaft 299 Mitglieder angehörten. Dieselben besitzen 304 Geschäftsanteile und vertreten eine Haftsumme von 304 000 Mark. Der Geschäftsverkehr hat sich gegenüber dem Vorjahre etwas belebt. Das Kredltbedürfnis ist in unserem Kreise immer noch sehr groß, auch bestand noch ein starkes Verlangen auf Rückzahlung von Spareinlagen, besonders Aufwertungen. Infolgedessen hal sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahre wieder etwas vermindert, da auf Aufwertungs- Spareinlagen 16 000 Mark zurückgezahlt wurden, denen keine Einzahlung gegenübersteht. Bei den neuen Spareinlagen haben Einzahlungen und Auszahlungen das Gleichgewicht gehalten. Die Darlehen gegen Hypothek und Schuldschein betragen rund 312 000 Mark, in laufender Rechnung 270 000 Mark, der Wechselbestanö 5150 Mark. Das Wertpapierkonto ist durch Auslosung etwas niedriger wie im Vorjahre und beträgt 17 000 Mark. Die Posten: Bankguthaben, Kassenbestand und fällige Zinsen betragen rund 15 000 Mark. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen rund 30 000 Mark, die Reserven 22 400 Mark, Rückstellung 24 500 Mark, die Spareilagen 463 000 Mark und laufende Rechnung 33 000 Mark. Der Reingewinn ist mit 3 945 Mark ausgewiesen. Der Vorschlag der Verwaltung, dem Reservefonds und der Betriebsrücklage je 800 Mark zu überweisen, 5 v. H. Dividende auf die eingezahlten Geschäftsanteile zu vergüten, wurde einstimmig angenommen; ebenso wurden der Bericht des Vorstandes, die Jahresrechnung und die Bilanz, sowie der Bericht des Aufsichtsrates ohne Widerspruch genehmigt und dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Durch die Umorganisation und Zusammenlegung der beiden Verbände wurde eine Statutenänderung notwendig, die ebenfalls ohne Widerspruch genehmigt wurde. Bei den Ersatzwahlen zu Vorstand und Aufsichtsrat wurde den neuen Verhältnissen Rechnung getragen, der Vorstand um zwei Mann erweitert. Dem Vorstand gehören an: Köhler, Schmidt, Becker, Schomber,Kesselbach und Reinheimer (Odenhausen a. d. Lda.). In den Aufsichtsrat wurden gewählt: S ch u b a ch (Allertshausen), Schaaf II., Schäfer III., Kaufmann, H ö ch st (Kesselbach), Grau (Dreihausen), Sohl (Rüddingshausen, Werner (Odenhausen), Kornmann (Wermertshausen). Oberrevisor Hartmann machte noch einige allgemeine Ausführungen über die Bedeutung der Genossenschaften und ihre Aufgaben in der jetzigen Zeit und betonte besonders die Sparwerbung, damit die Genossenschaften wieder in die Lage kommen, aus eigenem Kapital ihren Mitgliedern den notwendigen Petriebskredit zur Verfügung zu stellen. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen. t!dnöfr<’*-Dose ca.2wDose Qm.-,75 Qm. 1,^0 Thompson-Werke gm.bh Düsseldorf- Nr. 124 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Donnerstag, 31.MI M4 Aus der Provinzialhauptstadt. 3u Hilfe, es sticht... Durch den milden Winter sind besonders viel fliegende Plagegeister am Leben geblieben, und in diesen Wochen mimmelt es nur so von Mücken und Fliegen. Ueberall, wo stehende Tümpel, Wassertonnen und Dungstoffe der Brut ein sicheres Aufkommen ermöglichen, entwickelt sich die unangenehme Gesellschaft zu großen Mengen. Jeder Haus- und Gartenbesitzer wird natürlich bemüht sein, einen Feldzug zur Vernichtung des Ungeziefers ins Werk zu setzen: es kommt nur darauf an, daß man die einzelnen Arten unterscheidet und sie entsprechend bekämpft. Am meisten werden wir wohl von der Stechmücke geplagt. Wenn auch die Wissenschaftler behaupten, der außerordentlich tiefe Grundwasserstand in diesem Jahr nehme einer übernormalen Entwicklung der Mückenbrut jede Voraussetzung, so wird doch der Siedler noch unzufrieden genug sein. Die Eier der Mücke werden mit Vorliebe in Regenwassertonnen und Jauchefässer abgelegt. Nach zwei bis drei Tagen schon schwimmen die Stechmückenlarven herum. Zum Atemholen stecken sie ein langes Atem- rohr an die Oberfläche des Wassers. Am besten fängt man die Vernichtung schon bei der jungen Brut an. Man legt nach Möglichkeit die Tümpel trocken und entfernt alle entbehrlichen Wasseransammlungen. Findet man in einzelnen Behältern bereits Mückenlarven vor, dann übergießt man die Oberfläche des Wassers mit einer dünnen Oel- oder Petroleumschicht (auf 10 Quadratmeter Wasserfläche etwa X/ Liter Petroleum) und führt dadurch den Erstickungstod der Larven herbei. In Tümpeln und Seen helfen die Enten, fast alle Fische und eine Reihe von Singvögeln bei der Vernichtung. Außerdem sind die Fledermäuse, Kröten und Frösche eifrig aus der Jagd nach der Mückenbrut. Der Vernichtungsfeldzug richtet sich außer gegen die Mücke — auch die Fiebermücke ist bei uns heimisch — gegen die Fliege, und zwar speziell gegen die Stechfliege, die zwar erst im Spätsommer und Herbst den Menschen lästig wird, aber doch nicht früh genug bekämpft werden kann. Denn sie sowohl wie ihre Verwandle, die Stubenfliege, können als Krankheitsüberträger sehr viel Schaden an- richten. Man desinfiziert mit Chlorkalk oder Saprol- löiung ständig die Brutorte der Fliegen, also Abfallhaufen, Düngerstätten usw. Im Hause selbst tun die bekannten Fliegenfänger gute Dienste. Treten aber in bestimmten Räumen, in Stall- oder Küchenräumen die Plagegeister besonders zahlreich auf, dann versuche man es einmal mit einem Staubpräparat. Zu Tausenden werden dann die Fliegen zur Erde fallen, aber da sie nur betäubt sind, muß man sie sofort zusammenkehren und verbrennen. Schädlicher noch als die Mücke und Fliege ist die Bremse, die Tieren und Menschen außerordentlich lästig werden kann. Vor allem Rinder und Pferde leiden unter diesem argen Blutsauger. Schlimm ist es, daß man sie kaum bekämpfen kann. Es bleibt nur übrig, den geplagten Tieren bei der Abwehr der Bremsen behilflich zu sein und sie vielleicht im Hochsommer mit einem stark riechenden Präparat, dem Bremsenöl, einzureiben. M tbilfe für die Arbeitsbeschaffung. Die neue Arbeitsbeschaffungslotterie. Das Begreifen der grundlegenden Wichtigkeit der Arbeitsbeschaffung vertieft sich immer mehr und mehr in den Seelen unserer Volksgenossen. Das ehrliche sozialistische Denken hat sich zum Wollen gewandelt und dieses Wollen setzt sich Tag für Tag zur Tat um. Jedem ist natürlich nicht die Möglichkeit gegeben, eine große Tat auf dem Gebiet der Arbeitsbeschaffung zu vollbringen. Aber jeder hat die Gelegenheit, durch seine persönliche Mithilfe das begonnene Werk erfolgreich zu beenden. Die 111. große Arbeitsbeschaffungs- Lotterie soll auch in diesem Jahre wieder Mil- lionen für die Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stellen. Sie will nicht nur jedem Deutschen einen Fingerzeig geben, wie jeder als Mithelfer am Staatsaufbau helfen kann, sondern sie hat, um allen gerecht zu werden, ihren Gewinnplan vollständig umgeftaltet. Sie hat in sozialster Weise den allzuhohen Hauptgewinn in eine große Anzahl mittlerer, recht beträchtlicher Gewinne aufgeteilt. Darum beeile sich jeder, das neue braune Los zu kaufen. Nicht jeder kann die große Tat leisten, aber jeder soll sagen können: „Ich habe auch rnit- gel^olfen!" Katholiken in den hessischen Staatsund Semeindebetrieben am Ironleich- namstag vom Dienst befreit In Ergänzung der gestrigen Meldung teilt das Staatspresseamt mit, daß die katholischen Beamten, Angestellten und Arbeiter in Staats- und Gemeindebetrieben am Fronleichnamstag vom Dien st befreit sind. Ans pmteiamtlichenBekanntmachungen Das Amt für Beamte, das Amt für Erzieher und der NSLB., die NS.-Hago Gießen und Kreis Gießen, die NSBO sowie die Deutsche Arbeitsfront fordern ihre Mitglieder auf, an der am kommenden Sonntag, 3. Juni, in der Volkshalle, 14 Uhr, ftattfinbenben großen Kundgebung teilzunehmen, in der Gaupropagandaleiter Müller- Scheld sprechen wird. Die Mitglieder des Amtes für Beamte treten um 13.50 Uhr am Brunnen auf dem Volkshallenplatz, die Mitglieder bej» Arntes für Erzieher und des NSLB. treffen sich zum gleichen Zeitpunkt vor dem Unioerfitätssportplatz. Die Um- oerfität tritt um 13.15 Uhr ebenfalls vor dem Uni- versitäts portplatz an. Die Mitglieder der NS-Hago finden sich um 13.45 Uhr vor der Liebigshohe ein. NSBO und Arbeitsfront treten vor ihren Betrieben an und marschieren geschlossen mit Fahnen zur Volkshalle. NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt, kreisamtsleitung Gießen. An die Ortsgruppen-, Stützpunkt-, Zellen- und Blockamtswalter der NS.-Dolkswohlfahrt. Zu der am kommenden Sonntag, 3. Juni, 14 Uhr, in der Volkshalle zu Gießen stattfindenden Kundgebung haben sämtliche Amtsleiter und Amtswalter der nachstehend aufgeführten Ortsgruppen und Stützpunkte zu erscheinen: Annerod, Bersrod, Heuchelheim, Klein-Linden, Großen-Linden, Lollar, Lang-Göns, Lich, Steinbach, Großen-Buseck, Wieseck, Watzenborn-Steinberg und Mainzlar. Stärkemeldung der einzelnen Ortsgruppen und Stützpunkte ist vor Beginn der Kundgebung, und zwar um 13.30 Uhr, dem Kreisamtsleiter persönlich vor der Volkshalle zu erstatten. Das Erscheinen sämtlicher Amtsleiter der genannten Ortsgruppen wird zur Pflicht gemacht. Für die Einrichtung der Kreisamtsleitung bzw. der dort bestehenden Abteilungen, wie „Mutter und Kind", Schwesternschaft usw., benötigen wir dringend verschiedene gut erhaltene Bürymöbel. Spender, welche solche zur Verfügung stellen können, werden gebeten, dies an die Kreisamtsleitung der NSV., Amtsgericht, Zimmer 202, mitzuteilen. ♦ Außerdem werden die Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter ersucht, die Sammellisten für die Haussammlung der Neichs-Lustfahrtwerbewoche, sowie sonstige eilige Sachen abholen zu lassen und zwar im Laufe des heutigen Tages. Heil Hitler! Gez. Kloß, Kreisamtsleiter der NSV. F. d. R.: gez. M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer der NSV. NSV., Ortsgruppe Giehen-Ost. Am Montag, 4. Juni sammeln Mitglieder der NS.-Frauenschaft Lebensrnittel in Pfundpäckchen. Diese Sammlung erfolgt in Zukunft nur noch einmal monatlich in den ersten Tagen des Monats, damit niemand die Sammlerinnen leer weggehen lassen muß. Es wird gebeten, die Spenden zum Abholen bereitzuhalten und den Inhalt der Päckchen durch Aufschrift kenntlich zu machen. Die Sammlerinnen können am Freitag von 18 bis 19 Uhr und Samstag von 14 bis 15 Uhr ihre Sammellisten und Ausweise auf der Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, in Empfang nehmen. Kreisbetnebszelkenabteiluna ließen. Am Samstag, 2. Juni, abends 8 Uhr pünktlich, findet im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, di> llebergabe der Zeugnisse von dem Schulungslehrgang der NSBO.-Amtswalter durch den Gaubetriebszellen-Schulungsleiter Pg. Demmer persönlich statt. Es,wird hiermit sämtlichen Amtswaltern der NSBO. im Kreise Gießen zur Pflicht gemacht, an diesem Abend zu erscheinen. Heil Hitler! Gez. Hahn, Kreisbetriebs,zellen-Schulungsleiter. NG.-Gemeinscbast,,Krast durch Freude" Vurgenrundfahrt am 10. Juni 1934. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am 10. Juni 1934 wieder eine Burgenrundfahrt über Hohensolms, Greifenstein (mit Besichtigung der Ruine und der schönen Kirche) nach Braunfels (hier Besichtigung des Schlosses). In Braunfels einfaches, aber gutes und reichliches Mittagessen in der Gastwirtschaft Cornelius. Mindestteilnehmerzahl 36 bzw. 72 Personen. Gesamtpreis einschl. Mittagessen in Braunfels 3 Mk. Anmeldungen bis spätestens 3. Juni an die Geschäftsstelle der NS.-Organisation „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18. Hitler Lugend, Bann 116 Gießen. Asterweg, Jugendherberge. Sprechstunden der Abteilung III Sozial-Amt. Abteilungsleiter Heinz Becker. Montags, Mittwochs und Freitags von 20 bis 21 Uhr für Jugendpflege, Fürsorge, Gesundheitsführung, Berufsfragen, Rechtsreferent Gerichtsreferendar Ludwig Heid. Dienstags und Freitags von 17 bis 18 Uhr Auskunft in allen Jugendrechtsfragen. Heil Hitler! Der Führer des Bannes 116. gez. Häuser. Hessische Missions-Konferenz in Gießen Im überfüllten Johannessaal eröffnete nach zwei Strophen des Liedes „Wach auf, du Geist der ersten Zeugen" der Vorsitzende, Studienrat K n ö p p (Darmstadt) mit einer Ansprache über den Lehrtext des Tages: Dffb. 3, 2: „Werde wacker und stärke das andre, was sterben will", die Hessische Missionskonferenz. Darauf hielt Oberkirchenrat Zentgraf (Mainz) einen Vortrag: „Warneck, der Erzieher der Kirche zur Mission". Seine Erziehungsarbeit beruht, so führte der Redner u. a. aus, auf seinem Selbft- erzogensein. Die erste Voraussetzung für die Erziehung der Einzelgemeinde zur Mistionsgemeinde ist die Erziehung des Pfarrers zum Missionsmann. Die Liebe zu Jesus ist die Seele der Missionsarbeit. Der Mangel an Missionssinn in vielen Gemeinden Hessens ist eine ernste "Frage an die Pfarrer. Missionsleben in der Gemeinde ist Leben um Gott. Warneck bekämpfte mit Erbitterung den Vorwurf, die Missionsfreunde vernachlässigten die Not des eigenen Volkes. Der Missionswille gründet auf Kirche und Gemeinde. Die Mssion leidet keine Kirchturmspolitik. Warneck war Volksmissionar im eminentesten Sinne. Er wollte Milsionsbeter, Hilfsprediger für die Mission und erst in dritter Linie Missionsgeber sein. Er lehrte die Mission kennen als die Großmacht in Knechtsgestalt. Warneck. im 100. Jahr seit seiner Geburt, redete in dem inhaltreichen Vortrag gewaltig. Mit dem Lied „Ach bleib bei uns Herr Jesu Christ" schloß der schöne Auftakt der Missionskonferenz. lieber den weiteren Verlauf der Konferenz berichten wir noch. feierliche Einführung des hessischen Pröpste. Die Einführung der Pröpste der Propsteien Oberhessen, Starkenburg und Rheinhessen findet am Mittwoch, 6. Juni 1934, 11 Uhr, in der Stadtkirche zu D a r m st a d t statt. Die Einführung der Pröpste der Propsteien Nassau und Frankfurt am Main wird bereits am Sonntag, 3. Juni 1934, 17 Uhr, in der Katharinenkirche zu Frankfurt am Main vor sich gehen. Zweites Militärkonzert auf der Bergschenke. Das gestrige zweite Militärkonzert auf der Berg- schenke, ausgeführt vom Musikkorps unseres Regiments, war wiederum ein voller Erfolg. Ein reichhaltiges und trotz seiner Vielseitigkeit vorzügliches und ausgewähltes Programm ließ schon von vornherein erkennen, daß den Zuhörern ein besonderer Kunstgenuß bevorstand. Unter der sicheren und exakten Stabführung von Obermusikmeister Krauße wurde das Programm mit einem Marsch von Blon eröffnet, dem die „Dramatische Ouvertüre" des gleichen Komponisten folgte. Die schon bei früheren Darbietungen hinreichend erwiesene Qualität des Orchesters kam auch bei diesen Darbietungen wieder zur vollen Geltung. In vollkommener Reinheit und Ausgeglichenheit des Klangkörpers folgte die „Nordische Fantasie" von Hoch mit einem Solo für Trompete. Die schwierige Partie der Trompete wurde von dem Solisten (Herr Kleiner t) virtuos wiedergegeben, der dafür bei den Zuhörern reichen Beifall fand. Mit der vorzüglichen Darbietung von Szenen aus der Oper „Tiefland" von d'Albert wurde der erste Teil beschlossen. Der 2. Teil des Programms brachte durchweg Darbietungen volkstümlichen Charakters. Zu erwähnen seien hiervon besonders die Schwäbische Rhapsodie Nr. 4 „Hie gut Württemberg allewege" von Kaempfert und „Berühmte Arie" von E. Paudert mit einem Solo für Posaune. Mit der ausgezeichneten Interpretierung dieser Stücke errang sich das Orchester und insbesondere der Solist (Herr Scheer), der sein Instrument meisterhaft beherrscht, starken Beifall. Mit der Ouvertüre „Pique Dame" von Suppe wurde der dritte Teil des Konzertprogramms eingeleitet. Dieser äußerst wirkungsvollen Darbietung schloß sich ein Charakterstück von Brase „Nordische Hochzeit" an Die folgenden zwei Märsche für Fanfarentrompeten und Kesselpauken „Bayerischer Defiliermarsch" von Scherzer und „Barbarossas Erwachen" von Roland nahmen wohl das Hauptinteresse der Zuhörerschaft in Anspruch. Die schneidigen und sehr beliebten Märsche, bei denen der machtvolle Klangkörper des Orchesters zur vollen Geltung kam, riefen bei den Zuhörern wachsende Begeisterung hervor. Eben- alls großen Anklang fand ein Marsch-Potpourri aus beliebten Soldatenliedern "Soldatenliebe—Soldatenleben" von R. Roland, mit dem das Programm beschlossen wurde. Hermann Elle 80 Lahre alt. Am heutigen 31. Mai vollendet ein früherer langjähriger Mitarbeiter des Gießener Anzeigers und der Brühlschen Universitäts-, Buch- und Steindruckerei, Herr Hermann Elle, in körperlicher unh geistiger Frische sein 80. Lebensjahr. Der alte Herr • hat während 55 Jahren seine Kraft in den Dienst des Anzeigers und der Druckerei gestellt. Wie in jungen Jahren, so war Hermann Elle bis in sein hohes Alter hinein ein rastlos schassender Arbeitskamerad, der stets seine ganze Kraft und seine unermüdliche Freude an der Arbeit dem Hause seiner Tätigkeit zugute kommen ließ. Ende März 1932, nachdem er seine Lebensgefährtin ein Jahr vor der goldenen Hochzeit begraben mußte, zog er sich von der langjährigen Stätte seines Wirkens zurück in den wohlverdienten Ruhestand. Seitdem lebt er in Dresden in der Familie seiner Tochter^ aber auch von dort hält er die Verbindung mit seinen früheren Arbeitskameraden in Gießen ununterbrochen aufrecht. Noch gar manchmal kommt er in Briefen mit humorvollen Betrachtungen lokalgeschichtlicher Art in Poesie und Prosa auf irgendeine denkwürdige Gießener Begebenheit zu sprechen, ober er stellt uns den reichen Schatz seiner Kenntnisse von Gießen und Umgebung zur Verfügung. Wie er in früheren Jahren, namentlich vor dem Kriege, tzurch viele Berichte und Lokalgedichte heiteren Inhalts immer inniger mit Gießen und seiner Bevölkerung verwuchs und sich dadurch einen großen Freundesund Bekanntenkreis schuf, so zeigt er auch heute noch sein lebhaftes Interesse am Gießener Anzeiger in Zuschriften an uns. Zugleich gibt er damit aber auch seine starke innere Verbundenheit mit Gießen zu erkennen, das ihm dem geborenen Thüringer, in der jahrzehntelangen Zeit seines hiesigen Wirkens zur zweiten Heimat wurde. Allen, die Hermann Elle als Arbeitskameraden und als Menschen kennenlernten, bleibt er trotz der heute räumlichen Entfernung stets in bester Erinnerung, und daß auch er selbst sich mit dem Gießener Anzeiger und seinen früheren Arbeitskameraden innig verbunden fühlt, zeigt das vorstehende Bild des Jubilars beim Studium feiner ihm liebgewordenen Heimatzeitung. Mit unseren herzlichen Glückwünschen an den langjährigen Kameraden und Mithelfer am gemeinsamen Werk verbinden wir die Hoffnung, daß ihm noch manches Jahr eines schönen Lebensabends beschieden sein möchte. Bildbericht aus dem Zirkus Busch. t 9 w Links oben: Vor dem Haupteingang zum Zirkus auf dem Platz vor dec Volkshalle. Rechts: Die prächtigen Königstiger zeigen ihre Kunst. Links unten: Blick in die Manege während der Aufführung der Pantomime „Die Rache des Kalifen!" Familienzuwachs im Exotenstall des Zirkus Busch! Das Pressebureau des Zirkus I. Busch teilt mit: Einen erfreulichen Zuwachs hat in diesen Tagen die Menagerie des Zirkus I. Busch zu verzeichnen gehabt. Zwei Kamele haben Junge geworfen. Zartwollig und sanft stehen die Tierchen da und lassen sich bestaunen und streicheln. Der Fall, daß Kamele auf der Reise geboren werden, ist überaus selten. Besonders die Jugend wird sich für diesen Zuwachs sehr interessieren. Preisergebnisse auf der 1. Reichsnährstandsausstellung in Erfurt. Preise im Milchwirtschafisverband Hessen. So wie es seit Jahrzehnten bei den Ausstellungen der Deutschen Landwirtschafts - Ausstellung üblich war, findet auch bei der ersten Reichsnährstandsausstellung in Erfurt eine Prämiierung der Tiere und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse statt. Bisher liegen die Prämiierungsergebnisse für einen Teil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor. Davon erhielten aus dem Milchwirtschaftsverband Hessen (wir geben insbesondere die Preisträger aus unserer engeren Heimat wieder) erste Preise: 3m Preisbewerb für Milch: Molkerei e. G. m. b. H., Alsfeld (Hessen), R. H u w e, Büdingen (Oberhessen), Hch. P. Luft, Düdelsheim (Büdingen-Oberhessen-Land), Molkerei e. G. m. b. H., Echzell, Gebr. Grieb, Gießen, Universitätsversuchsgut Gießen, Karl Knauer, Hühnerhof bei Gettenbach (Büdingen- Oberhessen-Land), Milchzentrale e. G. m. b. H., Rieder-Wöllstadt (Oberhessen), Wilhelm Hartmann Loth, Ossenheim bei Friedberg (Hessen), Molkerei e. G. m. b. Sy, Reichelsheim (Wetterau), Molkerei e. G. m. b. H., Schotten (Oberhessen), Anton Meister, Wetzlar, Wilhelm Neumeyer, Winnerod (Gießen- Land). Preisbewerb für ungesalzene Butler: Molkerei e. G. m. b. Sy, Alsfeld (Hessen), Molkerei e. G. m. b. Sy, Groß - Felda (Oberhessen), Molkerei e. G. m. b.H., Riebermoos (Oberhessen). Maler- und Weitzbindermeister tagen in Gießen Don dem ersten Jnnungsführer der Pflichtinnung der Maler- und Weißbindermeister Gießen-Stadt und -Land, Pg. Stüh l er, gehen uns aus Anlaß des 7. Landesverbandstages des Rhein-Mainifchen Maler- und Tünchermeister-Derbandes am 2. und 3. Juni in Gießen folgende Ausführungen zu: Das Handwerk, insbesondere das Malerhandwerk, hat eine jahrtaufende alte Geschichte und Tradition. Schorf bei den alten Aegyptern, vor Christi Geburt, stand die Malerei in hohem Ansehen. Bei den Griechen und Römern, bei allen Völkern, die in dem Altertum Weltruf erlangten, treffen wir immer wieder auf die damals schon hochentwickelte Malkunst. Wenn man bedenkt, mit welch primitiven Mitteln der Mensch in diesen Zeiten arbeiten mußte, keine Chemie und keinerlei Hilfsmittel der heutigen fortschrittlichen und technisierten Zeit kannte, der wird immer wieder erstaunt sein, daß uns ihre Arbeiten bis zum heutigen Tage, wenn auch nur zum Teil Bruchstücke davon, erhalten geblieben sind. Das Mittelalter, die Zeit der Zünfte, sah das Handwerk.auf seinem Höhepunkt. Richt nur, daß Qualitätsarbeit und" Leistungsprinzip, zwei Dinge, die vielen Handwerksmeistern der heutigen Zeit vollständig fremd find, das Höchste und Heiligste war, nein, auch Standesbewußtsein und Berufsehre waren Dinge, die in dem Leben der Zünfte fest verankert waren. Weh dem, der gegen die einfachsten Gesetze verstieß. Kollegiales Empfinden und Verstehen, Unterstützen und Zusammenarbeiten zwi- sch»n den Mitgliedern, zwischen Meister, Gesellen und Lehrlingen war nie so stark entwickelt, als zu Zeiten der Zünfte. Und wir können mit Recht sagen, die Zünfte waren das Rückgrat der damaligen Städte und Staatengebilde. Dann kam die Zeit des kapitalistischen Einflusses von außen her und zerstörte langsam aber sicher das feste Gefüge der Berufsgruppen. Denn nur dann, wenn es gelang, die festgefügten Verbände zu zerschlagen, konnte der anderen Weizen blühen. Man sah in den letzten Jahren mit Schrecken, daß dies weitgehendst gelungen war. Roch ein zweites kam hinzu: die schrankenlose Gewerbefreiheit! Was zu Zeiten der Zünfte unmöglich war, wurde nun unter der Auswirkung des Liberalismus zur Tatsache. Ob der eine oder andere diesen oder jenen Beruf gelernt hatte, blieb ganz gleichgültig, jeder konnte ein Geschäft beginnen, das ihm gerade zusagte. Und hier lag die Wurzel allen Nebels. Woher will der Nichtfachmann Qualitätsarbeit kennen? Woher Standesbewußtsein und Berufsehre nehmen, die ihm völlig fremd find? Nur der ist stolz auf seinen Beruf und nur dem sind diese Dinge alle in Fleisch und Blut übergegangen und daher heilig, der eben in seinem Beruf von der Pike auf gelernt und sich weiter gebildet hat. Wir mußten im Handwerk in dem letzten Jahrzehnt sehen und sehen es heute noch, wie Ichsucht und Egoismus sich breitmachten und jeder nur an sich selber dachte. Wir wollen auch im Malerhandwerk den wahren Lebensspruch gelten lassen: „Leben und leben lassen" und zwar denjenigen, der es durch ordnungsmäßige Ausbildung zur Meisterschaft gebracht hat, so, wie dies auch in den idealen Zeiten der Zünfte der Fall war. Das Malerhandwerk war von jeher dazu berufen, durch die Farbe, sei es im Straßenbild, sei es im Jnnenraum, Freude in das irdische Leben seiner Mitmenschen hineinzutragen. Durch den wirtschaftlichen Niedergang während der letzten 15 Jahre ist diese frohe Stimmung durch den Mangel an Arbeitsmöglichkeiten sehr getrübt worden. Aber seit der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus, durch unseren Führer und Dolkskanzler Adolf H i 1- ler, blickt das gesamte Handwerk und nicht zuletzt das Malerhandwerk voll fester Zuversicht in die Zukunft. Und wir wollen alles daran setzen, um der Aufbauarbeit der Regierung zum vollen Erfolg zu verhelfen. Unter diesem Gesichtspunkte sei dem 7. Landesverbandstag des Rhein-Mainischen Malerund Tünchermeister-Verbandes ein voller Erfolg be- schieden. Für den Landesverbandstag sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Am Samstag, 15.30 Uhr, findet eine Obermeistertagung im Hotel Prinz Carl statt; um 20.30 Uhr finden sich die Kollegen zu einem Begrüßungsabend der Maler-Pflichtinnung Gießen im Cafe Leib ein. Der Sonntag, 3. Juni, bringt um 9 Uhr die Arbeitstagung, den Rhein- Mainifchen Malertag.' Für den Sonntagnachmittag ist die feierliche Lossprechung einer Anzahl Lehrlinge vorgesehen. Ein gemütliches Beisammensein beschließt im Restaurant Liebigshöhe die Tagung. Gieftener Woche«iinarktp reise Gießen, 31. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter das Pfund 145 bis 150, Landbutter 130, Kochbutter 110, Käse das Stück 4 bis 10, Eier Kl. S 10*/2, Kl. A 10, Kl. B 9Vs, Kl. C 9, Kl. D 8, Wirsing, grün, das Pfund 15 bis 20, gelbe Rüben das Bund 20, Spinat das Pfund 10 bis 12, Römischkohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 30 bis 35, Spargel 35 bis 40, Erbsen 35 bis 40, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln 3Vr (Zentner 320 bis 330), Aepfel 20 bis 30, Kirschen 30 bis 40, Erdbeeren 60 bis 70, junge Hahnen das Stück 70 bis 90, Tauben 50 bis 60, Blumenkohl 50 bis 55, Salat (3 Stück) 20 bis 25, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen das Bund 8 bis 10 Pf. Bornorrzen. — T a g e s k a l e n d e r für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Der schwarze Wal- isch". — Fachschaft „Höhere Schule, im NSLB., Kreis Gießen, 17 Uhr, Physikalisches Institut des Realgymnasiums, Experimentalvortrag von Dr. Heußel. — Marine-Verein, 20 Uhr, Cafe Leib, Skagerrak-Gedenkfeier. — Zirkus Busch, 15.30 und 20.15 Uhr. Volkshallenplatz, Vorstellungen. * ** Gießener Künstlerin nach Wilhelmshaven verpflichtet. Fräulein Gretel Sälzer, eine Gießenerin, wurde für die kommende Spielzeit als erste Kraft für Oper und Operette an das städtische. Theater zu Wilhelmshaven verpflichtet. Die junge Künstlerin, hervorgegangen aus der bekannten hiesigen Gesangsschule Heermann, begann ihre Laufbahn im vergangenen Jahre am Landestheater zu Neustrelitz mit vollem Erfolg. ** Tödlicher Unfall a u f der Land- i r a ß e. Gestern nachmittaa ereignete sich auf der Landstraße zwischen Klein-Linden und Dutenhofen em verhängnisvoller Verkehrsunfall. Der 28jährige Hans Laberenz, der auf feinem Motorrad zwei Kraftwagen überholen wollte, stürzte dabei o schwer, daß er einen schweren Schädelbruch er- itt und sofort in die Chirurgische Klinik nach Siezen eingeliefert werden mußte. Der bedauernswerte unge Mann erlag bereits eine halbe Stunde nach einer Einlieferung den erlittenen schweren Verletzungen. Der Unfall ist um so tragischer, als der Verunglückte erst vor wenigen Tagen heiratete. ** Unfall im Bahnhof. Im Bahnhof Gie- zen ereignete sich in der vergangenen Nacht ein chwerer Unglücksfall. Der 44 Jahre alte Bauschloser Heinrich Rohn aus Wieseck erlitt bei seiner Arbeit an einer Lokomotive durch ausströmenden Dampf so schwere Brandwunden am Kopf, am Rücken und an den Armen, daß er sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. ** Verkehrsunfall. Gestern mittag ereignete sich an der Ecke Frankfurter Straße-Liebig- straße ein Derkehrsunfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Ein mit Dielen hochbelade- nes Pferdefuhrwerk wollte aus der Frankfurter Straße in die Liebigstrahe einbiegen, als plötzlich der Wagen, der allem Anschein nach der allzu schweren Last nicht gewachsen war, in sich zusammenbrach, so daß die hohe Ladung auf den Fußsteig fiel. Zum Glück war der Fußsteig gerade frei, so daß Menschenleben nicht zu Schaden kamen. Auch die beiden Pferde sind heil davongekommen. ** Straßensperrungen. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der Hollerweg zwischen Frankfurter Straße und Bahngelände und der Aulweg zwischen Wilhelmstraße und Leihgesterner Weg vom 31 Mai 1934 ab auf die Dauer von 14 Tagen für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Schöffengericht Gießen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit der E. G. aus Butzbach, die in ihrer Eigenschaft als Wirtin ihre Serviermädchen veranlaßte, mit Gästen unsittliche Beziehungen zu unterhalten. Wegen Kuppelei wurde die Angeklagte zu zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Die Kosten des Verfahrens trägt die Angeklagte. Ein Mädchen aus Köln spiegelte ihre Zahlungsfähigkeit vor und mietete in einer hiesigen Pension ein Zimmer, ohne dasselbe zu bezahlen. Bei dieser Gelegenheit nahm sie aus einer Handtasche 5 Mark. Unter Einbeziehung einer Strafe von 6 Wochen erkannte das Gericht auf 5% Monate Gesäng-- n i 5. Nationalsozialistischer Staat und Fliegerei. Gedanken zur Lustfahrt-Werbewoche 1. —8. Juni 1934. Es ist auf der einen Seite eine bezeichnende Er- cheinung, jedes beliebige Thema mit dem National- ozialismus in Verbindung zu bringen, wie es auf )er anderen Seite für die Kraft nationalsozialisti- chen Ideengutes zeugt, daß wenigstens der Ver- uch gemacht wird, die Werte nationalsozialistischen Denkens in allem Geschehen unserer Tage zu erkennen und zu fördern. Nationalsozialismus unb Fliegerei — das eine eine Weltanschauung, das andere ein Segriff, hat in dieser engen Verbindung eine Berechtigung, wie wohl feiten etwas. Das hat seine natürlichen Gründe. Denn die Fliegerei als solche, baut ihre gesamten Leistungen einzig und allein auf den einzelnen Menschen und in der Zusammenfassung der Cinzelleistung auf der Gemeinschaftsleistung auf. Würde die Luftfahrt wohl je eine solche Entwicklung genommen haben bis zum Kriegsausbruch, wenn es nicht das zähe Ringen der Pioniere der Fliegerei gegeben hätte. Würde wohl je die Kriegsliegerei zu solchen unsterblichen Taten gekommen ein, wenn es anders gewesen wäre? Würde die leutsche Sportfliegerei nach dem Kriege und insbesondere nach der nationalsozialistischen Revolution solche Aufgaben zu lösen in der Lage gewesen sein, wenn nicht der Mensch mit seinen wirklichen Werten ausschlaggebend geblieben wäre? Gerade hier kann man wohl sagen, daß die Fliegerei vollkommen unbewußt und ohne jede Erkenntnis den Nationalsozialismus vorausgelebt hat. Nicht allein das Fronterlebnis unserer Kriegsflieger ist dabei das Entscheidende; denn sie standen unseren Brüdern im Schützengraben vollkommen gleich in dem eisenharten Willen, sich und damit Volk und Heimat zu verteidigen. Was ungleich viel wertvoller ist und rückschauend schon als Nationalsozialismus bezeichnet werden darf, ist, daß die physische Kraft unserer Kriegsflieger zu ihren unsterblichen Taten sich aufbaute auf der sauberen menschlichen Leistung selbst des einfachsten Mannes bei der Vorbereitung neuer Flüge. Was wäre ein Flieger im Kriege gewesen und was würde ein Flieger heute noch fein, wenn er sich nicht felsenfest darauf verlassen könnte, daß seine Monteure und das sonstige Personal nicht alles getan hätten und tun würden, um einen Flug so sicher zu gestalten, wie es eben möglich ist, um der ewigen Sehnsucht des Menschen, Herr auch der Luft zu sein, zu entsprechen. Es erscheint die Aufgabe der deutschen Sport- fhegerei im Aufbau der Nation als eine ganz besondere, weil das Versailler Diktat und die späteren Abkommen von London und Paris es jiid)t ermöglichen, daß der Staat eine Fliegerei unterhält, oder auch nur Mittel zur Unterhaltung des Betriebes zuweist. Wenn die deutsche Sportfliegerei den Geist unserer unsterblichen Richthofen und Boelcke tief in die Herzen unserer Heranwachsenden Jugend hineinpflanzen soll, so zeigt sich die Größe der Aufgabe angesichts dieser materiellen Beschränkung erst im rechten Licht. Darum hat der Appell an das deutsche Volk, seine Opferwilligkeit und Opferbereitschaft in der Luftfahrt-Werbewoche zu beweisen, eine ganz große Berechtigung; er gibt aber auch jedem einzelnen für feine Opferbereit* schäft und für seine Opfer das stolze Gefühl, durch seine Hilfe an einer Aufgabe praktisch mitgearbeitet zu haben, die durch ihren hohen Idealismus ein wirklicher Träger nationalfozia list ischeu Denkens, Fühlens und Wollens ist. Am Mittwochnachmittag fand hier im Matthäus- aal eine Tagung des Evangelischen Männerwerks, Bezirk Oberhessen statt. Die Verhandlungen wurden durch Lied und Gebiet eingeleitet. Dekan Scriba (Nidda) begrüßte als Leiter der Abteilung „Dorskirche" im Evangelischen Männerwerk Oberhessen die erschienenen Obleute und Gäste. Auch aus dem Bezirk Nassau nahmen verschiedene Vertreter teil. Pfarrer Paluk (Berlin), Reichsführer der Abteilung Bauern- und Landgemeinden im Evangelischen Männekwerk, sprach über die „Aufgaben der Dorfkirchenbewegung in der Kirche im Rahmen des Evangelischen Männerwerks". Der Redner schilderte zunächst das kirchliche Leben in seinem seitherigen Wirkungskreis Ostpreußen, sowie die dortigen kirchenpolitischen Verhältnisse. Er wies insbesondere auf das dort bestehende Vertrauensverhältnis der evangelischen Organisationen hin. Volkstum und Evangelische Kirche seien in Ostpreußen in einer Person vereinigt, was für die Arbeit der Kirche von besonderem Vorteil sei. Zur Dorfkirchenbewegung übergehend, schilderte der Redner die Verhandlungen der letzten Reichstagung, erläuterte dann die Stellungnahme der Dorfkirchenbewegung zur Reichskirche und zum Evangelischen Männerwerk. Auf dieser Reichstagung sei der Eintritt der Dorfkirchenbewegung in das Evangelische Männerwerk beschlossen worden. Das Evangelische Männerwerk sei von der Reichskirche anerkannt, seine gesetzliche Verankerung erfolge demnächst in der neuen Reichskirchenoer- sassung. Die Evangelischen Männervereine der verschiedensten Art müßten unter Ausgabe des Der- einscharakters im Evngelifchen Männerwerk auf» geben, das die Organisation sei, in der sich alle evangelische Männerarbeit vollziehe. Im Evangeli- ichen Männerwerk könnten kirchenpolitische Richtungen nicht aufkommen. Das Männerwerk ver- ankere sich in der Gemeinde. Es käme bei der Be- wegung weniger auf die Zahl, wie auf die Quali» tat der Mitarbeiter an. Die Arbeit des Männerwerks könne nur da gedeihen, wo bibelfeste Gemeinden vorhanden seien. Im zweiten Teil seines Vortrags sprach der Redner über Dorfkirchenbewegung und Bauerntum. Er schilderte kurz die Stellung Luthers zum Bauerntum, sprach dann von der Bedeutung des Letz- teren und der Notwendigkeit, daß die evangelische Kirche die Lage des Bauerntums erkenne. Als Kirche Martin Luthers bestehe für diese die Pflicht, Verständnis für die Lage des Bauerntums aufzubringen. Dadurch sei es auch möglich, die Sehnsucht des Bauern nach Gott zu erfassen. In der Aussprache bat zunächst Dekan Scriba (Nidda) für die Abteilung „Dorfkirchenbewegung Oberhessen" im Evangelischen Männerwerk um treue Gefolgschaft. Verband sfekretär Läufer (Darmstadt) sprach kurz über wichtige Organisationsfragen. In der weiteren Aussprache wurde von einem Vertreter aus der Wetterau auf die innige Verbindung des Landvolkes mit der Kirche hingewiesen. Der Bauer sei standhaft in seinem Glauben. Von anderer Seite wurde $um Ausdruck gebracht, daß es wünschenswert fei, die seitherigen Kirchen- gemeinbeuertreter zur Mitarbeit heranzuziehen. Weiter wurde eine weitgehende Verbreitung des Evangelischen Mänyerwerks und der Zeitschrift „Mann und Kirche" als wünschenswert bezeichnet. Am Schluß der Tagung wurde folgende Resolu- tion gefaßt: „Die Obmänner des Deutschen Evang. Männerwerks in der Propstei Oberhessen grüßen den Landesbischof von Nassau-Hessen Lic. Dr. Diet - r i ch und danken ihm. für reges Interesse an der Arbeit des Evangelischen Männerwerks. Sie geloben ihm, in allen Gemeinden treu zu arbeiten für Volk und Kirche, Männer zu gewinnen für den Herrn der Kirche und Gemeinden, den lebendigen Christus, die in Haus, Stand, Nachbar- schäft und Gemeinde ine Kirche bauen aus der Kraft des Evangeliums." Wollannahmestelleu im Bereich der Landesbauernschast Hessen-Nassau. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau gibt bekannt: Der Landes-, verband hat folgende Wollaufnahmestellen errichtet, in welchen Wolle kleinerer Schafhalter im Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau abgeliefert werden kann: Firma Karl Jungbluth, Dierdorf, Kreis Neuwied; Firma Luise C h r i st m a n n, Weilburg a. d. L., Limburger Straße Nr. 6; Firma Karl Hadermann, Butzbach, Hessen; Firma Peter Hoffmann, Steindorf bei Wetzlar; Firma rzr. Sänger, Brandoberndorf, Kreis Ufingen; »i™ und H. Schmidt, Katzenellnbogen, Kreis Limburg; Firma Heinrich B e p p l e r, Lang- Göns, Kreis Gießen; Firma Karl Berg, Lang- Göns, Kreis Gießen; Firma Adolf Godofar, Nordeck; Firma G. A. Marr, Goldmühle bei Frohnhausen a. d. L.; Firma Theodor Weigel, Biedenkopf; Firma R. Ritter, Laubach, Kreis' Schotten; Firma E. Ritsche, Wiesbaden, Marktplatz 5. Versammlung des Hessen-Nassauischen Gemeindetages in Darmstadt. LPD. 2) ar m ft a b t, 30. Mai. Der Hessen- Nassauische Gemeindetag hielt heute eine Tagung der ihm angehörenden Großstädte des Rhein-Main-Gebietes ab. Die von Bürgermeister Linder, dem Vorsitzenden des Gemeindetages, einberufene Versammlung wurde von Oberbürgermeister Wamboldt als Leiter der gastgebenden Gemeinde im großen Saal des Darmstädter Rathauses eröffnet. Oberbürgermeister Wamboldt begrüßte die Vertreter der rhein-mainischen Städte und betonte, daß die Tatsache, diese Versammlung gerade in Darmstadt anberaumt zu sehen, als sinnbildlicher Ausdruck für die Einmütigkeit der Gemeinden des rhein-mainifchen Gebietes angesehen werden dürfe. Es werde heute eine Zusammenfassung der rhein-mainischen Städte ins Leben gerufen, welche sich in der fruchtbarsten Weise zum Segen aller beteiligten Kommunalverwaltungen auswirken solle. Wenn es ohnehin seit der Umstellung der öffentlichen Gebarung durch die nationalsozialistische Revolution auch auf dem Gebiet kommunaler Verwaltung nicht mehr angängig sei, die öffentlichen Geschäfte einfach aus sich selbst gehen und treiben zu lassen, so sei dies um so weniger angängig, nachdem durch den einheitlichen Gemeindetag eine Einrichtung geschaffen sei, welche allen beteiligten kommunalen Verwaltungen die Möglichkeit wechselseitiger Fühlungnahme und wechselseitiger Anregung zu bewußt fortschrittlicher Entwicklung gibt. In diesem Sinne sprach er die Hoffnung auf ein gedeihliches Arbeiten der Tagung aus, welcher er gleichzeitig einen guten Verlauf wünschte. Bürgermeister Linder- Frankfurt dankte für die gastliche Aufnahme des Gemeindetages im Darmstädter Rathaus. Mit einem Hinweis auf das Gesetz über den Deutschen Gemeindetag. in welchem bereits die Bildung von Kreis- und Bezirksabteilungen vorgesehen sei, begründete er die auch gesetzlich unterlegte Daseinsberechtigung des Hessen-Nassauischen Gemeindetages. Er leitete die eigentliche Tagung sodann mit einem kurzen Vortrag über neue organisatorische Maßnahmen auf dem Gebiet kommunaler Verwaltung ein. Die weitere Tagungsfolge brachte wertvolle fachliche Beiträge zu den verschiedensten Verwaltungszweigen von berufenen Vertretern der einzelnen Gemeinden. Jeder dieser in knapper Zusammenfassung inhalt- reichen Vorträge löste einen lebhaften Wechsel von Meinungsäußerungen und Fragen aus. Die an diesen Erörterungen wesentlich beteiligten Städte Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Gießen, Wiesbaden, Mainz und andere waren in der Lage, aus ihrem Erfahrungsreichtum Wertvolles zu Den einzelnen Erörterungen beizutragen. Die sich vom Vormittag bis in den frühen Nachmittag erstreckende Sitzung bedeutete für alle Beteiligten eine wertvolle Bereicherung, so daß am Schlüsse der Wunsch nach einem bald zu wiederholenden Zusammentritt des Hessen-Nassauischen Gemeindetages laut wurde. Bürgermeister Linder gab der Versammlung mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer einen würdigen Abschluß. Tagung der Gas- und Wafferfachleute in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 29. Mai. Der Deutsche Verein v on Gas - und Wasserfachmännern wählte Frankfurt, feinen Gründungsort, zur Feier des 75jährigen Bestehens. Mehr als 1200 Vertreter der deutschen Wirtschaft waren erschienen. Direktor Hartmann (Breslau) konnte am Dienstag zahlreiche Ehrengäste der Regierung, der Partei, her technischen Verbände, sowie die ausländischen Fachorganisationen begrüßen. Mit besonderem Beifall wurden die Vertreter Oesterreichs und des Saargebiets begrüßt. Direktor Hartmann verkündete die Verleihung der höchsten Auszeichnung des Vereins, der Bunsen-Pettenkofer- Ehrentafel für Direktor Holthusen (Hamburg). Sodann wurde der Jahresbericht erstattet. Für Staatssekretär Feder sprach für Reichsbehörden und Parteileitung der Stabsleiter der Witab, Dipl.- fngenieur Seebauer (München). Wenn am .Juni die organisatorischen Maßnahmen bekannt- gegeben werden, die von der Regierung zum Zwecke einer einheitlichen Führung der Energie- und Verkehrswirtschaft angeordnet sind, so wird damit zugleich mit vielen Befürchtungen in Gasfachkreisen aufgeräumt. Die nationalsozialistische Staatsführung befasse sich nicht nur mit dem Problem der Elektrowirtschaft, sondern auch mit dem Gasfach. Der Präsident des Deutschen Gemeindetages, Dr. Ieserich, verbreitete sich über die Zusammenhänge von Gas und Elektrizität unter dem Gesichts- punkte einheitlicher Energiebereitstellung. Gas sei alles andere als eine überholte Energie. Vielmehr ständen ihm, in vernünftigem Wettbewerb mit der Elektrizität, aber auch konkurrenslos auf vielen Gebieten, Verwendungsmöglichkeiten zu, die das ganze Gasfach über seinen heutigen Entwicklungsstand hinausheben müssen. Der Präsident der Internationalen Gasunion, Direktor Escher- Zürich, überbrachte die Einladung an die deutschen Gasfachleute zum internationalen Gaskongreß im September in Zürich. Die Zweigvereine haben ihrem Hauptverein 9000 RM. für die Lehr- und Versuchsgasbacköfen der Bäckereischule Berlin gespendet. Anschließend wurde in die fachliche Tagesordnung eingetreten. Generaldirektor Dr. Rübling- Stuttgart entwickelte die Gesichtspunkte einer planvollen Energiewirtschaft im Interesse der Gesamtheit. Mit Entschiedenheit sei Front zu machen gegen die Meinungen, die die Aufgaben des Gases als überholt oder grundsätzlich durch die Elektrizität als erfüllt ansähen. Für das Gas beständen ebenso wie für die Elektrizität noch unbegrenzte Entwicklungsmöglichkeiten, und es komme nur darauf an, eine Regelung zu finden, durch die beide Energiearten sich nicht mehr unnütz bekämpfen, sondern gegenseitig unterstützen. Die Frage der Tarifreform in der Gaswirtschaft behandelte in einem besonderen Vortrag Direktor Winkler- Frankfurt. Notwendig sei eine gewisse Vereinheitlichung des Tarifsystems mit Preisverbilligung bei steigendem Verbrauch. Dte Preisbildung müsse nicht nur den individuellen Verhältnissen des einzelnen Abnehmers Rechnung tragen, sondern auch dem Verwendungszweck des Gases angepaßt fein. Direktor Wolff - Essen besprach die Einordnung der Gaswirtschaft in die gesamte deutsche Wärmewirtschaft. Er betonte, daß der moderne Gasofen alle Anforderungen der neuzeitlichen Wärmetechnik erfülle. Ein weiterer Vortrag von Oberingenieur M an ser- Hamburg befaßte sich mit der angestrebten Gasgemeinschaft, den Gasvertrieb durch Gemeinschaftsarbeit und hochwertige Gasgeräte. 9Jl.-tfpOTt in Wirtschaft von 1.80 netes Schulmaterial, um ihre Mannschaften, von langer Hand vorbereitet, an die großen Aufgaben heranzuführen. Außerdem ist die Auswahl an wirklich erstklassigen Ruderern, wie sie in anderen Verbandsachterzellen (mitunter 20 bis 30 Mann) zur Verfügung stehen, in unserem Bezirk nicht sehr groß, so daß der Achter als reine Vereinsmannschaft startet. An weiteren Mannschaften kommt ein Jungmannvierer in der Besetzung: 1. E. Meister, 2. Fr. Meister, 3. L. Schmidt, 4. H. Becker heraus, der schon recht ansprechend rudert, außerdem ein Juniorvierer in der Besetzung: 1. Rübsamen, Zugunsten Franz Dederichs, des so schwer verunglückten Kölner Dauerfahrers, haben alle in Köln wohnhaften Rennfahrer beschlossen, einen Renntag im Juni abzuhalten, dessen Gesamt- ertrag dem schwer geprüften Kameraden zufließen soll. Der Oberpräsident der Rheinprovinz wendet sich einem Aufruf an die Wassersporttreibenden, die ten ab Mitte Juni erstmals am Zwei und vier sind Leute vom Verein für Rudersport, der sich dieses Jahr zur Interessengemeinschaft im Sport mit der Gießener Rudergesellschaft 1877 entschlosfen hat. Man hofft, daß sich die Gießener Ruderer ihrer hohen Aufgabe und Ziele bewußt sind und den Namen ihrer Vaterstadt würdig auf den diesjährigen Regatten vertreten werden. Der erste Start des Verbandsachters ist, wie schon berichtet, am kommenden Sonntag in Heidelberg. 2. S e i p p, 3. I u st i n, 4. M ü n ch. Beide Vierer bilden einen Juniorachter und dürf- ' ---- ~ ’ Start erscheinen, erein für Ri ‘ 2. Hellmut Noll 3. Georg Hartmann 4. Willi Becker 5. Frz. Eugen Euteneuer 6. Fritz Weinhold 7. Kurt Georgi 8. Karl T i m p e Steuer: Heinz Loh. Die Mannschaft hat ein Durchschnittsgewicht 80 Kilogramm; eine Durchschnittsgröße von Meter und ein Durchschnittsalter von 23 Jahren. Sie hat sich sehr zur Zufriedenheit ihres Ruderlehrers und Trainers B r a h m entwickelt. Harte und lange Wasserarbeit, ruhiges Vorrollen und schnelles Händewegbringen fallen angenehm auf, kleinere Unebenheiten in Körperarbeit und Blätterdeckung dürften sich im Verlauf des Trainings noch verbessern. Der Achter ist zur Zeit noch nicht in Höchstform, die in etwa drei bis vier Wochen erreicht sein dürfte. Bei einer schweren Mannschaft nimmt die Entwicklung meist längere Zeit in Anspruch, als die einer leichteren Mannschaft, doch lassen die bei den Trainingsfahrten erzielten Zeiten schon sehr Gutes erhoffen. Auch stehen den Gießener Ruderern nicht die Hilfsmittel zur Verfügung, wie in anderen Städten und Vereinen wie: Ruderbassin und geeig- Handball im Gau XII der DT. Aufstiegspiele in der^p-Klasse! Ruttershausen I — Dorlar I 10:4 (4:3). Am Sonntag standen sich obige Mannschaften zu dem fälligen Aufstiegspiel in Ruttershausen gegenüber. Während Ruttershausen beim Vorspiel in Dorlar eine 10:6-Niederlage einstecken mußte, konnte es sich diesmal durch ein umgekehrtes Resultat revanchieren. Dorlar spielte zwar in der ersten Halbzeit mit günstigem Wind, konnte aber nicht verhindern, daß die Platzmannschaft innerhalb einiger Minuten mit drei Toren in Führung ging. Ruttershausen konnte sich dann eine geraume Zeit nicht zurechtfinden. Die Gäste kamen dadurch immer mehr' auf und erzielten sogar den Ausgleich. Die Platzmannschaft konnte jedoch noch vor der Pause durch einen vierten Treffer die Führung wieder an sich nehmen. Nach dem Seitenwechsel war der Platzbesitzer dauernd überlegen . und stellte durch sechs weitere Tore den Sieg sicher. Das Spiel war ein flotter, reibungsloser Kampf, der als einer der besten in den Aufstiegspielen zu bewerten ist. Sievert in großer Torm. Gelegentlich eines leichtathletischen Mannschaft^ kampfes zwischen Eutin und Eimsbüttel zeigte sich der deutsche Zehnkampfrekordmann Hans-Heinrich Sievert in seiner Heimatstadt in einer schon sehr vorgeschrittenen Form. Mit ausgezeichneten Leistungen im Diskuswerfen mit 48,28 Meter, im Kugelstoßen mit 15,05 Meter, im Speerwerfen mit 62,50 Meter, im Weitsprung mit genau 7 Meter und im Hochsprunq mit 1,80 Meter holte Sievert für Eutin die meisten Punkte heraus. Don einer sehr guten Seite zeigte sich auch der als Gast teilnehmende Mehrkämpfer Stöck vom SC. Char- iottenburg, der außer Wettbewerb im Diskuswerfen cftif 46 Meter, im Speerwerfen auf 62,28 Meter und im Kugelstoßen auf 13,98 Meter kam. Nmiderlaß der Neichsftelle für Devisenbewirtschaftung. Einem Wunsche der Rüchsbank entsprechend wird angeordnet, daß die Dringlichkeitsbescheinigungen bei Rembourszahlungen bereits bei Eröffnung neuer Rembourskredite vorgewiesen werden. Als Eingehung einer Rembourskreditverpflichtung gilt dabei sowohl der Auftrag an den ausländischen Lieferanten, für Rechnung des Importeurs auf die ausländische Remboursbank zu ziehen, wie die Ziehung auf eine solche Bank, die der Importeur selbst oder für feine Rechnung die vermittelnde inländische Bank vornimmt. Ohne Bedeutung ist es, ob die Rembourse zu den Kreditlinien des deutschen Kreditabkommens gehören oder ob neue Rembourse bereitgestellt werden. Die Dringlichkeitsbescheinigung ist ohne Rücksicht auf den Wochenbetrag von 10 000 Mark oder auf die bei der Einfuhr von Baumwolle wöchentliche Freimenge erforderlich. Hiernach ist für alle Rembourskredite eine Dringlichkeitsbescheinigung erforderlich. Die Banken haben deshalb allgemein die Dringlichkeitsbefcheini- gung bereits für die Eröffnung des Kredites zu verlangen, die auf Antrag von den Uebermachungs- ftellen nach Prüfung gegebenenfalls erteilt wird. Mit einer Genehmigung der Reichsbank oder einer Devisenstelle zur Abdeckung von Krediten, die bei der Einfuhr von solchen Waren in Anspruch genommen worden sind, die durch die Ueberwachungs- stelle bewirtschaftet werden, kann in Zukunft nur gerechnet werden, wenn dem späteren Antrag neben dem Remboursbescheid auch die Dringlich k e i t s b e s ch e i n i g u n g einer Neber- wachungsstelle beigefügt wird. Anträge auf Abdeckung der Kredite sind bei alten Rem- | bourfen an die Reichsbank, bei neuen Remboursen 1 an die zuständige Devisenstelle zu richten. * Anordnung der Neberwachungs- stelle für Felle und Häute. Dom 1.Juni 1934 ab dürfen Verarbeiter von Waren der Nr. 153 des deutschen Zolltarifs mit Ausnahme von Leimleder, Fellen und Häuten zur Lederbereitung roh, auch enthaart und gespalten, jedoch nicht weiter bearbeitet, sowie Teile von solchen Fellen und Häuten nur einkaufen oder zur Lohnveredelung in Auftrag nehmen, soweit ihnen dazu von der Ueberwachungs- stelle für Felle und Häute die Genehmigung erteilt ist. Allgemeine Genehmigungen für die Zeit bis zum 30. 9. 34 gehen allen Verarbeitern der obengenannten Waren, die der Ueberwachungsstelle ausgefüllte Fragebogen übersandt haben, ohne besondere Anforderung in den nächsten Tagen zu. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 30. Maü Die Börse war weitgehend geschäftslos und hatte eine überwiegend schwächere Tendenz. Der Abschluß der Transfer- Verhandlungen hinterließ kaum einen Eindruck, vor allem vermochte er nicht die Zurückhaltung wegzunehmen, die nunmehr schon seit einigen Wochen die Börse belastet. Trotzdem war ein freundlicher Unterton unverkennbar, wobei die neuerlichen günstigen Industrie-Abschlüsse etwas anregten. Vor dem Ultimo erfolgten hier und da noch kleine Glatt- ftellungen, die bei der herrschenden Geschäftslosigkeit naturgemäß auf das Kursniveau drückten. Einige Spezialpapiere lagen ausgesprochen schwach. So ganz besonders am Elektromarkt Schuckert, in denen eine größere Verkaufsorder abgewickelt wurde und die den Kurs um ca. 5 v H. drückte; Siemens verloren 1,50 v. H., während im übrigen die Kurse ziemlich behauptet waren. Bekula konnten sogar 0,40 v. H. anziehen. Stärker abgeschwächt waren außerdem Conti Gummi mit minus 3,50 d. H. und am Schiffahrtsmarkt Nordd. Lloyd, die 2,25 v. H. verloren. Meist schwächer lag--auch der Das Training der Gießener Ruder- gesellschast 1877. Nachdem Anfang Mai der zum Derdandsachter ernannte Seniorachter der GRG. 1877 komplett wurde, ein Mann war bis zu dieser Zeit im Arbeitsdienst der NSDAP., fährt die Mannschaft nunmehr in folgender Besetzung: 1. Werner Flimm leider allzu leicht sportliche Disziplin vermissen lassen. In dem Aufruf heißt es: „Nachdem mit Beginn der ersten warmen Tage sogleich der Wassersport auf dem Rhein und feinen Nebenflüssen eingesetzt hat, mußte leider schon gleich, die Feststellung gemacht werden, daß sportliche Disziplin und Rücksichtnahme auf die Berufsschiff- fahrt bei vielen Sporttreibenden offenbar unbekannte Begriffe sind. Ich habe bereits im vorigen Jahr Veranlassung genommen, dieserhalb eine ernste Mahnung an unsere Wassersportler zu richten und will mir die Wiederholung von Einzelheiten versagen. Ich spreche jedoch die bestimmte Erwartung aus, daß im kommenden Sommer unerfreuliche Auswüchse des Wassersports, insbesondere Be- läftigungen der Schiffahrt und des Publikums durch Paddler und Schwimmer, unterbleiben. Es sollte z. B. für jeden ehrlichen Wassersportler eine Selbstverständlichkeit sein, fahrenden Schiffen rechtzeitig auszuweichen und sich ohne Erlaubnis des Schiffers nicht an fahrende Schiffe anzuhängen. Falls aber dieser Hinweis nicht genügt, bei allen Wassersportlern den Gedanken der Selbstzucht erneut zu Ehren zu bringen, werde ich gezwungen sein, noch schärfer als im Vorjahre durch polizeiliche Maßnahmen derartige Auswüchse zu unterbinden." Der Kanusport im Olympia-Programm Der Präsident der Internationalen Repräsentation für Kanusport (IRK.), Dr. Max Eckert (München), wird dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele vorschlagen, in das Programm der Wettspiele 1936 in Berlin folgende Kanurennen aufzunehmen: Einerkajak, Zweierkajak über eine Rennstrecke von 1000 Meter. Einerfaltboot und Zweierfaltboot über eine Rennstrecke von je 10 Kilometern. Die Aufnahme von Rennen im Kanadier wird sich kaum ermöglichen lassen, da in dieser Bootsart eine genügende Beteiligung kaum zu erwarten ist. Kurze Sportnotizen. Cilly Äußern schlug bei den französischen Tennismeisterschaften in Paris im letzten Achtel- final-Spiel zum Dameneinzel die Engländerin Stammers mit 6:4, 6:2 und erreichte damit gleichfalls die Vorschlußrunde, in der sie auf die Engländerin Scrioen trifft. 250 000 Mark betrug die Gefamteinnahme der acht am Sonntag in Italien ausgetragenen Vorrundenspiele um Die Weltmeisterschaft. Mit 300 000 Lire war das Spiel Schweiz — Holland das einträglichste Treffen, am schlechtesten schnitt das Spiel Deutschland gegen Belgien mit nur 50 000 Lire ab. Deutschlands Elf gegen Schweden. Der Deutsche Fußball-Bund hat für das am heutigen Donnerstag ftattfinbenbe Zwifchenr.unbenfpiel um bie Weltmeisterschaft, bas unsere Vertreter im Stabion San Siro in Mailanb mit Schweben zusammenführt, folgenbe Mannschaft gestellt: Kreß (Dresben); Haringer (München), Busch (Duisburg); Grämlich (Frankfurt), Czepan (Schalke), Cielinfki (Hamborn); Lehner (Augsburg), Hohmann (Benrath), Conen (Saarbrücken), Siffling (Walbhof), Kobierfki (Düffelborf). Die Mannschaft hat bis auf zwei Posten bas gleiche Gesicht wie am Sonntag in Florenz. An Stelle bes Hamburgers Schwarz würbe Busch in bie Verteibigung gestellt unb für Janes, ber sich einen Furunkel zugezogen hat, spielt ber von seiner Verletzung mieber genesene Frankfurter Grämlich auf bem rechten ßäuferpoften. Deutsche Reiter in Warschau. Zum ersten Male nach dem Kriege wird bei dem diesjährigen Internationalen Reit- und Spring- Turnier in Warschau, das in der Zeit vom 1. bis 11. Juni stattfindet, eine offizielle deutsche Reiter- mannschaft unter Führung von Oberstleutnant Freiherr von Waldenfels teilnehmen. Die Bedeutung dieser ersten offiziellen Beteiligung einer deutschen Offiziers-Equipe an dem Turnier in Warschau wird noch dadurch besonders unterstrichen, daß auch der Kommandeur der Kavallerieschute Hannover, Generalmajor Freiherr von Dal- rn i g k, die deutsche Mannschaft begleiten wird. Für die Reise nach Warschau sind Rittmeister M o m m , die Oberleutnants Ernst und Kurt Hasse sowie Brandt bestimmt. Insgesamt werden den deutschen Offizieren 15 Pferde zur Verfügung stehen, und zwar: Bosko, Winzige, Benno, bie Rittmeister Momm reiten wirb; Debo, Chef, Raubritter und Bismarck mit Oberleutnant Ernst Hasse; ber Mohr, Olaf, Friederikus mit Dberlt. Kurt Hasse, ferner Tora, Baccarat, Balmung unb Kosak mit Obtt. SBranbt,. unb als Reserve Hein. Eine wertvolle Unterstützung erfährt die deutsche Equipe durch die Teilnahme des Stalles Georgen. Der bekannte deutsche Springreiter Axel Holst wird auf den Pferden des Stalles Georgen: Ahnherr, Egly, Bianka, Sachsenwald und Nurmi ein gewichtiges Wort bei den internationalen reiterlichen Konkurrenzen in Warschau mitzusprechen haben. Waffersporttreibende' Sportliche Disziplin ift erste Pflicht! Montanmarkt bet Rückgängen bis zü f v. H., nm? Rhein. Braunkohlen konnten sich um 1 v. H. be- estigen. Sehr widerstandsfähig erwies sich der Chemiemarkt, an dem Farbeninduftrie, Scheibe- anftalt und Th. Goldschmidt gut behauptet blieben. Metallgesellschaft bröckelten 0,25 v. H. ab. Im einzelnen gaben Daimler 0,75 v. H. Deutsche Linoleum 0,25 v. H. und Hapag 0,40 v. H. nach, Reichsbank, Südd. Zucker und Cement Heidelberg lagen behauptet. Am Rentenmarkt neigten die Kurse gleichfalls zur Schwäche, und zwar verloren Neubesitz 40 Pf., Altbesitzanleihe 0,25 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. und Stahlverein- Obligationen 0,40 v. H. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstilte ziemlich an, doch zeigten die Kurse Ansätze zu einer leichten Erholung. Schuckert waren etwa 1 v. H. erholt, auch Nordd. Lloyd zogen um 0,50 v. H. an und Phönix gewannen 0,25 v. H., im übrigen blieben die Anfangskurse gut behauptet. Etwas fester lagen noch am Kunstseidemarkt Aku mit plus 0,75 v. H. Deutsche Anleihen waren später etwas erhöht, Neubesitz galten 17,55 nach 17,30, Altbesitz 96,40 bis 96,65 nach 96,25 v. H. Etwas Nachfrage bestand für Wiederaufbauzuschläge zu 54,75 bis 55 v. H. Der Pfandbriefmarkt blieb fast unverändert. Stadt- anleihen lagen uneinheitlich, wobei Abschwächungen bis zu 1 v. H. überwogen. Schweiz. Bahnanleihen lagen weiter fest, und zwar um ca. 2 v. H., die Nebenwerte gewannen 3 bis 4 v. H. Tagesgeld war zwar um 0,25 v. H. auf 3,75 v. H. erhöht, der Markt war aber verhältnismäßig leicht. Abendbörfe still. Frankfurt a. M., 30. Mai. Die Abendbörfe wies allgemein nur kleinste Umsatztätigkeit auf, da seitens der Kulisse noch Zurückhaltung bestand, zumal Aufträge aus Kundfchaftskreisen fehlten. Die Haltung war jedoch nicht unfreundlich und die Berliner ^chlußkurfe lagen überwiegend gut behauptet, teilweise konnten sie sich auch bis zu 0,75 v. H. erhöhen. Etwas Interesse bestand weiterhin für Farbeninduftrie, die nach unveränderter Eröffnung im Verlaufe 0,25 v.^H. gewinnen konnten. Auch Far- ben-Bonds waren weiter gefragt und zogen um 0,40 v. H. auf 123 v. H. an. Am Rentenmarkt gingen Neubesitzanleihe bei leicht ansteigendem Kurs in kleinen Beträgen um. Altbesitzanleihe blieben behauptet, während späte Neichsschuldbuchforderungen mit 93 v. H. keine Erholung aufwiesen. Am Auslandsrentenmarkt blieben schweizerische Bahnanleihen auf dem merklich erhöhten Mittagsnioeau gut behauptet. 11. a. notierten: Neubesitzanleihe 17,50 bis 17,65, Altbesitzanleihe 96,40, 4 Prozent Schweizer Bundesbahn von 1912 155, 3,5 Prozent do. 144, Commerzbank 50,25, Reichsbank 151, Buderus 73,75, Harpener 92, Klöckner 63, Mannesmann 61, Phönix 46,75, Rheinftahl 90,50, Bekula 133, Conti Gummi 147,25, Scheide- anftalt 190, Licht & Kraft 103, IG. Farben 136 bis 136,25, Gesfürel 96, Holzmann 57,50, Schuckert 85, Siemens 133, Südd. Zucker 175,25, Reichsbahn- Vorzugsaktien 108,25, Nordd. Lloyd 26,25. Schweinemarkt in Gießen. * Gießen, 30. Mai. Aufgetrieben waren 231 Ferkel. Es kosteten: Ferkel bis 6 Wochen alt 14 bis 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 16 bis 19 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 19 bis 26 Mark. Tendenz mäßig. frankfurter (ti? resDcböne. Frankfurt a. M., 30. Mai. Der Getreidegroßmarkt verkehrte in festerer Haltung und die Preise haben sich teilweise merklich befestigt. Sommergerste und Hafer waren bei knappem Angebot und guter Konsumnachfrage um je 4 Mark per Tonne erhöht, Brotgetreide blieb bei laufender Nachfrage unverändert. Am Futtermittelmarkt lagen, Oelkuchen, Treber und Schnitzel bis 0,25 Mark fester, Kleie blieben unverändert. Zu den neuen Bedingungen kommt das Mehlgeschäft jetzt gut in Gang, nachdem die alten Kontrakte fast ausverkauft find. Es notierten: Weizen 205, Roggen 178,50, Sommergerste 175 bis 180, Hafer 180, Weizenmehl, Type 563, Feftpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Frachtaus- gleich, dasselbe, Festpreisgebiet W VII 28,60 plus 0,50, Roggenmehl, Type 610, Festpreisgebiet VIII und R VI 25,25 plus 0,50, Weizenmehl IV B 16,50, Weizennachmehl 15,50, Weizenfuttermehl 11,70, Weizenkleie, fein 10,50, mittel 10,75, grob 11,00, Roggennachmehl 16,50, Roggenfuttermehl 12,25, Roggenkleie 11,30, Sojaschot 15,75, Palmkuchen 14,15 bis 14,25, Erdnußkuchen 16,50, Treber 14,00, Trockenschnitzel 10,60, Heu 6,50, Weizen- und Rog- qenstroh 2,00. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,40 bis 3,50 (zuletzt 2,95 bis 3,00) Mark. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Mai. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 33 Ochsen, 14 Bullen, 13 Kühe, 54 Färsen, 893 Kälber, 52 Schafe und 583 Schweine. Es kosteten: Kälber 33 bis 53 Mark, Häm» mel 35 bis 37 Mark, Schweine 34 bis 40 Mark. — Marktverkauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine schleppend. Die hinter Den Papieren angeführten Zistern geben Die Hohe Dei zuletzt velchlopenen Dividende an Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2R Levin Frankfurt a. 2)1. 93 94 94 94,5 90,75 90,5 90,5 136 135,75 I 136,25 135,65 90 90 95,25 95,25 92,75 93 92,4 92,75 I 57,5 1 59 I 99 - I 1241 —I 90,5 57,5 90 90 90 89,25 89,25 90,13 90 94,5 94 94 98,4 25,75 0 0 ßarpenet...................0 Voesch Eisen—Kklln-Neuessen .. 0 6,75 6,6 6,6 99.9 91,25 96,9 99,8 91,25 96,4 17,65 94 98,4 99,8 91,5 96,4 17,45 94 98,4 53,5 59,25 151,25 96,4 17,8 94 98,4 96,4 17,7 99,8 91,5 25 1,05 7,55 7,05 7,25 7,65 6,75 23,4 132,65 98,9 103 57 96 95 85,5 133,5 116 7 9 0 0 0 59 99 124 190 64,25 38,75 78,75 e o o :l 190 65 39,25 79 73,75 117,4 59 92 74,5 117,75 60,25 93 70,9 20,25 23 64 38,75 78,5 26,13 64 83,75 50,25 thiDenil Deutsche «rbN Gelsenkirchener 73,75 116,65 59 92 69,25 110,75 64 61,75 140,5 110,25 63 61 ®rt$net................... Mainkrastwerke Höchst 0.8JL. Süddeutscher Zucker ....... 74 117,75 60 93 7,5 7,2 7,2 7,65 6,75 1,05 7,4 7 7,13 Philipp Hotzmann .... Rententroerf Heidelberg lernentoert Karlstadt 65,13 39,4 79 25 1,05 7,5 7,2 7,2 8 6,75 3. ®. yarden-gndustrte Scheideanstall........ Goldschmidt Rülgerswerke Metallgelellschaft Ilse Bergbau . Ilse Bergbau Genüsse Älödnerroerte ....... Mannesman n-Röbren Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg ........ Hellstoss Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............ Daimler Motoren ...... Deutsche Linoleum ....... Orenstein & Koppel ........ Leonhard Tietz khade ...................... Bau muIatoren-Fabrü Lonti-Gummt ............ *% Oeflerretchtfcbe Golbrente. 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Golbrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *y,% deSgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 <% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe g% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 B% ehe m.7% Dl. RetchSanl.v. 1929 5y.% Young-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit AuSlof.-Rechten .......... Desgl. ohne Auslof.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rüctzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 -------- 6y.% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui. . - • • Vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten - - Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4% ehem. 8% Srlmks HhP.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 4% ehem. 7% Franks. Hyp-'Bam Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 4y,% ehem. 4yz% Franks. HYV-- Bank-Ltqu.-Pfandbriese.....- $y,% ehem. 4y2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe «% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R- 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutfch. Verrechnungskurs Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. - Relchsdankdlskonl 4 o H Lombardzinsfuß 5 v. H. Datum 4% desgl. Serie li ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y,%Rumän.oereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3V*% Anatolier ..... 140 I 140. 25 110,75 110,5 63,75 62,25 61,13 1 60,75 Frankfurt o.M. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- dürfe Schlußkurs Echlußk. Mitlaq- bürse 29-5. 30-5- 29-5- 30-5. — 7,2 — 7 4 4 — 4,05 — 6,5 —— 6,6 3,6 3,55 3,65 3,55 31. 31,25 31 30,65 Frankfurt a. 2)1. Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abend- dürfe Schlutz- kurs Schluß» Mittag. dürfe Datum 29-5. 30-5. 29.5. 30.5. Schlußkurs Schluß!. Abendbörfe Schluß- kurs Schluck. Minag- börle Datum 29.5- 1 30-5- 29-5. 30-5. Marisfelder Bergbau .. ...... O 72 70,5 71,5 70,25 ....... 0 n — — 94,25 94,25 Phönix Bergbau ..... Rheinische Braunkohlen ....... 0 ..... 10 47,75 224 46,75 225 47,75 225 46,5 223,5 Rheinstahl ...... .......0 90,25 90,5 90,5 90,4 Bereinigte Stahlwerke. .......0 40,5 39,75 40,5 39,65 Otaoi Minen ... ....... 0 13,75 13,75 13,75 13 Kaliwerke Aschersleben. ....... 5 107,25 106 107 106,5 Kaliwerke Westeregeln ....... 5 105,65 105,5 105,5 105,5 Kaliwerke Salzdetfurth .... ?y, 143 142 142,5 141,75 29-Mal 30-Mal Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie Geld Brie Buenos Aires 0,580 0,584 0,581 0,585 Brüssel..... 58,52 58,64 58,50 58,62 Rio de Jan. 0,131 0,133 0,144 0,146 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,79 56,91 56,77 56,89 Danzig..... 81,60 81,76 81,60 81,76 London ..... 12,72 12,75 12,71 12,74 HelsingforS.. 5,624 5,636 5,619 5,631 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,53 169,87 169,53 169,87 Italien..... 21,32 21,36 21,32 21,36 Japan ...... 0,756 0,758 0,756 0,758 IuU>slawien 5,664 5,676 5,664 5,676 63,94 64,06 63,89 64,01 Wien....... 47,45 47,55 47,45 47,55 Lissabon.... 11,58 11,60 11,57 11,59 Stockholm... 65,58 65,72 65,55 65,69 Schwei; .... 81,32 81,48 81,32 81,48 Spanien.... 34,27 34,33 34,27 34,33 Prag....... 10,43 10,45 10,43 10,45 Budapest ... —— — — Neuyork... 2,504 2,510 2,507 2,513 yamvurg-Amenka-Pakei 0 21,4 20,75 21,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 24,25 Hanfa-Dampfschiff . . ,..... 0 — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 27,9 26,25 27,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 64,5 64,5 64 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84,5 84,5 84,75 Commerz- und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconto- 0 51 50,25 51 Gesellschafi................ 0 53,5 53,5 53,5 Dresdner Bonk.............. 0 59,25 59,25 59,25 Reichsbank ............. 12 152 1-51 152,4 A.E.G..................... O 24,4 24,13 24,13 Bekula..................... 0 133,13 133 133,13 Elektr. Lieferungqaeseklschaft... Licht und Kraft . .. 6 6 98,5 103 98,5 103 99,5 103,25 Felten & Guilleaume....... O 56,5 57 57,13 Gesellfch.s.EIektr.Unternehmung 6 96 96 96,4 Rheinische Elektrizität ....... Schuckert L Co............ 6 94,5 94,75 95 5 88,75 85 88 SiemensS Halske........... 7 134 133 132,65 Lahmeyer S Co. ............ 10 116,5 116,75 O 0 54,75 55,5 103,75 55,13 102,75 55,9 Bantnoten. 0 64,25 63,5 64,5 63,75 Berlin, 30-Mal Geld Brief 0 46,25 46,25 46,4 45,5 Amerikanische Noten.............. 2,46 2,48 0 41,9 42 41,5 41,75 58,34 58,58 7 — —— 123,75 123 Dänische Noten ................. 56,62 56,84 O 46,75 45,75 46,75 45 Englische Noten ................. 12,665 12,725 O 62,75 61,75 62,13 61,9 Französische Noten .............. 16,46 16,52 O — —— 60,75 59,5 Holländische Noten............... 169,11 169,79 O 17,5 17,25 17,5 17,13 Ztalientsche Noren................ 21,20 21,28 10 168,5 170 168,5 170 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling 63,72 63,98 0 169 169 169,75 169,5 0 151 147,25 151 147,25 Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 65,39 65,65 0 22,13 22 22,13 22,25 81,14 81,46 4 72,5 Spanische Noten................. 34,13 34,27 8 175,25 175,25 175,75 175 Ungarische Noten ................ — — Nachdruck verboten! 19 Fortsetzung. und die der Fertig für den Abend angekleidet, betrat er kurze Zeit darauf im Frack das kleine, intime Speise-1 Dmgen d chz s tz . zimmer — und war überrascht. I Forts Fortsetzung folgt.) Nur das Allerneueste! 3277 A 3264 D Bitte besuchen Sie unseren VORTRAG Else DITTMAR Eintritt frei! 3273 D IXitfitepidfiaus Gießen I Heute Donnerstag Premiere | Die Wiederkehr LZ des im >Caf6 Leib«, findet ein 3219 D besten zu m deutschen Film 3274 C Der e obachtungen am Buchenblatt 3282D Gäste willkommen. Der Vorstand: Dr. Henneberg. fin guterSdilaf V N - S - D r 404170 GEWINNE,20 PRÄMIEN Sekunden des Schweigens. Stirn des Gelehrten schien es schlichtes, schwarzes bin eigentlich über- die Hand. Er war <3 Seltersweg 71 Das Spezial-Geschäft für gute Qualitäten in einem Sessel und trug ein große Gesellschaften berechnetes Abendkleid. „Guten Abend, Evelyn! Ich Schauspielers der Welt „Wirklich nur eine leichte Unpäßlichkeit. Vielleicht auch heute morgen zu lange geritten. Will gleich schlafen gehen..." Sie lächelte wie ein verwöhntes Kind, das gewöhnt ist, seinen Willen in allen 3.GELDLOTTERIE des Achtzylinders neben dem Chauffeur ein. Endlich war er daheim. Sofort war er wieder wach. Es blieb kaum Zeit zu einer kurzen Ruhepause. Umziehen — und fort. Denn er hatte hier unmöglich eine Absage geben können. Kommerzienrat Hilliger war ein Mann, der in der Industrie gewertet wurde. Außerdem hatte die Chemie-Aktiengesellschaft mit Hilliger eine große Transaktion vor. Und Rainer von Rakenius kannte ja nur Arbeit — und wieder Arbeit. fuhr seiner Wohnung zu. Herbststurm! Regentropfen schlugen gegen Windschutzscheibe. „Sie sind Künstler auf Ihre Art, Herr Caßler, und möchten als solcher innerlich nicht gebunden sein an eine Stellung. Ich verstehe auch Ihren anderen Einwand. Es würde mich aber beruhigen, wenn Sie folgenden, für Sie tragbaren Vorschlag annehmen, der Sie sichert wie einen Festangestellten. Ich setze Ihnen ein jährliches Fixum in Höhe von, sagen wir dreitausend Mark fest. Haben Sie Aufträge für die Chemie-Aktiengesellschaft auszuführen, werden sie von dieser Summe abgesetzt. Erreichen Sie diese Höhe nicht, wird Ihnen der Betrag auch vorschußweise aufgefüllt — einverstanden?" Die ungeahnte Möglichkeit eines sicheren Verdienstes schoß in Bernd Caßler hoch. Er war so beglückt, daß ihm die Sprache zur Erwiderung fehlte. Dann sprach Doktor von Rakenius im glückhaften Erinnern an Ellens wunderbares Wesen noch die Aufträge durch, und als er Caßler verabschiedete, fragte er noch einmal besorgt: „Und was werden Sie nun mit einem festen Einkommen tun?" Hatte er etwa die Antwort erwartet: „Um die Hand Ellen Ehlers' anhalten", so wurde er in seiner Meinung über den Zeichner noch bestärkt. „Ich werde weiter schaffen, Herr Doktor, und in Dankbarkeit dem Menschen zur Seite stehen, der mir unbewußt die Sicherung meines künftigen Schaffens ermöglichte." Bis draußen außerhalb des Werkes ging Bernd Caßler noch langsam, doch bann zog ihn die Heber- raschung. Er war leichtsinnig in seiner Freude, mietete unterwegs eine Taxe und fuhr nach Hause. Und dann stand er vor Ellen wie ein glückliches Kind. Sie saß am Fenster neben Frau Zimmermann, eine warme Decke über die Knie gebreitet, und sah aus leidverschleierten Augen hinaus in den grauen, nebligen Herbsttag. „Eine Hoffnung, Fräulein Ehlers — eine Hoffnung! Sie müssen sich schnellstens bei der Fabrik für atherische Oele in Wahren bewerben. Als Laborantin natürlich. Die brauchen jemand. Ich erfuhr soeben ganz zufällig ..." Frau Zimmermann war von ihrem Sitz hochgefahren. Auch Ellen stand auf. Leuchten stand wieder in ihrem Gesicht. Richt mehr schlaff, nicht mehr tatenunfroh waren ihre Züge. Ein Lächeln voll Dankbarkeit und Hoffnung umspielte ihren Mund, als sie wenige Minuten später schon die Zeugnisse abschrieb und bann bie Bewerbung in ihrer markanten Hanbschrift abfaßte. Am nächsten Tage schon erfüllte sich bie Wahrheit ber Ueberraschung. Ein Bote bes Werkes ftanb vor ihr an ber Flurtür unb übergab ihr bas Einver- stänbnisschreiben ber Fabrik, bas Ellen mit Tränen & - 2 ' rajcht." Rakenius küßte feiner Frau nicht nachtragenb, feine Arbeit unb fein auf höhere Ziele gerichteter Geist kannten kleinlichen Streit nicht. Er hatte in feiner Gebankenwelt einfach keinen Raum bafür, war immer roieber versöhnlich mit praktischen Koch-, Brat- u. Backvorführungen am Freitag, dem 1. Juni, nachmittags 4 und abends 8 Uhr, im groben Saal des Hauses der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen- „Jawohl, Herr Direktor." Dann stand Rainer von Rakenius in feinem Zimmer unb legte ben weißen Kittel ab. Zwei Minuten später schon saß er in seinem Wagen unb So&pceiAfRM, ZIEHUNG: 21.-2Q..JULI 1Q34 Sato jüMccdöL xuu AaÄJZrt / gestimmt. „Guten Abenb", kam es kurz zurück. Plötzlich aber schien Evelyns Stimmung aus irgenb einem unerklärlichen Grunbe umzuschlagen. Am selben Abenb erwartete sie Olsens Besuch. Von diesem Abenb hing ihr ganzes künftiges Schicksal ab. Sie kannte in biesem Augenblick nur bas eine Ziel, Rakenius möglichst in Sicherheit zu wiegen, ihn völlig ahnungslos zu lassen. So zeigte sie mit einem Male übertriebene Freundlichkeit. „Warum bist du so überrascht, Rainer?" „Weil du noch nicht Toilette gemacht hast, Kind. Wir müssen doch pünktlich sein." In Evelyn sprang Angst auf. „Ich fühle mich aber gar nicht wohl heute, Rainer. Du entschuldigst mich wohl einmal." Verwundertes Achselzucken. „Ich begreife nicht, Evelyn. Ist es wirklich so schlimm? Dann hätte ich doch ebenfalls absagen müssen. Aber du weißt doch, wie wichtig für mich diese Abende bei Hilliger sind .. .* Gott, er würde doch jetzt nicht auf den irrsinnigen Gedanken kommen, tatsächlich abzusagen und daheim zu bleiben? Evelyn bebte. Aber meisterhaft beherrschte sie ihre hochgradige Erregung. Etwas Katzenhaftes war in ihr, während sie sich jetzt in ungewohnter Zärtlichkeit an den Mann schmiegte, der über, diesen unvermuteten Ausbruch etwas verwundert, dann aber doch ehrlich erfreut war. „Rein — nein, du mußt selbstverständlich gehen, Liebster. Nimm wirklich keine Rücksicht auf mich! Morgen ist mir dann schon wieder wohler..." So matt kamen die Worte, daß Rainer von Rakenius etwas stutzig wurde. „Soll ich wirklich allein gehen?" „Ist das etwa schlimm, Rainer? Deine Eltern sind auch da. Langweilen wirst du dich gewiß nicht." „Du bist krank, Evelyn! Deine Stimme ist so gebrochen, so hohl. Soll ich nicht lieber den Arzt rufen lassen?" „Nein — nein!" Nervös wehrte Evelyn ab. VertrauchertenoiieoitliahOieieo e. G. m. b. H. An unsere verehrt. Mitglieder! Am Samstag, dem 2. Juni 1934, abends 8% Uhr, im »Kath. Vereinshaus«, und am Dienstag, dem 5. |uni 1934. abends 8% Uhr, BUSCH der Zirkus der großen Qualität Wie ein Kind vom Spiel ermüdet hockte Evelyn ~ ‘ ' durchaus nicht für Rainer von Rakenius schlief, ermattet von Arbeit, durch das gleichmäßige, rauschende Laufen Edgar Borrniunn,Gießen Carl Hensel,Gießen Neustadt 5 Walltorstr. 10 Straße 18 Gratis-Kostproben! schwarze Walfisch ■ Ein Filmschauspiel nach dem bekannten Stück „Fanny“ ■ Weitere Darsteller: Angela Salloker, Max Gülstorff, Franz I Nieklisch, Käthe Haak, Marg. Kupfer I Vorher gutes Beiprogramm und Uta-Ton-Woche H der Freude netzte. Seliger Morgenfriede lag um diese Stunde in der kleinen Wohnung in der Nordstraße. Nur Bernd I Caßler lächelte manchmal ein wenig verschmitzt. Llnd nun, Men? Vornan von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (6.) Sehnsucht erfüllte. Sechzehntes Kapitel. Bei seiner täglichen Inspektion durch die ausgedehnten Fabriksäle blieb Rainer von Rakenius bald hier, bald dort stehen. Der junge Chef war bei den Chemikern sehr beliebt. Ueberall hatte er einen ermunternden Blick, ein freundliches Wort — und viel Geduld, wenn neue Versuche auch einmal nicht so rasch vorwärts- gingen. War er doch selber ein gründlicher Fachmann, der äußerst gewissenhaft arbeitete. Es war schon wett nach sieben Uhr, doch man arbeitete wegen des zu erwartenden großen Absatzes des neuen Schönheitsmittels „Eos" in zwei Schichten. In Rainer von Rakenius war Feiertagsstimmung. Nicht etwa, weil er sich auf den am Abend statt- findenden Ball bei Kommerzienrat. Hilliger freute — nein, feine Gedanken kreisten in scheuer Zärtlichkeit um einen feinen, blonden Mädchenkopf. „Tapfere kleine Ellen..." An einem der langen Bleitische blieb er stehen. „Nun, Doktor?" Der Angeredete, ein älterer Mitarbeiter, lächelte wichtig. „Ich bin zufrieden, Herr Direktor. Die Reagenz tritt bei hundertachtzig Grad prompt ein." Die Assistentin mit dem kupferroten Haar machte große Augen, als der Chef ihr leicht auf die Schulter klopfte. „Na, dann nur weiter so! Unterrichten Sie mich in einigen Tagen noch mal, wenn Sie die Sache für spruchreif halten, Doktor." Täglich 3y2 und 8% Uhr: Zwei große Gala-Verstellungen mit sämtl. Zirkus-Sensationen und der gewaltigen Wasser-Pantomime I Volkspreise: 50 Pf., 70 Pf., 1.- Mk. usw. bis 2.50 Mark (Loge 3,— Mark) 3266 D „Wie Sie wünschen, Herr Caßler! Doch — Sie lieben Ellen Ehlers?" „Wie jeder Mann reine, unantastbare Frauen liebt, während er die anderen nur begehrt." Die Männer schwiegen. Es war sonderbar, wie die gemeinsame Liebe zu Ellen einen geheimnisvollen Kreis um sie schloß. „Sie werden also Fräulein Ehlers anheimstellen, sich sofort bei der Fabrik für ätherische Oele in Wahren zu bewerben." „Gern — sehr gern!" Caßlers Augen strahlten. „Gott lohne es Ihnen, Herr Doktor! Sie helfen einen wertvollen Menschen erhalten!" „Nicht doch, Herr Caßler! Selbstverständlichkeit. Aber der Erfolg dieser Bewerbung ist gewiß. Die Firma ist eine Tochtergesellschaft der Chemie-Aktiengesellschaft und steht unter der persönlichen Leitung meines Vaters. Das ist kaum bekannt, und auf diese Weise wird auch Fräulein Ehlers keinen Verdacht schöpfen. Also — als Laborantin selbstverständlich." Bernd Caßler wäre Rakenius am lieben vor Freude um den Hals gefallen. Impulsiv drückte er ihm herzlich die Hand. „Das wird eine Freude fein, Herr Doktor! Ach — die Arme. Sie müßten ihre Freude fehen. Dieses bildschöne Geschöpf. Ueberall drängt man nur nach ihrer Schönheit. Ich hatte sie in der Ufa untergebracht. Platzanweiserin. Schon nach den ersten Tagen mußte sie wieder aufgeben. Der Direktor behelligte sie unablässig. Schließlich suchte er, verärgert, einen Grund zur sofortigen Entlassung — gab an, die Theaterbesucher hätten sich beschwert, sie hätte dauernd Herrenbesuche in ihrer Abteilung oben in den Logen gehabt. Gemein — auf welchen Wegen man die mittellose Schönheit ködert." „Entsetzlich!" Rakenius griff hastig nach den Zigaretten und bot sie Caßler an. „Dieser Donnert? Ich verhandle gerade wegen eines Sonderfilms unserer Erzeugnisse. Er wird ihn nicht bekommen. Ich danke Ihnen für diesen Hinweis. Doch nun zu Ihnen selbst — wann kann ich diese Arbeiten haben, die wir gleich noch besprechen wollen, Herr Caßler?" „Wann Herr Doktor es wünschen!" „Möglichst bald. Und wie verhält es sich mit Ihrem Stellungsantritt? Sie gaben mir vorhin keine Antwort. Das muß belohnt werden." „Herr Doktor, ich bitte! Denken Sie nicht an mich! Niemals. Ich schlage mich schon durch. Außerdem würde dies das Fräulein Ehlers bestimmt stutzig machen." „Sie weiß, daß Sie heute hier sind?" „Ja, sie weiß es!" kam es ganz leise zurück._____ Auch Sie sollten jetzt nur noch durch Heißluft alles im eigenen Saft kochen, braten, dünsten, sterilisieren! Dieses ermöglicht Ihnen bei sparsamstem Brennmaterial* Verbrauch der bekannte und bewährte „Mabag'-Heißluftherd mit den geschlossenen, staubfreien Aschekästen D. R. P. Alleinverkauf NieMaofen&Co. Baimhoistrahe fießeoüb. Botel Schütz üimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 5000 MK. nen.gute Sicherheit ver sofort gesucht, evtl. stillerTeillmbcr Schrift!. Angeb. unter 02817 an den Gieß. An;. illlllllllllllllllllllllllllli Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugniesen.Man stellt eich die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Brief umechlÄge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. 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Vortrag mit Demonstrationen: Biologische Beließen, Löweng. 13 Fernruf 2423 Wichtig für Schafhalteri Wölk Annahmestelle N o c E