5amrtag,2b.Mai 1934 Nr. 120 Erstes Blatt 184. Zahrgang Erscheint täglich, außer MU MU Annahme von Anzeigen Sonntags und Feierlags JMv für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte Lä A JA Ak ▲▲ D AA bis 8"/,Uhr des Vormittags «£«s ihtAizAnAr H itiAtni>r jsskä b&j v/tvi|viiv< >41nviuvi s« roon einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: «infolge höherer Gewalt A Stellen-, Vereins-, gemein» BZW General-Anzeiger für Oberhessen Kranttutt am^main 11686 Drück und Verlag: Vrühl'sche Univerfitats Vuch- und Zteindruckerei N.Lange in Sieben. Schrlstlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüss?Staffel8 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Paris—Genf—Moskau. daß Die den der sein sind den essen letzte politische Erfolge ihm reichen Lorbeer ngetragen haben, einst nur zögernd das sinkende ichiff Trotzkis verlassen, um zu den stärkeren Ba- üllonen Stalins überzugehen. An eine Rückkehr rotzkis nach Moskau und eine Aussöhnung mit -talin ist wohl aber kaum zu denken. Schweiz verlassen, um sich in Mentone an der fron- äslschen Riviera mit dem Pariser Sowjetbotschaf- tr Dowgalewsky zu treffen. Man spricht auch von mer Begegnung mit Trotzki, dem von Stalin rerbannten Genossen aus der ersten Kampfzeit des Bolschewismus. Möglich wäre eine solche Begeg- ung schon, hat doch der jetzige Außenkommissar, Weit mehr als die in allen wesentlichen Punkten !sruchtlosen Beratungen des Völkerbundsrats hat !os meteorhafte Erscheinen des sowjetrussischen iluhenkommissars Litwinow in Genf Auf- chen erregt und zu Kombinationen Anlaß gegeben, -er äußere Anlaß zu der Reise Litwinows nach Westeuropa ist der bevorstehende Zusammentritt 25 Hauptausschusses der Abrüstungskonferenz, auf er Rußland ja ebenso wie die Vereinigten Staa- tn vertreten ist, obwohl beide nicht Mitglieder des Völkerbundes find, der die Abrüstungskonferenz -inerzeit einberufen hat. Doch damit hätte es ja och gute Weile gehabt, wichtiger war für Litwi- roro eine Begegnung mit dem französischen Außen- unister B a r t h o u, der gerade eben von seiner '.eise nach Warschau und Prag zurückgekehrt war. ütwinow hat dann bis zum Beginn der Ab- üstungsverhandlungen den für bolschewistische Diplomaten immer noch ungastlichen Boden der Das sind kurz die äußeren Vorgänge des Lit- ßnnow-Besuchs in Genf. Die vertrauliche Füh- bngnahme, die sie einleiten, dient der weitgespannten Sicherungspolitik Litwinows, mit deren Hilfe Rußland sich für den Fall ernster Aus- enandersetzunqen im Fernen Osten den Rücken zu decken sucht. Üitwinow sucht nach dem Schlußstein für sein kunstvolles Gebäude von Nichtangriffspakten, mit dessen Errichtung er die Wiederkehr der für den Rätestaat lebensbedrohenden Gefahr übermächtiger Koalitionen für immer bannen will. Jer Eifer,' mit dem Litwinow feine Fäden spmnt, um ein lückenloses Netz von Freundschaftsvertra- ln über alle ihm wichtigen Mächte zu spannen, gpenzt schon fast an Psychose. Denn ein irgendwie ernsthafter Konfliktsstoff, der im Falle einer kriege- . eschen Verwicklung Rußlands im Fernen Osten, eine europäische Macht zum Eingreifen veranlas- ,n könnte, besteht nirgends, sofern nicht Moskau Uber durch die hemmungslose kommunistische Propaganda jenseits der russischen Grenzen und die clen Gesetzen Hohn sprechende Behandlung aus- lc ndischer Ingenieure immer wieder Anlaß zu Rev fcreien und Verstimmungen geben würde. An der Äestgrenze war die im April 1918 erfolgte und 1820 oom Obersten Rat der Pariser Frledenskon- fa-enz gebilligte Angliederung Bessarabiens an Rumänien der territorial einzige wunde Punkt tin Bedeutung. Gewisse unterirdische Spannungen nlögen auch trotz des abgeschlossenen Nichtangrifss- pikts noch zu P o l e n bestehen dem man m Mos- U nicht zutraut, daß es die Hoffnungen auf ieinen Erwerb der Ukraine und den burnit oerbun' bmen Durchbruch zum Schwarzen Meer schon gänzlich eingesargt haben sollte. Zn Rußland weiß man natürlich auch Polens Diktator kein Freund der Russen ist. Erinnerung an russische Gefängmsmauem, an i-Kampf um die Befreiung seines Volkes von Sirentnute, die von seiner Studentenzeit an Biimes Leben erfüllt hat, diese Erinnerungen in fieren Marschall Pilsudskis auch durch «,°h7n geschichtlichen Wandel, der an die Stelle der fomano'ms die Bolschewiken in den Kreml zu Lostau führt-, nicht ausgelascht morben. D°r letzte diutige Waftengang mit Rutzland, ber 1920 mit ibitn Siege Pilsudskis und der schwer bedrängten 'Untschen Armee unter den Maurrn Warschaus ntrete, war auch nicht dazu angetan die Stimmung zwischen beiden Nationen freundlicher zu ge- stilten Denn wenn Palen auch >m Frieden van IN aa am 18. März 1921 seine Ostgrenze weit nach W eißrußland hinein vortreiben Formte — von mer D iUionen Einwohnern, die es sich damals jenseüs le ner ethnographischen Grenze eingliederte ist noch mtrissenen Gebiete nur so behaupten zu können fit eine Anlehnung an Rußland plädierte. D^u is es nicht gekommen, zum polnisch-russischen Nicht- r',ariffsmrkt ging die Anregung von Moskau aus, i wird schwerlich die russisch-polnischen Bezlehun- mlemalkaus der Sphäre korrekter Nachbarschaft ? * cfa, ist deshalb verständlich, daß den gegebenen Widerpart im Nußland m P empfindet und aus diesem r.fllhl h-rE di- deutsch polnische B-rstündigung r. Argwohn beobachtet hat. Datz dieser Argwahn, iowell die Beweggründe Deutschlands für eine 53«- iirndigunq mit Polen dabei rnitspielen, gänzlich un- LrüÖift bedarf für deutsche Leier keiner weite- liiere Gestaltung der beider eckigen j5ediet)unge Vot-m'w-nnDeutschland °uch ebensowrn'g Men den Nutzen eines von Moskau angeregten ll^fommend zur Garantie des B f tzf r u.n ! jemand bedrohten baltischen Staaten -,nseh°n , ^Das volnifch-russifche D-rhAtnis ist der eine Weg stm"^Verständnis der Paktpoliti, Litw.naw- der ribere Weg führt noch weiter zuruck m me An icnae des Rätestaates. Die Friedensverhandlungen ^ Breft-Litowsk waren die erste Schule der sitljchewlltifchen Diplomaten, aber sie waren den Barchou verkündet Frankreichs Programm für Abrüstungskonferenz und Gaarverhandlung. Kinderschuhsn ihres neuen Berufs noch nicht entwachsen als die Auseinandersetzungen mit den in Petersburg und Moskau verbliebenen und dort zur Wiederaufnahme des Krieges gegen die Deutschen treibenden Ententediplomaten die Außenpolitik der Sowjetunion vor schwerste Aufgaben stellte. Ein Engländer, der damals als Vertreter seines Landes in Moskau die ersten Fäden zu den roten Machthabern spann, der junge R. H. Bruce Lockhart, hat in seinem Erinnerungsbuch „Vom Wirbel erfaßt" diese der deutschen Oesfentlichkeit fast gar nicht zur genauen Kenntnis gekommene interessante Episode ungemein fesselnd geschildert. Dem entschiedenen Friedenswillen der Bolschewisten gelang es damals, die Kriegstreiber der ehemaligen Verbündeten abzuschütteln, aber dafür mußten sie in Kauf nehmen, daß die Ententemächte die überall an den Grenzen des Riesenreichs gegen die rote Blutherrschaft aufflackernden Aufstände mit Geld, Truppen und Waffen unterstützten, allerdings nirgends tatkräftig genug, um das Ziel, die Vernichtung des Bolschewismus, zu erreichen. Aus der damaligen Zeit, als im Norden die Generale Judenitsch und Fürst Awaloff-Bermondt zum Teil mit Hilfe deutscher Truppen, Admiral Koltschak durch Sibirien mit Unterstützung von Franzosen, Japanern und Tschechen, Denikin. Kornilosf und Wrangel im Sicken mit Hilfe von Franzosen und Engländern das rote Regime bedrängten, aus dieser Zeit stammt die Furcht vor den Koalitionen, und diese Furcht ist auch nicht ganz geschwuicken, obwohl inzwischen die Sowjetunion jedenfalls außenpolitisch die Gefahrenzone durchschritten zu haben scheint, die für jedes junge Staatswesen der erste Prüfstein seiner Beständigkeit ut Die Krone der Bemühungen um Sicherung vor Erneuerung derartiger Koalittonen, die das bolschewistische Rußland in den Interventionskriegen der weißen Generale fürchten gelernt hat, soll nun nach dem Wunsch Moskaus Rußlands Beitritt zum Völkerbund sein. Und F r an k r ei ch hat sich erboten, dabei Pate zu stehen. Wenn es den Franzosen darauf ankommt, in Genf die antideutschen Elemente zu stärken, was es von einem Beitritt Rußlands erhofft — ob mit Recht oder Unrecht muß dahingestellt bleiben, so hat Moskau wesentlich andere Gründe, die es bewegen, mit solchem Eifer seine Zulassung in den bisher bei jeder Gelegenheit mit Hohn, Spott und Verachtung bedachten Völkerbund zu betreiben. Einmal hat Frankreich diesen Beitritt zur Bedingung für den Abschluß eines Sicherheitspakts gemacht, der auch die von England bisher stets abgelehnten automatischen Sanktionen gegen einen Friedensstörer enthalten würde. Zum andern hofft die bolschewistische Diplomatie mit Hilfe Frankreichs und auf dem Umweg über Genf auch mit der Kleinen Entente, zu der sie heute noch keine offiziellen Beziehungen unterhält, in Fühlung zu kommen Auch liegt den Russen daran, durch die eigene Mitgliedschaft zum Völkerbund die andern Mitgliedsstaaten, die das Sowjetregime bisher nicht anerkannt haben und auch keine diplomatischen Beziehungen mit Moskau ausgenommen haben, wie z B. die Schweiz, die Niederlande, Ungarn, die südamerikanischen ABC-Staaten, gleichsam moralisch zu zwingen, ihre Zurückhaltung aufzugeben. Hier liegt aber natürlich schon die erste Schwierigkeit für die Aufnahme Rußlands in den Völkerbund. Schon das Echo dieses Plans in der Schweizer Presse ist bezeichnend für die geringen Sympathien, die die Sowjetunion in all den Ländern genießt, die den Kommunismus als volks- und staatszerstörendes Element am eigenen Leibe kennen- gelernt haben oder sich auch heute noch ständig der von Moskau geleiteten und mit allen Mitteln geför- derten kommunistischen Propaganda zu erwehren haben. Eine andere Schwierigkett wird vermutlich P o - l e n machen, das aus der schon geschilderten Ein- stellung zu Rußland heraus, den Eintritt der Sowjet» Französische Ouvertüre für Genf. In Genf herrscht in der nächsten Woche Hochbetrieb. Am Montag tritt das Büro, am Dienstag der Hauptausschuß der Llbrüstungs- k o n f e r e n z zusammen, und am Mittwoch beginnt die 80. außerordentliche Tagung des Völkerbundsrats, dessen Programm den Krieg zwischen Bolivien und Paraguay, die ungarisch-südslawischen Zwischenfälle und — was uns besonders interessiert — die vorbereitenden Maßnahmen zur Volksabstimmung im Saargebiet umfaßt. Deutschland, das an diesen Verhandlungen nicht teilnimmt, tut nichts desto weniger gut daran, die Vorgänge in der Völkerbundsstadt nicht nur mit äußerster Aufmerksamkeit zu verfolgen, sondern auch auf die klare Scheidung der verschiedenen Verhandlungsgegenstände zu achten. Das ist darum besonders notwendig, weil die internationalen Gespräche, die sich oft hinter verschlossenen Suren über die verschiedenen Themen abwickeln, häufig von ein und denselben Persönlichkeiten geführt werden, und weil die Ouvertüre, die Frankreichs Diplomatie und Presse zu diesem Akt der Genfer Tragikomödie gespielt hat, eine derartige Fülle disharmonischer Klänge zu Gehör brachte, daß das Ganze mehr dem Stimmen der Instrumente, als einem einheitlich komponierten Vorspiel glich. Recht geschickt hat es die Pariser Regie verstanden, die Schwäche der eigenen Rechtsstellung m allen diesen Fragen durch eine verwirrende Begleitmusik von allen möglichen Bündnisplänen, Zwischenfällen und Protesten zu verdecken und so künstlich eine unsichere Stimmung zu schaffen, bei der sie am besten im Trüben fischen zu können glaubt. Zielbewußt und sicher aber hat sie jene Maßnahmen getroffen, die der eigenen von krankhaftem Geltungsbedürfnis gebotenen militärischen Vorherrschaft dienen sollen. Der Kammerausschuß hat einstimmig beschlossen, die neuen Milliardenkredite für den Ausbau der französischen Rüstung zu befürworten, und die Regierung Doumergue hat verkündet, daß ein Viertel der französischen Militärluftfahrt innerhalb kürzester Zeit mit vollständig neuen Apparaten ausgerüstet werden soll. Die Rede des Außenministers B a r t h o u und die Veröffentlichung des Blaubuches sind weitere Hilfsmittel der französischen Aufrüstungspropaganda. Das Spiel ist leicht zu durchschauen, wenn man sich nur angewöhnt, die Welt der Tatsachen fein säuberlich zu trennen von dem Phrasenwust der für das Publikum, d. h. für die nach Frieden und Arbeit dürstenden Völker, bestimmten Proklamationen. Der „Matin" hat erklärt, daß die Saarfrage für die Hitlerregierung eine Prestigefrage sei. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Am Beispiel der Saarabstimmung, an der foforti* gen Festsetzung ihre s Termins und an ihrer strikten Durchführung nach dem Buchstaben und Sinn des Saarstatuts wird der Völkerbund erweisen können, ob er überhaupt noch fähig ist, irgendeines 6er vor sein Forum kommenden'Probleme nach Recht und Gerechtigkeit zu lösen. Dafür ist es aber der denkbar schlechteste Auftakt, wenn der eine am Saarproblem interessierte Partner erklärt, daß man des andern Versprechungen nicht trauen dürfe, wie soeben Barthou in der französischen Kammer sich erkühnte, die deutsche Zusage, hip Krpiheit der Abstimmung im Saargebiet seinerseits zu gewährleisten, für wertlos zu erklären. Solche Urteile bedürfen einer entschiedenen Zurückweisung. Das Jahrzehnt der Durchführung des Versailler Diktats ist eine Kette von Rechtsbeugungen, Vertragsbrüchen und Täuschungen, daß Frankreich am allerwenigsten Anlaß hat, in die Aufrichtigkeit deutscher Versprechen irgendwelche Zweifel zu setzen. Frankreich will auch seine Tiordgrenze befestiqen. Paris, 26. Mal. (BJiB. - Funkfpruch.» Der „IRatin“ veröffentlicht eine Meldung aus Lille, die von dem Eintreffen einer Topo- graphenabteitung berichtet. Die Abteilung soll im Auftrage des Generalstabs Gelandeftudien an der französischen Nordgrenze vornehmen, die als Unterlagen für den Plan der dort auszuführenden Defestigungsarbei- ten gelten sollen. Wahrscheinlich werde man die französische Üordgrenze ähnlich befestigen, wie die französische Ostgrenze. Wan werde von großen, allzu sichtbaren Forts absehen und dafür vefesti- gungswerke anlegen, die sich dem Boden und dem Gelände anpassen. Nicht alle früheren Forts würden deshalb aufrechterhalten werden. Das französische Blaubuch. Angesichts der Wiedereröffnung der Genfer Beratungen hat es die französische Regierung für notwendig gehalten, gewissermaßen zur Rechtfertigung ihrer Politik eine Dokumentensammlung in Form eines „Blaubuches" herauszugeben. Diese Veröffentlichung enthält nichts Neues, soweit es sich um die verschiedenen zwischen den Kabinetten über die Abrüstungsfrage gewechselten Noten handelt. Nur einige wenige Schriftstücke waren der Welt im Wortlaut nicht bekannt. Es sind das verschiedene Noten des Pariser Außenamtes an die englische Regierung bezw. an deren Pariser Botschafter, Lord Tyrrell. In einem dieser Dokumente (vom 6. Nov. 1933) ging Paul-Boncour auf den bekannten Simon-Plan ein, an den sich die Erörterungen über die „P r o b e z e i t" angeschlossen haben. Der französische Außenminister erklärt sich am Schluß seiner Antwort bereit, auch an anderen Formulierungen mitzuwirkem „wenn praktisch das gleiche Ergebnis erzielt werde." Damit hat sich die französische Politik das richtige Selbstzeugnis ausgestellt: Verhandlungen und Be- sprechung'en aller Art sind möglich, aber ihr Ergebnis soll „praktisch" darin bestehen, daß Paris seinen Standpunkt durchsetzt. Am 6. April erging wieder eine (bisher noch nicht bekannte) Note an die englische Botschaft in Paris. Darin wird die game Abrüstungsfrage auf das Geleise der „Sicherheit" geschoben, aber doch hinzugefügt, daß man den abgerüsteten Staaten eine beschränkte Wiederaufrüstung nicht prinzipiell ablehnen wolle. Immerhin sei das eine Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung, die deshalb vor den Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz gehöre. Dann kam der 17. April, an dem die französische Regierung den Engländern gegenüber endgültig erklärte, diese Diskussion abzulehnen. Damit war die entscheidende Schwenkung eingetreten, nach langwierigen Verhandlungen im neuen Kabinett hatte der radikale Standpunkt sich durchgesetzt. Alles das geht aus dem Material des französischen Blaubuches hervor, das deshalb manche Ablenkungsmanöver versucht, um die eigene Position zu verbessern. Dazu muß der deutsche Reichswehretat herhalten, über dessen Bedeutung kaum noch ein Wort zu sagen ist. Nicht übel nimmt sich auch das in der Sammlung erwähnte französische Angebot einer Verminderung der Luftflotte aus. Inzwischen ist nämlich der amtliche Plan bekanntgeworden, die französische Luftflotte zu modernisieren. Man hatte also die Absicht, den Abbau veralteter Systeme großmütig als „Abrüstung" zu proklamieren und anderen Staaten dasselbe zuzumuten, um dann für sich eine um so modernere Luftrüstung her- zustellen. Alle diese kleinen Mittel und Kunstgriffe sollen die Welt in den Glauben versetzen, daß Paris ernsthaft eine Abrüstung wollte, aber nur durch den deutschen Wehrhausyalt und durch das Gebot der eigenen „Sicherheit" gewisse Rücksichten zu verlangen hatte. Ob die Well das heute noch glaubt? Barthou betont die einheitliche Linie der französischen Außenpolitik. Paris, 25. Mai. (DNB.) Vor mehr oder weniger leeren Bänken eröffnete der Abgeordnete Chappedelaine (Radikale Linke) Freitagnachmittag mit einer einstündigen Rede die außenpolitischen Interpellationen in der französischen Kammer. Chappedelaine richtete die Aufmerksamkeit der Kammer auf die Gefahren der heutigen Lage. Deutschland rüste, Mitteleuropa sei schwach, zwischen den We st möchten herrsche Uneinigkeit, der Kriege drohe, in Ungarn rede man nur von der Revision der Verträge. Dieser Ausdruck allein klinge für die Tschechoslowaken, die Rumänen und Südslawen wie ein Ruf zu den Waffen. Der erste Vorstoß der Nationalsozialisten gegen Oesterreich sei gescheitert, aber schon erneuere er sich wieder. Die österreichische Unabhängigkeit müsse der Eckpfeiler der französischen Politik in Mitteleuropa werden. Könne Frankreich aber noch auf Polen rechnen? Bestehe nicht zwischen Berlin und Warschau ein Geheimabkommen über den Korridor. Was gegenwärtig in Deutschland vorgehe, raube jedoch Frankreich alle Illusionen. Der Abgeordnete C h^a s s e i g n e von einer kommunistisch-sozialistischen Splittergruppe kritisiert die Haltung der französischen Regierung in der Abrüstungsfrage. Seit der Note des 17. April hätten die ausländischen Mächte begonnen, Frankreich den union in den Völkerbund und die Zubilligung eines Ratssitzes nicht gutheißen wird, ahne daß nicht auch der eigene bislang nichtständige Ratssitz in einen ständigen umgewandelt und damit Polen als Großmacht anerkannt wird. Welche Wirkungen ein solcher diplomatischer Erfolg Polens in den Kanzleien der Kleinen Entente haben wird, kann man sich bei den bekannten ehrgeizigen Aspirattonen der Herren Beneisch und Titulescu unschwer ausmalen. Wie Deutschland, wenn es noch Mitglied des Völkerbundes wäre, aus dem von ihm immer verfochtenen Grundsatz der Totalität des Bundes heraus gegen einen Beitritt Rußlands nichts einzuwenden haben würde, so scheint auch England den Wunsch Litwinows zu begrüßen. Aber den Englän- dem behagen weniger die Begleitumstände, unter denen von Paris aus die Aktion zum Eintritt Rußlands betrieben wird. Sie haben den fatalen Eindruck, als ob Frankreich das Bündnis gegen Deutschland, das es in London unter dem Deck- mantel von Garantien für eine Rüstungskonvention nicht erhalten konnte, nun in Moskau erstrebt und dazu als Lockköder den Völkerbund ausgehängt hat. In London ist man von jedem Versuch einer Rückkehr zur verhängnisvollen Bündnispolitik der Vorkriegszeit peinlich berührt, und zwar sicher nicht nur um unserer schönen Augen willen, sondern mehr noch, weil man in dieser Wendung Frankreichs zum alten Bundesgenossen der Vorkriegszeit auch ernste Gefahren für die eigene Politik und die eigenen Interessen in Europa wie auch in Asien Heraufziehen sicht. So löst der ftanzösisch-russische Plan in seiner Kombinatton von Dölkerbundsbeitritt und Siche» heitspakt durchaus gemischte Gefühle aus und die Diplomatte wird noch alle ihre Künste spielen laste« müssen, bis ein Projekt Wirklichkeit werden wird, das die weltpolitischen Konstellationen unter neu# Gesichtspunkte stellen würde. VerlinerVMer weisenVarchousZweisel amWert deuIscherVersprechrninderSaackagescharszuM der Drohungen und beleidigenden Zumutungen gepflasterte Weg, den Frankreich in den Genfer Verhandlungen eingeschlagen hat und nach den Erklärungen ein 17 Meter Felswand des den einige der politischen Barthous anscheinend nicht" zu verlassen gewillt nur als der Weg des Vertragsbruches kennzeichnet werden kann. ist. ge- poMOe Spannung inRumanm Forderungen der Armee.—Das bulgarische Beispiel macht Schule. Bibi sein.2 m Bauern «Ms g i ■nn die So 'jo ben Stich iü: geartetes M Der 9loi m für den P- versitlik herein! zeitigen Deuts I 'Sei der di Methe-C I rt Begrüßu eW Dr I If Stettwrt: I Mathaus) I jH'tige Geha fc Glück h in in ham> n Kleist ur eien ®ottb s Führers Wen We lindstem f Die Tagui kburtstages | Pst, wie b i), ausfüfri i auf die h ite Frage: »:t Goethe reresse abei b’umente ük tjiffl wird. - A weil in (8 Üerdiichti 1 ch denen S M Mithilfe W gegr IV1* als eine MeAbrüstungskonferenzsollerneutDeuWands RechisanspruchausGleichberechtigunganerkennen Ein Vorschlag Hendersons. - Die Jünfmächteerttärung soll durch die Abrüstungskonferenz bekräftigt werden. Scharfe englische Kritik an Barthou. London, 26. Mai. (DNB.-Funksvruch.) Die Rede des französischen Außenministers Barthou vor der Kammer wird von der englischen Presse ausführlich wiedergegeben. Die liberale „News Chro- nicle" erklärt, daß die Erklärungen Barthous sicherlich keinerlei Hoffnung erweckten. Was seinen „Redeschwall" über das Saargebiet betreffe, so laute die einfache Antwort barauf, daß Frankreich das vom Völkerbund bestimmte Datum für die Saarabstimmung anzuneh- m e n habe. Wenn Barthou das englische Ab- rüftungsmemorandum für unannehmbar erkläre, weil es einen Rüstungsausgleich Deutschlands zu- lasse, dann solle er nicht die Fünfmächte- Erklärung vom Dezember 1932 vergessen, in der die deutsche Gleichberechtigung anerkannt wurde. Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat dem Mitarbeiter des „News Chro- nicle" Vernon Bartlett während seiner Ueberfahrt nach Frankreich seine Ansichten zur Abrüstungsfrage dargelegt. Die bevorstehende Hauptausschußversammlung sollte alle ihre Bemühungen darauf richten, so erklärte Henderson, eine Rückkehr Deutschlands nach Genf zu ermöglichen. Henderson gab zu, daß Deutschland nur auf der Grundlage der vollständigen Gleich- der Kosten kreuzes herangezogen. Da sich die Kaufleute, unltr denen sich Inhaber bekannter Gaststätten befinden weigerten, die Beträge zu zahlen, ordnete die B§- Hörde die Schließung ihrer Betriebe an In Kufstein wurde vor Pfingsten bekanntlich '" ~ " hohes Hakenkreuz auf eint Pendling gemalt. Nunmehr wui- Kufstein er Kaufleute von Behörde zur Aufbringung der Entfernung des Haken- Regierungschef, sondern vom König aus^ wählt. Es ist nicht zu leugnen, daß die Vor'- I gänge in Bulgarien eine Erregung in piv tischen Kreisen ausgelöft haben. Das energische menti der Regierung hat aber allen Gerüchten über einen bevorstehenden Regierungswechsel vom erst den Boden genommen. Fieberhafte Tätigkeit in der englischen Rüstungsindustrie London. 26. Mai. (DRB. - Funkspruch.) 3;‘ großer Aufmachung weih der sozialistische „DaiH Herald" zu berichten, dah die englischen Rüstung» firmen zur Zeit mit der Herstellung oo1 Waffen aller A r t beschäftigt seien. 3n Styl'- ficld werde Tag und Rächt an der herstell' lung besonderer Stahlarten für Jluff zeuge gearbeitet. 3n einigen Fällen habe sich Umsatz neuerdings verdoppelt, viele Firmes hätten Hunderte von neuen Arbeitern eingesic^ Am größten sei die Beschäftigung der Firmen, W frrlegsflugzeuge Herstellen, drei der führen den englischen Fabriken seien zur Zeit mit Wui«' nenaufkägen aus den verschiedensten Ländern co Kampf- und Bombenflugzeugen beschäftigt. Als weis hierfür sei das Anziehen der Aktie englischer Flugzeugsirmen anzusehem Stabschef Köhm Ehrenbürger von Stettin. Stettin, 25. Mai (DNB.) ReichsmImM Stabschef Röhm traf am Freitag mit Begleitung in Stettin ein. Am Abend hatte 1 auf der Hakenterrasse eine ungeheure Menßy menge eingefunden. Vor dem Museum und aus zum Bollwerk führenden Treppe bildete u . t tragende SA. Spalier. Der Dberbürgermei|ier ” waren. Wie die „Reichspost" berichtet, wurde der mutmaßliche Attentäter vom Salzburger Festspielhaus verhaftet. Er war früher be; der Salzburger Stadtgemeinde beschäftigt. Da er als sozialdemokratischer S ch u tz b ünd - ler an den Februarunruhen aktiv teilnahm, rourbt er aus dem Dienst der Stadt entlassen. Somit ist die Lüge, Nationalsozialisten seien die Täter, zusammen-1 gebrochen. Die nähere Prüfung durch Sachverständige hat ergeben, daß die Schäden durch den Bombenanschlag in der Vorhalle des Salzburger Fest spielhauses außerordentlich schwer sind. U. a. müßten fast alle Marmorsäulen ausgebessert werden Die Streikwelle in Amerika Ernste Krisis des Aooseveltschen Aufbauwerks. Ui mit Ausflüchten, Verfchleppungsmanövern, 'fert, ( SU" W, 2-rge. : 5”Re bll an W Stabsc bantti fie(t ponflpf w ß MI» »(»$l ßiten« kftsberidi frHrtes, BW. dem mit beti l le5*i glN'tient Dr !Ües w. E ,n der 9 öJpmlunn Saiten.8 treben » I tem öflp ikninW IfiUtiW nm die w jj.-.jjtwbnc Mnitts Ättar liec Dnn der S Meiner v £ z. B. fifine Nei Änbaus S Darmft I Mr unser Win nicht fc i gnerbsen a rr.bau im - berechtigung mit den anderen Staaten nach Genf zurückkehren werde und machte daher die Anregung, daß die Fünfmächte-Erklärung vom Dezember 1932 über die deutsche Gleichberechtigung von dem Hauptausschuß der Abrüst ungskonferenz ausgenommen werden solle. Wenn der Hauptausschuß eine Entschließung annehmen würde, durch die sich alle Staaten den Grundsatz der deutschen Gleichheit in einem Sy st em der Sicherheit einstimmig zu eigen machen würden, dann sollte, so meinte Henderson, Deutschland wieder an den Besprechungen teilnehmen können. Er hoffe, daß ein solcher Schritt des Hauptausschusses Deutschland überzeugen würde, daß es gerecht behandelt wird. Es sei selbstverständlich ungewiß, ob Frankreich die Fünfmächte-Erklärung von 1932 erneut bekräftigen wolle. Aber er könne nicht glauben, daß die französische Regierung die Aussichten auf einen völligen Zusammenbruch gleichmütig ins Auge fassen werde. Henderson nahm energisch gegen d i e Anregung Stellung, daß die Abrüftungsvevhandlungen an den Völkerbundsrat zurückverwiesen werden sollen. Er sehe darin keinen Vorteil, und Deut sch land würde sicherlich nicht teilnehmen. Die Großmächte würden wahrscheinlich ebenso unversöhnlich oder ebenso energisch am Ratstisch wie bei den normalen Abrüstungsbesprechungen sein. Man solle aber nicht sagen, daß die Abrüstungskonferenz bereits tot fei. Erbarmungslosigkeit der Bürgerkriege wie die frü. Heren Vorkommnisse in den USA. In der Aon kriegszeit jedenfalls gab es keine kommunistische Agitation. Wenn heute bolschewistische Hetzer die Lage für sich auszunutzen versuchen, ändert das nichts an der Feststellung, daß die R ü ck st ä n d i g. feit des gesamten amerikanischen Wirtschaftssystems ein gerüttelt Maß Schuld an den jetzigen Kämpfen hat. Denn die eigentliche Ursache des Arbeiterkampfes in Ohio, die Forderung nach einer zehnprozentigen Lohnerhö. hung, ist aus den oben angegebenen Gründen, aus dem Gegensatz von Preis und Lohn infolge des Gummidollar-Experiments, nicht ohne weiteres al- unberechtigt abzuweisen. Bukarest, 25. Mai (DNB.) Der Freitag brachte Gerüchte über einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des G e f a m t f a b i n e t ts. Anlaß zu diesen Gerüchten gab eine neue Audienz Marschall Averescus beim König. W knapp aufeinanderfolgenden Empfänge des Kriegsministers, des Unterrichtsministers und des Ministerpräsidenten Tatarescu durch König Karol ließen bfii Annahme au, daß der Rücktritt des Kabinetts erfolgen würde. Ministerpräsident T a t a r e f c u trat DollfußbedrohtauchSprengfioff. anfchläge mit dem Standrecht. W i e n, 25. Mai. (DNB.) Im Ministerrat wurde eine Ausdehnung des Standrechtsverfah. rens auf Spreng ft offanschläge beschlos. en. Das Standrechtoerfahren galt bisher für Mord, Raub, Brandlegung und boshafte Sachbe, chädigung unter besonders gefährlichen Umständen Das Standgericht fällt entweder das Todesurteil oder beschließt Rückverweisung an die ordentlichen Gerichte. Die Regierung will nunmehr auch Sprengstoffanschläge, wie Bomben - und Böl.. l e r a n s ch l ä g e, vor das Standgericht bringen. Der Ministerrat beschloß ferner, anstelle lanawie- riger Untersuchungen sofort wirksame Maßnahme« geaen staatsfeidliche Betätigung von Beamten ober Angestellten treten zu lassen. Ferner beadsichtigg die Regierung, zur Hebung des Fremdenverkehrs die Auslandsreisen der öffentlichen Be- amten und Angestellten einzuschränken. Im Zusammenhang mit der Erweiterung des Standrechtsverfahrens sucht die der Regierung, nahestehende Presse auch weiter planmäßig be« Eindruck aufrechtzuerhalten, als ob die österreichi- chen Nationalsozialisten allein für di- zahlreichen Sprengstoffanschläge der letzten Zeil verantwortlich seien. Bezeichnenderweise liegt jedotz noch immer feine amtliche Mi11eilung über das Ergebnis der polizeilichen Untersuchung der Eisenbahnanschläge vor. Von den Behörden mußte vielmehr in zahlreichen Fällen zugegeben werden, daß bei den Sprengstoffanschlägen in letzter Zeit Kommunisten am Werke Rücken zu kehren. Welche Zugeständnisse habe . Frankreich an Polen hinsichtlich Sowjetrußlands 1 gemacht? Welche Haltung werde die französische Regierung einnehmen, wenn Polen einen ständigen < Ratssitz für sich verlangen würde? Deutschland, Bel- aien und Polen rüsteten, und Frankreich würde diesem Beispiel folgen. Don dieser Politik habe nur das Comit6 des Forges einen Vorteil. Außenminister Barthou erklärte bann, er hoffe mit der Unterstützung Englands und Italiens die Aufrechterhaltung der U n • abhängigkeit Oesterreichs zu erreichen. Seit den letzten Monaten sei bereits eine gewisse Entspannung festzustellen. Seine Reise nach s Warschau habe als Ergebnis das Fortbestehen - des französisch-polnischen Bündnisses gezeitigt. Er habe in Warschau wohl von Rußland gesprochen I und alles getan, um beide Länder einander näher > zu bringen. Er sei vielleicht auch nicht unbeteiligt an der Erneuerung des Nichtangriffspaktes. Der I Eintritt Rußlands in den Völkerbund 1 wäre wünschenswert. Er habe in diesem ) Sinne gehandelt: Er habe mit Litwinow über die ■ Bedingungen des Eintritts Rußlands in den Völker- 1 bunb gesprochen. (Nähere Angaben hierüber unter- 1 ließ er jedoch.) j Barthou widmete sodann einige Worte dem < freundlichen Empfang, der ihm in der T s ch e - ; choslowakei zuteil geworden sei, und zollte dem , Präsidenten Masaryk besondere Anerkennung, die von dem gesamten Haus mit Beifall ausgenom- ; men wurde. In Rumänien und in Südsla - Wien werde er, Barthou, gelegentlich feiner bevorstehenden Besuche sein Bestes tun, um alle । Meinungsverschiedenheiten zu zerstreuen, die zwischen Frankreich und seinen Freunden entstanden sein könnten. Er wisse aber genau, daß diese Freunde Frankreich treu geblieben seien. Frankreich sei nicht isoliert. Die Beziehungen Frankreichs zu der Türkei seien u. a. ein Beweis dafür, 3n der Frage der Abrüstung sehe die gegenwärtige Regierung die Politik ihrer Vorgänger fort. Denn die französische Politik, die darin zum Ausdruck käme, bliebe immer ' die gleiche: Herabsetzung der Rüstungen und Gleichberechtigung, aber in der Sicherheit und mit wirksamen Garantien. (Zurufe: Sehr gut! Sehr gut!) Die französische Regierung habe England nichts anderes erklärt, als daß sie das englische Memorandum nicht als Grundlage einer Verhandlung anerkennen könne im Hinblick auf den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen, in die neue Bedingungen eingeschaltet werden mühten. 3n der Tat bliebe eine Reihe von Fragen offen. 3n der englischen Rote sei weder von der Luftfahrt noch vom Völkerbund die Rede gewesen. Frankreich habe also die Pflicht gehabt, dementsprechende Fragen zu stellen und eine Antwort abzuwarten. 3n der französischen Rote vom 6. April habe Frankreich auf die deutsche Aufrüstung angespielt. Frankreich wolle nicht die Politik der Aufrüstung, sondern halte an der Abrüstung fest. Die französische Regierung sei nicht etwa der Ansicht, dah alles zu Ende wäre, und dah alle Türen geschlossen seien, die der Abrüstungskonferenz und des Völkerbundes. Frankreich bliebe vielmehr den Grundsätzen der Abrüstungskonferenz und den Völker- bundssahungen treu. Für die Zukunft gebe es zwei Hypothesen: Werde die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten fortsehen, oder werde sie ihr Mandat dem Völkerbund zurückgeben? Die Meinung der französischen Regierung sei bekannt. Die französische Regierung bleibe der Sache des Friedens treu, und diesen Frieden könne sie sich auherhalb des Rahmens des Völkerbundes nicht vorstellen. Zum Schluß ging der französische Außenminister auf die Saarfrage ein. Er betonte, daß die Verwaltung des Saargebietes durch den Vertrag geregelt sei. Nach 15 Jahren müsse sich die Bevölkerung darüber äußern, ob sie den gegenwärtigen Status beibehalten, zu Deutschland zurückkehren, oder für Frankreich stimmen wolle. Die Abstimmung müsse aber frei, aufrichtig und umfassend sein. Man habe von französischer Seite vorgeschlagen, daß eine Erklärung von der französischen und der deutschen Regierung abgegeben würde. Deutschland habe dies abgelehnt. Er erkenne an, daß Deutschland in dieser Hinsicht recht- gehabt haben könne, und darum habe er nachgegeben. Das Problem sei dann aber anders gestellt worden. Eine Abstimmung sei nur dann aufrichtig, wenn sie frei sei, und wenn die Abstimmung g e h e i m bliebe. Er, Barthou, habe es abgelehnt, die Einwohner des Saargebietes gewissen Repressalien auszusetzen. Wenn er anders gehandelt hätte, würde er es nicht gewagt haben, vor der Kammer zu erscheinen. Das für ein Empfang wäre ihm wohl bereitet worden, wenn er dem zugestimmt hätte, dah die Volksabstimmung auf einen bestimmten Zeitpunkt festgesetzt worden wäre, ohne dah vorher ausreichende Schuhmah- nahmen getroffen wären? Ein blohes Versprechen Deutschlands genüge ihm nicht, er sei der Ansicht, dah er in dieser Hinsicht der einmütigen Stimmung der französischen Kammer entsprochen habe. (Barthou erwähnte hier, um die Repressalien zu kennzeich- nen, die gewisse Saarländer nach der Abstim- mung über sich ergehen lassen mühten, eine in einer Münchener Zeitung enthaltene Kari- k a t u r über Matz Braun, der dort an einem Baum aufgeknüpft dargestellt wurde.) Barthou betonte dann, dah Frankreich an einer baldigen Regelung der Saarfrage gelegen fei, die nicht nur auf den deutsch-französischen Beziehungen, sondern auf der ganze n Welt laste Aber einer Festsetzung des Abstimmungszeitpunktes könne er nicht zustimmen, solange keine ausreichenden Garantien gegeben seien. Die französische Regierung werde alles tun, um einen Krieg zu vermeiden. Frankreich werde seinen Bündnssen treu bleiben. Das Verhältnis Frankreichs zu Italien gestalte sich enger und auch die Beziehungen zu England hätten trotz einiger Meinungsverschiedenheiten sich dadurch nicht abgekühlt. Frankreich sei nicht isoliert. Was man auch denken möge, die Regierung habe das internationale An- sehen Frankreichs nicht vermindert. Präsident Roosevelt muß erleben, daß seine stützenden Eingriffe in das Wirtschaftsleben das brüchige System der bisherigen Wirtschaftsauffassung aufs schwerste erschüttern. Der Klassen- kämpf ist auf breiter Front entbrannt und führt zu blutigen Zusammen st ößen zwischen Streikenden und Polizei. Zu besonders schweren Kämpfen, in denen auch zum Schutz der Fabrikanlagen Militär eingesetzt wurde, kam es in der 300 000 Einwohner zählenden Industriestadt Toledo im Staate Ohio. (Mittlerer Nordosten.) Hier wurde mit Maschinengewehren und Tränengas gegen das Heer der streikenden Arbeiter vorgegangen. Ein neuer Streik droht in der gesamten amerikanischen Stahlindustrie. Der an der pazifischen Küste herrschende Hafenarbeiterstreik dauert schon drei Wochen. Die Streiklatze hat sich auch durch Bemühungen der Negierung nicht grundlegend gebessert. Zwar wurde der Streik in Minneapolis durch einen Vergleich beendet, jedoch lehnten die Streikenden in Toledo jede Verständigung ab. Es kam dort in der Nacht zum Samstag erneut z u Zusammen ft ößen mit der Nationalgarde, die mehrere Salven in die Luft abgab, nachdem sie von den Streikenden wiederum mit Steinen beworfen wurden. Die Aussichten auf eine Beendigung des Hafen- arbeiterftreits an der Westküste sind gleichfalls nach wie vor sehr gering. Auch in New Orleans ist kein Nachlassen des D o ck a r b e i t erst r e i k s zu bemerken, vielmehr kam es dort zu heftigen Zusammenstößen, bei denen mehrere Dockarbeiter verletzt wurden. * Die kommunistische Agitation, die bisher in der Nordamerikanischen Union kaum Fortschritte machte, hat bei der sturen Haltung des reaktionären Hochkapitalismus geschickt die Lücken ausgenutzt, die das in allen Fugen wackelnde Niraprogramm Roosevelts darbot. Es rächt sich heute, daß die amerikanische Arbeiterschaft in den meisten Industrien unter der Vorherrschaft des Manchestertums, also des extremen Herrn - im - Hause - Standpunkts der Unternehmer, kein Koalitionsrecht hatte und im Zeitalter der Umpflügung aller wirtschaftlichen Gewohnheiten unter dem Druck der Krise — die Roosevelt-Experimente sind lediglich eine Folge dieser Ursache — die Trustherren versuchten, den krassen Unternehmerstandpunkt bis zuletzt aufrecht zu halten. Eine trockene Zahl gibt den Schlüssel zu diesen Unruhen. Während auf dem Papier die Preise stiegen und nach dem Roosevelt-Programm Berlin, 26. Mai. (DNB.) Sämtliche Berliner Morgenblätter weisen die Bemerkung Barthous scharf zurück, daß ihm in Bezug auf die Saar Versprechungen der deutschen Regierung in der Amnestiefrage nicht genügten und daß er darüber hinaus materielle Sicherheiten verlange. So schreibt der „Völkische Beobachter": Es ist wohl der offensichtlichen Erregung Barthous zuzuschreiben, als er von der Saarfrage sprach, daß der französische Außenminister Zweifel in das Wort der Reichsregierung setzte. Es ist wohl im Interesse Frankreichs besser, wenn es nicht eine Diskussion über Vertragstreue herausfordert. Nach den bekannten Drohungen des Bergwerksdirektors Guillaume etwa muß vielmehr Deutschland fragen, welche Sicherheiten der Völkerbund bietet, daß von Seiten der zahllosen französischen Beamten in allen Zweigen der Verwaltung, insbesondere der französischen staatlichen Grubenverwaltung, kein Druck aus Bergarbeiter und Angestellte mehr auggeübt werden kann. Der deutsche Standpunkt in der Abstimmungsfrage ist völlig eindeutig, der unzweideutig den Grundsatz vertritt, daß d i e Freiheit der Abstimmung gesichert werden muß. Deutschland ist daher im Rahmen der Verträge bereit, entsprechende Garantien für die Abstimmungsberechtigten zu geben. Wenn Frankreich darüber hinaus für gewisse nicht- bobenftänbige Elemente, die es im Saargebiet unterhält, um dort zu wühlen, gleiche Sicherungen verlangt und bei Nichterfüllung seiner Forderung mit Sabotage der Abstimmung droht, so durchbricht es klar die Forderungen des Versailler Vertrages im Hinblick auf die darin festgelegte Unabhängigkeit und Freiheit der Abstim- flLAnqQ: hint f, IrWton ® b b«r b ibe, ira-wit, Mbi fe W ||Mn Ibj ln9r b. br:- iten i Qbfifr iDerlc hin. 'en. :u"9i j legier. I chg-tzl 'Nt für. Z |ten j J egt Ü I ei lug erschV von '! ! ;r Fll- bar ibintH e Audi" ^önig- • des >5 MiniA MI "“i «•’ ,1 r 6'1 i*81 liele ä| 5tnlwi erbe. J. i ng? die MS] lergiiy iivech^ lin, Kleist und Fichte auf quoll, was deutsch ist. In diesen Gottbegnadeten vollzog sich, um ein Wort der Führers zu gebrauchen, die Fleis<'werdung der dSlhsten Werte unseres Volkes. Sie haben den Mundftein für die deutsche Zukunft gelegt." Die Tagung galt dem Gedenken des 175jährigen Geburtstages von Schiller, den die Goethe-Gesell- shoft, wie der Präsident Professor Petersen (Berlins, ausführte, freudig mitfeiern wolle, weil es für fik auf die heute oft im In- und Auslande ge- flellte Frage: Goethe oder Schiller nur die Ant° nort Goethe und Schiller gebe. Von besonderem Interesse aber dürfte eine Publikation sein, die die Dokumente über Tod und Bestattung Schillers ent- f)]|ten wird. Sie soll deshalb herausgegeben werden, weil in letzter Zeit erneut und völlig grund- ifos Verdächtigungen ausgesprochen worden sind, mH denen Schiller vergiftet worden sei und zwar unter Mithilfe von Goethe. Diese vollkommen aus bei Luft gegriffenen Anwürfe bezeichnete der Prä- fib-nt als eine unerhörte und an Dolksverrat gren- Die Sojabohnenzüchturig in Oeutscl land. Professor Dr. George S e s s o u s von der Uni- nrsitäl Gießen sprach im Rahmen der Tagung des Vereins Deutscher Chemiker in Köln über den der- ;itigen Stand der Sojabohnenzüchtung in I eutschland. Wir lesen darüber in der „Kölni- jjjen Zeitung" folgendes: Aus Hunderten von Sor- 1-n wurden auf dem Weimarhof bei Darmstadt e nge wenige m die engere Wahl gezogen, deren Jachbau in diesem Jahr im Reich in etwa 20 Bell eben vorgenommen wird, so daß im nächsten Ihr erhebliche Mengen von erprob- t m Saatgut vorliegen können. Außerdem wer- tm in diesem Sommer noch etwa hundert über ganz Iiutschland verbreitete Schauversuche veranstaltet, in die Landwirte von der Ertragsmöglichkeit der Eijabohne zu überzeugen. Der sichere Durch - sa n i t t s e r t r a g dürfte bei 14 Doppelzentner je jjiftar liegen. Der Preis wird im nächsten Jahr, tjinn der Anbau auf breiterer Saatengrundlage all- gjneiner vorgenommen werden kann, den Festpreise. z. B. des Getreides, angepaßt werden. pinc Reihe von Lichtbildern zeigten den Stand bt* Anbaufelder im Vorjahr auf dem Versuchsgut b« Darmstadt. Demnach hat sich der Anbau der nschr unfern Buschbohnen gleichenden Pflcmzen- foim nicht bewähr sondern die mehr unfern ©tau» tynerbfen ähnliche Wuchsart. Am besten dürfte der Sfmbau im Weinklima des Südwestens Deutsch» foibs sein. Durch den Anbau der Sojabohne würde den Bauerntum im südwestlichen Deutschland ein durchaus günstiger Fruchtwechsel geboten, dnn die Sojabohne stellt, abgesehen davon, daß sie von ■ seien. 1 r bann11 Her?’ de Beschmutzung. Zwsessor Deetjen (Weimar) erstattete den chäftsbericht. Dem verdienstvollen Förderer des - , j v^hhe-Erbes, Professor Anton K i p p e n b e r g 'I W (Lipzig), dem Leiter des Insel-Verlages, wurde zu abinewj ^uxn 60. Geburtstag die große goldene Medaille r eJ c.y l?r Goeche-Gesellschaft verliehen. S | Der 13. Deutsche Krüppelfürsorgekongreh, „runi ?n Beuthen tagt unter der Leitung von Dr. "w Puffert, leitender Arzt des Krüppelheims zum „orfld Mqen Geist, der 13. Deutsche Kongreß für Krup- " siürsorge. Die Deutsche Vereinigung für Krup- ! Mrsorge blickt auf 25 Jahre erfolgreichen Wir- lms zurück. Nach einer Begrüßungsansprache h Vorsitzenden der Vereinigung, Professor Dr. ^ocht-Berlin, erstattete der Geschäftsführer Dr. ^Hardt-Berlin den Jahresbericht. Besonders Monte er, daß Arbeit und Aufgabe der Veremi- firg mit den Aufgaben des nationalsozialistischen ttoates zusammenfallen. — Nach Dankesworten M Vorsikenden an die Geschäftsführung und an P)ifar3t Dr. Seiffert für die Vorbereitung des Mgreffes wurde beschlossen, im Jahre 1935, und in der Woche nach Pfingsten, eine Mitglieder- rrommlunq der Vereinigung in Magdeburg schzihalten. Der 14. Deutsche Kongreß für Krup- PlÜrsorge wird im Jahre 1936 in Magdeburg sbt finden. Am Freitag fand nach Vortragen em Ode: schlesischer Grdnzlandabend statt. Am Sams- tcq begeben sich die Kongreßteilnehmer. auf eine 8unzlandfahrt. Die Grenzverhältnisse im Jndu- friigebief und verschiedene industriell« Anlagen Md'Gruben sollen besichtigt werden. ; Deutsche Himalaja-Expedition hak den Aufmarsch zum Nanga-Parbat vollendet. ! De deutsche H i m a l a j a - E x p e b i t i o n mel- bit aus Nanga-Parbat, daß sie ihren A"A"rsch Ur Nanga-Parbat vollendet hat. Dem Drahtlosen Keift ist folgender Bericht von dem Leiter der ipo-bition Willy Merkt 3ugegangen: 12. Mai b < vn der Abmarsch in Astor, der letzten P f Ittbn, über Dashkin zum großartig w'lden tief eiop- chnittenen Tal des Indus. Bei Tallichs wurde di -Strom mit Booten überquert Zum erstenmal l»je sich hier im Abendlicht der Nanga-Parbat m Kt überwältigenden Masestat. Bei quälender 9»i gelangte die Expedition am nächsten Tage nach |US, dem einzigen Brückenubergang m Mfcm weltabgeschiedenen Gebiet des Indus Em -Sri aufstieg von 1300 Meter Hohe hinauf ms M°kvt-Tal'wurde an einem Tage geschafft und am r I Mai die Schneegrenze über dem Rakiotgletscher P ) treibt Hier wurde in 3000 Meter Hohe das vo r- 1 'Affige H auptlager der deutschen H.m°ala- yLitlon 1934 errichtet. Die Lasten sind vollstan ^Dingetroffen, die 500 Transporttrager werden st entlassen. Der Aufmarsch ist damit trotz des Mia ungünstigen Wetters programmaßig am Lag, den 18. Mai, beendet worden. Die Wissen- buriii , lüheii 49. Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft ?ü Bei her diesjährigen 49. Hauptversammlung der 8Ö*2| Gc> e th e - G e s e l l s ch a f t in Weimar sprach nach ln!' btr Begrüßung der Mitglieder durch den Prästden- m'1 'IJ teil Prof. Dr. Julius Petersen (Berlin) namens iMiWV Stellvertreters des Führers Pg. Ernst Schulte sLtrathaus) und überbrachte dessen Grüße. „Der öen M geistige Gshalt der Bewegung, die zu erleben wir. rgO'IIJas Glück haben, wurzelt in dem Urgrund, aus Q'^[jbein in Hamann, Herder, Goethe, Schiller, Holder- 125 Zahn Zndustne- Aanksurl In Anwesenheit des Reichsstatthalters in Hessen Gauleiter Sprenger, des Reichswirtschafts- mlnisters Dr. Schmitt und anderer Gäste begeht am Montag die Industrie- und Handelskammer Frankfurt die Feier ihres 125jährigen Bestehens. Sie ist eine der ältesten in ganz Deutschland. Ihr Ursprung geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Damals schon fanden in Frankfurt zweimal im Jahr die großen Internationalen Messen statt. Die aus Frankreich und den Niederlanden zugewanderten Hugenotten verpflanzten den Großhandel und das Bankgeschäft nach Frankfurt. In diese Zeit fällt die Entstehung der Frankfurter Börse, die im Jahre 1605 zum ersten Mal erwähnt wird. In den Stürmen der napoleonischen Kriege wurde Karl Maria von Dalberg Fürstprimas des Rheinbundes und später Großherzog von Frankfurt. Dalberg wandelte die Deputierten der Kaufmannschaft in die „Großherzogliche Handelskammer Frankfurt a. M." um. Der Beitritt Frankfurts zum Zollverein 1836 ging auf das Betreiben der Handelskammer zurück. Damit wurde das Frankfurter Wirtschaftsleben auf eine breitere und stabilere Basis gestellt. Der große Aufschwung nach der Reichsgründung kam auch Frankfurt zugute. Eine Lebensfrage war es aber für Frankfurt, den Anschluß an die große Schiffahrtsstraße des Rheins zu finden, der sich seit Einführung des Dampfschiffahrtsverkehrs als ausschlaggebend für den Nord-Süd-Durchgangsverkehr entwickelt hatte. Dies wurde erreicht Mitte der 80er und Handelskammer am Main. Jahre durch die K a n a I i*f i e r u n g des M a ins, ein Erfolg, der in erster Linie den Bemühungen der Handelskammer zu danken ist. Damit waren denn auch die Bedingungen für die künftige Entwicklung der Frankfurter Industrie gegeben. Die immer stärkere Entwicklung der Industrie und des Verkehrs nach der Mainkanalisation und nach dem Ausbau des Eisenbahnnetzes führten zu einer entsprechend engen wirtschaftlichen Verflechtung des ganzen Rhein-Main-Gebietes. 1919 gelang es zunächst mit der Handelskammer Hanau eine Verwaltungsgemeinschaft abzuschließen. Im Anschluß daran wurde in.Fulda eine besondere Geschäftsstelle errichtet. Schwieriger waren die Verhandlungen mit den übrigen benachbarten Kammern. Man half sich zunächst mit der Errichtung von Zweckverbänden, denen die Handelskammern Limburg, Dillenburg, Wetzlar und später auch Wiesbaden beitraten. 1930 kam es auch zur Verschmelzung der Kammer Wetzlar mit der Frankfurter Kammer. Nach der nationalsozialistischen Revolution wurde Dr. Carl Lüer zum Präsidenten der Handelskammer gewählt. Es schlossen sich sodann auch Wiesbaden und Limburg der Frankfurter Kammer an. Unter der tatkräftigen Mitarbeit von Reichsstatthalter Sprenger gelang es, die Preußische Industrie- und Handelskammer und die Hessischen Industrie- und Handelskammern in einer einheitlichen Organisation unter dem Namen: „Rhem-Mainischer Industrie- und Handelstag" zusammenzuschließen. Die 49 kostspieligen Liebesbriefe. Höchst peinliches Abenteuer eines amerikanischen Millionärs. Ein amerikanischer Multimillionär unternahm vor einigen Monaten eine ausgedehnte Geschäftsreise. Bei dieser Gelegenheit lernte der sechzigjährige Mann die Witwe eines Großkaufmannes kennen. Trotz feines verhältnismäßig hohen Alters geriet sein Blut beim Anblick der eleganten Dame in Walluna. Obwohl der Mullimillionär schon zweimal in seinem Leben verheiratet gewesen war, hatte er noch immer nicht die Fähigkeit verloren, sich Hals über Kopf z u verlieben. Die Dame war von den bezaubernden Umgangsformen des Multimillionärs entzückt und fetzte feinem glühenden Werben nur schwachen Widerstand entgegen. Sie mag dabei nicht zuletzt an die vielen Millionen gedacht haben, von denen sie heimlich schon lange geträumt hatte. Als sich der Millionär von der Dame verabschiedete, stand sein Herz bereits lichterloh in Flammen. Er versicherte ihr mit überschwänglichen Worten, daß sie die einzige Frau sei, die er wirklich liebe und fügte das Versprechen hinzu, ihr fleißig schreiben zu wollen. Der bejahrte Liebhaber hielt sein Versprechen, fast jede Woche erhielt die Witwe einen äußerst gefühlvollen Liebesbrief, »n dem der Millionär immer wieder feine aufrichtige und leidenschaftliche Zuneigung beteuerte. Er beging dabei die Unvorsichtigkeit, von ewiger Liebe zu sprechen. Von einem Brief zum andern wurde seine Ausdrucksweise romantischer und seelenvoller. Die Witwe war schließlich überzeugt, daß ihr Verehrer in allernächster Zeit einen Heiratsantrag machen würde. Zu ihrer maßlosen Ueberraschung blieb jedoch der Heiratsantrag aus. Der reiche Liebhaber schrieb wohl von seinen Gefühlen, aber nicht von feinen Millionen. Nach dem 49. Liebesbrief kam plötzlich die sensationelle Wendung: nichts von Liebe mehr, nichts von überschwänglichen Kosenamen, nichts von ewiger Treue. Nur ein einziger Satz, der von einer niederschmetternden Nüchternheit erfüllt war. Der Multimillionär hatte plötzlich die Lust verloren und wollte von der Witwe nichts mehr wissen. Die Geschichte, die mit einer so zarten Romantik anfing, nahm ein schnödes Ende. Die Witwe war entrüstet und verlangte auf Grund der 49 Liebesbriefe die sofortige Heirat. Sollte sich der Herr dagegen sträuben, so müsse er ihr eine Entschädigung von anderthalb Millionen Dollar zahlen. Der Millionär wehrte sich mit Händen und Füßen gegen diese Zumutung. Die Frau erwiderte mit den schärfsten Drohungen, wenn er nicht bezahle, so werde sie ihn verklagen. Sie werde dafür sorgen; daß sämtliche 4 9 glühende Liebesbriefe öffentlich verle- s e n würden. Unter dem Eindruck dieser Mitteilung ließ sich der Millionär herbei, einen Vergleich zu schließen. Er zahlte der energischen Dame zweihundertfünfzigtausend Dollar. Als Gegenwert erhielt er sämtliche Liebesbriefe zurück. Woraus man ersieht, daß es in manchen Fällen sehr vorteilhaft ist, wenn man Liebesbriefe sorgfältig aufhebt. Dieser Amerikaner wird sich in Zukunft zweifellos hüten, seine Gefühle schriftlich niederzulegen. schaftler, denen interessante geologisch-morphologische Beobachtungen lohnende Aufgaben stellten, trennten sich im vorläufigen Hauptlager von der Gruppe der Bergsteiger und Hochträger. Beim Abschiedsmahl schoß Peter Aschenbrenner zwei kapitale' Steinböcke. Am Dienstag, dem 22. Mcm, begann der Vorstoß zum endgültigen Hauptlager bei meterhohem Schnee und schlechter Wetterlage. Eröffnung der Reicks-Theaterwoche durch Dr. Goebbels auf allen deutschen Sendern. Die Eröffnung der Reichs-Theaterwoche durch Reichsminister Dr. Goebbels wird am Sonntag, dem 27. Mai, von 19 Uhr bis etwa 21 Uhr von allen deutschen Sendern übertragen. Der Rede folgt die Uebcrtragung des ersten Aktes der Wagneroper „Tristan und Isolde". Das Aachener Schachturnier. Im Aachener Schachturnier um d i e Meisterschaft von Deutschland ergab sich nach den letzten Kämpfen folgender Tabellenstand. (Die ein» geklammerten Zahlen geben die Hängepartien an.) gi/2 Punkte Carls, 8 Punkte Lange (Essen), 71/» Punkte Heinicke (Hamburg), 7 Punkte John (Berlin), Dr. A n tz e (Bremen), Dr. Roedl (Nürnberg), Elstner (Berlin), Reinhardt (Hamburg) (1), 6 Punkte Engels (Düsseldorf), Krause (Leipzig) (1), 5'/-Punkte Weißgerber (Saar) Dr. L a ch m a n n (Stolp), 5 Punkte Hein - r i ch (Ludwigshafen) (1), 4lh Punkte G r o h - mann (Dresden), 4 Punkte Hahn (Bayreuth) (1) Wächter (Berlin), 3 Punkte Bongardts (Köln), 24/2 Punkte Schmitt (Breslau). Aus aller Welt. General von Gerok 80 Jahre. Am 26. Mai feiert in feinem Heim in Stuttgart General der Infanterie von ©er o f feinen 80 Geburtstag. Nach einer glänzenden militärischen Laufbahn übernahm er bei Ausbruch des Weltkrieges im August 1914 die Führung der in der Hauptsache aus Kriegsfreiwilligen aufgestellten 24. Reserve-Korps, dem als 4 8. Reserve-Division die Regimenter 221 und 222 angehörten. Die Angehörigen der 48. Res.-Dio. werden sich gerne des vornehmen, liebenswürdigen, pflichttreuen und tapferen Führers erinnern, der jede Gelegenheit benutzte, sich in den vorderen Stellungen zu zeigen und sich nach den Wünschen und dem Befinden der ihm anvertrauten Truppen zu erkundigen. Möge dem 80jährigen Führer, der mit Stolz auf seine Leistungen im Weltkrieg zuruck- blicken kann, noch ein recht langes Leben beschieden sein. Brand auf dem Fernlenkzielschiff „Zähringen". Amtlich wird mitgeteilt: Bei den Schießübungen der 3. Marineartillerieabteilung in Swinemünde setzte am 25. Mai ein 15-Zentimeter-Volltreffer die Korkfüllung einer Wteilung des Fern-lenkziel- s ch i f f e s „Z ä h r i n g e n" in B r a n d. Das Ziel- schiff ist in den Swinemünder Hafen eingelaufen, wo der Brand abgelöscht wird. Die Fahrbereitschaft der „Zühringen" ist, soweit bisher zu übersetzen, durch diesen Brand nicht unterbrochen. Da das Fernlenkschiff bei Schießübungen bekanntlich ohne Besatzung fährt und von einem zweiten Fahrzeug aus funkentelegraphifch gelenkt wird, sind Personen nicht zu Schaden gekommen. Erziehung der Fußgänger in Berlin. — Fast 10 000 Verkehrssünder an einem Rachmittag. An einem der letzten Tage wurde in der Reichshauptstadt eine aroßangelegte Erziehungsaktion der Fußgänger durch die Schutzpolizei durchgeführt. Alle Fußgänger, die ihre Pflichten im Straßenverkehr verletzten ober die notwendige Vorsicht vermissen ließen, hatten ein polizeiliches Einschreiten zu erwarten. In 207 Fällen mußte wegen besonders grober Verstöße gegen die Verkehrsordnung Strafanzeige erstattet werden. Wegen geringerer Vergehen wurden 1607 gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt. Schließlich genügten in 7786 Fällen mündliche Verwarnungen und Belehrungen seitens der Straßenaufsichtsbeamten. Somit wurden im Laufe der von 15 bis 19 Uhr anhaltenden Aktion insgesamt 9600 Verkehrssünder festgestellt. Die Deutsche Kurzschrift bei der Reichspost. Die Deutsche Reichspost gab als erste Deutsche Reichsbehörde Anweisungen für die Verwendung der Kurzschrift im Dienste heraus. Danach soll die Deutsche Kurzschrift sowohl im Ver- waltungs- wie im Betriebsdienst verwendet werden. Die Oberpostdirektionen werden zunächst monatlich mindestens einmal eine Verfügung in Kurz- schrift erlassen. Meldungen, die darin gefordert werden, sind ebenfalls in Kurzschrift zu schreiben. Nach dem Schreiben des Reichspastministers muß es das Bestreben der Dienststellen, insbesondere der Oberpostdirektion sein, das Anwendungsgebiet der Deutschen Kurzschrift zu erweitern. hohe Zuchthausstrafen für eine gemeingefährliche Geldfälscherbande. Mit der vor der Mannheimer Strafkammer erfolgten Verurteilung mehrerer Geldschein f ä l s ch e r ist ein Kriminalfall abgeschlossen worden, der 1930 von Mitteldeutschland ' seinen Ausgang genommen hatte. Wegen Verbrechens gegen §§ 146 und 147 RStGB. wurden verurteilt: Der 43 Jahre alte Ernst (Start Lo f f aus Rudolstadt und der 46 Jahre alte Franz Janson aus Coburg zu je acht Jahren Zuchthaus, Ehrenrechtsverlust und Polizeiaufsicht, der 32 Jahre alte Oswald Muschi aus Rudolstadt zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis, der 31jährige Hermann Lerch aus Mannheim zu vier Jahren Zuchthaus und Polizeiaufsicht. Acht weitere Angeklagte, Ehefrauen und Bekannte der Haupttäter, erhielten Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahr acht Monate. Starkloff und Janson begannen im Sommer 1930 in einem eigens dazu hergerichteten Betontresor bei Rudolstadt mit der Herstellung falscher Zwanzigmarkscheine, mit denen sie bald zahlreiche Städte Mitteldeutschlands überschwemmten. In Coburg war ein Versteck für die fertigen Falschscheine errichtet worden. Sicher geworden, begannen die Fälscher einen Vorstoß nach Süddeutschland. In Mannheim konnten Starkloff und der Hauptoerbreiter Muschi 1932 verhaftet werden. Die Kinder Jansons, der Bruder Lerchs und die mitangeklagte 29 Jahre alte Katharina Drescher wirkten gleichfalls bei der Verbreitung der Falsifikate mit. Im ganzen hatten die der Verbreitung angeklagten Personen feit dem Spätjahr 1930 in zwei Serien Scheine in einer Auflage von 214 bzw. 911 Stück in den Verkehr gebracht. Abgeschlagener UeberfaU auf eine Bank in Ehikago. Ein Toter, ein Schwerverletzter. Beim Versuch, im Chikagoer Vorort South- Holland eine Bank auszurauben, wurde ein Räuber getötet, ein anderer schwer verwundet. Die Bande, vier Männer und zwei Frauen, fuhren im Kraftwagen vor dem Gebäude vor. Während die Frauen am Steuer blieben, drangen die Männer in dem Augenblick, als das Bankgewölbe automatisch geöffnet wurde, in die Räume ein. Die auf einem Balkon postierte Bankwache eröffnete darauf sofort das Feuer aus einem Maschinengewehr. Während zwei Verbrecher getroffen niederstürzten, flüchteten die anderen mit dem Kraftwagen und konnten trotz heftiger Beschießung entkommen. Der Wagen ähnelt dem von der Dillingerbanbe benutzten Kraftwagen. Eine IHörberin zum Tobe verurteilt. Das Berliner Schwurgericht verurteilte entjpre» chenb bem Antrag bes Staatsanwalts bie 44jäyrige Frieda Juchniewicz, bie am 15. Dezember die 75jährige Witwe Frau Ida Krüger in bereu Wohnung niebergeschlagen und dann an der Türklinke erhängt hatte, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Wegen fortgesetzter Unterschlagung und des fortgesetzten Diebstahls, den die Angeklagte an einem gelähmten Rentner, den sie betreute, begangen hatte, wurde sie zu 1% Jahren Gefängnis verurteilt. 7Mt der brennenden Zigarette am Benzintank. —« Folgenschwerer Garagenbrand in Paris. In einer Pariser Garage in der Nähe der Porte des Ternes entstand ein Brand, der sehr schnell um sich griff. Die Garage brannte vollkommen nieder, und der Besitzer kam in den Flammen um. Wie nachträglich festgestellt werden konnte, war er betrunken und hatte in der Nähe der Bezintanks geraucht. Das Feuer übertrug sich auf eine andere Garage, die z. T. niederbrannte, sowie einen Hundezwinger, in dem etwa 56 Hunde den Flammen zum Opfer fielen. Brückeneinsturz in Kaschmir. — Bisher 13 Tote geborgen. Eine im Bau befindliche Brücke über den Fluß Tschenab in Kaschmir ist plötzlich eingestürzt. Etwa 100 Menschen wurden in die Tiefe gerissen. Viele von ihnen ertranken. Bisher sind 13 Leichen geborgen worden. Zwei Bergleute durch Kohlenoxydgas getötet. In dem Stollenbetrieb her Abteilung Faulbach der Braunkohlenwerke Hirsch berg bei Groß- Almerode (Reg.-Bez. Kassel) wurden zwei Bergleute, deren Fehlen bei Schichtwechsel bemerkt worden war, tot aufgefunden. Der Tod war durch Einatmen von Kohlenoxydgafen erfolgt. Deutschland bahnbrechend auf dem Gebiet der körperlichen Ertüchtigung. Im Prunksaal der ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest wurde in Anwesenheit des Vertreters des Reichsverwesers, des Kultus- und Unterrichtsministers Hvmann die Internationale Tagung für die körperliche Ertüchtigung der Jugend eröffnet, an der Vertreter von 17 in- und außereuropäischen Staaten teilnahmen. Die Begrüßungsansprache hielt der Präsident der ungarischen Akademie der Wissenschaften, Berceviczy. Er wandte sich in deutscher Sprache an die deutsche Abordnung und verwies auf die großen Verdienste, die sich bas beutsche Volk als Bahnbrecher ber Körperkultur um bie körperliche Ertüchtigung der Jugenb erworben habe. „Wir erleben jetzt wiederum die Auferstehung bes beutschen Nationalgeistes", sagte ber Rebner, „wir hoffen alle, baß diese Erneuerung auch auf dem Gebiete der korperllchen Ertüchtigung der Jugend weiter ausschlaggebend zur Geltung kommen wird." Verschollener Kriegsteilnehmer meldet sich aus Rumänien. 1914 zog auch ber verheiratete Musiker unb Landwirt Heinrich Rernbe aus Bischheim (Pfalz) ins Feld. Nach Kriegsschluß kehrte er mit seinen Karne- raden aus Rumänien zurück, verschwand aber plötzlich auf dem Transport an der rumänischen Grenze. Er war und blieb seit dieser Zeit verschwunden. Jetzt schrieb der Vermißte an seinen Bruder in Bischheim und erbat sich einige amtliche Bestätigungen. Wie man hort, soll Rembe Musiklehrer in Rumänien sein. Wettervoraussage. Da ber hohe Druck mit feinem Kern noch über ben britischen Inseln lagert und sich über Sudskan- dinavien auch eine flache Storung befindet, fließt fortgesetzt kühle Luft nach Deutschland. Das Wetter gestaltet sich daher zunächst noch etwas wechselhaft und für die Jahreszeit zu kühl. Es ist allerdings über dem Nordatlantik ein neues Tief im Anzug, welches das Hochdruckgebiet mehr nach dem Festland verschieben wird, wodurch dann ruhigeres und auch wärmeres Wetter zustande kommt. Aussichten für Sonntag: Wechselndwolkig mit Aufheiterung, noch mäßig warm, meist trocken. Aussichten für Montag: Ruhigeres und auch etwas wärmeres Wetter. Lufttemperaturen am 25. Mai: mittags 18,3 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 26. Mai: morgens 10,9 Grad. Maximum 19,3 Grad, Minimum 6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Mai: abends 19,6 Grad, am 26. Mai: morgens 15,3 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 12V- Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck unb Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen. Weisse und gesunde Zähne Was Sie in Stoffen Indien, finden Sie bei Bernard Werbewoche der Deutschen Tmnerschast BERGSCHENKE! Liebigshöhe Wevbeumzug Sonntag, 27. Mai, ab 19 Uhr 3184D Tanzmusik Weitkämpfe, Faustballspiele usw. 3175 D 3162 D S Wiese« mit sehr Morgen Sonntag Tanzmusik Eintritt 20 Pf. OHM al wtth. Oovfeld Dr. Haubach 3181t D< kauft man nur im raun man nur im ch^as Wo Korbwarenhaus HeM Sonnenstratze 18. *®Qd)sniQt i^dlerwc nrami m —g ' J?WlIer, ' uihqp ni. billig. 02712 wert. 02741 Cln9e nii Hotel Viktoria. [3192 V 1 2 PS Stellenangebote] karte sflssD Fahrten 1934 | Mietgesuche | | Kaufgesuche | OamplsägewerkLollar B. Huhn. 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Die nationalsozialistische Weltanschauung hat den Begriff des Volkes in besonderer Weise vertieft und veredelt. Das Volk ist nicht die Summe der Staatsbürger des Landes, wie es der oberflächlich patriotischen Auffassung eines wilhelminischen Zeitalters schien, sondern das Volk ist die rassische und damit im Zusammenhang stehende kulturelle, geistige und seelische Gemeinschaft, deren äußerer Ausdruck erst die staatliche Verbundenheit ist. Die biologische Aufgabe des Staates zerfällt in zwei Gebiete: die Erbgesundheitspflege und die Anlageförderung. Diese hat das Ziel, die Leistungsfähigkeit der einzelnen Volksgenossen in jeder Generation auf die größtmöglichste Höhe zu bringen. Die Entwicklung der Völker zur Höherwertigkeit ausschließlich durch Besserung der Umwelteinflüsse und gute Erziehung zu erstreben und zu glauben, daß dies genüge, um eine Wert- "steigerung der Völker zu erzielen, ist eine Irrlehre. Nicht die U m w e l t t h e o r i e der französischen Revolution hat recht, sondern nur bewußte Rassenpflege kann die Steigerung der Leistungsfähigkeit und Wertigkeit der kommenden Generationen herbeiführen. Wir können also den unbegründeten Optimismus nicht teilen, daß erzieherische Einflüsse bewußte Erbgesundheitspflege ersetzen können. Trotzdem ist die L e i st u n g s st e i g e r u n g der heute lebenden Generation von größter Bedeutung. Die Erdgebundenheit der Fähigkeiten des einzelnen Menschen ist nicht so zu verstehen, daß es keiner Arbeit und Mühe bedürfe, um gute Anlagen zu entwickeln: sie ist nicht so zu verstehen, daß man glauben dürfte, gute Anlagen entwickelten Der Diamond-Berg auf H a w a i wird zur stärksten Festung der Welt ausgebaut. Hier werden Kasematten geschaffen, in denen 10 000 Mann bombensicher untergebracht werden können. Von dem Kommandostand aus, der in dem Gipfel des Diamond-Berges eingerichtet wird können Minenfelder vor der Küste auf elektrischem Wege zur Explosion gebracht werden. Die Annäherung an die Insel wird durch deren Bestückung mit schwerster Artillerie so gut wie unmöglich gemacht. Ein Hoheitsabzeichen wurde in Form einer Anstecknadel für Soldaten und Beamte der Reichswehr in Zivil geschaffen. Die Angehörigen des Reichsheeres tragen das Abzeichen in Silber, die der Marine in Gold. wieder einpacken wollte, nachdem er sich dem stillen Genuß des ungestörten Betrachtens hingegeben hatte, entdeckte er auf dem Grude des Rucksacks noch ein Fernrohr. Er konnte sich nicht erinnern, wo er es gekauft hatte, er hatte es auch bestimmt noch nicht näher angesehen oder gar seine Brauchbarkeit geprüft. Es war aus Silber und hatte vergilbte Elfenbeinringe, in den Silberhälsen waren kunstvolle Ziselierungen und arabische Schriftzeichen. Bing putzte es ein wenig, bis das matte Silber glänzte, dann nahm er es in beide Hände und hielt' es vors rechte Auge, während er das linke zukniff. Zuerst konnte er gar nichts sehen, es mußte wohl verstaubt und ganz blind sein. Aber als er das vorderste dünnste Rohr etwas drehte, erblickte er den See vor sich und am gegenüberliegenden Ufer einige Gestalten. Er stellte es etwas schärfer ein, und nun sah er, daß es junge badende Frauen waren. Er war sehr verwundert, denn er hatte bisher niemand an dem stillen See bemerkt. Er betrachtete die badenden Frauen noch eine. Weile, die gar nichts von seiner Anwesenheit zu wissen schienen, denn er sah ihre reizvollen, schlanken Gestalten, wie sie sich einem fremden Zuschauer wohl kaum dar- geboten hätten. Aber als er sie mit dem optischen Auge noch näher heranholen wollte, um sich an der Schönheit ihrer schlanken Glieder zu erfreuen, waren sie urplötzlich verschwunden und mit ihnen der See, er sah jetzt in einen großen, tiefen Stein- bruch hinab, winzige Männer schoben in der Tiefe auf schmalen Gleisen mit Basaltblöcken beladene Rollwagen —, da setzte Bing entsetzt das Fernrohr ab. . . , Der See lag vor seinem bloßen Auge wieder |o ruhig wie zuvor, am Ufer waren keine schlanken, badenden Frauen mehr, eine Taucherente schwamm in der Mitte, tauchte unter und erschien wieder, schwarz und klein auf der Wasserfläche. Ich habe geträumt, dachte Bing, aber ich kann mich doch noch auf meine Nerven verlassen. Cr nahm das Fernrohr wieder fest in die Hande, an dem er nichts verschoben hatte, und hielt es wie vorhin vors rechte Auge, wobei er das linke zukniff. Aber wiederum sah er in den tiefen Stein» bruch hinab, die winzigen Männer liefen letzt alle auf eine kleine Schlucht zu und dann loste sich unhörbar ein haushohes Stück der Basaltwand und brach unter Staubwolken und mit Geröll in die Tiefe des Steinbruchs hinunter. Jetzt überlief es Bing kalt. Er wußte sofort und ohne Täuschung, was das. war. Er konnte durch das silberne Fern- rohr in die Vergangenheit sehen. Ein Gefühl von Schauder und Furcht hielt ihn Körperliche Erziehung als biologische Aufgabe -es Staates Von Staatsrat Dr. med. £. Conti sich auch unter den ungünstigsten Lebensbedingungen, und bei Anlagefehlern fei unter keinen Umständen aus einem Menschen etwas herauszuholen. Außer in krassen Fällen erblicher Minderwertigkeit gilt jedoch der Grundsatz, daß die Entwicklungsmöglichkeit nach oben und nach unter zwar durch Erbanlagen begrenzt, aber ein Spielraum der Entwicklung geblieben ist. Diesen Spielraum gilt es auszünutzen und nach Möglichkeit die obere Grenze zu erreichen. Gute Erbanlagen könnten sonst verkümmern und nicht zur Entwicklung, kommen, schlechte gefördert werden. Das Ziel unserer Erziehung ist der deutsche Mensch, der im Bewußtsein seiner Verpflichtung für das Volksaanze und in der Freude am eigenen Können feine Leistungen so weit entwickelt hat, wie es seine Anlagen gestatten. Wir haben uns hierbei von der einseitigen Ueberbewertung der formalen geistigen Bildung abgewendet. An erste Stelle setzen wir in der Bewertung den Charakter. Der Charakter, der Wille zum Guten, gibt den geistigen und körperlichen Fähigkeiten erst ihren Wert' Nichts nützt das beste Können, gleich auf welchem Gebiete, wenn es nicht zum Segen des Volksganzen verwendet wird. Nicht viel nützen guter Wille und intellektuelle Fähigkeiten, wenn nicht die Kraft dahinter steht, aus der die Tat entspringt. Geistiges und körperliches Können gilt es dazu in gleicher Weise zu entwickeln. In früherer Zeit ist die körperliche Erziehung vielfach bewußt und mit Absicht als nebensächlich abgetan und vernachlässigt worden; sie wurde der Initiative des Einzelnen überlassen, vielfach sogar staatlich eher behindert als gefördert. Die Anforderungen des kulturellen und zivilifa- öod>fd>ulno(hri(btetL Der verwaiste Lehrstuhl für Musik an der Universität Frankfurt wird wie im vergangenen Wintersemester so auch im gegenwärtigen Sommersemester von Professor Dr. Rudolf Gerber von der Universität Gießen vertretungsweise versehen. Der außerordentliche Professor Dr. Karl H e y - land an der Universität Gießen ist mit der Vertretung des Beamtenrechts und des Rechts der Selbstverwaltung an der Universität Frankfurt vom SS. 1934 ab beauftragt worden. Der außerordentliche Professor Dr. Schubert an der Marburger Klinik und Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist stellvertretend mit der Wahrnehmung der Professur für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Frankfurt a. M. be- auftragt worden. Gleichzeitig ist ihm von der Stadt Frankfurt vertretungsweise die Leitung der Hautklinik übertragen worden. Der nach Heidelberg berufene Professor Dr. Ernst K r i e ck gibt seine Frankfurter Lehrtätigkeit nicht auf. Er wird im laufenden Semester an der Universität Frankfurt die Philosophie und Pädagogik vertreten. An der Frankfurter Universität ist der ordentliche Professor für das Fach der physikalischen Grundlagen der Medizin Dr. Friedrich Des« jauer auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt worden. mit einem Male Eile zu haben, nichts von der seltsamen Schau zu verlieren. Er drehte wieder an den ausgezogenen Rohren, und plötzlich war auch der tiefe Steinbruch verschwunden, eine weite Wiese mit blühenden Apfelbäumen vor einem weißen Häuschen breitete sich vor seinem Blick aus, ein Trupp Husaren ritt über den Feldweg an den blühenden Bäumen vorüber, und als sie entschwunden waren, trat aus dem Häuschen ein alter, grauhaariger Mann und winkte ihnen mit seinem bestickten Käppchen lange nach. Bing drehte weiter an den silbernen Rohren, Wiese, Bäume und das Häuschen mit dem winkenden alten Mann verwehten undeutlich, und er sah jetzt auf einen dunklen Waldsaum von hohen, alten Föhren. Der Waldrand schien nur wenige Schritte von ihm entfernt. Zwischen den düsteren Stämmen erschien der Kopf eines Pferdes, das Pferd trabte langsam heraus und trug auf seinem Rücken eine hohe, aufrechte Frauengestalt. Die Reiterin zügelte das Pferd und sah zu Bing nieder. Dieser erschrak vor dem Ausdruck einer niegesehenen, erhabenen Schönheit, es war ein Glanz, eine Reinheit und ein unirdischer Liebreiz in dem stillen, ernsten, edlen Gesicht der jungen Frau, daß es ihm den Atem benahm und ihm fast die Sinne schwanden. Das Unerwartete, Unfaßbare geschah. Die Reiterin blickte ihm in die Augen und lächelte ihn an. Es war das süßeste Lächeln, das Bing je getroffen hatte, und es traf ihn so sehr, daß er zitterte und in einem sengenden Glutwind zu vergehen glaubte. Jetzt hob die Reiterin die schlanke, blasse Hand und winkte ihn zu sich heran. Mit dieser Gebärde war er schon reich beschenkt und fühlte Seligkeit und unausdenkbares Gewähren, wie sollte er die Kraft finden, sich vom Boden zu erheben und ihr zu folgen. Da winkte sie noch einmal, leise, fast wehmutig lächelnd, und wendete den Rappen, und Bing sah sie still in den Wald reiten, er sah die Königinnenschulter und stand schon auf, ihr zu folgen und sie einzuholen unter den dunklen Föhren, fein Herz brannte in taufend verzehrenden Liebesfeuern, fein Mund war trocken und seine Pulse schlugen wild, er war verzaubert und tödlich getroffen, er gab nicht mehr acht auf seine Schritte, und dann stolperte er und stürzte und fiel, und das war der erste Laut, den er hörte, das erste Geräusch feit der Stille des magischen Panoramas, mit einem platschenden Aulklatschen in den schon abendkühlen, stillen See. Das silberne Fernrohr entfiel feinen Händen und sank in den tiefen See hinab. Bing war mit einigen Schwimmstößen wieder am Ufer und zog sich ernüchtert und mit triefenden Kleidern ans Land. Eine Weile faß er sinnend da und starrte auf den verblüffenden See, der fremden Reiterin gedenkend, die er nun nie mehr Das silberne Kernrohr. Von Ernst Kreuder. Bing, ein Mann, der viel gereift war und etwas von der Welt gesehen hatte, mußte sich eines Tages eingestehen, daß er die nähere Umgebung seines Heimatlandes nicht kannte. Er schloß sein Haus am Bodensee zu und trat mit einem Ruckjack seine Wanderung durch Süddeutschland an. In seinem Rucksack hatte sich ursprünglich nur etwas Wäsche und ein Schlafsack befunden. Als er jedoch den Main bei Würzburg erreichte, war der Rucksack mit allerlei alten Figuren, Heiligenbi dern, . .Wachsmadonnen, Mineralien und sonderbaren Trödlerwaren angefüllt. Er war indessen kein Sammler, er behielt diese unterwegs erworbenen 'Dinge nie lange und verschenkte sie stets wieder an Freunde. Es genügte ihm, daß sie vorübergehend in seinem Besitz gewesen waren und ihren Zauber auf ihn ausgeübt hatten. Ding war mit seiner Wanderung sehr zufrieden Er legte die meisten Strecken zu Fuß zuruck und nur an Regentagen fuhr er Zuweilen em Stuck mit der Bahn. Die heimatliche Landschaft, die er nur von früheren Reisen flüchtig kannte, enthuMe ihm auf seinen geduldigen Wanderungen ihren unbeschreiblichen Zauber. Er fand sie wohl manchmal sonderbar weich und idyllisch, lu chst un iie schien aanz von einem himmlischen Frieden er : Mt und M°cht° den einsamen Wanderer fromm Un6i™C5nme°nb5 war Bing in der Rahe von Hanau ? T ? -Lerer ZKMZ inweh i ne Kral' I i von K 0 J :n au dr'| It mit erlkl Naromul .Aliteisfl DeegeJ nfiW| tellun? ul ibbildiy-.il ch pte'l >. ROl endest urgesdwiJ asserbtn;! ronPrcMq g neu ba I bbilduap i. ML- e RM »J wassern Beilin» ungindfl i . Lepsi.*] en RM.I-1 chhindlfi r Verl« eid- torischen Lebens, die Arbeitsteilungen im Verlaufe der industriellen Entwicklung Deutschlands, die Verstädterung, die Anforderungen, die zur Berufsvor- oildung an das Kind und den Jugendlichen schon gestellt werden müssen, sind alles Momente, die eine freie Entfaltung des an sich jedem gefunden Menschen innewohnenden Wunsches, sich auch in körperlicher Betätigung zur Leistungsfähigkeit zu entwickeln, hemmen. In vergangenen Zeiten und auch heute noch für einzelne Berufe mag es gelten, daß man die körperliche Entwicklung einfach dem Lebenskämpfe an sich überlassen kann. Das war in Zeiten primitiver menschlicher Gesellschaftsordnung sicherlich der Fall. Unter den heutigen Verhältnissen aber ist eine bewußte Beobachtung der Umwelt-Faktoren und bewußte körperliche Erziehung als Aufgabe des Staates notwendig. Als erste Vorbedingung des Erfolges hierzu nenne ich die Wiederherstellung möglichst enger Verbundenheit mit der Natur, Luft, Sonne und Wasser. Gerade aber hier liegen die größten Schwierigkeiten, nachdem Zweidrittel des deutschen Volkes ihr Leben in den Städten verbringen, vielfach zu einseitigen Lebenshaltungen in der Berufsausbildung, zu einseitiger Betätigung in den Berufen, zum ständigen Aufenthalt in geschlossenen Räumen gezwungen. Selbst wenn der Großstädter sich aus der Wohnung oder dem Arbeitsraum herausbegibt, so befindet er sich eigentlich immer noch nicht in der Natur, selbst in den Anlagen, denn die Dunsthaube der Großstadt verändert sogar das Sonnenlicht, das zu ihm bringt. Die Auflockerung der Großstadt, das Einstreuen von Grünflächen und Spielplätzen ist gut und wichtig, aber noch nicht genügend. Die Wanderbewegung und das Wasserwandern sind aus dem Empfinden der Jugend heraus heute zur Volksbewegung geworden. Am wenigsten bewußte Förderung der körperlichen Erziehung benötigt das Kleinkind und einholen würde. Dann stand er auf und trug trorf- nes Astwerk zusammen, entfachte ein Feuer und begann feine Kleider zu trocknen. Am Himmel war der Abendstern aufgegangen. Zeitschriften. — Der Reifesehnsucht Wege und Ziele zu weisen, dazu ist die neueste Nummer der 111 u st r i r t e n Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) angetan. Sie beginnt mit einer Zeichnung vom Reisebüro, der Stelle, wo die Ferienträume und Reisepläne Gestalt annehmen. und führt über die Gepäckaufgabe, den Auftakt zur Fahrt in die Welt, mitten in all die Herrlichkeit: Einsame Bergeshöhen, blühende Wiesen und Almen, stille Täler, verträumte Städte, Parke und Stranddünen — das alles zaubert ein reicher Bilderschatz vor unsere Augen. Wir machen im Geiste eine kleine Autoreise nach Bückeburg und bewundern die reichen Bauerntrachten unserer niederdeutschen Heimat. — Im Flugzeug gar geht es nach Moskau — und echtes Rußland sieht uns aus den Zeichnungen an, mit denen Richard Duschet seine Schilderung ausgestattet hat. kramen, oer nun ui» stellen wirb, ist fraglich. Daß er aber gestellt nrtrL ist sicher. Durch die Einverleibung der drei Protektorats« gebiete würde bie Union einen Flächenzuwachs von 765 396 Quabratkilometer erhalten. (Deutschland hak bekanntlich nur einen Flächeninhalt von 470 665 Quabratkilometer). Das Vetschuanalanb« Protektorat, bas im ©üben unb Osten an bie Provinzen ber Union, im Westen an bas Mandats» gebiet Deutsch-Südwestafrika unb im Narben an Rhodesien grenzt, hat einen Flächeninhalt von 712 435 Quabratkilometer unb nach ber letzten Volkszählung im Jahre 1921 nur eine Bevölkerung von 1743 Europäern, 150185 Bantu-Negern unb 1055 anberen Farbigen. Der Flächeninhalt be, Basutolandes, bas mitten im Unionsgebiet eine Enklave hübet, beträgt 26 666 Quabratkilometer. Seine Bevölkerung betrug im Jahre 1921 — 1603 Europäer, 495 937 Basuto (Bantu) unb 1241 an- bere Farbige. Das Lanb ber Swazi, bas im Narben, Westen unb Süben an Transvaal unb im Osten an Partugiesisch-Ostafrika grenzt, hat einen Flächeninhalt van 17 295 Quabratkilometer unb hatte 1921 eine Bevölkerung von 2205 Europäern, 110 295 Eingeborenen unb 451 anberen Farbigen. Der Handel dieser noch fast rein agrarischen Gebiete ist gering. Die Mineralvorkommen werden kaum ausgebeutet. Im Tatidistrikt (Betschuanaland- Protektorat) wird Gold gewonnen; unbedeutend ist gegenwärtig noch die bergbauliche Tätigkeit im Swaziland (Gold und Zinn). Einfuhrprodukte sind in der Hauptsache Decken, Kleidungsstücke, landwirtschaftliche Geräte, Haushaltungsgegenstände und Kolonialwaren. Ausgeführt werden vor allem Lebendvieh, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Häute unb Felle, Butter, Käse, Tabak, Baumwolle unb Holz. Die Organisierung der Eierverwertungsverbände. In ben nächsten Tagen werben in Gesetzesform ober in Dienstanweisungen weitere Ausführungsbestimmungen zur Neuordnung der Eierbewirtschaftung ergehen. Wie der Zeitungsbienst des Reichsnährstandes mitteilt, sollen bie Bezirksbeauftragten für die Eier- wirtschaft die Organisation der Eierverwertungsver- bände in sämtlichen 14 Bezirken spätestens a m 15. Brachmond (Juni) vollendet haben. Zu diesem Zwecke müssen die Landeshauptabteilungen IV den Bezirksbeauftragten (unb zwar so lange keine Neuernennung erfolgt ben bisherigen Be» Airksbeanftragten für die Elerwirtfchaft) fertige Vorschläge zur Besetzung des Verwaltungsrates unb ber Vertreteroersammlung einreichen. Ferner muß im Einvernehmen mit dem Bezirksbeauftragten sofort ejn Aufruf zur Erfassung der Mit- glieber ber neuen Eierverwertungs- oerbänbe erfolgen. Mitglieder der Eierverwertungsverbände werben alle Betriebe, die in ber Eiererfassung unb Eierverteilung tätig finb (Wortlaut des Gesetzes: Betriebe, in denen nicht selb sierg eug te Eier an andere ab» gesetzt werden). Ausgenommen finb: 1. Erzeuger, 2. Kleinverkaufsläden, die nicht unmittelbar aufkaufen (Wortlaut bes Gesetzes: Betriebe, bie Eier von einem anberen als dem Erzeugerbetrieb erwerben unb unmittelbar an die Verbraucher absetzen). Mitglieder ber (Her- verwertungsverbändewerden mithin alle Eieraufkäufer, alle Mittelhändler, alle Großhändler. Um eine Uebersetzung im Eierhandel zu vermeiden, wurde als Stichtag der 1. Februar 1 9 3 4 fest gelegt. Wer bis zu diesem Tage sich regel- mäßig in ber Eiererfassung, Eierverteilung ober, in beiden betätigt hat, wirb als Mitglied der Eier- verwertungsverbände ausgenommen. In gleicher Weise wie die Landeshauptabteilung IV durch diesen Aufruf die in der Eiererfassung und Eierverteilung tätigen Händler listenmäßig aufstellen, erläßt auch die Hauptabteilung ftl einen ähnlichen Aufruf für die genossenschaftlichen Betriede. Am 15. Juni werden die Listen ber aufgenommenen Betriebe abgeschlos- fen; später eingehende Anträge sind nicht zu gelassen. Mckebusch wird sreigesprochen. Don Hans Riebau. Dr. Fedor ist ein glänzender Verteidiger. Die schwierigsten Sachen macht er, und komplizierte Strafprozesse find geradezu seine Spezialität. Neulich hatte er Johann Mackebusch zu verteidigen. Johann Mackebusch, ein Mann von siebzig Jahren, fast zwei Meter groß, mit schneeweißen Haaren und unwahrscheinlicy leuchtenden schwarzen Augen, war angeklagt, einen schweren Einbruch begangen zu haben. Es stand nicht gut mit ihm, als bie Verhandlung begann. Denn wenn er auch den Versuch gemacht hatte, ein Alibi beizubringen, so gab es doch einen angesehenen intelligenten Bürger, der kurzerhand beschworen hatte, den alten Macke- dusch bei dem Einbruch beobachtet zu haben; und als es sich nun noch herausstellte, daß Mackebusch schon vorbestraft war, gab es niemand mehr unter ben Richtern, den Justizwachtmeistern und den Zuschauern, der noch einen Sechser für einen Freispruch gewettet hätte. Nur Fedor, der Rechtsanwalt, gab den Kampf nicht auf. „Herr Präsident", sagte er, als er endlich mit dem Plädoyer losschießen konnte, „wir befin- den uns vor einer denkbar einfachen Situation. Der Angeklagte hat ein Alibi. Ader gegen dieses Alibi steht ein Zeugeneid. Lediglich mit diesem Eid haben wir uns zu beschäftigen. Für mich persön- lich, nicht etwa nur als Anwalt, sondern auch als Mensch, gibt es keinen Zweifel, daß der Zeuge — ein hochachtbarer Bürger selbstverständlich — sich geirrt hat. Es gibt viele Menschen mit weißen Haa- ren und mit schwarzen Augen, und unter meinen Bekannten befinden sich nicht weniger als neun, bie das Gardemaß überschreiten. Der Angeklagte, meine Herren, macht zudem einen über den Durch, schnitt guten Eindruck, so daß man ihm die Tat mit bem besten Willen nicht zutrauen kann. Ich bin im übrigen überzeugt, daß das Gericht sich nicht den Erfahrungen verschließen wird, die in den letzten Jahren mit der systematischen Nachprüfung der Zeugenaussagen gemacht wurden. Professor Ball hat in seinem aufsehenerregenden Werk sestgestellt, daß noch nicht einmal zwei Prozent ber von ihm untersuchten Aussagen seiner Kontrolle standhalten konnten. Achtundneunzig Prozent der eidlichen Be- kund»ngen durchaus ehrenwerter Männer und Frauen haben sich also in mehr ober weniger großem Maße als objektiv falsch und unrichtig heraus- gestellt. Würden alle diese fehlerhaften Aussagen von Amtswegen verfolgt werden, meine Herren — so sähen mehr als bie Hälfte unserer gesamten Bevölkerung wegen bewußten oder fahrlässigen Falsch- eides im Gefängnis." Eine leichte Bewegung ging durch den Gerichtssaal. „Jawohl, Herr Präsident", fuhr Fedor fort, ,Jo ist es. Auch Sie, verehrte Anwesende, würden sich, wenn ich ben Herren Vorsitzenden aus Gründen der Derhandlungsautorität ausnehmen darf — sehr wohl unter denjenigen befinden können, die auf Grund ihres nicht mit hundertprozentiger Sicherheit funktionierenden Gedächtnisses hinter schwedischen Gardinen sitzen müßten. Auch ich, Herr Staatsanwalt, denken Sie mal an! — würde mich unter eben diesen vom Schicksal Geschlagenen befinden. Noch vor fünf Minuten zum Beispiel hätte ich jeden Eid geschworen, daß ich meine Aktentasche, in der sich meine gesamte Bürokasse befindet, mit aufs Gericht genommen habe. Und jetzt eben, während ich mich ausschließlich mit den Gedankengängen meines Plädoyers zu beschäftigen vermeine, fällt mir ein, daß ich sie zu Hause im linken oberen Fach meines Schreibtisches habe liegen lassen. Und ich werde mich entschließen müssen, trotz ber mißdilli- genden Blicke, bie mir ber Herr Staatsanwalt ob ber unjuristischen Form meiner Ausführungen zuwirft, eben ben Herrn Staatsanwalt zu bitten, mir Zwanzig Pfennig für bie Straßenbahn auszuborgen." Stürmische Heiterkeit. Der Vorsitzende schwingt die Glocke. „Ich muß aber sehr bitten, Herr Rechtsanwalt", sagt er, „zur Sache!" Aber bie Stimmung ist umgeschlagen. Johann Mackebusch fängt an aufzuatmen. Und als Fedor nad) einer halben Stunde fein Plädoyer beendet hat unb mit laut hallender Stimme erklärt, bie r. t.^nung der Anträge des Herrn Staatsanwalt sei für ihn eine glatte Selbstverständlichkeit, geschieht das Wunder, und Johann Mackebusch wird — aus inangel an Beweisen — freigesprochen. u^rDlN»; Der Ertrag der Haus- und Straßensammlungen in der Lutfahrt-Werbewoche dient restlos der Erfüllung der großen erzieherischen Aufgaben der deutschen Sportfliegerei und ihrer Arbeit im Aufbau der Nation! Deshalb in der Luftfahrt-Werbewoche: Kein Volksgenoste ohne ein Abzeichen! Aufruf der Technischen Nothilfe. Die Technische N o t h i l f e ist ein Machtmittel des Staates. Sie hat große und schwere Aufgaben zu erfüllen. So stellt ihre Luftschutzabteilung z. B. ^Bergungs» trupps zur Befreiung Verschütteter; Jnstandsetzungstrupps zur Wiederherstellung zerstörter Straßen und Brücken und zur Niederlegung oder Abstützung beschädigter Bauteile; sie stellt die nötigen Fachkräfte zur Wiederherstellung zerstörter Leitungen für Wasser, Gas und Elektrizität, ebenso - für die Entgiftung vergasten Geländes. hierzu braucht sie zahlreiche beherzte Männer, denen das Wohl der Gesamtheit über dem eigenen steht. „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" war schon der Wahlspruch der Teno bei ihrer Gründung im Jahre 1919. SA.-Gruppenführer Staatsrat Ernst äußerte im Berliner Lustgarten über die Arbeit der Teno u. a.: „Sie haben den Mut aufgebracht, ähnlich wie die alten Kämpfer der NSDAP, zum Wohle des geliebten Vaterlandes zu kämpfen". — „Es war die Technische Nothilfe, die mit dem Mut zur Unpopularität hinausgezogen ist, opferbereit für die Allgemeinheit einzutreten." — Oder SS.-Gruppen- führer Lorenz in Altona: „Wir wollen keinen Krieg, wenn wir aber angegriffen werden, so werden wir uns durch Eure Maßnahmen schützen!" Darum, deutscher Volksgenosse, willst du mitwirken bei dem Schuhe deiner Familie und Heimat, dann werde aktives Mitglied der Teno. Jeder unbescholtene Deutsche arischer Abstammung, der sich verpflichtet, jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat ein- zutreten, kann in unsere Reihen ausgenommen werden. Meldungen nimmt jeder uniformierte Rothelfer, oder die Ortsgruppe Gießen, Ste- phanstraße 11, Fernruf 2034, entgegen. Wer aber körperlich nicht in der Lage ist, aktiv mitzuwirken, sollte förderndes Mitglied werden. Er trägt dann wenigstens dazu bei, daß die aktiven Nothelfer für ihren schweren Dienst die beste Ausbildung und Ausrüstung erhalten können. Sein kleines Opfer wird sich für ihn und seine Familie im Ernstfälle bestimmt lohnen! Es ist selbstverständlich, daß die Nothelfer auch bei Katastrophen jeder Zeit zum Einsatz b e r e i t st e h e n. Technische Rothilfe, Ortsgruppe Gießen. Hände weg von der Türkenbundlilie! Sie ist ein geschütztes Naturdenkmal. Von Dr. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für den Naturschutz in Hessen und Kreisfachamtsleiter für Naturschutz und Tierschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat. Nachdem es sich im Vorjahre nach den mir zugegangenen Zuschriften herausgestellt hat, daß sowohl an einer bestimmten Stelle im Bergwerkswald, als auch an den sonstigen Vorkommensorten der Türkenbund, Lilium martagon, regelmäßig geplündert, ja mitunter sogar restlos abgerissen wird, obwohl die Pflanze als Naturdenkmal den gesetzlichen Schutz des Naturschutzgesetzes genießt, sei zu Beginn ihrer diesjährigen Blüte ein Wort über ihr Aussehen gesagt, um zu verhindern, daß sie abermals von Spaziergängern zum Teil aus Unkenntnis, zum Teil aus Gleichgültigkeit der Natur gegenüber, zum Teil aber auch mit Absicht heimgeholt wird und die Pflanze fomit noch weiter in Gefahr schwebt, vollends aus unseren heimischen Wäldern zu verschwinden. Am Lollar er Kopf z. B-, wo früher noch mehr Türkenbund vorkam als heute, sind zahlreiche Pflanzen ausgegraben worden, um sie in Privatgärten als willkommene Blumenbereicherung weiterzuziehen. Die Türkenbundlilie, die ihren deutschen Namen von der AehnlichkeU ihrer trüb-rosa und dunkel gefleckten Perigonblätter mit einem Turban bezog, ist in mehr als einer Hinsicht eine recht merkwürdige Pflanze. Die zurückgerollte Blüte, die tagsüber schwach und nachts recht stark duftet, stellt eine Uebergangsform zwischen den sogenannten Tag- itnb Nachtfalterblumen dar, worunter man die Anpassung an die Bestäubung durch Tag- und Nachtfalter zu verstehen hat. Ihre fremdartige Form hat es mit fich gebracht, daß sie von jeher für etwas Besonderes galt, und so hat sie wegen des in ihrer Zwiebel enthaltenen goldgelben Farbstoffes zur Zeit der Alchimisten insofern eine eigenartige Rolle gespielt, als man in ihr die vielgesuchte Kraft zur Goldherstellung gefunden haben wollte, ein Umstand, der ihr auch den Namen Goldwurz eingebracht hat. Auch in der Volksmedizin hat die Goldwurz — wie sollte es anders bei dieser mysteriösen Pflanzenart sein — ihre Rolle zu spielen gehabt, und erst recht im Aberglauben des ländlichen Volkes. So heilt hie Zwiebel Schwermut und Besessenheit, hilft den Kindern beim Zahnen und schützt genau wie das Fledermausherz vor Teufelswerk, Spuk und bösem Blick, hilft beim Viehbesprechen und sorgt dafür, bei Nacht getragen, daß einem die „Waanerdinger" aus dem Wege gehen. Wenn auch heute dieser Aberglaube im Volke längst zu einer Angelegenheit der Vergangenheit geworden ist, und höchstens die alten Leute droben in den hohen Oberwalddörfern, wenn sie von den Wundertaten früherer „Gesaancher" reden, an die Goldwurz denken mögen, so ist sie heute besonders wegen ihrer herrlichen Blütenfarbe und ihres formenschönen Aussehens ein begehrter Bestandteil von Feldblumensträußen. Die langstieligen großen Blumen mit ihren Nickeköpfchen bleiben tagelang frisch, und fast jeden zweiten Tag öffnet sich eine neue Blüte. Die zurückgebogenen Blütenblätter sind außen blaßrosa, nach innen intensiv purpurrot gefärbt und sind, von außen nach innen häufiger werdend, mit purpurrotbraunen Pünktchen durchfleckt. Im Blütengrunde stehen sechs lange, blutrot gefärbte Staubbeutel auf grünen Stielen, die von einem oberständigen, dreifächerigen Fruchtknoten überragt werden. In der Blütentiefe entsteht der Nektar, der sich in einer röhrchengestaltigen Rinne füllt und zahlreiche bestäubungsvermittelnde Insekten anlockt. Unter ihnen steht im Vordergrund der Taubenschwanz, weil er freischwebend den Nektar saugt und dabei durch seine Zappelbeine die Staubgefäße so kräftig rüttelt und schüttelt, kippt und durcheinander schaukelt, daß der gelbe pappige Pollen auf der Bauchseite des Insektes in Massen haften bleibt. Dabei wird er sowohl auf der etwas exzentrisch stehenden- Narbe der gleichen, als auch der benachbarten Blüte abgetragen und bewirkt so eine schnelle und gründliche Befruchtung, gegen die sitzende Nektarsauger kaum aufzukommen ver- mögen. Nur beim Ausbleiben der Insekten kommt bei der Pflanze Selbstbefruchtung vor, zustandege- kommen dadurch, daß der Blütenstaub von selbst ausfällt und beim Schütteln durch den Wind au die benachbarten Narben gestreut wird. Die Reife zeitigt eine Kapselfrucht, die zahlreiche flachkörnige Samen enthält, welche durch den Wind überall hin in der Nähe verbreitet werden. Oberheffen. Kreistag des Kreises Friedberg. LPD. F r i e d b e r g, 25. Mai. Der K r e i s t a g des Kreises Friedberg hielt gestern unter dem Darsitz des neuen Kreisdirektors Dr. Straub eine ordentliche Sitzung ab. Nach der Eröffnungsansprache des Kreisdirektor beschloß der Kreistag den Beitritt des Kreises zum Rhein-Mäinischen Garantieverband mit einer Garantiesumme von 15 000 Mark. Die Prüfung der Kreiskassenrechnung und der Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1933, sowie die Rechnung und der Verwaltungsbericht des Kreiswohlfahrts- und des Kreisjugendamtes für das Rechnungsjahr 1933 hat keine An- tände ergeben. Der Entlastungsantrag wurde ein- timmig angenommen. Kreisdirektor Dr. Straub berichtete dann eingehend über den Voranschlag des Kreises Friedberg für das Jahr 1934, einschließlich des Voranschlags für das Kreiswohlfahrtsamt und das Kreisjuaendamt. Der Kreisvoranschlag für das Rechnungsjahr 1934 ist in Einnahme und Ausgabe mit 1009130 Mark ausgeglichen. Der Son- dervoranschlag des Kreiswohlfahrtsamtes und des Kreisjugendamtes schließt ab in Ausgaben mit 534 507 Mark, in Einnahmen mit 204 535 Mark. Somit ist ein Fehlbetrag von 329 972 Mark vorhanden. Der Kreis ist schuldenfrei. Auf Antrag von Kreisleiter Seipel wurde der Kreisvoranschlag für das Rechnungsjahr 1934 einschließlich des Voranschlags für das Kreiswohlfahrtsamt und das Kreisjugendamt entsprechend dem Antrag des Kreisausschusses im Namen der nationalsozialisti- chen Fraktion einstimmig angenommen. Da der Kreistag eine rein nationalsozialistische Zusammensetzung hat, erwies sich eine Debatte als überflüssig. Mit einem Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten und den Führer Adolf Hitler wurde die Sitzung geschlossen. Große Kundgebung der ASOAp. in Lich. ? Lich, 25. Mai. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, veranstaltete gestern abend in der hiesigen Turnhalle eine große öffentliche Kundgebung, zu der Kreisleiter und Kreisdirektor Pg. Klo ft ermann (Gießen) als Redner gewonnen war. Schon lange vor Beginn war die festlich geschmückte Turnhalle überfüllt. Sämtliche Gliederungen der Partei, sowie die Vereine der Stadt waren geschlossen erschienen. Nach schneidigen Märschen der Kapelle Sommer und dem Einzug der Fahne eröffnete Ortsgruppenamtsleiter Pg. Kuhn die Kundgebung und erteilte nach Begrüßung und kurzer Ansprache dem Redner des Abends das Wort zu dessen Thema: „Gegen Miesmacher und Nörgler". Der Redner führte u. a. aus, daß Miesmacher und Nörgler nur solche Menschen sein könnten, die den Sinn und Zweck der nationalsozialistischen Revolution nicht verstanden hätten oder nicht verstehen wollten. Die innere Wandlung sei bei diesen Menschen ausgebbieben, da sie nur auf die anderen sähen und die Arbeit an sich vergessen hätten. Um wahrer Nationalsozialist zu werden, sei Revolution der eigenen Denkart erforderlich. An Hand von einigen Beispielen schilderte der Redner sodann, wie die Miesmacher und Nörgler am Merk seien, wie von Volksgenossen versucht würde, sich der Pflichten der Volksgemeinschaft zu entziehen. Um Aufbauarbeit leisten zu können, müsse jeder im Volke mith elfen und voll und ganz seine Pflicht tun. Diejenigen, die beim Aufbau der Bewegung, beim Kampf um die Macht halfen, wissen, wie schwer es war, und fällen darum auch ein gerechtes Urteil. Man vergesse doch nicht, welch furchtbares Erbe des Weimarer Systems Adolf Hitler vorfand und daß der Führer in weiser staatspolitischer Voraussicht vier Jahre zur Behebung der Not und zum Neuaufbau des Reiches forderte. Der Nationalsozialismus kann unter dem Zwang der Situation nur Zug um Zug verwirklicht werden. Es kann nicht eine Wirtschaft, von der man weiß, daß sie unter falschen Methoden geführt wurde, auf eine ganz neue Methode übergeleitet werden in dem Augenblick, in dem sie um i h r Leben ringt, sondern sie bedarf erst einiger Zeit zur Gesundung. Die deutsche Wirtschaft befand sich in einer Krise, die keine Experimente vertrug. Das Zentralproblem ist das der Arbeitslosigkeit. Wenn dieses gelöst ist, Tann die Regierung an die anderen großen wirtschaftlichen, sozialen, innen- und außenpolitischen Probleme Herangehen. Und so ist das Gebot der Stunde: treue st e Pflichterfüllung im Vertrauen auf unseren Führer, der alles für Deutschland und das kommende Geschlecht schafft. Mit größtem Interesse verfolgten die Zuhörer die fesselnden Ausführungen und dankten dem Redner mit reichem Beifall. Ortsgruppenamtsleiter Kuhn dankte dem Redner und nahm der Versammlung den Schwur ab, sich restlos für den Führer und sein Werk ein» zusetzen. Mit dem Treuegelöbnis auf den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Üied fand die Kundgebung ihren Abschluß,. Lehrertreffen in Lich. —.— L i ch, 24. Mai. Zum erstenmal fand gestern in unserem oberhessischen Städtchen eine Zusammenkunft alter Lehrer statt. Dies Treffen hessischer Lehreroeteranen, die vor 50 Jahren, am dritten Pfingstfeiertage 1884, ihre Aufnahmeprüfung in die hiesige Präparandenanstalt bestanden und wenige Tage danach dieselbe zu ihrer Vorbildung für das Lehrerseminar bezogen, gestaltete sich zu einer erhebenden Wiedersehensfeier. Fünf Jahre später, am 11. April 1889, haben dann 30 für den Lehrerberuf begeisterte Jünglinge das Seminar zu Friedberg verlassen, um nun nach ihren Kräften an den verschiedensten Orten des Hessenlandes sich der Jugendbildung und -erziehung zu widmen. Von dieser stattlichen Schar sind 21 noch am Leben, zwei nock dienstlich tätig. Eine ganze Anzahl der Klassenkameraden fand Verwendung in gehobenen Stellen; mit Stolz zählt die Klasse einen Oberstudienrat, einen Studienrat, einen Musikdirektor, mehrere Oberreallehrer und Rektoren zu den Ihren, andere haben sich neben ihrem eigentlichen Berufe als Organisten und Chorleiter einen Namen gemacht. Nach dem Eintreffen der Morgenzüge vereinigten sich die alten Freunde zunächst im Parkhotel zu einem einfachen Frühstück, wobei sie durch einen Vertreter des dienstlich verhinderten Bürgermeisters als Gäste unserer Stadt herzlichst begrüßt wurden. Danach besichtigten sie unter freundlicher Führung des Herrn Kammerdirektors Frhr. Löw sehr eingehend das Fürstliche Schloß, wobei überall die notwendigen Erläuterungen in entgegenkommendster Weise gegeben wurden. Sie lernten dabei die reichen Schätze kennen, die durch das wissenschaft- lick)e Interesse, den Kunstsinn und die Sammeltätigkeit der Solmser Grafen und Fürsten im Laufe der Jahrhunderte im Schlosse vereinigt wurden und jetzt zu einer Fundgrube für Orts- und Heimatgeschichte geworden sind. — Nach einem Gang durch den wunderschönen Park, der in gar manchem der „Alten" Erinnerungen an frühere Zeiten weckte, und einer photographischen Aufnahme im Hofe der früheren Präparandenschule folgten die Gäste der Einladung zweier ortsansässiger Klassenbrüder zu einer Besichtigung der altehrwürdigen. Marienstifts- kirche, die sie 'während ihrer hiesigen Schulzeit wohl Sonntag um Sonntag besucht, aber trotzdem — dem damaligen Stand der Heimatforschung entsprechend — nicht kennengelernt hatten. Aufklärende Führung machte sie mit den wertvollen Schätzen bekannt, und weihevolles Orgelspiel schloß die Stunde des Zusammenseins im Gotteshaus. Ein Gang durch die Stadt brachte Erinnerungen. Hier hat der, dort jener, in diesem Hause habe ich gewohnt, und die Erkentnis: „es sind die alten Straßen, die alten Häuser noch", aber Licht hat sich in seinem Aussehen sehr zu seinem Vorteil verändert, es ist ein „schmuckes Städtchen" geworden, Gesunde Mütter - gesunde Kinder — gesundes Volk! Oie Not von Müttern und Kindern ist Volksnot-hilf sie beseitigen! das einen weit besseren Eindruck hinterläßt, als manches- andere von ungefähr gleicher Größe. Wir freuen uns dieses Urteils gereifter Menschen, die in ihrem Leben manche andere Stadt kennen ge« lernt haben. Nach dem gemeinsamen Mittagsmahl im Parkhotel sanden sich noch eine Anzahl hiesiger Amtsbrüder zum gemütlichen Beisammensein ein, wobei gar manche heitere Erinnerungen an vergangene Tage ausgetauscht wurden. Nur allzuschnell schwand die Zeit; die Abendzüge brachten die lieben Gäste und Freunde wieder in ihre Ruhesitze zurück. Sie alle, ohne Ausnahme, schieden mit dem Bekenntnis: Es war ein schöner Tag, wir freuen uns, daß wir unser liebes altes Lich wieder mal gesehen haben. Wir aber hoffen, daß mit diesem ersten wohlgelungenen Versuch der Anfang gemacht ist zu weiteren Zusammenkünften ehemaliger Licher Präparanden. Sie werden den Weg hierher nicht zu bereuen haben. Landkreis Gießen. * Staufenberg, 26. Mai. Am morgigen Sonntag findet hier auf her Burg Staufenberg ein Konzert der Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauße statt. (Siehe heutige Anzeige.) * Garbenteich, 26. Mai. Der 15jährige Albin Kreschberger von hier erlitt, anscheinend bei einem Sturz vom Fahrrad, eine schwere Knie- Verletzung, die seine sofortige Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. * Birklar, 26. Mai. Zum kommissarischen Beigeordneten unserer Gemeinde wurde Wilhelm Müller von hier bestellt. * Muschenheim, 26. Mai. Unser Mitbürger Eduard Schäfer ist zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes ernannt worden. # Aus der mittleren We11erau, 25. Mai. Allgemein wird über starkes Auftreten der A ck e r- Unkräuter Klage geführt. Hederich, Ackersenf, Mohn, Kornblume und Rade bedecken stellenweise in dichten Flächen die Getreidefelder. Der lichte Stand des Winterweizens begünstigt ihre Entwicklung. Hackmaschinen, Ziehacken und Grübler sind täglich an der Arbeit, um des Unkrautes Herr zu werden. Daneben wird mit Kalkstickstoff, Hederichkainit und chemischen Spritzmitteln der Kampf gegen die Unkräuter geführt. In den Baumanlagen tritt die Wühlmaus ungemein stark auf. In einzelnen Gemeinden wurden seit dem Laubaustrieb über 30 Jungbäume vernichtet. Teilweise befinden sich darunter Apfelbäume im beginnenden tragbaren Alter mit armdickem Stamme. Einzelne Gemeindeverwaltungen haben eine planmäßige Bekämpfung beschlossen, die mit Vergasung durchgeführt werden soll. — Begünstigt durch das günstige Blütenwetter zeigen die Kernob st bäume guten Fruchtansatz. Die jungen Früchte haben bereits Haselnußgröße erreicht, so daß Die Zeit zur zweiten Nachblütenspritzung gekommen ist. Erfreulicherweise wurde die Bekämpfung des gefährlichen Apfelwicklers in diesem Jahre fast überall von fortschrittlichen Baumbesitzern durchgeführt. Das S t e i n o b ft hat unterschiedlich angesetzt, während in einzelnen Gegenden die Zwetschen starken Fruchtbehang zeigen, versprechen andere Lagen keine oder nur ganz, gerinne Ernte. Aprikosen und Pfirsiche hängen übervoll. An Laubschädlingen macht sich die Gespinstmotte bemerkbar, während der Apfelblattsauger überall da, wo die Winterspritzung ausgeführt wurde, ziemlich niedergekämpft ist. In den Gärten mangelt es den Pflanzen an dem notwendigen Naß. Die aufgelaufenen Bohnen und Gurken stehen im Wachstum still. Johannis- und Stachelbeerbüsche beugen sich unter der Last ihrer Früchte. Bei den Weinstöcken der Hausspaliere gehen die reichlich fruchtenden Gescheine in Blüte. Kreis Schotten. * Schotten, 25. Mai. Dieser Tage erhielt unsere Stadt Besuch aus Darmstadt. Im großen Postomnibus traf eine stattliche Anzahl Mitglieder des Hi st arischen Vereins für Hessen aus Darmstadt hier ein und besichtigte unter Führung der Herren Dietrich und Schenk, Darmstadt, die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt, insbesondere die Kirche und das Rathaus. Die Gäste wurden von Mitgliedern des Vorstandes des VHC. und von Herren der Stadtverwaltung herzlich begrüßt. Gegen Mittag fetzten die Darmstädter Gäste, die von Lauterbach gekommen waren, in der Richtung nach Laubach ihre Fahrt fort. □ Laubach, 25. Mai. Gestern vormittag traf hier der Historische Verein für Hessen (Darmstadt), von Schotten kommend, zur Besicht!' gung des gräflichen Schlosses und der alten Stadtkirche ein. Die Führung hatte der z. Z. in Laubach weilende Professor Dr. Uhlhorn (Marburg) übernommen. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten wurde im Hotel „oolmfer Hof" ein gemeinschaftliches Essen eingenommen und dann die Weiterfahrt nach Lich angetreten. — Eine hoch' herzige Stiftung wurde dieser Tage der htesi« gen Ortsgruppe der NSDAP, von In allen Fachgeschäften erhältlich. 504 Kriege das Rote Kreuz der Bote war, der Zeichen eures liebevollen Gedenkens zu euren Männerndie wir Hitler schuldig sind. Oer Leser Hai das Wort Statt Karten! Ihre Vermählung ge^en bekannt Gießen, den 26. Mai 1934 02625 3168 D Ihre Vermählung geben bekannt Statt Karten! 027'9 02697 Gießen, Wernerwall 31r.511, sm Mai 1934 3199 D Große Auswahl neuer Qualitäten und guter Muster in bekannter Preiswürdigkeit Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zur Geburt unseres Raimund danken wir herzlichst Aenne Neuhofer, geb. Oieffenbach Matthias Neuhofer ath leinbe • Wellempfang • messerscharfe Trennung • edelster Ton (»Noralon«) Or. Karl Keller Oberbürgermeister i. R. OerEinwohnecfchast von Gießen bei meinem Wegzuge nach Darmstadt ein herzliches Lebewohl! und Söhnen trug, sa, der über die Grenzen und Fronten hinweg mit seinem Arm bis in die Gefangenenlager in Feindesland reichte. Dieser Dienst des Roten Kreuzes ist es wert, unvergängliches Erinnerungsgut unseres Volkes zu werden. Wir wollen am Tagdes Roten Kreuzes, am 10. Juni, dankbar des guten und heilsamen Zeichens, des Roten Kreuzes im weißen Felde, ^denken, dem Männer und Frauen in Treue dienen, in einer Treue, die bisweilen, darunter auch so mancher Schwester, sich bewährte bis zur Hingabe des Lebens. Auch heute geht täglich ein Strom der Hilfe von Werken der Nächstenliebe aus. Denn das Rote Kreuz, für den Krieg geschaffen, setzt alle seine Kräfte ein für die Werke des Friedens. Erwin Schußler Gustel Schußler, geb. Rübsamen bürgst sch» lorben . Mai. Icker- krsens !Nweije lichlr ntwilt- ** Maienblasen. Bei dem heutigen Maienblasen um 19 Uhr vom Turme der Jo^anneskirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: Run danket alle Gott: 2. Herr deine Güte reicht so weit; 3. Mein Herz ist im Hckchland. Büchertisch. — Schwarz van Berk: Die sozialistisch e A u s l e s e. 1,80 Mark. Wilh. Gottl. Korn, Verlag, Breslau. — (624) — Daß es Hitler gelang, am 12. November neun Millicknen Arbeiter zu gewinnen, die noch am 5. März gegen ihn stimmten, diese Tatsache ist viel zu wenig gewürdigt geworden. Die Arbeitermassen haben Zutrauen zur Politik Hitlers gewonnen, die den Sozialismus für Deutschland gerettet hat. Wir haben heute in Deutschland einen eigenen sozialistisch-kameradschaftlichen Lebensstil, der tief ins Dasein jedes einzelnen eingreift, die Ordnung von Stadt und Land verwandelt, die Auswahl und Haltung der Führer bestimmt und schließlich unserer Außenpolitik neue Wege öffnet. Schwarz van Berk, der Hauptschriftleiter der Pommerschen Zeitung, Gaukulturwart der NSDAP, in Pommern, hat diesen Vorgang aufgezeigt, die Haltung gezeigt, »en zu ederich- f geg m tritt stzelm iber 3Ö ch barst Wer oerwül' ng & werben nwettet »tausch He er- »bluten1 irbe bk in bie* Baum- t unter* egenben D# Ihre Verlobung geben bekannt Lotte Töpelmann Or. phil. Georg Heß Studienassessor Gießen, Mai 1934 Hindenburgwall 5 Horst-Wefsel-Wall 541 Heinrich Zölzer Johanna Magdalena Zölzer geb. Hofheinz Gießen (Llebigstraße 67) Spöck bei Karlsruhe (Äaden) 27. Mal 1934 Stoffe Kunstseide-Georgettes Blusenstreifen und -karos Organdies Elegante Taftseiden Moderne Seidenstoffe Elegante Mattkrepps in besonders aparten Mustern Wollmousselins Waschstoffe Seidenleinen B’wollfrescos Modewaren Aparte Spitzenstoffe für Blusen und Kleider Moderne Kragen und Blenden Knöpfe und Schließen Gürtel Aparte Schals und Tücher als ■! A || - die k i ge- I Darb1 I link- f I oobel: | igene f | DQnb I Näsle II ■ be [| ennt- El - baß ■ | sehen H >hlge- A nette« Q aran> | reuen i Jilfted (RiditeT GIESSEN - SELTERSWEG 71 Fritz Kreuter Liselotte Kreuter geb. Georges geben ihre Vermählung bekannt Hann.-Münden (Kasseler Str. 15) Gießen (Wilhelmstr. 21) den 26. Mai 1934 In allen Artikeln große Auswahl und nur das Allermodernste I Handwerk pfuschen, sonst sinkt er auf die verwerfliche Stufe des Schwarzarbeiters. Eine der vornehmsten Aufgaben des Vereins „Kamera-Klub, Gießen", dürfte es sein, den schwer um ihre Existenz ringenden Berufsphotographen mitzuhelfen, diesen unsauberen Elementen das Handwerk zu legen, da ja auch das Ansehen der ernsthaft arbeitenden Amateure darunter leidet. Es gibt kaum eine Stadt, in welcher so viel Schwarzarbeit in Photographie geleistet wird, wie gerade in Gießen, so daß sich eine Uebersättigung und Interesselosigkeit selbst an künstlerischen Photographien bemerkbar macht, hervorgerufen durch die fast aufdringlich werbenden und um jeden Preis arbeitenden Schmarotzer. Das ist die große Gefahr, die in der-Amateur-Photographie liegt. Sie hat ihre Berechtigung, wenn sie sich auf die Erziehung zum künstlerischen Schauen beschränkt, ohne den Berufsphotographen zu schädigen. Mögen die Amateure viel Freude an der Ausübung der Photographie haben, mögen sie aber auch bedenken, daß der Berufsphotograph davon leben muß und daß es verwerflich ist, Arbeiten, die in das Atelier des Berufsphotographen gehören, gegen Entgelt auszuführen. Jeder Schwarzarbeiter und auch derjenige, der die Schwarzarbeit unter- i stützt, schadet dem ehrbaren Gewerbe. Oie Einlösung von Steuergutschein- und Zinsvergütungsschein-Abschnitten. Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns mitgeteilt: Nach den bestehenden Bestimmungen sind die fälligen Abschnitte der Zinsvergütungsscheine und der Steuergutscheine zu 10, 20 und 50 Mark unab- getrennt mit dem Stamm verbunden der Finanzkasse zur Einlösung oder Anrechnung vorzulegen. Die Abtrennung selbst hat nur durch die Finanzkasse zu geschehen. Ein entsprechender Hinweis ist den einzelnen Abschnitten aufgedruckt. Trotzdem mehren sich die Fälle, in denen Inhaber der obenerwähnten Scheine die Abtrennung selbst vornehmen und dann die einzelnen abgetrennten Abschnitte zur Einlösung bringen wollen, wodurch an der Finanzkasse der laufende Geschäftsgang Hemmungen erfährt. Mit Rücksicht darauf, daß das. Nachprüfungsverfahren der in unzulässiger Weise abgetrennten Abschnitte erhöhten Zeitaufwand erfordert und zu mancherlei Unliebsamkeiten, auch für die einzelnen Steuerpflichtigen, führen kann, erscheint es angebracht, noch einmal darauf hinzuweisen, daß die fälligen Abschnitte der Steuergutscheine zu 10, 20 und 50 Mark, sowie der Zinsvergütungsscheine nur von der Finanzkasse und niemals vom Inhaber selbst abgetrennt werden dürfen. Was bedeutet das Rote Kreuz und was ist es uns? Der Provinzialverein vom Roten Kreuz für die Provinz Hessen-Nassau schreibt: Ihr, deutsche Männer, die ihr im Felde standet, habt wohl alle einmal selbst erlebt, was es hieß, wenn euch in diesem Zeichen Hilfe und Rettung kam. Ihr, deutsche Frauen, wißt, wie damals im Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schützt bie Fachpholographenl Von einem Berufsphotographen wird zur Frage der Amateurphotographie folgendes geschrieben: 'Der Schreiber dieser Zeilen verwahrt sich von vornherein gegen den möglichen Vorwurf, Gegner der Amateurphotographie aus eigennützigen Gründen zu sein. Er hat selbst Jahrzehnte dem Verein zur Pflege der Photographie und verwandter Künste angehört, in welchem Fachphotographen und Amateure in gutem Einvernehmen standen, und weiß wohl zu schätzen, daß der ernsthafte, nur aus rein künstlerischem Drang arbeitende Amateur dazu beiträgt. das Interesse und das Verständnis für die Photographie zu fördern. Wer der Kunst dient, arbeitet mit an dem Aufstieg der Kultur, aber nur dann, wenn der Ausübende sich frei macht von der Absicht, aus Dünkel und niedriger Gewinnsucht Mitmenschen zu schädigen. Der Amateur, welcher aus reiner Liebe die schöne Kunst der Photographie ausübt, darf dem Berufsphotographen nicht ins Inhaber der Porzellanfabrik Arnold! in Elgersburg (Thür.) Herrn Otto Kircher, einem Sohne 1 unserer Stadt, in Form einer großen plastischen P o r z e ll a n p l a k e t t e mit dem Bildnis Horst Wessels zuteil, die in der Fabrik des Stifters hergestellt wurde. Die Plakette wird an einem noch zu bestimmenden Tage in einem großen Basaltfindling am vorderen Ramsberg eingelassen, womit eine entsprechende Feier verbunden wird. Auch das hiesige Krankenhaus erhielt von demselben Spender eine Gratislieferung von Sanitätsporzellan jeglicher Art, darunter 50 Krankentassen und 60 Einnahmelöffel. zrreis Alsfeld. * Alsfeld, 26. Mai. Zum kommissarischen Beigeordneten unserer Kreisstadt ist Hermann Trips bestellt worden. 0 Ober-Ohmen, 25. Mai. Gestern abend fand hier in Rathaussaal eine Versammlung der Milcherzeuger statt, um zu der Anregung Stellung zu nehmen, die Auszahlung des monatlichen Milchgeldes durch die hiesige Genossenschaft gehen zu lassen. Die Aussprache zeigte jedoch, daß die Milchlieferanten dafür wenig Interesse haben und die seitherige Zahlungsweise beibehalten wollen, bei der, wie seither, die Milchfuhrleute jeden Monat das fällige Geld von der Molkerei mitbringen und den einzelnen Lieferanten zustellen. — Die anhaltende Trockenheit wirkt sich immer ungünstiger aus. Die Setzpflanzen welken. An den Obstbäumen macht sich die Trockenheit durch starkes Abfallen der Früchte bemerkbar. Die Bearbeitung der Aecker aestaltet sich infolge starker Schollenbildung sehr schwierig. Um größeren Verlusten an Heu vorzubeugen, hat man im oberen Ohmtal bereits mit der Heuernte begonnen. Im Gegensatz zum Roggen, der durchweg gut steht, leiden Hafer und Gerste unter der Trockenheit. # Ober-Ohmen, 24. Mai. Nach alter Sitte wurde hier zu Pfingsten das Kirchweihfest im Sinne der Volksgemeinschaft begangen. Nach alter Tradition wurde die Kirmes am zweiten Feiertag nachmittag „ausgegraben" und von einem Clown mit Musikbegleitung nach dem Kirmeslokal „Zur Krone" gebracht. Die „Beerdigung" der Kirmes fand unter Trauerweisen gestern morgen gegen 5 Uhr statt, wie es die Ueberlieferung der Altoor- beren eben will. Unter der „Kirmes" schlechthin versteht man einen Krug mit Schnaps, der von den Kirmesburschen am Abend vor Beginn der Kirmes heimlich vergraben wird, um am nächsten Tag als die angeblich vor einem Jahr beerdigte Kirmes wieder ausgegraben zu werden. Manchmal wurde den Kirmesburschen dabei ein recht übler Streich gespielt. Ist es doch vorgekommen, daß irgend ein Mann die „Grabstätte" entdeckte, den Schnaps trank und Wasser in den Krug tat. An anderen Tag gab es bann lange Gesichter, wenn die ausgegrabene Kirmes beim Umzug durchs Dorf den Einwohnern kredenzt wurde. Eiligst mußte dann aus der Wirtschaft ein Krug mit richtigem Schnaps besorgt werden, damit die Kirmes nicht ihren „guten Ruf" verliere. ll. Nieder-Ohmen, 24. Mai. Die NS,° Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete dieser Tage im Saale von Ziegenhain ein Konzert. Kreisbetriebszellenleiter Hartmann sprach zunächst über das Thema „Kraft durch Freude in seiner Wirklichkeit!" Für die Veranstaltung hatten sich zahlreiche Kräfte zur Verfügung gestellt. Es wirkten mit: Als Ansager der Humorist August Ihm- Hanau, ferner die NSBO-. Kapelle unter der Leitung von Kapellmeister Pg. Kaiser, die Kapelle Fips-Mücke (Leitung: Pg. Seim - Friedberg), der Gesangverein Nieder-Ohmen (Leitung: Pg. S ch l i f f e r). Der BdM. wartete nut Volkstänzen auf. Hildegard und Liselotte u Her brachten ein Biedermeierständchen und „An der schönen blauen Donau" im Tanz zur Ausführung. Der Humorist Fritz Lang von Alsfeld wartete mit unterhaltenden Vorträgen auf, Herr Nikolaus von Ruppertenrod brachte unter Begleitung durch Frl. Linchen D ö l s i n g - Ruppertenrod einige Lieder zum Vortrag. Quartettvorträge rundeten das Programm ab. Die Darbietungen wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. * Heimerthausen, 26. Mai. Der junge Landwirt Hugo Wald von hier mußte mit einer ferneren Oberarmverletzung in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Kirche unb (Schule. Dekanats-Konferenz in Hungen. )( H u n g e n , 24. Mai. Gestern nachmittag fand im „Solmser Hof" dahier unter dem Vorsitz von Dekan Engel-Obbornhofen eine sehr gut besuchte Konferenz der Geistlichen unseres De- k a n a t e s statt. Nach Begrüßung des zum ersten Male in der Mitte der Konferenz weilenden Propstes für Oberhessen, Propst Knodt-Gießen, und der als Gäste anwesenden Herren und nach einer Andacht von Pfarrer Herber- Wölfersheim über Römer Kap. 8 hielt Pfarrer S u ck e r - Gießen einen Vortrag über „Die Deutsche Glaubensbewegung". Der Redner setzte sich in sachlich klarer Weise mit den Forderungen der Deutschen Glaubensbewegung und ihrem Führer Prof. Hauer- Tübingen auseinander, besprach den Zwiespalt eines Christen, der sich bewußt als Glied seines Volkes fühlt, und zeigte, wie z. B. im Leben von Bismarck und Walter Flex dieser Zwiespalt gelöst worden ist. Mit einem Aufruf, die Dinge des Glaubens ganz ernst zu nehmen, das Christentum nicht nur als erbauliche Angelegenheit zu betrachten, sondern es Verhältnis zur Wirklichkeit nehmen zu lassen, sich auf den Inhalt der Heiligen Schrift, wie wir ihn im Bekenntnis der Reformation haben, und der christlichen Verkündigung neu zu besinnen und den deutschen Menschen zu rüsten im Kampf gegen Sünde, Tod und Teufel schloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Eine rege Aussprache schloß sich an. Zum Schluß richtete Propst Knodt noch einige herzliche Worte der Begrüßung an die Amtsbrüder und teilte mit, daß voraussichtlich die feierliche Einführung der Pröpste in ihr Amt am Mittwoch, 6. Juni, in Darmstadt stattfinden wird. Preußen. Kreis Wetzlar. Bieber, 24. Mai. Unter Führung von Else Peter unternahm der hiesige BdM. einen größeren Pfingstausflug, der gleichzeitig als Werbe- marfch gedacht war. Der Weg führte die Mädchen zunächst nach Gladenbach. Nach der Besichtigung der Stadt wurde nach Mornshausen weitermarschiert. Die Mädchen wurden überall sehr gastlich bewirtet und freundlich zur Nacht beherbergt. Den Teilnehmerinnen wird die schöne Wanderung noch lange in Erinnerung bleiben. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. «Stofs Verkauf B'woll-Mousseline Meter 70 cm breit 60 50 Meter CARL]\iowarx 50 50 GIESSEN SELTERSWEG 81 65 60 50 Meter hübsche Karos □ Eis .Meter TAeter 3149 A Schürzen-Siamosen ßfl gestreift, 110 cm breit...................Meter U U 75 50 100 100 cm breit, Meter Das Haus der kleinen Preise Gießen, Schulstraße 11 3183 A Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden der Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-ne IJNHASER: CARL HEINZ SCHLÜTER Es gibt viele Schaufenster in Gießen, aber es gibt keine, die so gern beachtet werden wie die bei Volz überall kaufen, aber schöne und gute Stoffe kauft man bei Kommts Essen pünktlich auf den Tisch... dann freuen alle Herzen sich Stoffe können Sie Gießen Bahnhofstraße 2-4 Beiderwand Senta, 70 cm breit, gestreift, in vielen Farben, Meter Faconeite schöne moderne Farben, ca. 70 cm breit... Meter Organdy die große Mode, sehr aparte Muster, ca. 100 br., Mtr. 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So gewinnen wir Abstand von dem lieben kleinen „Ich" mit seinen Röten und Sorgen und lernen manches Ding von einer anderen Seite ansehen. Richt nur der Körper, auch der Kopf braucht andere Kost und andere Luft. samer fahrenden Güter- uni) Personenzüge so zu legen, daß sie in einer Station von den schneller fahrenden D= und Eilzügen überholt werden können. Auch dies ergibt sich aus dem graphischen Fahrplan mit größter Genauigkeit nicht nur für die regelmäßigen Eisenbahnzüge, sondern auch für zeitweise eingelegte Sonderzüge, die bei der Fahrplan-Herstellung noch nicht berücksichtigt waren. Ein schneller und vorteilhafter Verkehr wird nur durch gute Anschlüsse von einem zum anderen Zuge an den Kreuzungsstationen gesichert, wozu man aus dem bildlichen Fahrplan genau die Ankunft- und Abfahrt eines Zuges ersehen und somit die Züge der Anschlußstrecken entsprechend legen kann. Die graphischen Fahrpläne werden aber nur im Dienstgebrauch verwendet, für die Allgemeinheit müssen sie erst sozusagen „übersetzt" werden, d. h. aus der fertigen bildlichen Darstellung müssen die Fahrzeiten in Tabellenform hinter den entsprechenden Stationen eingetragen werden. Von jedem Fahrplan muß gefordert werden, daß er leicht benutzbar und in der Gesamtordnung auch für Nichteingearbeitete übersichtlich ist, wie man es jetzt in den üblichen Kursbüchern findet. Haben Sie sich schon einmal mit den Fahrplanen eines Kursbuches beschäftigt? Für viele Menschen ist das Kursbuch lediglich ein abstrakter Begriff eines Gewimmels von Zahlen, Zeichen und Buchftaben, und es ist für viele unendlich schwer, sich in das Wesen des Kursbuches hmem- zufinden. Andererseits aber darf man in der heutigen verkehrsreichen Zeit dem Kursbuch nicht so teilnahmslos gegenüberstehen, sondern man muß versuchen, durch eingehende Beschäftigung mit diesem und durch das Lesen der Fahrpläne dem Inhalt näherzukommen. Was wjll das Kursbuch überhaupt und was gibt es uns? Man kann wohl sagen, daß es hauptsächlich zwei Zwecken dienen soll, einmal ist der Fahrplan ein Werbemittel der Eisenbahn, er soll den „Kunden" zeigen, was ihnen an Verkehrswegen geboten wird und welche Reise- und Be- förderungsgelegeuheiten gegeben sind. Zweitens ist er eine Notwendigkeit für das gesamte Wirtschaftsleben, denn zur Erledigung der Geschäftsvorgänge in Handel und Industrie sowie auch zur Erledigung notwendiger Reisen im Privatleben findet man häufig ein Sichrichten nach den Beförderungsmöglichkeiten und Beförderungsgelegenheiten. Weiterhin ermöglicht der Fahrplan das Zurechtlegen von Reiseplänen von Dergnügungs- und Erholungsreisen, deren Zeiteinteilung größtenteils vom Fahrplan abhängig gemacht werden. Wir sehen also, daß der Fahrplan im heutigen Wirtschafts- un& Privatleben ein wichtiger Faktor und die Kenntnis des Kursbuches gewissermaßen zur Notwendigkeit geworden ist. Der für die Allgemeinheit bestimmte Fahrplan bringt die Leistungen der Eisenbahn in Form von Tabellen mit dazugehörigen Linienskizzen, an denen angeschriebene Zahlen das Auf- suchetz der betreffenden Strecken erleichtern. Aus den Erläuterungen ist ersichtlich, in welcher Weise die Zugarten, wie Personen-, Eil- und D-Züge kenntlich gemacht sind und welche Bedeutung die in Tabellen erscheinenden Zeichen und Abkürzungen haben. Weiterhin ist bei den Schnellzügen zu erke-nen, welchen Zuglauf sie hoben, welche Kurs-, Speise- bzw. Schlafwagen sie führen, so daß man auf jedem Haltepunkt dieser Züge feststellen kann, welche Strecken man direkt, d. h. ohne Um« fteigen .zurücklegen kann. Gewiß ist es interessant durch die verschiedenen Fahrplanabteilungen den Zug lauf eines Zuges zu verfolgen und seine Anschlüsse an Knotenpunkten festzustellen. Im Anhang der Kursbücher befinden sich meistens noch Angaben über Preise und Bestimmungen für den Eisenbahnverkehr, mit deren Hilfe man auf Grund der im Fahrplan verzeichneten Entfernungskilometer Hirzenhain Vogelsberges Prlv.-PensionH.Nagel,Hirzenhain,Oberhess. Am Seern.herrl.Badegel.,ausged. WaldungewLiegewiesewg.u.relchl. Küche,auchDiät.4Malzeit.3^.gi34v herrliche Ausblicke bietet und schlagen von hier aus den mit blauen Kreuzen bezeichneten Weg, der Misefieber Don peter Cäriin Blätter und Blüten sprießen in der warmen Frühlingssonne und im milden Regen. Der Himmel ist höher und sein Blau heller und fröhlicher. Die Wolken ziehen wieder, sie jagen fast und hängen nicht mehr grau und tot droben wie in den langen Wintertagen und -wochen. In der späten Dämmerung flöten die Amseln, den Hals lang vorgestreckt hasten die Wildenten mit peitschendem Flügelschlag. Auf der großen Schaubühne der Natur gibt es wieder muntere Stücre. Und wir spielen selbst mit. Traurig, wer sich nur als Zuschauer fühlt und unbeteiligt ist. Dem kann kein heißes Blut in den Adern pochen. Ist es nicht greulich und nachgerade unerträglich — ewig der gleiche Trott, die gleichen Wege, die gleichen Gesichter? Haben wir es nicht satt, uns immerfort im gleichen Kreis zu drehen? Fort wollen wir — auf und davon! 500 Millionen Quadratkilometer stehen uns zur Verfügung auf diesem Erdball. Für wen sonst als für uns? Fahren wir also zunächst einmal in die Umgegend, „ins Grüne". Treiben uns einen ganzen Sonntag lang draußen herum. Wie gut es die Landleute draußen haben trotz ihrer schweren Arbeit! Sie brauchen am Abend nicht wieder zurück in die enge Stadt. Ist der muntere Kerl, den wir da auf der Landstraße treffen, der Tippelbruder, sich Sie Fahrpreise errechnen kann. Braunfels. Christlicher Erholungsheim Flensung erbos, Mücke in Hessen. Tel. 36. 320 Meter ü. d. M. 3 Minuten vom Wald. Höhenluft. Zentralheizung. 4 Mahlzeiten. Pensionspreise 3.- bis 3.50 Mark. - Prospekt auf Verlangen. i»2iP Diez — Schloß Schaumburg — Kloster Arnstein — Nassau. Eine lohnende Wanderung im schönen Lahntal ist die folgende: Mit dem Frühzug fahren wir nach Diez (Sonntagskarte Limburg, von da bis Diez nachlösen). Von hier folgen wir roten Strichen, die uns auf aussichtsreicher Straße über Birlenbach nach dem prachtvollen, hoch über der Lahn gelegenen Schloß Schaumburg bringen, von dessen Turm wir eine unvergleichlich schöne Rundschau haben. Von hier gehen wir dem L des Lahnhöhenwegs nach über den Talhof und das Dörfchen Steinsberg, stets prächtige Ausblicke genießend, das tiefein- ge schnitte ne Rupbachtal überschreitend, nach Lauren- Nordsee-Hotel Borkum führ. Haus, dir. am Meer. Volle Pens. v. 6.50 Mk. an. Fl. k. u. w. Wasser. Hotel-Prosp. i. d. Gesch. d. Zeitung und direkt frei. 269iV Wenn wir dann zurückkehren, hat auch die alte Welt ein neues Gesicht bekommen. Nicht nur mit neuer Kraft und mit neuem Schwung werden wir wieder an unsere Arbeit gehen, sondern mit neuen Einsichten und neuem Wissen um die Vielheit allen Seins. Wir sind ein Stück tiefer hineingewachsen in die heimatliche Erde und in die große Gemeinschaft ihrer Bewohner, unserer deutschen Volksgenossen. Auf, folgen wir dem Ruf. Geben wir dem Drängen unseres Herzens nach. Machen wir uns auf. Reisen wir, wandern wir durch unser herrliches Vaterland, das unsere Heimat ist. Es erwartet uns! Lahn entlang, über Berg-Nassau nach Nassau ein. genußreichen Wanderung etwa fünf Gießen — Grünberger Straße — Eiche am Verg- wald — Grohen-Vuseck. Eine empfehlenswerte Wanderung nach Großen- Buseck, die höchstens zwei Stunden umfaßt, ist die folgende: Wir gehen die Grünberger Straße entlang, am Wasserbehälter vorbei, vor dem wir einen hübschen Blick über das Lahntal haben, bis zur Straße Annerod—Rödgen. Hier wenden wir uns links, gehen den Telegraphenstangen nach bis zur vielhundertjährigen mächtigen Eiche am Bergwald, die unter Naturschutz steht, um nunmehr am Waldrand entlang bis zum Hochwald aufwärts zu gehen. Bald darauf gelangen wir an eine Waldlichtung, wo wir einen entzückenden Blick über das Busecker- und Lahntal mit verschiedenen Ortschaften bis zu den Burgen und dem Dünsberg genießen. In dankenswerter Weise hat hier die Gemeinde Rödgen drei Bänke errichtet, auf denen es sich köstlich ruhen läßt. Am Ende der Waldschneise bietet sich wieder ein malerischer Blick auf Grohen-Buseck, das wir auf einem Feldweg erreichen. Besucht die Perle des Obmtals Homberg, Ohm, Oberhessen Gute und reichliche Verpflegung, Auto-Garagen, große Terrassen, Angel- und Badegelegenheit, eigener Park, Kegelbahn. Zimmer mit fließendem Wasser. Frankfurter Hof 2958D Besitzer: Heinrich Deeg I Wie entsteht em Eifenbahnfahrplan? Was wissen Sie vom Kursbuch? Pfingsten ... Wie grünes Glas leuchtet der Buchenwald. Durchsichtiges Laub am Unterholz, schimmernde Fülle über silbrigen Stämmen. Kein Himmel ist zu sehen, nur Sonnenstrahlen, die von oben schüchtern zwischen den Zweigen hindurchhuschen und das rote, welke Laub am Boden vergolden ... Und plötzlich teilt sich die grüne Wand: wir stehen auf einer Wiese mit tausend und aber tausend Blumen. Der schönste Teppich der Welt mit weißen Margareten, rotem Sauerampfer, blaßlila Schaumkraut und dunkelblauem Storchschnabel bestickt, breitet sich sanft über einen Hügel, der auf dem gerundeten Gipfel fein und zart, wie den köstlichsten Scherenschnitt, eine Burg trägt. Ein Zauberschloß, das sich dunkel, aber durchaus nicht düster vom gelblich strahlenden Abendhimmel abhebt. Kein Märchen ist das, kein Phantasiegebilde, sondern jeder Wanderer, der vom Taunus herüberkommt, erlebt dieses Wunder: Braunfels an der Lahn! Vieltürmig, reichgegliedert steht dort plötzlich ein Schloß vor uns, wir glauben, die Wartburg im Thüringer Wald zu erblicken. Einsam anscheinend, wenn wir noch fern sind, doch beim Näherkommen sieht man ein Städtchen mit spitzgiebeligen Fachwerkbauten, das sich um den Fuß seiner Burg drängt. Ein Stück Mauer führt hügelan, dann stehen wir auf dem behäbigen, weiten Marktplatz mit dem stattlichen Eingangstor der Burg, über dem das Wappen der Fürstlich Solmsfchen Familie hängt, die die Veste heute noch bewohnt. Doch wir dürfen einen Teil des Schlosses besichtigen, über den Wehrgang mit den alten Geschützen zum Turm hinaufsteigen und einen Blick über die breitgelagerten Taunusberge werfen, die der Feldberg überragt, und jenseits des Lahntales die lange Kette des Wefterwaldes bis zum Rothaargebirge und der Rhön entlang zu schauen. Dunkelgrün wogen die Berge, wo Tannen und Fichten stehen, lichtgrün schäumt das junge Laub der Buchenforste dazwi- SAM5TA6(ABENDE$$EN) FREITA6(ABENDES$EN) EINE GANZE V/OCHE! ~ MK B'S MK SAMSTAG? DIENSTAG P I ABEND BIS FRÜHSTÜCK^ MONTAG FRUH ^y NACH ANSPRÜCHEN-PROSP:STÄDT-VERKEHRSAMT. PrivatPensioa Äo^lsb Höhenlage 460 m, eig. Landwirtsch.,gut einger. Fremdenz. m. el. -öaö, 8 Min. v.Hause eig-Badestelle mit Liegeplatz u.Sprungst.a. gr.See, m. umlieg. Wald, gut.. Verpsi. bei 4Mahlz.3.30RM. Frledr.Fockel, Nieder-Moos, Bahnstat. Greben- hain-Crainfeld.Tel.Grebenhaln21 Freie Abholung v. d. Bahn. amD Wenn man heute nach dem Kursbuch, seinen Reisezug gewählt hat und dann im D-Zug durch Deutschland fährt, ist man sich nicht bewußt, welche ungeheure Arbeit von der Reichsbahnverwaltung bei der Festsetzung des Fahrplans geleistet wird. Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Pünktlichkeit und Sicherheit bet dem täglich so großen Eisenbahnverkehr — vor allem auf einigen Hauptdurchgangsstrecken — die von allen Richtungen kommenden Hüge stets nach ihrer Bestimmungsstation geführt werden? Schon lange vor Beginn des geplanten Eisenbahnverkehrs trifft die Reichsbahn besondere Maßnahmen und Vorbereitungen, um die Möglichkeit der Ueberficht über alle Verkehrsstrecken zu gewährleisten. Zu diesem Zwecke ist von jeder Reichsbahndirektion für die Strecken ihres Bezirks ein besonderer graphischer Fahrplan, d. h. also eine bildliche Darstellung, entworfen, in welchem die Zugläufe durch gerade Zeitweglinien in ein aus Rechtecken bestehendes Grundnetz eingetragen werden, bei dem die senkrechten Linien die Stationen nach Abständen in Kilometern, die waagerechten Linien die Stunden- und Minuteneinteilung bedeuten. Wenn man dann zwischen den einzelnen Stationen zu bestimmten Zeiten sozusagen .den Gleisen entsprechende" Verbindungslinien 'zieht, ersieht man aus dieser geometrischen Zeichnung sofort ganz deutlich durch ihren Schnittpunkt mit dem Grundnetz, wo sich zu jedem Zeitpunkt der Zug befindet und somit auch die Kreuzung, Ueber- holung und Anschlüsse zwischen den einzelnen Zugen. Für die Herstellung eines richtigen Fahrplans ist' es nicht allein erforderlich, daß die Züge besonders auf eingleisigen Strecken nicht Zusammenstößen, sondern es ist auch notwendig, die lang- nicht über die Maßen beneidenswert? Sicher ist er kein hervorragend nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft: heute sind wir geneigt, darüber „ milde zu urteilen. Sicher ist er arm am Beutel, abseits liegenden Gabelstein (eine Tafel weist darüber sein Herz schlägt fröhlich, denn er kann laufen, auf hin) einen Besuch abzustcitten, um uns an dem wohin er will. Ist bas nicht wichtiger als alles an- großartigen Lahnblick zu erfreuen. Pon Lauren- bere? Und diese Landstraßen, diese Bahndämme, bürg, wo wir uns erholen können, benutzen mir die sich über Berg und Tal, durch Wald und Feld, zweckmäßig die Bahn bis zur nächsten Station durch Schatten und Sonnenschein ziehen, sind sie! Obernhof, steigen von hier zum Kloster Arnstein nicht alle für muntere Wanderburschen bestimmt? j empor, das eine Besichtigung lohnt und ebenfalls Die Wirtshäuser mit ihren schattigen Gärten unb 'Anc Ein wirklicher Genuß! Ein Wodienend in Bad Salzsdilirf in den Häusern der Badeverwaltung, im Kurpark gelegen. Von Samstag(Abendessen) bis Montag(Frühst.) einschl. Kurtaxe u.Bedienung Badehof Mk. 19.70 Kurhaus Mk. 15.05 Salzschlirf mit seinem weltberühmten Bonifaziusbrunnen bellt alle Gelenk- leiden (Gicht) — Rheuma — Verkalkung — Stemleiden. Man befrage den Arzt. FürErholungsund Ruhedßiiiirltifle Arzthaus in Herr!. Höhenlage zwischen Wald und Bergen Pension von RM. 4.- an Dr.Klapsch,Hohensolms Kreis Wetzlar, Telefon 2 2923' OWrololttrotieetöftelo im Vogelsberg. Angenehmer Aufenthalt für Familien und Sommerfrischler in nächster Nähe waldreicher Gegend mit Schwimmbad u. Liegewieien. Altbekannte, gute Küchel bei vier Mahlzeiten Mk. 3.50). Metzgerei und Pension Ludwig Vtatt. «sM Kegelbahnen, sind die nicht für uns da, locken sie nicht? Wovon sollen die denn leben, wenn wir nicht kommen? Sollen die vielen, die durch sie ihr Brot verdienen, nichts vom allgemeinen Aufschwung der neu-m Zeit haben? Was kennen wir denn eigentlich von unserer Heimen, unserem deutschen Vaterland, von dem wir so viel reden? Was liegt nicht alles zwischen dem Bodensee und Tilsit, zwischen dem Rhein und dem Bayerischen Wald, den die meisten deutschen Volksgenossen kaum dem Namen nach kennen, zwischen dem Allgäu und der Wasserkante. Herrliche, gott- gesegnete Landstriche! Manche sind darunter, die außer ihrer Schönheit nicht viele Reichtümer aufzuweisen haben und deren Bewohner auf Zuspruch aus reicheren Gegenden angewiesen sind. Auch so kann man Gemeinschaftsgeist zeigen, das Angenehme mit dem Nützlichen aufs glücklichste verbindend: Wie soll wahre Volksgemeinschaft wachsen, wenn wir unsere deutschen Stämme, die Leute hin- term Berg, nicht kennen lernen? Wirklich kennen lernen aber kann man sie nur dort, wo sie ihre Wurzeln haben, wo sie zu Hause sind. Tief sitzt uns die Wanderlust im Blut, und der Frühling bringt all die sehnsüchtigen Gedanken an Urlaub und Ausspannung! Wir entwerfen viele schöne Pläne. E« ist eine besondere Lust in den Reisebüros, und loserem unruhigen Herzen ist es wohl zwischen den bunten Bildern' und Karten, bei den Regalen voll Prospekten und den dickleibigen Kursbüchern, bei den gewandten Leuten, die alles wissen und uns gerne suchen lassen unter den tausend aufgestapelten Reiseplänen, in die wir neugierig unsere Nase stecken. Die Zugvögel sind schon Lange in der Heimat: bald haben wir den längsten Tag. Und wir sitzen immer noch in der Stadt mit dieser verfluchten Unruhe im Leibe. Sie mahnt zum Entschluß und der lautet: Fort und auf zur Fahrt! Wenn sich bie Räder unter uns im fröhlichen Tatt drehen, wenn wir der blauen Ferne zueilen, dann haben wir Frieden mit uns selbst, dann fühlen wir uns ems mit der gesegneten Gotteswelt. Bekanntes bleibt hinter Wochenend in Dernbach (Kreis Biedenkopf) 2tk,7D 500 Meter über dem Meeresspiegel. - Das schönstgelegeneDorf im Kreis Biedenkopf, inmitten herrlicher Waldungen. Pension ^neider unrnitÄbar im Walde, modern eingerichtet. Prima Küche. Bahnckat. WEmelshaufen, 30 km von Gießen. Bei Beitellung Auto am Bahn-- bof iVre s RM 0 75). Wochenendvreis (Abendenen, 1 Tag Pension, Frühsiück) RM.5.60. Pfingsten (2 Tage) RM.9.00, Liegewlese, für Sonnenbäder. Schwimmbad 40 Min. Waldweg. Beckens anemmehl. zosef Schneider, Dernbach (fir. Biedenkopf), post Weidenhausen. I Pension SonnenhUgel, Amorbach.Odenw. Schönste.ruh.,staubfr.HohenLa. Pl.Herrl.Fernsicht,ideal.Haust. , Erhol.-Touristen -Wochenende, Pens.4 Mahlzeit. vJMan.Balkon. Autoh. 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L andw "schatt Gasthof zur Post.Tel.Marienberg 9, L.Halmer lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll™1 Diät - und Kneipptiad Cambergföunus ■■■■■■ Laö-5alzkaulen HESSISCHES STAATS BAD bietet Ruhe in schönster hilft Jhnen bei: Herz-u.Ge- Lage, grossen Kurpark, fässleiden, Rheumatismus, preiswerte Unterkunft Gicht,nervöser Erschöpfung Pauschal-u.Vergünstigungskuren. Auskunft hess.badediREKTION scheu ... Dann steigen wir den Basaltfelsen, der die Burg trägt, hinunter, schlendern hügelab durch den Schloßpark mit den Lindenalleen, die vielleicht so alt sind wie das steinerne Bauwerk, das seit dem 17. Jahrhundert immer wieder zerstört und dann neu aufgebaut wurde. Heute schaut es immer noch so trotzig wie einst ins Tal, als könnten ihm auch kommende Zeiten nichts anhaben. Die Landstraße führt an der Parkmauer entlang. Dann kommen wieder Wiesen, teppichbunte Frühlingswiesen. Etwas abseits fließt die Lahn, ein schmales Flüßchen. Um den Bewohnern des Städtchens und den Kurgästen, die in dem schönen Schloßhotel oder den bescheideneren Gasthöfen des Ortes wohnen, den weiten Weg zum Bade zu sparen, hat man im Tal mitten. in einer Wiese ein Schwimmbad aus blauen Kacheln mit Hilfe eines Baches angelegt. Die schönste Badestube mit dem noch blaueren Himmel darüber, der Sonne zum Trocknen und dem nahmen Wald zum Abkühlen der Schwimmer ... Wer Lust hat, weiter zu wandern, begegnet den zahmen Rehen und Hirschen im Wildpark auf dem benachbarten Waldhügel, und noch weiter abseits auf den Hängen des Westerwaldes findet er manche kleinere Burg, wenn auch oft in Trümmern liegend. Die Dianaburg und die Ruinen der ebenfalls Solmsschen Burg ©reifen ft ein mit der schönen gotischen Kapelle, deren Stuckornamente aus dem 17. Jahrhundert stammen. Lahnab, lahn- auf ragen bekanntere Schlösser und Burgen aus dem Waldgebirge auf, aber nichts ist so schön wie der Wald selbst. Nichts ist köstlicher als Baum und Strauch, die die Gebilde aus Menschenhand grün verhüllen — nichts kann schöner sein, als frisch- grüner Buchenwald zu Pfingsten! Leuchtend wie Glas, durchsichtig und doch den Blick nicht weiter durchlassend als bis zum nächsten Baum — ohne Himmel, ohne Erde —, grünes, ewig junges Leben ... Urian. Orten weist der handliche Führer mit den Preisen für Unterkunft und Verpflegung nach. Heifetmnfe. Bad Camberg. Camberg im Goldenen Grund liegt am Oberlaufe des nordwestlich zur Lahn abfließenden Ems- baches in einer Höhe von 220 bis nahezu 500 Meter. Das alte Städtchen, das z. Zt. 2500 Einwohner zählt, erhielt feine Stadtrechte 1273 von Rudolf von Habsburg, und mancher Fachwerkbau hält die Erinnerung an feine Blütezeit im Mittelalter und an feine wechfelvollen Geschicke unter der Herrschaft der Erzbischöfe von Trier und der Herren von Nassau-Diez wach. Das Städtchen ist von einem Kranze von Villen und Obstgärten umgeben, und das alte Festungsgelände ist mit Geschick in einen schattigen Kurpark verwandelt. Vom Park führen schattige Wege zum nahen, wildreichen Mischwald des hohen Taunus, von dem 2000 Hektar der Stadt gehören und durch bequeme Waldwege erschlossen sind. Camberg besitzt ein Kneippbad; eine Aerztin und drei Aerzte leiten die Badekuren und auch neuzeitliche Diätkuren. Camberg ist Station der Bahnlinie Limburg—Frankfurt, hat alte Gaststätten und moderne Hotels und Pensionen. Barockschloß am Main. Von Emil Baader. Ziele der Mütterschulung Geschichten aus aller Welt * der Dolden muß, wenn er die Heilbäder, Luftkurorte und Sommerfrischen dieses jahrtausendalten kattischen Stammlandes aufsuchen will. Das landschaftlich reizvolle Erholungsgebiet im Herzen Deutschlands liegt zentral, ist leicht erreichbar und verfügt über gute preiswerte Gaststätten. Sommerfrischen im romantischen Zauber der Hochtäler des Schwarzwaldes, zwischen Bergen, Wald und Wasser, unter kraftspendender Höhenluft und Höhensonne. Rund 1800 Gaststätten in etwa 200 stattfinden. Alle früheren Lehrer und Schüler der Vorschule, Realschule und Oberrealschule werden zu der Feier erwartet. Bis dahin aber ist noch viel Kleinarbeit zu leisten. Deshalb werden alle ehemaligen Angehörigen der Anstalt zur Mitarbeit aufgerufen und gebeten, ihre Anschrift und die ihnen bekannter Schulkameraden schon jetzt an Studienrat Dr. Gieße, Michelstadt (Odenwald), zu melden. Wenn man aber den Nachwuchs des deutschen kes schulen und bilden will, so muß man bei Müttern anfangen. Lahrhundertfeier der Oberreakschule Michelstadt. perforiert ist neben ihrer persönlichen Eignung und Lebensreife das Bekenntnis zum nationalfozialisti- schen Staat. Der bereits fertiggestellte Musterlehrplan für Mütterschulung umfaßt drei Hauptteile: einen allgemeinen weltanschaulichen Lehrgang, praktische Ausbildung in der Haushaltführung und spezielle Schulungskurse. Die letzteren umfassen insbesondere die Gebiete „Mutter und Kind", „Ge- sundheits- und Krankenpflege", sowie „religiös-sittliche Erziehung". In dem allgemeinen Lehrgang werden u. a. die Aufgaben der Frau im neuen Staate, die Grundbegriffe der nationalsozialistischen Weltanschauung, die Erblehre und Erbpflege als mütterliche Aufgabe, deutsches Brauchtum und deutsche Feste behandelt werden. Zur Haushaltführung wird die gesamte praktische Ausbildung der Mütter und Hausfrauen gehören. Es wird z. B. gelehrt werden, wie man mit beschränkten Mitteln ein gesundes und nettes Heim schafft, wie man Kinderkleidung billig anfertigt und ausbessert, wie man das Wirtschaftsgeld richtig einteilt- und über die Ausgaben regelmäßig Buch führt. In den Sonderkursen werden die Mütter auch in der zweckmäßigen Betreuung und Beschäftigung der Kinder jeden Alters geschult werden. Die Parole des Reichsmütterdienstes heißt: Durch M ü t te r s ch u l u n g zu einer ge.sünderen und politisch reifen deutschen Jugend! Michelstadt (Odenwald), 25. Mai. Hier tagte ... Ausschuß für die Vorbereitung der Jahrhundertfeier der Oberrealschule. Am 1. und 2. September d. I. sollen die Festlichkeiten (Nachdruck auch mit Quellenangabe, verboten!) Glücksspielautomaten für die Fische. - (th) Neuyork. Sie waren einst die große Sensation von Neuyork. Die Ursache vielen Unheils für manchen jungen Menschen, der hier fein eigenes und oft auch fremdes Geld vertat: die Spielautomaten. Die „Bibabo" oder wie sie sonst hießen, die auf dem Prinzip der Geschicklichkeit oder des Zufalls, der meist für den Automateninhaber zu entscheiden pflegte, aufgebaut waren. Seit Jimmy Walker verschwand, machte sich eine starke Bewegung gegen diese Automaten geltend. Jetzt führte diese Gegenbewegung zum Erlaß eines Gesetzes, das alle derartigen Automaten zum Tode verurteilt. Zehn Minuten nach Ausfertigung des Gesetzes brausten elf Lastwagen mit 40 Mann Besatzung los und luden — genau nach Stadtvierteln verteilt — die Automaten auf. Immer höher türmten fick die Maschinen auf den Wagen. Erstaunt standen die Neuyorker dabei, um zu sehen, was daraus werden sollte. Nachträglich noch um manches 10,Cents-Stück trauernd, das der unersättliche Schlund dieser Automaten verschlungen hatte. Die Lastwagen mit 2000 Glücksspielen fuhren zum Meer hinaus; dort kippte man die Unheils- maschinen ins Meer. Die Fische werden sich gewundert haben — als sie Bibabo und Fixlifax, auf den Grund sinken sahen. Wenn die Fische Centstücke hätten und zu spielen verstünden — man müßte Angst um sie haben . . . Kem Schutz am Thronbesteigungstag. . (—) London. Dian beging in England den vierundzwanzigsten Thronbesteigurtgstag. An sich eine festliche Sache. Diesmal fiel kein Schuß, dröhnte kein Salut. Totenstill ging der Tag vorüber. Erschütterter Thron? Verschwindende Tradition? Aber keineswegs! Es war Sonntag in England. Und ?.ara” können weder ein Königs-Geburtstag noch Die höchste Staatserinnerung etwas ändern. Am Sonntag darf eben nicht geschossen werden. Der stille englische Sonntag in seiner Langweiliq- feit und Ruhe ist weltbekannt. Aber man hatte nie geglaubt, daß diese Sonntagsstille auch über den König hinweggehe. Und doch ist es so. In den Königlichen Vorschriften heißt es unter „QJeburtstage, Thronbesteigungen,. Krönungen: An den (Erinnerungstagen werden Salutschüsse abge- geben. Fallt der Erinnerungstag aber auf einen toonntag, dann haben die Schüsse nicht zu erfolgen Sie können bei Bedarf am Nachmittag des folgenden Tages nachgeholt werden." So donnerten denn auch diesmal die 21 Schüsse im Long Walk-Windsor und im Hydepark 24 Stunden spater über das Land. Lachen, ärztlich verordnet! (z) Paris. (Eine Kur bei dem Pariser prakt. Arzt Dr. med. Dachet muß ein geradezu paradiesisches Vergnügen bereiten. Er hat nämlich seine ganze Heilkunst auf die biologische Wirkung des — Lachens eingestellt. Daß man im Wartezimmer eines Arztes häufig Witzblätter vorfindet, ist nichts Neues mehr. Bei Dr. Dachet allerdings findet man keine Witzblätter im Warteraum. Dafür aber ist fein Behandlungszimmer als wahres Lachkabinett eingerichtet. Einer seiner — erfolgreich behandelten und geheilten — Patienten erzählt in einer französischen Zeitschrift eine derartige Konsultationsstunde: Man leidet beispielsweise, wie es mir erging, an chronischer Schlaflosigkeit. „Lieber Herr Doktor, ich habe schon alle marktgängigen Pulver dagegen eingenommen und auch Hausmittel gebraucht, aber alles war vergeblich. Ich magere von Tag zu Tag mehr ab und bin fein rechter Mensch mehr. Können Sie mir wohl helfen?" Der Doktor, eine joviale Erscheinung, nötigte mich in einen tiefen, weichen Sessel, nahm an feinem Tische Platz, zog ein dickes Buch hervor und begann — kaum traut man feinen Augen und Ohren — eine nette kleine Geschichte vorzulesen. Sie war so reizend und auch so liebenswürdig von dem Arzte vorgetragen, daß ich ganz vergaß, wegen eines hartnäckigen Leidens vor einem Mediziner 3U sttzen. Als das Geschichtchen zu Ende war, beginnt der Doktor alle möglichen luftigen und oft auch derben Anekdoten und Schnurren zu erzählen, von denen er einen unerschöpflichen Vorrat im Kopf haben muß. Und wenn ich auch anfangs nur verlegen gelächelt hatte, bald lachte ich aus vollem Halse laut heraus und mußte mir die Augen trocknen, weil mir vor lauter Lachen Tränen (jefommen waren. Dann erhob sich der Doktor ühlte meinen Duls und erklärte, die Kur lasse ich vielversprechend an. Worauf er — eine Grammophonplatte aufzog. Waren seine Schnurren schon zum Totlachen, so konnte man beim Anhören der Platten, die der Doktor sich von einer Schallplattenfabrik eigens hat zusammenstellen lassen, vor Gelächter fast aus der Haut fahren. Ich geriet in Schweiß, fühlte mit hinterher wohlig ermattet und wurde nun mit der Aufforderung entlassen, am nächsten Tage wiederzukommen. Und o Wunder: ich schlief in der nächsten Nacht zum ersten Male seit so vielen qualvollen Monaten wie gewiegt. Die Kur hatte angeschlagen, und der Doktor Dachet hat recht: „Lachen heilt!" Auf diese amüsante Weise, — der sicherlich psychoanalyti che Erwägungen zugrunde liegen — rückt Dr. Dachet der übrigens riesigen Zulauf hat, allen neurotischen Erkrankungen wie Schlaflosigkeit, Migräne. Ma- genverstimmungen usw. zu Leide w Ein gesundes Volk erfordert körperlich uni) seelisch tüchtige Mütter. Sie erwachsen dem deutschen Volke nicht von selbst, sondern müssen zur Erfüllung ihrer Pflichten ausgebildet werden. Fünf Spitzenverbände haben sich daher zu einer Reichsarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, deren Aufgabe die Mütterschulung sein soll: die NS.-Frauen- schaft, der Evangelische Mütterdienst, die Reichs- gemeinschaft Deutscher Hausfrauen, die Deutsche Vereinigung für Säuglings- und Kleinkinderschutz, sowie der Deutsche Fröbelverband. Die örtlichen Gruppen dieser fünf Frauenverbände werden künftig die Mutterschulung in ganz Deutschland organisieren. Die zuständigen kommunalen und kirchlichen Stellen, außerdem auch die Träger der freien Wohlfahrtspflege sollen zur Mitarbeit herangezogen werden. Die Ausbildung der Mütter wird teils in geschlossenen Mütterschulen, teils in Mütter- schulungskursen erfolgen. Nötigenfalls wird man sich auch darauf beschränken, den Müttern während der Erholung und Freizeit die nötige Schulung zu vermitteln. Am erstrebenswertesten sind natürlich richtige Mütterschulen, in denen auch Außenstehende einzelne Kurse belegen können. In allen größeren Städten werden daher solche Schulen errichtet werden. Auf dem Lande wird man sich zunächst mit Wand er kur sen begnügen, in denen die Mütter jeweils auf einem bestimmten Teilgebiet der Mütterschulung ausgebildet werden. Der Unterricht in den Schulen, wie in den Kursen wird von wohlausgebildeten Fachkräften geleitet werden. Voraussetzung für die Zulassung der Lehr- vom Wallfahrtskloster Engelberg. Weithin beherrscht dieses uralte Kloster mit Mauern und Türmen das fränkische Land. Man muß an einem Frühsommertag die sechshundertundzwölf „Engelstaffeln" emporsteigen, vorbei an ungezählten Ba- rockkapellen, Bildstöckchen und Maoonnensäulen. Man muß vom (Engelberg hinausschauen in die Lande am Main. Die Berge sind blau. Barocke phantastische Berge. Die Steinbrüche glühen rot. Wolken stehen weiß und üppig darüber wie in Gemälden barocker Kirchen. Litaneien werden gebetet. Wallfahrer ziehen durch das Tal. Zum Schönsten in dieser barocken Engelberg- Landschaft gehört das fürstlich Löwen st einsche Schloß zu Kleinheubach, das in einem schattigen Parke am Main dem Wallfahrtsberg gegenüber liegt. Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: diesen reichen Park mit seinen Goldregen- und Fliederbüschen, seinen Magnolienbäumen, seinen Blutbuchen, Platanen und Kastanien, seinen exotischen Baumgruppen, seinem Vogelsang — nirgends hört man die Nachtigall inbrünstiger und süßer singen — oder das Schloß selbst: mit seiner schönen von Eduard v. S t e i n l e ausgemalten Schloßkapelle, seinen hohen Pavillons, seinen riesigen Portalen, seinen Wappen und barocken Figuren, seinen prunkvollen Sälen. Das ist ein Klang: Schloß und Schloßpark, wie Strom und Berg, wie Wolke und Wald. Natur und Kultur, Menschen- werk und Gotteswerk wirkten hier zusammen, etwas Großes zu schaffen. Wenn man in der Chronik dieses Schlosses blättert, so erfährt man bald, daß es in der baufreu- digsten Zeit der deutschen Geschichte, dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts, erbaut wurde, jener Zeit, wo Fürsten und Siebte und wer es sich nur irgendwie leisten konnte von einer uns heute kaum begreiflichen Bauluft besessen waren. Gebaut mußte werden, das lag in der Luft. Versailles erstand damals, Sanssouci und Favorite, die Schlösser von Würzburg, von Bruchsal, von Ansbach und Bayreuth: die Gotteshäuser von Vierzehnheiligen, von Amorbach und Walldürn. Es war im Jahre 1721, da Fürst Dominikus Marquard zu Löwen st ein-Wertheim-Ro- f e n b e r g vom Grafen Friedrich Franz von E r - b a ch um den Preis von 108 000 Gulden Dorf und Schloß Kleinheubach erwarb. Er hätte sich bescheiden können mit dem alten Schloß, das um 1580 vom Grafen Georg von Erbach erbaut worden war. Aber Fürst Dominikus Marquard baute. Baute mit der Selbstverständlichkeit jener Zeit. Er baute sich einen stolzen Herrschaftssitz. Es ist bis jetzt nicht völlig klargestellt, ob Johannes Dien« zenhofer, der „hochfürstliche Bambergische Baumeister", oder Louis Remy de la Posse die Pläne zum neuen Barockschloß geschaffen. Nach den Bauakten im fürstlich Löwensteinschen Archiv wurde Posse am 2. November 1723 die „Ober« Inspektion" über den Bau übertragen. Am 11. November wurde ebenfalls ein Vertrag mit Dien« zenhofer abgeschlossen. Als Dienzenhofer 1726 starb, wurde der Mannheimer Baumeister R i - s ch e r fein Nachfolger. 1732, nach neunjähriger Bauzeit, war das neue Barockschloß am Main vollendet. Wer immer die Pläne geschaffen haben möge: es ist die baufrohe Barockzeit, die hier am Werk war. Das Kleinheubacher Schloß — die roten (Steine, aus denen es erbaut, stammen aus den Steinbrüchen des Maintales; sie leuchten in der Sonne — ist ein gewachsenes, ein organisches Bauwerk. Der (Erbauer war ein Meister. Meister waren auch die Maler, die im Schloßinnern am Werke waren. Ambrosius Reith sei besonders genannt. Er schuf die barocken Deckengemälde im Marmorsaal. Von intimer Wirkung sind die klassizistischen Malereien im Speisesaal. Die freundlichste Ueberraschung aber für den kunstsinnigen Besucher sind die Bilder Eduard v. Steinles, denen wir in den Gemächern dieses Schlosses begegnen. In den Jahren 1869 bis 1872 war es, wo der damals 50jährige Künstler von Frankfurt am Main nach Kleinheubach kam, die Schloßkapelle mit Bildern zu schmücken. Das Schönste aber, was Steinke damals schuf, ist der Zyklus Aquarelle zum Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot". Diese Märchenbilder find so bezaubernd innig, so erfüllt von dem, was wir „deutsche Seele" nennen, daß man beim Namen Kleinheubach äu allererst an diese Bilder denken muß. Das barocke Schloß atmet französischen Geist. Die Gobelinbilder künden von antiker Sage und Geschichte, die allegorischen Gemälde der Prunksäle sind unserem heutigen Empfinden fern. Unvergeßlich aber sind uns Steinles Märchenbilder „Schneeweißchen und Rosenrot", so unvergeßlich wie bas Blühen des Flieders und des Goldregens, wie der Gesang der Nachtigall, wie das Rauschen der alten Parkbäume und das Rauschen des Mainstromes. So wohnt — durch Steinles Märchenbilder — deutscher Geist im fränkischen Barockschloß am Main. Reiseliteratur. — Der Landesverkehrsverband Hefsen-Waldeck in Kassel hat einen neuen amtlichen Führer herausgegeben; er enthält alles, was der Fremde wissen Franken ist das Land des Barocks. Am Main stehen die schönsten Barockkirchen und Barockschlösser Deutschlands. (Eine Ueberschwänglichkeit, eine phantastische Fröhlichkeit ist in der Atmosphäre von Würzburg und Veitshöchheim, von Banz und Vierzehnheiligen. Weinberge leuchten auf hinter den Fassaden der bctrocken Klöster, Schlösser und Wallfahrtskirchen. Eine beschwingte Barockstimmung liegt auch i" jener Mainlanoschaft zwischen Spessart und Odenwald, die majestätisch gekrönt wird — Der Wegweiser und Hotelführer „Badner- land — Schwarzwald" wurde für 1934 in über neuer Auflage herausgegeben. Die südwestdeutsche ~ ~ *■ Grenzmark mit ihren günstigen klimatischen Verhältnissen besitzt eine große Zahl reizvoll gelegener, berühmter .Heilbäder und Kurorte und zahlreiche Zwei Telephongespräche. D. Berlin. Herr Dr. Fr. und seine Gattin machten eine Auto» fahrt; derweil hütete Anna, die neue Hausange» stellte, die Wohnung. Am Nachmittag klingelte bas leie» phon. Es melbete sich bas Urban-Krankenhaus. Anna ließ vor Schreck beinahe den Hörer fallen. „Ja, ist denn etwas passiert — mit dem Auto?" — „Ja» wohl, Fräulein," kam die Antwort. „Herr und Frau Doktor sind mit dem Auto gegen einen Baum gefahren und wurden hier bei uns eingeliefert. Es sieht ziemlich bös bei den beiden aus. Bitte suchen Sie die Pelzmäntel heraus. Die Herrschaften brauchen Wärme, besonders Pelzwärme wird ihnen gut tun. Der Stationsarzt wird gleich bei Ihnen mit unserem Auto vorfahren und die Pelze, abho- len. Und dann, Fräulein — Herr Doktor hatte nur ein paar Mark bei sich, es wäre uns ganz ange« nehm, wenn wir heute schon ungefähr zwanzig, drei- ßig Mark als Anzahlung bekommen konnten. Vielleicht geben Sie unserem Stationsarzt das Geld gleich mit?" Ja natürlich, Anna versprach, während sie an allen Gliedern zitterte, den Auftrag sofort auszuführen. Die Pelze waren noch nicht eingemottet, das Geld — du liebe Zeit, wo sollte sie das Geld hernehmen? Die Wirtschaftskasse war grabe leer, aber sie konnte bie Summe ihrer Sparbüchse entnehmen. Unb als bas Auto vorfuhr, ftanb Anna bereits vor ber Haustür unb übergab ben Insassen getreulich bie Pelze unb 35 Mark — benn fünf Mark mehr konnten doch sicher nicht schaden. Als sie noch viele Grüße an die Herrschaften bestellte unb recht gute Besserung gewünscht hatte, ging sie wie- ber hinauf und kam gerade zu einem zweiten Te- lephongespräch zurecht. Anna nahm den Hörer ab, und diesmal war der Schreck beinahe noch größer, als sie die Stimme von Frau Doktor vernahm. Frau Doktor bestellte aus Rheinsberg warmes Abendbrot für acht Uhr, da sie sich verspätet hätten. Das bestürzte Stammeln des Mädchens konnte Frau Doktor überhaupt nicht begreifen, und so hängte sie kurz entschlossen den Hörer an, da ja Ferngespräche schließlich nicht ganz billig sind. „Denk dir nur," sagte sie lachend zu ihrem Manne, „die Anna glaubt, wir wären verunglückt, woher sie das bloß hat!" Und kopfschüttelnd schaltete Herr Doktor den Motor wieder ein ... Der Hochzeitsmonat von Turin. (d) Rom. Die Standesbeamten in Turin bereiten sich schon heute auf die schweren und arbeitsreichen Zeiten vor, die ihnen im Monat Juni bevorstehen. Wenn man nämlich die jährliche Bevölkerungsstatistik dieser italienischen Industriestadt studiert, macht man die überraschende Entdeckung, daß der Monat Juni derjenige ist, in dem die meisten Eheschließungen zu verzeichnen sind. Nun ist ja der „Rosenmond", wie sein Name schon sagt, dazu geeigneter als jeder andere, da das aber für alle Städte zutrifft, diese aber gerade im Juni keine besonders hohe Eheschlie- tzungsziffer aufweisen, muß die Sache in Turin doch wohl eine andere Bewandtnis haben. Und ein italienisches Blatt ist nun auch dahinter gekommen. Wer jedoch hinter der Angelegenheit ein besonderes poetisches Geheimnis vermutet, wird bitter enttäuscht, denn die Rekordziffer der Turiner Heiraten im Juni ist lediglich die Folge ausgesprochenen Eigennutzes. — Vor einem Jahrzehnt nämlich starb in Turin ein Wohltäter feiner Vaterstadt, der in feinem Testament der Stadt eine Stiftung hinterließ, nach deren Bestimmung das schönste, gesündeste und verträglichste Ehepaar, das zuerst in jedem Jahr zwischen seinen Todesgedenktagen (er starb am 2. Juni) vor den Altar getreten sei, eine jährliche Rente von 600 Lire (nach dem Goldstandard) erhalten solle. Seitdem die Bestimmungen dieser Stiftung bekannt geworden sind, können die Turiner Brautpaare, namentlich der ärmeren Bevölkerungskreise, das Datum des 2. Juni kaum abwarten, um dann ja die erftei) zu fein. Denn auch im Lande Mussolinis mahlt zuerst, wer zuerst kommt. Und daß ausgerechnet sie das schönste und gesündeste und verträglichste Paar der Welt sind, das bilden sich bekanntlich die Brautpaare der ganzen Welt ein. Die Rache des Diebes. D. Prag. In der Straßenbahn erhob sich ein Getümmel. (Eine hübsche, junge Dame schrie: „Meine Handtasche ist weg, Hilfe!" Sofort wurde der Wagen an« gehalten, man lief durcheinander, und es war ein ziemlicher Krach. In dieser Aufregung gelang es Dem Dieb leicht, mit der Handtasche zu entkommen, und jede Untersuchung verlief ergebnislos. Die Dame war untröstlich, aber nicht nur wegen des Geldes, das sie verloren hatte. Am nächsten Tag bestätigten sich ihre Besorgnisse. Wutentbrannt kam ihr Gatte in ihr Zimmer gestürmt und schwenkte einen Brief in der Hand. Ein Schreiben auf nicht sehr feinem Papier, von nicht sehr geübter Hand. Der Inhalt war vernichtend. Der Dieb schrieb an den Mann der bestohlenen Dame: „Sehr geehrter Herr, ich habe mir gestern erlaubt, die Handtasche Ihrer Gattin zu stehlen. Ihre Gattin erhob ein solches Geschrei, daß ich nur mit Mühe entkommen konnte. Das war nicht sehr edelmütig von ihr. Wo sie doch nur ein paar Mark verlor. Ich war jedenfalls nicht sehr gut auf sie zu sprechen, und da fand ich einen Brief in der Tasche, den ich Ihnen hiermit ausliefere." Der Brief, den der Dieb in der Handtasche gefunden hatte, war in der Tat so niederschmetternd für den Gatten, so kompromittierend für die Frau, daß es zwischen ihnen weiter keiner Wort bedurfte. Nach einigen Tagen standen sie vor dem Scheidungsrichter. Das Kassenbuch als Lebensretter. (hk) Sofia. Immer wenn Iwan Karamanoff von diesem Abend spricht, streichelt er dankbar sein dickes Kassenbuch: „Bitte übersehen Sie nicht die vier kleinen Löcher, die von der Rückseite bis zur Seite 100 gehen . . ." Hier trug er alle Einnahmen aus seinem gutgehenden Krämerladen sorgsam ein. Er war auch an diesem Abend damit beschäftigt, als ein alter Freund in den Laden trat. Er hatte gerade eine Auseinandersetzung mit Karamanoff gehabt, wegen irgend einer lächerlichen kleinen Sache. Aber als er jetzt Karamanoff in feiner Hauptbuchbefchäfti- gung störte, wurden die Worte hitziger. Der Freund schrie, Iwan brüllte. Die Situation sah bedenklich aus. Da sah Iwan, wie sein Freund eine riesengroße Pistole zog und auf ihn anlegte. Er riß das Kassenbuch hoch. Vier Schüsse krachten, Iwan stand noch immer auf feinen Beinen, er lugte vorsichtig über das Kassenbuch hinweg und sah, wie sein Freund entsetzt die Pistole fallen ließ. Die Schüsse hatten ihn wohl zur Besinnung gebracht. Iwan besah' sein Buch. Vier Schußlöcher, aber alle nur bis zur Seite 1Ö0. Sein Freund kam auf ihn zu, umarmte Iwan und das Buch und erbot sich, ein neues Kassenbuch zu taujew Wirtschaft Rundsunkprogramm Devisenmarkt Berlin — firanffurf a M Vrcnffun a. Dl Schluß!. 24-5. | 25-5. 30,4 23,25 12 Reichsbanl -L.lt.G. Banknoten. ' 22,5 - - I 72 71,5 — II 175,5 1158,751 — Grttzner Schuckeri & Co. Siemens & Halste. Sabmeon & Co 64 62,5 Matnkrnstwerke Höchst «LOL... 4 Süddeutscher Zucker8| 55,25 64 46,25 41,5 46,5 58,5 17,25 164,5 168,75 151,5 102,5 56 64 45,75 41,9 121,5 46,65 58,75 62 17,13 164,5 169 151,4 .. 5 .. 7 . 10 0 o o 0 0 4 0 0 0 102 55 64 46 40 120,25 45,9 59,4 62 17,5 164,75 169 151 28,4 65,5 84,75 19.25 53,25 59,5 150,25 schon n vor, i man er Halt die ü deren zu ", wie mdere, ! aber eschlie- n doch in Hammen, oberes r ent» eiraten chenen ■in ein Testa- -eren rträg» oischen ü) vor te von i solle, ng be* Brau!- istrcife, n bann 91* ib da? te und >en sich t ein. 73,5 114,75 60,5 90,5 44,4 133 97 103,25 54,75 95,5 94 88,5 132 115,25 2%% Anatolier pamDuifl»i!lmerUfl»4jatei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Damvfschtfs ..... Norddeutscher Lloyd ....... •21.®. für Pertebrsroefen AN. . Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Prioat-Bank Deutsche Bank und DisconU» Gesellschaft ....... Dresdner Bant.............. 19.30: Kleine Unterhaltung. 20: Nachrichten. 20.15: Linienschiff „Derfflinger". 21: 4 oberbayerische Bauern singen Volks- und Jodellieder. 22: Danzig ruft. Der stellvertretende Führer der deutschen Tur- nerschaft, Carl Steding, spricht über die Vorbereitungen der Turner für das Ostlandturnfest. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 22.45: Nach- i aus dem Senderbezirk. 23: Tanzmusik. 0.30 55 64,5 46 42 46 59,5 17 164 169 151,25 Dienstag, 29.2HaL 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik H. 6.55: Frühkonzert: „... dann fließt die Arbeit munter fort!" 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45 Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50 Sozialdienst. 12: Reichssendung: Eröffnung der 1. Reichsnährstandschau in Erfurt, mit einer Rede des Herrn Reichsernährungsministers DarrS. 13: Nachrichten. 13.20: Mittagskonzert II. Blasmusik. 13.50: Nachrichten. 14: Von Stuttgart: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau, Das Kind als Schöpfer. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Noch- mittagskonzert. 17.30: Kalendergeschichten und Schnurren aus alter Zeit. Von Hans Brandeck, Freiburg i. Br. 17.45: Neue Tänze für Klavier zu 2 Händen. 18: Ingenieur und Haustechnik. Ein Zwiegespräch zwischen den Diplom-Ingenieuren W. Schaub und W. Wegener, Frankfurt a. M. 18.15: ..Aus Wirtschaft und Arbeit". 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Volkstümliche Unterhaltungsmusik. 20: Nachrichten. 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation. Hellere Klassik. Orchester des Königsberger Opernhauses. 21: „Helle- res Wien". Wiener Volkstheater Dor~ 100 Jahren. Ein Hörspiel. 22: „Original Schwarzwälder Dauern- musik", ausqeführt von den alten Dorfmustkanten Brost und Klaus aus Siegelau. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen... 23: Hymne an den Mond. Musik und Dichtung. 24 bis 1: Nachtkonzert. Lyrische Musik. Briefkasten her Nehoktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Stammtisch Sch. Von dem Aufenthalt von Nachtigallen in der Nähe des Triebes, am Waldsportplatz bzw. am Universitätssportplatz in diesem Jahre ist uns bisher nichts bekannt geworden. Daten für Samstag, 26. Mai. 1521: Luther wird in die Reichsacht getan. — 1923: Albert Leo Schlageter von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt, wird in Düsseldorf erschossen (geb. 1894). — 1933: Reichsstatthalter für Mecklenburg-Strelitz, Mecklenburg-Schwerin und Lübeck ernannt. Das Vermögen der KPD. beschlagnahmt. Daten für Sonntag, 27. Mai. 1703: Gründung Petersburg durch Peter den Großen. — 1846: Der Geigenkünstler Niccolo Paga- nini in Nizza gest. (geb. 1782). — 1910: Der Bakteriologe Heinrich Koch in Baden - Baden gest. (geb. 1843). rag. MM j)anb- gen an- oar ein Mg er omM >. Hit len dl- cn int hwenlll uf niÄ* r N irieb m geehrt mb* hob em koi* )on $ 3d) °>°! en, «J beit w ben V r in so W t W 65,68 81,44 84^ ■ unb wie. r ab, ■öfeer, lahm, irmes alten, bnnte längte bräche sagte t, wir ' Und ■ wie- frankfurter Börse TNitlagsbörse: widerstandsfähig. Frankfurt, 25. Mai. Die Börse lag geschäfts- los, war aber unter Berücksichtigung der ausgesprochenen Umsatzlosigkeit ziemlich widerstandsfähig. Die neuen Erfolge in der Arbellsschlacht, die erhöhte Jndustriebeschäftigung und günstige Wirtschaftsnachrichten blieben eine Stütze. Die Transfer- Verhandlungen, über die verschiedentlich eine Abschlußmitteilung angekündigt war, werden nach wie vor zuversichtlich beurteilt. Schultheis Pagenhoser 6I!u