Nr. 198 Erster Blatt 184. Zahrgang Samstag, 25. August 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Benagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten. Anzeiger Sichen Postscheckkonto: ZronÜurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universtläts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Ist erst einmal die Bahn fertiggestellt, die Harbin mit der Kiring-Korea-Bahn verbinden soll, so werden der Ostchinesischen Eisenbahn noch größere Gütermengen entzogen werden. Aber längst ist die Frage der Ostchina-Bahn keine reine Geschäftsangelegenheit mehr. Sie ist eine Frage des Prestiges. Gibt die Sowjetunion die Ostchina-Bahn auf, so liquidiert sie in der Mandschurei ebenso das politische Erbe des Zarenreiches wie kurz nach dem Kriege in Persien. Die Mandschurei ist für die Sowjetunion allerdings kein lebensnotwendiges Gebiet, ebensowenig wie das gesamte fernöstliche Gebiet vom Baikal-See bis Wladiwostok. An Siedlungsland ist die Sowjetunion reich genug, und ob die Moskauer Agrarpolitik geeignet ist, den Siedlungswillen des russischen Bauern zü wecken und damit die menschenleeren Räume im Fernen Osten aufzufüllen, ist eine Frage, die heute noch verneint werden muß. Seite sabotieren, als eine Störung der Arbeit der Bahn und als eine grobe Verletzung der Vertragsreche der Sowjetunion an der Ostchinabahn. Die Sowjetregierung betont, daß das japanische Kriegsministerium in einem offiziellen Kommunique vom 17. August sich erlaubt hat, zu behaupten, daß die Befehle zur Organisation der Bahnkatastrophen und Bahnüberfälle von dem Stab der Fernöstlichen Armee ausgehen, dem das japanische Kriegsministerium die Leitung der Banditenbanden an der Ostchinabahn zuschreibt. Vermittelt werden diese Befehle angeblich durch irgendeine Stelle der Organisation der russischen Bahnbeamten, die überhaupt gar nicht existiert. Diese Behauptungen des japanischen Kriegsministeriums werden begleitet mit aggressiven Ausfällen gegen die Sowjetunion. Die japanische Regierung wird zugeben, daß die letzten Ausschreibungen auf der Ostchinabahn, die sich immer mehr verstärken, von den aggressiven Bestrebungen bestimmter japanischer Kreise zeugen. Die Sowjetregierung ist überzeugt, daß die oben erwähnten Maßnahmen den mandschurischen Behörden und der mandschurischen Regierung zuzuschreiben sind, und hat mich beauftragt. Ihnen, Herr Minister, einen Protest zu überreichen. Die Sowjetregierung nimmt an, daß die japanische Regierung die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen wird. Genehmigen Sie ... usw. (Gez.) Jurenew." Zu den vielen Sorgenkindern des Fernen Ostens gehört nicht zuletzt die o st chinesische Eisenbahn, um die jetzt ein neuer Streit zwischen der Sowjetunion und Japan entbrannt ist. Wieder richten sich, wie schon Fahre zuvor, die Blicke aller an dem fernöstlichen Konflikt beteiligten Mächte nach jenem Schienenstrang, der von M a n d s ch u l i an der sowjetrussischen Grenze über Hailar, Harbin und Progranitschnaja nach Wladiwostok führt. Die Franzosen haben wenigstens in der Presse bereits für ihren neuen russischen Verbündeten Partei ergriffen, und die E n l ä n d e r hoffen, daß sowohl Sowjetrußlanv wie Japan die Dinge treiben lassen und keine Lust zur Verstärkung des neuen Konfliktes verspüren. Worum handelt es sich diesmal bei dem neuen Streit? Die in Mandschukuo stationierte japanische Polizei behauptet, dokumentarische Beweise für eine Beteiligung d'er leitenden russischen Beamten der ostchinesischen Eisenbahn und der russischen Militärbehörden an einem Komplott gegen die Regierung von Mandschukuo zu besitzen. Sie behauptet weiter, engste Verbindungen zwischen hohen russischen Funktionären und den Bandenführern festgestellt zu h^aben, die die Ordnung in Mandschukuo störten und den Verkehr auf der Eisenbahn lahmlegten. In Harbin wurden 74 Russen ins Gefängnis gesteckt, von denen ein Teil in den Hungerstreik getreten ist. Daraus hat der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der „Aktien-Gesellschaft der Ostchinesischen Eisenbahn", K u z e n z o w, an alle russischen Bahn- angestellte einen Aufruf erlassen, in dem er die Versicherung abgibt, daß sämtliche Bahnangestellte unter dem Schutze der Sowjetunion ständen und keine Sorge über das Schick- fal der Bahn oder ihre eigene Stellung zu haben brauchten. Die sowjetrussischen Vertei- digungsgrenzen seien inzwischen vollkommen fertiggestellt. Sowjetrußland werde es a b l e h n e n, die Ostchinesische Bahn für ein Linsengericht zu verkaufen, auch dann, wenn Japan und ll^andschukuo Gewalt anwenden wollten. Der Aufruf betont schließlich, daß Japans Rüstungen zwar allgemeine Besorgnis auslösten, daß aber militärische Sachverständige der Meinung wären, daß diese Rüstungen Japan nicht in den Stand fetzten, die kritischen Jahre 1935 und 1936 zu überwinden. Wenn Japan dennoch ben Frieden im Stillen Ozean stören wollte, so würde „eine dritte Macht, ein treuer Freund des Roten Bundes" eingreifen. Eine so unverblümte Sprache haben die Sowjetrussen seit langem nicht geführt. Selbstverständlich braucht das Säbelgerasfel nicht gleich Krieg zu bedeuten. Und es wäre leicht denkbar, daß Moskau den Kriegseifer seiner fernöstlichen Generale zügeln würde, wenn auch auf japanischer bzw. mandschurischer Seite E n t g e g e n k o mm e n gezeigt würde. Weit ernster wäre nur dann die Lage zu beurteilen, wenn sich die Meldung bewahrheiten sollte, daß das mandschurische Kabinett beschlossen hätte, a l l e russischen Angestellten der Bahn zu entlassen. Dann nämlich läge ein glatter Rechtsbruch und eine unmißverständliche Provokation vor. Wie ist die Rechtslage? Auch nach dem Protokoll von Chabarowsk, das den russisch-chinesischen Konflikt von 1929, bet dem der Oberstkommandierende der „Besonderen fernöstlichen Armee", General Blücher, mit Waffengewalt eingegriffen hatte, haben die im Jahre 1924 in Peking und Mukden abgeschlossenen Verträge zwischen Sowjet- ruß land und China ihre Gültigkeit. Um so mehr, als auch die Regierung von Mandschukuo mit der Note vom März 1932 die Rechtsgültigkeit ausdrücklich bestätigt hatte. Die Verträge von 1924 erklärten die ostchinesische Eisenbahn zu einem rein geschäftlichen g e - meinsamen Unternehmen Sowjetrußlands und Chinas. Die Frist der russischen Bahnkonzession wurde von 80 auf 60 Jahre herabgesetzt. Danach muß die Bahn 1963 unentgeldltch in den Besitz Chinas übergehen. Außerdem ist in beiden Verträgen China das Recht zugebilligt, die Bahn jederzeit, jedoch nur mit rein chinesischem Kapital aufzukaufen. Faktisch sind allerdings die Verträge von Mukden und Peking überholt, da ja inzwischen das neue Kaiserreich Mandschukuo an die Stelle Chinas getreten ist. Mandschukuo aber verfügt über kein eigenes Kapital, könnte also die Anteile an der ostchinesischen Bahn nur mit japanischem Geld aufkaufen. Das würde aber wiederum gegen die Bedingungen der Verträge verstoßen. Diese Verträge sichern den Russen außerdem ein Übergewicht bei der gemeinsamen Bahnverwaltung insofern, als die russischen Vertreter in allen wichtigen technischen und finanziellen Fragen die entscheidende Stimme haben. Der Streit um die Ostchina-Bahn war solange nicht besorgniserregend, solange er auf dem Rücken des ohnmächtigen China ausgetragen werden konnte. Mit der Gründung von Mandschukuo war dies glückliche Verhältnis verstört, da der neue Staat ausgesprochen japanische Interessen vertritt und Die Ausmerzung aller nichtjapanischen politischen und wirtschaftlichen Einflüsse in der Man- ichurei fordert. Die neue Regierung will die Ab- 'ängigkeit von Moskau beseitigt wissen. Gegen eine Teilnahme der Russen an der Verwaltung und an den Gewinnen der Bahn hat sie grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn die Ostchinesische Bahn auf ihre Sonderstellung verzichtet und sich vollkommen dem von der südmandschurischen Bahn geleiteten System anschließt. Die Ostchina-Bahn ist ja noch mehr als eine reine Eisenbahngesellschaft. Sie ist ein weitverzweigtcH Millionen-Unternehmen mit riesigen Waldkonzessionen, Kohlengruben, Grundeigentum und manchen allerdings zum Teil schon erloschenen Vorrechten und Privilegien. Auch daß auf der Ostchinesischen Bahn eine eigene Währung, der Goldrubel gilt, ist der Regierung von Mandschukuo ein Stein des Anstoßes. Bei einem wirklichen günstigen Angebot wären die Sowjetrussen wohl geneigt, die Anteile an der Bahn zu verkaufen. Sie haben diese Bereitwilligkeit wiederholt erklärt. Viel Gewinn wirft die Bahn ohnehin nicht mehr ab, seitdem im Frühjahr 1933 die neue Bahn st recke von Hulan nach Hailun vollendet wurde und damit eine Verbindung zu der unter japanischer Kontrolle stehenden Normal-Spur- Bahn ermöglichte. Auch auf dem Wege der 23 er» Moskau, 24. Aug. (DNB.) Auf Veranlassung der Sowjetregierung überreichte der sowjetrussische bevollmächtigte Vertreter in Tokio, Jurenew, dem japanischen Außenminister H i r o t a eine Note folgenden Inhalts: „Herr Minister! Am 12., 13. und 14. August wurden auf der östlichen Strecke der Ostchina-Bahn 19 Bahnbeamte, russische Staatsangehörige, verhaftet. Diese Verhaftungen haben die östliche Strecke der Bahn der führenden Beamten beraubt, wodurch die weitere Arbeit der Bahn in Frage gestellt wird. Um diese gesetzwidrigen und grundlosen Verhaftungen zu rechtfertigen, werden die verhafteten Beamten beschuldigt, Ueberfälle auf japanische Militärmissionen und Eisenbahnzüge, Eisenbahnkata- strophen und Beraubungen sowie Mordanschläge und Entführungen von Beamten und deren Familienmitgliedern organisiert zu haben. Diese Beschuldigungen werden unterstützt durch das japanische Kriegsministerium und durch Vertreter des japanischen Außenministeriums. Abgesehen von den Verhaftungen und von der sinnlosen Beschuldigung der Verhafteten haben die japanisch-mandschurischen Behörden Beschuldigungen ausgesprochen gegen offizielle Behörden und Vertretungen der Sowjetunion in der Mandschurei. Die Sowjetregierung betrachtet alle diese Maßnahmen, die tatsächlich die mandschurisch-japanisch- russischen Besprechungen über den Verkauf der Bahn von mandschurisch-japanischer Tokio, 24. Aug. (DNB.) Die gesamte japa- panifche Presse ist über den Ton der sowjetrussischen Note sehr erregt und erklärt, der Inhalt dieser Note sei ein Beweis für die versuche, die Verantwortung für die letzten Ereignisse an der chinesischen Ostbahn auf mandschurische und japanische amtliche Stellen a b z u w ä l z e n. Die Beweggründe für die sowjetrussifche Note würden von den amtlichen japanischen Stellen eingehend geprüft werden. Die Blatter sind sich darüber einig, daß die japanische Antwortnote nicht weniger scharf gehalten sein dürfe als die sowjetrussische Note. Nach Berichten aus Schanghai soll Japan die Absicht haben, 30 Kriegsschiffe nach Dairen und 7 0 Bombenflugzeuge nach Ehar- bin zu entsenden. Die Maßnahme wird mit der neuerlichen gespannten Lage an der mandschurisch-sowjetrussischen Grenze in Zusammenhang gebracht. Von der japanischen Gesandtschaft in Schanghai wird die beabsichtigte Entsendung der Kriegsschiffe und Bombenflugzeuge nicht in Abrede gestellt, jedoch dahingehend abgeschwacht, daß es sich möglicherweise um Maßnahmen im Nahmen der bevorstehenden kombinierten Land-, Luft- undSeemanöver handele, die im Raume Dai- ren-Schanhaikwan stattfinden sollen. Meder Rußland noch Japan seien zum Kriege bereit. Ein weiterer noch unbestätigter Bericht besagt, daß das amerikanische Flaggschiff „Augusta" mit zwei Zerstörern auf einen plötzlichen Befehl hin von Tsingtau nach Dairen in See gegangen sei. * Es ist sicher mehr als nur ein interessanter Zufall, daß die Zuspitzung der Lage im Fernen Osten mit der Eröffnung der 15. Völkerbundsversammlung zeitlich zusammenfällt. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß der Räte-Union durch die Aussicht auf baldige Aufnahme in den Schoß der Völkerliga die Absendung der Protestnote an Japan erheblich erleichtert worden ist. Die Ausnahme der Räterepublik steht zwar nicht ausdrücklich auf der Genfer Tagesordnung, aber jedermann weih, daß diese Frage den ganzen Tagungsablauf beherrschen wird. Sie ist die Voraussetzung für den Abschluß des geplanten O st p a k t e s, der unter französischer Oberleitung nicht nur die Einkreisung Deutschlands, sondern auch die Sicherung der russischen We st grenze bezweckt, und sie ermöglicht damit erst die scharfe Sprache, die Moskau jetzt gegen Tokio führt. Aber ist der Schuß nicht doch zu früh losgegangen? Die Hindernisse, die dem Einzug der Sowjetrepublik in den Völkerbundspalast wie der Verwirklichung des Ostpaktes gegenüberstehen, sind noch immer nicht weggeräumt. Japan ist von diesen Schwierigkeiten offenbar genau unterrichtet, denn es hat nicht gezögert, den russischen Protest energisch zurückzuweisen, und gleichzeitig die Ankündigung zugelassen, daß es dreißig Kriegsschiffe und siebzig Bombenflugzeuge in die Mandschurei schicken werde, um dort „Manöver" zu veranstalten. Das ist eine nicht mißzuverstehende Warnung und ein Zeichen, daß man in Tokio keinesfalls gewillt ist, sich bei der völligen Ausrottung aller nichtjapanischen Einflüsse in Mandschukuo irgendwie stören zu lassen. Ob die Moskauer Regierung ihren Rückzug im Fernen Osten trotz des drohenden Prestigeverlustes fortsetzen wird? Zwar hat sie etwas von einer geheimnisvollen dritten Großmacht verlauten lassen, die im Kriegsfälle unbedingt auf russischer Seite stehen würde, aber auch die Japaner sind inzwischen nicht müßig gewesen. Trotzdem die Nach- richt von einer englischen-japanischen Allianz scharf dementiert wurde, dürfte dennoch die Neutralität Großbritanniens im Falle einer russisch-japanischen Auseinandersetzung feststehen, während die USA. die Anregung eines japanisch-amerikanischen Nichtangriffspaktes abgelehnt haben sollen. Treue um Treue! Nicht lange nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus hat Adolf Hitler als Grundsatz der neuen Staatsführung den Willen verkündet, unbeschadet der ihm durch den Reichstagsbeschluß vom 23. März 1933 für vier Jahre erteilten Voll» macht alljährlich durch eine Volksbefragung die Zustimmung des Volkes zu feiner Politik einzuholen. Nur auf dem Boden eines immer wieder erneuerten und vor aller Welt bestätigten Vertrauensverhältnisses zwischen Volk und Führung wachsen die Kräfte, die einen autoritär geleiteten Staat tragen. So war der Beschluß der Reichsregierung, Völkerbund und Abrüstungskonferenz zu verlassen, als der Entschluß zu einem grundsätzlich Neuen im außenpolitischen Kurs Deutschlands der Entscheidung des Volkes unterbreitet worden. Saarländer! Meldet Euch zum 30. August. Und der gleichen Erkenntnis von der Notwendigkeit, immer wieder das Volk teilhaben zu lassen an der Gestaltung seiner politischen Geschicke und damit die Verbindung von Volk und Führung immer wieder neu zu knüpfen, entsprang der Wunsch des Führers, auch die Erweiterung seiner Vollmachten nach dem Heimgang des Feldmarschall-Reichspräsidenten dem Votum einer Volksbefragung zu unterwerfen. „Ich will, daß die vom Kabinett beschlossene und verfassungsrechtlich gültige Betrauung meiner Person und damit des Reichskanzleramtes an sich mit den Funktionen des früheren Reichspräsidenten die ausdrückliche Sanktion des deutschen Volkes erhält." Die restlose Verwirklichung des Führergedankens durch die Vereinigung der beiden Aemter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in einer Person und damit der bislang bedeutsamste Schritt zu einer verfassungsrechtlichen Neuordnung des Reiches sollte ebenso wie im vergangenen Jahre die entscheidende außenpolitische Wende durch das Volk ausdrücklich als sein Wille bestätigt werden. „Fest durchdrungen von der Ueberzeugung, daß jede Staatsgewalt vom Volk ausgehen und von ihm in freier und geheimer Wahl bestätigt sein muß", hatte der Führer daher die Volksbefragung angeordnet, die an jenem denkwürdigen 19. August das Treuebekenntnis eines Volkes zu feinem leitenden Staatsmann brachte, wie es auch in der Geschichte anderer großer Völker beispiellos ist. Der Glaube an die Kraft der Persönlichkeit, der aus der kleinen Kämpferschar der ersten Jahre jene Tausende und Millionen machte, mit denen der Nationalsozialismus von Sieg zu Sieg schritt, dieser unerschütterliche Glaube an Adolf Hitler hat ein ganzes Volk ergriffen. Ein ganzes Volk bekennt sich zu seiner Führung und überträgt ihm eine Machtfülle, wie sie weder tatsächlich, noch moralisch irgend einem andern leitenden Staatsmann der Welt, sei er Monarch, sei er Präsident, zu eigen ist. Aber nirgends im weiten Erdenrund vermag auch ein anderer Staatsmann als Adolf Hitler auf eine so gewaltige Mehrheit seines Volkes hinzuweisen, die ihm diese Machtfülle ausdrücklich übertragen hat. Der Führer hat bei der Uebernabme der Befugnisse des Reichspräsidenten erklärt, daß er den Titel eines Reichspräsidenten für seine Person ablehne, da die Größe des verewigten Feldmarschalls diesem Titel eine einmalige Bedeutung gegeben habe. Er hat daher den Reichsinnenminister veranlaßt, dafür zu sorgen, daß er selber wie bisher nur als „Führer und Reichskanzler" angesprochen werde. Der Titel „Reichspräsident" ist also mit dem Hinscheiden Hindenburgs erloschen, er bleibt das alleinige Ehrenrecht des toten Marschalls. Aber das ändert natürlich nichts daran, daß der Führer und Reichskanzler die verfassungsmäßigen Befugnisse des Reichspräsidenten übernommen hat und ausübt. Als Staatsoberhaupt vertritt der Führer das Reich völkerrechtlich, er beglaubigt und empfängt die diplomatischen Vertreter der fremden Mächte, gibt im Namen des Reiches bindende Erklärungen andern Staaten gegenüber ab und schließt Bündnisse und Verträge. Kriegserklärungen und Friedensschlüsse erfolgen ebenfalls durch den Führer in seiner Doppeleigenschaft als Staatsoberhaupt und Chef der Regierung. Der Führer und Reichskanzler ernennt und entläßt ferner Reichsbeamte und Offiziere und hat den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht des Reiches. Er hat auch das Begnadigungsrecht. Der einst so viel umstrittene Artikel 48 der Reichsverfassung gibt ihm auch noch wesentliche innerpolitische Machtbefugnisse wie die Außerkraftsetzung verfassungsmäßig gewährleisteter Grundrechte und die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit Hilfe der bewaffneten Macht, schließlich die Reichsexekution gegen ein Land, das feinen ihm obliegenden Pflichten nicht nachkommt. Die Aufzählung dieser Sonder-Rechts kann man heute nicht mehr ohne ein Lächeln lesen, und doch sind erst wenige Jahre vergangen seit der Zeit, wo ohne den Artikel 48 ein Regieren in Deutschland überhaupt unmöglich zu sein schien. Aus der parlamentarischen Anarchie, in die durch die Eigensucht und die Kurzsichtigkeit der Parteien das politische Leben in Deutschland zu versinken drohte, führte die Brücke über den Artikel 48 zum autoritären Staat, aber die Verbindung von Voll und Staatsführung gelang nicht. Erst Adolf Hiller als Führer der Volksbewegung des Nationalsozialismus schuf die Voraussetzungen für eine aus dem Willen des Volkes geborene und vom Vertrauen Frankreich gießt Oel auf die Wogen. Oie Rivalität der Großmächte im Pazifik gefährlicher als der Ostchinakonflikt. des Volkes getragene autoritäre Staatsführung. Das Volk hat am 19. August alle Macht in seine -and gelegt und sich in beispielloser Geschlossenheit um den Mann geschart, den es als den rechten Führer aus Zerrissenheit, Verzweiflung und Not zu Volksgemeinschaft und Reichseinheit, zu neuem Wohlstand im Innern und Freiheit nach außen erkannt hat. Das Ausland aber kann als Lehre des 19. August erneut zur Kenntnis nehmen, daß das deutsche Volk, zu einem stahlharten Block einheitlichen Willens zusammengeschmiedet, entschlossen ist, unter seinem Führer und Reichskanzler den Kampf um Ehre und Gleichberechtigung mit zäher Energie unbeirrt durch Drohungen oder Lockungen falscher Sirenen fortzusetzen, bis es die Stellung errungen hat, auf die es im Kreise der großen Völker einen unabdingbaren Anspruch hat. Man zerbricht sich in der ausländischen Presse ganz unnötig den Kopf über die künftige Politik des Führers. Das nationalsozialistische Deutschland hat seiner ehrlichen Bereitschaft zur Verständigung mit allen Völkern so oft Ausdruck gegeben und seinen entschiedenen Friedenswillen mit dem deutsch-polnischen Pakt und den mehrfachen Angeboten des Kanzlers an den französischen Nachbarn so eklatant unter Beweis gestellt, daß nur verstockte Böswilligkeit sich heute noch den Anschein der Besorgnis und Beunruhigung geben kann. Deutschlands klare außenpolitische Linie tftlt am 19. August keine Aen- derung erfahren, das Volksootum hat auch außem politisch nur wiederum erhärtet, was die Welt auch schon vor dem 19. August hätte wissen können, daß die Stimme des Führers die Stimme Deutschlands ist. In den gleichen Tagen, in denen das deutsche Volk seinem neu erkorenen Reichsoberhaupt zujubelte und ganz Deutschland einem Fahnenmeer glich, wehten auch im Saargebiet die schwarz-weiß- roten Flaggen und die Hakenkreuzbanner des neuen Reiches. Das deutsche Volk an der Saar, durch die Bestimmungen des Versailler Diktats noch fast fünf Monate von seinen Brüdern im Reich sern- gehalten, durfte sich zwar nicht mit dem Stimmzettel an der großen Vertrauenskundgebung für den Führer beteiligen, aber eine äußere Demonstration der Treue und Zugehörigkeit zu Führer, Volk und Reich ließen sich die Saarländer nicht nehmen. Ihnen zu danken für ihre Treue, sie zu starken in ihrem zähen Kampf um ihr Recht, ßch zu Deutschland zu bekennen, und gleichzeitig der Welt einen leuchtenden Beweis engster Verbundenheit des deutschen Volkes mit seinen schwer ringenden Volksgenossen an der Saar zu geben, das ist die Aufgabe der Treuekundgebung, die der Bund der Saarvereine am morgigen Sonntag auf der trutzi- gen Feste des Ehrenbreitfteins bei Koblenz veranstaltet, wo sich hunderttausende Männer und Frauen aus dem Reich zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern aus dem Saargebiet um den Führer scharen werden, um aus seinem Munde die unbeugsame Entschlossenheit zu hören, von Deutschlands unanfechtbarem Recht auf Land und Volt an der Saar kein Titelchen aufzugeben und den Saarländern die Rückkehr ins Vaterhaus nach Kräften zu erleichtern. „Dort, wo die Mosel die Fluten der deutschen Saar dem Schicksalsstrom der deutschen Westmark, dem Rheine, zubringt, wollen mir in einer einzigen Willenskundgebung dem ringenden Dolksteile an Deutschlands blutender Westgrenze die Treue des Dritten Reiches beweisen." So heißt es in dem Aufruf, den Staatsrat Simon, der Führer des Bundes der Saarvereine, ergehen ließ. Die Mitteilungen aus Koblenz zeugen von dem gewaltigen Widerhall, den der Aufruf und die Nachricht vom Erscheinen des Führers im Saarland sowohl wie in allen Teilen des Reiches gefunden haben. Möge das Ausland aus der Kundgebung auf dem Ehrenbreitstein sich ein Urteil darüber bilden, was nach Blut und Rasse, nach Geschichte und Landschaft, nach wirtschaftlicher Verbundenheit und kultureller Gemeinsamkeit, nach Recht und Gerechtigkeit deutsch ist und am 13. Januar 1935 wieder deutsch werden wird. Aber bis die Befreiungsstunde für die Saarländer schlägt, will man ihnen das Leben noch schwer machen und ihnen die Treue zu Volk und Reich mit Terror und Schikane vergelten. Unter den schützenden Fittichen der Regierungskommission, der vom Völkerbund eingesetzten „Treuhänderin" des Saarvolkes, täglich angestachelt von einer schamlos alle nationalen Bande verleugnenden Separatistenpresse lassen Marxisten und Emigranten ihre Wut über das Erfolglose ihrer Bemühungen an der Bevölkerung des Saargebiets aus. Die Regierungskommission schweigt zu allem. Es bedarf erst ener- aischer Beschwerden des Berliner Auswärtigen Amtes über unerhörte Ausfälle der von ihr geduldeten und mit sichtlichem Wohlwollen behandelten marxistischen Zeitungen beim Tode des Reichspräsidenten, um sie zum Reden zu bringen. Sie hat sich die Antwort allerdings leicht gemacht. Den nur zu berechtigten Klagen des Auswärtigen Amts begegnet sie mit der überaus faulen Ausrede, daß ihr bisher gesetzliche Maßnahmen gegen Verunglimpfungen verstorbener Staatsoberhäupter fehlten, daß sie solche aber nunmehr vorbereitet habe. Wir sind sicher, die Zeitungen der „Deutschen Front" im Saargebiet würden höchlich erfreut gewesen sein, sich von der Regierungskommission stets mit der gleichen peinlichen Gerechtigkeit behandelt zu sehen, hinter der Herr Knox sich nun verschanzt, um seine indolente Haltung gegenüber der marxistischen Pressehetze zu entschuldigen. Wenn dann die Regierungskommission zu ihrer Entlastung einfach den Spieß umzudrehen versucht und der deutschen Presse ungerechtfertigte Angriffe gegen die Regierung des Saargebiets vorhält, so ist das völlig fehl am Platze. Die deutsche Presse hat die selbstverständliche Pflicht, mit aller Schärfe die ganze Welt auf ein System aufmerksam zu machen, das unter Außerachtlassung seiner treuhänderischen Pflichten mit zweierlei Maß mißt und damit im Abstimmungskampf Partei nimmt. Gänzlich unangebracht ist der Hinweis in der Note der Regierungskommission auf die Zweibrückener Rede von Dr. Goebbels, dem es nicht im Traume eingefallen ist, „Angriffe schimpflicher Art" gegen die Saarregierung zu richten, wie diese behauptet, sondern der lediglich die sachliche Feststellung getroffen hatte, daß das Saarland deutsch ist. Das wird einem deutschen Minister wohl nicht verwehrt werden können. Besser, als solche ebenso lächerlichen wie unhaltbaren Vorwürfe zu erheben, stände es der Regierungskommission an, mit aller gebotenen Beschleunigung dafür zu sorgen, daß wenigstens während der letzten Monate vor dem Abstimmungstermin das deutsche Volk an der Saar erfährt, wie eine Regierung aussieht, die nur Treuhänderin des ihrer Fürsorge anvertrauten Volkes sein will, nicht aber durch einseitige Parteinahme dieses selbe Volk täglich vor den Kopf stößt. Wenn Herr Knox Interesse daran hat, seinen während seines bisherigen Wirkens im Saargebiet reichlich ramponierten Ruf wieder aufzubessern, möge er diese letzten Monate nützen. P a r i s, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter des „Petit Parisien" in Schanghai ist der Ansicht, daß der russisch-japanische Konflikt an Ort und Stelle sich weniger beunruhigend ausnehme, als von Europa gesehen. Weder von der Sowjetregierung noch von Japan werde in diesem Augenblick der Krieg gewünscht. Die einzige Gefahr sei, daß irgendeine untergeordnete Führung in Ausführung eines Befehls zu weit gehe. Auch der „Excelsior" ist der Ansicht, daß weder Japan noch die Sowjetunion kriegerische Abenteuer wünschten, die in Rußland die innere Ordnung und für Japan seine Eroberungen in China gefährden könnten. Die wahre Gefahr liege weniger in der russisch-japanischen auf die Mandschurei lokalisierten Spannung als in d e r internationalen Lage, die durch die Rivalitäten der Großmächte im Stillen Ozean und die Spannung in Europa gekennzeichnet werde. Sowjetrußland rühme sich, in Sibirien 250 000 Mann in 700 Gebäuden zusammengezogen zu haben. Es rechne angeblich mit der Unterstützung durch die chinesischen Banden, vielleicht sogar mit der Hilfe Amerikas, das wegen der Kündigung des Flottenabkommens durch Japan beunruhigt fei und einer Atlantikflotte Befehl gegeben habe, sich im Pazifik zu fammeln. Die japanische Regierung cheine auch gewissen Anregungen aus London, wo ich eine Kampagne für die Rückkehr zur alten englisch - japanischen Allianz bemerkbar mache, williges Ohr zu leihen. Eine Vermittlungsaktion der Mächte würde „Action Franxaise" für zweckmäßig halten. Wenn niemand dazu bereit sei, dürfe man vielleicht die Schlußfolgerung ziehen, daß niemand mehr die Macht oder den nötigen Einfluß besitze. 1903 und 1904 hätten England und Frankreich es wenigstens noch gewagt, daß Wort zu ergreifen. Washington, 24.Aug. (DNB.) Die amerikanische Regierung hat kategorisch die russischen Gegenvorschläge zur Regelung der Frage der amerikanischen Forderungen an Sowjetrußland a b gelehnt. Staatssekretär Hüll hat die letzten Verhandlungen mit dem Sowjetbotschafter Troja- n o w s k i persönlich geführt und deshalb seinen Urlaub unterbrochen, lieber die Verhandlungen wurde von der Regierung eine amtliche Mitteilung ausgegeben, die lautet: Die amerikanische Regierung hatte nach der Wiederaufnahme der Beziehungen mit Sowjetrußland ihre Forderungen schriftlich formuliert. Seitdem sind Verhandlungen geführt worden, die sich jedoch mehr mit Einzelheiten als mit grundsätzlichen Fragen beschäftigten. Heute jedoch überreichte der russische Botschafter einen Gegenvorschlag, angesichts dessen es unmöglich ist, hinsichtlich der Erfüllung eines Abkommens optimistisch zu sein. Nach der Besprechung mit Hüll gab Trojanowski zu, daß die Verhandlungen in eine Sackgasse geraten seien. Er habe jedoch die Hoffnung, daß sie fortgesetzt würden. Koblenz, 24. Aug. Die Stadt Koblenz ist in ein einziges Flaggenmeer gehüllt. Die Häuserfronten sind zum Empfang der Deutschen von der Saar mit frischem Grün geschmückt. Am Bahnhof herrscht Hochbetrieb. Reibungslos werden die Ankommenden in ihre Quartiere geleitet. Tausende von Privatquartieren stehen zur Verfügung. In Massenquartieren wurde Platz geschaffen. Große Last- wagenzüge brachten Tausende von Feldbetten. Selten wohl haben die Straßen und Gäßchen von Koblenz so bewegtes Leben und Treiben gesehen wie an diesem Tage. Von der Schiffsbrücke her dröhnen dumpf die Trommeln der einmarschierenden HJ.-Formationen. Hell klingen die Stimmen der Jungen, die nach langer Fahrt endlich die Stätte saardeutschen Bekenntnisses erreicht haben. Musik in allen Straßen und Gassen. An 70 Stellen der Stadt Riesenlautsprecher. Kampflieder des neuen Deutschland, und Märsche bringen in den letzten Winkel, lieber Koblenz steht eindeutig und fest das Wort, das der Führer selbst als Geleitwort für die Sonderausgabe des Koblenzer Nationalblattes gegeben hat: „Es wird keine glücklichere Stunde geben für das neue Deutschland, als die, in der wir die Tore aufreißen können und das Saarvolk wieder in Deutschland sehen!" Oer Landesleiter der Deutschen Front zum Tag von Ehrenbreitsiein. Saarbrücken, 24.Aug. (DRV.) Der Landesleiter der Deutschen Front, Pirro, hat an die Saarbevölkerung folgenden Aufruf zum Ehrentag von Ehrenbreitstein erlassen: „Wir kommen zum Führer; der Führer kommt zu uns! Und wir sind glücklich! Der Tag von Lhren- breitstein wird in der Geschichte der Saar ewig ein besonderes Ruhmesblatt einnehmen, denn es ist ein Tag der gewaltig st en Demonstra- tion der Treue, des Glaubens und der Liebe zum Führer und unserem Vaterland! Das Erlebnis von Ehrenbreitsiein, das seine Krönung durch die Anwesenheit des Führers erhält, gibt uns allen erneut Kraft und Wut, die letzten Monate der Trennung und des Kampfes in ungebrochener Energie und äußerster Disziplin zu tragen. Dir wissen heute noch nicht, was uns die nächsten Monate bringen werden, aber das eine wissen wir bestimmt, daß sie uns der endlichen Freiheit entgegenführen. Wir glauben an unser ewiges Deutschland!" Oie <5(5. bei der Gaartreuefahrt. Wie vom Gaupresseamt mitgeteilt wird, beteiligt sich die Motor-SS. des ganzen Reiches an der großen Saar-Treuefcchrt am 25. und 26. Wiederbelebung des britisch- japanischen Bündnisses? Nervosität in Moskau. R e v a l, 25. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Sowjetpresse bringt Schanghaier Nachrichten als Bestätigung der Gerüchte über die e n g l i s ch -1 a p a» nischen Verhandlungen. Die sowjetrussische Presse verheimlicht nicht ihre Nervosität und betont, daß eine weitere Annäherung Englands und Japans im Fernen Osten unbedingt Rückwirkungen auf die gesamte internationale Lage Hervorrufen würde. Besonders bei der augenblicklich gespannten politischen Lage im Fernen Osten gewinne dieser Schritt Englands besondere Bedeutung. Das Zusammengehen Englands und Japans in fernöstlichen Fragen beweise, daß die englische Politik ihre feindliche Spitze gegen Rußland bisher nicht aufgegeben habe, trotz ihrer offiziellen freundlichen Stellungnahme zum Ostpakt. Oie Sowjetunion und der Völkerbund. Reval, 24. Aug. (DNB.) Die gesamte Sowjetpresse veröffentlicht das Programm der Sitzung des Völkerbundes, in dem ausführlich sämtliche zur Beratung stehende Fragen erwähnt werden m i t A u s- nahme der Aufnahme Sowjetrußlands in den Völkerbund. Von Sowjetseite ist bisher noch keine klare Stellungnahme erfolgt, da man in Moskau b i e Frage bes Eintritts Rußlands in ben Dölkerbunb in engsten Zusammenhang mit ber Frage bes Konfliktes t n Dftafien bringt. Sollte sich ber Konflikt im Fernen Osten allerdings noch mehr zufpitzen, fo wird die Sowjetunion sofort ihren Eintritt in ben Völkerbund vollziehen. Der scharfe Ton der amtlichen Mitteilung über die Verhandlungen mit Sowjetrußland zeigt, daß die Beziehungen zwischen den beiden Regierungen durchaus nicht so herzlich sind, wie zeitweise angenommen wurde. Tatsächlich hat die amerikanische Regierung sich im Laufe ber letzten Monate immer mehr auf den Standpunkt kühlen Abwartens unb mit Mißtrauen gepaarter Vorsicht zurückgezogen, ben sie bereits vor Wiederaufnahme der Beziehungen eingenommen hatte. Man glaubt, daß die Wiederaufnahme der Beziehungen Amerikas zu Sowjetrußland einer der vielen Versuche Roosevelts war, den amerikanischen Außenhandel wieder anzukurbeln. Roosevelt sei aber nicht geneigt diese Ankurbelung mit einer Blankounterschrift unter russische Vorschläge zu erkaufen, in denen sich die Sowjetregierung sehr weitgehende und in ihren Folgen noch ganz unübersehbare Kreditvergünstigungen h-abe ausbedingen wollen. August. Jede Motoreinheit entsendet einen Personenkraftwagen bzw. ein Motorrad nach Koblenz, um dort dem Führer, zum Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem deutschen Saargebiet, eine Huldigungsadresse aus ihren Heimatgebieten zu überreichen. Insgesamt werde,, etwa 200 Fahrzeuge mit über 600 SS.-Mannern erwartet. Mit dem Eintreffen der Motor-SS., die in geschlossener Kolonne, von Montabaur kommend, durch die Stadt zur Karthause fahren wird, ist am 25. August gegen 14 Uhr zu rechnen. In echter SS.-Kameradschaft werden zu dieser Treuefahrt die treu st en SS. - Männer entsandt, als Anerkennung für vorbildliche Pflichterfüllung. Die Teilnehmer werden auf dem Asterstein bei Ehrenbreitstein Biwak beziehen. Zeder kaust die Saar-plakette. Zur Saartreuekundgebung in Koblenz hat der Führer eine Saar-Plakette erwählt, die in ihrer künstlerischen Formgebung vielfaches Symbol der Verbundenheit des Reiches mit der deutschen Saar darstellt. Zwei Hände einigen sich in festem Druck — das Reich und das Saargebiet. Beide sind treu vereint in den Schwur des Reiches und vor allem der Saardeutschen Deutsch ist die Saar. Und auf einem Ehrenmal, das dort gleichsam für die vielen in Treue gefallenen Kämpfer an der Saar errichtet ist, sieht der Wahlspruch dieser Helden: Des Deutschen Ehre ist die Treue. Der toten und der lebenden Kämpfer an der deutschen Saar gedenkt so das neue Reich, dessen Symbol über allem schwebt. In diesem Sinne innerer Verbundenheit werden all eDeulschenam26.Augustund bis zum Abstimmungstag die Saar* Plaketten tragen. Wer sie trägt, trägt sie für die deutschen Brüder an der Saar, denen das Tragen im Saarland verboten wurde. Oie Urkunde zum Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Berlin, 24. Aug. (DNB.) Dos Reichsgefetzblatt veröffentlicht in feiner Nummer vom 22. August ben Wortlaut für bie Urfunbe, die zusammen mit dem Ehrenkreuz Frontkämpfern verliehen wird. Die Ur- funbe trägt als Kopf bie Worte: „I m Namen des Führers unb Reichskanzler s". -Dann folgt bas Wort „Dem", hierauf wird ber Name eingesetzt, unb ber Text geht weiter „ist au ~runö ber Derorbnung vom 13. Juli 1934 zur (Erinnerung an ben Weltkrieg 1914—1918 bas von bem Jteia)5prafibenten Generalfelbmarschall von Hin» b e n b u r g gestiftete Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen worben." Amerikanisch-russische Schulden- verhandlungen in der Sackgasse. Koblenz im ZeMouuk für die Saargafle. Spare mit Rohstoffen! „Der Sparsamste bleibt Sieger", eine Mahnung des Rohstoffkommissars. Um ben Betrieben ber deutschen Wirtschaft bie Wichtigkeit ber Beteiligung an bem Hundert- tagefampf gegen bie Materialvergeudung, besten Durchführung in ben Händen )er Gesellschaft für Organisation liegt, jetzt in diesen ersten Stunden der Schlacht noch einmal vor Augen ühren und die Säumigen aufzurütteln, hat Der Rohstoffkommissar im Reichswirtschaftsministerium, Prof. Dr. Puppe, ein letztes Mahnwort erlassen. Dr. Puppe schreibt: „Sparen heißt: Verminderung des Aufwandes, also Steigerung ber Leistungsfähigkeit. Im Wettbewerb ber Unternehmungen unb ber Nationen, im Kampf um bie Zukunft siegt ber, ber am wirtschaftlichsten zu arbeiten versteht, ber Sparsamste. Damit sage ich nur Selbstverständliches. Das reiche Amerika hat bereits 1921, ein mit Rohstoffen reich versorgtes Deutschland hat 1926 zum Kampf gegen Verschwendung an Stoff, Kraft, Zeit unb Arbeit aufgerufen. Was ist natürlicher, als baß in einem Deutschland» ber Leistungswillen unb ber Willenskraft zwar, aber doch auch bes Rohstoffmangels trotz einer an Rohftoffüberfluß franfenben Welt ber mahnenbe Ruf „Spare mit Rohstoffen", erneut laut wirb. Ich begrüße baher Ihre Aufforberung zum Kampf gegen bie Materialvergeubung im Sinne eines neuen Anstoßes in Richtung auf alte Ziele. An Propaganda unb Ratschlägen hat es auf biesem Gebiet auch bisher wohl kaum gefehlt. Vielleicht hat sogar bie Geschäftstüchtigkeit berer, bie Ratschlag unb Geschäft oerbanben, bem Kampf gegen die Verschwendung mehr geschadet als genützt. Worauf es ankommt, das ist die lebendige Tat und die stille Arbeit in den Betrieben, dort, wo das Wissen um die Ersparnismöglichkeiten im täglichen Ringen mit Stoff und Zeit erwächst. Möge in den Betrieben Ihr Ruf Widerhall finden und erreichen, daß Führer und Gefolgschaft zu reudiger Zusammenarbeit im Sinne der Rohstofs- usparnis sich finden, getragen mehr von dem Gedanken des Dienstes am Volksganzen als von bem bes geschäftlichen Vorteils. Tagung der evangelischen Landessynode Bayerns. München, 24. Aug. (DNB.) Am Donnerstag trat in München bie Lanbesfynobe ber evangelisch- lutherischen Lanbeskirche in Bayern zusammen. Nach feierlichem Oottesbienft am Vorabend eröffnete ber Präsibent ber Synobe, Oberregierungsrat Bracker, bie Verhanblungen; er gebuchte bes Heimgegangenen Retters bes Daterlanbes, bes Reichspräfibenten von Hinb endurg, unb entbot bem Führer Adolf Hitler den freudigen Gruß ber Synobe. Dann nahm Lanbesbifchof v. Meifer bas Wort und schilderte in längerer Rede, worum es heute in der deutschen evangelischen Kirche gehe. Im Kampf der evangelischen Kirche um ihre Existenz gehe es unr das Recht und seine Geltung in der Kirche. Die Dynamik des Lebens dürfe über oeralterte Formen hinweggehen, aber niemals dürfe sie Unrecht in Recht verkehren. Es gehe weiter darum, daß in ber Kirche nach Treu unb ©tauben unb unbebing- ter Wahrhaftigkeit gehandelt werde. Es gehe ferner um eine wahrhaft geistliche Leitung in der Kirche, deren Autorität in ihrem geistlichen Wesen begründet liegen müsse. Es gehe schließlich um die unverkürzte Geltungdes evangelisch ■ lutherischen Bekenntnisses in der deutschen evangelischen Kirche. Lan- desbischof D. Meiser bekannte sich dabei als überzeugter Freund und Förderer einer starken einigen deutschen evangelischen Kirche. Nach einem Bericht über ben Verlauf der Nationalsynode vom 9. August trat die San» dessynode in bie Aussprache ein, bie sich bis in bie Nachtstunden erstreckte. Das Ergebnis bieser Beratungen, an ber sich u. a. auch alte nationalsozialistische Kämpfer beteiligten, war fotgenbes ein» ftimmige (Ergebnis: Die bayerische Landessynode seht sich für eine starke und in sich einige deutsche evangelische Kirche ein. Sie bedauert aber, daß die Haltung der derzeitigen Reichskirchenregierung es unmöglich mache, die Eingliederung unter den gegenwärtigen Umständen zu vollziehen. Unter bem Beifall ber Verfamrnung sprach bie Synobe bem Lanbesbischof einstimmig ihr Vertrauen aus. Mit tiefer Bewegung würbe bas Lied „Nun danket alle Gott" angestimmt. Landesbischof Meiser dankte ergriffen für das ihm bezeugte Vertrauen, das ihm eine große Stärkung fei auf dem Wege, ben er zu gehen habe. Oer Reichsjugendföbrer an die Elternschaft. Berlin, 24. Aug. (DNB.) Am Mittwoch von 20.35 Uhr bis 20.45 Uhr wird ber Reichsjugendführer Baldur von Schirach über alle deutschen Sender zu den Eltern unserer Hitler-Jungens und -mädel sprechen. Der Abteilungsleiter Rundfunk ber Reichsjugenbführung Gebietsführer Cerff hat für bie gesamte H i t l e r - I u g e n b G e - meinfdjaftsempf ang angeorbnet. Zu der angegebenen Zeit versammeln sich alle Gliederun- gen unb Einheiten ber HI. um bie Lautsprecher, um biefe Senbung abzuhören. Oer Tleichspwpagandaminister zum „Tag des Deutschen Weins". Vorn Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda wird folgender Aufruf erlassen: Es wird gebeten, den am 25. und 26. August von ber Reichsbetriebsgemeinschaft 14, Landwirt- schaft, unb ber NS.°Gemeinschaft „Kraft durch Freube" veranstalteten „Deutschen Weintag 193 4" im Interesse bes notleibenben Winzerstan- bes zu unterstützen. Der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda: gez. Dr. G o e b b e Is. Kunst und Wissenschaft. Frankfurter Goekhepreis für den Komponisten Hans psihner. Der Goethepreis der Stadt Frankfurt, der im vorigen Jahre an den Dichter Hermann Stehr gefallen ist, wird am Dienstag, 28. August, in Frankfurt an den Komponisten Hans P f i tz n e r verliehen werden. Am Abend des Tages findet im Opernhaus in Anwesenheit des Künstlers eine Aufführung feiner musikalischen Legende »Palestrlm? statt, Aus aller Wsli. Berlin, 21. Aug. (2)KB.) Die Regierungs- tommiffion des Saargebiekes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über die Aufstellung der Stimmlisten für die Volksabstimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volks- abstimmungs - Kommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsberechtigung und über die Anmeldung der Stimmberechtigten zur Aufnahme in die Stimmlisten enthält. hiernach müssen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saargebietes wohnen, einen besonderen Antrag auf Eintragung in die Stimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausüben. Ls liegt daher im eigenen Interesse aller im Reich wohnenden Stimmberechtigten, diesen Antrag mit tunlichster Beschleunigung einzureichen. Die Antragsfrist läuft mit dem 31. August 1934 ab. Der Antrag, der an den „Gemelndeaus- schuß" des Bezirkes gerichtet ist, in dem der Abstimmungsberechtigte am 2 8. Juni 1919 die Einwohnereigenschaft hatte, mutz folgende Angaben enthalten: 1. Die Ramen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und den Beruf des Antragstellers (im Falle einer Berufsänderung denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausüble), sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es sich um eine verheiratete Frau handelt, die Kamen und Vornamen ihres Ehemannes (im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug); 2. Die Gemeinde, in der er die Linwohnereigen- fchaft am 28. 3uni 1919 hatte. 3. Den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zeit des Antrages. 4. Die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu richten sind. Die vorhandenen Beweisstücke für die Einwohnereigenschaft im Saargebiet sind dem Antrag beizufügen. Befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen des Antragstellers, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebietes diese Unterlagen erhältlich sind. Sämtliche Abstimmungsberechtigten im Reich werden hiermit aufgefordert, ihren Antrag auf Eintragung in die Stimmlisten bis spätestens 30. August 1934 an den zuständigen Gemeindeausschuh im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle bei der Anmeldung zu berücksichtigenden Gesichtspunkte stehen den Stimmberechtigten die Saarmelde st ellen ihres jetzigen Wohnorts (das Einwohnermeldeamt, in den Städten die zuständigen Polizeireviere) sowie die Geschäfts st ellen des Bundes der Saarvereine — in Berlin befindet sich diese SW 11, Slresemannstratze 42 — zur Verfügung. Ls wird jedem Abstimmungsberechtigten dringend empfohlen, vor Absendung seiner Anmeldung die vorgenannten Stellen zum Zwecke der Beratung in Anspruch zu nehmen. llrlaubsreisende aus dem Saargebiet. Die Saarländer, welche zurZeitaufReisen sind, und deren jetziger Wohnsitz im Saargebiet sich nicht mehr in dergleichen Stadt oder derselben Bürgermeisterei befindet wie am 2 8. Juni 1919, dürfen nicht vergessen, zweckmä- tzigerweife für die Volksabstimmung im Saargebiet einen schriftlichen Antrag auf Eintragung indieListederAbskimmungsberechtig- t e n beim Gemeindeausschuh des Bezirkes im Saargebiet zu stellen, an welchem sie am 28. Juni 1919 ihren Wohnsitz hatten. Der Antrag muh vor dem 1. September 1934 bei dem Gemeindeausschuh eingegangen sein. Formulare zur Antragstellung sind bei den Einwohnermeldeämtern der polizeiverwaltung und den Saarvereinen zu erhalten. Nürnbergs Zurüstungen für den Reichsparteitag. Burg und Altstadt in alter Schönheit wiederhergestellt. — Ausgestaltung des kommnet worden sind, so daß heute das Regenerak» gummi an Haltbarkeit gar nicht mehr so weit hin» ter dem Rohkautschuk zurücksteht. In jedem Falle darf man gewiß sein, daß für eine gute Qualität und möglichst große praktische Brauchbarkeit der Fahrrad- und Kraftfahrzeug- Gummireifen unter allen Umständen Sorge getragen werden wird. Es gibt eine Menge anderer Gummiwaren, bei denen das Rohgummi ohne Schaden durch regeneriertes Altgummi, sei es ganz oder zum größten Teil, ersetzt werden kann. Die Regeneratanlagen der deutschen Gummifabriken sind ja auch nicht deswegen zum größten Teil stillgelegt worden, weil durch die Verwendung des Re- generatgummis die Qualität der Erzeugnisse verschlechtert worden wäre, sondern einfach aus dem Grunde, weil sie bei einem Rohkautschukpreise von 4 Mark (anstatt 30 Mark in normalen Zeiten) privatwirtschaftlich nicht mehr lohnend arbeiteten. heute aber sind die Devisen- e r s p a r n i s s e natürlich weit wichtiger als die Preis- und Kalkulationsfragen. Man wird Regene- ratgummi in Zukunft soweit verarbeiten, wie es mit der Aufrechterhaltung der Qualität und der Haltbarkeit der Erzeugnisse vereinbar ist. hierbei ist die Verwendung von künst- l i ch e m Gummi noch gar nicht in Betracht geflogen. Das Problem der Herstellung von synthe- tischem Gummi ist zweifellos technisch gelöst. In Rußland wurden im letzten Jahre in drei Fabriken bereits 12 000 Tonnen Kunstgummi hergestellt. Was die Russen können, wird der in der ganzen Welt wegen ihrer ungeheuren Leistungen gerühmten deutschen chemischen Industrie gewiß ebenfalls möglich sein. Vielleicht wird diese die deutschen Verarbeiter sogar mit noch besserem synthetischem Gummi beliefern können als die russischen Fabriken. Wenn erst einmal die Preisfrage außer Betracht bleibt, so wird es der deutschen Chemie nicht schwer fallen, künstliches Gummi herzustellen, das dem natürlichen vollkommen gleichwertig ist, und zwar aus einheimischen Roh st offen und in unbegrenzten Mengen. Man braucht also in keinem Fall zu befürchten, daß die Motorisierung der deutschen Wirtschaft oder die Leistungsfähigkeit der deutschen Fahrzeuge etwa durch die Einschränkung der Kautschukeinfuhr gefährdet werden könnte. Niemand braucht Gummireifen zu Hamstern, denn für die Deckung des notwendigen Bedarfs wird immer gesorgt sein, und an eine Verschlechterung der Qualität der Reifen denkt im Zeitalter des Wettbewerbs auf dem Gebiete der Motorisierung kein Mensch. Deutschland verfügt über so bedeutende Roh- gummivorräte, daß die Rohstoffversorgung der deutschen Verarbeitungsindustrien, namentlich der Gummireifenfabriken noch für lange Zeit gesichert ist. Wenn trotzdem die Herstellung von Auto- u. Fahrradreifen den bekannten Bewirtschaftungsmaßnahmen unterstellt worden ist, so geschah das lediglich, um eine möglichst gleichmäßige Beschäftigung der Industrie und ihrer Arbeiterschaft zu gewährleisten. Es wäre sonst immerhin möglich gewesen, daß ohne diese Maßnahmen Fahrrad- und Kraftfahrzeugbereifungen gehamstert, d. h. auf Vorrat eingekauft worden wären. Dann hätten die Reifenfabriken mit Hochdruck arbeiten und neue Arbeitskräfte einstellen müssen. Aber die Gummioorräte, die bei vernünftiger Bewirtschaftung noch für lange Zeit ausreichen, wären dann vorzeitig aufgebraucht worden. Nach Befriedigung der Hamsterer und Verbrauch der Gummivorräte wäre aber der Bedarf stark zurück- gegangen, und die Reifenfabriken hätten ihre Belegschaften teilweise wieder entlassen müssen. Solchen Schwankungen der Beschäftigungslage und solchen Störungen einer dauernden, gleichmäßigen Produktion mußte vorgebeugt werden. Das ist durch die Bewirtschaftungsverordnung für hochwertige Kautschukerzeugnisse geschehen, und dadurch ist eine Belieferung der Automobilisten und Radfahrer mit den Reisen, die einem normalen Verbrauch entsprechen, sichergestellt. In keinem Falle braucht man daher zu befürchten, daß die Gummireifen künftig etwa knapp werden oder daß ihre Qualität sich verschlechtert. Natürlich müssen die vorhandenen Kautschukvorräte nach Möglichkeit gestreckt werden. Die Verwendung von regeneriertem Altgummi, die in der Zeit der billigen Kautschukpreise vielfach ganz außer Hebung gekommen war, 'st in großem Umfange möglich, ohne daß dadurch eine Verschlechterung der Qualität der Gummireifen und der übrigen Gummiwaren herbeigeführt flu werden braucht. Man darf sich dabei durch die Erinnerung an die Erfahrungen der Kriegszeit nicht beirren lassen. Damals waren in Deutschland überhaupt keine Rohgummivorräte vorhanden, und die Reifen mußten daher schließlich ganz oder zum weitaus größten Teil aus Regenerat- Gummi hergestellt werden. Jetzt soll der regenerierte Gummi aber nur zur Streckung der großen deutschen Gummivorräte verwandt werden, die später auch wieder ergänzt werden können, soweit die deutsche Devisenlage es gestattet. Es kommt noch hinzu, daß die Methoden zur Regenerierung des Altgummis feit der Kriegszeit wesentlich vervollAufruf zur Anmeldung für die Volksabstimmung Die deutsche Gummiversorgung im Saargebiel. Luitpoldhaines. — Sicherstellung von Transport und Verpflegung von rund ¥z Million Teilnehmern. Nürnberg, 24. Aug. (DNB.) Nürnberg, die alte Noris, rüstet wieder zur großen Heerschau der nationalsozialistischen Bewegung, zum Reichsparteitag 1934. Viele tausend Hände haben seit dem vorigen Jahr gewerkt, um das damals Geplante und Begonnene nun endgültig zu gestalten und Süürnberg nunmehr das Bild zu geben, das die Stadt der Reichsparteitage nach dem Willen des Führers einmal haben soll. Freilich, die Pläne sind so umfangreid), daß nur ein Teil davon bis zum Parteitag 1934 bewältigt werden konnte. Auf dem Adolf-Hitler-Platz, auf dem die Märkte bereits gesperrt sind, sieht man wiederum die Tribünen entstehen. Die alten Häuser Nürnbergs, die schon im vorigen Jahr zu einem großen Teil in ihrer mittelalterlichen Schönheit wiederhergestellt worden waren, haben festliche Kleider angelegt. Die Nürnberger Burg hat man nach Bildern und Plänen aus dem 15. Jahrhundert in ihrer alten Form wiederhergeftellt. Man hat viel Beiwerk aus späteren Zeiten entfernt und die schönen alten Linien wieder zur Geltung gebracht. Am hauptbahn- hof steht nun auch das neue riesige Postgebäude unter Dach, dessen rotes Eisengerüst im vorigen Jahr dem Bahnhofsplatz etwas vor seiner Schönheit nahm. Besonders Großes aber ist geleistet worden in der Luitpold-Arena. Die 100000 Quadratmeter umfassende Fläche des Aufmarschgeländes ist vertieft worden, wodurch der Ueberblick von den Tribünen noch günstiger gestaltet wurde. Von den alten Holztribünen stehen nur noch die zu den Seiten des Platzes. Die anderen sind durch massive Tribünen und durch Erdwälle ersetzt worden. 90 000 Kubikmeter Erdreich mußten zu diesem Zweck bewegt werden. Die Straße des Führers, jener breite Weg, den er im vorigen Jahre zwischen den Formationen hindurch zum Ehrenmal schritt, wurde 230 Meter lang und 18 Meter breit mit quadratischen großen Eranitblöcken belegt.* Die große Führertribüne ist nicht nur erhöht, sondern auch verbreitert worden, hinter ihr erhebt sich 165 Meter lang die Ehrentribüne. Von hier aus hat man einen herrlichen Ueberblick über die weite Fläche der ganzen Arena. Dieses Bauwerk wird flankiert von zwei gewaltigen Türmen, die je einen Adler von 6,5 Meter höhe und 12 Meter Breite tragen. Architekt Speer, der am Bau in Nürnberg beteiligt ist, hat sich die Erfahrungen, die er durch den 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld in Berlin sammeln konnte, zunutze gemacht. Er hat auch hier drei je 32 Meter hohe Fahnen- m a ft e errichtet und entsprechend lange Fahnen beschafft, die von hydraulischen Winden zwischen den Masten emporgewunden werden können. Der Parteitag dauert diesmal zwei Tage länger als im Jahre 1933, denn es sind nunmehr zum ersten Mal auch der nationalsozialistische A r b e i t s d i e n st und die Reichswehr beteiligt. So sind naturgemäß damit auch die Aufgaben, die der Organisationsleitung gestellt sind, entsprechend gewachsen. Man mag das allein daraus erkennen, daß in diesem Jahre 516 Sonderzüge in Nürnberg ankommen und auch wieder abgefertigt werden müssen. Das sind 70 v. h. mehr als 1933. Im ganzen nehmen am Reichsparteitag teil: 180 000 politische Leiter, 88 000 SA.-Männer, 12 000 SS.-Männer, die am Vorbeimarsch teilnehmen, 9000 SS.-Männer zur Absperrung, 60 000 hitlerjungen, 50 000 Mann Arbeitsdienst, 120 000 -zivile Parteigenossen und Parteigenossinnen. Dieser Andrang stellt gerade in bezug auf den Verkehr ganz besondere Aufgaben. Auch die Reichspost hat wiederum große Vorbereitungen getroffen. Neben der Kongreßhalle im Luitpoldhain ist wiederum ein Prefsepostamt und ein Postamt für das Publi-1 kum eingerichtet worden. Postämter werden ferner geschaffen an den Zeppelinwiesen und im Stadion.! Am Hauptbahnhof wurde das Postamt erweitert. Während des Parteitages werden in Nürnberg die neuen Freimarken mit der Aufschrift „Reichsparteitag 1934" und die von der Post hergestellten Sonderpostkarten reichlichen Absatz finden. Die Reichspost hat ferner auch in die Lager der SA., SS. und HI. Postämter mit Fernsprechanschlüssen gelegt und die Postzustellung in Nürnberg mit allen Mitteln sichergestellt. Die Hitlerjugend wird wiederum auf den Russenwiesen in einem großen Zeltlager untergebracht. Nur ein kleiner Teil wird in der Regensburger Straße ein Feldlager beziehen. Während die S A. im vorigen Jahre auf eine Reihe von Zeltlagern verteilt war, bezieht sie in diesem Jahre ein großes geschlossenes Zeltlager zwischen Langwasser und Altenfurth. Ebenso wird die SS. geschlossen in einem Zeltlager untergebracht, während für die Unterbringung der politischen Leiter alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Die Verpflegung dieser Menschenmassen ist ebenfalls bereits bis .ins kleinste organisiert. Die Geschäfte dürfen von 5 Uhr morgens bis 11 Uhr abends geöffnet halten. Lebensrnittel sind in genügenden Mengen vorher bestellt, und der Nürnberger Schlachtviehhof wird die Fleischversorgung der großen Menschenmengen sicherstellen. Naturgemäß mußte aus hygienischen Gründen der Verkauf leicht verderblicher Lebensmittel untersagt werden. Da jeder der 35 Gaue der NSDAP, fahrbare Küchen für feine politischen Leiter mitbringt, und ebenso SS. und SA. mit Feldküchen selbst für ihre Verpflegung sorgen, braucht nur für die an der Absperrung beteiligten 9000 SS.-Männer von einer Nürnberger Großfirma das Essen hergestellt zu werden. Der Arbeitsdienst und HI. werden mittels der musterhaften Einrichtungen des Hilfszuges Bayern betreut. Niemand, der unangemeldet nach Nürnberg kommt, kann auf Quartier ober auf Verpflegung rechnen. Alle in Nürnberg vorhandenen Quartiere sind restlos von der Organisationsleitung erfaßt worden. Aus diesem Grunde hat auch die Reichsjugendführung ein strenges Verbot erlassen, während des Parteitages Nürnberg zu besuchen. Um die Menschenmassen überhaupt unterbringen zu können, wird z. B. der Arbeitsdienst bereits wieder abtransportiert, während die politischen Leiter ankommen und die Hitlerjugend fährt schon wieder ab, während SA. und SS. antransportiert werden. Es werden sich also nicht alle 4 50 0 0 0 Menschen zugleich in Nürnberg befinden. Nürnberg arbeitet, um sich noch schöner und herrlicher am 4. September zu zeigen, wenn die Glocken von St. Lorenz und St. Sebaldus über die hohen Giebeldächer hallen und den zweiten Volkstag des nationalsozialistischen Deutschland einläuten. Feuer im Schloß von Rachod. Im Kohlen- und Holzlager des Schlosses in Nachod (Böhmen), das dem Fürsten Schaumburg-Lippe gehört, ist ein gefährliches Feuer ausgebrochen. Das brennende Material entwickelte derartige Rauchschwaden, daß es unmöglich war, zu dem brennenden Lager vorzudringen. Die Decke über den Lagerräumen, wo sich das Schloß-Archiv befindet, brach durch, und das Feuer griff auch auf das Archiv über. Der Feuerwehr gelang es, aus dem Archiv Schriften von großem geschichtlichen Wert zu retten. Bei den Rettungsarbeiten wurden durch die starke Rauchentwicklung 25 Personen ohnmächtig und mußten ins Krankenhaus übergefüptt werden. Die Löscharbeiten wurden durch Wassermangel beeinträchtigt. Orkan über dem Chiemsee. Drei Bootfahrer ertrunken. Auf der Herreninsel im Lhiemsee fand dieser Tage eine originelle Veranstaltung statt, die „Jagd nach dem See-Ungeheuer". Eine große Menschenmenge war aus den Uferorlen der Insel gekommen, viele auch in Holz- und Faltbooten. Nachdem die Veranstaltung einen sehr humorvollen Verlauf genommen hatte, ruderten die aus Stock und Priem Gekommenen wieder in den See hinaus, obwohl am Himmel bereits eine drohende Wolkenwand stand. Plötzlich brach ein Orkan von außergewöhnlicher Stärke los und trieb ein unbarmherziges Spiel mit Menschen und Booten. Die meisten Ruderer wurden in der 3Xätje des Schloßkanals zwischen Stock und der Herreninsel überrascht. Drei Personen sind ertrunken, und zwar die Frau des Zahnarztes V l a t t l und das hauptlehrerehepaar Strasser, sie konnten trotz aller Bemühungen noch nicht geborgen werden. Der Gewittersturm hat außerdem schwere Schäden ungerichtet. Leitungsmasten wurden umgerlssen, Licht- und Telephonleitungen zerbrochen und Obstgärten verwüstet. Lin zweites Todesopfer des Ueberfalls auf die St. Pöltener Hütte. Die Erhebungen der Behörden wegen des Heb er fall es auf d ie S t. Pöltener Hütte haben ergeben, daß die beiden Burschen einen Massenmord im Stil der amerikanischen Gangsters geplant hatten. Sie schossen nicht nur auf alle Gäste, deren sie im Schutzhaus ansichtig wurden, sie liefen noch den Gästen und Bediensteten, die aus dem Hause flohen, nach und feuerten auf sie. Die Opfer des grauenvollen UeberfaUs wurden zu Tal gebracht. Außer einigen mehr oder minder leicht verletzten Personen sind vier als schwerverletzt zu bezeichnen; von ihnen ist der Obmann der Sektion St. Pölten des deutschen und österreichischen Alpenoerbandes, Karl Fürst, im Spital von Schwarzach seinen Verletzungen erlegen. Somit hat der Ueberfall zwei Todesopfer gefordert. Karl Fürst war Mittelschullehrer. Feuersbrunst in einer lettischen Stadt. In eine der vergangenen Nächte wurde die Stadt Dagda (Ostlettland) von einer Feuersbrunst heimgesucht. Das Feuer entstand in einer Bcnzin- nieöerlage und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Schon nach einigen Minuten standen mehrere Gebäude in Flammen. Begünstigt vom starken Wind, griff das Feuer auf benachbarte Häuser über. Im ganzen sind sechs Wohnhäuser mit 20 Geschäftsräumen, einer Bäckerei und zwei Niederlagen, weiter eine Schule und 11 Scheunen niedergebrannt. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die höhe des Schadens läßt sich noch nicht übersehen. Gewitter über Straßburg. — Lin Todesopfer. Ueber Straßburg und Umgebung ging ein außer* ordentlich heftiges Gewitter nieder, das neben großen Sachschaden auch den T o d eines 14jährigen Knaben verursachte. Ein elektrisches Hochspannungskabel wurde vom Sturm losgerissen und fiel auf den Jungen, der auf der Stelle tot war. In Schlett- stadt schlug der Blitz in das Gerichtsgebäude ein und beschädigte das Dach schwer. Die Straßen und Keller der Stadt sind zum großen Teil überschwemmt. Auch der Schaden an der Ernte ist sehr groß. Zwei Autos vom Zug überfahren. — Zwei Tote, neun Verletzte. Auf einem ungeschützten Bahnübergang der Strecke Celle-Nienhagen wurde ein von Hannover kommender Kraftwagen von einem Personenzug überfahren und etwa 45 Meter weit mitgeschleift. Der Kraftwagen ijt verbrannt. Unter den Trümmern wurden zwei verkohlte Leichen gefunden, deren Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten. * Am Bahnübergang in Nieder-Dellendorf bei Königswinter ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit 26 Personen, darunter 17 Engländer, besetzter Autobus wurde beim lieber- fahren der Bahngleise von einem Güterzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Omnibus wurde fast vollkommen zertrümmert. Neun der Insassen, die teils leichtere, teils schwerere V e riete tz u n g e n davongetragen haben, sind in das Krankenhaus nach Ober-Kassel (Siegkreis) eingeliefert worden. Am schwersten verletzt ist der Fahrer des Wagens, der Arm- und Beinbrüche davongetragen hat. Lebensgefahr besteht aber nicht. Von den ins Krankenhaus eingelieferten Verletzten konnten zwei bereits wieder in ambulante Behandlung entlassen werden. Unter den Verletzten befindet sich eine Engländerin mit Namen ?) a b sieg aus Wimbledon. Eine eingehende Untersuchung zur Klärung der Unglücksursache ist eingeleitet. Es steht fest, daß die Bahnschranken nicht geschlossen waren. Hinrichtung eines Doppelmörders. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit« teilt, ist in Stettin der von dem Schwurgericht in Stettin am 13. März 1934 wegen zweifachen Mordes zum Tode verurteilte Bernhard Rothenburg hingerichtet worden. Der Verurteilte hatte am 24. Dezember 1933 seine Mutter und seine bei ihr lebende Tante umgebracht. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil der Mord an der eigenen Mutter und an der Tante den Verurteilten als einen so völlig verkommenen und unmenschlichen Verbrecher kennzeichnet, daß sein Weiterleben für die deutsche Volksgemeinschaft untragbar ist. Dieder drei schwere Raubüberfälle in USA. In den Vereinigten Staaten wurden wieder drei große Raubüberfälle von bewaffneten Banditen ausgeführt, denen Werte im Betrag von über 250000 Mark in die Hände fielen. In allen Fällen konnten die Räuber entkommen. In Butler (Pennsylvania) überfielen bre^Banbiten einen gepanzerten Postkraftwagen und raubten 50000 Dollar in Banknoten und Münzen. Die Neuyorker Polizei hat sofort bie Verfolgung ausgenommen; man glaubt, daß es sich um die gleichen Räuber handelt, die den Raubüberfall am Dienstag verübten. — In Rome (Georgia) zwangen mehrere mit Maschinengewehren bewaffnete Banditen zwei Bankangestellte zur Herausgabe von 9000 Dollar. In Cleveland (Ohio) nahmen vier Räuber den Führer eines Kraftwagens gefangen und rasten mit dem Wagen, der Waren im Werte von 8000 Dollar enthielt, davon. Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich weiter nach Osten ausgedehnt und bildet einen hochdruckrücken, der sich von den britischen Inseln bis nach Ostdeutschland erstreckt. An seiner Südseite werden die Winde mehr um Ost drehen, so daß vorerst keine Niederschläge zu erwarten sind. Flache Randstörungen rufen zwar teilweise noch Bewölkung hervor, jedoch wird heiterer Himmel vorherrschen. Aussichten für Sonntag: Anfangs dunstig wolkig, jedoch vorwiegend aufheiternd, tagsüber wärm, nachts frisch, trocken. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den ybrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlagi Drühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckersi R-Lanas^ K.-K^jämtlich,,in. ffltefren. Gießen (Friedrichstraße 30), 25. August 1934 4909 D Ihre Vermählung geben bekannt Gießen, den 25. August 1934 Frankfurt a. M 04099 4902V Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 4. Gießen l^udwigstraße 22), den 25. August 1934 04104 Zhre Vermählung geben bekannt Gießen (Henselstraße 4), 25. August 1934 041'6 und Rehwild« Klein-Linden, den.25. August 1934 Q4H7 Tüchtiges gUt. LohN. 4B5oD Görzhausen, Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerk, samteiten danken toir recht herzlich 2. 3. Wilhelm Volk Martha Volk, geborene Weigel Existeozanlbaa ohne Kapital Routin. Verkauf, können durch d.Vertr.uns. konkurrenzl.Spe- ialart,. die bei Behörd., Gast- tätt.,derIndustrie,bei derges. Geschäftsw.u. Priv.abzus.sind täglich 20 bis 25 91k. verd. Wir biet, höchste Provis., ^pesenzuschuh u. später evtl. feste Anstellung. Eilangeb. an Dr. Paul Lehmann & Co., GmbH., Frankfurt a. DI., Bäckerweg 28. Freundlich O4i3o möbl. Zimmer vreisw.zu verm. Asterweg 19. WENN IM HOCHSOMMER die Sonne unerbittlich brennt, verlassen die Menschen nur ungern die kühlen Räume ihres Hauses. 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Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur vom 29. bis 31. August 1934, vormittags von 9 bis 12 Uhr, bei uns offen. Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Auffchrift „Angebot zu der am 23. August 1934 ausgeschriebenen Lieferung" bis zum Eröfsnungs- termin: 4879V Donnerstag, den 13. September 1934 vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind dis Bedingungen anzuerkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster zum Ausschreiben vom 23. August 1934" versehen sein. Gießen, den 23. August 1934. Direktton der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. Vaudvanths Von südd. Svez.-Fabrik für die Bau- u. 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Als die umwälzenden Maßnahmen zur Neubildung des deutschen Bauerntums vor etwas mehr als Jahresfrist bekannt wurden, gab es bis weit in die Kreise der bäuerlichen Bevölkerung hinein mißvergnügte Menschen, die den Sinn der grundlegenden neuen Gesetzgebung nicht begriffen und alles nur unter dem Gesichtswinkel des Augenblicks betrachteten. Auch die Vorkehrungen zur Marktregulierung stießen vor allem bei 'den unmittelbar betroffenen Interessenten auf ein resigniertes Achselzucken. Die Reichsregierung hat sich' jedoch durch nichts von der geraden Linie des einmal als richtig Erkannten abbrinaen lassen:-und eher, als selbst die Optimisten zu hoffen wagten, hat sich die Lebenskraft des Bauerntums mit dem Organisationstalent der Wirtschaftsführer zu einer Ehe zusammengefunden, aus der die Sicherung der Lebenshaltung breite st er Volksschichten als freudig begrüßte Erstgeburt entsprungen ist. Zu den erfreulichsten Dokumenten dieses Aufschwunges gehört das Interview, das Ministerialrat Dr. Moritz vor einigen Tagen (vgl. Gieß. Anz. vom Montag, 13. August. D. Red.) einem Vertreter des englischen Reüterbüros gegeben hat. In fünf Fragen und Antworten wurde eindeutig und eindringlich nachgewiesen, daß die weise Vorsorge des Reichsnährstandes und des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im vergangenen hervorragenden Erntejahr den Grundstein gelegt hat zu einer Vorratswirtschaft und zu einer so durchgreifenden Regulierung der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung, daß 'heute nicht nur die gebräuchlichsten Lebensmittel im Lande vorhanden sind, sondern daß sie auch ohne Schaden für irgendeine an Produktion, Handel oder Verarbeitung interessierte Stelle im wesentlichen ohne allgemeine Preissteigerung zu kaufen sein werden. Man muß sich darüber klar werden, was das bedeutet. In früheren Zeiten war der Lebensmittelmarkt nicht so sehr das Instrument der Erzeugerschaft, als vielmehr das Schlachtfeld der Spekulation. Dieser kam es vor allem anderen darauf an, ihr Geschäft zu machen. Volkswirtschaftliche Bedenken schalteten bei der Beschaffung der Ware aus; es wurde da gekauft, wo die Verdienstspanne am größten war. Alle Planungsmaßnahmen wurden als unbequeme Eingriffe in das Räderwerk der sogenannten „freien Wirtschaft" empfunden und entsprechend beantwortet. So kommt es, daß heute voraussichtlich in allen freiwirtschaftlichen Ländern die Mißernte, die in der ganzen Welt zu verzeichnen ist, zu schweren Erschütterungen nicht nur des Marktes, sondern auch des Konsums führen wird, während Deutschland trotz seiner mittelguten Ernte sich völlig stabiler Preis- und Versorgungsverhälbnisse erfreuen dürfte. Man erfährt aus England, daß dort der Brotpreis mit Hinweis auf die bekannten Ernteschätzungen durchweg um 12 Pfennig erhöht wird. Auf der anderen Seite führt die Planlosigkeit der Erzeugung zu sinnlosen Preisschleudereien, die dem Weltmarkt keineswegs zugute kommen, die" Bauernschaft aber zum Ruin führen und obendrein auch in den unmittelbaren Produktionsgebieten keineswegs zu besseren sozialen Verhältnissen führen. Wenn man hört, daß bei uns im Reich in diesem Jahre der E i e r p r e i s um ein bis zwei Pfennig niedriger steht als im Vorjahre, wird man erschrecken zu hören, daß in Holland und Dänemark die Eier kaum mehr, in Polen aber beispielsweise nur dasselbe kosten, was bei uns die Preisdifferenz darstellt. Daß unter solchen Verhältnissen dort ein gesundes Bauerntum nicht existieren kann, ist selbstverständlich. Es kann auch nicht leben und nicht sterben, wenn — wie beispielsweise in Litauen — die Butter für das Pfund 25 Pfennig einbringt und daher als — Schmieröl gebraucht wird. Aber der Verbraucher, der einfache Mann, lebt darum dort überall nicht besser. Sein Lebens st andard ist eben um diese Spanne geringer; er lebt um so schlechter, je weniger die Waren einbringen, die er erzeugen hilft. Und wo obendrein die Landwirtschaft als Konsument wegen dieser katastrophalen Verhältnisse ganz oder doch zum größten Teile ausfällt, da kann auch die Industrie nicht auf einen starken Binnenmarkt rechnen. Eines ergibt sich aus dem anderen. Die Maßnahmen zur Neubildung des Bauerntums, die Gesetze zur Marktregulierung, die vorsorgliche Reservebeschaffung, die Zusammenfassung der Getreidewirtschaft, der Milchwirtschaft und all der anderen Gruppen des Reichsnährstandes zu einer geschlossenen Markteinheit, die Einstellung des Volkes auf die Lebensnotwendigkeiten der Nation, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: alles das und noch viel mehr trägt dazu bei, daß sich schon in diesem Jahre das Wunder der Nährfreiheit vollzieht, die eine der wichtigsten Programmpunkte der nationalsozialistischen Revolution ist. Wir alle können freudigen und dankbaren. Herzens den ersten Erntedanktag begehen, der nach dem Beginn der neuen Epoche, die vor zwölf Monaten durch das Fest auf dem Bückeberg eingeleitet wurde, feinen Einzug bei uns hält. Was im Leni Riefen stahl, die Schöpferin des vorjährigen Reichsparteitagfilms „Sieg des Glaubens", ist mit der Oberleitung bei der Aufnahme des Films beauftragt worden, in dem die Ereignisse des Reichsparteitags 1934 festgehalten werden sollen. vergangenen Jahre noch Plan und Ideal war, das ist heute bereits zu einem großen Teil Erfüllung geworden, greifbare Erfüllung, die mit Heller und Pfennig zu messen ist, Erfüllung, die sich in der Sicherung der Lebenshaltung und in der Unabhängigkeit vom böswilligen Auslande beweist. Das ist das Erntedankfest, das wir alle dem Führer Adolf Hitler bereiten wollen, der — wie bei allem — auch hier die Fundamente der Entwicklung gelegt hat. Vorbereitungen zum Reichsparteitag. ES ’ A '•< v VE 1 Tribünen bau auf dem Adolf-Hitler-Platz in Nürnberg. Durch den Suez-Kanal. Von unserem nach Tokio entsandten K W.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Colombo, Ende Juli 1934. Vor dem Kriege fiel die Wahl des Schiffes, das uns nach Ostafien bringen sollte, nicht schwer. Man fuhr selbstverständlich mit dem Norddeutschen Lloyd, mit der „Prinzeß Alice" oder „Irene" oder einem der anderen wunderbaren deutschen Schiffe. So dachten auch Engländer, Franzosen, Holländer oder Italiener. Die Schiffe waren peinlich sauber, die Verpflegung ausgezeichnet und das Personal das bestgeschulte der Welt. Man sprach fast alle Sprachen, man kam allen besonderen Wünschen nach, so daß man sich wie zu Hause fühlte. Kapitän und Offiziere erfüllen alle Voraussetzungen, die der weltbereisende Engländer an den vollendeten Gentleman zu stellen pflegt. Also: deutsche Schiffe beherrschten den Verkehr in der englischen Welt! Wir trafen 1910 auf der Fahrt nach Ostafien in jedem Hasen mehrere deutsche Schiffe, meist mehr als englische. Französische Fahrzeuge traten kaum in Erscheinung, während die Japaner oder Italiener nur vereinzelt zu sehen waren. Deutsche Kriegsschiffe begegneten uns vor Colombo, in Hongkong und später in Schanghai und Japan. Es war ein beglückendes Gefühl, ein Deutscher zu sein. So primitiv diese Feststellungen auch sein mögen, sie wirkten doch für alle „Ostasiaten" oder „Afrikaner" überzeugend, daß aus der ständigen Zunahme der deutschen überseeischen Beziehungen England seine Kriegsgründe herleiten zu müssen glaubte. Diese Dinge sind häufig auf unserem Schiff, das uns heute 1934 nach Ostafien bringt, mit Engländern und Amerikanern erörtert worden. Da ist z. B. Mr. P., ein englischer Kaufmann aus Schanghai, vor dem Kriege in Kairo ansässig, der in voller Offenheit den Krieg Englands gegen Deutschland eine Idiotie" nennt. Pr. P. ist kein x-beliebiger Besserwisser, er hat vielmehr seine Erfahrungen im Weltkrieg am Suezkanal, an der Palästina- front und auf Gallipoli gesammelt. Einmal hat ein O-Boot seinen Transporter erwischt, nicht weit von den Dardanellen, und Mr. P. war volle neun Stunden im Wasser Gelegenheit gegeben, über den Krieg mit Deutschland seine Betrachtungen anzustellen. Mr. P. ist recht empfindlich, wenn wir uns mit der allgemeinen Weltlage befassen. Freilich, ein Graf Sp e e, Kommandant des Kreuzergeschwaders in Ostasien, Freund des englischen Admirals W i n s l o e, lebt nicht mehr. Der englische Kreuzer „Minotaur" tauscht keine Besuche mehr mit „Scharnhorst", „Gneisenau" oder „Leipzig" aus, bei denen die Wogen der Freundschaft hoch schlugen. Es gibt keine deutschen „Stationäre" mehr, keine Wettspiele deutscher und englischer Matrosen, keine gemeinsamen Klubs. Man mußte „den deutschen Besitz zerstören, die Kriegs- und Handelsflagge von den Weltmeeren streichen" — um einen gewaltigen Gegner in der englisch-indischen Welt zu sprunghaftem Wachstum zu verhelfen, um französisch- italienische Großmachtallüren im Mittelmeer, in Afrika und Jndisch-China peinlich zu spüren und um endlich die Feststellung zu machen, daß der europäische Krieg mit seinen revolutionären Auswirkungen nicht ohne Folgen für den Bestand des britischen Weltreiches geblieben ist. Mag auch vor der Hand keine ernste Gefahr drohen, so zeigen sich doch Bruchstellen, die die englische Regierung ernst genug einschätzt. Nicht den Zusammenbruch aufzuhalten. Doll Sorgen und Unruhe, planend und grübelnd fauchte nicht mehr zu weinen. Sein Zögern miß- anberte er durch die Straßen: es war ihm un- verstehend meinte sie: „Nur dreißig Mark ....! wanderte er durch die Straßen; es war ihm un- aber nicht mehr ciufauhalten war, nahm er das gen. Henlel erreichte seine Unbekannte nicht Er bekam massenhaft Zuschriften auf seine Annoncen, viele Photos, jede Schreiberin wollte mit ihm ge- Häuser fände . .. Vergeblich! Er betraute ein Detektivbüro mit seinen Angaben und Schilderungen. Er inserierte in den Tageszeitungen; alles umsonst. Das Mädchen las wahrscheinlich gar keine Zeitung ober schenkte bem Inseratenteil, ber ihr hätte so wichtig sein können, keine Aufmerksamkeit. Das Det"k"n^'lro mn*fp nur K-^en ohne fMtrtonHTv eines ber größten seiner Art — Gleichzeitig stellte er Nachforschungen an nach jenem Mädchen, zahllose Male ging er durch jene Straße, hielt sich vor jenem Geschäft auf, in der die Ziehung sollte in acht Tagen ftattfinben. Er wollte schon fragen, weshalb sie das Los verkaufe, wozu sie das Geld so dringend nötig habe, daß sie sich der Aussicht auf einen Gewinn entschlage, er sah sie an — ängstlich glänzte ihr Blick, und er sagte nichts. Er wußte, wie einem zumute ist, wenn man Geld braucht und keine Hilfe, keinen Ausweg weiß; so wie er Tausende nötig hatte, war ihr vielleicht mit einigen zehn Mark gebient. Wenn ihm auch Tausende fehlten, einige zehn Mark besaß er. Ob er sie hatte ober nicht, änderte an seiner großen Notlage nicht das Geringste, ihr aber war damit gebient, vielleicht für immer geholfen, und sie Er gab ihr fünfzig und behielt das Los. Eigentlich wollte er ihr zuerst in einer weichherzigen Regung das Los lassen und den Verlust der fünfzig Mark aufs Ganze schlagen, aber sie drang in ihn, das Los zu behalten, sie hätte sonst das Geld nicht I angenommen, sie wollte sich nichts schenken lassen, i Als das merkwürdige Geschäft abgeschlossen war, i stürzte sie fort, bevor noch ber Fabrikant bas Los in ber Tasche hattet. Die Ziehung fanb statt Hensel war wahrlich übel baran. er wußte kaum ein und aus, kein Geld aufmöglich, zu Hause zu bleiben, wo ihn bie Aufstellungen, Überschläge unb Rechnungen nur gequält hätten: er versuchte im Lärm ber Stadt zu einem klaren Entschluß zu kommen. Vielleicht konnte er mit einem Freund den Sachverhalt besprechen, jedenfalls trieb es ihn fort von Schreibtisch und Telephon. Er überquerte Straßen und Plätze, starrte in die Schaufenster, ohne aber den ausgestellten Waren, den Kleidern und Möbeln viel Aufmerksamkeit zu schenken; feine nagenden Gedanken wollten ihn nicht verlassen; wohin er auch lief, das Geschäft folgte ihm und alle die großen Verpflichtungen dazu. Er stand vor einem Hutladen. Plötzlich fuhr er aus seinem Hinbrüten auf, er sah neben sich ein Mädchen stehen, das ebenso wie er von Unruhe unb Sorge erfüllt schien: es war ein reizenbes, junges Mäbchen, annähernd zwanzig Jahre, schmal unb fein, doch einfach gekleibet, eine junge Verkäuferin möglicherweise ober eine Stenotypistin, die unterzutreiben, der Schuldenberg drohte den Fabrikanten zu erdrücken, die Arbeiter mußten entlassen werden, ihm graute vor jedem neuen Morgen mit der alten Sorge — nun: Tatsache war, daß auf das gekaufte Los zwar nicht der Haupttreffer, aber bie große Prämie und ein bedeutender Gewinn entfielen. Was sollte Hensel tun? Zunächst verursachte ihm der Gewinn noch schlimmere Kopfzerbrechen als die böse Geschäftslage. Er war ein Mensch rechtlicher Denkungsart und litt unter feinem Glück Da es Fräulein ... was ist Ihnen ... kann ich Ihnen helfen?"^ legen ein Papier heraus. Es war ein Los: ein Anteilschein der Staatlichen Lotterie. „Kaufen Sie mir .. ", flüsterte sie, rot werdend • • „ach! ich brauche dringend Geld ... kaufen Sie mir bitte, bitte das Los ab!" Zitternd hielt sie ihm das Los hin. Er nahm es, es war ein ganzes Los der letzten Ziehungsklaffe, Das Loiienelos. Eine (Erzählung von Friedrich Schnack. Der Papierfabrikant Walter Hensel war vor Jahren, als seine Fabrik noch klein und erst zwei Jahre in Betrieb war, durch den Bankerott einer seiner Geschäftsfreunde in eine so schwierige Lage gekommen, daß er kaum noch Aussicht hatte, sein Unternehmen weiterzuführen, ja sogar die.Gefahr vor sich sah, mit fast erdrückenden Schuldenlasten in die Zukunft zu gehen, wenn -überhaupt es ihm gelang, Das Mädchen erschrak und wollte wie es dem j)Offnunq das Mädchen wieder-usedcn. Er kaufte Fabrikanten vorkam. etwas sagen, hielt aber mit rcd)tg u”b rin,5 in b;„ ßäbcn Waren, wlewob, er der Sprache zuruck und schüttelte nur den Kops. fie 'niAt nBH„ b^e. nur um au forschen, ob er Hensel gab sich nicht zufrieden redete ihr gut zu, sie e-me Losverkäuferin als Angestellte in einem der rührte ihn. Wie hübsch war sie doch. Hastig öffnete - ' - - ' ■ - ' das Mädchen feine etwas abgegriffene Tasche, kramte darin und brachte zögernd wortlos und verdrückt aufschluchzte, offensichtlich ein Mädchen aus gutem aber verarmten Bürgerhaus Walter Hensel - betrachtet- sie verstohlen, was hatte sie nur? Er m-ld. um seine Schulden zu bezahlen und mit dem sah w,e ein paar Tränen den Augen entquollen Rest sein Unternehmen zu erweitern Es ist heute und über bte blasse Wange rollten. Schnell trat er --— < , an ihre Seite und sagte: „Verzeihen Sie, mein i sprachen haben ... lauter Schwindel! Auch bei bem Lotterieeinnehmer fragte er an, es war ein Kollekteur der inneren Stadt — aber der Name, den Hensel hier erfuhr, brachte ihm kein Ergebnis. Das Mädchen blieb unentdeckt. Da ließ er es und stellte seine Bemühungen ein. Eines Tages suchte er eine Sekretärin. Es meldeten sich viele junge Mädchen und auch ältere, eine ganze Reihe stellungsloser Stenotypistinnen. Er nahm eine der Bewerberinnen. Sie hatte zwar keine längere Hebung und Erfahrung, eine merkwürdige Ähnlichkeit aber in den Gefichtszügen der Sekretärin mit jenem jungen, verlorenen Mädchen bewog ihn, gerade diese Stenotypistin zu engagieren. Sie erwies sich brauchbar unb tüchtig — unb wie es nun einmal kam: Hensel heiratete sie nach einem Jahr. Er überließ sämtliche Vorbereitungen unb Einladungen zur Hochzeit seiner nun aus dem Betrüb ausgeschiedenen Verlobten. Wie überrascht war er aber, als er bei der Hochzeit sich plötzlich jener Losverkäuferin gegenübersah, jenem schönen, unent- bcckten Mädchen, das jetzt aber nicht mehr Mädchen, sondern bie Frau eines Kaufmanns aus einer anberen Stadt war. Hensel wußte sich zuerst vor Ueberraschung nicht zu fassen, sie plötzlich vor sich zu haben und gar als Schwägerin, und auch die junge Frau des Kaufmanns war ganz verblüfft. Sie erkannte ihn von damals wieder, ihren Helfer, der heute ihr Schwager war. „Was habt ihr nur?" rief die neuvermählte Frau. „Was starrt ihr euch so an?" Der Fabrikant trat auf feine Schwägerin zu, ergriff ihre Hand und hielt sie lang in der feinen. „Endlich habe ich Sie gefunden! Auf so merkwürdigem Umweg." Die Umstehenden verwunderten sich, und auch seiner Frau war sein Verhalten nicht wenig sonderbar. Die Schwägerin lächelte und blickte voller Verlegenheit bald auf ihren neuen Schwager, bald auf ihren Mann. „Sie wissen gar nicht, was ich Ihnen verdanke", erklärte ber Fabrikant. Unb er erzählte seine Geschichte, die große Verwunderung erregte und auf dem Gesicht seines Schwagers einen verbindlich unterdrückten Zug des Bedauerns, der ihm nicht verübelt werden konnte. Seine Frau, die die Erzählung still angehört hatte, berichtete nun, daß damals ihre, nun feit zwei Jahren verstorbene Mutter schwer erkrankt, für Arzt und Apotheker aber kein Geld vorhanden war, so daß sie das Los verkaufen mußte. Indes fei es wenigstens in der Familie geblieben, fetzte sie lächelnd hinzu. „Sie ahnen nicht", sagte der Fabrikant, „wie eifrig ich nach Ihnen gesucht habe und forschen ließ. Sie blieben unauffindbar — aber jetzt sind Sie da. Was kann ich tun, wie kann ich Ihnen eine Freude machen?" Sie wehrte ab, und auch ihr Mann wehrte ab. Das fei alles mit rechten Dingen zugegangen, sie hätten keinerlei Anspruch und eine nachträgliche Vergütung fei nicht nötig. Geschäft fei eben Geschäft! Der Fabrikant gab sich nach einigem Hin und Her zufrieden. — Acht Tage vergingen, da traf bei ber Schwägerin, bie mit ihrem Mann roieber in ihre Stadt zurückgereist war, ein dicker Brief ein. Sie öffnete und entnahm ihm, verblüfft, ein Paket Lose. Es waren hundert Anteilscheine der Staatslotterie. Stillvergnügt legte sie bie Zettel in ben Schreibtisch, ohne ihrem Mann etwas von der Sendung zu sagen. Sie konnte sie ihm aber nicht länger verheimlichen, als bei der Ziehung tatsächlich auf einige ihrer Lose ein paar kleinere, doch recht erfreuliche Gewinne entfallen waren. Zeitschriften — Unter dem Titel „Habsburg — bie De« generation der Macht" faßt bas Juliheft der „süddeutschen Monatshefte" eine Reihe oon Aufsätzen zusammen, deren gemeinfamer Ausgangspunkt die eine, das gesamte Deutschtum bedrohende Tatsache ist: das habsburgische Gespenst geht wieder um! Fritz Jaffä läßt in bem einen Aufsatz bie Gestalten biefer Dynastie, von Rubels von Habsburg bis zum letzten Karl, der bie Krone verlor, in ihrer historischen Aufeinanberfolge vor uns hintreten. Trotz des ersten Rudolf, trotz Marimi- lian, dem letzten Ritter, der so kerndeutschen Frau Maria Theresia, und der noblen Figur des greifen Franz Josef, kann das Urteil nur lauten: „deutsch unb boch nicht deutsch. Habsburg, das war ber Weg von Deutschland fort." Das Ende war der berüchtigte „Sixtus-Brief", war der versuchte Verrat von Karl und Zita. Um den wankenden Thron zu retten, schien ihnen die Preisgabe Deutschlands im Weltkrieg, dem schwersten Existenzkampf deutscher Geschichte, ein unbedenklicher Ausweg. Der Kampf gegen die gerade jetzt von den Legitimisten mit so viel Betriebsamkeit neu aufgefrischte Legende von dem „besonderen österreichischen Volk", von der „neu entstehenden Aufgabe Habsburgs in Mitteleuropa", kann nur dann wirksam geführt werden, wenn der partikularistische, nach 1870, und zwar gegen den Willen Bismarcks entstehende klein- deutsche Standpunkt endgültig der Vergangenheit angehört. Auch nur bann können wir dem Deutsch- tum in Oesterreich die notwendige geistige und see- lische Rückenstärkung vermitteln,'die es so dringend bedarf. In dem abschließenden Aufsatz schobert ein Deutsch-Oesterreiäier die Tragödie, aber anä be.i ungebrochenen Willen zu Widerstand und Sieg des deutschen Volkes in Oesterreich. ohne Grund geht man an eine gewaltige Vermehrung der Luftstreitkräfte heran und, um nur e i n wichtiges politisches Moment aufzuzeigen, plant man immer wieder den Ausbau Singapores unter gleichzeitiger grundsätzlicher Neugliederung der Flotten des Reiches. Mit Deutschland (hier spricht Mr. P. aus Schanghai) wäre ein Vergleich möglich gewesen, aber ,-Japan hat es nicht nötig, sich mit uns über die Neugestaltung des Fernen Ostens zu verständigen". Japans Methoden sind die Metyoden der „alten Welt". Fleiß, Geschicklichkeit und Bedürfnislosigkeit (das Lohnproblem spielt heute noch keine entscheidende Rolle in Japan) gestatten einen für europäische Begriffe unvorstellbar niedrigen Exportsatz, und so dürfen sich alle Mr. P. nicht wundern, wenn „Made in Japan" zu einer beliebten Handelsmarke in Indien, Afrika, Kleinasien und den europäischen Hafenzentren geworden ist. Auf dem Fuß folgen alle wirtschaftspolitischen Methoden Japans, um den Absatz seiner Waren zu gewährleisten und gleichzeitig die so wichtige Rohstoffversorgung sicherzustellen. Das ständige Wachstum des Jnselreiches ist schon äußerlich erkennbar durch eine Reihe großer Passagier- und Handelsdampfer, die den pazifischen Verkehr fast völlig beherrschen und auf der ostasiatischen Linie via Marseille—Neapel—Suez eine wichtige Rolle spielen. Und endlich machen japanische Geschwader neuester Konstruktion ihre Aufwartung in allen großen Häfen der Welt. Unser Schiff ist nicht groß, kaum 10 000 Tonnen, es ist kein Passagierdampfer mit festlichen Sälen und Sportplätzen, aber es ist ein deutscher Dampfer mit vorbildlicher Besatzung. Es herrscht Korpsgeist, ob nun in den Maschinenräumen, in der Pantry oder im Logis gearbeitet oder auf der Drücke geführt wird. Unser „Käptn" versteht sein Fach. Der ist elf Jahre noch auf Segelschiffen gefahren, wo man nach Australien ein rundes Jahr unterwegs war und von Backpflaumen, Brot, Zwieback, Kartoffeln und Salzfleisch lebte. Da wurden die Schiffsjungen um 4 Uhr früh geweckt, und vor 20 Uhr durfte das Logis nicht wieder betreten werden. Aber es sind Seeleute in dieser Arbeit entstanden, denen man nichts vormachen kann. Es geht auf unserem Dampfer einfach zu, wie in einer deutschen Familie. Man muß von vorn anfangen, und da geht es nicht gleich mit einer „Bremen" oder einer „(Europa"! Aber im nächsten Jahre werden zwei schöne deutsche Schiffe auf der Ostasienlinie eingesetzt, so an die 18 000 Tonnen und mindestens ebenso schon, wie die Italiener, Holländer, Franzosen und Japaner, die heute einen großen Teil des Passagegeschästes an sich gerissen haben. Wir sind eine kleine und, wie man sehen wird, gemischte Gesellschaft. Da ist ein Engländer mit Familie, der nach Schanghai geht. Für Singapore sind vorgemerkt: eine amerikanische Lehrerin, zwei Siamesen, die aus Deutschland und Neuyork kommen, und eine junge Düsseldorferin, die nach Soerabaja heiraten will. In Schanghai gehen an Land: ein Reichsbahnrat, der für die Regierung in Nanking verpflichtet wurde, und ein deutscher Journalist, der nach Tokio weiterreist und gerade jetzt von dieser Reise erzählt. Außer dem Kapitän stellen wir die drei Offiziere vor, die z. T. seit zehn Jahren Ost- afien befahren, ferner den Oberzahlmeister, den leitenden, hocherfahrenen Ingenieur und feine Helfer und den Bootsmann mit feinen „Maaten". Das sind so 65 Mann der Besatzung. Einer kennt den anderen, einer hilft dem andern und einer arbeitet für den andern. Das ist so selbstverständlich, daß man faßt vergißt, was war. Und als unser Führer Adolf Hitler kürzlich in schnellem Zugreifen die Ordnung in Deutschland wiederherstellte, da hat unsere Besatzung spontan in einer schnell einberufenen Versammlung unseres Führers gedacht und ihm von neuem treue Gefolgschaft versprochen. Ja, auf die Seeleute kann sich das neue Deutschland verlassen. Die haben helle, kluge Augen und haben verstehen gelernt, daß führen, arbeiten, gehorchen und sich unterordnen, jedes für sich, gelernt sein wollen. Immer eines für das andere und alles zum Wohle unseres Volkes. So schnell fährt unser Schiff nun gerade nicht, wie z. B. die Japaner, die nach Tokio in vier Wochen reifen. Dafür sehen wir mehr und können Oie letzte Llnterschrist. Der RetchvpräsiVent lealedt l.ipr., den 31.Jull.l93<- Durch die anliegende Drzunde habe Ich Sie unter1 gleichzeitiger Snthebung von ihrem Amt als Helchsnlnlster und Stellvertreter des ßelchstanzlers st» außerordentliche• Gesamten und bevollmächtigten Minister In befristeter Son- dermlsslon In tlen ernannt. Jch benutze diesen Anlaß, ihnen meinen wärmsten Dann auszusprechen für ihre bisherige hlM- gebende Arbeit und für die großen Dienste, die Sie den Va- terlam In den hinter uns Hegenden schweren Jahren gelels- tet hiben. Wenn Ich Sie nunmehr als diplomatischen Vertreter des Reiches nach tlen entsende, so geschieht es Inder aufrichtigen Hoffnung, daß es ihnen gelingen möge, normale und herzliche Beziehungen alt den stamoervandten österreichischen Volt herzustellen. Meine besten tünsche begleit ten Sie bei der Durchführung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe. in den Häfen beobachten, wie der Verkehr mit Waren vor sich geht. Von Genua bis Port Said sind wir ohne Station gefahren und bis Colombo haben wir keinen Hafen angelaufen. Das find immerhin elf Tage, die wir kein Land und nur wenig Schiffe gesehen haben. In allen Häfen der Welt bietet sich dasselbe Bild: Hafenbehörden, Vertretungen der Linie, Paß und Quarantänebehörden und endlich Händler, Geldwechsler und die „schönen Künste". Das sind Zauberkünstler, die von einer beispielslosen Zähigkeit in der Verfolgung einer „Chance" sind, die man ihnen in Gestalt eines Schillings, einer Rupie oder auch einer Mark aeben soll. Alte Seefahrer werden so etwas schnell los, aber die Neulinge müssen, wie überall, Lehrgeld bezahlen. Der Eingeborene in der Hafenstadt hat übrigens einen untrüglichen Blick für das Greenhorn; er weiß auch sofort die Nationen auseinanderzuhalten, und der kleinste Araber, der Geschäfte machen will, bedient sich eines festen Wortschatzes aus aller Herren Länder. Hieß es früher: „He, he, Bismarck, du eine schöne Bauchtanz sehen, Edelstein kaufen, Cigarettes, Briefmarken" — so schreit heute der Händler: „Ah, deutsche Mann, ah, Hitlär, große Mann". Sonst ist Port Said, das sein Dasein dem Kanal verdankt, wenig bemerkenswert. Es fei denn, man stellt schon hier den vorherrschenden englischen Einfluß fest, da der Kanal vollständig in englischen Besitz überging. Aber Port Said ist doch der erste „Blick in den Orient". Hier scheiden sich Afrika und Asien, und oon hier tritt man in die gewaltige englisch-indische WeU ein. Der Engländer spricht oon „the world’s most important waterway“, wenn er an den Suezkanal denkt. Und in der Tat bedeutet dieser kleine Schnitt zwischen Afrika und Asien für die Erhaltung der englischen Herrschaft i mehr als Kanonen, Schisse oder Flugzeuge auszudrücken vermögen. t)er Kanal verringert die Entfernung zwischen den europäischen Häfen und Indien um etwa 25 bis 30 Tage. Er ist aber auch gleichzeitig ein lukratives Unternehmen, da die Passagegebühren außerordentlich hoch sind. So z. B. muß unser gutes Motorschiff rund 75 000 Mark für Hin- und Rückfahrt erlegen, woraus sich ohne viel Rechnerei die gewaltigen Einnahmen für die Suezkanal-AG. ergeben. Daß der Kanal, strategisch gesehen, den englischen Lebensnerv berührt, ist ebenfalls leicht auszudenken. Als im Weltkriege deutsche und türkische Truppen von Osten her am Kanal erschienen, da sah England „sein Reich auf das schwerste bedroht". Zwei gewaltige Monumente erinnern heute an „Britanniens schwerste Tage". Es sind dies ein Denkmal für die indischen Truppen, deren Einsatz nur auf dem Wege über Suez möglich war, und das große Monument auf dem Mariam-Hügel, das seine Front nach Osten richtet, also in die Gegend, aus der der Angriff erfolgte. Der 160 Kilometer lange und rund 110 Meter breite Kanal (auf der Sohle 60 Meter) wird z. T. durch eine Reihe von Seen geführt, die die Fahrt durch den Kanal so abwechslungsreich gestalten. Während man für den Panamakanal nur acht Stunden gebraucht, dauert die Fahrt durch den Suezkanal 16 bis 24 Stunden, je nach der Zahl der Ausweichestellen, die man bei starkem Verkehr einlegen muß. Für die Schiffsleitung ist diese Strecke der Reise ein gutes Stück saurer Arbeit, denn das Festmachen des Schiffes erfordert viel Geschick und Aufmerksamkeit. Für den Passagier dagegen ist die Kanalfahrt von großem Reiz, denn zum erstenmal meldet sich das romantische Bild Des in vielen Farben schillernden Orients. Wenn man außerdem seltne Phantasie arbeiten läßt, so kann man Jahrtausende zurückdenken und sich Vor- Sänge ins Gedächtnis rufen, die uns im biblischen nterricht bewegt haben. Stärker noch wirkt die Landschaft. Während rechter Hand eine Autostraße und die Bahn Kairo—Suez (mit Anschluß nach Palästina) die Fahrt begleiten, folgen sich auf der arabischen Seite Bild an Bild, die jedes schönheitsfreudige Herz höher schlagen lassen. Soweit unser Auge reicht, dehnen sich bis an den blaßblau verhangenen Horizont ockergelbe Sanddünen in den kunstvollsten Formen. Feine Wellengebilde wechseln mit gebirasartigen Formationen, mit messerscharfen Graten, breitgeschweiften Sätteln und schattenverhangenen Tälern ab. Wenn jenseits die Sonne sich neigt, hüllt sich der Horizont in ein zartes Pastellbild aus gelbrosa Farben, während die Dünen- ■ Staatsrat Gustav Simon, der Führer des Bundes der Saaroereine. Verkauf -er Saarplakette nur am 26. August. Das Staatspresseamt teilt mit: Der Reichsschatzmeister der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei hat namens des Stellvertreters des Führers und im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen den Verkauf.der Saarplakette aus Anlaß der am 26. August 1934 im ganzen Reich stattfindenden Führer-Saarkundgebung genehmigt. Die Saarplakette darf jedoch nur an einem Tage, und zwar am 26. August 1934, auf öffentlichen Straßen, Plätzen und in den Festräumen vertrieben werden. berge vom tiefsten Ockergelb in freudiges Ziegelrot oder flammendes Rubinrot langsam überwechseln. In den Tälern jedoch liegen schwarzblaue oder sattlila Schatten. Es ist fast unmöalich, die Tönungen der Wüste in Worte zu kleiden. Noch überwältigender zaubert das Wasser, die zahlreichen kleinen Seen oder die großen Seen, die der Kanal zu einem Schiffahrtsweg verbindet. Dort drüben der kleine See zwischen den Dünen strahlt ein leuchtendes Smaragdgrün aus, während ein größeres Gewässer vor uns in zitternden blauen Farben glüht, daß man fast gehalten ist, die Augen vor dem Glanz zu schützen. In dieser Umgebung wirken die kleinen Stationen, Karawansereien mit Palmen, Kamelherden und flachen Hütten, mit braunen Beduinen in leuchtend weißen Burnussen wie farbenfrohe Zeichnungen, die unserer Vorsteb- 3 von der orientalischen Märchenwelt aus der erzeit gerecht wdrden. Rechts, auf der englischägyptischen Seite, ist die Wirklichkeit näher. Hier wechseln Verwaltungsgebäude mit kleinen Lagern, Stationen und Dörfern ab. An der Mündung eines Sees haben die praktischen Engländer einen wunderbaren Badestrand mit allem erdenklichen Zubehör errichtet, der heute dicht bevölkert ist. Wie denn niemand in Abrede stellen kann, daß das Jüngste Liebe. Von Eva Maaq. Sie hieß Henriette und war sehr unglücklich darüber. Sie zahlte beinahe dreizehn Jahre und trug ein weißes, geblümtes Kleid, als sie in den Park eindrang. Vorsichtig spähte sie noch allen Seiten. Es war sehr still, die Sonne flimmerte auf dem Grün der Blätter. Verwildert war der Park, das Gras kniehoch. Obstbäume standen neben Rotdorn und Weißdorn und türkischem Flieder. Ranken slachlicher Ziersträucher versperrten die Wege. Henriette stieg über sie hinweg. Bienengesumm erfüllte die Lust und ein starker Geruch von Pflanzen und Blumen. Auf einem freien Rondell stand ein alter, morscher Liegestuhl. Sie versuchte vorsichtig, sich hineinzusetzen und klappte krachend mit ihm zusammen. Leises Gelächter flog durch die Luft. Henriette bl ckte sich um. Plötzlich schoß etwas an ihren Kopf ... sie fing es auf ... es war ein Kirschzwilling. Sie bängte ihn übers Ohr und wandte nun den Blick in die Höhe: da hingen im Kirschbaum zwei kräftige, braune Beine, nackt vom Wadenstrumpf bis übers Knie, und dann war noch ein Stück von einer weißen Hose zu sehen. „Mehr!" rief Henriette und hielt die Hände empor. Ein Regen prasselte herab. Es waren große, hellrote Glaskirschen, und Henriette fing sie im weißen, geblümten Kleid, das nun rote Flecken bekam. „Na, du Wohltäter, zeig dich mal!" sagte sie und blickte angestrengt in das Blätterdach. Ein blasses Gesicht mit großen braunen Augen und ein dunkler Lockenkopf wurden sichtbar. „Genua?" „Ja, essen kann ich nicht mehr. Und worin soll ich sie mitnehmen?" Es krachte und knackste, ein paar Zweige fielen herab, und dann ein großer, dünner Junge im weißen, ausgewachsenen Matrosenanzug. Sie standen einen Augenblick verlegen voreinander. „Eigentlich ...", begann er, wie kommen Sie denn eigentlich hier herein?" Henriette deutete vage in seitlicher Richtung. „Durch die Hecke", sagte sie knapp. „Aber ich bin erst zwölf dreiviertel. Sag ruhig »in?." „Bitte sehr," sagte der Junge und wühlte ver- zweifelt in seinen Taschen. „Was suchst du denn?" , Mein Taschentuch, ich blute am Bein..." Er fand es nicht, und Henriette hatte leider auch teins. Sie gingen zusammen durch den Park. Der Junge zeigte ihr eine Jndianerhütte, einen Müllhaufen und eine verfallene Laube. „Schön ist es bei euch," sagte Henriette andächtig, „so wüst..." „Ja, unser Gärtner ist rausgeflogen... Und meine Großmutter will keinen neuen." „Und deine Eltern?" „Sind nicht da, die reisen immer..." „Jumbo!" sagte Henriette verblüfft. Sie blieb stehen, riß ein Akazienblatt ab und malte sich rasch und glühend ein wildes Leben in einem wilden Park ohne Eltern und Aufsicht aus. „Jch habe ja nun Eltern", sagte sie bedauernd, „und jetzt muß ich nack> Haus "zum Mittagessen. Willst du mitfommen? Wir haben eine Sommerwohnung mit Balkon und einen Kanarienvogel." . „Meinetwegen. Wie heißt du eigentlich?" „Ach, scheußlich, aber ich kann nichts dafür ... Henriette." „Na ja, schön ist anders. Jch heiße Joachim Dietze." Henriettes Mutter war nicht sehr erstaunt. „Komm nur, du kannst miteffen," sagte sie zu dem Jungen. Es zeigte sich, daß Joachim einen ungeheuren Appetit hatte, daß es zuhaus bei ihm niemals regelmäßiges Essen gab, und daß ihn niemals irgendjemand vermißte. Griesflarnrneri mit Kirschsaft machte ihn so ergriffen, daß er fortwährend „Junge, Junge" vor sich hinmurmelte. Und Henriette entdeckte ein eigenes Gefühl in der Brust, so etwas wie Stcstz auf das eigene Heim. ♦ Henriette und Joachim wurden ein unzertrennliches Paar. Sie streiften miteinander durch Park und Wälder. Sie zankten sich, und sie vertrugen sich. Henriette mar manchmal überheblich, und Joachim grob. Dann sagte er „Ziege!", und sie sagte „Du Hannibal!" Weil sie sich einen Hannibal aus ungeklärten Gründen unermeßlich brutal vorstellte. Dann zog Joachim wütend mit den Zähnen an seinen Fingern, daß die Gelenke krachten, und sie machte „Tsss!" durch die Zähne, als ob ihr die ganze Welt gleichgültig märe. Doch gingen solche feindlichen Bekundungen stets rasch vorüber. Eines schönen Sonntags ruderten sie auf dem Tornowfee. Der See strahlte tiefblau den Himmel wieder. Joachim bemerkte nicht, wie sie langsam von Booten eingekreist wurden. Es waren Dorfjungen, die sie zu necken begannen, zu spritzen, zu schreien und zu lachen. Joachim saß mit zusammengepreßten Lippen und ruderte stetig fort. Henriette rutschte ängstlich auf ihrem Steuerbänkchen. Plötzlich stieß ein Bursche mit seinem Ruder herüber, gegen ihr Boot, daß es heftig schwankte und Henriettes Handtäschchen ins Wasser glitt. Mit einem Ruck zog Joachim die Ruder ein, stand zornfunkelnd im Boot. „Ihr Lümmel, jetzt werd' ich euch zeigen, wie man sich benimmt!" Er streifte blitzschnell die Schuhe ab und jprang mit feinem weißen knappen Matrosenanzug in den See, tauchte dreimal sehr lange und brachte .bas Täschchen — es war blau mit rotem, gesticktem Monogramm — vom Grunde zum Sonnenlicht heraus. Henriette hatte Tränen in den Augen, teils vor Aufregung, teils vor Rührung, und half dem triefenden Joachim, dessen Hose die Strapazen nicht ausgehalten hatte, wieder ins Boot. Wobei sie sich etwa wie das Fräulein mit dem Handschuh von Schifler vorkam. Don diesem Tage an stritten sie sich nur noch in den dringendsten Fällen. ♦ Einen wunden Punkt gab es in ihrem gemeinsamen Leben. Wenn Henriette am Samstagmittag nach der Schule mit dem Zug aus der Stadt kam, paßte sie in Michelsdorf haarscharf auf, ob Joachim, der dort zur Schule ging, auf dem Bahnsteig stand. Am liebsten hätte sie dann die Abteittür auf- gerissen und vier Töne gepfiffen, ihr Signal. Das war jedoch untersagt, weil zuweilen Joachims Schulkameraden mitfuhren; und die Schmach, von einem Mädchen erwartet zu werden, hätte Joachim nicht ertragen. So mußte sich Henriette unauffällig am Fenster zeigen und mit zusammengebissenen Zähnen abroarten, ob Joachim geruhte, zu ihr zu steigen. Dieses Verhalten war ehrenrührig, Henriette erkannte es wohl, aber eine Frau muß sich, wenn auch manchmal erbittert, fügen. Als Henriette Geburtstag hatte, den dreizehnten, zogen sie sich vor Tisch, ef)e die Gäste tarnen, in bie Jndianerhütte zurück. Das Gras war gelb, durch die blaßblaue Lust zogen Spätsommerfäden. Joachim hatte die Hütte mit Astern und Hühnerfedern geschmückt und trug auch sonst eine feierliche Miene Zur Schau. Sie hockten am Boden und starrten durchs Geäst in den Himmel. .^Henni", sagte Joachim, „das mit meinen Schulfreunden ... das mußt du mir nicht Übel nehmen. Die quatschen sonst so, die verstehen das nicht." „Achim", sagte Henriette mit etwas heiserer »du bist ein pikfeiner Kerl." rc "i-Jv • • ucimlich ..." sagte Joachim und legte 0Neuheit in seine Stimme. „Jch habe mir ge- ooajt ... Wollen wir uns nicht heiraten, wenn wir groß sind?" „Jumbo, das wäre großartig!" rief Henriette begeistert. Dann gingen sie zum Mittagessen, und es gab Schokoladenflammeri. Mit Vanillensauce. Neue Briefmarken in aller Welt. Neue Briefmarken, die nicht aus reinen Spekulationsgründen auf den Markt geworfen find, werden von dem Sammler stets mit Freuden begrüßt. So sind auch in den letzten Wochen einige Neuheiten herausgekommen, die den Philatelisten interessieren. Njassaland hat eine Serie von sieben Werten herausgebracht, die das offizielle Wappen der neuen englischen Kolonie führen, nämlich einen auf einem Fels ruhenden Leoparden, der sich von der auf- gehenden Sonne abhebt. Die Werte und Farben sind: V- d grün, 1 d sepia, IVe d rosa, 2 d grau, 3 d tiefblau, 6 d purpurn und 1 sh orange und schwarz. Statt der früheren Aufschrift „Nyassaland Protectorate" ist jetzt nur der Name in weißen Buchstaben auf farbigem Grund am Fuß der Marke zu lesen. Auch die ersten Marken-, die das Bild des neuen Königs des Irak, Gasi I., tragen, sind jetzt auf den Markt gekommen; sie sind unoeräntfert mit Ausnahme des Bildes, das den neuen Herrscher statt des verstorbenen Königs Feifal zeigt. Von den Philippinen kommen Marken mit Bildern verschiedener Ballspiele, die zur Erinnerung an den 10. Fernöstlichen Ballspiel-Wettbewerb in Manila aus- gegeben wurden. Fußballspieler sind auch auf den italienischen Marken dargestellt, die aus Anlaß der Internationalen Fußball-Wettspiele in Rom erschienen sind. Jugoslawien verherrlicht das Sokol- Fest, das vom Juni bis September 1934 ftattfinbet, durch Marken, und auch die ersten jugoslawischen Flugpost-Marken, die Flugzeuge über charakteristischen jugoslawischen Landschaften zeigen, sind erschienen. Neue Flugpostmarken bringen Chile und Peru; das letztere Land schmückt feine Marke mit einem Post-Flugzeug, das die Anden überfliegt. Belgien bringt eine Marke zu Ehren des flämischen Komponisten Peter Benoit, deren Erlös für fein Denkmal verwendet werden soll. Wohl die interessantesten Neuigkeiten kommen aus Tibet; es ist die zweite Marken-Serie, die dort in den letzten zwanzig Jahren geschaffen wurde. Die Marken, die von heimischen Künstlern in Lhasa hergestellt wurden, zeigen den weißen Berglöwen, das Sinnbild von Leben und Tod, und außer dem Namen Tibet ist die ganze Beschriftung in tibetanischen Buchstaben. Die Werte sind 1 Scheckey, 1 Schokang, 1, 2 und 4 Trangka. Besonders diese tibetanischen Neuausgaben werden bei den Sammlern die größte Beachtung finden, weil von dieser Seite bisher sehr wenig Briefmarken herausgekommen sind. 1 z iC'- ab Er n n n b >r )5 rr n, ?5 n- B* ie iS la- len So 'en n. r* n n Punft elf Uhr erschien Doktor Farnhorst, rde sofort zu Nora geführt. englische Volk in Indien, Aegypten Snd Afrika kolonisatorisch Außerordentliches geleistet hat. Kein vernünftiger Inder oder Aegypter verschließt sich der Einsicht, daß nicht zuletzt englischer Wirtschaftserfahrung die großen zivilisatorischen und kulturellen Fortschritte zu verdanken sind. Kein >n LU, ,nb mb ßen irke des j-tzi nut cher den Hie' 10. 1115' den der er- okol- nbet sche? ristl' ! er- iino mit liegt- ischen sein inte.;: 'S 'N kann ich beruhigt sein. Bei dir ist Helge gut aufgehoben, Fritz Farnhorst. Bei dir bestimmt. Und nun will ich Helge holen." Da neigte sich der Mann tief, tief vor der Größe dieser Frau... Draußen auf der Steinterrasse saß noch immer Helge und hatte den Kopf an die Silberstauden der Königsglocke geschmiegt. Da trat Nora zu ihr. „Helge? Fritz wartet auf dich. Kleine Helge, sei glücklich! Ich bin mit deiner Wahl einverstanden. Und ich bleibe acht Wochen hier. In dieser Zeit soll auch eure Hochzeit fein. Ich reife nachher sofort nach Südamerika. Und in zwei Jahren komme ich wieder!" „Nora!" Ein einziger, glückdurchzitterter Ruf. Dann stürmte Helge davon. Nora aber sah in den sonnigen Herbsttag, und ihr Gesicht war stolz und weiß. Herbst! Man muß auch den Herbst zu ertragen wissen und den Winter erst recht!, dachte sie, und ihre Hand strich liebkosend über die Königsglocke. Drinnen aber küßten sich zwei junge Menschen, und ein großes, übergroßes Glück machte sich breit in Haus Omslö und nistete sich ein. „Helge, ich habe dich lieb, so lieb", sagte der Mann leise und sah tief hinein in die wunderschönen blauen Augen, die doch die Augen Noras waren. Helge legte beide Arme um seinen Hals, sagte leise: „Ich war kurze Zeit so unendlich töricht. Ich glaubte, du könntest neben Nora mich nicht mehr lieben." „Soll ich dir alles sagen, Helge?" „Nein! Das ist Noras und dein Geheimnis. Ich will nichts wissen. Wir wollen Nora immer, immer lieb behalten, Fritz." Ganz fest nahm er sie in feine Arme, und Helge legte beseligt den blonden Kopf an feine Brust. Draußen aber schritt Nora Nordstrom durch den Herbsttag. Und ganz droben auf dem Felsen stand sie bann, blickte zum Meer hinüber. Heilige Heimat!, dachte sie, und das Herz wurde ihr leicht und frei. Als Nora den Weg hinabschritt, stand am Wege die wuchtige Gestalt Baringsens. Er hatte den Hut in der Hand und stand da wie ein Bettler. Nora blieb stehen, reichte ihm die Hand. „Baringsen, verzeihen Sie mir! Aber es sollte wohl nicht sein! Meine. Schwester heiratet io acht Das war der Von Carl „Und darf ich hoffen, Ihre Einwilligung zu bekommen? Tante Greta behauptete nämlich, sie hätte nichts zu sagen. Alles, was Helge anbetrifft, bestimmten Sie. Und so habe ich eben voll Sehnsucht gewartet und meine kleine Helge auch." Nora Nordström wankte. Dann hatte sie sich wieder in der Gewalt. Sie lächelte. Aber es war ein solch rätselhaftes Lächeln, daß Farnhorst ganz bestürzt in das schöne Frauengesicht sah. „Hat — Helge Ihnen gesagt, daß wir uns lieben?" „Ja? Ich weiß es. Und — Fritz Farnhorst, ich gebe Ihnen Helge. Aber sie braucht viel Liebe und Sonne. Sturm verträgt sie nicht. Und ich habe Helge immer sehr, sehr lieb gehabt." Da riß Farnhorst die schlanken Frauenhände an seine Lippen. „Nora — ich liebe in Helge Sie! Sie und Helge sind eins für mich. Ich habe schwer gelitten damals. Aber ich fand den Frieden, als Helge ihr junges Herz mir erschloß. Und Sie haben selbst damals die Trennung gewollt. Ich hätte Sie niemals verlassen. Heute aber gehört mein Herz Helge. Und ich werde sie glücklich machen. Meine Stellung bei Baringsen ist so, daß ich Helge für alle Zeiten ein gesichertes Dasein zu bieten habe." „Bei Baringsen sind Sie? Gerade bei ihm? Schlingen sich denn alle Fäden geheimnisvoll ineinander?" „Nora, Baringsen hat Sie geliebt!" „Er sprach mit Ihnen?" „ „ v < „Ja! Weil er sah, wie ich Helge küßte. Und da wünschte er mir mehr Glück auf dem Gange ins Haus Omslö, wie er selbst gehabt hatte, als er sich eine Braut aus Haus Omslö holen wollte", sagte Farnhorst ernst. Noras Lippen zuckten. Ihr schönes Haupt war leicht zurückgeworfen. , . „Baringsen! Ja! Er! Aber ich konnte es nicht. Und ich hatte inzwischen Haimar Bergen kennengelernt. Der Mensch baut sich sein Schicksal selber. Man soll dieses Schicksal nicht immer verantwortlich machen." Schweigen! „ Nach diesem Schweigen sagte Nora: „Fritz, mache die kleine Helge glücklich! Heute soll Verlobung fein. Und ist es nicht natürlicher, wenn du die junge Helge-Nora liebst als die andere Nora, die der Sturm des Lebens langst zerbrach, und die noch einmal ein herrliches Weihnachtsmärchen erlebte? Ich bleibe acht Wochen. In dieser Zeit soll auch die Hochzelt sein. Und dann Wochen. Sie sind es, der Doktor Farnhorst diese gesicherte Stellung gab. Ich danke Ihnen!" „Es gibt nichts zu danken, gnädige Frau. Farn-- horst ist mein Junge. Mein lieber Junge! Er — wird — hier alles weiterleiten — wenn ich — mal nicht mehr bin." „Baringsen, Sie haben Farnhorst auch lieb?" „Ja! Ich bin froh, daß er kam. Und ich hab gemerkt, daß'ich doch ein gut Teil deutsch bin. Das deutsche Blut ist treu! Ich l)ab Deutschland immer als zweite Heimat betrachtet. Und meine Mutter hat ihr altes Vaterland nie vergessen Ich hab's ihr, als sie starb, in die Hand hinein versprechen müssen, daß ich in Deutschland Not lindere, wenn ich es kann. Und ich kann es ja, Gott fei Dank! Nun ist Farnhorst gekommen. Und ich hab ihn immer mehr schätzen und lieben gelernt. Einsam bin ich nicht. Ich hab ja nun einen Jungen. Leben Sie wohl, Nora Nordström." „Leben Sie wohl, Baringsen, und Gott mit Ihnen! Sie müssen noch lange dableiben als Symbol der nordischen Berge. Man liebt und verehrt Sie überall." Da wandte er ihr fein häßliches Gesicht voll zu, und in feinen Augen war ein weher Ausdruck. Aber Gunnar Baringsen lächette. Und mit diesem Lächeln schied er von ihr. Und Nora schritt weiter. Nach Hause mochte sie noch nicht. Sie mußte noch ein Weilchen mit sich allein fein. Und dann wollte sie stolz und freundlich nach Haus Omslö zurückkehren, und keiner würde merken, was Nora Nordström da draußen in diesem sonnigen Herbsttage begraben hatte! Nach acht Wochen reifte sie ab. Und ein strahlendes, junges Gesicht schmiegte sich an das ihre. „Alles Glück für dich, meine kleine Helge!" sagte Nora zärtlich, aber ihr Blick ruhte dabei in demjenigen Farnhorsts. Der nickte ihr zu. Es war ein stummes Gelöbnis, Helges Glück und somit das feine immer und immer wieder hochzuhalten. Der Wagen fuhr davon, und eng umschlungen standen Farnhorst und fein junges Weib. Er hob fein Glück zu sich empor. Und dort unten fuhr der Wagen mit Nora davon. Neuer Ruhm, neue Ehre warteten auf eine große Künstlerin. Und Nora Nordström dachte: Schweig still, du törichtes Herz! Große Künstler sind immer einsam. Die Vorsehung will es nicht, daß ein einziger Mensch alles besitzt. . y e— Qinbelr-s lieber klarer Luft spannt ein blauer Himmel. Heiß strahlt die Sonne herab. Vollreif lastet der Augustsommer auf den Feldern. Müde und wohlig strecken sich Soldatenleiber auf dem heißen Boden. In der Ferne einige Kanonenschläge. Man kümmert sich nicht weiter darum, man hatte Kanonen in den letzten Tagen wiederholt gehört. — Doch plötzlich blafft dicht vor uns eine deutsche Batterie. Man springt auf, neugierige Augen irren im Gelände herum ..., da, Schrapnellwölkchen, und dort in einem Dorf flackert Feuer und Rauch. Dick wälzt sich eine schwarze Rauchfahne über Häuser und Wald ins Blaue. Dann feuert eine andere Batterie und jetzt sehen wir eine Reihe aufrechter Punkte sich vorwärts bewegen. Deutsche Schützen? Die Luft flimmert infolge der Hitze, darum kann man nicht deutlich die Uniformen erkennen. Aber auch dort, weit hinter den Dörfern, wo das Gelände wieder ansteigt und von Wald gekrönt wird, sieht man einzelne Menschen sich bewegen; das könnte der Feind sein. Kavallerie stünde uns gegenüber, erzählt man. Kurz nach 13 Uhr wird von General U t h m a n n der Befehl zur Entfaltung feiner 49. Brigade erteilt. Noch in Gruppen- und Marschkolonne marschieren das II. und III. Bataillon der 116er durch (3 l a i r e u f e. Westlich des Ortes setzt sich das III. Bataillon links neben das II., Breitenkolonnen werden formiert, die Fahnen entfaltet, Schützenketten sind vorausgenommen. Diese Schützenlinien beobachteten wir im I. Bataillon, als auch uns das ewig kalte Kommando: „Fertig machen" aufscheucht. Umhängen, Gewehr in die Hand, Antreten geht nicht ohne eine gewisse Erregung vor sich. In Ruhe fallen die Kommandos. In Richtung auf ein Dorf — Anloy — zieht sich die Bataillons-Kolonne auseinander. So folgt es der Vorwärtsbewegung auf den L e f f e a b s ch n i 11 am linken Flügel, weit rückwärts gestaffelt, den anderen Teilen des Regiments. Die Mafchinengewehrkompanie Poly marschiert zwischen dem III. und dem I. Bataillon, hinter diesen auf Anloy zu. II. und III. Bataillon haben die Lesse überschritten. Sie gingen durch Anloy und iaran vorbei in breiter Front gegen den Weg, der ron Anloy nach Nordwesten, nach M a i f f i n führt, init Schützenlinien vor. Das 11. Bataillon van M ft e n hatte die 8. Kompanie unter Hauptmann ieck und die 6. unter Oberleutnant Ebel in vordere Linie, die 5. unter Hauptmann Wehr- heim und die 7. unter Oberleutnant Firmenich in zweite Linie genommen. Links (südlich) neben dem II. stand das III. Bataillon Großmann, mit ler 12. Kompanie unter Hauptmann Buhtz, der $. unter Hauptmann Wolf in vorderer, der 11. unter Hauptmann Mattel und 10. unter Hauptmann von WeItzien in zweiter Linie am West- cusgang von Anloy. Diese blieben in ihrer rückwärtigen Stellung als Regimentsreserve zur Verfügung des Obersten Schimmelfennig. Ein unübersichtliches Gelände liegt vor dem Regiment. Getreidefelder, eingeftreute kleine Wald- tüde, Stuffein, Hecken, Sträucher hindern den Einlick. Die Schützen find im Vorgehen. Nicht lange, a peitschen die ersten Kugeln des Gegners herüber. Sofort entwickeln sich die Kompanien und greifen en unsichtbaren Feind an. Er wehrt sich, feine Ma- tzinengewehre beginnen zu spucken. Trotzdem biet- len beide Bataillone im Vorgehen. Drahtzäune hindern. Diese und das feindliche Feuer, das sehr bald feine Opfer fordert, steigern die Wut; hinzu kommt, lach den langen, heißen, endlosen Marschtagen endlich am Feind zu sein und vor allem der unerschütterlich feste Wille, diesen Feind zu schlagen. So willensstark und entschlossen wird draufgegangen, daß sich die Verluste sehr bald steigern. Las hindert aber nicht, daß alle Kraft darangesetzt wird, die roten Hosen da drüben zu verjagen. Aber Kavallerie ist das nicht. — Nesk,MikM«isl. Roman von Gert Rothberg. U rheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) (Schluß.) Nora kleidete sich sehr sorgfättig an. Und als sie im Wohnzimmer erschien, da schloß Helge die Augen unb badete ergeben: Wer kann mich neben ihr noch beachten. Wer? — Helge trug ein einfaches weißes Leinenkleid mit Ißroargem Schlips und breitem, weißen Kragen, über sie sah so unendlich liebreizend aus in ihrer Schlichtheit neben der unerhörten Toilettenkunst ihrer schönen Schwester, daß es einem Frauen- tenner schwergefallen wäre, zu wählen. .^!ch möchte Doktor Farnhorst zuerst allein empfangen", entschied Nora. Unb Helge schlich hinaus. Mit tief gesenktem Kopf. Draußen auf der alten Steinterrasse saß sie und sah M die früchtetragenden Bäume hinter dem Hause. Ganz still war es in ihr geworden. Fritz Farnhorst muß zwischen uns wählen. Was nn denn ich ihm fein, wenn Nora da ist!, dachte - Mädchen, und ihr Kopf schmiegte sich an die verstanden der Königsglocke, die sich hoch an der rraffe hinaufwanden. itten im Zimmer stand Nora, beschienen von iner blassen, strahlenden Herbstsonne. In ihrem arzen Samtkleide mit dem tiefen Ausschnitt z und königlich wirkend. Ihr Gesicht war nicht ß. Vielleicht aber war es auch nur ein leichtes, stliches Rot, das ihrem Gesicht diese frische Farbe lieh. Als er eintrat, war ein leises Zittern durch Körper gegangen. Dann streckte sie ihm die de entgegen. .Willkommen, Fritz Farnhorst!" .Er beugte sich über die schmalen, weißen Frauen- ^de, küßte diese. Dann sahen sie sich in die Augen. Mann fühlte mit einem unendlichen Gefühl •i Erleichterung, daß die Vergangenheit ihn nicht T '^halten konnte. Daß fein Leben und seine droefte01 ’unflcn gehörten, das Noras '?le weshalb ich komme, Nora?* „Ich glaube es zu wissen!" , die Abe' I B* Kl, ' A merfrischen frischen des Alpenlandes zwischen Königsee und Besucht die Ausstellung der Hitlerjugend auf dem Frankfurter Messegetände vom 19. August bis 5. September Baldur von Schirach spricht am 1./2. September am „Tag der hunderttausend" in Frankfurt a. Bl. Bodensee; natürlich sind auch München und dar alte glanzvolle Augsburg gebührend vertreten. Der Textteil des Buches streift in beschwingten Skizzen die Geschichte und das Charakteristische der einzelnen Gegenden. Dieses schöne Hochlandbuch wird viel Freude machen und manche Anregung geben. rührungspunkte . , , . dem deutschen Wesen. Wie vordem die primitiven Flotten der kühnen Phönizier, so gleiten heute die prächtigen Schiffe der Neuzeit an den Hellen Gestaden des blauen Mittelmeeres entlang. Sie fahren ihre frohgestimmten Gäste aus dem rauhen Norden in die Sonne des Südens. Sie gleiten an der Riviera unter dem stimmungsvollen Bereich dieses hundertfältig wechselnden Tales, in die Klosterstille von Beuron. Die Benediktiner-Erzabtei, die, als einfaches Kloster, schon im 11. Jahrhundert bestand, ist weltberühmt geworden durch ihre Kunstpflege (Beuroner Malschule, Kunstgesang usw.). Klosterkirche und Mauruskapelle sind prunkvoll mit Gemälden und kostbaren Kirchengeräten ausgestattet, auch die alte Ordensbibliothek mit 70 000 Bänden ist eine Sehenswürdigkeit, doch bedarf es für diese Besichti- Iteiseliieraiur. I- — Durch Bayerns Hochland. Seine fe Städte und Landschaften, Burgen und Schlösser, m Berge und Seen. Von I. I. Schätz. Mit 87 ganz- fettigen Kunstdrucktafeln. Verlag F. Bruckmann AG» b München. Kart. 2,50, geb. 3.80 RM. — (321) — p Das Buch zeigt uns in vortrefflichen Lichtbildern |r Städte und Landschaften, Burgen und Schlösser, t) Berge und Seen von Ober- und Altbayern und von jr Schwaben und Allgäu. So muß man Landschaft |,' und Mensch belauschen und vor die Kamera drin- M gen! Ein gesunder Wind weht von den Bergen her I’ Kletterluft, schneestaubende Schußfahrt und don- spanischen und dem italienischen Himmel hin, zu den I Pyramiden der alten Aegypter und den Stätten des trojanischen Krieges, nach Griechenland zu den Säulen der Akropolis und Olympia. Sie fahren vom nordafrikanischen Ufer, wo einst Karthago stand, an der syrischen Küste entlang, zum alten Istanbul und dem Bosporus, zu den Inseln der Phäaken und den Hochburgen des christlichen Mittelalters — Rhodos und Malta — und wenden sich wieder westwärts nach Dalmatien und Venedig. So grüßen diese Schiffe die versunkene Welt der Antike und die neue aufstrebende Kultur der jungen Mittelmeermächte. Die Gäste aber an Bord dieser behaglichen Erholungsreisendampfer geraten von einem märchenhaften Erlebnis ins andere. Und es ist nicht allein der Atem der landschaftlichen Schönheit, der jeden mit gesteigertem Lebensgefühl erfüllt, es kommt vielmehr hinzu die erquickliche Atmosphäre des Einmal 'fühlt jeder von uns die Sehnsucht nach dem Meer und den fernen Ländern in sich brennen. Besonders vom Mittelmeer haben wir alle, solange wir seinen Namen kannten und von seinen Herrlichkeiten erzählen hörten, Träume geträumt. Wer noch keine Seereise gemacht hat, kann es wohl kaum begreifen, wenn einer sagt, daß eine Fahrt durchs blaue Mittelmeer die schönste Zeit seines Lebens gewesen ist. Die Sehnsucht nach Sonne und nach den Wundern der italienischen Halbinsel, des M nernde Hochgewitter; Seen glänzen auf, Landschaft ten mit geranienroten Bauernheimaten voll Heuduft tiefer in die Geschichte vergangener Kulturen, dann ' tender Luft, Burg und Schloß und Klosteridyll, finden wir auch heute noch eine ganze Anzahl Be- alte romantische Landstädtlein stehen da neben den rührungspunkte mit dem deutschen Schicksal und Kurorten, Bädern und ländlich stillen Sommer- I Schiffes. Wer einmal als Mitglied der harmonischen ■ Bordfamilie so eines Mittelmeerdampfers des Nord« ■ deutschen Lloyd unter der südlichen Sonne dahin« ■ gefahren ist, mit allen Finessen verpflegt und be« ■ treut von einer Schiffsmannschaft, die einem gleich* ■ sam die Wünsche von den Augen ablas, der kann M ermessen, welchen Glanz solche Tage der Seele B geben können. Freudebeschenkt, erholt, in ihrem ■ Wissen bereichert, mit vielen unauslöschlichen Er« I innerungen kehren die Fahrtteilnehmer wieder in ■ den rauhen Norden zurück und schon mancher, dem ■ die ewigschöne Melodie des Mittelmeeres noch nach H Jahren im Herzen klang, zählte diese Reise zu der I schönsten Zeit seines Lebens. Reisewinke. Heigenbrücken im Spessart. I Der im Herzen des Spessarts liegende Kurort I Heigenbrücken erfreut sich auch in diesem Jahr I wieder eines regen Besuches. Gäste aus Gießen I und Umgebung äußern sich über den Aufenthalt 1 sehr befriedigt. Die herrlichen Nadelwälder, wÄche ■ überaus nervenstärkend wirken, die wunderbaren I Wald-Promenadenwege, das ozonreiche Klima be- ■ wirken bei Gesunden und Kranken eine vorzügliche I Erholung. Gasthöfe und Hotels sind mit fließendem ■ Wasser und Zentralheizung ausgestattet. Der Be- I such des Kurortes bedeutet zugleich eine nationale W Tat, der Spessart gehört zum Notstandsgebiet des M deutschen Volkes. Gerade die Herbstmonate Septem- ■ ber-Oktober sollen nach ärztlichen Gutachten spe- M ziell für Nerven-, Herz- und Stoffwechselkranke K die erwünschte Erholung günstig beeinflussen. Neuer- Ir dings wurde dem Kurort ein schönes Kneipp-Bad fr nach System Sebastian Kneipp (Wörishofen) ein- Irt gegliedert; ein schönes Badehaus steht für alle Gäste, Lt die sich der Kneippkur widmen, zur Verfügung. (trhnlnnfl sürwenig Geld-tchön vUjuluUy sterSommeraufenthlt LandliausSeim Lardenbach tVo- gelsberg >, 5 Min.v.Stat. Weickartshain. im sog.Seental, inmitt.bcrrl. Wäld. u. Wies.» in wohltuend. 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Wir entsprechen nur einem vielfach aus unserem Leserkreis geäußerten Wunsche, wenn wir diesmal wieder eine unserer beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen zu Wort kommen lassen, die ihre überaus ansprechende und fesselnde Erzählergabe bereits in zahlreichen Romanen des Gießener Anzeigers und seiner Illustrierten höchst eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Unser neuer Roman heißt: „Oonaia verteidigt ihr Glück" von Anny von panhuys und ist die außerordentlich spannende und zu Herzen gehende Liebesgeschichte zweier junger Menschenkinder, die nach mancherlei Irrwegen und Enttäuschungen ein reines Glück miteinander finden. Das ist ein echter Panhuys-Roman mit all den Vorzügen, denen die so sehr beliebte Verfasserin ihre großen und nachhaltigen Erfolge verdankt. Unsere Leserinnen und Leser in Stadt und Land, die sich gewiß der früher bei uns erschienenen Romane von Anny von Panhuys — wie z. V. „Die echte und die falsche Doralies" oder „Ein Lied vom Glück" — mit Vergnügen erinnern werden, dürften auch in dem heute beginnenden neuen Roman eine täglich mit Freuden begrüßte und mit Spannung verfolgte Lektüre finden. Polizeibericht. Diebstähle: In der Nacht zum 14. August wurden vom Bleichplatz des Grundstücks Goethestraße 72 eine grauweiß- karierte Jacke eines Schlafanzugs, ein graugrünes und ein blaugesprenkeltes Herren-Sporthemd entwendet. Desgleichen in der Nacht zum 16. August aus einer Gartenlaube der vorderen Steinstraße ein eiserner, grüngestrichener Gartenstuhl, außerdem in der Nacht zum 18. August der am Eingang des Stahlhelmheims angebracht gewesene Stahlhelm. Am 22. August gegen 20.45 Uhr wurde in der Kaplansgasse ein Herrenrad Marke Corona, Fabrik- Nummer 607 560, entwendet. Als Täter kommt ein junger Mann in Frage, der mit einer SA.-Hose, einer dunklen Jacke und braunen Mütze bekleidet war. Ferner wurde in der Wolkengasse ein Opelrad mit schwarzem Rahmen, gelben Felgen, gewöhnlicher Lenkstange mit roten Gumigriffen und Komet- reilauf entwendet. Da nach den polizeilichen Ermittelungen angenommen werden muß, daß mindestens eines der beiden Räder in unserer Stadt ab gesetzt worden ist, wird der Käufer in seinem eigenen Interesse gebeten, Mitteilung an die hie- ige Kriminalpolizei zu machen. Festnahmen: Am Donnerstag kam es in den frühen Morgenstunden zwischen den Bewohnern des Stadtteils An der Kläranlage zu Streitigkeiten, wobei eine Frau von einem jungen Mann einen nicht ungefährlichen Stich mit einem Taschenmesser in die Brust erhielt. Die Verletzte mußte in die Chirurgische Klinik Der- bracht werden. Der festgenommene Messerheld wurde dem Richter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Im Verlaufe der polizeilichen Ermittelungen wurde festgestellt, daß er auch mit zwei im vorigen Jahre in unserer Stadt verübten Einbruchsdiebstählen in Verbindung stehL MMMlkWWU Vornan von Anny von panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Er st es Kapitel. himmeldonnerwetter, kann man denn net emal allans über die Straß gehe!" Eine klare, von Zorn erregte Mädchenstimme hatte es laut in den weichen, lauen Herbstabend hineingerufen, und als Antwort lachte ein ältlicher Geck: „Nein, mein gnädiges Fräulein, wenn man so hübsch ist wie Sie —" Er kam nicht weiter, ein Radler war plötzlich da, machte halt. Das Himmeldonnerwetter war an fein Ohr gedrungen, hatte ihn herbeigerufen. Groß und etwas breitschultrig stand er vor dem schlanken Mädchen und dem älteren Herrn in der stillen Vorstadtstraße. „Sie brauchen Schutz, Fräulein! Verfügen Sie über mich, ich werde Sie begleiten!" Er wandte sich an den Herrn: „Gehen Sie nach Hause oder wohin Sie sonst wollen! Schämen Sie sich, junge Damen zu belästigen!" „Na — alte Damen zu belästigen macht doch feinen Spaß, foroas habe ich selbst daheim!" brummte der ältliche Don Juan, zog es aber vor, sofort und schleunigst kehrt zu machen. Der Radler führte feine Maschine und ging wie selbstverständlich neben dem Mädchen her, sagte fast ein wenig unfreundlich: „Um diese Zeit sind Damen natürlich leicht Belästigungen ausgesetzt; es ist halb zwölf Uhr." Sie zuckte die Achseln: „Ich bin den ganzen Tag im Zimmer gewesen; ich mußte bei meiner Tante helfen, die in der Altstadt wohnt, und jetzt wollte ich ein bißchen frische Luft schnappen Es ist doch so schönes Wetter." Nach einer kurzen Pause setzte sie hinzu: „Tante wohnt in einer ganz engen Gasse, Licht und Lust kommen da gar nicht richtig rein." Ihr Begleiter sah sie an. Eine nahe Laterne erleichterte es ihm, das Gesicht des Mädchens klar und deutlich zu erkennen. Fast wie einen Schreck empfand er die Reinheit des eigenartigen Profils, des seltsamen Profils, das ihm bekannt schien. Beinah atemlos war er vor Spannung, woher er die gerade Stirn, die schweren, lang bewimperten Lider, die schmale, zweimal leicht gebogene Nase und das weiche, doch kräftig geformte Kinn kannte. Woher kannte er das Profil, dessen Nase so ganz besonders charakteristisch war? Sie fühlte seinen Blick auf ihrem Gesicht ruhen und empfand fein Schweigen peinlich. Legte es falsch aus und dachte, er glaube ihr wahrscheinlich , nicht, daß sie sich so lange bei einer Tante in der Stadt aufgehalten, und sagte verweisend: „Sie brauchen mir ja nicht zu glauben, wo ich herkomme und warum ich so spät heimgehe; aber Sie brauchen mich auch nicht weiter zu begleiten. Einer, der mich für he Lügnerin hält, kann mir gestohlen bleiben!" Sie ging plötzlich schneller. Er mußte laut auflachen. „Sehr liebenswürdig behandeln Sie Ihren Retter gerade nicht, Fräulein Unbekannt!" Sie blieb stehen und wandte ihm voll ihr Gesicht zu. Große, braune Augen schauten ihn offen an. „Ich danke Ihnen schön, daß Sie den frechen Kerl, verscheuchten; aber im Notfälle wäre ich selbst Manns genug gewesen, mit ihm fertig zu werden. Jedenfalls meinen Dank — und jetzt fahren Sie ruhig weiter!" Das Mädel machte ihm Spaß, begann ihn zu interessieren. Eine Herbe war das, eine Kühle, die einem nicht um ein knappes Zentimeterchen entgegenkam. Fein! Das war einmal etwas anderes als die Mädels, die ihm immer gleich zulächelten und mit den Augen klapperten, weil er ein hübscher Mensch war und so aussah, als wäre seine Börse wohlgefüllt, wenn das auch leider nicht stimmte. „Ich weiß schon Bescheid — zu Ihnen muß man gnädiges Fräulein sagen!" Sie unterbrach ihn und fiel vor Eifer wieder in ihren Dialekt: „Unnerstehe Sie sich, damit kann man mich hochbringe! Ich bin net gnädig. Gnädig ts unser Herrgott drobe im Himmel. Mir hier unne habe alle kan Anrecht uff Sees Wort. Gehe Sie harn mit Ihrem gnädig!^ Immer besser gefiel ihm die Schlanke. So eine war ihm noch nicht in den Weg gekommen. Er hätte am liebsten laut „Bravo!" gerufen, aber er wagte es nicht. Vielleicht verdarb er es damit vollständig bei ihr. So erwiderte er ruhig und freundlich: „Ich gehe nicht fort, ehe ich Sie bis nach Hause gebracht. Sie allerungnädigstes Fräulein! Haben Sie noch weit zu gehen?" Sie schüttelte den Kopf. „Knapp fünf Minuten. Ich wohne in einer der alten Bornheimer Gassen. Mein Vater ist Musiklehrer und Komponist." Er horchte auf. Es klang so stolz das Wort: „Komponist." Er fragte: „Warum sprechen Sie denn manchmal frank- furterisch und im allgemeinen doch gut hochdeutsch?" Sie erwiderte ganz ernsthaft: „Wenn ich mich richtig ärgere oder wenn mir was verquer geht, kann ich nicht hochdeutsch reden, dann babbel ich, wie ich's von Kind an, außer von meinen Eltern, am meisten um mich gehört habe." Ein originelles Mädel!, mußte er denken. Und wieder quälte ihn der Gedanke, an wen nur erinnerte ihn das aparte Profil, das er kannte, ohne daß ihm. einfiel, wer es befaß. Sie gingen wieder nebeneinander her, und er sagte ernst: „Sie sind sehr mißtrauisch, Fräulein! Ich denke nicht daran, Sie für eine Lügnerin zu halten. Ihnen glaube ich jedes Wort. Wer so aussieht wie Sie, ist offen und wahr!" Sie nickte. „Damit bin ich zufrieden. Und wenn Sie so gut fein wollen, bringen Sie mich heim." ,Lch heiße Detlef Westkamp", stellte er sich vor, „und bin Student der Medizin, eigentlich eine Art Werkstudent, denn ich muß in unserer Gärtnerei kräftig mit Hand anlegen." Um die Ecke bog ein großer Herr ohne Hut; sein graues Haar war dicht und ein wenig lang. Man sah das deutlich beim Schein der eben erreichten Laterne. Er blieb stehen und das junge Mädchen auch. Zärtlich nannte sie den Herrn „Vater", wandte sich an Detlef Westkamp: „Nochmals vielen Dank für Ihre Begleitung. Jetzt kann ich ja mit meinem Vater nach Haufe gehen." Sie reichte ihm flüchtig die Hand und bog mit dem Vater seitlich in eine Straße ein. Da stand nun Detlef Westkamp und blickte den beiden nach, hörte noch, wie die klare Mädchenstimme sagte: „Der Herr kam mir zu Hilfe, als mir so ä frecher Kerl nachstieg, un mich widder un Widder aagebabbelt hat!" Unwillkürlich muhte Westkamp lächeln. Das bildhaft schöne Mädchen schien sich in der (Erinnerung an den Zudringlichen von vorhin wieder zu ärgern und verfiel deshalb wieder in die hiesige Mundart. Bedauernd dachte er daran, daß er durch das plötzliche Auftauchen ihres Vaters nun nicht erfahren hatte, wie sie hieß. Sehr leid tat ihm das. Er hätte sie gern wiedergefehen. Ob er die beiden verfolgen sollte und Obacht geben? Nein, das durfte er nicht!, entschied er sich. Es war alles ringsum so still, die beiden würden seine Schritte und das leichte Geräusch des geführten Rades hören, und es machte keinen guten Eindruck, wenn er die Rolle des Verfolgers spielen würde. Er wollte eben losfahren, als er dicht unter der nahen Laterne etwas Helles liegen sah. Es war ein Täschchen. Er, hob es auf und erinnerte sich, daß es das schlanke Mädel vorhin in der Hand gehabt hatte. Er freute sich über den Fund. Jetzt durste er, ohne aufdringlich zu erscheinen, Verfolger spielen. Er fuhr ein Stückchen in der Richtung, in der sie verschwunden waren, aber da bog ein Gäßchen nach rechts ab und eins nach links, und die kleinen Häuschen standen alle, in tiefes Schweigen gebannt, unter der dunklen Himmelsdecke, funkelnde Sterne und ein Viertelstückchen Mond erschienen, das sich wie eine scharfe silberne Sichel in den schwarzblauen Samt da oben hineinzeichnete. Detlef Westkamp überlegte: es hatte keinen Zweck, hier in der Nacht weiter auf gut Glück herumzusuchen. Er steckte das schmale Täschchen ein. Er wollte es zu Hause öffnen, vielleicht fand er einen Anhaltspunkt darin, wo das Mädel wohnte. Zweites Kapitel. Detlef Westkamp wohnte drüben in Sachsenhausen und hatte bei einem Freund in Bergen den Abend verbracht. Er spürte Müdigkeit, man hatte ein paar Flaschen Wein getrunken, der Freund hatte Geburtstag gefeiert. (Eben begann eine nahe Kirchenuhr zu schlagen. Er zählte unwillkürlich und wußte doch genau: es mußte Zwölf schlagen. Es ist und bleibt etwas (Eigenes um die Mitternachtsstunde. Detlef Westkamp war nicht abergläubisch, aber ihm wurde doch ganz seltsam zumute, hier in der fremden, engen, alten Gasse, in der es so totenstill war, und über die hin jetzt das Zeichen der Geisterstunde flog wie ein mahnendes Rufen: „Gebt acht! Gebt acht! Jenseits eures engen Menschenwissens wohnt noch vieles, was euch bange macht, bange macht! Gebt acht! Gebt acht!" Duckten sich nicht die kleinen Häuser tiefer, strich es nicht wie feiner Nebel durch die enge Gasse, wie ein Schattenzug derer, die einmal hier gewohnt, die hier geboren, die hier gelebt, geliebt hatten und gestorben waren? Detlef Westkamp war kein Angsthase, aber er fühlte ein leichtes Erschauern. Fvrtiächeln wollte er das, aber als eben der letzte Glockenton mit sanft tem Nachschwingen verhallte, drang ein Schrei an sein Ohr, ein weher durchdringender Schrei, der sein Lächeln fortwischte. Er schaute sich nach allen Seiten um, aber nichts Auffallendes zeigte sich — alles war ruhig wie zuvor. Fast drückend war die Stille. Detlef Westkamp dachte, irgendeine Frau hatte wohl im Schlafe auf» geschrien in beängstigendem Traum, und durch ein offenes Fenster war der Schrei ins Freie gelangt. Weiter war nichts geschehen. Er bestieg sein Rad — es war wirklich Zeit zur Heimfahrt. Drüben in Sachsenhausen besaß seine Mutter eine Gärtnerei mit kleinem Wohnhaus. Der Besitz lag etwas abseits. Seine zwei Zimmer im ersten Stock waren nach feinem Geschmack eingerichtet. Studentenbuden nannte er sie. Endlich war er daheim. Er schaltete das Licht ein und schaute sich in seinem freundlichen Wohnzimmer um. Ihm war es, als ob er lange von hier fort ge» wesen, als läge ein ganz großes (Erlebnis zwischen dem Jetzt und der schalen Nachmittagsstunde, da er mit dem Rade das Haus verlassen. (Fortsetzung folgt.) tanntmachuna. ** Die A bgabe von Laub aus den Waldungen betrifft eine Be- ist Donata verteidigt iHv GlüB ** und praktischen Arbeiter im Orgel- überhaupt Jn- ujuupi MU-| (JUL -neue zum vuyici unu uiaujic ein [ie Flensungen aufgenommenes Sieg-Heil! auf den Führer Äm Anschluß an die Tagung fand ein ein aus. barer. Für das Grohherzogchum Hessen wurden von Zum Tag -er -100000. Am 1. und 2. September kommen in Frankfurt Samstag, 1. September: 6 Uhr: Großes Wecken durch 3000 Spielleute in • Großen-Buseck, 25. Aug. Beim Obstpflücken stürzte gestern nachmittag der 53 Jahre alte Weichensteller i. R. Johann Henkel von hier so unglücklich von der Leiter, daß er erheb- liche Verletzungen des Oberschenkels erlitt. Der bedauernswerte Mann mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik zu Gießen verbracht werden. allen Stadtteilen. 8 bis 11 Uhr: 1000 Hitlerjungen bei Sportwett. Im Anschluß an die Tagung fand ein einfaches gemeinsames Essen in der „Krone" statt. städtischen Waldungen betrifft eine Ve- kanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heu- tigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. .. _ ** Sperrung der Bootshaus st raße. Von der Polizeidirektton Gießen wird uns mitge- teilt- Anläßlich der 14. Herbst-Regatta des Lahn- Regatta-Verbandes am 26. August wird die Boots- hausstraße zwischen Bootshaus und der Unterführung an der Ederstraße am 26. August von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr gewerrt. ** Das Museum im Alten und Reuen Schloß am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. A u t o u n f a l l. In Heuchelheim erlitt gestern vormittag der Rersevertteter Max Michel von hier einen Autounfall, bei dem er Verletzungen im Ge- sicht und an den Armen davontrug. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedauernswerten Mann nach seiner Auf eine Anfrage von Gemeindeoertreter Karl Rühl verbreiteten sich Derbandsvorsitzender Rahn und Direktor Seipp über Kreditgewährung an Erbhofbauern, ferner über das neue Gemeinde- umschuldungsgefetz, Verbot von Kreditgewährung an Gemeinden, über die Liquiditätsvorschriften, Zinsverhältnisse und ähnliche interessante Fragen. Die Versammlung setzte die Tagegelder für die Sitzungen fest und bewilligte rund 350 Mark Pramnerungsgelder für 19 Prämien für mehr als fünfjährige Dienstzeit, 5 für zehnjährige, 3 für 15jährige Dienstzeit und darüber. Kreisleiter K r o m m mahnte zum Derttauen und zur Treue zum Führer und brachte ein freudigst Landkreis Wietzen. * Großen-Linden, 25. Aug. Der 59 Jahre alte Zimmermann Wilhelm Thiemann von hier, der dieser Tage in Klein-Linden von einem Kraftfahrzeug angefahren wurde und dabei schwere Brustquetschungen erlitt, ist heute morgen in der Chirurgischen Klinik zu Gießen seinen Verletzungen erlegen. Thiemann, der im Bergwerk arbeitete, ging den Weg zur Arbeit, auf dem er nun verunglückte, seit 30 Jahren. Sc. König!. Hoheit dem jetzt regierenden Großherzoge Ludewig II. die nöthigsten Arodfruchte in fremden Ländern angekauft und an die bedürftigen Unterthanen verabfolgt. Nach Großeneichen kamen von dieser Frucht mehr als Einhundert Malter. — Ein 4pfündiger Laib Brod kostete wahrend der Monate Juni und Juli 1847 28 Kr., ia sogar 29 Jetzt, nach eingescheuneter Winterarndte gilt das Malter Korn auf dem Grünberger Wochenmarkt n i k. Programm: „Mit Standarten", Marsch von Blon; „Pique Dame", Ouvertüre von F-v.^uppe; „Valse romantique“ vonHeineke; zum 60 .Todestage des deutschen Komponisten Peter Cornelius Melodien aus seiner Oper „Der Barbier von Bagdad , „Frühlingsständchen" von Lacombe; Potpourri aus der Operette „Der Zigeunerbaron" von Johann $*** U 3 ur Bekämpfung der Sch na k e n- plage wendet sich das städtische Hoch- und Tief- bnuamt in einer Bekanntmachung im heutigen An- zeigenteil an die Bevölkerung mit dem Ersuchen, dem Amt mitzuteilen, an welchen Stellen sich die Schnaken in dieser Jahreszeit besonders stark bemerkbar machen. Auf Grund Lieser Meldungen soll die Bekämpfung der Schnakenplage wirksamer als früher vorgenommen werden. Man beachte die Bekämpfen im Stadion. 11 Uhr: Eintreffen und Empfang des Reichs- jugendführers. . . 12.30 Uhr: 50 000 Httler^ungen marschieren ui drei Marschsäulen durch Frankfurt a. M. 16 Uhr: HJ.-Maffensportfest im Stadion. Im Jungvolklager: Lagerleben der 50000 Pimpfe. 19 Uhr: Aufstellung der 50 000 Hitlerjungen im Stadion. 20.30 Uhr: HI. - Großkundgebung. Der Reichs- jugendführer Baldur v. Schirach spricht. 1000 HI.- Fahnen werden geweiht. Großer Zapfenstreich der 1000 Spielleute. 22.30 Uhr: Rückmarsch der 50 000 mit Fackeln zum Lager. 21 Uhr: Große Abendfeier der 50 000 Pimpfe im Jungvolklager. 23 Uhr: Der Reichsjugendführer tm Jungvolklager. Sonntag, 2. September: 7 Uhr: Die ersten der 100 000 eröffnen den Vorbeimarsch vor dem Reichsjugendführer am Eisernen Steg. Ab 16 Uhr: Besichtigung der Ausstellung und Beginn des Rücktransportes. Die Führung des Bannes 116. I I. Au gez. W aag. # Groß - Eichen, 24. August. Heute wurden Peter Fuchs und Wilhelm Peter als Ehrenfeldschützen verpflichtet. rl. Gedern, 24. August. Die Ortsgruppe Gedern des Reichsluftschutzbundes eröffnete gestern Abend in der hiesigen Turnhalle eine Schulungswoche. Unter Leitung des rührigen Ortsgruppenleiters des RLB., Gewerbelehrer L i m p e r t, gestaltete sich der Abend für die zahlreichen Teilnehmer recht anregend. Nachdem Frl. Hofmann mit dem Vortrag des schönen Gedichtes „Mondschein und Giebeldächer über einer i deutschen Stadt" den Abend eingeleitet hatte, sprach Kamerad L i m P e r t über die Schönheit der deutschen Heimat und die Pflicht ihres tatkräftigen Schutzes. Lehrer Becker beleuchtete in klaren Ausführungen den leidvollen Weg zu unserer jetzigen, jeder Luftgefahr fast schutzlos preisgegebenen Lage und bewies die Notwendigkeit der Arbeit des Reichsluftschutzbundes. »Darüber sprach dann eingehender Assessor Denzer vom Kreisamt Schottern Gedichte und Lieder gestalteten die Stunden zu einem rechten Heimatabend. Versammlung. (tfiefocner Wochenmarripreiie * Gießen, 25. Aug. Auf dem heuttgen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 2L Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10‘/2, Klasse A 10, Klasse B 9'/-, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Römisch- kohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 25, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, PiUe 40 bis 50, Kartoffeln (neue), das Pfund 5 bis 5Vt Pf., der Zentner 5 bis 5,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 15 bis 20 Pf., Falläpfel 4, Pfirsiche 25 bis 35, Brombeeren 30, Preihelbeeren 30 bis 40, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 10 bis 12, Mirabellen 15 bis 18, Reineclauden 15, junge Hahne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 70, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1 bis 2V-, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, Suppengrunes 5, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20, Radieschen, Bündel 10 Pf. ♦♦ In den Ruhestand versetzt wurde der Dermessungsrat Karl Müller in Gießen auf feinen Antrag unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten treuen Dienste mit Wirkung vom 1. September 1934 an. ** Promenadenkonzert d e s Stadt- theater-Orchesters am Stadttheater bei gutem Wetter am Samstag, 25. August, von 19.30 bis 20.30 Uhr. Leitung! Konzertmeister Kerzis- * Hungen, 25. Aug. Auf der hiesigen Man- nesmann-Grube „Vereinigter Wilhelm" verunglückte gestern gegen abend der 39 Jahre alte Schlosser Adolf Lechens von Birklar, der auf einer Grubenlokomotive beschäftigt war. Der bedauernswerte Mann prallte auf einer Fahrt der Lokomotive mit dem Oberkörper so heftig gegen eine Türverzimmerung, daß er eine schwere Schulter- und H a l s w i r b e l q u e t s ch u n g j davontrug. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom l Roten Kreuz in Lich verbrachte den Verunglückten festgelegt. _ „ Bund heimattreuer Schlesier. (Deutscher Ostbund.) In der Auguft-Monatsverfammlung des Bundes heimattteuer Schlesier (Deutscher Dftbunb), für die Landsmann Gärtner K o r u s den Saal tm Hotel Köhler mit frischen Sommerblumen geschmückt hatte, gab Ortsgruppenführer K o st o r z der Befriedigung über das dem Führer in jo hohem Maße bärge« brachte Vertrauen beredten Ausdruck. Der ftellvertr. Ortsgruppenführer, Studentenpfarrer S u ck e r, Widmete dem größten deutschen Ostmärker aller Zeiten, dem Retter des Ostens und Deutschlands, Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall v an Hindenburg, einen erhebenden Nachruf. Er bezeichnete es als ein Glück, daß dieser Mann m schicksalsschwerer Stunde unter uns weilte. Wenn wir die Treue, die wir Hindenburg und dem deutschen Volke schuldig sind, auf den Führer , übertragen, den wir jetzt nicht allein lassen dürfen, ( dann handeln wir im Sinne Hindenburgs. Die . Versammlung ehrte das Andenken an- den Schirm- ( Herrn der ostdeutschen Heimatverbände durch ein } stilles Gedenken. Die Versammlung nahm hierauf den Bericht über die Ostlandtteuekundgebung der ostdeutschen Heimat- verbände in Europgs größter Kohlenstadt, Gelsenkirchen, entgegen. Bei dieser Kundgebung, an ber 125 000 Volksgenossen aus allen Teilen des Reiches beteiligt waren, vertraten die Gießener Ortsgruppe die Frauen Else Schott und H. Bick Hardt. Der Ortsgruppenführer gab anschließend Reise- eindrücke aus Oberschlesien wieder. Dabei widmete er dem im Juni d. I. verstorbenen Chefarzt des Krankenhauses in Schwientochlowitz (jetzt Ost-Ober- schlesien), San. - Rat Dr. Karl Müller, emem Oberhessen und Gießener „Teutonen", der 34 Jahre segensreich im Osten gewirkt und auf Vorposten für das Deutschtum bis zum Tode ausharrte, einen herzlichen Nachruf. Die Ostdeutschen ehrten den treuen Hefsensohn durch Erheben von den Platzen. Der Redner überbrachte Grüße des aus der Abstimmungszeit auch in Gießen bekannten Gleiwitzer Stadtdirektors Völkel und gab bann einen kurzen Ueberblick über die Entwicklung der Grenzstädte und die erfteulichen Auswirkungen des Polenabkommens durch Adolf Hitler. Weiter sprach der Drtsgruppenteiter dem Vorsitzenden des ftüheren Deutschen Ostbundes in Gießen, Postinspektor Kurt Beyer, Dank und Anerkennung für die den deutschen Ostmarken geleistete Arbeit aus und berief ihn in den Beirat des neuen Bundes. „ . Die Oeffentlichkeit soll darüber aufgeklärt werden, daß man für Reisen nach Schlesien und Oberschlesien keine Auslandspässe braucht und daß Fenen- und Wintersportreisen nach Ostpreußen (Tannenberg, Königsberg), Danzig, in das Riesen- und Glatzergebirge nicht nur billiger (durch Sonder- .Fahrpreisermäßigung), sondern im Interesse des Volkstums notwendiger sind, als Auslandsreisen. Im September findet eine Ostlandkundgebung zur Sammlung aller Ostdeutschen und Freunde der Ostmarken statt, bei der Unterbevollmächtigte der ostdeutschen Heimatverbände im Landesverband Maingau und Ostreferent der Gauleitung Hessen- Nassau der NSDAP., Rektor Herbert Wendt, Frankfurt a. M., sprechen wird. Eine Vortragsreihe für die nächsten Monate fand die Billigung der Eine interessante Urkunde gefunden. < Groß-Eichen, 24. Aug. Beim Auseinandernehmen des auf dem Kirchenboden als altes Gerümpel liegenden alten Orgelgebläses wurde neben den Angaben der Namen der Erbauer der Orgel folgende interessante Urkunde gefunden: „Neben der, in dem Jahr 1771 von dem damaligen Orgelbauer Weegmann zu Frankfurt a. M. angebrachten Bemerkung, aus welcher zu entnehmen steht, wessen Hände insbesondere an dem hiesigen Orgelbau thätig waren, sei hier weiter angegeben, daß die Reparatur dieser Blasebälge, Windkanäle pp., sowie die nöthig gewordene Stimmung der Orgel in den Monaten August und Septor des Jahres 1847 von dem Schreinermeister Sie weiteren Ermittlungen führten auch zur Fest- ftelluna seines Komplizen, der ebenfalls festgenommen wurde. Ein Teil des seinerzeit entwendeten Diebesgutes konnte noch sichergestellt werden. Außerdem wurden in letzter Zeit vier weitere steckbrieflich verfolgte Personen festgenommen und dem Richter vorgeführt. Bund der Saarvereine. Am Dienstag fand die Monatsverfammlung der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine im „Bürgerhof" statt. Der Ortsgruppenleiter hieß die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gaste herzlich willkommen und eröffnete die Versammlung, die im Zeichen der großen Saarkundgebung in Koblenz stand. Den verstorbenen Reichspräsidenten und Feldmarschall vonHindenbur g ehrten die Versammelten durch Erheben von den Platzen und widmeten ihm ein stilles Gedenken. Sodann führte der Ortsgruppenleiter m feiner Ansprache aus: Am kommenden Sonntag findet die letzte und größte Saarkundgebung in Koblenz auf dem Ober-Ehrenbreitstein statt. Aus allen Teilen des Reiches werden an diesem Tage zum letztenmal die Menschen zusammenströmen, um der ganzen Welt zu bekunden, was unser Führer Adolf Hitler in dieser kurzen Zeit aus Deutschland gemacht hat: einen stahlharten Block, aus dem auch nicht das kleinste Stuck herausgerissen werden kann. Fünfzehn lange Jahre haben die Deutschen an* der Saar um ihr Deutsch- und Volkstum gerungen. Zeigt durch euere Teilnahme an der Kundgebung ihnen und der ganzen Welt, daß ihr euch eng und fest, nut dem Saarvolk verbunden fühlt und daß es nicht allem steht in dem letzten und schweren Kampf gegen Ränke und Habgier fremder Elemente. Die Anmeldungen zu dem Sonderzug nach Koblenz zeigten eine rege Anteilnahme. Zum Schluß der Versammlung wurde der Treffpunkt und die Zeit auf Sonntag 5.45 Uhr vor dem Kaffee Schwarz ftrumentenbau, Heinrich Eckhardt aus vorgenommen wurde. Ferner fei hier zur Nachricht für die Grobeneicher Einwohner späterer Zeit bemerkt, daß das Jahr 1847 große Noth unter den Menschen verbreitete. Diese Noth bestand im Mangel der Lebensbedürfnisse und verbreitete sich über fast ganz Europa. Rußland ausgenommen. Für Ein Malter Korn, zu 190 Pfund gerechnet, mußte män während der Monate Mai, Juni und Juli a. c. auf dem Grünberger Wochenmarkt 26 Gulden bezahlen und der Waizen war noch kost- hiesigen Wohnung. Oderheffen. Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete. Zu kommissarischen Bürgermeistern wurden bestellt: Friedrich Deines in Daubrmgen (Kreis Gießen), Gustav Hofmann in Renzendorf (Kreis Alsfeld); zu kommissarischen Beigeordneten wurden bestimmt: Adam Stein in Saubringen, Heinrich Schmidt IV. in Lauter, Karl Löchel in Weitershain und Karl Kunz in Robhoim o. d. H. 30 Jahre Kreis - Ieuerwehrverband Friedberg. -- Bad-Nauheim, 25.Aug. In Verbindung mit dem heute und morgen hier stattfindenden 28. Oberhessischen Provinzial-Feuerwehrtag kann der Kreisfeuerwehrverband Friedberg sein 30jähriges Bestehen begehen. Der Verband wurde 1904 gegründet. Zur Gründungsversammlung hatte der Kommandant der Friedberger Freiwilligen Feuerwehr, der in den hessischen Feuerwehrkreisen bekannte Ferdinand Damm, eingeladen. Alle Wehren des Kreises waren dazu erschienen. Es wurde folgender Vorstand des Kreisver- bandes gewählt: Vorsitzender Ferdinand Damm- Friedberg, stellv. Vorsitzender Gg. S ch m i d berge r - Friedberg, Schriftführer K. K. Möller- Friedberg, 1. Beisitzer I. H. F r i tz - Bad-Nauheim, 2. Beisitzer B u s ck m a n n - Ober - Rosbach. Ferdinand Damm, ein hochverdienter Förderer des hessischen Feuerlöschwesens, hat den Kreisoerband bis nach dem Kriege geführt. Sein Nachfolger wurde Kreisfeuerwehrinspektor Füller- Friedberg, der heute noch mit Tatkraft und Umsicht an der Spitze des Kreisverbandes steht. Heute zählt, der Kreis Friedberg 30 leistungsfähige Freiwillige Feuerwehren mit zusammen 3166 Mitgliedern. Der Vorland setzt sich zur Zeit wie folgt zusammen: Vor- itzender Kreisfeuerwehrinspektor Füller- Friedberg, Schriftführer Kamerad Türk- Friedberg, Rechner Heyb - Butzbach, Beisitzer K n i e r i e m - Bad-Nauheim und Zeder- Nieder-Eschbach. wieder 8 bis 9 Gulden. . Geschrieben Großeneichen am Namenstage des menschenfreundlichsten Landesvaters Ludewig 11. (den 25ten August 1847 n,ö r F. K. Ferdinand Fischer. Lehrer. In diesem Jahre wird die Schule von IN Kindern besucht. — tmer. 3c$irfd>fporfäffc ©c6oftctl. I^Roten Kreuz in Lich verbrachte den Verunglückten 8 Schotten, 24. Aug. Im geschmückten Rat- nach der Chirurgischen Klinik zu Gießen, wo er in bausfaal hielt heute die SesirtsfparfaHe ernftem 3uftanbe barnieberüegt. Schotten ihre biesjährige Jahresversammlung ©(hotten ab Eingangs gebuchte ber Direktor ber Kasse, ^O)Ottcn. Bürgermeister Stengel (Schotten), bes Heim- Laubach, 23. August. Das gestrige Gast - ganges unseres genialen Heerführers unb Reichs- spiel bes Gießener S t ab 11 h e at e r s Präsidenten von Hindenburg, wie auch der mit dem Lustspiel „Was Ihr wollt" von Shake- gewaltigen Vertrauenskundgebung, die das deutsche fpeare, welches als Freilichtaufführung im oberen Pott durch die Absttrnrnung am vergangenen Sonn- Schloßgarten gegeben wurde, war bei gutem Besuch tag feinem Führer und Kanzler 21 b o l f ein voller Erfolg. Das Stück brachte mit feinen Hitler zollte. luftigen Verwicklungen unb humoristischen Ein- Als Gäste waren erschienen ber Derbandsvor- gebungen bei guter Rollenbesetzung einige Stunben Ifikenbe Oberbürgermeister a. D. Rahn, sowie ungezwungener Fröhlichkeit und heiteren Lachens. 9 Das dankbare Publikum wünscht, daß diesem Besuche des in Laubach gern gesehenen Gießener Stadttheaters noch weitere folgen. Kveudis besvüSt im Kreise der Familie wird immer wieder der Beginn eines neuen I^omanwerks im Gießener Anzeiger. Anny von panhuys, die bereits weithin bekannte und geschätzte Erzählerin kommt von heute an erneut zum Wort. Für manchen ist jetzt der gegebene Zeitpunkt da, seine Aeimatzeitung vom 1. September an zu bestellen. Der neue Zfiomon in täglichen Fortsetzungen erscheint unter dem Titel Direktor Seipp von der Landeskommunalbank- Kreis Lauterbach. Girozentrale, ferner Kreisleiter Krornrn, als Ver- * Grebenhain, 24. Aug. In der Nahe von treter der Aufsichtsbehörde Regierungsrat Schwan. Ober-Moos rannte in der Nacht zwei auf Den Nach Erledigung einiger geschäftlicher Formalien Rädern heimkehrenden SA.-Männern em Rudel wurde die Rechnung für 1933 vorbehaltlich der R e h e unversehens dicht v o r d e n Radern Nachprüfung durch die Oberrechnungskammer an- über die Landstraße. Dabei sprang e i n genommen. Reh, das durch die Fahrradlampe geblendet war. Der Direktor erstattete alsdann an Hand der mit voller Wucht in das Fahrrad hinein, so gedruckten Uebevsicht einen ausführlichen G e - daß der Radler und das Wild schwerst u r z- schäftsbericht über das abgelaufene Geschäfts- t e n. Der SA.-Mann trug dabei erhebliche Verjähr Die Aufwertungsbilanz ist mit der allgemei- letzungen am Kopse und an den Schultern davon, nen Betriebsrechnung vereinigt, daher hat sich die das Reh wurde bei dem Zusammenprall so stark Bilanzsumme um etwa 400 000 Mark erhöht auf getroffen, daß es verblutete. über 2,5 Millionen Mark. Die Aufwertung hat sich gut und ohne Störung abgewickelt, die Aufwertungseinlagen sind freigegeben, eine Rückzahlung hat nur in geringem Umfang stattgesunden. Die Spareinlagen haben sich im letzten Jahr um etwa _ . £ ■ ± f • 92 000 Mark erhöht, die Bankschulden sind um am Main 1 0 0 0 0 0 I u n g v o l k - u n d H 11 l e r - 50000 Mark gesunken. Die Rücklage der Kasse be- jungen zusammen, um ihren Reichsjugendsuhrer zittert sich einschließlich des Reingewinnes aus 1933, zu sehen und sprechen zu Horen, um der Welt die der sich auf 8623 Mark beläuft, auf rund 105 000 Größe und die Macht unserer Jugendbewegung zu Mark Zum Bezirk der Kasse gehören 23 Gemein- zeigen und um auch in großen sportlichen Wettkamp- den mit 11413 Einwohnern, auf den Kopf ent- fen die Kräfte zu messen. Um diese einzigartige De- fallen 161 Mark Spareinlagen. Die Zinsen sind so monftrationen der deutschen Jugend des Gebietes niedrig wie möglich gehalten, sie betragen 5 v. H. Hessen-Nassau überhaupt durchführen zu können, für Hypotheken 6 o. H. für Bürgschaften und bedurfte es monatelanger mühevoller Vorarbeiten. Kontokorrentverkehr. In den Schulspa' ''assen sind Wir Haden unsere Pflicht getan. Wir erwarten da- im Laufe der Jahre über 35 000 Ma- k angosam- her jetzt von jedem deutschen Volksgenossen, daß er melt worden Sparbücher sind 4892 vorhanden, ebenfalls seinen Teil dazu beiträgt, indem er der Eine Revision der Kasse hat kürzlich durch den deutschen Jugend das ihr gebührende Verständnis Verbandsrevisor ohne wesentliche Beanstandungen entgegenbringt. stattgefunden. Der Mitglieder des alten Vorstandes, Deutscher Arbeitgeber und Unternehmer! Wir er» ber Herren Wilh. Kromm, Storch, Eber- warten es als Selbstverständlichkeit, daß Du den in heim Hitz, Pröscher, Scriba, die infolge Deinem Betrieb beschäftigten Hitlerjungen einen ber Satzunqsänberung unb Verkleinerung bes Vor- Tag frei gibst, bamit sie mitkönnen zum Tag ber ftanbes ausscheiben, würbe bantbar gebucht. Hin- 100 000; ja wir hoffen, daß Du ihnen weitgehenbste gewiesen würbe auf bas Verbot ber Krebitgewäh- Unterstützung, vielleicht auch in geldlicher Hinsicht, rung an Gemeinben, auf ben neugegrünbeten zuteil werden läßt. Die Sonderzüge, die Derpfle- Rhein-Mainischen Garantieverband unb bte Ent- gung, bie riesigen Zeltlager, all bas verschlingt un- schulbungsverfahren. An gegebenen kurzfristigen geheure Summen, unb jeder Junggenosse muß sei- Gemeinbebarlehen würben 335 000 Mark umge- nen Teil dazu beitragen. schulbet unb vom Gemeinbeumschulbungsoerbanb Aber auch von euch, beutsche Volksgenossen, er- in Berlin übernommen, ber ber Kasse 4 v. H. ver- warten wir Verstänbnis, Aufmerksamkeit und Jn- zinsliche münbelsichere -Wertpapiere als Gegenwert teresse, zeigt, daß ihr bei der Jugend steht, mit ihr gab. Gedacht wurde der schönen Hundertjahrfeier, denkt und fühtt und kommt zum Tag der 100 UUU hie die Kasse im vergangenen Jahr halten konnte, nach Frankfurt a. M.; denn dort marschiert, lebt Mit einem allgemeinen Ueberblick über bas abge- und spielt bie Deutsche Jugend. Besucht die große laufene Jahr unb einem befonberen Hinweis auf Ausstellung „Kampf und Sieg der HI. , die auf bie Festigkeit ber beutschen Mark unb Währung, bem Frankfurter Messegelänbe vom 19. August bis an ber unsere Reichsregierung unb bie Reichsbank 5. September andauert. unbedingt festhalten, schloß der Bericht. Wer sich zur Jugend bekennt, bekennt sich zu Vom Hessischen Staatsministerium find neue Deutschland! Satzungen für die Sparkassen erlassen worden, die I Aufmarsch-Folge für den Tag der 100 000. im wesentlichen bekanntgegeben wurden. Der Dor-' stand besteht fortan nur aus drei Mitgliedern, der - Verwaltungsrat aus neun, van denen ein Drittel > vam Kreisamt ernannt wird. OJl.-'SpOTt Herbstregatia 1934. Oie Leiter der Fachschastsämter im Reichsbund für Leibesübungen. Kegeln: Schluck; Billard: Court.' Leichtathletik der Gp.-Bg. 1900. Starts in Kassel und Frankenberg. Die Aussichten. am 1./2. September in Frankfurt fid>e Aackinckten Evangelische Gemeinden. Sonntag, 26. August. 13. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; feierliche Eröff- Auf keinem Gebiete der industriellen Produktion tritt der wirtschaftliche Aufstieg so deutlich in Erscheinung, wie in der deutschen Eisenerzeugung. Erst in diesen Tagen ist an Hand eines Vergleichs der Eisenkonjunktur in den verschiedenen großen Eisenerzeugungsländern festgestellt worden, daß die Eisenproduktion in Deutschland weitaus am stärksten Zugenommen hat. Der Stahlwerksverband in Düsseldorf führt in seinem Jahresbericht diese günstige Entwicklung der deutschen eisenschaffenden Industrie darauf zurück, daß auf Grund der von der nationalsozialistischen Regierung mit Nachdruck durchgeführten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen das Vertrauen auf eine Gesundung der Wirtschaft und einen vollen Enderfolg der Neugestaltung der deutschen Wirtschaftsorganisation in allen Kreisen gewachsen ist. Der eisenschaffenden Industrie hat die allgemeine Belebung der Wirtschaft einen schnell der mit stabiler Währung vor der Unterbietung durch die Abwertungslander. Die hierdurch geschaf- ,ene Sicherung gegen einen Preissturz regte den Verbrauch an, so daß seit etwa einem Jahre eine mengenmäßige Steigerung des Weltverbrauchs ein- getreten ist. Leider wurden die günstigen Wirkungen dieser Besserung des internationalen Eisengeschäftes für die deutsche eisenschaffende Industrie dadurch ausgeglichen, daß die russischen Eisenauftrage, die Vorjahr eine bedeutende Rolle gespielt hatten Jahr 1933 ausblieben. Dieser Ausfall konnte Günstige Entwicklung der deuischenEisenindustrie (Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.) Am Sonntag, dem 26. August, nachmittags 14.30 Uhr, findet auf dem Landgraf-Philipp-Plah eine öffentliche Uebertragung der Treuekundgebung auf dem Ehrenbreitstein statt. Oie Gießener Bevölkerung wird aufgefordert, an der Uebertragung teilzunehmen. Selbstverständliche Pflicht sämtlicher Gliederungen der NSDAP, ist es, daß sie dieser Uebertragung beiwohnen. ansteigenden Absatz von Stahl und Eisen gebracht. Die deutsche Rohstahlerzeugung hat schon im Dezember 1933 wieder einen Stand von 55 Prozent des im Juni 1929 festgestellten Höchststandes erreicht. Der Stahlwerksverband teilt in dem schon erwähnten Bericht mit, daß der Gesamtabsatz an Verbandserzeugnissen im Jahre 1933 um rund eine Million Tonnen größer war, als im Vorjahre. Im laufenden Jahre hat sich dieser Aufstieg der deutschen Eisenwirtschaft fortgesetzt, und die andauernde Nachfrage beweist, daß die Eisenkonjunktur noch bei weitem nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Eine besonders bemerkenswerte Tatsache ist der verhältnismäßig günstige Stand des deutschen Eisenexports. Hier steht nicht, wie leider auf vielen anderen Gebieten der deutschen Erzeugung, einem Aufstieg des Jnlandabsatzes eine Schrumpfung des Auslandsgeschäftes gegenüber. Der Stahlwerksverband kommt in seiner Gesamtübersicht über das Eisenjahr 1933 zu dem Ergebnis, daß auf dem Auslandsmarkt die Lage der deutschen eisenschaffenden Industrie sich nicht' verschlechtert, sondern eher ein freundlicheres Gesicht angenommen habe. Es bestehl für die deutsche Eisenwirtfchafl die Aussicht, ihren Export auf dem Weltmarkt zu steigern. Dabei geben ihr die von der Internationalen Rohstahlgemeinschaft geschaffenen Verkaufsverbände eine wesentliche Stütze. Der Stahlwerksverband führt es auf die Tätigkeit dieser Verbände zurück, daß die internationalen Eisenpreise nicht erneut abgeglitten sind. Diese Gefahr ging allerdings in erster Linie von den Eisenindustrien derjenigen Länder aus, die ihre Währung abgewertet haben, also von England und den Vereinigten Staaten. Die internationale Verständigung schützte die Eisenindustrien der Län- aber durch eine Zunahme des deutschen Eisenexports nach andern Ländern fast völlig ausgeglichen werden. Die deutsche Eisenindustrie hak im Jahre 1933 etwa 76,50 Prozent ihres Absatzes im 3n- lande und 23,50 Prozent im Auslande getätigt. Das ist ein verhältnismäßig sehr günstiges Verhältnis. Bei dem Halbzeugabsah entfielen sogar 38 Prozent auf das Exportgeschäft. Auch beim Stabeisen war der Anteil des Auslandsabsatzes etwas höher, als im Durchschnitt. Die gute Jnlandskonjunktur wird der deutschen eisenschaffenden Industrie die Pflege des Auslandsgeschäftes erleichtern, so daß man die Aussichten auf eine weitere Steigerung des deutschen Eisenexportes günstig beurteilen darf. Landkreis Ziehen wg. Aus dem Buseckertal, 24. Aug. Die Grummeternte konnte in unserem Tal bereits nung des Konfirmandenunterrichts der Matthäus- gemeinde; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemoinde; Pfarrvikar Balz. — Johanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Lukasgemeinde; 11: Kindertirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Kandidat Gontrum. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Pfr. i. R. Wolf (Gießen). — Alten-Vufeck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Großen-Vuseck. 10.30: Gottesdienst; Posaunenchor, Kollekte; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; Kollekte- 9.30: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Mainz- Oie Technische Tlothilse bildet Männer aus zum Schutze der Heimat. lar. 13.30. — Daubringen. 13.30. — Treis (Cbttk 13: Hauptgottesdienst; Pfr. Andres (Allendorf a. 6. Lda.); Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst (obere Abteilung); 13: Kindergottesdienst (untere Abteilung). — Klein- Linden. 9: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre; Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Birklar. 14: Stiftsdechant Kahn. — Garbenkeich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Haupt- gottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstun- den. — Langd. 11.15: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstunden. — Wirberg. 10: Gottes- dienst und Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst und Christenlehre. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Erbenhausen. 12.30: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 14: Kinderkirche; 14.45: Traugottesdienst; 15: Gemeinschaftsfest; 19.30: Hauptgottesdienst; 20.40: Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, 25. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 26. August. 14. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 27. August. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 29. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oeffenlllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamtr Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne:. Telefon 2500. Aerzte: Frau Dr.Marx, Dr.Steinreich. Zahnarzt: Dr. Petsch. Apotheke: Hirschapotheke. 04135 4943 p 04142 Die Beerdigung findet Montag, den 27. August 1934, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt In tiefer Trauer: Elisabeth Schimpf, geb. Leib Gießen,Alsfeld, Prof. Schimpf, Studienrat 24. August 1934 Georg Schimpf, Gerichtsreferendar Alten-Buseck, Großen-Buseck, den 25. August 1934. Die Beerdigung findet am Montag, dem 27. August, nach- . mittags um 27a Uhr statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Freitagabend 7 Uhr meine liebe treusorgende Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Katharine Freund geb Bonarius im 56. Lebensjahre nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Freund und Kinder Heute nacht wurde unsere Hebe gute Mutter, Schwiegen mutter, Großmutter, Tante und Schwägerin Fran Lina Leih Wwe., geh. Hehler im 77. Lebensjahre von ihrem schweren Leiden erlöst Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres teueren Entschlafenen durch Wort, Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Im Namen aller Hinterbliebenen t Wilhelm Menges und Frau. Großen-Linden (Bergwerk), den 25. August 1934. ____________________________4949 D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schweren Verlust unserer beiden teueren Entschlafenen entgegen gebracht worden sind, sagen wir hiermit auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Wilhelm Döll Rödgen, den 24. August 1934. Leutkirch im Allgäu, den 24. August 1934. An den Folgen eines Schlaganfalles verschied heute im 66. Lebensjahre mein Heber Mann, unser treusorgender Vater Dr. Heinrich Weber Professor der Forstwissenschaft an der Universität Freiburg im Breisgau, Major der Res. im ehern, grohh hess. Leib-Inf.-Reg Nn,?116 „Kaiser Wilhelm". DeleMivlGerz Bad-Manheim Kirstraße 17, er teö. alle vertrau- iidie Privat- unf Geschäitsangete- genbeiten, wie Auskünfte,Beobachtungen, Ermittelungen,Be- ichaiiungvonBe- weismaterml m Straf-und Zivtl- vro;., streng diskret. Svrechit.: 9-12VyU.3-6Uhr. illllllllllllllllllllllllllll WAMLDWIEIBIEM Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus demTier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdruck tafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bie~ ten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stuck Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Alan muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Lausc^en führt dieses wunderbare Buch, das nnd mi* gesundem Sinn viel Freude bereiten wird --sj«Un Natur- Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischemGanzleinenb., Gr.: 20 x26cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. Hugo Bermühler Verlag Beriin-Lic «terfelde 4936 D Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen ihre aufrichtige Teilnahme jeglicher Art bezeugten, sei auf diesem Wege herzlich gedankt. August Rohm, Zimmermeister und Angehörige Wieseck, den 25. August 1934. 4937 D Dipl.-Landwirt Hans-Erwin Weber und 3 Enkelkinder Freiburg 1. Br.,Berlin-Dahlem,Wildbad i.Schwarzw.,Schönlanke (Grenzmark), Müllheim i. Baden. 4928 D| Wieseck, den 25. August 1934. Ama Weber, geb. Thum Dr. med Burkhard Weber Lisbet Wulz, geb. Weber Familie Karl Spuck Familie Karl Rohm Wolf Weber Dolly Weber, geb. Schern er Forstmeister Dr. Otto Wulz Die Beisetzung findet am Montag, dem 27. August, nachmittags um 3 Uhr, auf dem Mönchhof am Main, Bahnstation Raunheim (Hessen), statt. Danksagung. Für die außerordentlich vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Bin unter Nummer 3848 an das Fernsprechnetz angeschlossen Karl Euler Brot- und Feinbäckerei 04102 Ludwigsplatz Xr-3 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll TORPEDO nur BM. 188.— schon für 41<9u 7.90 monatlidi Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhofstraße öeöenäb.Hotel Schütz iiiiiiiniiiiiliiiiilliiillin SMllNW SMalle- Wommen durch 4532D Hermann Kirchner Fernruf 4167 Nr. 198 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 25. August 1934 - - . ■ - M L fl ■Ml (H WM W W Üs6#SB8^^Ik? ,/.»>^- - <»>• - - , ■ . •• • I . W M 'Jäte ■ U »,3 s*®*- » IZI W % . ■ ■ Der Wochenmarki für Stadt und Land Viele Gurken! 100 Stück 95 Pfennig. — Verkehrs der Beim Einkauf. berg, wie auch die wuchtige Zeughauskaserne, bilden aus- lA 144 v 4 l luyit lly IVUP U I t. VV 4444*4 Jahreszeit den Menschen zu geben weiß. auf Säcke gelegt, auf der ebenen Erde. Der Span-! korb birgt die Beerenernten, der Weidenkorb das dem Der Wochenmarkt aus der Vogelschau. des Ar- der Der Wochenmarkt ist etwas Alltägliches, etwas Notwendiges, Praktisches und — doch auch etwas Gemütvolles. Wer sich bei seiner Betrachtung von der nüchternen Seite abwendet und das Leben und Treiben auf dem Markt einmal als unbeteiligter Zuschauer an sich vorüberziehen läßt, für den wird der Wochenmarkt mit einem Male zu einer quicklebendigen Angelegenheit. Sicherlich wird Altmeister Goethe nicht ungehalten darüber sein, wenn man das Wort aus seinem „Faust" „Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt's, nicht jedem ist bekannt, Und wo ihr's packt, da ift's intressant." An den Tagen (Dienstag, Donnerstag und Samstag) des Wochenmarktes wird die Verbindung zwischen Stadt und Land enger. Immer wieder freut sich der Städter darüber, wenn er die eine oder andere Bäuerin in heimatlicher, alter Tracht hinter den Körben stehen sieht. . LPD. Marburg, 24. Aug. Aus bisher ungeklärter Ursache brach heute Nacht in dem Anwesen des Landwirts L e i s g e in Reddehausen bei Marburg Großfeuer aus, dem trotz des foforti- gen Eingreifens der Ortsfeuerwehr, der Wehren der Umgegend und der Stadt Marburg das Wohnhaus, die beiden je 50 Meter langen Stallun- gen und die beiden Scheunen zum Opfer fielen Aus den Stallungen konnte nur das Groß- Gemüse und der Sack die Kartoffeln. In großen Walzen liegt die frische, goldgelbe Landbutter zum Verkauf aus, sorglich umhüllt von festem Papier. Sehr gut sind die Fleischwaren in den kühlen, stets schattigen Marktlauben untergebracht An Stangen Auf wie vielfältige Weise werden die Waren angeboten. Gurken liegen in hohen Haufen, säuberlich Aus dem Tlationaliozialistischen Arbeitsdienst. Durchstich der Nidda in Dickstadt. kannte und unterhält sich gern mit ihnen einige für den Wochenmarkt einen prächtigen Hintergrund. Minuten lang oder mehr, auf dem Wochenmarkt Der Wochenmarkt ist aber auch in wirtschaftlicher hört man hin und wieder auch etwas Neues, lernt! Hinsicht nicht bedeutungslos für unsere Stadt. An Menschen kennen und kann sich außerdem laufend । Marktstandgeld und Wiegegebühren sieht der £y darüber unterrichten, was die Natur je nach der Haltvoranschlag der Stadt Gießen für das Rj Das Alte Schloß als schöner Hintergrund für unseren Wochenmarkt. . , — - -ßen für das Rj. 1934 eine Einnahme von nicht weniger denn 7500 Mark vor, für die Vermietung der Plätze unter den Marktlauben und für die Vermietung der Keller unter dem Turmhaus am Brandplatz erwartet die Stadt Einnahmen in Höhe von 4280 Mark. Der Gesamtsumme der Einnahmen in Höhe von 11 780 Mark stehen Gesamtausgaben im Betrage von 8755 Mark gegenüber, aus denen einer Reihe von Volksgenossen Verdienstmöglichkeit ersteht. Der Wochenmarkt ist also in vielfacher Hinsicht ein bedeutsames Stück städtischen und ländlichen Daseins. Unsere Bilder zeigen den Gießener Wochenmarkt, wie er sich an den drei Markttagen der Woche Beschauer darbietet. * Wickstadt, 25. Aug. Am Nachmittag bedeutungsvollen Tages versammelten sich die beitsmünner mit ihren Führern, der Träger Arbeit, die bauleitenden Herren der Niddaregulie- rung vom Kulturbauamt und Einwohner der umliegenden Orte an der Durchstichstelle. Herr Lohr- berg, als Bürgermeister der Gemeinde Wickstadt, forderte dann Truppsührer M e i ß und den Schachtmeister Umsonst, die beide auch vor etwa anderthalb Jahren den ersten Spatenstich an dieser Arbeit vollzogen hatten, auf, auch jetzt den Durch- st i ch z u v o l! z i e h e n. Schon nach wenigen Spatenstichen schoß das Wasser der Nidda in sein neues Bett und bald hatten die ältesten Arbeitsund Schnüren sind die Würste aufgereiht und locken die Käufer. Neben den Händlern aus unserer Stadt, die neben ihren ständigen Verkaufsläden auch den Wochenmarkt beschicken, sind es insbesondere die Bauern des Kreises Gießen, die den Markt mit ihren Erzeugnissen besuchen. Viele Bäuerinnen und Bauern kommen auch aus dem Preußischen, insbesondere aus dem Kleebachtal (Hochelheim, Hörnsheim usw ), da ihnen der Gießener Markt günstiger gelegen ist als der Wetzlarer In vielen mittleren Städten ist der Markt inmitten der Stadt gleichzeitig das Herzstück des Gemeinwesens. Die Stände stehen oftmals im Schatten ältester würdiger Bauten, im Schatten von Rathaus und alten Bürger- oder Patrizierhäusern. Wie oft schon hat der Anblick des vielfarbigen äußeren Bildes des Wochenmarktes die Künstler zu schönen Werken angeregt und begeistert. Auch unser Gießener Wochenmarkt auf dem Brand- vlatz und in den Marktlauben spielt sich in einer Umgebung ab, die des historischen Charakters nicht entbehrt. T)as Alte und das Neue Schloß, das eheschluß erreicht, die schon seit Jahrzehnten geplant war, aber erst der Deutsche Arbeitsdienst mußte erstehen, um diese volkswirtschaftlich so bedeutsame Arbeit zur Tat werden zu lassen. Die Gemeinschaft habe das erreicht, was der Einzelne nicht schaffen konnte. Ein großer Schritt sei vorwärts getan auf dem Gebiet des großen Entwässerungsprogramms für Oberhessen. Mit einem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Eine der unzähligen Arbeiten, die der NS.-Ar- beitsdienst im gailzen Reich in Angriff genommen hat, ist damit seiner Bestimmung übergeben. In Zukunft braucht der Bauer im Niddatal bei Wickstadt sich nicht mehr zu sorgen, wenn die Schnee- jchmelze im Frühjahr oder Gewitterregen im Sommer vom hohen Vogelsberg große Wassermassen bringen, und das Wasser im Bett der Nidda immer höher steigt. Das neue Flußbett bewahrt seine Wiesen und Felder in Zukunft vor Ueberschwemmungen und seine Ernte vor der Vernichtung. Unsere Arbeitsmänner aber, die zur Vollendung dieser Arbeit beigetragen haben, sehen voll Stolz auf ihr Werk, denn im Erfolg sehen sie die Größe ihrer Arbeit und erkennen, daß es eine Tat ist, im Deutschen Arbeitsdienst mit Hand anzulegen am Wiederaufbau des Reiches zum Nutzen des gesamten Volkes. Bauemgärten Bist du auf deiner Wanderung durch deutsche Dörfer nicht auch schon staunend stehengeblieben an einem blühenden Bauemgärten? Umgeben von einem alten' wackeligen Holzzaun, auf dessen Latten Milchtöpfe hängen, schmiegt er sich eng an das schöne Fachwerkhaus. In der Ecke steht ein breiter Holunderstrauch, dessen Beeren sich eben röten. Im Garten selber aber, welche Pracht und welches Farbenwunder! Nelken schwelgen darin wie drängendes Herzblut, hellrote Rosen nicken im Wind, und Frauenherzlein erglühen im Winkel. Die Grillen zirpen ihren ewigen Gesang: Still! Still! Plötzlich halten sie ein, weil ein Wagen vorüberfährt oder weil sich Schritte nähern. Dann geht der Gesang wieder weiter. Wer kennt die Blumenspräche, wer kennt alle herrlichen Farben, die hier aufleuchten? Astern, Löwenmäuler, Dahlien, Nelken, Georginen, Brennende Liebe, Männertreu, Rittersporn und Phlox, alle wetteifern im Darbieten von Glanz und Farbe. Ein großes Blütenmeer! Das Wort Gottfried Kel- lers: „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Ueberfluß der Welt!" wird hier zur Wahrheit. Unendlicher Zauber geht von den blühenden Blumen aus. Die Sehnsucht nach den Wundern der Farbenpracht zeigt sich nirgends stärker, als in diesen Bauerngärten. Wir sehen wohlgepflegte Vorgärten, mir freuen uns an den schönen Blumenbeeten in den Anlagen. Aber überwältigender wirken diese schlichten Blumen in den Bauemgärten. Scheinbar wähl- und planlos stehen sie da und blühen nur. Die Wege sind kaum zu erkennen, so reich sind sie Überdeckt mit Blüten. Wir stehen still vor dem Blütenwunder, das uns entgegenleuchtet. Farbe zu Farbe gesellend, durchrankt vom dunklen Grün der Blätter, so grüßen wir die Kinder des Sommers. Ein Märchenzauber geht von ihnen aus. Wenn uns Blumen entgegennicken, werden wir schon froher. Sie trösten und besänftigen auch das wildeste Herz. Und wie wirken diese Bauerngärten mitten in den Dörfern! Da liegt vielleicht gleich daneben ein großer Misthaufen, da stehen leere Wagen, Ackergeräte aller Art. Mitten im Alltag, mitten aus dem Arbeitsreich des Bauern heraus grüßen sie uns, diese schlichten Bauerngärten. Hier in diesen Gärten haben schon Großmutter und Urahne ihre Blumen gepflanzt und gepflegt. An diesem Garten hängt das Herz der Hausfrau. Er ist ihr Reich. Noch in den spätesten Abendstunden, nach mühevollem Tagewerk, wird hier gegraben, gesät, gepflanzt, und Ableger werden in das Erdreich eingesenkt. Ohne die Hilfe des Gärtners, ohne fremden Samen. Wie es die Mutter machte, so macht es die Tochter. Und die Blumen gedeihen, blühen und erfreuen alle. Kaum einen Blick wirft scheinbar der Hausherr auf den Garten. Und doch freut auch er sich daran. Vom Felde heimkehrend grüßen ihn die Blumen, und abends wenn er plaudernd mit den Nachbarn am Zaune steht, dann find es doch die Blumen, die ihm das Herz erleichtern, und in der Nacht strömt ihr Duft durch die geöffneten Fenster zu ihm. Wenn die Bäuerin Sonntags zur Kirche geht, noch ehe es läutet, dann schreitet sie einmal wie prüfend durch ihren Garten und bückt sich hier und bückt sich dort, richtet da eine Blüte auf, und bricht dort ein welkes Blatt ab. Die jungen Mädchen aber holen sich hier ihr Sträußchen, vielleicht auch eins für den Herzallerliebsten . . So spendet der Garten Segen für alle. Der kranke Nachbar erhält sein Teil, der abschiednehmende Sohn wird mit den Blumen aus dem Garten geschmückt. Und wenn er dann müde in der Bahn oder gar auf dem Schiff sitzt und die welken Blumen betrachtet, bann hat er das ganze Bild seines Vaterhauses vor sich ... So lange es deutsche Bauernhäuser mit den schonen Gärten davor gibt, so lange ist die Poesie noch nicht ausgestorben. ' P. Die Verzinsung Links oben: Blick über den Markt. — Rechts oben: Der Kauf ist abgeschlossen. — Links unten: Rechts unten: Am Fleischerstand. auch einmal mit unserem Gießener Wochenmarkt in Verbindung bringt. Wie vielfältig erscheint uns hier das Bild des Verkehrs der Menschen untereinander? Der Bauer und die Bäuerin, der Händler und die Händlerin, sie loben ihre Ware mit mehr oder weniger großen Worten, während die Hausfrau kritisch prüfenden Blickes, ganz gespannte Aufmerksamkeit, das Angebotene mit den Augen, mit den Händen — und wenn es sich um Obst handelt — auch mit der Zunge prüft. Wie kritisch werden die Preisforde- rungen gehört und — mit anderen verglichen. Wie vielfältig ist die Situation zwischen Verkäuferin und Käuferin von der anfänglichen Unentschlossenheit der Käuferin bis zur geschäftigen Tätigkeit der Händ- lerin beim Abwiegen von Kartoffeln, Obst und Gemüse! Und wie befreiend ist es für den unbeteiligten Zuschauer, wenn dann endlich in der unter der Schürze hervorgeholten großen Geldtasche der Händlerin der Kaufpreis der Ware in barer Münze klimpert! Jeder Kauf vollzieht sich anders, denn die Hausfrau geht nicht immer mit klar gefaßtem Plan auf den Wochenmarkt. Sie weiß wohl so ungefähr, was sie braucht, sie läßt sich aber auch bei ihren Käufen davon leiten, was es auf dem Markt gerade gibt. Wie oft wird erst auf dem Wochenmarkt die Frage entschieden: „Was soll ich heute mittag kochen?!" Es soll gelegentlich auch Vorkommen, daß eine Hausfrau auf den Markt geht, um Kartoffeln und Gemüse zu kaufen, schließlich Pfirsiche und einen Blumenstrauß mit nach Hause bringt, die Kartoffeln und das Gemüse aber beim Händler kauft, der gleich gegenüber seinen Laden hat.. Auf dem Wochenmarkt trifft man fast stets Be- utaliZe Unioersitätsgebäude (das jetzige Botanische, »«.m ... wuucu \ycit?Htni= ।mijcn Lutajajmcn rouroen em ’jtaub Der flammen Snftihxt’ m jmer Karen Schönheit, tue fdjonen alten beit, auf die Bedeutung des Durchstiches bin.,Uwei- Eben,° wurde die gesamw Ernte md das Mab" ar Fachwerkhau,er der SonnenftraBe und am Sanjlei.1 [en: Eine Arbeit habe hiermit einen gewi[,en Ab-'des Wohnhauses durch den Brand vernichtet staatliches Kautgeststordemnaen. Bei Verzinsung von Kaufgeldforderungen aus Verkäufen staatlicher Gebäude und Grundstücke, einschließlich des dem Siedlungsunternehmen gehörigen Besitzes ist, wie der Hessische Staatsminister in einem Erlaß an die unterstellten Behörden mitteilt, vom 1. Juli 1934 ab ein Zinssatz von 5 Prozent in Anrechnung zu bringen. Dieser Zinssatz gilt auch für Verträge, die vor dem 1 Juli 1934 abgeschlossen sind Großfeuer vernichtet bäuerliches Anwesen. männer den Durchstich so verbreitert, daß das Wasser in stetigem Lauf das neue Flußbett füllte und an dem gleichzeitig unterhalb geöffneten Durchstich fielen. Aus Den Stallungen konnte nur das w'eder'in sein altes Bett eintrat. viel, gerettet werden Das Federvieh und die in de"n , Enge b ach , als Vertreter des Trägers 1 Schunnen untergkstellten Geräte und landwirtichast. der Arbeit nahm dann in kurzen Warten Gelegen-i lichen Maschinen wurden ein Raub der Flammen Lunge deutsche Naüon Gelbstzuckt. „Ausziehen!" . - Die am Gummiseil verteilten Kameraden, aus jeder Seite fünf, sollen dos Startsell s°st°r und I • < fTx 1 . . -f - X A A fl U A Y Ti Yii fl Ti 1111 Die Jungen sehen die umgestürzten Strandkörbe, liegen. Kriegsmuseum dar. — „Start frei!' „Frei!" Gönne und Gturm über Dünen und Meer. Sturm, entfesselt, hemmungslos. Wieder kommen die Jungen in das Seebad. Die ganz wenige zerschossene und halbverkohlte Stammreste können wir entdecken. Aber unter dieser Decke, — welch geschäftiges Leben muß sich dort abge- r ■ z . « « A 1 1 .' -X 1 doll A A V» X A Es schlägt zehn Uhr morgens. Der Hitze nach müßte es ein Uhr jein. Oder kann es überhaupt noch heißer werden? Steht er eine, zwei Stunden. Der kleine Hack weiß es nicht. Die Kameraden sind im Gelände. Kein Mensch würde es merken, wenn die Fahne allein wehte und der kleine Hack sich in den Schatten legte. Die Fahne allein wehen? Aber die Hitze. Da muß man doch kaputt geh^n. „Zu wissen, du mußt kaputt gehen. Das muß schwer sein", denkt der kleine Hack. Das Land wirkt eigenartig grün. Eigentlich ist es doch gelb und trocken. Ganz saftig grün sieht der kleine Hack Gras und Baum und Haus. unser Bannführer. Uebrigens habe ich zugesehen, wie der Kaffee gekocht wurde; aber ich darf das Rezept nicht verraten. Nur ganz im Vertrauen sei gesagt daß trockene und grüne Kiefernadeln, Sand und Walderde, Zucker und vor allem viel Wasser — Wettkochcn! Das klingt so nach Hausfrauen. Könnte vielleicht nach einem Saal mit vielen Kochherden, Preisrichtern und zahlreichen Schurzchen und Häubchen aussehen und stark nach Schweinebraten und Rotkraut riechen. Und • ganz in der Ferne könnte man noch einen feudalen Pudding vermuten ... Aber so war es nicht. Früh hatte Fritz „Kaffee" gekocht^ „Das ist Kaffee, ihr Knulche! Verstanden! Kem Wort dagegen!" ,r, . , Na, wir Haden es ihm geglaubt, denn er ist doch Jetzt blau, jetzt rot, jetzt gelb, grau. Noch ist's Zeit, in den Schatten zu wanken. Ader die Fahne? Jetzt gräßlich lila, jetzt^schwarz. Der kleine Hack lag am Fahnenmast. In der Rechten den Säbel, in der Linkenn die Fahnen- schnür. ________ Lütke. Die Dünen lagen weiß in der grellen Sonne, als der Trupp Hitlerjungen das Zeltlager verließ. Das Dünengras stand ruhig, nur der Sand riefelte manchmal leise. Am hellen Himmel schwangen Die dunklen Körper der Möven wie Schatten. Heini stapfte mit nassen Schuhen durch die anlaufenden Wellen des Strandes, während Erich jeden Sandhügel erklomm, um in saufender Fahrt abwärts zu rutschen. Unten angekommen, kippte er jedesmal den Sand aus den Schuhen. Die drei anderen strolchten durch den Sand und sahen mit hellen Augen über die glitzernde Fläche. Schließlich klapperten sie mit ihren harten Nagelstiefeln auf dem glatten Steinpflaster des Seebades, braungebrannt und mit herbem Seegeruch in der Uniform. Aus der Einsamkeit der Dünen, aus der Unendlichkeit von Himmel und Meer kamen sie in das Modebad. Ihr Blick umfaßte das Grün der Anlagen, die umsponnenen Fassaden der Hotels, die breitstufig hinter weißen Gittern lagen. Sie sahen die lachende, heitere, bunte Menge, die mit hellen Kleidern promenierte, sie hörten den weichen Klang der von dem Musikpavillon herüberkam, sie f (hauten neugierig hinüber zum Strand, der mit Strandkörben übersät war. Die Jungen lehnten sich über das Geländer, streckten ihre braunen Kniee Segelflug heißt die Parole! bon Heinrich Hübner, Friedberg. „Start frei!" , ... „Frei'." kommt es als Antwort zuruck. Innere des Berges — in mehreren Stockwerken übereinandergelagert. Ueberall Beton, Stahl! Waffen! Waffen! Der Berg stellt,em einziges großes Oes Führers Augen. Zwei Augen schauen mich an. Zwei Augen weisen die Bahn. Ich hab' sie im Kampfe gesehn ich seh' sie auch jetzt vor mir stehn, vor meinem Gewissen. In ihnen liegt mein Gericht. In ihnen mahnt meine Pflicht. In ihnen zerbricht der Verrat, in ihnen wird Glaube zur Tat: — die Augen des Führers. G. Dabei. Oer kleine Hack. Der kleine Hack hat Wache. Beine breit in den Sand gestemmt, „Sabel quer von Hand zu Hand, Blick gradaus. Das Land ist schlafen gegangen. Schlafen am bei» len Sonnentag. Gras liegt vergilbt an den Hängen. Blätter dorren an saftlosen Aesten. Kein Tier, kein Mensch im weiten Blick kreis. Und der Fluß steht Promenade ist verlassen, die Bänke stehen leer. Gegen die große Steinmauer rennt das Meer an und schleudert weißgepeitschte Wellen über die Pro-! menade. Die Bänke schwimmen im Wasser. Ein- Seine Leute laufen, in Mäntel gehüllt, in die draußen^dre Rheinebene. Häuser. I“*“ Alle Zungen ziehen mit. Alle Jungen ziehen mit, keiner darf mehr fehlen. Gleiches Lied und gleicher Tritt, gleicher Geist und gleicher Schritt alle uns beseelen. Weltenfluren offenstehn, daß wir sie erschre-iten. Wenn wir eigne Werte sehn, die an andre übergehn, woll'n wir um sie streiten. Kämpfen wollen wir um Recht und uns tapfer wehren. Der alleine gilt als echt, der durch Einsatz im Gefecht wahret unsre Ehren! Willy Pommerening. vullll ___... Achtung vor uns selbst, die nötig ist für unsere Ehre, und haben die Gewähr, ein uns einmal gestecktes Ziel auch zu erreichen. Unser Wille muß darauf eingestellt sein, vorwärtszustreben. Nur so bleiben wir in einem dauernden, fruchtbringenden Schaffen, das unserem Leben Inhalt gibt. Ein Leben, benutzt zu dauerndem Feilen und Verbessern am Ich, muß und wird zu einer Höhe führen, die den Menschen weit über den Durchschnitt erhebt und seinen Volksgenchsen zugute kommt. mäler der Weltgeschichte. Hartmannsweilerkopf, — ein Epos voll tragischer Wucht erklingt um diesen Namen. Manchen Sturm _____. erlebte dieser Berg, mancher Kampf wurde auf ihm rot. — Die Weidenröschen haben den ganzen Berg ausgefochten ... mancher Soldat legte sich auf ihm und seine Schrecken mit einem purpurnen Blüten- zur letzten Ruhe nieder. — Tage der Schlacht er-^meer überdeckt! — brausten hier. Wir sind auf dem Weitermarsch. Drüben ragt das Nun liegt er im Schein der Abendsonne vor uns.'Kreuz, ein letzter Gruß! Draußen in der Rheinebene Ruhe und Frieden verkündet sein Anblick. Von sei» zuckt Blitz auf Blitz, wir marschieren weiter, Deillsch- nem nächsten Punkte grüßt hoch und majestätisch lands Strome, dem Rhein zu; — im Herzen ein ein Kreuz. heiliges Gelöbnis, nie zu vergessen das Blut, das Näher kommen wir. Größer und weihevoller auf jenem geheiligten Boden vergossen wurde, dro- wächst er vor uns empor ... Hartmannsweilerkopf!den auf dem Hartmannsweilerkopf! — Noch in späten Zeiten wird man das Lied fin» --------- durch das Gitterwerk. Da waren Kinder mit Eimer und Schippen, und da waren Jungen mit großen bunten Bällen Ihr Blick ging über sie hinweg zu dem, was sie erregte: Drei große schlanke Boote schaukelten am Landungssteg und wippten mit ihren hohen Masten. Die Jungen sprachen durcheinander und erzählten, was sie mit diesen Booten machen würden, wenn sie sie besäßen. Sie würden sie weit hinausschieben, die Segel Hochziehen und knatternd über dus Meer fahren, gegen den Hellen Strich zu, der Himmel und Wasser trennt. Es mußte natürlich Sturm sein und die Segel, vor Nässe kleben und das Boot auf der Seite liegen und mit hohem Bug durch weißen Gischt preschen.. Aber Hitze liegt brütend über gelbem Strand, die Boote wiegen sanft, nur ein kleiner Junge im blauen Matrosenanzug, dessen Hosenbeine unten aufgekrempelt sind, patscht im nassen Boden um das Boot herum. — Abends kommen die Jungen wieder, ste haben einen langen Marsch gehabt durch Sand und Wet- Suppe und Suppe ist zweierlei! Wenn Jungens ein Wettkochen veranstalten. Es ist etwas Wunderbares, zum ersten Male das Gefühl des Fliegens zu haben, des Erhobenfems über die Erde in wörtlichem Sinne. Leste summen die Spanndrähte ihr gleichförmiges Lied. Unter mir flieht der Boden nach rückwärts. Eigentlich liege ich natürlich nach vorne, aber ich habe nur das Gefühl gleichmäßigen Schwebens. Nur darauf habe ich zu achten, daß die Maschine nicht hängt. Nur eines muß ich, wie beim Fahrrad und doch anders: das Gleichgewicht halten. Leicht in das — für den, der's kann. Und alles will ge- l'rnt fein. Folgsam ist die Maschine, gehor^m dem Willen meiner Hand am Steuerknüppel. Neigt sie nach links: Knüppel rechts; neigt sie nach rechts: Knüppel links, natürlichen Bewegungen des Körpers entsprechend. Will ich hoch: Knüppel an den Körper, will ich herunter: Knüppel nach vorne. Mit den Füßen trete ich die Richtung em, die ich haben will. Das ist alles. , Und doch, wie oft macht man es unwillkürlich noch falsch, trotz besseren Wissens. Es gehört eben Uebung dazu und Gefühl. Man mutz eben merken, und man merkt es auch mit ber ^eit, nach welcher Seite die Maschine hangt. Dann den Knüppel nach der entgegengesetzten, aber nicht zu stark, sonst hängt sie nach der andern Anders summen plötzlich die Drahte. Langsamer wird die Fahrt. Ich muß etwas nachdrucken, sonst sacke ich senkrecht durch. Kurz vor dem Boden noch etwas ziehen, das fängt die Maschine ab, dann drücken, damit sie auf der Erde bleibt Langsam habe ich auf der Grasslache aufqW Noch ein kurzes Rutschen — dann steht die Maschine. Ich löse die Anschnallgurte und steige aus. Von weitem Rufe: Siebzehn Sekunden! vergessen habe. Nr. 7: Mehlsuppe. Ich hätte es allerdings Mehlkleister genannt. Die Milch war noch nicht richtig durchgekocht, das Mehl noch in seinem Urzustand, Qlso roh. Sonst schmeckte die Suppe, wenigstens äußerten sich in dem Sinne der Koch und sein Opfer, der Gast. Die Brüder aßen tapfer drauflos 3um Schluß hatten wir Gäste, besser Opfer des Wettkochens, das zweifelhafte Vergnügen, die Kochgeschirre und Löffel wieder zu reinigen. Das mar nicht immer eine reine Freude, denn ungebrannter Mehlkleister und ähnliche Dinge pflegen sehr fest zu ^Jm allgemeinen war dieses Wettkochen aber doch eine gelungene Sache und ich bin gern bereit, bei ähnlichen Veranstaltungen wieder als Preisrichter mitzu„würgen". Go ste. vJULUllUllCIl. . ... , r Nr 5 Mit Eierklößchen darin. Em wirklich großartiger Fraß: der allerdings besser geschmeckt hatte und dem Magen bekommen wäre, wenn die Klötzchen auch wirklich gar gewesen wären. Folgen des , Genusses": schreckliches Bauchweh. Nr. 6: Süße Suppe: Leider nicht jedermanns Geschmack. Ich vermutete, wohlwollend gerechnet, mim .bestens ein Viertelpfund Zucker in Wasser, Mehl und Milch. Der Erzeuger dieser „Suppe muß sich über die nicht ganz geratene Tochter Gewissensbitze gemacht haben, denn er bat die Preisrichter um Frist, da er in der Eile noch einige Kleinigkeiten DM.-Mdel „Malermeistern"! Also ein Heim hätten wir endlich? Es ist zwar nicht mehr als ein großer, kahler Raum, aber es ist doch schon etwas, was wir unser Eigen nennen können. Nun heißt es, die nötige Ausstattung zu besorgen! Von allen Seiten werden Tische, Stühle und Bänke gestiftet. Damit sind die gröbsten Schwierigkeiten überwunden — meint ihr?! Dann habt ihr aber nicht die Schönheit unserer vier Wände gesehen. — Rosa, eine scheußliche Farbe! Daß die noch weichen mutz, ist uns allen klar; del uns besteht das ungeschriebene Gesetz: alles selber machen! , ... , Gute Freunde und Gönner schütteln über unsere Absichten nur den Kopf: das wird ein schönes Ge- chmier und Gekleckse geben, jetzt habt ihr doch wenigstens noch eine rosa Wand! — Aber nun gerade'.' Wir werden uns selbst ein richtiges Heim schaffen! — Am nächsten Morgen treten um 8 Uhr pünktlich alle, die nur irgend Zeit haben, zum „Abwaschen" an. Angetan mit dem ältesten, nicht mehr zu verderbenden Kleid und einem Riesenkopftuch, bewaffnet mit Eimer und Scheuerbürste, so rücken wir gegen die verflixte rosige Farbe ins Feld! iWer keine Trittleiter auftreiben kann, steigt auf den Tisch, und die anderen fangen eben unten an. — Schrubbend und spritzend mit ungeheurem Wasserverbrauch arbeiten alle verbissen — die herrliche Farbe weicht, und — in kleinen und großen rosa Klecksen findet sie sich auf unseren Kleidern wieder zusammen, dafür haben wir aber auch die gröbste Arbeit geschafft! Die feinere Arbeit bleibt für den nächsten Tag. Da bewaffnen wir uns mit Farbtöpfen und Pinseln und der nach allgemeiner strenger Kritik aus- gewählten neuen Farbe. Jetzt heißt's aufpassen! Immer schön von oben nach unten streichen und darauf achten, daß auch die Farbe'gut deckt. Die Kante macht das meiste Kopfzerbrechen; denn sie ; muß tadellos gerade werden! Nach vollendeter Arbeit sehen wir uns unser Werk an. Abex was ist das? die Wände sind ja i alle fleckig! — sollte unser Können wirklich so . . . ! aber nein, als unser schönes Werk endlich trocken : war, konnte jeder sehen, daß unser Heim in einem i gleichmäßig hellen Anstrich prangte. > Also hatten wir es doch geschasst! — Unsere ge- ■ meinsame Malerarbeit hat allen Freude gebracht und außerdem einmal allen Außenstehenden den Kameradschaftsgeist einer Mädelgruppe gezeigt. Deutschland braucht Kerle, die zupacken können, die an eine Ausgabe Herangehen und sie sicher lösen. Männer, die feststehen in den Stürmen des Alltags, Kerle, die hart sind und Opfer zu bringen vermögen, wo es not tut. Die ihr eigenes „Ich' zurückstellen und das große „Wir" verfechten. Dazu gehört aber die innere Reife, die soldatische Haltung, und die erzielen wir allein durch Arbeit an uns selbst, durch Formen und Bilden an unserem Ich, durch Selbstzucht. Da gilt nur selten das freudige, willkürlich gestaltende Wollen, sondern weit mehr ein eisenhartes Muß, an dem wir beweisen können, wie es mit uns bestellt ist. Wir müssen lernen, uns selbst zu pen. Suppen allerdings, von denen man sich gpr keinen Begriff machen konnte, woraus fie eigenthd) bestanden. Ich als Preisrichter hatte es außerorden - lich schwer. Um nicht bei der nächsten Gelegenheit eine gehörige Tracht Prügel zu beziehen mage uh es nicht, die Namen der Koche zu nennen. Ich will daher die Suppen numerieren. Also: Nr.1: Sehr, sehr dick und sämig. Man mußte sich Mühe geben, mit dem Löffel durchzukommen. Wenn der gute Mann nicht noch zum Schluß einen Suppenwürfel mit „Frühlingsgeschmack" ganz heimlich Zugesetzt hätte, der nun in größeren oder kleine» ren Klumpen in -dieser Suppe schwamm, hatte es n°9lr b2 *3 Semmelmilchsuppe. Die Hersteller waren die Helden, die die Eier ausg^runken das höre sein Urteil über meinen Flug. Die andern hören zu, denn jeder kann für sich aus den F h- lern der andern lernen. Nun stehe ich mit den andern Kameraden am Startseil. Wenn letzt das Kommando kommt zum Ausziehen wird wieder jeder seine ganze Kraft einsetzen müssen. Das ist das, was bei der Fliegerei mehr denn sonstwo vorhanden sein muß und auch sichtbar m Erscheinung tritt: die echte Kameradschaft. Alle für einen! Wenn ich dreißig Sekunden m der Lust bleiben kann, bann habe ich die erste Prüfung bestanden, die A, bann trage ick bas A-Abzelchen, die weiße Möoe im blauen Felo. _r , .. Bis dahin aber heißt es noch harte Arbeit an sich selber. Dann wird es eines Tages gelingen. Schon sind die Kameraden heran. Nun hecht es die Maschine wieder auf den Hang hinauf, zuruck zum Startplatz schleppen, damit der nächste fliegen ^Während der den Sturzhelm aufsetzt und festgeschnallt wird, stehe ich vor dem Fluglehrer und Wettkochen heraus. Sofort wurde mit den Vorbereitungen dazu begonnen. Zuerst trat einmal Kamerad „Schlaucher" mit einer Schar braufgangeri» jeher Jungen in Tätigkeit. Es wurden zunächst die zu dem Wettkochen notwendigen „Materialien" besorgt, oder wie wir sagen, organisiert. Nach kurzer Zeit war Schlauchers Gilde bereits mit den Fretza- lien in Rohform im Anmarsch. Ganze drei Pfund Mehl, sechs Kochgeschirre voll Milch, teils mager, teils noch magerer, fünf Brötchen (von gestern), dreizehn Eier, ein Pfund Zucker und natürlich auch ter. Der Himmel ist grauschwarz geworden mit fliegenden Wolken. Die See dunkel mit weißem, jagen- ' «dem Gischt. Aus drohendem Himmel stößt der beginnen auszuziehen. Gleich wird das Kommando „Laufen!" kommen, bann heißt es laufen unb ziehen mit aller Kraft. Laufen! Ich faffe ben Knüppel fester. Jetzt steht er in normaler Lage. Die Startmannschaft euert sich beim Ausziehen an, sie hat schwer zu ziehen. Am Rumpfende sitzen troei Kameraden und halten das Flugzeug. Auf „Los!" werden sie loslafsen, und die Kraft des zurückjchnellenden Seiles wird das Flugzeug in die Höhe schnellen. Zunächst gleite ich ein Stück über den Boden. Das ist das Gefühl, das man beim ersten Rutscher bat; es dauert nur ein paar Sekunden. Eine Kleinigkeit habe ich am Knüppel gezogen: ich habe mich vom Erdboden gelöst und gewinne Hohe ein paar Meter. Ich nehme den Knüppel wieder etwas nach vorne, damit ich nicht überziehe und an Fahrt Salz. m v m , Mit einer unübertrefflichen Grazie und Gerechtigkeit verteilte Fritz nun diese Rohprodukte an die acht Küchenbullen, die sich zum Wettstreit gemeldet hatten. Natürlich geschah das in einer streng vertraulichen Sitzung der Küchenbullen, zu der die Oef- fentlichkett nicht zugelassen wurde. Hier wurden auch die Bedingungen bekanntgeaeben, unter denen das Wettkochen vor sich gehen sollte. Ich kann leider darüber nichts Näheres sagen, da ich zur Oefsentlich- keit gehörte. Diese wurde erst wieder herangezogen, als acht Kochgeschirre an zwei Stangen über einer stark qualmenden Feuerstelle hingen und teilweise schon kochten. Die Zuschauer und Hilfsarbeiter konnten drei Arten von Küchenbullen feststellen: 1. Die Erfahrenen. Sie gingen mit abge- klärten Gesichtern daran, die für sie leichte Aufgabe zu lösen. In der Lässigkeit ihrer Bewegungen und der Selbstverständlichkeit ihrer Handgriffe erkannte man sofort in ihnen die Fachleute 2. Die Gefräßigen. Sie hatten nichts Eiligeres zu tun, als zunächst einmal die ihnen zur Verfügung stehenden Eier auszutrinken und zu versuchen, durch geschickte Schack- und Winkelzüge sich in den weiteren Besitz von Eiern zu setzen. 3. Die Neulinge. Sie gingen mit hochroten Gesichtern von einem zum andern, stellten harmlose Fragen über das Wetter und die Unsterblichkeit der Maikäfer im allgemeinen und versuchten so nebenbei, ganz zufällig natürlich, etwas abzusehen. Zunächst: Ein Sieger konnte leider nicht festgestellt werden. Da waren wie gesagt sieben Kochgeschirre — Fritz machte das Wettkochen außer Konkurrenz mit — mit sieben verschiedenartigen Sup- i vor 20 Jahren ... . .. . r,. . .. Und dann sind wir hmunt-rgest>-g-n .n d>- --------- , v . . v v . (Srfüihenaräben die Unterstände. Jetzt erleben wir, den verlassenen Pavillon und die laufenden Leute ' .» .r. &ärte und Grausamkeit wurden seine und — lachen! Der Wind rast aus schwarzen Wol- ‘ 1 • /@ranaten, Geschosse ... unb Blut, kenlöchern und läßt die Haare flattern. Unter ben ö o Erde tränkte und diese harten schützenden Dachvorbauten der Derkaufsstände I - . l . . furchtbar muß die Seele dieser Men- stehen die Kinder mit den Spielbällen und starren \zerrüttet worden sein in dieser Hölle, wo stets in die Regenflut. I Gefahr und überall der Tod lauerte. Und jetzt ver- Da lachen die Jungen wieder und sind wie oon j rteI)en wir e5 auch, warum diese Menschen zu einem Druck befreit. Sie lachen unb fingen. Ihre s s^use so wenig zu erzählen vermochten, braunen Knie stoßen gleichmäßig vor, ihre Stiesel. i Betonmauern und Stahlklötze suchten die knallen plötzlich im Gleichschritt, ihr Blick huscht Unterstände zu schützen. Und doch: furchtbar ist die über die Steinkästen der Hotels, über deren Trep- oerrJruna &cin Daum grünt auf dem Berge. Nur penftufen Regenbäche rauschen. Was vorher schil- ' d' - " * "■ -■ lerte, ist farblos geworden, die weißen Boote liegen grau und umgetippt auf dem oberen Strand. _ fle|ajU(Uu« —....... ,>«, —* v.^- Und die Jungen fingen, fingen ihre Kraft gegen ( « Unterirdische Stollen durchdringen das den Sturm und marschieren, ohne sich umzusehen, Lr ---«— zu ihren Zellen, die unter dem Sturmhimmel gen von der deutschen Thermopylenschlacht, von dem Kampf um den Hartmannswei erkopf. Auf gepflegten Wegen schreiten wir vorwärts Neben uns wölben sich Tausende kleiner Hügel. Einen jeden krönt ein Kreuz. Durch blühende Weidenröschen wandern wir der Bergspitze zu über Stacheldraht und zerschossene Baumstumpfe, wer oie Pro-' Wir sind oben! Herrlich hat sich der Blick ge- Wasser Ein- weitet, vor uns liegt der stelle Abhang unb well brauhen die Rheinebene. - Hwr also war es, wo Wallfahrt ins alte Kriegsaebiet. und^bU^/ ins^Land. Droben am Himmel ziehen Von fern sahen wir ihn, den Berg des Todes, — die Wolken — wie einst vor Jahren, wie damals, ein kahler, trauernder Hügel, steigt er auf, der süd-, als noch Blut in Strömen auf diesem Berge floß, lichste der Dogesenberge; rechts, links, hinter ihm die Doch jene Zeit ist vorüber, droben auf dem Berge Genossen, sie alle stehen aufrecht und stark, — Denk- ragt das schlichte, mächtige Holzkreuz. — Sind sie " vorüber, jene Tage, wirklich vorüber? Nein, wir haben sie nicht vergessen. Noch heute wogt und rauscht ein ungeheures Meer auf diesem Hügel, blut- upier, -uei vzuji. -oi-c -vmwt-*- -- .> ..... anVÄ ÄVbS Auch di- Fahne ist schlafen gegangen Träumt asien Semmel den Geicymaa iy vv ö DOn kommenden Taten, denen sie voranwehen wird, tauben. „ <„nf, 21t mr r. Die-ler Heldensohn • Und der kleine Hack bewacht Fahne und Taten, hatte ^nöch'der"^rste"n^Priifung^ve^uch" seine Suppe j muänt ,edn Uhr mornns. Der W n durch Zusetzen von gehörigen Mengen Salz und unter heftigem Rühren genießbarer zu. machen, denn er gab kund, nach irgendeinem chemischen Gesetz werde Zucker durch Salz neutralisiert; mit diesem Gesetz muß es irgendeine geheimnisvolle Bewandtnis haben, den die Suppe schmeckte nach der Prozedur weder süß noch salzig: sie schmeckte schauder- io 2vaio- roureu uie , 7, uns bestellt ist. Wir mu en lernen, uns jeio]i zu - möglichst Mehl verschachert und die teilweise ch ; befehlen und diesen Befehl ebenso ausführen, als reines^Wasi er —' - ine große Rolle fielen. . Lurch Zucker, Saiz .und hE'"g-br°«° Ad^ge-^h°b- ihn ein vorgesetzter Führer uns gestellt. Rur *SSSifSU"nä<**■»« -!»" W- sm-HfnAon hormic (Sofort wurde mit den Dor- vollkommen. ___• irtschast folgendes Bild: Haushaltsdefizit. Finanzlage man Bevölkerung: Srantfuri a. 21. Berlin $r« SchnlkheiS Patzenhoser 0 9,13 Grttzner 1 77,51 >1 183,76 I 01 8 8 i, 24-: Geld 94,13 93,75 95 95,5 93,4 95,65 92 89,25 95 93,5 95 97,75 so 93 93 101,4 55,13 93,5 95,6 A.E.». Bekulo Schluß- hirt 26,13 26 30,75 70 91 56,75 65,25 68 155,9 24,75 206 169,5 130 63,5 69 48,75 66 47 Schlußkurs lll Ifl 93 93 101,4 0 . 0 . 6 6 0 26,25 143,5 100,5 114 71,65 109,13 101 89,75 146,5 119,25 77,75 48,25 240,5 89,5 41 14 124,25 125 159 4,30 7,50 3,20 7,05 5,42 0,88 kann 1,10 3,00 1,98 4,93 4,02 0,67 für die f kN 3 ®. Farven-Industrie Scheideanstalt .., Goldschmidt ... Rütgerswerke ... Metallgeiellschaft >r |ö d ie ie Veränderung v. H. — 74 — 60 — 38 — 30 — 26 — 24 85,9 115 61,13 107,5 72,13 170,75 132 76 69 Rechnung 1933 Mill. RM. 1,1 7.25 Dreifacher Selbstmord in Hanau. LPD. Hanau, 24. 2lug. Eine furchtbare Familientragödie ereignete sich heute Nacht in Hanau. Drei Angehörige der Familie Labes, und zwar Vater, Mutter und Tochter, setzten ihrem Leben durch Einatmen von Leuchtgas ein Ende. Die Eltern standen in den sechziger Jahren, die Tochter war 18 Jahre alt. In einem hinterlassenen Briefe ist als Grund für die Tat ein unheilbares Leiden bezeichnet, von dem alle drei befallen waren. Eine zweite Tochter der Familie Labes ist erst vor einigen Tagen gestorben. in der Stahlvereins-GV. rechnet. Stahloerein selbst um 0,25. Rheinstahl 0,65 o. H., Harpener 1 v. H. fester. Rhein-Braun um etwa 4 o. H. höher taxiert. Phönix im Verlaufe über den Anfangsverlust von 0,25 um 0,50 v. H. höher. Mannesmann und Klöck- Die nette deutsche GemeindefinanzpoM und ihre Auswirkung int Mein-Main-Gebiei 1,1 7,3 6,95 6,9 91,75 89,25 90,13 97 97,4 89,75 89,75 90,4 90 93 93 101,4 27,75 1,1 7,05 6,9 7 9,13 Matnkrafiwerke Höchst 4 Süddeutscher Buda 0| Voranschlag 1934 Mill. RM. Croneels 8 bis 10, Tiroler Gravensteiner, Ausland, 7 bis 15, Banann, Kiste 12V2 Kilogramm netto, 6,50, Brasil 5, Birnen, Tafel I, 8 bis 12, dto. II 5 bis 7, Kochbirnen 3 bis 4, Williamsbirnen I 10 bis 12, dto. II 6 bis 8, Philipvsbirnen 5 bis 6, Amanlis BB 5 bis 7, Gellerts BB 10 bis 12, Andenken an den Kongreß I 10 bis 12, dto. II 6 bis 8, Brombeeren 20 bis 30, Erdnüsse, Ausland, 20, Mirabellen I 9 bis 12, dto. II 5 bis 7, Pfirsiche I 15 bis 18, dto. II 6 bis 10, dto. brutto ital. 15 bis 30, Preiselbeeren 30 bis 32, Reineklauden 8 bis 9, Trauben brutto ital. 17 bis 22, span. 17 bis 18, holl. 55 bis 65, Zwetschen 4 bis 7. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 24. August. Am Frankfurter Eiergroßmarkt traten nur geringe Zufuhren in Erscheinung, die indessen Genügten, um den gegenwärtig kleinen Bedarf zu decken. Insbesondere ist das Angebot in deutschen Eiern sehr gering, aber auch das Angebot an holländischer Ware ist gehemmt. Die Preise waren leicht erhöht. Für deutsche Eier zahlte man Vs Pfennig, für Ausländer 3/< Pfennig mehr. Die offiziellen Verkaufspreise des Großhandels an den Kleinhandel stellten sich in Pfennigen pro Stück frei Frankfurt a. M. nach den Notierungen der Marktdirektion und der Landesbauernschaft wie folgt: Deutsche Markeneier Mainz Frankfurt Offenbach Wiesbaden Darmstadt Hanau Zusammenfassend 4% vesgl. Serie II ......... "breinh. Rente v. 1903 •Yi /oRumkm.vercinh.Renrev.1913 2 FRANKFURT A. M. MO dann versichern! 04018 Anfragen und Anmeldungen । Gießen, Goethestraße 32 Beginn:Sfe | Vogtsche 241 A billigen Preisen zum Ausschank 4941D Rheinisches Winzerfest VevsfGrttVe o;ioa Landwirte! Stimmungskavelle! Stimmungskavelle! 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