Kr. 11? Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 23. Mai M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Msnatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Such- und Zteindruckerei R.Lange in Gießen, schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mrn Breits 60 Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Regelung desArbeitseinsches Das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes bedeute!, wie der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup hervorhob, zwar einen fühlbaren Eingriff in die bisherige Freiheit des Unternehmers, Arbeitskräfte einzustellen, sowie der Arbeiter und Angestellten, Arbeit anzunehmen. Man könnte hierin unter normalen Verhältnissen vielleicht einen Eingriff erblicken, der gewisse Nachteile in sich schließt. So wie die tatsächliche Situation jedoch liegt, ist das nicht der Fall; denn die Gründe, die zum Erlaß dieses Gesetzes geführt haben, liegen einmal in der großen Zahl von Arbeitslosen in den Großstädten und zum anderen in dem eingetretenen Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft. Die Kardinalfrage, die aber über diese beiden Tatsachen gestellt werden muß, ist nun die, daß in Zukunft eine Umschichtung unserer Bevölkerung von der Stadt aufs Land vor sich gehen muß. Es ist nicht so, daß der ungeheure Rückgang der Arbeitslosigkeit sich bislang gleichmäßig auf Stadt und Land verteilt hat, sondern die Statistik zeigt uns, daß der Anteil unserer Großstädte sowie der größeren Städte an dem Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht dem Ausmaß entsprach, das nach den Einwohnerzahlen dieser Städte sowie nach der Zusammensetzung der Bevölkerung gegenüber den Verhältnissen in kleineren Städten und auf dem flachen Lande hätte erwartet werden müssen. Während die Arbeitslosigkeit auf dem flachen Lande und in kleineren Städten in weit stärkerem Maße abgenommen hat, sind die Großstädte anteilmäßig an dieser Abnahme weit weniger beteiligt. Die Ziffern reden hier eine deutliche Sprache. So entfielen in den Städten mit 100 000 und mehr Einwohner auf 1000 Einwohner noch 81 Arbeitslose, während im übrigen Reichsgebiet nur noch 23,6 Arbeitslose auf 1000 Einwohner kamen. Aus den vorstehend kurz umrissenen Tatsachen ergibt sich die Notwendigkeit, das Schwergewicht ides Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit immer mehr auf die Großstädte zu verlagern, mit anderen Worten, das ■ Problem verdichtet sich in zunehmendem Maße zu' der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in '.diesen Großstädten, da hier die Krisenherde liegen. Aus diesem Grunde hat sich die Reichsregierung Veranlaßt gesehen, mit außergewöhnlichen Maß- inahmen an den Krisenherd heranzugehen und ganze 'Arbeit zu leisten, um das Problem der Arbeits- Ilosigkeit in den Großstädlen gleichfalls zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Das neue Gesetz gibt dem Präsidenten der Reichs- »anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- wersicherung die Befugnis, für Bezirke mit hoher Klrbeitslofenzahl anzuordnen, daß Personen, die in Diesen Bezirken am Tage des Inkrafttretens der ^Anordnung keinen Wohnort haben, dort als Ar- weiter oder Angestellte nur mit seiner Vorherigen Zustimmung eingestellt werden dürfen. Mm von vornherein einer falschen Darstellung vor- Subeugen, sei ausdrücklich betont, daß damit nicht as Recht jedes Deutschen eingeschränkt ist, sich in seinem beliebigen Orte des Reiches aufzuhalten und miederzulafsen sowie Grundstücke zu erwerben. Der Präsident der Reichsanstalt wird auch von der ihm nust^henden Befugnis nur in dem Maße Gebrauch machen, als es die Regelung des Arbeitseinsatzes »erlangt. Aber selbst für die Personen, die von der Anordnung erfaßt werden, ist kein starres Ein- Istellungsverbot aufgestellt, sondern nur die Verpflichtung des Unternehmers, vor der Ern- e 11 u n g die Zustimmung des Präsidenten herbeizuführen. Der Präsident wieder wird diese Zustimmungsbefugnisse auf die ihm unterstehenden Arbeitsämter übertragen und diese in der Anord- mung selbst mit Weisungen versehen, in welchen Fällen die Zustimmung grundsätzlich zu erteilen ist. Die Zuzugsperre ist für Berlin schon akut ge- roorben; denn der Präsident der Reichsanstalt hat bereits eine Zuzugsperre für Berlin angeordnet, wobei er von dem Gesichtspunkt ausgegangen ist, Laß die Reichshauptstadt noch immer 400 000 Arbeitslose hat, deren Beseitigung eine der wichtigsten Aufgaben der zuständigen Stellen sein wird. Im Augenblick läßt es sich noch nicht übersehen, für welche anderen Großstädte die gleiche Regelung wie rür Berlin in Frage kommt. Besondere Bestimmungen enthalt das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes auch hinsichtlich der Landwirtschaft. In Anbetracht der Tatsache, )»aß in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Arbeiter ständig zurückgegangen fft ergab sich die Notwendigkeit, besondere Vor- griffen zu erlaffen. Der Präsident her Reichsan. ittalt hat jetzt das Recht, anzuordnen, daß Personen, Joie in der Landwirtschaft tätig sind, oder in den setzten drei Jahren vor Inkrafttreten der !Anordnung tätig waren, in andere als landwirtschaftliche Betriebe oder Berufe für andere als landwirtschaft- Sche Arbeiten nur m i t f e i n e r vor h en g e n Zustimmung eingestellt werden dürfen. Für das Wt^Jahr 1934, in welchem sich, bereits ein Mangel von rund 100 000 landwirtschaftlichen Urbeitskräften herousgestellt hat.. ist folgendes vorgesehen: Unternehmer- von nichtlandwirtschaftlichen Betrieben sind verpflichtet, Arbeiter oder Angestellte zu e n t la s s e n , die in den letzten drei Jah- nen in der Landwirtschaft tätig waren H^von sol- «n insbesondere diejenigen Arbeitskräfte *riüB* werden, die in der genannten Zeit von der Landwirtschaft in die Stadt ab gewandert sind. Eine wei- wre Bestimmung des Gesetzes sieht vor, daß Jiot » -tandsarbeiten, auch wenn die Anerkennung Äon erfolgt ist, den Bedürfnissen des Arbeitsein- ritzes entsprechend hinausgeschoben, unterbrochen jiher geteilt werden können. . irj, . Dieses Gesetz wird von der Landwirtschaft dank- wir begrüßt. Es wird dazu beitragen, die Heimat- Rußland, Frankreich und der Völkerbund. Falschspieler in Genf. Deutschland hat das Pfingstfest mit jener frohen Beschwingtheit gefeiert, die das Bewußtsein eines tätigen, wirkungsreichen Daseins und die Hoffnung auf eine lichtere Zukunft jedem Mensch gewährt. Aus der blühenden Heimat, die aufs Neue das Erlebnis dieser Tage für viele Millionen geworden ist, hat der deutsche Mensch wieder die seelischen und geistigen Kräfte gewonnen, die ihm über die Nöte und Sorgen des Alltags hinweg den Blick für die größeren Aufgaben feines Lebens geschafft haben. Es ist ja auch kein Zufall, daß der Volksbund für das Deutschtum im Ausland seine großen alljährlichen Tagungen auf das Pfingstfest verlegt, und daß es vor allem die junge Mannschaft unseres Volkes ist, die er millionenfach unter feinem Banner versammelt. Das, was dieser Bund des Volkes fein Ziel nennt, die einheitliche Zusammenfassung und Willensbildung aller Deutschen auf der Welt, das ist wie die Wiederkehr des Frühlings eine ewig sich erneuernde und nie ganz vollendete Aufgabe. Wenn in diesem Jahre die Volksdeutsche Tagung nach Mainz und Trier gelegt wurde, so lag darin ein tiefer Sinn. Denn immer dort, wo sich die deutsche Volksfront im härtesten Abwehrkampf befindet, sollen die sittlichen Kräfte einer Nation in ihrer ganzen Stärke eingesetzt werden. Schon Wochen vorher war der Blick des ganzen Volkes nach Westen, nach dem bedrohten S a arge b i e t gerichtet, und so lange wird er auf diesem Schicksalsland ruhen, bis die Saarländer auf ihren Rathäusern die Flaggen des Reiches hochziehen. Gegenüber diesen lebendigen Strömen der Kraft und der Sehnsucht, für die künstlich aufgerichtete GrenzwälU gar nicht vorhanden sind, erscheinen die vom Völkerbundsrat in Genf betriebenen Verhandlungen über die Abstimmung und über die Rückgliederung des Saarlandes an das große Reich fast als ein müßiges Spiel. Aber die Tatsache, daß von einem Partner dieses Spiels falsche Karten benutzt werden, zwingt zu äußerster Aufmerksamkeit, und es ist unsere Aufgabe, den Falschspieler vor aller Welt zu entlarven. Der Einsatz ist hoch und die Trümpfe sind in unserer Hand. Es geht auch nicht an, daß ein Partner plötzlich das Spiel unterbricht, wenn es für ihn eine schlechte Wendung nimmt, um dann zum Nebentisch zu laufen und dort eine andere Partie zu beginnen. Das plötzliche Auftauchen des sowjetrussischen Außenkommissars Litwinow in der Völker- bundsstadt hat vielfach zu der Behauptung Anlaß gegeben, daß nunmehr eine ganz neue Wendung der europäischen Politik ejn treten werde. Wir glauben, daß ein solches Urteil eher den Wünschen der französischen Propaganda gerecht wird als der tatsächlichen Lage der Dinge. Zwar hat der französische Außenminister Barthou durch seine in letzter Minute vorgebrachten unerhörten Forderungen in der Saar frage den längst erwarteten Abbruch der Verhandlungen erreichen können, um seine ganze Aufmerksamkeit dem heftig umworbenen östlichen Freunde zuzuwenden, aber die Schwierigkeiten, die sich einem etwa geplanten Militärbündnis zwischen Frankreich und Rußland entgegenstellen werden, sind nicht unerheblich. Offenbart schon die Verschiedenartigkeit beider Staaten die Unnatur einer solchen Bindung, so ist der Abschluß des Vertrages unter den Auspizien des Völkerbundes sogar völkerrechtlich ein Ding der Unmöglichkeit. Um ein bloßes Manöver aber wird der Saardeutsche keine einzige Gemeinde opfern. pariser Betriebsamkeit. Paris, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Barthou empfing am Dienstag den französischen Botschafter in Moskau, Alphand. In politischen Kreisen weist man darauf hin, daß man augenblicklich unter anderem an folgenden Fragen arbeitet: Beitritt Rußlands zum Völkerbund, europäischer Balkanpakt, polnisch - russischer Vertrag und die Annäherung Rußlands an die Kleine Entente. „Mcttin" hebt hervor, daß London, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einem Leitaufsatz bespricht „Time s" die Möglichkeit des Eintretens Sowjetrußlands in den Völkerbund. Das Blatt findet eine Mitgliedschaft Rußlands begrüßenswert, weil es einen Fortschritt in Richtung auf die Universalität des Völkerbundes bedeuten würde. Andererseits sollte sich die britische Regierung nicht aktiv bemühen, um den Eintritt Sowjetrußlands zu erreichen. Die Wortführer der fowjetrussischen Republik hätten oftmals Verachtung gegenüber dem Völkerbund als Instrument kapitalistischer Machenschaften geäußert. Wenn jetzt die Führer Rußlands aus besonderen Gründen ihre Ansichten geändert hätten, könnte rrfan natürlich die Vergangenheit vergessen und hoffen, daß Sowjetrußland sich an die Völkerbunds- satzungen halten und nicht nur darauf b e - dacht fein werde, f i ch nur gegen feine augenblicklichen Feinde z u stärken. London, 23. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Auf dem Jahreskongreß des Weltoerbandes der Völkerbundsgesellschaften in Folkestone kam am Dienstag die Volksabstimmung im Saargebiet zur Erörterung. Eine von der britischen Abordnung eingebrachte Entschließung, in der der Völkerbund aufgefordert wird zu zeigen, daß er entschlossen fei, die Volksabstimmung unter Bedingungen vorzunehmen, die alle Teile der Bevölkerung instandsetzen, ihre Wünsche „frei und in angemessener Weise" z u äußern, wurde angenommen. Der deutsche Vertreter, Gouverneur Dr. Schnee, hatte Einspruch dagegen erhoben, indem er bemerkte, daß der Weltverband sich hinter die Regierungskommission stelle, die sich in einem Streit mit der deutschen Regierung befinde. Ein belgischer Abgeordneter beantragte, die Worte „und ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen" der Entschließung anzufügen. Dr. Schnee bekämpfte diesen Zusatz mit der Erklärung, daß er sich offenbar gegen b i e deutsche Regierung richte. Elf Abordnungen stimmten für bie Ergänzung, die daher a n - genommen wurde. Die Delegationen von Deutschland, Danzig und Ungarn stimmten dagegen, die Vereinigten Staaten enthielten sich der Stimme. Ein weiterer belgischer Antrag, in dem die Einrichtung einer internationalen Poli- 3 e i t r u p p e vor, während und nach der Abstim- man sich über Probleme unterhalten hätte, di« Frankreich und Rußland angehen. Daraus dürft aber keineswegs geschlossen werden, daß zwischen der Regierung Doumergue und der Sowjetregierung ein gegenseitigesBeistands - abtommen beschlossen worden sei. Wie der Pariser Korrespondent der „Times" von maßgebender Seite erfährt, sind die Nachrichten aus Genf über die französisch-russischen Verhandlungen den Tatsachen vorausgeeilt. Eine grundsätzliche Einigung sei noch nicht erreicht worden, infolgedessen hätten auch die Einzelheiten noch keine klare Form angenommen. „Times" schreibt weiter, der Beweggrund Litwinows für eine Annäherung an Frankreich und durch Frankreich evtl, an den Völkerbund bestehe darin. Unter st ützung gegen Deutschland und gegen Japan zu gewinnen. Litwinow scheine jetzt geneigt zu fein, das Netzwerk feines Sicherheitssystems, das er anläßlich der Weltwirtschaftskonferenz gelegt habe, auf Frankreich und d i e Kleine Entente auszudehnen. Falls die Frage des Eintritts Rußlands in den Völkerbund formell aufgeworfen würde, würde eine ganze Reihe heikler Streitfragen, besonders im Zusammenhang mit der Stellung Polens, aufs Tapet gebracht. Sicher müßten die interessierten Staaten diese Frage vorher zu regeln versuchen, aber mit den Einzelheiten der Vereinbarungen habe Großbritannien unmittelbar nichts zu schaffen. mung gefordert wurde, wurde auf Veranlassung von Lord Cecil zurückgezogen. Dr. Schnee sagte, die Jugend Deutschlands weiteres i'ch, die Erbschaft des Versailler Vertrages anzutreten. Deutschland habe zehn Länder zu Nachbarn, von denen fünf bis anbie Zähne bewaffnet feien. Die Gleichberechti- guung sei nur theoretisch, nicht aber praktisch gewährt worden. In diese Lage müsse man sich hin- einversetzen, um ein richtiges Urteil fällen zu können. Sie Daily Mail verlangt den Rücktritt von Knox. London, 22. Mai. (DNB.) „Daily Mail" verlangt wiederum, daß die britische Regierung den britischen Vorsitzenden der Saarkommission Knox zum Rücktritt veranlassen solle. Das Blatt sagt: Die Erbitterung in Deutschland nimmt zu. Die Deutschen kommen zu der lieber» zeugung, daß der Völkerbund beabsichtigt, die Bedingungen der Volksabstimmung so zu gestalten, daß eine Entscheidung zu Deutschlands Gunsten verhindert wird. Aber was aus dem Säargebiei wird, geht Großbritannien nichts an. Kein britisches Interesse steht in diesem Gebiet auf dem Spiel. Times bezweifelt Rußlands Aufrichtigkeit. Einmischung Unberufener in der Saarsrage. Der Zahreskongreß des Weltverbandes der Völkerbundsgesellschasten zur Saarabstimmung. Volk und Führung in Oesterreich. und Berufsverbundenheit wieder zu schaffen, die unter der Herrschaft falsch verstandner Freiheitsbegriffe so weitgehend verloren gegangen waren. Der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenhilfe erwächst mit den ihr erteilten Vollmachten eine neue verantwortungsvolle Aufgabe. Es ist Zu hoffen, daß es ihr gelingen wird, das Gesetz in richtiger Erkenntnis seiner Ziele durchzuführen und einen großen Teil der schon abgewanderten landwirtschaftlichen Arbeitskräfte wieder in ihren ursprünglichen Beruf zurückzuführen. Auf der anderen Seite erwächst dem Reichsnährstand die Pflicht, den Bauern und Landwirten klarzumachen, daß sie alles daranzusetzen haben, die Rückgewöhnung auf das Land durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Verbesserung der Wohnungen, Neubau von Wohnungen, Zurverfügungstellung von Gartenland, durch' Schaffung der Neuzeit entsprechender Einrichtungen auf kulturellem und hygienischem Gebiet u. a. m. zu erleichtern. Oie Führung der ReichSfachschast Höhere Schulen. Wie die Allg. Behörden-Korrespondenz meldet, bat der Führer des NS.-Lehrerbundes, Kultusminister Sch e m m, mit der Führung der Reichsfachschaft „Höhere Schulen" den Ministerialrat im Preußischen Kultusministerium Senge beauftragt. Benze ist seinerzeit auf Grund besonderen Vertrauens durch Kultusminister Rust aus seinem früheren Wirkungskreis Braunschweig ins Kultusministerium berufen worden; er bearbeitet dort die Fragen der Schulreform, wozu er eine Reihe bemerkenswerter Aufsätze veröffentlicht hat. Zum Stellvertreter des Führers der Reichsfachschaft wurde Oberstudienrat Griepentrog ernannt, der bereits im Juli 1933 von Kultusminister Schemm zum Reichsfachschaftsleiter der gleichen Fachgruppe berufen worden war. Ein Oollfuß-Iubiläum. Am 20. Mai waren es zwei Jahre, daß der Herr Kammersekretär Dr. Engelbert Dollfuß an die Spitze der österreichischen Bundesregierung berufen wurde. Damals stützte er sich auf die Christlich- soziale Partei, auf den sog. Heimatblock und auf den Landbund. Seit dem März 1933 regiert er diktatorisch. W i e er regiert, wissen wir in Deutschland sehr genau: er regiert gegen das deutsche Volk in Oe st erreich. Sein Kräfteoerbrauch, das heißt fein Verbrauch an Persönlichkeiten im Dollfuß-Kabinett, war in den zwei Jahren ein außergewöhnlich großer. Wie Marionetten hat er je nach Gutdünken und immer nur in dem einen Bestreben, seine werte Person auf alle Fälle dem österreichischen Volke zu erhalten, die Minister ausgewechselt. Wir wollen nur an die jüngste Zeit erinnern. Welche Lorbeeren hat doch Herr Dollfuß dem Major Fey gewunden! In unzähligen Versammlungen und Kundgebungen hat er Herrn Fey gepriesen, ihn seines Vertrauens versichert und ewige Dankbarkeit gelobt, besonders nach dem Blutbad vom Februar. Wie rasch aber ist plötzlich, ja man kann sagen über Nacht, Herr Fey als Vizekanzler verschwunden und als Minister ohne Portefeuille kaltgestellt worden, in dem Augenblick nämlich, als es Herrn Dollfuß zweckdienlich erschien, sich noch enger mit dem Fürsten Starhembergzu liieren. Dieser eine Vorgang charakterisiert schon genügend Herrn Dollfuß. Es mutet daher etwas eigenartig an, wennn ein Blatt wie die „Neue Freie Presse" in Wien an Pfingsten in einem Artikel „Zwei Jahre Kabinett Dollfuß" u. a. schreibt: „Wie vieles hat sich seither zugetragen. Die furchtbare Februarrevolte wurde niedergeschlagen, der Extremismus von der einen wie von der andern Seite ausgeschaltet, die Vaterländische Front geschaffen, durch die Einbeziehung aller Wehrformationen ausgebaut und durch die Verankerung im Gesetz zur legitimen Trägerin des Dolkswillens emporgehoben. Die von Dr. Ender ge» fchaffene Verfassung des Jahres 1934 gehört bereits zum Rechtsbesitz, wenngleich ihre Inkraftsetzung noch zu bewerkstelligen und durch Uebergangsbestimmun- gen vorzubereiten ist. " Man traut feinen Augen kaum, wenn man hier lieft, daß ernsthaft von einer „legitimen Trägerin des Volkswillens" gesprochen wird. Bekanntlich kann davon gar keine Rede sein. Herr Dollfuß ist in den zwei Jahren stets einer Entscheidung des Volkswillens aus dem Wege gegangen und deshalb kann man von einer Legitimität beim besten Willen nicht sprechen. Und wie sieht es sonst in Wirklichkeit aus? Ist der Extremismus der Linken wirklich niedergeschlagen? Wir wissen heute aus den Veröffentlichungen des Geheimberichtes des Generalmajors R o n g e, des Chefs des politischen Nachrichtendienstes in Oesterreich, daß das nicht der Fall ist. Wir wissen, daß der Marxismus in Oesterreich noch lebt, und daß es Herrn Dollfuß nicht gelungen ist, ihn zu überwinden. Er hat ihn vorübergehend niedergeschlagen, aber er hat es nicht verhindern können, daß die Austromarxisten sich in ihren Schlupfwinkeln wieder sammelten, und er hat nicht einmal öffentliche Kundgebungen dieser Marxisten am 1. Mai verhindern können, ebensowenig wie die Kette von Eisenbahnanschlägen, die am Pfingst- samstag im ganzen Bundesgebiet von der ungebrochenen Betriebssamkeit der Marxisten zeugt«. Eine Bewegung kann erst dann als überwunden gelten, wenn auch d i e Idee überwunden ist. Voraussetzung dafür ist aber, daß man eine andere Idee haben muß. Herr Dollfuß hatte aber keine und hat auch heute noch keine. Gewissermaßen zur Feier seines zweijährigen Dienstjubiläums hat Herr Dollfuß die führenden Austrornarxisten freigelassen, dafür aber zu gleicher Zeit Massenverhaftungen von Nationalsozialisten vorgenommen. Wie es weiter aussieht, konnte man daraus er* sehen, daß der Linzer Dom an Pfingsten von feldmarschmäßig ausLerüsteten Abteilungen des Bundesheeres besetzt werden mußte, um ihn vor Anschlägen zu bewahren, und diese Anschläge wurden befürchtet — von Schutzkorpsleuten, die wegen schlechter Bezahlung revoltierten. Es ist kein Wunder, daß die Massenverhaftungen von Nationalsozialisten neue Erregung in der Bevölkerung Oesterreichs hervorgerufen haben. So sieht es i n Wirklichkeit in dem Augenblick aus, in dem Herr Dollfuß auf eine zweijährige Regierungszeit zurückblicken kann. Abschließend kann nur gesagt werden: Dollfuß hat heute mehr denn je die Fühlung mit dem deutschen Volke in Oesterreich verloren und kann sich nur durch die Macht der Bajonette halten. Die Frage kann daher nur lauten: Wie lange noch? Bewußt auf der falschen Fährte Massenverhaftungen von Nationalsozialisten und Haftentlassung marxistischer Führer. Wien, 22. Mai. (DNB.) Auf Anfrage teilen die maßgebenden Stellen am Dienstagabend mit, daß bisher 70 Nationafozialiften als Vergeltung für die von den Behörden behauptete, aber durch keinerlei Tatsachen bewiesene nationalsozialistische Urheberschaft an den Eisend ahn- anschläaen am Samstag fe st genommen wurden. Unter den Verhafteten befinden sich von bekannteren Führern der Gauleiter für Niederösterreich Joseph Leopold, der ehemalige Gauinspektor von Wien Gemeinderat Neumann und die beiden Brüder des ehemaligen Gauleiters von Wien Eduard und Richard Frauenfeld, ferner der Sektionsrat im Heeresminifterium Jlz und viele andere. Daß die Eisenbahnsabotageakte von revolutionärer marxistischer Seite ausgingen, darauf deutet auch der Umstand hin, daß die Marxisten für die Pfinstfeiertage auch andere große Aktionen vorbereitet hatten. So waren, die Bäume an zahlreichen bekannten Wegen im Ausflugsgebiet des Wiener Waldes mit roten Sowjetsternen bemalt, auf vielen Wegen fah man „Dreipfeilabzeichen", und auf der Donau ließen sich Faltboote, die mit sozialdemokratischen Zeichen bemalt waren, den Strom hinabtreiben. Ihre Insassen schwenkten rote Fahnen und gaben Schüsse ab, um die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich zu lenken. Ferner konnte festgestellt ■ werden, daß die drei Anschläge an der Westbahn in der Nähe von Wien mit Dynamit ausgeführt worden sind, das aus einem Dorratslager stammt, zu dem nur Kommunisten Zutritt haben. Auch alle anderen einlaufenden Meldungen zeigen, daß es sich bei den Eisenbahnanschlägen um typische revolutionär-marxistische Sabotageakte handelt. Trotzdem werden zahlreiche National- sozialisten als Geiseln verhaftet, während fast gleichzeitig eine große Entlassungsaktion unter den verhafteten Sozialdemokraten durchgeführt wird. Die bekannten sozialdemokratischen Abgeordneten Ellenbogen, Speiser, Weber und der Vizebürgermeister von Wien Emmerling, wurden freigelassen. Auch drei hervorragende Schutzbundführer, die der Vorbereitung des Aufstandes vom 12. Februar beschuldigt worden waren, wurden sreigelassen. Dies ist besonders auffällig, da die verschiedenen sozialdemokratischen Parteigrößen nicht wegen des gleichen Deliktes in Haft saßen. Ein Teil von ihnen war wegen Mitwisserschaft an den Februarrevolten, ein anderer Teil wegen der Mitwisserschaft und der Geldgebarung bei der Arbeiterbank in Haft genommen worden. Es ist doch kaum anzunehmen, daß die Strafuntersuchungen wegen der verschiedenen Delikte zu der gleichen Zeit beendet waren. Legiiimistische Schlappe. Erzherzog Eugen kommt einstweilen nicht nach Wien. Wien, 22. Mai. (DNB.) Aus le-gitimistvschen Kreisen erfährt man, daß Erzherzog C u g en seine Reise von Basel nach Wien aus unbestimmte Zeit verschoben habe. An die Rückkehr des Erzherzogs aus dem schweizerischen Eril hatten die österreichischen Legitimisten große Hoffnungen geknüpft. Man sprach von einer Reichsverweserschaft des Erzherzogs als Vorläufer der Restauration der Habsburger-Monarchie. Aber die von den Legitimisten beabsichtigten großen Kundgebungen in Innsbruck und zahlreichen anderen großen Bahnhöfen, die der Erzherzog berühren sollte, waren offenbar aus Weisung der Regierung, abgesagt worden Es scheint, daß die gesteigerte Tätigkeit der Monarchisten in Oesterreich nicht ohne außenpolitische Wirkungen geblieben ist. Besonders Südslawien soll nicht nur in Wien, sondern auch in Paris die Aufmerksamkeit der leitenden Staatsmänner auf die monarchistische Propaganda in Oesterreich gelenkt baden. Die Legitimisten empfinden die erzwungene Absage der Empfangsfeierlichkeiten und die verschobene Abreise des Erzherzogs mit Recht als eine Schlappe. Frauenfeld geflüchtet. Wien, 22. Mai. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt, daß der ehemalige nationalsozialistische Gauleiter von Wien, Frauenfeld, geflüchtet sei. Frauenfeld war vor einiger Zeit aus der Haft entlassen, in der er schwer erkrankt war. Nassau Oer NSDAP, zwei Landesstellen sein würden. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda umfaßt von jetzt ab nur noch das Gebiet des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP. gez.: Müller-Scheld Gaupropaaandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda. Machtvolle VDA.-Klmdgebung auf der Feste Boni Royal. Trier, 22. Mai. (DNB.) Nach den arbeite» und ereignisreichen Tagungen des VDA. in Mainz und Trier fand am Dienstag auf der weiten Hochfläche der Moselhalbinsel, auf der Feste Mont Royal bei Traben-Trarbach, eine Kundgebung statt, an der etwa 6000 Personen, darunter zahlreiche DDA.- Iugend, teilnahmen. Nach dem Anmarsch der Fahnen und Banner der örtlichen Vereine nahm der Vorsitzende des VDA. Dr. Steinacher das Wort. Er erinnerte daran, daß hier L u d w i g XIV. durch den Marschall Dauban eine Festung mit 8500 Mann Besatzung errichten ließ mitten im deutschen Land, schließlich aber in die Schleifung der Festung einwilligte, nachdem ihm Straßburg überlassen worden war. Dann hielt Dr. Spieß, der die Festung ausgegraben hat, einen Vortrag über das Thema: „Dom Rheinland-Drachen zum Heimatbollwerk", in welchem er die Geschichte Der Feste Mont Royal aufrollte. Nachdem die Musik die Ouvertüre zu Wagners „Rienzi" gespielt hatte, sprach der Landesführer des Landesverbandes Mittelrhein des DDA. Staatsrat Freiherr von Lüninck das Schlußwort. Er dankte Dr. Spieß für feine mühevolle Arbeit und betonte, wie aus diesem Schandmal deutscher Zwietracht ein Mahnmal geworden ist. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied, von den Tausenden begeistert gesungen, beendeten den feierlichen Akt. Oer bulgarische Staatsstreich. Oie Wende zum autoritären Regime. Um zwei Uhr nachts zum 19. Mai wurde in Sofia der Belagerungszustand verhängt und eine neue Regierung unter dem Obersten a. D. Georgieff gebildet, am 19. Mai mittags um 2 Uhr wurde der Belagungszuftand im wesentlichen aufgehoben. Hinter dem Staatsstreich, der auf Anordnung des Königs erfolgte, stand einhellig die Armee. Damit war dem Spuk der Parteien in der Sobranje ein Ende bereitet und die Wende zum autoritären Staat als letzte Folgerung aus der Unfähigkeit des Parlamentarismus erfolgt. Bei den Gemeindewahlen im Februar kandidierten nicht weniger als 43 Parteien auf Listen, während in Bulgarien nur 839 750 Wähler zur Urne gingen. Diese ungeheure Parteienzersplitterung lähmte jede praktische Arbeit in der Sobranje. Die große Bauernpartei war im Laufe der Entwicklung in vier Gruppen zerfallen, von denen nur eine Gruppe den Ministerpräsidenten Muschanoff unterstützte, die Nationallibe- raten waren dreigeteilt, ebenso die Radikaldemokraten. Vergeblich versuchte der sehr geschickte Ministerpräsident Muschanoff die Uneinigkeit der Parteien im sogenannten V o l k s b l o ck zu überwinden, die weniger auf sachlicher als personeller Basis beruhte. Als vor 14 Tagen fein Kabinett zusammenbracb, gelang es ihm nicht, ein neues Kaoinett zu bilden und er muhte feinen Auftrag dazu dem König ^urückgeben. Andererseits hätten aber Neuwahlen Das Parlament nicht flott machen können, da das Zentrallistensystem keine wesentliche Veränderung in der Parteienzusammensetzung zugelassen hätte. So schaute Bulgarien auf Den König, der zur Tat schritt. Denn außerhalb des Parlaments war mittlerweile die Erkenntnis gereift, daß nur, wie in anderen europäischen Staaten, eine fortschrittliche Politik durch eine Beseitigung oder Beschneidung des Parlamentarismus und durch eine autoritäre Regierung erreicht werden könne. Trägerin dieser Idee war die Zankoff-Bewe- g u n g, die als volkssoziale Gruppe enge Verbindung mit den Organisationen der Frontkämp- f e r und der Armee unterhielt. Aber diese Volkssozialen waren noch nicht durchorganisiert, wenn auch ihr Programm über ihren Organisation^ anfang hinaus allgemeine Zustimmung fand. Der König beauftragte den ehemaligen Zankowiften Georgieff mit der Suspendierung der Sobranje, und ohne Blutvergießen, in voller Ruhe, wurde eine autoritäre Regierung gebildet, die mit außerordentlichen Machtvollkommenheiten versehen worden ist. Jnnerpolitisch stützt sich diese Regierung vor allem auf den Sweno-Kreis, der sich vielfach mit den volkssozialen Gedankengängen berührt. Außenpolitisch sind im Sweno-Kreis Stimmen laut geworden, die für eine Derständigungspo- litif mit Südslawien eintreten. Dieser Kreis will eine Wiedergeburt Bulgariens unter Abstoßung jener kapitalistischen und liberalistischen Einflüsse unter deren zersetzenden Wirkungen nach dem Kriege Bulgarien trotz aller Anstrengungen nicht zur Ruhe kam, während von Moskau aus immer neue bolschewistische Injektionen am bulgarischen Volkskörper versucht wurden, die.im Laufe der Jahre zu furchtbaren Zuckungen führten. Die bulgarische Umwälzung beweist, daß die neuen europäischen Staatsideen, die in Deutschland, Italien, Polen, kürzlich auch in Lettland zum Durch- bruch gelangten, wie eine naturgesetzliche Entwicklung in die Erscheinung treten, vor denen das Morsche kraftlos in sich zerfällt. Ein Ermächtigungsgesetz für das Kabinett Georgieff. Sofia, 22. Mui. (DNB.) Nach her Beendigung des Ministerrats erklärte Ministerpräsident Georgieff vor der Presse, daß das Kabinett eine Verordnung in Kraft setzen werde, die bestimmen werde, daß alle von der Regierung erlassenen Verordnungen, gleichgültig, ob sie den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen widersprechen oder nicht, rechtsgültig seien, und zur Durchführung gelangten. Die Verordnung, die die Regierung mit einer un» geheuren Machtfülle ausstatten wird, bedeutet gleich- zeitig auch die Legalisierung ihrer diktatorischen Macht. Wie die Zeitung „Kambana" von zuständiger Stelle erfährt, wird die Regierung in den nächsten Tagen s ch a rfeMaßnahmen zurBekämp- f u n g der Korruption ergreifen, die sich unter iber Parteienwirtschaft im ganzen Lande breit gemacht hat. Unterschlagung von Staatsgeldern werde mit dem Tode bestraft werden. ♦ Die Handelsvertragsverhandlun- gen zwischen Südslawien und Bulgarien sind erfolgreich abgeschlossen worden. Der Handelsvertrags der der erste zwischen beiden Staaten nach dem Weltkrieg ist, bedeutet einen weiteren bedeutungsvollen Schritt auf dem Wege der Annäherung zwischen Belgrad und Sofia. Görings Besuch in Griechenland. Herzliche Ehrungen des deutschen Staatsmannes durch Volk und Regierung. Ministerpräsident Göring legte Samstag unter den Klängen des Deutschlandliedes und der griechischen Nationalhymne und dem begeisterten Beifall der griechischen Bevölkerung amGrabe des unbekannten Soldaten einen riesigen Lorbeerkranz mit Hakenkreuz und schwarz-weiß-roter Schleife nieder. Hierauf fand eine Audienz beim Präsidenten oer griechischen R e - publik, Zainis, statt. Ministerpräsident Gö- rina erhielt das Großkreuz des Erlöser- erbens (die höchste griechische Auszeichnung), Justizminister Kerrl, die Staatssekretäre Milch und Körner und Reichsbahndirektor Dorp» müUer das Großkreuz des Phönix- Ordens, Major Jacobi und die Herren Hoff und Sommer von der Reichsbahn das Komturkreuz des Erlöserordens und die Flugkapitäne der Flugzeuge das Ritterkreuz des Phönix-Ordens. Sodann wurden die deutschen Gäste zu einem F e st e s s e n eingeladen, das der griechische Außenminister Maxi- mos zu ihren Ehren im Hotel „Grande Bretagne" gab. Ministerpräsident Göring nahm am Samstagabend an der 40-Jahrfeier des Internationalen Olympia - Komitees teil. Unter brausendem Beifall wurde der Ministerpräsident und seine Begleitung bei ihrem Eintritt in das Stadion begrüßt. Mehr als 60 000 Menschen erhoben sich von ihren Plätzen und klatschten minutenlang Beifall. Bewegt dankte der Ministerpräsident nach allen Seiten für diesen noch nie da- geroefenen Empfang eines fremden Staatsmannes in Athen. Ein herrliches Bild entrollte sich vor den Augen der Zuschauer. Ganz im alten olympischen Stil wurde ein Fünferkampf ausgetragen; die Schiedsrichter erschienen in den alten griechischen Kleidern, die Kämpfer nur mit einer Lend en binde versehen. Danach fand ein unbeschreiblich schöner Kostüm-Aufmarsch statt. Die erste Szene stellte einen alten griechischen Opferzug, die zweite eine byzanthinische Prozession und die dritte griechische moderne Nationaltrachten mit nationalen Tänzen dar. Als Ministerpräsident Göring das Stadion verließ, wurden ihm erneut enthusiastische Huldigungen dargebracht. Ministerpräsident Göring unternahm mit seiner Begleitung über die Pfingsttage einen Ausflug nach Delphi. Nach der Fahnenweihe der deutschen Hitlerjugend Athens, im Deutschen Club „Philadelphia" am Sonntag, erschien Ministerpräsident Göring im festlich geschmückten Saal, von begeisterten Heilrufen der Anwesenden begrüßt. Göring sprach von der Rückgewinnnung der deutschen Ehre und Freiheit und betonte, mehrfach von Beifall unterbrochen, daß er sich freue, eine aufrichtige Freundschaft für unser Deutschland in Griechenland gefunden zu haben. Die Worte des Ministerpräsidenten wurden mit Begeisterung ausgenommen. Nach dem Absingen des Horst-Wessel- Liedes verließ Göring, von stürmischen Heilrufen begleitet, den Deutschen Club. Amerika geht zm Doppelwährung über. Roosevelts Eilberbotschast. — Dor großen Silberankäufen der USA. Landesstelle Heffen-Raffau. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Vvlksaufklärung und Propaganda gibt bekannt: Durch einen Teil der Presse ging eine Notiz, nach der die „ R e i ck s p r o p a g a n d a- st e l l e Hessen-Nassau^ des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda erst jetzt zur Landesstelle erhoben woroen sei. Diese Nachricht ist unrichtig. Von Anfang an bestand eine „Landes stelle Hessen-Nassau". Diese Landesstelle umfaßte das Gebiet der Provinz Hessen- Nassau sowie des Landes Hessen; ihr waren unterstellt die Reichspropagandastelle Hessen sowie die Reichspropagandastelle K u r h e s s e n. Inzwischen sind aber auch alle Reichspropaganda st ellen zu Landes st ellen erweitert worden, so daß die Reichspropagandastelle Kur Hessen jetzt Landes stelle Kur- Hessen mit dem Sitz in Kassel ist. Die Reichspropagandastelle Hessen ist a u f g e l ö st worden, weil sonst im Gebiet des Gaues Hessen- Washington, 22. Mai. (DNB.) Präsident Roosevelt hat am Dienstag dem Kongreß seine seit langem erwartete Botschaft zur Silberfrage zugehen lassen. Er empfiehlt darin eine Gesetzgebung, nach der das Silber ein Viertel der Deckung der Währung bilden soll. Die Botschaft ist das Ergebnis von Verhandlungen mit dem sog. Silberblock des Kongresses. Sie bestimmt, daß die Zahlungen für Ankäufe von Silber, das zur Anhäufung der notwendigen Silberreserve gebraucht wird, auf 50 Cents je Unze für einheimisches Silber beschränkt werde. Roosevelt weist dann auf ein internationales, bimetallistisches Abkommen zur endgültigen Lösung der Silberfrage hin und teilt dem Kongreß mit,! daß bereits mit den Nachbarländern Verhandlungen eingeleitet seien, die die Verwendung von Silber und Gold auf gleicher Grundlage als Währungsstandard betreffen. In der Botschaft ersucht Roosevelt um Vollmacht zur Uebernahme der bestehenden Silberüberschüsse, die nicht für Zwecke der Industrie benötigt werden. Dabei soll eine entsprechende Entschädigung gezahlt werden. Außerdem wünscht Roosevelt Vollmacht zur Regelung der Silber-Ein- und Ausfuhr und für andere Silbertransaktionen. Roosevelt schlägt eine Steuer von min» beftens 50 v. H. auf alle Gewinne aus Silbertransaktionen vor. Er empfiehlt eine Politik, die für Währungszwecke die Silber- menge so erhöhen soll, daß als Endziel ein Viertel der Währungsbestände aus Silber besteht. Die Botschaft ist so abgefaßt, daß das Tempo und der Umfang der Silberankäufe weitgehend dem Er- messen des Präsidenten überlassen ist. Der Erfolg des Londoner Silberabkommens, so sagt die Botschaft zum Schluß, ermutige zu einer Fortsetzung der internationalen Verhandlungen über die Sil- berfrage. Die Silbervorlage, die der Botschaft Roosevelts entspricht, wurde am Dienstag in beiden Häusern des Kongresses eingebracht. Der Entwurf bewilligt zunächst eine halbe Million Dollar für den Ankauf von Silber und weitere jähr- liche Summen, die dem jeweiligen Bedarf ent- sprechen. Der Finanzminister wird ermächtigt, Sil- berfäufe im In- und Auslande zu Preisen, Zeiten und Bedingungen vorzunehmen, die am vorteilhaftesten für den Staat find. Ferner erhält der Finanzminister die Vollmacht, Silber zu verkaufen, wenn die Silberbestände zu den Goldbeständen bas Verhältnis von 25 v. H. übersteigen. Beamte des Schatzamtes erklärten, daß die Silberunze durchschnittlich mit 129 Dollarcents bewertet werde. Sie schätzen den Silberbedarf des Schatzamts, abgesehen von den bereits vorhandenen Beständen in Höhe von etwa 800 Millionen Unzen, auf 1300 Millionen Unzen. Mexiko regt eine Versöhnung Boliviens und Paraguays an. Mexiko, 23. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der mexikanische Außenminister hat die Regierungen Boliviens und Paraguays ersucht, „zum Wohle Amerikas und im Interesse des Lebens der unbekannten Helden, die ihr Blut im Bruderkampf vergießen", äußerste Anstrengungen zu einer sofortigen unmittelbaren Lösung des Chaco- streits zu machen. Ein ehrenhafter Anlaß hierzu könne gefunden werden in der beim Völkerbund angeregten Bewegung für ein Waffeneinfuhrverbot nach den kriegführenden Staaten. Ein sofortiger Waffen st ill st and und direkte Verhandlungen in einem beide Völker beseelenden Opfergeist würden nicht nur schnell und sicher den Frieden bringen, sondern auch der Welt ein erhebendes Beispiel geben. Kraftfahrzeugbrief und Eigentumsvorbehalt. Die Einführung des Kraftfahrzeugbriefes hat in der Kraftverkehrslyirtschaft günstige Aufnahme gesunden. Der Reichsverkehrsminister hat Wünschen Der Kraftverkehrswirtschaft entsprechend eine weitere Anordnung über die Nutzbarmachung des Kraftfahrzeugbriefes getroffen. Die Zulassungsstellen Übergeben grundsätzlich den Kraftfahrzeug- brief an den Inhaber des Zulassungssckeines; sie sind jetzt angewiesen worden, bei Ab^ahlungs- fäufen mit Eigentumsvorbehalt auf schriftlichen Antrag des Käufers den Brief a n den Verkäufer zu übergeben. Der Verkäufer kann den Käufer zur Stellung dieses Antrages vertraglich verpflichten und sich dadurch den Kraftfahrzeugbrief sichern, ohne den bas Fahrzeug nicht weiter veräußert werden kann. Aus oder Wett. Der Vurschenschafkslag 1934. Die Veranstaltungen aus Anlaß des Dur- fchenschaftstages 1934 in Eisenach erreichten am Abend des Pfingstsonntag mit dem traditionellen Kommers ihren Höhepunkt. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden der Burschenschaft ergriff cand. phil. Ruhnau - Münster bas Wort zur Festrede. Die deutsche Burschenschaft, so sagte er u. a., sei von dem gleichen Geiste beseelt wie die Burschenschaft von 1815. In diesem Geiste wolle auch die Burschenschaft mithelfen am Aufbau. Ihre Parole sei Erziehung der Studenten zur Gemeinschaft. Den Weg dazu weise das Kameradschaftsheim. Den Abschluß des Burschentages bildete am Pfingstmontag eine Morgenfeier auf der Wartburg, bei der der Führer der Deutschen Burschenschaft das Wort zu einer kurzen Ansprache nahm. Der Bundesführer der Deutschen Burschenschaft Diplom-Ingenieur Dr. Schwab hat aus Eisenach an den Herrn Reichspräsidenten das nachstehende Telegramm gerichtet: „Die in Eisenach zum Burschentag versammelten alten und jungen Burschenschaftler grüßen in Ehrfurcht und Treue den Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten von Hindenburg. Die Deutsche Burschenschaft. Der Bundesführer Diplom-Ingenieur Dr. Schwab." Der Herr Reickspräsident hat wie folgt gedankt: „Den zum Eisenacher Bundestag versammelten alten und jungen Burschenschaftlern danke ich herzlichst für die Treuebekundung und für die Grüße, die ich mit besten Wünschen für einen erfolgreichen Verlauf Ihrer Tagung erwidere. (gez.) von Hindenburg, Reichspräsident." fioburger Tagung der Deutschen Landsmannschaft. Die Deutsche Landsmannschaft hielt zu Pfingsten in Koburg ihren 6 6. Landsmannschaf ter- t a g ab. Nachdem am Pfingstsamstag die Lands- mannschafter im Fackelschein zum Denkmal hinauf- gezogen waren, das ihren 1600 gefallenen Brüdern geweiht ist, eröffnete am ersten Feiertag der Führer der D. L., Stadtschulrat Dr. Meinshausen- Berlin, die Tagung im Landestheater mit einem Vortrag über „Nationalsozialismus und Landsmannschaft". Die anschließenden Beratungen bewiesen, daß der Führergrundsatz Raum aeschaffen hat für die Behandluna der großen studentischen Fragen. Unter den zugelassenen Landsmannschaften befindet sich auch die Sorabia-Leipzig, die, 1716 gegründet, die älteste aller deutschen Korporationen ist. Die grenz- und auslandsdeutsche Arbeit der Deutschen Landsmanm schäft nahm einen breiten Raum ein. Entsprechend biefer Eigenart der D. L. haben auch zwei Lands- mannschafter, Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Dr. Stäbe!, und Oberbürgermeister Dr. N e i k e s - Saarbrücken bei der «DDÄ.-Tagung in Mainz und Trier an führender Stelle gestanden. Weiterhin wurde beraten über die Erfahrungen mit den Wohnkameradschaften und über die notwendige Umformung des waffenstudentischen Ehrbegriffs, der, wie efl die D. L. in gewisser Weise schon seit ihrer Gründung anstrebte, nach dem Willen Adolf Hitlers nicht länger der Ehrbegriff bevorrechtigter Kreyc bleiben darf. Am feierlichen Kommers nahm u. Reichsführer Dr. Stäbe! teil. Mit QSegeifterung aufgenommen wurde die Rede des Gauleiters, Ministers S ch e m m über „Nationalsozialismus und Wissenschaft". Den Abschluß des Landsmann- schaftertages bildete ein von der Stadt Koburg gegebenes Marktfest. Herzog Carl Eduard, Gruppenführer E r n st, Bürger aus allen Schichten und Landsmannschafter aus allen Gauen bekannten sich auch hier zur deutschen Volksgemeinschaft, zum „Geist von Koburg". Aschaffenburger Heimatmuseum. Zu Pfingsten ist das neueingerichtete Aschaffenburger heimtmuseum in den neben der berühmten Stiftskirche rings um den wundervollen Kreuzgang liegenden kanonischen Gebauten zur Besichtigung freigegeben worden. Nach dem Urteil der staatlichen Denkmalpflege ist aus der einstigen Rumpelkammer-Sammlung „das besteingerichtete Provinzmuseum Bayerns^ entstanden. Die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden prachtvollen Kapi- telsäle bilden den Rahmen für eine weise be- schränkte Schau der Heimatgeschichte. Zeugen der deutschen Frühgeschichte (Hallstatt, und Lq-Töne° Zeit), Altäre und Denksteine aus den römischen Kastellen Stockstadt und Dbernburg, römische Sigil- lata, Amphoren und Münzen leiten die Heimatgeschichte ein. Es folgt das Mittelalter mit wundervollen Architekturteilen, köstlichen Steinschnitten und Bildhauerarbeiten. Die einstigen Blütenzeiten des Spessarts werden lebendig in den Erzeugnissen der kurfürstlichen Glasbläsereien und Der einstigen Eisenschmelzen. Reich vertreten ist die einstige Fayencefabrik Aschaffenburg-Damm mit urwüchsigen Figuren und Gruppen, z. T. auch nach Formen der eingegangenen höchster Fayencefabrik. Eingerichtete wurde das Museum, nach dessen Vorbild auch in Miltenberg und Obernburg ähnliche Sammlungen angelegt werden sollen, von dem Aschaffenburger Kunsthistoriker Erich S ch o h e. Grundsteinlegung der Heidelberger Thingstätle. Die Pressestelle der Heidelberger Reichsfest- spiele teilt mit: Nachdem der Freiwillige Arbeitsdienst in drei Schichten an der Heidelberger Thing- st ä t t e auf dem heiligenberg schafft, werden die wesentlichsten Erdarbeiten bis zum 30. Mai beendet sein. Am 30. Mai "wird Reichsstatthalter Gauleiter Robert Wagner die feierliche Grund- steinleaung vornehmen. Bis zum l5.Juli werden die Arbeiten an dieser landschaftlich schönstgelegenen deutschen Thingstätte beendet sein, die dann erstmals im Rahmen der Reichsfestspiele Heidelberg ihrer Bestimmung dient. 50 Jahre Zahnradbahn zum Niederwald. Die Fremdenstadt Rüdesheim am Rhein feierte an Pfingsten das 50jährige Bestehen der Zahnradbahn nach dem Niederwald. Am Eingang der Stadt war ein mächtiger Ehrenturm errichtet, der auf die Jahresfeier hinwies. Zwei Lokomotivführer, R e tz e l und M e u e r, die bereits 50 Jahre ihr Amt ausgeübt, wurden geehrt. Aus Anlaß der Begebenheit erhielt jeder tausendste Fahrgast ein Ehrengeschenk in Form einer Flasche echten Rüdesheimer Weines mit gleichzeitiger Ueberreichung des traditionellen Rüdesheimer Weinbrunnenbechers. Während ihrer langen Zeit hat die Bahn bis jetzt über 8 Millionen Fahrgäste nach dem Nationaldenkmal gebracht. Das Autounglück bei Hirschberg. Wie von der Verwaltung des Städtischen Krankenhauses in Hirschberg (Schlesien) zu dem bereits gemeldeten Kraftwagenunglück bei Schönau an der Katzbach mitgeteilt wird, sind insgesamt 29 Verletzte eingeliefert worden, von denen zwei bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starben. Ein dritter Toter wurde später zur Aufbahrung in das Hirschberger Krankenhaus eingeliefert, so daß die Gesamtzahl der Toten drei beträgt. Den Verunglückten geht es den Umständen nach zufriedenstellend und man hofft, sie sämtlich am Leben erhalten zu können. Der Kraftwagenführer ist in Haft genommen worden. Grohfeuer im niederfchlesifchen Sprottebruch. Wie ein Funkspruch aus Sprottau (Niederschlesien) meldet, entstand im Sprottebruch unmittel- Ibar in der Nähe der Spatenstichstelle ein Brand ,größeren Ausmaßes. Sämtliche acht Abteilungen Iber Arbeitsgruppe 106 (Prinkenau) und die Feueriwehren der ganzen Umgebung sind mit dem Ein- »dämmen des Großfeuers durch die Errichtung «von Erdgräben beschäftigt. Der Brand streckte sich rüber den größten Teil des Sprottebruchs hin und ffand bei der anhaltenden Trockenheit reiche Nah- grung in dem dürren Bodenbestand. Die Entstehungs- gursache des Großfeuers, durch das eine unübersehbare Menge Bruchboden in Mitleidenschaft gezogen tmorben ist, ist noch nicht ermittelt. Der Schaden ist Zroh. Das Sprottebruch wird gegenwärtig durch Sen Freiwilligen Arbeitsdienst urbar gemacht. Zwei Segelflieger tödlich abgestürzt. Beim Pfingst-Uebungs-Segelflugwettbewerb im Fliegerhorst Laucha an der Unstrut ereigneten sich jgroet schwere Unfälle. Zum ersten Mal kam es tiabel an dem Unstruthang zu einem tödlichen 121 b ft u r 3. Als sich insgesamt acht Segelflugzeuge Liber dem Hang in der Lust befanden, stieß der Ülljährige Bitterfelder Segelflieger I a g st ä d t, der bereits über eine Stunde im Hang gesegelt hatte, in etwa 80 Meter Höhe mit einem anderen Flugzeug zusammen. Das Flugzeug Jagstädts stürzte mb und wurde zertrümmert. Der Flieger erlitt einen doppelten Schädelbruch, dem er nach wenigen Minuten erlag. Das andere Flugzeug landete, i.dwohl die linke Tragfläche gerissen war, heil im Tal. — Am zweiten Feiertag ereignete sich wieder» ;im ein Zusammen st oß in der Luft. Auch hier kürzte ein Flugzeug ab. Der Flieger, der Flugleh- leranroärter Arnold- Leipzig, wurde schwer ver- Xtzt und ist wenig später im Naumburger Kranken- !.-aus gestorben. Ein Bergsteiger tödlich abgestürzt. Am Pfingstsonntag nachmittag stürzte der 53jährige Hermann Swoboda aus Sonthofen ;iejm Klettern am Kleinen Wilden ab; er war sofort 11 ot Der Verunglückte hatte mit seinem Bruder md einem Kameraden den verhältnismäßig oft begangenen Blenkkamin durchklettert Die Leiche rourbe noch am gleichen Tage zu Tal gebracht. Vrei Tote, 20 verletzte bei einem Einsturzunglück in Ehlkago. Ein riesiger Wassertank, der sich im Bodenraum Lines siebenstöckigen Gebäudes m Chlkago befand irach plötzlich durch die Decke des obersten Btockwerkes und durchschlug dann ^lne Zimmer- *96de nach der anderen bis zum Erdgeschoß. Drer ::ote und 20 Verletzte wurden geborgen. Man isefürchtet aber, daß die Verluste noch großer sind. Die verunglückten französischen IHarinflieger in Paris. Am Pfingstsonntag sind die fünf verunglückten f-anzösischen Marineflieger, die von dem rsutschen Dampfer „Dresden" gerettet werden tonnten, wieder in Paris eingetroffen. Sie betonten hei ihrer Ankunft in Paris, daß sie ihren deutschen Lettern sehr dankbar seien, denen es gelang, trotz schwerster See an ihrem verunglückten Apparat heranzukommen und sie ins Rettungsboot zu übernehmen. Den Vater beim Pflügen erschlagen. Aus Grünberg (Schlesien) wird gemeldet: Bei Unruhstadt wurde der 59 Jahre alte Landwirt F a - bianke von seinem 29jährigen Sohn im Streit beim Pflügen niedergeschlagen und so schwer verletzt, daß er bald ft a r 6. Der Mörder wurde sofort verhaftet. Er gilt als nicht voll zurechnungsfähig. Im Herbst des Vorjahres war er schon einmal in einer Heilanstalt untergebracht. Er wurde aber wieder entlassen, da er ungefährlicher schien. Der Ermordete hinterläßt eine Frau und eine Tochter. Feierliche Heiligsprechung des Kapuziners Konrad von Parzham In Rom. Unter großem Zustrom des Publikums fand am Pfingstsonntag in der Peterskirche zu Rom d i e Heiligsprechung des deutschen Klosterbruders Konrad von Parzham statt. Zahlreiche Pilger aus Deutschland, besonders aus Bayern, viele Kapuzinermönche, Deren Orden der neue Heilige angehörte, sowie die Teilnahme des Kardinalerz- bischofs Faulhaber von München und 14 weiterer deutscher Bischöfe gaben der Heiligsprechung ein besonderes Gepräge. Man sah ferner Den Prinzen Konrad van Bayern, die Prinzessin Alfons von Bayern mit ihrem Sohn Prinz Clemens, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, das gesamte diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl, die Bürgermeister von Altötting und Salzburg und fünf Großneffen Des neuen Heiligen. Die Heiligsprechung selbst vollzog sich unter Dem gewohnten großen Zeremoniell. Der berühmte Kirchenkomponist P e r 0 s i leitete selbst Die Musik der von ihm geschriebenen Messe. Der Tod in den Bergen. Seit mehreren Tagen wurde der ledige 33 Jahre alte Mechaniker August 5) ärger aus München vermißt. Trotz Warnung hatte Hörger allein eine Tour auf das Sonntaghorn unternommen, von her er nicht mehr zurückkehrte. Rettungsexpeditionen aus Inzell und Ruhpolding suchten lange vergeblich nach ihm. Jetzt wurde Höraer, der etwa 200 Meter tief abgestürzt war, als Leiche am Hinten- kraxenbach aufgefunden. 25. Deutscher Geographentag in Vad-Aauheim. Der jetzt in Bad-Nauheim veranstaltete D e ut- sche Geographentag, als Vertretung der Geographen des gesamtdeutschen Sprach- und Kulturgebietes, ist vor 53 Jahren erstmals zusammengerufen worden von dem großen Afrikareisenden Nachtigal. Er hat sich durch seine großen geographischen Kundgebungen im Reich und im deutschsprachigen Ausland immer bewußt zum Gesamtdeutschtum bekannt. Nachdem Oberstudiendirektor Dr. K n i e r i e m die Gäste begrüßt hatte, eröffnete der Vorsitzende des Zentralauslchusses, Professor Dr. W. Behr- mann- Frankfurt a. M. die Jubiläumstagung mit dem Dank an die beiden Männer, deren Buno das Dritte Reich geschaffen hat. Begeistert wurde das Sieg-Heil auf Reichspräsident und Volkskanzler erwidert. Professor Dr. Klute-Gießen betonte, daß durch Die geographische Wissenschaft Den Deutschen Volksgenossen roieDer Mensch und Erde, Blut und Boden nahegebracht werden sollen; er begrüßte namens des Ortsausschusses die Vertreter der Universitäten Frankfurt a. M. und Gießen und der Darmstädter Technischen Hochschule urtb fand besonders herzliche Worte dankbarer Anerkennung für Oberstudiendirektor Dr. Knieriem - Bad- Nauheim, der die Hauptarbeit der umfangreichen Vorbereitung geleistet hat. Oberstudiendirektor Dr» K n i e r i e m sprach als Gaubeauftragter für Geographie des Gaues Hessen- Nassau im Nationalsozialistischen Lehrerbund. Der Gau Hessen-Nassau habe bereits weitausschauende praktische Geographie getrieben, dank der tatkräftigen Arbeit des Gauleiters und Reicksstatthalters Sprenger und des Gauobmannes Des NSLB., Ministerialrat Ringshausen. Die Geographie ist mit berufen, so führte der Redner aus, an der Gestaltung einer neuen, seelischen und geistigen Haltung der Heranwachsenden Generation mitzu- helsen. Im Auftrage des Hessischen Staatsministers Jung und des Ministerialrats Ringshausen hieß Oberstudiendirektor Dr. Leip die deutschen Geographen im hessischen Staatsbad willkommen. Professor Dr. Behrmann würdigte die deutsche Mission des Geographentages in Vergangenheit und Zukunft, gedachte der Volksgenossen in Oesterreich und an der Saar und setzte sich unter lebhaftem Beifall für Deutschlands Recht auf Kolonien ein. — Der Zentralausschuß sandte Begrüßungstelegramme an Reichspräsident von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsminister Dr. Frick, Reichsminister R u st und an den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß. Nach diesem würdigen Auftakt trat der 25. Deutsche Geographentaa in die Arbeit ein. Unter dem Vorsitz von Professor K l u t e - Gießen und Ober- studiendirektor Dr. K n i e r i e m = Bad-Nauheim war die erste wissenschaftliche Sitzung der Ent- aegennahme von Berichten über die neuesten Forschungsreisen vorbehalten. Es wurden drei hochinteressante Lichtbildervorträge gehalten, an die sich jeweils eine lebhafte Aussprache anschloß. Professor Dr. Lautensach-Gießen berichtete über die Ergebnisse einer Forschungsreise nach Korea. Privatdozent Dr. K i n z I-Heidelberg sprach über feine wissenschaftliche Forschung in Peru, Professor Dr. D b ft • Hannover über „Forschungen zur Geographie der südafrikanischen Häfen". Kunst und Wissenschaft. Prof. Ernst kriecks Antrittsrede in Heidelberg. Gelegentlich Der feierlichen Immatrikulation Der neuen ©tuDenten unD Studentinnen begrüßte Der Rektor Der Universität, Professor Groh, den alten Vorkämpfer Des Nationalsozialismus auf Deutschlands Hochschulen, den bisherigen Rektor der Frankfurter Universität Prof. Ernst K r i e ck, und dankte ihm für feinen Entschluß^ den Heidelberger Lehrstuhl anzunehmen. Pros. Krieck, stürmisch begrüßt, hielt eine Ansprache an die Studenten, in der er zuerst seinen Stolz Darüber aus» drückte, der Universität anzugehören, die ihm vor elf Jahren durch Verleihung des Ehren- d 0 k 10 r s die Hochschullaufbahn überhaupt erst eröffnet habe. Er wies dann auf den inneren Zwiespalt hin, in dem Universitäten wie Heidelberg mit ihrer stolzen altehrwürdigen' Tradition stehen. Jeder einzelne, so führte er aus, muß sich entscheiden, ob er beim Herkommen oder bei der Revolution stehe, ob er alt oder jung sein, in die Vergangenheit oder Zukunft schauen wolle. Der Stolz auf Tradition und Brauch, auf überlieferte Haltung aller Art ist nicht auf eine Linie zu bringen mit dem Willen zu einer radikalen Erneuerung. Diesen Zwiespalt muß der Dozent wie der Student in sich selbst zum Austrag bringen. Die echte Jugend aus Studentenschaft und Dozentenschaft aber wird der Stoßtrupp fein, der den i n neren Zwiespalt überwindet in einer neuen Gestalt und Sinnesrichtung des Ganzen, wie es durch die Idee des Nationalsozialismus vorbestimmt. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker in Köln. Die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker E. V., die im Rahmen der Achema in Köln abgehalten wird und auf der über 2000 deutsche Chemiker den wissenschaftlichen Gedankenaustausch fördern wollen, wurde mit einem Begrüßungsabend eröffnet. In seiner Eröffnungsansprache ging der Vorsitzende Professor Dr. Du- d e n davon aus, daß der Chemiker seine Aufgabe so zu lösen habe, daß damit dem Volksganzen genützt werde. Auch komme es dabei auf die Gemeinschaftsarbeit mit anderen Zweigen der Technik und der Landwirtschaft an. Oberbürgermeister Dr. Riesen betonte, daß gerade die deutsche chemische Industrie einer der wertvollsten Aktivposten im Wirtschaftskampf sei. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley führte aus, daß alle Wissenschaft ohne die richtige Weltanschauung wertlos und für die Nation sogar schädlich sei. Solle die wissenschaftliche Arbeit für ein Volk von Wert fein, fo dürfe man nicht im luftleeren Raum einer sagenhaften Objektivität operieren, sondern auf Dem Boden der Wirklichkeit und im Glauben an die Zukunft Des Volkes. Die „Achema" In Köln. Die „Achema", VII. Ausstellung für ch e - misches Apparatewesen, Die von Der Dechema, Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen, veranstaltet wirD, wurde im Kölner Messegelände eröffnet. In den Hallen sind die Ausstellungsgegenstände so übersichtlich angeordnet, daß sie auch bei Laien Interesse wecken. Es sind hier Großleistungen deutscher Technik zu sehen, z. B. Teile eines riesigen Absorptionsturmes aus Kruppschem Nirostahl, ferner vollautomatisch arbeitende Hochleistungszentrifugen, Filteranlagen, neuartige Heizungssysteme für chemische Reaktionen, riesenhafte Aluminiumbehälter zur Lagerung von Säuren, in einer anderen Abteilung die für die Chemie fo wichtigen Maschinen und Apparate aus keramischen Werkstoffen, aus Steinzeug, Ouarz, Porzellan, und schließlich die umfangreiche Abteilung der feinen und feinsten Meßinstrumente. — Die Eröffnungsfeier wurde eingeleitet mit einer Ansprache des Präsidenten der Dechema und des Vereins Deutscher Chemiker, Professor Dr. Duden» Frankfurt a. M., der darauf hinwies, daß in der Achema ein Stück Gemeinschaftsarbeit von Chemikern und Ingenieuren vorliege und die Ausstellung sich würdig den bisherigen anreihe. Die Cobeba-Sänger in Würzburg. Zu Beginn des Pfingstsingens des Bundes der Lobedachöre und Musikgilden in Der Deutschen Angestelltenschaft fand in Würzburg eine Tagung der mit dem Lobedabund verbundenen Komponisten und der in ihm tätigen Chorleiter statt, die sich mit der Frage befaßte, wie die Musik aus ihrer Isolierung gelost und wieder im Leben des Volkes wirkend werden konnte. Pg. Justus Neu- märker- Berlin, der Leiter des Hauptamtes für Schulung in der Deutschen Angestelltenschaft, sprach zur Grundlegung der Aussprache über die Bedeutung und Gestaltung des deutschen Feierabends. Er lehnte dabei die „Freizeitkonfektion", d. h. die Methode, dem Volke Vorführungen großer Kunstwerke zu bieten, ohne es gleichzeitig zur Selbstausübung der Musik hinzuführen, kategorisch ab. Dr. Kelbetz - Berlin behandelte anschließend besonders die Aufgabe des Komponisten in unserer Zeit. Wie der Führer auch den letzten Volksgenossen verantwortlich zu machen suche für das große politische Geschehen, so müßte auch wieder die Musik in den Menschen erweckt werden. — Eine ausgedehnte Aussprache zwischen Komponisten und Chorleitern gestaltete sich für beide Teile fruchtbringend. Amt für Ehorwesen und Volksmusik in der Reichsmusikkammer. Der Präsident der Reichsmusikkammer erläßt folgende Anordnung: Um eine einheitliche Behandlung aller Fragen der vokalen und instrumentalen Laienmusik zu gewährleisten, habe ich ein Amt: „21 mt für Chorwesen und Volksmusik innerhalb der Reichsmusikkammer" errichtet. Zum Leiter dieses Amtes habe ich Herrn Professor Dr. Fritz Stein, den bisherigen Setter des „Reichsoerbandes für Chorwesen und Volksmusik", zu seinem Geschäftsführer Kapellmeister Otto Sommer bestellt. Das Amt bearbeitet alle grundsätzlichen Fragen des Chorwesens und der Volksmusik. Seinem Aufgabenbereich und seiner Zuständigkeit unterstehen insbesondere die drei Fachverbände: D I. Deutscher Sängerbund, als Fachverband für das gesamte Männerchorwesen, D II. Reichsverband der ae» mischten Chöre, D III. Reichsverband für Volks» mufif. Professor Dr. Stein wird zur Durchführung seiner Aufgaben im engsten Einvernehmen mit den Derbandsleitern arbeiten bzw. die von diesen vorgeschlagenen Persönlichkeiten zur Mitarbeit heranziehen. Prof. Dr. Stein erläßt seine Anordnungen im Auftrage der Reichsmusikkammer. Sämtliche Schreiben der drei Fachoerbände und ihrer Unter» glieöerungen sind zu richten an den Leiter des Amtes für Chorwesen und Volksmusik, Berlin- Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 25, Telefon C 1/1084. Den bisherigen Reichsverband für Chorwesen und Volksmusik habe ich nach Errichtung des „Amtes für Chorwesen und Volksmusik" aufgelöst. Die bei dem Reichsoerband für Chor» wesen und Volksmusik gemeldeten Vereine werden Den zustänDigen Drei Fachverbänden überwiesen. Die erste ofsizielle Aufführung in Oberammergau. Am Pfingstmontag wurde die erste offizielle Aufführung des OberammergauerPassions- Kaffee IDEE ist etwas Besonderes f p t e l 5 durchgeführt. Der Besuch war autzerordent» sich gut. Schon am Vortag waren die letzten noch zur Verfügung stehenden Karten verkauft, so daß das Theater mit seinen 5200 Sitzplätzen bis zum letzten Platz gefüllt war. Das heitere Wetter war Der Aufführung sehr günstig. Sie ging in der gleichen Rollenbesetzung vonstatten wie die Presseaufführung. Das Spiel machte sichtlich gewaltigen Eindruck auf die Besucher. Die Zuschauer waren befriedigt und ergriffen. Der Aufführung wohnte u. a. auch Staatssekretär Meißner bei. Sehr zahlreich waren die Gäste aus dem Ausland; so wohnten etwa 500 Engländer dem Spiel bei, außerdem waren etwa 200 Amerikaner eingetroffen. Auch eine größere Gruppe aus Spanien und aus Belgien sowie aus der Schweiz war anwesend. Ferner befanden sich unter den Besuchern Tschechen und Holländer. Den Münchener Besuch hatte auch eine größere Gruppe von Saarländern benützt, um nach Oberammergau zu fahren. Ar-Aufführung von zwei Regerwerken. In der Reg er-Gedächtnisfeier, die anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Mar Reger (11. Mai 1916 in der Staatlichen Hochschule für Musik zu Weimar stattfand, kamen zwei bisher unbekannte Werke von Max Reger zur Uraufführung: ein Andante für Streich- quintett, das Reger 1896 feinem Kölner Freund, Dr. Gemünd widmete, und ein Andante gradofo für Flöte und Klavier, im Jahr 1898 entstanden Die Kompositionen wurden durch das Reitz» qu a r t e 11, Prof. Dr. Oberbordeck und Kammermusiker Braun zum Vortrag gebracht. Prof. Dr. Fritz Stein, der Direktor der Berliner Hochschule für Musik, hielt eine Gedächtnisrede über „Max Reger als Mensch". Vom Aachener Schachturnier. In der achten Partie mußte der Saarmeister Weißgerber gegen Dr. Lachmann eine neue Niederlage hinnehmen. Der Düsseldorfer Engels verlor gegen Dr. R 0 edl - Nürnberg. Eine sehr gute Partie lieferte der Hamburger Reinhardt gegen Grohmann- Dresden, die schließlich auch den Sieg brachte. Der junge Ludwigshafener Zonen» fieger Heinrich fügte dem offenbar gar nicht in Form befindlichen Altmeister Schmitt- Breslau eine neue Niederlage zu. In dem Kampf Hahn gegen Elstner siegte Elstner im Endspiel. Die Partie des Leipziger Zonensiegers Krause gegen den Kölner Bongardts endete nach lebhaften Verwicklungen unentschieden. Die Tabelle lautet jetzt wie folgt: 6 Punkte: Earls (und Hängepartie); SVz Punkte: John (und Hängepartie) und Elstner; 5 Punkte: Lange (und Hängepartie), Heinicke (und Hängepartie); 4Vi Punkte: Dr. 21 ntze (und Hängepartie) und Dr. R 0 e d 1; 4 Punkte: Dr. Lachmann, Grohmann, Hahn und Reinhardt; 3V- Punkte: Weißgerber, Engels und Krause; 3 Punkte: Heinrich; IV2 Punkte: Bongardts; 1 Punkt: Schmitt und Wächter (und Hängepartie). Sier Ladendiebinnen festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 22. Mai. Am Pfingstfamstag wurden in Geschäften auf der Zeil vier Ladendiebinnen aus frischer Tat betroffen und fest genommen. Zwei von den Festgenommenen kamen mit dieser Absicht von Heidelberg nach hier, um Kleider zu stehlen. Zum Vervacken des Diebesgutes hatten sie sich einen Koffer mitgebracht. In einem Geschäft hatten sie bereits zwei Kleider gestohlen. In einem anderen Geschäft wurden sie beim Diebstahl auf frischer Tat betroffen. Die zwei anderen weiblichen Ladendiebe stammen aus Frankfurt a. M. Beide haben in letzter Zeit fortgesetzt Ladendiebstähle in hiesigen Einheitsgefchäften ausgeführt. Bei einem solchen wurden sie am Samstag festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnungen wurde eine erhebliche Menge entwendeter Gebrauchsgegenstände beschlagnahmt. Rundfunkprvgramm. Donnerstag. 24. Mal. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.25: Gymnastik. 6.55: Früh» konzert (Schallplatten). 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II. John Gläser singt (Schallplatten). 14: Mittagskonzert III. Konzert-Walzer (Schallplatten). 14.40: Kinderstube. Märchen und Kinderlieder. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.30: Von deutschen Naturforschern und Aerzten. Von Dr. Friedrich Bertkau. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht. 19: 2)te vaterländische Dichtung von Ulrich von Hutten bis heute. 19.30: Blasmusik. 20.15: Von Hamburg: Stunde der Nation. „Wilhelm Raabe, Deutschlands Gewissen". Eine Hörfolge von Konrad Tegtmeier. 21: Bunte musikalische Stunde. 22: Lieder, die die Mutter sang. 23: Bali. Eine Folge von Originalaufnahmen mit verbindendem Text. 23.30: Tonfilmschlager. 24 bis 1: Nachtmusik. Wettervoraussage. Die Störung im Norden wandert schnell ostwärts weiter und befindet sich mit ihrem Kern bereits über Finnland. An ihrer Rückseite steigt der Luftdruck kräftig an, so daß sich im Westen nunmehr hoher Druck von Spanien bis nach Island hin erstreckt. Mit seiner Ausbreitung nach dem Festland wird stärkere Aufheiterung und später auch kräftige Erwärmung einsetzen. Aussichten für Donnerstag: Teils wechselnd wolkig, teils aufheiternd, warm und trocken. Aussichten für Freitag: Bei vielfach heiterem Wetter weitere Erwärmung. Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 21,6 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 23. Mai: morgens 17,1 Grad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 15,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 20,6 . Grad, am 23. Mai: morgens 18,1 Grad. — Sonnenscheindauer 6*7- Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck uno Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Die NS.-Dolkswohlfahrt wird als Trägerin des Nach (Erlebt- Das auch betreffenden NSD.-Ortsgruppen. Heil Hitler! Dr. Wagner, Landesbauernführer. Selbsthilfe versäumen, die Arbeit beim Dauern verweigern. Der Arbeitslose, der Landarbeit leisten kann und diese ablehnt, verwirkt damit sein Anrecht auf Unterstützung durch sauer erarbeitete Früchte des Feldes. Kreis Büdingen. Aus dem Niddatal, 22. Mai. Wochenschau, in der die wichtigsten Ausschnitte aus den Reden unserers Führers im Jahre 1933 gezeigt wurden. Der interessante Abend wurde mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer beschlossen. )( Großen-Linden, 23. Mai. Die älteste Frau Grohen-Lindens, Witwe Katharina Wagner, geb. Leun, wird am morgigen Donnerstag 9 0 Iahre alt. tn. Lang-Göns, 21. Mai. Der heutige Gottesdienst stand im Zeichen der „goldenen Kon- f i rm a t i o n". Die am 2. Juni 1884 durch Kirchen- rat Strack eingesegneten Konfirmanden, jetzt alle 64jährige Männer und Frauen, saßen vor dem Altar. Es waren damals 29. Drei davon leben auswärts,, einer in Amerika, gestorben sind neun. Ihrer wurden bei leisem Orgelspiel besonders gedacht. Der Ortsgeistliche ging in seiner Predigt auf die Konfirmation und den Einsegnungstext näher ein und erinnerte daran, daß die vergangenen 50 Jahre gar manchem erst gezeigt hätten, was die ernsten Worte zu bedeuten hätten. Die Abendmahlsfeier und eine kleine Familienzusammenkunft schlossen sich an. Die Feier der goldenen Konfirmation wird in unserer Gemeinde seit zehn Jahren festlich begangen. Hilfswerks im nächsten Winter die Augen offen lung „Kunst aus dem Nichts , Archiv uno halten Sie kann die Ueberwachung aber nur leisten, seum deutscher Kriegsgefangener, eröffnet. Unsere wenn die Bauern in he? W.-Solt».1 Kriegsgefangenen hatten m den em,amen Stunden wohlfabrt Mitarbeiten. Deshalb gehören auch fern der Heimat aus primitivstem Stoff geradezu Dauern in die NS.-Dolkswohlfahrt hinein, damit aus dem Nichts wahre Kunstwerke Die sie ln jedem Dorfe mittun können. Ausstellung dieser Werke erregte d.e„höchste De- Auch dieses Jahr sollen wieder wirklich be- wunderung aller Boucher ^n Hohepun t des hürflino inber aufs Land. Die Treffens bildete die Gautagung. Nach Erlevi- Juaend ist am besten geeignet, die Brücke zu gung des geschäftlichen Teils hielt der Bundes- schlagen die das gegenseitige Verständnis zur führer Freiherr v. Lersner einen begeistert auf- Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat genommenen Schulungsvortrag Er schilderte dre erweckt und erhült. Meldet eure Freiplittze an die Empfindungen der Heim-hr°nd-n nach schwerer Als Führer der Landesbauernschaft habe ich den Bauern des Gaues Hessen-Nassau den Dank der Gauführung des Winterhilfswerks auszusprechen. Nur der Opfersinn des deutschen Bauern hat es möglich gemocht, im vergangenen Jahr die bedürftigen Volksgenossen der Großstädte über den Winter Hinwegzubringen, ohne — wie in früheren Jahren — neue Schulden auf alte zu häufen. , , Es wäre verkehrt, schweigend an einzelnen Fehlern vorbeizugehen, die bei der Größe und Heftigkeit der Schlacht gegen Hunger und Kälte damals unvermeidlich waren. Die Wintersnot klopfte an die Tür, da war keine Zeit für lange Erwägungen. Die vorgekommenen Fehler müssen in diesem Jahre durch rechtzeitige Vorkehrungen vermieden werden. Ls darf nicht vorkommen, daß kohlen dort ausgegeben werden, wo die Gelegenheit zur Selbsthilfe durch Holzmachen für den Arbeitslosen bestehl. Ls dürfen keine Nahrungsmittelspenden von der Bauernschaft an solche Volksgenossen gelangen, die auf dem Lande die Acker-Täschelkraut, im Dolksmund Hellerkraut genannt wegen der fast kreisrunden Form der geflügelten Schötchen, tritt in diesem Jahre nicht nur in unserem Tal, sondern auch in der Wetterau in einer Menge auf, wie es seit Jahrzehnten nicht beobachtet wurde. Die Roggenfelder sind frei davon, aber Weizen-, (Berfte- und Haferäcker sind so verunkrautet, daß vielfach das Täschelkraut überwiegt. Man ist eifrig dabei, die davon befallenen Felder zu säubern, aber bei der Unmenge des lästigen Unkrauts kann dies doch nicht so durchgeführt werden, wie es wünschenswert wäre. — Die Schäden der Frost- nächte in der abgelaufenen Woche lassen sich jetzt, nachdem die erfrorenen Pflanzenteile schwarz geworben, gut überblicken. Die jungen Bohnen und Tomaten sind gänzlich vernicklet und müs- sen neu gepflanzt werden. Kartoffeln zeigen nur teilweise die Spuren der Frostnacht. Die erfrorenen Pflänzchen brauchen Zeit, um sich zu erholen. Gärten, die den Schutz von Gebäuden ober Bäumen haben, weifen keinen ober nur ganz geringen Frostschaben auf. Preußen. Kreis Wetzlar 0 Groß-Rechtenbach, 22. Mai. Der hiesige eoange lische Männer- unb Jünglingsverein hielt am zweiten Pfingstfeiertag sein Jahresfest ab. Prediger Tri p pler leitete das Fest durch Schriftlesung und Gebet ein, anschließend folgte ein Männerchorgesang. Die Festansprache hielt Rektor A tz b a ch (Niedergirmes), die zweite Ansprache hielt Kreispräses Pfarrer Koch (Lützellinden), die Schlußansprache hielt der Orts- Geistliche Pfarrer Harth. Die Feier wurde durch Darbietungen des Posaunenchors und Gesangsvor- träge des gemischten Chors und des Männerchors in schöner Weise bereichert. Kreis Biedenkopf. 8 Bischoffen, 22. Mai. Das Ehepaar Karl Friedrich Rückert und Frau Elisabeth, geb. Roth, konnte am 18. Mai in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Die Eheleute sind 76 bzw. 69 Jahre alt. Dem Jubelpaar wurden von der ganzen Gemeinde, insbesondere auch von den Vereinen, denen der alte Herr noch angehört, zahlreiche herzliche Ehrungen bereitet. Aufruf des Landesbauernführers an die Bauern Heffen-TiassauS! Gefangenschaft in lebendigen Bildern. Das erschütternde Erleben von dem zusammengebrochenen Vaterland habe die Liebe zu Deutschland gestärkt. Wenn unser Führer seine Bewegung auf die Front aufgebaut habe, so habe er es als Frontkamerad getan, der wußte, daß der Geist der Kameradschaft aufbauen half. Wenn der Führer von den N ö r g • lern als den schlimmsten Feinden spreche, so habe er recht. Jeder solle schlicht unb wahr von seinem großen schweren Erleben in ben Ge- fangenenbararfen erzählen. Der Führer habe ein schweres Erbe angetreten, unb bie ehemaligen Kriegsgefangenen wären schlechte Kameraben, wenn sie nicht alle nach Kräften helfen würben, fein Ziel zu erreichen, ßanganbauernber Beifall folgte ben Ausführungen bes Rebners, ber anschließend als Bunbesführer noch einige interessante Mitteilungen unb Anregungen gab. Vor allem sollen bie Erinnerungen an bie Gefangenschaft erhalten bleiben. Am Nachmittag fanb am Gefallenenbenkrnal eine eindrucksvolle, ergreifenbe Ehrung ber Toten ber „Armee hinter Stacheldraht" statt. Später bewegte sich ein großer Festzug burch bie Ortsstraßen, ber vom SA.-Reitersturrn eröffnet würbe. Aus bem Festplatz nahm Freiherr v. Lersner noch bie feierliche Weihe neuer Ortsgruppenfahnen vor. Am Pfingstmontag würben gemeinsame Ausflüge in bie nähere Umgebung unternommen. Nach dem Eintreffen des Gauvorstandes und der auswärtigen Kameraden wurde das Treffen am Samstagabend mit einem Fackelzug eingeleitet, an den sich ein Kameradentreffen anfchloß. Bundesvor- sißender v. Lersner begrüßte feine ehemaligen Kriegsgefangenen Kameraden, insbesondere die Vertreter des Saargebiets aufs herzlichste und sprach von ber heißen Liebe aller Deutschen zu ihrem Daterlanb. Diese Liebe werbe jetzt so recht klar, wenn man bas Sehnen bes Volkes an ber Saar kenne, bas mit allen Fasern bes Herzens zum Mut- terlanb zurückkehren wolle. Am Pfingstsonntag würbe morgens bie Ausstel- ' ng „Kunst aus dem Nichts", Archiv unb Mu- Treffen der ehemaligen Kriegsgefangenen. LPD. Fränkisch-Crumbach, 22. Mai. Fränkisch-Crumbach ftanb währenb ber Pfingst- feiertage ganz im Zeichen des (Bautages der Reichsvereinigung ehern. Kriegsgefangener Gau Südwestdeutschland. Die Tagung erhielt ihre besondere Note durch die Anwesenheit des Bundesführers Freiherr von Lersner. Oberheffea. Mit dem Motorrad tödlich gestürzt. CO Langsdorf (Kr. Gießen), 22. Mai. In ben 2Ibenbftunben des heutigen Tages ereignete sich hier ein furchtbarer Motorradunfall. Der 23 Jahre alte Metzgergefelle Karl Steul aus Bettenhausen durchfuhr mit einem Motorrad auf ber Heimfahrt bie hiesige Dorfstraße. Anscheinend infolge zu hoher Geschwindigkeit verlor er die Herrschaft über die Maschine, rannte gegen einen Leitungsmast und wurde vom Sitz des Motorrads heruntergeschleudert. Der Sturz des bedauernswerten jungen Mannes war so schwer, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Landkreis bhvßcii. * Wieseck, 23. Mai. Gestern abend ereigneten sich in unserem Orte zwei Derkehrsunsalle. Beim Durchfahren der Part versagten dem Motorradfahrer Theodor Schmidt aus Vetzberg die Bremsen an seinem Motorrad. Infolgedessen fuhr er gegen die Wand eines benachbarten Hauses und kam dadurch mitder Maschine zum Sturz. Der bedauernswerte Mann trug einen Schlüsselbeinbruch davon, der seine Uebersührung in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich machte. Eine Mitfahrerin auf dem Soziussitz tarn mit bem Schrecken davon. Ebenfalls gestern abenb erfolgte an ber Ecke Gießener Straße und Philosophenstraße ein Zusammen ft oß zwischen einem Radfahrer und einem Auto. Dabei wurde der Radfahrer Alfred Becker aus bem Arbeitsdienstlager am Philosophenwalb durch die Windschutzscheibe des Autos geschleudert. Der bedauerns- werte junge Mann wurde mit schweren Kopfverletzungen, anscheinend Schädelbruch, ber Chirurgischen Klinik zu Gießen zugeführt. $ Alten - Buseck, 22. Mai. Die hiesige Ortsgruppe ber NSDAP, veranstaltete im Saale von Einhäuser eine Kunbgebung, in welcher Kreisleiter z. b. V. Pg. Bullmann - Gießen in längerer Rebe gegen das Nörgler- und Miesmachertum oorging. In treffenben Worten zeichnete der Redner ein wahrheitsgetreues Bild der Nörgler und Besserwisser, die jetzt wieder wagen zu können glauben, ihre unheilvolle Tätigkeit aus dem Hintergrund der Verantwortungslosigkeit erneut aufnehmen zu können. Fast ausnahmslos feien dies diejenigen, die infolge der strikten Durchführung von Hitlers Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" sich jetzt schwer enttäuscht fühlen, weil jeder dieser „echten Volksgenossen" nur seine Hoffnung auf persönlichen Vorteil und Profit verwirklicht sehen wollte. Wer nicht gewillt fei, im Interesse der Gesamtheit des deutschen Volkes Opfer zu bringen und auf diese Weise zum Wiederaufbau eines gesunden Deutschen Reiches beizutragen, sei einfach ein Schädling am Volk, auch wenn er sich mit noch soviel Braunhemden bekleide und mit noch soviel Haken- kreuzabzeichen behänge. Das deutsche Volk müsse wie e i n Mann hinter unserem Adolf Hitler stehen unb ihm unbegrenztes Vertrauen und unverbrüchliche Treue entgegenbringen, wenn es ihm gelingen solle, sein begonnenes schweres Werk zu vollenden und das gesteckte hohe Ziel zu erreichen. Starker Beifall dankte dem Redner für feine vor- trefflichen Ausführungen. Nach bem Gesang des Horst-Wessel-Liebes schloß Ortsgruppenleiter Freund mit einem begeistert aufgenommenen Treuegelöbnis für den Führer die Kundgebung. wg. Großen-Buseck, 22. Mai. Auf Veranlassung der Ortsgruppe der NSDAP, wurde hier im Saale von Wilhelm Wagner bei starkem Besuch ber Einwohnerschaft ber Film ,Lreuzer Emben" vorgeführt. Voraus ging die Ufa- AchtZahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für 34 Iahrraddiebstähle LPD. Frankfurt a. M., 22. Mai. Nicht weniger als 34 Fahrraddieb st ähle konnten bem 27jährigen Wilhelm Otto vor bem Schöffen- aericht nachgewiesen werben, wo er außerbem ber Urkundenfälschung unb des Betrugs angeklagt war. Die letzteren Delikte hat er dadurch begangen, daß er beim Verkauf ber Räber sich selbst Bescheinigungen über einen rechtmäßigen Erwerb ausstellte, um bamit den Abnehmer ber Räber zu tauschen. Otto pflegte beim Absatz ber Räder SA. - Uniform zu tragen, obwohl er kein SA.-Mann war. Das Schöffengericht war ber Ansicht, baß ber Angeklagte in gewisser Not ge- hanbelt habe, aber es vermachte ihm tratzbem keine mUbernben Umstände zu gewähren, denn sein Vorleben war nicht einwandfrei, und durch die Diebstähle wurden viele Leute geschädigt, bie sich bas Gelb zum Erwerb ber Räber sauer verbient hatten. Das Gericht erkannte auf eine Zuchthaus- strafe von acht Jahren, fünf Jahre Ehrverlust unb Sicherungsverwahrung. mrttelet #er Xelti Statt Karten! karte 683SD Herr Ludwig Rinn XII Für die trauernden Hinterbliebenen» Heuchelheim, Gießen, den 22. Mai 1934. 3100 D Verkäufe 3094 D DampfsägewerkLollar 8. Huhn. Lollar.. Familie Ludwig Rinn IIL Familie Wilhelm Sack Familie Wilhelm Rinn L HUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI Werben Sie Nach langem, schwerem Leiden entschlief heute im fast vollendeten 80. Lebensjahr unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Anmachholz Bestell, erbitten wir direkt an uns, möglichst v.Pofte durch gute Drucksachen! Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beete Aue- führung und günetlge PrelevorechlMge bietet Ihnen die Brflhl'aohe Druckerei, SchulstraOe 7, Anruf 2251 ullillllilllllllllillillilllllliilniliilillnnllllilllllllllllinillllillliillliliilliilil Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 24. Mai, nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehaus, Heuchelheim, Bachstraße 28, aus statt In der Frühe des 21. Mai ist meine liebe, gute Frau, unsere herzensgute, stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Minna Benner, geb. Casper nach kurzem, schwerem Leiden im 61. Lebensjahre für immer von uns gegangen. Gießen (Steinstraße 51), Falr-Oaks, Pittsburgh Pa., Halle. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Mai 1934, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden führen* der Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-Herde gibt’s oftmal etwas heißzumachen. Hier leistet der neuzeitliche Elektroherd von J. B. Häuser, dessen bedeutende Vorzüge man schon tagsüber so hoch zu schätzen weiß, besonders gute Dienste. Ohne jede Gefahr kann mühelos binnen weniger Minuten das Gewünschte heißgemacht oder zubereitet werden. Wollen Sie erfahren, weich’ wertvolle Dienste Ihnen ein Elektroherd leisten könnte — Spez. in Siedlungen usw. -• dann lassen Sie sich Roeder oder andere Elektroherde ganz unverbindlich in meinen Geschäftsräumen zeigen und vorführen. 2701 * Anschaun kostet nichts - kaufen kostet nicht viel bei Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Benner. Illlllllllllilllllllllllllllll SkMWlel Gießen -o-sv Donnerst.,24.5., 20—22.30 Uhr Deutsche Bühne Reihe 1: Ungerade Mit- gliedsnummern und freier Verkauf Die VNirgskoryel Eine Bayerische Moritat v. Alois Job. Livpl. Illiilllllllllllllllll wnd tn geeigneten Fällen aueh J. B. HAUSER, AM O $ WAL DSG AR TEN « 1 elektrische Ooterieüemnfis- Wascbmascbine, 1—8 PS- Gleichste.-Motor, 1 Kanadier zu verkauf. 02679 Selteroweg 40. ©arten oder kl. Acker im Alten Feld oder sonstwo zu tauf, gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02681 an d. Gieß. Anz. Großer gebr. Kleider-(Wäsche-) Schrank zu kaufen gesucht. Schr.Angeb.unt. 3095D a.d.G.A. Denken Sie an STOFFE/ denken Sie an BERN ARD ---- — 1790 A Illlllllllllilllllllllllllllll Komvl.Bett Kleiderschrank Waschtisch 2 Stühle, alles weiß gestrichen, 1 Tisch 02671 iCharselongue vreisw. zu verk. Kaute,Kaiserail.26p. Anzus. 1-3 Uhr. Illlllllllllilllllllllllllllll | Kaufgesuche"| Sorten eventuell kleines WMllen- Ö0Ö5 ;. kaufen gesucht. Schrift!. Ang. u. 02682 an d.G.A. Stühle werden gestocht. Groll. StelnwoB 31 ML 2000.- von Selbstgeber geg. gute Sicherheit gesucht. Schr.Angeb.unt. 02670 a.d.G.A. | Vereine ~| DoilscWmt wachsam, billig zu verkauf. 03678 Walltorstr. 27. Berk.i. Gießen a. Dame f. XJ( 2500,- bar hob. Einkomm., sichere Existenz. Schr. Ang. unt. 3035P a.d.G.A. OüerlWer GeMgMlelo Sonntag, 27. 5. Wanderung Saasen — Rein- Hardsbain-Bers- rod. Anmeldung bisFreitag(siehe Aushänge). 02*73 Nacht Kr.M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 23. Rai 193$ Die Miiyer Saarkundgebung der AS.-Hago. M s HM ■ L« > M , Ein Blick auf die Ehrentribüne auf dem Kleinen Sand bei Mainz, wo sich am Pfingstmontag mehr als hunderttausend Gewerbetreibende, Kaufleute und Handwerker aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes versammelt hatten, um ihrer unlöslichen Verbundenheit mit dem deutschen Saarland Ausdruck zu geben. Oberhessische Kulturwoche des Gießener Gtadttheaters. Rückblick und Ausblick. Mit der „Tosca"-Aufführung des Stadttheaters am Pfingstsonntag ist die in dieser Spielzeit zum ersten Male veranstaltete „Oberhessische Kulturwoche" beendet worden. Inzwischen sind uns aus dem dramaturgischen Büro einige Informationen zugegangen, die für die Oeffentlichkeit nicht ohne Interesse sein dürften und etliche grundsätzliche Randbemerkungen gestatten. Die Veranstaltung hatte, wie Intendant König in seinem Aufruf zur „Oberhessischen Kulturwoche" ausführte, folgende Aufgaben zu erfüllen: ein Sonderspielplan sollte auswärtigen Kunstfreunden „künstlerische Abwechslung in kultureller Hinsicht zeigen und mit besonders wertvollen Erscheinungen deutscher Theaterkunst bekannt machen". Der künstlerisch gute Ruf des Gießener Theaters als der einzigen bodenständigen Bühne Oberhessens sollte erneut gefestigt und verbreitet werden. Besonders auswärtige Theaterfreunde sollten herangezogen werden. Der Theaterbesuch sollte für die kommende Spielzeit 1934/35 angeregt werden. Diese vier Punkte wurden zusammengefaßt unter dem Motto: „Wer das Stadttheater Gießen nicht kennt, kennt seine Heimat Oberhessen nicht!" Die Kulturwoche wurde am Muttertag mit einer Aufführung der Operette „Die Försterchristel" eröffnet: zu dieser Vorstellung hatte die Intendanz Freikarten für hundert der besten Plätze an kinderreiche Mütter durch die Kreisleitung der RS.-Volkswohlfahrt verteilen lassen. Burtes friderizianisches Drama „Katte" wurde in einer überfüllten Schülervorstellung gegeben. Als Klassiker stand der „Fiesko" von Schiller auf dem Programm. Ferner veranstaltete das Stadttheater-Orchester ein Symphonie-Konzert mit einem anspruchsvollen Beethoven-Programm. Die bayerische Moritat „Die Pfingstorgel" ergänzte den Spielplan von der volkstümlich-heiteren Seite her. Die wohlgelungene und erfolgreiche „Tosca"-Aufführung, die wir bereits erwähnt haben, bildete den festlichen Abschluß der Sonderveranstaltung. Um der propagandistischen Wirkung willen mögen auch die beiden Platzkonzerte des Stadttheater-Orchesters unter Leitung von Konzertmeister K e r z i s n i k in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Hierzu teilt die Intendanz mit, daß der Besuch der Veranstaltungen, abgesehen vom Symphoniekonzert, den Verhältnissen entsprechend wider Erwarten gut gewesen sei. Insbesondere war der Besuck von auswärts erfreulich rege, so daß gerade in dieser Hinsicht das Ziel der Kulturwoche erreicht worden zu sein scheint. Die Behörden haben die Veranstaltung mit dankenswertem Entgegenkommen nach Kräften unterstützt. Die Urteile der auswärtigen Gäste über das vom Gießener Theater Gebotene waren, wie man uns mitteilt, des Lobes voll. So hat die jetzt zum ersten Male eingeführte Veranstaltung, wie die Theaterleitung abschließend bemerkt, die aufgewandte Mühe und Arbeit reichlich gelohnt. Da ferner die Kulturwoche starkem Interesse und lebhafter Beteiligung beim Publikum begegnet sei, dürfte der Gedanke an eine Wiederholung in der kommenden Spielzeit zu einem günstigeren Termin naheliegen und aussichtsreich sein. Wir selbst sind der Ansicht, daß eine Kulturwoche dieser Art von noch stärkerem Erfolg begleitet und von breiterer Auswirkung gewesen wäre, wenn man sie nicht gerade ans Ende der Spielzeit und in die schon sehr dem Sommer zuneigende Saison gelegt haben würde. Rur im Hinblick auf die oben erwähnte Werbung für die kommende Spielzeit war der Termin vielleicht verhältnismäßig günstig gewählt. Wie weit sich das praktisch fühlbar machen wird, muß die Erfahrung lehren. Was die spielplanmäßige Auswahl und Zusammensetzung der Darbietungen während der „Oberhessischen Kulturwoche" angeht, so fanden wir sie recht glücklich insofern, als die Programmgestaltung den in dem erwähnten Aufruf geltend gemachten Gesichtspunkten entsprach und einen Einblick in die künstlerische Leistungsfähigkeit wie in die für unsere Verhältnisse sehr vielseitigen spielplanmäßigen Möglichkeiten des Stadttheaters gestattete. Aufführungen wie ,Katte" und „Tosca" gehörten zum Besten, was das Theater in der laufenden Spielzeit herausgebracht hat. Und ein Spiel- plan, der klassisches und modernes Drama, Oper und Operette, heiteres Volksstück und seriöses Konzert innerhalb einer so knapp bemessenen Frist in sich vereinigt, darf wohl Anspruch .darauf erheben, vielseitig und abwechslungsreich genannt zu werden: dies war ein Programm, das in der Tat im Rahmen des für unser Theater Erreichbaren allen Geschmacksrichtungen etwas zu bieten bemüht war. Das Programm einer Veranstaltung, wie sie mit der „Oberhessischen Kulturwoche" jetzt zum ersten Male ins Leben gerufen worden ist, muß allerdings auch unserer Auffassung nach, wenn es seinen Zweck erfüllen soll, so zusammengestellt sein, daß es gleichsam als Spiegel und Richtschnur für die Spielplangestaltung und das künstlerische Niveau der ganzen Spielzeit angesehen werden kann, sozusagen als Zusammenfassung und Extrakt dessen, was man im Laufe eines Theaterwinters zu leijten gewillt ist. So könnte, wie wir glauben, das Pro- aramm dieser Woche richtunggebend sein für die Arbeit in der kommenden Spielzeit, wenn man das, was hier in acht Tagen geboten wurde, im ungefähr gleichen Verhältnis auf die Theaterarbeit eines ganzen Winters übertragen würde. Wir glauben, daß von dieser Grundlage aus die nichtige Mischung erzielt würde, die wir brauchen. Es könnte sich auch vielleicht die Erwägung daraus ergeben, ob man nicht der für unser Gefühl in der nun zu Ende gehenden Spielzeit reichlich bevorzugten Operette im kommenden Winter zugunsten des Schauspiels (des klassischen und des gegenwärtigen, des ernsten und des leichteren) etwas weniger Raum zugestehen sollte. Wir sind jedenfalls der Ansicht, daß eine leichte Umgruppierung im angedeuteten Sinne den Beifall einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Besuchern finden würde: und wir hoffen, daß die soeben abgelaufene „Oberhessische Kulturwoche" praktisch die von ihr erhoffte Wirkung zeitigen und künstlerisch wegweisend und anregend für eine fruchtbare Arbeit im nächsten Theaterwinter werden wird. Künstler-Förderung durch den Arbeitsdienst. Der Gauobmann des „Arbeitsdank" in Wiesbaden hat sich in hochherziger Weise bereit erklärt, 15 bildende Künstler als Gäste in die Lager des Gaues aufzunehmen, um ihnen das Studium der Arbeit zu ermöglichen. In der im Herbst in Breslau stattfindenden Ausstellung des Arbeitsdienstes sollen auch die Ergebnisse dieses Aufenthalts der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Anzahl Künstler ist bereits mit Begeisterung diesem vorbildlichen Anerbieten gefolgt, das vorzüglich geeignet ist, Arbeiter und Künstler einander näherzubringen. Für weitere Interessenten Anmeldung bei der „Landesstelle Hessen-Nassau der Reichskammer der bildenden Künste", Frankfurt a. M., Buchgasse 11a. Heil Hitler! gez. Müller-Scheld, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstellei Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. IMelegranim von der Irandkatastrophe in Wkago. Luftaufnahme des brennenden Schlachthofviertels. - ; ■ Schlüter und Schadow. von Dr. O. Bloch. Vor 270 Jahren wurde Andreas Schlüter und vor 170 Jahren wurde Gottfried Schadow ge- Iboren. Trennt auch das Kunstempfinden der verschiedenen Generationen — Schlüter war der Meister des deutschen Barock und Schadow der Bildner des deutschen Klassizismus — die beiden Künstler, Jo eint sie doch wiederum der gleiche Geist, in dem jie schufen; beide waren Hofbildhauer preußischer .Könige, beide trugen dazu bei, in ihren Werken einen deutschen Stil zu schaffen. Wer Warschau kennt, kennt auch das Palais :Krasinfky, ein großartiges Bauwerk. Es ist ,ein deutscher Gelehrter, Marperger, der die 'Nachricht verzeichnet hat, daß Andreas Schlüter in Marschau Paläste gebaut hat. Man weiß heule, ldaß Marperger Schlüter persönlich gekannt Ihat. Der Mittelbau mit seinen fünf Achsen Hn einer Architektur mutet verwandt an der ^Architektur des Berliner Schlosses, soweit es von »Schlüter entworfen wurde. Da sind die großen ^Flachreliefs an der Stadtseite des Warschauer Pa- Nastes: in malerischer Anordnung ist der Kampf des Marcus Valerius Corvus mit einem Gallier dar- mestellt Und da ist auch die Schauseite des Schlosses lderen Entwurf der Arbeit Schlüters für das Char- llottenburger Schloß so ähnlich ist. Der Plan für XLHarlottenburg war eine der ersten Arbeiten »Schlüters in brandenburgischen Diensten, heute be- jsindet sich im Besitz der Technischen Hochschule m -Cdarlottenbug das Skizzenbuch des Architekten Witzler der den Entwurf in etwas verzerrter Aufmachung zeigt. Die großen Flachreliefs an der -Stadtseite des Warschauer Palastes zeigen noch. keineswegs das Pathos des deutschen Barockmeisters. Man wird es erst ganz empfinden wenn man in Berlin das Zeughaus besucht und die Masken sterbender Krieger sieht, die den Höhepunkt im Schaf- ffcn Schlüters bilden. In seiner Stellung als Bau- nneister gab er der etwas nüchternen Architektur Johann Arnold N e r i n g s durch .Hinzufugen faustischen Schmuckes erst die künstleryche Weihe. Ein Lies veranlagter, ernster Künstler schuf das Rust- chaus für den Krieg, die glänzende Schauseite des militärischen Lebens, weithin sichtbar die Trophäen, Lie Ehrengaben, die Personifikationen der Kriegs- missenschaften und der Kriegskünste, lieber dem Hauptportal des Berliner Zeughauses .das vergoß Lete Bronzerelief des Kurfürsten König Friedrich inls des obersten Kriegsherrn. Und dann der Ge- menfatz im Hof, wo Andreas Schlüter würdige und sernste Bausormen gewählt. Außen herrscht das Dekorative, innen die Kehrseite des kriegerischen Lebens, des kriegerischen Ruhmes, die stillen Opfer des Kampfes. Äa, wo am Aeußeren des Erdgeschosses die kostbaren Helme winken, blicken im Hof 22 Köpfe sterbender Krieger auf uns herab, in verschiedner Auffassung, von der vollen Vorderansicht bis zum Profil, alle in Hochrelief maskenartig sich von je einem Schilde abhebend. Ihre Wahrheit wirkt erschütternd, doch er vermeidet den Eindruck des Grausigen. Nie zeigt Schlüters Künstlerschaft das brechende Auge des Sterbenden oder das starre des Toten, sondern in schöner Selbstbeschränkung bildet der Meister die Augen geschlossen — in dieser Einzelheit zeigt sich das höchste künstlerische Empfinden. Allen Sterbenden und Verstorbenen dieser Reihe ist der schlaff herabhängende Unterkiefer eigen: im Kampfgewühl oder am einsamen Schmerzenslager des Krieges fehlt die liebende Hand, die im Tode den Mund schlösse, kraftlos sinkt er herab. Mit der Darstellung des Tod-es hat sich wohl jeder Künstler beschäftigt. Auch von Gottfried Schadow kennen wir Grabmäler in eindrucksvollster Art, von hohem künstlerischem Wert. Aber eine der hervorstechendsten Seiten seiner Kunst ist doch das Liebenswürdige und Anmutige, ja man hat Schadow geradezu als den Bildner der Anmut bezeichnet. Nirgends wird dies Wort mehr zur Wahrheit als in dem Meisterwerk der Prinzessinnengruppe des Berliner Schlosses. Diesen preußischen Bildhauer verband enge Freundschaft mit den Mitgliedern des damaligen Hofes, König Friedrich Wilhelm II., König Friedrich Wilhelm III., der Kronprinzessin und späteren Königin Luise, der Prinzessin Louis von Preußen, der dereinstigen Königin von Hannover, sie alle hat Gottfried Schadow in Meisterwerken festgehalten. Die Gruppe der beiden Prinzessinnen aber war der Ausgangspunkt zu manchem großen fürstlichen Auftrag geworden, und betrachtet man dieses Marmorwerk etwas eingehender, so wird man verstehen, daß es den großen Zauber, den es bereits zur Zeit der Entstehung ausübte, auch jetzt noch weiter ausüben kann. „Himmlische Erscheinungen" nennt kein Geringerer als Goethe 1793 in seiner „Belagerung von Mainz" die beiden Prinzessinnen, die Schadow 1794 in Berlin kennenlernte, als sie als Gemahlinnen der Söhne Friedrich Wilhelm II. die Residenzstadt besuchten. Die prinzlichen Herrschaften bewohnten das von Dietrichs erbaute Palais in der Oberwallstraße, das das Prinzefsinnenpalais heißt nach den Töchtern Friedrich Wilhem II., denen es bis zu ihrer Verheiratung als Wohnung diente. Staatsminister von Heinitz erbat für seinen Schützling Schadow eine Sitzung. Der Meister fertigte Tonbüsten an, die auch in Gips gegossen wurden; nach Fertigstellung des Gipsmodells ging Schadow an die Ausführung der Prinzefsinnen- gruppe in Marmor heran. Heinitz hatte feinen Schützling zu der Komposition ermuntert, indem er ihm die Aussicht gestellt, daß sie, wenn sie gelinge, wahrscheinlich in Marmor ausgeführt werden würde. Im Sinne der Zeit, die sich die beiden Schwestern gern als ein unzertrennliches Paar dachte, in Anlehnung an die Antike, doch ohne ein bestimmtes Vorbild im Auge zu haben, hat Schadow die beiden Prinzessinnen dargestellt. Meisterhaft ist der ganz verschiedene Charakter der Schwestern im Marmor zum Ausdruck gebracht. Die Kronprinzessin trägt ein hochgegürtetes Gewand, das in langen, meist vertikalen Falten bis zu den Füßen herabfließt. Sicherheit und Würde verleiht ihr Schadow als der künftigen Königin von Preußen. Wissen mir doch auch, daß Prinzessin Friederike ein jugendlich stürmendes Temperament besaß im Gegensatz zu der um zwei Jahre älteren Schwester! Der Künstler brachte in dem ünruhvoll wirkenden Gefall des Gewandes das anders geartete Temperament zum Ausdruck. Doch Vorderansicht und Rückseite der Marmorgruppe zeigen denselben plastischen Reichtum, den wir immer wieder bewundern müssen. Mit Recht kommen uns bei der Betrachtung der Prinzessinnengruppe die Worte Wilhelm v. B o d e s in den Sinn: „Eine auf die Natur zurückgehende und aus dem Leben schöpfende Kunst" — das ist der Sinn Schadowschen Schaffens. Oer Honig und die Ameisen. Von Georg Mühlen-Gchulte. Fedor, der Junggeselle, trägt aus unbekannten Gründen einen fanatischen Haß gegen Insekten im Herzen. Er fand eine Ameise in seinem Arbeitszimmer draußen in der Grunewaldvilla, rief den Diener und begann in seiner lehrhaften Art: „Ist dir genugsam bekannt, Josef, was Ameisen in der Wohnung bedeuten? Sie bedeuten den Untergang des häuslichen Wohlstandes. Durch dicke Wände bohren sie ihre Schächte. Wie Tiger fallen sie über alles her, was sie auf ihrem Wege finden. Sie fressen Teppiche und Möbel, Hosenträger, Brieftaschen, seidene Damenstrümpfe, Antiquitäten und moderne Kunst. Ein Tintoretto ist ihnen so wenig heilig wie ein Rubens oder Rembrandt. Ein Fall ist mir bekannt, da haben die Ameisen eine ganze Bibliothek aufgefressen. Nur das Bürgerliche Gesetzbuch ließen sie übrig, was man verstehen kann. Zum Glück weiß ich ein zuverlässiges Mittel gegen Ameisen. Man muß auf einen Teller flüssigen Honig tun. Danach sind die Ameisen schlimm; sie stürzen sich voll Gier auf.den Honig und bleiben darin stecken wie die Römer in den Sümpfen des Teutoburger Waldes. Wir werden den Honig sofort aufstellen." Fedor stellte persönlich den Honig auf. Zwei Ameisen gab es in seinem Zimmer. Zwei ganze Ameisen, die er an seinen Kleidern hereingeschleppt hatte. Die eine kniete sich unverzüglich in den Honig hinein und fand den Tod dabei. Die andere rannte, was sie die Beine trugen, hinaus in den Garten; sie setzte über eine zwei Meter hohe Mauer, gelangte auf die benachbarte Waldparzelle, hielt mit keuchender Brust vor einem Ameisenhaufen, rief: „Opopoi! Nebenan bei Fedor gibt's Honig!" und fiel tot um. Welch ein Tier! A tempo machten sich zahlreiche Ameisen auf den Weg nach dem gelobten Land. Ihnen folgten die schwarzen Mengen der übrigen. Sie fanden den Teller mit dem Honig und setzten sich daran, ohne Zeit zu verlieren. Die meisten fraßen sich eine bösartige Magenverstimmung und kamen um. Wenige rissen sich los und gelangten wieder nach Hause; sie hatten gerundete Formen, und in ihrem Blick wohnte die süße Freude des gehabten Genusses. Zu allen Ameisenhaufen der Gegend drang die Kunde von den Ereignissen. Und weiter, über die Kolonie Grünewald hinaus, zu den Ameisenstämmen des Waldes. Von allen Seiten zogen Ameisen nach Fedors Grundstück. Begeisterung lohte aus ihren Gesichtern; sie waren beseelt von dem frommen Fanatismus derer, bw bereit sind, für eine Idee zu sterben. Diese Idee hieß Honig. Fedor hatte längst die erste Tellerfüllung wegschütten müssen. Mit ihr begrub er Tausende van Ameisenleichen. Er dachte mit Herzklopfen daran, was wohl aus ihm geworden wäre, wenn alle diese Ameisen noch lebten, und füllte zwei Teller neu voll Honig. Später stellte er den Ameisen ein Service für zwölf Personen hin; danach nahm er noch die Waschschüssel und die Badewanne dazu. Er schloß einen Lieferungsvertrag mit dem Verein der Bienenzüchter ab und steckte den größten Teil seines Vermögens in Honig. Nach einem halben Jahr war er mit seinen Nerven fertig und mußte in ein Sanatorium. Als er herauskam, fragte er feinen Diener: „Jofef, haben wir noch Honig?" „Nein, ich habe den ganzen Vorrat dem Portier von Kommerzienrat Schulze gegenüber geschenkt." „Bist du verrückt? Die Ameisen werden uns auf- fressen!" „Nein, die sind jetzt alle bei Schulzes!" Aus -er Provinzialhauptstadt vor dem le» Anläßlich des am 2 6. und 27. 211 a i 1934 statt- Oie Einziehung der NSDO.-Beiträge i lfu s). Als dann nicht deshalb, um den Schülern höherer Lehr» Bürgermeifter anstalten ihre Psingstferien durch dieses Lagerleben Lehen aus jedem Lagerplatz, an denen die Fahnen Mütter und Kinder in Tiot! Auch Ou mußt helfen! Kameradschaft. Disziplin und gemeinsames Arbeiten für das Wohl aller find die Dinge, die für jeden einzelnen Selbstverständlichkeit werden, und alle Arbeiten, die das Lagerleben mit sich bringt, werden ohne INurren erledigt. Welch großes Interesse ein solches Lager auch unter der Bevölkerung heroorruft, bewies gleich der erste Tag, denn ganz Gedern war auf den Beinen, um das lustige und fröhliche Treiben der Jugend mit» anzusehen. Eine schmale, langgestreckte Wiese schiebt sich westlich des großen Sees weit hinein in ein Waldtal. Hier haben die Jungen, 600 an der Zahl, ungefähr 20 große Zelte aufgeschlagen, die wiederum in drei Die Gaubetriebszellenleitung teilt mit: Entgegen anderslautenden Mitteilungen werden die NSBO Daten für Mittwoch, 23. Mai. 1372: König Ludwig von Ungarn und Polen wiederholt den Verzicht seines Vorgängers Kasimir Sonntag, 27. Mai 1934: 6.30 Uhr: Decken. 11—12 Uhr: Platzkonzert des Rlusikzuges des Reserve-Sturmbannes I 116 in der plack- ftrahe — Johannesstrahe. 12—13 Uhr: Platzkonzert des Musikzuges der Standarte 116 in der walllorstrahe, Ecke Dammstraße. 14 Uhr: Propagandamarsch durch die Stadt (Aufstellung am Standarlengebäude). 17—18 Uhr: Platzkonzert des Musikzuges des Reserve-Sturmbanns I 116 am Selterstor. 18—19 Uhr: Platzkonzert des Musikzuges der Standarte 116 am Oswaldsgarten. Volksgenossen! Bekundet eure innere Verbundenheit mit den braunen Kämpfern durch reichliche Spenden! les jungen Deutschlands wehen, die im Winde lotternd weithin über das Tal zu sehen sind, als Fanal des Rumpfes und des Selbstbewußtseins der deutschen Jugend. Jeden Morgen werden diese Fahnen unter Flaggenparade feierlich gehißt unb abends ebenso wieder eingezogen. Der Dienst ist ungefähr folgendermaßen eingeteilt: 6 Uhr Wecken. Anschließend Flaggenparade, worauf die Gefolgschaften zum Waschen an den See marschieren. Hierauf findet ein Waldlauf statt. Um 8 Uhr wird Kaffee getrunken und danach die Zelte in Ordnung gebracht. Von 9 bis 11 Uhr ist Sport und Gymnastik. Man sieht hier die einzelnen Scharen die verschiedensten Sportarten ausführen. Die einen beschäftigen sich mit dem Medizinball, andere treiben Kugelstoßen, Staffettenlauf, Keulenwerfen, die Runkelfliege befallen. Besondere Wachsamkeit ist wegen der bestehenden Gefahr der Einschleppung dem Kartoffel- oder Koloradokäfer zuzuwenden. Er ist in Merkblatt Nr. 5 und Flugblatt Nr. 120 der Biologischen Reichsan. talt abgebildet und beschrieben. Im Merkblatt Nr. 8/9 sind Mittel gegen Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Unkräuter angegeben. Ferner sei auf folgende Flugblätter verwiesen: Nr. 9 Frit- fiege; Nr. 12 Spargelschädlinge: Nr. 22 Schwarzbeinigkeit und Bakterienknollenfäule der Kartoffel; Nr. 44 Wurzelt)rand der Rüben: Nr. 51 Blattläuse; Nr. 61 Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel; Nr. 68 Streifenkrankheit der Gerste; Nr. 84 Wirtelpilzwelkekrankheit; Nr. 90 Apfelblattsauger; Nr. 92 Rübenaaskäfer; Nr. 97 Schädlinge des Kopfsalates; Nr. 117 Rübenfliege und ihre Bekämpfung; Nr. 121 Erdflöhe. Nest und der wiedergewonnenen Freiheit entgegen, und beim Nachsehen im Schacht fand man, daß die Legenot das Starenweibchen in seiner unfreiwilligen Gefangenschaft überkommen hatte, denn im Schachtsieb lag ein frisch gelegtes Ei. Muß man da nicht unwillkürlich an das Wilhelm Buschsche Motiv denken: „Jedes legt noch schnell ein Ei, und dann kommt der Tod herbei"? Schuh des Edel- und Damwildes. Auf Grund des Artikels 6 des Naturschutzgesetzes vom 14. Oktober 1931 hat der hessische Staats- Minister Jung am 16. Mai eine Bekanntmachung zum Schutze des Edel- und Damwildes erlassen, die mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten ist. In der Bekanntmachung wird folgendes angeordnet: Der Edelhirsch (Rothirsch) und der Damhirsch sind nach Art. 3 des genannten Gesetzes geschützt mit der Maßgabe, daß die Jagd ausgeübt werden darf, 1. auf männliches Rotwild vom 16. August bis 31. Dezember, 2. auf männliches Damwild vom 1. September bis 31. Dezember, 3. auf weibliches Rotwild, weibliches Damwild sowie Kälber beiderlei Geschlechts vom 16. Oktober bis 31. Januar. Die als Anfangs- und Endtermin der Jagdzeiten bezeichneten Tage gehören zur Jagdzeit. Das Jung wild gilt als Kalb bis einschließlich zum letzten au die Geburt folgenden Februartag. Schädlingsbekämpfung. Don der Landesbauernschast Hessen - Nassau (Hauptabteilung II), Hauptstelle für Pflanzenschutz in Gießen, wird uns geschrieben: Das ungewöhnlich frühe warme Wetter in diesem Jahr hat die Entwicklung der Pflanzen beschleunigt. Um so mehr müssen jetzt die Arbeiten für die Schädlingsbekämpfung beschleunigt werden. Die Maikäfer sind nicht nur in den Flugjahren eifrig zu sammeln und zu vernichten, und zwar ist damit so frühzeitig zu beginnen, daß die Weibchen keine Zeit haben, chre Eier abzulegen. Handelt es sich doch darum, das Auftreten von Engerlingen und den Engerlingsfraß an den Wurzeln unserer Kulturgewächse Das Zeltlager der overhessischen ...._______________ ________Jnaen werden Die NSBO-1 V7 . 1 1 1 vor ordnungsgemäß in Höhe von 35 Pfg. erhoben. Hitlerjugend am Gederner Gee. Heimatvereinigung Schiffenberg. wwvw I worden ist. Oie SA. erkämpfte euch das neueReich! ** Sitzung des Provinzialausschus- I f e s. Am nächsten Samstag, 8.30 Uhr beginnend, Kämpft ihr am 26. und 27. Mai mit der findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche gegen Oie JlOl. Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz ____ Dberheffen statt mit folgender Tagesordnung: aus den Zweigen schmettern die Amseln und Finken ihre überschäumende Lebenslust hinaus in die Welt, und vom Weg herüber klingt Kinderlachen. Plötzlich, irgendwo aus dem Gebüsch kommt ein klägliches Zirpen, kaum hörbar, wie ein schwacher Hilferuf. Wolf, der Schäferhund, hat es mit feinen feinen Ohren zuerst gehört, und mit raschem Sprung setzt er über den Wegrand hinweg, steht schnuppernd Gesträuch, hierher, Wolf! Ein Pfiff ruft mahnend, aber Wolp denkt gar nicht daran, ihm zu folgen. Im Gegenteil, er wedelt fo anhaltend kunstgerecht mit dem Schwanz, bis sogar Herrchen geruht, näherzutreten. Wwwwwu! sagt Wolf, richtet die Lauscher und stößt die Schnauze ins grüne Blattwerk hinein, wwwwu!, jetzt spitzt auch Herrchen die Ohren. Wieder fleht der piepsende Klagelaut. Herrchen schüttelt den Kops und bohrt seine Blicke in das Gestrüpp. Da, nun hat er das piepsende Etwas entdeckt: ein blutjunger Fink, der aus dem Nest gefallen ist. Wie der Inbegriff aller Hilflosigkeit hockt das winzige Häuschen Unglück zwischen Gräsern und welkem Laub. Erschreckend groß wirkt das Köpfchen über dem kleinen zitternden Körper, an dem ein paar rupige Federn wie stachelige Borsten ragen. Die kugelrunden Aeuglein gehen angstvoll hin und her, der spitze Schnabel aber pickt immer wieder ganz sinnlos ins Leere: Hunger! scheint er zu sagen, Hunger!, und dort, wo einst ein Schwänzchen wachsen soll, zuckt es heftig. Wolf knurrt mißbilligend; Herrchen überlegt: was machen wir nun mit dir? Pink, pink, was machen sie nun mit ihm? Wenige Meter über der Unfallstelle sitzen die Finkeneltern im Gezweig und äugen mißtrauisch herab. Pink, pink, die arme Finkenmama ist mächtig aufgeregt, aber der „Herr des Nestes" wartet männlich gefaßt der Dinge, die da kommen sollen. Das vierbeinige Wesen dort unten wird seinem Sprößling gewiß nichts tun, aber das zweibeinige ...? Ein bißchen ängstlich ist der Finkenvater doch. Aber seine Besorgnisse sind wirklich ganz überflüssig, denn gerade im rechten Augenblick erinnert sich Herrchen der Weisheit, die er vor langen Jahren in der Schule lernte. Schule? Das Finklein überlegt, was das ist, aber Herrchen hat keine Zeit mehr, darauf zu achten. Natürlich, daß ihm das nicht gleich einfiel: ganz in Ruhe lassen muß man ein solches Tier, sonst... — „Komm!" sagt Herrchen, „die werden auch ohne uns fertig", und in großen Sätzen jagt Wolf ihm nach. Don der Höhe der Linde aber lockt es erleichtert, pink, pink!, und der Finkenpapa zerhackt einen schmackhaften Käser für den hungrigen fcs Alsfeld vom 8. Mai 1933. 2. Klage des Be- zirksfürsorgeverbandes des Obertaunusfreifes in Bad Homburg v. d. H. gegen den Bezirksfürsorge, verband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Pflegekosten für Rudolf Schneider aus Vilbel. 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Landkreises Eschwege, vertreten durch den Magistrat der Stadt Eschwege, gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Für» sorgeauswendungen für Christine Muskat, geb. Schäfer, aus Eschwege. 4. Klage des Bezirksfür» sorgeverbandes der Stadt Fulda gegen den San» desfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg, auf Erstattung von Krankenhauskosten für Friedrich Hartmann aus Essen. ** Z u Beigeordneten ernannt wurden Heinrich Hofmann in Hungen, Heinrich L o t h in Trohe, Karl Kranzin Okarben und Karl Koch in Langenbergheim. ** Schulpersonalie. Uebertragen wurde dem Studienrat an der Studienanstalt in Gießen Dr. Arthur Saßmannshausen eine Studien» ratsstelle an der Oberrealschule zu Gießen mit Wirkung von 16. April ab. ** Die Eintragung in d i e Erbhöferolle der Höfe in der Gemeinde Gießen betrifft eine Bekanntmachung des Ortsgerichts Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. Speerwerfen, wieder andere spielen Handball, man sieht ein flottes Fußballwettspiel, mit dem Schleu- derball werden die Kräfte erprobt, und Wasserball- spiele bringen für die Schwimmer Abwechslung. Denjenigen, die meinen, sie müßten ihre Kräfte im Boxsport aneinander messen, stehen Boxhandschuhe zur Verfügung. Um 12 Uhr gibt es aus der Feldküche Mittagessen. Nach einer Ruhepause schließen sich um 14 Uhr wieder zwei Stunden Sport an. Uml6.30 Uhr wird Kaffee gettunken, worauf Gemeinschaftsspiele folgen ober gebadet wird. Um 19 Uhr gibt es Abendessen. Hieraus folgt eine Stunde der Schulung auf geistigem und politischem Gebiet. Um 21 Uhr wird die Fahne eingezogen, um 21.30 Uhr ist Zapfenstreich. Für das leibliche Wohl des Lagers sorgen eine große Feldküche und drei Feldkessel. Den Speise^ zettel des ersten Tages will ich hier kurz aufzählen: Morgens gab es Kaffee mit zwei Schnitten Landbrot und Wurst. Zu Mittag eine gute Reissuppe, Darinnen Fleisch und Speck, in Würfel geschnitten, mit verschiedenen Gewürzen und Eiern, dazu Kartoffeln. Nachmittags Kaffee mit zwei Schnitten Bauernbrot und Marmelade, abends Brot uno eine Ration Wurst. Jeder Bluffer, die der Teilnahme ihres Sohnes an diesem Lager mil gemischten Gefühlen gegen- überstand, kann hier nur versichert werden, datz für die Jungen gut gesorgt ist, daß ihm jeder Tag neue Abwechslungen bringt u daß sie nach diesen 8 Tagen gestärkt an Körper u Geist ihre verschiedenartigsten Arbeiten des l 9 lichen Lebens mit neuem Mut aufnehmen wero Erhard Waag- ** Eine Verschönerung des Straßenbildes am Bahnhof hat die Stadtverwaltung in den letzten Tagen vorgenommen. Nachdem schon vor einiger Zeit die wenig repräsentativen Baumkrüppel an der Anlage vor dem Hotel Kühne beseitigt worden waren, sind nunmehr an deren Stelle in gefälliger Einfügung in Die Anlagen-Hecke meh- (Hpnaue Tkiefanftßriften lrete weißgestrichene Ruhebänke aufgestellt worden, genaue oncjuinu/iHim. ^t dieser Umgestaltung hat nicht nur das Straßen- Von der Pressestelle der Reichspostdirektion gewonnen, sondern man hat auch einem Drin» Frankfurt wird mitgeteilt: genDen Bedürfnis nach ausreichenden Sitzgelegen- Die Deutsche Reichspost klagt aufs neue, daß ihr gcjten am Bahnhofsplatz Rechnung getragen. Wer immer noch sehr viele Postsendungen mit mangel» öa5 jetzige Straßenbild an dieser Stelle mit Dem Hafter Anschrift zur Beförderung übergeben und früheren Aussehen vergleicht, wird zugeben müssen, bag bie „Visitenkarte^ unserer Stadt durch die DWWWWWW^WWWWWWWW»«W Maßnahme der Stadtverwaltung viel schöner ge- Äusreißermagen. Glück im Unglück. Ein Leser des Gießener Anzeigers berichtet uns folgendes: Ein nicht alltägliches Malheur stieß gestern oder vorgestern einem Starenweibchen zu. Es war — Gott weiß wie — oben am Dachfirst in die Regenrinne geraten, bie nach unten in ben unterirdischen Abwässerungsstollen Der stäbtischen Kanalisation führt und konnte sich, ba bie enge Rohrhülle Die Flügel umklammerte unD ihre Entfaltung nicht mehr gestattete, nicht mehr nach oben zurückbewegen. Gleichzeitig aber fanden die Füßchen auch keinen Halt zum Festklammern an den glatten Blechwänden, und so sackte das arme Tierchen denn ab bis unten in die Seitengänge der Kanalisation. Dort war gerade „Ebbe", und so konnte es sich dann durcharbeiten bis zum Haupt- sträng, der kurz hinter der Umfallstelle durch einen Einsteigschacht Verbindung nach oben zu der Straße hatte. Auch bis hierhin kam die Starin durch. Dann aber schien ihr Schicksal besiegelt zu sein, denn die engen Hublöcher des Deckels waren zu eng, sie durchzulassen. So mag das Tierchen Denn stundenlang hier gehockt haben und ängstlich den Schnabel durch das Löchelchen gequält haben, in der Hoffnung, Menschen auf sich auf» merksam zu machen, doch all die vielen Leute, die da Dorübergegangen sind, gestern und vorgestern, sie hatten keinen Blick dafür. Und dennoch wollte es ein Zufall, daß ausgerechnet ein Dogelkenner diese Stelle passieren mußte, und — auch das wollte der Zufall noch — feine Blicke sinnend zum Boden gerichtet hatte. Und da gewahrten seine Blicke — ein gewohntes Bild für sie — ein sperrendes Dogelschnäbelchen und zwei bittende flehende Augen in dem kleinen Löchelchen. Ohne sich zu besinnen, holte er Leute herbei, Die ihm ben schweren Deckel öffnen halfen unb bem Tierchen die ersehnte Freiheit Wiedergaben. In einem Hui sauste der noch völlig ungeschwächte Vogel heraus, seinem ** Matenblasen. Bei dem heutigen Maienblasen um 19 Uhr vom Turme der Stadtkirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: Nun laßt uns Gdtt den Herren, von Bach. 2. Ich grüße dich. Lied von Hertel. 3. Das Waldhorn. ** Unsere Nachtsängerin ist wieder zurückgekehrt. Man schreibt uns: Seit voriger Woche kann man sich wieder an dem herrlichen ®r fang der Nachtigall im Bergwerkswald erfreuen. Wer diesem herrlichen Gesang lauschen will, wird dringend gebeten, sich von 23 Uhr an auf der Stra- ßenkreuzung Gießen—Leihgestern und Oberhof ruhig zu verhalten. Schwätzern ist die Bettruhe zu empfehlen. ♦♦ Richtigstellung. In der Siegerliste des Reichsberufswettkampfes (Vergl. Gieß. Anz. vom vorigen Samstag) muß es unter Gruppe XII (Heimarbeiter und Hausgehilfen), Leistungklasse 2: einzelne Lager durch Gatter voneinander ab geteilt sind. In der Mitte jedes Lagers brennt Tag und Nacht ein großes Lagerfeuer. Drei große Masten von Polen auf Oberschlesien. — 1498: Der Reformator Girolamo Savonarola in Florenz verbrannt (geb. 1452). — 1618: Beginn des 30jähn- gen Krieges. — 1707: Der Naturforscher Karl von Sinne zu Rashult in Schweden geboren (gest. 1778). — 1886: Der Geschichtsforscher Leopold v. Ranke in Berlin gest. (geb. 1795). — 1906: Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen in Christiania gest. (geb. 1828). Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: KDAJ., Bezirksleitung Gießen, 18.30 Uhr, Cafä Ebel, Schulungsabend mit Vortrag von Ptz. Dr. med. Kranz. — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 6 und 7, 20.30 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Zellenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhoffttaße: „Sechs Frauen und ein König". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Aus dem Stadttheaterbüro. Mor» gen, Donnerstag, abend, Deutsche Bühne, Reihe 1, Wiederholung der bayerischen Moritat in 16 Bildern „Die Pfingstorgel". (Siehe heutige Anzeige.) ♦ ffnfrtlM rtitf I -u verhüten. Im Wintergetreide ist auf Das Austre- jrUnjull «Us vcr XDiejC. ten des Rostes zu achten. Bei Der Gerste ist Die Flimmernde Sonnentupfen spielen zwischen den Streifenkrankheit an den gelbbraunen ßängsftreifen Bäumen auf dem bunten Teppich der Wiese. Hoch | auf Blättern zu erkennen. In Den Sommersaa- " .....-k tt-A-t«- £en «yie Der Frttfliege. Von Den Kartoffelkrankheiten zeigen sich die Schwarzbeinigkeit, Krautfäule unD Wirtelpilzwelkekrankheit. Die jungen Zucker- unD Futterrübenpflanzen leiden an Wurzel- branD oder werden durch Den Rübenaaskäfer oder Die Heimatvereinigung Schisfenberg hielt gestern Seit Samstag letzter Woche tummeln sich am nachmittag auf Dem Schiffenberg eine Ausschuß- Gederner See 600 oberhessische Hit» itzung ab, Die von zahlreichen Vertretern aus ler jun gen, Die frei von Der Arbeit unD Den Gießen unD Umgebung besucht war. Anstrengungen Des täglichen Lebens acht Tage Nach kurzer Begrüßung durch den Dereinsführer, lang in abwechslungsreichem Leben Erholung m Oberforstmeister Nicolaus, berief dieser in den Gottes freier Natur suchen. Deutsche Jungen aus Vorstand: Bürgermeister Dr. Hamm (stellv. Füh- allen Berufen, die einen von ihrer Arbeit an Der rer), Rektor i. R. V. Müller (Schriftführer), Ge- Maschine, Die anderen von dem Pflug weg, wie- chäftsfübrer H. Kirchner (Rechner), Heimat- der andere aus der Schule, die dritten aus dem lichter H e ß (Kreisringführer des Reichsbundes für Büro, dieser aus der Werkstatt, und jener aus ir- Dolkstum und Heimat), außerdem als Ortsgruppen» genDeinem Verkaufsraum, — alle sind sie hier zu- ührer: Lehrer Rau, Klein-Linden ^Stellvertreter sammengekommen, Malermeister D i e h m a n n), Heinrich Langs- um sich acht läge lang die Lungen voll frischer Dorf, Leihgestern (Stellvertreter Rektor Lotz, £Uft zu pumpen, um den Körper durch Sport Leihgestern), bürgermeifter S ch ä f e r, Watzen- und Spiel zu stählen für ihre Arbeit, überhaupt born-Stemb-r« «Stellvertreter Karl Kolmer da. füc eine kurze Zett losgdöff zu fein von selbst), Franz Coenen, Garbenterch (Stellver- ' 1lnr, 3 ' treter Lehrer Mörschel, daselbst), Lehrer Z ö l» "ntu&e täglichen Alltags, ler, Hausen (Stellvertteter Pfarrer Steiner, Wenn Der Oberbannsührer Der HitlerjugenD Walter daselbst), Lehrer Klücker, Steinbach, Dr. Mi- Blurnenröder Dieses Lager ins Leben rief, chel, Gießen (Stellvertreter W. G e i l f u s). Als Dann nicht Deshalb, um Den Schülern höherer Lehr» Rechnungsprüfer wurden bestimmt: Bürgermeister anstalten ihre Pfingstferien durch dieses Lagerleben Schäfer, Watzenborn-Steinberg, und Steuerbe- zu verschönern, sondern um die schaffende Jugend, rater Jäger. die im Jahr zwei bis drei, allerhöchftens aber nur Es wurde dann beschlossen, den diesjährigen acht Tage Ferien bekommt, hinauszuführen in die Hcimattag am 17. Juni auf dem Schiffenberg ab- Natur, und um ihr für eine kurze Zeit ebendieselben zuhalten. Nachmittags findet ein volkstümliches Annehmlichkeiten zu bieten, die sonst nur Denen zu- Konzert Des SA.-Reserve-Musikzuges 1/116 statt, gute kommen, Die Die nötigen Geldmittel und Die Weiter sinD vorgesehen: Darbietungen vom Tanz- Zeit da^u haben. kreis Des ReichsbunDes für Volkstum unD Heimat, Ein Zeltlager ist wohl das JDeal jeDes Jungen, turnerische Vorführungen, RinDerreigen usw., abenDs ja Der GeDanke hieran läßt ihnen Die Herzen schnel- SonnenroenDfeuer. Für Die Vorarbeiten zu Dieser ter schlagen, unD wenn nun Dieses Zeltlager Wirk» Veranstaltung murDe ein befonDerer Ausschuß ge- lichkeit wurDe, Dann kann man sich wohl Die Be- bildet, bestehend aus den Herren Müller, Geil- geifterung Derer vorstellen, Die ein solches SagA fus, Dr. Michel, Kirchner (Gießen), Coe- zum ersten Male mitmachen und die bis jetzt immer ne n (Garbenteich), Schäfer (Watzenborn-Stein- nur in Fahrtberichten lasen, was ein solches Lager berg). I für Die Jugend bedeutet. Auf Anregung von Rektor i. R. V. Müller soll eine Sammlung von Volksliedern zusammen- gestelli werden. Die'Bearbeitung dieser Sammlung wurde einer besonderen Kommission, bestehend aus Den Herren Müller, Pfarrer Steiner, Heß, Rau, Geilfus, Marsteller übertragen. Zur Ausschmückung eines Raumes auf Dem Schiffenberg mit Silbern würbe ein Betrag von 25 Mark aus Vereinsmitteln zur Verfügung gestellt. Weiter würbe angeregt, künftig der MitglieDer- werbung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Anschließend an die Verhandlungen fand eine Familienzusammenkunft statt, bei welcher Gelegenheit Die auf Dem Altan ausgestellte Orientierungstafel ihrer Bestimmung übergeben murDe. Es ist in Aussicht genommen, später auch an Der NorDseite Des Schiffenbergs eine Orientierungstafel anzubringen. i. Klage Des Heinrich Muller m Over-^ttewen, ^etmaroener uno nausgeyi^n,, I vertreten Durch Rechtsanwalt Luley in Gießen, I richtig 1. GerDa Hainer, Gießen (nicht Hamer, DaDurch in Der Ueberkunft verzögert roerDen. Die ^gen Den Pvlizeibefehl Des KreisDirektvrs Des Krei-i Gießen) heißen. Anschrift muß Deutlich, richttg unD vvllstänDig fein, | wenn Die SenDungen schnell beförDert unD unver- ZSL ZcSL /ÄJ k GA.-Ewenveiag in Gießen. tellpvstanstalten, wie Berlin, Hamburg, München, I 8 v Frankfurt (Main) usw. Darf neben Der Ortsbezeichnung der Ortsbezirk (NO., Süd usw.) sowie die Nummer der Zustellpostanstalt, bei Vororten die findenden Dorortsbezeichnung nicht fehlen. Bei Landorten oll die Zustell- oder ßeitpoftanftalt angegeben wer- VvlUJJv !b"; y - üb°r‘^Än6Äis).ar?1: tabt. — (85) — Das Geleitwort, das der Verfasser einem Heimat-Roman vorangestellt hat, beginnt so: Dieses Bauernbuch steht am Wege von Erkenntnissen, die in mir Raum gewannen, als zur Svnnen- wende 1932 der Führer des neuen Deutschland, Adolf Hitler, vom höchsten Gipfelberg des Hessenlandes Eindrücke des Jahres 1933 wieder, es erzählt von der großen Tat des Staatsmannes Adolf Hitler und feiner Mitarbeiter, von der politischen und kulturellen Neuordnung des Reiches, und deutet in großen Zügen auf die wirtschaftspolitischen und kulturellen Probleme hin, die von der nationalsozialistischen Regierung in großzügiger Weise gelost worden sind. Ernst Günter Dickmann, Verfasser einer ausgezeichneten Horst-Wessel-Broschüre, seit Jahren Kulturpolitiker der größten nationalsozialistischen Tageszeitung Mitteldeutschlands, hat dieses Buch geschrieben. Dickmann erzählt packend von den gewaltigen Leistungen Adolf Hitlers, vom Sein und Werden eines neuen Volkes, von dem Kulturprogramm, das Goebbels in zahlreichen Versammlungen entwickelte und nun in diesem ersten Jahr zur Verwirklichung brachte, von den organisatorischen Umwälzungen, der großen Maifeier und dem Erntedankfest, vom Nürnberger Parteitag und von dem Erfassen der deutschen Arbeiterseele. Das mit zahlreichen Bildern ausgeftattete und geschmackvoll gebundene Buch darf um seiner inneren Qualitäten willen empfohlen werden. Ahnenforschung. — Gedenke, daß du ein deutscher Ahnherr bist! Festrede über Deutschlands Erneuerung und die Rassenhygiene. Von Dr. med. Philalethes Kuhn, o. Professor und Direktor des Hygienischen Instituts an der Universität Gießen. Dritte Auflage. Verlag von Theodor Steinkopff, Dresden und Leipzig, 1933. — (318) —Der bekannte Gießener Rassenhygieniker, der bereits seit langem auf die einschneidende Bedeutung von Rassenpflege, Frühehe und Vererbung hingewiesen hat, sucht in dieser zeitgemäßen Broschüre den Leser zu der Erkenntnis zu iringen, daß Gesundheit und Tüchtigkeit eines Men- chen hauptsächlich von seiner Abstammung abhän- ien, und daß die Erblichkeit bei der Entstehung von Krankheiten eine erhebliche Rolle spielt. Professor Kuhn, als ein zielbewußter Vorkämpfer der Rassen- hygiene, durchglüht von tiefer Liebe zu Volk und Vaterland, zeigt in dieser kleinen Schrift, was im Interesse der Nachkommenschaft geschehen muß. Die Schrift ist besonders auch für den jungen Akademiker lesenswert und vielfach anregend. — Ahnen- und Sippschaftstafel, Chronik und Wappen der Familie. In Umschlag geheftet 1,20 Mark. Im Verlag von Emil Roth, Gießen. — (86) —Die vorliegende Neuerscheinung des Gießener Verlages wird angesichts des durch die nationalsozialistische Regierung geweckten und geförderten Interesses für Familienforschung, Abstammung und Vererbung allgemein begrüßt werden; sie wird eingeleitet durch eine sehr lesenswerte Abhandlung von Pfarrer Hermann Knodt, dem Herausgeber des Hessischen Geschlechterbuches, „lieber' den Sinn und Wert einer Familienchronik, Ahnen- und Sippschaftstafel" unter dem Motto „Immer geht vom Hauswesen jede wahre und beständige Volksgröße aus. Im Familienglück lebt die Vaterlandsliebe, und der Hochaltar unseres Volkstums steht im Tempel der Häuslichkeit". Anschließend folgt eine Seite zur Einzeichnung und genauen Beschreitung eines Familienwappens; dieses kann, wo nicht vorhanden, von jedermann angenommen werden; ein Heraldiker ist dabei empfehlenswerterweise zu Rate zu ziehen. Dann folgt freier Raum zur handschriftlichen Eintragung der Familienchronik. Weiterhin eine übersichtlich angeordnete Ahnentafel zur Aufstellung einer direkten Ahnenlinie bis zu den Ururgroßeltern und über diese hinaus. Den Schluß bildet eine von Dr. H. W. Kranz, Text nach Dr. Astel, entworfene, drei Generationen umfassende Sippschaftstafel mit einer klaren und kurzgefaßten Gebrauchsanweisung. — Die Veröffentlichung dürfte insgesamt sehr geeignet fein, dem heute bereits vielfach lebendigen Interesse an Familien- und Ahnenforschung neue Anregungen und praktischen Antrieb zu geben. Uebrigens kann jedermann fein Familienwappen auch auf Titel und Umschlag einzeichnen und so dem Bande schon äußerlich ein persönliches Gesicht geben. — Heinrich Bauer: „Nation im Werden". Eine Sinngebung der deutschen Geschichte. Kart. 1,50 RM. Hamburg. Hanseatische Verlags- Nechisliieraiur. — Prof. Dr. Heinrich Henkel: Strafrichter und Gesetz im neuen Staat". Heft 3 der von Staatsrat Prof. Dr. Carl Schmitt herausgegebenen Sammlung „Der deutsche Staat der Gegenwart". Kart. 2 Mark. — Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (162) — Henkel weist nach, in welchem Maße das Verhältnis von Strafrichter und Gesetz bestimmend für den Ausdruck des völkischen Rechtsempfindens ist. In der Zeit des liberalen Staates wurde der berühmte Satz: „Keine Strafe ohne Gesetz" (§ 2 des alten Strafgesetzbuches) zu einer Selbstverständlichkeit, die das Bedürfnis nach einem möglichst umfassenden Schutz vor dem Staat bezeichnet. Für den Führerstaat ist entscheidend, daß jedes Unrecht nach Maßgabe des völkischen Rechtsempfindens seine Sühne findet, daß kein Verbrechen ohne die gerechte Strafe bleibt. Die nationalsozialistische Rechtsordnung setzt den nationalsozialistischen gemeinschaftsgebunoenen und durch Dienst am Volksganzen verpflichteten Menschen voraus, dessen Lebensgesetz sich aus der Gesetzlichkeit des Volksganzen ergibt. Hiernach bestimmt sich Sinn und Zielrichtung des neuen Strafrechts. — Kurzkommentar des Bürgerlichen Gesetzbuches nebst Einführungsgesetz. Erläutert von Landgerichtsdirektor Dr. O. Loening und den Landgerichtsräten I. Basch und E. Straß- mann. Nachtrag: Rechtsprechung und gesetzliche Aenderungen vom Juli 1931 bis Dezember 1933, bearbeitet von E. Straßmann. 99 Seiten Taschenformat. München und Berlin 1934. C. H. Beck. Geheftet 1.50 Mark. (Der Kurzkommentar mit dem Nachtrag zusammen 19,50 Mark.) — (168) — Um der großen Zahl der Benützer des Loeningschen Kurzkommentars zum BGB. den Gebrauch dieses praktischen Erläuterungswerkes nach Möglichkeit zu erleichtern, wurde ein 99 Seiten starker Nachtrag ausgegeben. In ihm ist, nach der Paragraphenfolge geordnet, die seit Erscheinen des Kommentars ergangene Rechtsprechung zusammenfaßt; anschließend sind die seitdem erfolgten Aenderungen des Gesetzes angeführt. Beides stimmt mit der von der „Deutschen Juristen-Zeitung" veröffentlichten 43. Spruch- jammhing zum BGB. überein. Bei den Entscheidungen ist vielfach und besonders dort, wo dies zur Hervorhebung der Abweichungen von der bisherigen Rechtsprechung oder vom Standpunkte des Kommentars geboten war, auf die Erläuterungen verwiesen. Auf diese Weise ist der Nachtrag so mit dem Inhalt der (Erläuterungen in Zusammenhang gebracht, daß der Kommentar dem neuesten Stande der Rechtsprechung und Gesetzgebung und damit allen Anforderungen der Praxis entspricht. — Gaupp — Stein — Jonas, Kom- mentar zur Zivilprozeßordnung in der Fassung vom 8.11.1933, Lieferung V, 1934, Verlag I. C. B. Mohr, Tübingen, Subskriptionspreis in in der ersten Subskription 11,70 Mark. Subskriptionspreis in der zweiten Subskription (ab 1. Ja- nuar 1934) 13 Mark. — (68) — Der den ersten Band abschließenden Lieferung IV folgte rasch diese Lieferung, die den zweiten Band des Werkes eröffnet. Sie behandelt die §§ 511 bis 704 ZPO., also das gesamte Rechtsmitteloerfahren, das Wiederaufnahmeverfahren und die besonderen Verfahrensarten (Urkunden- und Wechselprozeß, Ehe-, Familien- und Entmündigungssachen, Mahnverfahren). Damit ist die (Erläuterung der ZPO. bis zum Zwangsvollstreckungsverfahren hin abgeschlossen, und wir sind nunmehr erstmals im Besitze eines großen vorzüglichen Kommentars zu dem durch die Novelle vom 8. November 1933 vielfach un- tiefgreifend geänderten zivilen Erkenntnisverfahren. — Jesco von Puttkamer: Wahr bleibt wahr, deutsch d i e Saar. Mit 93 Bilddokumenten und einem Geleitwort des Führers ______ _____ _z________o , des Bundes der Saarvereine Staatsrat Gustav 1 anstatt. — (110) — Die heutige Geschichtsauffassung Simon. Gerhard Stallina Verlag, Oldenburg i. O. ' stellt Rasse, Volkstum und Glauben, als tragende """ "" — Kräfte für das politische Leben, in den Vordergrund. In der Schrift Bauers entsteht die deutsche Geschichte von Armins Kamps um das germanische Einheitsreich bis zum Durchbruch der schöpferischen Kräfte im Nationalsozialismus. Viele Geschehnisse der Vergangenheit, die die alte Geschichtsbetrachtung für bedeutungslos hielt, werden in das rechte Licht gefetzt und ihre Bedeutung für das Werden des deutschen Volkes klargelegt. „Brauche sofort Erdbeben 1023!" „Tausche Mädchenlachen gegen Löwengebrüll.'' — Oer Keller der 86000 Geräusch -Kuliffen. In dem Keller eines riesigen Gebäudes von neuzeitlichster Bauart befindet sich eine seltsame Bibliothek. Es ist wohl die eigenartigste Berlins. Große Regale bedecken die Wände bis zur Decke. Quer gestellte hohe Metallschränke von allermodernster Konstruktion teilen den Raum in lauter Einzelräume. Alles ist angefüllt mit vielen Tausenden gleichförmigen, sauber geordneten schwarzen Bänden, deren Rücken kleine weiße Namensschilder aufgeklebt sind. Neugierig greift man sich einen Band heraus: Schweinegrunzen, sagt das Schildchen. Der Blick fliegt zum nächsten: Mädchenlachen heißt es. Ein drittes verkündet: platzendes Dampfrohr! Zögernd dreht man den unverhältnismäßig schweren Band in den Händen hin und her, dann öffnet man ihn — Grammophonplatten. Weitläufige Kellereien im Hause des Rundfunks in der Masuren-Allee enthalten das Schallplattenarchiv, das bereits heute die ansehnliche Zahl von 86 000 Schallplatten umfaßt. Es ist das größte seiner Art in Deutschland. Das ungeheure Gewicht dieser Plattensammlung von fast 500 Zentnern macht seine Unterbringung im Keller notwendig. „Ich bin ein hartnäckiger Mensch", bekennt Herr von Brauchitsch, der Leiter des Archivs lächelnd. „Ich hänge mich sozusagen überall da an, wo ich für meine Sammlung eine möglichst kostenlose Neuanschaffung wittere. Wenn z. B. für eine Gelegenheit, wie den 1. Mai vom Rundfunk alles zur Uebertragung vorbereitet wird, die Kabel gelegt, der Kaoelschutz und alle übrigen technischen Einrichtungen aufgestellt worden sind, fahre ich hinterher und benutze alle die Anlagen für meine eigenen Zwecke. Ich kriege die Stimme des Führers, den Volksjubel, Versammlungs- und andere Geräusche, ohne daß ich dafür Geld ausgeben muß. Oder es findet die Uebertragung einer Kirmes statt. Da wird an Ort und Stelle aufgepaßt, wo sich in der Nähe etwas findet, was wir hier noch nicht haben, und flink nutzen wir die Gelegenheit aus und nehmen einen rauschenden Bach oder einen Hühnerhof oder anderes auf. So stellen wir im Anschluß an einen Hauptzweck der gerade arbeitenden Apparatur nebenher unsere Geräuschkulissen her, die dann in den Hörspielen aller deutschen Sender Verwendung finden." Herr von Brauchitsch erklärt, warum die Industrie keine Geräuschplatten und nur einen kleinen Teil historisch wertvoller Platten anfertigt. Die Aufnahmekosten sind so hoch, daß eine fertige Platte nicht weniger als 60 bis 80 Mark kosten müßte. Das Archiv sammelt seine Stücke aus historischer Verpflichtung heraus und kommt fast umsonst zu seinen Schätzen. Alle Sender Deutschlands sind interessiert an der Erweiterung des Geräuscharchivs und liefern ihre Beiträge. Sie stehen in lebhaftem Austausch untereinander. Wie gut diese Geräuschaufnahmen gelungen sind, kann man daraus ermessen, daß der Mensch durch sie unabhängig vom Auge wird, welches im Allgemeinen unbewußt beim Erkennen von Geräuschen eine wichtige Rolle spielt. Herr von Brauchitsch gesteht jedoch, daß nicht alle Naturgeräusche zur Wiedergabe durch das Mikrophon geeignet sind, sondern durch künstliche Kompositionen ersetzt werden müssen, um den richtigen Eindruck zu vermitteln. Neben der Plattensammlung liegt der A b h ö r - raum, in dem alle Platten auf ihre Eignung zur Einverleibung ins Archiv geprüft werden. Der Vorführer schaltet den riesigen Apparat ein. Auf zwei nebeneinanderliegenden Scheiben laufen nacheinander die Platten ab. Die erschütternde Lebensklage eines wachsenden Grashalms, vieltausendfach verstärkt, summt als deutlich wahrnehmbarer Ton zitternd und wimmernd durch den Raum und hinterläßt einen tiefen Eindruck. Danach wird die Luft von dem atemlosen Schreien eines menschlichen Säuglings zerrissen, und man fühlt sich wieder daheim auf der Erde. Kuhbrüllen und Schweinegrunzen zaubern schnell ein Lächeln auf die Lippen. Ein Hahn kräht, seine Hennen gackern, ein Täubchen gurrt und ein Hund bellt von fern, worauf ein anderer wütend aus der Nähe antwortet. Hinter einem rauschenden Bächlein kollert ein Birkhahn seinen Liebeswalzer. Dann klopfen, elektrisch verstärkt, ruhige und gestörte Herztöne durch den Raum. Gleich darauf platzen Schrappnells mit ungeheurem Lärm, Maschinengewehre knattern, singend sausen totbringende Kugeln durch den Aether. Flugzeuge fahren ab, fahren an und fahren vorüber. Motore rattern, und Autos zischen dahin, Bahnhofslärm mit Abschiedsrufen und Geschrei von Verkäufern, dumpfes Stöhnen der anziehenden Lokomotive breiten sich aus. Dann eine Weile nur das eintönige Rollen des fahrenden Zuges. Anscheinend ist man in Hamburg angekommen, denn Schiffsglocken ertönen, Brandung peitscht den Kiel eines Schiffes; hallend mischt sich der Motor im Innern des Schiffes in die Geräusche. Gewitter, Donner, Regen ziehen auf. Die Feuerwehr rast durch die Straßen, von fern läutet eine wunderbare Kirchenglocke, ein ganzer Chor fällt ein. Und irgendwo läßt jemand in einem Badezimmer Wasser in die Wanne laufen. Mädchenlachen klingt auf, in das viele andere Stimmen einfallen, man lacht, lacht — bis man einfach nicht mehr kann. Ein Erdbeben macht allem ein Ende, und ganz benommen von all den Eindrücken verläßt man den tonreichen Raum. Dies sind nur ein paar von weit über 3000 Geräuschen, die von den Geräuschjägern des Rundfunks eingefangen worden sind. Außerordentlich interessant geht es in einem kleinen Raum des Kellers zu, in welchem die großen schweren Wachsplatten, die zur Aufnahme dienen, nachdem sie vier- bis fünfmal abgespielt sind, abae- schliffen werden. Ein feinkonstruierter Apparat führt ein zweigegabeltes Instrument über die sich drehende Wachsplatte. Der vordere Teil der Gabel läßt, nach der Methode der Grammophonnadel, eine Stahlschneide die in die Schicht eingegrabene Schrift abkratzen. Während ein Diamant, der an dem gleich dahinter angebrachten Gabelteil hinterher läuft, der Schicht ihren alten Glanz verleiht und sie vollkommen glättet. Die Späne werden durch die Schläuche eines Staubsaugers, die unmittelbar an den beiden Schneide angebracht sind, aufgefangen, so daß kein Stäubchen daneben fliegen kann. In. großen Waschkörben stehen sie und harren ihrer Wiederverarbei- tuna. Was für ein Zeitalter, in dem man im Schlafzimmer Löwen brüllen hören kann, in Nacht und Eis am hohen Nordpol Nachtigallen schlagen lassen und am Aequator das Krachen eines Eisberges hervorzaubern kann! R. H. Oer große Hessische Eoldatentag vom 9. bis 11. Juni. Der Deutsche Reichsbund „Kyffhäuser", Landesverband Hessen-Darmstadt (Kriegerkameradschaft Hassia), schreibt uns: Die Teilnahme an der großen Wiedersehensfeier in Darmstadt ist eine gewaltige. Es ist mit Sicherheit mit einer Beteiligung von 50 000 biS 60 000 Frontkämpfern und Kameraden zu rechnen. Der Hessische Soldatentag wird die größte Wiedersehensfeier aller Frontsoldaten und Kameraden sein, die ehemals in hessischen Regimentern gedient und im Felde Schulter an Schulter gekämpft haben. Nicht nur aus Hessen, sowie Hessen-Nassau, sondern aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland, der Pfalz, Bayern, Franken und Baden haben sich zahlreiche Vereine und Kameraden angemeldet. Dieser große und gewaltige Appell ist nicht nur eine Jubelfeier der Kameradschaft, sondern ein machtvolles Bekenntnis zum Dritten Reich und seiner Regierung. Die Einmütigkeit und die Geschlossenheit findet ihren Ausdruck in dem großen historischen Festzug am Sonntag, 10. Juni, in dem Volk und Wehr verherrlicht werden. Von Seiten der Regiments- und Kriegervereine, sowie Kolonialtruppen wird in nicht weniger wie 30 Prunk- und Festwägen, sowie Festgrup« pen die Geschichte der ruhmreichen Vergangenheit der alten Regimenter dargestellt. In engster Ge. meinschaft mit dem schaffenden deutschen Volk wich deutscher Fleiß und deutsches Können im Handwerk von den Innungen in weiteren 10 Festwagen und Gruppen veranschaulicht werden. Unsere Verbundenheit mit der deutschen Saar findet ihre Darstellung in einem besonderen Prunkwagen. Dis Frontkämpfer des Weltkrieges und die Kameraden des Kyffhäuserbundes rechnen es sich zur besonderen Freude an, mit den Kameraden der SA. und SS« Schulter an Schulter im Festzuge zu marschieren« Nicht weniger als 35 Trommler- und Pfeiferkorps und 40 Musikkapellen lassen ihre alten Militär, märsche im Festzuge erschallen. Die Liebe zur Hei, mat und zum Volk findet ihren Ausdruck in mehre, ren überaus sinnvoll zusammengestellten Trachtengruppen aus dem Odenwald, Oberhessen, Schlitzerland und Bayern. Der Hessische Sänger, bunt), sowie Schützenvereine und Darmstädter Turn- und Sportvereine beteiligen sich aufs zahlreichste. Tausende und aber Tausende deutsche Soldaten und Männer werden im Gleichschritt marschieren, und ihr Losungswort heißt nur: Deutschland und nur Deutschland. Die Geschäftsstelle der Festleitung befindet sich in Darmstadt, Ahastraße 5, Fernruf 3574« Amtsgericht Gießen. Der Viehhändler Isidor Wolf aus Ockenheim (Kreis Bingen) erhielt einen Strafbefehl in Höhe von 2 0 Mark, weil er außerhalb des Viehmarktes Käufe abschloß. Der Angeklagte legte gegen diesen Strafbefehl Einspruch ein mit dem Ziel des Frei, spruches. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei die Schuld des Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn zu der im Strafbefehl festgesetzten Strafe von 20 Mk. Außerdem trägt der Angeklagts die Kosten des Verfahrens. Talsperrenbau auf dem Westerwald. W e st e r b u r g, 22. Mm. (LPD.) Auf dem o b ei ren Western) ald bei den Dörfern Rehe, Mademühlen und Driedorf ist man mit dem Bau einer großen Talsperre beschäftigt, bei der rund 700 Arbeiter Brot und Beschäftigung finden. Der sich durch den Wiesengrund schlängelnde R e h b a ch wird in einem gewaltigen Stauwerk eingesam- rnelt. Jrn Winter werden die Wasser des Rehbaches in dem Staubecken gesammelt, um im Sommer nutzbar gemacht zu werden. Die neue Talsperre wird eine Länge von 700 und eine Breite von 400 Meter haben. Das Fassungsvermögen des großen Staubeckens beläuft sich auf eine Million Kubikmeter. Der Staudamm erhält eine Stärke von 60 Metern. Die Arbeiten an der Talsperre sollen so gefördert werden, daß die Fertigstellung am 1. Oktober erfolgt ist. Wir geben die Verlobung un- sererTochter Anneliese mit Herrn Rudolf Hassemer bekannt Johann Wilhelm Harth und Frau Mainz, Walpodenstraße 1, im Mai 1934 Meine Verlobung mit Fräulein Anneliese Harth beehre ich mich anzuzeigen Rudolf Hassemer Gießen, Horst-Wessel-Wall 31 02675 Millionen Blumenfreunde verwenden seit Jahren zur Düngung ihrer Topfpflanzen nur Mairol.Die Anwendung ist einfach u.sparsam, schonlMessersp. tMctiwC im Gieß wasser 1598 v wirkt wunderbar. Ein Versuch wird auch Sie überzeugen. Drogerien, Blumengeschäfte u. Samenhandlungen empfehlen Mairol als den besten Pflanzendünger. Dose 50 Pf. Bekanntmachung. Betr.: Reichserbhofgesetz. Das gerichtliche Verzeichnis der Höfe in der Gemeinde Gießen, deren Eintragung in die Erbhöferolle in Aussicht genommen ist, wird in der Zeit vom 23.7Nai bis 20. 3uni 1934 durch Aushang an der Ortstafel im Stadthaus, Gießen, Bergstraße 20, zu jedermanns Einsicht offengelegt. Es wird darauf hingewiesen, daß jeder Eigentümer, dessen Hof zu unrecht eingetragen ist, binnen zwei Wochen nach Beendigung der Offenlegungsfrist beim Anerbengericht Einspruch erheben kann. Gießen, 23. Mai 1934. 3093D I. A. des Anerbengerichts Gießen. Ortsgericht Gießen. S o l d a n , Vorsteher. Familien-Drucksachen veriobun0«anzii0in Vormählungean zeigen bei BrühL SchulstraBe 7 Geburtsanzeigen Vermietungen Schöne, sonnige 6-Zimmer- Wohnung zum 1. Juli zu vermieten. (02077 Tammstraße36, EckeWernerwall | Mietgesuche~| 4-5-3hnmet- Wotjnung mit Zubehör zu mieten gesucht. Schristl. Angeb. unter 3101D an d. Gieß. Anzeig. Zimmer mit Küche sofort gesucht. Schr. Angeb. u. 02676 a.d.G.A. Intelligenter MIquh nicht unt.16Jah- ren, zur Erlernung desPortier- berufesges. (ao^D Hotel Schütz llllllllllllllllllllllllllllll ßlmsmglinischer Lehrling (fortbildungsschulfrei) für das Büro einer mittleren Fabrik in Gießen gesucht. Ausmhrl. yand- fchriftl. Bewerb. bungenu.3102D an den Gießener Anzeiger erbet, llllllllllllllllllllllllllllll 1t kennenzulernen. 3092 A CARLlMnwarR GIESSEN SELTERSWEG 61 LJNHABER-- CARL HEINZ SCHLÜTERl V Bildschöne Sofie in vielen lustigen Farben und Mustern bringe ich jetzt für sommerliche Kleider und Complets Sie müssen mich besuchen, meine Damen, es ist eine Freude, meine reiche Auswahl und meine niedrigen Preise Donnerstag, den 24. Mai d. nachmittags 2 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung im Löwen, Neuenweg 28, dahier: 1 Schreibmaschine, 1 Klavier, 1 Nähmasch., 1 Sofa, 1 Grammophon, 1 Kommode, I Kleider- schr., 1 Warenschr., 1 Schreibtisch, 1 Chaiselongue, 1 Korbmöbelgarnitur. Ferner an Ort u. Stelle. Bekanntgabe im obigen Lokal: 1 Ovel-Personenwag., 2 Sofas, 1 Radioanlage, 3 Warenschrünk., 2 Registraturschränke, 3 Schreibmaschinen, 3 Klaviere, 1 Kassenschrank, 5980 Stck. versch. Säcke, 19 Wagenpläne, 1300 m Jutegewebe, 1 Registrierkasse, zwei Ladentheken, 2 Schreibtische, 1 elektr. Klav., 1 Eiskonservator, 1 Büfett, 1 Bücherschrank, ein Grammophon, 1 Standuhr. MöH Gerichtsvollzieher in 3098 D Gießen, Ludwigstr. 331, Telephon 3239. Zuverlässiges Mdchen im Alter von 16 bis 17 Jahr., am liebstenv.Lande, für sofort ges. Schr. Ang. unter 3096D a.d.G.A. llllllllllllllllllllllllllllll Wegen Verheiratung meiner Köchin suche ich zum 1. Juli ein tüchtiges, zuverlässiges 8O99D MW das kochen kann und etwas Hausarbeit übernimmt Frau Emmy Noll, Moltkestraße 14. llllllllllllllllllllllllllllll lllllllllllllllllllllllllllll) Gesucht 02674 Aelter., sauberes hpticteii für sofort oder l.Juni. Sprechstunden: 1072-2 oder 4-7'A Uhr, Liebigstr. 68II IlllllllllllllllllilllllHIIII Solides, nicht zu junges Mädchen d.selbständig gut bürgerlich kochen kann, zum 1. ob. 15.Juni gesucht. Frau W.Benner Marktstr.34 . 02g84 TagmÄi fürkleinewguten Haushalt für sofort gesucht. 02680 Friedrichstr.53v. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Ihre Blumen gedeihen prächtig mit otbiA Alberf s Blumendiin^er Harnstoff Kali PhosDhor Blumendünger „Ovis“ und HornsDänen Seit langen Jahren bestens bewährt! Samenhans Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Telefon 3403 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Schon firrRM.I.SO monatl. - bei Abnahme einer Lieferung zu O.3.- aller 2 Monate - erwerben Sie das bekannte botanische Pracht- und Standardwerk: Die Pflanzenwelt derdeutschenHeimat und der angrenzenden Gebiete In Naturaufnahmen dargestettt u. beschrieben von Or. Kurt Hueck. Drei Bände in 90 Lieferungen mit etwa 1000 eigenen Naturaufnahmen auf mehr als 400 bunten und einfarbigen Tafeln. Oer Bezug in Lieseroo gen ermöglicht Ihnen den Besitz dieses Prachtwerkes ohne brückende wirtschaftlich« Selastung. »Das Werk bat in der pflanzenkundllchen Literatur nicht seinesgleichen und man möchte hoffen, daß es dazu beiträgt, Verständnis und Liebe für die heimische Pflanzenwelt in immer weitere Kreise hineinzutragen/ „ . (Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung.- Verlangen Sie -aS bebilderte Werbet Das Werk kann durch jede Buchhandlung bezogen werden. SugoVermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Nr.M Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 23. Mai SJL-tfpoit Bezirksklaffe, Gruppe Oberheffen. Zur Zeit tragen die vier Gruppenersten der 1. Kreisklasse im Kreise Gießen: SV. 20 Heuchelheim, TuSpV. 20 Bissenberg, SV. Schotten und TuSpV. Naunheim die Aufstiegsspiele in die Bezirksklasse aus. Aus diesen Spielen wird wohl der TuSpV. Naunheim als Sieger hervorgehen. Das beweisen die erzielten Resultate, gegen Heuchelheim 6:2 und 4:0 gegen Schotten. Im Kreise Friedberg steht der Kreismeister Viktoria Oberroßbach bereits fest. Der Kreismeister des Kreises Marburg wird in die Gruppe Dill eingereiht werden. Wenn nun VfB. Kurhessen Marburg aus der Gauliga in die Bezirksklasse absteigt und der SV. Naunheim in die Gauliga aufsteigt, so gleicht sich die Gruppe Oberhessen wieder aus und für die Spielzeit 1934/35 ergibt sich folgende Zusammenstellung: VfB. Kurhessen Marburg | Germania Marburg > FD. Ockershausen I Spielvereinigung 1900 Gießen VfB. Reichsbahn Gießen SV. 05 Wetzlar FC. Teutonia W.-Steinberg TuSpV. Naunheim SV. Groß-Karben ) Viktoria Ober-Roßbach | Sollte allerdings SV. Naunheim nicht aufsteigen, so müßte Groß-Karben oder Ober-Roßbach aus dem Kreise Friedberg zur Gruppe Hanau geschlagen werden. BfB.-Reichsbahn Gießen. Vahnstaffellag mit Schlageler-Gedächtnisfeier. In Verbindung mit dem „Tag des Mittelstrecklers und Werfers" veranstaltet die Leichtathletikabteilung des VfB.-Reichsbahn auch den Bahnstaffeltag mit der Schlageter-Gedächtnisfeier. Die Veranstaltung ist offen für alle Vereine (auch DT.) des Kreises Gießen. Als Wettkämpfe kommen folgende Staffeln zum Austrag: Männer: 4 mal 100, 4 mal 1500, 10 mal 200 Meter; Frauen: 4 mal 100 und 10 mal 50 Meter. Jugend: 10 mal 100 Meter. Um außerdem dem Zuschauer und besonders den unbekannten Sportlern im Können bereits fortgeschrittene Aktive vor Augen zu führen, sollen folgende Rahmenwettkämpfe eingelegt werden: 100 Meter, 200 Meter, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Hammerwerfen und Weitsprung. Meldungen an W. Rinn, Gießen, Löberstraße 19. Suche nach dem unbekannten Sportler. — „Tag der Mittelstreckler und Werfer". Der Leichtathletikabteilung des VfB.-Reichsbahn, Gießen, ist vom Kreisleichtathletikfachwart auch die Ausrichtung dieser Veranstaltung übertragen worden. Sie findet am Sonntag, 27. Mai, statt. Als Wettkämpfe kommen zum Austrag: 500 Meter, 800 Meter und 1500 Meter Laufen, Kugelstoßen, Speerwerfen, Diskuswerfen, Hammerwerfen, Steinstoßen. Startberechtigt ist jeder Deutsche, der in obigen Konkurrenzen noch keinen Preis (also 1. bis 3. Platz) errungen hat. Meldungen an W. Rinn, Gießen, Löberstraße 19. Meldungen können auch noch vor Beginn der Kämpfe auf dem Platz abgegeben werden. Deutscher Rudersieg in Ostende. Einen schönen Sieg feierte am ersten Tage der internationalen Ruderregatta in Ostende Gebrüder Arenz vom Wasser-Sport-Verein Godesberg. Das deutsche Meisterpaar siegte im Doppelzweier ganz überlegen in 9:05 vor der Mannschaft des Kgl. Ruder-Clubs Brügge, die 9:23 benötigte. Kreis Marburg Kreis Gießen Kreis Friedberg Die Reichsschwimmwoche in Gießen 17. bis 24. Juni 1934. 2m Einvernehmen mit dem ReichsminPerium für Volksaufklärung und Propaganda, dem Reichs- fportführer und der Führung der in Betracht kommenden Sportverbände wird im gesamten Reichsgebiet in der Zeit vom 17. bis 24. Juni an allen größeren Plätzen die Reichs-Schwimm- Woche durchgeführt. Auf Anordnung der Reichsorganisationsleitung für diese Schwimmwoche hat sich unter Führung der Ortsoertretungen des Deutschen Schwimm- Verbandes, der Deutschen Turnerschaft sowie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft der Ortsausschuß zur Organisation dieser Werbewoche für Gießen gebildet und seine Arbeiten bereits ausgenommen. Im Haus der Deutschen Arbeitsfront fand dieser Tage die erste Sitzung der erweiterten Arbeitsgemeinschaft statt, die der Ortsausschuß einberufen hatte, und an der sich etwa 50 Vertreter der Behörden, der parteiamtlichen Stellen, der SA. sowie der Sportvereinigungen beteiligten. Rechtsanwalt Dr. K r ä m e r als Leiter des Ortsausschusses wies .zunächst auf den Zweck der Reichs-Schwimm-Woche und die für die örtliche Durchführung geplanten 'Veranstaltungen hin. Er betonte, daß es bei dieser ivon der Reichsregierung ausgehenden großangelegten Werbung sich nicht um die Verfolgung sportlicher Ziele im besonderen, sondern um die Verbreitung des Schwimmens als Grundlage für die Lebensrettungsarbeit handle. Nicht darauf komme es an, daß eine große Zahl von sportlich durchgebildeten Schwimmern gewonnen würde, sondern daß das seit langem angestrebte Ziel „Jeder Deutsche ein Schwimmer, Jeder Schwimmer ein Reiter!" durch die Reichs-Schwimm-Woche nunmehr auch auf Betreiben der Regierung der Verwirklichung nähergebracht werde. In diesem Zeichen gehe es darum, überall, insbesondere durch die Sportorganisationen, die weitesten Volkskreise für das Schwimmen zu gewinnen. Nach der Darlegung dieser Ziele wurden die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft in die einzelnen Aufgabengebiete eingeweiht, in deren Mittelpunkt in erster Linie die Mitwirkung bei den Werbeveranstaltungen sowie die Verbreitung einer Aufklärungsschrift über das Schwimmen „Schwimme richtig" stehen wird. Die Schrift stellt eine auf engstem Raum untergebrachte außerordentlich lebendige und leicht faßliche Schilderung aller Schwimmarten unter besonderer Berücksichtigung des RetLtnd nun, Men? Vornan von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) H2 Fortsetzung Nachdruck verboten! Bernd Caßler deutete diese Tränen im Augenblick »alsch. Seine Hand griff nach der feinen, schmalen Les Mädchens und hielt sie mit scheuem, leisem Druck. „Habe ich Ihnen damit weh getan, Ellen? Liebes Aräulein Ellen? Das wollte ich doch nicht..." „Nein — nein." Ellens Augen leuchteten in die Les Mannes. „Ich danke Ihnen herzlich, Herr Caßler. Es war nur die Freude nach so langem, Hoffnungslosem Suchen." Sie schwieg. Sie wollte stich nicht schwach zeigen vor diesem Menschen, der, elternlos gleich ihr, das Leben so tapfer und beherzt □npatfte. „Ich bin in Ihrer Schuld. Warum gaben Sie mir nicht einmal die Gelegenheit, für Sie einzutreten? Ach, wenn Sie wußten, wie ich in diesen Tagen und Wochen voll innerer Unruhe war um Sie. Ihr Schicksal ist zu dem meinen geworden, Ellen Ehlers. Ich habe es kaum ertragen, Sie so • eiben zu sehen. Täglich nun prangt Ihr Bild in Riesengroße an allen Anschlagsäulen der Stadt nls Symbol herrlichster Schönheit, und der Gegen- ttand dieser Verehrung des Schönen steht abseits, io ganz abseits." Bernd Caßler hielt ein. Doch als aus Ellens Mund keine Erwiderung kam, fuhr er tapfer fort: „Warum verfallen Sie immer in diese bittere Resignation, Ellen Ehlers? Haben Sie doch Vertrauen zu mir. Zwischen Menschen, wie wir sind, izebührt sich ein offenes Wort — ober halten Sie mich dessen nicht für würdig?" „Herr Caßler" — das Mädchen schaute gequält ]iuf — „Sie verstehen mich nicht! Sprechen Sie ■licht so.. v „ Ellen ahnte die innere Stimmung des Mannes, !