Dienstag. 29. Mai 1934 Nr. 122 Erstes Blaff 184. Zahrgang Erjchemt täglich, außer jmy A M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags JIMBHr HB für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A j| A A Bk A A A A A A A W A A A A _A A A A bis 8>/,Uhr des Vormittag, e» (ni^RpW zlWWi Mtt 4 Beilagen RM.1.95 BV B B flK H VB B B K B jC B B B ■ B K B anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte W W W B JhL* B OL ■ Bk* 60 Rpf.,Platzvorschrift oder N«ich.er^ ■ r J V ▼ schwieriger Satz-b°,mehr von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise. infolge höherer Gewalt _p _ _ Stellen-, Vereins-, gemein- SM General-Anzeiger für Sberhessen MW Zranttutt amÄin 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schristlettrmg und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüss/staffel^ Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ge- Zwi- Paris spürt die kühle Atmosphäre Meinungsaustausch über die jetzige Lage der Ab- rüstungssrage und die in der letzten Zeit von Großbritannien und Frankreich gespielte Rolle gegeben. Die mageren Beiträge zu den Beratungen des Büros erregten bei mehreren Abgeordneten 2Hife- fallen. Besonders der britische Vertreter schien nach Schluß der Sitzung über das Ausbleiben jeder konstruktiven Aeuherung seitens Frankreich alles andere als befriedigt zu sein. scheu Simon und Barthou fand auf Ersuchen des französischen Außenministers eine Unterredung statt, bei der sehr deutlich gesprochen worden sein soll. Ls habe einen ganz unverhohlenen Paris, 28. Mai (DNB.) Reichsaußenminister Frhr. von Neurath hat dem Sonderberichterstatter des „Paris Soir", Pierre Hamp, eine Unterredung gewährt, in der er eine Reihe der wichtigsten Deutschland und Frankreich angehenden Fragen erörterte. Herr von Neurath sprach zunächst vom A b r ü - stungsproblem und wies besonders darauf hin, daß Deutschland einen Anspruch auf Gleichberechtigung habe. Nach den vergeblichen Verhandlungen hierüber sei Deutschland jedoch der Auffassung gelangt, daß die einzige Möglichkeit einer Lösung in einem direkten Meinungsaustausch mit Frankreich bestehe. Bereits im Sommer 1932 habe er nach der Konferenz von Lausanne ein entsprechendes Angebot gemacht, jedoch eine kategorische Ablehnung erfahren. Ende 1933 habe er erneut einen Versuch in dieser Richtung unternommen. Als Reichskanzler Hitler ans Ruder kam, enthielt seine erste Reichslagsrede die Versicherung: Wir wollen uns mit Franchreich verständigen. Rlan hat ihm n i ch t geantwortet. Weitere Bemühungen sind ergebnislos verlaufen. Die Tragik der Lage beider Länder liegt darin, daß sie genötigt sind, sich zu verständigen, aber nicht zu einer Aussprache kommen. Zu den alten geschichtlichen Schwierigkeiten kommen, so sehr der nommen. Englisches Mißfallen. Simon wurde sehr deutlich. London, 29.2Uai. (Reuter-Funkspruch.) außerdem noch Fühlung mit dem türkischen und dem griechischen Außenmini st er „Unverhohlener Meinungsaustausch" zwischen Sir John Simon und Barthou in Genf Verstimmung über die französische Verschleppungspolitik. rerprinzip aufgebaute Parteibewegung, mit uniformierten Sturmstaffeln nicht nur in Belgien, sondern auch in Holland, geschaffen, So sehr van Se- veren in seinem Programm an den deutschen Nationalsozialismus bzw. an den italienischen. Faschismus anknüpft, so ist es doch grundsätzlich falsch und entstellend, von einer rem äußerlichen Ueber- nahme zu sprechen. Diese flämische BeweguNg hat durchaus ihre Eigenart und ihre politische Willenskraft. Ganz Brüssel ist m Aufgregung und man rüstet zu einschneidenden Abwehrmaßnahmen. Die junge flämische Generation aber wird von T g zu Tag mehr dieser Bewegung geneigt: der kämpferische Schwung ist ihr sympathl cher als d,e reli- aias-pazifistische Haltung der alten Flamenbewe- aungen, die die Zeit überrennt. Kür die offizielle Politik in Brüssel bedeutet die gegeneinander gerichtete Zielsetzung der flämischen Bewegungen im Augenblick zwar eine Chance die auch meisterhaft genutzt wird. Aber die Zukunft des wallonischen Belgiens bleibt dunkel. Die f - mische Kulturarbeit ist setzt frei und hat die Zutuns im Lande. Die junge Generation der Flamen, die heute die flämische Universität m Gent Oer Nationalsozialismus will den europäischen Frieden. Oer Aeichsaußenminister Freiherr von Neurath über das Problem der deutsch-französischen Verständigung. Reichsaußenmlnlsfer fort, heule noch fozlalpsy- chologische Gründe hinzu. Gewisse französische Minister glauben, daß man mit de m Ratio n a l s o z i a l i s m u s nicht sprechen darf, was einem Richt-Mehr-Sprechen mit Deutschland gleichkommt. Der Berichterstatter hielt Herrn von Neurath entgegen, daß Frankreich von der R ü st u n g s tä ti g - kett Deutschlands überzeugt sei. In der europäischen Presse würden überall Beweise für die Waffenherstellung und die Manöver zitiert. Wäre es deshalb nicht würdiger für Deutschland, offiziell zuzugeben, was für niemanden mehr ein Geheim- nis sei? Die Antwort des Reichsaußenministers lautete: Soweit sind wir noch nicht. Wir erhoffen immer noch eine Konvention, die die Rüstungen regeln wird. Aber dieses Warten kann nicht ewig dauern. Wenn man zu keinem Abkommen gelangt, was dann? Der Augenblick wird eintreten, an dem auch wir an größere Si- ch e r h e i t denken müssen. Auch wir werden dazu gezwungen sein, um uns zu verteidigen, aber keineswegs aus einem Angriffsgeist heraus. Der Beweis dafür, daß wir keine Angriffs- absichlen hegen, ist unser Abkommen mit Polen. Es war wegen der Grenzfrage besonders schwer zu bewerkstelligen. M i I Frankreich aber haben wir keine verläßt, ist nicht mehr abtrünnig. Sie spricht, denkt und fühlt flämisch und wird sich entsprechend im Lande betätigen. Flandern ist endgültig zu einem einsprachigen Land geworden. Was politisch die Folge sein wird, ist allem Anschein nach- für die Wallonen höchst unangenehm. Indem man das Französisch in Flandern streicht, hat man die Wallonen ausgeschaltet, es sei denn, sie fingen an, sich flämisch zu akklimatisieren. In Brüssel sagt man, man spalte die belgische Elite in zwei Teile, denkt dabei aber nur an die eigene Haut. Man weiß hier ganz genau, daß die inneren Gegensätze durchaus nicht beseitigt sind, daß man andererseits aber eine wichtige Vormachtstellung geräumt hat: Wesen und Sprache der wallonischen Herrenschicht ist in Acht und Bann getan. Hier redet man gern vom „flämischen Imperialismus", um sinnentstellend das Freiheitsringen der Gegner mit der eigenen Rolle zu verwechseln. Aber wird das auf die Dauer etwas nützen? Das flämische Volk wächst rasch, die Jugend hat die Zukunft, und seif der Entdeckung des Kempischen Kohlenbeckens hat sich »ber wirtschaftliche Schwerpunkt des Landes immer mehr von Wallonien nach Flandern verlagert. obgleich sie gelegentlich der Bekanntgabe der französischen Note vom 17. April unterstrichen hatten, daß Frankreich unter Barthou tatsächlich eine neue Politik einschlage. Ganz besonders hebt man in der Pariser Mor- genpresse die Unterredung Barfhous mit Simon hervor. Diese Unterredung soll zeitweise sehr heftig gewesen fein, der englische Außenminister soll sich nicht gescheut haben, Barthou an die Verantwortung zu erinnern, die Frankreich mit seiner Haltung auf sich nehme. Barthou habe Simon erklärt, daß er, falls Simon seine Vorwürfe in der öffentlichen Sitzung wiederholen sollte, beweisen werde, daß nicht Frankreich, sondern Deutschland (!) die Verantwortung für das Mißlingen der bisherigen Bemühungen trage. In französischen Kreisen in Genf aber scheint man sich über die wenig beneidenswerte Lage Frankreichs klar geworden zu sein. Die Blätter weisen auf die für Frankreich wenig sympathische Atmosphäre hin, die es in Genf angetroffen hat, und fetzt seine ganze Hoffnung auf die Vorschläge Litwinows. Der neue König hat ein schweres und bedrohtes Erbe übernommen. Aber die Wallonen sind hartnäckig; sie wollen sich nicht akklimatisieren und hoffen auf den Beistand Frankreichs. Das Ende der Parteien in Bulgarien. Sofia, 28. Mai (DNB.) Die Sweno-Gruppe hat sich, da die neue Regierungsgewalt die Unter- stützung aller Kräfte der Nation benötigen wird, als politische Organisation aufgelöst, um ihren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, eine nationale Einheit zur Unterstützung des neuen Staates zu verwirklichen. Die freiwillige Auflösung der Sweno-Gruppe, aus welcher die neue Regierung hervorgegangen ist, hat in politischen Kreisen großes Aufsehen hervorgerufen. Man glaubt, daß dieser Schritt den Auftakt zur Auflösung aller übrigen politischen Parteien und Organisationen des Landes bildet. Wie es heißt, soll bei dieser Auflösung auch vor der volkssozialen Zankofsbewegung nicht Halt gemacht werden, von deren großer Mehrheit erwartet werde, daß sie sich in Den Dienst der neuen Regierung stellen werde. P a r i s , 29. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Die ersten I Verhandlungen in Genf sind nicht zugunsten Frankreichs ausgefallen. Die kühle Aufnahme, die der französische Außenminister in den verschiedensten Kreisen gefunden hat, war sogar so deutlich, daß man in der Pariser Presse nicht umhin kann, diese Tatsache besonders hervorzuheben. Eine allgemeine Mißstimmung, die sich befonberes gegen d e n englischen Außenminister, dann aber auch gegen den Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz, Henderson, richtet, macht sich in der großen Presse insofern bemerkbar, als man versucht, sich mit Händen und Füßen gegen den Vorwurf zu wehren, Frankreich allein trage d i e Verantwortung für den kläglichen Stand der Abrüstungskonferenz. Henderson hatte am Montag in nicht mißzuoerstehender Deut- lichkeit darauf hingewiesen, daß Frankreich durch seine Note vom 17. April seine Politik geändert habe. Daraus sah Barthou sich veranlaßt, die Kontinuität der französischen Politik seit Briand zu verteidigen. Auch die Blätter wehren sich gegen den Vorwurf eines Frontwechsels, Das belgische Problem. Von unserem LlH -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Brüssel, Mai 1934. z Die Nationalitätenfrage ist wieder einmal bas Problem, bas ganz Belgien in Aufwallung bringt. Nach bem Tobe König Alberts, der so weise über bie Klippen ber Flamenfrage Hinwegzusteuern wußte, branden die Wogen der Gegensätzlichkeit im 1 belgischen Lager aufs neue jäh empor. Es ist wesentlich, wenn bei Betrachtung ber belgischen Frage bie Tatsache beachtet wird, baß Belgien ein junges Lanb ist, bas erst 1830 auf Veranlassung ber europäischen Großmächte und insbesondere auf Frankreichs Betreiben gegründet wurde. Don Anfang an war in diesem neuen ' Staate der innere Widerspruch der Nationalitäten ! vorhanden. Und es ist ebenso wesentlich, sich zu erinnern, daß belgische Beamte und Politiker — so 1 z. B. ber erste Ministerpräsident Belgiens, Charles s Rogier, — von Anfang an bas Bestreben ge- \ zeigt haben, Belgien auf kurz ober lang zur ' französischen Provinz zu machen, natür- ; lief) einschließlich bes Flamenlanbes. Wenn sich bie Verfassung auch zur Freiheit ber 1 Sprache bekannte, so bominierte erklärlicherweise ! bie französische Sprache. Sie hatte bas ’ Vorrecht, bie Amtssprache zu sein, und sie war auch bie Grundsprache in ben Schulen. So kam es, baß die flämische Oberschicht sehr balb ( kapitulierte, französisch sprach und französische Sit- * ten bevorzugte. Ader bie große Masse der Fla- men, die freien Bauern und die urwüchsige Ar- J deiterschast, blieb flämisch. Das schaffte den tiefen und gefährlichen Gegensatz zwischen der Oberschicht und dem flämischen Volke. Das Volk allein kämpfte fortan um seine rassische und konstitutionelle Freiheit, denn die geborenen Führer waren wurzellos geworden. Höher und höher flutete die flämische Bewegung über das wallonische Kastenrecht hinweg; wäre nicht König Albert I. ein weiser Schlichter gewesen, es hätte zu offener Revolte der Flamen kommen können. Wer Vorrechte genießt, büßt sie nicht gern wieder ein. Nachdem die Flamen legal ihre kulturelle Gleichberechtigung durchgesetzt haben und das neue Sprachgesetz in Kraft getreten ist, wird es ben Wallonen unbehaglicher denn je. Neuerdings organisierten sie eine antiflämische Kundgebung in Brüssel. Das zeigt, wie einschneidend die flämische Frage für das Wallonentum geworden ist. Aber Schuld haben bie Wallonen. Kein Volk läßt sich unterbrücken, wenn es lebensfähig ist. Die Scheidung in Flamen und Wallonen wurde von den Wallonen zu einer für sie selbst gefährlichen Klassenscheidung erweitert, weil bie Sprachenfrage — wie einst im alten Oesterreich — zu einer sozialen Frage würbe, unb aus bem kulturellen Charakter ber Nationalitätenfrage sich ein politischer Gegenstand) entwickelte. Der Krieg förderte ben Aktivismus ber Flamen. Aus bem von ben Deutschen besetzten Gebiet würbe balb ein selbstänbiges Flanbern. Gleichzeitig entstand an ber Front eine große flämische Solbaten- beroegung. Man wußte offenbar nicht, weshalb man gegen bie ftamnwerroanbten Deutschen zu kämpfen hatte. Unb von ben Führern jener flämischen Frontsolbaten würbe 1919 in Antwerpen b i e flämische Front als politische Partei proklamiert. Von Wahl zu Wahl stieg ihre Stimmenzahl. Doch ihr tatsächlicher Einfluß bebeutete weit mehr, als biefe Ziffern. Sie würbe bas Gewissen ganz Belgiens, bem selbst ber König nachgab. An ber Spitze ihres Programms ftanb bie Forberung nach einer ausgebehnten Sprachengesetzg e b u n g. Der Kampf um bas Minimalprogramm ist nun abqeschlo sen, ber Sieg ist errungen; bie flämische Sprache ist, auch wenn bie Gesetzesbestimmungen von ben französisierten Beamten zum Teil nicht korrekt burchgeführt werben, überall offiziell neben ber französischen anerkannt. . Die Belgicisten find offenbar ber Meinung, baß hiermit bie flämische Frage enbgulhg abgetan fei. L: KÄ« MS’-Ä few'tys«« SSÄ mischen Bewegungen, müssen sich entscheiden.Unb dieses aktuelle Problem hat benn auch bie flämische ftront gesprengt. Die eine Hälfte, getragen von ber Bauernschaft, ist katholische unb Neri - » -' "Ä L °Ä fb“r3 n°°uÄn K und unb ihren Anforberungen nicht gewachsen. Die: Not^ benn auch be^em^o^ runq in Europa veralteter Parlamen esysteme hat. Tatsächlich sand -ine Annäherung zwischen den bei- Seine neug-grundete : ( in Indern W “• ’s1. ristischc Bewegung S“1*5 B®r „Berbanb zu ber gegenwärtigen Flamenpolitik. Die erste Sitzung des Präsidiums Henderson fordert auch weiter „unbeugsame Entschlossenheit". Genf, 28. Mai. (DNB.) Die erste Sitzung des Präsidiums ber Abrüstungskonferenz war zum größten Teil ausgefüllt von einer Erklärung Hendersons, über die letzten internationalen Verhandlungen und über die Lage feit der französischen Note vom 17. April. Henderson schloß seine Rede mit folgenden Worten: „Es ist jetzt Sache des Präsidiums, die Lage zu prüfen und zu beschließen, welches Verfahren angesichts ber jüngsten Ereignisse bem Hauptausschuß bei seiner morgigen Sitzung empfohlen werden soll. Das Präsidium mag es als ratsam betrachten, die Erklärungen derjenigen, die an den privaten Verhandlungen aktiv beteiligt gewesen sind, im Hauptausschuß abzuwarten und e r st d a n n einen künftigen Arbeitsplan zu empfehlen, lieber die Zukunft der Konferenz sind zahlreiche Erklärungen in Umlauf gesetzt worden, darunter einige, die einen d e f a it i st is ch e n Charakter zu haben scheinen. Ich wage zu hoffen, daß das Präsidium einmütig dem Hauptausschuß nahelegen wird, daß der Ern st der Lage mehr denn je unbeugsame Entschlossenheit fordert, unsere Bemühungen zur Herbeiführung einer Konvention gemäß ben der Konferenz erteilten Aufträgen s o r t z u s e tz e n." Barthou legte Wert auf bie Feststellung, baß bie Haltung F'rankreichs seit ber Unterbrechung ber politischen Tätigkeit ber Abrüstungskonferenz, ja sogar seit Beginn ber Konferenz u n - verändert geblieben sei. Die Abrüstungskonferenz, so schwierig auch bie aegenroärtige Lage sei, bürfe nicht als eine erlebigteAnge- legenheit betrachtet werben. Man müsse darauf hinarbeiten, baß sie zum Erfolg gelange. Im Namen ber französischen Regierung erkläre er, baß er sich mit seinem ganzen Willen unb seiner ganzen Uebergeugung ben vom Präsibenten verlangten Bemühungen a n s ch 1 i e h e n werbe. Zum Schluß ber Sitzung legte Henberson bas Schweigen ber übrigen Delegierten bahin aus, baß sie sich ben Äußerungen bes Präsibenten unb bes französischen Außenministers anschlössen. Unter biefen Umftänben sei es am besten, bie Erklärungen abzuwarten, bie im Hauptausschuß abgegeben werben. Dann werbe es möglich sein, baß "bas Präsibium ober ein anberes Organ über bas weitere Verfahren beschlösse. Ein eigener Vorschlag der sechs „Neutralen"? Auch die Kleine Entente berät. Genf, 28. Mai. (DNB.) Montag nachmittag ist bie Gruppe ber sechs neutralen Staaten, bie im Rahmen ber Abrüstungskonferenz schon wieberholt mit eigenen Vorschlägen hervorr- getretu find, nämlich Schweben, Norwegen, Dänemark, bie Schweiz, H o 11 a n b unb Spanien, von neuem zusammengetreten, um sich über ihre Haltung in ber Abrüstungsfrage klar zu werben. Man rechnet damit, daß diese sechs Staaten, denen übrigens auch Belgien in verschiedenen Punkten nicht fernstehen soll — einen eigenen Vorschlag einbringen werden. Es muß dabei beachtet werden, daß diese Gruppen auch die Staaten umschließt, bie sich einer A n e r - kennung Sowjetrußlanbs unb bem Eintritt Rußlanbs in ben Völkerbunb stets wiber- f C3m übrigen hört man, baß auch bie Außenminister ber Kleinen Entente sich am Montag zusammengefunben haben, um ihre Stellung in ber Abrüstungsfrage im einzelnen festzulegen. Wie es bei bem Einfluß Beneschs nicht anbers zu erwarten war, wirb sich bie Kleine Entente aller Voraussicht nach für ben Versuch einer Fortsetzung der Konferenz emsetzen. Die Gruppe der Kleinen Entente hat am Montag Grenzfrage mehr. Wir haben endgültig auf Elsah-Lothringen verzichtet und für das Saargebiet eine Lösung vorgeschlagen, die das Prestige beider Nationen gewahrt hätte. Wan muh schon eine offenkundige Wahrest nicht elngestehen wollen, wenn man leugnet, dah das Saargebiet von Grund auf deutsch sei. Wir haben erklärt: Laht uns ein politisches und wirtschaftliches Abkommen treffen und es einer Volksabstimmung der Saarländer unterbreiten. Wit anderen Worten, statt eine Abstimmung über eine „Feindseligkeit" abzuhalten, hätten wir eine solche über eine „Versühnung" veranstaltet. Wäre das nicht vernünftig? Aber kein französisches Blatt hat diesen in allen Einzelheiten entwickelten Vorschlag dem französischen Volk zur Kenntnis gebracht. Ich bitte, doch zu begreifen, daß die deutsche 23a- terlandsliebe, unsere nationale Energie, die ohne Hitler verloren gewesen wäre, von diesem wieder geweckt worden ist. Man sollte in Frankreich nicht den gleichen Fehler begehen, wie mit Lenin und Mussolini, denen man einen schnellen Zusammenbruch voraussagte. Der Nationalsozialismus würde es für einen seiner schönsten Triumphe halten, wenn ihm das aelänge, was kein anderer habe schaffen können — Den europäischen Frieden. Der Berichterstatter kam auf Die Frage der angeblichen deutschen Rüstungen zurück. Der Reichsaußenminister anwortete: Dah wir Fabriken besitzen, die auf die Waffenfabrikation umgestellt werden können, ist eine in Europa bekannte Tatsache. Aber gerade hier sind wir weit entfernt von der Gleichheit mit den übrigen Nationen. Wenn man eine Entscheidungstat organisiert, so kann man das Geistige wohl schnell bewerkstelligen, aber auf materiellem Gebiete geht das nicht so rasch; dazu braucht man Jahre. Ich hoffe, daß wir vorher die europäische Verständigung verwirklicht haben werden. Ich bin allerdings etwas entmutigt, denn ich glaubte, daß wir schon so weit gekommen wären. Oie Organisierung der passiven Landesverteidigung in Frankreich. Paris, 29. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der ober st e Ausschuß für passive Landesverteidigung trat unter dem Vorsitz des Innenministers Sarraut zusammen. Sarraut brachte einen Plan zur Annahme, der als wesentlichsten Punkt den Grundsatz der pflichtgemäßen Organisierung der passiven Landesverteidigung und die Verteilung der finanziellen Lasten auf die verschiedenen Verwaltungen enthält, ferner Zwangsmaßnahmen für den Fall, daß sich jemand weigert, die Organisierung durchzuführen oder sich an ihr zu beteiligen. Ein Unterausschuß soll einen Gesetzesvorschlag über die Regelung der privaten Herstellung, des Verkaufs und der Kontrolle von Gas- Schuymasken ausarbeiten. Die Steuerreform. Senkung der Einkommensbesteuernng. Grötzere Äinderermätzigungen. Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanst Ministerium macht in der „Deutschen Steuer-Zeitung" Ausführungen über die im Herbst bevorstehende Steuerreform. Wenn sich das Aufkommen an Steuern so weiter entwickelt, wie im ersten Monat des Rechnungsjahres 1934, so wird das Aufkommen den Voranschlag nicht unwesentlich ü b e r st e i g e n. Die Entwicklung der Umsatz st euer übertrifft alle Erwartung, und die Entwicklung der (Einkommen ft euer ist sehr gut. Auch die eigenen Steuern der Länder und der Gemeinden werden im Rechnungsjahr wahrscheinlich ergiebiger fließen, als bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für 1934 angenommen worden war. Die neuen Steuergesehe werden zum gröhten Teil am 1. Januar 1 935 in Kraft treten. Die Veranlagung des Einkommens 1 9 3 4 wird nach dem neuen Einkommensteuergesetz erfolgen. Die L o hast e u e r wird ab 1. Januar 1935 wahrscheinlich nach den neuen Bestimmungen erhoben werden. Die Sähe der Einkommenbesteuerung werden gesenkt werden, wobei wesentlich gröhere Kinderermähigungen gewährt werden als bisher. Das neue Einkommensteuergesetz wird wahrscheinlich auch eine Dauermahnahme für den weiteren Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit enthalten. Bei aller günstigen Entwicklung darf nicht ver- aessen werden, daß das Reich stark vorbela- ft c t ist. 1934 hat das Reich nicht weniger als 300 Millionen RM. in Steuergutscheinen statt in Bargeld in Zahlung zu nehmen. Es sprechen alle Anzeichen dafür, daß die Entwicklung der Steuereinnahmen, die im April begonnen hat, sich auch in den weiteren Monaten fortsetzen wird. Die Entwicklung wird, soweit sie sich auf die deutsche Binnenwirtschaft erstreckt und in Deutsch- lands eigenem Vermögen beruht, unentwegt bergauf führen. Das mögen sich Miesmacher *unb Nörgler, denen die 2lufwärtsentwicklung gewisse politische Verlegenheit bereitet, ein für alle Mal ge- sagt sein lassen! Oie Streikwelle in Amerika. San Francisko, 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Am Hafen kam es am Montagabend infolge eines Gerüchtes, daß ein Vermsttlungsvorfchlag zur Beilegung des Werftarbeiterstreiks von den Arbeitern a b g e l e h n t worden sei, zu schweren Ausschreitungen. Eine tausendkövfige Menge griff die Anlagen der Pacific Steamship Company an. Die Polizei mußte schließlich mit Tränen- gas gegen die Angreifer Vorgehen und auch von der Schußwaffe Gebrauch ma- chen. Die Zahl der Schwerverletzten beträgt acht. In Cleveland (Ohio) versuchte eine Kraft- droschkengesell schäft, deren Chauffeure streiken, unter polizeilichem Schutz den Droschken- betrieb wieder aufzunehmen. Dabei kam es $u ernsten Unruhen der Streikenden. Diese bewarfen die Droschken mit Steinen und legten im Geschäftsviertel den Straßenverkehr lahm. Außer dem Metall- arbeiterftreit stehen in den Vereinigten Staaten noch weitere große Streiks in Aussicht. 300 000 Textilarbeiter wollen in den Ausstand treten, falls die Mira-Anordnung über die Beschränkung der Erzeugung durchgeführt wird. Weiter beabsichtigen die ©iimmiarbeitcr am Montag den Fabrikanten in Akron (Ohio) ihre Forderungen auf Einführung eines Mindestlohnes und Erhöhung des Stundenlohnes von 40 auf 75 Cent zuzustellen. Das Weifest der Frankfurter Industrie- und Handelskammer. Oer Festakt in der Börse. (Eigenbericht des Gießener Anzeigers.) Die große Bedeutung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M. für das gesamte rhein-mainische Wirtschaftsgebiet ist während des ersten Jahres der nationalsozialistischen Revolution in der führenden Rolle zum Aus- oruck gekommen, die gerade diese Kammer als Motor für die bedeutsamen wirtschaftlichen Zusammenschlüsse im Rhein-Main-Gau gehabt hat. Damit krönte sie unter der zielsicheren Führung ihres Präsidenten Dr. Lüer und unter tatkräftiger Förderung des Reichsstatthalters in Hessen Sprenger das Werk, dessen Grundlagen in den 125 Jahren ihres Bestehens und unablässigen Wirkens für die Frankfurter und später mehr und mehr für die gesamte rhein-mainische Wirtschaft geleat wurden. So war der Tag des 125jähriaen Bestehens für die Kammer ein begründeter Anlaß zu stolzer Rückschau und vertrauensvollem Blick in die Zukunft. Mit den Mitgliedern der Kammer hatten sich zum Festakt in der mit den Fahnen des Reiches und der Stadt Frankfurt, mit Blumen und Grün prächtig geschmückten Börse zahlreiche Ehrengäste aus der Reichshauptstadt, an ihrer Spitze Reimswirtschaftsminister Dr. Schmitt und der Reichs- führer der deutschen Wirtschaft Keßler, und Hunderte von Gästen aus dem ganzen rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet eingefunden. .. Rach kurzen Begrüßungsworten des Präsidenten Dr. Lüer überbrachte der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Staatsrat Dr. Krebs, die herzlichen Glückwünsche des durch Krankheit leider am Erscheinen verhinderten Reichs- ftatthalters in Hessen Gauleiter Sprenger. Aeichswinschastsminister Dr. Schmitt drückte dann zugleich mit den Glückwünschen der Reichs- und preußischen Staatsregierung die Befriedigung darüber aus, daß an der Spitze der Kammer ein Mann stehe, der am Ausbau der deutschen Wirtschaft in hervorragender Weife mitbeteiligt fei. Den Handelskammern falle hierbei eine bedeutsame Rolle zu, denn heben der einheitlichen zentralen Wirtschaftsführung brauchten wir eine starke Selbstverwaltung. Der Führer der deutfchen Wirtschaft Keßler ging mit besonderer Betonung auf die Sicherung unserer Rohstoffversorgung ein. Um unsere Stellung auf den Auslandsmärkten zu halten und auszubauen, müsse jeder Exporteur noch mehr als bisher nach höchster Qualität ft r eben, sich nicht durch Druck aus dem Preisgebiet an diesem Grundsatz irre machen lassen und besondere Sorgfalt aus die Auswahl seiner ausländischen Vertreter verwenden. Rur die besten Kaufleute dürften die deutsche Wirtschaft im Auslande vertreten. Gaubetriebszellenleiter W. Becker gab als Be- zirkslerter der Deutschen Arbeitsfront feiner befon- deren Freude darüber Ausdruck, daß bei einer Feier der Industrie und des Handels heute auch die Arbeiter und Angell eilten mit aufrichtigem Herzen als Gratulanten auftreten könnten. Daß dies möglich geworden sei, sei ganz be- sonders das Verdienst des Präsidenten Dr. Lüer aus seinem Treuhänderwirken. Weitere Glückwünsche überbrachten sodan Baron v. Beth- mann für die Börse und die Danken, Georg von Schnitzler van der IG.-Farben für die Industrie, L. Spoerle für den Großhandel, Karl F e i ck a r t für den Einzelhandel und die RS.- Hago, Handwerkskammerpräsident Müller-Wiesbaden für das Handwerk, Professor Dr. Platz- h o f f für die Frankfurter Universität, der Ober- landesgerichtspräsident für die Behörden, Präsident Rudolf Scholz-Mainz für den Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag. Ferner überbrachte unter dem besonderen Beifall der Versammlung der Präsident der Industrie- und Handelskammer F r a n k f u r t a. d. Oder die Grüße und Wünsche der ostdeutschen Wirtschaft. Präsident Or. Lüer hielt dann zum Schluß des von Musikstücken stimmungsvoll umrahmten Festaktes eine großangelegte Rede über die Stellung Der Industrie- und Handelskammer im Rahmen der Neuorganisation der Wirtschaft. Der Redner gab zunächst eine kurze geschichtliche und fachliche Charakteristik der Entwicklung der Kammer. Dabei bezeichnete er es als feine Ehrenpflicht, den Männern zu danken, die in weitschauen- der Voraussicht und in Anerkennung der Notwendigkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung des hiesigen Gebiets ihn in seinen Bemühungen um den Zusammenschluß der Wirtschaftsvertretung des Rhein-Main-Gebiets mit der ganzen Kraft ihrer Persönlichkeit unterstützt hätten. Es seien dies in erster Linie die Herren Gauleiter Sprenger und Handelskammerpräsident Scholz (Mainz). Aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart handeln und in der Zukunft denken, ist die Grundlage für die Bildung einer zweckentsprechenden Organisation. Das Gefüge eines Staates, in erster Linie aber der Wirtschaft, ist ein so fein verästelter Organismus, daß er einem künftlerisch gestal 1 eten Uhrwerk gleicht, aus dem man nicht ohne weiteres Teile entfernen ober wandeln kann, ohne damit das ganze Gebäude zu beeinträchtigen ober zu stürzen. Jeber verantwortungsvolle Staats- ober Dirtschaftsführer muß baher in erster Linie Sorge fragen, bah b i e organische Entwicklung burch bie Neugestaltung nur so weit gestört wirb, als es unbebingt erforberlich unb für bie Wirtschaft selbst unb bie Volksgemeinschaft tragbar ist. Für die vorgesehene Neuordnung der Wirtschaft ist die Innehaltung der organisatorischen Grundsätze unbedingt notwendig. Als oberster Grundsatz jeglicher Organisation muh, wenn sie zum optimalen Erfolg führen soll, die Einheitlichkeit sowohl in bezug auf die Durchführung wie auch auf die weitere Betätigung stehen. Aus der Einheitlichkeit ergeben sich einheitliche Ziele. Die Ziele selbst hat nicht die Wirtschaft, sondern die Politik zu setzen. Aus dieser klaren Definition ergibt sich, daß die Wirtschaft nicht Selbstzweck, sondern für bie Volksgemeinschaft Mittel £ u m Zweck ist, um ihre Machtposition nach innen und nach außen zu erhöhen. Infolge der Vielgestaltigkeit des Lebens und der Mannigfaltigkeit der wirtschaftlichen Betätigung, infolge der Wechselwirkungen im Innern und von außen, die täglich und stündlich andere Voraussetzungen schaf« sen, ist es notwendig, daß jede Organisation e 1 a st! s ch gestaltet sein muß. Eine gesunde Organisation muh auf dem Prinzip der Persönlichkeit, der Jnifiatioe unb bet Verantwortung aufgebaut fein, unb biefe Verantwortung muh von ber obersten Spitze bis in bie untersten Organe gewährt unb bewahrt fein. Eine weitere Voraussetzung für bie Stetigkeit unb Dauerhaftigkeit jeber Organisation ist, bah sie auch wirtschaftlich gestaltet fein muh, b. h. bah auf bie Dauer unb im Durchschnitt gesehen ber Aufwanb nicht höher fein barf als ihr Ertrag. Nationalfozialistifches Denken unb hanbeln ist nicht gebunben an bestimmte Dogmen, an Lehrsätze ober Theorien, fonbem wirb jeberzeit ben sachlichen Belangen Rechnung tragen. Die Grunbsähe ber Weltanschauung müssen babei ihre Geltung behalten. Die Wittel unb Wege können verschieben sein, einheitlich finb bie Ziele. Ueberall zeigt sich das Streben, die nationalen Räume gegen wirtschaftliche Güter von außen ab- zuschließen. Das Ziel der Ordnung muh daher sein, den inneren Markt zu stärken, ihn auf. nahmefähiger zu machen, damit allen Dolksgenosien Arbeit und Brot gegeben werben kann. Auch die Einfuhr muh früher oder später einer geregelten Ordnung unterworfen werden, damit die zur Der. fügung stehenden Mittel dort Verwendung finden, wo sie dringend benötigt werden. Ihre Förderung ist nur möglich durch Erhöhung der Aus. fuhr, deren Entwicklung Gebot der Stunde ist. Nicht in negativen Einfuhr» und Devisenbeschrän. Fungen liegt die Lösung, sondern in positiver rich- tiger Exportförderung. Der Redner begründete dann die Notwendigkeit einer regionalen und verti. taten Gliederung der Wirtschaftsorganisation unb schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung: Fördern Sie den neuen Geist im Sinne des Füy- rers, dessen Ziel es ist, dem deutschen Volke die Ehre und die Anerkennung unter den Völkern wie- der zu verschaffen, die ihm gebührt. Dieses Ziel wird nur dann zu erreichen sein, wenn alle Kräfte sich einfchalten zum Wohle der Volksgemeinschaft, zum Wohle des Vaterlandes, das da heißt: Deutsch, land. Seien Sie Führer der Wirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes, getragen von dem hohen sittli- chen und moralischen Verantwortungsgefühl gegen- über Volk und Vaterland. Große Kundgebung der rhein-mainischen Wirtschaft. Am Abend fand eine große Kundgebung der Rhein-Mainischen Wirtschaft in der Fe st Halle statt. Der festlich geschmückte Raum war dis auf den letzten Platz besetzt, als unter flotten Marsch- weisen etwa 2000 NSBO.» unb NS.-Hago-Fahnen einmarschierten. Die Kundgebung wurde von Ober- bürgermeister Dr. Krebs eröffnet. Er übermittelte die Grüße des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger und wandte sich dann gegen die Miesmacher und Kritikaster, die er aufforderte, einmal bie Ausstellung „Unser Gau in Landschaft, Volk und Arbeit" in den Nörnerhallen zu besuchen, um zu sehen, welche gigantische Leistung auch in unserem Gau im letzten Jahr vollbracht worden sei. Das sei nur möglich gewesen durch die Zusammenarbeit aller unb durch den Geist der Kameradschaft, der alle belebe. — Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt und Reichsführer des Deutschen Handels, Dr. Carl Lüer, führte bann u. a. aus, daß es nicht allein die Organisation der Wirtschaft fei, die uns aufwärts führen solle, sondern auch der Gei st müsse die Wirtschaft beseelen. Die Ordnung der Dinge in der deutschen Wirtschaft fordere Kerle, Kerle als Führer und Kerle als Gefolgschaft. Wenn diese Kerle sich fest miteinander verbinden, dann -werde es gelingen, ben Karren aus dem Dreck herauszubekommen. — Der Führer der deutfchen Wirtschaft, Ph. Keßler, erklärte sodann u. a.: Jeschwerer die Aufgabe sei, desto mehr sei es notwendig, daß die Menschen sich zur Gemeinschaftsarbeit zufammenfinden. Der Nationalfozialismus gebe uns den Boden für diese Gemeinschaftsarbeit. Es komme darauf an, daß die Wirtschaft gut arbeite, d. h. dah sie mit einem bescheidenen Ertrag arbeite, denn wenn sie mit Verlust arbeite, dann würden die Menschen, die darin arbeiteten, wieder auf die Straße gesetzt werden. Die Unternehmer der Be- triebe hätten heute eine große Verantwortung. Viele Betriebssührer haben Menschen in ihren Betrieben ausgenommen, um sie zu beschäftigen. Das dürfe keine Episode sein, sondern das müsse immer so bleiben. Der Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront, Willi Becker, wies dann darauf hin, dah es mehr denn je notwendig fei, auf dem Gebiete der Wirtschaftsführung das Leistungsprinzip geltend zu machen. Mehr denn je werde der einzelne zu zeigen haben, daß er tatsächlich der Führer in feinem Betrieb ist, der unter voller Verantwortung gewillt ist, seinen Betrieb so zu gestalten, daß er einwandfrei innerhalb des Wirtschaftslebens dasteht. Wenn sich Wirtschaftsführer unb Wirt- fchaftsgefolgfchaft zufammenfinden zu ge- gemeinsamer Tätigkeit, dann werden wir vieles erreichen und die gewaltigen Kräfte entfesseln, die in unserem Volke vorhanden finb. Und wir werden dann in ganz kurzer Zeit aus der Not heraus- kommen. Nechswirifchaftsminister Or. Gchmiii ergriff dann das Wort zu der Hauptrede des Abends. Er habe es immer als ein Glück empfunden, in einem kleinen alten Städtchen nm Rhein ausgewachsen zu sein. Die alten Städtchen am Rhein mit ihrer fteihigen, hochentwickelten Bauernschaft ringsum, daneben die rasch herangewachsene, erfreulicherweise wieder mehr und mehr auflebende Industrie bewiesen zweierlei: ein Volk von so alter Kultur und wirtschaftlicher Hochentwicklung müsse zwar immer fortschreiten von Stufe zu Stufe und in jeder Beziehung, aber ohne d i e Verbindung mit seiner Vergangenheit, dem geschichtlich Gewordenen, seiner Tradition, zu verlieren; zum anderen: diese Menschen seien so miteinander verbunden und voneinander abhängig, dah auf die Dauer es nur allen gemeinsam g u t ober schlecht gehen könne. Wir seien babei, eine ein- heitliche, starke, zentrale, Reichsgewalt zu schaffen, Deren Witte sich bis in die entferntesten Gegenden des Reichs unverfälscht durchsetzen müsse. Das schliehe aber keineswegs ein starkes, ge- f u n b e 9 , örtliches Eigenleben aus. Es müsse sich nur im Rahmen der vom Reich gegebenen Richtlinien halten. Genau so sei es im Wirtschaftsleben. Wir könnten nur eine Wirtschaftspolitik betreiben, und diese b e • ftinime bie Reichsregierung. Ebenso aber sei es ihre Aufgabe, die unersetzlichen Kräfte i n allen Teilen des Volkes wach zu halten, damit sie sich aus gesundem Selbsterhaltungs- trieb entfalten. Der Selbsterhaltungstrieb bleibe der stärkste Faktor zur Belebung der Wirtschaft. Wir müßten deshalb alles tun, um auf diesem aufzubauen und ihn zu entwickeln. Der Staat müsse durch sparsame innere Verwaltung, allen Volksgenossen ben Lebenskampf erleichtern, aber abnehmen könne er ihn ihnen nicht. Jeder einzelne müsse kämpfen und ringen und jeder fei seines Glückes Schmied. Der Staat fei dazu da, für die Interessen der Gesamtheit zu sorgen und zu verhindern, daß der Einzelne sich zum Schaden der Allgemeinheit bereichere. So bunt unb vielgestaltig wie bie Natur bie Tier- unb Pflanzenwelt gebilbet habe, fo oer- fchieben feien bie Wenfchen in ihren Fähigkeiten unb fo verschieben bie wirtschaftlichen Aufgaben, vor bie sie gestellt wären. Das Problem bestehe barin, in j e b e m bie in i h m liegenden Kräfte zu entwickeln. Es gebe sehr gute Redner, bie keinen Betrieb leiten, unb sehr gute Betriebsleiter, bie keine Rebe halten könnten. Wan bürfe aber von sebem nur bas verlangen, was er könne unb ihn auf ben Platz stellen ober lassen, auf bem er bas Besteleisten werbe. Als gemeinsame Jorberung an alle bürfe man nur bie eine aufstellen: Un tabeligf eit ber Gesinnung unb bes Charakters. Diese Grundsätze müßten unser wirtschaftliches unsoziales Leben beherrschen. So dürften wir uns nicht gegen besondere Betriebsfor men wenden, weil bestimmte Kreise kurzsichtigerweise meinten, daß ihre Beseitigung ihnen helfen könne. Gerade hier in Frankfurt, dem Sitz unseres größten deutschen Industrieunternehmens von Weltruf, erkannten wir, daß wir den Groß- und Kleinbetrieb benötigten. Die Regierung werde alles । tun, um die kleinen insbesondere die Handwerksbetriebe, zu fördern. Sie wisse aber auch, daß vom binnenwirtschaftlichen, vor allen Dingen jedoch vom e x p o r t w i r t s ch a s t 1 i ch e n Standpunkt aus, unsere Großunternehmen nicht entbehrt werden könnten, und daß wir alle Ursache hätten, auf sie stolz zu sein. Es dürfe nicht gepredigt und ängstlich darüber gewacht werden, daß ja keiner mehr leiste als der andere; vielmehr verlange das Schicksal der Nation, dah jeder sein Bestes lei st e. Unser können und der Wettstreit um die Leistung sei die sicherste, vielleicht entscheidende Gewähr für Deutschlands bessere Zukunft. Allerdings folgt daraus auch unerbittlich, dah ein jeder den Marschall st ab im Tor- n i st e r trage, dah nur das können für das Vorwärtskommen des einzelnen entscheidend ist, und dah Protektion nicht nur ein Unrecht gegenüber dem Tüchtigeren, sondern auch ein schwerer Schaden für die Gesamtheit unseres Volkes bedeute. Schaden für die gesamte Volkswirtschaft werde am besten dadurch ab gewehrt, daß wirtschaftliche Fehldispositionen von dem getragen werden müßten, der sie getroffen habe. Das Gesunde solle wachsen, das Ungesunde zugrundegehen. So werde auf Verantwortungsgefühl und Selbst Verwaltung auf der einen und dem Gemeinschaftsgedanken auf der anderen Seite auf- gebaut. Die Regierung wisse genau, daß diese von ihr zielbewußt verfolgte Linie noch keineswegs überall restlos eingebauten würde. Es sei nur natürlich, baß die geistige Umstellung eines Volkes Zeit brauche, daß es sicherlich Leute gebe, die über das Ziel hinausfchießen und andere, die nur widerwillig mitgingen. Das könne aber niemals ein Grund fein, um an der Richtigkeit des begonnenen Werkes zu zweifeln. Das deutsche Volk stehe so fest und dankbar zu seinem Führer, daß es ganz bestimmt und unter allen Umständen über alle Schwierigkeiten und Hemmnisse hinweg seine Erneuerung durchführen werde. Das müsse insbesondere auch dem Ausland gesagt werden. Wenn In der ausländischen Presse geflissentlich alle gelegentlichen Fehler unb törichten Dinge, oft noch falsch unb übertrieben bargestellt. fleißig zusammengetragen würben, fo wäre es kein Wunber. wenn falsche Vorstellungen entslünben. Es sei aber im Jn- teresse ber Gesunbung ber Weltwirtschaft richtiger, wenn man im Auslanb erkennen würbe, welch gigantische Anstrengungen bas beulsche Volk unb sein Führer machten, um sich aus einer großen Not emporzureißen. Es wäre richtiger zu helfen, um burch die Wieberaufrichtung eines gefunben Deutschlands der Weltwirtschaft einen starken Jm- puls zu geben, denn nur eine Belebung der Weltwirtschaft wird Deutschland in den Stand setzen, seine Schulden zu bezahlen. Auch im Verkehr der Völker untereinander gelte der Satz, daß das Glück des einen nicht auf behj Unglück des anderen aufgebaut werden tonne. Wer die Macht habe, habe recht, er werde aber nur recht behalten, wenn er recht tue. Nicht durcy gegenseitige Abdrosselung oder gar die hennluye Freude, daß es dem anderen schlecht gehe, njgjj die Welt gesunden, sondern nur, wenn tatn’ang alles getan werde, um die wirtschaftlichen W » lichtesten In allen Ländern wieder zur lnweg Aus aller Welt rer so groß seien, daß sie über a zum Ziele führen müßten. K o n - B er - W a - rüber !e als il her !iste. ! Cei- dendr Aller- l ein rot- n für eiben!) arechi ch ein nserer iefamii; injeta Einheitliche Vorschriften für das soziale Versicherungsrecht ® ,e.r l. n, 29. Mai. (DNB.) Im „Völk. Beob." I Erhaltung der Anwartschaften in der Rentenver- veröffentlicht Oberregierungsrat Eckert Ausführun- sicheruna zugunsten solcher arbeitslosen Versicherten, gen über die Aenderung der Reichsversicherungs- die selbst keine Unterstützung erhalten, für die aber faltung zu bringen und damit die Kaufkraft in der ganzen Welt zu heben. Nur so und nur dann werde auch der Schuldendienst zur Beftiedigung der Weltgläubiger wieder in Gang kommen. wir haben dem Ausland infolge unserer Wirtschaftsbelebung erheblich mehr R o-h - stoffe abgenommen. Es fei nur natürlich, daß in dem gleichen Maße unser Export gehoben werden muh. Verschlössen sich dieser einfachen Schlußfolgerung die ausländischen Märkte, so könnten wir die Zah- lung unserer Schuldzinsen nicht fortsehen, und sie werden außerdem wieder weniger Rohstoffe an uns verkaufen können. Aber Deutschland werde deswegen genau so seinen Weg gehen müssen. Es werde Mittel und Wege finden, die aus der Tlsk eine Tugend machten. Der Minister fuhr fort: Ich bin aber sicher, daß bei dem heutigen Stand unserer Technik es sich dann nicht um eine vorübergehende Vehelfsmaßnahme, sondern um eine dauernde Umstellung mit ungeheuren Rückwirkungen auf die Weltmärkte handelt. Der Minister schloß mit dem Hinweis, daß gewiß nicht verkannt werde, daß große Schwierigkeiten zu überwinden seien, daß nur Arbeit und nochmals Arbeit aus der Not herausführen könne, daß aber der Glaube und das Vertrauen zum Füh- Geoen die Annektierung Südweft-Afrikas. London, 29. Mai (DNB.-Funkspruch). Zu der Reutermeldung vom 25. Mai, daß die gesetzgebende Versammlung von Südwestafrika d i e Regierung der Südafrikanischen Union in einer Entschließung aufgefordert hat, Südwestafrika als fünfte Provinz der Union zu verwalten, sagt der Rechtsanwalt W. S). Stoker in einem Brief an die „Times", der Wortlaut des Artikels 22 der Völkerbundssatzung zeige, daß eine Mandatsmacht kein Recht habe, das von ihr verwaltete Gebiet zu annektieren, und daß sie nur Treuhänderin der Einwohner sei. Ohne den ausdrücklich bekundeten Wunsch der eingeborenen Bevölkerung von Südwestafrika erscheine eine endgültige Übertragung der Verwaltung des Landes an die Treuhändermacht unzulässig. bie oer- elfen | iben, stehe! ben M Be- Hlan was ober ! erbe, man teil en. es und ir uns i r men lenvch könne, größten ruf, «■ ilibe- )e aÜK lerksbe. iß nom jedch and hme° ah wir ihl I I M th Hi) 5 ru ik N X R N. Bi; Jll M M. erde ob he N müßii' mA ufjen iftnH1 mei^1 eite rf. liefe $ neswec? nur H i W bie ön x wiM1 nals «J it>< [f* es l*| »« l eint f in* ■ben. , N* I richte- bargl' * 10 $ot- | sich | Igk" : i # I I* V f! Jj Mf i Ä ordnung, des Angestelltenversicherungsaesetzes und des Reichsknappschaftsgesetzes. Die Verordnung legt nicht nur den Wortlaut des geltenden Rechtes est, sie ändert und ergäbt das Recht der drei gro- ;en Dersicherungszwelge in vielen Punkten und bringt schließlich eine Reihe wichtiger Durchführungsbestimmungen zum Gesetz vom 7. Dezember 1933. Rehen der rein äußerlichen Zusammen- asfung des Rechtsstoffes jedes der drei Versicherungsgesetze lag es im Sinne der großen Vereinheitlichung, die drei Gesetze in sich nach Möglichkeit aufeinander abzustimmen. Für die drei Versicherungszweige ist jetzt die Gliederung der Abschnitte „Gegenstand der Ver- icherung" und „Aufbringung der Mittel" völlig gleich, der Wortlaut der Vorschriften der Reichs- v e r s i ch e r u n g s o r d n u n g ist die Grundlage ür die entsprechenden Vorschriften des Angestelltenoersicherungsgesetzes und des Reichsknappschaftsgesetzes geworden, einheitliche Begriffe, einheitliche Sprache erleichtern künftig die Beherrschung und praktische Durchführung der drei Gesetze! Künftig regeln etwa 190 Paragraphen der Gesetze, das gleiche Rechtsgebiet, das bisher in mehr als 600 Paragraphen zu suchen war. Höhe und die allgemeinen Voraussetzungen der Leistungen hat die Neufassungsverordnung nicht geändert. In wichtigen Punkten baut die Verordnung den ozialen Versicherungsschutz weiter aus; o erweitert sie die Anrechnung der Zeit ) e r Arbeitslosigkeit als Ersatzzeit für die Berücksichtigung von Ersatzzeiten erleichtert. Erleichtert sind die Ruhensvorschriften beim Zusammentreffen der Rente mit anderen Bezügen. Dem Schutz der Dersicherungsberechtiaten der Krankenversicherung dient die Vorschrift, daß Dersicherungsberechkigte, die am 1. Januar 1934 mindestens fünf Jahre freiwillig Mitglieder der Kasse waren, die Versicherung fortsetzen können, wenn sie das Recht hierzu nur infolge der Herabsetzung der Versicherungsgrenze auf jährlich 7200 RM. verloren haben. Wer auf Grund der §§ 25, 30 des Gesetzes vom 7. Dezember 1933 freiwillige Beiträge nachentrichten durfte, kann solche Beiträge auch für die Zeit seit dem 1. Januar 1932 noch bis zum 30. Juni 1934 entrichten, solange der Versicherungs- fall noch nicht eingetreten ist. In der Angeftelltenversicherung Bann von der Befreiungsvorschrift zugunsten von Angestellten, die beim Eintritt in die Versicherungspflicht das 50. Lebensjahr vollendet haben, rückwirkend auf den 1. Januar 1932 Gebrauch gemacht werden, wenn der Befreiungsantraa bis zum 30. Juni 1934 gestellt wird. Schließlich klärt die Verordnung die Streitfrage, ob für Zeiten vor dem 1. Januar 1934 die Beiträge zur Invaliden- Versicherung nach den neuen Vorschriften zu entrichten sind, in bejahendem Sinne. mit dem Rade nachfahren. Als die Knaben wieder zurückkehrten, fanden sie ihren Kameraden sterbend in einem Kleeacker auf. Sie holten den Vater, der seinen Sohn noch röchelnd antraf. Der Sterbende deutete auf seine Kehle und lallte die Worte: „Ein fremder Mann..." dann verschied er. Polizei durchstreifte die Wälder, ohne daß es bisher gelungen wäre, eine Spur von dem Verbrecher zu finden. Die französischen Ozeanflieger In Reuyork gelandet. Die französischen Flieger Codas und Rossi sind Montag 1.32 Uhr (Ost-Normalzeit) über dem Floyd- Bennett-Flugplatz in Neuyork eingetroffen und kurze Zeit darauf gelandet. Den beiden Fliegern Codas und Rossi, die, wie gemeldet, auf dem Flugplatz Floyd Bennett landen mußten, ist es nicht gelungen, ihren Weltrekord zu überbieten. Sie sind hinter ihrem Ziel, eine 10 000-Kilo- meterftrcrfe zu durchfliegen, um etwa 4000 Kilometer zurückgeblieben. Cobos und Rossi haben eine Flugstrecke von etwa 3700 Meilen in 38 Stunden und 28 Minuten zurückgelegt. Achtzig Tote in Tiberias. Aus den Trümmern des durch ein Unwetter zerstörten Städtchens Tiberias am See Genezareth wurden achtzig Tote, meist Kinder und alte Leute, geborgen. Kunst und Wissenschaft. festliches Theater in Dresden. Im Rahmen der ersten Reichstheaterfest- wache fand ein Ehrengastspiel des Deutschen Nationaltheaters Weimar im Dresdener Schauspielhaus statt. Der Ausführung der Weimarer Künstler, die Schillers bürgerliches Trauerspiel „Kabale und Liebe" boten, wohnten Reichsminister Dr. Goebbels und Frau in Begleitung des Generalintendanten Geheimrat Dr. Adolph bei, begrüßt durch Staatsrat Schauspieldirektor Dr. Ziegler (Weimar). Als der Minister den ersten Rang betrat, erhoben sich die Zuschauer und begrüßten ihn in herzlicher Weise. Die Schillersche Dichtung gab den Weimarer Künstlern Gelegenheit, ihre große Kunst unter Beweis zu stellen. Die Auf- führung, die Max Brock in Szene gesetzt hatte, wurde mit starkem Beifall ausgenommen. — Im Festspielhaus Hellerau wurde die Musiktragödie „Alcestis" von Gluck aufgeführt. Mit diesem Werk hatte die Dresdener Staatsoper bereits im vorigen Jahre einen großen Erfolg. Die Aufführung war über alles Lob erhaben. Die „Alcestis" sang Martha Fuchs, die musikalische Leitung hatte Hermann Kutzschbach. Auch der zweite Abend brachte der Reichstheaterfestwoche einen großen Erfolg, der sich dem Vortag würdig anreihte. Der Adlerschild für Geheimrat hergesell. Reichspräsident von Hindenburg hat dem Geheimen Negierungsrat Professor Dr. H e r g e s e l l- Berlin anläßlich seines 75. Geburtstages den A d • lerschild des Reiches mit folgender Widmung verlieyen: — „Huao Hergesell, dem verdienten Erforscher der Luftschichten, dem Förderer der deutschen Luftfahrt. Der Präsident des Deutschen Reiches zum 29. Mai 1934." In dem Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten werden die hervorragenden Verdienste Hergesells um die Erforschung der Luftschichten, um den Flugwetterdienst und um die Verkehrsluftfahrt hervorgehoben. Kleine politische Nachrichten. Zum Sonderbevollmächtigten zur Prüfung der Beschwerde st elle gegen Angehörige des NS. - Deutschen Frontkämpfer- b u n b e s (Stahlhelm) hat der Bundesführer, Reichsarbeitsminister Seldte, den Generalmajor a. D. Teschner ernannt. Das Geschäftszimmer befindet sich im Bundesamt des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes, Berlin W. 35, Tiergartenstraße 4a. Das Arbeitsgebiet des Sonderbeauftragten für das bäuerliche Brauchtum, die bäuerliche Sitte und Gesittung im Reichsernährungsministerium ist auf die Stabshauptabteilung F im Stabsamt des Reichsbauernführers übergegangen. Reichskommissar Erwin Me tz n e r ist zum Stabshauptabteilungsleiter F im Stabsamt des Reichsbauernführers berufen worden. Der Danziger Polizeipräsident hat bie Organisation Der Kommunistischen Partei im Gebiet ber Freien Stabt Danzig verboten, nachbem burch verschiebene Gerichtsurteile in letzter Zeit einroanbfrei erwiesen worben ist, baß die Kommunistische Partei in Danzig planmäßig bie Bilbung bewaffneter Haufen betrieben hat. Aus ben Erklärungen bes Polizeipräsibenten ging hervor, baß entsprchenb ben Bestimmungen ber vom Dölkerbunb garantierten Verfassung bie kommunistischen Abgeordneten bes Danziger Volkstages unbeschabet der Auslösung ber kommunistischen Organisationen weiterhin ihre Manbate ausüben können. Es wirb aller- bings nicht gebulbet werben, baß irgenbwelche kommunistische Ersatzorganisationen geschaffen werben. Im Rahmen einer Arbeitstagung bes Deutschen Roten Kreuzes in Berlin hatte ber Präsibent Herzog Carl Ebuarb von Sachsen- Coburg unb Gotya zu einem Empfang im „Kaiserhof" eingelaben. Zahlreiche führenbe Persönlichkeiten bes Staates, ber Partei, von Kunst, Wissenschaft usw. waren ber Einlabung gefolgt. Wettervoraussage. lieber bem Kontinent setzt erneut Luftbruckanstieg ein, so bah bas Wetter bei uns weiterhin trocken bleibt. Die restlichen Störungen über Polen werben aber burch ihre Rückseite noch wechselhafte Bewölkung veranlassen, boch führt ber hohe Druck auch $u Aufheiterung, wobei bie Temperaturen tagsüber etwas ansteigen. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd- wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen tagsüber noch etwas ansteigend, trocken. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 28. Mai: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 14,0 Grad; am 29. Mai: morgens 11,4 Grad. Maximum 17,0 Grad, Minimum 8,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Mai: abends 16,3 Grad, am 29. Mai: morgens 13,8 Grad. — Sonnenscheindauer 3,1 Std. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. D.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Eisenbahnunglück in Weißenfels. Personenzug Frankfurt—Berlin entgleist. 2 Tote, 12 Verletzte. Weißenfels, 28.2Hal (DRV.) Am Montag um 725 Uhr ereignete sich im Bahnhof Weihen- els ein Eisenbahnunglück. Bei der Einfahrt in den Bahnhof sprang die Lokomotive des beschleunigten Personenzuges 869 der Strecke Frankfurt am Main—Berlin aus den Schienen und kippte um. Der Packwagen und ein Personenwagen entgleisten und legten sich auf die Seite. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getötet. Der Zugführer wurde schwer verletzt. Außerdem haben zehn Reisende leichtere Verletzungen baoongetiagen. Sie konnten nach Anlegung von Rotverbänden die Reise fortsehen. Die Entgleisung ereignete sich etwa 150 Meter von Bahnhofshalle entfernt. Augenzeugen haben beobachtet, daß von der Lokomotive sich ein Segen- tanb loste und wegflog. Die Lokomotive riß sich vom Postwagen los, sprang aus den Schienen und legte sich auf die Seite, so daß die Räder über das Gleis hinwegragten. Die übrigen Wagen fuhren gegen die Räder und wurden zum Teil aufgerif» en unb auf bie Seite geschleubert. Der Heizer ber Lokomotive würbe in weitem Bogen herausge- chleubert unb erlitt beim Aufschlagen auf bie Schienen Verletzungen, bie sofort zum Tobe führten Der LokomotiVführer wurde von bem umstürzenben Tender begraben und erdrückt. Der Zugführer, der sich im Packwagen befand, erlitt schwere Verlegungen am Kops, während ein Postbeamter mit leichten Verletzungen an den Füßen davonkam. Don der Pressestelle der Reicksbahnbirektion Er- furt wirb mitgeteilt, daß bie Ursa ch e bes Unglücks noch nicht enb gültig ge klär t sei. Zu )en Angaben von Augenzeugen, daß sich im Augen- blick der Entgleisung von der Lokomotive eine Rad- ochse gelöst hat, wird festgestellt, daß es eine Rad- ad) e des Postwagens gewesen ist, die sich bei der Entgleisung des Zuges loslöste. Die Gleisstrecke Naumburg—Weißenfels ist inzwischen freigegeben. Deutscher Sieg im internationalen Plakat- Wettbewerb. In dem internationalen Wettbewerb für das b e ft e Verkehrswerbungsplakat, der anläßlich der zur Zeit in Paris tagenden Generalver- fammlung des (Eonfeil Central du Tounsme Sn- ternational abgehalten wurde, erhielt Deutschland den er st en Preis. Der Preis, der aus einem non König Fuad von Aegypten gestifteten wertvollen goldenen Pokal besteht, wurde Deutschland zuerkannt für das von dem Münchener Maler I W i e r z entworfene Werbeplakat der Reichsbahn- zentrale fL den deutschen Reiseverkehr für die Pa - sionsspiele in Oberammergau 1934. An bem Wett bewerb beteiligten sich 10 Nationen. Den zweiten Preis erhielt Holland, den dritten Oesterreich Der deutsche Fremdenverkehr, der im Lause des letzten bieten außerordentlichen Erfolg oer Re chsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr stoU fein zumal sich an dem Wettbewerb auch die übrigen im internationalen Reiseverkehr führenden Nationen beteiligten. Die erste Reichsschule der RS.-frauenschafl. Die erste deutsche n a t i o n a lso z i a l l st i s ch e ^rauenführerschule wurde in Schloß foobenrels in Ko bürg eröffnet. Nack) einer An- VS $) itaenfelbs begrüßte Nerburger meister Schwebe bie Erschienenen im Namen der Stabt Soburg. Di- gWerin bes ^°l'?j°^fprach ichen Reichsfrauenwerkes Scholtz-Klmck ipraaj bann über bie Idee unb Aufgaben der deutschen 'Vrauenfcbaft Dr. Ley, der die (Eröffnung Dor- nahm bklt eine Rede über den Aufstieg der na- tionatfozialistifchen Bewegung, Es fei em i-, fYrnpuprn aemefen, denn das sei ja oas wron an der Bew-g^'datz sie nie am Ende^ ed Mn jeder Tag müsse neue Wege bringen. So müsse auch di- Frauenfchaft ihre Wege gehen Sie Habnichts zu tun mit den Bewegungen der Vergangen- hett. Si« fei Fuck-lträg-rin ->n-r neuen Zeit g-> worden. Deutsche Lehrersanger in USA. Nach einem erfolgreichen Dteuijorfer 3 er t traf das Doppelquartett des liner L e h r e r g e s a n g v e r e in s in hingthon ein, wo -s vom ©efangnetem Wa- hingwu und d-n Mitgliedern der Deutfchen Bot° ein Zuschlag zur Unterstützung eines anderen Arbeitslosen oder Hilfsbedürftigen gewährt wird. In einzelnen Punkten ist das Anwartschaftsrecht durch schäft am Bahnhof begrüßt wurde. Nach einer Besichtigung der Bundeshauptstadt fangen die Gäste im Rundfunk. Das Konzert wurde auf das ganze Sendenetz der National Broadcasting Corporation übertragen. Die Sänger wurden darauf in Kraftwagen nach Baltimore gebracht, wo sie ein großes Konzert gaben. Anschließend verbrachten sie inmitten des Deutschtums ber beiden Stabte einen frohen Abenb, ben sie burch Lieber verschönten. Geheimrat Dr. Groß, ein Mitbegründer des VDA., f. Unmittelbar nach Vollendung seines 85. Lebensjahres und nach Rückkehr von der Pfingsttagungdes VDA. ist der Geheime Oberregierungsrat Dr. Wil- Helm Groß, ein Mitbegründer des V D A., in Pforzheim g e ft o r b e n. Trotz seines hohen Alters nahm er bis in die letzten Lebenstage tätigen und regen Anteil an der Entwickelung des VDA. Die letzte Hauptversammlung in Mainz bereitete ihm noch eine besondere Ehrung. 14. Kongreß für Krüppelfürsorge 1936 in Frankfurt a. UL Entsprechend einem Beschluß des Deutschen Kongresses für Krüppelfürsorge, der in Beuthen (O. S.) tagte, findet ber 14. Kongreß im Jahre 1936 statt, unb ziPr nicht wie seinerzeit gemelbet, in Magbeburg, sonbern in Frankfurt a. M. Auf der Heimfahrt vom SS.Aufmarsch verunglückt. Auf der Heimfahrt von einem großen SS.-Auf- marsch in Liegnitz verunglückten in der Nacht die SS.-Männer Neuke und Böhm aus Winzig bei Steinau an ber Ober. Auf ber Straße von Leipzig nach Parchwitz stieß bas Motorrab mit einem Kraftwagen zusammen. Beiben Fahrern würben bie Oberschenkel gebrochen. Neuke erlitt außerbem einen schweren Schädelbruch, so baß er auf ber Stelle t ot war. Böhm liegt im Liegnitzer Kreiskrankenhaus. Mannheimer Segelflieger in Frankreich gelandet. Der Mannheimer Segelflieger Ludwig Hoff- mann landete nach einem Flug von der Hornisgrinde (Schwarzwald) aus in Montbeliard bei Belfort (Frankreich). Die Entfernung von ber Startstelle betragt 180 Luftkilometer. Den Nach- richten zufolge soll bie Aufnahme bes Deutschen recht freunblich gewesen sein. Sein Flugzeug würbe vorläufig sichergestellt unb Hoffmann nach Feststellung bes Sachverhaltes sofort auf freien Fuß gesetzt. Hoffmann selbst konnte bie Tatsache seiner glücklichen ßanbung noch am Abenb telefonisch nach Mannheim berichten. Vom Seael- fliegerlager Hornisgrinbe aus finb breits Helfer unterwegs, um den Rücktransport des Hoffmann- scheu Flugzeuges zu veranlassen. Bandenüberfall auf einen japanischen Militärzug. Zahlreiche Tote und Verletzte. Nach einer Reuter-Meldung aus Charbtn ist ein japanischer Militärzug in ber Nähe von Mulmg von Banbiten zum Entgleisen gebracht worben. Die Banbiten, bie sich im Hinterhalt versteckt hielten, eröffneten nach bem Anschlag em schweres Gewehrfeuer auf den verunglückten Zug. Man schätzt, daß bei dem Ueberfall 35 japanische Soldaten getötet und zahlreiche oer raun» d e t worden sind. Die „Röhl"-Wirlin feiert goldene Hochzeit. Die Besitzerin des in der Nähe von Meran gelegenen Cas6s St. Valentin, bie 71jährige Anto- nia Drahl, ehemalige Besitzerin bes Gasthauses Zum Weißen Räßl" in Salzburg am Wolf- qangfee, bie bas Vorbilb ber Wirtin bes in ber qanzen Welt bekannten Lustspieles „Im weißen Rößl" gewesen ist, feierte bas Fest ihrer golbe- nen Hochzeit. Bei biefer Gelegenheit fmb zahl- reiche Glückwunschtelegramme aus allen Teilen ber Welt bei Mutter Draßl eingelaufen. Zwei Todesopfer eines Bootsunglücks auf dem Main. Nach einer Siegesfeier im Bootshaus d e s Würzburger Rudervereins unter- nahmen am Dienstagfrüh sechs Teilnehmer der Feier in einem Motorboot eine Spazierfahrt auf dem Main. Oberhalb ber Lubwiasbrücke kenterte bas Boot unb bie Insassen fielen ins Wasser. Vier von ihnen konnten sich retten, während zwei ertranken. Rätselhafter Mord an einem 9jahrigen Knaben. Der 9jährige Sohn des Straßenwärters Maier- h o j e r von Koenzing bei Vilshofen (Niederbayern) wurde in nächster Nähe ber Straße in einem Klee- acker sterbend aufgefunben. lieber den Vorfall erfährt bie „Bayerische Ostwacht" folgende Einzelheiten: Mehrere Knaben gingen in den letzten Tagen in den nahen Wald, um Krähennester zu suchen. Der kleine Maierhofer hatte sich etwas verspätet und wollte deshalb feinen Spielkameraden Der Reichskanzler besucht die Inkanterieschule Dresden. Berlin, 28. Mai. (DNB.) Am 28. Mai nachmittags stattete Neichskanzler Adolf Hitler, begleitet von Reichswehrminister Generaloberst von B l o m’b erg und dem Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, ber Jnfanterieschule Dresben einen Besuch ab. Nachbem ber Herr Reichskanzler mit großem Interesse bem Dienst beigewohnt hatte, richtete er eine Ansprache an bie Waffenschüler. An- schließenb verbrachte er noch längere Zeit im Kreise ber Offiziere unb Fähnriche ber Jnfanterieschule. Der Führer verbrachte ben Montag abenb im Hause des Reichsstatthalters M u t f ch m a n n. Kurz vor 22 Uhr rückten, von Fackelträgern flankiert, die neun Dresdener SA. -Kapellen an, um dem Führer einen Zapfenstreich zu bringen. Der Führer begrüßte die SA. und trat vor bas Haus, um ben Darbietungen ber SA.-Kapellen zu lauschen. Obwohl bie Straße völlig abgesperrt war, hatten sich bennoch in Gärten unb Häusern viele Hunberte von Menschen angesammelt, bie zwischendurch immer wieber Heil!-Rufe auf ben Führer ausbrachten, ber trotz ftrömenben Regens weiter vor bem Hause stehen bleibt. Das Deutschlanb-Lied unb bas Horst-Wessel-Lieb schließen ben Zapfenstreich ab. ! ! Die Sojabohnenzüchtung in Deutschland. Wie Herr Professor Dr. G. Sessous von ber Universität Gießen uns mitteilt, entspricht bie von uns aus ber Kölnischen Zeitung übernommene Wiebergabe seines Vortrages über ben Stanb der Sojabohnenzüchtung in Deutschland nicht seinen Ausführungen Herr Professor S e s- ous bittet uns daher im Interesse der Sache unb zur Vermeibung von Mißverstänbnissen umi Die Aufnahme ber folgenben benchtigenben Darstellung. Bemühungen, Sojabohnen, jene für Millionen bes fernen Ostens unentbehrliche Felbsrucht, auch in Deutschland) einzubürgern, bestehen, fedöcm ber Botaniker Haberlanb in ben 70er fahren damit begonnen hat. Enthält boch außer ^r Erbnuß kern Samen so viel Fett (15-24°/°) unb Eiweiß (35- 49°/°) in äußerst leicht verbaulicher Form So a war bisher eine ber billigsten Velquellen für bie Margarineherstellung unb lieferte m ihren Rnck- ftänben außer bem bebeutungsvollen Lecithin (bis 3°/°) ein hochwertiges wohlfeiles Eiweiß f ul ter- mittel. Daher bie große beutfche Anfuhr, 1932 x m i iS-? Mjll t unb außerbem fast 100 uuu t Sojaöt geW d-n Deien unb wirb außer surMarparm- zur Her Äugen Änbau Wbren an ben niebn- gen Einfuhrpreisen bezw. bildeten l für Aüd)teriid)e Bearbeitung (1 t - iw a-ik. Bä 2Iu5‘ieanbbn- obÄgenJftung - nifen (allein für Saiababnen über 1°0 M L W unterer Wirtschaft zu erhalten. ®» •!* ö*7nügen9b -ich. wenn man Sorten 9 @rträg= kurzer Wachstumsgelt auf( bereits umliefern. Damit ist das H P $ $ ^ahre über das rissen. Ein großzügig m f j Klarheit über Reich verteilter SortenEsuck) befinbüd)en ben Aktionsrabius ber fäon tm Va staatliche Sorten liefern. Die Achtung, w,eick Unterstützung fmbet, arbe h>t ^sichten, in riesigen Sortenmaterial, so v brauchbare Vane- nicht zu ferner Zeit a^emein o b}e er, täten zu finben, gut s^d. Daneb n unüber- sorschung zweckmäßiger Anbaumety ifi ber leDbare Bebeutung ber ©o a hegt cwer ^ä^rung Möglichkeit, sie zur wenschlich . llte nacheuropäischer Volker ^°^^^schenmassen Asiens benklich stimmen, daß b e Cn fortbe- r^en^ätein'auTÄ'b’er Deg=tabilifd)=n F-tt- unb eimeißbafis ber Soja. Die ZZ.Haupiversammlmlg des VHLin Gedern. Ser weitere Verlauf sehn. Gedern, 27. Mai. Nachdem VHC- Bruder Ringshausen sich verabschiedet, fährt der • Bundesführer Sr. Bruchhäuser in seiner Begrüßung fort und gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß unsere Hauptversammlung nicht nur trockenes Auf- und Abrollen geschäftlicher Tagesordnungen sind, sondern daß sie durch Reden, wie die der VHC.-Brüder Ringshausen, Werner und anderer, anregungs- und bedeutungsvoll werden. Er spricht dann von der früheren Zerrissenheit in den Wanderoereinen Deutschlands. VHC.-Bruder Prof. Dr. Werner ist e- als Reichsführer der deutschen Gebirgs- und Wan dervereine gelungen, alles zu vereinigen in dem genannten großen Reichsverband. Wir bilden nun mit die Säule 11 im Reichsausschuß für Leibes Übungen. Hier ist uns Schutz gewähr der sich schon aut ausgewirkt hat gegenüber Angriffen mancherlei Art. Dafür danken wir den beiden Führern Werner und von Tscharnrner und Osten. Ortsgruppenleiter Klein-Gedern spricht auch für den verhinderten Kreisleiter. Er freut sich des überaus günstigen Eindrucks der gestrigen und heutigen Tagung und zeigt an praktischen Beispielen von Gedern, wie mit gutem Willen auf beiden Seiten alle die Nachteile zu beheben sind, die im Verlauf der nationalen Revolution für das Bestehen und.die Arbeit der Vereine entstanden sind. „Die Vereine sollen nicht untergehen, und es ist Pflicht der politischen Leiter, durch öftere gemeinsame Besprechungen mit den Pereinsleitern Reibereien zu vermeiden, aufbauende Arbeit zu gewährleisten und mit allen Polksgenossen in reger Fühlung zu bleiben. Die Partei muß ihr Wollen auf solche Art in alle Vereine übersetzen. Er wünscht, daß der VHC. Gedern sich wieder recht tatkräftig in unserem Gemeinwesen für seine Ziele einsetzt, volksverbunden und heimattreu. Wenn alle von hier den gestärkten Willen dafür mitnehmen, dann war diese Tagung ein Segen und voller Erfolg. _ „Ringen Sie immer und immer um die Seele jedes Volksgenossen, dann werden Sie und wir alle größer, Glieder, die nicht entbehrt werden können?" Der Versammlungsleiter dankt und wünscht jedem Verein einen solchen Ortsgruppenleiter. Es folgt dann die Rede des Führers der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, AHC.-Bruders Prof. Or. Werner: „Verehrter Freund Dr. Bruchhäuser, liebe Freunde und Freundinnen! Der Tag von Gedern steht unter einem günstigen Stern. Das, was wir heute von VHC.-Bruder Ringshausen und meinem verehrten jungen Freunde an meiner Seite (Ortsgruppenleiter Klein) gehört haben, das ist die Bestätigung dafür. Es ist Sonne über dem schönen Städtchen, über dem herrlichen Tal, über dem ganzen Land. Und so wünsche und will ich und wir alle, daß das Wort Ringshausens vom Wandern, das Herzens- und Gemütssache sei, wie Sonnenschein Kraft und Stärke in die tiefste Herzensfaser hineinbringen. Die Worte zeigen uns die alte Wahrheit, daß die Vernunft nicht umzubringen ist. Daß damit das neue Deutschland gebaut wird, von den Jungen und von den Alten; und das möchte ich hinzufügen: Ein Staat, her' die Klassen aufgehoben hat, kann nicht nur von Jungen oder nur von Alten leben. Diese Jugend wäre nicht da, wenn die Alten nicht gewesen wären. Das schönste Sinnbild dafür, wie es sein soll, ist unser Führerpaar Hitler und Hindenburg. Von den Jungen und von den Alten muß geleitet werden! Der VHC. ist der Horst, von dem ich ausgeflogen bin, ein kleiner Sperling vielleicht nur, aber immerhin geflogen und mit Freuden eine schon lange Bahn. Es ist die Zeit nicht ausreichend und der Ort nicht gegeben, davon zu erzählen. Ich habe nichts mit größerer Liebe und Freude getan, als meinen deutschen Wanderern zu dienen. VHC.- Dienst ist mit das höchste, was mein Leben verschönert hat. Den freudigen Auftakt, den dieser Wandertag gebracht hat, darf ich nun durch einen Fanfarenstoß erhöhen: Wir haben erstens ein gutes und günstiges Verhältnis zu der Organisation „Kraft durch Freude" und dem „Amt für Reise, Erholung und Wanderungen" gewonnen und Richtlinien für gemeinsame Arbeit. Sodann: Die Wandervereine stellen die Führer für das neue deutsche Wandern und bilden weiter aus. Da haben wir nun die große, oolkserziehe- rische Aufgabe der Erziehung unseres Volkes >u seiner ihm fast abhanden gekommenen, aber 'lutsmäßig gesicherten alten Liebe zu Blume, Baum mb Tier. Wandern war ja für uns schon immer Lemüts- und Herzenssache. Wir haben das Monopol der Wegmarkierungen für uns gesichert und sind nun auch aus den ganzen Sorgen wegen des Perhältnisses zu dem Reichsbund Volkstum und Heimat herausgerissen. K l cur e Grenzen gehen über alles; von festen Grundlagen aus kommen wir höher. Ein Bund für Volkstum und Heimat sind wir ja schon seit Jahrzehnten. Ich segne die Stunde, wo wir in den Reichsbund für Leibesübungen hineingestellt worden sind. Wenn wir auch drei Viertel Gemüt und nur ein Viertel Sport sind, so ist doch das Wandern unsere unumgängliche Aufgabe. Es wird radikal darauf gesehen, daß gewandert wird; die faulen Wanderer sind auch sonst faul. Unser Sportführer von Tscharnrner und O st e n ist unseres Geistes und hat uns manche Sorge abgenommen. Die deutsche Wanderschar ist zu groß, als daß man sie unterbuttern könnte. Nun haben Sie eine Waffe in der Hand, mit der Sie Ihre Bestände auffrischen können, sagen Sie allen Beamten, daß sie einem Sportverein angehören müssen! Der Reichsoerband ist körperschaftliches Mitglied beim Reichs-bund Volkstum und Heimat. Was jetzt von uns verlangt wird, haben wir ja schon seit langen Jahren den Leuten und dem Volke gegeben, aber wir wollen nun noch mehr tun und immer mehr in der Stille und ohne viel Trara! — Wir weihen heute die Fahye: Ein Gedanke meines früheren Lebens findet seine Verwirklichung in Fahnen und Wimpeln: Bunte Farben werden unser Bild beleben und dazu kommt die Wandertracht! Fallen Sie nicht vom Stengelchen! Ja, Wandertracht! Die Eigenart der einzelnen Vereine soll darin zum Ausdruck kommen. Das muß ohne Zwang mit den einfachsten Mitteln erreicht werden. — Ich komme gerade von Wolfram von Eschenbachs Spuren... die ziehen in das Seelische, daß Glocken darin erklingen. Aber wie ich durch das schöne Niddertal fuhr, die frischen Wälder und Flußläufe, die herben Leute und Gesichter sah und wie ich nach Gedern hineinkomme... da Huben wieder andere an zu tönen... Gedern bedeutet ja ein besonderes Kapitel... hier ward Franseky geboren, hier ist der Park und die alten Bäume und der Helle See und die vielen klaren Bächlein... da strömt eine Kraft in die Seele, daß man nicht weiß, wie man seiner Heimatfreude Ausdruck geben mag. 3e älter man wird, desto mehr weih man, was hoherodskopf, Vogelsberg, hesfenheimat, hessen- finn bedeuten und wie sie sich einfügen in Deutschland und Deutschtum. So schließe ich denn meine Worte mit dem Rufe: Unserem Hessenland, unserem Vaterland und seinem Führer Adolf Hitler dreifaches „Sieg-Heil!" — Horst-Wessel- und Deutschlandlied runden den großen Eindruck dieser Worte. Dr. Bruchhäuser dankt und bringt ein „Frischauf" auf den Reichswanderführer aus, dem dieser mit einem gleichen für von Tscharnrner und O st e n erwidert. Als Vertreter des Kreisamts ist inzwischen Regierungsrat Dr. Schwann (Schotten) eingetroffen. Der geschäftliche Teil wird genau in dem Sinne erledigt, wie im Beichte der gestrigen Beirats- sitzung gemeldet. Es sprechen dazu Bruchhäuser, Dem (Offenbach), Buß, Scriba und Hitz (Schotten), sowie der Rechnungsprüfer Burk (Darmstadt). Dr. S ch w a n n als Vertreter des Kreisamts Schotten bringt dem Verein feine besten Wünsche und die Zusage der Unterstützung. Wir haben noch die Freude, Herrn Dr. Mahr (Darm- stadt) begrüßen zu können als Vertreter des Herrn Staatsministers Jung. Er bringt dessen Grüße und Wünsche für das gute Gelingen der Tagung und unserer weiteren Volkstumsarbeit. In den einzelnen Berichten werden alle Arbeitsgebiete des Vereins, wie Markierungen, Naturschutz, Bergwacht, Werbung, Verkehrsdienst und deren Bearbeitung im verflossenen Vereinsjahre beleuchtet. Wenn der Verein im vergangenen Jahr auch mit vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die Arbeit geht trotzdem im großen und ganzen aufwärts. Zu der Frage der Umbenennung des Vereins ergreift Prof. Werner und Prof. H ü t h- wohl noch einmal das Wort. Der Name bleibt zunächst noch der alte. Die nächste Hauptversammlung findet in Dich statt. Im Schlußwort dankt Prof. Werner dem Dor. stand, der Stadt Gedern und allen, die ihre Arbeitskraft in die Sache hineingesteckt haben. Er faßt den Dank aller derer, die hierhergekommen sind, in den Wunsch zusammen, daß der Verein neu blühen, alle Abtrünnigen wieder zu sich ziehen und viele neue Mitglieder gewinnen möge. Auch der Dank des Reichsverbandes für die stille, von vielen kaum begriffene, wenig verstandene Arbeit fei dem herein gewiß. Dr. Bruchhäuser gibt den Dank an seine Mitarbeiter weiter. Hier ward nur Pflicht getan iinb wird es weiter. Damit schließt die Dersamm- lung. Nach einem äußerst bunten Festzug weiht Prof. Werner im schönen Schloßpark die F a h n e d e s Gesamtoereins und viele Wimpel der Zweig, vereine, die immer heimatfrohen Menschen in einem freien und friedlichen Deutschland voranleuchten mögen. Bei Musik und deutschem Tanz^ waren Gäste und Einheimische noch einige frohe Stunden beieinander, die unser Georg Heß noch recht fein verschönte. Als die Abendglocken tuteten, zogen die letzten Wanderscharen bewimpelt und musizierend aus dem festlichen Städtchen. Jungvolk heraus! An die Bildner, Zeichner, Maler, Schreiber, Dichter, Fotografen, Bastler, Singer im Deutschen Jungvolk des Gebietes Heffen-Raffau. Viele von euch haben schon großes Können und bestes Schaffen gezeigt. Heute sollt ihr alle miteinander wetteifern. Alle Jungen sollen schaffen, zeichnen, malen, basteln, fotografieren, erzählen, Lieder bringen. Jungens, es soll eure Arbeit fein, eine Gesamtschau eures Könnens und Leistens. Bedingungen: 1. Der Wettbewerb des Pfälzer Jungvolks wird verlängert. Die dafür eingereichten Arbeiten werden weiter verwertet. 2. Teilnehmen darf jeder Jungvolkjunge und jeder Jungvolkführer bis zum 17. Lebensjahr. Führer müssen ihre Arbeiten besonders zeichnen. 3. Die Arbeiten müssen eigene Arbeiten des Jung- volkjungen sein. 4. Der Gegenstand der Arbeiten ist freigefteüt. Möglichst sollen die Arbeiten Jungvolkdienst- und -leben zur Vorlage haben.' 5. Bastelarbeiten dürfen von ganzen Jungenschaf- ten oder Jungzügen gearbeitet sein. Ein entsprechender Zusatz ist beizugeben. 6. Die Einsendungen müssen bis zum 15. Juli an das Jungvolk des Gebietes 13 Hessen-Nassau, Wiesbaden, Ühlandstraße 5", eingesandt werden. Jeder Arbeit ist auf besonderem Bogen Name, Wohnort, Straße und Jungvolkeinheit zuzufügen. 7. Auf Fragen geben die Jungvolkfüyrer Auskunft. 8. Als Preise werden ausgesetzt Fotoapparate, Bücher, Jungvolkuniformen, HJ.-Messer — höchster Preis bleibt die Ehre, Gutes geleistet zu haben. Führer, Jungens! In eure Hände ist dieser Wettbewerb gegeben. Kein Fähnlein, kein Jungzug, keine Jungenschaft ohne Arbeit und den Willen Bestes zu leisten. Das Jungvolk im Gebiet geht ans Werk. Es soll eine Schau deutscher Jungenarbeit geben, weil sie größer und herrlicher nie gewesen ist. Heil Hitler! Der Führer des Gebietes 13. gez. Kramer Gebietsführer. Der Führer des Jungvolks im Gebiet, gez. Rupprecht Hainer, Jungbannführer. Besucht die Aömerbergfestspiele in Frankfurt a. M. DNB. Frankfurt a. M„ 28. Mai. Die Bor- bereitungen zu den Römerbergfestspielen sind schon im vollen Gange. Auf dem Römerberg wird das Gerüst für die Zuschauertribüne aufgerichtet, die in diesem Jahre 1650 Sitzplätze haben wird gegen 1100 im ersten Jahre der Festspiele. Im Monat Juni beginnen die Proben zu der großen romantischen Tragödie Friedrich Schillers „Die Jungfrau von Orleans", die schon im vorigen Spieljahr große Erfolge auf dem Römerberg erringen konnte. Die Freilichtspiele auf dem Römerberg ermög- lichen eine ganz andere Ausgestaltung der aufgeführten Stucke, wie etwa In einem geschlossenen Theater. Vor der imponierenden Front des alten Römergebäudes, in dem viele deutsche Kaiser ihre Bankette und Festmahle abhielten, wird die „Juna- frau von Orleans", der ^Wallenstein", das „Käth- chen von Heilbronn" mit großem Aufwand an Ausstattung und Farbenpracht in Szene gehen. Die einzigartige Lage des Römers als Spielhintergrund und die gewaltigen Anstrengungen der städt-Bühnen die auf die Ausgestaltung der Spiele verwandt worden sind, Haden es bewirkt, daß die Römerbevgfestspiele weit über Frankfurt, ja weit über Deutschland hinaus bekannt geworden sind. So wird in diesem Jahr eine große Anzahl von Ausländern die Fest- spiele besuchen. Die Schätzung, deren sich die Römerbergfestspiele in Deutschland erfreuen, kommt auch durch die Tatsache zum Ausdruck, daß der Reichspropagandaminister Dr. Josef G o e b b e l s die Festspiele als „r e i ch s w i ch t i g" erklärt hat, und daß der preußische Ministerpräsident Hermann Göring die Schirmherrschaft übernommen hat. Frankfurt am Main pflegt mit diesen Festspielen die große klassische Tradition, die es als alte Kaiser- und Krönungsstadt und als Geburtsort Johann Wolfgang Goethes angetreten hat. Die Städtischen Buhnen haben sich zur Aufgabe gesetzt, die unvergänglichen Kunstwerke deutscher klassischer Dramatik, allen voran die Werke Schillers, Goethes und Kleists auf dem Römer zur Aufführung zu bringen, um diesen bedeutenden Dramatikern die Gelegenheit zur vollen Entfaltung ihrer Werke zu geben und um der alten Kulturstadt Frankfurt am Main einen ihrer Bedeutung in der deutschen Geschichte entsprechenden kulturellen Mittelpunkt zu verleihen. Im 1. Juni beginnen in diesem Jahre die Festspiele. Sie dauern bis zum 31. August. Wir rufen alle Volksgenossen auf, sich an triefen großen Volksfestspielen zu beteiligen. Ein mitreißendes, begeisterndes Erlebnis erwartet die Besucher. Darum: Kommt und seht! Frankfurts Theater — das Bollwerk im Westen — sein Aufbau Dein Werk! Kirchendiebstahl in Worms. LPD. Worms, 28. Mai. Aus der Liebfrauenkirche zu Worms wurde am 20. Mai eine wertvolle Reliquie gestohlen. Es handelt sich um ein Marienkopfbild in Halbplastik, um das mehrere in Silberfiligran gearbeitete Reliquien von Heiligen befestigt sind. Das Ganze befindet sich in einem kastenförmigen Holzrahmen mit Glasscheibe, 32:35.10 Zentimeter groß, und ist vermutlich 200 bis 300 Jahre alt. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei Worms. SStücklQPfg. fordern Sie ausdrücklich MAGGI5 Fleischbrüh-Würfel Kennzeichen: Der Name MAGGI und die gelb-rote Packung m. Bad, in guter ^RlnFinlnnp ctoe Wohnlage gesucht. Schr. An- 02781 Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ist meine liebe Frau, die treusorgende Mutter unseres Kindes, unsere liebe Tochter und Schwester geböte umgeh, a. die Stadtverwaltung Gießen llllllllllllllllllllllllllllll Dauermielerin, vension. Beamt., sucht für sofort kleine Wohnung od. leeres Zimm, mit Küche. Schr. Angeb. m. Preisangabe u.02788 an h. Gieß.An;. Sophie von der Heydt, geb.Krieter heute im Alter von 27 Jahren sanft entschlafen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben entschlafenen Elisabeth Gernandt, geb. Sack für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Weisel sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, Düsseldorf, den 28. Mai 1934. Hermann von der Heydt Marianne von der Heydt Wilhelm Krieter Emma Krieter, geb. Jung Mariechen Krieter Labes, Kolnhausen, den 28. Mai 1934. Trauerfeier: Donnerstag, 31. Mai, nachmittags 3 Uhr in Kolnhausen. Beerdigung in Lich 3y2 Uhr vom Trauerhause ab. 3227 D [Vermietungen] Gr. Garage ca. 4O2XIO, auch als Werkstatt zu vermieten. 02782 Bergstraße 9 p. E Mietgesuche | mjach möbliert. Zimmer (billig) geh Schr Ang. rn. Pr. unt. 02783 a d G.A. 4-Zimmer-Wohög. m. Bad v. Beamten (Reichswehr) zum 1. 7. 1934 gesucht. Schr. Ang. mit Angabe d. Lage u. d. Mietpreises unt. 02727 an den Gieß. Anz. Arzt, Privatdozent! Jg.Ehevaar sucht zum 1.7. od. 1.8. 3-4-Zimin.-Wohn. m. Küche u. Bad. Nähe d. Kliniken bevorzugt. Schr. Ang. unt. 3232D an d. Gieß. Anz. llllllllllllllllllllllllllllll SWlNH!.- ffioDnnng Kaufmännischer Lehrling möglichst Abiturient, f. Fabrikbüro von angesehener Aktiengesellschaft in Gießen für sofort gesucht. Ausführliche schriftliche Angebote unter 3226D an den Gießener Anzeiger. 3-Zimm.-Wohn. z. mieten gesucht. Schriftl. Vlngeb. mit Preis unt. 02776 an den Gieß. Anzeiger. 2 ev. 3 Zimmer gut möbliert, separat, möglichst Bad od. fliehend. 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CafSHettler 3228 D zur Bergschenke 31.5.34 20 Uhr Stag erak-Feier desMar.Bereins im CafH Leib. e Fahnenabordnungen pünktlich 19* * 3 4 Uhr zur Stelle. 3224 d 3. 6. 34 vorm. Fahnenweihe des Reichstreu- bundes ehemal. Berufssoldaten. Antreten aller angeschlossenen Bünde u.Bereme m.Fahnen pünktlich 8 Uhr a. d. Oswaldsgarten. 3. 6. 34 nachm. Knndgelülnader N. S. D. 51. P. Starke Beteiligung d.Kamerad. wird erwartet. llllllllllllllllllllllllllllll «IWIN Gießen Mittwoch, 36.5.- 19.30 bis nackig 32.Mlttw.-Abon. Gewölinl Prene l Schülerkarten). Langern circk Der Ovfergang d. deutschen Iw aend. Schauspiel m 6 Bildern von Kahn u-Mormto Schluß, der Winterfvrelzert 1933/34- Verloren golden. Tamen- Armband-Uhr. Abzugeben auf dem Fundbüro, Polizeiamt. Ar. 122 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Dienstag, 29. Mai 1954 stundenhopferei und nebenbei einer Theateraufführung. Im Mittelpunkt der Ereignisse hüben und drüben steht natürlich R ü h m a n n, der die außerordentliche Chance, die ihm hier geboten wurde, wundervoll auszunutzen versteht und sowohl die verstockte Pennälerfrechheit als auch die betuliche und gemessene Würde des älteren Bruders in Haltung, Mienenspiel und Tonfall witzig herausbringt. Von den übrigen Mitwirkenden in diesem ergötzlich altmodischen Reigen sind Ellen Frank, Inge Conradi, Oscar Sima, Jakob T i e d t k e (mit Vollbart!) und Annemarie, Sörensen zuvörderst namhaft zu machen. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus-, das Beiprogramm bringt u. a. die Wochenschau und einen Vorspann zu dem neuen Iannings-Film „Der schwarze Walfisch", der in einigen Tagen hier anläuft. Oie Insel der leeren Flaschen. Die Bermuda-Insel, von der amerikanischen Ostküste aus leicht erreichbar, hat ihren Namen gewechselt. Sie war einmal die Insel der vollen und ist nun die Insel der leeren Flaschen. Weit mehr als eine Million leere Flaschen, die einmal mit Wein, Whisky, Brandy und Likören gefüllt waren, liegen auf der Insel umher, und niemand weiß, was er mit ihnen anfangen soll. Sie sind die letzten Spuren des amerikanischen Alkoholverbotes und, wie es scheint, unverwischbare Spuren. Während der „trockenen" Zeit der Vereinigten Staaten entwickelte sich die Insel zu einem wahren Monte Carlo des Fremdenverkehrs. Die Bewohner, die bis dahin Zwiebeln gebaut hatten, wurden gelehrige Schüler in der Kunst des Cocktail-Mischens. Zu vielen Tausenden kamen die gefüllten Flaschen an und ebensoviel Tausenden wurden sie von den amerikanischen Besuchern geleert Die Schmuggelschiffe nahmen die leeren Flaschen wieder an Bord. Dann fiel das Alkoholverbot, und die Schiffe blieben aus. Seitdem liegen weit mehr als eine Million leere Flaschen auf der Insel umher. Sie zu verfrachten, lohnt nicht. Man kann sie auch nicht in den Boden verscharren, weil die Insel ein Korallenriff ist. Man hat ein paar tausend Flaschen in das Meer geworfen. Das Meer hat sie zurückgegeben und den Badestrand mit Glasscherben überhäuft. Man brauchte mehrere Tage, um den Strand wieder zu säubern. Das Neueste ist ein Plan, aus den leeren Flaschen ein Denkmal zur Erinnerung an die Zeit des amerikanischen Al- koholoerbotes zu errichten. ReichsmimsterGöring inDudapesi Eröffnung der Reichstheaterseflwoche in Dresden I ar. M. >5-1 SR 'D.' ¥ W f 2 ,W- ... M ' V; Reichsluftfahrtminister Göring legt einen Kranz am Heldendenkmal in Budapest nieder. Reichskanzler Adolf Hitler (in der Mitte) in der Dresdener Oper, wo mit einer Festaufführung von „Tristan und Isolde" die erste Reichs-Theaterfestwoche feierlich eröffnet wurde. Rechts neben dem Führer Reichsstatthalter Mutschmann. Weiter rechts Reichswehrminister von Blomberg. M pinsel und Palette im ewigen ÄS. Sie7üü-MrseierderVanemschlachtvonAllenesch Durch den dänischen Minister Graf A h l e -1 steuerlose Boot mit dem zu Tode erschöpften Peter- l d t - L a u r v i g ist kürzlich eine Ausstellung sen. „Bevor die Hilfe kam", so erzählte er selber. hth. So ein Siegel. Das ist eine drollige und zumal für den Film brauchbare Sache und überdies eine großartige Doppelrolle für den jungen Berliner Komiker Heinz R ü h m a n n, der hier mit Witz und Laune zwei Brüder auf einmal spielt: den älteren in Amt und Würden, und den jüngeren, der noch in die Prima geht. Der Spaß dabei ist, daß dieses Brüderpaar sich zwar äußerlich ähnlich sieht wie ein Ei dem andern, innerlich aber ganz im Gegenteil: und außerdem wird im Laufe der Begebenheit der ältere Bruder zwanglos in die Umwelt des jüngeren versetzt und umgekehrt, woraus sich die merkwürdigsten und heitersten Situationen ergeben: in einer Kleinstadt lange vor dem Kriege mit Pennälerstreichen, feldt-Laurvig ist kürzlich eine Ausstellung von Gemälden des Malers Emanuel Peter- besten Kräften: besonders die Bilder Hörsaal, Estaminet und englische Stellung waren ganz realistisch verwirklicht. — Wenn sich übrigens in den kommenden Aufführungen eine Verkürzung der Umbaupausen erzielen ließe, würde das der stimmungsmäßigen Geschlossenheit des Gesamteindrucks wesentlich zugute kommen. Abenteuerliche Malerreise nach Grönland - Bei 50 Grad minus an der Staffelei. Eskimomädchen stehen gern Modell. Auf der Gegenseite verdient vor allem der von Kühne gegebene Marschall French in der markanten zweiten Szene Hervorhebung: die Gestalt war in Maske, Ton, innerer und äußerer Haltung ruhig und bestimmt erfaßt. Hub als Cap- tain Baker, Neuhaus als Stabschef, Dielen und Fierment als Zugführer und (im Vormarschquartier) Fräulein Stadler als drollig radebrechende Toinette und der aufgeregt parlierende Wirt des Herrn V o l ck feien vom großen Ensemble noch erwähnt. Das Stück wurde nach der Pause mit anhaltendem Beifall, nach dem letzten Bild mit respektvoll angemessenem Schweigen ausgenommen.' Bataillone und im Gesang des Deutschlandliedes, der brausend zum Leitmotiv des Schauspiels anschwillt. Das zweite Bild ist das dramatischste im Gefüge des ganzen Stücks. Es führt ins Hauptquartier des englischen Marschalls French und gibt den strategischen Umriß der Lage in Flandern; darüber hinaus eine bedeutsame Gegenüberstellung der Gegner: in French und einem gefangenen deutschen Freiwilligen Rein theatralisch am wirksamsten ist das Dritte Bild- die deutschen Freiwilligen auf dem Vormarsch in einem „Estaminet"; eine fast heitere, oolksstuck- hafte Szene, welche die Stimmung und innere Aaltuna Der jungen Regimenter mit leichten Strichen schildert Das ernste Gegenstück dazu bildet die folgende Szene am Abend vor dem Angriff, während die letzte stille Sammlung schon von dem dumpfen Grollen der nahen Front durchzittert wird Das fünfte Bild sühn noch einmal aus „Die andere Seite", in die englische Stellung bei Lange- marck hier wird angedeutet, was das für ein An- ariff mar, Der den jungen Studentenregimentern bevorstand. Das Schlußbild endlich bringt den Sturm selber und faßt zusammen, was dieser Op erlang der deutschen Jugend den spateren Ge chlechtern w bedeuten habe: unvergängliches Beispiel von aroßer Opferbereifschaft, von unverbrüchlicher Kameradschaft im Leben und im Tode, von einer Gemeinschaft auch, wie sie uns heute vor Augen steht, die nichts weiß von den Unterschieden und der Herkunft oder des Standes, die nur em Schicksal kennt, ein Volk und ein Vaterland. - „hatte ich buchstäblich meine Schuhe geges» s e n und meine Füße notdürftig dadurch geschützt^ daß ich meine halbverfrorenen Hände um sie legte. Für seine Ueberlanbreifen benutzte der Maler im ewigen Eis Eskimoträger und Hundeschlitten. Mehr als einmal wurden die Zelte von dem stürmischen Wind über den Köpfen weggerissen, und die Erpe- ditionsteilnehmer mußten unter freiem Himmel in s e n eröffnet worden, der sich im Auftrage der dänischen Regierung sechs Jahre im ewigen Eis Grönlands aufgehalten hat, um in feinen Bildern von diesem Land zu berichten, von dem sich die übrige Welt nur eine sehr unvollkommene Vorstellung machen kann. Zur Bewältigung dieser Aufgabe gehörte natürgemäß eine Persönlichkeit, die Künstler und Sportsmann, naturbegeisterter Wanderer und zäher Jäger zugleich war, kurzum die alle jene Eigenschaften auswies, ohne die sich im hohen Norden kein Mensch gegen die Unbilden des Wetters unter einfachsten Lebensverhältnissen behaupten kann. Emanuel Petersen hatte seine Frau und sein sechsjähriges Töchterchen mit sich genommen und bewohnte in Jacobshavn, einer kleinen Siedlung, eine roh behauene Blockhütte mit über einhalb Meter dicken Holzwänden und einem Dach, das zum Schutz gegen den Wind, der häufig mit der Kraft eines Orkans über Grönland dahinfegt, tief im Boden verankert worden war. Zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgabe mußte Petersen häufig für längere Zeit Jacobshavn verlassen und kam oft in roilbe und verlassene Gegenden, die noch nie eines Menschen Fuß betreten hatte. Bei seinen Streifzügen an der Küste bediente er sich eines wetterfesten Motorbootes und war in seiner Nahrung nur auf das Fleisch von Seehunden und Vögeln angewiesen, die er selber erlegte. Auf einer dieser „Malerfahrten" wurde sein Fahrzeug von den sich auftürmenden Eisschollen hoch emporgehoben, und ein anderes Mal drohte ihn das Eis auf das offene Meer hinauszutreiben, was unfehlbaren Untergang bedeutet hätte. Eine Rettungsabteilung von Dänen und Eskimos fand das «ine 6,ene aus dem Festspiel „De ©tebinge", das anläßlich des 700. Jahrestages der Bauernichlacht non Altenelch aufgeführt wurde. Bei der Feier, an der iaujenbe non Dlben- buraer BauAn teilnahmen sprach Reichsbauern,llhrer Barri über den Kampf des d-utfchen 0 Bauerntums. _____ Gießener Gtadttheater. Edgar Kahn und Max Monaw: „Langemarck". „Westlich ßangemarcf brachen junge Regimenter unter dem Gesang Deutschland, Deutschland über alles' gegen Die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie. Der klassische Satz des berühmt gewordenen Tagesberichts der deutschen Obersten Heeresleitung vom 10. November 1914 bildet zugleich Motto und Inhalt dieses Schau- ^Uns ist nach fast zwanzig Jahren, der Name des kleinen und zuvor völlig unbekannten Ortes m Landern mehr als ein Name, mehr als em geographischer und militärischer Begriff geworden, nckt bloßer Begriff, sondern Inbegriff deutschen Sdentums Mahnmal unb ^ermä^^tnl9 Ä Lugend unseres Landes, Sinnbild und Mytyos ewiger Opserbereitschaft. Mas die Antike in jenem Horazischen „Süß und .hrenuall ist es sürs Vaterland zu sterben" und in jenem hellenischen Zweizeiler 3uf“mmgifa6te. den in Dem inhaltschweren Safti Des Deutzen Heeresberichtes vom November 1914 SS'SSSSSS eusfagte - und was er Wcn. tDa5 geschehen Raum war, Davon zu IP - militärischer und oar, samt Den Voraussetzi g ^0(aerunqen, so- Mwatt Sun^ELnden nach immer cmgehen. * Das erste Bild schildert den gr°^^^sitäN iluquft 1914 im Härsaal einer tag U Profef- 2ie Mahnwarte W«■ unb ! Webe »» # D'ot, . brs über den V Lnge Zeit. ÄVIm ' M-wWch-itt der Elenden ihren Schlafsäcken schlafen. Wohl kaum hat ein Künstler seine Werke unter schwierigeren Bedingungen geschaffen; alle Bilder sind im Freien entstanden, also bei einer Kälte zwischen 25 und 50 Grad. Da die Oelfarben bei diesen Temperaturen gefrieren, mußten sie mit Petroleum vermischt werden; die Hand war stark vermummt, und nur die äußersten Fingerspitzen waren freigelassen worden, um die Pinselführung zu ermöglichen. Nach drei, höchstens aber fünf Minuten mußte Petersen sich in seine Hütte oder sein Zelt begeben, um sich dort wieder ein wenig aufzutauen. Die Landschaft dort oben ist durchaus keine langweilige Einöde, sondern nach seinen Schilderungen voller Reize für ein Auge, das künstlerisch zu sehen gelernt hat. Petersen erklärte begeistert: „Ich bin fast durch die ganze Welt gekommen, aber ich habe niemals solche Farben gefunden wie in Grönland. Die Atmosphäre ist so klar, daß man eine Sicht auf Entfernungen über 100 Kilometer hat. Allerdings bietet Grönland dem Maler keine Zwischenfarben, und der Künstler muß „aus dem Vollen schaffen", wenn er der Natur ihre Geheimnisse ablauschen will." Der Nachteil des Klimas, der nur ein Arbeiten für wenige Minuten im Freien erlaubt, wird zum Teil durch den Vorteil aufgehoben, daß die Lichtverhältnisse eine ungewöhnliche Beständigkeit auf- Sehr frisch, ganz getragen vom großen Schwung ihrer Begeisterung, wirkte die kleine Gruppe der jungen Freiwilligen; von ihnen spielten sich mit persönlich profilierten Leistungen Die Herren Marcks, Schorn und L ü p k e in den Vordergrund. Zwei echte Gestalten gaben Intendant König als väterlicher Lehrer und Kompanieführer und Herr Geiger als bieder-kerniger Unteroffizier der Studentenkorporalschaft Der-Spielleitung von Karl Löser war es, wie die Aufführung erwies, vor allem Darum zu tun. Die in Den sechs Bildern beschlossene Stimmung den Geist Der Deutschen Jugend von 1914 lebendig werden und wieder empfinden zu lasten; die Regie war ferner bemüht, die grundlegende Idee der Ge. meinschaft auch auf Die Darstellung und die Schau- svieler zu übertragen. So wurden vor allem da ime te und bas dritte Bild zu einer lebendigen und unmittelbar sich mitteilenden Wirkung gebracht das entscheidende letzte wurde jedenfalls soweit bewal- tiat wie sich Derartiges überhaupt mit den ted)- n&räümÄn Tiög(üf)teiten be» Theaters sinn- t-rstÜbt?°Li-"Spi°U-itung iü°lhr-n" nach i-rst«rSim'..W°ltp°n°ram°",2e'rjch°ll°n°rÄy weisen. Land, See und Himmel bleiben für längere Zeiten unverändert, was dem malenden Künstler sehr zustatten kommt. Die Eskimos haben für Petersens Arbeiten reges Interesse gezeigt, und sie selber zeichnen und malen gern, auf Stein, auf alten Papiersäcken oder was sie gerade zur Verfügung haben. Ähre Dar- fteUungen haben große Ähnlichkeit mit aufgefundenen Zeichnungen aus der Steinzeit. Eines Tages erschien ein alter Eskimo bei Petersen, während er gerade malte, und bot ihm für das Bild drei Pennies; als dieser ablehnte, war der Eingeborene sehr enttäuscht, kam aber am nächsten Tag zurück und verdoppelte fein Angebot. Als er endgültig sah, daß kein Geschäft zu machen war, entfernte er sich zwar nicht grollend, aber doch sehr verwundert, über die Ablehnung eines so großzügigen Anerbietens. Unter den Eskimomädchen war ein großer Wettbewerb, denn jede wollte dem weißen Maler sitzen, seitdem eines von ihnen durch ein Bild von Petersen berühmt geworden war und sich schnell verheiratet hatte. Eine ganze Schar der Mädchen folgte dem Maler häufig auf seinen Streifzügen durch die nächste Umgebung in dem Wunsch, ebenso berühmt zu werden. Aus -er proviuzialhauptsta-t. Oer Holunder blüht... „Ringel ringel Reihe, Sind der Kinder dreie, Sitzen unterm Hollerbusch, Rufen alle: husch, husch, husch" lautet ein alter Kindervers, den wohl jeder kennt. Was unter den Blumen der Löwenzahn ist, den Hermann Löns „die allerschönste Blume" nennt, ist unter den Sträuchern der Hollunder. Wo alles andere Gesträuch versagt, saßt er noch Fuß und wächst fröhlich weiter: in sonnenlosen Großstadthöfen, auf Schutthalden an Straßenrainen, in Mauerwinkeln, in Sonnenbrand oder feuchtkühler Dumpfheit, wo nur ein Fleckchen Erde, ein roenig Nahrung für chn ist, siedelt er sich an, wächst unb gedeiht. Wenn er aber blüht, drückt er der. ganzen Umwelt sein Gepräge aus. Allerorten sieht man ihn. Man hat gar nicht gewußt, daß es so viele mit Buschwerk gefüllte Ecken und Winkel im Stadtbild aab. Nun schwimmen überall über dunkelgrünen Blättermassen die weißen Blüteninseln, duftend, die blauen Juninächte durchleuchtend. Alle Kinder kennen und lieben ihn. Unter seinen reichen Blättermassen kann man sich im grellsten Mittagsglast in schattenkühle Winkel einnisten und ungeblendet in die sonnenftimmernde Umwelt schauen. Die Buben schnitzen sich Flöten aus seinem Holz, die kleinen Mädchen können das weiche, elastische Mark zu allen möglichen Dingen verwenden. Häufig sitzen sie auch in seinem Schatten und flechten Ketten aus den Stengeln des Löwenzahn, welcher in der Nachbarschaft der Holunderbüsche oft in überschwenglicher Menge blüht. Untrennbar vom Früh so mm er mit seiner ersten köstlichen Hitze ist blühendes Holundergesträuch auf verwilderten Löwenzahnwiesen, zwischen deren kleinen goldenenSonnen schon die zarten Samenkugeln stehen, hauchfein wie Seifenblasen. Und untrennbar von blauen Sommernächten ist der starke Duft der Holunderblüten und ihr geisterbleiches Schimmern über tiefem Blattdunkel. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Kundgebung am 3. 3unl in Gießen in der Volkshalle. Die Kundgebung beginnt um 14 Uhr. Am Nachmittage fallen sämtliche anderen Veranstaltungen aus. Das betrifft auch Veranstaltungen der Gießener Vereine, die in der Umgebung Gießens abgehoben werden sollen. Oeffnung der Volksholle um 13 Uhr. Karten zum Preise von 0,20 RM sind bei der Kreisleitung und den Gießener Ortsgruppen erhältlich. Vereine, die Veranstaltungen am Morgen des 3. Juni durchführen, haben Dafür zu sorgen, daß diese um 12 Uhr beendet sind. Die Sammlung für den Luftschutz wird noch Vereinbarung mit der Ortsgruppenleitung des Luftschutzes spätestens um 13 Uhr unterbrochen. Nach der Kundgebung kann diese weiter durchgeführt werden. * Kreisleitung Gießen. I. A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter. Kreiöbetnebszellenabteilung Gießen. Anordnung zur öffentlichen Kundgebung der NSDAP, am 3. Juni. Die Betriebe haben sich geschlossen mit ihren Fahnen zu beteiligen. Wir machen es unseren Betriebszellenobleuten zur Pflicht, dafür zu sorgen, daß diese Anordnung restlos durchgeführt wird. Die Einlaßkarten, pro Stück 20 Pf., sind auf der Kreisbetriebszellenabteilung, Schanzenstraße 18, abzuholen. Heil Hitler! Gez. Hermann Wagner, Kreisbetriebszellenobmann. NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord. Amt für Volkswohlfahrt. Am Mittwoch, 30. Mai 1934, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord eine weitere Pfundsammlung statt. Alle Volksgenossen werden auch jetzt wieder gebeten, nach besten Kräften zu geben und die Spenden bereitzuyalten, so daß sie beim Erscheinen eines Amtswalters ohne Zeitversäumnis in Empfang genommen werden können. heil Hitler! Gez. Jöckel, stellv. Ortsgruppenamtsleiter. NS.-Gemeinschast»Krast durch Freude" Große Rheinfahrt am 8. Juli! Einem viel an uns herangetragenen Wunsch können wir nunmehr Rechnung tragen. Am 8. Juli steigt die longerwartete R h e i n f a h r t! Wir fahren in den frühen Morgenstunden ab Gießener Bahnhof über Friedberg—Höchst nach Mainz-Kastel. In Kostet besteigen wir einen Rheindampfer, der uns an Rüdesheim und Bingen vorbeiträgt nach Koblenz. Don Koblenz geht es dann abends wieder mit dem Zug zurück nach Gießen. Der Gesamtpreis, einschließlich eines Mittagessens auf dem Dampfer, beträgt nur 6 RM. für die Person. Mindestteilnehmerzahl ist 1000. Die Betriebszellenwarte lassen umgehend in ihren Betrieben eine Liste umgehen, damit sich jeder einzeichnen kann. Bis zum 15. Juni muß ich im Besitz der Meldungen sein, damit sich auch alles ordnungsgemäß abwickelt. Von einer Betriebszelle liegt zur Zeit schon die Meldung für 150 Mann vor, also tft sofortige Meldung praktisch. Gez. E h r i ft, Kreiswart „Kraft durch Freude". Beachtet die täglichen Ankündigungen der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in den Tageszeitungen! Jeder kann sich aus den Reifen und Veranstaltungen wählen, was ihm Freude macht. AusparteiamtlichenBekonntmachungen Die NS. - Frauenschaft Gießen-Süd teilt mit, daß der nächste Ortsgruppenabend erst am Freitag, 1. Juni, 20.15 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront stattfindet. Die Fachschaft „Höhere Schule" (Natur- wissenschaftliche Fachgruppe) im NSLB., Kreis Gie- ßen, veranstaltet am Donnerstag, 31. Mai, 17 Uhr, im Physikalischen Institut des Realgymnasiums einen allgemeinverständlichen Experimentalvortrag. Dr. H e u ß e l spricht über die verschiedenen Formen elektrischer Leitung. Alterskameraden helfen SA.-Kameraden. Bei dem Sammeltag der SA.-Führer für die hilfsbedürftigen SA.-Kameraden begab sich der Führer des Gießener SA.-Referve-Sturmbanns Sturmbannführer S o l d a n am Samstagabend auf kurze Zeit zu seinen Alterskameraden des Jahrgangs 1873/1923 auf den Schiffenberg, die dort gerade ihre Jahreszusammenkunft abhielten, um für die hilfsbedürftigen SA.-Kameraden eine Beihilfe zu sammeln. An dem kurzen Besuch nahmen auch der Standartenadjutant Münk er und einige Kameraden des Sturmbannstabs teil. Sturmbannführer S o l d a n schilderte seinen Alterskameraden des Jahrgangs 1873/1923 in kurzen Worten den Sinn und Zweck der Sammlung für die hilfsbedürftigen SA.-Kameraden und erlebte dann die Freude, daß ihm aus dem Kreise seiner 35 Alterskameraden die schöne Spende von 35 Mark für das SA.-Hilfswerk zuteil wurde. Zenensonderzüge der Reichsbahn. Die Serienreifen werden weiter verbilligt! Von der Reichsbahn-Direktion Frankfurt a. M. wird uns mitgeteilt: Auch in diesem Jahr wird die Reichsbahn in der Hauptreisezeit eine Reihe der beliebten Feriensonderzüge fahren. Die Fahrpreise für die Feriensonderzüge sind wie bei den „Urlaubskarten" ermäßigt. Die Mindestermähigung ist 20°/o, bei größeren Entfernungen steigt sie bis 60%. Wer die mit Schnellzugsgeschwindigkeit fahrenden Züge zur Hinreise nach seinem Ferrenziel benutzt, erspart weiter für die Hin- und Rückreise den Zuschlag für Eil- und Schnellzüge. Er muß lediglich auf der Hinreise den Sonderzug benutzen, hat aber dafür den Vorteil, daß er nicht um einen Sitzplatz zu sorgen hat. Jeder Feriensonderzugreisende erhält zu der Fahrkarte eine „Beikarte" auf der das Abteil bezeichnet ist, in dem er bestimmt einen Sitzplatz findet. Jedes Abteil wird nur mit höchstens 6 Personen besetzt. Für die Feriensonderzüge werden besondere Fahrkarten ausgegeben und zwar von jedem Reiseantrittsbahnhof nach allen Bahnhöfen die mindestens 200 Kilometer vom Reife-Antritts- bahnhof entfernt find. Wenn dieser nicht Einsteigebahnhof für den Sonderzug ist, so ist die für den Feriensonderzug gelöste verbilligte Fahrkarte auch zur Fahrt bis zu diesem Einsteigebahnhof für alle fahrplanmäßigen Personen-, Eil- und Schnellzüge gültig. Vom Endziel des Sonderzuges, oder von einem an der Sonderzugstrecke liegenden und von der Reichsbahn als „Aussteigebahnhof" bezeichneten Bahnhof — der bei der Bestellung angegeben wer» den muß —, können ebenfalls mit der Sonderzug. karte zur Weiterfahrt nach dem Urlaubsziel alle fahrplanmäßigen Züge benutzt werden. Im Feriensonderzug darf die Fahrt nicht unterbrochen werden, dagegen in fahrplanmäßigen Zügen auf der Hinreise einmal. Die „Feriensonderzugkarten" sind 2 Monate gültig. Innerhalb dieser Zeit — vom 7. Tag ab — kann jeder Reisende mit einer solchen Fahrkarte b i e Rückreise, und zwar die ganze Rückreise, in jedem fahrplanmäßigen Per- sonen-, Eil- oder Schnellzug erledigen. Aus der Rückreise ist dreimalige Fahrtunterbrechung ge- stattet. Die Feriensonderzüge führen nur Die Dritte Wagenklasse. Will ein ReisenDer auf Der Fahrt zum Einsteigebahnhof Des FeriensonDerzuges, zur Erfülle deine pflicht! Kämpfe gegen die Arbeitslosigkeit! Fortsetzung seiner Reise ober auf ber Rückreise in fahrplanmäßigen Zügen eine höhere Wagenklasse benutzen, so wirb auch bei Eil- unb Schnellzügen nur ber Unterschieb zwischen ben ermäßigten Prei- sen ber „Urlaubsfahrkarten" für Personenzüge unb kein Zuschlag erhoben. Ein Zuschlag ist von Feriensonberzugreisenben in allen Fällen nur — Hin- wie Rückreise — bei Benutzung von FD, FFD unb ber mit L bezeichneten Züge zu zahlen; Eil- unb gewöhnliche Schnellzüge finb also für sie zuschlagfrei. In ben nächsten Tagen werben von ben Fahrkartenausgaben ber Reichsbahn kostenlos Heftchen abgegeben, bis alles Wissenswerte über Die Ferien- sonDerzüge enthalten. Jahresbericht derFreiwilligenGanitätskolonneGießen Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz e. v. Gießen brachte Dieser Tage ihren Jahresbericht für das Jahr 1933 (1. April 1933 bis 31. März 1934) heraus. Der Bericht gibt einen anschaulichen Einblick in die Tätigkeit der Sanitätskolonne im vergangenen Jahre und läßt erkennen, daß die Mitglieder Der Kolonne mit allen Kräften bestrebt finb, ihren freiwilligen Dienst der Nächstenliebe nach bestem Können zu erfüllen. Der Mitgliederstand Der Kolonne ist» denkbar günstig. Er betrug zu Beginn des Jahres 114 Mitglieder, am Ende des Geschäftsjahres 163 Mitglieder. 130 Mitglieder finb aktiv tätig. Verschiedene Kameraden konnten durch den Landesverein vom Roten Kreuz für ihre treuen Dienste ausgezeichnet werden. Die noch lebenden Gründer der Kolonne erhielten aus Anlaß Der Feier des 30jährigen Bestehens Der Kolonne Ehrenurkunden Der Stadtverwaltung Gießen übermittelt. Der versuchsweise eingeftihrte verbilligte Tarif für Krankentransporte konnte beibehalten werden. Das hatte eine Vermehrung der Krankentransporte zur Folge. Die bereits im Vorjahre begonnene Ausbildung der Kolonnenmitglieder im Gas- und Luft- fchutzdienst wurde fortgeführt. Betriebshelferkurie und Ausbildungskurse für neueingetretene Mitglieder wurden mit gutem Erfolg ab gehalten. Große Hebungen, die aus Anlaß Des 30jährigen Bestehens der Kolonne zusammen mit anderen Hilfsorgani- sationen Der StaDt abgehalten wurden, sind noch in guter Erinnerung. Jm Laufe des Jahres wurden insgesamt 21 Hebungen abgehalten. Die Kolonne bewies bei verschiedenen Alarmübungen ihre außerordentliche Schlagfertigkeit. Bei verschiedenen größeren Veranstaltungen stellte die Freiwillige Sanitätskolonne den Hilfsdienst. Belehrende Vorträge, laufend abgehalten, sorgten für Die Vervollständigung Der Ausbildung Der Mitglieder. Bei verschiedenen auswärtigen Tagungen und Kursen war die Kolonne ebenfalls vertreten. An Sonn- und Feiertagen wurden stets Bereitschaftswachen gestellt, die in nicyt weniger denn 164 Fällen, darunter 100 Krankentransporte, in An« 0 genommen wurden. Gasschutzlehrgänge, bzw. ldungslehrgänge wurden von Den Herren Re- aierungsmedizinalrat Dr. Kortüm und Dr. Gros ab gehalten. Einen sprechenden Einblick in Die Tätigkeit Der Kolonne gibt Die zahlenmäßige Erfassung Der getätigten Hilfeleistungen. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten kreuz wurde in insgesamt 5807 Fällen zur Hilfeleistung in Anspruch genommen. Die Krankentransporte beliefen sich auf insgesamt 1454, die zum überwiegenden Teil in den vier Kraft- pragen geschahen, z. T. aber auch mit der fahrbaren Trage, mit Dem Fahrstuhl, mit Privatwagen und mit der Bahn vollzogen wurden. Bei vielen Transporten handelte es sich um Hilfe- leistungen, Die für die Mitglieder Der Freiwilligen Sanitätskolonne nicht ungefährlich waren. So wurden u. a. nicht weniger Denn 51 Nerven- und GeN steskranke befördert, ferner 71 Transporte von Kranken mit übertragbaren Krankheiten ausgeführt. Von Den HilssDesinfektoren Der Kolonne rourDen in 62 Fällen Desinfektionen ausgeführt. Beim Umbetten und Baden von Schwerkranken war Die Sanitätskolonne in 255 Fällen behilflick. Krankenpflegegeräte wurden in 510 Fällen aus- geliehen. Diese erheblich stärkere Inanspruchnahme als im Vorjahre machte weitere Anschaffungen not- roenbig. Der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und Der rührigen pflichtbewußten Leitung gebührt der Dank Der Einwohnerschaft. Wohl nie« manD, der um das Wirken Der Sanitätskolonne weiß, roirD den opferbereiten Männern Dank und wohlverDiente Anerkennung versagen. Begegnung. Von Otto Linck. An einem strahlenD Hellen Tag, in Dem Der Sommer sich voll erster jugenDlicher Frische gab, stieg eine fremDe Frau auf Den Turm Der Georgskirche in NörDlingen. Einer Laune folgenb, Der man in Der Muße einer Sommerreise wohl nachgibt, ohne ihr auf Den GrunD zu gehen, hatte sie Den Gatten, Den auch in Den Ferien Die Verpflichtungen feines Hamburger Geschäfts nicht losliehen, oorausfahren lassen. Sie hatte, froh Des Alleinseins, Den Vormittag mit fast mäDchenhaster EntdeckerfreuDe Das alte Reichs- ftäDtleifc DurchwanDert, balD von Dem hohen Umgang Der StaDtmauer über Die Giebel blickenD, bald sich wieDer in Den schmalen Gassen oerlierenD, gefangen von Der einzigartigen Stimmung Dieser StaDt unD ihren vielen auf Schritt unD Tritt be- gegnenben Köstlichkeiten, auf Die sie mit Geschmack unD Urteil, ein klein wenig EmpfinDsamkeit, aber auch Der lächelnDen Ueberlegenfyeit einer geborenen GroßstäDterin sah. Schließlich war sie Der Enge unD auch Des rauhen Pflasters- rnüDe gemorDen, unD verlockte Der ragenDe Turm Der StaDtkirche, noch einen Blick in Die Weite zu tun. Langsam stieg sie Die vielen Stufen zu Der Wächterstube hinaus unb freute sich an jebem Fenster- schlitz, wie bie Stabt tiefer zurücksank unb bas grüne Lanb weiter in bie Runbe wuchs. Der Turm- wart öffnete oben ben Zugang zur Galerie, ba ftanb sie nun aufatmenb an Der Brüstung, sah unter sich tm Ring ber turmbewehrten Mauer bas sinnvolle Gewirr ber mittelalterlichen Stabt unb barum im großen Kreise Den gesegneten. Dicht benebelten, von sanften Höhenzügen umrahmten Garten Des Rieses. Ein frischer Lufthauch ging; einzelne weiße Wolken ftanDen reglos am fernen RanDe, unter ber strahlenb blauen Wölbung bes Himmels lag ber buntgewürfelte Teppich des schönen Laubes in feibigem Glanz unb war in ber Höhe eine große feierliche Stille. Doch wich ber Wächter nicht von ihr, so fühlle sich bie Besucherin schließlich verpflichtet, nach bem Namen einer Ortschaft zu fragen. Der Wächter gab Bescheib unb fuhr, einmal im Zug, gewohnheitsmäßig fort, die Gegend zu etikettieren; begann mit dem Jpf, nannte nacheinander bie Namen ber vie- fen sichtbaren Dörfer unb gab sogar gewissenhaft die Richtung von Punkten an, die man von Dem Turm nicht sehen konnte. So Daß sich Die FremDe belustigt unD beängstigt zugleich fragte, wie weit man wohl Diese metaphysische Geographie aus= Dehnen könne ... Da fiel Der Name: Ripplingen. Ripplingen? JrDenwo war Der Besucherin Der Name vertraut; nach einigem Besinnen erinnerte sie sich unDeutlich, Daß ihre Familie eigentlich aus Dem Schwäbischen stammen sollte, ja. Daß ein verstorbener Onkel, Der ein SonDerling unD von Der Verwandtschaft nicht geraDe geschätzt gewesen war, herausgebracht haben wollte, ihre Ahnen seien im Dreißigjährigen Krieg von Den SchweDen aus einem Dorf namens Ripplingen nach Pommern verschleppt roorDen, von wo Das Geschlecht später nach Hamburg gekommen war. Mochte es also Dieses Ripplingen sein. Aber währenD sich Die Hamburgerin mühsam wieDer Durch Die Dunkelheit Des Abstiegs zurücktastete, ließ sie Der Name nicht mehr los, lockte plötzlich Das Geheimnis unD wuchs Der Anteil, Den sie an Dem verschollenen Schicksal nahm, unD als sie in Der Helle Des Marktplatzes ftanD, formte sich immer bestimmter Der Entschluß, Den Ort zu schauen unD auf eigene Faust nachzuforschen, sei es auch nur eines mertroürDigen Abenteuers wegen. So gedacht, so getan. Sie mietete einen Einspänner und fuhr nach Mittag vergnügt unD neugierig zum Baldringer Tor aus NörDlingen hinaus. Die Stille Des flachen LanDes nahm sie auf; ein un- enDliches Sirren Der Grillen schwang in Den Korn- felDern zu Seiten Der Straße, Die Ferne flimmerte in Der sommerlichen Wärme, neben Dem breiten Rücken Des Kutschers gingen Die Flanken Des Schimmels taktmäßig auf unD ab. Sie fühlte sich seltsam verträumt; Die Hitze, Der Glanz, Das Flimmern unD Singen Der Felder wiegte ein. Wie merkwürdig war Dies im Grunde; Da fuhr sie, eine geborene Ripperer aus Hamburg, in einer schlecht gefeDcrten Bauernkutsche einer alten Familienüberlieferung nach, ins Blaue hinein ... In Wallerstein versäumte sie jeDoch nicht, auf Dem Archiv uachzusragen, unD bekam Die Antwort, daß Dieses Ripplingen tatsächlich in jenem Krieg oon Den SchweDen zerstört roorDen sei. Daß sich aber, Da Damals auch Die Kirchenbücher verloren gingen, nichts UrkunDliches mehr feststellen lasse. Sie ließ sich Durch Diesen BescheiD nicht entmutigen unD fuhr weiter an immer neuen FelDern unD Wiesen, einem kühlen WalD vorbei, bis sie voll heimlicher Spannung in Ripplingen ankam. Fast war sie ein wenig enttäuscht. Daß es ein Dorf war wie alle anDeren im Ries, sauber, stattlich, mit getünchten Giebelhäusern unD breiten Straßen; eine barocke Kirche ftanD auf einem Hügel, hinter ihr ragten Die Trümmer einer Burg. Doch, als sie Die erste beste Frau, Die ihr in Den Weg kam, nach Leuten Des Namens Ripperer fragte, erhielt sie zu ihrem geheimen Schreck eine bestä- tigenDe Antwort unb warD gleich an ein großes, weih verputztes Haus verwiesen, Das mit hohem Giebel am EnDe Der Straße aus Der Häuserzeile hervorsprang. Eine saubere junge Bäuerin begegnete Dort bem seltsamen Anliegen ber Fremden mit höflichem Mißtrauen, führte sie in bie gute Stube unb ließ sie nach einem vergeblichen Unterhaltungsversuch allein, bis ber Mann vom Felb gerufen wäre. Bald tuschelten braußen in ber Küche bie Nachbarinnen über ben seltsamen Besuch; bie Hamburgerin aber saß ziemlich verlegen in ber Bauernstube, fragte sich, was sie benn, nachbem sie bas Vorkommen bes Namens Ripperer festgestellt hatte, hier eigentlich noch wollte, und warb sich ihrer merfroürbigen Lage beim Anblick ber frembartigen Umgebung hoppelt bewußt. Am liebsten wäre sie gleich roieber fortgegangen, jebenfalls beschloß sie, nur bie nötigsten aufflärenben Worte mit bem Namensvetter zu wechseln, unb überlegte eben, wie sie bies am besten angriffe, als sie feinen schweren Schritt im Hausgang vernahm. Doch bauerte es mit um« stänblichem Hin unb Her noch eine ganze Weile, bis sich ber Bauer für ben Besuch schön gemacht hatte unb behutsam bie Tür öffnete ... Da geschah bas Unerwartete, Die Besucherin erschrak. Sie erschrak im tiefsten, Denn Der, Der Da in kurzen Kniehosen, in Der tleiDfamen Tracht Der Gegend vor ihr ftanD, Das war ihr leiblicher Bru- ber; bas heißt, sah ihm ähnlich wie ein Ei bem anbern. Es war kein Spiel unb Spaß mehr, son- bern spukhafte Wirklichkeit unb Gewißheit; unb aus ber tiefen Erschütterung biefes Erlebnisses heraus geschah weiter bas kaum glaubliche, baß bie Dame aus Hamburg bas starke Zusammengehörigkeitsgefühl ihres vornehmen Hamburger Geschlechts ohne Zögern auf ben unbekannten Namensvetter übertrug unb bamit ben richtigen Ton fand, der auch dem wortkargen, schwer zugänglichen Ries- bauem zu Herzen ging. So gab es kein langes Erklären, es war ein Wiedersehen unter Verwandten. Der Bauer ließ es sich, nachdem das erste Fremdsein überwunden war, nicht nehmen, aufzutischen, und es wurde, zumal als sich noch andere Zipperer einstellten, eine schöne und fröhliche Feier daraus. Auch das Dorf war nun nicht mehr nur eines von vielen. Begleitet von der Verwandtschaft und einem ganzen Troß neugieriger Kinder ging es auf den Burghügel hinauf; die Fremde ließ sich die Felder des' Hofs zeigen, besichtigte die Kirche, eine Fahne war in ihr, zer- schließen unb grau, aus bem Dreißigjälrigen Kriege. Zuletzt gab es einen herzhaften Abschieb, als hätten sich bie nörblichen unb süblichen Zipperer längst gekannt. Tritt um Tritt trottete ber Schimmel roieber durch bas in Dämmerung versinkende Land nach Nördlingen zurück, dessen Kirchturm phantastisch groß vor dem rot verglühenden Horizont stand. Eine nachdenkliche Ergriffenheit war in der Frau; es schien ihr jetzt auch mehr als ein Zufall, daß sie gerade in dieser Gegend hatte länger verweilen wollen, als wäre eine uralte Heimaterinnerung in ihr wach geworden. Sie lächelte bei bem Gebauten, welch kluge Spässe ihr Mann an das Erlebnis knüpfen würbe, unb wußte boch, baß er, ber immer im lebenbigen Tag ftanb, bas Beste nie begreifen würbe, bie jähe Erschrockenheit, bie sie einen Augenblick empfunben hatte vor ber zeitlosen Verbunbenheit bes Bluts. Sochschulnachnchten. Professor Dr. Robert Schwarz, Ordinarius für Chemie und Vorsteher der anorganischen Abteilung am Chemischen Institut ber Universität Frankfurt a. M., ist an die Universität Königsberg berufen worden. Dr. Otto Schmidt, Privatdozent an der Universität Breslau, erhielt einen Lehrauftrag für gerichtliche Medizin in Frankfurt und übernimmt die Leitung des Institutes für gerichtliche Medizin als Nachfolger von Prof. R a e ft r u p- Der ordentliche Professor Philipp Broemser oon der Universität Heidelberg hat ben an ihsi ergangenen Ruf auf ben Lehrstuhl ber Physiologie an ber Universität München als Nachfolger von Geheimrat Otto Frank angenommen unb bereits feine Ernennung mit Wirkung vom 1. Mai erhalten. Der außerorbentliche Professor Dr. Ina. Karl Euler von ber Technischen Hochschule in Br es* l a u würbe zum Orbinarius in ber Fakultät für Maschinenwesen baselbst ernannt. Das Ordinariat für Rassenkunbe an Der Universität T ü b i n g e n würbe bem Tübinger Prioatdozen- ten Dr. Wilhelm (9 i e f e l e r übertragen. be« f! Er- Ferien. Nun fällt mir manches wieder ein!" Bernd Das Mädchen lachte. Der feit Tagen im Hirn r • it i....._____ __11 _ t. . t. aIm-amS a t mnr mio mortrtt» n In 1P H (‘ntP tnOlllP Nachdruck verboten! 17. Fortsetzung. [leitet w8 |teit btt der ge« 2,05 2,10 1,40 Mk. 1,45 „ 1,60 „ den oui- ^chnahm rgen not' n M itung ||f Sohl nie* tefoloiw Dank uni th »ü. pro Liter in ^/i-Liter-Fluschen in /^-Liter-Flaschen in /^-Liter-Flaschen Bei Abgabe an trägt der Preis: Schlagrahm 1,60 Mk. 1,65 „ 1,70 „ 1,80 „ 11*4 / satz „Das Hochmoor im _ o tätsgarteninspektor i. R. R e h n e l t, Gießen, in Nr. 21 der „Heimat im Bild" vom 24. d. M. wurde der Förster Troll er von Rudingshain als vor einer Reihe von Jahren verstorben bezeichnet. Wie uns von einem Enkel des Genannten, Herrn Lud- bohrende Schmerz war wie weggeblasen. Sie wollte gerade ein wenig heiter antworten, da wurde sie plötzlich kreidebleich. Ihr Kinn sank auf die Brust. Aus den schönen Augen leuchtete Angst — Ent» u oiiii W 5-fo N NU, >n FD, Zahlen fürs« Caßler erzählte von seiner Unterredung mit Rake- nius. .. seine Stimme vibrierte, als er mich fragte, ob ich Sie liebe. Und ich — ich habe bejaht — bejahen müssen, Ellen Ehlers! Verstehen Sie?! Nahm ich Ihnen damit etwas? Ihm etwa? Ach — es war ja damals und vielleicht auch noch heute so in mir, wie ich es" sagte." Fälschlich tot gesagt. In dem Aus» " ' ' Vogelsberg" von Universi- titb i'im' Ultii ik s ly« Koten n jut u. 3sgefanil er master fahr- lütwagen m # .williger 20 roup inb Geirrte non geführt lurben in »im Um- ■ die Si1 s W . ihr, I» >n W chied, & Zipp^ er M ierfin!{r-’ rrmM Holiz- iar in ,7 >in inner J eirn-^ le bei i n a": h, \ W' it, di^ -r ze>^ ieti Atglii, Jen uni len. Ar ereil, jer denn , in An. ge, bjtn. rrenRe. ti) 2r, enklch W 1 Plei> ge un! , >4 B»§ .en« Heu »5 Kaffee rahm 1,10 Mk. 1,15 „ 1,30 „ Und nun, Ellen? Vornan von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) fügte er hinzu: „Richt falsch verstehen! Mein Herz wird schweigen, aber nur dann, wenn es die Zweifel überwindet." „Welche Zweifel?" Ganz matt, ganz krank kam es aus Ellens Munde. „Seit Tagen sind Sie krank, Ellen Ehlers... Sie schleichen nur noch durch das Leben. Muttchen Zimmermann macht mich täglich darauf aufmerksam. Sagen Sie mir..." Er machte eine Pause und vollendete dann mit abgewandtem Gesicht: .Sagen Sie mir — es ist wegen dieses Mannes, ber — Sie neulich Abend am Kino erwartete? Das Mädchen war zusammengezuckt. Röte und Blässe wechselten in ihrem Gesicht. „Das ist Ihr Zweifel? Bernd Caßler! Ja!, Ellen! Ich kann nicht anders. Sehen Sie, ich" erhoffe ja nichts. Nur — ich will der einzige jein, der Ihnen helfen darf!" Ein hörbares Atmen. Ein leichtes Senken des schönen Kopses. Eine Welt häßlicher Erinnerung wurde in Ellen wach, die dann ernst und fest die Begegnung mit 5)olm und dessen Verhalten schilderte. Teilnahmsvoll und mit wachsender Erregung hatte Bernd Caßler zugehört. Als er bei der Schilderung des seltsamen Unglücksfalls ein überraschtes Gesicht machte, stockte ^hre tränengetrübte Stimme schwang noch ein Weilchen im leeren Raum, dann fragte sie nervös: Sie sind überrascht, Bernd Caßler? Tut Ihnen das weh? Ach, verstehen Sie doch nur. Ich weiß, daß es Sünde ist, wenn ich auch nur einen Augenblick lang an eine feste Bindung mit Doktor von Rakenius denken würde. Aber — ich bin ganz offen zu Ihnen — ganz offen — ich hebe ihn noch im$eernb Cahiers Lippen zitterten. Ein Schauer überrieselte seinen Körper. Es war das Blut, das graben seltsamen ihn noch?" kam es wie ein Echo ^Sekundenlang kämpsten 'N Caßler Achtung — und Liebe zu diesem schonen Mädchen. Es war kein Zweifel. Die Liebe siegte, doch der Verstand hielt das arme, sehnsüchtige Herz zuruck. ei* aehöre nicht zu den Männern, die als ein^n Beweis der Existenz der Liebe immer nur die körperliche Gemeinschaft anfuhren. &ebe — was wissen wir Menschen von dem wahren Wesen der Liebe? Rein! Wir wollen nicht untersuchen. Sie sagten einmal zu mir in einer meiner törichtsten Stunden: ,Die stärkste Liebe ist die, die verzichten Er würgte trocken, als wollte er hastig zwischen Kauen und Schlucken sprechen. Oie Rahmpreise im Verbandsgebiet des Mischversorgungsverbandes Rhein-Main. Von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau gehen uns die folgendes Aussührungs- und Ergänzungsbestimmungen zu der Anordnung betr. die Festsetzung von Rahmpreisen im Verbandsgebiet des Milchversorgungsverbandes Rhein- Main vom 24. Februar 1934 zu: Zu I Ziffer 1 bis 4. Die Abgabe in Mengen bis zu 1 Liter muß in Flaschen zu den festgesetzten Preisen erfolgen. Zn IZiffer 3 und 4: Bei Abgabe an Groß- Verbraucher beträgt der Preis für die nicht durch Vergeßlichkeit und Nachlässigkeit ent- t schuldigt werden. ! Pflicht eines jeden Betriebsführers ist es, unoer- i züglich seine Anmeldung im Reichsverband der Deut- i scheu Artistik, Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 15, < zu tätigen. Die Inhaber eines artistischen Betriebes nach § 33a wollen sich an die Bezirksstelle XI Main- s Pfalz unter Angabe, ob arisch oder nichtarisch mel- i den (Frankfurt a. M., Bleichstraße 57). 1 Zirkus Busch baut auf Höchst ungewohnter Anblick: Wer heute gegen 8.45 ■ Uhr die Neuen Bäue nach dem Theater zu hinauf ' -ging, konnte hinter einem eilfertig zum Ludwigs- platz ratternden Motorlastzug die in gemessenem 1 Tempo wuchtig dahinwandelnde Masse eines indischen ■ Elefanten auf der Straße auftauchen sehen. Die Buben, die in der Frühstückspause an den Fenstern des Gymnasiums standen, werden ihren Spaß gehabt haben. Die Sache ist die: heute morgen ist der Wanderzirkus I. Busch, von Marburg kom- , menb, auf dem hiesigen Güterbahnhof zu seinem . bereits angekündigten Gießener Gastspiel eingetroffen. Alsbald nach der Ankunft des großen und ■ vielgliedrigen Transportes begann die Ausladung und wenig später auch ein reger Pendelverkehr mit Autos und Traktoren zwischen dem Bahnhof und dem Trieb, wo heute abend die erste Vorstellung stattfindet. Der Elefant, den wir mit wedelndem Schwanz und klappenden Ohren, den eingeborenen Lenker auf dem Nacken, zum Ludwigsplatz marschieren sahen, war ein Arbeitselefant, der beim Ausbau des großen Zirkus ebenso mitzuwirken hat wie abends in der Vorstellung. Auf dem Trieb begann eine auf jahrelange prak- tische Erfahrung gegrünbete wohlorganisierte Arbeit, biß mit dem Aufbau des großen Vorführungszeltes ihren Anfang nahm. Heute mittag wird alles fertig dostehen, unb wenn das Wetter günftia ist, wird man auch einen festlichen Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt zu sehen bekommen mit Reitergruppen, Artisten im Kostüm, mit exotischen Tieren und farbigen Menschen — ein Schauspiel für groß und klein. Wenige Stunden noch — und das Spiel kann beginnen. Regelung der Polizeistun». für Eisdielen, Tnnkhatten und Getrankewagen Die Polizeidirektion Gießen teilt folgendes mit: Das Hessische Staatsministerium, Ministerialab- teilung la (Polizei) hat nach Anhörung der beteiligten Verbände auf Grund des § 14 des Gast- ftättengefetzes vom 28. April 1930 zufolge Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen folgendes bestimmt: Der Beginn der Polizeistunde wird für Speisewirtschaften, welche sich auf die Abgabe von Speiseeis einschließlich der dazu gehörenden Eiswaffeln unb Früchte zum sofortigen Genuß an Ort unb Stelle beschränken und auf die Abgabe anberer Waren ausnahmslos verzichten, auf 24 Uhr festgesetzt Für alle Betriebe, welche sich nicht aus bie Ab- । gäbe von Speiseeis nebst den dazu gehörenden Eiswaffeln und Früchten zum sofortigen Genuß an Ort unb Stelle beschränken, fällt ber Beginn ber Polizeistunde mit ber Zeit bes allgemeinen Ladenschlusses (19 Uhr) zusammen. Der Beginn der Polizeistunde für Trinkhallen und Getränkewagen wird für die Zeit vom 1. April bis zum 30. September auf 22 Uhr, im übrigen auf die Zeit des allgemeinen Ladenschlusses (19 Uhr) festgesetzt. . _ . n Wer als Inhaber einer Eisdiele, einer Trinkhalle oder eines Getränkewagens oder als Vertreter des . Inhabers duldet, daß ein Gast über die gemäß 88 1 und 2 festgesetzte Polizeistunde in dem Betrieb ' verweilt, wird gemäß § 29 Ziffer 7 des Gaststätten- [ gesetzes vom 28. April 1930 (RGBl. I S. 146) mit : Haft und mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder einer dieser Strafen bestraft. Die gleiche Strafe , hat gemäß § 29 Ziffer 6 a. a. O. zu erwarten, wer Das Mädchen wurde nachdenklich. „Ich ahne, warum! Weil mir heute morgen Di- rettor Donnert meine Aushilfsstellung fristlos , kündigte." _ £ Der Mann fuhr erschrocken auf. „Ellen! Das nehmen Sie an?! Glauben Sie, daß ich Donnerte vermeintliche Grunde als bare Münze nehme? Meinen Sie, ich zweifle an Ähren Angaben, daß Donnert Sie mehr als einmal be- heiligte? Nein, nein! Es ist etwas anderes. Ich Möchte gern schweigen darüber!" Caßlers kluge Augen hatten jetzt einen beinah wilden Ausdruck, vor dem das Mädchen zuruckwich. Warum überfiel sie Bernd Caßler gerade mit feinen Zweifeln? Warum diese versteckten Andeutungen?^^ sollte doch den Mut finden zu einem offenen Wort... , Sie dürfen nicht schweigen, bitte nicht. Steht denn nur alles gegen mich, alles? Auch Sie, Bernd Caßler? Sprechen Sie doch schon! Was Hobe ich ^Ein MsÄ"°ü- leidumflorten Augen. °u- den unergründlichen Tiefe der reinen MÄch-nf-e^ „Ellen Ehlers!" Der M°nn war tl-stnner.ck> er- fthrotfen Warum sprachen Sie nie so zu mir. Erst jetzt?" Die Worte hasteten aus Caßler heraus. Erst jetzt?!" Gequält wiederholte Ellen die letzten Worte. -Warum saaen Sie das? Danut begrenzen Sie einen Zustand. Welchen Den des Vertrauens, des gegenseitigen -oer LTMS-SD-LL Der Beauftragte des Reichskommissars für die Milchwirtschaft für ben Milchversorgungsver- banb Rhein-Main. gez. Birkenholz. Erhöhung des Echnialzzusatzes für Margarine. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat im Interesse einer vermehrten Versorgung des Inlandes mit Fetten aus heimischer Erzeugung und zur Belebung des Schweineabsatzes den Hundertsatz für neutrales Schweineschmalz, das Margarine und Kunstspeisefett beizumifchen ist, für die Monate Juni und Juli von 12V2 auf 15 Prozent erhöht. Gietzener Wochenmarktpreise. Gießen, 29. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter das Pfund 140, Landbutter 130 bis 135, Matte 20 bis 25, Käse das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10S, Klasse A 10, Klasse B 9/2, Klasse C 9, Klasse D 8, gelbe Rüben das Bund 20, Spinat das Pfund 10 bis 12, Römischkohl 12, Bohnen, grün, 30 bis 35. Spargel 35 bis 40, Erbsen 25, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 3% (Zentner 320 bis 330), Aepfel 20 bis 30, Kirschen 30, Erdbeeren 60 bis 70, Tauben das Stück 50, Blumenkohl das Stück 50 bis 55, Salat 3 Stück 20, Ober-Kohlrabie 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen das Bund 8 bis 10, Wirsing Pfd. 15 Pf. An dieZnhaber der Varietes, Theater, Kabaretts, Singspielhallen, Zirkusse. Der Reichsverband der Deutschen A r - t i st i k e. V. gibt folgenden dringenden Appell bekannt: Eine Reihe von Betviebsführern der nach § 33a konzeffionspflichtigen Varietes, Kabaretts, Singspielhallen und Zirkusse haben bis heute ihre Anmeldung hn Reichsverband der Deutschen Artistik unterlassen. Die Bezirksleitung des Verwaltungsbezirks XI Main-Pfalz macht darauf aufmerksam, daß die Nichtanmeldung eines artistischen Betriebes nach §33a für den Betriebsführer Folgen noch sich ziehen kann, wig Repp in Halberstadt, mitgeteilt wird, beruht diese Angabe auf einem Irrtum des Verfassers, und wir freuen uns, berichtigend mitteilen zu können, daß Herr Förster T r ö l l e r als fast ^jähriger in körperlicher und geistiger Frische sich seines Daseins erfreut. Er wohnt, wie man uns mitteilt, feit feinem Eintritt in den Ruhestand in Lauter (Kreis Gießen), und wenn es wahr ist, daß fälschlich Totgesagte ein besonders hohes Lebensalter erreichen, dann dürfen mir heute Herrn Förster Tröl- I e r, der übrigens glücklicher Urgroßvater ist, noch viele Jahre eines gesegneten Lebensabends wünschen. ** Regimentstreffen der 13er H u - saren in Frankfurt a. M. Am 9. und 10. Juni 1934 findet eine Gedenkfeier aus Anlaß der 120. Wiederkehr des Tages der Gründung des ehemaligen Husarenregiments, König von Italien (I. Kurheff. Nr. 13) in Frankfurt statt. Die Festfolge sieht am Samstagnachmi ttag einen Kameradschaftsabend, am Sonntagvormittaa eine Gefallenen « Gedächtnisfeier am Ehrenmal auf dem Königsplatz und anschließend eine Paradeaufstellung und einen Vorbeimarsch vor. Der Nachmittag wird einem Sommerfest gewidmet fein. ** Straßensperre. Wegen Ausführung von Brückenumbauarbeiten wird Die Provinzialstraße Muschenheim — Treis-Münzenberg vom 4. Juni 1934 ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hof-Güll und Eberstadt. Ellens Gesicht war hellste Erregung und Spannung, verschloß sich aber gleich wieder in leichter Traurigkeit. „Und trotzdem nahm er Ihren Reklameentwurf? „Jetzt werden Sie stolz und eitel, Ellen Ehlers. Das kannte ich an Ihnen noch nicht. Sie lachen — Nun, es ist so! Doch wir wollen nicht hadern, daß er den Entwurf nahm. Ich habe Vorteil aus Ihrer Schönheit und — wie ich erst jetzt erkenne — auch aus Ihrer Bekanntschaft mit Doktor von Rakenius gezogen..." lieber alle Schwere dieser Stunde hinweg lächelten sie beide. „Und Sie werden wieder Vorteile daraus ziehen, Bernd Caßler, denn er hat Ihnen ja schon wieder einen Auftrag in Aussicht gestellt." „Vorteile in erster Linie für Sie, Ellen. Für Sie... Sie gehen zugrunde, wenn das so weiter geht. Aber nun ist doch alles viel leichter für mich. Erst jetzt kann ich ja alles verstehen. Rakenius? Ja! Rakenius ist doch ein Mensch. Er hat so wunderbar gütige Augen. Aber — erschrocken war ich, als ich den Wüstlina sah, den Sie Holm nennen. Ich sah ihn überdies neulich am Abend wieder in nächster Nähe des Lichtspielhauses, und zwar in Begleitung eines fremd aussehenden Mannes. Ich weiß nicht — unheimliche Menschen!" Ellen dachte an den dunkelhaarigen Begleiter Holms vor einiger Zeit. Es würde derselbe gewesen jein. In einer merkwürdigen Gedankenverbindung aber erkannte sie auch gleichzeitig das Bild von Frau von Rakenius wieder. „Sie haben vielleicht auch an dem Abend die Dame gesehen, die in das weinrote Kabriolett stieg, Bernd Caßler? Es war — seine Frau!" „Doktor von Rakenius' Frau?" Mit einer für Ellen unverständlichen Wichtigkeit wiederholte Bernd Caßler. „Das überrascht Sie?" „3a! Darin sehe ich jetzt klar. Die Frau hat Ihnen absichtlich den Auftrag gegeben, Ihnen das Trinkgeld absichtlich angeboten. Frauen sind berechnend. Ich kenne sie." „Das belustigt mich, daß Sie Frauen kennen wollen!" Ellen lächelte. „Belustigen... Hoffentlich wird es nicht bitter ernst. Gewiß, jeder Mann prahlt damit. Doch nicht im Umgang mit Frauen lost sich einem das Problem Frau. Mehr vielleicht aus der distanzierten Beobachtung." .. .. 1,40 „ Kleinverbraucher Ein Jahr Zuchthaus für einen schweren Einbrecher. LPD. D a r m ft a b t, 28. Mai. Von dem Bezirks- schöffengericht wurde der oftmals vorbestrafte Karl Bormuth aus Bürstein wegen schweren Dieb- stahls im Rückfall, er war am 1. März in der Bensheimer Holzwarenfabrik und am 3. März in dem Verwaltungsgebäude des Bensheimer Gas- und Elektrizitätswerkes eingebrochen, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Wegen Hehlerei erhielt ein Ehepaar, bei dem Bormuth gewohnt und dem er einige der gestohlenen Gegenstände geschenkt hatte, 2 Monate bzw. 2 Wochen Gefängnis. als Gast in einem der in §§ 1 und 2 genannten Betriebe über die festgesetzte Polizeistunde hinaus verweilt, obwohl der Inhaber ober dessen Vertreter oder ein Polizeibeamter ihn aufgefordert hat, weg- zugehen. Die Verordnung über bie Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen vom 31. Mai 1933 (Reg.-Bl. S. 143) und die Bekanntmachung, die Aenderung der Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen vom 31. Mai 1933 betretend, vom 19. Juli 1933 (Reg.Bl. S. 174) werden aufgehoben. Die Beamten sind angewiesen, auf die genaueste Einhaltung dieser Verordnung zu achten und gegen Zuwiderhandelnde unnachsichtlich mit Strafanzeige vorzugehen. Die vorstehende Verordnung ist bereits seit 23. dieses Monats in Kraft. ^iimou^en. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis nach 22.30 Uhr, „Langemarck". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „So ein Flegel". — Zirkus Busch, 20.15 Uhr, Volkshallenplatz, Eröffnungs-Vorstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend als 32. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung des Schauspiels: „ßangemard, der Opfergang der deutschen Jugend", Schauspiel in sechs Bildern van Kahn und Mvnato; Spielleitung: Karl Löser. — Das 2. Konzert unserer Reichswehrkapelle in der Reihe der Militärkonzerte auf der Bergschenke findet am morgigen Mittwoch, 30. Mai, statt. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Marineverein e. D. Gießen veranstaltet am kommenden Donnerstag, 31. Mai, 20 Uhr, im Cafe Leib, eine Skagerrak-Gedenkfeier. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Reichsgemeinschaft deutscher Hausfrau en, Ortsgruppe Gießen (Hausfrauenberatung) veranstaltet am morgigen Mittwoch einen Vortragsabend, in dem Frau Luise C r e u tz (Wiesbaden) über „Die hauswirtschaftliche Lehre" und „Das Anlernjahr für junge Mädchen" sprechen wird. (Siehe heuttge Anzeige.) *♦ Verkehrsunfall. Am vergangenen Sonntag stürzte der 25jährige Student Erwin K ö b e I von Gießen an der Unterführung der Frankfurter Straße bei Klein-Linden fo unglücklich, daß er einen Oberfchenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte. ** Eisenbahn-Brückenbau an ber Ma i n - W -es e r - Ba h n. Die Eisenbahnbrücke, bie bie Main-Weser-Bahn, kurz vor bem Durchgang nach Klein-Linden, in spitzem Winkel über die Strecke Gießen—Wetzlar führt, soll demnächst ausgewechselt und durch eine neue viel stärkere ersetzt werden. Schon viele Wochen lang sind die Brückenbauer an der Arbeit. Die neue Brücke wird setzen... Schon glaubte Bernd Caßler an einen Schwächeanfall infolge der überanstrengten Nerven. Er wollte aufstehen, griff nach dem Wasserglas neben ber silbernen Kanne. Da hörte er hinter sich das leise Schließen der Tür. Ein männlicher Schritt klang auf dem Linoleum, und als sich Bernd Caßler blitzschnell nach der Richtung umdrehte, gewahrte er den fremdländisch aussehenden — Olaf Olsen. Der Eintretende schien sie nicht gesehen zu haben. Kannte ja auch Bernd Caßler nicht. Ellen Ehlers hatte er nur im Dunkeln gesehen. Die Riesenreklame an den Litfaßsäulen konnte ihn das Original auch hier nicht vermuten lassen. Doktor Olsen schritt abwägend durch die Tischrechen, wählte dann einen Platz, der ihn der Sicht des einsamen Paares entzog und durch eine Art spanische Wand gegen den Luftzug von der Tür her geschützt war. Das hatte ihn freilich in bie Nähe ber rechts vom Eingang Sitzenben gebracht. Doch er schien keine Geheimnisse zu haben. Ellen Ehlers unb Bernb Caßler wagten anfangs kaum zu sprechen. Erst als Bernb in bes Mäbchens Augen Unruhe las, als wollte sie zum üoraeitigen Aufbruch brängen, beruhigte er mit lauten, gleichgültigen Worten, bie aUerbings jäh erstorben, als gleich hinter jenem unheimlichen Fremden bie elegante rassige Gestalt Evelyn von Rakenius' burch die Tür schritt. Ellen senkte den Kopf. Ihr Herz schlug hörbar laut. Jetzt erkannte sie: die Begegnung der beiden Menschen hier konnte keine zufällige sein, wenn sie sich auch noch so kühl begrüßten. Sie schämte sich für diese Frau, die ihren Mann so hinterging. Einen Mann — wie Rainer von Rakenius. Alle Bewunderung, die in ihr noch für diese jchöne elegante Frau gewesen war, wich einer grenzenlosen Enttäuschung und einem dumpfen ehrlichen Mitgefühl für Rakenius. Bernd Caßler hatte schon lange erfaßt, was hier vor sich ging. Seine Blicke wurden deutlich. Doch seine Worte gleichgültig. „Dann werben wir heute Abend eben nicht ins Theater gehen!" sagte er halblaut mit verschmitztem Lächeln unb rebete bann von feinen Arbeiten, von ben Lebensmittelpreisen, von möblierten Zimmern. Unb alles mit einer lauten Deutlichkeit, bie Ellen verblüffte. Weiß Gott, bieser kleine, blasse Mensch war boch an Lebensklugheit manch anberem Manns in bebeutenber Position überlegen. Caßler hatte richtig kalkuliert. Drüben erhob sich ein halblautes Gespräch. (Fortsetzung folgt) neben ber alten fertig montiert unb soll nach ihrer Fertigstellung als ganzes Stück eingesetzt werden. Gewaltige Hebekraftwerke find errichtet worden, mit Hilfe deren man die alte Brücke, die für ben Personenverkehr mit ben neuen schweren Lokomotiven zu schwach sein soll, hochheben will. Sie soll mit Hilfe von Kranen auf große Güterwagen gehoben unb dann abgefahren werden. Ohne daß ber Personenverkehr eine Stockung erleidet, soll bann bie neue Brücke eingesetzt werden. ** Jahresausflug des Eisenbahn- Vereins. Der Eisenbahnverein Gießen, dem die Eisenbahner aller Beschäftigungsgrade aus Gießen unb ber Umgegend angeschlossen sind, unternahm am Sonntag feinen üblichen Jahresausflug, ber die Teilnehmer diesmal nach dem schönen Mainz führte. Um 8 Uhr verließ der Sonderzug, dessen Lokomotive reichen Schmuck trug, unsere Stadt, um gegen 10 Uhr in Mainz einzutreffen. Unter ben Klängen der Musik wurde in die Stadt eingezogen, bann aber zerstreuten sich die Teilnehmer, um den Tag nach ihrem Belieben zu verbringen. Man be- sichtigte die Sehenswürdigkeiten ber Stadt, den altehrwürdigen Dom, bie herrlichen Rheinanlagen, biß freien Plätze mit ihren Denkmälern, die Zeugen einer großen Vergangenheit. Diele Reiseteilnehmer juhren den Rhein hinunter nach Bingen, Rübesheim ober Aßmannshausen, um deutsches Land kennen und lieben zu lernen. Gegen Abend traf mae sich wieder bei froher Musik ber fleißigen, nimm ernt üben Musikkapelle, die zum Konzert und TanH auffpielte. Kurz nach 20 Uhr wurde von Mainz Abschied genommen, und gegen 22 Uhr kamen die Reiseteilnehmer des Labes voll über die schönen Eindrücke mit bem Svnderzog in unserer Stadt an. Am kommenden Sonntag wird die Fahrt für bie übrigen Dereinsmitglieder, die diesmal nicht alle hatten fahren können, wiederholt. ** 21 u f der Reife zum Bodensee. Am vergangenen Samstag und am Sonntag passierten je ein Gesellschasts-Urlauber-Sonderzug „Kraft durch Freude" den hiesigen Bahnhof. Beide Züge waren mit nahezu 1000 Urlaubern besetzt. Der Samstagszug verkehrte von Frankfurt a. M. über Kassel— Kreiensen nach Berlin, Potsdamer Bahnhof, und der Sonntagszug von Kassel Hbf. über Frankfurt am Mgin—Darmstadt—Bensheim nach Lindau Stadt. Dem Urlaubersonderzug nach Lindau ging auch in Gießen eine beträchtliche Zahl Erholungssuchende zu. Die Teilnehmer ließen sichtlich erkennen, wie sehr sie sich über bie ihnen gebotene Erholungsreise freuten. Schlagrahm Kaffeerahm 2,— Mk. pro Liter tn */i-Liter-Flaschen in ^-Liter-Flaschen in /.-Liker-Flaschen 2,20 „ 1,70 ” Z u I: Die Strafvorschrift erhält auf Grund bes § 23 ber Verordnung des Reichsministers für _ nährung und Landwirtschaft über ben Zusammenschluß der Deutschen Milchwirtschaft vom 27. März 1934 folgende Fassung: Mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark ober mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer vorsätzlich dieser Anordnung zuwiderhandelt. Wer die Tat fahrlässig begeht, wird mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Diese Anordnung tritt mit Wirkung vorn 1. Juni 1934 in Kraft. Das Internationale Autorennen in Vertin. V V X ; £ MIOBW Das Internationale Autorennen auf der Avus in Berlin brachte die besten Fahrer des Jn- und Auslandes an den Start. Leider blieb den aussichtsreichsten deutschen Teilnehmern der Sieg versagt. Unser Bild zeigt die Wagen im Neunen auf der Geraden. Oben links: Der Franzose Pierre D e y r o n, Sieger in der kleinen Klasse. Unten: Sein Landsmann Guy Moll, Sieger im Rennen der großen Wagen. Oberheffen. Kreisfeuerwehrtag der freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schotten in Rainrod. * Rainrod, 28. Mai. Gestern fand in Rainrod der ordentliche Kreisfeuerwehrtag des Kreises Schotten statt. Der gastliche Ort war festlich geschmückt. Im Gasthaus „Steinernes Haus" wurde zunächst um 10 Uhr die Abgeordnetenversammlung abgehalten. Oberbrandmeister Stang, der Vorsitzende des Kreisverbandes, begrüßte die Ehrengäste, Kreisdirektor Zürtz, Assessor Denzer vom Kreisamt Schotten, Kreisleiter K r o m m, Kreisfeuerwehrinspektor E b e r h e i m, sowie die zahlreichen Bürgermeister, Kommandanten und Vertreter der Wehren des Kreises. Der verstorbenen Kameraden wurde ehrenvoll gedacht. Die Protokolle der früheren Tagungen und Verhandlungen wurden verlesen. Der stellvertretende Rechner verlas die Rechnung. Sodann wurden die Jahresberichte erstattet. Im Jahre 1933 waren sechs Brände ausgebrochen, bei denen die Wehren eingriffen. In fast allen Gemeinden sind freiwillige Wehren gegründet worden. Besonderer Dank gebührt hier Regierungsrat Schwan, der sehr viele Wehren ins Leben gerufen hat. Durch das tätige rasche Eingreifen der Wehren, die die ausgebrochenen Brände auf ihren Herd beschränkten und dadurch viel Schaden verhüteten, war es möglich, die Brandoersicherungsbeiträge zu senken, lieber den Reichsfeuerwehrtag in Karlsruhe und den hessischen Feuerwehrtag in Schotten 1933 wurde berichtet. Eine besondere Feuerwehrfachschule ist in Friedberg für Hessen eingerichtet worden, an der viele Feuerwehrleute ausgebildet wurden. Der Einheitsfeuerwehrmann ist heute das Ziel der Ausbildung, d. h. jeder Feuerwehrmann muß an jedem Gerät ausgebildet fein. Assessor Denzer sprach über die Bedeutung des Luftschutzes. Nähere Ausführungen machte hierüber auch noch Kreisdirektor Zürtz, auf die Wichtigkeit und Ausbildung der Wehren hinweisend. Kreisleiter K r o m m sprach über den nationalsozialistischen Geist im neuen Reich, der auch die ganze Feuerwehr erfassen müsse. Nach Schluß der Versammlung wurde von der freiwilligen Feuerwehr Rainrod unter Unterstützung der Motorspritzenabteilung der Wehr von Schotten ein flott durchgeführter Brandangriff gezeigt, der die Wehr auf der Höhe fand. Oberbrandmeister Stang- Schotten hielt die Kritik. Mittags stellte sich ein großer Festzug unter Mitwirkung mehrerer Musikkapellen zum Umzug auf. Auf dem großen Festplatz begrüßte Bürgermeister D e ch e r t namens der Gemeinde alle Gäste. Kreisdirektor Zürtz hielt eine zündende Ansprache. Ein Volksfest schloß sich an. t'nitörrcte (Rieften '<£ Großen-Linden, 27. Mai. Seit einigen Wochen ist an unserer Polksschule wieder eine Schul sparkaffe eingerichtet worden, und zwar ging die Anregung dazu erfreulicherweise von Elternkreisen aus. lieber ein Jahr ruhte die Spartätigkeit der Schüler wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage, während sie früher sehr rege war. Es werden aber jetzt wieder wöchentlich zwischen vierzig und fünfzig Mark in den sieben Klassen unserer Schule gesammelt und an die hiesige Spar- und Darlehenskasse abgeführt. Die Leitung der Schulsparkasse hat Lehrer Arnold übernommen. Benutzt wird das Sparmarkenklebsystem von Reinirkens. — Für den verstorbenen Lehrer Zimmer wurde Schulverwalter Habermehl aus Lardenbach hierher versetzt. wg. Gr oß en-Buseck, 27. Mai. Aus Anlaß des SA.-Spendetages in Großen-Bufeck gab der Spielmannszug und die SA.-Kapelle des aktiven Sturmes 48/116 am Samstagabend ein Platzkonzert. Anschließend fand die Sammlung statt, die von den Führern des aktiven Sturmes und der Reserve durchgeführt wurde. — Die anhaltende Trockenheit wirkt sich in unserer Gemarkung immer ungünstiger aus. Die aufgelaufenen Bohnen und Gurken sowie alle anderen Gartenpflanzen welken. Auch der Klee- und der Graswuchs ist in den letzten Tagen stark zurückgegangen. Hauptsächlich die trockenen Feldwiesen bringen kaum die Hälfte ihres sonstigen Ertrages ein. Die Dickwurzpflanzen können wegen der Trockenheit nicht gesetzt werden. Die jungen Früchte der Obstbäume fallen ab. Der Roggen steht gut. Gerste, Hafer und Weizen brauchen aber baldigen Regen. — Der hiesige Fuhrmann Karl Gans erlitt am Samstag beim Holzfahren eine Beinquetschung. * Grüningen, 29. Mai. Der 16 Jahre alte Metzgerlehrling Gerhard Bender erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Oberarmbruch. Der junge Mann mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. + Grün berg, 28. Mai. Der Grünberger Pferde - Dersicherungs - Verein hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Adolf Repp Witwe unter dem Vorsitz seines Direktors, Karl S ch äf e r I. (Grünberg), feine 57. ordentliche Mitgliederversammlung ab. Nach dem Geschäftsbericht beträgt die Mitgliederzahl 578 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahre kaum verändert. Versichert waren im ersten Halbjahr 840 Pferde mit einer Versicherungssumme von 501875 Mark, im zweiten Halbjahr 825 Pferde mit 493 550 Mark. Entschädigt wurden 51 Pferde mit 14 175,20 Mark, gegenüber 60 Pferde mit 20 484,05 Mark im Vorjahre. Der Abschluß der Jahresrechnung ergab bei einer Einnahme von 23 823,65 Mk. und einer Ausgabe von 18 399,65 Mk. einen Ueberschuß von 5424 Mk., der dem Reservefonds zugeführt wurde. Das Gesamtvermögen beträgt 14 469,25 Mk., wovon 12 865 Mark auf den Reservefonds entfallen. Auf Grund des günstigen Verlaufs des Geschäftsjahres konnte im ersten Halbjahr 1934 der Prämiensatz um 0,50 v. H. ermäßigt werden. Dem Rechner Wilhelm Heinzmann wurde Entlastung erteilt. Die Wähl der Schiedsrichter fiel auf die gleichen des Vorjahres: Georg Serth II. (Ettingshausen), Theodor Schlag (Hausen), Heinrich Haas I. (Burkhardsfelden) und Friedrich Berg (Nieder-Ohmen). Aus der gut besuchten Versammlung heraus wurden unter Beifall aller Anwesenden Worte der Anerkennung und Zufriedenheit dem derzeitigen Vorstände gezollt. Der Vorsitzende schloß die Versammlung-mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer. + Grünberg, 28. Mai. In der jüngsten Hauptversammlung des Kriegervereins konnten mehrere Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Durch den Führer des Bezirks, Lehrer Roth (Grünberg), wurde an folgende Kameraden die Hassia-Ehrenmünze überreicht: Konrad Trinka us, Rektor i. R. Bender, Georg Hamel, Wilhelm S ch o m b e r und Georg Schutz. An der Jubiläumsfeier der Haffia in Darmstadt wird sich der Verein mit über zwanzig Mitgliedern und einer Fahnenabordnung beteiligen. Kreis Friedberg. * Gambach, 28. Mai. Der Gesangverein „Harmonie" begeht am kommenden Sonntag die Feier seines 75jährigen Bestehens. Der Gründer des Vereins war Lehrer Tobias Repp. In ganz besonderer Weise gedenkt in diesen Tagen der Verein sowie die ältere Generation unseres Dorfes des um den Verein hochverdienten Mannes. Repp war der Vorsitzende des Vereins und gleichzeitig fein langjähriger Dirigent. Er hatte den Verein schon zu seiner Zeit auf eine beachtenswerte Höhe gebracht. Während des ganzen Zeitraums feines Bestehens wirkte der Verein bei allen kulturellen und vaterländischen Veranstaltungen mit. Zu dem Fest haben fast alle Vereine des Sängerkreises Wetterau ihre Beteiligung zugesagt. Kreis Lauterbach * Grebenhain, 29. Mai. Gestern abend ereignete sich in unserem Orte ein schwerer U n - f a l l. Dre 29jährige Maurer Heinrich Beyer erlitt beim Holzspalten eine so schwere Verletzung der linken Hand, daß seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik unmittelbar nach dem Unfall veranlaßt werden mußte. Kreis Alsfeld. L. Alsfeld, 28. Mai. Im benachbarten Reibertenrod ereignete sich heute folgender Un- gl ü cf 5 f a II. Die nahezu 60 Jahre alte Frau E r - m e I, die in einer Scheune tätig war, stürzte von Schuh der Türkenbund-Lilie? J Im Nachtrag zu dem am Samstag unter dem Titel „Hände weg von der Türkenbund-Lilie!" veröffentlichten Artikel, zeigen wir heute ein Bild der Pflanze, die dem besonderen Schutz des Publikums empfohlen ist. einem Gerüstbalken ab und fiel mehrere Meter in die Tiefe. Mit Arm - und Beinbrüchen wurde sie ins Alsfelder Krankenhaus eingeliefert. — Heute nachmittag trug sich an der Bahn beim Verladen von Eisenträgern ein Unfall zu. Ein etwa zwölf Zentner schwerer T-Träger fiel vom Rollwagen: der Arbeiter Köhler von hier wurde zu Boden geschleudert und am Oberschenkel erheblich verletzt. Der bedauernswerte Mann wurde in das Krankenhaus gebracht. # Ermenrod, 28. Mai. Ein Stück Arbeit nicht alltäglichen Ausmaßes stellt das Notstandsprojekt an der Staatsstraße von Schellnhausen nach Romrod dar. In zwei Schichten — die eine beginnt um 4 und endet um 13 Uhr, die zweite beginnt anschließend und endet um 20 Uhr — arbeiten hier über 200 Mann aus allen umliegenden Orten. Den wesentlichen Teil der Ar- beit stellt das Drücken des allen Autofahrern bekannten steilen „Göringer Berges" dar, an dem sich schon mancher Unfall ereignete, wenn im Winter Schnee und Eis die Fahrbahn bedeuten. An der höchsten Stelle wird der Berg in einer Höhe von über 6 Metern abgetragen. Das Material muß zu einem großen Teil durch Sprengungen losgelöst werden und wird dann im Tal aufgefüllt, wodurch ein deutlich sichtbarer Ausgleich des Höhenunterfchie- d e s geschaffen wird. Nach Fertigstellung des Untergrundes wird die neue Straße in ihrer gesamten Länge mit Pflaster versehen, und dürfte dann den Anforderunaen des hier herrschenden starken Verkehrs gewachsen fein. LMe entsteht Arterienverkalkung? höheren Lebensalter nimmt die Elastizität der Blutgefäße ab. Sie erschlaffen, entarten fettig und werden weniger widerstandsfähig. Die Natur sucht sich durch Ablagerung von Kalksalzen in den Wanden der Blutgefäße zu Helsen, sie zementiert sie sozusagen aus. Dadurch werden sie zwar verstärkt, aber sie werden auch spröde und können starkem Blutandrang, wie er durch Neberanstrengung und Aufregung entsteht, nicht mehr so leicht nachgeben. Im engsten Zusammenhang mit der Arterienverkalkung siebt der verminderte Stoffwechsel, das gestörte Nervensustem und das geschwächte Herz. Alle möglichen Begleiterscheinungen stellen sich ein: Schlaflosigkeit, Gemütsversünnuungen, Hämorrhoiden, schnelles Ermüden, leichtes Schivindelgefühl, besonders beim Bücken, Beklemmungsgefühle, sowie allgemeines Nachlassen der Spannkräfte und .Energie des Körpers. Die Arterienverkalkung zieht also den ganzen Körper in Mitleidenschaft. Mit Abführmitteln,, Salzen usw. können Sie daher wenig ausrichten. Sie müssen vielmehr dem erkrankten und geschwächten Organismus von den verschiedensten Stellen aus zu Hilfe kommen. Ein bewährtes und viel empfohlenes Mittel ist Indrovisal, das sehr günstig in den medizinischen Fachzeitungen besprochen wird. Es ist ein Kombinationsvrävarnt aus verschiedenen wertvollen Heilstoffen zusammengesetzt, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Indrovisal gibt den Drtisen und Organen neuen, starken Anreiz, kräftigt Herz und Nerven, schafft gründlichen Stoffwechsel, scheidet alle Schlacken, Kalk und Harnsäure aus und setzt den zu hohen Blutdruck herab. 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Der Provinzwalter für Oberhessen im Gau XII des DSB., Wendler (Bad- Nauheim) während seiner Ansprache. Im Bilde rechts der Beigeordnete der Stadt Gießen, Pg. Bartholomäus; links neben dem Redner der Führer des Sängerkreises Gießen, Pg. Koch. 4 X 100 - Meter - Staffel 1. Turnerschaft Gießen 51,6 Sek.; 53,6 Sek. 4X100-Meter-Staffel gesetzt werden. 10X50-Meter-Staffel (Frauen): 1. 1900 Gießen 71,4 Sek.; 2. Turnerschaft Gießen 71,8 Sek. Kugel st oßen: 1. Gugel 1900 Gießen (Unter- feldw. 1/15) 14,91 Meter; 2. Luh VfB.-Reichsbahn 14,78 Meter; 3. Kilo 1900 Gießen 12,92 Meter. Ganz großartige Leistungen der beiden ersten. Bei günstigem Wetter erreichen die beiden Gießener ihre persönlichen Bestleistungen, die ihnen sogar Eingang in die deutsche Bestenliste verschaffen. Diskuswerfen: 1. Kilo 1900 Gießen 40,61 Meter; 2. Luh BfB.-Reichsbahn 38,42 Meter; 3. Gugel 1900 Gießen (Unterfeldw. 1/15) 38,12 Die Kundgebung des Sän- gerkreises Gießen im DSB. auf dem Landgraf-Philipp. Platz. Am Sonntagnachmittag fand vor Dirigenten und Vorsitzenden im Caf6 Ebel eine Kritik des Wertungssingens statt. Der Referent Otto Rott- f i e p e r - Frankfurt a. M. leitete die Kritik mit einem sehr interessanten Vortrag ein. Die Ausführungen des Redners geben wir deshalb wieder, weil sie uns von grundsätzlicher Bedeutung erscheinen und für die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit Bedeutung haben dürsten. Aufgabe des Chormeisters sei es, so führte er u. a. aus, vor allem, die Freude am sängerischen Erleben, das sich zusammensetze aus dem Erleben der Stimme, der Sprache und des Liedgutes, wachzuhalten Fehler festzustellen sei leicht, doch sei dem Sänger damit nicht geholfen. Es komme bei dem Singen mehr auf das „Was"? an als auf das „wie"? 3m Liedgut zeige sich die Gesinnung eines Chores. Der Chormeister mache in dieser Beziehung keinerlei Konzessionen. Der Redner charakterisierte dann die beiden Richtungen, die bezüglich der Auswahl der Oben: Turnerinnen und Turner während der Freiübungen. Mitte links: Die Riesenwelle am Reck. Mitte rechts: Kühner Abschluß einer Hebung am Reck. Links unten: Die Kleinsten am Reck; der Turner Karl Reuter bemüht sich um die Ertüchtigung des Nachwuchses. > 3m allgemeinen aber darf gesagt werden, daß fast nur Gutes, jum Teil sogar hervorragendes zu Gehör gebracht worden ist. Der 2. Kreisleiter I. Eberle dankte dem Kri- riker und forderte die Dirigenten zu fleißiger Wei- terarbeit auf. Der „Deutsche Sängergruß" beschließt die Sitzung. Sitzung der Bereinösührer und Dirigenten. Um 17 Uhr schloß sich noch eine Sitzung der Vorsitzenden und Dirigenten sämtlicher Vereine des Kreises im „Hause der Deutschen Arbeit" an. Kreis- walter E. K o ch berichtet über den erhebenden Verlauf der Saarkundgebung in der Volkshalle am Pfingstsamstag Er macht dann weiter noch eine Reihe Mitteilungen, die das Wertungssingen und seine Ausgestaltung in Zukunft, den Beitrag Sänger und SA.» Dienst und anderes betreffen. Die Gerüchte, das Wiedererstehen der Arbeitergesangvereine betreffend, Gchlageter-Gedächtm'ei-Gtaffeltag Hervorragende Leistungen in den Rahmen-Wettbewerben der Gießener Trainingsgemeinschast. 1. 1900 Gießen 1. M. 56,4 Sek.; 58,6 Sek.; 3. Turnerschaft Gießen 56,3 Sek. Die Turnerinnen verloren kurz vor dem Ziel den Stab, so daß die Schlußläuferin ohne Stab durchs Ziel ging. Leider mußten sie deshalb an die letzte Stelle bahn, 10.68 Meter. Diskuswerfen: 1. Jakob, VfB -Reichsbahn, ' 31.55 Meter; 2. Leutheufer, VfB -Reichsbahn, 29.69 Meter; 3 Miebach, Pioniersturm 23/116, 29.38 Meter. Weitsprung: 1. Strack, Turnerschaft Gießen, 6.01 Meter; 2. Schwan, Turnerschaft Gießen, 5.92 Meter; 3. Klein, Turnerschaft Gießen 5.58 Metern Gerhardts 2. Sieg im Nationalen Brockenlauf. Zweikampf mit Kohn (Berlin). 1 Der traditionelle Brockenlauf gewann bei seiner 8. Austragung am Sonntag durch die Teilnahm- des letzten Quer-durch-Berlin-Siegers, Otto Kohy (Berlin), erhöhte Bedeutung, Das über 20 Kilo- Meter. Auch diese Leistungen können sich sehen lassen. ^Tag der Mittelstreckler und Werfer.'' Der „Tag der Mittelstreckler und Werfer" auf dem Waldsportplatz des VsB.-Reichsbahn wickelte sich bei günstigem Wetter für alle Beteiligten zur vollsten Zufriedenheit ab. Lediglich etwas mehr Beteiligung der Unbekannten hätte man erwarten dürfen. Es gab fast überall schöne Kämpfe. Di- teilweise erzielten Resultate sind als sehr gut zu bezeichnen. Nachstehend die genauen Ergebnisse: 500 Meter-Laufen: 1. Goldschmidt, VfB.- Reichsbahn, 1:18 Min.; 2. Heinz Leutheuser, DsB.- Reichsbahn, 1:22.1 Min.; 3. K. Rinn, VfB.-Reichs- bahn, 1:24.2 Min. 1000 Meter-Laufen: 1. Pfaff, VfB.- Reichsbahn, 2:51.8 Min.; 2. Zajic, Tv. Lollar, . 2.53 Min.; 3. Weber, BfB.-Reichsbahn, 2:56 Min. 1 5 0 0 Meter-Laufen: 1. Sobezak, VfB.» Reichsbahn, 4:36.4 Min.; 2. Faulfeit, 1900 Gießen, 4:39.5 Min.; 3. Bäcker, Kraftsportverein Gießen, 4:41 Min. Speerwerfen: 1. Strack, Gießener Turnerschaft, 41.90 Meter; 2. Luckhardt, 1900 Gießen, 33.51 Meter; 3. Schneider, Spo. Ettingshausen, 33 Meter. Steinstoßen: 1. Miebach, Pioniersturm 23/116, 6.45 Meter; 2. Schneider, Spo. Ettingshausen, 6.41 Meter; 3. Jakob, VfB.-Reichsbahn, 6.38 Meter. Hammerwerfen: 1. Leutheuser, VfB.-Reichs- bahn, 24.38 Meter; 2. Miebach, Pioniersturm 23/116 Gießen, 19.09 Meter; 3. Jung, 1900 Gießen, 18.88 Meter. Kugel st oßen: 23/116, 10.98 Meter; 2. Schneider, Spo. Ettingshausen, 10.69 Meter; 3. Rodriguez, VfB.-Reichs- In Verbindung mit dem „Tag der Mittelstreckler und Werfer^ wurde auch diese Veranstaltung auf dem Platz des VfB.-Reichsbahn durchgeführt. Nachdem alle Teilnehmer aufmarschiert waren, hielt der Kreisathletikfachwart G. Richtberg, Gießen, die Gedächtnisrede für Albert Leo Schlage ter und Hanns Braun. Herr Richtberg betonte be- sonders für die Jugend, den Opfersinn dieser beiden großen Helden, die für ihr Vaterland das Leben gaben, nachzueifern. Mit einem „Sieg-Heil" auf Deutschland und den Führer Adolf Hitler klang die Ansprache aus. , . Die hierauf folgenden Staffeln, sowie besonders die eingelegten Rahmenkämpfe, brachten qualifizierten Sport mit hervorragenden Ergebnissen. 100-Meter-Lauf: 1. Luh VfB.-Reichsbahn, 11,3 Sek.; 2. Koch 1900 Gießen 11,5 Sek.; 3, Rodriguez VfB.-Reichsbahn 11,6 Sek. Für Luh eine großartige Leistung, der feine Vielseitigkeit erneut unter Beweis stellte. 100-Meter-Lauf (Jugend): 1. Menges Turnerschaft Gießen 12,5 Sek.; 2. Weiß 1900 Gie- ßen 12,7 Sek.; 3. Volk 1900 Gießen 13. Sek. 4Xl'0 0-Meter-Staffel: 1. 1900 Gießen 45 5 Sek.; 2. VfB.-Reichsbahn 45,6 Sek. Ein scharfes Rennen, das die besser wechselnden 1900er knapp gewannen. __ 1 0 X 200-Meter-Staffel : 1. 1900 Gießen 4,06 Min.; 2. VfB.-Reichsbahn 4:11,8 Min. hier waren die 1900er einwandfrei besser und führten vom Start bis zum Ziel. Das Weriungssmgen des Sängerkreises Gießen Eine kritische Würdigung. seien vollkommen aus der Luft gegriffen und entbehrten jeder Grundlage. Alle Gesangvereine von Derufsgruppen haben sich dem Deutschen Sängerbund anzuschließen. Herr Samper macht Mittet- lung über die Bestellung von ,Kulturwarten", die geplante Herausgabe von Chören und die „Sängerwarte". Herr Koch ermahnt sodann die Sanger zu treuem Ausharren und zu ernster Arbeit, damit das deutsche Lied im deutschen Vaterland den Platz einnehme, der ihm gebühre. , .. _ Der Prooinzwalter Wendler bringt die Ver- bundenheit der Bundesleitung mit den Vereinen! »um Ausdruck, dankt dem Kreiswalter für die Ar- । beit zu dem heutigen Tag und die Saarkundgebung. Dankbare Anerkennung fanden die Wertungs- richter Herr Otto R o t t s i e p e r (Frankfurt a. M), Dr. Werne r, Frankfurt a. M., und H.Samper für die in uneigennütziger Weise geleistete schwere■ Arbeit der Wertung. ; In der üblichen Weise wurde die Sitzung ge-1 schlossen. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 30. Mal. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. &20 bis 840: Gymnastik. 10: Nachrichten. 1040: Schulfunk Wir sind des Geyers schwarzer Haufen. Bauernaufstand M Odenwald. 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittags- toruert I. 13: Nachrichten. Saatdienst. 13-10: Jad)- richten aus dem Senderdezirk 13.20: Mittags- konrert II. 14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem S-nderg-inet. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: . mittugskanzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: lieber das neue Gesetz gegen gefährliche Ge- wohnheitsoerbrecher. Ein Bericht von Dr. F. Rehl- meier Frankfurt a. M. 17.45: Stunde der Jugend. Heimat in Not! Zur Erinnerung an den Tiroler Freiheitskampf von Andreas Hofer. 18.20. ßifelotfe non der Pfalz in ihren Briefen. Van Stud.enasiesior I. Faber-Kaltenbach, Kaiserslautern. 18.35 Junge deutsche Dichtung: Karl Heinrich Waggerl. Vottrag von Lilly Biermer (mit Rezitationen). 18.50: Griff ins fi ute 19 „Platin." Ans der Geschichte eines edlen ffierfftaffee Ein Hörbild. 19.30: Do ksmusik. 20: Stuttgart: Nachrichten. 20.10: Reichssendung. Unsere Saar. Den Weg frei aur Verständigung. 20 30: Operelten-Konzert. 22: Von Trier: Mondo- linen-Konzert. 20.20: Nachrichten. Lieder zu beobachten waren. Die eine habe dem sängerischen Gefühl hemmungslos nachgeg^ien, die andere sei in leere Artistik ausgeartet, die schwersten Schaden gebracht habe. Der Redner wendet sich dann in seinen weiteren Ausführungen gegen die Wett streite und Preissingen. Damit sei endlich em Ende zu machen. Singen ist kein Sport, im Gegenteil: Aneinander-Emporranken zu höheren Lelstimgen. Die kleinste künstlerische Leistung hat natürlich zur Voraussetzung ein gewisses Maß handwerklichen Könnens. Der Sänger muß die Grundelemente des Gesanges und der Sprache beherrschen. Das Schwerste sei die richtige Tongebung. Das alles yave der Chormeister seinen Sängern zu vermitteln dabei aber die Gesangstunde so zu gestalten, daß die Freude erhalten bleibt. Hauptsache sei schließlich die seelische Einstellung auf das Liedgut. Der Redner geißelte sodann die Indolenz und Gleichgültigkeit mam^er Sänger. Sie sei ansteckend und mache die Bemühungen der guten Sänger und der Chorleiter oft zuschan- den. Hand in Hand mit der richtigen Tongebung müsse die Pflege der Sprache gehen. Zweä'des Ge sanges sei, der Schönheit der deutschen Sprache A druck zu verleihen. Musik und Sprache ergeben das Liedgut Schlimmer als die Vorstöße gegen d.e Sprache, die meist im Dialekt begründet (legen Je en die gegen den Geist der Dichtung. Der Kritiker sprich ■ bann über die Atemeinteilung und die musikalische Sauberkeit. Hier müsse man beim Mannerchor wegen seines engen Satzes und der tiefen Lage oft „gutwillig hören". Er warnt dann weiter vor der Wahl zu schwerer Chöre, denen die vereine oft nicht gewachsen sind Lobend hebt der Kritiker hervor, datz .m Programm des Wertungssingens Chore im Lie- bertafelffil und (og. Kunstchöre die dem BJett- gefang ihren Ursprung verdankten, sehlen u sich (»gegen eine starke Hinneigung zum echt Volkstümlichen zeigte. Es berührte ihn besonders °ng°nchm, Chöre bevorzugt wurden, die wie Rain, Snab u. a. den merstmi-mgen ” lockert und in den einzelnen St «Rebner Melodieführung zeigten. Sodann geht °r^ auf die Leistung jedes einzelnen Vereins nayer ein. Werbet konnte er bei vielen Vereinen Lobendes erwähnen, anderseits aber auch noch manches Feh lerhafte zur Sprache bringen. EN meter führende Rennen war auf dem Rückwege vom Wendepunkt Brockenturm an ein scharfer Zweikampf zwischen dem inzwischen zur Spitze aufgerückten Kohn und dem Gießener Gerhardt. Das Feld der 106 Teilnehmer hatte bis dahin mit etwa 1000 Meter Vorsprung Steinmetz (Nordhausen) angeführt. Auf dem Abstieg legte der Berliner Polizist ein ungeheures Tempo vor und setzte sich, dicht gefolgt von Gerhardt, an die Spitze, die er bis zum Ziel auf dem Adolf-Hitler- Kampfplatz in Jlseburg nicht mehr abgab. In der neuen Rekordzeit von 1:31:57 beendete Kohn das schwer st e Bergrennen Deutschlands als Sieger mit nur zwei Zehntel-Sekunden Vorsprung vor Gerhardt. Wie schnell das Rennen war, beweist, daß der bisherige Streckenrekord auf 1:37:35 stand. Bemerkenswert an dem Rennen war, daß fast alle Läufer noch äußerst frisch am Ziel ankamen. Im Mannschaftslauf war wieder die Sportliche Vereinigung Osram Berlin erfolgreich. Den gleichzeitig ausgetragenen Jlfethallauf über 6 Kilometer gewann Halb- Huber (Chemnitz) in 22:38,5. Die Ergebnisse: Brockenlauf, 20 Kilometer: 1. Kohn (Pol.-SV. Berlin) 1:31:57 (Rekord); 2.Gerhardt (SV. 1900 Gießen) 1:31:57,2; 3. Steinmetz (Preußen Nordhausen) 1:33:45. SO-Kilorneter-Streckenfahren im Bezirk Gießen des DRV. Der Bezirk Gießen im Deutschen Radfahrerbund führte am vergangenen Sonntag sein 50-Kilometer- Streckenfahren bei prächtigem Rennwetter durch. Die Teilnehmer starteten in Göbelnrod. Die Strecke führte über Reiskirchen nach Gießen, von hier aus über Steinbach, Lich, Nieder-Bessingen, Münster und Grünberg nach Göbelnrod zurück. Die Radfahrer trafen über die Kaiserallee in Gießen ein und setzten die Fahrt durch die Licher Straße wieder fort. Das Rennen fand zahlreiche Interessenten und nahm in seiner Gesamtheit einen guten Verlauf. Es wurden recht ausgezeichnete Zeiten erzielt. Hofmann (Gießen) mußte leider aufgeben. Das Rennen stellte einen guten Auftakt der diesjährigen Straßenrennsaison dar. 'Das Rennen zeitigte folgende Ergebnisse: 1. Möbus, 1885 Gießen, 1:26,05; 2. Preis, Germania, 1:27,20; 3. Leschhorn, Wölfersheim, 1:29,06; 4. Horn, Steinbach, 1:30,17; 5. Becker, Cransberg, 1:31,03; 6. Göbel, Niedergirmes, 1:31,15; 7. Faust, Germania Gießen, 1:31,27; 8. Roth, Cransberg, 1:33,20; 9. Steinmetz, 1885 Gießen, 1:34,27; 10. Muhl, 1885 Gießen, 1:34,28; 11. Lecke, Wölfersheim, 1:36,20; 12. Kurz, Alsfeld, 1:37; 13. Klappert, 1885 Gießen, 1:42,35; 14. Weber, 1885 Gießen, 1:44,19; 15. Atri, Cransberg, 1:45,34 Stunden. Die Tabelle der Aufstiegsspiele zur Bezirksklaste. Der Stand nach dem 27. Mai. Naunheim 3 2 Heuchelheim 4 2 Bissenberg 2 2 Schotten 4 0 1 0 12: 4 5:1 1 1 15:13 5:3 0 0 12: 3 4:0 0 4 2:21 0:8 An erster Stelle steht Naunheim, jedoch ist es fraglich, ob sich die Mannschaft weiter durchsetzt, da das Spiel am Sonntag gegen Heuchelheim nur durch Selbsttor Heuchelheims unentschieden ausging. Wenn sich die Mannschaft von Naunheim nicht sehr anstrengt, werben noch Ueberraschungen zu erleben sein. Heuchelheim ist wieder im Kommen, die Krise scheint überwunden zu sein, jedoch darf das Spiel gegen Bissenberq. nicht leicht genommen werden. Bissenberg hat die meisten Chancen, Kreismeister zu werden, die Mannschaft kämpft mit eiserner Energie und Ausdauer. Schotten hat gar nichts zu bestellen; man merkt, daß diese Mannschaft zu wenig Verbandsspiele auszutragen hatte. Ergebnisse vom vergangenen Sonntag. Bissenberg — Schotten 8:1; Naunheim gegen Heuchelheim 2:2. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) unterliegt Rot-Weih Frankfurt nur knapp mit 2:3 (1:0). Es bewahrheitete sich wieder einmal, daß die Gießener Blauweißen gegen gute Gegner mit ausgezeichneten Leistungen aufwarten. So war es auch im Spiel gegen Reichsbahn-Tum- und Sportverein Rot-Weiß Frankfurt a. M. Die Gäste erschienen mit einem Ersatzmann am rechten Flügel, während die Einheimischen mit Ersatz für Heilmann, Luft, Schlarb und Wilhelmi antraten. 1900 hatte nachstehende Elf mit der Vertretung betraut: Schmidt Zeiler Lippert Langsdorf Roth Heinbach Ströhla Günther Koch Schmelz Best Es sei vorausgeschickt, daß Schmidt im Gießener Tor Schlarb ganz glänzend vertrat und einen großen Anteil an dem günstigen Abschneiden hatte. Die Hauptlast der großen Kraftprobe lag auf der Läuferreihe und dem Schlußdreieck der Hiesigen. Diese Mannschaftstelle waren dem Gegner gewachsen. Anders dagegen der Sturm. Hier gab es im Lager der Gießener Ausfälle, die höchstwahrscheinlich ausschlaggebend auf den Ausgang des Spieles waren. In technischer Beziehung hatten die süddeutschen Gäste ein klares Plus, und sie dominierten auch dementsprechend in der ersten halben Stunde, ohne aber die vorzügliche Gießener Abwehr zu überwinden. Trotzdem fanden auch die Gießener Läufer noch Zeit zum Angriffsaufbau, und hin und wieder wurde es auch vor dem Frankfurter Tor brenzlich. Daß es vorerst auch hier nicht zu Erfolgen reichte, war auf das mangelnde Verständnis und die wenige Entschlußkraft in der Gießener Angriffsreihe zurückzuführen. Zur größten Ueberraschung schoß 1900 in der ersten Spielhälfte den Führungstreffer. Ein Vorstoß des rechten Flügels wollte ein Frankfurter Verteidiger durch Rückgabe an den Torwart klären. Ehe er aber den hohen Ball beherrschte, war Koch (1900) zur Stelle und schoß flach und unhaltbar ein. Bis zum Seitenwechsel blieb es bei diesem Stand, obwohl auch Frankfurt Gelegenheit hatte, mindestens zwei Treffer zu erzielen. Nach der Pause ereignete sich zunächst auch nichts. Auf und ab wogte der faire Kampf, bis Rot-Weiß etwas mehr Dampf auffehte. In dieser Drangperiode fielen denn auch drei Gegentore. Beim ersten ging der Ball an den Pfosten und wurde erst im Nachschuß verwandelt. Schmidt lag noch von der tadellosen Abwehrparade am Boden. Beim zweiten warf sich Schmidt ebenfalls nach dem Ball, als ein unversehens dazwischenspringender Frankfurter dem Ball eine andere Richtung gab und damit ins Tor lenkte. Nach schnellem Durchbruch markierte denn der Frankfurter Ditzel an dem herauslaufenden Gießener Hüter vorbei ebenfalls unhaltbar Nummer drei. Dann kam der Platzverein wieder zu Wort. Die Gießener Angriffe häuften sich und wurden auch wieder sehr gefährlich. Eine genaue Hereingabe von Best schoß Schmelz (1900) kurz entschlossen in die Frankfurter Maschen. Die Blauweißen blieben auch weiterhin gefährlich und nur mit Glück entging Rot-Weiß in der letzten Spielminute dem Unentschieden. Nachdem Günther und Schmelz alles überspielt hatten, hob Letzterer den Ball dem herauslaufenden Torwart über den Kopf ins Tor. Der sicher erscheinende Erfolg prallte aber an der Torlatte ab. Und damit pfiff der aufmerksame Spielleiter, Schiedsrichter Kunze (Hungen) das überaus spannend verlaufene Spiel ab. Die Frankfurter Elf war gleichmäßig gut besetzt. 1900 Gießen II — Teutonia Watzenborn-§telnberg I und II kombiniert 1:2 (0:1). Die Steinberger erschienen mit sieben Spielern der 1. Elf und 1900 ebenfalls mit sieben Spielern der zweiten. Die anderen waren Ersatz. Steinberg lieferte ein recht gutes Spiel, scheiterte aber an der aufmerksamen Gießener Hintermannschaft. Die Blauweißen hatten ihre Schwäche im Angriff, der sich überhaupt nicht zurechtsand. Die Einheimischen verstanden es nicht, die sich bietenden zahlreichen Chancen zur Genüge auszunutzen und hatten außerdem das Pech, durch ein unglückliches Eigentor, das Rausch bei der Abwehr eines Eckballes verschuldete, knapp mit 1:2 zu unterliegen. In Schiedsrichter R ü s p e l e r (Gießen) stand ihm ein aufmerksamer Leiter vor. Lang (Steinberg) schoß Mitte der ersten Spielhälfte den Führungstreffer. Nach dem Wechsel fiel das Eigentor der Gießener und erst gegen Spielende holte Enders für 1900 einen Treffer auf, während Jäckel den sicheren Ausgleich verschoß und auch sonst noch sehr viel ausgelassen wurde. DsS.-Heichsbahn Gießen. BfS. Surhefsen Marburg Liga — vfv.-Reichsbahn Liga 7:3 (4:1). Die Ligamannschaft kehrte 7:3 geschlagen von Marburg zurück. Die Niederlage ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die für Ritter Wilhelm und Leutheuser spielenden Ersatzleute den Ansorde- rungen des Spieles in keiner Weife gerecht wurden. Eine Ausnahme davon war Kreß, der seine Schuldigkeit tat und als Verteidiger ein ansprechen, des Spiel lieferte. Während des ganzen Spieles konnte sich die Mannschaft zu keiner Einheit finden. Daran änderte auch das aufopfernde Spiel der einzelnen nichts. Der Sturm in feiner Zusammensetzung war nicht fähig, die sehr unsichere Hintermannschaft der Marburger zu schlagen. Dem Unparteiischen stellten sich die Gießener in folgender Aufstellung: Schwan, Kreß, Lehrmund, Fenster, Knauß, Fehling, Rullmann, Heß, Haupt, Mattern, Ranft. Die Marburger fanden sich sofort und brachten durch ihre schnellen Flügel, von denen der rechte von Fehling sehr mangelhaft gedeckt wurde, die Gießener Hintermannschaft in Verwirrung. Auffallend war die Unsicherheit des Gießener Torwarts, der feine Fangtechnik unbedingt verbessern muß. Bis zur Halbzeit erzielten die Marburger vier Tore, von denen, da es sich in zwei Fällen um Fernschüsse handelte, die Gießener Torwart zwei hätte halten müssen. Heß erzielte das Gegentor. Ein weiteres Tor, von dem gleichen Spieler erzielt, wurde, trotzdem der gegnerische Tormann den Ball zuletzt berührt hatte, wegen abseits nicht gegeben. Eine in der Halbzeit vorgenommene Umstellung, Fehlina ging zum Jnnensturm, erhöhte die Durchschlagskraft der Mannschaft. In der zwei- ten Halbzeit konnten sie wenigstens ein offenes Spiel bei leichter Feldüberlegenheit der Marburger liefern. Bis zum Schluß erhöhten die Kurhessen auf sieben Tore, denen die Gießener drei entgegensetzen konnten. VfB.-Relchsbahu — Spielvereinigung Leihgestern. Der zweiten Mannschaft glückte die Revanche gegen Leihgestern, das mit Ersatz antrat, mit 1:0 Toren. Das Spiel stand auf keiner beachtlichen Stufe. Es wurde während des ganzen Spieles oft hoch und planlos gespielt. Sauer gelang es im Nachschuß den Ball über den Leihgesterner Torwart zu heben. Die erste Jugend wurde von der körperlich stark überlegenen Jugend von Kurhessen Marburg verdient mit 2:0 Toren geschlagen. Die erste Schüler mußte sich der technffch überlegenen Marburgern mit 4:1 Toren beugen. Die Gießener ließen die Leistungen ihrer letzten Spiele vermissen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Raunheim I — Heuchelheim I 2:2 (1:1). Die Einheimischen weilten am vergangenen Sonntag zum Aufstiegspiel in Naunheim. Es war kein leichter Gang, da Naunheim auf eigenem Platz schwer zu schlagen ist. Die Heuchelheimer Mannschaft stand seit einigen Wochen wieder zum erstenmal komplett und spielte einen Fußball, der sich sehen (assen konnte. Die Platzmannschaft erzielte den ersten Treffer. Hierauf erfolgte nach kurzer Zeit der Ausgleich. Dor der Pause konnten die vielen blitzschnellen Durchbrüche auf beiden Seiten durch die sicheren Hintermannschaften verhindert werden. Nach der Halbzeit konnten die Heuchelheimer durch einen schönen Kombinationszug ein Tor vorlegen. Die Platzmannschaft drängte mit aller Energie, wobei der linke Verteidiger von Heuchelheim einen siche- Oie Gaarland-Regaiia Auftakt und erste Rennen. Die ausgezeichnet besetzte Saarland-Regatta in Saarbrücken, die mit einigen Vorrennen bereits am Freitag begonnen hatte, brachte am Samstag den ersten Haupttag mit zahlreichen Entscheidungsrennen. Die Strecke war von zahlreichen Zuschauern besetzt. Saarbrücken selbst prangte in reichem Flaggenschmuck. Bei gutem Wetter gab es durch starken Wind bewegtes Wasser, so daß an die Steuerkunst höchste Anforderungen gestellt wurden. Wenn es trotzdem sehr gute Zeiten gao, so ist das ein Beweis für die sportliche Leistung und die Qualität der siegenden Mannschaften. Im Eröffnungs-Vierer gewann Burch- gart (Undine Saarbrücken) seinen 50. Steuersieg. 3m Ersten Vierer ging die zusammengesetzte Würzburger Mannschaft vor dem sich sehr gut haltenden Berliner Hellas-Vierer, der in gleicher Besetzung „Quer durch Berlin" gewonnen hat. Im Er st en Einer gab es einmal mehr einen Sieg des Rüsselsheimers Georg von Opel, der es nur mit dem Kölner Schneider (CfW.) zu tun hatte und den ihm körperlich überlegenen Gegner sicher nie- derhielt. Den Ersten Achter gewann der deutsche Meister 1933, Würzburger RV., ganz überlegen gegen Kölner Wassersport und im Saar - Vie - rer gab es einen Sieg des Berliner Hellas gegen den gut rudernden Limburger RK. Oer Sonntag. Am Sonntag fand nach dreitägiger Dauer die Regatta ihren glanzvollen Abschluß. Aus allen Tei- len des Reiches waren zu den Schlußentscheidungen zahlreiche Zuschauer erschienen, die den sportlichen Kämpfen mit Interesse folgten und unfern Brüdern an der Saar wieder den Rücken für ihren Kampf um die Rückkehr zum Mutterland stärkten. Der Wind war nicht mehr ganz so stark wie am Vortag und es wurden bessere Zeiten erlieft. Der Würzburger RD. kam im Saarland-Achter vor dem Mainzer RV. zu einem neuen Erfolge. Jrn Stadt- Saarbrücken-Vierer kam der WSV. Godesberg nach Aufgabe der Berliner Hellas zum Siege, während G. v. Opel feinen Siea im Ersten Einer wiederholen konnte und damit oen Ehrenpreis des Reichssportführers in seinen Besitz brachte. Schmidt (Essen) wurde hier wegen Kollision ausgeschlossen. ren Ausfall ins eigene Gehäuse lenkte. Die (Söffe verloren jedoch den Mut nicht und gingen sofort zur Gegenoffensive über. Ein Erfolg war aber nicht mehr zu erzielen. Die hiesige erste Jugend schlug die gleiche von Lollar 9:2. Um die deutsche Handball-Meisterschast Die Vorschlußrunde der Deutschen Handball-Meisterschaft brachte einige nicht erwartete Ergebnisse. Bei den Herren konnten sich die beiden süddeutschen Vertreter für die am 10. Juni vor sich gehende Endrunde qualifizieren. Die Polizei Darmstadt siegte mit 5:4 (2:2) über die Sportfreunde Leipzia und die SpDg. Fürth war mit 9:5 (5:2) über den Askcmischen TV. erfolgreich. — Bei den Frauen fiel der Sieg des TD. Eimsbüttel mit 11:0 (6:0) über Hessen Preußen Kassel unerwartet hoch aus, aber auch der Sieg des VfR. Mannheim mit 2:1 (1:1) über Fortuna Leipzig war eine Ueberraschung. OerReichSsportsührerinSchnepfenchal Der Reichssporfführer weilte in Schnepfenthal, wo zum Gedenken an Turnvater Guts Muths eine Turnhalle eingeweiht wurde. Dabei machte der Reichssportführer beachtenswerte Ausfüh, rungen. Er betonte, daß man nicht zu befürchten brauche, daß die DT. in ihrem Bestand gefährdet werden dürfe. Die DT. stehe jetzt vor einer Schickfals- stunde und die Aufgaben, die sie zu erfüllen habe, seien außerordentlich schwer. Es werde aber niemals dahin kommen, daß die Turnerschaft zerschlagen würbe. Wirtschaft. Oie Devisenzuteilung im Juni 1934. Durch eine am 28. Mai veröffentlichte (RA.) Anordnung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung ist für den Monat Juni 1934 die Ausnutzung der allgemeinen Devifenkontingente für die Wareneinfuhr auf 10 Prozent des Grundbetrages und die Ausnutzung der Rembourskontingente auf 20 Prozent des Grundbetrages festgesetzt worden. Um die Einfuhr lebensnotwendiger Rohstoffe nicht der glei- chen Beschränkung zu unterziehen, ist die Zuteilung von Devisen für die von den Ueberwachungsstellen bewirtschafteten Rohstoffe: Wolle, Baumwolle, Bastfasern, Häute und unedle Metalle ab 1. Mai 1934 einer besonderen Regelung unterworfen worden. Diese Rohstoffe dürfen in Zukunft nicht mehr im Rahmen der allgemeinenen Devisengenehmigungen bezahlt werden, sondern nur auf Grund der besonderen Anordnungen, die von den Ueberroa- chungsstellen in Verbindung mit den Devisenstellen getroffen werden. *♦ Hochkonjunktur in den Bielefelder Fahrradwerken. Die Zahl der in den Bielefelder Fahrradwerken tätigen Personen beträgt heute 7000 gegenüber 3380 im Juni 1930 und 5410 im Juni 1933. Trotz dieser Steigerung führte der saisonmäßige Charakter dieses Industriezweiges verschiedentlich in den letzten Wochen zu Ueberarbeit. Es soll nun geprüft werden, wieweit durch Neueinstellungen die Ueberarbeit vermieden werden kann. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Mai. Auftrieb: Rinder insgesamt 1566 (gegen 921 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 592 Ochsen, 126 Bullen, 459 Kühe und 389 Färsen, Kälber 727 (301), Hammel 6, Schafe 5, Schweine 3850 (3682). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 35, b) 33 bis 34, c) 30 bis 52, d) 27 Lis 29. Bullen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 28 bis 29, d) 25 bis 27. Kühe a) 30 bis 31, b) 27 bis 29, c) 23 bis 26, d) 15 Ais 22. Färsen a) 34 bis 35, b) 32 bis 33, c) 29 bis 31, d) 26 bis 28. Kälber Sonderklasse —, andere a) 54 bis 56, b) 50 bis 53, c) 42 bis 49, d) 34 bis 41. Lämmer, Hämmsl und Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Schweine al) 50, a2) 37 bis 41, b) 37 bis 41, d) 33 bis 39, gl) 34 bis 35, g2) 30 bis 33. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt gaben Ochfen und Schweine je 1 bis 2 Mark, Kühe und Färsen je 1 Mark nach, Kälber zogen um 2 bis 3 Mark an, Bullen blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhia, nahezu ausverkauft. Kälber, Häm- mel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend, geringer Ueberstand. F l e i sch g r oß m a r kt. Beschickung: 843 Viertel Rindfleisch, 71 ganze Kälber, 1 Hammel, 786 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 54 bis 59, II 50 bis 54. Bullenfleisch 48 bis 55. Kuhfleisch II 34 bis 44, III 28 bis 34. Kalbfleisch II 75 bis 80, III 68 bis 75. Hammel- fleisch 75. Schweinefleisch I 60 bis 66. Geschäftsgang des Fleifchgroßmarktes: ruhig. Bemerkungen: Bei den Kälbern wurden in der Kl. a 45, b) 127, c) 251 und d) 285 Stück notiert. Von den Schweinen wurden zum Preise der Höchstnotiz und darüber verkauft: a) 30, b) 184, c) 238 und d) 7 Stück. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe dek zuletzt beichlosienen Dividende an. — Relchsbankdiskoni 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfun a. 2JI. Berlin Frankfurt a.m. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devi enmarft Berlin — Frankfurt a HL Schlußkurs Abendbörse Schluß- fure mittag, börse Schluß« kurff Schluß!. Abend- börse Schluß- kurv Schlußk. Mittag bSrse Schluß» kurff Schlußk. Abend- Schluß» fort Schlußk. Minaa» Mrft 26-Mai 28-Mai__ Datum 26.1. 25.5. 26.5. 28-5. Datum 26-5. 25-5- 26-5- 28-5- Datum 26-5- 25-5- 26-5. 28.5- Amtliche Notierung weid | Srie' Amtliche Notierung Geld | Brie •% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 •% ebem.7% Dl. NetchSani. v. 1929 6y,% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche ölnl.-Ablüs.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............ DeSgl. ohne Äuslos.-Rechte...... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12................. 6%% Hess. LandeS-Hypotheken. bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anlelh» mit Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bl» 1986 iy«% ehem.