Montag. 28. Mai 1934 Ur. 121 Erstes Matt 184. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags für die Miltagsnummer Beilagen: Die Illustriert- ■ jd . ▲ -A, M A A. A A Ä AA bis8'/,UbtbesVormittags »«»Inii/izAnAr IIitlMni/r ssp^ä v^v||viivi wiiivihvw «s«« von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- -ML Seneral-Anzeiger für Gberhchen MW voftfchecttonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Frankfurt am Main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Unwerfitatsvuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Sieben. 5chrift!eitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel ö Deutsche Geschichte hat ihren Ursprung im deutschen Sauern. Neichsbauernführer Walter Narre spricht auf der Gedenkfeier der Stedinger Bauern. tun und mar ausschließlich das Ergebnis ichsüchtiger Herrschergelüste eines sich in die Politik einmischenden Kirchendieners gernesen. Der Fall Stedingen ist der eindeutige Beweis für eine unerhörte Verquickung der Religion mit politischen Sonderinteressen einzelner Diener der Kirche. schen dem Erzbischof von Bremen und der Stedin- ger Bauernschaft steht nicht irgendein religiöser Gegensatz oder eine kirchliche Unbotmäßigkeit der Stedinger, sondern ausschließlich der Steuer- Letzte Warnung vor ungerechtfertigter Preissteigerung wurden. Wir glaubten bisher, daß das Christentum eine Religion der Liebe sei und verstehen solche bolschewistische Methoden nicht. Gerade wir Nationalsozialisten werden niemals begreifen, daß in einer geistigen Auseinandersetzung die Richtigkeit der Ueberzeugung 'bei denjenigen liegt, die die meisten zu köpfen vermögen. Wir haben vielmehr den Verdacht, daß alle diese Niedermetzelungen zwar mit einem religiösen Mantel verhängt werden, daß aber ihre wahren Beweggründe auf ganz anderem Boden liegen, wie es uns in klarem geschichtlichen Licht die Niedermetzelung der Stedinger Freibauern beweist. Am Anfang des Konfliktes zwi- nirnrnt. Für das deutsche Bauerntum war der Begriff der Elblinie als solcher nicht vorhanden, erst als in Osteibien tausende deutscher Bauern von der Eigensucht ihrer Rittergutsbesitzer gelegt wurden, ist auch wieder im deutschen Volke eine Elblinie entstanden. Nach allem wird klar, daß eine deutsche Geschichte gar .nicht geschrieben werden kann, wenn sie nicht von der Geschichte des deutschen Bauerntums aus geschrieben wird. Es ist zu erwarten, daß die nationalsozialistische Jugend des Dritten Reiches den überlieferten Scheinglauben der Geschichtsforschung entlarven wird. Unter keinen Umständen kann ich es dulden, daß lm Gegensatz zu den nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaftsgrundsähen die durch die Regierung zum Wohle des Volksganzen unter Anspannung aller Kräfte durchgesührten Arbeitsbeschasfungsmaßnah- men zu ungerechtfertigten Preissteigerungen und zur Erzielung von Sondergewinnen aus- genuht werden. Für eine erfolgreiche Fortsetzung der Arbeitsbeschasfungsmahnahmen ist es unerläßliche Voraussetzung, daß der bisherige Preis- und Lohnstand unbedingt gehalten wird. Die beteiligten Wirtschaftskreise ermahne ich hiermit letztmals, ihre Preise auf Zulässigkeit und Vertretbarkeit nochmals selbst zu prüfen und zur Vermeidung eines behördlichen Einschreitens mit den Gesehen und den Grundsätzen einer gesamten wirtschaftlichen einwandfreien Wirtschaftsführung l n Einklang zu bringen. Ungerechtfertigte Preissteigerungen sind rückgängig zu machen oder auf das richtige Maß zurückzuführen. Wird dieser Mahnung nicht sofort Rechnung getragen, so werde ich gegen gewissenlose Schädlinge der Aufbauarbeit mit aller Entschiedenheit vorgehen. An alle Volksgenossen lasse ich die Aufforderung ergehen, die Regierung in dem Kampf gegen die ungerechtfertigten Preissteigerungen zu unterstützen, Beobachtungen über auffällige Preissteigerungen bitte ich, der Preisüberwachungsstelle bei dem hessischen Slaalsminislerium in Darmstadt sofort unter näherer Angabe des Sachverhalts mitzuteilen. Der hessische Staatsminlster. Das hessische Staatspresseamt teilt mit: Die Regierung hat wiederholt und eindringlichst darauf hingewiesen, daß die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung nicht durch Preissteigerungen gefährdet werden dürfen. Ebenso habe ich mehrfach öffentlich davor gewarnt, daß ungerechtfertigte Preissteigerungen den Wirtschaftsaufbau sabotieren. Trotzdem werden immer wieder Klagen über Preis st eigerungen laut. Namentlich in bet Bauwirtschaft werden mit der Begründung, unlautere Preisunterbindungen verhindern zu müssen, und unter Berufung auf Materialpreissteigerungen vielfach Preisfestsetzungen und -bindungen vorgenommen, die bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage keineswegsgerecht- fertigt sind und die jegliches Verständnis für die derzeitige Lage vermissen lassen. Insoweit sich die S e l b st k o st e n der Handwerker erhöht haben durch Umstände, die nachgewiesenermaßen zwangsläufiger Art sind, wie Materialpreissteigerungen und Erhöhungen der Tariflöhne, ist gegen eine entsprechende Heraufsetzung der Preise nichts einzuwenden. Die tatsächlich eingetretenen Selbsi- kostenerhöhungen sind aber nach den amtlich getroffenen Feststellungen nicht erheblicher Art. Wesentliche Preiserhöhungen können damit nicht begründet werden. Ich bin gewillt, mit aller Schärfe gegen Preissteigerungen vorzugehen, die über das vertretbare Maß hinausgehen. Furchtbares Aulvbusungiück in Frankreich. 1L Tote, mehrere Schwerverletzte.-Benzinexplosion verursacht einen Waldbrand beobachtet, so daß sofort Hilfe geholt werden konnte, die aber nichts mehr ausrichten konnte, da die 400 Liter Benzin, die der Kraftomnibus mit sich führte, ein so großes Feuer verursachten, daß sich niemand nähern konnte. Der Wald brand hat außerdem einen so großen Umfang angenommen, daß alle verfügbaren Kräfte zu seiner Bekämpfung eingesetzt werden mußten. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, daß zwölf Hektar Waldbestand vernichtet wurden. Der Führer des Unglückswagens, ein 27jähriger Spanier, ist völlig zusammengebrochen, so daß sich aus seinem Verhör keine Aufklärung gewinnen ließ. Das zuständige Gericht hat Sachverständige beauftragt, ein Gutachten ab= zuaeben. Die spanischen Konsuln von Bordeaux und Bayonne sind verständigt worden. Oie Unache noch ungeklärt. Die Untersuchung über die U r s a ch e n des schweren Kraftwagenunglücks, bei dem 13 Personen bei lebendigem Leibe verbrannten und mehrere andere schwer verletzt wurden, Hai noch zu keinem Ergebnis geführt. Den Aussagen des verhafteten Führers, der behauptet, das Unglück fei auf das Platzen eines Reifens zurückzuführen, stehen die Erklärungen der Ueberlebenden gegenüber, die feftstellen, daß der Führer des Wagens so müde gewesen sei, daß er am Steuer einschlief. Aus der Fahrt von Madrid nach San Sebastian am Samstag sei schon das gleiche passiert. Der Fahrer habe vor einem Kaffeehaus halt machen müssen, um sich durch eine itarfe Tasse Kaffee wieder aufzurütteln. Der Beschuldigte bestreitet nicht, daß er am Samstag stark ermüdet gewesen sei, wehrt sich aber gegen die Behauptung, daß die furchtbare Katastrophe am Sonntag ebenfalls auf seine Ermüdung zurückzuführen sei. Die Erkennung aller Opfer war noch nicht möglich. Die beiden Schwestern eines Ueberlebenden zählen eben, falls zu den Todesopfern. Altenesch, 27. Mai. (DNB.) Am Abend des Vortages der 700-Jahrfeier der großen Schlacht bei Altenesch im Freiheitskampf der Stedinger Bauern gegen den Erzbischof von Bremen leuchteten im ganzen Stedinger Lande riesige Scheiterhaufen gegen den nächtlichen Himmel. Am Morgen riefen alle Kirchenglocken Ste- dingens die Bewohner der Wesermarsch zum G o t t e s d i e n st. In der uralten Kirche von Berne, im Herzen der Heimat der Stedinger, wurde die Weihe der Stedingen-Gedenk- Halle im Turmgewölbe der Kirche durch Oberkirchenrat Volkers-Oldenburg vollzogen. Das von Professor Winter-Oldenburg geschaffene Ehrenmal der Stedinger versinnbildlicht in freskenartigen Wandbildern den heldenmütigen Kampf der Marschenbauern. Gegen Mittag begann dann in Altenesch ein reges Leben. In unaufhörlicher Folge marschierten SA., SS., HI., BDM. und andere Organisationen der NSDAP, in Altenesch ein. Mit Sonderzügen, im Kraftwagen, zu Rad oder zu Fuß trafen Tausende und aber Tausende von Volksgenossen aus dem Oldenburger Lande, Hannover und Bremen sowie zahlreiche Gäste aus dem ganzen Reiche ein. Gauleiter R ö o e r eröffnete die Kundgebung, gab einen kurzen Rückblick auf das Geschehen vor 700 Jahren und mahnte alle Anwesenden, im Gedenken an den Opfertod der Stedinger Bauern für die nationalsozialistische Idee zu kämpfen. Dann sprach Neichsbauernführer Darre. Während eine deutsche Geschichtsschreibung be- müht ist, das, was man „deutsche Geschichte" nennt, als Auswirkung kaiserlicher, kirchenfürstlicher oder territorialfürstlicher Interessen oder Interessengegensätze hinzustellen, ist diese gleiche Geschichtsschreibung merkwürdig schweigsam über bas, was man d i e deutsche Bauerngeschichte nennen könnte. Das ist um so ausfälliger, da das deutsche Volk sich gerade die Bauernkatastrophen seiner Geschichte weit mehr in seiner Erinnerung bewahrt hat als irgend ein anderes geschichtliches Ereignis. Das, was wir Volkstum nennen, ist niemals das Ergebnis des Wirkens deutscher Kaiser, deutscher Kirchen- und Territorialfürsten, sondern ist in seiner Voraussetzung ausschließlich an das Vorhandensein deutschen Bauerntums gebun- d e n. Weder Fürsten, noch Kirche, noch die Städte haben den deutschen Menschen als solchen geschaffen, sondern dieser ist in seiner Grundlage und Voraussetzung germanisch-deutsches Bauerntum. 13 Personen fanden den Tod bei einem schwe- rei Autounglück, bas sich 70 Kilometer von Mont de Marsan im französischen Departement Landes ereignete. Ein Autobus mit 17 Personen, der sich auf der Fahrt von Madrid nach Paris befand, stieß gegen einen Telegraphenmast und stürzte um, wobei er F e u e r fing. 13 der Fahrgäste kamen in den Flammen um. Mehrere andere, auch der Führer des Autobusses, wurden verletzt. Die Insassen des Wagens gehörten zu einer von einem Madrider Blatte veranstalteten Reisegesellschaft. Das Feuer scheint beim Umstürzen des Wagens durch eine Explosion des Benzinbehälters entstanden zu sein. Brennende Teile des Wagens flogen in einen naheliegenden Wald, der sofort Feuer fing. Das Feuer nahm schnell einen solchen Umfang an, daß man nicht mehr bis zu der Unfallstelle vordringen konnte. Die Telephonoerbindung zwischen Bordeaux und Lipostley, in dessen Nähe das Unglück erfolgte, wurde unterbrochen, da durch den Anprall des Autobusses gegen den Telegraphenmast die Drähte rissen. Der verunglückte Kraftomnibus liegt noch immer als rauchendes Trümmer werk auf der Landstraße bei Lipostley' Der vordere Teil des Omnibusses ist vom Fahrgestell völlig getrennt. Die ganze Karosserie ist verbrannt und bildet nur noch eine formlose Masse Man mmrrd an daß die 13 Reisenden von dem Anprall des Wagens gegen den Baum so mitgenommen waren, datz sie nicht mehr Zeit fanden, sich in Sicherheit zu brm- qen Wie sich jetzt herausstellt, war der Autobus mit 19 Personen besetzt. Fünf Fahrgaste sind tn das nächste Krankenhaus eingeliefert roorben. Emer von ihnen liegt im Sterben. Die Verletzten fassen vorn im Wagen unb konnten baher rechtzeitig abspringen. Der Unfall würbe von einem Radfahrer Der Reichsbauernführer wies bann auf bas ; Brauchtum hin, bas in allen Gegenben Deutsch- , lanbs ein Jahrtausenb überbauert hat unb in ; welchem ein einbeutiger Beweis bafür zu finden sei wo ber Grunb bes Volkstums zu suchen ist. In ben Geschichtsquellen stellen wir zu unserem Er- ■ staunen fest, baß bieser jahrtausenbalte Brauch m unserem Bauerntum sich mit erbitterter Zähigkeit gegen bie Kirchen- unb Territ o r i a 1 - fürften verteibigt hat. Obwohl ber beutsch- bewußte Teil unserer Wissenschaftler sich zur wahren Bebeutung bes Bauerntums zu bekennen be- ginnt, beharrt ein Teil noch barauf, baß das Gegenteil richtig sei. Dieser Sorte von Gelehrten soll einmal ganz kalt folgendes entgegengehalten werben: Ehe es eine beutsche Wissenschaft in Deutschland gab, war ber beutsch - g e r rn a n i s ch e Bauer schon ba unb bewahrte sich sem Wesen unb seine Art. Das, was bie Eigenar t ber eim zelnen Landschaften erhielt, war das m chnen sich erbaltenbe Bauerntum. Wo bas Geschlecht, welches auf solchen alten Bauernhöfen sitzt, an ben Sitten ber Väter festhält, ba wächst bie einzelne beutsche ©tammeseigenart, bie heute noch bie Vielfältigkeit unb Mannigfaltigkeit bes beutschen Vo ks- lebens verkörpert. Niemals fann eine beutsche Stabt bas gleiche für sich beanspruchen. 3n keinem Stand ist die Vielgestaltigkeit des Wesens so ausgeprägt vorhanden wie im Bauernstand, kein Stand aber hat trotz aller Verschiedenheiten der Landschaft und Stammes- eigenlümlidjteilen in seinem tiefsten Untergründe dach so viel Gemeinsames nne gerade das deutsche Bauerntum unteremander Die Main- und Elblinie s>nd ein kunstl.ch-a Produkt derjenigen, die daran interessiert waren, das deutsche Volk sich n.chk als Einheit empfinden zu lassen. Aber das deulfch- vau-rn. tum ist von diesem vorwurs restlos sre, zusprechen. ber Löwe ist nicht nur ber Grün- h nlckweiqs gewesen, jonbern gleichzei- UMÄLKü-MÄ- sä' Sxt ‘"'-"SS SS Slawen trennende E l b l i n. - n,°derl°gte und die ©ermanifierung bes heutigen Ostlan Wir als Nationalsozialisten können es nicht verstehen, daß es im Interesse bes Christentums.-------, , , „ , nötig gewesen sein soll, daß bie gesamte thüringische groschen, auf ben ber Erzbischof erpicht war. bäuerliche Herrenschicht von ben Merowingern in Man erfand einen Kreuzzug gegen bie gerabe brutalster Form bei Cannstatt n i eb e r g e = vom Kreuzzug im heiligen Lande zurückkehrenden metzelt wurde, und baß tausende niedersächsische Stedinger. Die Vernichtung der Stedinger Bauern Bauern bei Verden a. Aller geschlachtet hatte also mit einem religiösen Grunde nichts zu Und genau so wie ber Nationalsozialismus in feinem bisherigen Kampfe immer unb immer wieder betont hat, bah der Diener ber Kirche sich ausschließlich auf sein seelsorgerisches Gebiet zu beschränken hat unb sich nicht in politische Dinge einmengen soll, wenn nicht Unheil über bas Volk hereinbrechen soll, genau so sagen wir Nationalsozialisten auch hier, bah bie sinnlose Niedermetzelung Tausender unb aber Tausenber Stebinger Freibauern nur ber ein- beutige Beweis für bie Richtigkeit bieser nationalsozialistischen Forberung von ber Entpolitisierung ber Diener ber Kirche ist. Es spielte für uns im Wesen ber Dinge keine Rolle, ob berjenige, ber sich gegen bas Bauerntum teilt, ein Kirchenfürst gewesen ist, ober ein weltlicher Territorialfürst. Beibe haben in ber beutschen Geschichte ihre Herrschaft bazu benutzt, um auf bem Rücken beutscher Freibauern sich ihr Dasein zu ermöglichen. Diese Tatsache, bie bis jetzt von ber zünftigen Geschichtsforschung übergangen würbe, wirb burch ben Nationalsozialismus Aböls Hitlers roieber bem beutschen Volke zum Bewußtsein gebracht werben. Anschließenb hieran warnte ber Reichsbauernführer monarchistische Kreise, bie glauben, auf ben Willen bes beutschen Bauerntums verweisen zu können, welches roieber bie Rückkehr seiner Territorialfürsten wünsche. So wenig wie ber niebersächsische Bauer bas Hin- chlachten seiner Vorfahren in Verben a. Aller, o wenig er bie Stebinger „Kreuzzüge" unb bie Niebermetzelung in ben Bauernkriegen vergaß, so wenig hat auch ber beutsche Bauer bie vielen Verbrechen beutscher Territorialfürsten am beutschen Bauerntum vergessen. Wir Bauern haben nicht bas geringste Interesse mehr, unser Blut für irgend eine dynastische Sonderpolitik herzugeben, und wir hassen alle diejenigen abgrundtief, die ihre Führung nicht ausschtiehlich auf das deutsche Volk stützen. Warum sollen wir uns Leute zurückholen, bie uns im Augenblick unserer größten Gefahr verlassen haben! Wir Bauern wollen von unseren Führern nur bas eine, baß sie ein Herz für uns haben unb uns gut führen. Wenn die Fürsten 1918 die Behauptung aufstellten, daß ihr Zurückweichen Schlimmstes verhütet habe, so mag das für ihre Person vielleicht zutressen. Wir Bauern sind aber in ben barauf folgenden Jahren um ein Haar an diesem Experiment gestorben. Daß wir trotzdem nicht starben, verdanken wir nicht der Eiaensüchtelei derjenigen Herren, die uns 1918 verließen, sondern verdanken wir nur dem Bauernsproß Ad ol f Hitler, ber ben Mut hatte, unser Panier zu ergreifen unb uns wieder Lebensmöglichkeiten zu verschaffen. Möge es daher keiner aus jenen Kreisen wagen, die Kraftprobe mit uns Bauern zu versuchen, zu welchem Führer wir stehen, zu Adolf Hitler oder zu denjenigen, die uns in entscheidender Stunde im Stich ließen. Die Ausführungen des Reichsbauernführers wurden von der Versammlung mit jubelndem Beifall ausgenommen. Nach einer weiteren Ansprache Alfred Rosenbergs fand bie Aufführung bes Heimatfestspieles „D e S t e b i n g e" von August Hinbrichs burch bie Niederdeutsche Bühne Oldenburg unter Mitwirkung von Männern, Frauen und jungen Stedingern statt. Brausender Beifall rief den Dichter, den Spielleiter Rudolf Sellner- Oldenburg und bie Darsteller immer roieber auf die Bühne. Mit einem Zapfenstreich sand die erhebende Heldengedenkfeier Niedersachsens ihren Abschluß. Der neue türkische Botschafter beim Reichspräsidenten. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg empfing den neuernannten türkischen Botschafter HamdiBeyzur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Der Botschafter hielt eine Ansprache, in ber er u. a. ausführte: Es fei mir vergönnt, hier vor Eurer Exzellenz der letzten Beweise ber Freundschaft unb Anteilnahme, bie in Berlin anläßlich des Hinscheidens Ke- maleddin Sami Paschas funbgegeben wurden, dankbarst zu gedenken. Der Reichspräsident erwiderte u. a.: Ich kann Eurer Exzellenz versichern, daß der frühe Tod Ihres von mir besonders geschätzten Herrn Amts- oorgängers mich, die Reichsregierung und das ganze deutsche Volk tief erschüttert hat. Deutschland wird nie vergessen, was dieser hervorragende Offizier und Diplomat für die Festigung und den Ausbau der deutsch-türkischen Freundschaft geleistet hat. Eine um so größere Freude empfinde ich, daß Seine Exzellenz Mustafa Kemal an die Stelle des Verstör- denen in Ihrer Person einen bewährten Diploma- ten berufen und Ihnen die Pflege des Erbes Ihres Herrn Vorgängers anvertraut hat. Die Freundschaft unserer beiden Nationen ist eine alte und hart erprobte. Die friedlichen Früchte des guten Einvernehmens und der gegenseitigen Zuneigung unserer Nationen sind der beste Beweis dafür, daß wir uns auf dem richtigen Wege befinden, wenn wir alles daran fetzen, unsere bestehende Freundschaft weiter zu festigen und zu vertiefen." Der Botschafter legte sodann am Ehrenmal einen Kranz zum Gedenken der Gefallenen des> Wellkrieges nieder. Eröffnung der Reichsiheaierwoche in Dresden in Gegenwart des Führers. Stürmische Begrüßung des Führers bei seinem Einzug in Dresden. Dresden, 27. Mai. (DNB.) Am Sonntag begann in Dresden die erste Reichstheaterfest- woche. Die Stadt hatte zu diesem Tage ein festliches Gewand angelegt. Besonders eindrucksvoll war das Rathaus mit großen roten Teppichen, goldenen Hakenkreuzen und Lorbeerkränzen geschmückt. Auch der Monumentalbau des Opernhauses, in dem die Theaterfestwoche eröffnet werden wird, bot ein festliches Bild. In den Abendstunden des Samstags wurden die hauptsächlichen und schönsten Gebäude der Residenz, das Schloß, die Oper, die Hofkirche, das Rathaus usw. beleuchtet und boten ein entzückendes Bild. Am Sonntag war Dresden schon frühzeitig auf den Beinen, nachdem sich als sicher herausgestellt hatte, daß der Führer kommen werde. Erst im Laufe des Sonntags hatte sich der Führer entschlossen, die Fahrt von Berlin nach Dresden nicht wie vorgesehen im Flugzeug, sondern im Kraftwagen zurückzulegen. In Dörfern und Städten standen überall große Menschenmengen. Im letzten Augenblick waren die Häuser beflaggt worden, Blumen wurden auf den Weg gestreut, und man sah es manchem an, daß er unvorbereitet im letzten Augenblick auf die Straße geeilt war, um einen Blick vom Führer zu erhaschen. Gauleiter Reichsstatthalter M u t s ch m a n n war zusammen mit Gruppenführer Schuhmann bis zur Stadtgrenze dem Führer entgegengefahren. Am äußersten Flügel des SA.-Spaliers stand der Führer der SA.- Gruppe Sachsen, Gruppenführer Hayn, und brachte dem Führer den Gruß der sächsischen SA. Hinter dem SA.-Spalier drängte sich viele Glieder tief die Menschenmenge. Alle Dächer waren besetzt. Auch auf die Dachsimse hatte man sich gestellt. Stellenweise war der Weg mit Blumen übersät. Selbst alte Mütterchen hatten sich auf die Straße gestellt und stundenlang im kalten Winde verharrt. Sie waren nicht zu bewegen, in ein Haus zu gehen, weil sie Angst hatten, den Führer zu verpassen. „Einmal will ich den Führer vor meinem Tode sehen", sagte ein altes Mütterchen und hielt standhaft die Stellung. Vor dem Hotel Bellevue stieg der Führer aus und schritt die Front der Ehrenformation der SA. ab. Er begrüßte den Ministerpräsidenten Obergruppenführer d. Dillinger, den Generalintendanten der Sächsifchen Staatstheater Geh. Rat Dr. Adolph und die anderen Anwesenden. Die Feier im Opernhaus. Kurz vor 20 Uhr begab sich der Führer am Spalier der Menschenmenge vorbei in das Opernhaus. Der Führer begrüßte auf dieser Fahrt ganz besonders die Kriegsoerletzten, die sich in langer Reihe auf dem Adolf-Hitler-Platz eingefunden hatten. In der Staatsoper wurde der Führer von Reichsminifter Dr. Goebbels in die große Mittelloge geleitet. Neben dem Führer nahmen die Reichsminifter Dr. Goebbels, o. Blomberg und G ü r t n e r Platz, ferner Reichsftatthalter Mutschmann und Ministerpräsident v. K i l l i n- ger. Unter den Gästen bemerkte man den Leiter der Theaterabteilung im Propagandaministerium, Ministerialrat L a u b i n g e r, und den Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlösser. Das Publikum begrüßte den Führer mit Händeklatschen. Reichsminister Dr. Goebbels nahm sodann das Wort zu seiner großen Rede, an deren Schluß er die Reichs- theaterfe st woche in Dresden für eröffnet erklärte. Vekenntms zu Richard Wagner heiß! Bekenntnis für die deutsche Kunst der Töne. Die Eröffnungsansprache des Reichspropagandaministers. Jede Revolution, die vor der Geschichte Bestand hat, ist ein g e i ft i g e r A k t. Hinter jeder Revolution steht eine Idee, und es ist ihr Sinn, daß diese Idee auf allen Gebieten des öffentlichen und vrivaten Daseins zum Durchbruch kommt. Unter oiefem Gesichtswinkel gesehen, ist die Revolution eine geistige Auseinandersetzung, die an der Kunst und an der die Kunst nicht teilnahmslos Vorbeigehen kann. Eine Umwälzung von der dynamischen Gewalt etwa der deutschen Revolution macht deshalb vor den Toren der Theater nicht halt, ihr Rhythmus klingt unüberhörbar auch in die geheiligten Tempel der Muse hinein. Das bedeutet nicht, daß die Träger dieser Revolution die Absicht hätten, die Kunst und den Künstler unter ihre parteimäßige Bevormundung zu stellen. Sie wissen zu gut, daß sie damit beiden Zwangsgesehe aufzwingen würden, die sehr bald den schöpferischen Genius ersticken und das organische Wachstum künstterischen Schaffens zum Erliegen bringen müßten. Ls ist vielmehr so, daß die Revolution nicht nur das politische Recht, sondern auch die geistige ' Pflicht hat, die Kunst und den Künstler i n d i e richtige Winkel st ellung sich selb st < und dem Volk gegenüber zu bringen. . Don hier ab haben beide volle Betätigungsund Entfaltungsmöglichkeiten. Denn die Gesetze, nach denen sie schaffen, sind ewig und können durch keine machtpolitische Umwälzug geändert werden. Wandelbar sind die Stoffe, deren sie sich bemächtigen, ist Gesinnung und Haltung, die sie den Stoffen unterlegen, ist der Lharak- ter, mit dem sie den Stoffen ewiges Leben einhauchen. Das ist auch das Moment, das uns bewegte in unserem Bestreben, die Kunst und den Künstler i n ein lebendigeres Verhältnis zu Staat und Volk zu bringen, als das im liberalen Zeitalter eines überspitzten Individualismus überhaupt möglich war. Der Nationalsozialismus kennt nur eine deutsche Kunst, die an keine Stadt- und Ländergrenzen mehr gebunden ist. Seine Fürsorge gilt einem deutschen Theater, daß seine Impulse weder von preußisch, noch bayerisch, noch württem- bergisch bedingten Eigensüchten, sondern lediglich vom deutschen Charakter in seiner Ganzheit empfängt. Es ist kein Gegensatz dazu, wenn der Nationalsozialismus Mittelpunkte kulturellen Schaffens, die sich aus der Entwicklung unseres deutschen Lebens gebildet haben, mit Eifer und Bedacht aufrechter hält und in ihrer Existenz- fähigkeit pflegt und fördert. Denn so gewiß es ist, oaß der deutsche Charakter auch im Künstlerischen sein einmaliges, bestimmtes und scharfprofiliertes Gesicht trägt, so gewiß auch ist es, daß dieses Gesicht unverkennbar die Züge der Mannifaltigkeit und Vielgestaltig- feit hineingeschrieben sind, und gerade diese ihm für uns selbst und für die ganze Welt die feit Jahrhunderten bewährte magische Anziehungskraft verleihen. Es ist deshalb kein Zufall, daß die erste, unter dem Schutz der tatkräftigen Förderung des Reiches veranstaltete deutsche Theaterwoche, die zueröffnen ich heute die Ehre habe, gerade in Dresden, der in Deutschland fast einzigartigen Stadt musischen Schaffens und künstlerischen Gestaltens, vonstatten geht. Hnb es ist weiterhin kein Zufall, daß zu ihrem Beginn und zu ihrem Ende jener unsterbliche Weister zu Wort kommt, von dem der Sah stammt, daß „Deukschsein heiße, eine Sache um ihrer selbst willen tun" und der es wie kein anderer vor ihm und nach ihm verstand, menschliches Leid und menschliches Glück in die Allgewalt der Töne hereinzubannen. Wit den rauschenden Jubel seines Bekenntnisses zur deutschen Kunst wird diese Theaterwoche am kommenden Sonntag ausklingen. Wit dem starken, herben und blühenden Zauber seines die Herzen erschütternden Liebesliedes soll sie heute beginnen. So lange die Allgewalt der Liebe die Wenschen in ihren Bann zwingt, werden diese Töne weiter erklingen. Sie sind der letzte musikalische Ausdruck tragischer Leidenschaft und zeitentrückter Sehnsucht, hier hat der Weltengeist einen Genius begnadet und ihm in überschwenglicher Gebefreudigkeit Töne in die Feder gelegt, die für alle Zeiten die Herzen der Wenschen erheben und erschüttern werden. Wenn wir mit Wagners „Tristan und Isolde" die Reichstheaterwoche eröffnen, um sie mit seinen „M e i st e r s i n g e r n" zu beschließen, so huldigen wir damit dem großen deutschen Genie, das unserer Zeit am nächsten steht und deshalb auch von der wertearmen und pietätlosen Vergangenheit, die wir überwanden, am heftigsten begeifert und befehdet wurde. Wie turmhoch erhebt sich seine ewige Kunst über den nörgelnden Besserwissereien einer sederaewandten kritischen Gilde, die während der Verfallszeit des November in Deutschland das große Wort führen durfte! Wie weit läßt feine Meisterschaft der Tone, seine Klarheit der Linienführung, seine Ueberfüüe echtesten Musikantentums, seine dichterische Gestaltung und Ballung des dramatischen Stoffes all die überheblichen und in ihrer Talentlosigkeit geradezu aufreizenden Banalitäten moderner Atonalität hinter sich! Wie-modern wirkt Wagner heute noch in seiner virtuosen Beherrschung der technischen Mittel und in der glanzvollen Durcharbeitung des musikalischen Stoffes bis in die letzte blühende und singende Melodienführung hinein! Zu ihm sich bekennen, das beißt Bekenntnis ablegen für die deutsche Kunst der Tone. Das in dieser festlichen Stunde zu sagen, waren wir dem großen Genius schuldig. Von ihm kann man wie von keinem anderen behaupten, daß er die Menschen glücklicher gemacht habe. Das neue Reich erfüllt nur eine selbstverständliche Dankespflicht tiefgeneigter Ehrfurcht, wenn es in Richard Wagner feinem unsterblichen Genius huldigt. Erneute stürmische Huldigungen für den Führer. Dank an die Künstler. Nach der Ansprache des Reichspropagandaministers begann in dem festlich gestimmten Hause die erste Vorstellung der Theaterfestwoche, „T r i st a n und I s o l d e". In der Pause nach dem zweiten Akt begab sich der Führer auf den Balkon des Opernhauses. Als die Menschenmenge den Führer erkannte, überflutete ein gewaltiger Menschenstrom die Sperrketten, nach wenigen Minuten war der ganze Platz vor dem Opernhaus ein brodelndes Menschenmeer, aus dem immer wieder begeisterte Heil-Rufe emporstiegen. Der Führer grüßte immer wieder die Bevölkerung, deren Begeisterung keine Grenzen mehr kannte. Als der Führer sich dann anschickte, den Balkon wieder zu verlassen, stieg aus der Menschenmenge — niemand weiß, wer es begann — urmächtig das Deutschlandlied empor und dann das Horst-Wesiel-Lied. Inzwischen nahm die Oper „Tristan und Isolde" mit dem dritten Akt ihren Fortgang. Am Schluß spendete der Führer, der der ganzen Vorstellung mit sichtlichem Interesse gefolgt war, den Künstlern lebhaften anhaltenden Beifall, dem das gesamte Haus folgte. Sodann begab sich der Führer trotz der späten Stunde — es war schon 1.30 Uhr nachts — noch auf d i e Bühne des Dresdener Opernhauses, um allen Mitwirkenden herzlich für das Zustandekommen dieser einzigartigen Borstel- hing z u danken. Der Führer unterhielt sich sowohl mit den Hauptdarstellern als auch mit Bühnenarbeitern. Unter den Heil-Rufen des Bühnenpersonals verließ der Führer das Opernhaus und fuhr die dicht gedrängte Menschenmenge entlang, die trotz der vorgerückten Stande und des unfreundlichen Meters den Adolf-Hitler-Platz in dichten Reihen umschlossen hielt. Auftakt in Genf. Franzosen und Muffen wollen den Hilfeleistungspakt vorschieben. Genf, 28. Mai. (DNB.) Im Vordergrund des internationalen Interesses in Genf steht heute vor allem das Schicksal der Abrüstungskon- ferenz, während die am 30. Mai beginnende neue Tagung des Völkerbundsrates vorläufig noch weniger beachtet wird, obgleich sie die Aufgabe hat, nun endlich die Vorbereitung für die Abstimmung im Saargebiet in Gang zu bringen Und vor allem den Abstimmungs- termin festzusetzen. Der Zustrom ausländischer Staatsmänner wird diesmal ungewöhnlich stark sein. Der amerikanische Abrüstungsdelegierte Norman Davis ist ebenso wie der russische Außenminister Litwinow und der englische Lordsiegelbewahrer Eden schon in Genf eingetroffen. Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hatte am Sonntag schon verschiedene Besprechungen. Man nimmt an, daß noch einmal versucht werden soll, die Konferenz, wenn auch mit beschränktem Ziel, wieder in Gang zu bringen. Die Engländer und Italiener empfinden aber wenig Neigung dazu. Man spricht aber davon, daß die Russen mit französischer Unterstützung ihren neuen Plan, der einen gegenseitigen Hilfeleistungspakt vorsieht, unterbreiten wollen, und daß man die Konferenz veranlassen will, sich diesmal mit der Kontrolle des Waffenhandels und der Massenfabrikation zu befassen, wofür angeblich die Amerikaner einen Antrag vorbereitet haben. Vor allem wird das Lieblingsthema „Rückführung Deutschlands in die Abrüstungskonferenz" eifrig weiterdiskutiert. In Wirklichkeit ist alles noch völlig unsicher. Im übrigen muß auch von italienischer Seite mit Überraschungen gerechnet werden. Europa am Scheidewege. Eine Warnung Mussolinis. Rom, 26. Mai. (DNB.) Mussolini hielt vor der Abgeordnetenkammer eine Rede, in der er sich mit der wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Lage Italiens beschäftigte. Die letzten Kürzungen der Beamtengehälter seien leider notwendig gewesen. Für die Marine und die Luftfahrt würde eine Milliarde Lire (etwa 213 Millionen Mk.) in den Haushalt eingesetzt werden, die sich auf sechs Jahre verteilten und zur Erneuerung des Linienschiffsund Flugzeugmutterfchiffsmaterials dienten. Der Wirtschaftskrieg, in dem man sich augenblicklich befinde, werde durch die vielen politischen Reibungsflächen verstärkt. Europa stehe am Scheidewege. Entweder es treibe eine praktische Politik oder es gebe das Steuer aus der Hand. Der Krieg mache erst den Mann, wie das Mutterwerden die Frau. Er glaube nicht an die Möglichkeit eines ewigen Friedens, der auf die Grundtugenden des Mannes, die sich nur im blutigen Ringen entfalten, verschlechternd und vernichtend wirken würde. Das italienische Volk werde in der Aristokratie des Liktorenbündels Zusammenhalten. * Die italienische Presse sagt zur Rede des Duce: xßerin das Geschick Europa noch Jahre des Friedens schenke, dann werde Italien seine Arbeit des inneren Wiederaufbaues fortfetzen, menn aber die Zukunft den Krieg bringe, dann roeröe ihm das italienische Volk, belebt und geführt ourch die Aristokratie des Faschismus mit Disziplin und unbezwingbarem heroischen Willen gegen- überfteben Die „Gazetta bei Popolo" überschreibt ihren Kommentar „M afjnung an Europa" Die wirtschaftliche Krise, schreibt sie, finde Aspekte, die einen Aufschwung erhoffen lassen können, aber dieser Aufschwung sei abhängig von der politischen Frage: Krieg oder Frieden? Die italienische Doktrin halte den ewigen Frieden für ausgeschlossen, und wenn sie auch den Frieden erhoffe, so sei man doch gerüstet zum Kriege. Die Mahnung für das alte Europa sei, eine einheitliche und kontinentale Politik zu treiben, oder aber das Bollwerk der internationalen Politik werde seiner Hand entgleiten und an die Vereinigten Staaten oder Japan übergehen. Skepsis in England. Versäumte Gelegenheiten.—Dre Initiative liegt bei Frankreich. London, 28. Mai (DNB.-Funkspruch). „Daily Telegraph" sagt, mit der Umwandlung der Abrüstungskonferenz in eine Sicherheitskonferenz, in der hauptsächlich solche Nationen vertreten seien, denen daran liege, Verbündete gegen Japan oder ein wiederbewaffnetes Deutschland zu finden, werde Großbritannien keineswegs einverstanden sein. Die Vereinigten Staaten würden abseits bleiben und keine Verpflichtung übernehmen. Außerdem würde es sogar dann nicht einmal eine Abrüstung und allem Anschein auch keine Begren- zuna der Rüstungen geben. Durch eine Beteiligung würde Großbritannien seine Verpflichtungen und Verbindlichkeiten unbegrenzt vermehren, ohne etwas dafür zu erhalten, am wenigsten Sicherheit. Mussolinis letzte Rede zeige, daß er, der während der ganzen Konferenz einer der energischsten Befürworter der Abrüstung oder im Notfall wenigstens der Rüstungseinschränkung gewesen sei, jetzt der Ueberzeugung sei, daß im Augenblick b i e Gelegenheit verpaßt worden sei. Sein Loblied auf die erfrischende Wirkung von Kriegen sei zu bedauern. Wenn die von ihm erwähnte Gefahr eines ewigen Friedens bestünde, so sei daran erinnert, daß der jetzige Friede erst 15 Jahre a 11 sei. Mussolinis Ankündigung neuer Kriegsschiffbauten folge der ähnlichen Ankündigung des Präsidenten Roosevelt. Seine Rede habe die Wirkung eines Pfeiles, der auf eine Konferenz abgefchoffen werde, die enttäuscht habe. „Time s" spricht von der Möglichkeit, Deutsch, land die Rückkehr zur Konferenz dadurch zu er- leichtern, daß die Fünfmächte - Erklärung über Deutschlands Gleichberechtigung in einem System der Sicherheit von der gesamten Konferenz angenommen werde; doch beurteilt das Blatt die Aussichten sehr pessimistisch. Es sei schmerzlich, jetzt an den Mangel an Entge- gentommen zurückzudenken, das zu Beginn der Abrüstungskonferenz die Ansprüche Deutschlands mit ihrem Verlangen nach einigen „Musterwaffen" gefunden hätten. Es sei beinahe gewiß, daß eine energische Anstrengung der anderen Mächte 1932 ein Ergebnis hätte zeitigen können. Es sei auch während der letzten Wochen eine andere Gelegenheit verpaßt worden, als Hitler Vorschläge gemacht habe, die auf jeden Fall ihrem Wesen nach vernünftig gewesen seien. Jedenfalls sei es unerklärlich, daß sie keine angemessene Ant. wort gefunden hätten. „S u n d a y Times" wirft der französischen Regierung vor, daß sie darauf bestehe, die Abrüstungs- frage in die „vier Ecken des Völkerbundes" zurück- zuzwingen. „Die französische Politik ist zum Fehlschlagen verurteilt, weil sie klaren Tatsachen den Rücken dreht. Es ist bestimmt besser für Frankreich, wenn Deutschlands Wiederaufrüs^en unter einer Konvention kontrolliert und beschrankt wird, die Deutschland einschließt, statt daß die beut« sche Nation außerhalb jeder Vereinbarung Frankreich und seinen Nachbarn zum Trotz aufrüftet. Die Hauptinitiative liegt jetzt bei Frankreich. Es ist sich und der Zivilisation schuDig, eine Vereinbarung möglich zu machen..." Frankreich macht in „Saarpropaganda". Paris, 26. Mai. (DNB.) Im großen Amphi« theater der Sorbonne fand eine Hauptversammlung der französischen „S a a r d e r e i n i g u n g" statt. Die Versammlung stand unter dem Ehrenvvrsitz des Ministerpräsidenten Doumergue. Zur Ausschmückung des Theaters hatte man die Wappen der saarländischen Städte mißbraucht. Zu7 erst ertönte die Marseillaise. Dann sprach Jaques Bardoux, der sich in Redensarten, wie „das französische Volk wolle unerbittliche Gerechtigkeit", erging und sich bitter über den Empfang der französischen Studenten auf ihrem „geographiegefchicht- lichen" Ausflug in Saarlouis beklagte. Diese Franzosen hätten in Saarlouis „mit derselben Höflichkeit empfangen werden müssen, wie die deutschen Studenten in Frankreich". Der Redner spielte dann weiter auf die bekannte Dokumenten- Unterschlagung durch naturalisierte Franzosen an, die er dem Deutschtum in die Schuhe schieben wollte. Aus allen diesen geflissentlichen Verdrehungen leitete er die Forderung ab, daß die französische Kolonie im Saargebiet „zu ihrer Vertretung und zu ihrem Schutze" einen Konsul haben müsse, der seine Fahne neben der des italienischen Konsuls aufpflanzen müsse. Der Abgeordnete Fribourg erklärte dann: Die Saar sei der Zufluchtsort derer, die die neue Herrschaft in Deutschland mit Zähigkeit verfolge. Daß Fribourg nicht nur für die Abstimmungsberechtigten, wie es mit dem Versailler Vertrag wohl zu vereinbaren ist, schützende Garantien verlangte, sondern auch für Ortsfremde und Emigran- t e n, ist bei der starken Aufmunterung, die gerade er diesen Kreisen zuteil werden läßt, nicht verwunderlich, hat aber mit Recht und Vertrag nichts zu tun. Hundert Frauen von der Saar beim Führer. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Führer empfing in der Reichskanzlei einhundertFrauenaus V ö k l i n g e n, die auf Einladung der NS.-Frauen- schäft in der Reichshauptstadt weilen. Die Führerin der Abordnung überreichte dem Reichskanzler eine prachtvolle Vase mit einem Rosenstrauß. Die Vase ist von den Heimarbeitern in Wadgassen hergestellt worden und war ein besonderer Gruß der NS.- Frauenschaft dieses uralten Glasschleiferdörfchens. Der Kanzler begrüßte alle Teilnehmerinnen durch Händedruck und unterhielt sich u. a. mit einem 70- jährigen Mütterchen, ferner mit einer Mutter von 13 Kindern und der jungen Frau eines Arbeitslosen, die sich das Geld zu der Reise nach Berlin durch Singen verdient hatte. Abschließend erklärte der Führer, ganz Deutschland sehne mit ebenso heißem Herzen wie die Saarländer den Augenblick herbei, in dem das Saargebiet wieder dem deutschen Mutland angegliedert werde. Sie belgische Sondermission in Berlin Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Herr Reichspräsident empfing den Königlich Belgischen Botschafter in besonderer Mission BaronHolvoetzur Entgegennahme der Notifizierung des Ablebens des Königs Albert und der Thronbe- befteigung feiner Majestät des Königs Leopold. Der Botschafter brachte den Dank des Königs für die ihm bekundete Teilnahme zum Ausdruck und versicherte den Herrn Reichspräsidenten des lebhaften Wunsches seines Souveräns, die guten, zwischen beiden Ländern bestehenden Beziehungen zu wcchren und zu festigen. Der Herr Reichspräsident übermittelte seiner Majestät dem König seine besten Wünsche für eine erfolgreiche Reaierungstätigkeit und ver« icherte, daß der Wunsch des Königs nach einer engeren Gestaltung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien von ihm auf das lebhafteste geteilt werde. Die Sondermission begab sich odann zum Ehrenmal Unter den Linden, wo sie vom Kommandanten der Stadt Berlin Generalmajor Schaumburg begrüßt wurde. Dor dem Ehrenmal hatte die Ehrenkompagnie des Wach- regiments Aufstellung genommen. Nach Nieder- legung eines Kranzes nahm die Sondermission mit dem Stadtkommandanten den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie ab. Wechsel in der Leitung der Deutschen Gtudentenschast. Berlin, 26. Mai. (DNB.) Der Reichsminister ür Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, hat den Führer der Reichs schäft der Studierenden In den deutschen Hoch- und Fachschulen Dr. S t a e b e l empfangen, der ihm den Wunsch unterbreitete, von der Führung der deutschen Studentenschaft b e f r eit zu werden. Reichsminister Rust hat diesem Wunsche e n t f pr o cken. Der Reichsschaftsführer Dr. Staebel hat entsprechend der Verfassung der deutschen Reichsschaft (Studentenschaft) Dipl.°Jng. Zarenger mit der kommissarischen Leitung der Deutschen Studentenschaft beauftragt. Dr. Staebel behält die Führung der Reichsschaft der deutschen Studierenden inne. Arbeitstagung der Akademie für Deutsches Recht ausgesprochen. * >ür? Ob WS meter 1:26,03 Std., was einem Durchschnitt von 205,3 Stundenkilometer entspricht. i1 11 Berlin I F den die gram gerabe ht ner« j nidits Aus aller Welt. Aljechin und Bogoljubow kämpfen wieder unentschieden. in: 2i! e jjm. |e. Sog erechtz oohl P ijrf * w L W Die 20. Partie des Schachweltmeisterschaftskampfes, die in Nürnberg zum Austrag gelangte, endete ebenfalls unentschieden. Dr. Aljechin wählte in seiner Eröffnung abermals das beliebte Damengambit. Der Kampf, der nur 2XA Stunden beanspruchte, gelangte bald in das Endspiel, wobei Weiß (Dr Aljechin) eine etwas bessere Stellung erzielte, die jedoch zu einem Gewinn nicht ausreichte. Schon nach 43 Zügen sand damit die Partie ein unentschiedenes Ende. Nach dieser 13. Remispartie des Schachweltmeister- schaftskampfes ist der Stand folgender: D r. Aljechin 12% Punkte, Bogoljubow 7% Punkte. Die 21. Partie beginnt am Dienstagabend in Karlsruhe. Turnerfchaflerlagung in Vad Blankenburg. Das diesjährige Treffen des Verbandes der Turnerschaft auf deutschen Hochschulen in Bad Blankenburg (Thür.) steht im Zeichen der Zeltgemeinschaft, der Tausende junger Studenten aus allen Teilen des Reiches. Als Gäste der Turnerschaft nehmen an der Verbandstagung auch fünfzig saardeutsche Volksgenossen teil. Der Turnerschaftertag trägt nicht den Charakter eines Kongresses, sondern dient einer Willenskundgebung des Verbandes. Auf einem im Schwarzatal abgehaltenen Thing sprach der Amtsträger für turnerschaftliche Erziehung, Sy I. Knigge. Ein Jahrzehnt hindurch sei der Verband, damals auf verlornem Posten stehend, eindeutig für das neue Reich eingetreten. Aber nicht aus der Vergangenheit heraus wolle er seine Daseinsberechtigung ableiten, sondern aus der in Zukunft zu leistenden turnerschaftlichen Erziehungsarbeit. Sie solle erneut die Kraft geben, als tatwillige und tatkräftige Männer der Stoßtrupp zu fein für den Aufbau der Kameradschaft des Arbeiterund Soldatentums unseres Führers Adolf Hitler. Auf einer Kundgebung sprach ferner Staatsrat Spaniol (Saarbrücken) zur Saarfrage. Eine Heldengedenkfeier und ein Turnfest zusammen mit der landes vertreten. In den ersten Runden schien alles gut zu gehen, Hans Stuck war gut abgekommen und hatte sich in blendender Fahrt einen Vorsprung von drei Minuten erkämpft. Auch Momberger und Prinz zu L e i n i n g e n, die am Steuer der anderen zwei Porsche-Wagen saßen, kamen gut mit und leisteten ausgezeichnete Schrittmacherdienste für Stuck. Varzi, Moll, Nuvolari konnten sich nicht entfalten, sie fuhren wegen der nassen Bahn wohl auch etwas vorsichtig. Als dann Stuck anhalten und die Reifen wechseln muhte, übernahm Nachdem die beiden Kissinger Partien an Pfingstfeiertagen rasch beendet waren, wurde Pause, wie bereits gemeldet, mit einer Massen- simultanvorstellung in Nürnberg ausgefüllt. Die beiden Meister setzten dann mit der 19. Partie ihr Ringen um die S ch a ch - W e l t m e i st e r s ch a f t fort. Der deutsche Meister zeigte sich in sehr guter Verfassung, er hatte bereits im Mittelspiel Dr. Aljechin überspielt. Bogoljubow versuchte jedoch zu komplizieren, statt den einfachen Gewinnweg zu wählen, so daß es dem sich zäh verteidigenden Weltmeister gelang, das Spiel glücklich fortzusetzen. Bei der Wiederaufnahme wurde die Partie bereits nach wenigen Zügen remis gegeben, da der deutsche Meister keine Möglichkeit sah, seinen geringen Vorteil in Gewinn umzusetzen. I oW iu r v* W N: N chki % * schiossenheit des deutschen Volkes und des deutschen Rechtsstandes hinmarschiere. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing Samstagnachmittag den Reichskanzler Adolf Hitler zu einer Besprechung schwebender politischer Fragen. Seine Durchlaucht der Reichsverweser des Königreichs Ungarn, Admiral von Horthy, hat dem preußischen Ministerpräsidenten und Reichsluftfahrtminister Hermann Göring anläßlich dessen Anwesenheit in Budapest das Grohkreuz des ungarischen Verdien st kreuzes verliehen. ♦ Gegen die deutsche Gesandtschaft in Kopenhagen wurden sechs mit röter Farbe gefüllten Flaschen geworfen. Die Täter, bei denen es sich ohne Zweifel um Kommuni st en handelt, konnten entkommen. Der Polizei ist jedoch von Augenzeugen des Bubenstreiches die Personalbeschreibung von zwei Personen mitgeteilt worden. Das dänische Außenministerium hat dem deutschen Gesandten das Bedauern der dänischen Regierung empfing »naus FrW' (er eint )ie N ’tgep ?r W> ir^djeni. n imrq nem ft r von »itsiojtn in V- ärte fr 'W k W Ump1 imlir ; II«: h ppei fron’: ergir: °sls^ fjidjb . Di?': m hi e btö ’ fpielö nten- ai# idjid- )reh lzöM ng uti i müllt, Kon|u!- Der Rat der Volkskommissare der Sowjet Union hat b i e Preise für Brot, das auf Lebensmittelkarten verkauft wird, erhöht. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Löhne für die gesamte Sowjetunion um 650 Millionen Rubel zu erhöhen. Die Preissteigerung für Getreide wird damit begründet, daß die Lanowirtschaft ihre Kosten decken müsse. u«l * "5* 6V S V rfch Einzigartiger Kampf der Maschinen. Berlin, 27. Mai. (DNB.) Auf der Automobil- Verkehrs- und Uebungsstraße der Reichshauptstadt, der Avus, wurde am Sonntagnachmittag das von der obersten nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt veranstaltete 9. Internationale Avusrennen 1934 für Rennwagen mit phantastischen Geschwindigkeiten ausgetragen. Das sensationell sie Auto - Rennen Deutschlands bildete nicht nur für die Sportbegeisterten, sondern darüber hinaus für alle Berliner und Deutschen den Mittelpunkt des Gespräches, waren doch zum erstenmal wieder seit Jahren deutsche Firmen, z. T. mit vollkommenen Neukonstruktionen, angetreten, um den in vielen internationalen Kämpfen erprobten ausländischen Maschinen und Fahrern als ernste und harte Konkurrenten entgegenzutreten. Schon in den frühen Morgenstunden des Sonntags fetzte der Strom nach der Avus ein. Zehntaufende von Autos hatten die Avus zum Ziel, und bald waren sämlliche Parkplätze überfüllt. Aus ganz Deutschland, selbst aus dem Auslande, waren die Sportbegeisterten gekommen, um diesen einzigartigen Kampf der Maschinen mitzuerleben. Als kurz vor 14 Uhr die feierliche Flaggenhisfung stattfand, umsäumten wohl an die 2 00 000 Zuschauer die 19,6 Kilometer lange Rennstrecke. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man u. a. Reichsverkehrsminister von Eltz-Rübenach, General Fritsch und Obergruppenführer Major Hühnlein. Für das Rennen waren alle nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden, um vor allen Dingen die Zuschauer nicht von ausbrechenden Wagen gefährden zu lassen. Drei Schutz- zäune waren längs um die Bahn gezogen. Etwa 15 000 SA.-Männer und Mitglieder des NSKK. sind eingesetzt, um den Ordnungs- und Absperrdienst zu- versehen. Ferner sind über die etwa 10 Kilometer lange Strecke 500 Aerzte und Sanitäter verteilt, um bei etwa vorkommenden Unglücksfällen sofort eingreifen zu können. Etwa eine halbe Stunde vor dem auf 14 Uhr angesetzten (^tartbeginn fand am Startplatz in Gegenwart sämtlicher Fahrtteilnehmer eine feierliche Flaggenparade statt. Nacheinander gingen die Fahnen der sieben beteiligten Nationen an den Masten hoch, und das Deutschland- unb das Horst-Wessel-Lied beschlossen die kurze einleitende Feier. Deutschland bat Pech. Punkt 14 Uhr fiel die Startflagge zum Rennen der kleinen Klasse. Das Wetter hielt sich noch und so konnten die 16 Wagen mit Vollgas auf die Reise gehen. V e y r o n auf Bugatti, der das Rennen schon im Vorjahre an sich brachte, sicherte sich gleich einen kleinen Vorsprung vor Günther Burggaller- Berlin den er auch zäh bis zum Schluß der zehn Runden verteidigte. Besonderes Interesse hatte man natürlich den neuen Zoller-Wagen entgegengebracht. Um so größer war die Enttäuschung, als alle drei nacheinander sang- und klanglos auf der Strecke liegen blieben. Auch sonst gab es noch allerhand Ausfälle- die Gebr. Bäumer, Earl Howe, der Tscheche Sojka und Va g n i e z - Frankreich waren dem schweren Rennen auf die Dauer nicht gewachsen. Insgesamt beendeten von den 16 gestarteten Fahrern ganze acht das Rennen. — V e y r o n brauchte für die 196 Kilometer lange Strecke 1 Stunde, 4 Minuten und 36 Sekunden, er fuhr also 182,7 Stundenkilometer im Durchschnitt. Ihm folgte nach 33 Sekunden der Deutsche Burgg aller auf Bugatti mit 1:05,9 Stunden und als Dritter der Italiener Graf V a st e l b a r c o auf Mase- ratti mit 173,6 Stundenkilometer. _ , „ Kurz vor Beginn des Rennens der „Großen ging ein Hagelschauer nieder der aber ine Stimmung der Massen nicht so abduschen konnte wie die Nachricht, daß Mercedes-Benz feine Meldungen zuruckgezog en hat. Die Unterturk Heimer Firma konnte ihre Maschinen brs zum-Rennbeginn nicht mehr fertig machen und bl^ daher den Start ab. So mußten also die Deutschlands Farben gegen den Ansturm des^Aus^ Deutschlands sensationellstes Autorennen Auf der Avus in Berlin. — Ausländer siegen in beiden Klaffen. Mercedes-Benz scheidet aus. M o l l die Führung. Stuck ging ihm nach, feine Maschine kam aber nicht mehr auf volle Touren. Schließlich wurde der Kupplungsschaden zu gefährlich, so daß Stuck aufgab. Da auch Prinz zu Lei- ningen bald darauf ausfiel, hatte der kleine Momberger die ganze Last der Verantwortung auf sich. Man mufs es ihm hoch anrechnen, daß er in schneidiger Fahrt ganz knapp hinter Moll und Varzi aus dem dritten Platz einkam. Moll fuhr sein Rennen in gleichmäßigem Tempo nach Hause. Er brauchte für Die 15 Runden und 294,426 Kilo- rui Berlin, 26. Mai. (DNB.) Im großen Sitzunas- saal des Preußenhauses hielt die Akademie für ■ Deutsches Recht ihre zweite Arbeitstagung ab, der Reichsjustizminifter Dr. Gürtner, sowie zahlreiche andere Vertreter der Behörden beiwohnten. Reichsjustizminister Dr. Frank erklärte im Namen dieses Areopags des deutschen Rechts, daß es für die deutschen Juristen ein Saarproblem nicht gebe. Es gebe nur eine Frage d e s Abstimmungszeitpunktes, und wenn diese gelöst sei, dann kehre die Saar zum Deut- scheu Reich für immer zurück. Deutschland wolle sein Reich in Frieden und Gesetzlichkeit auf- bauen und es werde keine Macht der Erde geben, die es in diesem Werke irgendwie behindern könne. Der Vizepräsident der Akademie, Geheimrat Prof. Dr. Kisch, Vorsitzender des Ausschusses für bürgerliche Rechtsfragen, führte dann u. a. aus, daß sich der Ausschuß zunächst mit drei Fragengebieten besaßt habe, nämlich mit der Organisation der Gerichte, der Beschleunigung des gerichtlichen Verfahrens und dem Güte- gebauten. Weitere Aufgaben seien die Zwangs- vollstreckungsprobleme und die Vergleichsordnung. Der Ausschuß für das Erb- tz o f r e ch t habe sich mit der Schulungsarbeit befaßt und die Zusammenarbeit zwischen den Bauern und den Juristen in den Vordergrund gerückt. Der Ausschuß für gewerblichen Recht s schütz habe ausgezeichnet Entwürfe des Reichsjustizministeriums zur Grundlage gehabt. Der stärkere Schutz des Erfinders, die Nichtigkeitserklärung zu Unrecht erteilter Patente, die Benutzung der Gerichte zu patentrechtlicheu Streitigkeiten und endlich die Zentralisierung auf wenig Gerichte, bei denen Kammern gebildet wurden, in denen neben Juristen auch technische Sachverständige sähen, seien weitere Aufgaben. Staatssekretär F r e i ß l e r, der Vorsitzende des Zentralausschusses der Strafrechtsaoteilung der Aakademie, konnte dem Präsidenten die abgeschlossenen Arbeiten dieses Ausschusses druckfertig überreichen. Er wies dabei darauf hin, daß dieses Gebiet einer grundlegenden neuen Richtunggebung bedurfte. Professor Dr. Hedemann-Jena betonte, daß es sich beim bürgerlichen Recht um ein besonders schwieriges Gebiet handele, da hier der Volksgenosse auf Schritt und Tritt vckst der Rechtsmaterie berührt werde. Außerdem seien zunächst zu klären die Frage der Grenzziehung zwischen bürgerlichem und öffentlichem Recht und die Frage des Eigenrechtes der Stände, das ja nun auch im Erbhofrecht und im Arbeitsrecht geschaffen sei. Als erster Versuch sei das M i e t r e ch t in Angriff genommen worden. Auch in diesem sehr individualistischen Recht könne der Gedanke der Volksgemeinschaft ausgedrückt werden. Rechtsanwalt Dr. M o e s m e r berichtete über die Tätigkeit des Ausschusses für Familien- recht, der zunächst nur einen Teilbegriff, die Ehescheidung, behandelt habe. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin G e l p ck e berichtet aus dem Ausschuß für Jmmobilienkredit, daß der Jmmobilienkre- dit nicht durch ein besonderes Gesetz eingereiht werden solle. Der Ausschuß habe sich für b i e Beibehaltung d e s Grundbuches ausgesprochen. Den heutigen Formen der Belastung (Hypothek und Grundschuld) seien beizubehalten. lieber „Wesen unb Aufgabe bes SBetyr- rechts" sprach Oberführer Binz. Das Wehrrecht fei ein erweitertes notroenbiges Recht bes einzelnen, übertragen auf bie ganze Nation. Es gelte, alle juristischen Möglichkeiten auszuschopfen gegen biejenigen, bie uns das Recht zum Leben versperren wollten. Der Ausschuß habe den Kampf um bie beutsche Sicherheit unb Gleichberechtigung auf dem Gebiet der Lanbesverteibigung mit juristischen Mitteln zu führen. m . Staatsrat Prof. Karl S ch m 111, ber Vorsitzenbe des Ausschusses für Staats- unb Verwaltungsrecht, erklärte, es gelte für ben Ausschuß zunächst bie zu einem leeren, allgemeinen Begriffe gewordene Körperschaft des öffentlichen Rechtes neu zu schaffen. Eine engere Aufgabe fei bann bie Gerichtsbarkeit auf dem Gebiete bes öffentlichen Rechts unb bie engste enblich, bas Problem bes sogenannten Reichsverwaltungsgerichtes. Geheimer Justizrat Generalbirektor Dr Wilhelm Kißkalt sprach als Vorsitzender des Ausschusses für Aktienrecht. Der Ausschuß sei bemüht gewesen, den weltanschaulichen Grundsätzen des Nationalsozialismus durch seine Vorschläge Geltung zu verschaffen, so daß ber Geist des ehrbaren Kaufmannes wieder in die Wirtschaft einzieht. Dr. D e r s ch berichtete über die Arbeiten des Ausschusses für Arbeitsrecht. Das künftige Arbeitsrecht müsse den Arbeitsvertrag als einen freiwillig abgeschlossenen zweiseittgen Vertrag gel ^Präsident Kleiner teilte mit, daß für den Entwurf eines R e i ch s s p a r k a s s e n g e s e tz e s zwei große Gesichtspunkte maßgebend feien Die Notwendigkeit der Vereinheitlichung des bestehenden Sparkassengesetzes und die Anpassung an bie nationalsozialistischen Gebankengange und Rechtsauffassung. Mit Rücksicht, au die bersch ledenhett der Entwicklung in den einzelnen Landern werde man es bei einem Rahmengesetz belassen müssen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Sozialversicherung 23 r u cf n e r gab der Überzeugung Aus- süßlichen Fragen habe ergeben, daß das ^erstcye LaÄ?un^träg“r8C«Ä di/ Sch-sfun» eine. XVTttuHs mfnüpfte mH feinem Beridj^über die Arbeiten des Ausschu'fts für _ SA. und HI. Blankenburg sollte zeigen, daß die Turnerschaft ihre Verbandsarbeit nicht als Selbstzweck anfehe, sondern daß sie sich eins fühle mit ihren Kameraden aller Schichten ber jungen Generation. Reichs-Schüler-Leistungsschreiben in Deutscher Kurzschrift. Die Deutsche Kurzschrift (früher Einheitskurzschrift) hat sich roieberum glänzend bewährt. Wohl bie größte kurzschriftliche Veranstaltung, bie jemals ftattfanb, war bas erfte beutsche Reichs - Schüler-Lei ft ungsschreiben, bas mit Unterstützung bes Reichsministers bes Innern unb ber beutschen ßänberminifterien durch- geführt mürbe, lieber 100 000 Angehörige von mehr als 3000 beutschen Lehranstalten lieferten freiwillig über 85 000 Arbeiten. Auch beutsche Aus- lanbsschulen nahmen teil: bie beutschen Schulen in Istanbul (Türkei), Rustschuk (Bulgarien), im Haag (Holland). Der Zweck ber Veranstaltung, ben Schülern Freube am eigenen Können zu vermitteln, würbe überall erreicht. Die Begeisterung war groß, sogar Linkshänber unb Einarmige' schrieben mit. Besonders hervorgetan haben sich bie Volksschulen, bie bamit aufs neue ben Beweis erbrachten, baß bie Deutsche Kurzschrift als Unterrichtsfach aller Schulgattungen vorzüglich geeignet ist. Eine neue Kurzschrift-Generation wächst heran, bie Staat unb Wdttschaft nützen wirb. Neuer Langstreckenflug der Franzosen Lodos und Rossi. Die beiben französischen Langstreckenflieger C o ■ b o 5 unb Rossi finb am Sonntagfrüh 5.10 Uhr vom Flugplatz Le Bourget aus zu einem L angst e ck e n f l u g in Richtung San Diego in Kalifornien gestartet. Sie haben Funkgerät an Borb. Ihr Apparat, ber nach ihrem Kameraben „Joseph Le Brix" benannt ist, rollte 1800 Meter, ehe er knapp hochkam. Die beiben Flieger haben zunächst Kurs auf Sübirland genommen unb werben je nach ben Wettermelbungen eine mehr nördliche ober südliche Richtung einschlagen. Sie haben 7800 Liter Benzin an Bord, die es ihnen ermöglichen sollen, ihren eigenen Rekord von 9150 Kilometer auf über 10 000 Kilometer zu verbessern. Gegen 7 Uhr wurde der „Joseph Le Brix" über Cherbourg gesichtet. Um 11.45 Uhr ist folgender Funkspruch von dem Flugzeug „Joseph Le Brix" eingegangen: „Befinden uns 48,15 Grad nördlicher Breite und 16,35 Grad westlicher Länge. Haben 1430 Kilometer in sieben Stunden zurückgelegt. Stimmung gut. Gruß an die Freunde." — Cobos und Rossi haben die Funkstation auf Cap Race (Neufundland) in einem Funkspruch ersucht, ihnen bei der Orientierung zu helfen, da sie infolge dichten Nebels über der Neufundlandbank Schwierigkeiten hätten, den Weg nach Neufundland zu finden. Nach ihrem letzten Standorttelegramm vefanden sie sich 400 Meilen östlich von Cap Race. (Eine Freiballon-Nachtfahrt in die Schweiz. Am Samstag um 20.30 Uhr startete der Freiballon „M ü n ch e n 4" in Gersthofen bei Augsburg zur 6. Freifahrt der Fliegerortsgruppe München. Der Ballon, der von Architekt H e l b • mann geführt wurde und eine Höhe von 2500 Meter erreichte, überflog am Sonntagfrüh um 4 Uhr zwischen Friedrichshafen und Romanshorn den Bodensee. Die glatte Landung erfolgte nach der Ueberfliegung von Frauenfeld in der Schweiz am Sonntagfrüh, wo den deutschen Ballonfahrern eine ausgezeichnete Aufnahme zu Teil wurde. Schneefall im Riesengebirge. In der Nacht zum Samstag ist, wie aus Hirsch- berg gemeldet wird, im Riesengebirge Schneefall 'eingetreten, so daß in höheren Lagen von 800 Meter aufwärts die Berge eine leichte Schneedecke aufweisen. Zwei SS.-rNänner vom Zuge überfahren und getötet Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Breslau teilt mit: Bei Kilometer 25,2 der Strecke Oppeln— Neiße wurden auf dem unbeschrankten Ueberweg der Kunststtahe Guschwitz—Ellguth—Tilowitz der 20 Jahre alte Motorradfahrer Siegfried Petrus und sein 21 Jahre alter Beifahrer Walter Wol - ter, beide aus Lamsdorf, von einem Personenzug überfahren unb getöte t. Die beiden Verunglückten waren SS.-Männer. Der Ueberweg ist gut übersichtlich. Warnkreuze unb Kraftverkehrs- Zeichen finb vorhanden. Die (Ermittlungen nach der Unfallursache schweben noch. Tribüneneinsturz während eines Autorennens. — 18 Schwerverletzte. Während des Autorennens um den Großen Preis der Picardie bei Amiens trug sich ein schwerer U n - fall zu. Eine 130 Meter lange Tribüne stürzte plötzlich ein. Bisher konnten 18 Schwerverletzte geborgen werden. Kurz vor dem Unglück hatte sich der Wagen eines Fahrers überschlage n. Der Fahrer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus geschafft, wo ihm ein Bein a b - genommen werden mußte. BJirbelftum in Chile. — Bisher drei Tote und zahlreiche Verletzte. Nach einer Meldung aus Santiago de Chile wurde die Stadt Concepcion von einem Wirbel- ft u r m heimgesucht, durch den mehrere Stadtviertel völlig verheert wurden. Bisher sind drei Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet worden. „Graf Zeppelin" über Kap Dojador. Nach Mitteilung der deutschen Seewarte in Hamburg hat das Luftschiff „Graf Zeppelin" am Sonntag um 22 Uhr MEZ. Kap Bojador südlich der Kanarischen Inseln an der afrikanischen Küste erreicht. Das Luftschiff hatte am Sonntagnachmittag eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 Kilometer. Lebenslängliches Zuchthaus für bie Entführer ©eitles’. Die festgenommenen drei Entführer des Petroleummagnaten G e 111 e s finb bereits 24 Stunben nach ihrer Verhaftung zu lebenslänglich e r Zuchthaus st rafe verurteilt worben. Die Verbrecher bekannten sich schulbig, da sie anbernfaüs bei ihrer Ueberführung burch bas Gericht zum Tobe burch ben Strang hätten verurteilt werben können. Völkerrecht den Nachweis, daß durch den Vorfriedensvertrag von 1918 das Recht Deutschlands auf das Saargebiet ausdrücklich anerkannt worden fei. Präsident Wilson habe erklärt, daß Frankreichs Anspruch auf das Saargebiet im Widerspruch stehe mit den zum Vertragsgegenstand erklärten 14 Punkten. Der Völkerbundsrat werde Über das Saargebiet nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages zu entscheiden haben. Er werde eingedenk sein müssen, daß jede Entscheidung, die nicht die uneingeschränkte Souveränität des Deutschen Reiches über das rein deutsche Saargebiet wiederherstelle, ein Rechtsbruch sei. Der Sachverständige für Rassenforschung im Reichsministerium des Innern Dr. Acyim G e r e k e prach über „Rasse und Recht", Die Gegenwartsaufgabe heiße, den deutschen Menschen gegen jegliche Angriffe von innen und außen zu schützen. Aufgabe der Zukunft sei es, d e n B e st a n d des Volkes nicht nur zu wahren, sondern auch dafür zu sorgen, daß es in Zukunft leben könne. Der Familie als der kleinsten Zelle des Volkes müsse das deutsche Recht als Schild gegeben werden zur Abwehr gegen alles, was sie feindlich be» türme. Der Präsident der Akademie, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, stellte in seiner Schlußansprache fest, daß die Akademie auf das große Ziel der Einheit, Reinheit und Ge- Oie 53 Hauptversammlung des W in Gedern rl. Gedern, 27. Mai. Zur 53. Hauptversammlung des VHC. trafen schon am Samstagnachmittag gegen 100 Wanderschwestern und -brüder teils mit der Bahn, teils zu Fuß, in unserem festlich geschmückten Städtchen ein. Der Auftakt zur großen Tagung war die von etwa 50 Vertretern der Zweigvereine besuchte Beiratssitzung hn Saale des Bergwirtshauses. Der Führer des Gesamtvereins, Dr. Bruchhäuser, eröffnete um 16.15 Uhr die etwa dreistündigen Beratungen. Eingehend wurde besprochen, daß und wie überall die noch bestehenden kleineren Wanderoereine in die in ihrem Heimatgebiet bestehenden großen Wanderbünde einzugliedern seien. Vereine, die sich dem widersetzen, müssen das Wort „Wander" aus ihrem Namen streichen. Die Bünde dürfen dabei keinem Wanderverein die Aufnahme verweigern, was für politische Ziele er früher auch verfolgt haben mag (z. B. ,,Naturfreunde"-Vereinigungen). Jeder Wanüerverein hat nach Anweisung des Reichssportführers als Sportverein zu gelten. Da nach einer neuerlichen Verordnung alle Beamten auch einem Sportverein angehoren müssen, muß in den nächsten Tagen in allen Zweigvereinen eine rege Mitgliederwerbung unter den Beamten einsetzen. Auf Anfrage eines Zweigvereins wurde das Verhältnis unserer Wandervereine zur Hitlerjugend erörtert. Jugendgruppen gründen die TVanderbünde nicht. Es ist aber damit nicht gesagt, daß sie Jugendarbeit und Jugendpflege nicht betreiben wollen und daß unsere auch von uns gewollte Staatsjugend nicht auch mit uns arbeiten soll. Es wäre schade, wenn unsere Ideale nicht auf die Jugend vererbt würden. Den Anträgen auf Aenderuna des Kopfaufdrucks unseres Monatsblattes „Der Vogelsberg" wurde stattgegeben. In Zukunft wird der Untertitel lauten „Blätter für Heimat und Wandern". Die Zeitschrift soll noch mehr bebildert werden. Der Bundesführer ordnete in Verfolg eines Antrags eine einheitliche Danderbewerlung im Gesamtoerein an. — Für langjährige Mitgliedschaft (50-, 40= und 25jährige) sind besondere Ehrenzeichen geschaffen worden. Der wichtigste Antrag (Soden-Salmünster), den Namen des Vereins zu ändern, der sich insbesondere gegen das Wort „Klub" richtete, fand keinen Anklang. Der Name bleibt in Ehrfurcht vor der 52- jährigen Ueberlieferung erhalten. VHC.-Bruder Dem berichtete über das Ergebnis der Fahnenspende, das es noch ermöglicht, Flaggen und Flaggenmasten für die Klubhäuser anzüschaffen. Auch über Notwendigkeiten, die sich aus dem Besitze der übrigen Häuser und des Bismarckturms für den Verein ergeben, sprach er eingehend. Dr. B r u ch h ä u s e r gab Richtlinien für die Beschaffung einer einheil, lichen Wanderklufl der Zweigvereine. Es gilt für jeden sich eine Eigenart in dieser Sache zu schaffen. Mit der deutschen Wandertagung in Plauen im September d. I. wird eine Schau deutscher Landschaftseigenart verbunden sein. Lauterbach wird mit Töpfereien, Alsfeld mit Trachten, Schotten mit Drucksachen vertreten sein. Wer macht noch mit? Für die nächste Hauptversammlung kommen die Orte Lich oder Grünberg in Frage. Der Zweigverein Lich will damit sein 50. Stiftungsfest verbinden. Die Frage wurde soweit geklärt, daß die Hauptversammlung sie rasch entscheiden kann. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Sitzung in der üblichen Weise um 19 Uhr geschlossen. Oer Begrüßungsabend. Die lange blumen- und fahnengeschmückte Turnhalle war dicht besetzt. Am Führer- und Gästetisch sah man neben den Mitgliedern des Vorstandes auch schon den Führer der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner, den Gauführer des Reichsbundes Volkstum und Heimat, Ministerialrat Rings- hausen, sowie den Vertreter der Kreisleitung Schotten, Ortsgruppenleiter Klein und den Bürgermeister Beyer von Gedern. Aus allen wanderfrischen Gesichtern leuchtete echte VHC.-Stim- mung und gab ein gutes Vorzeichen für das Gelingen des Abends. Nach einem flotten Eröffnüngs- marsch der Kapelle des Sturmbannes IV/466 begrüßte der Bundesführer, Dr. B r u ch h ä u s e r, die stattliche Versammlung und schloß mit einem „Sieg- Heil" auf den Führer, dem das Horst-Wessel-Lied folgte. VHC.-Schwester Anna Hofmann sprach den frisch-fröhlichen Vovspruch „Dir meinem Vogelsberg", der Gederner VHC.-Chor sang das Lied vom Wandern und ein Morgenständchen und unsere fleißige VHC.-Schwester Euler, die Sammlerin vieler alter vberhessischen Volkstänze, führte mit ihrer Mädchengruppe eine ganze Anzahl solcher schon fast verschollener Heimattänze vor. Inzwischen war unser oberhessischer Heimatdichter Georg Heß im Saale entdeckt und mit großer Freude begrüßt worden. Er trug wieder in bekannter Weise außerordentlich zur Verschönerung des Abends bei. Das tat auch der Gesangverein Liederkranz (Gedern) mit seinen Liedern „Wach auf du deutsches Land", „Dir meinem Vogelsberg" und „Ade zur guten Nacht". In dem schön gespielten Liederspiel aus dem Odenwälder Volksleben von Buxbaum „Der Krischdernchesbaam" kam so recht die alte deutsche Baumfreude und Ehrung zum Ausdruck. Musikvorträge und Mundartgedichte erhöhten immer mehr die fröhliche Stimmung, die. einen besonderen Höhepunkt erstieg in dem wunderbar zur Kapelle gesungenen Straußwalzer „An der schönen blauen Donau" des VHC.-Chors Gedern. An dieser Stelle mußte die an sich schon bedeutende und besonders begrüßte Ansprache des VHC.- Bruders und -Wanderführers Prof. Or. Werner zu ungemeiner Wirkung kommen. Er dankte den Gedernern für diesen prächtigen Abend und stellte fest, daß er zu den schönsten Veranstaltungen des VHC. gehöre. („Nicht nur Euer Lied war schön, Ihr habt's auch schön gesungen; es geht nichts über Gedern! Frischauf Eurer Arbeit!") Bürgermeister Beyer wies in seiner Ansprache darauf hin, daß diese Tagung des VHC. eine besondere Note hätte durch die Anwesenheit der beiden höheren Führer, daß sie in Rückblick und Ausschau Kraft für weitere Arbeit an der Heimatidee gebe, damit recht bald die Scharte wieder ausgewetzt wurde, die die vergangene liberalistische Zeit unserem Volkstum zugefügt habe. BHE.-Bruder Scriba sprach über die schöne Eigenart unserer Dogelsberg- natur,. die wir uns immer mehr zu erwandern hätten und Ortsgruppenleiter Klein - Gedern gab seiner Freude darüber Ausdruck, wie sehr es doch auch durch die Arbeit der Wandervereine im früher so verjudeten Gedern nun anders geworden. Georg Heß erfreute uns noch mit seiner „Reise durch den Odenwald". Der Gesangverein Liederkranz sang „Ade zur guten Nacht", die Kapelle spielte den Schlußmarsch und doch blieb die in Freude eins gewordene Gesellschaft noch viele Tanzweisen lang zusammen. Oie Arbeitstagung. Der Bundesführer Dr. Bruchhäuser eröffnete sie um 9.15 Uhr und teilte mit, daß VHC.-Bruder Ministerialrat R i n g s h a u s e n vor Eintritt in die Tagesordnung zu sprechen wünsche, da er noch einer Verpflichtung in Darmstadt nachzukommen habe. Ministerialrat Wngshau en mit großem Beifall begrüßt, sprach in bekamt markiger Weise über den VHC. als Heimatverein, der früher hier am Ort nur so geduldet von den maßgeblichen mchtarischen Machthabern seine stille ^Arbeit schaffte, heute aber von jeder Regierungsseite bewußt gefördert und gestärkt werde; denn es sei doch die heiligste Aufgabe, ein Volk zu erziehen, das sich seiner Art und Kraft bewußt sei und nicht nur geduldet, sondern trotzig und stark einhergehe seinen blutbestimmten Zielen zu; als freie und aufrechte Menschen wollen und sollen wir von nun an über unsere eigne Scholle wandern und Kraft aus ihr holen, mit der wir sie dann gegen alle Fährlichkeiten verteidigen können. Da sind noch so andere Vereinigungen wie die Sänger, die Sportler und Turner, die mit zum gleichen Ziele streben; was sie in ihrer deutschen Seele tiesinnerlich bewegt, dem gegeben sie Ausdruck, jeder auf seine Art, damit huldigen sie alle dem Heimatgedanken und der tiefen sittlichen Verbundenheit von Heimatscholle und Mensch und stellen sich alle in den Dienst des eigenen Volkes. So hohe Gedanken sind's, dem wir VHCer dienen! Wir bilden mit jenen und dem Reichsbund Volkstum und Heimat eine starke Front des Heimatgedankens und betreuen mit, was das Volk geschaffen, was es bewegt, wie es spricht und sich zeigt in Freud und Leid, wie es singt und sagt ... kurz das Volk in seiner Ganzheit. Wir machen die tiefsten Quellen seines Innenlebens wieder lebendig. Dgs Wort Heimat ist i m m e r Parole! Wir wandern! Ist das eine Sache unserer Beine? Nein! Sache der Seele und des Gemüts! Nicht um Spitzenleistung, wir wandern um seiner selbst willen. Unsere Ziele sind nicht Wirtshäuser, der Zweck liegt unterwegs in der Wanderung, im Durchwandern, Durchleben von Wäldern, Feldern, Wiesen und Triften. Unsere herzen schlagen höher, wenn wir bedenken, daß über diese höhen unsere Vorfahren gewandert sind, daß sie hier lebten und liebten und wir fühlen uns innerlichst verbunden mit ihnen. Wir erkennen: was du hier tust, ist heilig als Verbundenheit mit den Vätern und Aufgabe. So sollst du auch die Herzen deiner Jugend erziehen, damit der Gleichklana bleibt durch Tausende von Geschlechtern hindurch. Also nicht nur anuns erleben, nein, heilige Aufgabe ist, di e s e n Pulsschlag auch anderen mitzuteilen. Uns betrachten wir als Kern, von dem die Kraftströme ausgehen. Wir wollen Sänger unserer Heimat werden, für unsere Zeit und die kommenden Jahrhunderte. Keller, Jahn, Arndt sind wanderfrohe Menschen gewesen, haben alle die Aufgabe gelöst, sie wurden Sänger ihrer Heimat. Das sollen wir auch, immer unserem Erleben freudigen Ausdruck geben. Nicht als Wissenschaftlicher gehen wir hinaus, nein wie Thoma und Löns und geben so mehr als 1000 Wissenschaftler. So den Gedanken auch in unsere Jugend verankern! Was von Amts wegen geschehen kann, geschieht aber immer, sollt ihr von euch aus auch den Angriff auf Elternhaus und Schule machen. Der Quellborn von Heimat, Blut und Scholle soll wieder sprudeln wie nie zuvor, jetzt, wo wir endlich wieder ein Vaterland beschert bekommen haben. Rur der hat ein Vaterland, der sich zur Heimat bekennt, ein anderer kann es uns niemals weis- machen, daß er national ist. Wir erstreben zu diesem Ziel den Zusammenklang aller Vereinigungen! Das muß stärker in Erschein nung treten. Innige Zusammenarbeit stärkt die Fronten. Die kleinen Flämmchen werden eine gewaltige Flamme werden und das Volk mitgerissen! Alle Schwierigkeiten, auch die finanzieller Art, müssen überwunden werden. Niemand darf sich abkapseln. Du mußt die Heimat lieben wie du deine Mutter liebst, die dir Blut und Leben gibt. Dann wird ein Volk, trotzig und stark, bis in die Ewigkeit gebaut! In diesem Sinne wollet Geist und Gedanken der Versammlung verbinden und Kraft entfalten, daß Deutschland unbesiegbar bleibt in ewige Zeiten! (Großer Beifall!) lieber den weiteren Verlauf der Tagung berichten wir noch. Kreis Büdingen. x Nidda, 27. Mai. In erfreulicher Weise hot man endlich im Februar und März d. I. durch Zwangsmaßnahmen die Obstbäume hiesiger Gemarkung einer gründlichen Durchlichtung unterworfen. Aengstliche Gemüter sahen dies mit großer Sorge. Wenn auch der eine oder andere Baum, namentlich zu Beginn der Arbeiten, hart mitgenommen wurde, so vernimmt man doch jetzt allgemeine Zufriedenheit über die Vorschrift. Inzwischen wurde auch eine mehrmalige sachgemäße Bespritzung oorgenommen. Da aber ein allgemeiner Zwang hierzu leider nicht besteht, so dürfte der Endzweck, durch weitgehende Vernichtung der Schädlinge viel marktfähiges Obst zu erzeugen, noch nicht ganz erreicht werden. Neuerdings tritt die Blutlaus in der ganzen Gemarkung in äußerst starkem Maße auf. Leider sind viele Baumbesitzer gegen diesen äußerst gefährlichen Schädling gleichgültig. — Infolge des teilweise strengen Frostes im vergangenen Winter ist der diesjährige Weizen in vielen Fällen außerordentlich gelichtet. Die verschiedensten Unkräuter haben sich stark entwickelt. Wettervoraussage. Während ii! Nord- und Süddeutschland durch die Ausläufer der Finnlandstörung verbreitete Regenfälle niedergingen, hat sich bei uns der hohe Druck weiter durchgesetzt. Im allgemeinen fließt aber jetzt wärmere Luft zu, so daß die seitherigen annormal tiefen Temperaturen zum Ansteigen gebracht werden. Im Grenzgebiet zwischen hohem und tiefem Druck wird sich bei uns das Wetter bei vorwiegend ozeanischer Luftzufuhr wechselhaft gestalten, stellenweise ist sogar mit etwas Regen zu rechnen. Im großen ganzen wird aber der Witterungscharakter freundlich sein. Aussichten für Dienstag: Wechselnd- wolkig mit Aufheiterung, etwas wärmer, stellenweise auch Neigung zu Niederschlägen. Aussichten für Mittwoch: Etwas wechselhaftes, im ganzen oder freundliches und mildes Wetter. Lufttemperaturen. Am 27. Mai, mittags 12,2 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 28. Mai, morgens: 10,7 Grad; Maximum 13,9, Grad Minimum 7,6 Sonnenscheindauer 6 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: Am 27. Mai, abends 16,4 Grad; am 28. Mai, morgens 14 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 3213 A »U8D Vorher: Gutes Beiprogramm. - Ufa-Ton-Woche. 3267D r mit einer fabelhaften Doppelrolle stellt alles auf den Kopf! Wer ferner mitspielt n. was alles vorkommt: Ellen Frank-Inge Conradi-JacobTiedtke Annemarie Sörensen - Oskar Sima-Franz Weber - Carl Platen - ein ganzes Lehrerkollegium - ein Tanzstnndenlehrer - ein Tanz- stnndenknrsns - gute und schlechte Pennäler Schülerinnen - Mütter n. etwas Bühnenlnft -1 schrank, 1 Flügel. Scharmann, vormittags v. 0-13 Uhr, mit Ausnahme v. Samstags, zu sprechen Dienstag,den29.Mai 1934,2Uhr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28, bczw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obg. Lo- kas), zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, !Roto-,lBohner- und Schreibmaschinen,iPritschenwa- gen, Ladenkassen, Schnellwaagen, 1 Staubsauger, 1 Mulden- rippwaage, 1 Drückkarren,Stoffe, Kassenschränke, 1 Nivettier-Jn- strum.,Radios, 1 ovt.Schleifbank, Pelzmützen, Klaviere, 1 Motor, 1 Sparkochplatte, i Grammoph., bestimmt: 1 Registriert. 1 Dampfmaschine l'/r PS, 2 Nachttischlampen, 1 Clektrolux - Wascher, 1 Ladenregal, 5 m lang, mit sechs Schiebetüren und Aussatz, 1 Ladentheke, IWarenregal m.2 Glas- und 2 Schiebetüren, 1 Waren- Mit Wirkung vom 1. Juni d. Jahres wird auch die Industrie-u. Handelskammer Gießen ihre Geschäftsstnnden denen anderer Behörden und Organisationen anpassen Geschäftsstunden: 7-15 (3) Uhr, Samstags 7-12 Uhr Die Geschäftsführung ist nur Von der Reise zurück: Dr. med. Maria Stamm ________321 üD Großabnehmer u.Wieder- verkäufer Extra-Preise Lichtspielhaus ♦ Gießen Heute Montag 2 Stunden LachenI Heinz Ruhmann Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über den Nachlaß des am 11. Oktober 1932 zu Mainzlar, Kreis Gießen, verstorbenen Carl Friedrich Just wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Gießen, den 18. Mai 1934. 3217D Hessisches Amtsgericht. oevfteigevmrg Dienstag, den 29. Mai, von 2 Uhr ab, wegen Haushaltsausgabe Seltersweg 641: 1 Büfett, 1 Gläsereckschrcmk, 1 Auszug-, 1 Servier-Tisch, 4 Stühle (alles Eiche), dreiteilige Brandkiste, 1 Küchen- Schrank, -Anrichte, -Tisch, 2 elektr. Lüster, 1 Spiegel, 1 Span. Wand, vergoldete Staffelei, Sofa, Zeitungsst. (Messing), Weinfässer, Mess.- Putzmaschine, Meischklotz, Wäschemangel, Eß-Service für 9 Personen usw. 02717 H. Benner, Auktionator. Gerichtsvollzieher k. Ä., Gießen, AQ --O-t AO | Vermietungen | Vornehm möbl. ®oljn-u.5il)laf3im. sehr schön geleg., mit Zentralhzg., Badbenutzg. an Dauermieter(in) ev. Ehepaar zu verm.Schr.Ang. u.02766a.d.G.A. Warnung! Wir machen darauf aufmerksam, daß die Benutzung unseres Turnplatzes am Schreiberweg nur unseren Mitgliedern gestattet ist. Das Betreten und Benutzen desselben von anderen Personen darf nur mit unserer Erlaubnis geschehen. Zuwiderhandlungen werden unnachsichtlich zur Anzeige gebracht 3211 d DerVorstand undTurnrat des MTV. laSpeift-SoiWn handverlesene Industrie, jedes Quantum billigst! H.TrechsI-rkSL? 3205 C Die Abenteuer u. Lausbübereien des Dr. Pfeiffer, der seine versäumten Flegeljahre nachholt und noch ein bißchen a. d. Prima ging. Wilhelmstraöe 25J (Rebenh.) 5 bis 6Wohnräum.m. Zubeh.u.Garag. f. 3 Autos, zus. ob. getrennt, v. 1. Juli an zu vermieten. Lisi D Nab. Apotheker Welcker, Lollar, Telephon 76. Eint möbl. Zimmer zu vermiet. 02770 Auf der Bach 8. [Stellenangebote) Ordentl. kräftig. 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Jeder kann sich einen Besuch bei Busch leisten I olkspreise 50 Pf., 70 Pf., l.ÖÖ Mk. usw. bis 2.50 Mk. (Loge 3.00 Mk.) - Diese Preise sind so niedrig gehalten, daß Sondervergünstigungen, wie Vorzugskarten usw. nicht mehr ausgegeben werd, können! Nur Erwerbslose, Kleinrentner und Schwerkriegsbeschädigte mit gültigem Ausweis zahlen an der Circuskasse auf all. Sitzplätzen halba Preise! Kinder bis zu 12 Jahren zahlen nachmittags auf allen Sitzplätzen ebenfalls nur halbe Preise!_____ Täglich ab 9 Uhr vormittags Buschs sehenswerte Tier-u.Völkersdiau! EdelsteRassepferde! Stündlich Sondervorführungen färb. Sänger, Tänzer und Fakire! Promenaden-Konzert! Vorverkauf eröffnet! Karten imZigarrengesch. Möser, Seltersweg38, Tel. 2328. - Nach Ank. des Circus a.durchg. a.d.Circusk. a. Platz. Tel.3700 Achtung! Die Reichsbahn gibt am 29.V. und 1. VI. Sonntagsrückfahrkarten nach Gießen für Circusbesucher aus (an der Circuskasse äb- zustempeln!). Zum Rücktransport d. Besucher n. den Abendvorstellungen an den genannten Tagen geh. die Züge in Richtung Grün berg und Nidda später ab, sodaß sienach Schluß der Vorstellung erreicht werd, können. Außerdem geht ein Sonderzug n. Friedberg um 0.38 Uhr ab. Die Biebertalbahn läßt nach Bedarf Sonderzüge n. Schluß der Abendvorst, verkehren. EigJUto-n.Fahrradunterst.m.Garantiea.d.Platze! Ifr. m Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Oberheilen)Montag, 28. Mai 193^ Herkunft spricht besonders die Melodie, die im bayrischen Volkstanz wiederkehrt. Diese taktwechselnden Tanze, auf die Das Lied zurückgeht, waren alte Trutztänze, im Chiem-Gau „die Tratzeten" genannt, und ihr derber kriegerischer Ton paßte ja gut dem Inhalt des Liedes. Die Strophenform tritt schon früher in Kriegsliedern des 17. Jahrhunderts auf; es finden sich sogar wörtliche Anlehnungen; aber trotzdem ist das Prin^-Eugen-Lied in seiner markigen Prägung ganz originell und hat seinerseits viele Nachahmungen gefunden. Es gibt eine ganze Reihe von Volksliedern auf den Prinzen Eugen und auch noch zwei andere auf die Schlacht bei Belgrad; sie alle betonen ganz selbstverständlich das Deutschtum. Der Prinz ist für sie stets der deutsche Held, der „Mars der Deutschen", obwohl er ja bekanntlich als französischer Prinz erzogen worden war. So zeigen die Volkslieder um den Prinzen Eugen alle das gesamtdeutsche Gefühl in einer Zeit, der oft das Vorhandensein einer solchen Gesinnung überhaupt bestritten worden ist. ZReforö in Blutübertragungen. Auch in England ist mit der Fortentwicklung der modernen Heilkunde die Blutübertragung inzwischen so organisiert worden, daß es in jedem einzelnen Falle möglich ist, den Blutspender mit der in Frage kommenden Blutgruppe zur Verfügung zu stellen. Die Regelung dieser wichtigen medizinischen Hilfe, die manchem Menschen das Leben gerettet hat, der sonst elend umgekommen wäre, ist dem „Blutübertragungsdienst" des Britischen Roten Kreuzes zu danken, der in den bisher abgelaufenen Monaten dieses Jahres eine außergewöhnlich große Anzahl von Anforderungen zu erfüllen hatte. Vor einigen Tagen waren allein 22 Fälle zu erledigen, womit die Höchstziffer seit Bestehen der gemein- nitzigen Vereinigung erreicht war. Die durch- schnittliche Tagesbeanspruchung sind 10 Fälle. Der Sekretär des „Londoner Blutübertragungsdienstes" führte einem englischen Pressevertreter gegenüber aus, daß man bis Ende dieses Jahres ungefähr 4000 Blutübertragungen vorgenommen haben werde. Rach seinen Angaben sollen schon jetzt mehr als 1600 Blutspender für Blutübertragungen vorhanden sein, lieber die Blutbeschaffenheit dieser Freiwilligen gibt es genaue Angaben in einer Kartothek; sie können innerhalb kürzester Zeit nach Anforderung an dem Ort erscheinen, an dem die Blutübertragung vorgenommen werden soll. Das Angebot scheint jedenfalls für den geschätzten Durchschnittsbedarf einstweilen vollauf zu genügen. Vom Versa» her finiteren. 23on Zrch Busalla. Der Weg des Menschen ist mit den Trümmern toter Kulturen bedeckt. Während der letzten acht- bis zehntausend Jahre sind Kulturen vom östlichen Alien bis nach Europa und Nordafrika entstanden. Anfangs waren sie örtlich beschränkt. Die Kulturen Aegyptens, Ehaldäas, Indiens und Chinas entwickelten sich getrennt voneinander und beeinflußten sich gegenseitig nur wenig. Aber allmählich dehnten sich die Kulturen aus, stießen aufeinander, wirkten auseinander und flössen zusammen. Schließlich setzte eine große Kulturwelle in Europa ein. Sie entfaltete sich zuerst in den klassischen Kulturen Griechenlands und Roms und fand ihre Fortsetzung in der westlichen Kultur unserer Tage. Diese mag anderen in mancher Hinsicht unterlegen sein. Ihr mag die Schönheit der griechischen, die Dauerhaftigkeit der chinesischen, die Geistigkeit der mittelalterlichen Kultur fehlen. Jedoch an vorwärtsdrängender Tatkraft, an Beherrschung der Naturkräfte und an weit umsichgreifender Wirksamkeit übertrifft sie in hohem Maße alles, was die Welt je gesehen hat. Das flößte dem heutigen Menschen jenen Geist des Vertrauens und der zuversichtlichen Hoffnung auf eine unbegrenzt ruhmreiche Zukunft ein, die den größeren Teil des 19. Jahrhunderts kennzeichnet. Und doch hätten ein wenig Ueberlegung und schon geringe geschichtliche Kenntnisse zu ernstem Nachdenken führen müssen. Unsere Kultur ist nicht die erste, sondern nur die letzte einer langen Reihe von Kulturen, die ihrerseits herrlich erblüht und dann zum Stillstand gekommen, verfallen oder gänzlich untergcgangen sind. Und die Hauptursache des hereinbrechenden Unheils war in den meisten Fällen ein Niedergang oder Zusammenbruch von innen her. Hier fand das Nachdenken Nahrung, und eine große Anzahl besinnlicher Menschen unterzog die Angelegenheit ernster Betrachtung. Gewisse Denker stellten „das Gesetz vom Werden und Vergehen der Kultur" auf, wonach Kulturen wie Einzelwesen ihre Zeit der Jugend, der Reife, des Greisenaltcrs und des Todes hätten. Aber wie groß war dieser Zeitraum? Einige Kulturen, wie die Aegyptens und Chinas, dauerten Tausende von Jahren, andere Jahrhunderte, noch andere einige kurze Menschenalter. Augenscheinlich konnte man hier keine zahlenmäßige Darstellung finden, und so wurde diese Auffassung angezweifelt und andere Lehren aufgestellt. So wurde der Untergang der Kultur dem üppigen Leben, dem Laster, dem Stadtleben, der Religionslosigkeit und vielem anderen mehr zugeschrieben. Doch alle diese Lehren vermochten nicht zu befriedigen. Erst die neue biologische Forschung hat die richtige Antwort gefunden, daß nämlich jede Kultur von den Anlagen des Trägervolkes abhängt. Alle Kultureinrichtungen und Errungenschaften ruhen auf lebendigen Grundlagen, auf den Männern und Frauen, die sie schaffen und erhalten. Solange diese imstande sind, den Bau zu tragen, erhebt er sich ruhig und fest gegründet. Wenn aber die lebendigen Grundlagen sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen erweisen, so muß die mächtigste Kultur sacken, bersten und schließlich in einen Trümmerhaufen zusammenfallen. Damit eine Kultur überhaupt entstehen kann, ist zuerst eine höherwertige Menschengruppe notwendig. Indessen muß diese Menschengruppe höherwertig erhalten werden, um jene Kultur zu vervollkommnen oder auch nur zu erhalten. Als das athenische Volk aufhörte, höherwertige Menschen hervorzubringen, sank Athen zur Bedeutungslosigkeit herab. Die Kulturen haben nicht wie Lebewesen eine von vornherein feststehende Lebensdauer. Gesetzt, es gäbe eine hochstehende Menschengruppe, die stets eine angemessene Zahl von höherwertigen Einzelnen hervorbrächte, so wäre damit die Möglichkeit der Unsterblichkeit einer Kultur gegeben. Warum ist dieser Fall nie eingetreten? Weil vorwiegend drei zerstörende Neigungen früher oder später immer den Verfall und Untergang der Kulturen herbei- gefuhrt haben: 1. die Neigung zur Ueberlastung des Kulturgebäudes; 2. die Neigung zu biologischem Rückschritt; 3. die Neigung zur Auflehnung der Minder- wertigen. Warum neigen denn hohe Kulturen immer zur Ueberlastung? Jedes folgende Geschlecht gestaltet die gesellschaftliche Welt des vorhergehenden um, fügt Neues hinzu und reicht sie dann weiter an das kommende, das seinerseits den Vorgang wiederholt. Diese Tatsache, die man treffend als „gesellschaftliches Erbe" bezeichnet hat, befähigt jedes menschliche Geschlecht, von einer höheren Umweltstufe auszugehen. Allerdings werden die gesellschaftlichen Errungenschaften nur durch besondere Anstrengung übernommen. Wie groß diese werden kann, ist leicht zu ersehen an der langjährigen Arbeit, die für die heutige Jugend erforderlich ist, um sich die von den Erwachsenen bereits erworbenen Kenntnisse anzueignen. Je mehr die Errungenschaften zunehmen, um so länger und steiler ist der Pfad. Kann nicht ein Augenblick kommen, wo der jugendliche Wanderer unfähig wird, die Höhe zu erklimmen, wo die erforderliche Anstrengung über seine Kräfte geht? Dies gerade hat sich unendlich oft ereignet und trifft noch täglich eine große Zahl von einzelnen um uns her. Wenn es in genügend großem Ausmaße eintritt, so sind wir Zeugen "jenes gesellschaftlichen Rückganges ganzer Gemeinwesen, den wir Kulturverfall nennen. Kulturverfall bedeutet, daß die ererbte Fähigkeit der gesellschaftlichen Umwelt unterlegen ist. Die Häufigkeit solchen Niederganges scheint zu zeigen, daß in jeder hoch' entwickelten Gemeinschaft der immer zunehmend schwere, vielgestaltige Aufbau der Kultur leicht die menschlichen Grundlagen überlastet. Weil die Vielgestaltigkeit einer Kultur sich außerordentlich schnell bis zu einer unbegreiflichen Höhe steigern kann, währeno die Fähigkeit ihrer menschlichen Träger ihrer Wirkungskraft nach sich gleich bleibt oder gar abnimmt. Damit kommen wir zur zweiten Ursache des Kulturverfalls. Jede Kultur neigt nämlich dazu, die angeborenen Eigenschaften ihrer menschlichen Träger zu verschlechtern, starke Völker zu verbrauchen und jene artlichen Werte zu vernichten, die ein Volk erst befähigen, seine Kulturaufgabe zu ergreifen. Wie geschieht das? Solange der Mensch im Naturzustände lebte, waren Eigenschaften wie Körperkraft, Geisteskraft und Lebenskraft unbedingt zum Dasein notwendig, während Körperschwäche, Dummheit und Entartung einen frühen Tod verhießen. Demgemäß überlebten die mit den zuerst erwähnten Fähigkeiten Begabten und pflanzten sich ungehindert fort, während jene, die durch die zuletzt bezeichneten Anlagen gehemmt wurden, häufiger zugrunde gingen und eine gerin- ! gere Nachkommenschaft hinterließen. So zwang die > Natur Zeitalter auf Zeitalter dem Menschen ihren । für den einzelnen unerbittlichen, aber für die Art heilsamen Willen auf, vertilgte die Schwachen, erhielt und vermehrte die Starken. ! Daher war der biologische Stand der ausgelese- nen Gruppen sehr hoch, als sie die Stufe der Kultur erreichten. Ader die Kultur bedeutete einen Wandel von einer „natürlichen" zu einer mehr oder weniger künstlichen, menschgeschaffenen Umwelt, in der die „natürliche" Auslese immer mehr zu einer „gesellschaftlichen" umgestaltet wurde. Diese wandelte ganz und gar die für das Ueberleben maßgebenden Werte. Vor allem befähigte sie viele schwache, dumme und entartete Menschen, die im Naturzustand untergegangen wären, zu leben und Kinder zu zeugen. Für die Starken war die Wirkung der gesellschaftlichen Auslese feiner, aber von nicht geringerer Bedeutung. Der starke einzelne überlebte sogar noch leichter als vorher; aber er neigte dazu, weniger Kinder zu haben. Der Grund für diese verminderte Fruchtbarkeit der Höherwertigen war, daß die Kultur ihnen wohl ihre höchsten Gaben schenkte, ihnen aber auch d i e s ch w e r ft e n ß a ft e n auferlegte. Da sie von eige- nen Angelegenheiten und denen der Gesellschaft in Anspruch genommen waren, wurden die artlichen Belange vernachlässigt. Späte Heirat, weniger Kinder und Ehelosigkeit kamen zusammen, um die Reihen der Erfolgreichen zu lichten, die Zahl der höherwertigen Zweige zu vermindern und so die Gruppe allmählich zu erschöpfen. Mittlerweile nahm die Zahl der Minderwertigen in dem Maße zu, wie die Zahl der Höherwertigen abnahm. Die Minderwertigen, die nicht länger durch die natürliche Auslese ausgerottet wurden, überlebten und vermehrten sich. So starb die Kulturgemeinschaft von oben ab und breitete sich unten aus. Das Ergebnis dieses Vorganges war ebenso verhängnisvoll wie unabwendbar. Nachdem die Gemeinschaft an Höherwertigen verarmt und an Dummen und Entarteten gesättigt war, konnte sie nicht länger ihre Kultur tragen. Diese sank ent« weder auf eine tiefere Stufe oder brach gänzlich zusammen. Das sind die Wirkungen jener verhängnisvollen Neigung zu biologischem Rückschritt, der vergangene Kulturen heimgesucht hat. Jede Kultur, jeder kulturelle Fortschritt ist also von den Höherwertigen abhängig. Die große Menge der Mittelmäßigen übernimmt die Werke der schöpferischen Bahnbrecher. Daneben aber erzeugt jede Gesellschaft einen Rückstand von ungeeigneten, geringwertigen Menschen, die ihrem Wesen nach nicht kulturfähig und daher unverbesserliche Feinde der Kultur sind. Ihnen bietet die Kultur wenig Nutzen und noch weniger Hoffnungen. Sie gewährt ihnen für gewöhnlich nur ein kümmerliches Dasein. Die Gewinne der Kultur sind nicht für sie bestimmt. Doch legt sie ihnen Lasten auf. Die Zucht der gesellschaftlichen Ordnung bedrückt den Minderwertigen und hindert und peinigt ihn bei jeder Gelegenheit. Dazu kommt, daß er oft unter dem Handeln bessergestellter einzelner leidet, die seine Schwäche und Unfähigkeit ausnutzen, ihn ausbeuten und ihn noch tiefer auf der gesellschaftlichen Stufenleiter heraborücken, als er von Hause aus stehen müßte. Infolgedessen lehnt er die Kultur ab. Dieses Gefühl äußert sich je nachdem von dumpfer, unvernünftiger Abneigung bis zu flammendem Haß und Empörung. Es richtet sich nicht nur gegen die gesellschaftliche Ordnung, sondern auch gegen ihre Träger. Die Welt- und Lebensanschauung dieser Kulturunfähigen und Kulturfeinde ist der Bolschewismus. In ruhigen Zeiten gehen diese Menschen fast unbemerkt einher, da die Kultur von selbst starke Mittel zur gesellschaftlichen lleberwachung entwickelt, wodurch die kulturfeindlichen Elemente niedergehalten werden. Wenn aber eine Kultur unter ihrem eigenen Gewicht und infolge Verfalls ihrer menschlichen Grundlagen ins "Wanken gerät, wenn ihr Gebäude durch Kriegsstürme, innere Streitigkeiten oder Not erschüttert wird, dann raffen sich die lange unterdrückten Kräfte urmenschlichen Auflehnungsstrebens zum gemeinsamen Sprunge auf. Da der Kulturfeind nicht nur die Kultur, sondern auch den Kulturmenschen haßt, läßt er seine zerstörende Wut sowohl an den einzelnen als auch an den Einrichtungen aus. Die Höherwertigen sind immer seine besonderen Zielscheiben, wie das Beispiel Rußlands zeigt. Das Ergebnis dieser Verwüstung kann eine solche Verminderung der Höherwertigen sein, daß die Gruppe für immer erschöpft ist und nicht mehr die notwendige Fähigkeit und Tatkraft aufbringen kann, um die Verwüstung, die die Flut des Umsturzes angerichtet hat, wieder gutzumachen. In solchen Fällen hat die Kultur einen tödlichen Schlag erhalten und sinkt für immer auf eine tiefere Stufe. So find Kulturen zugrunde gegangen, und wir fragen uns: Welches ist das Schicksal unserer Kultur? Zweifellos würde sie auch diesen Weg gehen, wenn uns nicht die biologische Wissenschaft die Ursachen des Verfalls gezeigt hätte. Sie weist uns aber auch gleichzeitig den Weg zur Rettung. Dem biologisch geschulten Kulturforscher ist der schärfste Gegner unserer Kultur, der Bolschewismus, kein Rätsel mehr. Er stellt sich dar als dis Welt- und Lebensanschauung der Minderwertigen, jener geborenen Feinde der Kultur. Entsprechend dieser biologischen Deutung gibt es auch nur einen Weg, der zu dauerndem Erfolge in dem Kampf um die Erhaltung unserer Kultur führen kann: Artverbesserung durch die Anwendung der Ergebnisse der Erbgesundheits- lehre. Vor allem gilt es zunächst, aufzuklären über die der Kulturgemeinschaft durch das Empordringen der minderwertigen Bevölkerrrngsbeftand- teile drohende Gefahr und die Gesellschaft zu tätiacr Mitarbeit für eine Wiedergesundung unserer Art zu gewinnen. Diesen Weg erkannt und als erste energisch beschritten zu haben, ist eines der großen Verdienste der nationalsozialistischen Regierung. Andreas Hofer in Gage und Lied. Zur Erinnerung an die Schlacht am Berge Zsel am 29. Mai. Don Hans Sturm. Dor hundert Jahren wurde in der Franziskanerkirche zu Innsbruck Andreas H o f er ein Standbild errichtet zur Erinnerung an die am 29. Mai 1809 am Berge Isel gewonnene Schlacht gegen die Franzosen. Hofers Verzweiflungskampf ist voll stärkster Wirkung auf die Zeitgenossen gewesen. Die Geschichtsschreiber stellten den Tiroler Bauernaufstand als bewunderungswürdige Tat einfacher, glaubens- und vaterlandstreuer Landleute dar, Dichter priesen diese kühnen Tage der Erhebung, so Max von Schenkendorff, der von den Studenten berichtet, die Schulbank und Hörsaal verließen, um „Ihm ein Hoch-Vivat zu bringen. Wollen ihm zu seiner Ehre seine Heldentaten fingen." Dieses Lied ist nie volkstümlich geworden, und in den folgenden Jahren schien es, als ob der Bauernführer vergessen sei. Doch während neue Ereignisse eintraten und neue Namen wie Blücher, Wellington, Schwarzenberg in aller Munde waren, fügten still und unbemerkt Sage und Volkslied die Großtaten eines H a s p i n- ger, Speckbacher und Hofer zu einem gestaltreichen Mythos, der nachhaltiger wirkte als alle Geschichtsschreibung, da er aus des Volkes Tiefe und Kraft kam. „Als Hofer", erzählt der Volksmund, „zur Welt kam, am 22. November 1767 gegen Mitternacht, stand ob der Platterspitze ein merkwürdiger Stern, der die Gestalt eines Schwertes hatte." Eine andere Wendung berichtet: „Seine Hebamme, Maria Henlein von Matatz, sah in der Nacht, in welcher er zur Welt kam, ob der Platterspitze einen Stern in der Form eines Jagdgewehres, der gerade auf das Sandwirtshaus herüberstrahlte." An einen ins Mythische gesteigerten Bericht sei erinnert: „Als im Jahre 1848 Nachrichten von Siegen der Italiener über die österreichischen Truppen verbreitet wurden, bemerkte ein Aberstückler: „Es geht halt so, wie die Willeweiß prophezeit hat. In Welschland wird es unseren Leuten so schlecht gehen, daß die meisten zugrunde gehen. Wenn es aber so weit- gekommen ist, daß der Kaiser mit seinen zwei letzten Soldaten durch den Kuntersweg hereinzieht, wird der Sandwirt erscheinen und die Leute aufbieten. Dann gibt es einen so großen Landsturm, wie er noch nie dagewesen ist, und die welschen Rebeller werden für immer geschlagen sein. Viele Leute glauben zwar, daß der Sandwirt zu Mantua erschossen worden sei. Dies ist aber erlogen. Er hat sich nur versteckt und lebt in der Sarner Scharte ober im Jffinger (Berge)." Einige Jahre nach den deutschen Freiheitskriegen erschien das erste Volksbuch über Andreas Hofer, „Der berühmte Sandwirt Andreas Hofer aus Passeyr in Tirol und der Tiroler Freiheits- in Abenteuer in den Aesten. I3on Heinrich Hauser. Die großen Tannen hinterm Hans stehen einer Reihe. ... Eine himmelhohe dunkle Wand, ein Gewitter, das droht. In ihren undurchdringlichen Kronen wohnen die Blitze, die Eichhörnchen. An ihren Spitzen sitzen dunkle Klumpen, Krähennester. In ihren Schatten leben wir. Die höchste Tanne ist die dritte. Da hlnaufzuklet- tern, das wäre ein Wagnis. Um sie herumgeschll- chen, zwischen den Knien ihrer Wurzeln sind wir. Ueber ihre harte, knirschende Rinde haben wir gestrichen mit unseren Händen, ehrfurchtsvoll über ihre weißen Bärte von Harz. Aber mit den Augen haben wir uns einen Weg gesucht, eine Leiter nach oben. , , , s Wie Spione sind wir, die ganz harmlos tun unö heimliche Pläne schmieden. Schwindlig wird der Blick in den dunklen Quirlen ihrer Aeste Das schwerste ist das erste Stuck Zu dick ist der Stamm zum Umklammern und glatt wie em Mast- bäum, ahn Aeste. Wer Aeste waren einmal ba, es stehen noch die Stümpfe, wo sie abgeborsten sind Vielleicht, daß man den niedrigsten erreichen kann mit einem Sprung? Morsch sind sie. Werden nicht halten. Zwei oder dreiTage sind wir^vorbei qeaanaen an der Tann, gleichgültig tuend. Wir pfiffen9 uns was. Aber auf einmal blinzeln wir Zurück — und uns selber überraschend, springen wir Mit den'Knien versuchten wir 3U umklammern, uns hochzuschieben, hielten nur d.e Hande ^Zwei ^drei Klimmzüge, verkrampft die Muskeln. stäckchen. Weiß waren die Schrammen an unseren nackten Knien. . hfn6 Wir wallten T- unb "M^nnr sssä Be'-L.-M sis sie spricht wohl mit dem Wind. nicht gemeint. Gottlob. . 6 m;r ne nicht 4" ä der Nester? r Und wir erreichen diese Nester: mir können sie angreifen von unten hindurch, zwischen wudschut- telnden Büscheln von Tannenzapfen. An den Stamm gepreßt, wie ein Affenjunge an den Bauch ~ reisen wir in verfilztes Geäst: fest ~ * ■ * - Leer. — Kein Vogel sagt etwas, gibt Antwort. Klingt es nicht wie „Ja"? Mit den Füßen auf dem steilen Grat einer W«ur- zel ducken wir uns und: mit gepreßtem Atem der Sprung. Anklammern mit Armen und Beinen: Alle Kraft in die Wadenmuskeln. Wir lösen den Griff der Arme und wie Peitschenschnüre schlingen wir sie höher an den Stamm. Die Knie zucken. Noch höher schnellen die Arme. Es glückt: wir Hal- ten ihn, den ersten Aststumpf. Mit sanftem, beinahe heimlichem Klimmzug er- reichen wir den nächsten Aststumpf. Schon viel besser. Seitwärts greifen mir mit der Vorsicht eines alten Affen den nächsten. Und jetzt: tief Luft schöp- send schnellen mir uns nach dem ersten Ast, umarmen ihn, hängen uns in ihn ein mit den Kniekehlen, mit den Armkehlen, und leise schaukelnd schwingen mir unter dem Holz, fest aufgehangen wie ein Stern am Himmel. Da, mo mir rittlings fitzen auf dem Ast, die Hande an den Stamm gestützt, sind wir schon in eine, andere Welt gerückt. Nicht mehr auf der Erde. Die I Tanne ist eine Welt: heiß brennt unser »lut in | ber Gier zu entdecken. Uns überkommt ein Rausch, der in den Muskeln zuckt, ein Kletterdrang, be-. sinnungslos, unwiderstehlich. Und wie wir höher und höher steigen, nehmen die Aeste ab an Dicke, fester und fester klammern wir uns an. Viel mehr als nötig ist, um uns zu halten: denn jetzt bewegt er sich, der Stamm, biegt sich und schwingt. Unheimlich ist die ungeheure Sanftheit seines Wiegens, es ist die Erde, die fliegt. lief in den Abgrund ist unsere alte Welt gestürzt: da liegt sie ganz klein. In eine Hand neh- men könnte man das Haus,' und der Knecht mit dem Gespann auf dem Acker sieht aus wie eine von den großen Baumameisen, deren Straße bis in den Gipfel der Tanne geht. Wenn wir jetzt über uns sehen, sind die Quirle ber Aeste durchsichtig und dünn. Die schwarzen Klumpen der Krähennester schwingen. Wie wenn die Krähen einen Angriff machten? — Wir sehen sie nicht, aber sind das nicht die spitzen Keile ihrer Schwänze, da über dem Rand der Mutter, greifen wir in ist das wie Flechtwerk. — . darin. Kalkiger Auswurf in trockenen Zweigen, schmutzig schwarze Federn. Kaum eine Mulde innen, unordentliches Gestrüpp: welche Enttäuschung. Aber das war unser letzter Mut und unsere letzte Kraft. Ohne noch einen Blick auf die Aussicht zu werfen, beginnen wir den Abstieg. — Unsere Glieder zittern. Und wie wir eintauchen in den Schutz des grünen Dunkels, in das dichte sichere Sprossen- werk der starken Aeste, da atmen wir auf. Und mit ungeheurer Erleichterung fallen und rutschen wir das letzte Stück hinab in einen Wirbel von Borkensplittern: wie schön ist Festland für den Seefahrer, der aus fernen Ländern kommt, von den Kontinenten der großen Tanne, durch Wolken, Stürme, Wogen der Zweige und alle Gefahren. Mit einem Goldklumpen in der Tasche, einem goldbraunen Kienzapsen ber höchsten Spitze. Denn würden wir uns selber unsere Taten glauben, wenn wir uns nicht selbst Beweise brächten? Ser Sichter des pri»z-6ugen-Liedes. Die Prinz-Eugen-Ausstellung im Belvedere zu Wien, der einstigen Sommerresidenz des großen Feldherrn, hat die Persönlichkeit und die Umwelt des „edlen Ritters" in ein helles Licht gerückt und auch Anlaß gegeben, sich mit dem populärsten Volksliede, das von ihm erhalten ist, zu beschäfti- gen. Als Leihgabe der Leipziger Stadtbibliothek war auf der Ausstellung ein Liederbuch von 1719 „Musicalische Rüstkammer auf der Harfe" zu sehen, das die erste Strophe des Prinz-Eugen-Liedes mit den Noten enthält, wie Professor Oswald Red- lich in „Forschungen und Fortschritte" ausführt, ist dies der älteste erhaltene Druck. Das Lied muh bald nach dem großen Siege des Prinzen über die Türken bei der Belagerung Belgrads am 16. August 1717 entstanden fein und wurde als „Fliegendes Blatt" verbreitet; danach ist es in dem „Liederbuch des deutschen Volkes" 1843 abgedruckt worden, aber dieser Einblattdruck ist heute nicht mehr aufzufinden. Da die Fassung in der „Musicalischen Rüstkammer" mit dem Text des verschollenen „Fliegenden Blattes" übereinstimmt, so dürfen wir in ihr die älteste Form erblicken, die dann um die Mitte des 18. Jahrhunderts umgearbeitet und verwässert wurde. Wer war nun der Dichter dieses Volksliedes? Zweifellos ein Teilnehmer an der Schlacht, aber kein Brandenburger von dem Hilfskorps des alten Dessauer, wie man wohl behauptet hat; Brandenburger haben an der Schlacht überhaupt nicht teilgenommen. Freiligrath spricht in seiner bekannten, von Löwe vertonten Ballade vom „Oestreich'schen Piquet", dessen Trompeter die frischen Klänge durch das Lager erschallen läßt. Je- oenfalls war der Dichter ein Mann bayrischen Stammes, wie Victor Junk aus der Sprache und dem Rhythmus nachgewiesen hat. Für die bayrische kampf Im Jahre 1809". Dieses anonym erschienene Werkchen entfernt sich oft recht weit von den geschichtlichen Tatsachen und ist zudem ein wenig geglückter Versuch, Sage und Geschichte künstlerisch einheitlich zu gestalten. Am lebendigsten lebt der Sandwirt in den Liedern, von denen einige schon xu seinen Lebzeiten gesungen wurden. Genannt sei bas „S a n d w i r t s l i e d", das in zweiunddreißig vierzeiligen Strophen so ziemlich alle politischen Wünsche des damaligen Tiroler Volkes enthält und auch Hofer selbst mit einigen Zügen charakterisiert. Köstlich durch sein volkstümliches Photos und eine naive Gelehrsamkeit wirkt ein „Ehrenlied dem Ty- roler Helden Andreas Hofer, Oberkommandanten. Von Georg Hofer bey der zweyten Meraner Kompagnie. Im Herbstjahre 1809". Von dem Sandwirt wird hier gesagt: „Der nie den Musen war gewogen, Uebertrievnen Witz (Gescheitheit) gesogen. Niemals eine Schul' studiert, Spricht in lautem Kugelregen Herzhaft einem Feind entgegen, Den die Kunst zum Kriegen führt." Das eigentliche Hoferlied, das des Volkshelden Namen und Taten in alle Länder trug, ist die uns allen bekannte Volksball-ade „Zu Mantua in Banden" von Julius Mosen. In Tirol ist allerdings im 5 volkstümlicher gehaltene Lied „Hofer im Kerker" oder „Hofers Abschied vom Leben" verbreiteter und wird in jedem Tale gesungen, jedoch in vielen Abänderungen. Im Binschgau hat es etwa folgenden Wortlaut: „Ich bin ein junger Soldat Von zweiundzwanzig Jahren, Geboren in Tirol, Das ist mein Heimatland. Hier liegt mein Säbel und Gewehr Und alle meine Kleider; Die Lebenszeit ist aus, Ich muß ins Totenhaus. Mit Trommel- und Trompeteuttang So sollt ihr mich begraben, Drei Schuß aufs kühle Grab, Wie ich's verdienet hab'." Für Hofers fromme Denkart spricht ein Volkslied im Luzerner Wiggertal. Als er sein Todesurteil vernommen, sagt er zu seinem Weibe: ,^Leb' wohl, mein liebes Weib, Und alle meine Kinder! Wir sehen einander heut', Wir sehen einander nimmer; Lebet nur recht gut und fromm, Kommen wir in den Himmel z'somm! O hohe Himmelsfvau! Auf dich hab' ich vertrauet, Weil du in unferm Land Dein Wohnung hast gebauet. O liebe Frau, ich bitt', Verlaß den Sandwirt nit!" Bis auf unsere Tage haben sich Dichter an der । heldenhaften Gestalt des Sandwirts begeistert, auch Ernst von Wildenbruch, der den Verrat an Hofer schildert: „Dreihundert Gulden liefen ins Land, Liefen sich müde die klappernden Beine, Bis eine morsche Stelle sich fand, Eine Verräterseele, eine." Sogar um das Grab des Verräters spinnt die Phantasie des Volkes seltsame Geschichten. Ob dessen Angehörige noch so fleißig sein Grab pflegen,: auf dem Hügel wachsen weder Blumen noch Gras, und die Höhen rollen Steine auf irns Verrätergrab. „So dem treu'sten aller Söhne An dem- Gauch, der ihn verraten. Rächt ergrimmt die Muttererde Rächt voll Haß das Land Tirol." Dauernder als Standbilder und Gosch.chtswerke ist die Erinnerung des Volkshelden, die sich in Sage und Volkslied forterbt durch die Jahrhunderte. Aus der Provinzialhauptstadt. Wenn die Arbeit ruht. Der Mensch lebt von seiner Arbeit. Er wird ihr immer viele Stunden seines Tages verpflichtet bleiben. Aber fein Dasein gestaltet der Mensch nicht allein durch Arbeit, nicht minder wichtig sind die Stunden nach Feierabend. Wer nie Feierabend macht, wer von seiner Arbeit nie loskommt, wird selten etwas richtiges schaffen, seine körperliche und geistige Kraft wird schnell verbraucht sein. Das Wort Feierabend sagt aus, daß die freien Stunden erheben, stärken, entspannen sollen. Viele meinen, es genüge, die Hände in den Schoß zu legen, weil man sich dabei am besten ausruhe. Das ist ein Trugschluß. Dieses Ausruhen wird langweilia und unwillkürlich wandern die Gedanken zur Arbeit zurück. Müßiggang in den arbeitsfreien Stunden, der nicht langweilt, wirkt erfrischend; Beschäftigung, die einen anödet, ruiniert die Spannkraft. Man tue nichts oder man tue sehr viel in seiner Freizeit, aber man vergesse seinen Beruf, bann werden die Mußestunden zu einer wirklichen Erholung werden. Es ist kein Zufall, daß die Großen aller Berufe sich in ihrer freien Zeit den absonderlichsten Beschäftigungen hingeben. Der geistige Arbeiter hat es gewiß nicht leicht, sich von seiner Arbeit zu entfernen. Ihm hat Goethe das Feierabendlied gesungen: „Ach, wenn in unsrer engen Zelle die Lampe freundlich wieder brennt, dann wird's in unserem Busen helle, im Herzen, das sich selber kennt" und schließt: „Man sehnt sich nach, des Lebens Bächen, ach, nach des Lebens Quellen hin". Nach des Lebens Quellen, wo es nie langweilig ist. Die frei-’n Stunden ausschöpfen heißt nicht, sich darüber zu freuen, daß man nicht zu arbeiten braucht, sondern heißt, die freie Zeit vergessen, indem man sie mit irgend einer Beschäftigung aus- füllt, die jenseits der gewohnten Arbeit liegt und die wirklich befriedigt. Wer Freude daran hat, sich ins Gras zu legen und den Zug der Wolken zu beobachten, gestaltet seine Freizeit besser als der, der sich ein Wochenendhaus zimmert, aber lieber ebenfalls im Grase liegen möchte. Das Landvolk hat früher auf die natürlichste Weise seine Freizeit gestaltet, die schwere Arbeit in Hof und Feld ruhte, aber es gab kein müßiges Ausruhen. Am -Feierabend kam die dörfliche Gemeinschaft zu ihrem Recht, die den Geist ablenkte. Die Alten erzählten Märchen und Geschichten, alte Lieder erklangen zwischendurch und auch der Humor lebte in Rätseln und Späßen in der heimischen Mundart auf. In den dörflichen Feierabendstunden pflanzten sich alte Sitten und Gebräuche Jahrhunderte hindurch fort. Die Freizeitgestaltung auf dem Lande hat mit dem Einbruch städtischer Unruhe viel wertvolles Gut verloren, und es war höchste Zeit, wieder daran zu denken, daß der Feierabend im bäuerlichen Lebenskreis anders gestaltet sein muß als in den Städten. finnische Staatspräsident Srinhufvud dankt derilniversitätGießen Der finnische Staatspräsident hat an den Rektor der Universität Gießen folgendes Schreiben gerichtet: Helsinki, den 5. Mai 1934. Sehr geehrter Herr Rektor! Nachdem ich durch Vermittelung des Herrn Deutschen Gesandten in Helsinki Hans Büsing die angenehme Mitteilung erhalten habe, daß die Juristische Fakultät der Ludwigs-Universität zu Gießen mir die große Ehre zugedacht hat, mich zum Doktor der Rechte ehrenhalber zu ernennen, und nachdem ich nunmehr auch das mir ausgefertigte wertvolle Diplom bekommen habe, ist es mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen, sehr geehrter Herr Rektor, sowie der Ludwigs-Universität zu Gießen und der Juristischen Fakultät derselben hiermit nochmals meinen tiefgefühlten wärmsten Dank für diese mir erwiesene hohe Ehre und für die in dem Diplom enthaltenen und an mich gerichteten überaus freundlichen Worte auszusprechen.__ Zweimal Abu Markub. Von Erna Büsing. Der alte Brehm — bei Nennung seines Namens leuchten unsere Augen auf, denn er war der Erste, der seltsamstes Tierleben volkstümlich schildern konnte — nannte ihn Schuhschnabel, diesen einzigartigen Stelzvogel, der nur oberhalb Khartums, in den Papyruswüldern des Nils vorkommt. Zu Brehms Zeiten zählte Balaeniceps rex (König Keulenkopf) noch zu den Neu-Entdeckungen, den die Europäer zum ersten Male 1860 in London xu Gesicht bekamen. In Schrift und Sage des alten Aegyptens spielt dieser Vogel eine bedeutende Rolle. Die Europäer beschäftigten sich auch mit ihm, gaben ihm viele Namen und nannten ihn u. a. Walfischkopf, bis dann Bengt Berg, der nie fehlende Jäger mit der Kamera, hinauszog, einen ganzen Film von dem seltenen Vogel drehte und seinen arabischen Namen Abu Markub (Vater des Schuhs) zur Weltbedeutung erhob. Jetzt kennt man allerorts, wenigstens dem Bilde nach, den Abu Markub mit seinem einzigartigen breiten Schnabel. Antwerpen besaß einen Schuhschnabel, und H a - g e n b e ck s hatten zwei. Einer war beinkrank und starb bald, und der andere sollte 10 000 Mark kosten. Er wurde für Wochenschauen gefilmt, es wurden Standbilder von ihm gemacht und wenn man Briefwechsel mit dem Hause Hagenbeck pflegte, bekam man des öfteren eine Ansichtspostkarte von Abu Markub, der unbedingt der Stolz der. Firma war. Doch verstarb er, bevor er seinen Besitzer wechselte. Natürlich wollte auch der Berliner Zoologische Garten gerne einen Abu Markub haben, aber woher nehmen und nicht stehlen? Eine eigene Expedition auszurüsten, ist viel zu teuer, und die Eingeborenen, die nebenbei bemerkt das Papyruswald- Klima auch nicht vertragen können, verlangen für einen Abu Markub Phantasiepreise. Doch hatte der Zoo in Kairo mehrere Abu Markubs, und eine um gestillte Sehnsucht nach Elenantilopen und Pinguinen. Darum wurden 10 Pinguine, die größtenteils im Berliner Zoo gezüchtet waren und zwei Elenantilopen, deren Geburtsort gleichfalls Berlin ist, sorgfältig verpackt, und Oberinspektor Seitz ging mit ihnen als Tauschgegenstände auf die Reise. Diele Tiere kamen gesund an, und für zwei junge Schuh- schnäbel schlug die Abschiedsstunde. Sie reiften hochelegant und standen auf dem Sportdeck eines italienischen Luxusdampfers. Sämtliche Fahrgäste zeigten sich den Abu Markubs sehr wohlgeneigt, doch'da eine derartige Massenliebe sich leicht bis zur Aufdringlichkeit steigern kann, mußte entweder Oberinspektor Selb ober seine Gattin bei den Vätern des Schuhes Wache halten ober richtiger ausgedrückt, Wache sitzen, möglichst nahe der Käfige. Aber man muß wertvolle Tiere nicht nur bewachen, man muß sie auch füttern. Abu Markubs jedoch treffen bloß Fische. Die wurden auf dem Fischmarkt in Kairo eingekauft und Eis dazu, jedoch halten Fische bei Hitze bekanntlich nicht allzu lange. Erfreulicherweise legte der Dampfer in Syrakus, Neapel und Genua an, wo sogleich neue Fischmahlzeiten besorgt wurden. Und die Abu Markubs landeten wohlbehalten in Deutschlands Reichshauptstadt. Da stehen die Grauen nun unter dem goldenen Schein künstlicher Sonnen im Stelzvogelhaus des Berliner Zoo, das ihretwegen wieder geheizt wurde. Sie haben jetzt Daueraufenthalterlaubnis für Deutschland erhalten, und wir alle wünschen ihnen ein langes Leden. Alles in allem aber ist es eine Tat, sie gesund überzubringen und sie bargeldlos zu bekommen. Mädchen, Veilchen, Sonne... Von Maudia Bork. In einem fast silbernen Blau schimmert die Ostsee an diesem Frühlingstag, kleine, gelbe Sonnenkringel tanzen auf der glänzenden Wasserfläche, sanft schaukeln die Wellen um den Bug des Dampfers. Zuweilen gleitet eine Möve mit schrillem Schrei vorüber, manchmal schießt aus der Tiefe ein Fisch auf, dann wieder ist nichts zu hören als das gleichmäßiae Schaufeln des Motors, dessen Kraft das Schiff vorwärtsträgt. Zu dieser frühen Stunde ist das Oberdeck noch völlig leer, auf der Kommandobrücke wacht einsam der Kapitän, und an der Reling lehnt Renate. Sie hat einen hellen Flauschmantel an und von iherem Gesicht ist unter dem breitrandigen Südwester nicht viel zu erkennen, bis eine leichte Brise ihr ein paar Haarsträhnen in die Stirn weht, da nimmt sie mit raschem Griff den Hut ab. Von fern her tönt bas Geläut der Sonntagsglocken herüber, Renates Hände, die unruhig hin und her zuckten, liegen jetzt andächtig still. Ob es der geheimnisvolle Zauber dieser Stunde ist oder längst verschüttete Gefühle, plötzlich wieder wach geworden, weiß sie nicht genau, gewiß ist nur, daß Renate mit einem Mal eine niegetannte Sehnsucht spürt. Während all der vielen Jahre, da sie die Arbeit festhielt und der Beruf, hat Renate eigentlich nie Zeit gehabt für Liebe, für Zärtlichkeit, für alles, was sonst das Leben einer Frau hell macht. Da waren die vielen einsamen Nächte im Laboratorium und endlich die große Arbeit, Erfüllung all ihrer wissenschaftlichen Forschung. Renate lächelt. Gewiß, sie hat erreicht, was sie sich oorgenommen Diese mir erwiesene Ehrenbezeugung schätze ich sehr hoch, zumal da ich darin zugleich einen schonen Beweis warmer Sympathie für mein Land und Volk erblicke. Ich schließe mit einem herzlichen Wunsch um das Blühen und Gedeihen der Ludwigs-Universität zu Gießen und der Juristischen Fakultät derselben, sowie um Ihr persönliches Wohlergehen und das Wohlergehen aller Vertreter der Ludwigs-Universität. P- E. S v i n h u f v u d. Deutsche Kurzschrift bei allen Behörden. Der Herr Reichsminister des Innern hat unter dem 27. Dezember 1933 Richtlinien für die Durchführung der deutschen Kurzschrift bei den Behörden herausgegeben, denen zufolge als Zeitpunkt für die erweiterte Anwendung der deutschen Kurzschrift im Behördendienst der 1. Oktober 1934 festgesetzt ist. Die Beamten und Angestellten haben sich — soweit dies noch nicht geschehen ist — bis z u diesem Tage die Kenntnis der deutschen Kurzschrift anzueignen. Gleichzeitig werden die obersten Reichsbehörden, die Herren Reichs- statthalter, die Länderregierungen und der deutsche Gemeindetag gebeten, die für den betreffenden Geschäftsbereich in Frage kommenden Beamten und Angestellten aufzufordern, umgehend die deutsche Kurzschrift zu erlernen. Die deutsche Reichsregierung beabsichtigt durch diesen Erlaß mit Hilfe der deutschen Kurzschrift die ins Ungemefsene angewachsenen Schreibarbeiten rascher zu erledigen und damit eine erhebliche Menge Geisteskraft frei zu machen für bessere Zwecke. Wirklicher Nutzen kann den Behörden aus der deutschen Kurzschrift allerdings dann nur erroariefen, wenn alle Beamten und Angestellten die Kurzschrift hinreichend beherrschen. Der Hauptausschuß für Berufserziehung beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag hat bereits int Einvernehmen mit dem Hauptausschuß für Berufserziehung bei der Deutschen Arbeitsfront Lehrgänge in der deutschen Kurzschrift eingerichtet. Ein erheblicher Teil der Angestellten und Beamten hat durch Anmeldung bewiesen, daß er freudig bereit ist, seinen Aufgaben jederzeit gerecht zu werden. Es ist deshalb eine Selbstverständlichkeit, daß alle dem nationalsozialistischen Staat in seiner Verwaltung dienenden Volksgenossen sich dieser Verpflichtung unterziehen. Der Hauptausschuß für Berufserziehung beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag Sitz Frankfurt a. M. ist in der Lage, jede in dieser Hinsicht gewünschte Aufklärung zu geben. Bezirkstagung der Eisenbahnvereine. Am Freitag und Samstag fand in unserer Stadt eine Tagung Der Eisenbahn-Vereine im Reichsbahn- Direktionsbezirk Frankfurt a. M. statt. Die Tagung wurde am Freitag mit einem Begrüßungsabend im „Bayerischen Hof" eingeleitet. Außer Mitgliedern des Eisenbahnoereins Gießen hatten sich insgesamt etwa 97 Delegierte von 47 verschiedenen Eisenbahnoereinen des Direktionsbezirkes eingefunden, durch die wiederum etwa 17 000 Eisenbahner vertreten wurden. Der Führer des Gießener Eisenbahnvereins, Herr A l t h a u s , hielt die Begrüßungsansprache und hieß insbesondere die Gäste von auswärts herzlich willkommen. Er schloß seine Ausführungen mit den besten Wünschen für Den Verlauf der Tagung und brachte ein „Sieg- Heil" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler aus. Anschließend wurde gemeinsam das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Reichsbahnoberinspektor Stüber- Frankfurt a. M. sprach im Namen der auswärtigen Vertreter dem Eisenbahnverein Gießen den herzlichsten Dank für die gastfreundliche Aufnahme und die sorgfältige Vorbereitung der Tagung aus. Der Abend nahm in kameradschaftlichem Geiste einen harmonischen Verlauf. Die eigentliche geschäftliche Sitzung fand am Samstagvormittag im Wartesaal 1. und 2. Klasse des hiesigen Bahnhofs statt und vereinigte die Vertreter der Eisenbahnvereine zu ernster Arbeit. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes, Oberregierungsrat Krug, leitete die Versammlung ein und gab zunächst die Tagesordnung bekannt. Der hat, ihr geroagtes und kühnes Experiment ist ge= glückt, nicht umsonst waren all die unzähligen Versuche in Tiegeln und Retorten, nicht vergeblich alle Mühe. Eigentlich könnte Renate wirklich froh sein. — Aber diese ganze geliebte Welt versinkt jäh, und eine geheime Tür tut sich auf in ihr, dahinter waren all die Gefühle verborgen. Da ist die Schulzeit mit dem blonden Tanzstundenpartner, da ist der Studienkamerad aus dem Hörsaal, da ist der Dozent, der ihr bei den Versuchen half — aber niemand ist da, der Renate von Liebe gesprochen hätte. Man ist respektvoll zu ihr, man schätzt ihr fachmännisches Urteil, man bewundert ihre Hingabe an den geliebten Beruf, aber das gilt doch eigentlich immer nur ihrem Werk. Vielleicht muß man scherzen können, jung sein und unbeschwert, denkt Renate. Wieder versinken ihre Blicke träumend im sanften Auf und Ab der Wellen. Ganz hinten schimmert etwas Weißes. Ob es ein Dampfer ist oder ein Segelboot, läßt sich noch nicht erkennen. Ob da wohl auch jemand einsam ist wie ich? Aus der Tasche nestelt Renate den Fernstecher hervor. Es scheint ein Boot zu sein. Jetzt kann sie deutlich eine Gestalt unterscheiden und ein paar Minuten später weiß sie, daß es ein Mann ist, der da drüben am Steuer steht. Renate läßt den Fernstecher sinken. Er müßte Michael heißen, denkt sie, er müßte jung sein und frohe Augen haben. Plötzlich fällt ihr ein, daß sie dreiunddreißig Jahre ist. Verwirrt schließt sie einen Moment die Augen. Ich werde ihm nicht gefallen, hämmert ihr Herz, ich werde nicht schon genug sein führ ihn. Ihre Finger zittern, als sie die braunen Nackenknoten fester steckt. Sie fühlt eine Mattigkeit und Trauer wie noch nie zuvor, aber dann reißt sie sich zusammen. Bangemachen gilt nicht, sagt sie zu sich selbst. Und schon blinken in ihren Augen alle Lichter der Erwartung auf, die strengen Linien ihres Gesichtes verschwimmen weich in einem mädchenhaften Lächeln, und all ihre Sehnsucht erfüllt diese Minuten. Vom Boot her kommt Musik, es ist eine Grammophonplatte, sentimentales Zeug, würde Renate sonst sagen und spöttisch lächeln, aber heute findet sie die Melodie zauberhaft, und leise summt sie das Lied mit. Jetzt hat der Mann auf dem Boot sie gesichtet, er scheint ganz allein zu sein, seine gebräunten Arme glänzen in der Sonne. Immer näher gleitet das Boot, ein leichter Wind bläht die Segel, der Mann winkt herüber. Wirklich, er ist jung, fast ein Knabe noch. Ein paar hundert Meter noch, bann müssen sie sich begegnen. Renate fühlt eine merkwürdige und megeahnte Seligkeit. Sie winkt, sie. ruft, sie jubelt, alle Zurückhaltung Geschäftsbericht gelangte zum Vortrag und gab einen Ueberblicf über die Tätigkeit der Eisenbahnvereine im vergangenen Jahre. Der Kassenbericht wurde erstattet und genehmigt. Der Voranschlag für das Jahr 1934 wurde ebenfalls gutgeheißen. Eingehend beschäftigte man sich mit Der Frage des Eisenbahnfürsorgewesens, das auch fernerhin in feiner bisher bestehenden Form aufrecht erhalten bleiben soll. Es wurde davon Kenntnis gegeben, daß das Eisenbahn-Erholungsheim Haus Linden- d a ch in Bad Ems eine wesentliche Erweiterung erfahren habe und, du mit einem weiterhin starken Besuch des Heimes x>u rechnen sei, auch fernerhin Erweiterungen ins Äuge gefaßt werden müßten. Das Heim fei im vergangenen Jahre neben der Inanspruchnahme aus dem Reichsbahn-Direktions- bezirk Frankfurt a. M. sehr stark auch aus anderen Reichsbahn-Direktionsbezirken besucht gewesen. Der Rechnungsbericht der Fürsorge- Kasse des Bezirks ließ erkennen, daß sich das Fürsorgewesen finanziell auf recht gesunder Basis bewegt und hartbedrängten und durch besondere Umstände oder durch Krankheit in Not geratenen Eisenbahnern auch fernerhin wesentliche Unter- stützungen zuteil werden können. Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte man sich auch mit der Frage des Turnens und der sportlichen Betätigung in den Reichsbahn-Turn- und Sportvereinen. Es soll in Zukunft jährlich eine ebenso große turnerische und sportliche Veranstaltung zur Durchführung gelangen, wie es bereits in diesem Jahre in Frankfurt geschehen sei. In eingehenden Erklärungen beschäftigte sich der Referent für Turnen und Sport im Reichsbahn-Direktionsbezirk Frankfurt a. M., Reichsbahn-Inspektor Ur- mitzer (Frankfurt a. M.), mit dem Arbeitsplan, der der turnerischen und sportlichen Arbeit der Reichsbahn-Turn- und Sportvereine zugrunde liegen soll. Nach einem gemeinschaftlichen Mittagessen unternahmen die Teilnehmer der Tagung zusammen mit den Mitgliedern des Eisenbahnvereins Gießen eine Ausflugsfahrt nach dem Gleiberg. Den auswärtigen Gästen wurde dadurch Gelegenheit gegeben, die Schönheit unserer engeren Heimat kennenzulernen. Direktor M e n t e n, der Führer des Gleibergvereines, hieß die Gäste auf der Burg herzlich willkommen und zeigte ihnen während eines Rundganges auch das neu eingerichtete Schulungslager. Lehrer Praß hielt anschließend einen sehr instruktiven Vortrag über die Geschichte der Burg Gleiberg, der von den Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Gegen 18 Uhr kehrten die Teilnehmer wieder nach Gießen zurück, um von hier aus die Heimreise anzutreten. Die nächstjährige Tagung soll in Lim» bürg und in großer angelegter Form stattfinden, um darzutun, daß die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichsbahn einen nicht unwesentlichen Teil unserer Volksgemeinschaft darstellen. Die Tagung in Gießen war auf Wunsch der Bezirksleitung in engerem Rahmen abgehalten worden. Hitler-Jugend. Der seitherige Führer des Bannes 88, Wetzlar, Rudolf Buß wurde als Leiter der Abteilung „Sport" in den Stab des Gebietes Hessen-Nassau nach Wiesbaden versetzt. Um die Pflege der Leibesübungen in der Hitler-Jugend einheitlich zu gestalten, sollen in Zukunft für jede Einheit geeignete Uebungsleiter ausgebildet werden, in deren Hände die körperliche Ausbildung der betreffenden Einheit gelegt wird. Film- und Lichtbilder-Dortragsabend im KOAI. Der „Kampfbund der deutschen Architekten und Ingenieure" Bezirksleitung Gießen (nördliches Oberhessen), veranstaltet im Rahmen seiner Schulungsabende am Mittwoch, 6. Juni 1934 um 8 Uhr (20 Uhr) abends pünktlich im Lichtspielhaus Seltersweg einen Film- und Lichtbilder-Vortrag über Elektrizitäts-Verwertung. Es sprechen Dr.-Jng. Schliephake über die „Elektrizitätsversorgung Deutschlands im zweiten und im dritten Reiche" und Bezirksleiter des KDAJ., ist vergessen, jetzt ist das Boot ganz nah, da trifft Renate etwas Duftendes, Leuchtendes, ein Strauß Veilchen. Sie kann noch eben fangen und festhalten, da ist das Boot mit dem Mann schon vorüber. Langsam verklingt das Lied über dem Wasser, immer ferner leuchten die Segel weit hinten am Horizont. Noch immer strahlt die Sonne, der Himmel ist wolkenlos blau und die Wellen gleiten sacht vorbei. Renate schlägt den Kragen ihres Mantels hoch, sie fröstelt plötzlich. Dann streichelt sie behutsam die Veilchen. Kleine Boten, denkt sie, von Liebe, von Glück, vom Frühling. Jetzt ist das Boot völlig verschwunden. Zeitschriften. — Die Süddeutschen Monatshefte stellen ihr neues Sonderheft unter das Thema „Deutsche Rassenpolitik". Es sprechen Männer zu uns, die in der Praxis stehen und auch die Fragen kennen, die das Volk an das Wort Rasse und die Behandlung von Rassefragen im neuen Staat stellt. Horst Rechenbach vom Rasse- und Siedlungsamt hat dem Heft ein Geleitwort mitgegeben, das die Richtung heutiger Rassenpolitik klar umreißt: „Männer machen die Geschichte. Männer aber macht das Blut." Sobald man das geschichtliche Geschehen so erkennt, ergeben sich die Folgerungen für einen völkischen Staatsaufbau von selbst. Hein Schröder (Berlin) begründet das tiefer in seinem Beitrag „Rassisches Denken im modernen Staat". Horst Rechenbach schreibt über „Unsere Zuchausgabe'. Daß tatsächlich in rassischer Beziehung zwischen Mensch und Tier weitgehende Gemeinsamkeiten herrschen und das Wort „Menschenzucht" nur deshalb unserem Sprachgebrauch fremd ist, weil in früheren Zeiten die Natur jene „Zuchtwahl" durcy Ausmerzung der Minderwertigen getrieben hot, die wir heute, nachdem wir durch Hygiene und Medizin der Natur diese Auswahl mindestens sehr erschwert haben, selbst treiben müssen — daran denken die wenigsten. Rechenbach zeigt, wie vor allem die Bauernpolitik der nationalsozialistisch^ Regierung im Grunde nur eine Rückkehr zu oel* ten darstellt, in denen unser Volk teils unberouß züchterisch dachte und handelte. Der Hauptteil oe Sonderheftes wird abgeschlossen durch den ®citr 9 „Sterilisation und persönliche Freiheit" von heim Pfannenstiel (Marburg). Ein Wissenscham zeigt, daß dem einzelnen Erbkranken mit der wie rilisation eine ungeheure Verantwortung abgenorn men wird und daß die geringe Einschränkung Pe sönlicher Freiheit gegenüber den Vorteilen, oie Schutz des Volkes vor Erbkrankheiten darfi , gar nicht in die Waagschale fällt. Generalversammlung des Gleibergvereins der eine zeichnete Der Jestplaß des Soldatentages in Darmstadt sowie die Zusicherungen von Seiten des Reichsstatthalters bei seinem kürzlichen Besten und und einer Auf- Wetzlar in Jahr 77,54 Mk., insge- Leistungen. Die Verbundenheit mit Volk Heimat findet ihren Ausdruck durch Tanz Spiel der Originaltrachtengruppen aus Oberhessen, Odenwald und Bayern. kannt, Herrn such. Als die in einem eingehenden Gutachten von den Kreisbranddirektoren Riegel und Braubach (Gießen) als notwendig hingestellt wurden. Außer der bereits intakt gebrachten Blitzschutzleitung, die im Ernstfälle vollständig versagt hätte, müssen noch Handfeuerlöschgeräte angeschafft und die Kamine in Ordnung gebracht werden. Ferner wären feuerhem- mende Trennwände auf dem holzreichen Speicher bzw. Cellonanstrich zu schaffen und ein neues Wasserbassin von etwa 80 Kubikmeter Inhalt zu Darbietungen auf dem Festplatz im Laufe der Nachmittagsstunden sind überaus anregend und unterhaltend. Die Darmstädler Sänger in rNassenchören lassen deutsche Lieder erschallen. Die Darmstädter Turnerschaft zeigt den Gästen die heroorragend- 40 Musikkapellen der auswärtigen Vereine mit Darbietungen beteiligen. Für Speise und Trank ist gesorgt. In drei Bierzelten findet großes Ochsen- braten am Spieß statt. Trotz der riesigen Massenansammlung wird man dank der ausgezeichneten Organisation des Wirtschaftsausschusses denen die Vereine zu kämpfen hätten; aber wenn er hier die Grüße des Gauführers Ministerialrat Ringshausen übermitteln dürfe, so dürften die Sänger auch hoffen, daß die Leitung des Gaues XII im Deutschen Sängerbund auch für die Vereine einstehen werde. Die Pflege des Männergesanges bedeute das, was man einen geistigen SA.-Dienst nennen könne. Wenn heute die Arbeit der Männer- gesangvereine durch die Inanspruchnahme der Mitglieder der Vereine beim SA.-Dienst etwas erschwert werde, so solle man nicht aufhören in der Bemühung um den deutschen Männergesang. Immer müsse man sich vor Augen halten, daß die politische Sicherung unseres Volkes zuerst erfolgen mußte. Es dürfe kein Gegeneinander- sondern nur ein Miteinanderarbeiten geben. Das Wirken der Sänger sei anerkannt. Wo der Wille zur Mitarbeit sei, da sei auch ein Weg. Der Weg Deutschlands aber führe aufwärts! Gesungen werde nicht um des Vereines oder um unseres Bundes willen, sondern es werde getan, getreu dem Grundsatz des nationalsozialistischen Staates und getreu dem Willen unseres Führers Adolf Hiller im Sinne des Wortes „Nichts für uns, alles für Deutschland!" Des Führers in unerschütterlicher Treue und in freudiger Gefolgschaft zu gedenken, sei uns in dieser Weihestunde eine Herzenssache und all unsere guten Wünsche, unsere Einsatzbereitschaft und unser unbegrenztes Derber wichtigsten Zukunftsaufgaben beer die Maßnahmen eines erhöhten Brandschutzes, Kassenoorrat aus dem vorhergehenden Mark, verschiedene Einnahmen 388,65 samt 11 424,97 Mark. Ausgaben: Aufwertungszinsen wertungsschuld bei der Kreissparkasse Höhe von 1300 Mark 74,80 Mk., Geschäftsunkosten 263,51 Mark, Versicherungen, Bauten, Mobilien 509,39 Mk., ein gezahlt auf Kasse 1350 Mark,. Bauarbeiten im Albertusbau 8795,35 Mark, Gebühren für Postbarschecks 1,36 Mk., insgesamt 10 994,41 Mark, so daß ein Barbestand von 430,56 Mark verbleibt. Die Geschäfts- und Kassenschulden durch den Umbau betragen ungefähr noch 3900 Mark. Mit der Bitte um eifrige Mitgliedswerbung schloß der Bericht. Anschließend geschah einstimmige Entlastung des Kassenwartes. Der nächstjährige Voranschlag sieht vor: in Einnahme 2500 Mark, in Ausgabe 3200 Mark; der Fehlbetrag soll durch Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln gedeckt werden. Das Sommerfest soll als Abschluß der wahrscheinlich am 17. Juni beginnenden und acht Tage dauernden 2. Reichssingewoche (die erste sand dieser Tage in Potsdam statt) auf dem Gleiberg abgehalten werden. Rektor i. R. Val. Müller- Gießen dankte dem Vorsitzenden für die der Heimatoereinigung Schiffenberg gewidmeten anerkennenden Worte und betonte die gemeinsamen Ziele beider Vereinigungen auf dem Gebiet Heimat und Volkstum. Nach der Ehrung der verstorbenen Mitglieder des Vereins und dem Gedenken an Leo Schla- geter stattete Rektor i. R. Hellwig- Gießen namens der Anwesenden besonderen Dank ab an den unermüdlichen Vorsitzenden Dir. Menke n, dem Lagerleiter S ch u st e r für feine ausklärenden Informationen in der Presse, sowie Lehrer Praß für das gerüttelte Maß geleisteter Kassenarbeit. Mit der Mitteilung, daß jeden zweiten Samstag im Monat zwangloser Treffpunkt der Mitglieder auf der Burg fei und der Versicherung, stets seine ganze Kraft — was auch für den übrigen Vorstand gilt — in den Dienst des Vereins und der Heimat zu stellen, schloß der Vorsitzende mit einem „Sieg-Heil" die Versammlung, die noch das Horst- Wessel-Lied sang. Bei aemütlichem Beisammensein mit Angehörigen und Gästen kam dann die Geselligkeit zu ihrem Recht. Vom Deutschen Reichskriegerbund „K y f f h ä u s e r", Landesverband Hessen-Darmstadt (Kriegerkameradschaft „Hassia") gehen uns folgende Ausführungen zu: lieber die Hassia-Jubelfeier am 9., 10. und 11. Juni in Darmftadt ist zu berichten, daß der Sonntag der eigentliche Tag des hessischen Soldaten von früh bis spät auf das ab- wechselungsreichste ausgefüllt ist. In der Frühe großes Wecken durch alle Straßen der Stadt. Den im Laufe des Vormittags eintreffenden Kameraden ist Gelegenheit gegeben, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besichtigen. Der große historische Festzug wird sich pünktlich um 13 Uhr in Bewegung setzen und um 15 Uhr auf dem großen Feftplatz — dem ftüheren Exerzierplatz — eingetroffen fein. Auf diesem Platze werden sich nun, erfüllt von einem Strom der Begeisterung und der Kameradschaft, weit über 60 000 alte Soldaten, Kameraden und die Krieger des Weltkrieges Zusammentreffen, um die altbewährte Kameradschaft im neuen Deutschen Reich zu stärken und zu festigen. Es ist eine alte Erfahrung, daß die Mehrzahl der Anmeldungen in den allerletzten Tagen eintreffen wird. Man wird also in Darmstadt sich auf eine Teilnehmerzahl vorbereiten müssen, die noch weit höher ist als die angegebene. Aus dem Festplatz selbst sind alle Vorbereitungen getroffen, um den Kameraden und ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten frohe und angenehme Stunden zu bereiten. Nicht weniger wie sechs Riesenzelte der leistungsfähigsten Bierbrauereien Hessens, sowie große Wein- und Kaffeezelte find aufgebaut und in der Lage, die gewaltigen Massen bequem und gastlich zu empfangen und zu bewirten. In allen Zelten spielen ununterbrochen Musikkapellen. Außerdem werden sich etwa 5. tiehertag des Sängerkmses Gießen im DBS. 52 Männerchöre stellen ihr Können unter Beweis. — Große Kundgebung auf dem Landgraf-Phitipps-Plah. wurde in drei Sälen unserer Stadt und zwar in Neuen Aula der Universität, in der Turnhalle des Turnvereins 1846 und im Saale des C a f 6 Leib durchgeführt. Bereits zu früher Stunde wurde mit der Arbeit begonnen. Jeder Verein hatte zwei Lieder zum Vortrag zu bringen. In der Hauptsache wurden Volkslieder zu Gehör ge- Ehrungen bekannt. Für 40jährige Sangestätigkeit werden die Sangesbrüder Jean H e ß („Liederkranz- Heiterkeit" Gießen) und Karl Burger I. („Sängerkranz" Watzenborn-Steinberg) ausgezeichnet. Für 5 0jährige'Sangestätigkeit wird Sangesbruder Heinrich Wagner („Konkordia-Harmonie" Rödgen) geehrt. Für 25jährige Dorstandstätigkeit werden den Sangesbrüdern Heinrich Geißler, Heinrich L u h II. und Heinrich Degen (sämtlich Gesangverein „Germania" Großen-öinden) Aus- Zeichnungen zuteil. lieber die am Nachmittag im Casö Ebel abgehaltene kritische Besprechung berichten wir noch. Da wollen wir tüchtig die Sonne genießen! Wir müssen nur fleißig den Daumen drücken, damit die Sonne auch wirklich scheint. Und vorher auch rechtzeitig an Leokrem denken, denn natürlich wollen wir uns möglichst keinen Sonnenbrand holen, sondern unsere Haut soll sich richtig erholen! Leokrem mit Sonnen-Vitamin bräunt schneller und hilft die Sonne doppelt genießen. Leokrem, ein Erzeugnis der Chlorodont-Fabrik, ist schon von 22 Psg. ab in allen Fachgeschäften erhältlich. bracht. Die einzelnen Säle waren bis auf den letzten Platz besetzt. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die kritischen Zuhörer den jeweiligen Darbietungen und wohl mancher der teilnehmenden Sänger wird Vergleiche gezogen haben zwischen den Leistungen des Chores seines eigenen Vereins im Verhältnis zu den Leistungen der anderen Vereine im Kreis. Das Wertungssingen in seiner Gesamtheit gab gleichzeitig einen Einblick in den ungeheuren Reichtum an Volksliedern in unserer Volksgemeinschaft, einen Reichtum, der in Melodie und Text gleichermaßen groß ist. Da hörte man manches begeisternde Vaterlandslied, manches feinsinnige Lob der Heimat und viele zarte Liebeslieder, in denen die Ge° mütstiefe deutschen Volkstums klar zum Ausdruck kam. Manches flotte Soldatenlied erklang und ritz die Zuhörer mit. Verschiedene Darbeitungen hinterließen ob ihres rein religiösen Stimmungsgehaltes einen tiefen Eindruck. Das Wertungsfingen war vorzüglich organisiert und konnte in der dafür vorgesehenen Zeit durchgeführt werden. Die Kundgebung. Sofort nach dem Abschluß des Wertungssingens in den einzelnen Sälen marschierten die teilnehmenden Sänger in geschlossenem Zuge und bei frischem Gesang von Marschliedern durch die Stadt nach dem Landgraf-Philipp-Platz, auf dem sich die Sänger unter dem Zeichen einer großen Haken- ^Machwoll erklang zum Auftakt der Kundgebung der Deutsche Sängergruß^ (Methfessel und als Massenchor die „Mahnung von H. Heinrichs. Der Kreiswalter pg. Koch-Gießen hielt sodann die Begrüßungsansprache in der er die Sangesbrüder herzlich willkommen hieß. Besonders begrüßte er den Vertreter der Stadtverwaltung Gießen, Beigeordneten Pg- A..°^iholo- mäus, und den Vertreter der Führung des Gaues XII im DSB, Proomzialwalter W e n d - l e r - Bad-Nauheim. Sodann führte er u. a. fol- ^"Wertunasfingen 1934! Ein Jahr mühevoller Arbeit ein Jahr der Umgestaltung unserer gesamten SL°e°rbeL un lie«. Mt-r uns Ohne Ausnahme Im Gleichschritt mit der SA. ""sch'er^n auch mir ^Ft^6Q^rörn ÄrfiüV'^ die°g,stige SA. Adolf Hitlers. . , Die Volksgemeinschaft, getragen durch das deutsche Liev die stets unsere vornehmste ^usgaoe,, umy edelstes Ziel war, sie ist durch die nationa sozialistische Machtübernahme zur Wahrheit und zum Gemeingut aller deutsch denkenden Volksgenossen ge wordem Wenn wir deutschen Sanger heute zufam Steuererleichterungen vom 20. April 1934 ist ferner als Fortsetzung der Jnstandsetzungsaktion folgende Erleichterung vorgesehen: Bei der Veranlagung der Einkommen- und Körperfchaftsfteuer ermäßigt sich die Steuerschuld für die Steuerabschnitte, die in der Zeit vom 1. Januar 1934 bis 31. Dezember 1935 enden, um 10 vom Hundert der Aufwendungen für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden, soweit Beginn und Ende der Arbeiten in die Zeit zwischen dem 1. Januar 1934 und dem 31. März 1935 fallen und Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln (des Reiches ober der Gemeinden) für diese Instandsetzungen und Ergänzungen weder unmittelbar noch mittelbar gewährt werden. Für Jnftand- setzungsarbeiten an Gebäuden, die einem gewerblichen Betrieb dienen, werden die erwähnten steuerlichen Vergünstigungen auch gewährt, wenn Zuschüsse nach Abschnitt I des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933 zugebilligt sind. Bornottzcn — Tageskalender für Montag: Stadttheater, 20 bis nach 22.30 Uhr „Langemarck". — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zellen 2, 3 und 5, 20.30 Uhr, Zellenabend; Redner: Bannführer Häuser. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „So ein Flegel!". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend kommt als 32. Vorstellung des Freitag-Abonnements das Schauspiel in sechs Bildern „Langemarck, der Opfergang der deutschen Jugend" von Edgar Kahn und Max Monato unter der Spielleitung von Karl Löser zur Erstaufführung. * ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Dieser Tage konnten zurückblicken: Auf eine vierzigjährige Dienstzeit bei der Reichsbahn: Rangiermeister Karl Moos; auf eine fünfunddreißigjährige Dienstzeit: Lokomotivführer Hermann Kreye, Karl Lotz und Karl Schmidt und Amtmann Wittlich; auf eine dreißigjährige Dienstzeit: Reichsbahnsekretär Franz Sommershof, Zugschaffner Hermann Scholl und Stellwerksmeister Johann Bork; auf eine fünfundzwanzigjährige Dienstzeit: Zugschaffner Gustav Kreiling und Reservelokomotioführer Karl Reichardt. Dem Jubilar mit 40 Dienstjahren wurde von dem Leiter des hiesigen Bahnhofs, Reichsbahnamtmann Wahl, nach herzlichen Glückwunsch-, Dank- und Anerkennungsworten je ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten, der Reichsbahn,Hauptverwaltung und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. überreicht. Den übrigen Jubilaren wurden von den Dienststellenleitern und dem Amtsoorstand des hiesigen Reichsbahnbetriebsamtes I nach anerkennenden Glückwunsch-, An- erkennungs- und Dankesworten Glückwunschschreiben der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. und des Reichsbahnbetriebsamtes I und Verkehrsamtes Gießen überreicht. Von Seiten der Mitarbeiter wurden den Jubilaren reiche Ehrungen zuteil. trauen zum deutschen Volke sei zusammengefaßt in Dem Rufe: „Unserem deutschen Volkskanzler Adolf Hitler, unserem geliebten Vaterland und unserem deutschen Liede ein dreifaches „Sieg-Heil!" Gemeinsam wurde sodann das Horst-Wessel-Lied gesungen. Der Massenchor „Deutschland, heil'ger Name" (Daußnern) unter der vorzüglichen Leitung des Kreischormeisters Blaß (Gießen) vereinigte die Stimmen der oberhessischen Sänger zu einer großartigen Wirkung. Zum Schluß der Kundgebung gab der Kreiswalter, Pg. Koch (Gießen), noch verschiedene bauen. Es sei Sache der Regierung, hier dem Verein, der doch Treuhänder des Staates ist, helfend unter die Arme zu greifen. Sodann trug der Kassenwart, Lehrer Praß (Krofdorf) die Jahresrechnung vor, die in der Einnahme folgende Poften und Summen auswies: Vereinnahmte Beiträge 1568 Mark, Geldzuwendungen öffentlicher Körperschaften 500 Mark, Abgabe des Burgwirtes 800 Mk., zinsloses Darlehen aus dem Reichs-Reinhard-Programm 2000 Mk., von Kassen abgehoben 5314,91 Mark, bereits eingezahlte Spenden 875,87 Mark, mengekommen sind, so hat dies nicht nur den Zweck, in friedlichem Wettkampf unsere gesanglichen Einzelleistungen bewerten zu lassen, nein, wir wollen auch der Oeffentlichkeit einen Beweis bringen von den geistigen und kulturellen Aufgaben unserer Männer- gesangvereine im neuen Staate; hierfür mögen die Leistungen unserer Vereine einzeln sprechen. Wir wollen aber auch der Oeffentlichkeit den Beweis geben, daß alle unsere deutschen Männergesang- vereine bestrebt sind, unserem Volke zu dienen, ihm sein edelstes Kleinod, das deutsche Lied wiederzugeben und in jede Volksseele hineinzusingen. Wenn ich hier namens meiner Sangesbrüder erkläre, daß wir fest entschlossen sind, ja es uns zur Pflicht machen, unsere ganzen Kräfte einzusetzen für den geistigen Aufbau von Volk und Vaterland, so gilt dies als erneuter Beweis eines restlosen Treuebekenntnisses zur nationalsozialistischen Idee. Dagegen erwarten wir aber auch von allen führenden und maßgebenden Stellen Entgegenkommen und Verständnis für unsere bescheidenen Belange. Es ist eine Tatsache, daß eine große Anzahl von Mitgliedern und Sängern durch anderweitige hohe Inanspruchnahme unseren Vereinen verloren gegangen sind. Der hierdurch bei den Sängern in Erscheinung getretene Pessimismus um die Existenz ihrer Vereine gibt mir Veranlassung, den Vertretern unserer Gauleitung im Auftrage aller Vereine des Sängerkreises zu bitten, diese für unsere Sängerbewegung nicht besonders günstigen Auswirkungen einmal an maßgebender höherer Stelle besonders zu erörtern. Wir deutschen Sänger werden uns in jeder Weise hierfür dankbar zeigen, und werden nicht rasten, die uns gestellten Aufgaben als eine uns heilige Mission an Volk und Vaterland zu erfüllen. Es gibt für uns nur den einen Wahlfpruch: „Unser deutsches Lied nur für das deutsche Volk! Unser ganzes Tun nur für Deutschland!" Beigeordneter pg. Bartholomäus begrüßte im Auftrage des Oberbürgermeisters die oberhessischen Sänger und entbot den Glückwunsch der Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung wisse die Veranstaltung des Sängerkreises Gießen zu schätzen, und zwar deshalb, weil sie auch den Wert des deutschen Liedes für unser Volkstum und die ganze Volksgemeinschaft kenne. Daß das deutsche Volkslied erhalten bleiben möge, das sei die Hoffnung unser aller. Hier müsse sich jeder Berufene als Träger seiner Aufgabe fühlen, lieber der Erfüllung der einzelnen Aufgabe dürften wir aber nie das große Ganze vergessen, denn kein Teil unseres Volkes könne ohne, den anderen bestehen. Das Schicksal unseres Volkes hänge nicht von einem einzelnen Kulturgut allein ab. Der starke Körper fei ebenso notwendig, wie das eine oder andere kulturelle Gut. So ergebe sich für den einzelnen immer die Aufgabe, an feinem Platze feine Pflicht zu tun. Jeder müsse bestrebt sein, seine Kraft dafür einzusetzen, daß das Lied „Deutschland, Deusich- land über alles" in voller Berechtigung erklinge. (Lebhafter Beifall.) provinzialwalier Wendler/ Bad-Nauheim Oberingenieur Kurz über die „Erzeugung und Verteilung der Elektrizität feit einem halben Jahrhundert; Ausblicke fürs dritte Reich." Die Vorträge werden allgemein verständlich fein und durch Lichtbilder erläutert werden. Zum Schluß wird ein Film (etwa V- Stunde Laufzeit) vorgeführt, der die letzten Neuerungen auf dem Gebiete der Elektrotechnik zeigen wird. Zu dem Vortrag werden alle deutschen Männer und Frauen, die sich für das Vortragsthema interessieren, insbesondere aber auch Handwerk, Gewerbe und Industrie, freundlichst eingeladen. Für KDAJ.- Mitglieder ist Teilnahme Pflicht. Der letzte Schulungsabend wird Ende Juni einen Vortrag des Kreisschulungsleiters Pg. Michel, über die „Sitten und Bräuche unserer Vorfahren", bringen. Deutsche Arbeitsfront - Kreisbetriebsgruppe: Handel. Zu der Kundgebung am Montag, 28. d. M., in der Handelskammer zu Frankfurt a. M. anläßlich der Feier des 125jährigen Jubiläums der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, abends 8V4 Uhr (in der Fefthalle) wird erwartet, daß der Einzelhandel durch zahlreiches Erscheinen reges Interesse bekundet. Es sprechen unter anderem Reichsstatthalter Sprenger und Reichswirtschafts- minifter Dr. Schmitt. Kreisbetriebsgruppenführer: Handel, gez. H e y d. Oie Geschästsstunden der Industrie- und Handelskammer. Wie wir erfahren, hat auch die Industrie- und Handelskammer Gießen die durchgehende Arbeitszeit, wie sie bei den anderen Behörden üblich ist, eingeführt. Vom 1. Juni ab find die Dienftftunden auf die Zeit von 7 bis 15 (3) Uhr, Samstags von 7 bis 12 älhr festgesetzt. Die Geschäftsführung steht den Firmen täglich mit Ausnahme von Samstags von 9 bis 13 Uhr zur Verfügung. AuSparteiamtlichenBekanntmachungen Die NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte teilt mit, daß die Sprechstunde am heutigen Montag von 20.15 bis 21 Uhr im Geschäftszimmer, Kaplansgasse 18, ftattfinöet. Instandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden. Der Reichsarbeitsminister hat den Termin, bis zu dem die mit Reichszuschüssen geförderten Jn- ftandsetzungs-, Ergänzungs- und Ilmbauarbeiten an Gebäuden beendet fein müssen, bis zum 31. Mai 1935 verlängert. Hierbei handelt es sich indes nur um Arbeiten, für die Zuschüsse bereits durch Vorbescheid bewilligt find, nicht um neue Anträge. Durch eine Ergänzungsoerordnung zum Gesetz über Der Sängerkreis Gießen im Gau XII des Deutschen Sängerbundes hatte seine ihm zugehörigen Vereine für den gestrigen Sonntag zur Teilnahme am 5. Kreisliedertag in Gießen eingeladen. Mit diesem Liedertag war gleichzeitig wieder das große Wertungssingen verbunden, bei dem die Vereine ihre im Laufe des Jahres geleistete Arbeit am deutschen Lied unter Beweis stellen sollten. Fast alle Vereine des Sängerkreises waren vertreten. Das Wertungssingen Am Samstagnachmittag hielt der Gleibergverein aus der Burg Gleiberg seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Direktor M e n k e n , eröffnete die Generalversammlung mit herzlichen Worten der Begrüßung. Er skizzierte in großen Zügen die Arbeit des Vorstandes, die insonderheit durch den Umbau im Albertusflügel eine besondere Note erhalten hat. Direktor M e n k e n zollte besondere Anerkennung der Tätigkeit des Jugendnotwerks, in dem über 20 junge arbeitslose Handwerker mit Lust und Liebe gearbeitet haben, und er wies Vorwürfe einiger Geschäftsleute mit der Tatsache zurück, daß dreiviertel der Bausumme dem Hand- werksstand und der Geschäftsstelle zugute gekommen sei. Der bisherige Lagerleiter auf dem Gleiberg, H. F. S ch u ft e r, gab einen eingehenden Bericht über die seitherigen Lager und über solche, die zukünftig eingerichtet werden können. Er dankte dem Gleibergverein, insonderheit dem Vorsitzenden für das zweckmäßige Werk, das allenthalben Anklang fänoe. Ein Verein habe nur bann noch Zweck, wenn er die richtige Einstellung den Aufgaben der Zeit gegenüber zeige. Durch die Lager fei der Gleiberg infolge Verbreitung des Erlebten in der heimischen und auswärtigen Presse weithin im Rhein-Main-Lahn- gebiet bekannt geworden. Sowohl der erste Kursus 3ur Schulung der Kameradschaftserziehung mit über 60 Teilnehmern als auch bas kleinere Juriftenlager sowie bas Lager ber Sübwestbeutschen Stubentengruppe hätten gezeigt, wie ein Lagerbetrieb sein soll. Durch bie Nähe ber Universität Gießen bilbe ber Gleiberg einen ibealen Schulungsplatz. Besonbers betonte ber Rebner, baß bie altehrwürdige Burg nach wie vor ber Ausflugsort für bie Umgebung bleibe, sie fei lebiglich jetzt noch um eine Sehenswürdigkeit bereichert. Direktor M e n k e n gab 'bann bie Spenden in Höhe von über 1000 Mark van Gemeinden unb Einzelpersonen mit bem Dank an die Spender behielt fobann als Vertreter des Gaues XII eine kurze Ansprache. Er übermittelte die Grüße des Gaues XII unb bankte ber Leitung des Sängerkreises Gießen für die Bemühung um die Veranstaltung. Er, der Redner wisse, baß sich die Leistungen im San- gerfreis Gießen auf erfreulicher Höhe bewegten, und es fei ihm nicht bange darum, daß hier das deutsche Lied erhalten werde, wenn alle jene Kräfte weiter an ber Arbeit bleiben, bie im vergangenen Jahre wirkten. Die Leitung des Gaues und des Bundes kenne die Sorgen und Wünsche qvnymucn viyuiuiuuuu *uin.|u/u|i3uu=|u/unc» ber Gesangvereine, kenne die Schwierigkeiten, mit allen Anforderungen gerecht werden können. Die Sport- unb Rabfahrervereine zeigen burch befon- bere Vorführungen ihr hervorragenbes Können. Abenbs finbet in ber Festhalle großer Tanz statt, zu bem eine ausgezeichnete Musikkapelle aufspielen wirb. Ein Vergnügungspark, wie ihn Darm- ftabt wohl selten gesehen haben wirb, ist vorhan- ben. Nicht weniger wie sechs Riesenkarussells ber neuesten Art, etwa 12 Zuckerbuben, Eisgarten unb mehrere Eisstänbe, fünf große Schießbuben, Brat- rourftröftereien, Fischbuben, Wafselbuben, Schaububen aller Art sorgen ununterbrochen für Unterhaltung. Am Montag, 11. Juni, finbet in ben Nach? mittagsstunben ein großes K i n b e r f e ft statt. Es wirb hier ausbrücklich feftgefteUt, baß bei ben schwierigen Vorbereitungen bes Hessischen Solbaten- tages beutsche Männer am Werke sinb, bie mit unübertrefflicher Begeisterung unb Liebe zur Sache biefes Darmstäbter Ereignis wirklich zu bem gestalten, was ber Sinn bes Festes bebeuten soll, bie Derbunbenheit bes alten Kameraben unb beutschen S 0 lbaten mit Volk unb Heimat. Und nächsten Sonntag? Das interessante Kapitel der Amphibien ober Lurche I wiegend nützlich, da es Insekten, Würmer und den meisten Menschen ein böhmisches Dorf, und ■ Schnecken vertilgt. Merkwürdigerweise kommen und 3206 d 3212V Lützellinden, Großen-Llnden, den 27. Mai 1934. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Mai, nachmittags 2 Uhr statt billig abzugeben 3214 U Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor. 3 11 erste Froschlurch Laichgeschäft in Tiere trotz ihres Erscheinungen in A. Lyncker, 32i6d Bahnsvediteur. Prinzip der nationalsozialistischen Staats- Rechtslehre. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meine unvergeßliche Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante ist den meisten Menschen ein böhmisches Dorf, und nur hie und da gibt es einen Naturkenner von der fachzuständigen Zunft, der restlos über die Geheimnisse dieser beobachtungsfremden und verborgen lebenden Tiere Bescheid weiß. Und dennoch ist die Beschäftigung gerade mit dieser seither so stiefmütterlich behandelten Tiergruppe so voller intimer Reize, daß es sich verlohnt, ihrem Walten und Schalten einen Augenblick zuzusehen. Schnecken vertilgt. Merkwürdigerweise kommen bei ihm mehr Weibchen als Männchen vor. Auch seine Paarungszeit fällt in den Mai. Das Männchen klammert sich dabei an den Hüften des Weibchens fest und befruchtet den in Klumpen austretenden Laich. Dieser entwickelt sich schnell in der Heißzeit auf dem Boden des Gewässers, und schon nach neun Tagen kommt die Larve aus dem Ei. Von den verwandten schwanzlosen Lurchen finden wir weiter bei uns noch den Laubfrosch und recht häufig den grünen W a s s e r f r o s ch und den braunen T a u f r o s ch. Der letztgenannte hält sich nur zur Laichzeit in den Gewässern auf, ansonsten sieht man ihn stets auf Wiesen und im Walde. Im Neustädter Feld, vor allem aber im Schiffen- berger und Bergwerksgelände finden wir beide Philosophie als bas philosophische Bekenntnis des deutschen Geistes zusammen. Professor Beck e r (Bonn) trug unter besonderer Bezugnahme auf die Philosophie Heideggers eine Kritik am Idealismus vor, die dem Geist den bisher behaupteten Vor- rang gegenüber der Natur bestreiten will. Professor Spranger (Berlin) stellte seinen „objektiven Geist" in Gegensatz zu dem Spekulativbegriff des 19. Jahrhunderts. Volk und Staat bilden nach Professor Koellreutter (München) in ihrer beförderen Nähe zueinander das eigentümliche Kennzeichen der politischen Theorie des Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus sei vom Front- und Kameradschaftserlebnis her erfüllt mit dem Volks- gemeinschaftsgedanken. Demgegenüber behalte der Staat keinen Selbstwert, sondern diene wie Religion, Kunst und Wissenschaft nur als Mittel zur Erhaltung des Volkstums. So sei das Volk oberstes Wissen Sie noch, wer Jimmy Walker ist? Jimmy Walker, der ehemalige Oberbürgermeister von Neuyork, war eine zeitlang der volkstümlichste und beliebteste Mann der Vereinigten Staaten. Sein Witz, seine Liebenswürdigkeit, seine lustigen Einfälle, seine Beweglichkeit waren von unwiderstehlicher Wirkung. Er war nicht der Bürgermeister, wie man ihn sich gewöhnlich vorstellt. Sein Charme hatte allerdings etwas Wurmstichiges, er liebte mehr die augenblickliche Wirkung als die solide Moral, er war, wenn man so sagen darf, der elegante Konferencier unter den Bürgermeistern in USA. Wer den Charakter dieses Mannes näher studiert hat, wird sich nicht wundern, wenn er sich wirklich entschlossen hätte, Schauspieler zu werden. Er war ja auch in seiner Eigenschaft als Oberbürgermeister von Neuyork immer ein glänzender Schauspieler, der es vorzüglich verstand, sein wahres Gesicht zu verhüllen, sobald es nötig war. Das Leben, das Walker als Bürgermeister führte, war das Leben eines routinierten Salonlöwen; bei offiziellen Anlässen fand er immer die richtige Mischung von Humor und Würde. Seine „Informationsreisen" nach Europa sind wohl noch allen in Erinnerung. Er hatte eine bezaubernde Art, Ovationen entgegenzunehmen Er zeigte stets das größte Verständnis für Leute, die den Drang fühlten, ihn zu photographieren Er scheute sich nicht, dunkle und undurchsichtige Geschäfte abzuschließen. Er erwarb sich durch seinen „Charme" ein erkleckliches Vermögen. Schließlich beschuldigte man ihn der Korruption und machte ihm den Vorwurf, Unterschlagungen begangen zu haben. Es stellte sich nach langwierigen Untersuchungen heraus, daß Jimmy Walker viel zu liebenswürdig Jimmy Walker ist unverwüstlich. Der ehemalige Oberbürgermeister von Neuyork will Schauspieler werden. Spenden für die NSV. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Dezirkssparkasse Gießen. Wer kennt die heimischen Linken, Kröten und Frösche? In tiefer Trauer: Georg Weber, Landwirt nebst Kinder Familie Gastwirt Schaum Gießen, den 23. Mai 1934. Hessisches Amtsgericht. Gymnastik-Schule Hilde Plank, Mühlstr. 3 iiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii SlMllWlkl Gießen 3is»d Dienstag, 29.5., 20 bis nach 22.30 32. Dienst.» Ab. Gewöhn!. Preise (Schülerkarten) Lanaemarck Der Opfergang b. deutschen In- ßend. Schauspiel in 6 Bildern von Kahn it. Monato flllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Frau Marie Weber, geb, Schaum im Alter von 43 Jahren in ihre himmlische Heimat abzuberufen. KuE Ettö Wissenschaft. „Woche des deukschen Buches 1934." Zur Durchführung aller vorbereitenden Arbeiten der „W oche des deutschen Buche s", die erstmalig in diesem Jahr, und zwar vom 16. bis 22. September 1934, durchgeführt wird, hat sich ein Arbeitsausschuß zur Vorbreitung der „Woche des deutschen Buches" gebildet, dem Vertreter aller in der Reichsschrifttumskammer zusammengefaßten Verbände, Vereine und Gruppen angehören. Vorsitzender des Arbeitsausschusses ist Dr. Günther Schriftliche Angeb, unter 3201D a. d. Gieß. Anz. war, um ein guter Oberbürgermeister sein zu können. Man zögerte deshalb nicht lange, seiner Karriere ein Ende zu machen. Jimmy Walker ist ein unverwüstliches Stehaufmännchen. Er lebt jetzt von den Anekdoten, die man sich von ihm erzählt und von der Erinnerung an seine Unwiderstehlichkeit.' Nachdem er sich eine Zeitlang als Londoner Korrespondent eines amerikanischen Zeitungsunternehmens betätigt hatte, will er jetzt Schauspieler werden. So heißt es wenigstens in der Neuyorker Theaterzeitung „Variety". Walker soll sogar schon einen Vertrag unterschrieben haben. Der Leiter einer großen Bühnenagentur hat sich die Mühe genommen, nach London zu reisen, um mit Herrn Walker zu verhandeln. Walker bekommt angeblich für einen Film 150 009 Dollar, für ein halbjährliches Auftreten auf einer Bühne 240 000 Dollar und für 13 Radiovorträge 65 000 Dollar. In Amerika scheint es noch immer ein glänzendes Geschäft zu sein, wenn man über einen zweifelhaften Ruhm verfügt. Step-Unterricht erteilt Arten noch zu Häuf. Auch einige Krötenarten beritten wir. So zum Beispiel die Kreuzkröte, die gemeine Kröte und die Wechselkröte, lieber das Vorkommen der Knoblauchskröte innerhalb " ' noch unoollkom- unserer engsten Heimat sind wir men unterrichtet, obwohl sie der ist, der sich im Frühjahr zum unseren Gewässern zeigt. Leider sind alle die genannten anerkannten Nutzens recht seltene , , unserem heimischen Naturbild geworden, und nur ein Bruchteil des Bestandes von ehedem haust heute noch in unseren heimischen Jagdgründen. Das Zuschütten der Teiche und die Entwässerung der saueren Wiesen, ihre Ueberführung in kultivierte Grasflur, waren schuld daran. Freilich sind diese Meliorationen zur Kulturlandgewinnung nicht zu vermeiden und im Volksinteresse sogar wünschenswert, ebenso das Zuschütten von Tümpeln in der Nähe menschlicher Wohnungen, weil man anders nicht Herr wird über die Schnakenplage. Doch sollte man im Walde und im Oed- gelände die Teiche schonen, um ihnen wenigstens dort eine letzte Heimstatt zu bieten. Aluco. Beschluß. lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Landwirts Wilhelm Klos und der Margarete Klos, geb. Kutscher, Witwe des Friedrich Karl Klos, beide in Beuern, wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 1.30 Uhr nachmittags eröffnet. Die Landesbauernkasse Rhein - Main » Neckar e. G. m. b. H. in Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 25, wird zur Entschuldungsstelle ernannt. Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche bis zum 30. Juni 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Südwest, Rordheffen, Miielrhein rüsten für das Ieldbergfest. nerinnen werden nicht nur das Feldbergfestspiel am Brunhildisfelsen zur Uraufführung bringen, sie werden auch am Festsamstag den deutschen B ergab e n d , bei dem sich die Alt-Mittelrheiner ein Stelldichein geben, mit Volkstanz, Spiel und Sang I zu einem echten Volkstums- und Heimatabend gestalten. Am Festsonntag stellt Friedberg mit Prof. Keller den Redner, während bei der großen Saarkundgebung am Nachmittag Reichsdietwart Kurt Münch sprechen wird. Dieser Tage weilten Turnkreisführer, Stud.-Rat Thierolf- Friedberg, und der Verfasser des Feldbergspiels, Oberstudiendirektor Philipps- Friedberg, mit dem Führer des Feldbergfestausschusses, Hugo Pfaff- Frankfurt a. M., zu wichtigen Vorarbeiten auf der Bergeshöhe. Die Durchführung des Festspiels und des deutschen Bergabends wurden an Ort und Stelle eingehend beraten. Allenthalben wird fleißig für das 81. Feldbergfest gearbeitet und gerüstet. So darf man bestimmt damit rechnen/ daß der höchste Taunusgipfel am 16. und 17. Juni eine, große Kundgebung für Tur- nertum, Volkstum und Heimat erlebt, daß das Fest Turnerschaft und weite Volkskreise zusammenführt zu einem gewaltigen Treuebekenntnis zum deutschen Volk und seinem Führer. Des Volkskanzlers wird man in diesem Jahre auf dem Feldberg besonders dankbar gedenken, denn er hat uns erst die große Volksgemeinschaft erkämpft, wie sie vor 90 Jahren (23. Juni 1844 erstes Feldbergfest!) vom Frankfurter Turnvater A. R a v e n st e i n bei Begründung des turnerischen Feldbergfestes ersehnt wurde, wie sie noch früher erträumt worden war von Ernst Moritz Arndt, der bereits am 18. Oktober 1815 zur Erinnerung an die große Leipziger Befreiungsschlacht zum ersten deutschen Volksfeste auf dem Feldberg aufgerufen und bei dieser Feier mit am Bergfeuer gestanden hatte, eine zündende Ansprache haltend. EISteBettenmÄ an alle, Teils. KataL fr. EtoenmöbeltatxlK Bum, **• | Verkäufe | n*eik« kU«* fastneu.sehrbil- Grube Misi “ s Das Feld berg fest, das älteste Bergfest seiner Art, ist in den 90 Jahren seines Bestehens schon immer mehr gewesen, als eine rein turntechnische Veranstaltung. Entstanden aus der Sehnsucht der besten Deutschen nach Einheit und Freiheit, war es immer schon tief verwurzelt in Volkstum und Heimat. Der sagenumwobene Taunusgipfel zog stets Tausende in seinen Bann, und das Feldbergfest wurde so über die mancherlei Staatengrenzen hinaus -zu einer starken Bindung für hie Lande um Main und Rhein. Das diesjährige Feldbergfest, das 81. in der langen Kette der turngeschichtlich bedeutsamen Veranstaltung, soll überzeugender Ausdruck sein des Bekenntnisses zu dem Deutschland Adolf Hitlers. Der Volkstums- und Heimatgedanke wird noch besonders herausgestellt durch das Bergspiel „Das Völsungenhorn", in dem das Germanisch-Heldische auf der Grundlage der um den Berg spielenden Nibelungensage zeitgebunden lebendig vor Augen tritt. Die Ausschreibung der D T. - o f f e n e n Wettkämpfe, die —wie immer — durch abwechslungsreiche Gestaltung ausgezeichnet sind und in diesem Jahre dem im' Mannschaftskampf zum Ausdruck kommenden Gemeinschaftsgedanken in besonderem Maße Rechnung tragen, ist in der Fachpresse bekannt gegeben worden, und wird durch den Feld- bergfest-Äusschuß (Turnbruder Hugo Pfaff-Frankfurt a. M., Niddastraße 39) auf Anforderung auch noch unmittelbar' an Turner und Turnerinnen versandt, die an den Einzel- oder Mannschaftswettbewerben teilzunehmen gedenken. An der festlichen Gestaltung des diesjährigen großen Feldbergtreffens am 16. und 17. Juni wird im besonderen die Turngemeinde Friedberg mitarbeiten, die vor 90 Jahren mit an der Wiege des Bergfestes gestanden und ihm durch die vielen Jahrzehnte hindurch auch immer die Treue gehalten hat. Friedberger Turner und Tur- Grüne 02767 SWelveeren SU verkaufen. Pfund 15 Pfg. Ä. Kuhnd, SchöneAusficht, Hinterh. Da ist zum Beispiel unsere Geburtshelfer s- träte, der man in manchen Gegenden auch den klangschönen Namen Glockenunke gab, weil sie in wunderbarer Tonfülle und Reinheit ruft, als sei es eine Silberglocke. Geburtshelferkröte aber heißt sie deshalb, weil das Männchen feinem Weibchen in ganz eigenartiger Form beim Laichgeschäft hilft und die Eischnüre um den Leib gewickelt eine Zeit- lang mit sich herumträgt. In den Tagen unserer Altvordern allerdings gab man dem Unkenruf eine andere Deutung: da waren es die Glocken eines versunkenen Dorfes, das tief unter dem Weiherspiegel liegt, und von dessen Kirchlein die Glocken für das Heil all derer klingen, die da voreinst versanken unter Raum und Ewigkeit. Obwohl kroten- artifl im Aussehen, so ist die Geburtshelferskröte doch ein recht niedliches, zartes Geschöpf, das sich gern unter Geröllschotter feuchtgründiger verlassener Steinbrüche und in anmoorigen einsamen Ge- länden im Nahbereich von Teichen, die sie zum Laichakt brauchen, aufhält und selten zeigt. Nur die Rufe pflegt man zu vernehmen aus dem zerklüfteten Gestein heraus, beginnend bereits in den letzten Tagen des März, den Sommer überdauernd. Freilich rufen nur die Männchen, aber diese konzertieren stets gemeinsam, und es ist dann ein Geläut in der Luft, wie an einem richtigen Kirchenfonntag. Leider ist die Glockenunke, deren Vorkommen sich in unserem hessischen Landschaftsraum bis weit in die Vergangenheit zurückverfolgen läßt, recht selten in unseren Heimatgründen geworden, denn viel hundert Teiche und Laichplätze haben der Kultur weichen müssen. Die Geburtshelferskröte kommt in unserer engeren Heimat hauptsächlich im Hügelgelände des hessischen Berglandes und der Lahngegend vor, sie wird nur drei bis vier Zentimeter groß und ist oberseits aschgrau bis gelblich, unterseits weißlich oder gelblichgrau gefärbt. Vom Kopf nach dem Hinterjchenkel ziehen sich in der bekannten Krötenart eine Reihe von Warzen, in Längsreihe angeordnet, hin. Wie gesagt, hilft das Männchen zur Laichzeit, die übrigens in den Monat Mai fällt, beim Fortpflanzungsgeschäft, und das geschieht in der Weise, daß es mit seinen Fingern am Hinterfuß die auf eine Schnur gereihten Eier herauszieht und sich nach der Befruchtung um die eigenen Schenkel wickelt. Ganze Schlingen trägt es so tagelang mit sich herum, und entledigt sich ihrer erst je nach der Witterung und ihrer Entwicklungsgunst, so um den elften Tag, an dem in der Regel die Kaulquappen zum Vorschein kommen. Von den beiden in Deutschland heimischen Feuerunken, der B e r g u n k e und der Tiefland- unke, findet sich in unserer Hessenheimat nur die erstere, die man auch die Gelbbauchige Unke nennt. Ihr Rücken ist gelbgrau, bis ins hell olivgrüne Moment hinein ausgetönt, der Bauch dagegen herrlich zitronengelb mit schon dagegen abstechenden blaugrauen bis tiefdunklen Flecken. Finger und Zehen dagegen sind vollends gelb gefärbt. Die Bergunke findet sich nur in Europa, davon in Deutschland hauptsächlich in der Rheinprovinz, in Westfalen, Hannover, Harz, Thüringen, Südwestdeutschland, Hessen und Bayern. Im niederen Berg- und Hügelland West- und Mitteldeutschlands ist sie die einzig vertretene Unke. Dieses unscheinbare, nur 4 Zentimeter große Tierchen nimmt mit jedem Dorfteich, und sei es auch nur ein Schlammbecken, vorlieb und haust hier den ganzen Sommer über. Dann sieht man es im Wasser, ein Stückchen vom Ufer entfernt, mit dem Köpfchen herausgucken. Seinen Singsang läßt es, wie alle Lurche, die doch von Natur aus Nachttiere sind, gegen Abend erschallen, der Ruf ist nicht heiter und leicht wie der des Teichfrosches etwa, sondern schwermütig und traurig, genau wie die Schwermut des eintönigen Moores, das feine ursprüngliche Heimat gewesen sein mag. Wie ein Glasglöckchen klingt er, ganz leise, aber volltönig, doch so entfernt, daß man mitunter überrascht ist, wenn man bei näherem Zusehen auf einmal bas Tierchen ganz dicht vor sich entdeckt Nur drei, vier oder fünfmal ruft das Unkchen in der Minute. Da aber alle Männchen gleichzeitig zu fingen pflegen, so ist es allemal ein ununterbrochenes Konzert. In Gießens Umgebung ist es regelmäßig im Bergwerksgelände und zeitweise auch im Neustädter Feld zu vernehmen. Wird das Tier verfolgt, wenn es sich zufällig auf dem Lande befindet, dann nimmt es augenblicklich eine Schreckstellung ein, indem es die Vorderbeine über dem kopfoberst zurückgebogenen Rücken kreuzt und solange in dieser Haftstellung verweilt, bis es die Gefahr vorüber wähnt. Bei dieser Gelegenheit kommt es dann auch vor, daß das Tier einen seifengischtähnlichen Schaum am Körper absondert, der bitter und auch leicht giftig ist, so daß es von Schlangen aller Art gemieden wird. Dennoch ist es über- Buntes Allerlei. 3m gläsernen Sarg auf dem Meeresgrund. Während sich in England ein Kreis von Wissenschaftlern theoretisch mit den verblüffenden Kunst» stücken der Fakire befaßt und sich bemüht, die Zaubereien der indischen Wundermänner als lügenhafte Angelegenheiten zu entlarven, versucht jetzt ein junger Amerikaner den Fakiren mit Experimenten, die er an seinem eigenen Leibe aus» führt, auf den Zahn zu fühlen. Jack Davenport heißt der mutige junge Mann, der die verwegensten Versuche unternahm. Er wollte beweisen, daß man mit Willenskraft alles vermag. Kürzlich legte er sich in einen gläsernen Sarg und ließ sich 100 Meter tief auf den Meeresgrund senken. Dort blieb er drei Stunden lang liegen und wurde währed der ganzen Zeit von einem Taucher kontrolliert. Davenport befand sich in einem scheinbar leblosen Zustand, als man ihn aber wieder an die Oberfläche zog, ihn aus seinem gläsernen Gefängnis befreite und kurze Wiederbelebungsversuche an ihm vornahm, fing er wieder an zu atmen und in feinem Befinden hatte sich nichts geändert. Keiner will es gewesen sein. Da hat Charles Frederick W i m b I e im Royal Victoria Hotel in Sr. Leonards an der Walliser Küste ein Dutzend Austern gegessen und mußte sich am nächsten Tag ins Bett legen. Typhus! Natürlich waren die Austern schuld. Mr. Wimble strengte einen Prozeß gegen die Hotelverwaltung an und erreichte, daß sie zu 9000 Mark Schadenersatz verurteilt wurde. Die Hotelverwaltung wollte diesen Schimpf und vor allem die Bezahlung nicht auf sich sitzen lassen, sondern verlangte nach einem weiteren Prozeß die 9000 Mark von dem Austernlieferanten Baker aus Hastings. Mr. Baker dachte jedoch gar nicht daran zu blechen. Schließlich hatte er die Austern nicht selber gezogen, sondern sie von der Seasalter Austernfischer-Gesellschaft gekauft. Nun wurde eine große Anzahl von Austernfischern und Naturforschern mobil gemacht, die sich nach längeren Beratungen dahin einig wurden, daß es auf dem Meeresboden keine typhuskranken Austern gäbe. Bei der Vernehmung eines Fachmannes kamen übrigens sehr interessante Tatsachen aus dem Leben der Austern zu Tage. Zum Beispiel, daß die Austern erst nach dem siebenten Jahr genießbar werden. Jedenfalls hielt der Richter die Austernfischer nicht für ersatzpflichtig. Haupt, Mitglied des Präsidialrates und ®e« schäftsführer der Reichsschrifttumskammer, Ge- fchäftsführer Buchhändler Hans Höynck, Presse, [eiter Erich Langenbacher, sämtlich in Berlin. Alle Anfragen, Anregungen und Zusendungen, die die „Woche des deutschen Buches" betreffen, sind an nachfolgende Anschrift zu richten: Geschäftsstelle des Arbeitsausschusses zur Vorbereitung der „Woche des deutschen Buches", Berlin W 35, Potsdamer Privatstraße 121 D III; Fernruf: B I Kurfürst 9161. Tagung der Kantgesellschaft in halle. Die Tagung der K a n t g e s e l l s ch a f t in Halle begann mit einer geschäftlichen Mitgliederversammlung, die u. a. den amtierenden Vorstand (Professor Menzer, Professor Spranger, Ministerialrat Löpelmann) bestätigte; Frau Dr. h. c. Förster-Nietzsche wurde zum Ehrenmitglied und Dr. Winkler (Berlin) zum fördernden Mitglied ernannt. Professor Menzer leitete den offiziellen Teil mit einer Begrüßung der Gäste und der Behördenoertreter ein. In dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Kantgesellschaft und Kantforschung feierte er dann das Andenken des verstorbenen Gründers der Gesellschaft, Professor Daihingers. Menzer sprach dann über „Deut- sche Philosophie als Ausdruck deutscher Seele". In einer großen Gesamtschau faßte er die deutsche Original- Montag, 28. MW r. \2\ Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nachdruck verboten! 16 gortlefiung sofort und half Standartenführer ß u 11 e r (im Vordergrund links) mit der Sammelbüchse unterwegs. Daneben in Uniform Sturmbannführer Hobel. (Ausnahme: Photo-Psass.) Vorbeimarsch der Stürme nach dem Propagandamarsch vor dem Vrigadesührer Schmidt und dem Feldzeichen der Standarte 116 aus dem Landgraf» Philipp - Platz. Dorne grüßend Brigadeführer Schmidt, dahinter rechts Standartenführer Lutter, anschließend das Feldzeichen der Standarte 116. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Standartenadjutant Münker (in der Mitte), zu seiner Rechten Graf Solms-Laubach vom Brigadestab, zu seiner Linken Bürgermeister Dr. Hamm vom Standartenstab, unterwegs aus der Sammlung. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Don Samstag nachmittag bis weit in den <5onn= tg abend hinein sah man in allen Teilen der (ladt SA.-Führer der verschiedensten Rangstufen nb SA.-Männer die Straßen durchstreifen. Sie ( ngen immer nur zu zweit. Einer trug eine kleine süchse, ein anderer hatte entweder einen Zigarren- lnften, einen Pappkarton, oder eine Blechschachtel h. der Hand. Sie befanden sich im Dienst Der 5 räger der Büchse hielt den Passanten mit Rundlicher Miene den kleinen Behälter entgegen, Irr Begleiter fingerte in dem Kasten herum und gölte ein weißes oder bronzenes Etwas heraus, [39 für den Passanten bestimmt war So ging es ^chl nur in den Straßen, sondern auch durch die Haststätten in unermüdlicher Folge der Sammler 15 spät in die Nacht hinein bzw vom Sonntag siüh wiederum bis über die Abendstunden hinaus. SA.-Führer sammelten, und ihre Mitarbeiter in den Stäben bzw. die Kameraden aus den Stürmen halfen eifrig dabei. Sie sammelten zum Vesten der hilfsbedürftigen SA.-Kameraden, um Geldmittel zu gewinnen, die dazu dienen sollen, Rot und Bedrängnis zu lindern, oder den wirt- die Ergebenheitsbeteuerungen des Mannes hinein, mit gewollter Wirkung: „Würden Sie die Güte haben, einen Boten auf den Parkplatz an meinen Wagen zu schicken?" „Mir eine ganz besonder Ehre! Sofort, gnädige Frau! Sofort!" „Es ist ein weinrotes Maybach-Kabriolett." Der offene Mund Dannerts blieb sekundenlang unbeweglich. „Maybach! Maybach!" In seinen Ohren summte es. Der Boy stürzte davon. „Hat der Film der gnädigen Frau gefallen?" „Weil ich schon gehe? Nun ja..." Das schöne Gesicht Evelyns zeigte einen Ausdruck von Unan- genehmberührtsein. „Der Film schon — doch ich verstehe nicht. Ihr Personal scheint ja enorme Gagen zu beziehen. Die Platzanweiserin wagte es, mir das Trinkgeld, das ich ihr anbot, hartnäckig zu verweigern. Auf Szenen bin ich aber absolut nicht eingestellt." Das Bulldoggengesicht Dannerts wurde blaß. „Nicht möglich, gnädige Frau! Nicht möglich! Nein, die Mädchen werden ganz normal bezahlt; sie sind ja doch froh, wenn sie mal hier und da ein Trinkgeld bekommen. Ich verstehe nicht. Dars ich fragen, gnädige Frau...!" „Gott — wir wollen kein Aufheben machen. Aber im Augenblick war ich doch mehr als peinlich berührt. Mir fiel schon auf, daß die Logenschließenn es offenbar unter ihrer Würde hielt, mir die Tür zu öffnen. Sie machte erst einen so netten Ein- druck — blond — hübsch." In Donnert kochte es. „Aber bitte, gnädige Frau! Es war mir eine ganz besondere Ehre. Ich werde sofort..." „Ach, keine Beschwerde, Herr Direktor!" — Ein verbindliches Lächeln Evelyns. Der Direktor erstarb beinah in Ehrfurcht. „Gnädige Frau dürfen überzeugt sein, daß Der- artiges in meinem Betrieb nicht wieder passiert!" Mit unzähligen Verbeugungen geleitete Donnert Frau von Rakenius an den Wagen. Dann sah er rechnend dem schweren Wagen nach, dessen Preis die hohen Kosten für den letzten Umbau der gesamten Tonfilmanlage sicher überstieg. Mit hastigen Schritten kehrte er zurück. Am lieb- sten hätte er Ellen gleich in das Direktionsbüro gebeten, um sie sofort herauszuschmeißen. Doch dann bremste er. Jetzt wollte er noch nichts sagen. Jetzt noch nicht Das Mädchen reizte ihn schon seit langem. „Das ist auch kein unbeschriebenes Blatt mehr", redete er sich ein und dachte an die Begegnung mit jenen Herren neulich. Vielleicht reifte dieses Fraulein auf ihr hübsches Gesicht und nahm sich, wie solche Mädchen es nur allzu häufig machten, dadurch allerhand Frechheiten heraus. Zudem aber hatte er Bernd Caßler schon mehr als einmal abends vor seinem Hause stehen schafllich schwachen, aber dringend erholungsbedürftigen SA. Männern eine Zeit der Urlaubs- erholung irgendwo auf dem Lande oder in den heimischen Bergen zu verschaffen. Diese Stunden des Sammelns waren in der breitsten Oeffentlichkeit ein außerordentlich ein» hrucksvolles Bekenntnis ber engen Kameradschaft, die in der SA von dem hjchsten Führer bis herab zum letzten SA.-Mann die miteinander feft verbindet und füreinander mit Hier Hingabe einstehen läßt Und diese Dokumen- hrung der kameradschaftlichen Verbundenheit und E>A.-Kührer sammeln! Lin schönes Werk der Nächstenliebe zum Besten hilfsbedürftiger GA.-Männer ^I?" Ellen aber kämpften Enttäuschung und Da?'Geldstück brannte in ihrer Hand wie glü- ^",Ne1n^gnädige Frau! So nicht Es ist doch unser Dienst. Ich nehme keine Trinkgelder an. Bitte nicht!" stammelte sie flehend. Von Evelyns Gesicht fiel im Augenblick Die Maske der Freundlichkeit, die sie eben noch ge- tra So —"so! Sie werden offenbar zu gut befahlt hier oder .sie vollendete den Satz nicht, fugte aber empört hinzu: „Das ist mir wirklich noch nicht passiert. Personal wagt es Trinkgelder zuruckzuweisen? Wissen Sie, was das heißt? Ohne sich noch einmal nach Ellen umzusehen, schritt sie die teppichbelegten Stufen hinunter und ließ das arme Mädchen in Verwirrung und Der- ^Unten^im Parterre vor dem Direktionszimmer verhielt die schöne Frau den Schritt. „Sie sind der Geschäftsführer? „Direktor Donnert, gnädige Frau! Womit kann td) Fra? Doktor von Rakenius!" Evriyn beobachtete mit innerlichem Triumph die Wirkung ihres ^„Sie kennen unsere Werke, Herr Direktor? «Gewiß, gewiß, gnädige Frau! Sehr gut! Die Chemie-Aktiengesellschaft beabsichtigt, m der nächsten Woche einen Lehrfilm Moderne Kosmetik hier la“,!Beabpcf)tigtm$)err Donnert!* fagte Evelyn von Rakenius gedehnt und lenkte auf ihr Ziel zu. Ein überraschtes Gesicht. Donnert begriff nicht fllC$ie Verhandlungen sind nach nicht abgefchlosien. Aber mir liegt natürlich ,ehr daran, gnädige grau! Ich werde dafür sorgen. Herr Direktor! Und in Anspruch nehmen. Um so größer war ihr Erstaunen, als diese schon nach dem nächsten Akt die Loae verließ. Weisungsgemäß folgte ihr Ellen sofort und hals ihr draußen in einen kostbaren Pelz. „Bitte, gnädige Frau!" «Sie sind noch nicht lange hier, Fraulein? „Nein, gnädige Frau! Seit wenigen Tagen erst hier oben", erwiderte Ellen höflich. Frau von Rakenius zog ihre Geldbörse hervor und drückte Ellen eine größere Münze in die Hand. ,Fiw Ihre Bemühungen, Fräulein!" Genugtuung glühte in Evelyn von Rakenius War es nicht köstlich, der Geliebten des eigenen Gatten ein Geldstück in die Hand drucken zu And nun, Ellen? Vornan von Käthe Mehner Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Derlag, Halle (S.) sehen und machte sich als der Zu-kurz-Kommende so seine Gedanken. Indessen fuhr Evelyn von Rakenius mit einem Triumphgefühl davon. lieber die Abwehr, die sie von Ellen erfahren hatte, setzte sie sich schon hinweg. Für jetzt war es genug. Es würde schon Mittel und Wege genug geben, den Stolz dieses Dämchens zu brechen. In diesem Punkt genügte es ja schon, vollkommen auf Olsen sich zu verlassen, der raffiniert genug war. Olfen. Olaf Olsen. Wieder wurde ihre Sehnsucht nach diesem Manne mächtig stark. Vierzehntes Kapitel. Düster und melangolisch saß Bernd Caßler an einem der nächsten Tage dem geliebten Mädchen gegenüber. Sie hatten wieder das kleine Cas6 ausgesucht, das traulich verschwiegen zwischen Reklamefassaden und buntdekorierten Schaufenstern träumte. Bernd Caßler hatte zu dem kleinen Ausgang am Vormittag inständigst gebeten. Die quälenden Zweifel, die das Erscheinen Holms vor dem Kino geweckt hatten, trieben ihn dazu. Und Ellen war gefolgt, weil ihr die Veränderung im Wesen des Freundes aufrichtig weh tat. Wie ein Alpdruck hing das dumpfe Schweigen in den ersten Minuten über den zwei Menschen. Draußen im Lärm der Straße hatte Bernd Caßler aus Freude über den gemeinsamen kurzen Spaziergang seine alte Beredsamkeit für kurze Zeit wiedergefunden. Jetzt, da er Ellen gegenübersaß, sah er unruhig verlegen auf die Preiskarte. Sein schmales Gesicht war jetzt wieder einmal beinah kränklich blaß. „Sie sind seit einigen Tagen merkwürdig verändert, Bernd Caßler. Es tut mir weh. Wollten wir nicht Kameraden sein?" Die mutige Art des Mädchens beschämte den Mann, der die Augen unstet hob und senkte. In Ellen war der Wunsch stark, dem Freunde etwas Gutes zu sagen — eine Brücke zu ihm zu finden. Sie wußte, daß sie mit Bernd Caßler den einzigen Menschen verlieren würde, den ihr das Schicksal in dieser Welt vorläufig noch gelassen hatte. Und dann? Sie würde zurückfallen in Untätigkeit. Sie wußte genau: nur Berd Caßlers beherztes Anfassen des Lebens war es, das sie mitriß. Doch das nicht allein. Der rührend gute Mensch hatte ihr ganzes schwesterliches Empfinden geweckt, das in einer Frau ebenfo schlummert wie in dem Manne das Bedürfnis, hilfebedürftige Frauen als der Stärkere zu schützen. „Ja!, ich bin verstimmt! Muß verändert fein» Ellen!" Eine leise Verbitterung klang aus den Worten des Künstlers. Fortsetzung folgt.) Samstag abend fand Zapfenstreich statt, bet dem unter dem Kommando des Sturmbannführers Walter zwei Stürme mit dem Spielmannszug und der Standartenkapelle an der Spitze durch mehrere Straßen der Stadt zum Oswaldgarten marschierten, wo die Kapelle und der Spielmannszug den Zapfenstreich barboten, als dessen Abschluß der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes, von den Stürmen und der riesigen Züschauermenge gemein- am gesungen, erklang. Hieraus rückten die Formationen zum Standartengebäude zurück, um dort wegzutreten. Am Sonntagmittag ging unter Führung des Standartenführers Lutter ein Propaganda- marsch durch die Stadt vor sich, an dem dos Feldzeichen der Standarte 116 und viele Föhnen der marschierenden Stürme teilnahmen. Der Marsch ging vorn Standartengebäude aus durch die Brandgasse, Walltorstroße, Kirchenplatz, Marktplatz, Marktstraße, Bahnhofstraße, Horst - Wessel - Wall, Seltersweg, Wie jede leichtlebige Frau glaubte sie sich außer- , hrib aller Grenzen und Gesetze, und nahm es als kslbstverständlichkeit hin, daß der Mann sich mit ihren Launen und Extravaganzen abzufinden hatte Und diese Ueberzeugung trieb sie zu der Ansicht, bifc ihr Mann sie maßlos und ehrvergessen hinter- i Bingen hatte. Sie war im Necht. Im vollen I Bei dieser Erkenntnis fuhr sie schnell auf. Emen Uick noch auf die schmale Armbanduhr. Dann Ringelte sie der Zofe. „Ich möchte mich gleich umziehen. Bestelle sofort Wagen. Er soll gleich vorfahren । Und dann saß sie in ihrem eleganten Kabriolett pn'?nmittelbme?Nähe des Ufatheaters ließ sie ! Die^^orftellung hatte bereits begonnen — die Csgen waren schwach besetzt. Bald nahm sie die Dämmerung des Lichtspiel hruses gefangen - die Handlung vom auf der Sigmar "hochgradig erregt. Nervös spielten ihre !^nÜlt'°u7d-^^hED°r Ihr stand Ellen ’SÄ« «> pME »s’S leine dunkle Röte über ihr ttafes■ anr ja Frau von Nakenms Na> $(ajd)e Tappte Hilflos, verlegen brachte f neben dem I sikh schon im Dunkeln ihrem Bollen I 6'ngang wieder zu. m,.nöerbar schön!, dachte | Wie schon sie ist wie wunderv H be g[omm l@-len Ehlers unentwegt.^ Eme tett geliebten II ihr auf zu der fAonen J^^entlücfenbe, ■ Cannes. Ja, jetzt begriff sie ? s wahnsinnig ■ ^pflegte Geschöpf mußte er ja Ueve , Ih'ben. . . n. f0 ausgesucht I grau von Rakenius hatte 1 1" Wunsch, I fiEuablid) behandelt. Ihr Befehl war em em freundlich geäußerter Wunsch Brigadeführer Schmidt (Zweiter von rechts) bei der Sammlung. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) mehr Volksgenossen anzutreffen waren, die noch kein Spendeabzeichen trugen. Und wo die Sammler eine solche „Fehlstelle" entdeckten, waren sie schnell bemüht, diesen „Schönheitsfehler" zu beseitigen, und gerne ließen sich Mann oder Frau zu dieser Dekorierung mit dem Spendeabzeichen der Sammlung bereitfinden. Unermüdlich waren die Sammler in den Straßen am Werk, rastlos pilgerten sie von Gaststätte zu Gaststätte, am Sonntagvormittag bei der Haussammlung treppauf, treppab von Wohnung zu Wohnung. Inmitten der Sammler-Offensive sah man u. a. den Brigadeführer Schmidt als obersten Befehlshaber der hiesigen Brigade, den Führer unserer Standarte 116 Standartenführer Cutter, den Standartenadjutanten Münker, die Sturmbannführer So Id an und Höbet, außerdem viele Sturmführer usw. Sie alle wetteiferten in unermüdlichem Auf und Ab'in den Straßen und in den Gaststätten mit der Sammelbüchse in der Hand mit ihren übrigen Kameraden in der braunen Uniform, alle miteinander beseelt von dem einen Gedanken, möglichst viel herauszuholen. Dem vereinten hingebungsvollen Eifer war denn auch überall schönster Erfolg beschleden. Die Sammlung brachte am Samstag und am Sonntag auch einige Veranstaltungen, bei denen die Musikzüge der SA. und die Stürme in geschlossener Einheit sich für die Werbung zum Besten der hilfsbedürftigen SA.-Kameraden einsetzen konnten. Am Samstag gegen Abend und am Sonntag mittag, sowie am Sonntag abend gaben der Musikzug des fReferoe -(Sturmbann 9 1/116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann und der Mufikzug der Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers N i e b e r g a 11 an der Ecke Plockstraße/Iohannes- straße, am Walltor, am Selterstor und auf Os- waldgarten Platzkonzerte, bei denen die vor- trefflichen Leistungen der Kapellen den großen Zuhörermengen schöne musikalische Genüsse boten. Am Treue fand bei der Bevölkerung unserer Stadt ein freudiges Echo. Von allen wurde nach beften Kräften gespendet, jeder gab mit freundlichem Gesicht und mit großer Bereitwilligkeit Zwischen den einzelnen Sammlergruppen entwickelte sich zeitweise sogar ein gewisser scharfer Wettbewerb, eifrig klapperten die Geldstücke in den Büchsen, alle Register der Beredsamkeit wurden gezogen, frohe Scherzworte schwirrten umher, um immer wieder die Gebefreudigkeit anzuregen und noch zu steigern Dabei bedurfte es aber kaum einer besonderen Anregung. Die Volksgenossen und Volksgenossinnen zogen vielfach von selbst beim Anblick der Sammelmänner in der braunen Uniform die Geldtasche, um ihre Spende für die hilfsbedürftigen SA-Männer zu geben. Diele spendeten sogar mehrfach, ebenso viele hielten sich durchaus nicht an den Mindestsatz der Spende, sondern gingen erheblich, ja sogar sehr erheblich darüber hinaus. Markstücke, 2-Markstücke usw. passierten die Schlitze in den Sammelbüchsen, alles in freudigster Bereitwilligkeit aus freiem Entschluß gegeben, einzig und allein getrieben von dem Gedanken, den hilfsbedürftigen SA.-Kameraden beizustehen und damit in diesem Rahmen der SA. zu danken für ihren selbstlosen Dienst als Gefolgsmänner des Führers für das neue Deutschland. Der Sammelbetrieb war namentlich am Sams- tagmittag und -abend sowie am Sonntagvormittag sehr eifrig im Gange. In diesen Stunden wurde der Absatz der Spendenabzeichen so lebhaft durchgeführt, daß schon von Sonntagmittag ob kaum Nicht eine Sekunde lang war ein Gefühl des Neides in Ellen. Nur höchste Bewunderung und Dankbarkeit empfand sie für die Fremde — und fast hegte sie den heimlichen Wunsch, Frau von Rakenius möchte ihre Dienste noch einmal in Kreuzplatz, Sonnenstraß« zum Standartengebäude zurück. Schneidig klang die Marschmusik her Standartenkapelle, zackig das Spiel der Spielmannszüge, kräftig der Gesang der Manschlioder der einzelnen Stürme. Obwohl an dem Marsch befehlsgemäß nur ein Teil der Standarte 116 teilnahm, war er eine sehr eindrucksvolle Kundgebung der 521., die bei den großen Zuschauermengen in den Straßen überall herzlichster Sympathie begegnete. Der Propaganda mansch fand in einem Vorbeimarsch vor Brigadeführer Schmidt auf dem Landgraf- Philipp-Platz seinen Abschluß. Der Sammeltag der SA. war nicht nur für die bei dieser Sammlung aktiv beteiligten Träger der Uniform, sondern auch für unsere ganze Bevölte- rung ein prächtiges Erleben des national sozialistischen Volksgemeinschaftsgedanke ns. Die Stunden dieses Erlebens wer- den nicht nur für die hilfsbedürftigen SA. - Kameraden einen frohen Nachklang haben, sondern auch in den Werktag der übrigen Volksgenossen als eine wertvolle Erinnerung hineinleuchten und Ansporn fein, in diesem Geiste des vom Führer und Volks» kanzler Adolf Hitler verkündeten Sozialismus der Tat weiterzuarbeiten! $.4.Jpori MedEezußbaMeisterfchast Zwei Fußballspiele brachte der Samstag. Der badische Meister und Dorschlußrundenteilnehmer um die deutsche Meisterschaft, SV. Waldhof, spielte in Berlin gegen den BSD. 92 unentschieden mit 3:3, nachdem Berlin bei Halbheit 2:0 geführt hatte. In Pforzheim landete der einheimische 1. FC. einen knappen 3:2-Sieg-über Württembergs Meister Union Bückingen. Die Paarungen für die Vorschlußrunde. Je nach dem Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien kommt die Vorschlußrunde zur Deutschen Fußball- Meisterschaft entweder am 10. oder am 17. Juni zum Austrag. Die Paarunaen für die Vorschlußrunde stehen bereits fest. Es spielen: In Leipzig: Viktoria 89 Berlin gegen 1. FE. Nürnberg; , In Düsseldorf: Schalke 04 gegen SV. Waldhof. Um die Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland schlägt Belgien 5:2. Mit acht großen Spielen setzte am letzten Mai- sonntag auf italienischen Spielfeldern der Endkampf um die Fußball-Weltmeisterschaft ein. Deutschlands Mannschaft mußte in der Vorrunde im Berta-Stadion zu Florenz gegen Belgien spielen. Mit 5:2 Treffern wurde hier zwar der erwartete sichere Sieg erzielt, aber der Spielverlauf entsprach keinesweas den Erwartungen. Die zahlreiche deutsche Kolonie mußte eine volle Stunde lang um den Erfolg bangen. Noch bei der Dause führten die Belgier mit 2:1. Wie dem auch sei: Deutschland hat gewonnen und steht nun am kommenden Donnerstag beim Zwischenrundenspiel in Mailand den — Schweden gegenüber. Denn Schweden hat es in Bologna tatsächlich fertig gebracht, Argentinien mit 3:2 (1;1) zu schlagen. In der Zwischenrunde am 31. Mai gibt es die folgenden interessanten Kämpfe: In Mailand: Deutschland gegen Schweden; in Turin: Schweiz gegen Tschechoslowakei; in Bologna: Oesterreich gegen Ungarn; in Neapel: Italien gegen Spanien. Fußball der heimischen Mannschaften. Das Spiel der ersten Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen die erste Elf des VfB. Rot- weiß Reichsbahn, Frankfurt a. M. endete mit einem 3:2 Sieg der Gäste, nachdem in der Halbzeit 1900 mit 1:0 führte. Die Elf des VfB. Reichsbahn Gießen kehrte mit einer Niederlage aus dem Spiel gegen Kurhessen Marburg zurück. Die Gießener verloren mit 7:3 (4:1) Toren. Das Spiel der 2. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen eine kombinierte Elf (1. und 2.) von FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg endete mit einem 2:l°Sieg der Gäste. Aufstiegsspiele zur Gauliga im Gau Nordhessen. Im Gau Nordhessen kam nur ein Treffen in der Gruppe Süd zum Austrag. Die Spvg. Langenfeld old siegte in Bad-Nauheim über den dortigen Sport- Deredn 05 mit 3:2 und verteidigte damit ihre führende Stellung. Man wird die Leute aus dem Freigericht wohl jetzt schon als Gauligisten ansprechen können. In der Tabelle zeigt sich folgendes Bild: Langenselbold 3 Spiele 7:4 Toren 5:1 Punkte Bad-Nauheim 2 „ 3:4 „ 1:3 „ Niederbrechen 1 „ 1:3 „ 0:2 „ Gerhardt-Gießen Zweiter im Nationalen Brockenlauf. Der bekannte hiesige Marathonläufer G e r h a rd t (Gießen) konnte im Nationalen Brockeniauf, der am gestrigen Sonntag zur Durchführung gelangte, hinter Kohn (Berlin) einen sehr ehrenvollen zweiten Sieg erringen. Werbe-Kundgebung der Gießener Turnerschast. Die Gießener Turnerschaft trat am gestrigen Sonntag mit einer eindrucksvollen Werbe-Veran- staltung an die breiteste Öffentlichkeit. Nachmittags gegen 15 Uhr sammelten sich die Mitglieder der beiden Gießener Turnvereine, vom jüngsten Zögling bis zum greisen Altersturner in schmucken weißen Kleidern zu einem großen Werbemarsch. Pünktlich setzte sich der Zug unter dem Dorantritt eines Teiles des Musik^uges der SA.-Referve in Bewegung. Die ehrwürdigen Fahnen der Turnvereine wurden vorangetragen und gaben dem Umzug einen festlichen Charakter. Unter flotten Marschklängen bewegte sich der Zug durch viele Straßen und wurde viel beachtet. Der Marsch dürfte seine Werbewirkuna kaum verfehlt haben. Gegen 16 Uhr trafen Die Turner, Turnerinnen und Die Jugend, begleitet von vielen Einwohnern unserer Stadt, auf dem herrlich gelegenen Universitäts-Sportplatz ein. Hier war alles für die nun folgende großartige turnerische Schau vorbereitet. Die Gießener Turnerschaft hatte es sich zur Aufgabe gemacht, im Rahmen dieser Werbekundgebung eine umfassende Uebersicht über die in den Vereinen und in den vielen Turn- und Uebungsstunden geleistete Arbeit zu geben. Dieses Vorhaben ist dem Veranstalter völlig gelungen. In lebendigem Wechsel trat in einem umfangreichen Programm das Wirken und Wollen der Gießener Turnerschaft vor die Augen der vielen Zuschauer, die den Darbietungen mit unverhohlenem Interesse folgten. Sicherlich ist in diesen wenigen abwechslungsreichen Nachmittagsstunden der deutschen Turnsache mancher neue Freund gewonnen worden. Den schönen Auftakt stellte der Aufmarsch sämtlicher Teilnehmer dar. Freiübungen, von den älteren Turnerinnen und Turnern sehr exakt und von den Kindern mit viel gutem Willen gezeigt, boten von der Terasse aus einen prächtigen Anblick. Der Führer der Gießener Turnerschaft, Herr R e i n i n g, hielt sodann eine kurz Ansprache, in der er zunächst darauf hinwies, wie der Führer völlig klar bte Wege gewiesen habe, die für die deutschen Leibesübungen einzuschlagen seien. Die Deutsche Turnerschaft habe es von jeher verstanden, volkstümlich zu arbeiten. Aber nicht nur die Leistung in der DT. sei volkstümlich, sondern der ganze Aufbau der DT. sei es. In uneigennütziger Arbeit stellen sich alle leitenden Personen in Der DT. zur Verfügung. Es sei aufschlußreich zu wissen, daß jährlich in der Deutschen Turnerschaft 30 Millionen Uebungsstunden abgehalten werden, für die sich die Turnwarte, ohne Anerkennung ober Entgelt zu verlangen, zur Verfügung stellen. Die Deutsche Turnerschast habe Sportplätze geschaffen und Turnhallen errichtet. Ja, sie gehe nunmehr auch dazu über, die Beiträge zu ermäßigen, um allen Volksgenossen den Beitritt zu einem Turnverein zu ermöglichen. Die heutige Veranstaltung solle dem Zwecke dienen, der DT. neue Freunde zu gewinnen. Mit der Aufforderung, mitzuhelfen, an der Volksertüchtigung, beizutreten, mitzuarbeiten für Volk und Vaterland beschloß der Redner feine Worte. Gemeinsam wurde ein dreifaches „Gut Heil!" auf Führer, Vaterland und DT. ausgebracht. Gemeinsam wurden sodann auch die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Im weiteren Verlaus des Nachmittags folgten nun die einzelnen Hebungen, zum Teil mehrere zu gleicher Zeit, so daß man kaum der Augen genug 6 :1, während Cilly Äußern I zweiter Klasse degradiert würde. 6:1, 6:2, 6:8, Wirtschaft 4 0 0 0 0 Mark am von mit Beim FJFA-Kongreß in Rom setzte sich der Führer des Deutschen Fußball-Bundes, Regie, rungsrat Felix Linnemann, warm für die Durchführung eines Olympischen Fußballturnierez ein. Linnemann erklärte, daß, wenn man bas Zonensieger im Medenpokal-Wett- bewerb wurden Baden, Rheinland und Schlesien. Das Endspiel Brandenburg—Niedersachsen muhte beim Stande von 2:1 für Brandenburg wegen Regen abgebrochen werden. Im Endspiel der Zone D siegte Baden über Südwest mit 6 :3. die Polin IedrzSjowska mit 3:6, 6:3, 8:6 schlug Frl. Horn spielte unter Form und verlor gegen die Französin Mathieu mit 4:6, 5:7. Stechemess er wirft 60,20 m Speer, Auf einer internen Veranstaltung in seiner Heimatstadt Münster erreichte der bekannte Zehn, fämpfer Stechemesser im Speerwurf die für ihn recht beachtliche Weite von 60,20 Metern. Zur 12. Heidelberger Regatta am 3. Juni wurden 22 Vereine mit 68 Booten und 358 Ruderern gemeldet. * Den zweiten Platz belegte Deutschland bei den Rollschuh-Europameisterschaften in Herne Bay (England). Den Titel sicherte sich wieder der bis. herige Meister, England, nachdem Deutschland im letzten Spiel von ihm mit 1:3 geschlagen wurde. Ungarn wird bie Turner-Weltmei. sterschaften ohne seinen besten Mann, (Stefan Pelle, bestreiten müssen, da Pelle wieder einmal Differenzen mit feinem Verband hat und deshalb nicht aufgestellt wurde. * Eine Neuauflage des Kunstflugkampfe; Fiefeler — Detroyat wird am 9. und 10. Juni in Vincennes bei Paris steigen. Im Wettbewerb um den „Welt-Pokal" werden die besten Kunstflieger Europas Zusammentreffen. Aus Deutschland kommt neben Fieseier noch Gerd Achgelis. Georg von Opel, der bei der Pfingstregatta in Ostende einen schönen Sieg feiern konnte, wirb am 3. Juni in Kopenhagen an den Start gehen. Für die „Tour de France" wurden bis. her deutscherseits die Berliner Buse, Stöpel uni Stach und der Schweinfurter Geyer verpflichtet, Die in 23 Etappen über fast 4500 Kilometer füh. renbe Fernfahrt wird vom 3. bis 29. Juli abge. wickelt. Bergarbeiterverband des Siegerlandes wurden von der Deutschen Arbeitsfront 40 000 Mark für Urlaubsvergütungen zur Verfügung gestellt. Frankfurter Börse. F r a n f f u r t a. M. 26. Mai. Diei Börse lag zum Wochenschluß sehr ruhig. Die Kulisse übte in Erwartung des Abschlusses der Tvansferbesprechungen stärkste Zurückhaltung. Die freundliche Grundstimmung hielt indes weiter an, wobei bie Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen bei einer Reihe von Jnduftriegesellschaften mitsprachen. Die Kursentwicklung war etwas uneinheitlich, doch hielten sich die Abweichungen in engen Grenzen. Chemiewerte waren etwas gefragt, es gewannen Farben 0,40 v. H., Scheideanstalt 1, Deutsche Erdöl 1,25 v. H. Montanaktien eröffneten meift von 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger, auch Elektrowerte waren niedriger und zwar Bekula um 0,65 v. H. Gesfürel um 0,25 v. H., während Schlickert unb Siemens je 0,75 v. H. gewannen. Von Schiffahrtswerten verloren Hapag 1 v. H. Auf bie Wiederaufnahme von 6 v. H. Dividende waren Deutsche Linoleum erneut 0,50 v. H. fester. Im übrigen lagen Cem ent Heidelberg 0,25 o. H». Aschaffenburger Zellstoff 0,50 v. H. niedriger, Reichsbankanteile unb Aku lagen behauptet, ebenso Daimler-Motoren. Im Verlaufe blieb die Haltung bei zumeist unveränderten Kursen ruhia. Die später notierten Werte lagen meist leicht erhöht, nur Bemberg gaben um 1,50 v. H. nach. Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Interesse für Neubesitz, bie bis auf 17,80 nach gestern abend 17,50 erhöht waren. Altbesitz lagen zunächst etwas niedriger, zogen aber später wieder an. Späte Schuldbücher gaben 0,13 v. H. nach, Stahlverein- Bonds waren behauptet. Von Stadtanleihen ge- hatte, den mannigfachen Geschehnissen auf dem grünen Rasen, und an den Geräten zu folgen. Die Turnerinnen zeigten rhythmische Keulenübungen, bie Jugend turnte in Riegen an den verschiedenen Geräten und die Turner vollführten kühne Sprünge am Sprungtisch. Hebungen der Turnerinnen mit dem Medizinball ließen den großen Wert gerade dieses Sportgerätes erkennen. Das Riegenturnen dec Turnerinnen, der Altersturner (am Barren) und der aktiven Turner zeugten von ständiger eifriger Hebung. Hervorragende Leistungen sah man von den Turnern besonders am Reck. Ein Faustballspiel, mit etwas verkürzter Spielzeit burchgeführt, endete mit einem Siege der ersten Mannschaft gegen die zweite Mannschaft mit 27:12 Punkten. Die Fechter zeigten sich im Schulfechten und im raschen Zweikampf. Die Jugendlichen spielten noch Völkerball. Ein Werbe-Handballspiel zwischen der 1. Mannschaft der Gießener Turnerschaft und der 1. Els der 2. Kompanie unseres Bataillons beschloß den Reigen der Darbietungen. Das Spiel endete mit dem Ergebnis von 8:3 (0:0) Toren für die 2. Kompanie. Die Gießener Turnerschaft hat mit dieser Werbeveranstaltung wiederum unter Beweis gestellt, daß sie aus dem sportlichen Leben unserer Stadt nicht hinwegzudenken ist unb einen her wichtigsten Faktoren für die erste systematische körperliche Ausbildung, insbesondere der Jugend darstellt. Die Werbekundgebung ließ gleichzeitig erkennen, daß es die leitenden Turner in den Vereinen mit ihren Aufgaben sehr ernst nehmen. Kurze Sportnotizen. Deutschlands Turner für die Weltmeisterschaften in Budapest haben am Sonntag von Dresden aus gemeinsam die Reife nach Ungarn angetreten. für die Bergarbeiter des Sieg erlaube s. Der Verbandskreisleitung des Beraarbeiterverbandes ist es gelungen, die vom Führer oer Deutschen Arbeitsfront für den Ruhr- berghau vorgesehene Urlaubszahluna auch für den Siegerländer Bergbau zu erwirken. Danach erhalten die Bergleute des Siegerlanbes während des Urlaubs den vollen Lohn ausgezahlt und zwar auf der Grundlage, daß wie bisher die Grubenverwaltungen 75 v. H. tragen und die restlichen 25 v. H. von der Arbeitsfront übernommen werben. Dem wannen 6-(7-)proz. Frankfurt von 1926 um 1,25 o. H. auf 84,25, sonst traten keine Veränderungen ein. Pfandbriefe lagen bei kleinsten Umsätzen unverändert. Von fremben Werten konnten sich Defterr. Goldrente noch etwas befestigen, Anatolier verlöre« I 0,40 v. H. Tagesgeld blieb leicht und zu 3,5 v. h. | unverändert. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 26.Mai. Infolge des kühleren Wetters und des dadurch schwächeren Frisch- Milchverbrauchs war der Anfall an Butter erheb-l lief) stärker als in den letzten Wochen. Daher mußte ein großer Teil der Anlieferungen auf Lager genom-' men werden, zumal die Nachfrage im Kleinhandel! vor dem Monatsende ruhiger ist. Immerhin ist bei Absatz noch verhältnismäßig befriebigenb, da dos Wegfällen der billigen Margarine dem Buttermciritt eine Stütze bietet. Die Großhandels-Einstandspreis» blieben unverändert. Deutsche Markenbutter 127, feine deutsche Molkereibutter je nach Qualität 123 bis 125 Mk. per 50 Kilo. Holländische Butter tag im • Preise noch etwas höher. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurta.M., 26. Mai. Das Geschäft nahm nah den Feiertagen den erwarteten ruhigen Verlauf : Da jedoch die Ankünfte in frischen Eiern nicht seh» groß waren, fanden sie bei unveränderten Preise« glatten Abzug. Die billigen Balkans orten find indes vom Markt verschwunden. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frischei« S 9,75, A 9,50, B 9, C 8,50; Holländer S 9,5» bis 9,75, A 9 bis 9,25, B 8,75 bis 9. Dänen uiüo Flandern S 9,50, A 9, B 8,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Vorbericht. Frankfurt a. M., 28. Mai. Um 10 Uhr roatr folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1566 Rindes Darunter 575 Ochsen, 111 Bullen, 437 Kühe, M Färsen, 727 Kälber, 11 Schafe, 4312 Schweine.. Es kosteten: Ochsen 27 bis 35, Bullen 25 bis 32., Kühe 14 bis 32, Färsen 26 bis 35, Kälber 35 bis 54, fette Speckschweine über 350 Pfd. Lebendgewicht 50, andere 28 bis 41 Mark der Zentner Lebendge» wicht. Marktverlaus: Rinder und Schweine lang-' fam, Kälber und Schafe mittelmäßig. Gottfried von (Tramm unb Cilly Äußern konnten bei den französischen Tennismeisterschaften Sonntag zwei weitere schöne Erfolge erringen. Fußballturnier prinzipiellen Erwägungen opfere, Gramm besiegte den Schweizer Ellmer sicher das volkstümliche Mannschaftsspiel zu einem Sport Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum •% Deutfche Reichtianleihe v. 1927 e% efjem.7% Dt. RetchSanl. v. 1929 6Vi% young.lünleibe von 1930 .. Deutfrtje Anl.-ülblüs.-Schuld mit tiuelof.-flted)ten .......... Desgl. ohne AuSlof.-Rechte...... 8% dient.8% Heft. Bolküstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hel!. Landesbank Darmstadt Gold »i. 12.................. 6y,% Heft. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Claut......... Oberheften Provinz-Anleihe mit AuSIvl.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bli 1985 1% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bU 1986 •K% ehern. 4/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese...... »Vi% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liou.-Goldpfe 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsanl» brlejanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. LandcSpsanb- briesanstali, Pfandbriefe R. 10 Eleuergutsch. Berrechnunaskur».. *% Oesterreich« che Goldrenke.... 4,20% Oesterreichische Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrent« v. 1910 iVi% deSgl. von 1913.......... fc% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe g. G. Aaden-Inbustrte ScheideanstaU......• • 134,4 134,9 58 0 Banknoten. 22 176 46 60 v o 0 46 59,5 0 0 0 0 0 55 64,5 46 42 17,25 165,5 169 151,5 55 63 46 41,5 63,75 40,25 79,5 134,4 186 63 40,65 79,5 134,75 187 63,25 40,5 79,5 17 164 169 151,25 102,75 55,5 64 45,75 41,4 122 46,13 60,13 61,25 17,65 166 168,5 151,25 64 40 79,25 Goldschmidt .... RütgerSwerke ... Metallgesellschast. Pa-enyoser :meine Kunstseide) 102 55 64 46 40 120,25 45,9 59,4 62 17,5 164,75 169 151 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg lemratorfl Karlstadt.. Mainkrastwerke Höchst Süddeutscher Budat — "27475 58,61 56,91 12,745 16,52 169,79 21,27 64,03 65,73 81,44 34,27 0 . o . 0 . 0 .10 . 0 . 0 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. !R. “I zl 1761 173! Die hinter Den Papiere,i angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfuß 5 o. H. Wakdbof . Aschafsenburg ... ........... , Motoren ....... Deutsche Linoleum ...... L ren stein L Koppel...... Leonhard Dietz...... Thade Leru m ul atoren-Fabrü.... lonMhimmt........... ......o| 59 I . 0 100,25 125 | 57,5 | 58,5 I 100 - 124 l -I Frankfurt a. M. Berlin Gchiuß- furt Schluß». Abend- bJrfe Schlußkurs Schiußk. Minag- börfe Datum 25-5. 26-5- 25-5- 26.5- ManSselder Bergbau .. .......0 — 70 70 70,25 Kokswerke ........... .......0 —— — 93,75 93,75 Phontz Bergbau...... 47 47 46,75 47,13 Rheinische Braunkohlen .....10 222 221 220,25 222 Rheinstahl .......... .......0 90,75 91,25 90,5 91 Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ....... .......0 40,75 40,25 40,5 40,13 .......0 14 14 14 13,65 Kaliwerke Aschersleben. .......6 107 106,5 107 106 Kaliwerke Westeregeln. .......5 107 106 106,9 105,5 Kaliwerke Salzdetfurth .....IVi 144 145 144 Frankfuri a. J)l. Berlin Frankfurt a.2Jl. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- dürfe Schluß, kurs Schlußk Mittag- bSrfe Schlußkur» Schluß!. Abendbörse Schluß kur» Schluß!. Mittag- Mrfe 25-d. | 26.5. 25-5. 26-5- Datum 25-5. 26-5. 25-5- 26.5- 94,65 94,65 95 95,5 4% desgl. Serie 11 ............ 6,7 6,7 6,8 99,8 99,8 99,8 99,8 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4,1 4 — 3,8 91,25 91,4 91,25 91,4 «H%Rumän.verelnh.Rentev.l913 6,6 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,65 3,45 3,5 3,5 96,5 96 96,25 96,3 2 y4% Anatolier ............ 30,5 30,15 30,4 30,75 17,5 17,75 17,4 17,65 94,9 95 95,25 — vamvurg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Siidam. Dampfschiff. 0 22,5 21,5 21,75 23 21,65 23,75 90,75 '0,75 90,75 90,5 Hansa-Dampsschifs........... o Norddeutscher Lloyd ......... 0 27,65 28,25 27,5 27,75 A B. für Verkehrswesen Mi. .. 0 64,5 64,5 64 64 — Berliner Handelsgesellschaft ... 4 84,75 84,75 84,75 84,75 Commerz- und Privat-Bank ... 0 50,5 50,75 50,5 50,75 — Deutsche Bank und Disconti» 93 93,13 93,4 93,65 Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o 53 53 53 53 90,5 90,5 90,75 — Reichsbank ............. 12 150,5 150',65 151 151 90,5 90,25 _ «tt.®....................... 94,25 94,4 94 25 Bekula.....................o 133 132 75 — — — —- Dektr. LteferungSgefellfchaft... S 97 97,25 97J5 198^75 Licht und Kraft ............. g 103,9 103,9 104 104 90,5 90,5 — Helten ä Guilleaume........0 55,4 55 55 55,75 Unternehmung. 6 95,5 95,4 95,4 95,65 94 94 94,25 — Rheinische ClektrizitLt ........ 6 — 93,75 94,75 Schütten & Co. k 94 94 94 94 Siemen»S Halsk«..I I32?5 133 Jö 132,5 134 98,4 98,4 98,4 98,4 LahweverLEo............. io 116 115,75 116,25 115,75 24 24,25 24,5 24,5 Bn beru» ................o 73 73,13 73 73,5 1,1 1,1 1 — Deutfche itzrdSl....... 4 115 116.5 115,13 6,9 7 7 7,25 Gelsenkirchen« .......... (j 60 60,5 60 60125 6,75 6,8 6,75 6,9 barpener................... 0 91 92,75 91,25 93+25 6,8 o,8 6,9 6,95 Hoesch Eisen—Kvln-Neueften .. Ö 70,25 71,5 8,25 8,13 8,25 8 yl|e Bergbau ..........H 138 138 6,75 6,75 6,75 Älse Bergbau ................. 110 109,25 Klöcknerwerke ...............c 63,5 63,75 63,5 63 25 6,8 6,6 •V 6,65 Manne» numn-SUbr« H(MM. 0 62,13 62 62 62 25-Mai 26-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung (9-elO Brie' Geld 1 Brie ___ Buenos Aires 0,581 0,585 0,581 0,585 Brussel..... 58,46 58,58 58,53 58,65 Rio de Jan. . 0,149 0,151 0,134 0,136 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,79 56,91 56,84 56,96 Danzig..... 81,60 81,76 81,60 81,76 London ..... 12,72 12,75 12,73 12,76 HelsingsorS.. 5,629 5,641 5,629 5,641 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,53 169,87 169,53 169,87 Italien..... Japan ...... 21,30 21,34 21,31 21,35 0,756 0,758 0,756 6,758 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 63,89 64,01 63,94 64,06 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Lissabon... 11,58 11,60 11,59 11,61 Stottholm... 65,58 65,72 65,63 65,77 Schweiz .... 81,30 81,46 81,30 81,46 Spanien.... 34,29 34,35 34,27 34,33 Prag....... 10,43 10,45 10,43 10,45 Budapest ... ■— Reuyork... 2,499 2,505 2,502 2,508 A i tu (All« s Berlin, 26-Mai Selb ilmerüamjdie Roten.............. 2,455 Belgische Noten.................. 58,37 56,69 12,685 Englische Noten ................. Französische Noten............... 16,46 Holländische Noten............... 169,11 21,19 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * IOO Schilling 63,77 Rumänische Noten............... — Schwedische Not«............... 65,47 Schweizer Noten................. Spanische Not«................. 81,12 34,13