M- Jahrgang Gießener Anzeiger Nr. 201 Erstes Blatt Jahrgang Mittwoch, 29. August 1934 JHFf * e -nnahm. °°n anjeigen Ä: -* Ä ▲▲ A ▲▲ ▲▲ A ä 4 jA A4 fewSZ" Heimat im Bild. Die Scholle ■ ■ 1» ■ J |l IBhT II T| | |Y Grundpreise für I mm f)öl)e ntonats-Bejugsprcis: W W W W 1/ BA iZ ■ ■ M Z ■ JF ■ ■ ■ AL ■ J"' ■ fl ■ ® > B sür Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.I.S5 ■■ II WM W W Hf W / ■ il 'W Bf WM W Wf E Breite 7 fRpf., für Text. Ohne Illustrierte U IM B B| ^^k B H ^^k B JjÄ B B 1M HL B BL B ML B 70 mm Breite Zustellgebühr .. „ W W H B W>' | M H W 60 Rps.,Platzvorschrift oder Auch bei Nichterscheinen M B B B schwieriger Satz 25°/„ mehr von einzelnen Nummern Bl W M M JF „ infolge höherer Gewalt Ermäßigte Erundprelse: HZW General-Anzeiger für Oberhessen ^tontfurt am Main 11686 Druck UN- Verlag: vrühl'sche UniverfttSts Such- UN- Stehtönidcrci R.Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsie^ Paris im Sommerschlaf Don unserem v. G.-Äerichierstaiier. (Nachdruck, auch .mit Quellenangabe, verboten!) Paris, August 1934. Paris ist wie ausgeftorben: alles, was sich irgendwie freimachen konnte, ist in die Ferien gegangen und bevölkert die zahlreichen französischen Badeorte im Norden, Westen und Süden. Auch in politischer Hinsicht herrscht gewisse Ferienstimmung. Eine Reihe von Ministerien wird von Stellvertretern verwaltet, die Kammern sind in tiefen Sommerschlaf versunken, die großen Versammlungslokale, in denen noch vor nicht langer Zeit die Leidenschaften aufeinanderplatzten, haben ihre Tore geschlossen. Ueberall ist Ruhe eingezogen. Und in dieser Stille hofft so mancher, die von der Sonne gebieterisch geforderte Pause möge beruhigender auf die französischen Gemüter wirken, als der vielgepriesene „Burgfriede der nationalen Einigung". Gewiß weiß man, daß Frankreich innerpolitisch krank ist; aber sind nicht schon viele Leiden durch Schlafmittel wesentlich gebessert worden? Es besteht kein Zweifel darüber, daß die sogenannte nationale Einigung zu Beginn dieses Sommers mehrfach einer ernsten Auseinander- Saarländer! 30. August letzter Termin Eurer Meldung! setzung hatte weichen müssen, wenn außenpolitische Geschehnisse nicht aufschiebend gewirkt hätten. In der Stunde der Not versteht man es hier meisterlich, äußere Gefahren an die Wand zu malen, um die widerstrebenden Kräfte zusammen- z u h a l t e n. Wie lange freilich die Außenpolitik die irmerpolitische Gärung mildern kann, ist eine Frage, zumal selbst die wilden Kriegsprophezeiungen schon reichlich abgedroschen sind, da sie ja bei jeder Gelegenheit vorgebracht wurden. Immerhin ist augenblicklich eine gewisse Ruhe festzustellen, nachdem die verschiedenen kritischen Stichtage des Frühsommers überstanden sind. Aber der Frieden scheint trügerisch, die Unzufriedenheit zieht weitere Kreise ... Die Rechte schließt sich immer mehr zusammen. Die Linke hat eine Rote Front durch die Einigung der Kommunisten und der Sozialisten errichtet. Nur die Mitte ist sich offenbar noch nicht über ihre Haltung im klaren. Zahlenmäßig am stärksten stellt sie auch geographisch das größte Gebiet dar. Heute läßt sich Frankreich in drei Zonen aufteilen: das reaktionäre Paris, der rote Gürtel um die Hauptstadt und die gemäßigte Provinz. Natürlich gilt dieses Schema nur in großen Linien, es gibt aber die Grundstimmung der Bevölkerung einigermaßen richtig wieder. Parteipolitisch gesehen liegt ein großer Teil der Entscheidung über die weitere Gestaltung der französischen Innenpolitik bei den Radikalsozialisten. Nach dem letzten Zusammenstoß zwischen ihrem Fraktionsführer Chautemps und dem Staatsminister ohne Portefeuille T a r d i e u bei der Vernehmung des letzteren durch den Stavisky- Untersuchungsausschuß, schien der Bruch unvermeidlich und eine Abkehr von der Zusammenarbeit mit der Rechten gegeben. Aber Tardieu behielt recht, als er sagte, man solle sich keiner Täuschung hingeben: die Radikalsozialisten würden bestimmt im Kabinett bleiben. Die endgültige Beschlußfassung ist dem Landesparteitag der Radikalsozialisten überlassen worden, der im Oktober in Nantes stattfindet. Bis dahin muß die Mitte sich klar darüber geworden sein, ob sie stark genug ist, den Kampf gegen Rechts und Links aufzunehmen oder ob fie versuchen soll, die unabwendbaren Reformen des heutigen Systems auf später zu verschieden, indem sie unter der Flagge Doumergues weiter im Zug der nationalen Union marschiert. Gegen eine Verlängerung dieses Zustandes sprechen die zunehmenden Zwiespälte innerhalb der Regierungsparteien und die Unzufriedenheit weiter Kreise über die Passivität der Radikalsozialisten, dafür aber spricht die augenscheinliche Ratlosigkeit der Parteiführer über den selbständig einzuschlagenden Weg. Zudem werden die Drahtzieher der jetzigen Regierung bestimmt nicht verfehlen, beizeiten in alarmierenden Tönen vor einer inneren Zersplitterung kurz vor der Volksabstimmung im Saargebiet zu warnen ... Die Führer der verschiedenen Gruppen der Mitte haben während der Sommerferien genügend Gelegenheit, sich über die Stimmung im Lande zu unterrichten und ein Bild darüber zu gewinnen, ob es ratsamer ist, den anderen die Initiative zu überlassen oder die Zügel Frankreichs rechtzeitig in die Hand zu nehmen,' um die Wahlen und die Reform im eigenen Interesse richtig beeinflussen zu können. Gegenwärtig ist viel von der Gründung einer dritten Front, der „Front de r Mitte" die Rede. Aber es ist noch nicht ersichtlich, auf welcher Grundlage sie erfolgen könnte. Die Interessenten sehen ein, daß mit einer negativen Einstellung etwa gegen Peches und gegen Links der Zukunft nicht geholfen ist, obwohl die Linksradikalen mit ihrem Schlachtruf gegen den angeblichen Faschismus und.-die Rechtsradikalen mit ihrem Zusammenschluß gegen die rote Gefahr ein Beispiel für den negativen Start gaben. Wer findet ein zugkräftiges Rahmenprogramm? Es gibt schon soviele „Pläne": die Kriegs teil-1 Große Flottenschau vor Warnemünde. Eindrucksvolle Bilder von dem Wirken unserer Reichsmarine. Sonderberichi des von Bord des Flotientenders „Hela". Oie Parade der Flotte. Dienstagnachmittag um 15 Uhr stand die g e - s a m t e deutsche Flotte außer dem Panzerschiff „Deutschland", dem Kreuzer „Köln" und den Minensuchverbänden zur Flottenschau zwischen der dänischen Insel L a a l a n d und dem Ost- jeebad Warnemünde. Es herrschte herrliches sonniges Wetter, als die grauen Leiber der Schiffe matt am Horizont auftauchten, um dann in Kiellinie vor den Zuschauerdampfern langsam vorüberzugleiten. In Führung lag der Kreuzer „Königs- b e r g", in dessen Topp die Konteradmiralsflagge, das schwarze Kreuz mit mit zwei Bällen, flatterte: er hatte den Befehlshaber der Aufklärungsstreit- kräfte, Konteradmiral Kolbe, an Bord. Gleich hinter der „Königsberg" folgte der Kreuzer „L e i p- z i g". Ueberall standen die Besatzungen in Paradeaufstellung nach Steuerbord zu den Dampfern aus- gerichtet in leuchtendem Weiß auf Deck. Hinter der „Leipzig" folgte die Führung der Torpedoboote auf dem Torpedoboot „ß e o p a r d", sodann die erste und zweite, in Swinemünde stationierten und die dritte und vierte, in Wilhelmshaven stationierten Torpedobootshalbflottille n. Eine Abwechslung für das Auge boten die sich anschließenden massigen Linienschiffe, die „Veteranen" der Flotte: „Schlesien, Hessen" und „S ch l e s w i g - H o l st e i n". Das Flottenflaggschiff „Schleswig-Holstein" hatte den Flottenchef Vizeadmiral Förster an Bord. Auf dem Linienschiff „Schlesien" befand sich der Befehlshaber der Linienschiffe, Konteradmiral Bastian. Den Abschluß der Vorbeifahrt bildeten die flinken vier kleinen Schnellboote der Reichsmarine, die in Pfeilgeschwindigkeit die Wogen durchschnitten. In langer Kiellinie zog die Flotte westwärts. Die Zuschauerdampfer hängten sich alle der langen Linie an, ebenso der Flottentender „H e l a" mit etwa 30 Pressevertretern aus den verschiedensten Teilen des Reiches und das Torpedoboot 157 mit den Filmoperateuren, denen der Tag eine Fülle interessanter Aufnahmen bescherte. Aachlgesecht in der Kieler Bucht. Die Flottenparade wird jedem, der dabei war, in steter Erinnerung bleiben. Mit dem gleichen Interesse folgte man dem Taggefecht der Schiffe und den Durchbrüchen der schwarzen Gesellen, der Torpedoboote, durch die eigene Linien- schiffskette, ein Manöver, das viel Geschicklichkeit verlangt. Bald richten sich alle Gläser auf eine künstlich erzeugte Nebelbank, unter deren Schutz sich die flinken Torpedoboote vor den Rohren der Linienschiffe bergen. Langsam senkt sich der Abend auf die Ostsee. Die Schiffe sind nördlich der Insel Fehmarn vorübergefahren und haben die Kieler Bucht erreicht. Bald sind die mit abgeblendeten Lichtern fahrenden Schiffe den Augen ganz entschwunden. Nur die Positionslaternen der Linienschiffe und die zahlreichen Lichter der Zuschauerdampfer leuchten. Nachtge - fecht! Angriffe der Schnellboote, der Torpedoboote und Kreuzer auf die Linienschiffe! Kaum ist das Zeichen zum Gefechtsbeginn gegeben worden, da spielen die Scheinwerfer der Linienschiffe über die weite Wasserfläche. Zunächst ist der Feind nicht sichtbar. Doch da trifft ein Lichtkegel ein heranpirschendes Schiff, aus dem Scheinwerferlicht aufleuchtend. Im Nu blitzt es aus den Rohrmündungen der Linienschiffe, Donnergrollen erfüllt die Luft. Ueberall wird es jetzt lebendig, auf allen Seiten greifen die schnellen Torpedoboote an. Für den Zuschauer entwickelt sich das Bild eines Riesenfeuerwerks. Leuchtraketen in grünen und roten Farben, die die Schifte der gegnerischen Torpedoboote kennzeichnen, blitzen auf — Leuchtgranaten verlassen surrend die Rohre der Linienschiffe und gehen viele Seemeilen entfernt, grell aufflammend, auf die See nieder. Ueber eine Stunde lang find Ohren und Augen in kaleidoskopartigem Wechsel der Eindrücke gefangen genommen. Dann wird auf Kommando das Feuern eingestellt. Das Gefecht, das von den vielen Zuschauerdampfern verfolgt werden konnte, hat sein Ende erreicht. Die gesamte Flotte kehrt kurz nach Mitternacht in den Kieler Hafen zurück, wo sie festmacht. Zehntausend Zuschauer aus dem ganzen Reich. Die Flottenschau hat einen prächtigen Verlauf genommen. Etwa 10 0 0 0 Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches waren auf den großen Dampfern der Hamburg-Süd „Monte Pascual", Monte Olivia" sowie dem Urlauberschiff der NSG. „Kraft durch Freude" „Der Deutsche" sowie zahlreichen kleineren Schiffen auf dem Schauplatz erschienen und verfolgten die Vorführungen der Reichsmarine mit regstem Interesse. Der Tag gestaltete sich für sie zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Am Mittwoch wird der Kieler Hafen im Zeichen des traditionellen großen Flottenwettruderns stehen, bei dem in Gegenwart des Flottenchefs Vizeadmirals Förster die Kutter, Jollen und anders Boote der Reichsmarine um wertvolle Preise kämpfen werden. MdOestemichumemeneueVölkechundsauleihe nachsuchen? Goldene Gklavenketten. Das Oesterreich, das die Urheber des Friedens- Vertrages von St. Germain auf die europäische Landkarte zeichneten, war nach ihrem eigenen -Willen kein lebensfähiger Staat, sondern das, was man unter normalgestalteten Menschen einen Krüppel zu nennen pflegt. Von 6,5 Millionen Einwohnern leben allein 2,5 Millionen in Wien. Diese Hauptstadt aber, ein Wasserkopf auf einem unförmigen Körper, liegt am schmalen Ende des eingeengten Landes, in Reichweite der tschechischen Kanonen. Die wirtschaftliche Einheit wurde Zerstört durch das Zurücklassen einer hochentwickelten, aber beschäftigungslos gewordenen I n - buftrie, der man den wichtigsten Rohstoff, die Kohle, und die weiten Absatzgebiete des ehemaligen Kaiserreiches entrissen hatte. Die Nachfolgestaaten aber fperrtensich durch hohe Zollmauern gegen die unerwünschte Konkurrenz. Die dadurch verursachte Verarmung der österreichischen Städte hatte die Verarmung der Bauern zur Folge, deren Produkte der Arbeiter und Angestellte nicht mehr bezahlen konnte. Der große Holzreichtum — 40 v. H. des Landes sind von Wald bedeckt — konnte nicht verwertet werden, weil der billige russische Wettbewerb alle Berechnungen über den Hausen warf. Eine riesige Pensionslast für die militärischen und zivilen Beamten des alten Reiches, die in ihre kleingewordene Heimat zurückfluteten, drückte auf die Staatskassen. Das Oesterreich von St. Germain war und ist ein wirtschaftlicher Krüppel, der nur am Leben erhalten werden kann durch die selbstlose und dauernde Unterstützung des helfenden Arztes, nicht aber durch die teuren Mittelchen profitgieriger Kurpfuscher. Dieser Zusammenhänge wird sich auch der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg bewußt sein, wenn er jetzt — wie in Genf behauptet wird — um eine neue Völkerbundsanleihe zu bitten beabsichtigt. Um so bezeichnender wäre es, wenn er seine Bitte mit der Begründung vorbringen sollte, die Anleihe müsse einem innerpolitischen Zweck dienen, nämlich der Deckung der für die blutige Niederschlagung der Aufstände vom Februar und Juli aufgewendeten Kosten. Das wäre keine schöne Rechnung. Nur die Sklaven des Altertums pflegten sich ihre Gesinnung bezahlen zu lassen, nur «die Landsknechte des Mittelalters kämpften für fremdes Geld gegen die Angehörigen des eigenen Volkes. Allerdings konnten auch die römischen Kaiser sich zuletzt nur deshalb auf wankendem Throne halten, weil sie ihre Heere mit germanischen Söldnern uufüllten... Anders wäre es, wenn die gewünschte Anleihe für rein wirtschaftliche Maßnahmen gedacht wäre. Zwar wird die Medizin auch in diesem Falle das Siechtum des kranken Volkskörpers kaum aufhalten können, aber sie würde wenigstens frei sein von dem tätlich wirkenden Gift der nationalen Unehre. Allein, eine solche Möglichkeit scheint ausgeschlossen. Die Anleihen, die Oesterreich seit seiner Verstümmelung vom Völkerbund erhielt, hatten jedesmal einen politischen Sinn. Sie dienten nicht der wirtschaftlichen Erholung, sondern sie zerstörten Schritt für Schritt die Freiheit und Unabhängigkeit des Staates, die die Friedensverträge scheinheilig gefordert hatten.. Auf der Grundlage von St. Germain wurde die Vevsklavungspolitit weiter ausgestaltet durch das sogenannte Genfer Protokoll von 19 2 2, das die Gewährung einer 500- Millionen-Anleihe mit der noch über den Friedens- Vertrag hinausgehenden Bedingung verband, daß Oesterreich auch weiterhin keine wirtschaftlichen Bindungen eingehen dürfe, die geeignet seien, diese Unabhängigkeit zu beeinträchtigen. Die Lausanner Anleihe von 300 Millionen Schilling, die Dollfuß 1932 erbettelte, wurde ebenfalls nur unter ausdrücklicher nefjmer haben einen ausgestellt, sind aber im Begriff, sich zu spalten; die marxistischen Gewerkschaften haben die mit dem klingenden Namen belegten „Generalstände der Arbeit" zur Annahme eines anderen Planes veranlaßt, find aber dabei, sich mit den kommunistischen Gewerkschaften über einen Zusammenschluß zu unterhalten. Diese Ereignisse drohen natürlich die Voraussetzungen der „Pläne" umzustoßen. Die Jungen haben sich in der Vorbereitung für die im Herbst zusammentretenden „Generalstände der Jugend" zunächst auch nicht sehr weit über die Verneinung des Bestehenden hinausgewagt. Und der neueste, unter der Schutzherrschaft des Schriftstellers Jules Romain zuftandegekommene „Plan des 9. Juli hat noch keinen begeisterten Widerhall gefunden, obwohl er die Zusammenfassung der verschiedensten Wünsche ist. £ , ,, . ... Immerhin ist das Parlament sich klar darüber, daß es auf die Dauer die W a h l r e f v r m ebensowenig wie die Staats- und Verwaltungsreform verschieben kann, und so sucht man besonders bei den Mehrheitsparteien - nach dem Stein der Weisen. Viele pochen auf den konservativen Geist der Franzosen, die nur ungern eine Neuerung vornehmen, die nicht unumgänglich notwendig ist. Aber wie lange noch wird sich die Unruhe, von der gegenwärtig jeder denkende Franzose in feinem Innern ergriffen ift, durch ein väterliches Lächeln des Ministerpräsidenten meistern ^Zunächst schläft die Stadt des Lichtes der Schauplatz vieler politischen Auseinandersetzungen von größter Tragweite, ihren Sommerschlaf; und man hat den Eindruck, daß Paris während dieser Pause der ungelösten Zeitprobleme müde ift. Im Herbst aber wird es ein unsanftes Erwachen geben wenn die berufenen und unberufenen Wortführer all der mannigfachen Gruppen und Bewegungen ihre in sommerlicher Beschaulichkeit gereiften Pläne anzupreisen beginnen. Keine Abwertung des Francs. Paris, 28. Aug. (DNB. Funkfpruch.) Im „Ex- celfior" spricht sich Finanzminifter Germain Martin erneut gegen die Entwertung des Francs aus und erklärt, daß seine Haushaltspolitik die D e - f I a t i o n zur Richtlinie habe. Frankreichs Sicherheit fei mit seinem Goldvorrat verbun- d e n. Der Block der Länder mit Goldwährung müsse gefestigt werden. Ein entwerteter französischer Franc würde in die Abhängigkeit des Pfund Sterling geraten. Man möge sich doch einmal vorstellen, was das für ein Sturz für Frankreich wäre, gerade vor der Saarabstimmung. Habe nicht erst jetzt wieder Reichswirt- schaftsminster und Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Leipzig hie Unantastbarkeit der Mark gegenüber jeder Jnflations- oder Abwertungsdrohung betont? Es wäre paradox, wenn Frankreich, das über einen Goldbestand van 80 Milliarden Francs verfüge, van einer Abwertung spreche, während Deutschland es energisch ablehne, ein solches Abenteuer zu unternehmen. 3nterejfante Nachträge zum Separattstenlreffen von Sulzbach Saarbrücken, 28. Aug. (DNB.) Der sogenannte „Tränengasanschlag" bei der Separatistenkundgebung in Sulzbach klärt sich mehr und mehr als eine der in den Kreisen der Separatisten üblichen Provokationen auf. Die beiden Haupttäter, Altmeyer und Heidemann, gehören nicht der Deutschen Front, sondern dem s e - parati st ischen Lager an. Altmeyer trug sogar die grüne Uniform. Heidemann, der übel zugerichtet wurde, hat am Montag ausgesagt, ihm sei eine Tränengasbombe in d i e Tasche ge st eckt worden, obwohl er völlig unbeteiligt und nichtsahnend gewesen sei. Lediglich ans Angst fei er da- Dongerannt. Man habe ihn eben als Sündenbock benutzt. Es handelt sich, wie bei allen Anschlägen in der letzten Zeit, immer um dasselbe Ziel, nämlich Zwischenfälle in den eigenen Reihen zu schassen, um der Deutschen Front Terror und Provokationen vorwerfen zu können. Aber die Herrschaften haben in dieser Beziehung ein seltsames Pech. Die Wahrheit kommt regelmäßig schon nach kurzer Zeit an den Tag. Die Saarbrücker Landeszeitung schreibt u. a.: Die große Attraktion von Sulzbach war ein katholischer Geistlicher, der dort auch gesprochen hat. Er war schon vorher, in wohlige Anonymität gehüllt, als Redner angekündigt worden, und es war immerhin eine Sensation für unsere Kommunisten: Einmal einen katholischen Geistlichen, von freundlichen Sympathien getrieben, bei sich begrüßen zu können, einen Mann also, dessen priesterlichen Stand sie in Rußland bis auf den Tod verfolgt und tatsächlich auch so gut wie ausgerottet haben. Wir hatten eigentlich die Absicht, diesen tiefbeschämenden Vorgang zu übersehen. Aber zahllose Anfragen aus unserem Leserkreise legen es uns nahe, einige ausklärende Worte zu sagen. Es handelt sich um einen Ordensgeistlichen namens Dörr. Herr Dörr ist weder der Diözese Trier, noch der von Speyer zugehörig und untersteht also auch nicht den bischöflichen Behörden der beiden Diözesen. Er gehört einem Missionsorden an und befindet sich zur Zeit außerhalb der Ordensgemeinschaft und hat schon länger durch seine franko» philo Einstellung den Unwillen der Bevölkerung erregt. Für sein unqualifiziertes Auftreten können also weder unsere kirchlichen Behörden, noch seine Ordensoberen, noch die saarländische Pfarrgeistlichkeit verantwortlich gemacht werden. Sowohl der Inhalt seiner Rede als auch die Tatsache, daß er wegen seines Geisteszustandes bereits einige Zeit in einer Heilanstalt verbringen mußte, lassen es als zweifelhaft erscheinen, baffer sich der Tragweite seiner Handlung voll bewußt gewesen ist. Bezugnahme auf üas Genfer Protokoll gewährt. Außerdem wurde der Anschlußverzicht für die ganze Laufzeit des Abkommens, d. h. bis zum Jahre 1952, ausgedehnt. Immerhin hatte es Dollfuß noch nicht aewagt, die fremden Geldgeber mit innerpoli-tifchen Argumenten zu gewinnen. Aehnlich werden die Bedingungen fein, die man der von Schuschnigg geplanten Anleihe mit auf den Weg geben wird. Eine deutschfeindliche Schweizer Zeitung gibt schon jetzt die Absichten der französischen Diplomatie wieder, wenn sie schreibt: „Falls eine neue Anleihe überhaupt in Frage kommt, muß sie mit o e r st ö r k t e n Garantien für die Unabhängigkeit Oesterreichs und einer klaren Rückkehr zu den Genfer Protokollen von 1922 verbunden sein." Das ist der unaufhaltsame Weg in die Sklaverei, der nur dadurch gelegentlich eine Unterbrechung erfährt, daß die Sklavenhalter sich darum streiten, wer von ihnen die Peitsche gebrauchen darf. Das einzige Mittel, das imstande wäre, Oesterreich wirtschaftlich auf eigene Beine zu stellen, und daß damit auch zugleich die wahre innere und äußere Freiheit dieses deutschen Staates garantieren könnte, hat man den Oesterreichern verboten: die gesunde wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den dafür geeigneten Nachbarn und vor allem mit dem Land, das vermöge seiner wirtschaftlichen, geographischen und bevölkerungspolitischen Struktur am besten geeignet ist, dem Donaustaat auf natürlichem Wege aus dem wirtschaftlichen Elend zu helfen. Als der sachlich und diplomatisch nicht genügend vorbereitete Plan einer Zollunion zwischen Deutschland und Oesterreich im Jahre 1931 der Öffentlichkeit bekannt wurde, da wurde er umgehend von den Großmächten verboten, weil er angeblich dem Genfer Protokoll zuwiderÜefe. Damit war der letzte Ausweg, der Oesterreich aus der wirtschaftlichen Sackgasse hätte herausführen können, verbaut. Damit war auch das Schicksal Oesterreichs als eines unabhängigen Staates besiegelt. Will man jetzt einen Weg in die Zukunft finden, der als gemeinsames Ziel das Bekenntnis zum Deutschtum hat, so muß er sehr vorsichtig und behutsam gegangen werden. Die österreichische Regierung hat zu erkennen gegeben, daß sie nicht nur bereit sei, die normalen Beziehungen mit dem Deutschen Reick wieder herzustellen, sondern auch eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Berlin einzuleiten. Dazu gehört allerdings als erste Voraussetzung das Werk der inneren Versöhnung mit der nationalen Opposition in Oesterreich. Eine Völkerbundsanleihe kann einer Festigung der österreichischen Verhältnisse aber nur wenig helfen, zumal wenn sie dazu herhalten soll, den Kampf gegen die zu versöhnenden Volksgenossen zu bezahlen. Zwischenfall bei -er Wiener Heimwehr. Wien, 28. Aug. (DNB.) Vor dem Gebäude des ehemaligen Arbeiterheims in der Angerer Gasse in Floridsdorf, das augenblicklich in eine Heimwehrkaserne umgewandelt ist, fuhren heute in den ersten Nachmittagsstunden zwei lieber» fallwagen der Wiener Polizei vor. Die der Alarmabteilung angehörenden Mannschaften der Polizei drangen in das Gebäude ein und entwaffneten die dort in Unterkunft befindlichen Formationen des Wiener Heimatschutzes, mit denen es zu einem Handgemenge kam. Wie man von verläßlicher Seite hört, haben die Vorfälle folgenden Hintergrund: Zwischen einem Teil der in diesem Gebäude stationierten Heimatschutzgruppe, zumeist jüngeren Elementen, kam es zu erregten Auseinandersetzungen mit oem kürzlich erst eingesetzten Kommandanten, dem sie vorwarsen, daß er nicht nach dem Heimatschutzprogramm oorgehe. Eine andere Gruppe von Heimatschützern nahm für diesen Kommandanten Partei. Es kam zu tätlichen Auseinandersetzungen, die mit Gummiknüppeln und Bajonetten geführt worden sein sollen, und man hört auch, daß sogar Schüsse gefallen sind. Diesem Konflikt konnte schließlich nur durch das Eingreifen der Polizei ein Ende gemacht werden, die, wie gesagt, nach kurzem Kampf in das Haus eindrang. Augenblicklich ist das Ge- döude selbst von der Polizei besetzt. Ebenso sind die wichtigsten Punkte um das Gebäude von Polizei gesichert. ♦ Die Amtliche Nachrichtenstelle dementiert die Meldungen von Zusammenstößen zwischen Heimwehr und Polizei. In Wien sei alles ruhig. Von der B u n d e s f ü h r u n g der Heimwehren wird auf Anfrage mitgeteilt, daß die Zwischenfälle in Floridsdorf keinerlei politische Hintergründe gehabt hätten. Es habe sich bei den Streitigkeiten darum gehandelt, daß ein Teil der Schutzkorpsleute in dem ehemaligen Arbeiterheim selbst, ein anderer Teil in einer Baracke neben dem Gebäude untergebracht sei. Da die Baracken nicht sehr wohnlich seien, sei es Zu einem Streit um d i e besseren Schlafplätze gekommen, der schließlich in Tätlichkeiten ausgeartet fei. Polizei sei vor dem Gebäude erschienen, habe aber nicht einzugreisen brauchen, da der Führer der Polizeiabteilung zusammen mit einem Vertreter des Wiener Heimwehrkommandos auf gütlichem Wege den Zwist geschlichtet habe. Ein Bekehrter. „Lieber härteste Strafe, als in Sowjetrutzland leben müssen." Wien, 28. Aug. (DNB.) Der rote Schutzbundkommandant des am 12. Februar heiß umstrittenen Karl-Marx-Hofes Ottd Müller hatte sich vor einem Schwurgericht wegen Verbrechens des Aufruhres und Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu verantworten. Er war nach den Februarkämpfen in die Tschechoslowakei geflohen und dann weiter in die Sowjetunion gereist. Anfang Juli kehrte er wieder nach Wien zurück. Bei der Der- Handlung erklärte er, daß er lieber jede Strafe auf sich nehmen wollte, als weiter in Sowjetrußland zu bleiben. Die Verhältnisse dort seien so entsetzlich schlecht, daß ihm auch die Gefahr der härtesten Bestrafung von der Heimreise nicht abhalten konnte. Müller wurde zu sechs Jahren schweren Kerkers ver- urteilt. Maßgebend dafür war, daß das neue Ge- setz für Sprengstoffverbrechen rückwirkende Kraft hat. Wäre Müller nicht geflohen, hätte er eine viel mildere Strafe erhalten. Vor 20 Zähren: Deul Zwanzig Jahre sind nun vergangen, feit in den letzten Tagen des August und in den ersten Tagen des September 1914 die deutschen Truppen in mächtigem Schwung durch das nördliche Frankreich ausholten und die französischen Armeen bis auf den Festungsgürtel an der Marne z u - rüdbrängten. Es lag ganz im Zuge des Schlieffenschen Planes, mit einem starken rechten Flügel in der Offensive möglichst schnell zu Entscheidungen zu gelangen. Die französischen Armeen hatten sich zum Teil auf dem Rückmarsch auseinandergezogen, zum größeren Teil bildeten sie einen festgekeilten Block, der in seinen Operationen so behindert war, daß deutsche Truppen hinter den feindlichen Linien sogar die Marne erreich- ten und überschritten. Der Bogen, den die deutschen Armeen fast im rechten Winkel schlugen, war von gewaltigen räumlichen Ausmaßen. Der Erfolg des gelungenen deutschen Vormarsches ist aber vor allem der deutschen Kavallerie zu danken, die in starken Einheiten besonders in den Verbänden der 1., 2. und 3. Armee eingesetzt wurde. Den äußersten rechten Flügel hielt die Armee des Generals von Kluck, der mit fünf Armeekorps am Niederrhein nördlich der Linie Köln— Düren aufmarschiert war. Einen Versuch der Franzosen, in der Flanke anzugreifen, hatte Kluck siegreich in der Gegend von Combes abgewiesen. Generaloberst von Bülow hatte den überlegenen Gegner bei St. Quentin entscheidend geschlagen, die Heeresgruppe von Hausen hatte den Feind bei Rethel auf die Aisne zurückgedrängt, die Armee des Herzogs von Württemberg hatte die Franzosen bis über die Maas zurückgeworfen und In diesen Wochen jähren sich zum vierzigsten Male die Tage der ruhmreichen Kämpfe unserer ehemaligen Schutztruppe gegen die aufständischen Hottentotten in Südwestafrika. Die Hottentotten lagen seit vielen Jahren in blutiger Fehde mit den Hereros. Was unsere jungen Kolonien aber damals brauchten, war Ruhe und nochmals Ruhe, um durch einen planmäßigen Aufbau der Wirtschaft des deutschen Mutterlandes so bald als möglich nützlich zu sein. Es waren vor allem die sog. Witboi-Hottentotten, so gekennzeichnet nach ihrem Häuptling Hendrik Witboi, die einen erfolgreichen Kampf gegen die Hereros führten und durch ihre dauernden Raubzüge und lieber« fälle das Land weithin in Unruhe und Schrecken versetzten. Hendrik Witboi war seinem Vater Moses Witboi im Jahre 1888 in der Häuptlingswürde gefolgt und war sofort von Gibeon, dem Stammsitz der Witboi-Hottentotten, nach dem Hoornkrans am Gansberg übergesiedelt, um von hier aus seine Unternehmungen gegen die Hereros besser durchzuführen. Jnz Jahre 1892 wurden Hendrik Witboi dann von den deutschen Behörden exemplarische Strafen an» gedroht, wenn er nicht mit den Hereros Frieden schließe. Witboi ließ sich zunächst auch zu Waffen- stillstandsverhandlungen bereitfinden, verweigerte aber nach wie vor, die deutsche Herrschaft ohne jede Bedingung anzuerkennen. Da griff die Schutztruppe am 12. April 1893 den schwarzen Häuptling in seinem Nest in Hoornkrans an. Das Kommando führte Major von Franxois. Aber es gelang Hendrik Witboi, der deutschen Umfassung zu entkommen und Deutschland muß seine Handelsbeziehungen mit der übrigen Welt einer Revision unterziehen. Das bedeutet nicht, daß es sich etwa von den Weltmärkten zurückziehen will. Ein Volk von 66 Millionen Menschen wird immer Bedarf an fremden Erzeugnissen haben, und Deutschland vermag ebensowenig wie irgendein anderes Land mit den aus der Eigenerzeugung stammenden Waren auszukommen, wenn es nicht zu einer Primitivität der Lebensführung zurückkehren will, die der Führer als falschen Weg ausdrücklich abgelehnt hat. Notwendig ist aber, daß Deutschland feine Zah- lungs - und Handelsbilanz ins Gleichgewicht bringt. Zu diesem Zweck muß es versuchen, einen größeren Teil feines Rohstoffbedarfs als bisher aus der eigenen Erzeugung zu decken. Denn ohne genügende Rohstoffmengen kann der heutige Umfang der deutschen industriellen Produktion nicht aufrechterhalten werden. Einschränkung der Produktion aber würde erhöhte Arbeitslosigkeit bedeuten, also Deutschland wieder in jene Wirtschaftsnot zurückführen, aus der es die nationalsozialistische Arbeitsbeschaffung soeben glücklich herausgeführt hat. Es handelt sich also darum, einen Teil der ausländischen Rohstoffe, die die deutsche Industrie bisher verbraucht hat, durch solche aus inländischer Erzeugung zu ersetzen. In diesem Sinne ist der Ruf nach Ersatzstoffen berechtigt und notwendig. Die inländischen Rohstoffe, die teilweise an die Stelle der importierten treten sollen, sind aber nicht Ersatzstoffe im üblichen Sinne, mit denen noch immer der Begriff Minderwertigkeit verbunden zu werden pflegt. Die diesjährige Leipziger Herb st messe zeigt den Besuchern, in welchem Umfange die deutsche Wirtschaft heute schon imstande ist, an Stelle ausländischer Rohmaterialien vollwertigen Ersatz zu erzeugen. Das gilt insbesondere für die Textilwirtschaft, deren Bedarf an ausländischen Rohstoffen wohl zahlenmäßig am schwersten ins Gewicht fällt. Noch im letzten Jahr mußten für 600 Millionen Mark Textil- rohftoffe nach Deutschland importiert werden, ein Betrag, der eine außerordentlich starke Belastung der deutschen Handels- und Zahlungsbilanz bar« stellt. Auf der Leipziger Messe werden neuartige, aus der Kunstspinnfaser hergestellte M i s ch g arne und Mischgewebe gezeigt, deren Verbrauch zu einer wesentlichen Verwinde- rung des Bedarfs an ausländischen Textilrohstoffen führen wird. Denn zur Herstellung dieser Garne wird nur zu 50 Prozent Wolle verwandt, im übrigen aber Baumwolle, Seinen und vor allem K u n st s e i d e. Die Mischgarne sind durchaus vollwertig und ermöglichen eine Beimischung erheblicher Mengen inländischer Kunstseide auf Gebieten, auf denen bisher nur Wolle und Baumwolle Verwendung finden konnten. Ebenso bedeutungsvoll sind Die aus Kunst» wolle, d. h. aus Abfällen der Wolle hergestellten Gewebe, die in Leivzig gezeigt werden, um den Verbrauchern vor Augen zu führen, daß sie den sche Heiler vor Paris. das Fort Les Ayvelles genommen. Auch die Heeresgruppe des Kronprinzen hatte den Vormarsch über die Maas fortgesetzt, Montmedy war gefallen, und schließlich standen die Armeen des Kronprinzen von Bayern und des Generalobersten von Heeringen in Lothringen in fortgesetztem Kampfe. Am 2. September fiel Givet, und zwischen Reims und Verdun wurden die Franzosen am gleichen Tage wieder erheblich zuruckgeworfen. Mit dem Fall des Sperrforts Givet, das hoch oben in den Felsen gelegen ist, waren aber sämtliche französischen Sperrbefestigungen im Norden des Landes mit Ausnahme von Maubeuge in deutschen Händen. Ä In breiter Front wurde der Kampf gegen Reims eingeleitet. An diesem Tage machte unsere Kavallerie wieder ihre ausgedehnten Vorstöße, und die Reiter der Heeresgruppe von Kluck tarnen am Abend des 2. September b i s i n d a s W e i ch b i l d von Paris. Die Franzosen befanden sich vor den Armeen Kluck, Bülow, Hausen und des Herzogs von Württemberg im Rückzug auf und hinter die Marne. Nur der Kronprinz begegnete bei Verdun heftigem Widerstand und konnte den Feind nur im Süden zurückwerfen. Die 1. Armee nahm nun Front nach Süden, die 2. Armee überschritt die Aisne bei Soissons, die 3. Armee ging über Rethel auf Cha- lons s. M. vor, bis ihr am 4. September Reims kampflos in die Hände fiel. Immer wieder aber erschienen in diesen Tagen die deutschen Kavalleriepatrouillen vor den Toren von Paris, nordwestlich in den Niederungen der Seine, und die Kluckschen Reiter waren es, die damals der seindlichen Hauptstadt am nächsten tarnen. fIUH/* Hl V vl mit seinen Kriegsscharen in die unwirtlichen Gebiete der Naukluft zu flüchten. Jetzt begann der erste große Krieg der Schutztruppe gegen die Hottentotten, der sich über ein Jahr hinzog. Ganz allmählich gelang es dann dem Nachfolger von Francois, Major Leutwein, den Häuptling in einen Engpaß der Naukluft abzudrängen. Hier kam es in den Tagen des 26. und 27. August 1894 zur entscheidenden Schlacht. Die Naukluft, ein sehr wilder Gebirgsstock und Ausläufer der mittleren Gebirge des Schutzgebietes, bereitete den deutschen Truppen die größten Schwierigkeiten. Die Hottentotten waren mit der Landschaft doch wesentlich vertrauter und paßten sich ihr ungleich besser an, so daß sie trotz der primitiven Bewaffnung zu einem nicht zu unterschätzenden Gegner wurden. Erst nach langen Mühen und unendlichen Strapazen gelang es, nachdem auch wiederholt Verstärkungen herangezogen werden mußten, den Häuptling entscheidend zu schlagen, so daß er sich bann am 9. September 1894enbgültig unterwarf. Hendrik Witboi wurde mit feinem Stamme nach Gibeon zurückgeführt, durfte mit feinen Kriegsfcharen die Waffen behalten und erhielt dann von der Regierung ein Jahresgehalt. Von nun an hielt Hendrik Witboi dem Deutschen Reiche lange Jahre die versprochene Treue, und seinem Einfluß war es zu danken, wenn mancher Aufstand unter den eingeborenen Stämmen niedergehalten werden konnte. So wurde die Schlacht in der Naukluft zu einer wichtigen Etappe in der Entwicklung und in dem Aufbau Deutschsüdwestafrikas. aus Neuwolle erzeugten Geweben im praktischen Gebrauch vollkommen gleichwertig sind. Aber auch für andere Industrien gibt cs zahlreiche Möglichkeiten, anstelle der ausländischen Rohstoffe vollwertige, im Jnlande hergestellte Stoffe zu verarbeiten. Eine Verbreiterung der deutscken Rohstoffbasis ist auf diesem Wege durchaus möglick. Dabei ist aus psychologischen Gründen ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß die aus solchen Ersatzstuffen hergestellten industriellen Waren ausschließlich für den Bedarf des Binnenmarktes Verwendung finden sollen. Für die Exportindustrien können bedenkenlos ausländische Rohstoffe zur Verfügung gestellt wer- den, da sie ja in Gestalt von Fertigwaren wieder exportiert werden, und die Preisspanne zwischen Rohstoffen und Fertigwaren Deutschland einen Devisenüberschuß einbringt. Umso wichtiger aber ist es, daß zu der für die Binnenmärkte bestimmten industriellen Verarbeitung in möglichst großem Umfange heimische Rohstoffe verwendet werden. Denn dadurch werden nicht nur Devisen erspart, sondern es wird zugleich auch Mehrbeschäftigung für die deutschen Arbeiter geschaffen. In den Preisen der inländischen Ersatzrohstoffe ist meist ein sehr hoher Arbeitsanteil enthalten. Kunststoffe pflegen arbeitsintensiver zu sein als die Naturstoffe. Mehrarbeit aber hilft die Arbeitslosigkeit aus der Welt schaffen. Wegen dieser arbeitschaffenden Seite der Ersatzstoffproduktion darf es sogar in Kauf genommen werden, wenn die Herstellung aus Ersatzstoffen hier und da etwas teurer ist als die aus ausländischen Naturstoffen. Denn die öffentliche Hand, die ja bann Arbeitslosenunterstützungsgelder einspart, kann die Mehrkosten häufig ausgleichen. So werden durch den Zwang, mehr Rohstoffe im Inland zu erzeugen, neue Industrien und neue Arbeits st ölten ins Leben gerufen werden. Man wird auch das Rohstoffproblem in den Dienst der Arbeitsbeschaffung stellen und dadurch den deutschen Arbeitsmarkt systematisch erweitern. Wenn die Rohstoffnot Arbeit schafft, so wird sie der deutschen Wirtschaft mehr nützen als schaden. Die internationale Konferenz für Agrarwissenschaft. Die Verhandlungen der internationalen Konferenz für Agrarwissenschaft fanden ihre Fortsetzung mit den Berichten über die Krisenbekämpsung in den landwirtschaftlichen Zuschußländern m i t A n n ä h e - rung an die Selb st Versorgung. Professor Dr. von Dietze (Berlin) gab einen lieb erb lick über die agrarpolitischen Maßnahmen i n D e u t s ch - land seit dem verschärften Ausbruch der Krise 1929. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erläuterte er bas Erreichen des aerechtenPreises im Bereich des Reichsnährstandes, Der Damit dem nationalsozialistischen Gedankengut volle Geltung verschafft habe. Auf derselben Linie liege die antikapitalistische Siche- rung der Bauernwirtschaften. Prof. T a f f i n a r i (Stahen) schilderte die Voraussetzungen der faschistischen Agrarpolittk. Es sei undenkbar, daß der wirtschaftliche Liberalismus, der fick in den einzelnen Staaten als unhaltbar erwiesen habe, in den Beziehungen zwischen den Staaten zu neuer Bedeutung kommen könne. Es werde sich vielmehr um eine ähnliche planvolle Ordnung der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen handeln müssen, wie sie in den meisten Ginzelstaaten für die Binnenwirtschaft durchgeführt werde. — Einen historischen Beitrag zu den planwirtschaftlichen Erörterungen lieferte Frhr. von Falke nh a us e n (Potsdam) mit Ausführungen über die Verwaltungserfahrungen der deutschen Kriegs- ernährungswirtschaft. Die Maßnahmen der Ueber- schußländer mit intensiver Landwirt- schäft erläuterte dann an dem niederländischen Beispiel Prof, de Minderhout (Wegeninger). Die Reihe der europäischen Berichte schloß der ehemalige südslawische Landwirtschaftsminister Prof, von Frangesch mit einer Darstellung der Erfahrungen in den kleinen südosteuropäiischen Dauernländern. Bedeutsamer Schritt zur organischen Zinssenkung. DieBraunschweigischeStaatsbank senkt den Zinsfuß für Ltaats- und Kommunalkredrt. Berlin, 28. Aug. (DNB.) Die Reichsregierung hat durch eine einschneidende . Maßnahme sofort nach der Machtübernahme den Weg der organischen Zinssenkung beschritten. In erster Linie ist in dieser Richtung des Gemeindeumschuldungsrecht zu erwähnen und die Konversion mehrerer Reichsanleihen zu nennen. Auch der Verband Deutscher öffentlich - rechtlicher Kreditan st alten hat durch seine Pyrmonter Beschlüsse im Vorjahre mit einer Zinsermäßigung begonnen, die durch das Vorgehen der Sparkassen und des Versicherungswesens unterstützt wurde. Die Braunschweigische Staatsbank hat soeben den Zinssatz für die öffentlich-rechtlichen Kredite (Staats- und Kommunalkredite) ab sofort durch einstimmigen Beschluß des Direktoriums mit einmütiger Zustimmung des Aufsichtsund Verwaltungsrates von etwa 5,8 auf 4 v. H. herabgesetzt. Die Braunschweigische Staatsbank hat diesen Schritt unternommen, um von sich aus die Bestrebungen der Reichsregierung auf eine organische Zinssenkung energisch und wirkungsvoll zu unterstützen. Eine eingehende Prüfung des Geschäftsergebnisses des ersten Halbiahres Der Braunschweigischen Staatsbank hat ergeben, daß- die Staatsbank in der Lage ist, die Einbuße, die durch die Herabsetzung des Zinssatzes hervorgerufen wird, aus eigenen Kräften z u tragen. Im engsten Einvernehmen mit dem braunschweigischen Staatsministerium ist es dann zu dem Beschluß gekommen, die einschneidende Zinsherabsetzung auf dem Gebiete des öftentlich-rechtlichen Kredites vorzunehmen. Es ist zu erwarten, daß nach diesem Vorgehen einer der ersten deutschen Staatsbanken auch die anderen öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute z u einer sofortigen Nachprüfung b e r Höhe des Zinssatzes kommen, und Daß sich dem Vorgehen auch die sämtlichen übrigen Privatbankinstitute anschließen, um bald auch zu einer Senkung des Zinssatzes für Wirtschafts- k r e d i t e zu kommen. Verbot der Zeitschrift „Aordland"' wegen schwerer Angriffe auf das Christentum. DNB. Berlin, 28.Aug. Die Pressestelle der NSDAP, teilt mit: In einer Zeitschrift „Nordland" hat vor einiger Zeit in der Folge 13 ein gewisser August Hoppe, der sich als Pressereferent der Hitlerjugend bezeichnete, einen Artikel veröffentlicht, der nach Form und Inhalt einen schweren Angriff a u f bas Christen - t u m barstellt und von den zuständigen Stellen schärf st e n s mißbilligt wird. Die Zeitschrift „Nordland" ist daraufhin auf einen Monat verboten worden. Der verantwortliche Schriftleiter wurde gemaßregelt. Eine Untersuchung hat ergeben, Daß der Verfasser des betreffenden Artikels, Hoppe, bereits im Mai wegen eines ähnlichen Vorkommnisses seiner Dienststellung als Pressereferent eines Unterbannes der Hitlerjugend in einer kleinen Stadt Westfalens enthoben worden ist. Er hat sich also fälschlich als Pressereferent der Hitlerjugend bezeichnet. Hoppe ist wegen des genannten Artikels von der Reichsiugendführung aus der Hitlerjugend entfernt worden. Oer Kampf gegen die Kommunisten in China. Schanghai, 29. Aug. (DNB. Funkspruch.) In den letzten Wochen sind umfangreiche Operationen gegen die Kommunisten in Kiangsi im mittleren China durchgeführt worden. Große kommunistische Truppenabteilungen sind nach Fukien, der mittleren Küstenprovinz getrieben und dort geschlagen worden, wobei sich die Ueberbleibfel in in die Berge geflüchtet haben sollen, wo sie umzingelt worden seien. 5000 Kommunisten sind von Südwest-Kiangsi nach Hunan, also nach Westen, gezogen. Eine weitere Abteilung von 30 000 Kommunisten soll Vorbereitungen zum Rückzug in der gleichen Richtung treffen. In Kiangsi hat man Blockhäuser längs der Wege errichtet und die Städte befestigt, wodurch die Roten gezwungen waren, sich in einem bestimmten Gebiet zusammenzuziehen, wo ihre Lebensmittelvorräte bald zu Ende gingen. Auf dem langen Wege nach Kweitschau, einer Provinz westlich von Hunan, wo der berüchtigte Kommunistenführer Holung sein Hauptquartier hat, werden sie aber von den verfolgenden Regierungstruppen angegriffen und, wie man hofft, geschlagen werden. Verschärfung der Lage in der Aordinandschurei. C h a r b i n, 28. Aug. (DNB.) Die Lage in der Nordmandschurei spitzt sich bedrohlich zu. Bei Haussuchungen bei Sowjetangestell» ten der nordchinesischen Bahn wurde eine Menge von Waffen, Handgranaten und Spreng st offen gefunden. Daraufhin wurden weitere 70 Sowjetangestellte verhaftet. Der sowjetrussische Konsul hat gegen die Festnahme der Angestellten P r o t e st eingelegt. Er erklärte, dieses Vorgehen zwänge die Sowjetregierung, ihr Heer am Fernen Osten weiter zu verstärken. Japanischerseits wurde der Protest nicht beachtet. Jin Öen Gemejnöeavsschvh liegt, wo ich die Eimvohoo. (TVrmrrt Obre 1<4>rtfee9tel HÄonot Zahl 7. Nome tmb Borna men deS BaterS (rottm unehelich, Name und Vornamen der ÜBatter): Ott: Datum: Unterschrift bt8 Antragsteller«: m dessen Bereich die Gemeinde eigenschasi am 28. Juni 1919 hatte ß. Geburtsdatum: Tag 6. Geburtsort: >5»^ lt Bewei«stücke' (gegebenenfalls) *) liegen bet, nämlich: , 9. Familienname, den die Lheftau am 88. Juni 1919 trug (hn Falle einer Veränderung Familienstandes nach tiefem Datum): •) a Name und Vornamen derjenigen Tierfon, welche über mich am 28. Juni 1919 die,väterliche Qr ebn die vormundschaftliche Gewalt auSübte, tmb Aufenthaltsort derselben am 28. Juni Ä 1919: - \ 4. Gewöhnlicher Aufenthalt im Teitpunfte deS Antrages stelle hiermit den Antrag auf «nttagimg in die Kiste der Abstimmungsberechtigtes deS SlbstimmungSbeMe«, 1L Beruf am 28. Juni 1919 (im Falle etatr DerufSänderung mich tiefem Datum): A .Mpk | A I — b) oder bet welcher öffentNcheo Dlenststelle find fie htnlerlegt» P\ I 12. Anschrift hn Saargebiet, unter welcher Mitteilungen zuzusenden sind: 'S I HfflH Volksabstimmung des Saargebietes. Antrag auf Eintragung in die Liste der Abstimmungsberechtigten. L« Antrag mutz vor dem I. September 1934 au denjenigen GemetndeauSschnß eingereicht werden, tu dessen Bereich die Gemeinde Hegt, wo der Antragsteller die Sinwohneretgeuschast am 28. Fmri 1919 gehabt zu haben beansprucht. Der Gemetndeausschnh wird den Empfang bestätigen. •) ftngabr 8 afottttlhl) für trt. oo 28 1919 Oie englische Politik im Fernen Osten. Ein erster Schritt zur Anerkennung Mandschukuos? London, 29. äug. (DNB.-Funkspruch.) Heute tritt eine Abordnung des Verbandes britischer Industrieller eine Reise nach dem Fernen Osten an. Ihr offizielles Ziel ist 1. die Lage in Mandschukuo zu studieren und festzustellen, ob die britische Industrie bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes helfen kann, 2. Japan zu besuchen und dort mit wichtigen Industrien und Handelsorganisationen in freundschaftliche Fühlung zu treten. „Financial News" spricht die Vermutung aus, daß noch ein drittes Ziel vorhanden sei. Es heiße, daß die Abordnung im Einvernehmen mit der britischen Regierung reise und daß es sich um einen „typischen englischen ersten Schritt" auf dem Wege zur Realität, d. h. zur Anerkennung von Mandschukuo handele und daß die Anerkennung vielleicht zu ähnlichen engen Beziehungen zwischen Japan und Großbritannien führen werde, wie sie vor 1921 (dem Ende des britisch-japanischen Bündnisses) bestanden haben. Ob diese Auffassung zutreffe, lasse sich nicht sagen, aber es spreche manches dafür. Kleine politische Rachrichten. Der Bundesführer des Deutschen Reichskrieg e r b u nd e s „Kyffhäuser" und Oberlandesführer der SAR. II, Oberst a. D. Reinhard, wird mit den Führern der Landesverbände des Kyffhäuserbundes an den Parteitag in Nürnberg teilnehmen. Außerdem wird der Kyffhäuserbund durch eine Abordnung von 4 0 0 0 alten Soldaten vertreten sein. * Der Chef der Heeresleituna, General der Artillerie Freiherr v. F r i t s ch , hat am 28. August anläßlich der 20jährigen Wiede r k einen dergelegt. Anschließend erfolgte der Vorbeimarsch einer Ehrenkompanie. ♦ Der Re-ichsstatthalter in Thüringen ernannte auf Vorschlag des thüringischen Ministerpräsidenten den Gruppenführer der SA. Zunkel, den Arbeits- gauführer Major Schmückte und den Bezirks- idalter der Deutschen Arbeitsfront Mitteldeutschland Pg. T r i e b e l zu Mitgliedernder t h ü r i n - gischen Regierung und Staatsräten. * Der Reichsstatthaller in Bayern hat auf Vorschlag der bayerischen Landesregierung den Reichsgescyäfts- führer der NSDAP., Reichsleitstk WL Bouhler, zum Präsidenten der Polizeidirektion München unter Berufung in das Beamtenverhältnis in etatsmäßiger Weise ernannt. Feierliche Eröffnung des Europarundfluges in Warschau. In Anwesenheit des polnischen Staatspräsidenten wurde auf dem Warschauer Flugplatz der Europarundflug feierlich eröffnet, worauf die Flaggen der Nationen gehißt und die Nationalhymnen angestimmt wurden. Alsdann besichtigte der Staatspräsident die Maschinen der am Rundflug teilnehmenden Nationen. Er ließ sich die ausländischen Flieger vorstellen und begrüßte sie einzeln. Bei der anschließenden Vorführung von Kunstflügen einiger Segelflieger und einer Jagdstaffel kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Einer der polnischen Flieger rollte die Maschine zu tief herunter und st ü r z t e zum Entsetzen der großen Zuschauermenge aus geringer Höhe ab. Die Maschine ging in Trümmer und der Pilot erlitt schwere Verletzungen. — Die sechs italienischen Flugzeuge sind mit großer Verspätung in Warschau eingetroffen; ungünstiges Wetter in den Alpen soll ihren rechtzeitigen Start nach Warschau verhindert haben. Die Organisationsleitung veröffentlicht die amtliche Liste der Teilnehmer. Danach entfallen auf Deutschland 13, auf Polen 12, auf Italien 6 und auf die Tschechoslowakei 3 Maschinen. Unter polnischen Farben startet ein englischer Pilot, während der österreichische Flieger Meinl, der ebenfalls unter polnischen Farben starten wollte, im ehr der Schlacht bei T a n n e n b e r g »letzten Augenblick absagte. Insgesamt starten also Kranz am Ehrenmal Unter hen Linden nie- > 34 Maschinen. Pleitegeier Über Monte Carlo. Oie große Zeit des Kasinos ist endgültig vorüber. Aus aller Welt Was man nie für möglich gehalten hätte, ist nun zur Wahrheit geworden: Es kriselt bedenklich in Monte Carlo! Der Spielbank geht es, so erfährt man, gar nicht mehr gut. Der Goldstrom, der durch das Kasino floh und Stadt und Land mit Reichtum überschüttete, versickert. Die Aktien der Spielhölle, die 1932 noch 72 Punkte zählten, halten kaum noch 18. Die millionenschweren Leute, die da unten ihr Geld verjuxten, sterben aus, und der Spielernachwuchs, gottlob, der fehlt; die Jugend in allen Ländern hat heute andere Ideale. Nun hat man den Eintrittspreis herabgesetzt, die Kleidervorschrift fallen lassen — selbst der olle biedere Seemann kann in seiner „Kluft" ungestört in Monte Carlo spielen; man hat für die Leergebrannten wieder wie einst die freie Rückfahrt in d i e Heimat eingeführt — und dennoch erlischt der Stern Monte Carlos mehr und mehr. Umsonst blühte in diesem Jahr der Frühling an der Azurküste, umsonst lockt der sanft einsetzende Spätsommer — ein Traum ist ausgeträumt, schon frohlockt man, wenn gelegentlich ein paar der früher so verachteten Spieler mit fünf Franken sich an die Spieltische schieben; im übrigen gähnen die Croupiers sich gegenseitig an und de- „Wodan", wie erinnerlich, im Februar 1934 den Fischdampfer in der Nähe der isländischen Küste dadurch zum Sinken gebracht, daß er die Saugleitung der Schiffspumpe beschädigte, so daß die Pumpe nicht arbeiten konnte. Dadurch erreichte Skörup, daß sich im Maschinenraum Wasser ansammelte. Durch verschiedene Täuschungsmanöver versetzte er den Kapitän in den Glauben, daß an der Maschine etwas nicht in Ordnung war. Der Reeder Kuhr hatte den Maschinisten mit der Versenkung des Fischdampfers beauftragt, um in den Besitz der Versicherungssumme zu gelangen. Als Gegenleistung für die verbrecherische Handlung wurden dem Skörup von Kuhr 10 000 Mark versprochen und ihm später eine Stellung als Inspektor der Reederei in Aussicht gestellt. In der Gerichtsverhandlung waren beide Angeklagte geständig. Skörup erklärte, er habe sich gesträubt, auf das Anerbieten Kuhrs einzugehen, er f)abe sich aber vor neuer Arbeitslosigkeit gefürchtet. Das Leben der Mannschaft habe er auf keinen Fall gefährden wollen. Hochzeit in Oberammergau. battieren schon heftig über die Möglichkeiten eines energischen Berufswechsels. Einer nach dem andern wird „abgebaut" — und früher gab es hier hundertfünfzig leitende Croupiers mit fünfhundert gleicherweise beschäftigten Assistenten. Der Ruf Montes sank bereits unmittelbar nach dem Krieg. Schon einmal stand man vor einer Krise — aber damals sprang der „M a nn im Dunke l", der geheimnisvolle Sir Basil Z a h a - raff, der mit Waffenlieferungen ein sagenhaftes Vermögen erwarb, in die Bresche und kaufte die Spielkonzession auf. Ein gutes Geschäft hat er damit nicht gemacht. Wenn von „illustren" Gästen Monte Carlos die Rede war, so wurde seit Jahren schon meist nur noch Zaharofss Name genannt — fein Prince of Wales spielte mehr hier, kein beb hgischer König — wie der „Kongo-Kaufmann" Leopold — kehrte mehr hier ein ... keine Cleo de Merode mehr machte hier die letzte Mode. Heute rauscht der schwere Flügelschlag des Pleitegeiers nahe und näyer über dem Kasino. Nicht lange mehr, und er wird sich ausruhend auf den Dachfirst des Spielerpalais, dieser zuendegeträum- ten Illusion eines alten Europas niederlassen. Wettervoraussage. Die durch den Vorstoß subtropischer Luftmassen an der Südseite des nordöstlichen Hochdruckgebietes eingeleitete Störungstätigkeit wird durch die Ausbreitung des Jslandstiefs nach dem Festland weiter verstärkt. Beim Drehen der Winde über Süd nach West wird der Zustrom der Warmluft durch den Einbruch kühler ozeanischer Luftmassen abgelöst, so daß das Wetter unbeständigen Charakter an- limmt Neben wechselnder Bewölkung, die zeitweise durch Aufheiterung unterbrochen wird, treten auch Niederschläge auf, die meist als Schauer niedergehen. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd-bewölkt mit Aufheiterung, zeitweise Niederschläge, vielfach als Schauer auftretend, kühler. Aussichten für Freitag: Weiterhin etwas wechselhaftes und mäßig warmes Wetter. Lufttemperaturen am 28. August: mittags 23,1 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 29. August: morgens 15,3 Grad. Maximum 24 Grad, Minimum 11,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. August: abends 21 Grad; am 29. August: morgens 17,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,6 stunden. einzeln auf und plünderten fie vollkommen aus. Sodann raubten sie den Inhalt der Klo st erlasse im Betrage von 4000 Peseten, sperrten die Mönche unter Bedrohung mit Pistolen in ihren Zellen ein unb ergriffen d i e F l u ch t. Erst vier Stunden später gelang es den Mönchen, sich zu befreien und die Polizei zu benachrichtigen, die zwei verdächtige Personen verhaftete. Leichtfertiger deutscher Paddler in Holland ertrunken. In Volendam (Nordholland) wurde die Leiche eines Deutschen aus dem Jjselmeer gezogen, der trotz vorheriger Warnung bei stürmischem Wetter mit seinem Faltboot auf das offene Meer hinausgefahren war. Es handelt sich um einen gewissen Hans Becker, am 23. Mai 1900 in Württemberg geboren, von Beruf Journalist. Er hatte feinen Wohnsitz zuletzt in München. Weitere Ausdehnung der Explosionskatastrophe in Lampana. In Campana hat sich der Brand, der der Explosion der Benzintanks folgte, weiter ausge- o e h n t. Infolge einer Winddrehung sprang das Feuer auf weitere Oelbehälter über. Unter ungeheurem Getöse flogen 14 Oeltanks in die Luft. Zwei Kindesmörder hingerichtet. Auf dem Hof des Rostocker Gefängnisses wurden die vom Schwurgericht zum Tode verurteilten Mörder Kroll und Krüger hingerichtet. Krüger hatte auf Anstiftung von Kroll und gegen Entlohnung dessen uneheliches Kind ermordet. Der Reichsstatthalter hat eine Begnadigung der beiden Mörder abgelehnt, weil beide unverbesserliche Verbrechernaturen waren und ohne Reue über ihre Tat ihre Verurteilung zum Tode entgegengenommen haben. Beim Einsteigen in die eigene Wohnung tödlich verunglückt. In Wiesbaden wollte ein Arbeiter, der seinen Hausschlüssel vergessen hatte, nachts über die Mauer in seine Wohnung einsteigen. Dabei stürzte er ab und erlitt einen schweren Schädelbruch, an dessen Folgen er kurz danach im Krankenhaus Der- t a r b. In Oberammergau hat sich der Sohn des früheren Christusdarstellers und jetzigen Prologführers Anton Lang, Dr. Anton Lang, der ein Lehramt in Washington übernimmt, mit der Magdalena- Darstellerin Klara Mayr vermählt. Nach der standesamtlichen Trauung fand die kirchliche Feier statt, bei der Pfarrer Dr. Bogenrieder tiefempfundene Worte an die Neuvermählten richtete und der Kirchenchor eine Messe von Rochus Ded - l e r, dem Komponisten der Passionsmusik, zur Ausführung brachte. Ein Frühstück in der „Alten Post", zu dem auch englische und amerikanische Freunde des Hauses Anton Lang sich eingefunden hatten, schloß sich an. Der Pfarrer übermittelte dem jungen Paar noch einmal herzliche Glückwünsche, während der Spielleiter, Bildhauer Lang, den jetzt Scheidenden den Dank für ihren Eifer und ihre vorbildliche Darstellung zum Ausdruck brachte. Das junge Paar wird am 4. September mit dem Lloyd- Dampfer „Bremen" die Reife in die neue Heimat antreten. Verlobung im englischen Königshaufe. Der englische Hof gibt die Verlobung des Prinzen Georg, des vierten Sohnes des Königspaares, mit Prinzessin Marina von Griechenland bekannt. Prinz Georg, der der englischen Marine angehört, ist 1902 geboren. Die 1906 geborene Prinzessin Marina ist eine Tochter des Prinzen Nikolaus von Griechenland und der Prinzessin Helene, einer geborenen Großfürstin von Rußland. Prinz Nikolaus ist ein Bruder des verstorbenen König Konstantins von Griechenland, der mit einer Schwester Kaiser Wilhelms verheiratet war. Von den vier Söhnen des Königs von England war bisher nur der Herzog von Port verheiratet, seiner Ehe mit einer Dame des englischen Hochadels entstammen zwei Töchter. Heimkehr aus der Fremdenlegion. Nicht weniger als 17 Fremdenlegionäre passierten dieser Tage die Grenze bei Lauterburg (Unterelsah), um wieder in die deutsche Heimat zurückzukehren. Die meisten von ihnen hatten zehn bis zwölf Jahre in fremdem Sold gestanden, jetzt stehen sie, von den Franzosen abgeschoben, völlig mittellos da. Mit fünf Franken hatte man sie weggeschickt — nicht einmal die kärgliche Pension für solche Söldlinge gewährte man ihnen. Fluchtversuch französischer Strafzöglinge. 56 Zöglinge einer auf der Insel Belle-Jsle-en-Mer (westlich der französischen Hafenstadt Lorient) gelegenen Straferziehungsanstalt überwältigten während der Mittagmahlzeit die Aufsichtsbeamten und ergriffen die Flucht. Nach aufregender Jagd, bei der einige Beamte verletzt wurden, konnten 50 Zöglinge wieder eingefangen werden. Man glaubt, daß es den übrigen gelungen ist, mit Booten auf das Festland zu entkommen. Spanisches Auguftinerklosler ausgeplündert. In Sos (Provinz Saragossa) drangen sieben vermummte Männer in der Nacht in das dortige Augustinerkloster ein, weckten die Mönche Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Bä. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R- ßangg, K.-G., sämtlich In Gießen, Südamerika-Luftpost in knapp 3% Tagen in Deutschland. Das Luftschiff „Graf Z e p p e l i n " ist unter der Führung von Kapitän Flemming am Dienstag um 15.30 Uhr von feiner sechsten diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt und um 15.45 Uhr auf dem Werftgelände glatt gelandet. — Die am 25 d. M. morgens in Südamerika abgegebene Luftpost ist bereits am Dienstag, 28. d. M. abends in Berlin mit dem Lufthansa - Flugzeug eingetroffen, älle Sendungen können am Mittwoch, 29. äuguft, mit dem ersten Bestellgang den Empfängern zugestellt werden. Riesenexplosion und Großfeuer in einer argentinischen Stadt. Bisher 14 Tote, 50 Verletzte. Infolge der Explosion zweier Petroleumbehälter von zehn Millionen Liter Inhalt entstand in der argentinischen Stadt Campana ein Brand, der sehr schnell um sich griff. Der Bahnhof ist völlig vernichtet, äus Buenos äires sind Löschzüge abgegangen. Bisher wurden 14 Tote und 50 Verletzte gemeldet. Die Explosion wurde durch das verbotswidrige Rauchen eines ängeftellten verursacht. Tausende von Freiwilligen reißen die benachbarten Bauten und Baracken ein, um das Uebergreifen des Feuers auf das nur wenige hundert Meter entfernte Wohn- und Geschäftsviertel zu verhindern. Die Verbindungen nach Campana sind unterbrochen, da die Bahngleife kilometerweit geschmolzen sind. Wolkenbruch verursacht Zugentgleisung. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Breslau teilt mit: äm 28. äuguft entgleiste an einem Bahnübergang der Straße Groß-Graben — Neu- Mittelwalde der Personenzug 944 mit der Lokomotive und zwei Personenwagen. Die Lokomotive und ein Wagen stürzten um. Acht Reisende und der Lokomotivheizer wurden leicht verletzt. Sie haben nach Anlegen von Notverbänden die Reise fortgesetzt. Der Personenverkehr zwischen Groß-Graben und Neu-Mittelwalde wird auf etwa zehn Stunden durch Kraftwagen aufrechterhalten. Die Entgleisung ist darauf zurückzuführen, daß infolge Wolken- bruchsdie Schienen 20 Zentimeter hoch mit Sand überspült waren. 3m Eisenwerk zu Tode gequetscht. In einem Eisenwerk bei Siegen ging der 35jährige Arbeiter Walter Meinhardt nach Arbeitsschluß unter einem elektrischen Kranen durch. Im selben Augenblick löste sich ein gerade hochgezogener, etwa drei Zentner schwerer Schrottblock los und fiel auf Meinhardt, der sofort zu Tode gequetscht wurde. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und drei unversorgte Kinder. Ein Arbeiter von stürzendem Gestein erschlagen. In einem Steinbruch bei Simmern (Hunsrück) waren mehrere junge Männer mit dem Brechen von Steinen beschäftigt. Bei einer Bohrung löste sich plötzlich die Felswand. Ein Mann wurde verschüttet, konnte aber von hinzueilenden Arbeitskameraden bald befreit werden; mit schweren Verletzungen wurde er ins Krankenhaus geschafft, wo er bald nach seiner Einlieferung v e r f ch i e d. Junges Wädchen mit einer Weinbergspislole erschossen. Zwei Mädchen, die bei dem rheinhessischen Wein- ort Bodenheim auf dem Felde tätig waren, begegneten dem Weinbergschützen Faß nacht, der gerade einen Rundgang durch den Weinberg machen wollte. Die 18jährige Anna Groß, Faßnachts Stieftochter, bat diesen, auch einmal mit der Weinbergpistole schießen zu dürfen. Als der Mann die Pistole lud, löste sich ein Schuß und ging dem Mädchen so unglücklich durch den Kopf, daß es sofort tot war. Bis zu der Klarstellung des genauen Sachverhaltes wurde Faßnacht in Haft genommen. Lin Hochstapler in Baden-Baden auf der Flucht erschossen. Ein Hochstapler schlimmster Art, der u.a. auch in Düsseldorf sein Unwesen trieb und sich dort unter dem Namen Fürst Dr. Polignac-Chalencon und Wildthurn, in anderen Städten unter anderen hochklingenden Namen aufgehalten hatte, wurde in einer der letzten Nächte im Baden-Badener Kurgarten festgenommen. Auf dem Transport zur Polizeihauptwache unternahm er einen Fluchtversuch. Als er auf wiederholten Anruf nicht stehenblieb, machte der Polizeibeamte von seiner Schußwaffe Gebrauch und traf ihn töt) li ch. Nach den amtlichen Feststellungen handelt es sich um den am 5. März 1900 in Augsburg geborenen Karl Friedrich Rott- maier, der schon 17 mal wegen Betrugs, Urkundenfälschung usw. vorbestraft ist. Sühne für die verbrecherische Versenkung des Fischdampfers „Wodan". Das Verdener Schwurgericht verurteilte den Angeklagten Johann Skörup wegen vorsätzlicher Versen kung eines Schiffes bei Gefährdung von Menschenleben und wegen 23er- sicherungsbetruges zu sechs Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte Friedrich Kuhr erhielt roeaen Anstiftung zu diesem Verbrechen neun Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Auf Anstiftung des Reeders Kuhr hatte der Seemaschinist Skörup auf dem Fischdampfer 1. (Sauturnfest Nordheffen in Gießen. Der Stadt Gießen und ter Gießener Turnerschaft ist für 1935 die Durchführung des ersten Gauturnfestes angetragen worden. Das Fest wird in Gießen zur Durchführung gelangen. Ein Gauturnfest ist nach ter Neugliederung von Turnen und Sport das, was früher ein Kveisturnfest war. Mit den Vorbereitungen wird demnächst begonnen. Im ersten Jahre seines Bestehens hielt der Gau noch kein Gauturnfest ab, an feine Stelle waren die Bezirksturnfeste in Friedberg und in Bebra (Bezirk Kassel) getreten. Große Erfolge des MTV. Gießen. Beim Frauen- und Iugendsportfesl in Offenbach. Eine erstklassige Besetzung hatten die am vergangenen Sonntag durchgeführten nationalen Frauen- und I u g e n d w e t t k ä m p f e des Ball-Spiel-Club 1899 Offenbach aufzuweisen. Auch rein zahlenreich übertraf diese Veranstaltung alle bisher durchgeführten Wettkämpfe. Besonders gute Kräfte waren am Start von der Eintracht Frankfurt, dem Postsportoerein München, Phönix Karlsruhe, Kölner Ballspiel-Club, JG- Sportverein Frankfurt a. M, Sportclub 1880 Frankfurt a. M, BSC. 1899 Offenbach u. a. m. Am stärksten war der IG.-Sportverein Frankfurt mit 46, die Eintracht Frankfurt mit etwa 30 und der BSC. Offenbach mit 27 Wettkämpfern vertreten. Die Lorbeeren waren bei einer solch erstklas- sigenBestzung naturgemäß sehr hoch gehängt. Wenn bann trotz dieser ungünstigen Voraussetzungen der Männer-Turnverein Gießen, der auch nur mit einer kleinen Mannschaft an diesen „Nationalen" teilnahm, 5 dritte, 6 vierte und einen fünften Sieg erringen konnte, so muß man zugeben, daß sich die MTVer (die als einzige den Gau Nordhessen vertraten) recht wacker geschlagen haben. Nachstehend die Ergebnisse: Frauenklasse. Speerwurf: 1. Frl. Fleischer, Eintracht Frankfurt a. M, 38,70 Meter; 2. Frl. Köhler, Eintracht Frankfurt a. M, 32,45 Meter; 3. Frl. Röhmig, MTV. Gießen, 30,65 Meter. Der Sieg war der bekannten Eintrachtlerin nicht zu nehmen. E. Röhmig, MTV. Gießen, trat bei einem gutem Wurf von etwa 35 Meter leider über. Kugel st oßen: 1. Frl. Fleischer, Eintracht Frankfurt a. M., 12,78 Meter; 2. Erl. von Hayn, Eintracht Frankfurt a. M, 11,62 Meter; 3. .Frl. Kalk, JG.-Sportverein Frankfurt a. M; 4. Frl. Röhmig, MTV. Gießen, 10,87 Meter. Alles ganz vorzügliche Leistungen! E. Röhmig, MTV. Gießen, erzielte ihre bisherige Bestleistung. Fünfkampf: 1. Frl. Fleischer, Eintracht Ffm.; 2. Frl. Kalk, IG.-Sportv. Ffm.; 3. Frl. Köhler, Eintracht Ffm.; 4. Frl. Röhmig, Mtv. Gießen, Frl. Röhmig (Gießen) landete durch schlechte Hochsprungleistung ganz knapp hinter der 2. und 3. Siegerin. 2ugendklasse A. 200 Meter: 1. Felix, Kölner Ballspiel-Club (ÄBC.), 26,6 Sek.; 2. Kiefer, Tv. Haßloch, 24,8 Sek.; Menges, Mtv. Gießen, 25 Sekunden. Der Männerturner, der schon den Fünfkampf und die Vorläufe hinter sich hatte, schlug sich recht tapfer. Hochsprung: An dieser Konkurrenz nahm W. Hußke, Mtv. Gießen, teil und wurde mit 1,52 Meter gemeinsam mit einem Münchener und einem Kölner Sportler nur Vierter. Diskus: 1. Küfer, SpCl. 1880 Ffm., 34,10 Meter. 2. Felix, KBC. Köln, 31,12 Meter; 3. Menges, Mtv. Gießen 31,05 Meter. Der Mtver startete erstmalig in dieser Hebung und zeigte schon eine recht schöne Technik. Fünfkampf: 1. Emmel, JG.-Spv. Ffm., 4447 Punkte; 2. Kiefer, Tv. Haßloch, 4004 P.; 3. Schäfer, Eintracht Ffm., 3802 P.; 4. Menges, Mtv. Gießen, 3767 Punkte. Menges hielt sich unter den zahlreichen Konkurrenten recht gut. W. Hußke landete an sechster Stelle. Jugendklasse B. Hochspruna: 1. Bäuchle, BSC. 99 Offenbach, 1,55 Meter; 2. Brenn, Postsportv. München, 1,50 Meter; 3. Kley, Mtv. Gießen, 1,50 Meter (durch Stechen entschieden). Für 15jährige Jugendliche ganz ausgezeichnete Leistungen! 2 00 Meter: Kley schied mit 26 Sekunden im Vorkampf aus. Leider hatte er das Pech, mit Ritzel (Offenbach) und Genal (München), dem 1. und 2. Sieger des Endlaufes, in den gleichen Dorlauf zu kommen und kam nur als dritter durchs Ziel. Zeit des Ersten im zweiten Vorlaus 26,7 Sek., Zeit des Ersten im dritten Dorlauf 26,4 Sekunden. 800 Meter: An diesem Wettkampf nahm B. Walter teil und wurde mit der guten Zeit von 2:24 Minuten noch in den letzten Metern auf den vierten Platz verwiesen. Das übrige Feld folgte erst mit etwa 40 bis 50 Meter Abstand. Speerwurf: Während Kley und Walter, beide Mtv. Gießen, schon in den Vorkämpfen ausschieden, konnte sich Eger für die Entscheidung durchringen. Mit der guten Leistung von 35,80 Meter wurde er jedoch nur Vierter, Dreikampf: 1. Ritzel, BSC. 99 Offenbach, 2519 P.; 2. Genal, München, 2463 P.; 3. Emmel, JG.-Spv. Ffm., 2319 P.; 4. Loewe, SC. 1880 Ffm., 2298 P.; 5. Kley, Mtv. Gießen, 2284 Punkte. Bei dieser auserwählten Konkurrenz machte Kley eine recht gute Figur, doch fehlt ihm noch die nötige Wettkampferfahrung und vor allem der Kampfgeist. Schwedenstaffel: 1. JG.-Spv. Ffm., 2:19,4 Minuten; 2. SC. 1880 Ffm., 2:25,6 Min.; 3. Mtv. Gießen, 2:31,4 Min.; Der Sieg war dem JG.-Spv. mit seinem ganz erstklassigen Läufermaterial nicht zu nehmen. Mtv. lief mit Walter, Eger, Kley, Möckel ein recht schönes Rennen. Holzapfel in Kastel siegreich. Bei dem in Kassel durchgeführten Olympia-Werbe- sportfest konnte H. Holzapfel im 10-Kilometer-Lauf — wir berichteten bereits kurz darüber — einen recht schönen Sieg feiern; gelang es ihm doch nach einem glänzenden Lauf bei einem auserlesenen Feld in der guten Zeit von 34:14,7 Minuten als Erster durchs Ziel zu gehen. Nach etwa fünf Runden gelang es einer aus drei Mann bestehenden Gruppe (Dieckmann, Hannover; S ch i n g , Hessen-Preußen, Kassel und Holzapfel, Mtv. Gießen) sich vom Feld loszulösen und konnte bei abwechselnder Führung den Abstand immer mehr vergrößern. Nach etwa sechs Kilometer konnte Holzapfel durch Verschärfung des Tempos auch diese beiden abschütteln. Dieckmann (Hannover), der noch vor kurzem zur deutschen Langstrecken-Elite gehörte, gab bald danach — nachdem er einige Runden versuchte dem ausreißenden Holzapfel zu folgen — das Rennen auf. Mit großem Vorsprung zerriß dann Holzapfel (Mtv. Gießen), von den Zuschauern mit starkem Beifall belohnt, als Erster das Zielband. Die Turnerinnen des Mtv. Gießen schnitten beim Kreisfrauenturnen in Grünberg ebenfalls sehr gut ab. So war, wie aus all diesen Berichten ersichtlich ist, der 26. August ein für den Männer-Turnverein Gießen sehr erfolgreicher Tag. All diese Erfolge stellen aber den Abteilungsleitern das beste Zeugnis aus und sind der beste Beweis dafür, daß in dem MTV. Gießen tüchtig zum Wohle des deutschen Volkes und zum Wohle jedes einzelnen gearbeitet wird. „Waldeslustpokalspiele^ im Radball. Bei bestem Wetter und vor zahlreichem Publikum kamen am Sonntag auf der „Waldesluft" bei Gießen erstmals die Pokalspiele um den von einem Mitglied des Wiesecker Radfahrervereins gestifteten Pokal zum Austrag. Es hatten sich zu den Punktspielen die ersten Mannschaften von „Teutonia" Krofdorf, 1885 Gießen und 1900 Wiefeck sowie die zweiten Mannschaften von Wiefeck und Krofdorf gemeldet, so daß der Sieger in 10 Spielen ermittelt werden mußte Während die erste von Krofdorf überraschend sicher sich den Sieg sichern konnte, brachten die Spiele im allgemeinen einen recht spannenden Verlauf. Die Spiele brachten folgende Ergebnisse: Krofdorf I. — Wiefeck I. 6:1 1885 I. — Krofdorf II 2:2 Wiefeck I. — Krofdorf II. 5:5 1885 I. — Wiefeck II. 10:1 Krofdorf I. — Wiefeck II. 10:0 Krofdorf I. — Krofdorf II. 9:6 Wiefeck I. — 1885 I. 5:8 Wiefeck II. — Krofdorf II. 0:10 Krofdorf I. — 1885 I. 11:7. Die Spiele 1, 4, 5 und 8 waren jederzeit eine klare Sache des Siegers. Im 2 und 3. Spiel wurde, wie auch bereits durch die Ergebnisse zum Ausdruck kommt, erbittert gekämpft. Im Spiel Krofdorf I. gegen Krofdorf II. sah es anfangs nicht nach einem so sicheren Siege der I. aus, die zweite Garnitur, diesmal gut aufgelegt, ließ sich nur schwer bezwingen. Recht interessant und spannend verlief das Spiel 85 Gießen gegen Wiefeck I. Die Wiesecker dürften hier ihre bisher beste Leistung gezeigt haben. Ihr hartnäckig geführter und jederzeit offener Kampf fand vor heimischem Publikum viel Beifall. Den Höhepunkt und gleichzeitig die Entscheidung des Wettbewerbs brachte das Spiel 1885 Gießen „Teutonia" Krofdorf (beide Rivalen bei der Be- zirksmeifterfchaft). Krofdorf hatte es sich vorgenommen, Revanche für die bei der Bezirksmetsterfchast erlittene Schlappe zu üben. Das gelang. Hart wurde um die Führung gekämpft. Bald lag diese bald jene Mannschaft mit einem Tor vor, bis sich schließlich zuletzt eine kleine Überlegenheit der Teutonen bemerkbar machte und der Bezirksmeister die Waffen strecken mußte. Konnte man hier bei Krofdorf eine kleine Formverbesferung ganz besonders tm Zusammenspiel feftfteüen, so mußte man von den 85ern behaupten, daß ihr Spiel nervöser und zerfahrener wirkte als vor einigen Wochen. Die Spiele wurden vor Beginn der Rede des Führers aus Koblenz unterbrochen und nach Beendigung derselben fortgesetzt. Die Spieler, ob Sieger oder Unterlegener dürfen mit Stolz feststellen, daß sämtliche Spiele einwandfrei und stets im Rahmen des Erlaubten durchgeführt wurden. Die Tabelle sieht wie folgt aus: Krofdorf I. 8 Punkte, 85 Gießen 5 Punkte, Krofdorf II. 4 Punkte, Wiefeck I. 1 Punkt, Wiefeck II. 0 Punkte. Das letzte Spiel Wiefeck I. gegen II. konnte nicht mehr ausgetragen werden. Bergmeisterschaft des Bezirks Gießen im ORD. Die Bezirksbergmeisterschaft führte in Wetzlar über die 1,7 Kilometer lange Strecke Solmfer Platz, Hindenburgring, Frankfurter Straße zur Spilburg. Gefahren wurde im Einzelstart von Zwei-Minutenabständen. Das Ergebnis: Bergmeister: A. M e b u s, 85 Gießen, 4,29 Min.; 2. Hch. Preis, Germania Gießen, 4,36 Min.; 3. E. Muhl, 85 Gießen, 4,54 Min.; 4. K. Horn, Steinbach, 5,21 Min.; 5. Klappert, 85 Gießen, 5,41 Min.; 6. Weber, 85 Gießen, 5,50 Min. VfB.-Heichsbahn-Leichtachletik. Bei dem am vergangenen Sonntag vom Gau XII Nordhessen in Kassel abgehaltenen Olympia-Werbesportfest zeigte sich der Vertreter des VfB.-Reichsbahn Otto Luh in ausgezeichneter Form. Er gewann das Kugelstoßen mit einem Wurf von 13,82 Meter. Der schönste Erfolg dürfte aber fein Sieg im Werfer-Fünfkampf sein, den er mit der guten Punktzahl von 3434,30 Punkte gewann. Luh erzielte innerhalb des Fünfkampfes folgende Leistungen: Kugel 13,75 Meter, Diskus 37,78 Meter, Schleuderball 54,10 Meter, Stein 9,57 Meter und Hammer 30,80 Meter. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligareservemannschaft der Gießener hatte sich am letzten Sonntag die erste Elf der sehr spielstarken „Viktoria" Nidda zu einem Gesellschaftsspiel nach Gießen verschrieben und unterlag auch erwartungsgemäß, wenn auch mit 0:2 nicht allzu hoch. Der Gastgeber konnte nicht in stärkster Besetzung antreten. Beiderseits wurden zahlreiche Chancen ausgelassen. Das faire Spiel wurde von Schiedsrichter Deibel (Wiefeck) einwandfrei geleitet. Anschließend sollte die dritte Elf der Spielvereinigung gegen Wißmars 1. Mannschaft eins der schon lange ausstehenden Gesellschaftsrückspiele austragen. Infolge falscher Benachrichtigung waren aber nur vier Gießener zur Stelle. Die vorher tätig gewesene Ligareserve sprang aber in die Bresche und half mit einigen Leuten aus. 1900 blieb mit 1:0 gegen den sehr eifrigen Gegner nur ganz knapper, aber verdienter Sieger. Die 1. Jugendelf, die immer noch in der Aufstellung probiert, daher auch nicht in bester Besetzung antrat, lieferte kein überragend gutes Spiel. Trotzdem genügte die Leistung, um die Jugendelf der „Teutonia" W.a tz e n b o r n - S t e i n b e r g mit 2:1 geschlagen nach Hause zu schicken. Ueberraschend ist die Kunde von dem schönen 4:0-Sieg der Allerkleinsten, der Schüler, über die Schüler des FC. Großen- Bus e cf. Die Kleinsten waren die Eifrigsten beim Training. „ ZC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg FL. „Teutonia“ Watzenborn-Steinberg l — „Teutonia“ Laubach I 10:1 (4:1). Im ersten Spiel nach ter Sperre trat Watzen. born-Steinberg auf eigenem Platze der 1. Mannschaft von „Teutonia" Laubach gegenüber. Laubach löste damit eine fällige Rückspielverpflichtung ein. Die Platzmannschaft hatte, da die komplette erste Garnitur nicht zur Stelle sein konnte, einige erst aus der Jugendmannschaft aufgerückte Spieler in sich ausgenommen, die sich gut einführten. Es trat somit folgende Elf auf den Plan: E. Happel; K. Schmandt, O. Fett; K. Schäfer, H. Schmandt, E. Burger; K. Jung, R. Lang, O. Happel, H. Fischer, O. Haas. Die Gäste stellten eine körperlich sehr kräftige Mannschaft ins Feld und ließen die Einheimischen, die in der ersten Hälfte mit dem Wind im Rücken spielten, vorerst nicht zu Erfolgen kommen. Gut- gemeinte Schüsse von Fischer und Lang verfehlten knapp ihr Ziel, bis dann letzterer in der 14. Minute den Torreigen eröffnete. Laubach kämpfte hart um den Ausgleich, kann aber nicht verhindern, daß Watzenborn-Steinberg zwei weitere Tore vorlegte. Bei diesem Stand überschritt E. Happel mit dem Ball den Strafraum und der fällige direkte Freistoß wird von Laubach — durch ein Mißverständnis der einheimischen Hintermannschaft — zum Ehrentreffer eingeschossen. Bis zur Pause stellte O. Happel die alte Tordifferenz wieder her. Nach Halbzeit spielten ine Gäste mit dem Wind als Bundesgenossen. Doch werten alle ihre wuchtigen, aber meist planlosen Angriffe von den Verteidigern der Platzmannschaft — obwohl beide nur aushilfsweise diese Plätze innehatten — gestoppt. Die Läuferreihe arbeitete unermüdlich, konnte sich dem Aufbau widmen und es war eine Lust, mit- zuzusehen, wie der Ball von Mann zu Mann rollte. Erfolge konnten nicht ausbleiben. Laubach wurde, trotz Gegenwind, mehr und mehr eingeschnürt und bei massiver Verteidigung fielen noch sechs schone Tore. Obwohl Laubach bis zum Schlußpfiff kämpfte, kam der Sturm kaum bis an den einheimischen Strafraum. Als Schiedsrichter amtierte Schiri Kreiling, VfB. Gießen. Die zweite Mannschaft, auch durch einige Jugend- svieler ergänzt, traf in Wieseck auf einen verstärkten Gegner und hielt sich überraschend gut. 6:10 (0:4) war das Endergebnis. Die Jugendmannschaft unterlag in Gießen der spielstarken Jugend von 1900 mit 1:2 (0:1) Toren. DieSchülermannschaft war spiel- frei. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — VfB.-R. Gießen II 4:0 (3:0). Am Sonntag empfing die erste Mannschaft der Spielvereinigung die Reserve des VfB.-Reichsbahn zum Gesellschaftsspiel. Das Spiel begann mit wech- feinten Angriffen beider Mannschaften, bis die Einheimischen ganz unverhofft in der 15. und in der 20. Minute mit 2:0 in Führung gingen. Dann wurden die Gießener etwas härter. Kurz vor der Pause sandte der Leihgesterner Linksaußen zum drittenmal den Ball in die Maschen. Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause. Nach dem Wechsel waren die Einheimischen weiter überlegen, zu einem Torerfolg reichte es aber nicht. Endlich zur Mitte der zweiten Halbzeit gelang es dem Mittelstürmer der Spielvereinigung nach feiner Kombination des gesamten Sturmes das Endresultat herzustellen. Leider hatte der Schiedsrichter das Spiel nicht in der Hand. Vor diesem Spiel trennten sich die zweiten Mannschaften von Leihgestern und Wieseck mit 1:1. Die Einheimischen zeigten, ebenso wie die durch den Torhüter und Mittelläufer der ersten Mannschaft aus Wiefeck verstärkte Gästemannschaft, recht schwache Leistungen. Den Auftakt der Spiele gab die Jugendmann- schaft. Sie schlug die Jugendmannschaft von Wiefeck mit nicht weniger denn 5:0 Toren, nachdem sie bei Halbzeit schon 3:0 geführt hatten. — Am nächsten Sonntag sind sämtliche Mannschaften spielfrei. brauche 4990>t Elisabethe Bepler im 41. Lebensjahr. Heuchelheim. Philadelphia. 29. August 1934. 14179 34181 Angeb.von wirkt. stell Schr.Ang. Interessenten u. i.0417o a.d.G.A. 4998D a.d.G.A. u. 1 Lehrmädchen Schristl. Ang, an Gebr. Seelbach- Wir suchen per 1. Oktober 1 Verkäuferin aus der Gardinen- und Bettenmenden Hausarbeiten erfahren, P. 15.9. anderw. Stell. Schr.An, Suche für mein 163/4l Mädchen, m allen vorkorn- Student (alt.Sem.) sucht zum 1. Sept. 34 gut möbl., srdl. Zimmer Preisangeb.unt. 4985V a.d.G.A. Mercedes Mk. 182.- monatlich Mk. 7.90 FranzMUCo.. Gießen Seltersweg 44 »Ten* v. kl. Familie gesucht. Preis bis zu Mk. 45. Schr. Angeb. u. 4861v an o. Greß. Anz. um Wer übernimmt ein. Steinbruch, 2 km von Bahnstation,sehrgutes Material, blauer Basalt. Schristl. Leerer parterre» Raum mit separatem Eingang zu mte» ten gesucht. Schriftliche Angebote u. 04178 an den Gießener Anzeiger erbet. Jung. Ehevaar sucht z. 1. Sept. 1-2 möbl. Zimmer m.Küch.- u.Kla- vierbenutz. Schr. Ang. u.F. D.4231 14987V» a.d.G.A. [Verschiedenes | Steuer* Beratung durch 4698D Hermann Kirchner Fernruf 4167. Morg. Donnerstag, nachmittags ab 5*/2 Uhr 45370 Zwiebelkuchen BäckereiLange Neustadt 37 Tannensägemehl z. Streuen kann laufend kostenlos abgeholt werden Anmachholz im Sommer Bill. Bestell, p Postk. Tamvnägewerk Lollar B. Nuhn, A.-G. in Lollar. Weg.Erkrankung mein. Mädchens suche ich für sofort älteres uw z. Aushilfe. Schr. Ang. unt. 5006V a. 0. Gieß. Anz. Gebildetes Mädel für nachmittags gesucht. Gute Nahkennt- nisse erforderlich. Schristl. Angeb. unter 4986V an d. Gießener An- zeiger erbeten. Für sofort wird Kinderlräulein eo. Kinüergärtn. 2. Klass, gesucht. Schr. Angeb. m. Bild,Zeugnisabschriften und Götz altsansprüch. u. 5004V an den Gieß. Anz. erbet. 19jahriges Mftdchen sucht Stelle in Privat zur Erlernung d.Haus- tzalts. Schr. Ang. u.04165a.d.G.A. [ Vermietungen"] UMM. auf dem Lande sofort preiswert zu vermieten. Schristl. Ang. u. 4978V a.d.G.A. Belle freundliche 3-Zimmer-Wohng. mit Balkon und Badezimmer z. l.Oktoberzuvcr- mieten. Schristl. Ang. unt. 4979V a. d. Gieß. Anz. Herrl. Schlaf- u. Herrenzimmer an alleinstehend, gebild. Herr od. DamelDauerm.) m.Pens.z.verm. Schr. Ang. unt. 04183 a.d. G.A. Leeres Zimmer evtl, mit Küchen- benutz. zu verm. Zu erfr. imGieß. Anzeiger. 04177 | Mietgesuche | 4-5-ZimrWohiig, m.Badu.Zubeh. z. 1.10. von sich. Mieter ges.Miete evtl, im voraus. Bei niedr. Miete wird Jnstandsetz. übern.Schr.Ang. u.4860va.d.G.A. Jung.Kaufmann sucht freundlich möbliertes Zimmer zum 1. Sept. Schr.Angeb.unt. 4997D a. d.G.A. Junge berufs- tätig.Dame sucht freundlich möbl. Zimmer per 1. Sept. Schr.Angeb.unt. 4996V a. d.G.A. [Stellenangebote] Einige ta-Mhkr sofort gesucht. Meldung Bahnhofstraße 46 V., 2~3 Uhr. 04176 TORPEDO nur BM. 188.- schon für 41*d 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhofstraße dedenflb.HotelSchfltx Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.T Haus im Park vornehme Fa- milienvens. best. Erholung und Daueraufenthalt b. billig. Preisen. Gartenstr. 10.041s, Gießen, den 29. August 1934. Die Trauerfeier findet Donnerstag, den 30. August. nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.: Familie Jakob Bepler Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. August, nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause, Brauhausstrafee 31. aus statt Todesanzeige. Gestern nachmittag 5 Uhr verschied nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unsere liebe gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Gestern morgen entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere geliebte Tochter und Schwester Hedwig Knobel In tiefer Trauer: Familie Knobel. Lollar, im August 1934. 4989 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen Frau MargareteWissemann, geb.Rain sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer Arnold für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie für die vielen Kranzspenden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Wissemann. Ur. 201 Zweiter Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 29. August 193< Aus Oer Provinzialhauptstadt. Der Wald und die Pilze. Von Erhard Fischer Wenn wir von Pilzen sprechen, denken wir zuerst an all die schönen, schmackhaften und nahrhaften Gerichte, die uns der Wald zur Spätsommerzeit spendet. Den wenigsten aber ist es bekannt, daß jene Gebilde, die der Laie als Pilze bezeichnet, nur einen ganz kleinen Teil in der Familie derjenigen niederen Pflanzen ausmachen, welche die Wissenschaft unter den Begriff „Pilze" zusammenfaßt. Im Leben der Natur spielen die Pilze noch eine weit bedeutendere Rolle, als im menschlichen Haushalt. Für die Stoffwechselumsetzung im Boden sind sie von großem Nutzen, denn ihre Tätigkeit gibt erst vielen höheren Pflanzen die Möglichkeit, ihre Nahrung aus dem Erdboden aufzunehmen. Als Erreger wichiger Pflanzenkrankheiten richten sie aber auch im Reiche der Natur unermeßlichen Schaden an. Ihrer mikroskopischen Kleinheit wegen sind sie in vielen Fällen schwer zu bekämpfen, ja zum Teil der Wissenschaft noch gar nicht alle bekannt. Der Hut, an dem der Laie einen Pilz zu erkennen und von anderen Gewächsen zu unterscheiden glaubt, ist längst nicht das allgemeine Merkmal der Pilze, sondern nur die charakteristische Form einer einzelnen Art, der sogenannten Hutpilze. Zu ihnen gehören unsere wichtigsten Nahrungspilze: der Steinpilz, der echte Reizker, der Birkenpilz, Champignon, Grünling und Pfefferling. Verhältnismäßig wenig Hutpilze sind echte Giftpilze. Diese sind: der Knollenblätterpilz, Satanspilz, Birkenreizker und der Fliegenpilz. Bestimmte Merkmale, durch die sich die eßbaren von den giftigen Pilzen unterscheiden, gibt es nicht. Geradezu lächerlich sind jene altüberlieferten Hausmittel, mit denen man sich heute noch immer vor Pilzvergiftungen zu schützen sucht. Die Schwarzfärbung eines Silberlöffels oder einer Zwiebel beim Kochen mit Pilzen oder die schnelle Verfärbung der Bruchfläche eines Pilzes an der Luft zeigt niemals die Giftigkeit an. Man mache es sich zur Richtschnur, nur solche Pilze zu sammeln, die man kennt, und sie nur in frischem Zustande als Speise zu verwenden. Der Nährwert unserer Pilze ist infolge ihres hohen Wassergehaltes und der schweren Verdaulichkeit ihrer Eiweißverbindungen nicht so hoch, wie gewöhnlich angenommen wird. Dennoch können sie bei richtiger Zubereitung wegen ihres schönen Aromas und einiger leichtverdaulicher Nährsalze ein schmackhaftes und wohlbekömmliches Gericht liefern. Weit wichtiger für unsere Volkswirtschaft als die Hutpilze sind jene zahlreichen kleinen Pilze, die das Wachstum der Bäume und der Pflanzen stark beeinflussen. Der Vegetationskörper eines Pilzes, das Myzel, besteht nämlich aus vielen feinen weitverzweigten Fäden, den sog. Hyphen. Diese bilden mit den Saugwurzeln der Pflanzen und Bäume eine Lebensgemeinschaft. Dieses aus Pilz- und Pflanzenwurzeln bestehende feine Gewebe nennt man Mykorrhiza oder Pilzwurzel. Innerhalb dieser Mykorrhiza, die ein lebenswichtiges Organ sowohl für die Bäume des Waldes als auch für die Pilze darstellt, findet dauernd ein Nahrungsaustausch statt, indem die Pilze das Eiweiß abgestorbenen organischen Materials durch ihre Fähigkeit, es in Aminosäuren umzuwandeln, für höhere Pflanzen zugänglich machen, die Bäume und Pflanzen dagegen an die Pilze organische Stoffe liefern. Im engsten Zusammenhang mit diesem Nahrungsmittelaustausch steht die Erscheinung, daß viele Hutpilze nur unter gewissen Bäumen vorkommen. Eine ganze Anzahl Pilze sind aber auch arge Feinde unserer Waldbäume und Schädlinge des Holzes Als der gefährlichste Holzzerstörer ist hier an erster Stelle der Hausschwamm zu nennen, schon im Altertum als der „Aussatz" der Häuser bekannt. Er bewirkt durch seine zersetzende und auszehrende Tätigkeit ein schnelles Schwinden und Mürbewerden des Holzes. Die durch ihn angerichteten Schäden belaufen sich jährlich in die Tausende. Ein ganzes Heer anderer Pilzschädlinge befällt unsere Waldbäume und kann sie zum Absterben bringen. Vereidigung in Gießen. In der Neuen Aula der Universität fand gestern die feierliche Vereidigung der Bürger- meister und Beigeordneten und Lehrer im Kreise Gießen, sowie der Arnts- vorstände verschiedener staatlicher Behörden im Kreise Gießen auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler statt. Der denkwürdigen Feier entsprechend war die Aula würdig geschmückt. Das Bild des Führers, von den Fahnen des Dritten Reiches umgeben, Blattpflanzen und zwei große Hakenkreuzfahnen an der Stirnseite des Saales gaben der Aula ein besonderes Gepräge. Die Vereidigung wurde von dem Sauinspekteur, Kreisleiter und Kreisdirektor Klostermann vorgenommen, der seiner Ansprache das Wort des Führers, das er vor einigen Jahren gesprochen, „Wir werden einmal Deutschland sein!", voranstellte. Der Führer habe es ausgesprochen, so fuhr er fort, als die meisten Volksgenossen noch nicht an die Wahrheit dieses Wortes zu glauben vermochten und £ie Nationalsozialisten, selbst nur von ihrem Idealismus getragen, die Wirklichkeit dieses Wortes erhofften. Das Wort fei wahr geworden. Der Rationalfozialismus fei Deutschland, der Führer sei der Führer des Staates, der Wehrmacht, der Träger der Verantwortung Deutschlands vor der Wett, er sei so auch der naturgegebene Führer der Beamten des Staates. Der Kampf um die Macht fei abgeschlossen. Dieser Tatsache sei die gesetzliche Untermauerung und dem Gesetz die innere Kraft gegeben worden durch die Volksabstimmung. Der Beamte soll den Eid nichts leisten auf eine Idee, sondern er solle ihn einem Manne leisten und sich ihm zum Gehorsam verpflichten. Damit solle gleichzeitig nach außen hin kundgetan werden, daß Deutschland e i n Reich, e i n Staat geworden sei. Es gebe heute unter den Beamten keine Unterschiede mehr, alle folgten dem Willen eines Mannes, dem Willen des Führers. Sie alle, die hier versammelt seien, seien Repräsentanten des Staates, sie alle mühten zu erfassen versuchen, was der Führer wolle, mühten helfen, das in die Tat umzusehen, was der Führer für das deutsche Volk erreichen wolle. Den Bürgermeistern und Lehrern seien hier besondere Aufgaben erwachsen, sie mühten, weil sie mit der Bevölkerung in engster Berührung ständen, in besonderem wirken und den Willen des Führers vollenden helfen. Dem Lehrer obliege die große Aufgabe, die Schüler in nationalsozialistischem Geiste zu erziehen. Wir alle trügen die Verantwortung dafür, daß nach einem zweitausendjährigen Kampfe das Ziel erreicht werde: ein einiges Deutschland! Lehrer und Bürgermeister seien mit berufen, deutsche Geschichte zu machen. In jedem Dorfe, in der Verwaltung, in jeder Schule werde deutsche Geschichte mitgestaltet. „Rehmen Ste den Eid als mehr, denn als ein bloßes Versprechen — so schloß der Redner — nehmen Sie ihn als ein Versprechen zu völliger Hingabe in der Treue zum Führer des nationalsozialistischen Staates. Wenn sich der Führer auf alle berufenen Kräfte stützen könne, dann könne er Deutschland freimütig vor dem Ausland in allen feinen Lebensfragen vertreten. Im Anschluß an die Ansprache verlas Kreisdirektor Klostermann die Eidesformel, die von sämtlichen Beamten nachgesprochen wurde. Mit der Unterzeichnung der schriftlichen Bestätigung der Vereidigung fand der feierlche Akt seinen Abschluß. Hierher gehören der Hallimasch, der Blasenrost der Kiefer, der Krebs der Weißtanne und Lärche, sowie der Meltau an den Blättern und jungen Trieben unserer Eichen. NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen An sämtliche Ortsgruppen- und Stützpunktamtsleiter der N S. - V o l k s w o h l f a h r t des Kreises Gießen Ab Donnerstag, 30. August, sind in unseren Geschäftsräumen die Abzeichen für die am Sonntag, 2. September, stattfindende Sammlung „Mutter und Kind", sowie sonstige sehr eilende und dringende Sachen abzuholen. Wir erwarten, daß an diesem Tage die Abholung bestimmt erfolgt, um die Sammlung nicht evtl, zu gefährden. Heil Hitler! Gez. K l ö ß, Kreisamtsleiter. F. d. R.: Gez. Mohaupt, Kreisgeschäftsführer. NGL». Gefchichtl. Fachschaft. Donnerstag, den 30. August, 17 Uhr, im Seminarzimmer der Oberrealschule. Der Tag der Hunderttausend Der Tag der 100 000 in Frankfurt a. M. rückt von Stunde zu Stunde näher. Jeder deutsche Junge freut sich darauf, am nächsten Samstag und Sonntag in Frankfurt zu sein, mit den Kameraden aus der Pfalz, vom Rhein und aus Hessen zusammen zu marschieren, in Sport und Spiel in friedlichem Wettkampf die Kräfte zu messen, den Reichsjugendführer Baldur v. Schirach zu sehen und sprechen zu hören, mit dabei zu sein bei der Weihe der Fahnen, dem Symbol dieser Jungen in dem stolzen Bewußtsein, bei diesem Bekenntnis zu Deutschland einer zu sein, der dieser einigen, zusammenhaltenden deutschen Jugend angehört. Man könnte deshalb bestimmt annehmen, daß jeder deutsche Volksgenosse dieser Jugend mit Rat, Tat und Unterstützung zur Seite steht. Aber dem scheint nicht so zu sein, denn man hört vereinzelt, daß Leute versuchen, der Jugend Schwierigkeiten au bereiten. Da ist ein Bäcker, der meint, ohne seinen Lehrjungen würden die Brote nicht geraten, oder der Ofen könnte ausgehen, dort ist ein Kaufmann, der seinen Gehilfen nicht entbehren kann, da dieser ihm morgens den Laden aufschließt und dergleichen Dinge mehr. Wir „bitten" deshalb nochmals alle Unternehmer, Führer von Betrieben und Kaufleute, den in ihrem Betrieb beschäftigten Jungen den kommenden Samstag frei zu geben, damit alle in Frankfurt dabei fein können. Die Führung des Bannes 116. I. A. gez. Waag. Ein Wort zur „blonden KathreiiS. Die Gießener Studentenschaft ersucht uns um die Veröffentlichung der nachstehenden Zeilen. D. Red. Im Gießener Lichtspielhaus läuft zur Zeit der Film „Bei der blonden Kathrein", ein operettenmäßig aufgezogener Querschnitt „durch das sonnige Studentenleben", der dem unbefangenen Volksgenossen die Meinung aufdrängen muß, der Student sei ein gewissenloser Schmarotzer am Dolkskörper, und der an nichts anderes als Boxbeutel und dicke Brasils denkende Fettwanst Krambambuli und sein schnoddriger versumpfter Filius verkörperten den Typ des deutschen Studenten. In einem kärglichen Vorwort wird zwar erklärt, daß der Film nur oas Vorkriegsleben der Studenten parodieren wolle. Ganz abgesehen davon, daß dieses Vorwort nur eine schwache Konzession ist an die Empörung, die dieser Film in deutschen Universitätsstädten (Berlin, Königsberg, Jena und Kiel) hervorgerufen hat, so ist dieses kurze Vorwort schnell vergessen, und im Bewußtsein des Beschauers bleibt nur der Eindruck, so also ist das Studentenleben. Wenn auch das Vorkriegsleben der Studenten gleichwie das Leben des ganzen deutschen Volkes im Verhältnis zu unserem heutigen ein sorgloses zu nennen war, so müssen wir uns die Langemarckkämpfer der Studentenschaft, die mit dem Burschenband unter dem grauen Rock und mit reinem Mut und Glauben an das ewige Deutschland gefallen sind, ganz anders vorstellen, als diese vertroddelten, und sich im Dauerzustand alkoholiger Vergiftung befindlichen Studentenmimiker. Der Film selbst — es erübrigt sich auf die seichte Handlung einzugehen —, eine Studentenliebelei. Daß ein derartiges, opperettenhastes Thema aus dem Studentenleben behandelt wird, das kann man in unserer heutigen notoollen Zeit nicht erfreulich finden; aber dagegen kann man nicht protestieren. Aber daß dieses lächerliche Thema in einer jedem nationalsozialistischen Empfinden hohnsprechenden, perfiden Weise verarbeitet wird, das treibt dem jungen Studenten die Schamröte ins Gesicht und ruft zum Protest auf. Warum werden in jedem Studentenfilm immer nur diese verantwortungslosen Außenseiter des akademischen Lebens gezeigt? Warum läßt der Film den Volksgenossen nicht einmal einen Blick in das wirkliche studentische Leben werfen, in die Vorlesungs- und Seminarräume, in die Kliniken und Institute, in seine Examensarbeit und Nöte? Wenn die Studentenschaft sich auch bewußt ist, daß sie mit ihrem Protest vielleicht nur eine un- reiwillige Propaganda für den Film treibt, so muß ie doch gegen die zersetzende Tendenz dieses Filmes chärfsten Einspruch erheben. Das hat schließlich auch der „Berliner Doktor" getan, als er mit weißen Mäusen gegen den jüdischen Film „Im Westen nichts Neues" im Berliner Filmpalast protestierte. Aber er und seine Getreuen haben damals gezeigt, daß deutsche Volksgenossen Wache stehen am deutschen Kulturleben. Und das wollen wir, die Gießener Studentenschaft, als Teil des Gesamtvolkes auch heute zeigen: Wir leben im Hitlergeist und halten Wache im Gedenken an unsere großen Kameraden Walter Flex, Albert Leo Schlageter, Horst Wessel. Die Gießener Studentenschaft, stuck. Maurer. Gemeindefeier der Marknsgemeinde. Am Sonntag hielt die Markusgerneinde ihre alljährliche Sommerfeier mit der Kinderkirche auf der Hardt. Das wundervolle Wetter war gewiß auch mit Äeranlafsung, daß der Besuch aus der Markus- aemeinde so überaus stark war und auch zahlreiche Gäste aus anderen Gemeinden sich eingefunden hatten. Nachdem der festliche große Zug der Kinder unter flotter Marschmusik auf der Hardt angekommen war, eröffneten ein kurzes Grußwort des Ge- meindegeistlichen Pfarrer Becker und gemeinsames Lied die Feier. Die Veranstaltung war unter die Losung des Luther-Wortes aestellt: „Seid fröhlich, denn ihr habt große ®üterr Die große Kinderschar war beschäftigt durch mannigfache Spiele unter der Leitung der Helferinnen und der Kirchen- vorsteher, die sich in selbstlosem Dienst dem kleinen Volk widmeten. Die Gefolgschaft 3 der HI., meistens Jungen aus der Markusgerneinde, war mit Fahne erschienen und fand mit ihrem echten Rüpelspiel und dem Lagerzirkus viel Beifall. Aber ganz besondere Freude Bereitete der Kasperle, der durch seine tollen Streiche bei jung und alt viel Lachen auslöste. Auch die großen Brezelkörbe erschienen und waren nicht leer, wurden aber bald leer, da viel Hände sich darnach ausstreckten. Während so Kinder und Jugend froh waren, erklangen die gemeinsamen Lieder, und die Kapelle (Verein für christliche Musik) unterhielt durch gute musikalische Darbietungen. Auch die Choralvereinigung der Stadtkirche unter Leitung von Lehrer Simon wirkte in freundlicher Professor Hans pfitzner erhält den Frankfurter Goethepreis. Im Rahmen einer schlichten Feier wurde dem Komponisten Professor Dr. Hans Pfitzner im Goethehaus am Hirschgraben der Goethepreis der Stadt Frankfurt überreicht. Nachdem das Adagio Molto aus opus 10 von Beethoven verklungen war, begrüßte Frankfurts Oberbürgermeister, Staatsrat Dr. Krebs, Professor Dr. Hans Pfitzner. 8= & t t den Komponisten: „Wie alljährlich, so treten wir auch heute am Geburtstage und im Geburtshause des größten Sohnes unserer Vaterstadt und unseres Volkes zusammen, um einen Meister und Künstler der Gegenwart in seinem Geiste zu feiern und zu ehren: Professor Dr. ehrenhalber Hans Pfitzner. In einstimmigem Beschlüsse hat das Kuratorium der Stiftung ihn wegen seiner überragenden schöpferischen Leistungen auf dem Gebiete der Tondichtungen für würdig erachtet, mit dem Goethe- preis ausgestattet zu werden. Nach der Satzung dieser Stiftung soll der Preis einer Persönlichkeit zuerkannt werden, deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist. Dem Kreise dieser Auserwählten gehört Professor Dr. Hans Pfitzner an. In seinen Werken finden wir nicht den Niederschlag verstandesmäßig erklügelter Tonsetzung, sondern die Verkörperung des Ringens und der Sehnsucht des echten deutschen Menschen nach letzter Vollendung, der unter dem Zwange der in ihm wirkenden schöpferischen Kräfte seinem inneren Gesetz gemäß feinen tiefsten und innigsten Gedanken und Empfindungen Ausdruck verliehen hat. Es erfüllt uns mit besonderer Befriedigung, daß Ihre Wahl, sehr geehrter Meister, in der deutschen Kulturwelt vollste Zustim- mung gefunden hat." — Nachdem Dr. Krebs die Verbundenheit Pfitzners mit der Stadt Frankfurt und fein Schaffen gewürdigt hatte, verlieh er ihm die Urkunde des Preises, bie folgenden Wortlaut hat: „3m Jahre 1934 verleiht die Stadt Frankfurt am Main den von ihr gestifteten Goethepreis dem Tondichter Professor Dr. e. h. Hans Pfitzner aus München. Die Ehrung gilt dem deutschen Tonschöpfer, dessen Schaffen in Lied, Symphonie und Musikdrama der deutschen Musik erhabenen Ausdruck verliehen hat. Die Ehrung gilt dem Kämpfer für deutsche Art, der zur stolzen Besinnung auf die hohe Ueberlieferung der deutschen Kunst und zu unerschütterlichem Glauben an ihre Zukunft aufgerufen hat. Frankfurt, 28.8.34. Der Oberbürgermeister gez. Dr. Krebs Preußischer Staatsrat." In seinen Dankesworten betonte Professor Pfitzner, daß er die große Verantwortung, die durch die Verleihung des Preises ihm auferlegt sei, immer so zu erfüllen gedenke, wie er es einmal in einem seiner Werke geschrieben habe: Jeder Mensch hat das Recht an sich zu arbeiten, der Künstler darf nur feinem Werke leben. Aus diesem Genius oder besser gesagt Dämon heraus habe Goethe gesoffen, und von diesem Drang besessen müsse jeder wahrhafte Künstler wirken. Er selbst habe die Vertonung von fünf Goetheliedern am Altar des Zünftlers niederlegen dürfen. Trotzdem eine Vertonung goethescher Gedichte unendlich schwierig sei, würden fast alle Komponisten immer wieder von dieser Aufgabe angezogen, eben weil Goethes Lieder selbst Musik seien. Im Himmel Dantes gebe es keine menschlichen Gestalten, sondern nur Symbole. Ein solches Symbol sei den Gebildeten des ganzen Erdkreises und uns Deutschen besonders auch Goethe. Zum Beschluß der Feierstunde fang die Kölner Konzertsängerin Gisela D e r p s ch, vom Meister selbst begleitet, die Goethelieder „Der du von dem Himmel bist" und „Mailied". — Anschließend trug sich Hans Pfitzner in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein. Am Abend fand in feinem Beisein in der Oper eine Festaufführung seiner „Palest r i n a" statt. 6od)fd)ulnroch°n-s forti-rt-s. _ 1914 (bis 30. August): Schlacht bei Obst zum Prm - non 5,50 RM )e 5(Lkg verkauft Quentin. - 1916: Hindenburg wird Chef des worden em oll. Angesichts dieser Mitteilung kann Deutlcken Generalstabes dem Obsterzeuger in bezug auf die Obsternte unb ^euIia)Cn ^eneraipaoes. den Obstabsatz nur größte Ruhe und Besonnenheit x*oviiott^cn. empfohlen werden. Es besteht keinerlei Veranlassung — Tageskalen der für Mittwoch: zu irgendwelcher Beunruhigung. Die Obsternte in Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bei der blonden Deutschland ist nicht so groß, als daß Obst um Kathrein". jeden Preis abgesetzt werden muß. Don bem -errn * Das Recht im täglichen Leben. Das Strafregister nach neuestem Recht. Don Landgerichisrat Or. Bergmann. Das Strafregister ist eine sehr bedeutsame Ein- richtung unseres Strafrechts. Es enthält, abgesehen von einigen Uebertretungen, alle Kriminalstrafen und sonstigen Maßnahmen, die gegen eine Person wegen einer Straftat ausgesprochen worden sind, Daneben gibt es auch noch polizeiliche Listen, die sich hauptsächlich auf das Strafregister stützen. Wird jemand unter Anklage gestellt, so werden gewöhnlich seine Vorstrafen geprüft. Von ihrem Vorhandensein, ihrer Zahl und Art hängt es oft ab, ob dem Angeklagten die neue, ihm zur Last gelegte Tat, überhaupt zuzutrauen ist. Ferner sind die Vorstrafen für die Bemessung der Höhe der Strafe und besonders für die Feststellung des Rückfalls, z. B. bei Diebstahl und Betrug, ausschlaggebend. Auch die sonstigen Vermerke, die neuerdings das Strafregister enthält, sind für die Beurteilung der Persönlichkeit maßgebend. Damit nun aber die Vorstrafen dem Verurteilten nicht für immer nachgetragen werden können, sind Bestimmungen getroffen worden, denen zufolge nach einer bestimmten Zeit über die Vorstrafen nur noch beschränkt Auskunft gegeben werden darf. Voraussetzung ist allerdings, daß keine neue Strafe hinzukommt. Nach einem weiteren Zeitraum kann dann die gänzliche Tilgung der Strafe eintreten. Die Strafregister werden grundsätzlich bei der Staatsanwaltschaft desjenigen Landgerichts geführt, in dessen Bezirk der Betreffende geboren ist. Für Personen, die im Auslande geboren sind, wird das Strafregister im Reichsjustlzministerium in Berlin geführt. Das gilt auch für solche, die in Gebieten geboren sind, die erst durch den Vertrag von Versailles abgetrennt worden sind, z. B. Elsaß- Lothringen, Posen und Westpreußen. Durch die neuen Gesetze ist der Inhalt des Strafregisters wesentlich erweitert worden. Während er sich bisher hauptsächlich in der Registrierung der Strafen erschöpfte, sind heute auch alle Nebenfolgen einer Straftat und Maßnahmen der Sicherung und Besserung einzutragen, besonders Unterbringung Unzurechnungsfähiger in einer Heil- und Pflegeanstalt, Unterbringung in einer Trinkerheilanstalt, einem Arbeitshaus, Sicherungsverwahrung, Entmannung, Untersagung der Berufsausübung. Hierher gehören ä. B. die Zurücknahme der Konzession und die Untersagung des Kleinhandels mit Bier ober Wein nach den §§ 12 und 13 des Gaststättengesetzes. Nicht hierunter fällt dagegen die Versagung einer nachgesuchten Konzession. Sodann kommen in oas Strafregister Verfügungen der Verwaltungsbehörden, durch die ein Ausländer aus dem Reichsgebiet verwiesen wird, endlich auch die Freisprechung Unzurechnungsfähiger und ihre Entmündigung. — Man sieht, daß die heutige Bedeutung des Strafregisters weit über den früheren Rahmen hinausgeht. * Eine Auskunft aus dem Strafregister wird grundsätzlich nur an Behörden erteilt, beson- ers an Gerichte und die Polizei. Privatpersonen erhalten in der Regel keine Auskunft. Neuerdings kann jedoch der Leiter der Strafregisterbehörden genehmigen, daß einer Privatperson auf ihr Verlangen über den sie selbst betreffenden Inhalt des Strafregisters Auskunft erteilt wird. Die Genehmigung soll jedoch nur dann erteilt werden, wenn ein polizeiliches Führungszeugnis nicht erlangt werden kann, ober wenn sonst ein oerechtigtes Interesse an ber Erlangung ber Auskunft bargelegt ist. Die beschränkte Auskunft über eine Strafe tritt bei Gelbstrafen unb Freiheitsstrafen von höchstens drei Monaten nach fünf Jahren ein, sonst nach zehn Jahren, immer jedoch unter ber Voraussetzung, baß keine neue Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe hinzukommt. Ist also jemanb am 1. Juli 1924 wegen Diebstahls zu einer Woche Gefängnis verurteilt worben, so barf vom 1. Juli 1929 ab über biese Strafe nur noch beschränkte Auskunft erteilt worben. Ist aber am 1. April 1926 gegen ihn abermals auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat erkannt worben, so tritt bie beschränkte Auskunft über beibe Strafen erst am 1. April 1931 ein. Nur eine Gelbstrafe verlängert bie Frist nicht. Die zehnjährige Frist beginnt erst, wenn bie Strafe vollstreckt, verjährt ober erlassen ist. Doch wirb bie Bewährungsfrist angerechnet, wenn bie Strafe nachher erlassen wird. Die beschränkte Auskunft äußert sich barin, baß bie Strafe nicht ben Polizeibehörben, auch nicht ben unteren Verwaltungsbehörben mitgeteitt werben barf, unb baß bei ber Mitteilung befonbers hervor» gehoben werben muß, baß bie Verurteilung ber beschränkten Auskunft unterliegt. Eine Beschränkung ber Auskunft kommt nicht in Frage für Der- urteUungen zum Tobe unb zu Zuchthaus, ferner nicht für Urteile, burch welche bie Unterbringung in einer Heil- unb Pflegeanstalt, die Sicherungsverwahrung ober bie Entmannung cngeorbnet wirb. Die Tilgung bes Strafvermerks hat bei Gelbstrafen ober Freiheitsstrafen von höchstens einer Woche nach fünf, in allen übrigen Fällen nach zehn Jahren feit bem Tage ber beschränkten Auskunfterteilung zu erfolgen. In ben obigen Beispielen würbe also im ersten Falle bie Tilgung ber Gefängnisstrafe von einer Woche am 1. Juli 1934, im zweiten Falle bie Tilgung beiber Strafen erst am 1. April 1941 zulässig sein. War ber Täter zur Zeit ber Tat noch nicht achtzehn Jahre alt, so beträgt bie Frist, nach beren Ablauf beschränkte Auskunft unb Tilgung zulässig finb, brei ober sechs Jcchre. War also ber Angeklagte in obigem Beispiel zur Zeit ber ersten Tat erst siebzehn Jahre alt, so beginnt bie beschränkte Auskunft im ersten Falle am 1. Juli 1927. Die Tilgung ber Strafe ist vom 1. Juli 1930 an zulässig. Im zweiten Falle beginnt bie beschränkte Auskunft für beibe Strafen erst am 1. April 1931. Die Tilgung beiber Strafen barf erst am 1. April 1941 erfolgen. Hier tritt also infolge ber zweiten Strafe bie Vergünstigung für bie Tat bes Jugenblichen nicht in Kraft. Ausnahmsweise kann bie Tilgung burch einen Akt der Landesjustizverwaltung vorzeitig ange- ordnet werden, davon ist jedoch nur in ganz besonde- ren Fällen Gebrauch zu machen. Umstände, die alle Verurteilten mehr oder weniger treffen, sollen nicht berücksichtigt werden. Nur wo die Tilgungsfrist eine ungewöhnliche Härte bedeuten würde oder sich die Aburteilung jahrelang nach der Tat verzögert hat, ober bei offensichtlichen Fehlsprüchen soll ber Straf- vermerk vorzeitig getilgt werben. Die Tilgung einer Bestrafung im Strafregister hat auch zu geschehen, wenn ein Jugenblicher zur Zeit ber Tat noch nicht vierzehn Jahre alt war (§ 46 bes Jugenbaerichtsgesetzes). Das hat seinen Grunb barin, baß durch § 1 bes Jugenb- gerichtsgesetzes bie Strafmünbigkeit von zwölf auf vierzehn Jahre heraufgefetzt worben ist. Ferner unterliegen auch blejenigen Verurteilungen der Tilgung, bie burch bie Amnestien erlassen woroen sinb. Die Wirkung ber Straftilgung ist bie, baß bie Strafe für ben Strafrichter als nicht erfolgt gilt. Sie kann also nicht mehr bie Voraussetzung bes Rückfalls begrünben. Dagegen ist ber Verurteilte weiter verpflichtet, bei einer Vernehmung als Zeuae auf Befragen bie Begehung ber Straftat, bie Verurteilung zur Strafe unb ihre Verbüßung wahrheitsgemäß anzugeben. Zum Schluß noch einige Worte über bie polizeilichen Listen: Die Vorschriften über Auskunftsbeschränkungen unb Tilgung gelten auch für sie. Demnach dürfen Strafvermerke, bie ber Auskunftsbeschränkung unterliegen, nicht allen Behör- ben mitgeteilt werben. Sie müssen bem Publikum gegenüber verschwiegen werben, also bei Ausstellung polizeilicher Führungszeugnisse außer Betracht bleiben. Es heißt bann, baß „in ben volizeilichen Listen eine Strafe nicht verzeichnet ist." Fragt jeboch eine Polizeibehörbe bei einer anberen nach ben Vorstrafen einer Person, so fällt bie Antwort nicht unter ben Begriff ber „Auskunft". Solche Anfragen bürfen vielmehr unbeschränkt erlebigt werden, ba bie Polizeibehörben insoweit als einheitliche Organisation gelten. Oie Aussteuer der Tochter. Der Anspruch einer Tochter — auch ber Aboptiv- tochter — auf Gewährung einer Aussteuer beruht auf gesetzlicher Grunblaae (§ 1620 BGB.). Es taucht immer roieber bie Frage auf, warum nur bie Tochter eine Aussteuer erhält. Hiermit will bas Gesetz einen gewissen Ausgleich schaffen, benn ein Sohn hat Anspruch barauf, daß er eine ber Stellung seiner Eltern entsprechenbe Ausbilbung erhält. Der Anspruch ber Tochter ist gesetzlich begrünbet unb aus biesem Grunbe auch einklagbar. In ben meisten Fällen wirb ber Vater einroenben, baß er nicht imftanbe fei, etwas zu geben. Der Vater ist auch nur insoweit zur Leistung verpflichtet, als sein stanbesgemäßer Unterhalt nicht gefährbet wirb. Ist ber Vater gestorben ober ist er außerstanbe eine Aussteuer zu gewähren, so ist bie Mutter, falls sie Vermögen besitzt, bazu verpflichtet. Besitzt bie Tochter selbst soviel Vermögen, um sich eine Aussteuer zu beschaffen, so finb bie Eltern zu nichts verpflichtet. Unter einer Aussteuer versteht man sämtliche zur Errichtung eines Haushalts erforberlichen Gegenstänbe, auch Kleibung unb Wäsche für bie heiratenbe Tochter. Abgesehen von bem Fall ber Leistungsunfähigkeit der Eltern sind diese auch dann nicht verpflichtet, eine Aussteuer zu gewähren, wenn sich bie Tochter ohne bie Einwilligung der Eltern verheiratet hat, wenn bie Eltern gesetzlich berechtigt finb, ihrer Tochter ben ihr zustehenben Pflichtteil zu entziehen, ober wenn bie Tochter von einem Elternteil bereits für eine frühere Ehe bie Aussteuer erhalten hat. Das Gesetz sagt nichts Bestimmtes über bie Höhe unb ben Umfang ber Aussteuer. Dies richtet fick vielmehr nach ber sozialen Stellung ber Eltern und bes Ehemanns ber Tochter. Ist zu befürchten, baß bie Eltern bei ber Auswahl ber Gegenstänbe nicht bie erforberliche Sorgfalt walten lassen, so sind sie unter Umftänben verpflichtet, ben erforberlichen Gelbbetrag zur Beschaffung ber Gegenstänbe zu gewähren. Sinb in einer Familie mehrere Töchter vorhanden, so hat jede den gleichen Anspruch. Es ist deshalb auf noch unverheiratete Töchter bei ber Ausstattung einer Tochter Rücksicht zu nehmen. Haben bie Eltern eine Aussteuer bereits vor ber Ehe gegeben, fo können sie, falls bie Ehe nicht zustande gekommen ist, bas Gegebene zurückforbern. Für bie Geltenbmachung bes Anspruches ist es ohne Bebeutung, ob bie Tochter minderjährig oder volljährig ist, ob sie unter elterlicher Gewalt steht ober nicht, ob sie verheiratet, verwitwet ober geschieben ist. Will eine minberjährige Tochter, bie unter elterlicher Gewalt steht, gegen bie Eltern klagen, so muß für sie ein Pfleger bestellt werden. Wann der Ehemann berechtigt ist, ben Anspruch auf eine Aussteuer geltenb zu machen, richtet sich nach bem jeweiligen ©üterftanb, in benen bie Eheleute leben. Bei oem gesetzlichen ©üterftanb gehört ber Anspruch zum eingebrachten Gut. Der Ehemann ist baher berechtigt, biesen Anspruch in seinem Namen geltenb zu machen. Solange bie Tochter mit ihrem Ehemann keinen eigenen Haushalt errichtet hat, sinb bie Eltern auch nicht verpflichtet, eine Aussteuer zu gewähren, ba biese zur Errichtung bes Haushaltes bienen soll. Der Anspruch auf eine Aussteuer ist nicht übertragbar unb baher auch nicht ber Pfänbung unterworfen. Die Tochter kann auf ihren Anspruch verzichten. Auch hier ist für ben Fall, baß bie Tochter mit ihrem Ehemann im gesetzlichen ©üterftanb lebt, eine Genehmigung bes Ehemanns erforberlich. Der Anspruch verjährt innerhalb eines Jahres, von ber Eingehung ber Ehe an gerechnet. Wann sind Mchhandler umsatzsteuerfrei? Von Bücherrevisor Rich. Vieh, Weißenfels. Das Finanzgericht in Magbeburg hat über biese Frage eine sehr wichtige Entscheibung gefällt. Nach bem Urteil vorn 3. Juli 1932 würbe ber Berufung bes Klägers bahingehenb stattgegeben, baß derUm- satzsteuerbescheib bes Finanzamtes aufgehoben unb baß festgestellt würbe, nur bie Provision als solche sei umsatzsteuerpflichtig. Dem Urteil liegt folgenber Tatbestanb zugrunbe: Das Finanzamt hatte bie Milchhänbler eines Milch- Hofes zur Umsatzsteuer in voller Höhe herangezo- gen. Es würbe bann mit bem Finanzamt bie Vereinbarung getroffen, baß ein Fall im Wege ber Berufung burch bas Finanzgericht entschieben werben solle. In ber Berufungsbegrünbung würbe von mir als Vertreter bes Klägers auf ben Umftanb hingewiesen, baß ber Berufungskläger wohl selbständig ist, aber im Sinne bes § 3 ber Ziffer 6 bes Umsatz- steuergesetzes als felbftänbiger Hanbelsagent anzu- iehen sei. Das Finanzamt führte bemgegenüber an, daß bie Milchhänbler bes Milchhofes als felbstän- bige Unternehmer zu betrachten feien, benn ihnen gehöre bie Kunbfchaft, sie hätten selbst bas Risiko für Außenstänbe zu tragen usw. Diesem Einwanb hielt ich gegenüber, baß er unerheblich sei. Erheblich ist, baß bie Milchhänbler bie Ware auf Rechnung erhalten, bie nicht verkaufte Ware roieber an ben Milchhof nachmittags zurückliefern unb wöchentlich abrechnen. Ferner feien sie an bie vom Milchhof festgesetzten Verkaufspreise gebunben unb könnten bie Milch roeber billiger noch teurer n-'t« kaufen. Der Milchhof gibt bem Hänbler nur eine bestimmte Provision vom Verkaufspreis. Die Ansicht bes Finanzamtes, baß sie bann Angestellte des Milchhofes sein müßten, wenn sie umsatzsteuer- frei bleiben wollen, würbe ebenfalls bementspre- chenb wiberlegt. Es ist ferner zu beachten, baß bie Wagen, auf benen bie Molkereiprobukte von ben Milchhänblern im Orte ausgefahren unb verkauft werben, bem Milchhof gehören, währenb bas Pferb usw. Eigentum bes Milchhänblers ist. Das Finanzgericht in Magbeburg hat in richtiger Erkenntnis ber Sachlage folgenbe Punkte ber Entscheibung bes Gerichts vorgelegt, ob ber Berufungsführer Angestellter ober felbftänbiger Unternehmer ist. Ist er letzteres, bann ist zu unterscheiben, ob er in eigenem ober fremben Namen auftritt. Auf ben Wagen steht nicht bie Firma bes Hänblers, fonbern bie bes Milchhofes. In feinen E n t f ch e i b u n g s g r ü n b e n sagt bas Urteil folgenbes: „Es bestehen brei Möglichkeiten: Ist ber Berufungsführer Angestellter bes Milchhofes, fo ist er von ber Umsatzsteuer frei. Ist er bagegen selbstän- biger Unternehmer, so ist zu unterscheiben, ob er im eigenen ober im fremden Namen auftritt. Tritt er im eigenen Namen auf, so ist er mit dem gesamten vereinnahmten Geld steuerpflichtig. Tritt er dagegen in fremden Namen auf, fo ist er nur mit einer Provision steuerpflichtig. Die Frage, ob jemand Angestellter, also unselbständig 'ist oder selbständig, ist lediglich nach dem Jnnenverhältnis zu den Personen, deren Waren er vertreibt, zu beurteilen. Steht fest, daß jemand selbständiger Unternehmer ist, so bestimmt sich die weitere Frage, ob er im eigenen ober im fremben Namen hanbelt, lebiglich nach ben Beziehungen, in bie er zu ben Abnehmern ber Ware getreten ist (Urteile bes Reichsfinanzhofs vom 5. Oktober 1928 unb vom 21. März 1931 — V A 320 unb 679/28 — Reichssteuerblatt 1929 S. 69 unb 1930 S. 385, ferner Urteil bes Reichsgerichts vom 14 Juni 1928 — 2 D 1040/27 — Rechtsspruch 80 zu 8 1 Nr. 1 USTG.). Als unselbstänbig ist jemanb bann anzusehen, wenn er feine volle Arbeitskraft dem Dienstherrn in ber Weife zur Verfügung stellt, baß er verpflichtet ist, ben Weisungen bes Dienstherrn hinsichtlich bes Arbeitsortes, ber Arbeitszeit, ber Arbeitseinteilung unb ber Arbeitsweise unbebingt Folge zu leisten (Urteil bes Reichsfinanzhofes vom 5. Oktober 1928 VA 504/28 Reichssteuerblatt 1928 S. 354). Wenn auch nach biesem Urteil bie Tatsache, baß jemand für mehrere Firmen als Vertreter tätig ist, für felbftänbige Unternehmerschaft besroegen spricht, weil keine ber Firmen bie volle Arbeitskraft in Anspruch nehmen unb uneigeschränkt unb ohne gegenseitigen Wiberstreit bindende Weisungen erteilen kann, so zwingt anbererseits bie Tatsache, baß jemanb verabrebungsgemäß nur für eine Firma tätig sein barf, nicht zu der Annahme eines Angestelltenverhältnisses (Urteil bes Reichsfinanzhofes vom 10. April 1929 — VA 861/28 — Reichssteuerblatt 1929 S. 375 unb vom 5. Juli 1929 — VA 54/29). Ebensowenig brauchte ein solches Verhältnis etwa aus ber Binbung an einem bestimmten Bezirk, an bie Zeit, in ber er im ganzen zu bearbeiten ist, an Preis- unb ßieferungsbebingungen gebunben ist, geschlossen zu werben (Urteil bes Reichsfinanzhofes vom 18. Juni 1929 — VA 950/28 — Reichssteuerblatt 1929 S. 501). Enifcheibenb ist vielmehr bie gesamte wirtschaftliche unb gesellschaftliche Stellung (Urteil bes Reichsfinanzhofs vom 8. März 1929 — VA 157/29 — Rechtsspruch 94 a. a. O.) unb weiter, ob jemanb es wesentlich in seiner Hand hat, seine Tätigkeit auch für sich selbst erfolgreich zu gestalten (Urteil vom 18. Juni 1929 — VA 950/28 — Reichssteuerblatt 1929 S. 501). Bis zur Eröffnung bes Milchhofs war ber Berufungsführer felbftänbiger Milchhänbler. Durch Vertrag vom 1. Juni 1929 hat ihm ber Milchhof sein Geschäft für 5000 RM. abgekauft. Von dem Kaufpreis hat ber Milchhof 2000 RM. als Kaution einbehalten. Im Jahre 1930 hat ber Berufungsführer ben Vertrieb ber Erzeugnisse bes Milchhofes mit zwei Wagen ausgeführt. Die Wagen stellt der Milchhof, Pferbe unb Bebienungspersonal ber Berufungsführer. Dieser barf nur Erzeugnisse bes Milchhofes vertreiben, wenn er nicht seiner Kaution verlustig gehen will. Der Preis ber Erzeugnisse wirb bem Berufungsführer vom Milchhof vorgeschrieben. Sein Verbienst besteht barin, baß ber Milch- Hof ihm einen niedrigeren Preis berechnet, als er den Kunben abverlangen muß. Nicht verkaufte ober oerborbene Erzeugnisse nimmt ber Milchhof zurück. Die Abrechnung finbet einmal wöchentlich statt. Das Risiko einer etwaigen Krebitgewährung an bie Kundschaft trägt ber Berufungsführer. Der Milchhof sieht den Berufungsführer unb feine Kollegen nicht als Angestellte an unb entrichtet meber Lohnsteuer noch Sozialbeiträge. Die Kollegen bes Berufungsführers, bie z. Z. ber Errichtung bes Milchhofes keine eigenen Geschäfte besaßen, waren vom Milchhof ursprünglich im Angestelltenverhältnis beschäftigt worben. Dieses Verhältnis ist aber vom Milchhof als unpraktisch empfunben unb beshalb gelöst worben. Eine Bezirkseinteilung wirb, wenn sie überhaupt besteht, nicht innegehalten. Wenbet man bie eingangs entwickelten ©runb» sätze bes Reichsfinanzhofs auf ben oorliegenben Fall an, fo ist festzustellen, baß nicht eine einzige ber Vertragsabreden zwischen bem Milchhof unb bem Berufungsführer vorhanden ist, die nicht mit einem selbständigen Unternehmen getroffen worden sein könnte. Nimmt man hinzu, daß eine Bezirkseinteilung nicht innegehalten wird und daß daher der Berufungsführer und feine Kollegen in der Lage sind, sich gegenseitig Kunden abspenstig zu machen, so kann man nur zu dem Ergebnis gelangen, daß der Berufungsführer es wesentlich in feiner Hand hat, seine Tätigkeit auch für sich erfolgreich zu gestalten. Dann muß der Berufungs- sichrer aber als selbständig angesehen werden. Die Rechtsauffassung des Milchhofs, die an sich für bie Entscheibung bes Falles nicht maßgebenb ist, er- cheint baher zutreffenb, wenn er ben Berufungs- ührer und seine Kollegen nicht als Ange* teilte ansieht. Dem Finanzamt war baher insoweit, als es ben Berufungsführer f ü r steuerpflichtig hält, grunbsätzlich zu folgen. Der Umftanb, daß ber Steuerpflichtige an bie Preise bes Milchhofes gebunben ist, ist ebenso un« erheblich, wie bei dem sonstigen Hanbel mit Mar« kenware. Anbers bagegen verhält es sich mit ber Frag^ ob ber Berufungssichrer im eigenen ober im fremben Namen hanbelt. In biefer Beziehung ist nun festzustellen, baß alle im Stadtgebiet Weißenfels laufenben Wagen bes Milchhofs — bei ben Kraftwagen, bie ben Ueberlanbbetrieb besorgen, scheinen bie Verhältnisse anbers zu liegen — sich äußerlich im wesentlichen gleichen unb baß sie alle nur bie Firma bes Milchhofs führen. Bei biefer Sachlage kann nur angenommen werben, baß die Kunbfchaft weiß, baß sie nur in Beziehungen zum Milchhof tritt. Dem mürbe es auch nicht entgegenstehen, wenn einzelne Kunben sich lieber von dem einen als von dem anderen Milchfahrer bedienen lassen. Dem steht auch nicht entgegen, daß ber Milchhof Konten nur für die Milchfahrer, nicht aber für bie einzelnen Kunben führt. Abgesehen bavon, baß biese Tatsache nur bas Jnnenverhältnis zwischen Milchhof unb Milchfahrern berührt unb deshalb für bie Frage, in wessen Namen ber Berufungsführer hanbelt, von untergeorbneter Bebeutung ist, finbet sie auch ihre Erklärung sehr einfach darin, daß der Milchhof von sich aus ber Kunbfchaft überhaupt keinen Krebit gewährt unb deshalb die Anlegung von Konten für die Kundschaft gegenstandslos war. Gegen die Annahme eines Agentenverhältnisses spricht auch nicht, daß der Milchhvf bisher nur die ihm von dem Berufungsführer und feinen Kollegen gezahlten Entgelte, die niedriger sind als die den Kunden abverlangten Preise, versteuert haben soll. Denn selbst wenn diese Angabe des Finanzamts zutreffen sollte, so könnte daraus irgendein Schluß für den vorliegenden Fall nicht gezogen werden. Bei dieser Sachlage kann ber Berufungsführer nur mit seiner Provision zur Umsatzsteuer herangezogen werben. Der Einwurf bes Finanzamts, bie Spanne zwischen Einkaufspreis unb Verkaufspreis sei keine Provision, geht angesichts bes Urteils des Reichsfinanzhofs vom 30. April l§30 — VA 911/29 — Rechtsspruch 169 a. a. O. fehl." So bas Magbeburger Finanzgericht. Es hat ohne Zweifel einen klaren unb beutlichen Beweis erbracht, baß b ; e Hänbler z u Unrecht zur Umsatzsteuer herangezogen mürben. Wenn bas Finanzgericht in Magbeburg sagte, baß ber Berufungsführer nur mit seiner Provision umsatzsteuerpflichtig sei, bann ist bies ebenfalls nur bedingt richtig. Die Provision bes Hanbelsagenten ist auch dann umsatzsteuerfrei, roenn sie den Satz von 18 000 Mk. pro Jahr nicht erreicht unb der Handelsagent Bücher führt. Der Reichssinanzhof hat dahingehend entschieden, daß auch regelmäßige Aufzeichnungen ber Einnahmen an Umsatzprovision unb Ausgaben als Buchführung im Sinne bes Umsatzsteuergesetzes anzusehen sinb. Provisionsabrechnungen mit ber Lieferfirma finb nicht als Aufzeichnungen ober Buchführung anzusehen. Das Finanzamt hatte gegen bie Entscheibung bes Finanzgerichts bei bem Reichsfinanzhof Rechtsbeschwerbe eingelegt. Dieser hat mit Urteil V A146/33 vom 17. November 1933 für Recht erkannt: „Die Rechtsbeschroerbe bes Finanzamts wirb als unbegrünbet auf Kosten bes Reiches zu- rücfgeroiefen." Der Reichsfinanzhof sagt in seiner Entscheibung, baß bie vom Finanzamt gerügten Gesetzesverletzungen, Verstöße ober Verfahrensmängel gegen ben Akteninhalt bei näherer Prüfung nicht erkennbar gewesen finb. Es fei auch nicht ersichtlich, inwiefern bas Finanzgericht bie Rechtsbegriffe bes Händlers im eigenen, ober in fremben Namen verkannt haben sollte. Die Entscheibung bürste bei ber Neuregelung ber gesamten Milchversorgung eine sehr wesentliche Rolle spielen. Es bürste auch nicht zu verkennen sein, baß auf Grunb biefer Entscheidung in ben verschiebensten Orten eine Aenberung bes bisherigen Zustanbes herbeigeführt werben wirb. Pfändung von Vieh aus einem Erbhof. Der Schulbner, ein Erbhvfbauer, hatte eine Kalbin zum Verkauf auf ben Viehmarkt gebracht. Die Kalbin war gepfändet worben. Die Einwendungen des Schuldners gegen die Pfändung wurden in letzter Instanz, wie in allen Vorinstanzen, vom Oberlandesgericht München ebenfalls zurückgewiesen. Darüber heißt es: Wird zu den Erzeugnissen eines Erbhofes gehöriges Vieh zum Verkauf auf den Viehmarkt gebracht, so verliert es die Zubehöreigenschaft und unterliegt ber Pfänbu n g wegen privater Geloforberungen. Wenn auch bas zum Verkauf bestimmte Mast- unb Schlachtvieh an sich zu bem zum Wirtschaftsbetrieb bestimmten Vieh im Sinne bes § 98 bes Bürgerlichen Gesetzbuches gehört, so behält es bie Zubehöreigenschaft boch nur insolange, als auch die im Gesetz verlangte räumliche Beziehung zur Hauptsache, zum ßanbgute, vorhanben ist. Sie geht verloren, sobald diese räumliche Beziehung durch eine dauernde Trennung wegfällt. Dadurch, daß der Schuldner im gegebenen Falle die Kalbin zum Verkauf auf den Viehmarkt gebracht hat, ist eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß er eine dauernde Trennung der Kalbin vom Hofe beabsichtigte. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Erlös aus bem beabsichtigten Verkauf tatsächlich, wie ber Schulbner behauptet, zur Anschaffung eines anberen Viehstückes Verwendung finden sollte ober nicht. Daran vermögen auch bie Bestimmungen bes Reichserbhofgesetzes nichts zu änbern. Die Vorschriften des § 38 des Reichserbhofgesetzes, daß in bie auf bem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse wegen einer Gelbforderung nicht vollstreckt werden kann, ist durch die Bestimmung der §§ 39 und 59 des Reichserbhofgesetzes vorläufig bis zu einer im Wege der Durchführungsverordnung zu treffenden Regelung auch für die Vollstreckung wegen privat-rechtlicher Gelb- forberungen außer Wirksamkeit gesetzt. Es kann mithin zur Zelt auch wegen privater Oelbforbe- rungen in bie auf bem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse vollstreckt werben, soweit diese nicht zum Zubehör gehören und nicht -um Unterhalt des Bauern und seiner Familie bis zur nächsten Ernte erforderlich sind. Der vorliegende Sachverhalt läßt ohne weiteres ersehen, daß die strittige Kalbin nicht zum Unterhalt des Bauern oder seiner Familie bis zur nächsten Ernte erforderlich ist. Auch die in § 8 des Reichserbhofgesetzes getroffene Regelung des Hofzubehörs vermag dem Schuldner nicht zu dienen. Sie schützt nur das auf dem Hof für die Bewirtschaftung vorhandene Vieh. Auch sie verlangt mithin eine räumliche Beziehung des Zubehörs zur Hauptsache, zum Hof. Zwangsvollstreckung in -ie Milchgeldforderungen eines Erbhofbauern. Diese Fruge spielt gegenwärtig in der Praxis eine große Rolle. Es dürfte hierzu die Stellungnahme einer oberstrichterlichen Rechtsprechung von allgemeinem Interesse sein. Durch Psändungs- und Ueberwoisungsbeschluß hatte eine Gläubigerin wegen einer vollstreckbaren Forderung die Forderung des Schuldners, der Eigentümer eines Erbhofes im Sinne des Reichserbhofgesetzes ist, an die Molkereigenossenschaft hinsichtlich des gesamten Geschäftsguthabens und hinsichtlich sämtlicher anderer Forderungen des Schuldners an die Genossenschaft pfänden und sich überweisen lassen. Auf Beschwerde des Schuldners hat das Oberlandesgericht Kiel auf Grund eines Beschlusses vom 27. März 1934 dieZwangs - Vollstreckung in d i e Milchgeldforderungen eines Erbhofbauern, wenigstens vom 1.Januar 1934 ab, unbeschränkt für zulässig erklärt. Dem Schuldner als Eigentümer eines Erbhofes kommen die Zwangsoollstreckungsbefchrän- kungen dieses Gesetzes zugute. § 38 des Reichserbhofgesetzes bestimmt, daß in den Erbhof und in die auf dem Erbhof gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse wegen einer Geldforderung nicht vollstreckt werden kann. Diese Bestimmung erstreckt sich jedoch nicht auf Forderungen aus dem Verkauf olcher Erzeugnisse. Hätte das Gesetz dies gewollt, o wäre eine entsprechende Bestimmung in das Ge- etz ausgenommen worden. Der Erbhofbauer aber ollte gerade dadurch, daß solche Forderungen pfändbar blieben, in gewissem Umfang kreditfähig bleiben. Es kann daher auch eine Anwendung des § 56 des Reichserbhofgesetzes, wonach der Richter in Zwei- felsfällen dem Zwecke des Gesetzes entsprechend entscheiden soll, nicht in Betracht kommen. Zweifelhaft kann hinsichtlich einer vor dem 1. Januar 1934 vorgenommenen Zwangsvollstreckung die Frage sein, ob dem Erbhofbauern neben dem Vollstreckungsschutz des Reichserbhofgesetzes noch die allgemeinen Bestimmungen über den landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz zugute kamen. Diese Frage bedarf hier jedoch keiner Erörterung, da der Pfändungs- und Ueberweisungsbeschluß erst am 6. Januar 1934 zugestellt worden ist und sich der Vollstreckungsschutz bei Erbhöfen nach § 6 des 2. Gesetzes über landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutz vom 27. Dez. 1933 nur noch nach dem Reichserbhof- gesetz und seinen Durchführungsverordnungen bestimmt. Sie Berkehrswerbung im Rhein-Min-Gebiei. BedeutsameBerichte auf derTagung des LandesverkehrsverbandesRhein-Main LPD. Bad-Rauheim, 28. Aug. Anläßlich der Einführung des neuen Vorsitzenden veranstaltete der Landesverkehrsverband „Rhein- Main" heute vormittag im großen Bühnensaale des Kurhauses in Bad-Rauheim eine aus allen Teilen des rhein-mainischen Wirtschaftsgebietes stark besuchte Tagung, die eine besondere Rote durch die Anwesenheit des Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger erhielt. Rach einem einleitenden Musikvortrag des Kur- iorchesters eröffnete Kreisleiter Seipel die Tagung. Er hieß alle Tagungsteilnehmer herzlich willkommen; besonderen Gruß entbot er dem Reichsstatthalter. Die Wahl Bad-Rauheims als Tagungsort sei vom Standpunkte des Fremdenverkehrs besonders zu begrüßen. Von der Tätigkeit des Verbandes sei eine weitere Belebung' des J8er= kehrs in unserem Wirtschaftsgebiet zu erhoffen. Anschließend sprach der frühere Leiter des Verbandes pg. Trefz über die seitherige Arbeit auf dem Gebiete der Derkehrswerbung. Sämtliche Organisationen seien nach modernen Gesichtspunkten aufgezogen worden und hätten sich in dieser Form gut bewährt. Die Verteilung der Arbeit auf elf Gebietsausschüsse habe sich als wertvoll erwiesen. Mit den Nachbarverkehrsverbänden, besonders mit dem Verkehrsverband „Rheinland", habe man gedeihlich zusammengearbeitet. IHit einer Aufwendung von 80 v. H. der zur Verfügung stehenden Mittel für Werbezwecke habe der Verband am besten abgeschnitlen. In zehn Fachausschüssen seien Anfragen, wie Fahrpläne und Tarife betreffend, und anderes bearbeitet worden. Die Schaffung eines rhein-mainischen Verkehrskalenders als erste Maßnahme habe sich günstig ausgewirkt. Auch die in 50 000 Exemplaren erschienene Werbeschrift „Die schöne Bergstraße" habe gut eingeschlagen. An alle Verkehrsbüros habe man außerdem ein Faltblatt „Das Rhein-Mainische Verkehrsblatt" versandt. Ferner habe sich die Werbeschrift „Der Taunus" mit 20 000 Exemplaren bezahlt gemacht. Der gut formulierte Text und die anschaulichen Bilder dieser Zeitschrift hätten zu einem besonderen Erfolg geführt. In Berlin und Leipzig habe man drei große Dioramen von der Bergstraße und dem Rheingau in großen Schaufenstern ausgestellt; auch diese Maßnahme habe sich als recht wirksam erwiesen. Ferner habe man Filme (Schmalfilme) in den Dienst der Werbung gestellt. In Berlin, Leipzig, Düsseldorf und Essen seien auf diese Weise die Berastraße, der Rheingau, das Lahntal und Oberhessen gezeigt worden. Ebenso habe man die Inseratenwerbung in den großen Zeitungen nicht vergessen. Ueberhaupt sei die Unterstützung durch die Presse sehr wertvoll gewesen. Die Auslandswerbung in Holland, England und Amerika habe man mit gutem Erfolg ausgenommen. Bei intensiver Werbearbeit in der seitherigen Richtung sei mit noch besserer Wirkung zu rechnen. Reichsstatthalter Gauleiter Gprenqer unterstrich in seiner Ansprache ebenfalls die Wichtigkeit der In- und Auslandswerbung und zollte der erfolgreichen Arbeit des Verbandes seine Anerkennung. Der Verband habe durchaus die Erwartungen, die man bei feiner Gründung gehegt habe, erfüllt. Seiner weiteren Förderung und Unterstützung könne der Verband versichert fein. Aus dem Bericht des Kassenwarts Pg. Thiel ging die gesunde Finanzlage des Verbandes hervor. Zum Schluß gab der neue Leiter Pg. Or. Merz einen ausführlichen Vortrag über die künftige Verbandsarbeit. Das rhein-mainische Land, das er in Dingen des Fremdenverkehrs zu betreuen habe, sei uralter Kulturboden. Besonders günstige Bahn-, Verkehrs-, Siedlungs-und Lebensverhältnisse zeichneten dieses Gebiet aus, das in naher Zukunft die zwei wichtigsten westdeutschen Autostraßenknotenpunkte — Mainz und Frankfurt — inmitten eines ausgezeichneten Straßennetzes erhalten solle. Für den Fremdenverkehr sei es ein ungewöhnlich anziehendes und außerordentlich anregendes Kulturgebiet. Er werde es als seine besondere Aufgabe betrachten, diese natürlichen Vorzüge in das rechte Licht zu setzen und werde bestrebt bleiben, sie zum Ausgangspunkt aller Maßnahmen zu machen, die dazu beitragen sollten, den Fremdenverkehr zu heben und zu fördern. Ein Landesverkehrsverband scheine ihm vor allen Dingen dazu berufen, dem Verkehrsgewerbe zu helfen, deutsche Volksgenossen und Auslandsfremde in das von ihm betreute Gebiet zu bringen, Wege zu zeigen, die Erfolge versprechen, und Vorkehrungen zu treffen, die geeignet find, den Fremden den Aufenthalt im Rhein-Wain-Gebiet angenehm und preiswürdig zu gestalten. Die Verkehrsförderung in unserem Gau werde demnach hauptsächlich abhängen von der Bereitschaft zur Gemeinschaftsarbeit. Die noch immer große Verständnislosigkeit im Auslande lege den Gedanken nahe, möglichst systematisch Presseleute und Reisefachleute von den ausländischen Reisebüros nach unserem schönen Gebiet einzuladen, ihnen alles das zu sagen und zu zeigen, was sie interessiert, um sie so zu Freund en zu gewinnen. Rach Lage der Dinge erscheine es ihm wünschenswert, die Fremdenverkehrspropaganda auf einer nüchternen, sachlichen, kaufmännischen Grundlage aufzubauen, die Psyche der Fremden sorgfältig zu beachten und alle Kräfte darauf zu konzentrieren, die Werbung so rationell und diszipliniert wie nur möglich unter einheitlichen Gesichtspunkten zu gestalten. Wir müßten, wie dies der Bundespräsident, Staatsminister Esser, öfter betont habe, starke Anreize zur Förderung des Fremdenverkehrs schaffen. Vor allen Dingen müßten wir das Reisen in Deutschland billig gestalten Wenn der Inhalt einer erfolgversprechenden Derkehrspolitik gewissermaßen in einer Gemeinschaftsarbeit aller an dem Kulturleben des Gaues beteiligten Kreise zu erblicken fei, so wäre es ebenso förderlich wie zweckmäßig, auch die Organisation der technischen Verkehrsmittel örtlich und regional zusammenzufassen. Zur praktischen Durchführung dieser Aufgaben möchte er die Verkehrsvereine heranziehen, die als Mittler zwischen den vorhandenen Organisationen aufzutreten und für die Gleichschaltung der Organisationen Sorge zu tragen hätten. Wir müßten uns daran gewöhnen, den Reiseverkehr als das anzusehen, was er wirklich sei, nämlich als eine gewichtige Säule unserer Volkswirtschaft, als einen Träger unserer nationalen Existenz. Vermittele er doch nicht nur Güter und Leistungen, sondern auch ideelle Werte. Warenexport sei Menschenimport gleichzustellen. Die Aufgabe des Fremdenverkehrs müsse es sein, Devisen ins Land zu bringen. Der Rückgang unseres Warenexportes mache diese Erkenntnis um so zwingender, als der Fremdenverkehr mit Schuldenfragen nichts zu tun habe. Es werde immer sein Bestreben sein, mit kaufmännischen Methoden den Reiseverkehr zu fördern und den daran interessierten Gewerben tatkräftig zu helfen. Er hoffe, daß alle am Fremdenverkehr beteiligten Kreise ihm zur Sicherung des Erfolges und zur Hebung des rhein- mainischen Fremdenverkehrs ihre Mitarbeit und Unterstützung zur Verfügung stellten. 0er Blitz schlug in den Regenschirm. LPD. Rüsselsheim, 28. Aug. Beim Besuche des Friedhofs schlug hier einem älteren Mann während eines Gewitters der Blitz in den Regenschirm. Die Metallstangen des Schirmes schmolzen. Der Mann kam glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Preußen. Kreis Wetzlar. I Wetzlar, 26. Aug. Der NS. - Lehrerbund der Kreise Wetzlar, Dillenburg und Usingen tagte am Samstag im hiesigen Schützengarten. Der Tagung ging eine Generalversammlung der Mitglieder der Wilhelm-Augusta- Stiftung im Kreise Wetzlar voraus. Die Kasse wird aufgelöst. Bei der Haupttagung, die von dem Kreisobmann Lehrer Gaß (Dutenhofen) eröffnet wurde, beleuchteten die Vertreter der hessischen Lehrerschaft ihre Feuerversicherung, Sterbekasse, Ludwig-Alice- Stiftung als vorbildliche soziale Einrichtung und strebten an, daß die nassauischen Lehrer mit ihren Wirtschaftskassen sich den hessischen als zu einem Gau gehörig anschließen möchten. Konrektor Drescher aus Krofdorf als Vertrauensmann sprach über die westdeutsche Lehrerbrandversicherung im Kreise Wetzlar. Nach einer längeren Aussprache sprach Professor Terplan au' Mediasch in Siebenbürgen über das Ausland jüeutfdjtuni und führte die 'fünfhundertjährige Dulderzeit der 750 000 Deutschen in seinem Heimatlande unter türkischer, habsburgischer und jetzt rumänischer Herrschaft in fesselnder Weise vor Augen. Insonderheit schilderte er die Drangsalierungen seiner Landsleute durch die Regierung, durch Verbot der deutschen Sprache bei Ablegung von Prüfungen, durch das Versagen jeglicher Unterstützung usw. von deutschen Kirchen und Schulen. Lobend hob der Redner hervor, daß die Auf- und Anteilnahme im alten Vaterlands, im Dritten Reiche, gegen früher viel herzlicher geworden sei. Lebhafter Beifall belohnte den Redner. T Waldgirmes, 27. August. Bei der G e • meinde-Grummetgras-Versteigerung kam die Parzelle von 6 Ar zwischen 0,20 und 1,20 RM. Anschließend fand die Versteigerung des Frühobstes statt. Die Preise stellten sich pro Zentner: Aepfel 8 bis 10 RM., Zwetschen — vielfach wurmstichig — 6 bis 8 RM., Birnen 5 bis 6 RM. Schwerer Motorradunfall. Ein Toter, zwei Schwerverletzte. A l t e n k i r ch e n , 27. Aug. (LPD.) In der Nacht zum Samstag ereignete sich zwischen Altenkirchen und Schöneberg ein schwerer Motorradunfall. Der SS.-Mann Wagner aus Naunheim (Kreis Wetzlar), Lehrer in Schöneberg, und der SS.-Mann Schuhmacher aus Altenkirchen ftie- Seht euch an die große Ausstellung „Kampf und Sieg der 5)3.“ bis zum 5. September in Frankfurt am Main. ßen bei der Ortschaft Lenzbach mit einem anderen Motorradfahrer zusammen, wobei beide Fahrzeuge zu Fall kamen. Der SS.-Mann Wagner erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Sein Beifahrer wurde schwer verletzt. Auch der andere Motorradfahrer, ein Händler als Altenkirchen, wurde in schwerverletztem Zustand dem Krankenhaus zugeführt. Missionsfest in Waldgirmes. T Waldgirmes, 27. Aug. Unter großer Beteiligung vieler auswärtiger Gäste wurde gestern unser diesjähriges M i s s i o n s f e st gefeiert. Im Hauptgottesdienst am Nachmittag, dem ein solcher am Morgen in Naunheim vorangegangen war, predigte Missionar S k ä r von der Rheinischen Mission in der überfüllten Kirche über die zweite Bitte des Vaterunser „Dein Reich komme". In eindringlichen Worten wies er die Notwendigkeit, aber auch die Not der Missionsarbeit nach. Auch in der Nachversammlung im Freien verstand er es, aus seiner 25jährigen Wirksamkeit in Südwestafrika fesselnd zu erzählen. Pfarrer H e i ö e r aus Dorlar, der früher viele Jahre in der Südsee unter englischer Herrschaft Missionar war. wußte spannend von seiner reichen Tätigkeit zu erzählen. Pfarrer V ö m e l von Rodheim erwärmte in beredter Weise die Herzen für die Sache, so daß dem Ortspfarrer A n t h e s es nicht so schwer fiel, „tüchtig auf den Beutel zu klopfen". Die reiche Kollekte war für die Rheinische Mission bestimmt. Bei der Feier wirkten der Posaunenchor, sowie der Gemischte Chor von hier und Naunheim mit. Nundftrnkprogramm. Donnerstag, 30. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Von Bad Kreuznach: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Werbekonzert. 10.30: Eigene Sendung. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.35: Wirtschaftsbericht. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Deutsche Gespräche. „Das Bürgertum im neuen Staat." Zwiegespräch. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 19: Kammermusik. 19.30: Saar-Umschau. 19.40: Für dich, Bauer! 20: Nachrichten und Mitteilungen aus dem kulturellen Leben. 20.15: Abschied vom Sommer. Gedichte, Gespräche und Bekenntnisse. 21: Querschnitt durch die Oper „Carmen". 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Denken Sie an STOFFE, denken Sie an BERNARD Gardinen Neulieferungen Abänderungen Auf hängen prompt und fachgemäß bei Gebt. Seelbach Seltersweg 20 • Fernsprech-Anschluß Nr. 3627 4991 A________________ ....und zum Bauen Äbermann. Oeffenttiche Mahnung. Folgende Rückstände werden hiermit zur Zahlung bis spätestens 5. September 1934 einschließlich gemahnt: 4993C Miete für Juli 1934, 1. Rate Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren Rj. 1934. Schulgeld für Studienanstalt für Juli 1934. Beitrag zur Land- und forstwirtschaftlichen Be- rufsgenossenschaft für 1933. 2. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen einschließlich Sondergebäudesteuer 1934. 2. Ziel Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebühren 1934. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. Außer- dem werden bei den Steuerzahlungen die vorgeschriebenen Verzugszinsen erhoben. Gießen, 28. August 1934. Stadtkasse Gießen. UHL adio 4619 D Verkäufe Wegen Umzug billig z. verkant: Schränke, Tische n. Stühle, div. Bilder, darunter ein alter Kupferstich, Radio (3 Röhren), Schreibtisch,Sofa m.Aufsatz, elektr. Kaffeemaschine (nen)Kttchensach. Mehlk., gr. Kart- Kiste, Obstgest. 5002D Lonystr.41. undfunk eparaturen Gießen, Plockstr.12, Tel. 3170 Donnerstag, den 30.Aug. 1934, nachmittags 2 Uhr, verweigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 dahier zwangsweise gegen Barzahlung: 5001D 1 Ov el-Wag en, 1 Chaiselongue, 1 Klavier, 1 Sofa, i Grammophon, 1 Kommode, 1 Kleiderschr. Ferner an Ort u. Stellet Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal). 4 Schreibmaschinen, 4 Sessel, 7 Sofas, 4 Vertikos, 1 Näh- masch., 1 Kautsch, 4 Grammophone, 1 Korbmöbelgarnitur, 4 Warenschränke, 1 Registratur- schrank, 2 Klav., 17 Bd Brockh., 2 Bilder, 4 Büfetts, 4 Schreib- tyche, 1 Trumeausv., 6281 Säcke, 2 mische, 1 Blumenkrippe, eine Registrierkasse, 3 Ladentheken, Baugeräte, wie Gerüstbohlen, Gerüststangen usw., 3Schweine, 1 Kredenz, 1 Chaiselongue, 30 Rodelschl., 2 Kessel, 1 Kachelofen, 20 Heugab., 14 Kartoffel- auetschen/ 1 Räucherapp., Zinkeimer, Zinkwannen, 25 Wärmflaschen, 40 Feldflaschen, Sarg- beschl., Milcytövfe, Milchkann., 1 Bücherschrank, 1 Standuhr. aisii Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstratze 33, Telephon 3239 Soxtevvlev- Hündin 1 Jahr alt, scharf auf Ratten usw., i.gute Hände abz. Hochelheim, Haus Nr.85. v iiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiii Alter weißer fioeöeiW sehr preiswert zu verkaufen. o«8o Marktstr. 8 II. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII lEIMIE SÄ lOSUNG unseres Preisausschreibens auf unsere Frage: Wie waren unsere Anzeigen am 5.5., 2. 6., 28.7.? Richtig ist es bei Volz zu kaufen und nicht immer in die Warenhäuser laufen. Denn was Geschmack. Auswahl, Qualität und Preis betrifft, Du hier am besten bedienet bist Es gibt viele Schaufenster in Gießen an der Lahn, aber keine haben es mir so angetan wie die bei Volz in der Bahnhofstraße 2—4. Deshalb nur dort zu kaufen rat ich Dir. Immer noch größere Leistungen hat er am 28. Juli versprochen und noch nie hat er sein Wort gebrochen. Er hielt es auch diesmal wieder im Saisonschlußverkauf. Drum weiterhin guten Erfolg und frohes „Glück auf“. 5003A iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Kl. Eandwagen zu verkaufen. Maler, «»d Dammstratze 35 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii | Kaufgesuche | Gebrauchter, gut erhaltener elektr. Mwasserspeich. kaufen gesucht. Schriftl.Ang.m. Preis-Angabe u. 04174 a.d.G.A. Gut erhaltener DaoerM-Oleii für grötz. Raum z. kaufen gesucht. Preisangebote u. 4992D a.d.G.A. Verschiedenes Heute 4994D Mittwochnachm. um 5V2 Uhr ZwieMhcteo bei SUrgust Noll, Bäckerei Mäusburg 12. Zuverlässige Benilsschiiliing für Industrie, Handel, Gewerbe und Verwaltung Anfragen und Anmeldungen: Gießen, Goethestraße 32 Roninn • Anfang 1 Vnnfcrho Privat'Handelsschulen Deginn.Oktober | vogisvneoieg«n n„dom 1241 A Höhere technische Lehranstalt Rheinisches Technikum / Bingen Ingenieurausbildung in Maschinenbau, Elektrotechnik, Eisenhochbau. Auto-, Flugzeug- u. Land- maschmen-Bau. — Prospekte kostenlos. [5000V Erst Offerte von Reinsdimidt Ruf 3267 dann versichern! n,nie —-_________________________"___________ 04018 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 20. August 1934 bei der Firma Spar- und Vorschußverein, Aktiengesellschaft, in Grohen-Linden folgendes eingetragen: Das Vorstandsmitglied Georg Dern II. in Großen-Linden ist durch Tod aus dem Vorstand ausgeschieden. § 2 der Satzung (Gegen- stand des Unternehmens) ist laut Generalversamm- lungsbeschluß vom 2. Juni 1934 neu gefaßt. Gegen« stand der Aktiengesellschaft ist der Betrieb einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Sparkasse. Sie nimmt Mr Förderung des Sparsinns und zum Nutzen ihrer Einleger von jedermann gegen Verzinsung Gelder un& fscht diese zur Förderung der Wirt- jchast gegen sparkassenmäßige Sicherheiten aus oder legt sie zur Wahrung der für eine Sparkasse erfor- oerlichen Liquidität in sicheren Wertpapieren an. ließen, den 22. August 1934. 5005Y Hessisches Amtsgericht, Nr. 201 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 29. August 1934 Sie „Minz" kämpft bis zum Untergang.. 3»r Erinnerung an den 28. August 1914. Don Käpitänleutnant v. Tirpih (damals Wach-Offizier der „Mainz"). Das erste Seegefecht des Großen Krieges! Am 28. August 1914 stoßen deutsche Streitkräfte auf den weit überlegenen englischen Feind, Witterung und Uebermacht schenken den Engländern den Sieg. Aber auch sie bleiben nicht unbeschädigt, während wir die Kreuzer „Köln", „Mainz", „Ariadne" und das Torpedoboot V 187 verloren. — Die folgende Schilderung vom heroischen Kampf und Untergang der „Mainz" entnehmen wir mit Genehmigung des Verlages I. F. Lehmann, München, oem Erinnerungswert ,^ur See unbesiegt". Wir fuhren mit äußerster Kraft und nördlichem Kurs, als mich der Kommandant anrief: „Wir müssen jeden Augenblick auf die Zerstörer treffen!". Mein Signalgast und ich spannten unsere Aufmersamkeit aufs äußerste. Abwechselnd mit dem bloßen Auge und mit dem Scherenfernrohr wurde die Strecke vor uns abgesucht. Da, auf einmal tauchten vor uns im Dunst des Sommermittags, der eine Sichtweite von höchstens 7000 Meter zuließ, dunkle Fahrzeuge auf; acht waren mit Sicherheit auszumachen; auf dem grünen Hintergrund sahen sie wie schwarze Käfer aus. Sofort wurde heruntergegeben: „Vier Strich an Steuerbord feindliche Zerstörer!" Die Zerstörer, die mit westlichem Kurs sich uns bis dahin genähert hatten, drehten mit einemmal bei auf nördlichen Kurs. Ich hörte durchs Schallrohr die Artilleriekommandos, sah, wie sich die Rohre parallel auf das Ziel einstellten, mit Ausnahme des Steuerbord-fünften, das offenbar das Ziel wegen zu großer Vorlichkeit nicht mehr bekommen konnte. Deutlich tönte die Salvenglocke herauf, und unmittelbar später ging die erste Salve davon. Jetzt hieß es, den richtigen Aufschlag finden. Es war unglaublich schwer, zu beobachten. Die Zerstörer waren auf äußerste Kraft gegangen. Starke Bug- und Heckseen färbten den Zwischenraum zwischen den einzelnen Booten weiß. Außerdem hatten die einzelnen Ziele infolge ihrer vorlichen Stellung gar keine Breltenausdehnung. Beim Aufschlag der ersten Salve konnte man unmöglich mit gutem Gewissen eine eindeutige Beobachtung heruntergeben; bei der zweiten Salve, bei der einige Schüsse noch rechts vom letzten Zerstörer und weit lagen, änderte sich die Situation. Ich ließ durch meinen Signalgast meine Beobachtungen heruntergeben. Gott sei Dank konnte ich jetzt auch mein Teil mittun. Der Feind schoß wieder, aber wie! Die einzigen Aufschläge, die ich in unseren Salvenpausen sah, lagen weit an Steuerbord vom Schiff weg. Nur das Zischen in der Luft lehrte, daß auch Weitschüsse dabei sein mußten. Sehr gefährlich war die ganze Geschichte bis jetzt nicht für uns. Während ich mit meinen Augen noch am Scherenfernrohr lag, stieß mich der Signalgast an: „Herr Oberleutnant, Kreuzer an Backbord!" Ich riß mich herum, sah mit dem Glas drei Kreuzer der Städteklasse, drei Strich an Backbord, auf uns zuhalten. Nun war keine Zeit mehr zu verlieren. Jeder einzelne war stärker als wir. Ich brüllte durch das Schallrohr hinunter: „Drei feindliche Kreuzer drei Strich an Backbord!" Unmittelbar darauf blitzte es drüben schon auf. Wir drehten hart Steuerbord auf Gegen- fürs. Das war ein anderer Gegner; man merkte es sofort. Die Salven lagen sehr dicht an unserem Schiff; bei den Aufschlägen zeigte sich'gelbliche Gasentwicklung. Hohe Wassersäulen wurden aufgeworfen. Das tiefe Brummen in der Luft ließ keinen Zweifel an dem Kaliber — es waren 15-Zentimeter- Gefchütze, denen wir nur 10,5-Zentimeter entgegenzusetzen hatten. Jetzt waren die Engländer recht achteraus. In Staffel folgten sie uns. Der e r st e Treffer trat ein: die Dampfzuleitung zur Sirene war getroffen, und der Dampf entströmte mit zischendem Geräusch. Donnerwetter, jetzt durften wir aber nicht lahm geschossen werden, sonst war es faul. Die Entfernung nach achtern hielt sich nach meiner Schätzung. Weder gelang es uns, einen sichtbaren Vorsprung zu gewinnen, noch kamen die Engländer schnell auf. Die Entfernung war aber so gering, daß wir uns ein weiteres Sacken auch nicht leisten konnten. Unsere zwei achteren Geschütze nahmen tapfer das Heckgefecht auf. Hierbei war es vollkommen unmöglich, auch nur einen Aufschlag von uns auszumachen. Unterdessen mehrten sich bei uns an Deck die Treffer. Man sah viele Leute umfallen, weggetragen werden; — alles vollzog sich aber in mustergültiger Ordnung. Wieder wär es mein treuer Nachbar, der brave Keese, der mich mit einemmal heftig anstieß: „Herr Oberleutnant, voraus ist wieder was? Ein Glas war nicht nötig; der neue Gegner war dicht genug, um ihn klar auszumachen: Es war ein neuer Kreuzer der Städteklasse; außerdem wimmelte es von Zerstörern. Sofort meldete ich das Sichten des Kreuzers nach unten. Man hatte das unangenehme Gefühl: (5 5 i ft nur w e- n i g noch zu machen. Nur noch ein Wunder konnte uns retten. Wir drehten, anscheinend auf meine Meldung hin, nach Steuerbord. Ich nahm an, der Komandant wollte dem alten und dem neuen Gegner etwa in der Diagonale weglaufen. Während des Drehens folgte an Bord Treffer auf Treffer. Doch wir sollten gar nicht mehr auf einen geraden Kurs zu Hegen kommen. Aus mir gänzlich unverständlichem Grunde drehten wir weiter nach Steuerbord (später erfuhr ich, daß wir einen Rudertreffer bekommen hatten). Dieses Manöver brachte uns unseren alten verfolgenden Kreuzern wieder näher. Als wir weiter drehten, Jo daß wir die neuerschienenen Kreuzer etwa rechts voraus hatten, nahm ich an, der Kommandant wollte jetzt einen Torpedoanlauf fahren. Es durchdrang mich wie ein Gefühl der Begeisterung. „Der da unten wollte vor unserem Abmarsch in die Tiefe noch einen mitnehmen." Aber zu einem Torpedoanlauf sollte es nicht kommen. Ein furchtbarer Stoß erschütterte das ganze Schiff; man flog im Krähennest hoch; das ganze Schiff bebte innerlich. Das war ein Torpedotreffer. Wo und wie er gekommen war, hatte ich nicht beobachtet; vorher hatte ich verschiedene Laufbahnen gesehen, die jedoch alle vorbeigegangen waren. Als die Riesenwassersäule des Torpedotreffers, die fast bis zur Höhe des Krähennestes gestiegen war, niederfiel, fühlte ich deutlich, daß die Maschinen stillstanden. Ein Blick nach unten zeigte, daß wir nur noch verschwindend geringe Fahrt machten. Die Feinde hatten uns so ziemlich eingekreist; an Backbord waren die meisten Gegner. Unsere Geschützbedienungen schossen nach allen Sei- Das Beispiel -es Führers. MM M w .1, 1 M MM B DD ■ v<. v' 1 Der Führer und Reichskanzler spendet für die Saar-Sammlung, ein Bild, das vor dem Neubau des Braunen Hauses in München ausgenommen wurde. — Rechts: Reichsjugendführer Baldur von Schirach; links: der Adjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner. Neuer Weltrekord einer deutschen Bergsteigerin. Frau Dyhrenfurth, die Gattin des Leiters de« Internationalen Himalaja-Expedition, hat, wie be« reite gemeldet, mit der Ersteigung des Queen-Mary- Berges im Karakorumgebirge eine Höhe von 7400 Meter bewältigt. ten. Die Geschütze waren wohl, zum Teil wenigstens, selbständig. Ich machte mich daran, unsere Gegner zu zählen, zwanzig mochten es, die Zerstörer eingerechnet, gut sein. Es war ein wundervolles Scheibenschießen für sie. Sehr gefährlich konnten wir ihnen nicht mehr werden. Da sagte plötzlich mein Nachbar: „Sehen mal, Herr Oberleutnant, o, die Engländer! Er hatte auf seinem Schoß, halb in der Hand, feine blutigen Eingeweide. Der arme Kerl hatte einen Splitterschuß abgekriegt. Obgleich ich in Tuchfühlung mit ihm gesessen hatte, hatte ich nichts abbekommen. Schnell schwanden meinem guten Keese feine Kräfte; langsam fiel er vornüber, und mit dem Blutverlust schwand seine Farbe. Da flammte es plötzlich auf dem Zerstörer rechte voraus auf! Er mußte einen Treffer in seine Munition an Deck bekommen haben. Freudig gab ich meine letzte Trefferbeobachtung herunter. Ob sie von irgend jemand gehört wurde, — wer konnte es sagen? Drei Kreuzer der Städteklasse passierten uns in langsamer Fahrt auf etwa 6000 Meter an Backbord. Allerdings hielten sie sich so weit vorlich, daß sie von einem Torpedotreffer nichts zu fürchten hatten. Da gab es noch einen kurzen Ruck im Schiff. Aha, an Backbord schäumt es auf, und deutlich war die Laufbahn eines abgehenden Torpedos zu beobachten. Der Torpedooffizier versuchte zu guter Letzt noch sein Heil. Doch ein Erfolg war nicht zu hoffen. Unterdessen hatten sich die feindlichen Kreuzer auf uns eingeschossen. Jede Salve brachte einen förmlichen Kladderadatsch von Treffern mit sich. Die letzte Salve hatte den achteren Mast mitgenommen. Da blitzte es wieder drüben auf. Deutlich konnte man die Reihenfolge der Schüsse von vorn nach achtern, zuerst das vordere, dann das achtere Schiff, ausmachen. Ich zähle immer bei jeder Salve, die ich drüben aufblitzen sah: Eine, zweie, dreie, viere — bis fünfe kam ich nur, dann war die Salve bei uns angekommen und brachte Tod und Verderben. Jeder Salveneinschlag erschütterte das ganze Schiff. Jetzt waren die beiden achteren Schornsteine auch mitgenommen. Da trat mit einemmal Ruhe ein. An Deck sah es W Wist föt W Vornan von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er dachte, was für schöne, haselnußbraune Augen Donata Olden hatte, und wie dicht und glänzend lagen die Sicheln der Brauen darüber. Fast vergaß er den Taler über fein bewunderndes Schauen. Sie nahm einen Schluck von dem süßen Apfelwein, der um diese Jal>reszeit in Frankfurt am Main wie flüssiger Bernstein in unzähligen Krügen und Gläsern zum Genuß lockte. Dann plauderte sie: „Wir wissen nichts mit der Inschrift anzufangen. Vaters Großvater hat die Taler hinterlassen. Es waren sechs Stück, aber einer ist meinem Vater abhanden gekommen. Auf jedem steht etwas oder ist etwas gezeichnet. Vater meint, es wäre alles dummer Schmuck, sinnlose Verschandelung der Münzen von einem alten, verrückten Manne. Ich aber denke manchmal, irgend etwas muß die Inschrift doch bedeuten. Urgroßvater soll allerdings sehr sonderbar gewesen sein und immer Sachen getan haben, die kein vernünftiger Mensch begriff. Viel ' in der Welt wäre er herumgereift, heißt es, und - sehr spät soll er erst geheiratet haben, und gegen seine Frau ein rauher Herr gewesen sein. Er war krank und alt; seine Frau jedoch noch jung und schön, und deshalb war er eifersüchtig zum Gotterbarmen. Keine Freude hat er der Armen gegönnt, und sie hat sich oft ausgemeint bei ihrem jungen Sohn. Eines Tages hat er getobt, die Frau wolle ihn vergiften und einen anderen heiraten, und von da an hat er keiner Speise mehr getraut. Eine alte Nachbarin hat eigens für ihn kochen müssen. Sein Juwelenhandel hatte ihn reich gemacht. Er hat geschworen, bettelarm würde er seine Frau zurücklassen." Donata schüttelte sich. „Ein gräßliches Leden muß das für die Bedauernswerte gewesen fein. Er starb bann plötzlich, aber von seinem Reichtum war nach seinem Tode nichts mehr da Die Juwelen, mit denen er gehandelt, waren verschwunden wie Hexengold. Nur sechs Taler mit den sonderbaren Inschriften fanden sich, und die so-; wie das Häuschen in Bornheim, das jetzt meinen Eltern gehört, blieb der Witwe und ihrem Sohn. Nur knapp schlug sie sich durch und starb früh. Ihr Sohn wurde Handwerker, arbeitete bann als Meister in irgenbeiner Fabrik. Sein Sohn, mein Vater, würbe Musiker, unb ber meint manchmal, irgenbroo müsse boch Urgroßvaters Reichtum, ber aus Ebelsteinen beftanb, geblieben fein " Sie lachte jung unb froh: „Das Leben ist auch ohne Reichtum schön — gelle?" Da lachte auch er jung unb froh: „Unb ob bas Leben schön ist!" Sein Blick trank sich satt an bem reinen Antlitz bes schlanken Mäbels, unb sie stießen mit ihren Gläsern an, die mit Süßem angefüllt k^grenj „Auf gute Freunbschaft!" sagte bäs Mäbel warm. Er ermiberte leise: „Auf bie Liebe, Donata Olden!" Da senkte sie bie Liber, unb eine Blutwelle zog über ihr seines Gesicht, färbte es mit sanftem Rot. Sie hob langsam ben Kopf, ihre Augen leuchteten, unb sie fragte nun, um von bem heiklen Thema abzulenken: „Was halten Sie von ber merfroürbigen Rückseite bes Talers?" Er mußte sich einen förmlichen Ruck geben, um ihr jetzt nicht roieber von feiner Liebe zu sprechen, von bieser Liebe, bie ihn so ganz unb gar erfüllte. Erst nach einem Weilchen antwortete er: „Es läßt sich zunächst wirklich nichts weiter sagen, als baß bie Rückseite bes Talers sehr rätselhaft ist. Vielleicht barf ich einmal gelegentlich auch bie anberen Taler sehen." Sie nickte: „Natürlich! Aber Sie werben auch nicht klug baraus werben. Es haben sich schon verschiebene Leute ben Kopf barüber zerbrochen." Er gab bie Brosche zurück, unb sie rebeten von anberen Dingen. Sie erzählte von Marielena Har- nischfeger, bie im Nachbarhause gewohnt, unb mit ber sie gut bekannt gewesen. - „Ein einfaches, golbtreues Ding war sie, aber immer kränklich unb zart. Ich habe sie sehr gern gehabt. Wir sahen uns ja fast täglich. Ihre Mutter erzählt: in ber Nacht, in ber Marielena gestorben wäre — Herr Harnischfeger befanb sich gerabe in Mainz — hätte sie ein verbächtiges Geräusch gehört, wäre aufgeftanben unb hätte Licht gemacht. Fast gleichzeitig sei bie Tür von Marielenas Stube gegangen, unb kurz baraus hätte Marielena gerufen: .Einbrecher!' unb laut geschrien. Als Frau Harnischfeger ba ihre Zimmertür aufgeriffen, sah sie eine Gestalt burch bas offene, auf ben Hof hinausgehende Flurfenfter verschwinden, ihre Tochter aber lag bewegungslos auf ber Schwelle. Daß sie tot war, hat ihr bahn der Arzt gesagt, den sie gleich rief, und der ganz nahe wohnte. Bei Marielenas Herzleiden bedeutete ein großer Schreck Lebensgefahr." Detlef Westkamp sagte ernst: ,^Jch erzählte Ihnen ja, ich selbst hörte den Schrei unb glaubte, eiy Traum irgenbeiner jjrau in ber Spillingsgasse trage baran bie Schuld." Sie blickten sich an und tiefer Ernst lag auf ihren Gesichtern. Wenn das feierliche Lied von jähem Tod aufflinat, erschauern auch junge Menschen. Donata fügte noch hinzu: „Von einem Einbruch hat man aber keine Spur gefunden, trotzdem unzweifelhaft festgestellt werden konnte, daß um Mitternacht ein fremder Mensch im Hause gewesen war. Es war natürlich sehr leichtsinnig, daß man das Parterrefenster nach dem Hose zu nachts offen gelassen. Aber wir in unserem Gäßchen haben vor Einbrechern eben keine Angst." Sie saßen noch bis halb neun Uhr zusammen; bann begleitete er Donata heim. Doch nicht bis vor ihr Haus, Das wollte sie nicht. Er küßte ihr beim Abschieb bie Hanb. Da lachte sie ein wenig ärgerlich: „Dees könne Se bei bene gnäbige Fräuleins mache — unseraans hat an so Posse kaan Spaß." Es war ein bunkles Plätzchen, wo bie beiben stauben, unb Detlef Weftkamp flüsterte, ihren Dialekt nachahmenb: „Also lasse mer bie Posse un betrage uns annerschfer." Schon zog er ihren Kops zu sich heran unb küßte den jungen Mund. Da riß sie sich los unb stürmte davon. Wenn er nicht auffallen wollte, mußte er zurückbleiben, so flink waren iHre Füße. Er schalt mit sich selbst. Wie hatte er sich so gehen lassen dürfen! Nun hatte er es mit ihr verdorben, und es war gar kein Wiedersehen verabredet worden. Verstimmt machte er sich auf den Heimweg, aber seine Lippen spürten noch die jungen frischen Lippen unter dem Druck ber seinen. Fünftes Kapitel. Erich Merten war eine bekannte Erscheinung in der Altstadt. In den Wirtschaften der Gassen und Gäßchen fühlte er sich wohl, und es war eine Art Doppelleben, das er führte. Er besaß im Bahnhofsviertel eine kleine Leihbücherei, bie sehr gut ging, unb bie ihm ein ganz nettes Einkommen brachte. In allen möglichen Berufen hatte er sich schon versucht, ehe er ben Hasen gefunben. Auch seine kurze Ehe hatte er als Beruf aufgefaßt, hatte geheiratet, um zu Gelb zu kommen, und als bie Frau gestorben, war bas gebiegene Vermögen, bas sie ihm mitgebracht, zu Enbe. Die schönen Gelbscheine waren nach uno nach in bas Parabies Erich Mertens, bie Altstabt, geroanbert unb hatten sich bort aufgelöst in ein Nichts. Es war schon später Abenb, unb Erich Merten ging langsam am Mainkai entlang. Die Silhouetten ber Bauten bes Sachsenhäuser Ufers schoben sich, matt Umrissen, aus bem Dunkel brüben, von Zeit zu Zeit burch Laternen in Helle getaucht. Er war tief in Gebauten versunken unb achtete gar nicht auf Vorübergehenbe. Eine Frau befanb sich plötzlich an feiner Seite. „Na, Erich, spinnst bu mal roieber? Ich habe bich angerufen, aber bu hörst unb siehst nix. Spinnst roieber an ber verdrehten Geschichte vorn verborgenen Schatz — nicht wahr? Bist'n Dummkopf. Mach mir mit bem Blöbsinn nicht ben Kopf burch- einanber. Kannst boch ganz gut leben. Mein Liebchen, roas willst bu noch mehr? Noch dazu heutzutage, wo mancher froh ist, wenn er kärglich fein Leben fristen kann." Er hatte feine fo plötzlich aufgetauchte Begleiterin ruhig reden lassen. Jetzt nahm er ihren Arm, klemmte ihn fest unter den seinen und schalt halblaut: „Sollst den Mund halten von der Sache, von der kein Mensch, außer dir- ein Sterbenswörtchen weiß. Dir habe ich sie leider mal im Suff anvertraut, aber bu hast mir geschworen, nie davon zu reden, aber nun fängst du auf offener Straße davon an. Es könnte einer was davon aufschnappen, und es handelt sich doch um ein großes Geheimnis." Das letzte klang sehr leise, und in dem Ton verwies er sie weiter: „Maul halten, Suse, sonst vermasselst du mir alles. Wenn der alte Vvrstadtmusiker auch nur die leiseste Ahnung bekommt von dem, was ich weiß und vorhabe, kann ich mein Leben lang in ber muffigen Bücherbube hocken unb bleichsüchtigen Backfischen ober bicken Hausfrauen zerlesens Liebesromane in bie Pfoten stecken. Willst boch auch, daß ich zu Gelb komme, Suse. Also nur bann von ber Sache reben, wenn wir ungestört finb unb idj davon reden will." Er blieb stehen und ließ sie los. „Ich kann nicht lange laufen, ab und zu tut mir der verflixte rechte Knöchel noch weh, den ich mir verstaucht habe." Sie kicherte: „Als du Einbrecher gespielt hast und aus dem Flurfenster springen mußtest!" Sie gab ihm einen freundschaftlichen Klaps: „Auch das Einbrechen will gelernt sein. Vor allem muß man sich aber dann das richtige Haus aussuchen und darf nicht ins Nachbarhaus busseln, wo nischt zu holen ist. Und noch dazu so früh. Wer bricht denn um zwölf Uhr ein? Um zwei oder halb drei Uhr morgens ist's richtiger." Er stieß sie zurück, daß sie taumelte. „Scheinst gut Bescheid zu wissen mit der Gewohnheit der Einbrecher. Aber ich bin feiner, und jetzt nicht eine Silbe mehr von dem allem!" Sie schlug ihn auf den Arm. „Untersteh dich, mich noch einmal so zu schupfen, dann gehe ich gleich zu dem Vorstadtmusiker unb erzähle ihm, roas für eine Beroanbtnis es wahrscheinlich mit ben Talern hat, bie sein Großvater hinterlassen. Dann lüfte ich bas Geheimnis, hinter das du ganz zufällig gekommen bist. Wenn's stimmt, was man ja auch noch nicht weiß, wirb er sich, wie ich annehmen barf, gegen mich sicher bankbar erweisen." Er atmete schwer. Am liebsten hätte er seinem Zorn bie Zügel schießen lassen, aber er hatte Suse Beßler zu viel anoertraut, unb er bürste es1 nicht mit ihr Derberben. Er wagte es nicht. So zwang er sich zur ßiebensroürbigfeit. „Suse! Mach boch keinen Quatsch! Komm mit, wollen was essen unb eine gute Flasche auf bas Gelingen ber ziemlich schweren Sache leeren. Weißt boch, wenn ich erst orbentlich bei Kasse sein werde, kriegst du allerlei, was dir mächtigen Spaß machen wird." Da lachte sie, die eben noch gedroht hatte: „Endlich bist du vernünftig, Erich!" Sie tänzelte leichtfüßig neben ihr her, die trotz ihrer etwas vollen Gestalt sehr Graziöse und Be- wegliche, die einmal eine bekannte Tänzerin gewesen sein sollte, die aber jetzt nur noch in Lokalen letzten Ranges auftrat feit .sie als Erpresserin mit bem Strafgesetzbuch Bekanntschaft gemacht hatte. (Fortsetzung folgt) Mainz" in Ehren untergegangen war. Wirtschaft finan- Unternehmern auszuführenden Bauarbeiten 33975 26027 Juli. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 20 Tagespramiea. 116309 194338 259394 303670 330947 45216 61902 77803 90298 189446 15427 7899 270054 21302 217178 227138 274598 276782 311817 314943 47484 64147 82829 102056 10 000 5 000 1000 500 200 100 93882 140601 152189 225912 283610 343680 386020 17131 29940 55193 I 69661 ' 96362 113111 132209 151650 165329 176408 193955 207521 225568 248488 266829 279106 292567 301912 322957 338505 350653 369393 394514 99977 173873 248352 283976 329659 23628 41078 51992 71542 89336 43558 61620 71635 89838 147084 199326 263481 310064 365574 125897 135737 164213 166102 182886 197226 216533 226580 256367 273022 281705 299362 305502 329785 340788 352515 382173 214095 116824 25563 369616 26047 205799 366582 57979 233920 399503 17412 126310 141242 159937 172854 192594 205145 221850 242095 258721 276505 285799 300230 313288 334252 343444 361947 386080 96691 115410 133779 152774 165893 182710 196236 215982 226134 251037 270097 281202 293546 301956 328886 339562 350724 375371 126042 137390 157132 168250 186944 198131 217926 234112 257317 273830 283698 299651 306888 333402 340907 358232 382833 49930 65310 83362 102238 115135 122832 130984 141924 164131 173812 191156 205032 222679 235807 255591 262736 271430 284654 293692 317288 333088 350490 360412 367285 383559 216839 394538 92623 246107 17897 83673 162747 231732 277628 318353 395998 11272 27567 54801 68724 89672 112404 130978 142072 160832 175959 193913 205636 224664 245546 260686 278650 289405 301095 317396 336205 348217 366637 388433 787 129928 66827 354033 4474 209033 383644 16423 C) E) F) G) H) 64041 144691 157339 235295 285071 356791 106950 117077 129346 135575 142788 172821 189054 196891 213571 228643 244758 261050 265254 276810 292300 312756 323702 339218 354974 364125 373234 399436 125740 145292 191229 246285 298451 372269 107778 119880 129859 138939 151705 173054 189069 202903 219568 231007 252656 261558 266971 277563 292673 313330 325645 341439 355786 364565 374679 104512 116514 129161 131951 142275 171458 183658 195019 211927 227417 243350 258590 264987 275209 285655 302974 823335 337727 362083 363968 369888 394943 106422 144876 178672 245934 285946 3P2F05 32909 45388 63034 81333 94174 147922 196627 268340 320765 376141 112798 122429 130925 140334 153416 173529 190647 204098 221817 233688 253855 262619 268969 281890 293390 316816 326787 350329 358877 365483 377150 23087 ! 37004 . 61690 I 70264 1 88942 I 102647 116301 126729 131260 141948 170383 183244 192515 206970 222892 235817 267437 264267 274070 285114 294646 322142 337194 361641 360650 367326 384608 6 Gewinne zu 5000 M. 8 Gewinne zu 3000 M. 800123 16 Gewinne zu 2000 Dt. 110724 180805 241731 353642 209672 65519 47359 116137 181531 295641 41984 92941 134370 152024 205482 269460 337101 386481 Die 4prozentige Anleihe des Deutschen Reiches von 1934. gebiete einen Austausch von Heu und Stroh auch in anderen Gegenden notwendig macht, wird die Frachtermäßigung nicht nur für den Versand nach den eigentlichen Notstandsgebieten, sondern darüber hinaus allgemein für den Bezug durch die Land- wirtschaft eingeräumt. Der Abschlag betragt für Heu 20 o. H., für Stroh 30 v. H. von den bisher für diese Güter erhobenen Frachten. Die Frachtbriefe solcher Sendungen müssen bei Aufgabe zur Beförderung neben der Inhaltsangabe den Vermerk tragen: „Zur Verwendung in landwirtschaftlichen Betrieben und im Deutschen Reich". Die Maßnahme gilt für das Erntejahr 1934/35 und ist bis zum 15. Juni 1935 befristet. Gewinnauszug 5. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten ziert. * Preußens Erdälgewinn im Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mütellt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im Juli nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 28 735 Tonnen gegen 24 640 Tonnen im Vormonat und 19 391 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1933. Auf das Gebiet von Haenigsen, Obershagen, Nienhagen entfallen 22 793 Tonnen, auf Wietze Steinförde 4438 Tonnen und auf dem Bezirk Eddesse Oelheim-Oberg 1504 Tonnen. Die Zahl der angelegten Arbeiter betrug Ende des Monats 2135 gegen 2130 am Ende des Vormonats. 336 Gewinne zu 300 M. _. ---- ----- ----- 30822 17. Ziehungstag 27. August 1934 In der heutigen Vormiltagsziehung wurden Gewinne, über 150 M. gezogen 60 Gewinne zu 1000 M. ----- 62222 66462 68166 72390 81392 109096 116747 132848 133611 164355 177859 206939 213603 222815 230875 237624 385953 392113 392502 . 96 Gewinne zu 500 M. 689 7624 25635 47960 52824 55807 68185 70892 82685 ----- ----- ------ ------ 125937 3056 12936 17719 21963 -- ----- ----- 36235 Auf Grund des § 39 des Börsengesetzes sind zum Börsenhandel zugelassen: 4 - v. H.-A n l e i h e d e s Deutschen Reiches von 19 3 4. Die Anleihe ist ausgefertigt in Abschnitten zu RM. 20 000 (Buchstabe A) B) Frankfurter Börse. Mttagsbörse weiter fest. F r a n k s u r t a. M., 28. Aug. An der Börse hält die feste Grundstimmung bei zunehmendem Auftragseingang seitens der Bankenkundschaft an. Die beachtliche Rede Dr. S ch a ch t s wirkt sich angesichts der nun besseren Dispositionsmöglichkeit der Industrie für die Börse günstig aus. Man stellte die Werte in Vordergrund, die in erster Linie von der neuen Wirtschaftsrichtung profitieren. Ferner traten die bisher noch vernachlässigten Märkte und Neben- werte stärker hervor, so Daimler, die auf 49,25, also um 1,50 v. H. anzogen. Recht lebhaft lagen IG. Farben, angeregt durch die Bedeutung als Rohstofflieferant, sowie durch die neuen Benzinverhandlungen. Der vorbörsliche Kurs von 150 wurde jedoch nicht ganz behauptet, immerhin war gegenüber der Abendbörse eine Steigerung von 0,75 v. S). vorhanden. Daneben Metallgesellschaft um 2 v. $)., Scheideanstalt 0,50 v. S). befestigt. Elektrowerte zeig- ten keine Belebung, Siemens 1 v. H. höher. Am Montanmarkt waren Mannesmann beachtet und 0,65 v.H., daneben Rheinftahl 0,75, Phönix 0,25 v. H. fester. Etwas leichter waren Harpener und Ilse Bergbau, sowie Mansfeld um 0,65 v. H. Zellstoffwerte, ebenso Kunstseide, ruhig und kaum verändert. Schiffahrtswerte gut gehalten. Im einzelnen Verkehrswesen 0,75 v. H., Gement Heidelberg 0,75 v. H. freundlicher. Im Freiverkehr hörte man Kammgarn-Stöhr 107,50, Adlerwerke 40,25 nach 39,50. Der Rentenmar kt blieb vernachlässigt, Reichsanleihe unverändert, Stahlvereinobligation 0,25 v. H. schwächer. Von Auslandsrenten bestand wieder Interesse für Mexikaner, die meistens 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Im weiteren Verlaufe ließ der Umsatz ziemlich stark nach, so daß die Kurse an den Hauptmärkten eher etwas abbröckelten. Farben fielen auf 148,75 zurück. Dagegen setzten einzelne Werte ihre Steigerung fort, so Mannesmann um 0,25, Ilse Genüsse 0,50, Daimler um 0,75 v. H. Auch eine Reihe von Kassawerten war nach wie vor sehr fest. Der Pfandbriefmarkt lag unverändert, Kommunalobligationen stiegen meistens in Angleichung an Berlin 0,25 bis 0,50 v. H. Stadtanleihen behauptet, neue Mainzer durch eine Zufallsorder 0,50 v. H. schwächer. Neichsanleihen blieben auch im Verlaufe ohne Anregung. Tagesgeld wieder 3 v. H. Alles, was kriechen konnte, war an Bord. Daß der leitende Ingenieur, Schatzmann, noch unter Deck geblieben war, war mir unbekannt. Dwr brave Mann ist in treuer Pflichterfüllung mit dem Schiff untergegangen. Ich hatte chn immer befanders gern gehabt. Ich selbst wünschte mir auch nichts anderes. Ich winkte dem noch achtern liegenden Zerstörer zu, abzulegen. Man sah, daß das Schiff unmittelbar vor dem Sinken stand. Das Schiff senkte sich jetzt nach Backbord. Die Steuerbordseite der Brücke kam groß auf mich zu. Ich hielt mich einen Augenblick mit den Händen am Süll fest; doch dann war ich auch schon vom Wasser umspült. Als ich wieder auftauchte, war um mich herum ein schwimmendes Trümmerfeld. Von den Booten drang ein Hurra an mein Ohr. Dor mir schwammen zwei zerfetzte Schwimmwesten; ich ergriff sie mit der Hand. Ich hatte ungefähr nach meiner Schätzung eine halbe Stunde geschwommen, als ein englischer Kutter sich mir näherte. Ich wurde aufgenommen und nach achtern gebracht Wir wurden dann in einen anderen Kutter gebracht und von diesem an Bord des kleinen Kreuzers „Liverpool gefahren und mitsamt der Mannschaft hochgehißt. In dem Boot befanden sich noch der Zahlmeister und ein paar andere Offiziere und Mannschaften von uns, — allesamt stark mitgenommen. An Bord bes englischen Kreuzers wurde ich zum Kommarn bauten befohlen. Er las mir folgenden Funkspruch oor, den er von feinem Admiral empfangen hatte: „Ich bin stolz, so tapfere Offiziere an Bord meines Geschwaders zu begrüßen." Ich teilte dies meinen Kameraden mit; es tat uns allen wohl, zeigte es uns doch, daß die wüst aus. Mir kam Wenneker entgegen, der mir zurief „Von Offi zieren alles to t o de r schwer verwunde t." Ich traf noch den leitenden Ingenieur und konnte auch nach kurzer Unter- Haltung mit ihm feststellen, daß ich der älteste Seeoffizier war. Laut rief ich: „Ich habe das Kommando!", was sofort von den noch Lebenden wei- tergegeben wurde. Da sah ich, wie von achtern ein Zerstörer heran- kam, der anlegen wollte. Mir schoß es durch den Kopf- „Erwillunsenter nl". Es blieb jetzt nur eine Möglichkeit das Schiff so schnell wie möglich zu versenken. UeberaU gab ich laut den Befehl: „Schiff fluten;" Ich ging mit dem leitenden Ingenieur durchs Schiff, um mir ein Urteil zu bilden, mie lange es noch schwimmen konnte, und war mir zweifelhaft, ob das Schiff ohne unsere Nachhilfe bald versinken würde. Ich ging wieder an Oberdeck. Zu meiner großen Erleichterung sah ich, daß dem ßängsfeitfommen des englischen Zerstörers nur menschenfreundliche Absichten Zugrunde gelegen hatten; er hatte achtern längsfeit festgemacht und begann, die Lebenden und Verwundeten überzunehmen. Die wenigen unverwundeten Offiziere sorgten unterdessen für den Verwundetenabtransport. Für mich blieb nun nicht mehr viel zu tun. Da zogen an Steuerbord die feindlichen Schlachtkreuzer der Lionklasse in majestätischem Zuge vorbei. Sie waren merkwürdig angemalt, im großen und ganzen waren sie hellgrau; aber auf diesem Hellen Grund hatten sie dunkelgrau die Silhouetten von kleinen Kreuzern auf dem Schiffsrumpf aufgemalt. Allmählich merkte ich, daß der Befehl „^uten" wirkte: die Back tauchte immer tiefer ein. Den Offizieren gnb ich nun die Erlaubnis, von Bord zu springen. * Verwendung inländischen neutralen Schweineschmalzes bei der Margarineherstellung. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat unter dem 25. August eine sechste Verordnung über Verwendung inländischen, neutralen Schweineschmalzes bei der Herstellung von Margarine und Kunstspeisefett erlassen. Der Hundertsatz an inländischem neutralen Schweineschmalz wird für September auf 12,5 v. H. derjenigen Menge Margarine und Kunstspeisefett festgesetzt, die der Betrieb in diesem Zeitraum herstellt. * Deutsches B ah nb aug e sch ä f t in China. Wie der DHD. hört, hat ein deutsch-chinesisches Konsortium unter Mitwirkung der China Studiengesellschaft mit der chinesischen Nationalregierung in Nanking einen Vertrag abgeschlossen, wonach dieses Konsortium die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke von Buefhan nach Pinghsiang übernimmt. Das Konsortium besteht deutscherseits aus der Firma Otto Wolff, chinesischerseits aus einer Bankengruppe unter Führung der Bank of China. Das glesamte Oberbaumaterial und rollende Eisenbahnmaterial und die sonstigen Streckenausrüstung sollen aus Deutschland geliefert werden, während die chinesischen Bankengruppe die von einheimischen _______________ 379214 390630 282"Gewüme'z'u 300 M. ^20 4068 4298 ---- 19179 20480 21747 23673 27363 35439 38722 40616 45078 47642 67981 61184 67352 67820 68096 72389 76938 77978 78536 86046 97922 101041 111636 Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteüungen I und II: 1464 29435 34487 73965 98490 133001 240234 801162 364312 388607 Im Gewinnrade verblieben: 260 TageSprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 50000, 2 zu 80000, 4 zu 20000, 18 zu 10000, 86 zu 5000, 170 zu 8000, 876 zu 2000, 802 zu 1000, 1974 zu 500, 7972 zu 300 M. Die Tilgung erfolgt in 10 Jahren alljährlich mit ein Zehntel des ursprünglichen Nennbetrages (vorn 1. Juli 1934) bis zum l.Juli 1944, und zwar: a) bei einem Kursstand zu oder über pari durch Auslosung ober Einlösung zum Nennbetrag, b) bet einem Kursstand unter pari durch Rückkauf. Die Zinsen werden halbjährlich am 2. Januar und 1. Juli bezahlt. Von den den Schuldverschreibungen beigegebenen Zinsscheinbvgen mit 20 Zinsscheinen wird der Zinsschein Nr. 1 am 2. Januar 1935, der letzte (Nr. 20) am l.Juli 1944 fällig, lieber die 4=0.5).- Derzinsung hinaus ist eine Zusatzverzinsung in der Weise vorgesehen, daß die bei der Tilgung durch Rückkauf erzielte Ersparnis den Inhabern aller noch nicht getilgten Schuldverschreibungen als zusätzliche Zahlung zu der 4-v. H.-Derzinsung zugute kommt und diesen mit dem jeweils am 1. Juli jeden Jahres fälligen Zinsschein ausbezahlt wird. Die Bekanntgabe des zusätzlichen Zinsbetrages erfolgt spätestens Mitte Juni jeden Jahres. Die Anleihe wird von Dienstag, 4. September 19 3 4 an notiert. Abendbörse weiter freundlich. s Die Abendbörse blieb in sich fest. Im Verlaufe \ wurden auch die Umsätze etwas lebhafter. Auch für ’ Nebenwerte bestand Interesse. Teilweise wurden die Berliner Schlußkurse um Bruchteile eines Prozentes überschritten. So gewannen Siemens 0,25, , AKU. 0,25, Deutsche Lino 0,25 v.H. JG.-Farben ; zunächst mit 148,50 behauptet, dann 148,75. Im Zu- , sammenhang mit der Börseneinführung der 4proz. , Reichsanleihe von 1934 war auch der Rentenmarkt ‘ angeregt. Es bestand Nachfrage für Anleihen, die , gut behauptet lagen. Umschuldung 0,25 v. H., Zins- Vergütungsscheine gegen Mittag nochmals 0,50 v. H. fester. Von Auslandrenten waren Mexikaner be- ; achtet, 5proz. innere 0,13, Jrrigationanleihe 0,40 vom Hundert höher gefragt. Im weiteren Verlaufe blieb vor allem das Interesse für Mexikaner auf Grund höherer Auslandkurse bestehen. 5proz. und 3proz. Silbermex. um weitere 0,13 v. H. erhöht. Mexikaner A. und B. Scrips, die ihren nom. Wert in kürzester Zeit verdoppelten, blieben höher gesucht. Der Aktienmarkt hatte keine Sonderbewegungen mehr. OO-Bank 0,75 über Mit- tagsz. Siemens wurden mit 150, also plus 0,50 festgesetzt. Am Einheitsmarkt waren Aschaffenburger Brauerei mit 102 gegen letzte 3 v. H. niedriger, dagegen Feinmechanik Jetter 1 v. H. fester. Sonst betrugen auch hier die Besserungen nur bis 0,50 v. H. Kali Chemie zogen um 0,75 v. H. an. Kurse: Altbesitz 95, Dedibank 67,50, Dresdner Bank 69,50, Buderus 87,65, Harpener 107,50, Klöcknerwerke 76, Mannesmann 71, Rheinstahl 91,50, Stahlverein 41,50, Aku 64,50 bis 64,25, AEG. 26,25, Bekula 145, Daimler 48,50, Scheideanstalt 225,50, Farben 148,50 bis 148,75, Gesfürel 110. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 28. Aug. Gemüse: Zufuhren von allen Gemüsöarten gut; sehr stark von Gurken; von Tomaten Ueberangebot. Preise für Kartoffeln und Tomaten rückläufig. Nachfrage gering. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 45, Buschbohnen 7 bis 9, Stangenbohnen 10 bis 14, Eskarol 5 bis 10, Gewürzel, gr. Bündel, 25 bis 30, Salatgurken 3 bis 15, Einmachgurken, Essig 25 bis 50, do. Salz 60 bis 80, Karotten 4 bis 5, Kartoffeln, gelbe, runde 3,80 bis 4, do. Juli Nieren 5 bis 6, do. Mäuschen, gelbe 8, Knoblauch, Ausland, 18 bis 30 (ital.), Kohl- rabt, ober, 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 12, Lauch 2 bis 5, Petersilie 15 bis 18, Pilze, Pfifferlinge, 38 bis 40, Rettich 3 bis 6, Römischkohl 4 bis 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 6 bis 7, Sellerie 6 bis 15, Spinat 8 bis 10, do. Neuseeländer 10, Schnittlauch 18, Tomaten I 4 bis 5, do. II 3, Weißkraut 4Vz bis 5, Wirsing 6 bis 9, Zwiebeln, Pfälzer 6 bis 6Vz, do. Sachfen 6, do. ital. 6V< bis 6V2. Obst: Ueberangebot von Aepfeln, Birnen und Zwetfchen. Preise weiter leicht rückläufig. Nachfrage unbefriedigend.. Es erzielten: Eßäpfel 7 bis 10, Wirtschaftsäpfel 4 bis 5, Falläpfel 2 bis 2V2, Alexanderäpfel 7 bis 8, ßebeläpfel 5 bis. 7, Tiroler Gravensteineräpfel, Ausland, 6 bis 15, Goldparmänen, Ausland, 14 bis 15, Bananen, Kiste I2V2 Kilogramm netto, 5V2 bis 6 Jam., 4V2 Braf., 4V2 bis 5 D. Kamerun, Birnen, Tafel, I 8 bis 12, do. II 5 bis 7, Kochbirnen 3 bis 4, Williamsbirnen I 8 bis 12, do. II 5 bis 6, Philippsbirnen 4 bis 7, Amanlis BB 3 bis 6, Gellerts BB 7 bis 12, Andenken an den Kongreß I 8 bis 10, do. II 5 bis 6, Brombeeren, Wald, 20, Erdnüsse, Ausland, 20, Mirabellen 5 bis 12, Pfirsiche I 5 bis 12, do. II 5 bis 10, Pfirsiche I, brutto ital. 18 bis 27, Preißel- beeren 25 Finnland, Trauben 9 bis 10, brutto ital. 16 bis 21, do. span. 18 bis 21, do. ung. 15 bis 16, do. 50 bis 55 holl, netto, Zwetschen 5 bis 6, Zittonen, 150 St., span. 8V2, do. 300 St., span. 15, 360 St., span. 16, do. 300 St, ital. 12 bis 14, do. 360 St., ital. 12 bis 13. Mainzer Schkachlviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Aug. Auftrieb: 70 Ochsen, 117 Bullen, 277 Kühe, 289 Färsen, 333 Kälber, 857 Schweine. Es notierten in Lebendgewicht pro Zentner in Reichsmark: Ochsen al) 31 bis 34, b) 29 bis 31, c) 24 bis 28, d) 19 bis 23; Bullen a) 29 bis 32, b)25 bis 27, c) 22 bis 25, d) 18 bis 22; Kühe a) 32, b) 26 bis 32, c) 19 bis 25, d) 12 bis 18, Färsen a) 32 bis 35, b) 29 bis 32, c) 24 bi? 28, d) 20 bis 24. Kälber a) 42 bis 46, b) 36 bis 41, c) 30 bis 35, d) 24 bis 31. Schafe nicht notiert. Schweine a) 51 bis 53, c) 50 bis 53, d) 49 bis 53, e) 47 bis 52, f) 47 bis 52. Mavktverlaus: Großvieh ruhig, ausverkauft; Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine mittel, kleiner Ueberstand. Frachterleichterungen für die Landwirtschaft. 1 Um der Landwirtschaft in den von der Trocken- • heit betroffenen Gebieten die Möglichkeit zu geben, . sich mit Heu und Stroh zu Futter- und Streu- t zwecken aus den Überschußgebieten zu versorgen, ! die zum Teil sehr entfernt liegen, gewährt die - Deutsche Reichsbahn mit Wirkung vom 30. August > für die Beförderung dieser Güter einen weiteren Frachtnachlaß. Da die Versorgung der Notstands- 2 Gewinne zu 6000 M. 2 Gewinne zu 3000 M. 18 Gewinne zu 2000 M. 263642 265727 306853 28 Gewinne zu 1000 M. 137195 168958 179351 255128 264102 286527 80 Gewinne zu 600 M. ■ -. 23086 31740 44821 69069 65664 60681 ----- ------ - 164046 168573 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Frankfuri a. M 3erlm Datum | 27-8. 28-8. 95 95 95,25 95,25 93,5 93,75 95,13 95 95,25 95,13 26,25 26,75 92,13 92 92 92,5 89,25 89,25 89,25 90,5 90,25 0 97 96,5 98 97,5 97,75 97,75 ReichSbaak 89,75 89,75 90,9 90,9 89.75 89,75 89,75 89,75 90,5 90,5 93 93 93 94 0 107,5 0 0 0 0 86,9 115,5 62,25 107,75 91 147 118,5 66,75 69,5 155,5 30,75 71,5 91,25 57 25 66 98,5 155,4 0 0 0 66 68,5 155,65 30,75 71,5 90,75 57,5 87,65 116 30,9 72 91 58,5 26,75 145,25 101,5 114,5 73,65 110 90,75 147 119 30,65 71,65 91,5 58,25 Schlußf. Mittag- LitiL o o 12 176,5 132,5 76,25 71,13 26,25 145 101,75 113,5 74,4 110 101 91,25 150 118,5 176 133,5 76 n 26,5 145 101 114 74 109,9 101,5 91,5 150,4 119,25 26,5 145,65 100,9 114,5 73 109,5 26,75 25 26,75 26 87,75 115,5 61,65 107,5 72,4 175 131,5 76,13 71 87 115,9 62 107,25 72,9 176 132,4 76,4 70,75 67 69,9 155,5 28-8. 27.8 4% Oefterretchtsche Gotbrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrent» 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4%% deSgl. von 191».......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 •afei dWdadba-°-«alet-e •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehern.7% Dt. ReichSanl. v. 1929 vy,°/o Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Mlü,..Schuld mtt LuSlos.-Rechten ............ ®HflL ohne AuSlos.-Rechte...... •% ehem.8% Hess. Bolllstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold 0L 12.................. 6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Slqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An- leche Serie 1 mitAuSlos.-Rechten «% ehem. 8% Franks. Hqp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bi» 1935 < % ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi- 1936 |U% ehem. 4/,% yranks. Hyp^ Bank-Liqn.-Psandbr1efe....... i%% ehem. 4y,% Rheinische Hhp..Ballk-Ltqu.^Soldpse..... < % ehem. 8% Pr. LandeSpfand- brtesaastaU, Pfandbriese R. 19 • % ebem. 7% Pr. LandeSpsan^ briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnung-kur» .. Vamdurg-Amerika-Pakei .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs........... ‘ Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen QQt .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prioat-Bank ... Deutsche Barrl und Dtsconto» Geselllchaft................ Dresdner Bank.............. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v.H., «-C.G. .....................o Bekula...................... LieferungrgeieMchafi... 6 Licht und Kraft ............. g Feiten 8 Guilleaume......... o WÄS&S Schustert L Co...............5 ? Frankfurt a. M. Äerlln Schluß- kurS Schluß!. Abend- börfe Schluß» furd Schlußf. Mittag- bSrfe Datum 27-8- 28-8- 27-8- 28-8. Manrfelder Bergbau......... 0 80,5 79,5 80,9 79,4 Kokswerke .................. 0 — — 95,5 95,25 Phönix Bergbau............. 0 48,75 48,5 48,5 48,9 Rheinische Braunkohles ..... 10 247 244 246,75 244,5 Rhein stahl .................. 0 91,25 91,5 91 91,5 Bereinigte Stahlwerke........ 0 42 41,5 41,75 41,65 Olavi Dlinen ............... 0 14,25 14,25 14,65 14,25 Kaliwerke Aschersleben........ 5 127 127,5 127 127 Kaliwerke Westeregeln.......• Kaliwerke Salzdetfurth.....7 5 127,25 127 127,5 126,75 ¥i 161 164 162 164,75 3.». Farven-Industri«....... 7 9 148,5 224,5 148,75 225,5 148,25 148/5 0 90 88,5 90,25 88,75 RülgerSwerke ..........— 0 41 41,5 41 41,5 Metallgesellschaft............. 0 86 88 86 88,5 Philipp Holz mann .......... 0 | 74,25 72,5 74,9 7 I Zementwerk Heidelberg ...... 0 105 105,75 - - üarlstadt......... 0 1 127.5 127,5 - - Schultheis Pa-enhofer ....... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 — 115,75 115,7 ! 0 65 64,25 65 64,25 Bemberg................... 0 70 71,25 70,25 71 Feststoff Walbhos............ Zellstoff Aschaffenburg ....... Dessauer GaS ............... 0 48,65 48,4 48,4 48,5 0 7 66,5 65,25 66,5 124,5 65,5 124,75 0 47,75 48,5 47,13 49 c 58 57,75 58 57,5 Orenstetn L Koppel.......... c — —— 81 82,5 Leonhard Tietz.......••••.. c 27,5 26,9 27,13 27 Th ade.................... IC 203 199,5 200,5 199,65 Aemmnlatorrn-FabrS....... c 177 177 177,75 178 tonti^ahmmt............... c — 129,5 131 130,25 ®rt»na..................- Mainkraftwerke Höchst a.8U~ »I 26,25 77,5 1 27 I J - 1 186 1 184,75 1 184 I 184,25 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend« bSrfe Schlußkurs Echlußk. Mittag, börfe Datum 27.8- 28-8. 27.8. 28-8. 4% desgl. Serie 11 ............. 8,1 8,1 — ■— 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,4 4,4 — 4,4 4^,%Rumän.vereinh.Renteo.l918 7 7 — —- 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,9 3,9 3,95 3,95 9%% Anawlier ............... 34,75 35 — 35 93 93 94 93 101,4 101,4 101,4 101,4 27,25 27,5 - - 1,1 1,1 1,13 1,05 7,1 7 7,2 7,05 6,8 6,8 6,85 6,95 7 7 6,95 6,95 9 9,5 9.13 9,6 8 8 —1 — Siemens & Halske............ Ladwever L La.____________ i Subern« ........... .. . .. deutsche Erdöl.............. Aelsenkirchener.............. Zarpener................... )oesch Sisen—Köln-Neuesseu .. slse Bergbau ............... Ilie Bergbau Genüsse........ Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt (lBL 27-August 28-August Amtliche Notierung Geld | Driei Amtliche Notierung Geld | Dries Buenos Aires 0,683 0,687 0,685 0,689 Brüssel..... 58,87 58,99 58,91 59,03 Rio de Jan.. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 55,94 56,06 56,04 56,16 Danzig..... 82,02 82,18 82,07 82,23 London ..... 12,525 12,555 12,545 12,575 Heli'ingsors.. 5,529 5,541 5,534 5,546 Paris ...... . 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,60 21,64 21,62 21,62 Japan ...... 0,744 0,746 0,744 0,746 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 62,94 63,06 63,04 63,16 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,38 11,40 11,39 11,41 Stockholm... 64,59 64,71 64-69 64,81 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34-32 34.38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — — — Neuyork.... 2,478 2,482 Vanknoten 2,486 2,490 Serlin, 28-August Geld »rief Amerikanische Sloten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 58,75 58,99 Dänische Noten ................. 55,99 56,21 12,50 12,56 16,46 16,52 Holländische Noten .. .. . . .. 169,31 169,99 Italienische Noten................ 21,50 21,58 Norwegische Noten .............. 62,87 63,13 Deutsch Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten............... __ Schwedische Noten............... 64,52 64,78 Schweizer Noten................. 81,49 81,81 34,18 34,32 Logaäjche Noir»............... — —