Nr. 116 Erster Blatt 184. Jahrgang Dienstag, 22. Rai 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Rain 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Zteindruckerei R.Lange in Sieben. 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Die festliche Stimmung wurde durch die in den Nach- unittagsstunden auf allen Plätzen der Stadt einfetzen- Len Konzerte noch erhöht. Der Abend vereinigte «einen großen Teil der Besucher und der Einheimi- sschen in dem Stadttheater zur Aufführung des vaterländischen Schauspiels „Schlageter" und in der Stadthalle zu seinem saardeutschen Abend. Am zweiten Feiertag um Vzll Uhr empfing der Amtsleiter der NS.-Hago D r. v. Rente! n die ^Partei- und Behördenvertreter im Kurfürstlichen Schloß. Nach kurzen Begrüßungsworten des Meichshandwerksführers Schmidt führte Dr. v. Menteln u. a. aus: Die Aufgabe der nationalsozialistischen Handels-, Handwerks- und Gewerbe- vrganisation sei es, die Volkskreise dieser Berufe jjenem neuen Ideengut zuzuführen, das die Bildung und Errichtung eines neuen Volkes und damit Liner neuen Wirtschaft ermöglichen soll. Der 516.« !Hago liege der nationalsozialistische Gedanke zu gründe, daß es nicht möglich sei, dadurch, daß man wirtschaftliche Dinge oder rein berufsmäßige Dinge allein betone, eine Einheitlichkeit der Willensbildung im Volk zu schaffen, sondern daß die «virtschaftliche Betrachtungsweise immer trennend mirken werde, daß es also darauf ankomme, dem Menschen zu zeigen, daß er politisch bedingt ssei. In dieser Kundgebung in Mainz solle wieder einmal darauf hingewiesen werden, daß es nur ein gesamtdeutsches Schicksal gebe, das hochstehe über allen wirtschaftlichen Fragen. Die Tiusländische Hetzpresse, aufgestachelt durch Dolks- verführer, die das deutsche Volk in seiner jungen Kraft abgeschüttelt habe, behaupte, in Deutschland herrsche Terror und vor allem der Mittelstand sei unzufrieden mit der Regierung und Handel, Handwerk und Gewerbe hätten keinen innerlichen Gleich- chritt mit der nationalsozialistischen Regierung. Darum sei es notwendig und gut, daß einmal nHandwerk, Handel und Gewerbe selbst aufmarschier- ::en und in einer Kundgebung die Aufmerksamkeit Oes Auslandes in hohem Maße auf sich zu ziehen und zu zeigen, wie unwahr solche Behauptungen ieien. Zum Schluß widmete der Redner besonders vergliche Worte den Volksgenossen von der Saar: Eure Rot, Brüder von Saar, ist unsere Not, Eure Hoffnung ist unsere Hoffnung. In dieser Kundgebung wollen wir besiegeln den Treueschwur, den wir einander ablegen für die zukünftige Gestaltung »er Geschichte des deutschen Volkes. Ungezählte Tausende hatten sich am Pfingstmon- oag auf dem Sanb", dem Exerzierplatz der ehemaligen Mainzer Garnison, eingefunden. Die Sternfahrt der NS.-Hago brachte am ersten Feiertag schon Tausende von Kundgebern hierher. An zwei schier endlosen Säulen marschierten gegen Mittag die Teilnehmer, darunter größere Gruppen ms allen Teilen des Reiches und Danzigs, besonders Aber aus dem Saargebiet, durch die in Maiengrün und Fahnenschmuck prangenden Stra- I -gen hinaus auf den von Kiefern- und Laubbäumen umstandenen weiten Platz. Auch eine Abteilung österreichischer SA., die wie die Brüder und Schwe- j ijtern von der Saar besonders herzlich begrüßt wurden, marschierte im Zuge mit. An der Stirnseite !»er riesigen Ehrentribüne prangte übergroß das Zahnrad der Deutschen Arbeitsfront. Das NS.» Hago-Zeichen, flankiert von sechs mächtigen Haken- Jreuzfahnen, beherrschte wirkungsvoll die mit Grün- chmuck verzierte Tribüne. Eine große Anzahl von i Lrfrischungsstellen sorgte für das leibliche Wohl der .ingeheuren Menge, die sich zum Teil schon Stun- :ien vor Beginn der Kundgebung eingefunden hatte. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches Dg kurz vor Beginn der Kundgebung ein Wald sn NS. - Hago-- Fahnen über das Feld. I Sie fanden auf der Tribüne Aufstellung. Eine ge- ! Daltige Gruppe von Saarländern zog unter I Borantritt einer' Bergmannskapelle aut von der Menge stürmisch begrüßt. Als der Führer der deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und der Amts- I Leiter der NS.-Hago Dr. v. Renteln kurz nach ! 14 15 Uhr eintrafen, wurden ihnen stürmische Ova- I t onen zuteil. Musterhaft vorgetragene Sprech- qq Öre d e r Saarkinder, in denen die Sehnsucht nach dem Mutterland zum Ausdruck kam, er- ? öffneten die Kundgebung. Sodann führte »er Amtsleiter derNS.-Hago, Or. von Renteln, l. a. aus: Deutschland hat sich geändert. Vorbei • smd jene Zeiten, wo das deutsche Volk nach Klas- j m, Ständen, Konfessionen und Landesteuen aus- cinanberftrebte, vorbei die Zeit, in der sich Staat uni) Volk mißtrauisch gegenüberstanden. Niemals roirb es einem Stand ober einem Beruf besser §Lhen können, wenn nicht bas Volksganze Mr Blüte gelangt. Diese gefunbe unb ewig wahre (ixfenntnis hat auch im deutschen Hanbel, Hand- v>erk unb Gewerbe revolutionieren!) gewirkt. Die von kraftvoller Trabition erfüllten weiten Kreise von Handwerk unb Hanbel recken sich empor zur stolzen Größe machtvoller Träger ber beutschen Geschichte. Was noch vor IVz Jahren unmöglich gewesen war, ist heute in bieser Kunbgebung verwirklicht worben: hunderltausende deutscher Handwerker und Kaufleute aus alten Gauen, ja selbst aus Ostpreußen, Danzig unb Schlesien sind hierher geströmt, nicht um an ihr Dorf, nicht an ihren Berufszweig, ober an das eigene Interesse zu denken, sondern weil sie als lebendige Träger der deutschen Geschichte in sich die geschichtliche Verpflichtung fühlen, dem Saarvolk die brüderliche Hand zum Gruß und zur Treue zu reichen. Wir fordern alle Saarländer auf, den Blick zu erheben auf diese machtvolle Kundgebung. Sind etwa diese Hunderttausende, niedergeschlagen? Oder ist es nicht vielmehr die heiße Glut einer stol- zen Begeisterung, die ihre Herzen hierher trieb. Schaut ihnen ins Antlitz, dann werden die Lügen, die sich im Saarland austoben dürfen, ebenso zusammenbrechen, wie sie in Deutschland in ein Nichts zusammengebrochen sind. Regierung unb Volk haben mit starken Armen bem Niedergang unb Zerfall von Hanbwerk unb Hanbel Einhalt geboten. Das große Jnstandsetzungsprogramm ber Nach einem weiteren Sprechchor ber Saarknaben, die für ihre trefflichen Leistungen wieder stürmisch gefeiert wurden, überreichte Amtsleiter Brenner den Saarländern eine Ehrengabe, die ein Vertreter der Saarlandbrüder mit Worten des Dankes und mit bem Gelöbnis ber Treue entgegennahm. Hierauf trat der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Or. Ley an das Mikrophon, von ber Menge mit herzlichen Heilrufen empfangen. Er sprach zunächst über die echte Kameradschaft und den wahren Sozialismus und führte dann weiter aus: Ein Staatsmann und Führer des Volkes muß Erzieher sein. Er muß e i n Mann des Volkes sein, er muß das Volk kennen, wie er sich selbst kennt, sonst kann er niemals regieren. Das ist die Kunst des Nationalsozialismus, daß wir zu unserem Volk kommen und immer von neuem zu ihm kommen und uns von ihm nicht trennen lassen. Wir lassen dich nicht los, Volk! Wir haben keine Kanonen, keine Festungen, keine Panzerschiffe, wir sind waffenmähig gesehen ein wehrloses Volk. Frankreich hat die gewaltigste Armee, die besten Waffen, es ist ausgerüstet wie noch nie ein Volk ausgerüstet war. Aber die Welt weiß heute: Deutschland hat keine Waffen, aber Deutschland wurde ein neues Volk! Der Glaube allein ist Macht. Der Glaube, der Berge versetzen kann, dieses Wort haben wir früher nicht begriffen. Erst der Nationalsozialismus mußte kommen, dem Volk dieses erhabene Wort klar zu machen. Volk an ber Saar, unb ihr Deutschösterrei- Das Staatspresseamt teilt bie beiden folgenden Entschließungen des hessischen Staatsministers mit: Turnen und Sport Pflicht jedes hessischen Staatsbeamten. Eine der Hauptaufgaben im nationalsozialistischen Staat ist die Körpererziehung und Körperertüchtigung. Pflicht eines jeden ist es, die Erfüllung dieser Aufgaben zu unterstützen und zur Verwirklichung zu bringen. In ganz besonderem Maße trifft dies auf die Beamten und A n g e st e l l t e n zu. Es ist Pflicht eines jeden Beamten und Angestellten, soweit er hierzu körperlich in der Lage ist, Leibesübungen zu treiben, um so seine körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und damit seine Dienstfähigkeit zu erhöhen. Ich ordne deshalb an: 1. Jeder Beamte und Angestellte, ber hierzu körperlich in ber Lage ist, hat sich umgehend einer der nationalsozialistisch geleiteten Turn- unb Sportgemeinben anzuschließen. 2. Jeder neu eintretende Beamte ober Angestellte, der keiner Turn- oder Sportgemeinde angehört, ist auf dieses Ausschreiben hinzuweisen. 3. Auf Wunsch des einzelnen Beamten usw. sind Nachweise über seine sportliche Beteiligung in b e n Personalakten aufzunehmen. Regierung hat bem beutschen Hanbwerk einen Auftrieb gegeben. Es besteht kein Zweifel, daß nach einer Volksabstimmung unb Rückkehr des Saargebietes ins Reich solche Instandsehungsarbeiten dem saarländischen Handwerk Belebung und Stärkung bringen werden. Auch der saarländische Einzelhandel wird wie in Deutschland wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt werden. Rach der Heimkehr der Saar ins Reichs wird die ganze Wucht und Schlagkraft, die Arbeitsfchlacht des deutschen 60 RRllionen-Volkes, sich gegen die Arbeitslosigkeit auch im Saargebiet richten. Die Saarkohle wird wieder wie früher nach Deutschland strömen. Handel, Handwerk unb Gewerbe im Saarlanb werben burch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eine Belebung in höchstem Maße erfahren. Nicht nur etwa bie Vertreter ber beutschen Regierung allein finb es, bie sich um bas Saaroolk bekümmern, sondern bas deut- s ch e Volk s e l b st. Eure Not ist unsere Not, Eure Hoffnung ist unsere Hoffnung. Alles, was wir an Kraft unb Fähigkeiten haben, was wir an Glauben unb Hilfsbereitschaft haben, reichen wir Euch Brübern von ber Saar. Wir wissen es unerschütterlich fest, baß, wenn bie Zeit ba ist, bas ganze Volk ber Saar nur eine Antwort haben wirb: ein flammenbes, ein überwältigenbes Ja. eher, die ihr hier steht, bas Gleiche gilt für euch. Blut ist wie eine Flüssigkeit in oerbinbenben Röhren. Das Wasser steigt in allen Röhren gleich hoch. So ist es auch mit bem Blut. Das Blut eines Volkes ist eine Flüssigkeit in gemeinsam oerbunbenen Röhren. Man kann wohl eine Röhre gewaltsam verstopfen, aber man kann nicht ben Druck wegnehmen, ben bas übrige Blut bes Volkes bauernb barauf ausübt. Man mag uns ©lieber abgeschlagen haben, man mag uns Menschen genommen haben, alles bas ist für ein Volk nicht tödlich, wenn das Herz gesund bleibt. Unb heute weiß die Welt: das Herz Deutschlands ist gesund geblieben. Was muß in diesem Volk für eine gesunde Kraft sein, daß trotz dieser 14 Jahre der Schande heute bie Nation größer, einiger und willensstärker den je zuvor geblieben ist. Das ist das Große, das danken wir dir, Volk. Was bedeuten die Leiden, bie Arbeitslosigkeit, bie Not ber Wirtschaft? All bas bebeutet nichts gegenüber ber Erkenntnis: Deutfchlanb ist geeint, Deutfchlanb ist ein gesundes Volk. Wir sind Kameraden geworden, wir sind ehrliche Sozialisten geworden. Deshalb steigt das Blut in der Hauptröhre Deutschland, und deshalb wird es auch fteiaen und muß steigen nach einem göttlichen Gesetz, bas kein Dollfuß unb kein Knox abänbem kann. Wer bas Gesetz ber Rasse unb bes Blutes verleugnen will, geht elend zugrunde. Ihr Saarländer in eurer Heimat, werdet nicht nervös. Es ist bedeutungslos, ob sie ben Zeitpunkt ber Abstimmung hinausschieben ober nicht. Belanglos ist alles. Aber Volk von ber Saar unb ihr Deutsch- 4. Um einen Ueberblick über ben Erfolg ber vorstehenden Maßnahme zu erhalten, ersuche ich, mir bis zum 1. Oktober 1 934 bie Beamten und Angestellten unter Angabe des Alters zu benennen, die noch keiner Turn- unb Sportgemeinde angehören. (Gez.) Jung, Staatsminister. Sportliche Veranstaltungen in Hessen stempelfrei. Um der großen Bedeutung, die der körperlichen Ertüchtigung des beutschen Volkes zukommt, Rechnung zu tragen, hat die hessische Regierung die den Leibesübungen dienenden Veranstaltungen von sportlichen Vereinen usw., soweit diesen Veranstaltungen nicht gewerbsmäßiger Charakter zuzuschreiben ist, von der Stempelpflicht befreit. Für bie polizeiliche Erlaubnis von Sportveranstaltungen war seither in Hessen eine Stempelabgabe von 50 Pfennig bis 5 Mark und in besonderen Fällen sogar bis zu 20 Mark zu entrichten. Die Freistellung von ber Abgabe wirb ben Sportvereinen unb sonstigen interessierten Organisationen eine willkommene finanzielle Entlastung bringen, bie ben sportlichen Zwecken wieber zugutekommt. Dieser Gebührenverzicht bedeutet eine zusätzliche Unterstützung des Sports durch den Staat in Höhe von etwa 10 000 Mark. Volk und Führung - die Kameradschaft im neuen Reich. Turnen und Sport in Hessen. Em neues Aufgabengebiet der Gtaatsregierung. österreicher, und ihr alle andern, die ihr dahergekommen seid aus Deutschlands Gauen: Nehmt eins mit euch nach Hause: Wir sind ein Volk von Kameraden geworden unb wir lassen keinen, wir werben Freunbe sein unb Kameraben! Begeistert fang bie ungeheure Menge nach ber Rebe Dr. Leys bas Deutschlanblieb, bas Horst- Wessel-Lieb unb das Saarlieb. Mit einem Sieg- Heil auf ben Führer, bas jubelnb ausgenommen würbe, war bie einbrucksvolle Kunbgebung zu Enbe. Aoch kein Saarbeschluß in Genf. Die direkten Verhandlungen an der Taktik Frankreichs gescheitert. Genf, 19. Mai (DNB.) Der Völkerbundsrat hat die Saarfrage auf seine für den 30. Mai an- oeraumte außerordentliche Tagung verschoben. Der Beschluß wurde ohne jede Aussprache gefaßt, nachdem ber italienische Delegierte Aloisi lebig» lich mitgeteilt hatte, daß ber Bericht bes Dreierausschusses noch nicht fertig sei. Der Ratspräsibent bemerkte im Anschluß hieran, baß bie Befugnisse bes Dreierkommitees erneuert seien. Der Entscheidung des Rates waren Verhandlungen zwischen Vertretern Deutschlands, Frankreichs unb Italiens vorausgegangen. Diese Verhanblungen haben zu keinem Erfolg geführt. Obgleich, wie auch von italienischer Seite anerkannt würbe, ber beutsche Vertreter in ber entscheibenden Garantiefrage ein weitgehenbes Entgegenkommen gezeigt hatte, war es unmöglich, zu einem Beschluß zu kommen, weil bie Franzosen im letzten Augenblick in ber Frage ber Polizei unb des AbsNmmungsgerichtes neue und unerfüllbare Forderungen stellten unb von ihrer Annahme bie Festsetzung bes Termines abhängig machten. Obgleich in einer ganzen Reihe von Fragen eine Annäherung erreicht wordes ist, war es nicht mehr möglich, die noch übrig- bleibenden Gegensätze so weit zu beseitigen, damit ein Bericht an ben Rat fertiggestellt werben konnte. Die Schulb an ber neuen Vertagung der wichtigen unb brängenben Saarfrage trägt ausschließlich Frankreich, bas bret Tage lang jede konkrete Mitteilung über seine Absichten abgelehnt und erst am Samstagvormittag — als es naturgemäß schon zu spät war — in ernsthafte Verhandlungen eintrat. Zu allem lieber- fluß aber haben bie Franzosen bie heutigen Verhanblungen noch burch überraschenbe unb äußerst weitgehende Forderungen derart belastet, daß sie ohne Ergebnis dl e i b e n mußten. Ribbentrops römische Besprechungen. Berlin, 21. Mai (DNB.) lieber bie Unter» rebung bes ^Beantragten ber Reichsregierung für Abrüstungsfragen, von Ribbentrop, mit Mussolini erfahren wir nach feiner Rückkehr: Herr von Ribbentrop erklärte bem Duce, baß Deutfchlanb seinerzeit ben Geist ber italienischen Abrüstungsbenkschrift vom Januar, die sich als erste auf den Boden ber realen Tatsachen stellte, warm begrüßt habe, unb erläuterte bie Einstellung ber beutschen Regierung zu ben Der» schiebenen mit ber Abrüstung zusammenhängenben Fragen. Ribbentrop stellte nochmals die von ber ganzen Welt anerkannte Angemessenheit ber beutschen Forderungen fest unter gleichzeitigem Hinweis, baß ber Kanzler von vornherein nur geforbert habe, was Deutschland z u seiner Verteidigung benötige, unb baß an diesen Forderungen niemals mehr z u rütteln sei. Absolute Einigkeit herrschte darüber, baß — um bie Worte Sir John Simons zu gebrauchen — irgenb ein Abrüstungsabkommen, unb sei es auch nur ein solches ber Rüstungsbeschränkung, besser fei als gar feines. Damit wäre ber erste große Schritt zu einem völligen Umschwung der Dinge unb zur Befriebung Europas gegeben. Hat Litwinow eine Zusammenkunft mit Trotzki? Paris, 22.Mai. (DNB.-Funkspruch.) Ein Mitarbeiter ber „Daily Mail" hat sich nach M e n - tone an ber französischen Riviera begeben, wo sich seit Samstag Litwinow aufhält. Er meldet seinem Blatte das Gerücht, wonach Litwinow in Men» tone mit Trotzki zusammen!reffen unb eine Aussöhnung mit Stalin vorbereiten wolle. Im Hotel Litwinows habe man den Journalisten erklärt: „Litwinow befindet sich hier, 'um zwei Freunde zu sehen, von denen ber eine in nächster Nähe wohnt, ber anbere etwa 30 Kilometer entfernt." Als ben Freunb, ber in nächster Nähe wohnt, will ber Korresponbent ben erkrankten Sowjetbotschafter in Paris Dowgalewski feftgestellt haben, ber tn Mentone eine Villa bewohne. Nach der „Daily Mail" soll Litwinow am Montag eine breiftünbige Unterrebung mit Botschafter Dowga» lewski unb Trotzki gehabt haben. Vier kommunistische Terroristen hingerichtet. Am Samstag morgen sind im Hofe des Hamburger Untersuchungsgefängnisses die gegen Lett- mer, Fischer, Schmidt und Wehrenberg vom hanseatischen Sondergericht erkannten Todesurteile durch das Beil vollstreckt worden. Deitmer und Wehrenberg haben am 19. Mai 1932 ben Angriff im Herrengraben auf einen Marlne-SA.-Sturm geleitet, bei dem der SA.-Mann Heinzelrnann durch Messerstiche tödlich verletzt wurde. Schmidt und Fischer sind am 21. Februar 1933 Rädelsführer und Drahtzieher eines Schießüberfalls auf ein SA.-Lok al gewesen, bei dem ein SA.-Mann verletzt wurde und zwei unbeteiligte Fußgänger ums Leben kamen. Bei den Ueberfällen handelt es sich um hinterlistige heimtückische Terrorakte. Die gegen Droese, Richard, Ruhnow und Stockfleth erkannte Todesstrafe ist in eine lebenslängliche Zuchthaus st rafe um gewandelt worden, da es sich um politisch Verführte handelt. Sabotageaktionen gegen die österreichischen Bahnen. Zahlreiche Anschläge im ganzen Bundesgebiet. Wien, 19. Mai. (DRB.) In der Nacht zum Samstag wurde ein ganz groß angelegter Sabotageversuch gegen die österreichischen Bahnen durchgeführt. An zahllosen Stellen i n allen Teilen Oesterreichs wurden durch Sprengung von Gleisen und Teilsprengungen an Brücken Anschläge ausgeführt, die zweifellos von radikaler sozialdemokratischer Seite ausgehen. Bei der Station Hochzirl in der Nahe von Innsbruck an der Mittenwaldbahn wurde eine Eisenbahnbrücke in die Luft gesprengt und vollkommen z e r st ö r t. Die Gleise hängen in der Luft. Pioniere haben einen vorläufigen Unterbau hergestellt, so daß gegen 10 Uhr der erste Zug wieder die Anschlagsstelle passieren konnte. In der Nähe der Stadt Salzburg wurden zwei Masten der Ueberland-Starkstromleitung gesprengt, so daß die Stadt zwei Stunden ohne Licht war. Soweit man jetzt überblickt, wurden sämtliche Fern st recken nach Wien mit Ausnahme der Franz-Ioseph-Bahn durch Eisenbahnanschläge unterbrochen. Die Anschläge sind so ziemlich alle um die gleiche Zeit zwischen 1 und 3 Uhr ausgeführt worden. Es ist klar, daß eine große einheitliche Aktion vorliegt. Die Nachforschungen nach den Tätern werden mit fieberhafter Eile betrieben, jedoch haben sich bisher noch sehr wenig Anhaltspunkte ergeben, wie ja auch bei den meisten anderen Anschlägen, die sich in der letzten Zett ereignet haben, die Täter nicht ermittelt werden konnten. Die Behörden haben außerordentliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um weitere Anschläge zu verhindern. Das Bundesheer wurde größten- teils aufgeboten. Außerdem wurden bereits abge- rüstete Schutzkorpsleute wieder einberufen. Auch ste sollen für die Sicherung der Bahnstrecken heran- gezogen werden. Zn der Nacht zum Samstag wurden der Lin- zer Dom, der Bischofshof und die umliegenden zumeist kirchlichen Gebäude, wie das Priesterseminar, durch die Alarmkompanie der Bundespolizei und eine Abteilung des Bundesheeres in feldmarschmäßiger Ausrüstung besetzt. Die Sicherheitsbehörden sollen angeblich von einem auf den Dom und den Bischosshof beabsichtigten A n s chl a g Kenntnis erhalten haben. Die Bewachungsmannschaften erhielten den Auftrag, jede Annäherung an die genannten Gebäude unter allen Umständen zu verhindern und auf Verdächtige unverzüglich das Feuer zu eröffnen. Der Dom, der gerade zu den Pfingstfeiertagen einen überaus lebhaften Besuch aufweist, blieb Montag völlig verwaist. Oie (Saartagung des VOA. an Rhein und Mosel. Oie Hauptversammlung. Mainz, 19. Mai. (DNB.) Der Nachmittag des Samstag wurde mit der Hauptversammlung des VDA. im Rheingoldsaal der Stadthalle eröffnet. Nach dem Vortrag der Feuerwerkmusik von Händel durch das Städtische Orchester Mainz nahm der 1. Vorsitzende des VDA., Dr. Hans Steinacher, das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Unmittelbar darauf nahm Reichsminister Or. Frick, mit minutenlangem Händeklatschen und Heilrufen begrüßt, das Wort zu einer längeren Rede, in der er u. a. ausführte: v r , Zur „Saarbrücker Tagung" an Rhein und Mosel überbringe ich Ihnen allen, die Sie im VDA. deutsche 'Volkstumsarbeit leisten, die herzlichsten Grüße des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Vom monarchischen Staat der Vorkriegszeit über die liberalistische Weimarer Republik ist das Deutsche Reich nun ein wahrer V o l k s st a a t geworden. Aber die deutsche Nation ist größer als die Masse der Volksgenossen, die im Kernstaat der Deutschen, im Deutschen Reiche, lebt. Don den nahezu 100 Millionen Deutschen in der Welt siedeln nur 64 Millionen Volksgenossen im Reichsgebiet. Wenn man von den 10 Millionen Schweizern und Oesterreichern absieht, die in ihren eigenen Staaten leben, muß man feststellen, daß darüber hinaus doch rund 25 Millionen Deutsche als Grenz- und Ausländsdeutsche diesseits und jenseits der Meere in Staaten nichtdeutscher Herrenvölker wohnen. Der VDA. hat sich frühzeitig als ein wahrer Volkstumsverband insbesondere als ein Betreuer des deutschen Schulwesens im Auslande betätigt und er ist seit den Tagen der nationalen Erhebung zu noch größerer Bedeutung herangewachsen. Der VDA. hat nichts mit machtpolitischen Bestrebungen oder mit Grenz- fraaen zu tun, er ist und soll nichts anderes fein, als die Sammelstelle aller kulturellen deutschen Vo l k s t u m s b e st re b u n g e n unserer Volksgenossen auf der ganzen Erde. Diese Zielsetzung wird von uns ganz eindeutig unterstrichen und daher hat auch der Stellvertreter des Führers dem VDA. seine volle Unabhängigkeit von Staat und Bewegung bestätigt. Die deutsche Reichsregierung Adolf Hillers ist die erste in der deutschen Geschichte, die als die alleinige Grundlage des gesamten Staatslebens das deutsche Volk betrachtet. Zum ersten Mal haben wir einen Staat, der ausschließlich auf dem Volksgedanken aufgebaut ist. In klassischer Weise hat Reichskanzler Adolf Hitler diese grundsätzliche Auffassung in seiner großen Rede am 17. Mai 1933 vor dem Deutschen Reichstage herausgearbeitet, als er erklärte: „Wenn ich in diesem Augenblick bewußt als deutscher Nationalsozialist spreche, so möchte ich namens der nationalen Regierung und der gesamten nationalen Erhebung bekunden, daß gerade uns in diesem jungen Deutschland das tiefe Verständnis beseelt für die gleichen Gefühle und Gesinnungen sowie für die begründeten Lebensansprüche anderer Völker. — Indem wir in grenzenloser Liebe und Treue an unserem eigenen Volkstum hängen, respektieren wir die nationalen Rechte auch der anderen Völker aus dieser selben Gesinnung heraus und möchten aus tiefinnerstem Herzen mit ihnen in Frieden und Freundschaft leben. Wir trennen daher auch nicht den Begriff des Germanisierens. Die geistige Mentalität des vergangenen Jahrhunderts, aus der heraus man glaubte, vielleicht aus Polen und Franzosen Deutsche zu machen, ist uns genau so fremd, wie wir uns leidenschaftlich gegen jeden umgekehrten Versuch wenden! Wir sehen die europäischen Nationen um uns als gegebene Tatsachen. Franzosen, Polen und andere sind unsere Nachbarvölker und wir wissen, daß kein geschichtlich denkbarer Vorgang diese Wirklichkeit ändern könnte." klar und eindeutig geht aus diesen Worten hervor, daß das im Deutschen Reich vereinigte Volk und seine Staatsführung sich jeder imperialistischen Politik enthalten wollen, daß sie fremdes Volkstum achten und wünschen, mit den Rachbarn in Friede und Freundschaft zu leben. Wenn es irgend eine Gemeinschaft zwischen dem Reich und dem VDA. gibt, dann ist es die Gleichheit und llebereinstimmung in diesen Fragen. Wenn überall in der Welt die Achtung vor fremden und die Liebe zum eigenen Volkstum liegen, dann kann die treue Anhänglichkeit und Liebe zum deutschen Volkstum kein Hindernis sein, auch die selbstverständlichen Bürgerpflichten zum andersnationalen Herbergsstaat zu erfüllen. Aus diesem Grunde wünschen wir auch, daß der VDA. ein überstaatlicher, unabhängiger, allgemein-deutscher Verband bleibe, der keinersei machtpolitische Ziele verfolgt. Der Rationalsozialismus ist der Hüter des Volksdeutschen Gewissens im Reiche: darum wird kein Rationalsozialist sich den Anforderungen entziehen, die der VDA. als Mittler und Treuhänder der Volksgemeinschaft aller Deutschen, an das deutsche Volk stellen muß. Die Träger und Führer des nationalsozialistischen Staates haben in der klaren Erkenntnis, daß Grundlagen des Deutschen Reiches im Volkstum wurzeln, dem Dolksbund für das Deutschtum im Ausland die Möglichkeit gegeben, in großzügiger Weise an der Erziehung oes gesamten deutschen Volkes und vor allem der deutschen Jugend zu volksbewußtem Handeln und Denken mitzuwirken. Jeder deutsche Reichsbürger soll sich dessen bewußt werden, daß er nicht nur Staatsbürger, sondern auch Volksgenosse ist, der Verpflichtungen dem gesamten deutschen Volkstum gegenüber auf sich zu nehmen hat. In der großen Familie der deutschen Nation nimmt das Saardeutschtum gerade im gegenwärtigen Augenblick eine besondere Stellung ein. In zähem Kampfe hat das Saardeutschtum um sein Recht und seine Freiheit gerungen. Die deutsche Treue hat sich in den Herzen der Saardeutschen ein herrliches Denkmal erbaut, und aufs neue in wunderbarster Weise bewährt. In wenigen Monaten wird das deutsche Volk an der Saar vor der ganzen Welt sein Bekenntnis zum deutschen Vaterland oblegen. Klar und offen soll dieses Saardeutschtum zeigen, daß es aus seinem tausendjährigen Deutschtum kein Handelsgeschäft machen läßt, und daß es nicht bereit ist, sich aus strategischen oder geschäftlichen Gründen hin- und herschieben zu lassen! Die heutige Kundgebung findet als „Saarbrücker Tagung" an Rhein und Mosel statt, weil die derzeitige Saarregierung der Stadt Saarbrücken untersagte, den VDA. in den eigenen Mauern an der Saar zu begrüßen. So mögen unsere Grüße über die Grenzen des Landes Hinwegklingen und Boten deutscher Volkszusammengehörigkeit sein. Es lebe das deutsche Volk an der Saar und sein Kampf um Freiheit und Recht! Unser großes deutsches Vaterland und sein Volkskanzler Adolf Hitler Kampf- und Sieg-Heil! Darbietungen der Mainzer Sängerschaft leiteten über zu den ergreifenden Bekenntnissen der auslandsdeutschen Volksgruppen aus Nordschleswig, aus dem Baltikum, aus Polen, aus den Sudetenländern, aus Südslawien, Ungarn, Rumänien, Rußland, Danzig, Oesterreich, Südtirol, und dem angelsächsischen Ueberseegebiet. Noch dem Schlußsatz aus der fünften Symphonie von Ludwig van Beechoven beendete dann Or. Hans Steinacher die Kundgebung mit einer kurzen Schlußrede, in der er u. a. ausführte: Aus der Bindung im eigenen Volkstum gewinnen wir Sinn für die Hoheit und Würde des Volkstums auch der anderen. Volkstum kennt keinen Verzicht auf Volkstum, kennt aber auch keine Vergewaltiguna fremden Volkstums. In gegenfeitiger Achtung unserer Volkstumsarbeit sehen wir die Grundlage für den friedlichen Neuaufbau Europas. Auch in den Überseeischen Staaten wenden wir uns gegen verderbliche Assimilations- bestrebungen und verfolgen mit Besorgnis die Anzeichen eines Kampfes gegen unser Volks- Trier, 21. Mai. (DNB.) Kaum waren die letzten Klänge des Horft-Wessel-Liedes nach der volksdeutschen Kundgebung auf dem Adolf-Hitler- Platz am Samstagabend in Mainz verhallt, als der ungeheure Apparat der Pressestelle des VDA., in Lastwagen verpackt, abrollte, als zahlreiche Journalisten in Autos durch die Nacht dem neuen Tagungsort Trier entgegenrasten. Im Morgengrauen erreichte man Trier, dessen Straßen und Gäßchen mit einem Wald von Fahnen des Dritten Reiches, der alten, ruhmreichen schwarz- weißroten Fahne und der blauen VDA.-Wimpel übersät sind. Neben den fahrplanmäßigen Zügen brachten etwa 40 Sonderzüge VDA.- und Hitler- Jugend, SA.- und SS.-Männer, deutsche Frauen und Männer in Scharen herbei, so daß die Zahl der Tagungsteilnehmer mit 50 000 Jugendlichen und Erwachsenen nicht zu hoch gegriffen sein dürfte. In zahllosen Gruppen durchzogen mit ihren blauen Wimpeln Jungen und Mädel aller deutschen Gaue die Straßen de^ Stadt. Ein überaus belebtes jugendfrohes Bild bot die Zeltstadt auf der M o s e l i n s e l, wo 50 große Zelte mit über 8000 Jugendlichen belegt sind. Die Studenten haben FeDguartiere im Waldgelände auf der linken Moselseite bezogen. Mit freundlichen Zurufen begrüßten die Straßenpassanten die durch die Stadt marschierenden Musikkapellen der einzelnen Schulgemeinschaften des VDA. Trier war fast ebenso belebt, wie am stärksten Pilgerverkehrstag während der Ausstellung des Heiligen Rockes. Am Samstagnachmittag und -a-bend waren die ersten Sonder- züge von der Saar eingetroffen, von der Bevölkerung unb den Abordnungen des VDA. begeistert begrüßt. tum, der in seinen Ergebnissen auch dem Wohlergehen der dortigen Staaten nicht nützlich sein kann. Bei der Ueberschau über die deutsche Gesamtlage erkennen wir die schlechthin entscheidende Bedeutung der biologischen Kraft im Ringen um die Behauptung des Volkstums. Die Frage des Geburtenüberschusses und der eigenen Bearbeitung des Bodens ist entscheidend, selbst wenn die Aufstiegs-Assimilierung besonders in den westlichen Vorlanden sich bemerkbar macht. In der Synthese der Behauptung der biologischen Notwendigkeiten und eines neu geweckten nationalen Selbstgefühls liegt die große Aufgabe des Volksdeutschen Daseinskampfes. Durch diese seelischen Kräfte, nicht durch äußere Formen und Abzeichen hat das Auslandsdeutschtum vom Nationalsozialismus die stärksten Impulse zu empfangen. Wir begrüßen es in Dankbarkeit, daß fein Geringerer als Rudolf Heß wiederholt ausführte, daß die Uebernahme nationalsozialistischer Formen draußen nicht nur unerwünscht, sondern schädlich sei. Ueberall, wo draußen politische und persönliche Kämpfe um die Erneuerung ausgebrochen sind, muß die Behauptung des Volksbodens gegen fremden Druck die erste Aufgabe bleiben. In den Flammen der Begeisterung und neu erkannter Pflichterfüllung gegenüber dem Volk ist Opferglaube neu erwacht. Ihm, dem Führer, sei daher Dank und Gelöbnis zur treuen Gefolgschaft. So darf ich Sie bitten, zu gedenken unseres hohen Ehrenführers und Schutzherrn, des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler und des ganzen Deutschland, das wir mit unseren Seelen umfassen. Wir grüßen sie mit dem Gruße der Volksdeutschen, alle die, die da draußen in den fremden Staaten leben, mit einem dreimaligen Volk Heil! Oer Abschluß der Mainzer Tagung. Den glanzvollen Abschluß der Veranstaltung des VDA. in Mainz bildete Samstagabend eine gewaltige volksdeutsche Kundgebung auf dem Adolf-Hitler-Platz vor der mit Fahnen, Guir- landen und Blumen reichgeschmückten Stadthalle. Fahnenabordnungen zogen auf, die Musik spielte den Badenweiler Marsch, als der stellvertretende Bezirksführer Rhein-Main des VDA. Georg Wit- t i g den Abend mit einer Begrüßungsansprache eröffnete. Die Mainzer Sängerschaft brachte Heinrichs „Mahnung" zum Vortrag. Dann sprachen der Vorsitzende des Deutsch-Sächsischen Volksrates für Siebenbürgen Dr. Iickeli - Hermannstadt, ein Vertreter der Saararbeiterschaft und Dr. Hennings aus Kanada. Mit erhobener Hand und entblößten Häuptern fang man zum Abschluß der feierlichen Veranstaltung das Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied. Tausende von Mainzer Bürgern haben in tiefer Ergriffenheit und Begeisterung dem Festakt beigewohnt. im Sonnenlicht noch einmal so prächtig leuchtete. Dr. S ch ö n e i ch begrüßte die Teilnehmer, die aus allen Gauen gekommen waren. Vertreter Oesterreichs und der einzelnen auslandsdeutschen Volksgruppen überbrachten die Grüße ihres Heimatlandes und betonten immer wieder, wie sie erfüllt feien von dem Geist der deutschen Erneuerungsbewegung im Reich. Unter dem Jubel der versammelten Jugend sprach Dr. Steinacher und lieh seine Rede ausklingen in die Aufforderung an die Jugend: „Ich fordere von euch die Seele, das Herz, daß es nicht erlahme für den Kampf da draußen, daß in euch entstehen mag die volksdeutsche Unruhe, das deutsche Volk mehr ist als deutscher Staat und aus dieser Unruhe sollt ihr nicht mehr herauskommen." Den Abschluß der Feier bildete ein Bewegungsspiel, das ergreifend Saarlandnot und Saarlandhoffnung schilderte. Unter den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes schloß die erhebende Feier. Am Nachmittag waren die VDA.-Jugend, die Vertreter der Trierer Verbände, der SA. und SS. und des Kyffhäuserbundes an dem schlichten Kriegerdenkmal am Ufer der Mosel angetreten, um d i e toten Krieger zu ehren. In einer schlichten Gedenkrede erinnerte Dr. Steinacher an das Opfer der Toten. Nur durch Opfer, insbesondere des Lebens, wachse die Gemeinschaft. Ein Trauermarsch erklang, während Dr. Steinacher einen mit der Hakenkreuz- und der VDA.-Schleife geschmücken Kranz am Denkmal niederlegte, das die einfachen Worte „Tapfer und treu" trägt. Am Nachmittag besuchten der Leiter des PDA., Dr. Steinacher, und der Reichssportführer von Tschammer und Osten das Zeltlager der DDA.-Jugend auf der Moselinfel. Gartenkonzerte am Nachmittag leiteten über zu den Abend- feiern, auf denen Oberbürgermeister Z o e r n e r- Dresden und Graf Brockdorfs-Dallwitz sprachen. Die Studenten versammelten sich auf dem Kockelsberg, die Jungen im Zeltlager auf dem Regattaplatz, die Mädel auf dem Petrisberg. Flammenstöße und Höhenfeuer und ein Feuer- grüß an die Saar wurden begeistert von Tausenden von Zuschauern ausgenommen. Ein Oie Stunde der Jugend, die traditionsgemäß am Pfingstsonntagvormittag stattfindet, wurde diesmal im Freien abgehalten, und zwar auf dem Sportplatz Weißhaus, der mit feiner idealen Sage mitten im Grünen einen wirkungsvollen Rahmen für die Feierstunde bietet. Endlos zogen die farbenprächtigen Wimpel der VDA.-Jugend und die Hakenkreuzfahnen der Hitlerjugend ein, ein Wald von Fahnen, der • den Trier im Zeichen des blauen Wimpels. Hefiger Fackelzug durch die Stadt zum Palastplatz' mit folgendem Zapfenstreich bildeten den wrrkungs- vollen Abschluß des Pfingstsonntags. Der Pfingstmontag wurde mit einer erhebenden Morgenfeier im Stadion eingeleitet. Das weite, sonnenüberstrahlte Feld war von Zehntau. senden mit ihren Fahnen und Wimpeln dicht be. setzt. Brausend erschallte aus zahllosen Kehlen das Lied „Wir treten zum Beten vor Gott, den Ge. rechten", begleitet von den Posaunenklängen einer Schülerkapelle. Bischof D. HeckLl - Berlin und Domkapitular Professor Dr. Irsch-Trier hielten zündende Ansprachen. Nach dem gememsamen Lied „Großer Gott, wir loben dich" hielt Vizekanzler von papen eine eindrucksvolle Rede, in der er u. a. ausführte: Es war nicht immer so, daß die Reichsdeutschen Kraftspender und Tröster sein konnten. Es gab eine Zeit — von der Geschichte noch viel zu wenig er- kannt — da strömten die magischen Blutkräfte des deutschen Volkskörpers von außen nach in. n e n und bewahrten Hirn und Herz vor dem Er. lahmen. Das war in den Jahren unmittel, bar nach dem Kriege, als das reichsdeutsche Volk müde gekämpft in innerem Zwist versank. Da- mals sind es unsere Ausländsdeutschen gewesen, die die Brücke zu einem kleinen Kreis von Männern im Reiche schlugen und zum erstenmal jenen lebendigen Zusammenhalt zwischen Reichs- deutschtum und Auslandsdeutschtum schufen, der heute seine Früchte trägt. Der politische Inhalt der nationalen Revolution wird ein anderer bei den Ausländsdeutschen sein müssen. Bei den Auslands- deutschen fällt das wesentlichste Objekt aller Politik „Einfluß auf die Staatsgestaltung" mehr ober mm« der fort. Was wir im Reich erstreben, endlich de. gönnen haben zu finden, nämlich die wahre Volks, gemeinfchaft, das war in vielen deutschen Volks, gruppen aus alter Ueberüeferung schon gegeben. Infolgedessen kann es sich draußen nicht um einen Kampf handeln, wie er bei uns geführt werden mußte, sondern nur um eine organische Erneue, rung auslandsdeutschen Volkstums, die um so sorg, samer zu erfolgen hat. Die Revolution ringt um die Wiederherstellung nationaler Werte, ewiger Bindungen und der naturgegebenen Rangordnung. Sie -will ewige Ordnungen wieder neu schaffen und zertrümmert des- halb eitle und morschgewordene Formen. Gerade vor wenigen Tagen hat der Führer in einer großen staatspolitischen Rede vor dem zweiten Ar- beitskongreß darauf hingewiesen, wie stark insbesondere in der den deutschen Arbeiter von Stirn und Hand und den Unternehmer aller Grade umfassenden Deutschen Arbeitsfront das Bewußtsein einigen deutschen Volkstums verkörpert ist. Aus dem Geist dieses Volkstums besinnen wir uns auf das uns innewohnende Gesetz, auf unser Wesen und unsere Aufgaben. Lassen Sie mich Ihnen, meine Freunde, heule das Losungswort zurufen „Volksdeutsche Haltung zur Zukunftsgestaltung unseres Volkstums" und bekennen, daß ich diesen und nur diesen Wegweiser an unserer Straße in die kommende Zukunft, die wir gestalten wollen, sehen will. Ich will damit zugleich rückblickend auch die Erklärung dafür geben, daß die deutsche Revolution eine geistige war, daß die Umkehr unserer Politik im Reich im Grunde genommen das eine bedeutete: D i e Rückkehr zum Glauben an den deutschen Menschen und der Entschluß, an die politischen Ausgaben nicht mit erklügelten Re- zepten, sondern mit der einzig wirksamen Waffe heranzugehen, mit dem lebendigen Menschen als Trager einer schöpferischen und kämpferischen Haltung. Ihr, der Haltung allein, wird stets die Gestaltung der Dinge folgen. In Europa, fuhr der Vizekanzler fort, nimmt unser Volk insofern eine besondere Stellung ein, daß es an allen Grenzen des Reiches und Oesterreichs siedlungsmäßig mit anderen fremdem Volkstum verzahnt ist. Es siedelt in nicht weniger als 20 der 30 europäischen Staaten unb fordert für seine Kultur und sein ungeschmälertes Dasein Lebensrechte unb Geltung. Deswegen muß sich unser Blick von dem staatgebundenen Volkstum — dem Deutschtum im Reich — in der Richtung des Gesamt- volkes über die Reichsgrenzen hinweg weiten. Die Frage der überstaatlichen Volksgemeinschaft gehört für uns Deutsche, aber nicht nur für uns allein, sondern für beinahe alle Völker Ost-Mitteleuropas, mitten in eine europäische Friedenspolitik hinein, weil sich Staatsgrenzen unb Volksgrenzen nicht decken und sich durch Grenzveränderungen wohl Besserungen aber niemals befriedigende Lösungen erzielen lassen würden. In einem punkt allerdings möchte ich hier In der Westmark des Reiches nicht mißverstanden werden, wenn ich sage, daß Staats- und Volks- grenzen in Mitteleuropa sich niemals ganz decken können. Was der Versailler Vertrag über das Saarland verhängt hat, hatte mit der Sicherung etwa anderer fremdländischer volkstümer oder Minderheiten niemals das geringste zu tun. Es gibt an der Saar keine fremdländischen Minderheiten. Dieser Vertrag dient nur einem höchst materiellen und prosaischen Kohlengeschäft, zu dessen Sicherung man 800 000 Deutsche für 15 Jahre unter fremde Herrschaft und Willkür setzte. An der Saar handelt es sich nur darum, ein großes Unrecht wieder gutzumachen und beschleunigt die Grenzen wieder herzustellen, die seit über einem Jahrtausend deutsches Volkstum umfaßten, hier ist für den Völkerbund eine einzigartige Gelegenheit, europäische Politik im besten Sinne zu dokumentieren. Aufgabe des neuen Deutschlands aber ist es, für die Beziehungen unter den Völkern und Volks' gruppen neue und bessere Voraussetzungen 3U schaffen, als sie das Versailler System Europa bechert hat. Es soll niemand im unklaren darüber ein, daß die Reichspolitik, wie immer sie die Genesung und Befriedung unseres erschütterte Kontinents anstrebt, stets das Schicksal der au ' landsdeutschen Volksgruppen verfolgen und sorgenden Herzen tragen wird. Jeder Staat, o wie wir im Polkstum eine Kraftquelle fiey, 0 durch keine noch so geniale Verfassung ersetzt den kann, wird uns verstehen. Die meisten banoe danach und verlangen Schutz ihres Volkstum^ v fach aber ohne daraus den einzig möglichen zu ziehen: daß sie auch dem fremden V o i tum dieselbe Achtung entgegenbrmfl müssen. übernom- Gründung dem Fah- Nitarbeiter der Nationalsozialistischen Zentrale (NAZ.) sind in die neue Ala men worden. iin’b O tfitr Sofia, 19. Mai. (DNB.) Die Regierungskrise, die bei dem Chaos der Parteien auf parlamentarischem Wege nicht gelöst werden konnte, und die sich zu einer Staatskrise auszuwachsen drohte, hat einen Ausgang genommen, der oom nationalbewußten, staatserhaltenden Teil des bulgarischen Volkes warm begrüßt wird. Da es dem bisherigen Ministerpräsidenten Musch a no ff nicht gelang, das ihm vom König übertragene Mandat einer Regierungsneubildung durchzuführen, hat der König ein überparteiliches R u m p f k a b i n e t t ernannt. Die Ministerliste enthält nur Namen bekannter Militärs und Politiker, die als Männer der starken Faust gelten. Ministerpräsident Georgieff und Finanzminister Todoroff spielten bereits bei der Staatsumwälzung am 9. Juni 1923 eine sehr aktive Rolle und gehörten dem Kabinett Zankoft an. Die meisten neuen Minister gehören dem sogenannten Sweno-Kreise an, einer überparteilichen politischen Organisation, die stets mit militärischen und nationalbewußten Kreisen enge Fühlung hat, deren Mitglieder aber den verschiedensten Parteien nahestehen. Die Ernennung des neuen Kabinetts vollzog sich unter außerordentlichen Sicherungsmaßnahmen, die von Polizei und Militär durchgeführt wurden. In der Nacht zum Samstag besetzten die alarmierten Truppen, unterstützt von Polizei, die gesamte Stadt und stellten an den wichtigen Kreuzungspunkten Maschinengewehre auf. Vor der Sobranje, den übrigen öffentlichen Gebäuden und den Gesandtschaften waren starke Wachposten aufgestellt. Vor dem deutschen Gesandtschaftsgebäude, das an einem wichtigen Straßenknotenpunkt liegt, wurden vier Maschinengewehre in Stellung gebracht. Gleichzeitig überkreuzten Flugzeuggeschwader in niedriger Höhe die Stadt. Die nähere Umgebung des Schlosses war mit einer dichten Kette von Soldaten abgesperrt. In den elf Stunden des Ausnahmezustandes, der um Punkt 12 Uhr wieder aufgehoben wurde, durfte niemand die Wohnung verlassen. Der Verkehr in den Straßen sowie der Telephon- und Telegraphenverkehr war vollkommen unterbrochen. Die Machtübernahme durch die neue Regierung ist ohne jeden Zwischenfall in vollster Ruhe verlaufen. )let 1° ifanfo Uoifr > B lertrai ls M Jflöl m 8: insk r m r ck eill M M HM ien, teuk schk jng bafi sein 8<- 1«' tüi in M Dit uV tM gei w iliucj TM nt urt ba6« ten$ mdtt in ien $ ungi le u° slick v lltfchst >saia! weik W bet r- ’e M che ;en 8 grenf Is sern Dr. Wentzel und D u i s b e r g wird in .ukunft auch William Wilkens- Hamburg dem Sorftande der Ala angehören. Alle Leiter und Anzeigen- r ässen die Sauberkeit im Anzeigenwesen, all das, das der Werberat begonnen hat, weiterführen. Sie tnben die Verantwortung dafür, die Werbungtrei- bmben zu beraten und richtig zu führen!" Präsident Reichard führte sodann den neuen Mer der Ala, Finkenzeller, ein, der dann k'«enfalls in einer kurzen Ansprache das Wollen und den Weg der neuen Ala aufzeigte. Durch das Werberatsgesetz sei dem Anzeigenwesen ein neuer Weg gewiesen worden. Aber es genüge eben nicht, lLiglich nur ein Gesetz zu erlassen, sondern es ist euch notwendig, dieses Gesetz dann in einem neuen (ieiste auszufuhren. Es gibt in der Ala keine an- d re Wertung als die der Leistung. Derjenige, der b r Ala und der deutschen Wirtschaft am besten drent, der die größten Erfolge aufzuweisen hat, d r wird auch immer die größte Achtung genießen, v«il er die Achtung verdient. Berlin, 21. Mai. (DNB.) Ein Hauptschriftleiter des DNB. hatte anläßlich der Deutschlandfahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin", auf der auch zahlreiche Baustrecken der Reichsautobahnen besucht wurden, Gelegenheit, den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt über seine Eindrücke von der Besichtigung der Bau st recken zu befragen. Der Generalinspektor erklärte u. a.: Der Zweck meiner Fahrt mit dem Luftschiff war der, die Vielfältigkeit und Mannigfaltigkeit des deutschen Landschaftsbildes auf der Fahrt durch ganz Deutschland noch einmal zu überschauen und in mich aufzunehmen. Daraus ergeben sich für mich naturgemäß wichtige Unterlagen für die Projektierung Der Straßen, denn ein Wechsel im Landschaftsbild macht auch einen Wechsel in der Trassierung der Straße notwendig. Die Eisenbahnen sind in vielen Fällen Fremdkörper in der Landschaft, zerreißen und zerstören das Landschaftsbild und sind lediglich nach dem Gesichtspunkt der Rentabilität am grünen Tisch entworfen worden. Unsere Reichsautobahnen sollen sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen und ein Bestandteil der Landschaft werden. Wir wollen an Ort und Stelle sehen, wie die Strecken in der Landschaft wirken und uns danach richten. Am weitesten vorgeschritten ist der Bau der Reichsautobahn Frankfurt a. M.— Heidelberg — Mannheim. Mitgewirkt an diesem Ergebnis hat zweifellos auch die Tatsache, daß alle Mitarbeiter an Dieser Strecke dort den er st en Spaten st ich des Führers am 23. September 1933 erlebten und so mit ganz anderem Geiste an dieses Werk gingen als an anderen Eine einheitliche Oentsche Glaubensbewegung Scharzfeld, 21. Mai. (DNB.) Während ihrer Arbeitswoche in Scharzfeld im Südharz haben die n der Arbeitsgemeinschaft der Deut- chen Glaubensbewegung zufammenge- chloffenen Gemeinschaften beschlossen, sich auf- u lösen, um der Schaffung einer geschlossenen mb einheitlich geführten Deutschen Glaubensbe- i aoegung den Weg freizumachen. Zum Führer | zrnrbe unter ben begeisterten Heil-Rufen aller An- mefcnben wie auch ber Amtsträger Professor »Wilhelm Hauer-Tübingen auf ben Schilb ) irrhoben. Die Mitglieder ber neuen Gemeinschaft aben bie eibesstattliche Versicherung abzugeben: a) baß sie frei finb von silbischem unb farbigem Zluteinschlag, b) baß sie feinem Geheirnbunb, keinem Frei- •naurerbunb noch bem Jesuitenorben angehören, c) baß sie keiner anberen Glaubensgemeinschaft : ngehören. Das Zeichen ber Deutschen Glaubensbewegung "t bas golbene Sonnenkreuz. Als Grunblage für ' ie Rechtssätze gilt folgenbes: 1. Die Deutsche Glaubensgemeinschaft will die leligiöfe Erneuerung des deutschen Volkes aus icm Erbgrunde der deutschen Art. 2. Die deutsche Arbeit ist in ihrem göttlichen Brunb Auftrag aus bem Ewigen, bem wir gehören sind. 3. In diesem Auftrag allein sind Wort und Zrauchtum gebunden. Ihm gehorchen heißt sein Leben deutsch führen. Schwerverletzte geborgen werden. 7Nan befürchtet, daß sich unter den Trümmern noch mehrere Tote befinden. Lastaulounglück im Riesengebirge. — 3 Tote, 27 Verletzte. Am Pfingstsonntag verunglückte in Alt- Schönau bei Hirschberg (Riesengebirge) ein Lastauto mit Anhänger mit 54 Arbeitsdienstfreiwilligen oom Arbeitsdienstlager Sprottau, die sich auf einer Fahrt nach Bad Flinsberg befanden. Auf der stark abschüssigen Straße verlor der Führer die Gewalt über den Wagen, dieser schlug um, während der Anhänger abgerissen wurde. Sämtliche Insassen beider Wagen stürzten heraus. Einer war sofort tot, zwei starben nach der Einlieferung ins Krankenhaus in Hirschberg, 27 erlitten erhebliche Verletzungen; einer der Schwerverletzten schwebt noch in Lebensgefahr. Die Verletzten wurden sämtlich in das Krankenhaus nach Hirschberg geschafft. Vom Arbeitsdienstgau Niederschlesien (Sitz Görlitz) wird ergänzend mitgeteilt, daß das Unglück auf Versagen der Brern- s e n zurückzuführen ist. Das Fahrzeug war auf der steil abfallenden Chaussee nicht mehr zu halten und schlug um. Der Arbeitsdienstgau X hat eine achttägige Trauer angeordnet. Die so plötzlich aus dem Leben gerissenen Arbeitsdienstkameraden sind in der Totenhalle des Krankenhauses Hirschberg unter der Fahne des Arbeitsdienstes und vielen Blumenspenden aufgebahrt. Die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme ber beteiligten Aerzte, ber SA., PO. unb ber gesamten Zivilbevölkerung ber Schönauer unb Hirschberger Gegenb ist beson- bers heroorzuheben. Stärkungsmittel unb Liebesgaben jeglicher Art unb Gelbspenben trafen bereits nach wenigen Stunben ein. Vermächtnis eines Deutsch-Amerikaners für bie Universität Tübingen. Der in Milwaukee kürzlich im Alter von 85 Jahren verstorbene Deutsch-Amerikaner Karl L a n b f e e hat in seinem Testament ber Universität Tübinaen 33 000 Dollar vermacht. Ferner hat Lanbsee eine Stiftung in Höhe von 100 000 Dollar für bebürftige Angehörige ber Familie Lanb- fee errichtet. Der Verstorbene stammt aus Rottenburg am Neckar. w tity 3 (b Uti Ui teil utyi • Hey 5 oor mmi !eich; . de ltde i t lack 3 ol". 1 ick chk M Bolb gebet, einti oerbü mein Am vergangenen Samstag würbe bie ter neuen Ala in Berlin gefeiert. Nach „ , mneinmarsch sprach ber langjährige Direktor ber Na, Dr. Wentzel, bie Begrüßungsworte, wo- muf Präsibent Reicharb u. a. ausführte: „Seien Sie überzeugt, baß wir burch bie Ver- cnberung ber Mehrheitsverhältnisse ber Ala einen schritt 'weitergekommen sind in bem Willen unb Wollen ber nationalsozialistischen Bewegung. Wir sichren hier bie Ala-Anzeigen AG. unb bie Natio- mlsozialistische Anzeigen-Zentrale zusammen zu liner gemeinsamen Arbeit, zu einem gemeinsamen Dollen. Große Aufgaben stehen Ihnen bevor. Wir Baustellen ohne bieses Vorbilb bes Führers. Außer einer Teilstrecke ber Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Mannheim wirb in biefem Jahre auch noch ein Abschnitt ber Strecke München — Berchtesgaben eröffnet werben können, bie ber Führer neulich gleichfalls aus ber Luft besichtigt hat, inbem er sie mit einem Flugzeug abflog. Ganz herrlich ist bas Alpenpanorama, bas man auf ber Reichsautobahn Müncheo n—S alzburg oor sich haben wirb. Sehr schön verläuft auch bie Strecke Stuttgart —111 m — München mit bem Albaufstieg in Schwaben. Die Straße Berlin— München wirb ihre schönsten Stellen im Frankenwalb, am Ranbe bes Fichtelgebirges unb bei ber Durchquerung ber Fränkischen Schweiz haben. Wunbervoll in bie urbeutsche Lanbschast einfügen wirb sich bie Straße Kasse l—G ö 11 i n g e n, bie süblich von Hann. Münben bie Fulba unb bie Werra überquert unb herrliche Ausblicke in bas Wesertal unterhalb von Hann.-Münben unb auf ben Reinharbswalb, biefen schönsten beutschen Laub- walb gewährt/ Der Architekt Alwin Seiffert in München ist mein Lanbschaftsberater, ber jebe Strecke genauestens prüft, ehe bie Linienführung enbgültig freigegeben wirb. Wir gehen auch bazu über, in schönen Tälern bie Fahrbahnen zu teilen unb a u f jebe Seite bes Tales je eine Fahrbahn zu legen, ebenso wie wir an Berghängen bie Straßen nicht in ber ganzen Breite in ben Berg schnei- ben unb bamit ben Berghang zerstören, fonbern bie Fahrbahnen geftaffelt übereinanber anlegen. Wir wollen ja nicht Fahrflächen bauen, fonbern Straßen, bie, wie unsere Lanbschast, ihren Charakter haben. Oie Ala-Anzeigen A.-G. die parteiamtliche Werbestelle der NS.-Presse. Am 4. Mai wechselte bie Ala-Anzeigen AG. ihre Besitzer. Am 9. Mai hat ber Reichsleiter für Die Aresse ber NSDAP, bie Ala-Anzeigen AG. als tie parteiamtliche Werbestelle ber NS.-Presse an= irfannt. Die Führung bes Aufsichtsrates ber Ala mürbe von Ministerialdirektor i. e. R. R e i ch a r b, Träsibent bes Werberates ber beutschen Wirtschaft, tmb Verlagsbirektor Amann, Reichsleiter für bie Bresse ber NSDAP., übernommen. Weitere füh- isenbe Persönlichkeiten ber beutschen Wirtschaft wer- :*n in Zukunst bem Aufsichtsrate ber Ala ange= Ären. Zum Generalbirektor ber Ala-Anzeigen AG. mürbe ber bisherige Geschäftsführer bes Werbe- intes ber beutschen Wirtschaft, Finkenzeller, ernannt. Neben ben bisherigen . Dorstanbsmitglie- Die bulgarische Kammer ist burch einen Erlaß bes Könias aufgelöft worben. Die neue Regierung hat an bie bulgarische Nation eine Sunbgebung gerichtet, in ber festgestellt wirb, baß bie Regierungsparteien vollstänbig gescheitert seien wegen eines Auseinanberdrechens ber extremen politischen Gruppen, wegen innerer Hetze unb persönlicher Streitigkeiten. Dieser Regierungswechsel vollzog sich unter Mitwirkung ber Armee, bie von ber allgemeinen Auflösung verschont war. Weiter werben in ber Kundgebung bie Hauptprogrammpunkte ber neuen Regierung bargeleat: Eine bisziplinierte Organisation bes Staates, Die auf einer Zusammenlegung gewisser M i - n i ft e r i e n, einer Herabsetzung ber Zahl ber Departements unb Verwaltungszweige aufgebaut ist; bie Schaffung einer stabilen Kommunal- verwaltung, an beren Spitze Bürgermeister stehen, bie von ber Regierung ernannt finb. Die Krebitmöglichkeiten, vor allem für Lanbwirte unb Hanbwerker, sollen verbessert werben. Das kulturelle Niveau auf ben Dörfern ist zu heben. Die inbuftrielle Probuktion ist nach ben tatsächlichen Bebürfnissen bes Lanbes zu regeln; Die Preise für Jnbustrieprobukte finb zu senken. Neue wirtschaftliche Märkte finb zu schaffen. Gegen bfe Arbeitslosigkeit ist ber Kampf burch A r b e i t s- befchaffungsmaßnahmen unb burch strenge Anwenbung ber sozialen Gesetzgebung aufzunehmen. Das Gerichtswesen ist zu reformieren, bamit bie Verfahren geschwinber abgewickelt werben. Mit ben anberen Mächten unb vor allem mit ben benachbarten ©taten will bie Regierung in gutem Frieben leben. Die Beziehungen z u Sowjetrußlanb finb roieber aufzuneh - men. Der neue Finanzminister Toboroff hat bie Revision bes Staatshaushaltes in Angriff genommen unb mehrere rigorose Sparmaßnahmen verfügt. Die Gehälter ber Minister unb ber meisten höheren Beamten werben herabgesetzt, unb bie Sonberkrebite an Behörben auf ein Minbestmaß beschränkt. An bem Haushalt für 1934/35, ber bisher runb 5,5 Milliarben Lewa an Ausgaben vorsah, sollen runb 500 Millionen Lewa eingespart werben. Aus aller Welt. :0er Abschluß öer Deutschlandfahrt des „Graf Zeppelin". Was Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Ennntagabenb von seiner Deutschlanbfahrt, ta oom Deutschen Luftsportverbanb burchgeführt rurbe, nach Friebrichshafen zurückgekehrt unb un- lt:- dem Jubel einer großen Menschenmenge, die im Zeppelin mit Musik empfing, bei Beginn der runkelheit gelandet. Nach seiner Fahrt von friebrichshafen nach Stuttgart, Heidelberg, Frank- iut am Main, war das rheinisch-westfälische In- Mriegebiet das Ziel der Fahrt. Das Industriegebiet ist vom „Graf Zeppelin in tiiem verwickelten Zickzackkurs überflogen worden. Eü sollte auf diesem Flug vor allem solche Orte Verflogen werden, die bisher den „Zepp" noch icht gesehen hatten. So mußte das Luftschiff in liier großen Schleife über bas Lanb ber Zechen geführt werben. Unterwegs hatte ber Generalinspektor für das beutsche Straßenwesen, Dr. Tobt, Gelegenheit, sowohl im Bau befinbliche Straßen als auch projektierte Straßenlinien zu besichtigen. Vom Jnbustriegebiet ging bie Fahrt über Braunschweig, Wernigerobe, Magbedurg nach Berlin, wo ber „dkaf Zeppelin" etwa um 18 Uhr Innbete. Hier begrüßten bas Luftschiff als erste Obergruppenführer E r n st unb Gruppenführer Prinz August Wilhelm. Dann würbe Poft eingelaben unb bie Wassertanks würben nachgefüllt. Kurz nach 19 Uhr startete „Graf Zeppelin" zu seinem Fluge nach ber Ostsee unb nach Ostpreußen. Der Darmftäbter Pilot Wiegmeyer, führte zahlreiche Loopings aus. Der Flieger Übet umkreiste mit seiner Maschine ben „Graf Zeppelin", um bas seltene Schauspiel des Ausklinkens des Segelflugzeuges zu filmen. Von Berlin ging der Flug nach Stolp unb Stolp- münbe, wo bas Luftschiff über ber Ostsee anberthalb Stunben kreuzte, um bie Uebertragung ber Musik aus bem „Graf Zeppelin" auf die deutschen und ausländischen Sender zu ermöglichen. Dann ging die Fahrt über die Danziger Bucht zur Samland- tüfte und nach Königsberg. Die Landung vollzog sich dort schnell und glatt. Die Fahrt ging dann nach Danzig. Der Empfang des Luftschiffes in Danzig war geradezu enthusiastisch, lieber den Korridor ging es nach Pommern, später über Schlesien, Sachsen unb Bayern hinüber zum Fränkischen Jura, enblich hinunter zum Bobensee unb zum Heimathafen Friebrichshafen. Eisenbahnunglück in Spanien. 20 Tote, 25 Schwerverletzte. Wie aus Barcelona gemeldet wirb, ereignete sich bort am zweitenPfingslfeierlag ein großes Eisenbahnunglück. Ein zur Abfahrt bereitstehenber Perfonenzug fuhr vor ber fahrplanmäßigen Zeit ab, weil ber Lokomotivführer ein Pfeifsignal eines Fahrgastes für bas Abfahrtssignal bes Stationsbeamten hielt, wenige Kilometer hinter dem Bahnhof stieß der Zug mit einem anderen Personenzug zusammen, wobei beide Züge zertrümm ert wurden. Bisher konnten 2 0 Tote und 2 5 Der Ausklang der psingstiagung. Eine Dankkundgebuna an die deutschen Abstimmungsgebiete schloß sich ber Morgenfeier 'iimmungsvoll an. Die Leitung lag in ben Hänben 3on Dr. Mirbt - Breslau. Das Schlußwort sprach Dr. Hans Steinacher. Der Vorbeimarsch ber Fahnen beenbete ben feierlichen Akt. Am Nach- nittag bewegte sich vier Stunben lang ein gewaltiger Festzug in seiner ganzen Mannigfaltigkeit unb Buntheit ber Trachten burch bie fahnen- zeschmückten Straßen, bie von ungeheuren Men- chenmassen besetzt waren. Heil-Rufen unb Hänbe- “latfchen begrüßte bie einzelnen Gruppen. Besonbers bewillkommnet würben bie Saarlänber mit hrer schwarzen Fahne, bie in stattlicher Zahl erschienen waren. Nicht minber herzlich begrüßt würben bie beut« chen Lanbsleute aus Memel, Danzig, Eupen-Mal- meby, Oberschlesien unb Kärnten. An bem Feftzug gaben runb 30 000 VDA.-Schüler unb -Schülerinnen, HO 000 Mitglieber ber Hitler-Jugenb unb 15 000 Saarlänber, bavon 5000 Jugenbliche, also insgesamt 55 000 Personen, teilgenommen. LUus bem ganzen Rheinlanb waren zahlreiche Zu- chauer erschienen, bie mit ber Trierer Einwohner- chaft zusammen bem Festzuge lebhafte Ovationen >arbrachten. Landschastsbild und Reichsaulobahnen Keine Fremdkörper im Landschastsbild, sondern harmonische Einfügung. Grundsätzlicher Regierungswechsel in Bulgarien Ein Kabinett der starken Hand.-Auflösung der Kammer. iiiiiiiiimmiiiiiiiiiiimiiiimmiiiimiiiiniiiuiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiii .... und zum Bauen 2326, Abermann. Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll OBERST die einzige 3V3 Pfennig- Zigarette mit Neutra-Papier. nach jeder Oberst-Zigarette das Verlangen nach der nächsten. Ihr Neutra-Papier hat einen vorbildlichen Brand, es stört nicht das Aroma des Tabaks, vielmehr läßt es alle Feinheiten der milden Mischung klar und rein hervortreten. Er spendet Schatten Unter einem solchen Schirm sitzt es sich in Ihrem Garten oder Balkon viel angenehmer. Garten- u. Balkon-Schirme In lustigen bunten Farben bekommen Sie sehr preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten ssasA Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 weissen Geschänsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstr.7 Alleinverkauf Niederhalen ACo. Bahnhofstrafje fiefienüb. Hotel Schütz llllllllllllllllllllllllllllll lllllllllllllllllllllllllllill 17. Mai 1934 2. Ziehungstag ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Kunst und Wissenschaft 1758 4084 4727 vercyieoenen vraoren ameriras zu is e waii--1 .. bj . t ^ch sind, nur in einer tätig feit en. In San Franzisko, wo die Reeder II"/. > 0 1/o ' ' hpr (urpn,p hP« wegen der Fortdauer des Streiks der Hafenarbeiter ®°" /r ®?et,e.r °"b„ ® 3 eine einmonatige Aussperrung planen sollen, wur° Nachba^undstucks gehalten werden. RunSsunkproqramm Mittwoch, 23. Mai. 327746 30194 31702 149305 392497 44213 148571 239266 365270 151011 168835 201228 262302 289796 330048 367834 377370 90737 103922 132851 152934 171466 214362 278417 298958 338746 371943 398762 58551 115284 188809 299688 351016 2 Gewinn« zu 5000 M. 4 Gewinn« zu 3000 M. 4 G«wiaa« zu 2000 M. 6 Gewinne zu 1000 M. 24 Gewinne zu 800 M. 105821 132883 164880 172108 215820 281633 305613 354207 372921 399439 98762 124235 139725 174485 197388 216309 237383 266288 304501 323599 358027 367577 391495 109863 143083 164904 178442 216642 286077 323720 360249 373421 324484 64678 35058 16570 205555 13746 94673 167138 250083 326713 372080 126223 157418 184678 203681 232062 240871 273825 308458 339273 360321 376967 396950 344729 209002 69759 65118 210196 34813 109923 171852 276637 337548 390396 332140 103465 33312 158022 60205 169707 268903 399816 127562 162581 191146 204430 232576 241224 275194 313989 343712 361313 383430 342971 195468 37606 245614 64393 172810 301517 23341 75173 90526 101822 125486 152783 169646 208483 265099 298426 332153 371491 380806 280037 68858 322100 68382 113273 185885 281638 350211 395655 12021 42698 59230 73693 97680 118646 133606 170430 197025 206046 235724 248723 285086 317021 348980 361825 383672 98649 118691 135081 171115 197265 216042 236631 257866 293296 323159 355958 362487 389520 72686 144572 190084 307763 357430 103863 126019 141563 182042 200217 217316 238427 .269851 304579 334899 358698 373973 395561 80195 157776 192421 326685 371192 147619 166282 199302 224884 289454 324541 366038 373456 Im Zusammenhang mit Streiks kam es in verschiedenen Städten Amerikas zu Gewalt- M. M. 48. (Ein Testament kann bei dem Amtsgericht oder bei einem Notar hinterlegt, es kann aber auch zu Hause aufbewahrt sein. Als Erbe haben pinpn Anivruck auf Erbauseinandersetzung. Dadeckte die billigste Methode der Radiumgewinnung. Auch die Anwendung von Radium für die Zifferblätter von Uhren soll auf ihn zurückzuführen fein. dessen Bewohner angesichts des Wassermangels Feuerketten bildeten und die Löscheimer von Hand zu Hand weiterreichten. Flieger meldeten, daß die Rauchsäule über 75 Meilen weit zu sehen ist. Die Löscharbeiten 'wurden besonders dadurch erschwert, daß infolge der großen Trockenheit der letzten Tage der Wasserdruck erheblich nachgelassen hat. Der Schaden wird auf z e h n M i t - Honen Dollar geschäht. Man befürchtet jedoch, dah er 25 Millionen erreichen wird, da neben den Gebäuden unzählige Stück Vieh in den Flammen umgekommen sind. Da sich zwischen dem Viehhof- viertel und dem Chikagoer Wohnviertel ein breiter Streifen Brachland befindet, hofft die Feuerwehr, den Brand dort zum Stehen zu bringen. Die Zahl der Opfer noch unbestimmt. Der Brandkatastrophe sind nach den bisherigen Feststellungen außer den elf großen Viehhofgebäu- den über 200 Wohnhäuser zum Opfer gefallen. Es handelt sich in erster Linie um Häuserblocks, die von Angestellten des Viehhofs bewohnt waren. Ueber eine Quadratmeile des Stadtbodens ist durch die Brandkatastrophe dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Zahl der Todesopfer steht noch nicht endgültig fest. Es werden 25 schwerverletzte Personen gemeldet, darunter 11 Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann hat vier Personen aus den Flammen gerettet und sich dabei so schwere Brandverletzungen zugezogen, daß er unmittelbar darauf starb. Eine noch größere Ausdehnung des Feuers wurde nur durch ein plötzliches Umschlagen des Windes verhindert. und Bildhauer. Nach einer Stunde verließ der Duce die Deutsche Akademie, nachdem er den Künstlern seine besondere Anerkennung ausgesprochen hatte. Opfer der Wissenschaft. Gewinnauszug 2. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und TL 1547 2729 5442 dem Sendergebiet. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: ..Das Geifterdorf!" Ein Abenteuer deutscher Jungens Chikago, 21.7Nai. (DRV.) Das Chikagoer Viehhofviertel ist von einer Brandkatastrophe heimgesucht worden, wie sie die Stadt seit dem Grohfcuer von 1871 nicht mehr erlebte. Elf große Gebäude sind völlig eingeäschert worden, ungezählte Viehmengen verbrannt. Drei- vierlel der städtischen Feuerwehr bekämpften mit heroischer Ausdauer das immer weiter um sich greifende Feuer. Bis jetzt zählt man drei Tote und über 150 Verletzte. Ueber 2000 Personen sind ohne Obdach. Zu der Brandkatastrophe werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Das Feuer brach in einer Scheune im Viehhofviertel vermutlich durch eine svrtgewvrfene Zigarette aus. Bei der großen Trockenheit breiteten sich die Flammen mil rasender Geschwindigkeit aus. Obwohl fast die gesamte Chikagoer Feuerwehr eingriff, wurden in kurzer Zeit drei riesige Viehställe, zwei große Verladehallen, ein Hotel mit wertvollen kunstschähen, zwei Banken, eine Brauerei und ein Eisenbahnbürogebäude ein Raub der Flammen. Ferner wurden ungezählte kleinere Gebäude und Läden zerstört. Ammoniak-Tanks und große Oelbehälter explodierten mit lautem Getöse. Das verbrennende Vieh schrie entsetzlich. Der Stadtverkehr ist meilenweit unterbrochen. Zwei Feuerspritzen wurden von den Flammen umzingelt und verbrannten. Die drei Feuerwehrleute haben vermutlich den Tod gefunden. Als das Feuer am Brandherd selbst saßt erloschen war, fraßen sich die Flammen weiter nach Rordosten dem Wohnviertel zu, Wettervoraussage. Die nördliche Störungstätigkeit hat sich verstärkt, so daß bei fortgesetzter Zufuhr ozeanischer Luft das Wetter vorübergehend einen etwas unbeständigen Charakter annimmt. Bei stärkerer Bewölkung und 4 Gewinn« zu 3000 M. 8 Gewinne zu 2000 M. 389635 12 Gewinne zu 1000 M. 245676 357501 382993 26 Gewinne zu 800 M. 37618 121406 132697 270770 325313 375789 40 Gewinne zu 500 Dl. 72062 86717 144030 183162 227782 236429 313793 338021 338172 Vrandkalastrophe im Wkagoer Viehhos-Vieriel Bisher 3 Tote, 150 Verletzte. - Viel Vieh in den Flammen umgekommen. Unübersehbarer Schaden. Riefenfeuer in einer nordamerikanischen Hafenstadt. In der Hafenstadt Newburyport (Massachussets) wütet gegenwärtig ein verheerender Brand. Das Feuer zerstörte eine Schuhfabrik, Büros und Wohngebäude. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. Zur Zeit bedroht das Feuer die Hafenanlagen und die Bauten an den Ufern des Merrimac. Liebesdrama auf einem marokkanischen Bahnhof. Drei Tote. Zwei Verletzte. Auf dem marokkanischen Umsteigebahnhof El Affroun hat ein20jähriger Mann auf eine Familie namens Galiana mehrere Revolverschüsse abgegeben. Frau Galiana wurde durch einen Aus aller Wett. Zahlreiche Streikunruhen in den Vereinigten Staaten. 72538 106318 149205 343331 369086 399697 66 Gewinn« zu 500 M- 2 Gewinne zu 100000 M. 59012 2 Gewinne zu 10000 M. 380405 ----- 68740 84139 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universltats-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 2 Gewinne zu 50000 M. 118726 - - ----- 244584 (Einer Meldung aus Denver (Colorado) zufolge auch zu Hause aufbewahrt sein. Als Erbe haben ift her Radiologe Henry König an Krebs ge - Sie einen Anspruch auf Erbauseinanderzetzung. Da- ftorben, den er sich bei feinen wissenschaftlichen'zu ist die Teftamentseröffnung nötig. Sie geschieht Arbeiten zugezogen hatte. Er wußte seit längerer """ orn Zeit, daß er verloren war, setzte aber seine Arbeiten fort. Er war der letzte Ueberlebende einer Gruppe von 20 Wissenschaftlern, die ursprünglich mit Madame Curie zusammenarbeitete. Er ent- Der Kampf um die Schachweltmeisterschast. Im Kampf um die Schachweltrneister- schäft, Etappe Bad Kissingen, nahm der Weltmeister Dr. A l j e ch i n zum fünften Male ein an- gebotenes Damengambit an. Der deutsche Meister Bogoljubow erlaubte sich frühzeitig einen groben Positionellen Fehler, den Dr. A l j e ch i n mit Virtuosität ausnutzte. Wohl versuchte der deutsche Meister zum Ausgleich zu kommen, Aljechin jedoch konnte den Gambitbauern mit vorzüglichem Spiel behaupten, und im 41. Zuge mußte der deutsche Meister die unhaltbare Partie aufgeben. Bereits am Montag wurde die 18. Partie ausgetragen. Der deutsche Meister als Nachziehender konnte einen geringen Stellungsvorteil gegen die feine Abwehr Aljechins nicht in entscheidenden Vorteil umsetzen, und nach frühzeitigem Generalabtausch wurde die Partie auf Vorschlag von Dr. Aljechin remis gegeben. Der Wettkampf steht nunmehr IIV2 zu 6V2 bei elf Remisen zugunsten des Weltmeisters. Der Wettkampf wird noch im Laufe der Woche in Nürnberg fortgesetzt. Das Schachturnier um die Meisterschaft von Deutschland in Aachen. In dem in Aachen ausgetragenen Schachturnier um die Meisterschaft von Deutschland lautet der letzte Tabellenstand folgendermaßen: 6 Punkte: Carls; VA P.: John; 5 P.: Heini ck e ; 4¥2 P.: Dr. Antzen; 4 P.: Lange (Hängepartie), Grohmann (Hängepartie); V/2 P.: Weibgerber, Engels, Dr. R ö d l und Elsner (Hängepartie); 3 P.: Dr. Lach mann (Hängepartie), Hahn (Hängepartie), Reinhardt und Krause; 2 P.: Heinrich; 1 P.: Bongardts, Schmitt (Hängepartie) und Wächter. Besuch Mussolinis bei den deutschen Künstlern in Rom. Am Pfingstmontag besuchte Mussolini in Begleitung des Staatssekretärs Suvich und in Anwesenheit des deutschen Botschafters die Villa Massimo zu Rom, den Sitz der Deutschen Akademie. Er wurde von Prof. G e r i ck e empfangen, der ihm die deutschen Künstler vorstellte und ihm eine Mappe mit ihren Arbeiten als Andenken überreichte. Der Duce besichtigte mit größtem Interesse die schöne Villa, den Park, jedes einzelne der Ateliers und die dort aufgestellten Werke der Maler 214 Gewinn« zu 300 M. . ~ . --— 16738 20234 35828 40397 42159 42379 43828 48712 50635 52435 53009 67258 61025 62479 69207 70141 71153 76944 83753 85209 86160 88367 90325 3n bet heutigen Nachinittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 5736 63733 204333 259075 275748 297842 306047 351627 362373 382046 Die Ziehung der 3. Klasse der 43. Preußisch- Süddeutschen (269. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 13. und 14. Juni 1934 statt. 162 Gewinne zu 300 W. . . ~~ • -- - •,- - 25788 41295 49440 51304 54636 62457 80190 80302 86932 87161 89249 90511 ----- 91457 92803 92954 95335 101473 ------ — 113558 115580 durch das Nachlaßgericht, sobald dieses von dem Tode des Erblassers Kenntnis erhält. Private, die ein Testament in Händen haben, müssen es ans Gericht abliefern. Auf diese Ablieferung kann geklagt werden. Auch der Offenbarungseid ist zulässig. Kosten richten sich nach dem Wert der Erbschaft; näheres erfahren Sie vom Amtsgericht. G. R.» Gießen. Als Hauseigentümer können Sie schädigende Einwirkungen auf Ihr Haus von dem Nachbargrundstück verbieten, es sei denn, daß es sich um belanglose Störungen handelt. Ob dies hier der Fall ist, ist Tatfrage. Bäume und Sträucher dürfen, sofern sie über zwei Meter hoch sind, nur in einem Abstand von zwei Metern, so- Brustschuß getötet. Ihre 16jährige Tochter wurde durch einen Schuß in die Wirbelsäule so schwer verletzt, daß sie während der Ueberfuhrung ins Krankenhaus ft a r b. Zwei andere junge Mädchen wurden verletzt. Der Mörder richtete dann die Waffe gegen sich selbst unb beging durch einen Schuß ins Herz Selbstmord. Man vermutet, daß es sich um ein Liebesdrama gehandelt hat. Brandunglück in Frankreich. — Drei Todesopfer. In der Nacht zum Pfingstmontag ist bet Roubaix eine Schankwirtschaft niedergebrannt. Dabei haben drei Personen den Tod gefunden. Löwenjagd in Paris. — Ein Soldat schwer verletzt. In Paris brach in einer Menagerie, die am äußersten Rande der Stadt an der Porte Brianceon gelegen ist, der Boden eines Löwenwagens durch. Drei Löwen gelangten auf diese Weise ins Freie. Das Überfallkommando wurde alarmiert und begann an der Porte Brianceon eine Löwenjagd. Ein Soldat des 1. Lustfahrbataillons wurde von einem Löwen im Gesicht zerkratzt und an der Schulter gebissen. Er mußte ins Krankenhaus über» geführt werden, wo sein Zustand als ernst angesehen wird. Die Löwenjagd dauerte anderthalb Stunden, dann hatte man alle drei entkommenen Raubtiere wieder im Käfig. Deutsche Afrika-Expedition von Millauer in Tunis. Die A f r i k a - E x p e d i t i o n des jungen Deutschen Millauer ist nach anstrengender Fahrt durch die Sahara in Tunis angekommen. Die Expedition war von Kamerun zunächst nach Sinder gezogen. Von dort aus ging die Reise durch hie Sahara zum Hoggar-Massiv und schließlich nach Tunis. Erschwert wurde der letzte Teil des Weges durch zwei Sandstürme sowie durch Malariaanfälle, von denen mehrere Teilnehmer heimgesucht wurden. In der Zentralsahara stieg das Thermometer fast täglich auf 60 Grad Celsius. Für eine Wegstrecke von 10 Kilometer wurden in den Sanddünen häufig zwölf Fahrtstunden benötigt. Während Millauers Frau am Steuer des Kraftwagens faß, mußten Millauer, fein Begleiter Mielke und die schwarzen Träger den Wagen schieben, der ständig in dem tiefen Sand einfanf. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) den 50 japanische Arbeiter, die die Ladung eines Schiffes löschten, überfallen und vertriebe. Außer in San Dieao ruht jetzt die Schiffahrt an der Kalifornischen Küste beinahe völlig. In New Orleans wurden bei einem Zusammen st o ß 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert. 8.20 urieans muruen oei einem 0 u , u m in e n |i u p i bis 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: So- zwischen streikenden Hafenarbeitern und Polizisten zjaldienst. 12: Mittagskonzert I. Nordische Musik der Schüsse abgefeuert, doch scheint es keine Verletzte Gegenwart. 13.20: Mittagskonzert II. Blasmusik, gegeben zu haben. In Coal Valley (Alabama) 14. Mittagskonzert III. 14.30: 3X15 Minuten aus warfen streikende Bergleute eine Dynamit- dem Sendergebiet. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: bombe in den Luftschacht eines Bergwerkes. „Das Geisterdorf!" Ein Abenteuer deutscher Jungens Die Exlosion riß ein großes Loch in der Erde auf.1 auf einer Wanderfahrt durch Persien. 17.45: Stunde Personen tarnen aber nicht zu Schaden. | der Jugend. 18.20: Freundschaft mit Steinen. Vor- 1 trag von Max Benfe. 18.35: Junge deutsche Dichtung: Hans Fritz von Zwehl. 18.50: Griff ins Heute. 19: „Tschingdara-Bum!" 60 Minuten heitere Volksmusik. 20.10: Von Frankfurt: Reichssendung: „Unsere Saar". Den Weg frei zur Verständigung! 20.30: Se- renaden-Konzert des großen Rundfunkorchesters. 22: Kleine Unterhaltung. 23: Nachtmusik. Ludwia van Beethoven. 24 bis 1: Nachtmusik. Besinnliche Weisen. lebhaften um West drehenden Winden wird auch etwas Regen niedergehen, ohne daß eine durch, greifende Wetterverschlechterung eintritt. Stetig an. steigender Druck von Südwesten her wird vielmehr später die Witterung wieder freundlicher gestalten. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd-be. wölkt mit Aufheiterung, mäßig warm, vereinzelt etwas Niederschlag. Aussichten für Donnerstag: Teils wol. kig, teils aufheiternd, wieder etwas wärmer, vor. wiegend trocken. Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 22,6 Grad Celsius, abends 17,0 Grad; am 22. Mai: morgens 15,9 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum 14,8 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21 Mai: abends 20,8 Grad, am 22. Mai: morgens 17,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7 bis 8 Stunden. Heroen behalten! 3091D Volkstümliche Restaurant Karlsruhe lllllllllllllllllllllillllllll Stellenangebote werden, wenn alle» versagte, durch 3089 D und deshalb ein- für allemal: Die Schuhe putzt man mit Erdal 5 Minuten von der Straßenbahn Grenzweg Gießen— Wieseck Habe meine Praxis wieder aufgenommen für sofort geiucht Horst-Wessel- äBflll 51 03668 Gießen« 3023D Mittwoch, 23.5. 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Ml M4 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) ltr.lf6 Zweites Blatt Gießener Gtadttheater. Puccini: „Tosca". P u c c i n i war durch und durch Theatermusiker. Ahm war es nicht möglich, sich in Schaffenspausen <:vischen den Bühnenwerken etwa wie Verdi andern musikalischen Gebieten zuzuwenden; er gibt ' lber einmal au, daß „ihm nie auch nur eine Zeile < nfiele, ohne den Anlaß einer ihn unmittelbar be- rührenden theatralischen Sensation". So war es für ihn eine Notwendigkeit, ständig nach wirksamen Texten zu suchen. Dennoch aber nahm er nie wähl- los an, was ihm von den verschiedensten Seiten an- Geboten wurde, im Gegenteil, wir wissen, wie fründliche kritische Erwägungen ihn selbst von der ■ Vollendung bereits begonnener Werke abhielten, ' r.ie etwa bei dem Dergasschen Text „La Lupa". Unerbittlich versuchte er seine dramaturgischen For- terungen bei seinen Textdichtern durchzusetzen; so smßte beispielsweise der dritte Akt der „Boheme" hei mal umgearbeitet werden. Auch die Verhandlungen mit Dictorien S a r d o u Hegen eines Opernstoffes waren erst von Erfolg, c s Puccini Sarah Bernhardt in der Haupt- rille von Sardous „Tosca" gesehen hatte. Di« Wahl dieses nervenaufpeitschenden Stückes mußte rnmentlich in Hinsicht auf die vorausgegangene Oper „La Boheme" befremden; und selten ist em Lwerntext so stark angefeindet worden wie der von Tosca". Die Figur des Scarpia, jenes Scheusals i Menschengestalt, stieß namentlich in Deutschland auf starke Ablehnung; dazu kam jene grausame Sxalistik der Folterszenen des zweiten Aktes: nor- dfsche und romanische Denkungs- und Empftndungs- recife mußten hier hart aufeinanderprallen. Und diß sich die Oper dennoch gehalten hat, dankt sie außer der Musik den beiden Kontrastgestalten, dem gehenden Patrioten Cavaradossi, der für feine Ge- smnung sein Leben einsetzt, und der Tosca, die im Stampf mit der Brutalität Scarpias vor dem Letzten nacht zurückschreckt. '9tn und für sich gesehen, ist die wechselvolle ktandlung überaus bühnenwirksam angelegt; stärkste Geegenfäfce gleichzeitig sich abspielender Szenen (1 »feen aufeinander: so am Schluß des ersten Wirtes V» gottesdienstliche Feier und der, teuflische Plane erwägende Scarpia; im zweiten Akt der Jubel t>.;>m Fest der Königin und im Geschoß darüber der scmrkenhafte Scarpia, bereit, über Leben oder Tod Srivaradossis zu entscheiden. Sehr geschickt auf- gebaut ist das Verhör des unerschütterlichen Lava« polnisch-tschechische Ernüchterung. Von unserem Or. E. K.-Korrespondenien. Warschau, Mai 1934. Die Beziehungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei haben ein Stadium erreicht, das an Schärfe nichts zu wünschen übrig läßt und das die inzwischen beigelegten deutsch-polnischen Spannungen weit in den Schatten stellt. Im Blätterwald beider Länder setzte ein bedenkliches Rauschen ein, das begleitet ist von Zwangsmaßnahmen der Verwaltungsstellen, die sich gegen die Angehörigen der Minderheit oder gegen Das Schrifttum des anderen Staates richten. Industrielle und Arbeiter werden des Lande s verwiesen, das ihnen solange Gastrecht gewährte. Zeitungs- verböte sind hier wie dort an der Tagesord- inung, was umso mehr überraschen könnte, als es «eine polnische-tschechische „Presse-Derständiaung" •aibt, die eine Art „Nichtangriffspakt' darstellen ssollte und deren Aufgabe darin besteht, die kulturelle Annäherung auf dem Gebiete des Schrift- Hurns zu fördern. Als diese „Presse-Derständiguna" zustande kam, wurde der unzerstörbaren Freund- ßchaft der „zwei slawischen Schwestern" ein Hymnus gesungen und an das gemeinsame Ziel, nämlich die Aufrechterhaltung des Status oquo an der deutschen O st grenze erinnert. Besonders sentimental gestimmte Idealisten träum» Men gar von einer westslawischen Rütliszene an der Weichsel, wobei ihnen so etwas wie eine polnisch- ttschechische Union vorschwebte, die man freilich nicht i näher präzisierte. Und wer sich in Polen nüchternes Gemüt bewahrte, nahm diese Heilsbotschaft nicht weiter ernst. Immerhin hat der politische Wetterhahn inzwi- I sichen eine beachtliche Kehrtwendung gemacht, was I sseine geschichtliche Begründung hat. Wenn näm- I Cid) Polen und Tschechen ihre Historie aufschlagen, j ssinden sie ihre Vorfahren öfter als Widersacher und Rivalen, denn als Freunde und Verbündete ge- I sichildert. Natürlich schuf die Nachbarschaft viele i Verbindungen und die Königshäuser der polnischen Piasten sowie der böhmischen Premysliden waren I jia versippt und verschwägert. Streit und Zwist Überwogen indessen immer, woran auch die Zuge- I Hörigkeit der zwei Slawenvölker zum Habsburger- ceid) nichts änderte. Als sie ihre Eigenstaatlichkeit erlangten, braute es die Grenznachbarschaft so mit sich, daß die Sied- ungsgebiete der beiden Neustaaten im Tesche - J n e r Land ineinander griffen. Dadurch wurde auch in diesem Falle ein Nationalitätenhader begründet, dessen Rückwirkungen gerade jetzt so mäch- ig in Erscheinung treten. Gleich zu Anfang der Eigenstaatlichkeit machten sich sowohl in Polen wie auch in der Tschechoslowakei starke Strömungen nach einer Uebereinftimmung von -Staats- und Sprachgrenze geltend. Zu- Dem erhoben beide Staaten einen gleich starken Anspruch auf den Besitz des Teschener Landes, das vis heute den Zankapfel zwischen beiden Staaten toarfteUt. Allerdings hatte man in der französischen Emi- prationszeit, als die Eigenstaatlichkeit nur noch in Wunschtraum war, in weiser Voraussicht der Möglichkeiten eines Territorialkonflikts bestimmte Vereinbarungen über eine spätere Aufteilung ' iefes national bestrittenen Landesteils getroffen, “rot) dieser Abmachungen war Prag für rasches Handeln und löste die Frage kurzerhand, indem Hchechische Legionäre in das Teschener Gebiet einrangen, die polnische Besatzung vertrieben und ich in den Besitz des Landes setzten, während Polens Armee im Osten beschäftigt war. Zwar kam es später zu einem Beschluß des Bot- chafterrates, der freilich so ausfiel, daß sich Polen -enachteiligt fühlte. Polen führt seitdem das an ch vertretbare und auch minderheitenpolitisch über- zeugende Argument ins Feld, daß auf tschechischer Seite einige hunderttausend Polen verblieben, wäh- :aenb sich die Zahl der Tschechen im polnischen Staatsraum im Rahmen von nur einigen Zehntausend bewegt. _____________________ Der VDA. in Mainz. 4 r- K f H ö -5 Z- -- v Oben: Reichsinnenminister Dr. Frick auf dem Wege zum Festakt in der Mainzer Stadthalle. Schräg rechts hinter Dr. Frick der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher. — Unten: VDA.-Jugend mit ihren Fahnen und Wimpeln beim Aufmarsch auf dem Adolf-Hitler-Platz in Mainz. Diese Lösung hat in Warschau eine begreifliche Verstimmung und lange nachwirkende Unzufriedenheit hervorgerufen. Zweckmäßigkeitsgründe sprachen aber dafür, daß sich Polen gemeinsam mit der Tschechoslowakei in die Antirevisionsfront stellte, nachdem sich im Westen und Süden starke Revisionsforderungen geltend machten. Im Warschauer und im Prager Kabinett tat man das übrige, um den Gegensatz nicht an die Oberfläche der öffentlichen Diskussion treten zu lassen. Sorgsam hatte man die diplomatischen Akte dem Dorn- roschenschlummmer der Kabinettsarchive anvertraut und bedeckte sie mit dem Staub kühner Phantasie- pläne über die polnisch-tschechische Union. Während Warschau in Prag eine Art Rückversicherung gegen jeden Revisivnsdruck suchte, nahm die Tschechoslowakei jedes wirtschaftliche Geschenk dankbar an, das ihm Polen auf Dem Altar einer mißverstandenen Slawenliebe opferte. In diesem Zusammenhang wäre daran zu erinnern, daß b i e Tschechoslowakei bie Nutznießerin bes beutsch-polnischen Zollkrieges war, ben bie tschechische Inbustrie weibgerecht auszu- schlachten wußte. Es ist gewiß nicht übertrieben, wenn man sagt, baß bie polnisch-tschechische Freunbschaft i m beutsch-polnischen Konflikt ihre Nahrung fanb. Dieser brüchige Kitt mußte naturgemäß seine Wirksamkeit verlieren, als Abvlf Hitler seine konstruktive Außenpolitik ansetzte, bie bei Marschall P i l s u b s k i unb seinem real- volitisch eingestellten Außenminister Joseph Beck bas gebührende Verständnis fand. So mußte nahe- liegen, daß der deutsch-polnische Ausgleich seine Re- flexe auf das polnisch-tschechische Verhältnis warf. Und dies umso mehr, als man sich in Warschau zu einer von Paris unabhängigen Außenpolitik stark genug fühlte, wobei auch die psychologische Tatsache nicht aus dem Auge zu lassen wäre, daß heute in Polen bie Kreise regieren, welchen bie tschechischen Legionäre Anfang 1919 in ben Rücken fielen. Diese polnischen Kreise haben es noch in frischer Erinnerung, baß französische Munitions- transporte in Prag angehalten würben, als Polen im Bolschewikenkrieg um sein staatliches Sein kämpfte. All biefe Erwägungen wirb man nicht aus bem Auge lassen bürfen, um ben jetzt in Erscheinung tretenben polnisch-tschechischen Konflikt, feine Resonanz unb Reichweite mit ben realen Möglichkeiten in ein richtiges Verhältnis zu bringen. Selbstrebenb wirb Frankreich — unb Barthou hat es schon wäh- renb seines letzten Aufenthalts in Warschau unb Prag versucht — alles baran setzen, bie Gegner in Prag unb Warschau auszusöhnen. Jnbessen scheinen, wenigstens von Warschau aus gesehen, bie Zeiten geschwunben zu fein, ba man Beneschs biplomatische Fechterkünste bewunderte unb ben „tschechischen Das soeben vom Reichskabinett verabschiedete Theat ergesetz scheint geeignet, einen neuen Abschnitt der deutschen Theatergeschichte einzuleiten. Man wirb, wenn man ben Sinn seiner Bestimmungen bedenkt, unwillkürlich an jene Rebe Schillers vom Jahre 1784 erinnert, in der der Jenaer Universitätsprofessor von dem Theater als von einer „moralischen Anstalt" träumte — ein schwärmerischer Traum, der heute Wirklichkeit werben will. Man verstehe aber, was Schiller, im Sprachgebrauch seiner Zeit, unter „moralisch" gemeint hat: keineswegs eine moralisierende Schaubühne, die Traktätchenweisheit und platte Tugendlehren in dramatischer Form verabreicht, sondern ein Theater, bas die höchsten Kräfte des Menschen entzündet, das verborgene Fähigkeiten erweckt, das seelische und sittliche Verschrobenheiten zurechtrückt — kurz, eine erziehende, eine ethische Schaubühne mit großen sittlichen Aufgaben. Solch« Forderungen Schillers — wie utopisch sie damals waren, wußte er selbst nur zu gut! — erfüllt bas neue Gesetz, wenn es ben Bühnenleiter Cavour", wie ihn bie polnische Presse gelegentlich nannte, als unerreichtes Muster jebem polnischen Außenminister gegenüberstellte. Im Warschauer Brühlschen Palais führen heute Männer bas Regi- ment, bie es Benefch zum mindesten schwer machen werden, die außenpolitische Führung im vorderost- europäischen Staatenraum in seiner Hand zu behalten. aus der Kategorie der Gewerbetreibenden herausnimmt und ihn in die Reihe der verantwortungsvollen Persönlichkeiten stellt, die an der nationalen Erziehung und an der volklichen Führung maßgebend beteiligt sind. — Wie aber war es bisher? Das Theater galt allgemein als Geschäft und nur als Geschäft; es war keine Rede davon, die Oeffent- lichkeit zu gewissen Mindestansprüchen und Forderungen zu erziehen und in langsamem Ausstieg zu einer deutschen und guten Theaterkunst heranzu- bilden, sondern es war jedermann darauf bedacht, möglichst tief zum Publikum herabzusteigen, seinen Trieben zu schmeicheln und ihm das Zuckerbrot dar- zureichen, dessen es — so glaubten die Theater- Herrscher — bedurfte. Von diesem argen und böswilligen Treiben haben wir gerade in Berlin genugsam zu spüren bekommen. Daher hatten wir einen Spielplan, der überwiegend von Ausländern besetzt wurde, daher hatten wir jene Sexualdialoge auf der Bühne, daher jene dummen Schwänke und blöden Reißer, daher jene versteckten und offenen Lüsternheiten und eine Starherrschaft, die jede geordnete Führung einer geschlossenen „Truppe" (eines „Ensembles") unmöglich machte. Die Verderbtheit dieses Theaterwesens war groß. Sie begann bereits beim Kartenverkauf, ben der Kundige für wenig Geld gegen irgendwelche „Bons" oder „Gutscheine^ tätigen konnte, während der Dumme den vollen Eintrittspreis erlegen mußte: auch gegen dieses Unwesen sieht das neue Gesetz wirksame Hilfen vor. Diese Mißstände steigerten sich bei den Preisen für Garderobe und Theaterzettel, für di« der Besucher einen eigenen Etat einsetzen mußte, und sie gipfelten endlich in der Aufführung und in der' Mißwirtschaft hinter den Kulissen und in den Theaterbüros. Es war das Verhängnis dieser Zustände, baß bie Theaterleiter niemandem verantwortlich zu fein brauchten: biefe Unverantwortlichkeit, dieses dös« Spekulantentum bat die schlimmen Blüten aus dem Berliner Theatersumpf hervorgetrieben. Wenn nun der Theaterleiter endlich als der nationale Erzieher angesprochen und in Zucht genommen wird, so kommt damit tatsächlich Schillers Forderung nach einer erzieherischen und ethisch-verantwortungsvollen Schaubühne ihrer Erfüllung nahe. Dabei kann auch der Böswillige nicht sagen, daß nun dem neu zu gestaltenden Theater — denn unsere deutsche Bühne befindet sich heute noch im Zustand des Ausbruchs, der Sammlung und Vorbereitung— von vornherein etwas wie eine „nationalsozialistische Zwangsjacke" angelegt werden solle. AuÄnücklich sagt das Gesetz, daß an dem Grund- s a tz der künstlerischen Freiheit nichts geändert werden solle; aber das Gesetz appelliert an die Ueberzeugung und an die völkische Verantwortung des Theaterleiters: diese beiden Begriffe — sie sollten immer selbstverständlich gewesen sein — lassen jedermann hinreichende Freiheit, seiner Bühne einen Spielplan aufzustellen, dem die persönliche Eigenart des Direktors nicht zu mangeln braucht. Rückkehr zur moralischen Anstatt. Das neue Theatergesetz. radossi, dem Scarpia mit hinterhältiger Höflichkeit, vorgetäuschter Väterlichkeit und selbst mit roher Gewalt kein Geständnis entlocken kann; ebenso, wie Scarpia mit Grausamkeit und tierischer Gier Tosca sich gefügig machen will. Ja, selbst noch nach seinem Tode wirkt Scarpias böser Geist weiter, die angebliche Scheinerschießung im letzten Akt wird statt theatralischen Spieles zu bitterstem Ernst, zu härtester Tragik. Puccini ist die Vertonung der „Tosca" nach seinem eigenen Ausspruch nicht immer leicht gefallen; ihm als vornehmlichem Lyriker unb Melodiker mußten alle bie Szenen ber Grausamkeit befonbere Schwierigkeiten bereiten. Die Schreckenssituationen des zweiten Aktes läßt er mehr in ihrer physischen Auswirkung erleben, als daß er sie etwa noch ton- malend verstärkt; so erfährt durch ihn das Abstoßende des Textes eine erhebliche Milderung. Man könnte an Hand ber Partitur genau fest- stellen, wie Puccini im Verlauf ber Oper mehr ober weniger mit feinem Innern babei war; was ihn nicht so sehr fesselte, gibt er konventionell ohne befonberen Eigenwert. Da aber, wo tiefes, menschliches Erleben wach wirb, ba strömt es aus ihm in Wärme unb Leibenschaft; ba gibt er Höhepunkte von erschütternber Kraft. Da strahlt seine Lyrik in weitem melobischem Bogen auf: bie Szene bes ersten Aktes zwischen Tosca unb Cavarabossi. lösens Gebet wirb zu einem erschütternben Bekenntnis ber um ben schwersten Entschluß ringenben Frau. Eine letzte Abrechnung mit bem Leben, zum Abbilb eines verzweifelten Kampfes zwischen Lebenswillen unb Schicksal wirb Cavarabossis: „Unb es blitzten bie Sterne ..." Puccinis motivische Binbungen sinb ungemein bilbhaft unb charakteristisch. Ja, wirkt es nicht wie ein Schicksalsspruch, wenn er ohne Vorspiel mit bem Scarpia-Motiv in feiner laftenben Wucht beginnt! Die einzelnen typisch ausgeprägten Motive werben zu Erinnerungssyrnbolen, bie den Gang der Handlung von der musikalischen Seite her immer wieder beleuchten unb innerlich verknüpfen unb beziehen. Nicht nur ber einzigen Frauenrvlle ber Oper hat Puccini seine ganze Liebe zugewanbt, auch bie beiben für bie Hanblung so bebeutfamen Männeraestalten behcmbelt er mit schärfster therna- tischer Charakterisierung unb teilnehrnenber Hingabe. Das Orchester Puccinis klingt ungemein farbig unb leuchtenb, stets ber Situation mit ihren Er- forberniffen nachgehenb, voll Sinnlichkeit und Realismus. In packender Unmittelbarleit läßt er zu Beginn des dritten Aufzuges auf der Engelsburg die Stimmung des hereinbrechenden Morgens in engster Bezogenheit auf das Schicksal des Helden, der dem Tode entgegengeht, erleben. Hörner verkünden den kommenden Tag; letzter Sternenglanz, drohendes Schicksalsmotiv; Herdenglocken, eine Hirtenweise aus der Ferne; Morgenglocken der ewigen Stadt; da wird Cavaradossi zu seinem letzten Gang hereingeführt ... Erwachendes Leben — nahender Tod! ♦ Der hiesigen Aufführung hatte man nach jeder Richtung hin eine äußerst sorgfältige Vorbereitung zuteil werden lassen, und so vermochte sie, das sei vorausgeschickt, hohen, ja teilweise höchsten Anforderungen zu entsprechen. Die Bühnenbilder (Karl Löffler) waren bis ins einzelste peinlich gewissenhaft aufgebaut worden; durch angemessene Beleuchtung (Ludwig Keim) gab man ihnen Belebung und Gefühlswert; blutrünstig rot bie Folterkammer; sehr ausgeglichen in der Abstufung ber Uebergang zum Tage im brüten Akt. Die Spielleitung (Paul W r e b e) hatte für besondere Durchbildung der Massenauftritte Sorge getragen. Das Orchester unter Fr. Cuj 6 s Führung war machtvoll, wuchtig in den Akzenten; dem wechselnden Melos folgte es mit geschickter Anpassung; stark, mit Impuls gaben sich die großen Steigerungen. An einzelnen Stellen könnte die Klangfülle noch gedämpft werden, nicht zuletzt mit Rücksicht auf bie Sänger; hier unb ba wirb eine glättenbe Hanb noch Ausgleiche schaffen müssen. Für bie wichtigsten Rollen hatte man, mit einer Ausnahme, auswärtige routinierte Opernkräfte als Gäste herangezogen, unb so würbe bas Gelingen nach jeber Richtung hin gewährleistet. Die Partie ber Tosca, bas Drama bes Weibes schlechthin, verlangt zu höchsten gesanglichen Anforberungen eine überzeugende Kraft der Darstellung; im Kampfe mit Scarpia muh sie zu heldischer Große aufsteigen. Maria Perry wuchs im Laufe des Abends immer mehr in ihre Rolle hinein, in der Höhe des Affektes durchschlagend mit ihrer Stimme, in ben bynami- schen Uebergängen zwar noch nicht restlos ausgeglichen, verbient sie doch volle Anerkennung. In einzelnen Momenten, namentlich im stummen Spiel, war sie stark als Darstellerin; nur müßte sie sich noch von dem letzten Rest konventioneller Theater- allüren lösen und seelischen Zustand mit Körperaus- druck völlig konform werden lassen; dann würde das Format ihrer Tosca sich noch mehr steigern. Wie enorm wichtig und grundlegend für bie Verkörperung einer Rolle gerabe bie Körpergebärbe fein kann, bestätigte John Gläser, Frankfurt. Als er vor nunmehr fast neun Jahren ben Cavarabossi an gleicher Stelle sang, ba hatte ber Sänger bas Uebergewicht. Und jetzt! Bis ins einzelne zeugen jede Bewegung, jede Miene von innerer Notwendigkeit, ohne irgendwelche Uebertonung; hier sind jetzt Sänger und Schauspieler wirklich eins geworden, die natürlichen Ausdrucksformen des Wahren unb Echten sinb gefunben, auch im Gesänge. Bewunbe» rungsroürbig, wie bieses schon immer schöne Organ sich fortentwickelt hat; mühelos ansprechenb, in jeber Lage der größten Expansion fähig, wie in jeder dynamischen Abstufung biegsamund tragfähig bei voller Plastik des Textes; hier ist in der Tat der idealste Ausgleich der Tenorstimme geschaffen; Piano und Forte zeigen die gleiche klangliche Struktur. Und mit welcher Wohlabgewogenheit nützt er seine Mittel, stets der Situation angemessen; stets mit feinem musikalischen Sinn und innerem Mitgehen die italienische Gesangslinie gestaltend. Ihm gleichwertig zur Seite Franz Wolf, Berlin, als Scarpia. Jede Regung, jeder Schritt prägten das Lauernde, Hinterhältige dieses Bühnenschurken ab; jedes Wort, jeder Ton' getragen von charakteristischer Begründung. Jeder Nuance in der stimmlichen Abschattierung fähig, vom schwülen lüsternen Schmeicheln, vom täuberischen Girren bis zum zynischen Höhnen und maßloser Wut; groß in seinen Monologen; teuflisch echt durch Maske und Haltung bei starkem gesanglichen Können. Als ein gehetztes Opfer Scarpias war Max Schneider (a. G.) als Angelotti darstellerisch uno gesanglich ebenso an rechter Stelle, wie der Meßner Richard Stals (a. G ). Letzterer ließ seinen Part durch bie typischen Züge zu einer Kabinettsfigur werben, ohne jedoch in irgendwelche billigen Uebertreibungen zu verfallen; feinen „Angelus" betete er in feinerlicher Würde. Karl Tank als Polizeiagent Spoletta und Hans Seitz als Sciaronne fugten sich dem (Banken ein; das Hirtenlied fang Kathi Drommershausen. Ueberaus starker Beifall des leider nicht voll besetzten Hauses rief die Darsteller immer wieder vor die Rampe; zum Schluß wollten bie Hervorrufe kaum ein Enbe finben. Dr. H. 6ond)fetL Der Direktor ber Chirurgischen Universitätsklinik in Frankfurt a. M., Pros. Dr. Victor Schmie- ben, ist zum Mitglieb ber Königlich Medizinischen Akademie in R o m gewählt worden. Wirtschaft dem sich die Kräfte tummeln können! auf tlU y, Dr. w. nehmen. engste verknüpft bleiben. _ , f , Er selbst sagte einmal von sich: „Ich glaube, diese Erzählungen haben dem besten Teil meines literarischen Werkes geschadet: ohne sie wurde ich — sie wird im Gesetz stark beschränkt — ist in der deutschen Theatergeschichte eine vollkommene N e u - Atemzug mit Goethe genannt wird, so hat er doch Tausenden und Abertausenden von Menschen Stunden voll atemloser Spannung verschafft. _........................ SSTSÄSEs SSSäS'Sä hVit di- den Dielen verantwortungslofen Theater- dem seiner Hauptfigur Sherlock Holmes immer aus das sorgt |em. »nn uu jj----1 „;,s or >/„,! / ’ c. . r. ...4.. ____l „r- ..«k;rr;„n norfniinft Meinen Sherlock Holmes seligen Andenkens. Zur Wiederkehr des 25. Geburtstages von Conan Doyle am 22. Mai Äon Werner Hillbring. »Die Nervensäge", das neueste Etüll der »Mer Nachrichter". Doyle in eine recht mißliche Sage, Da ihn ferne Leser immer wieder bestürmten, ihren Liebling Sherlock Holmes auch in allen seinen anderen Erzählungen auftreten zu lassen. So wurde Conan Doyle der ohnmächtige Gefangene seiner eigenen Volkstümlichkeit. Er mutzte seine Absicht, ernste historische Romane zu schreiben, sehr bald aufgeben. Die Nachfrage nach Sherlock-Holmes-Erzählungen wuchs ins Ungemessene. Rasch bildete sich um Die geheimnisvolle Gestalt dieses Detektivs ein Kranz von Gerüchten und Legenden. Als sich Conan Doyle eines Tages entschloß, den Helden Sherlock Holmes, den er ins Leben gerufen hatte, zu begraben, erhob „Sechs Frauen und ein König." Lichtspielhaus. Dieser Film ist nicht nur um seines Stoffes willen von Interesse — wir haben in Deutschland das gleiche Thema, wenigstens als Teilmotiv, vor Jahren schon in der „Anna Boleyn" behandelt gesehen —, sondern vor allem um deswillen, weil er einen Vergleich unserer eigenen Produktion mit einer ausländischen, in diesem Falle mit der englischen, gestattet. Es darf gesagt werden, daß wir diesen Vergleich nicht zu scheuen brauchen, wofern man nach einem Einzelbeispiel urteilen darf. Der Stoff kann in seinen Grundzügen als bekannt vorausgesetzt werden; Heinrich VIII. ist — wegen seines durchaus und glücklicherweise ungewöhnlichen Privatlebens und wegen seines historisch beglaubigten Verbrauches an Gemahlinnen — bei uns wahrscheinlich der bekannteste in der stattlichen Reihe englischer Herrscher. Sein Leben mit leinen sechs Frauen war von einer so abenteuerlich ausladenden Fülle, daß es als Stoff fast den Rahmen eines normalen Spielfilmes zu sprengen droht. Das englische Drehbuch — Regie Alexander Kor da — beschränkt sich denn auch begreiflicherweise auf eine überwiegend aphoristische oder episodenhafte Darstellung. Und der Film wirkt, was bemerkenswert erscheint, in seiner Gesamtheit und besonders gegen Ende hin, nicht so sehr als eine blutrünstige und unheimliche Tragödie der englischen Königsgeschichte, vielmehr als ein Lustspiel vor romantischen und historischen Kulissen. Jedenfalls schien uns der Eindruck beim- Publikum diese Auffassung zu bestätigen, und jedenfalls hat die Regie in der ganzen Anlage und Aufteilung des Stoffes, auch in der Besetzung, auf diese Züge erheblich mehr Nachdruck gelegt als etwa auf die Herausarbeitung einer Königstragödie; nur angedeutet erscheint hier und da das Motiv des vereinsamten und im tiefsten Grunde ungeliebten Herrschers, oder der Konflikt zwischen Staatsräson und Privatneigung, der übrigens sehr bald ins Derbkomische umgebogen wird. Der Schluß vollends kommt überraschend: hier fehlt dem Film die Ent- wicklungsmöglicykeit der epischen Darstellung, die etwa den schrittweisen Uebergang vom starken Mann zum bemitleidenswerten Pantoffelhelden überzeugend machen könnte. Den König Heinrich VIIL, den bei uns seinerzeit Jannings gespielt hatte, gibt bei den Engländern Charles Laugh- t o n. Er ist — um den Eindruck zusammenzu- faffen — ein Komödiant, der in realistischen und überwiegend komischen Wirkungen seinen unmittel- Arthur Conan Doyle, der weltberühmte Klassiker der Detektivgeschichte, hat zwei unsterbliche Gestalten geschaffen: den unvergleichlichen Meisterdetektiv Sherlock Holmes, der mit einer beispiellosen Ueberlegenheit und einem unheimlichen Scharfsinn die schwierigsten Probleme löst und die rätselhaftesten Mordsälle ausklärt und jenen gewissen Dr. Watson, seinen Freund und Begleiter, dem die Aufgabe zufällt, den Scharffmn und das Genie des Meifterdetektios zu bewundern. Es wäre schwer zu entscheiden, ob Conan Doyle oder Hedwig Courths-Mahler größere Berühmtheit genossen. Die Bücher Conan Doyles sind, man möchte sagen: solange die Welt besteht, die Lieblingslektüre aller männlichen jungen Leute im Alter zwischen 12 und 70 Jahren gewesen. Die einzigen Konkurrenten, die den Büchern Conan Doyles hätten gefährlich werden können, sind vielleicht Karl May und Jules Verne. Es gibt kein Land der Welt, in dem nicht die amüsanten und spannenden Sherlock-Holmes-Geschichten mit Begeisterung verschlungen wurden. Dieser Sherlock Holmes, mit seinem unnachahmlichen ironischen Charme, mit seiner verschmitzten Gelassenheit, mit seiner humorvollen Würde und seinem verblüffenden Instinkt, hatte sich, als er zum erstenmal auf der Bildfläche erschien, im Nu die Herzen der Leserwelt erobert. Er war der Allgegenwärtige, der Mann, der schweigsam und ohne mit der Wimper zu zucken in den unheimlichsten und verzwicktesten Fällen Hilfe brachte, der Herr in Zivil, der in seinem Hirn den Scharfsinn aller Kriminalbeamten der Welt vereinigte. Seine messerscharfe Logik ist von einem hinreißenden Schwung. Die Art und Weise, wie er die' geheimnisvolle Spur eines Mörders enthüllt, ist von unwiderstehlichem Reiz. Rasch wurde Sherlock Holmes zu einem Begriff. Die Geschichten, in denen er mit feinem Freund Watsop die Hauptrolle spielte, wurden verschlungen. Da ist irgendwo in einem alten einsamen Schloß ein grauenvolles Verbrechen geschehen. Der Mann der Schloßherrin ist auf eine rätselhafte Weise ermordet worden. Das Verbrechen ist in ein undurchdringliches Dunkel gehüllt. Wann ist die Tat geschehen? Wie hat sie sich ereignet? Mit welchem Instrument ist das Verbrechen verübt worden? Wer ist der Schuldige? Die Schloßherrin befindet sich in höchster Verzweiflung. Die gesamte Dienerschaft läuft aufgeregt durcheinander. Eine Armee von Kriminalbeamten durchsucht die Zimmer des Schlosses, den angrenzenden Park, die Umgebung. Vom Mörder ist nicht die geringste Spur zu finden. Der Polizeibeamte zuckt bedauernd die Achseln. Nirgends auch nur der geringste Anhaltspunkt. In diesem entscheidenden Augenblick, da alle resignierend Die Hände in den Schoß legen, erscheint Sherlock Holmes, der Amateurdetektiv, der Mann, der aus Lust an der Sache, ohne materielle Gewinnabsichten den Leuten Hilfe bringt: Sherlock Holmes, der Meisterdetektiv, greift ein. Er zieht die Schloßherrin diskret und unauffällig in ein Gespräch, er läht sich durch die Zimmer führen, er stellt zwischendurch allerhand harmlose Fragen, er zeigt für die nebensächlichsten und unscheinbarsten Dinge ein ungewöhnliches Interesse. Von Zeit zu Zeit bleibt barsten Ausdruck findet. Er gibt diesen Heinrich, der zwar anfangs ein wenig unheimlich, ein wenig rätselhaft, ein wenig gefährlich-despotisch anmutet, bald nur noch als einen zufällig auf den Dhron geratenen Liebhaber und Ehemann von abenteuerlicher Vitalität. Und seine Geschichte wirkt im Grunde eher wie die freilich einzigartige Geschichte eines Mannes als wie die Biographie eines Königs. Allerdings haben seine Lebensäußerungen etwas von den Entladungen einer Naturgewalt. Laughton gibt einen Renaissancemenschen in der hemmungslosen und ost überwältigenden Fülle männlicher Kraft. Er zeigt den König höchst unbedenklich und unbekümmert um Würde und Haltung beim Essen und Trinken, beim Rasieren, bei der Toilette, zu Pferd, auf der Jagd und selbst bei einem aus männlicher Eifersucht, Angst und Prahlerei impro- visireten Ringkampf. Neben solchen Szenen verblassen die zarteren und menschlich stärkeren, die den König etwa an der Wiege seines Kindes oder im Staatsrat zeigen, wo ihn die Nachricht von der durch viele Zeugen beglaubigten Untreue seiner Gemahlin Katharina Howard ereilt und bis zur Fassungslosigkeit erschüttert. Von den sechs Frauengestalten interessieren darstellerisch in erster Lime Merle Oberon (Anna Boleyn), Binnie Barnes (Katheryn Howard) und Elsa Lauche st er (Anna von Cleve), die schon äußerlich bemerkens- wert von den übrigen absticht. Franklin Dyall als Cromwell und Robert Senat als Thomas Culpeper sind vom großen Ensemble noch zu nennen. — Der Film erschien gestern, am zweiten Feiertag, zum ersten Male im Lichtspielhaus und fand ein zahlreiches, aufmerksames, vielfach sehr erheitertes Publikum. -r-. Merkwürdige Launen der Natur. die Stoßzähne des Mammuts angeführt werden, die wegen ihrer starken Krümmung nicht mehr als Waffe dienen konnten, oder die gewaltigen Eckzähne des Säbeltigers. Ebenso hindern die mächtigen Schaufeln am Geweih der Renntiere am Sehen und stören auch beim Aesen auf dem Boden, weshalb die Samojeden bei ihren Tieren diese Augen- sprossen entfernen. Die „Muschelhaube" der Bucharin-Taube beeinträchtigt ebenfalls so stark die Sicht, daß die Züchter sie beschneiden. Doch gerade solche Fälle bieten uns einen Schlüssel zum Verständnis zweckwidriger Erscheinungen, denn sie zeigen die Natur noch bei der Arbeit, das Nutzlose auszumerzen. Wenn diese Beseitigung fehlerhafter Anlagen aus irgend einem Grunde unterbleibt, dann entstehen so wunderliche Formen wie Schoß- Hündchen, Purzeltauben und dergleichen. Einseitige Ausbildung kann zu den merkwürdigsten Erscheinungen führen, so bei den Amazonen-Ameisen, die sich von ihren Sklaven füttern lassen. Diese Insekten haben deshalb ihre Kiefer nur als Waffe ausgebildet und den Freß-Instinkt vollkommen em- gebüßt. Sie müssen bei vollen Schüsseln verhungern, wenn man ihnen in der Gefangenschaft nicht eine Dienerin beigesellt. Die Auslese kann schließlich so weit gehen, daß die Natur in eine „Sackgasse" gerät und nicht mehr aus und ein weiß. Es entstehen dann wahre Zerrbilder von Organismen, so bei manchen Schmarotzern, die den Darm, den Kopf und fast sämtliche Sinnes- und Bewegungsorgane eingebüßt haben. Da sie sich beim Kampf ums Dasein ganz auf ihre Zwangswirte verlassen, verkümmern sie immer mehr. Andere Unzweckmäßigkeiten erklären sich „historisch" aus den Zickzackwegen der Stammesentwicklung. So hatten die Vorfahren unserer meisten Südwas- ser-Schnecken, weil sie sich immer mehr dem Landaufenthalt angepaßt hatten, ihre Kiemen verloren und dafür Lungen erworben. Ihre Nachkommen, die ins Wasser zurückkehrten, müssen infolgedessen an die Wasseroberfläche emporsteigen, um überhaupt atmen zu können. Manchmal kommt es zu Einrichtungen, die zwar "ihren Zweck erfüllen, aber auf eine ganz seltsame und umständliche Weise. So füttern einige mexikanische Ameisen einzelne Artgenossen solange mit Honig, bis ihr Hinterleib zu einer Kugel anschwillt, und hängen dann diese „lebendigen Honigtöpfe" an die Decke ihres Baus, um stets ihre Lieblingsnahrung vorrätig zu haben. --- Bei den Gettos, deren Augen durch ein durchsich- Kuckucksuhr. Frank Je o r b e r tiges Lid dauernd gefdjloffen sind, erfolgt die Rei- Orchester. Die Beifallsstürme des aus nigung nicht durch Tränenflüssigkeit, sondern da- geratenen Publikums wollten schier re durch, daß sie Unreinlichkeiten ablecken. nehmen. Nach Goethekult und klassischem Altertum haben die „Vier N a ch r i ch t e r" jetzt den Kriminal' roman zur Zielscheibe ihres Witzes erkoren. „Du Nervensäge" heißt ihr neues Stück; im Wil' Helm-Theater in Magdeburg erlebte es feine Urans' führung. Es spielt auf einem alten schottischen Land' sitz, ausgerechnet an einem 13. und an einem Frei' tag. Kein Wunder, daß da Ahnenbilder von de" Wand herabfallen und Gespenster in Ritterrüftu? gen umherwandeln (ein unvergleichlicher Anhlick es freilich, wenn solch ein Gespenst anfängt, Z" schuyplatteln). Die Tochter des Hauses will eim'i> Kriminalroman schreiben, und der alte Lord la” zu diesem Zweck die berühmtesten Kriminalisten ein. Sherlock Holmes und Stuart Webbs erscheinen höchst persönlich und mit ihnen Edgar Wallace um Dr. Mabuse der Spieler. Dieser freilich verschnM det nur zu bald wieder unter recht geheimnisvollen Umständen, und da außerdem der chinesische M Tau En Tsien im gleichen Augenblick als Leuv aus einem Schrank fällt, in dem Edgar Wallace auf der Orgel des alten Landsitzes auf das bre,igc' ftrichene „rote Fis" drückt, haben die Kriminalisten Arbeit genug für vier Akte. Daß eigentlich (W-, Wallace und der Vertreter eines Nervenberui?' gungsmittels, der in einer Maske in das Haus ctf'' Dringt, an allem schuld sind, macht die Sache NM- weniger verzwickt. Zur Befriedigung aller Men. die nicht nur von scheußlichen Mordtaten, fonoen auch von „Liebe" hören wollen, stehen am SclM, innig vereint nicht weniger als drei Paare aus oc Wir sind gewohnt, in der Natur den Begriff des Zweckmäßigen verwirklicht zu finden, und je mehr wir uns in das Reich des Lebendigen vertiefen, desto klarer tritt uns der sinnvolle Zusammenhang entgegen, der hier waltet. Aber auch die Natur schlägt in ihrem Streben nach Vervollkommnung nicht immer den rechten Weg ein, sondern gerät manchmal auf Jrrpfade. Dabei handelt es sich nicht nur um überflüssige Einrichtungen, wie sie die Rudimente, d. h. die Reste einst bedeutsamer Organe, darstellen, sondern es gibt auch geradezu „Fehlkonstruktionen", woraus Dr. v. Franken- b e r g in Der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" hinweist. Als Beispiel solcher übertriebener BilDungen, Die geradezu hinderlich wirken, können er nachdenklich stehen und heftet seinen Blick die Gardinen oder auf den Aschenbecher auf Dem Rauchtisch. Ein kaum merkliches, überlegenes Lächeln gleitet über feine Züge: der Mörder? Kleinigkeit! Ein großer breitschultriger Mann mit einer Glatze uni) einem Schmerbauch, der auf Der Oberlippe einen rötlich schimmernden Schnurrbart trägt. Die Stimme ist ein tiefer, etwas heiserer Baß- baritan. Als Der Mord geschah, trug dieser Mann einen dunkelgrauen Flanellanzug, der an den Knien leicht durchgescheuert war. Sherlock Holmes entwirft vor den bewundernden Blicken der Anwesenden ein ebenso sachliches wie ausführliches Bild des Mörders. Er schildert seinen Lebenslauf, seine Vergangenheit, seine Lebensgewohnheiten. Dies alles schließt er aus einem geringfügigen Aschen- reft, Den er irgenDroo auf einem Teppich gefunden hat. Alles weitere überläßt Sherlock Holmes Der „Nickt weniger ließen sich"^ sagt Schiller in jener Ansprache, „von der Schaubühne aus Die Meinungen der Nation über Regierung und Regenten zurechtweisen. Die gesetzgebende Macht spräche hier durch fremde Symbole zu dem Untertan, verantwortete sich gegen seine Klagen, noch ehe sie laut werden, und bestäche «seine Zweifelsucht, ohne es zu scheinen. Sogar Industrie und Erfindungsgeist könnten und würden vor dem Schauplatz Feuer fangen, wenn die Dichter es Der Mühe wert hielten, Patrioten zu fein, unD Der Staat sich herablassen wollte, sie zu hören." Solche Worte wirken heute wieder erstaunlich zeitgemäß. Denn in Der Tat be= »ält sich Das Propagandaministerium, Dem nun das gesamte Theaterwesen unterstellt Wird, Das Recht vor, nicht nur Stücke zu verbieten, sondern auch deren Aufführung zu fordern. Diese Auflage bestimmter Aufführungen leuten, die es auch heute noch gibt, als unbillige Härte erscheinen wird. Schiller, gewiß ein Feuerkopf, dazu selbst als Theaterdichter mit dem Betrieb der Bühne vertraut, hat sie offenbar nicht als solche empfunden, und über die Ansicht des einzelnen wird auch heute die Notwendigkeit hinweggehen, wenn es da's Wohl d e r Gesamtheit erfordern sollte. Was Schiller einst als Utopie erträumte, will Wirklichkeit werden: die Schaubühne als ethische Einrichtung, begründet auf der selbstbewußten, verantwortlichen Ueberzeugung der Theaterleiter und Dichter, Die als Die Erzieher Der Nation heran genommen merDen — Der Kampfplatz ist bereitet, auf Die Gestalt Des MeisterDetektivs Sherlock Holmes erwarb sich im HanDumDrehen eine beispiellose Volkstümlichkeit. Im Laufe Der Zeit geriet Conan - • .Hk mißliche Lage, Da ihn seine eeer bestürmten, ihren Liebling Polizei. Wer war nun Der Mann, Der auf Den originellen GeDanken kam. Diesen seltsamen Sherlock Holmes nebst seinem Begleiter Watson zu erfinDen? Was mußte Das für ein fonDerbarer Kauz fein! Der Mann hieß, wie schon erwähnt, Arthur Conan Doyle. Die Figur, Die er aus Dem Nichts ins Leben gerufen hat, hat feinen Namen verdunkelt. Wer Sherlock Holmes ist, wissen alle, wer aber Canon Doyle war, wissen nur die Eingeweihten. Conan Doyle hatte sich nach einem Leben voller Mühsal und Entbehrungen als kleiner Arzt etabliert, der zunächst nicht im Traum daran dachte, Detektivgeschichten zu schreiben. Sein Interesse wendete sich vielmehr einem anderen Gebiet zu: er wollte um jeden Preis historische Romane verfassen. Er hatte sogar Den Ehrgeiz, auf Diesem Gebiete etwas Besonderes, Einmaliges zu leisten. Aber das Schicksal hatte ihn -für andere Ausgaben ausersehen. Da er als Arzt sehr wenig verdiente, hatte er Zeit in Hülle und Fülle, um sich mit Dingen zu beschäftigen, Die nicht zu seinem Beruf gehörten. So verschlang Der einsame Arzt eine Kriminal- nalnovelle nach Der anDern, bis er schließlich Lust verspürte, selbst eine solche Erzählung zu schreiben. Auf Diese Weise entstand Die erste Sherlock-Holmes- Erzählung: StuDie in Rot. Diese Erzählung war Der Anfang zu seinem Ruhm. Er mochte schreiben, was er wollte: Das Publikum verlangte von ihm nichts anDeres als Sherlock-Holmes-Erzäh- Den Mühlen befanDen. Erheblich war Der Rückgang Der BestänDe an Hafer unD Gerste, Die sich um 30 bzw. 33 Prozent verringerten. Die Mehlvorräte nahmen um 11 bzw. 20 Prozent ab. Sie o^rge. nannten Zahlen umfassen roieDer ungefähr 95 Pro- zent aller in Mühlen unD Lagerhäusern be- findlichen GetreiDe- unD Mehlvorräte. Die bei den Mischfutterfabriken und anderen industriellen Verbrauchern (Mälzereien, Getreidekaffeefabriken, Nahr- mittelwerken usw.) lagernden Getreidemengen, sowie die schwimmenden und rollenden Mengen und die Mehlvorräte der Bäcker sind in Den Ergebnis, sen nicht enthalten. Die Verarbeitung von Brotge. treibe hat im April infolge Der Herabsetzung des Dermahlungskontingentes beträchtlich abgenommen. In den Mühlen mit mehr als Drei Tonnen Tagesleistung rourDen 270 000 (325 000) Tonnen Weizen unD 272 000 (339 000) Tonnen Roggen verarbeitet. Weitere zuversichtliche Marktbeurteilung bei den Eisenverbänden. Heber Die Entwicklung Der Lage am Eisenrnarki wirD vom StahlverbanD in Gemeinschaft mit Dem Röhrenverband, dem DrahtverbanD, sowie dem Walzdrahtverband folgenber Bericht ausgegeben: Der Absatz in Halbzeug hat sich sowohl nach Dem JnlanD, als nach Dem Auslände gegenüber dem Monat März wenig geändert. Die Kauftätigkeit in Formeisen hat im April nachgelassen. Die Abrufe auf abgeschlossene Geschäfte gingen gut ein. Das Auslandsgeschäft hat einen ähnlichen Verlauf, wie das Jnlandsgefchäft. Bei Eifenbahnoberbaustoffen hat die verhältnismäßig gute Beschäftigung auch im April angehalten. Das Stabeiseninlandsgeschäsl hat im abgelaufenen Monat keine Aenderung erfahren. Das Auslandsgeschäft lag verhältnismäßig ruhig. In Grobblechen hielt sich Der Auftragsein, gang ungefähr wie im März. Der Eingang von Aufträgen aus Dem Ausland ist gegenüber dem März wieder etwas besser geworden. Das Geschäft in Mittelblechen, das immer noch sehr schwach ist, hielt sich in denselben Grenzen, wie im Vormonat In Universaleisen war der Eingang in Aufträgen aus dem Inland ungefähr der gleiche wie im vergangenen Monat, während das Auslandsgefchäst etwas schwächer geworden ist. In warmgewalzten Bandeisen- ist im Inland keine Veränderung ein- getreten. Die Aufträge gehen gut ein. Auf Den Aus- lanDsmärften herrscht eine gewisse Ruhe. Stärkere Nachfrage herrschte bei Feinblechen, im Berichtsmonat bei Qualitatsblechen. Der Geschäftsgang für Röhren ist feit Anfang Mai auf der ganzen Linie ruhiger geworden. Das Auslandsgeschäft zeigt gegenüber Den Vormonaten keine wesentliche Ver- änberung. Die Auftragseingänge in Walzdraht aus dem Inland blieben im April nur wenig unter den Ziffern des März. Der Versand des April hat den des März fast erreicht. Die bisherigen Bestellungen im Mai sind als etwas rückläufig zu bezeichnen. Im Auslandsgeschäft ist keine Aenderung eingf treten. Bei Drahterzeugnisfen sind die Abschluß- tätigkeit und Abrufe im Jnlandsgefchäft etwa- ruhiger geworden. Die Verkäufe nach dem Ausland hielten sich ungefähr auf Dem gleichen Stand, als in Der vorangegangenen Berichtszeit. Frankfurter Schlachwrehmarkt. Dorbericht. Frankfurt a. M., 22. Mai. Um 10 Uhr war : folgenDe Marktlage: Es waren aufgetrieben: Rin- : Der 921, Darunter 366 Ochsen, 51 Bullen, 278 Kühe, : 225 Färsen, 301 Kälber, 3682 Schweine. Es koste- : ten: Ochsen 26 bis 36, Bullen 26 bis 32, Kühe 11 - bis 32, Färsen 26 bis 36, Kälber 30 bis 52, ; Schweine a) fette Speckschweine über 350 Pfd. Le- i benDgewicht 50, b) anDere 30 bis 41 Mark de - Zentner Lebendgewicht. Marktoerlauf: Bei aller : Viehgattungen ruhig._________________ _ Deutsches Eisen aus deutschem Erz. ’ Die einheimische Erzgrundlage der deutschen Eisen- - industrie ist bekannlich verhältnismäßig schmal. Nur ; im Siegerland, im ßatjn- und Dillgebiet sowie in , einigen Bezirken Oberhessens befinden sich bedeutende Erzvorkommen. Im freien Wettbewerb mit den reicheren ausländischen (hauptsächlich schwedischen) Erzgruben kann freilich der deutsche Erzberg- । bau nicht gedeihen. Er war deshalb viele Jahre hindurch notleidend, weil ihm Die früheren Regierungen zwar bisweilen Unterstützungen gewahrten, aber ihm keine ausreichenDe AbfatzgrunDlage sicherten. Die Deutschen Eisenerze müssen an Der Sieg, Lahn und Dill im Tiefbau mühsam gewonnen und durch ein verhältnismäßig kostspieliges Aufbereitungsverfahren verfeinert werden. Dagegen werden Die an sich schon unter weit günstigeren Verhältnissen (meist sogar im Tagebau) geförDerten unD einer nachträglichen Aufbereitung nicht be= Dürftigen ausländischen Erze heute teilweise auch noch durch den Währungsverfall Der Erzeugungsländer künstlich verbilligt. Deutschland hat aber aus nationalwirtschaftlichen, arbeitsmarkt- und namentlich aus devifenpolitifchen Gründen sehr erhebliches Interesse daran, daß in möglichst großem Umfange anstatt ausländischer deutsche Erze verarbeitet werden. Denn selbst wenn Der Bezug Der AuslanDs- erze billiger ist, so frißt er Devisen unD muh schon Deshalb nach Möglichkeit oermieDen werben, ganz Davon abgesehen. Daß Der inländische Erzbergbau zahlreichen deutschen Arbeitern Beschäftigung und Brot gibt. Unter Liesen Gesichtspunkten ist nach der Machtergreifung Lurch Len Nationalsozialismus am 5. Mai 1933 von den rheinifchwestfälifchen Hüttenwerken ein Erzlieferungsabkommen mit den deutschen Erzgruben an Sieg, Lahn und Dill abgeschlossen worden. Dieses Abkommen, Las dem deutschen Eisenerzbergbau einen bestimmten Anteil an Der Erzversorgung Der deutschen Eisen- und Stahlindustrie gewährleistete, endet am 31. Mai dieses Jahres. Es ist aber jetzt bis zum 31. Mai 1935, also um ein weiteres Jahr verlängert worden, und zwar ohne wesentliche Veränderungen. Die Bestrebungen, Den Anteil Der deutschen Erzgruben an Der Rohstoffversorgung der deutschen Großeisenindustrie zu erhöhen, konnten sich noch nicht durchsetzen. Das hätte zu eine Verteuerung des Erzbezugs für die Eisenindustrie geführt, und dadurch wäre wieder die sehr notwendige deutsche Eisenausfuhr behindert worden. Es ist im Augenblick auch aus devisen- politifchen Gründen noch wichtiger, Die deutsche Eisenausfuhr zu vermehren, selbst wenn ein Teil der Erze weiter aus dem Ausland bezogen und mit Devisen bezahlt werden muß. Doch sichert das verlängerte Erzlieferungsabkommen den deutschen Erzgruben auf ein weiteres Jahr einen festen Mindest- abfatz von 625 000 Tonnen, lieber die Uebemahme- preife und über eine andere Verteilung der Erzlieferungen auf die Eisenhütten und Die reinen Stahlwerke sollen noch weitere Verhandlungen gepflogen werden. Unsere Getreidevorräte im April. Nach den Feststellungen Des Statistischen Reichsamtes haben Die GetreiDevorräte Der zweiten HanD im April allgemein abgenommen, erstmals auch Die BestänDe an Weizen. LeDiglich bei Den Mühlen ist eine weitere Zunahme Der Weizenvorräte zu verzeichnen. Die Weizenvorräte Der Lagerhäuser haben sich Dagegen beträchtlich verringert. Die Gesamtvor- räte an Weizen betrugen 1309 000 (1320 000) Tonnen. In Den Mühlen lagerten hiervon 685 000 Tonnen, D. s. 52 (49) Prozent Der gesamten Weizen- beftänDe Der zweiten HanD. Die Vorräte an Roggen gingen insgesamt auf 872 000 (943 000) Tonnen zurück, von denen sich 54 (53) Prozent in Bühne. Selbstverständlich ist auch in diesem wie Vorgänger formlosen Stück der Vier die Handl"" ' nur notwendiger Behelf, Anlaß für Spott, S"" und tiefere Bedeutung. Daß Die Nachrichter K' Pointe ihres Themas auslaffen unD sich über Q Requisiten Des Kriminalkitsches gehörig luftig w chen, weiß jeder. Der sie kennt. Längen wer sie aus Der Praxis heraus wohl selber noch aus» ' Stück entfernen. Als Darsteller schoß ®urD J Heyne als EDgar Wallace Den Vogel ab. Heim Käutner spielte Den Sherlock Holmes, “ ■[„ TodD Den Vertreter Des Nervenberuhigungsw tels alias Stuart Webbs alias Den Kuckuck J t leitet wie imme^* d°m §°uK Nr. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 22. Mal I9ZH Deutsche Gänger von der Gaar besuchen Gießen. Die NG.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bereitet den deutschen Volksgenossen aus dem Gaargebiet und aus Gießen ein starkes gemeinsames Erleben. Die oberhessische Provinzialhauptstadt Gießen hatte 00m Pfingstsamstag bis Pfingstsonntagnachmittag die Freude, saardeutsche Sangesbrüder in ihren Mauern als liebe Gäste beherbergen zu dürfen. Auf Einladung der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" besuchte uns der Männergesang- oerein 1 867 F r i e d r i ch s t h a l (Saar) In einer Stärke von etwa 150 Sängern. Den deut- tchen Sängern und den mit ihnen bekommenen Leiblichen Angehörigen mancher Mitglieder wurde ,ti unserer Stadt herzlichste Gastfreundschaft geboten. Die deutschen Brüder und Schwestern konnten bei ihrem 24stündigen Besuch die Ueberzeugung gewinnen, daß die deutschen Volksgenossen im Reich in fester Treue zu ihnen stehen, daß die Versicherung unserer unlöslichen Verbundenheit mit der deutschen Saar nicht etwa nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern dem Zuge des deutschen Blutes und Herzens entspricht. Schon das Straßenbild zeigte unseren lieben Gästen von der Saar, wie herzlich willkommen sie uns waren; überaus reicher Schmuck der Häuser mit den Fahnen des Dritten Reiches wurde den Gästen zu Ehren gezeigt, dazu kam die Herzlichkeit des Willkommens, den unsere Mitbürger den saardeutschen Brüdern und Schwestern darboten. Der Empfang am Bahnhof brachte diesen herzlichen Willkomm bereits in schön- jter Weise zum Ausdruck. Zur feierlichen Einholung der saardeutschen Gäste waren der Kreisleiter z.b.V. B u l l m a n n , der Führer des SA.-Sturmbannes R 1/116 Sturmführer S 0 ldan mit seinem Stab und dem Sturm R 1/116 sowie dem Sturmbann- Musikzua mit Spielmannszug, die Fahnenabordnungen der Gießener Gesangvereine und eine große Menschenmenge vor dem Bahnhofsgebäude erschienen, während eine Abordnung der SS., der Vertreter der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", unseres Saarlandes zum deutschen Vaterland, eins auch in dem festen, unerschütterlichen Glauben an Deutschlands Aufstieg und Zukunft unter der zielbewußten, unermüdlichen Arbeit und Führung unseres Volkskanzlers Adolf Hitler, gestärkt durch die alles einende und verbindende Kraft des deutschen Liedes. In dieser Verbundenheit gelte der Gruß den deutschen Volksgenossen des deutschen Saarlandes und das gemeinsame Sieg-Heil unserem gemeinsam deutschen Vaterlande und seinem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Voll Be- Der Empfang der Saarsänger (in der Mitte des Bildes aus dem Bahnhofsgebäude marschierend) durch SA.-Reserve und eine riesige Menschenmenge vor dem Bahnhof. E h r i st, und der Kreiswalter des Gaues XII Gießen des DSB., Koch, die Gäste auf dem Bahnsteig abholten. Beim Verlassen des Bahnhofsgebäudes grüßten unsere saardeutschen Brüder und Schwestern die riesige Meschenmenge mit dem Hitlergruß, während sie gleichzeitig unter den Klängen des Präsentiermarsches der Sturmbannkapelle die Front des SA.-Ehrensturmes abschritten. Dann brachten die Gießener Sänger den Gästen den deutschen Sängergruh dar, den die Saarsänger mit ihrem Sängergruß erwiderten. Sodann entbot der Kreiswalter des Eängerkreises Gießen Emil Koch den Brüdern und Schwestern von der Saar herzlichen Willkommengruß. Er betonte in seiner Ansprache, daß die Stadt Gießen die deutschen Volks- genossen von der Saar, die in unverbrüchlicher Treue den Kampf für ihr Deutschtum und ihr deutsches Vaterland führen, mit großer Freude empfange. Weiter gab er dem felsenfesten Vertrauen der Deutschen im Reich Ausdruck, daß unsere Bruder und Schwestern im Saargebiet ihren Kampf unbeugsam bis zum endgültigen Siege der deutschen Sache führen werden. Das deutsche Lied, das uns so eng miteinander verbinde, werde ihnen dazu seine unbesiegbare Kraft geben. Der Besuch im Reich werde ihnen neuen Mut und neue Kräfte zum Endkampf für die gemeinsame deutsche Heimat geben. Wir Deutsche im Reich seien mit unseren Brüdern und Schwestern im Saargebiet eins im Lied, aber auch eins im Glauben an die Rückkehr geisterung stimmte die Menge in die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe ein. Der Führer der Saarsänger Lud. Eich brachte anschließend die herzlichen Grüße des Saarlandes und den Dank der Sänger für den herzlichen Empfang und für die Arbeit der Gießener Volksgenossen zur Vorbereitung des Besuchs zum Ausdruck. Der Kampf an der Saar werde nicht vergebens sein, das deutsche Saarland werde in kurzer Zeit in die Arme seiner lieben deutschen Mutter Germania zurückkehren. Der unermüdliche Kampf der Brüder und Schwestern von der Saar für diese Rückkehr solle Lohn und Dank sein für alles, was die deutschen Volksgenossen im Reich für die Saar tun. Das dreimalige, allenthalben freudig aufgenommene Sieg-Heil des Redners galt dem deutschen Vaterlande und dem Führer Adolf Hitler. Anschließend wurden die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes gesungen. Hierauf erfolgte unter Dorantritt der SA. der Abmarsch in die Stadt durch die Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße zum Land- graf-Philipp-Platz. Auf dem Marsche wurde den saardeutschen Brüdern und Schwestern die herzliche Verbundenheit unserer Bürgerschaft eindrucksvoll offenbar. Während die SA. vom Landgraf-Philipp- Platz aus alsbald zum Sturmbannlokal zurückmarschierte, wurden an die Gäste die Quartierkarten ausgegeben, damit die Gastgeber nun ihren Pfingstbesuch ins Haus bekamen. Konzert in der Volkshalle. Am Abend vereinigten sich unsere Gäste von der Saar mit der Gießener Bürgerschaft zu einem Konzert mit anschließender Kundgebung in ber Volkshalle. Der weite Raum der Volkshalle war erfreulicherweise vollbesetzt; schätzungswei>e waren etwa 4000 Besucher zugegen, um auch auf diese Weise ihre Verbundenheit mit der deutschen ^Saar zu bekunden. , _ „ , n . Der Musikzug der SA.-Reserve 1/116 unter Lei- hing des Musikzugführers Herrmann erfreute vor Beginn der Veranstaltung mit einigen flotten -Märschen die sehr dankbar aufgenommen wurden. 'Dann leitete ber Musikzug die Sortragefolge ine lunter dem Geleitwort „Volk - heimol - Vater- llanb" stand, in prächtiger Weise mit der Ouvertüre jzur Oper „Rienzi" von Richard Wagner em. Kreisamtswatter Karl Christ (von ber NS.-Gemeinschaft ,-Kraft durch Freude" (wies hierauf in einer kurzen Ansprache auf d,e ,großen Erfolge des ersten Jahres der nattonal- ssozialistischen Aufbauarbeit und auf das Wirken lunb das Ziel der NS.-Seme,nschatt --Kraft durch jFreude" hin, die dem geistigen und seelvschen Aus Ibau des deutschen Menschen dienen will. Er sagte u. a.: Wir werden kein bequemes Jahrhundert I haben. Das Werk, das wir zu schaffen haben, braucht lunsere ganze Kraft. Die lebensnotwendige Kraft Rönnen wir uns nur erhalten, wenn in unseren -Feierabend wirkliche Freude einzieht. Wir National- siozialisten unterscheiden sehr scharf zwischen Der- gnügen und Freude. Uns ist Veranügen das Gemisch von Genußsucht und Triebhaftigkeit. Dagegen ist die wahre Freude der Ausdruck jener Seelenhaltung, wie sie unverdorbenen und gesunden Ppl- kern immer zu eigen war. Wahre Freude ist allzeit der wesentlichste Bestandteil deutscher Innerlichkeit gewesen. Wo ein deutscher Mensch fröhlich ist, da ist kein Raum für irgend welche Muckerei. Denn die Fähigkeit, wirkliche Freude als klingenden, beseelenden Wind in sich zu fühlen, diese Fähigkeit reicht beim deutschen Menschen vom Volkslied bis zu einem Konzert Johann Sebastian Bachs, sie reicht von einer feierlichen Weihnachtsmesse bis zu dem lustigen Rundgesang einer frohen Kneiperei. Weil wir wollen, daß unser Volk die Kraft seiner Selbstbehauptung erlange, deshalb wollen wir, daß diese Freude allen Volksgenossen zuteil werde, deshalb wollen wir, daß unser Volk seine Nerven behalte, sich an der Gemeinschaft, am Volk und am Vaterland erfreue. Und aus demselben Grunde wurde vom Führer die Freizeit-Organisation geschaffen, die heute bereits, nach wenigen Monaten, ungeheure Ausmaße angenommen hat. Für bas Wollen der Bewegung, unser Volk von aller Lebensverneinung, von allen Dunkelheiten des Lebens hinwegzuführen in das Helle Licht, für dieses Wollen konnte kein klarerer Ausdruck gefunden werden als „Kraft durch Freude". In -der Oraani- fation ,Kraft durch Freuds" nimmt bei der Aus- Der Männergesangverein 1867 Friedrichsthal beim Konzert auf der Bühne in der Volkshalle. — (Samt- liche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) gestaltung unserer Freizeit die Musik, und hier vor allem das Volkslied und der Männergesang einen ganz besonders großen Raum ein. Daß Sie, meine Kameraden aus dem Saargebiet, hier nach Gießen gekommen sind, um einen großen Abend unserer NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" ausschmücken zu Helsen, das danken wir aus dem Kreise Gießen Ihnen aus ganzem Herzen. Und wir wünschen, daß Sie aus den Stunden, die Sie hier heute abend und morgen früh auf dem Schiffenberg mit uns verleben, für alle unsere Brüder an ber Saar die Gewißheit mitnehmen: „Deutschland ist einig und die Saar bleibt deutsch!" Beigeordneter Bartholomäus hieß anschließend die Gäste von der Saar im Namen des auswärts weilenden Herrn Oberbürgermeisters und ber Gießener Bevölkerung herzlich willkommen, wobei er der Freude darüber Ausdruck gab, daß die Gäste einen Teil des Pfingstfestes in unserer Stadt verleben. Er gab dann die Ueberzeugung kund, daß unsere saardeutschen Brüder und Schwestern auch die bevorstehenden schweren Schicksalsstunden an der Saar erfolgreich bestehen und durch ihre Entscheidung bekunden werben, daß fremdrassige und nationalfrembe Elemente auch im Saargebiet ihre Pläne nicht verwirklichen können Er wünschte den deutschen Volks- aenossen von der Saar, daß sie auf ihrer Pfingst- fahrt ins deutsche Mutterland viel Kraft gewinnen möchten für ihren weiteren Kampf, und betonte dabei, wie eng sich alle deutschen Brüder und Schwestern mit der deutschen Saar verbunden fühlen, daß das Saarland und das deutsche Vaterland unlöslich aneinander geschmiedet sind durch die Bande des deutschen Blutes. (Lebhafter Beifall.) Oie gesanglichen Darbietungen des Männergesangvereins 1867 Friedrichsthal unter seinem Chvrmeifter Dr. Ernst S t i l z standen nun« mehr im Vordergrund. Die erlesene Vortragsfolge des Vereins war zuerst auf das schöne deutsche Volkslied eingestellt, sie brachte dann vaterländische Gesänge und Lieder der Heimat, welch' letztere ihren Höhepunkt in dem gewaltigen Chorwerk mit Klavierbegleitung „Schwur des Volkes" hatten. Der im Stimm-Material und in der Sangeskunst, wie auch in der Chordisziplin gleicherweise hervorragende Klangkörper der Friedrichsthaler Sänger bereitete mit seinen gesangskünstlerisch auf sehr hoher Stufe stehenden Leistungen den aufmerksam lauschenden Hörern einen prachtvollen Genuß. Der Chor bewies, daß in ihm das edle deutsche Lied eine gute Pflegstatt hat, daß er von ernstem künstlerischen Streben unter der sorgfältigen Führung seines Dirigenten beseelt ist und daß er in bester Weise das deutsche Lied als seelisch-geistiges Gut der deutschen Volksgemeinschaft lebendig und wirksam erhält. Von Darbietung zu Darbietung wurde der dankbare Beifall der riesigen Zuhörermenge immer gewaltiger, und mit Recht wurden diese Beifallsstürme — im wahrsten Sinne des Wortes Sturm — gespendet, denn die Sangesbrüder von der Saar boten in der feingeschliffenen und künstlerisch geschmackvollen Wiedergabe der Lieder Spitzenleistungen deutschen Sängerschaffens. Der Musikzug der SA.-Reserve unter der feinsin- nigen und sorgsamen Leitung des Musikzugführers Herrmann bereicherte die Vortragsfolge durch die künchlerisch vollendete Wiedergabe von Carl Maria von Webers Fantasie „Hüons Zauberhorn" und des „Kaiser-Walzers" von Joh. Strauß. Oie Kundgebung. Im Anschluß an das Konzert brachte der zweite Teil des Abend die Kundgebung der Treue zum Deutschen Reich und der Treue zur deutschen Saar. Ingenieur Brunotte- Friedrichsthal als Sprecher des Männergesangvereins 1867 Friedrichsthal hielt dabei die erste Ansprache, die ein rückhaltloses, starkes Treubekenntnis zum deutschen Mutterlande war. Ergab einen Rückblick auf die letzten 15 Jahre der Leidenszeit des deutschen Saarlandes und auf die vielfachen Bedrückungen der saardeutschen Bevölkerung durch die landfremden, insbesondere die französischen Machthaber in der Verwaltung und vor allem im Bergbau, die leider noch durch Verbrecher und Verräter am eigenen Volkstum gestützt wurden und noch gefördert werden. Der Redner betonte, daß alle Bedrückungen der Bevölkerung an der Saar nur erfolgen, weil bas Volk an ber Saar beuksch ist, sich bem Willen Frankreichs nicht gebeugt hat unb auch niemals beugen wirb. (Starker Beifall.) Er bezeichnete es als hohe Feiertage der Saardeutschen, wenn sie in das deutsche Mutterland hinüberfahren, ober wie vom Niederwalddenkmal und von Zweibrücken den begeisternden Reden des Führers und des Reichsministers Dr. Goebbels am Rundfunk lauschen konnten. Mit freudigem Herzen habe man im Saargebiet auch von dem großen Arbeitsbeschaffungsprogramm gehört, das vom Mutterland für das deutsche Saarland vorbereitet werde. Das habe noch mehr den Mut und die Kraft gestärkt zum Kampfe bis zu dem Tag, an dem alle deutschen Volksgenossen an der Saar sich wieder vollkommen in den Dienst der deutschen Arbeit stellen können. Nachdem der Redner die Lügenmeldungen des Straßburger Senders in kurzen Worten gekennzeichnet hatte, betont er in nachdrücklichster Weise, daß mit den jetzigen Zuständen im deutschen Saargebiet bei der Abstimmung im Jahre 1935 gründlich Schluß gemacht werde. Dabei komme für alle deutschen Saarländer, die jetzt schon mit über 90% in der Deutschen Front zusammengefaßt seien, nur eines in Frage: heim zum deutschen Wutterlanbe. Das beutsche Saatlanb werbe ber Welt beweisen, was es heiße, bas Deutschtum knebeln zu wollen. Die Deutsche Front an der Saar stehe fest zusammengeschweißt da, und in vorderster Linie stünden dabei auch die deutschen Sänger. Die deutsche Ehre, das deutsche Wort und das deutsche Lied, das die deutschen Volksgenossen und Sänger an der Saar als kostbares Kleinod von den Vätern empfangen und das sie durch das Dunkel der letzten 15 Jahre hindurchgetragen hätten, würden sie auch bis 1935 weiter bewahren, um es bann zu treuen Händen ber Deutschen Sängerschaft zurückzubringen in dem Bewußtsein, als deutsche Sänger an der Saar ihre Pflicht und Schuldigkeit getan zu haben. (Starker Beifall.) Das deutsche Saarvolk werbe seinem Führer Aböls Hitler 1935 einen Treuebeweis in bie hanb geben, mit bem er sich vor ber ganzen Welt sehen lassen könne. Der Redner schloß mit den Worten: Die Saar war deutsch, die Saar ist deutsch, die Saar wird ewig deutsch bleiben. Mit Das Erinnerungsgefchenk der Saarsängex an t)U Gießener Sängerschaft, r Stolz wird unser Führer Adolf Hitler nach der Abstimmung sagen: Das sind meine deutschen Brüder a n d e r S o a r, die ich nunmehr h e i m - hole in die große deutsche Volksgemeinschaft, das sind meine deutschen Brüder an der Saar, die ich wieder eingliedere in unser großes schönes deutsches liebes Vaterland. Sieg Heil! Mit stürmischer Begeisterung stimmte die Menge in die Sieg-Heil-Rufe ein und sang anschließend den ersten Vers des Deutschlandliedes. Nach dem prächtignn Chorgesang der Saarsänger „Wir wollen heim", der die Stimmung der deutschen Saar ergreifend wiedergab, sprach der Führer der Saarsänger Lud. Eich im Namen seines Vereins der Stadt Gießen, der Stadtverwaltung, der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und der Gießener Sängerschaft den herzlich st en Dank der saaroeutschen Sangesbrüder für die überaus liebevolle Aufnahme und die unvergeßlich schönen Stunden in Gießen aus. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte er dem Führer der Gießener Sänger- schäft Emil Koch als Ehrengeschenk für die Gießener Sänger eine künstlerisch hergerichtete Grubenlampe, wie sie im Saarbergbau Verwendung findet. Das Ehrengeschenk trägt als einzigen und außerordentlich wirksamen Schmuck eine kleine Hakenkreuzflagge. (Siehe Abbildung.) Der Redner bat die Gießener Sänger, die Grubenlampe — die aus der Zeche Maibach stammt, auf der noch vor zwei Jahren bei einem schweren Grubenunglück 99 Knappen den Bergmannstod fanden, ohne vorher den Tag der Rückkehr zur deutschen Heimat und zur deutschen Freiheit gesehen zu haben — a m Tage der Rückgliederung des deutschen Saarlandes in das Mutterland anzuzün- den, damit sie dann mit ihrem Schein den herrlichen Tag erleuchte und die Freude aller deutschen Volksgenossen erhelle, die mit Mut und Kraft den Sieg an der Saar davongetragen und mit unserem großen Führer Adolf Hitler die Wiederaufrichtung eines st arten und freien Deutschland begehen können. „Unserem Deutschland und unserem Führer Adolf Hitler dreimal Sieg-Heil!" Stürmisch stimmte die Versammlung in die Rufe ein. Anschließend sang der Chor der Saarsänger den ersten Vers des Saarliedes, die weiteren Verse wurden von dem Chor und der riesigen Menschenmenge, stehend und die rechte Hand zum deutschen Gruß emporgestreckt, voll glühender vaterländischer Begeisterung gemeinsam gesungen. Die SA.-Reserve-Kapelle erfreute sodann mit der prachtvollen Wiedergabe der Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell" und erntete damit starken Beifall. Hierauf nahm die Gießener Sängerschaft auf der Bühne Aufstellung, um mit einem Massenchor, den etwa 300 Sänger darboten, den Abend ausklingen zu lassen. Vorher hielt Schriftleiter Dr. Röder-Gießen eine eindrucksvolle Ansprache, in der er u. a. sagte: In dieser Feierstunde erleb en wir Deut sch- land. In dieser Stunde erscheint es uns unfaßbar, daß unsere deutschen Brüder von der Saar politisch nicht zu uns gehören sollen. Die Stimme des Blutes sagt uns jedoch, daß sie mit uns verwachsen und verwurzelt sind, daß sie ein Stück der großen Mutter Deutschland sind. Man redet viel von den rauchenden Schloten und von der Wirtschaft der Saar, von den Gruben und den Hochösen. Wir aber sehen vor allem den Menschen am Hochofen, wir sehen den Bergmann im Schacht, wir sehen den saarländischen Bauer hinter dem Pflug, und wenn das Saarland selbst die ärmste Landschaft in Deutschland wäre, wir würden nicht von ihr lassen, wir würden alles daran sehen, bis wir sie heimgeholt hätten in das Reich. Uns geht es nicht um die Kohle, nicht um die Hochöfen. Uns geht es nicht um die 800 000 deutschen Menschen an der Saar. Die Gewißheit wollen wir unseren Brüdern von der Saar mitgeben, daß wir in Deutschland durch unseren Führer Adolf Hitler gelernt haben, auch aus unsere Brüder jenseits der Grenzen zu sehen, daß wir die drückende Grenzlandnot kennen, daß wir uns eins fühlen mit allen deutschen Herzen draußen, die noch auf den Tag warten, an dem die Einheit des Reiches wiederhergestellt ist. Mit dem Abstimmung an der Saar wird der Welt gezeigt werden, daß die Zeit vorbei ist, in der man Völker wie Handelsware betrachten konnte, und daß die Schmach des Versailler Schanddiktats beseitigt ist. Wir wollen der Well gegenüber klar und deutlich zum Ausdruck bringen, daß das Saarland ein Stück von unserem deutschen Volkskörper ist, das zu uns gehört wie das Kind zur Mutter. Wir müssen im Reich den 800 000 deutschen Brüdern und Schwestern im Saarland ein starker Rückhalt sein, an dem sie sich aufrichten können. Unsere Herzen in Deutschland müssen gen Himmel lodern und unsere deutschen Volksgenossen mitreißen, die für ihr Deutschtum den schweren Kampf antreten müssen. Unsere deutschen Volksgenossen an der Saar haben nur eins, das sie in diesen schweren Kampf einsetzen können: ihre heiße Liebe zu Deutschland, ihre heiße Sehnsucht, wieder z u r ü ck z u k e h r e n ins Mutterland. Unsere Volksgenossen von der Saar mögen die starken Eindrücke ihrer Fahrt ins Reich mit hinübernehmen in ihre Heimat und dort berichten, daß in dem neuen Deutschland wieder ein Volk erstanden ist, erfüllt vom Rhythmus der Arbeit, beschwingt von der Freude an der Arbeit und getrieben von der Sehnsucht nach dem Tag, an dem die Trikolore an der Saar wieder verschwindet. (Stürmischer Beifall.) Dann wird auch der deutsche Arbeiter an der Saar wieder frei sein, wie unsere Arbeit im Reich durch unseren großen Führer Adolf Hitler befreit wurde, dem wir dies alles zu danken haben. Die Brüder von der Saar und aus Oberhessen können diesen Dank zum Ausdruck bringen in dem dreimaligen Ruf: Unser Führer Adolf Hitler, der uns die deutsche Einheit geschenkt hat, der Befreier des deutschen Volkes, dreimal Sieg-Heil! Jubelnd nahm die Menschenmenge den Ruf auf und sang anschließend begeistert den ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes. Der Massenchor der Gießener Sängerschaft brachte sodann den Chor „Wo den Himmel Eichen ragen" als Abschluß des Abends zum Vortrag. Oer Pfingstsonntag. Am Pfingstsonntagmorgen trafen sich unsere deutschen Volksgenossen von der Saar mit den Gießener Vertretern der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und mit den Gießener Sangesbrüdern zu einem Besichtigungsgang durch die Stadt und die herrliche landschaftliche Umgebung bis zum Schiffenberg. In herzlicher Gemeinschaft verflogen die Stunden leider nur allzu schnell. In trefflichen Worten auf dem Schiffenberg wurden die Sangesbrüderschaft und die unlösliche deutsche Verbundenheit noch einmal allen Teilnehmern in die Herzen geschrieben, bei froher Unterhaltung die Freude der Stunde genossen, und dann ging es zurück zur Stadt, um in den Quartieren das Mittagessen einzunehmen. Am Nachmittag um 15.45 Uhr fuhren unsere saardeutschen Gäste nach herzlicher Verabschiedung im Gießener Bahnhofsgebäude nach Marburg weiter, wo sie bis zum zweiten Pfingstfeiertag- nachmittag als liebe Besucher verweilten. Es waren für alle Teilnehmer an den Veranstaltungen Stunden des gemeinsamen großen deutschen Erlebens, das Saardeutsche und Oberhessen vom Samstagnachmiftag bis Pfinast- sonntagnachmittag erfüllte und begeisterte. Wer diese Stunden nicht erlebt hat, ist um eine kostbare nationale und völkische Erinnerung ärmer. Den Teilnehmern hüben und drüben wird dieser Besuch aus dem Saargebiet stets in schönster Erinnerung bleiben. verschlafenen Winkeln Geister wach, mit denen man in jungen Jahren Zwiesprache hielt, wenn unter dem Fenster der Flieder duftete, der Jasmin im Garten seinen berauschenden Atem herwehte und die Linden um den Dorfteich blühten. Dann ist der Mond Märchenerzähler und Schattenspieler in einer Person. In solchen Nächten geht der Mond wie ein verliebter Brautwerber von Haus zu Haus, durch Gärten und Anlagen und über die ährenwispernde Flur. — Jen 5— 30. SS-Motorstandarte. Für die neu einzurichtende Dienststelle der 3 0. SS. -Motor standarte werden 5 bis 6 geeignete Räume gesucht. Angebote sind auf dem Büro, Horst-Wessel- Wall 39, 1. Stock, abzugeben. Der Führer der 30. SS.-Motorstandarte: Wilhelm Ruhl. KOAI., Bezirsleitung Gießen. Morgen, Mittwoch, 23. Mai, 18.30 Uhr, im Caf6 Ebel, Schulungsabend des KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architikten und Ingenieure) Bezirksleitung Gießen. Es spricht Pg. Dr. med. Kranz über das Thema „Raffe und Volk". Lichtbilder werden den Vortrag bereichern. Sämtliche Mitglieder des KDAJ. sind zum Besuch des Abends verpflichtet, Gäste sind willkommen. Frontdienst. Wieder hat sich vor der Welt eine deutsche Front gezeigt, die im gewaltigen, zähen Kampf gegen den ärgsten Feind, die Arbeitsnot, zu bestehen hat. Unser Führer wies uns den Weg, und Mann für Mann stand Deuschland auf, um sich mit voller Keiner darf fehlen! Alle müssen geben! SA.-Spendetag am 26. und 27. Mai. Aus der Provinzialhaupistadi. Mond-Meditationen. Der gute Mond, der so stille durch die Abendwolken hingeht, wie ein betagter Herr jenseits der Höchstaltersgrenze, der vor allem seine Ruhe haben möchte, von diesem selben Mond sollte man eigentlich nicht annehmen, daß er der heimtückische Geselle sei, als der er noch heute bei sehr vielen Leuten nicht gerade im besten Ruf steht. Bekanntlich ist der Begriff Mond dehnbar, je nachdem ob er ab- oder zunimmt. In seinen mageren Zeiten ist er eine schmale Sichel, fast wie ein altmodischer Kleiderhaken, an dem vermutlich die Schlösser verankert sind, die im Monde liegen sollen. Wie der Mond zu der zweifelhaften Ehre kam, der Grundeigentümer zu sein, auf dem andere Leute ihre Luftschlösser bauen, wissen wahrscheinlich nur diejenigen zu enträtseln, die in oen warmen Frühlings- und Sommernächten Hand in Hand oder fest umschlungen die Pläne zu diesen Wolkenkuckucksheimen entwerfen. Sie erspähen auch in der Mond- sckeibe allerlei Vorgänge, die anderen verborgen bleiben, die nicht durch ihre rosarote Brille sehen. Aber wer selbst einmal in ähnlicher Gemütsverfassung war, wird ihnen beipflichten fönnnen: dort oben, man muß sagen: in Großaufnahme und vor aller Welt, finden sich zwei Verliebte zu dem Knalleffekt, den das Wort „Kuß" viel zu hart ausdrückt. Man muß allerdings jung fein, ober sich so fühlen. wenn man dieses zweite Gesicht haben will. Wieso der Mond für eine „Hauptsache als Muster dienen und sie mit feinem vollen Namen decken mußte, die dann in Erscheinung tritt, wenn das einmal vorhandene Haar so nebensächlich geworden ist, daß es fast gar keine Rolle mehr spielt, darüber sind uns wohl noch die Haarkünstler, wie die Astronomen eine ausreichende Erklärung noch immer schuldig. Von einer menschlichen Fassade, die wie ein Vollmondgesicht aussieht, leuchtet der treffende Vergleich ohne weiteres ein. Und was wird dem Aermften alles in die Schuhe geschoben, bis er fein wohlgenährtes Aussehen wiedergewonnen hat? Heiraten soll man in dieser Zeit. Finanztransaktionen kann man vornehmen. Die Haare zu schneiden empfiehlt sich und noch so mancherlei, über dar der Mond sicher am meisten lachen würde, wenn er sehen könnte, wie manche bei feinem Anblick dreimal den Hut lüften und dabei Hoffnungen und Wünsche hegen, oder wie sie, ohne vorher durch die Fensterscheibe gesehen zu haben, ins Freie eilen, um die neue Mondsichel über die rechte Schultern anzuschauen. Wer das geheime Wesen des Mondes erleben und seinen Zauber auf sich wirken lassen will, der muß zu nächtlichen Begleitern durch stille Gassen den Maler Spitzweg und den Spökenkieker E. TH. A. Hoffmann wählen. Dann werden um verschnörkelte Giebel, über silberpatinierten Dächern und aus Kraft für die Idee des Führers einzusetzen und mit Tatkraft dem ganzen deutschen Volk Arbeit und Brot zu schaffen. Ein reiches Jahr Frontdienst gegen die Arbeitslosigkeit haben wir hinter uns. Wir haben viel erreicht. Aber noch große Aufgaben stehen vor uns. Kleine Hilfen bauen aroße Stützen und so wendet sich dieses Mal die Dritte Arbeits-Beschaffungs- ßotterie wieder an das deutsche Volt und gibt damit jedem Gelegenheit, Mithelfer im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu fein. Sie vermittelt mit ihren Losen die kleinen Hilfen zur Unterstützung des neuen Aufbaus, des regen und gefunden Arbeitsmarktes. Und sie bietet mit der vollständigen Umgestaltung ihres Gewinnplanes bedeutend erhöhte Gewinnaussichten. Statt eines außergewöhnlich hohen Gewinnes werden viele mittleren Gewinne ausgespielt. Entspricht das nicht unserer heutigen nationalsozialistischen Idee, die das Wohl aller Volksgenossen ins Auge faßt? Konzert des Musikzuges der SA-Standarte 116 Gießen Ein seltener Genuß wurde den Besuchern der Bergschenke am ersten Feiertagnachmittag geboten. Der Musikzug der Standarte 116 Gießen, von Truppführer N i e b e r g a l l geleitet, konzertierte in seiner ganzen Stärke im Garten der Bergschenke. Die reichhaltige Vortragsfolge brachte in der Hauptsache unsere schönen Armeemärsche wie den Großherzog- Friedrich • von - Baden - Marsch, den Badenweiler Marsch, den Marsch „Ruhm und Ehre" u. a. m., Lind nun,Ellen? Roman von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Keine!" Rainer von Rakenius hätte diese Antwort mit reinem Gewissen geben können, denn feine Liebe zu Ellen Ehlers war ein Traumbild, das in der Wirklichkeit nichts zu suchen hatte. Doch er schwieg. „Entschuldige, bitte, Evelyn! Ich habe noch zu arbeiten. Ich wünsche dir eine gute Nacht", sagte er deshalb beherrscht und verneigte sich kurz. Evelyn von Rakenius aber spielte sich in Gedanken schon in das erste Zusammentreffen mit Olas Olsen. Erinnerung zauberte glückliche Bilder vor ihr geistiges Auge. Jahre glitten zurück. Sie sah sich wieder oben im hohen Norden. Märchenhafte Schlittenreisen durch die zauberhafte nordische Winterlandschaft. Seite an Seite mit dem Manne, dem sie eben so unvermutet begegnet war. Und Rainer von Rakenius? Sie war ehrlich S, um sich zu gestehen, daß diese Ehe eine mbigfeit gewesen war, um ihrem Vater das große Unternehmen zu erhalten, ihre Familie finanziell gesund zu machen. Sie hatte Rainer nie geliebt. Kaum wußte sie, was sie mit dem ernsten, schwermütigen Menschen anfangen sollte. Man konnte so gar nicht mit ihm plaudern, stundenlang über nichtige Dinge, wie man das mit Olaf Olsen so herrlich hatte tun können. Olaf Olsen, der immer Zeit hatte für schöne Frauen, immer Komplimente zu sagen wußte, dem Gepflegtheit, Eleganz und Frohsinn Lebenselixier waren wie ihr selber. Olsen war die große Liebe ihres Lebens gewesen. Die schöne Evelyn hatte das immer gewußt. Und wenn es doch zu keiner Ehe gekommen war, so aus dem Grunde, weil sie genau erkannte: der leichtsinnige hübsche Olsen taugte nicht für Heim und Herd. Seine Liebe konnte das Paradies fein, eine Ehe mit ihm wäre vielleicht die Hölle gewesen. Ja, sie war klug und schön, Frau Evelyn, und -m--^kühn, wie sie jetzt das Schiff ihres Lebens aus ruhMlTi' sicherem Hafen hinaussteuerte auf das trügerisch^ Meer wilder Leidenschaften. , Neuntes Kapitel. Der rck sende Schmerz über den Verlust der geliebten futter hatte sich in Ellen Ehlers langsam zur stilles Trauer durchgerungen. In bell' ersten Tagen und Wochen, da sie im Hause do?*1 Frau Zimmermann lebte, hatte sie die Einsamkeit ihres Lebens mit Macht überfallen und tatenlos gemacht. Doch allmählich dämmerte die Gewißheit, daß Arbeit allein die richtige Trösterin ist. Bernd Caßlers frohe Tatkraft riß sie mit. Seine liebevolle Sorge, sein selbstloses Bemühen um sie gab ihr Halt. „Sie haben dem armen Jungen bitter weh getan, Fräulein Ellen! Sie hätten wenigstens einen Teil des Geldes nehmen sollen. Er hätte es ja nicht verdient, wenn Sie ihm nicht geholfen hätten." Frau Zimmermanns Augen hingen an dem schönen, jungen Mädchengesicht. Ellen war ihr lieb und teuer geworden wie eine Tochter in den wenigen Wochen. „Annehmen? Ich soll Geld annehmen? Ich kann es nicht. Ich werde weiter suchen müssen, bis ich Arbeit gesunden habe. Es ist ja gleichgültig was — nur schaffen, vergessen." Tränen standen der guten alten Frau in den Augen. Ihre harten Finger strichen in scheuer Liebkosung über das feine, hellblonde Haar. „Liebes kleines Ellchen! Sie sind doch noch so zart und so schwach. Wie können Sie nur schon arbeiten wollen. Bleiben Sie doch nur. Ich behalte Sie schon. Bei mir eilt's doch nicht so. Ich hab ja meine kleine Rente. Bleiben Sie." „Ich kann nicht. Ich bin an Arbeit gewöhnt. Was soll denn werden?" Kopfschüttelnd erhob sich die alte Wirtin. „Gehen Sie aber nicht wieder so lange aus. Es ist heiß draußen, und Sie sollen mir nicht wieder beinah ohnmächtig nach Hause kommen." Der schmale rote Mädchenmund verzog sich. „Gute, liebe Frau Zimmermann! Keine Angst!" Dann stand sie unten vor dem Hause und ging in die sengende Sommerhitze hinaus. Zum wievielten Male ging sie schon sich vorstellen? Eine nagende Angst war in ihr. Ob es diesmal wohl klappen würde? Diesmal wenigstens? Sie krampfte unwillkürlich die Hände, als sie vor dem kleinen Büro im Hinterhofe des großen Bürohauses stand, und schickte ein Stoßgebet zum Himmel. „Einmal, Herrgott! Nur dies eine Mal laß es gelingen. Sonst bin ich am Ende. Ganz am Ende." Ein junger Lehrlina sah sie verschmitzt und mit listigem Lächeln an, ehe er sie meldete. Ellen zitterten die Knie. Was war sie in den letzten Tagen gelaufen! Durch die Tür mit den Milchglasscheiben schob sich ein graumelierter Kopf, und zwei trübe Augen blinzelten ihr zu. „Bitte, Fräulein!" Zitternd trat Ellen in den staubigen, düsteren Raum, in dem es von Briefordnern und wirr umherliegenden Zetteln wimmelte. Es roch nach verbrauchter Luft und vergilbtem Papier. „Setzen Sie sich, Fräulein! Also, um was handelt es sich denn? Ach ja — die Aushilfsstellung!" Pause. Hinter dem großen altmodischen Stehpult hervor lugten die seltsamen Augen. „Können Sie denn Schreibmaschine?" „Etwas nur noch. Doch in einigen Tagen hoffe ich wieder ganz flott zu fein." „Tja! Aber die einige Tage kosten Geld, mein Kind! Ich brauche eine perfekte Stenotypistin. Es ist viel liegen geblieben." Ein tiefer Seufzer entfloh Ellen. Der Alte hörte ihn. Sekundenlang sah er fast mitleidig in das blasse, schöne Gesicht; doch der Geschäftsmann in ihm siegte. „Ja — da ist leider nichts zu machen, Fräulein! Warum bewerben Sie sich aber auch auf Inserate, deren Anforderungen Sie nicht gewachsen sind? Da gibt es immer Enttäuschungen. Muß es ja geben. Sie sind vielleicht die zwanzigste heute." Ellen hatte mit gesenkten Augenlidern gelauscht. Sie nickte traurig und stammelte mit einem verzweifelten Lächeln eine Entschuldigung. „Wiedersehen, Fräulein!" klang es hinter ihr. Draußen packte sie wieder die ganze Gewißheit ihrer furchtbaren Lage. Wankend schritt sie über den Fahrdamm. So grau war alles in ihr. Sie hätte sich irgendwohin setzen und einschlafen mögen. Schlafen. Für immer schlafen. Schien wirklich die helle Augustsonne — oder war das alles nur Traum? Plötzlich ein schrilles Signal. Ellen blieb kreidebleich wie angewurzelt stehen. Ein langer Wagen fuhr haarscharf an ihr vorbei. Stoppte. Ein Herr im hellgrauen Sportanzug saß am Steuer. Neben ihm eine Dame. 2etzt sah er sich um. Wie gebannt hingen seine Augen an denen Ellens. Sekundenlang ruhten ihre Blicke ineinander. Dann ein respektvoller, tiefer Gruß — und der elegante Wagen jagte davon. Doktor von Rakenius. Ellens Herz ging in rasenden Schlägen. Die Dame neben ihm konnte nur seine Frau gewesen fein. Das also war seine Frau? Oh, sie war bildschön, bildschön — und elegant. Beschämt sah sie an ihrem schwarzen Kleidchen herunter. Es war ja so billig gewesen. So dünn... Und doch war plötzlich trotz allem ein Singen in Ellen. Eine leise, webende Melodie... „Dieser Blick wird mir genügen müssen — ein Leben lang. Ich weiß ja, daß es Sünde ist, Sünde an seiner Frau — aber ich kann doch nichts dafür, daß ich so glücklich bin. Er kannte mich noch — er hat mich noch nicht vergessen, der stolze, herrliche Mensch. Ich will ja nichts von ihm. Gar nichts. Nie werde ich feinen Lebensweg kreuzen. Nur ganz heimlich still will ich ihn liebhaben. Ganz für mich. Kein Mensch soll darum wissen." Ein wundersames Leuchten belebte ihr Gesicht, während sie ganz in Gedanken versunken die Straße hinabschritt. „Vollkommen vertieft, gnädiges Fräulein! Haben Sie sich in den schönen Augusttag verliebt?" Ellen fuhr auf. Doch das Erschrecken wich blitzschnell der verhaltenen Freude. Bernd Cahler stand vor ihr. Lachend — die dunklen Augen voller Glück. „Ihr Reklamechef hätte Sie bald überfahren, Fräulein Ehlers!" lachte Bernd Caßler. „Mein Reklamechef — wie soll ich das verstehen?" „Nun, der Herr war Doktor von Rakenius, der Chef der Chemie-Aktiengesellschaft, die jetzt Ihre Schönheit, als durch ,Eos< erworoen, in alle Weltteile posaunt." „Sind Sie immer so luftig, Herr Caßler? Bald sollte man sich in Acht nehmen, um nicht von Ihnen angesteckt zu werden." „Angesteckt ist gut. Doch bitte! Einen kleinen Wunsch! Schlagen Sie mir eine Tasse Kaffee nicht ab! Ich habe, ehrlich gestanden, damit gerechnet, daß ich Sie treffen würde. Ich muh Ihnen etwas Wundervolles sagen." Ellen riß sich mit Gewalt von ihren Erinnerungen los. Hier neben ihr stand Bernd Caßler, dieser stille, bescheidene Mensch, in dessen kleinem, schmalen Körper eine so unbändige Lebenskraft wohnte, daß er unbewußt Ellen dadurch ansteckte. „Ich bin eigentlich etwas abgespannt, Herr Caßler! Verschieben wir es!" Sie standen vor einem hübschen Cas6. Bernd Caßler aber schien nicht gewillt zu fein, Ellen nachzugeben. Fast ohne Ellens Antwort zu beachten, war er vorangeschritten in das Innere des Cafös. Ellen folgte. Dichte Gardinen schwächten die Wirkung der Sonne ab. Eine angenehme, erquickende Kühle ging von den kleinen, runden Marmortischen aus. „Ich war für Sie tätig, Fräulein Ehlers!" Das Mädchen sah den Sprecher fragend an. Leichter Unwille wölkte die sonst so reine, klare Stirn. „Sie dürfen es mir bitte nicht Übelnehmen. war glatter Zufall. Ich habe für das Ufa-Theater einige Lichtreklameentwürfe zu machen. Und ganz beiläufig erfuhr ich, daß dort eine Platzanweiserin gebraucht wird." Jetzt erhellte sich Ellens Gesicht. „Sie können sich morgen früh vorstellen. Direktor Donnert erwartet Sie. Ich weiß ja, daß Sie unter allen Umständen tätig sein wollen, wenn ich auch die Notwendigkeit nicht einsehe." Seine letzten Worte hatte Ellen kaum noch gehört. Sie wußte nur, daß es eine Möglichkeit fuf sie gab. Endlich noch einmal eine Möglichkeit. Arbeiten können? Eine DerdienstmöglichkeÜ haben? Vielleicht täglich wieder ein warmes Mittag' essen. Ach, wie lange hatte sie das schon entbehrt- Wie oft hatte sie Frau Zimmermann gesagt, I1 habe schon in der Stadt gegessen, während W Magen sich vor Hunger zusammenkrampfte. Ihre Augen wurden feucht vor Freude. s Fortsetzung folgt.) deren gute Wiedergabe dem Musikzug vortrefflich gelang, so daß die Besucher des Konzerts mit starkem Beifall lohnten. Von den übrigen Konzert- stücken verdienen besondere Erwähnung der ausgezeichnete Vortrag der Ouvertüre zur Oper „Norrnä von Bellini und Teile aus der Oper „Der fliegende Holländer" von R. Wagner. Im zweiten Teile der Konzertfolge gefielen besonders der Straußsche Walzer „Rosen aus dem Süden" und im Potpourri „Rheinischer Sang"von Hannemann, die all« dankbarste Aufnahme fanden und die Kapelle immer wieder zu Beigaben nötigten. Sämtliche Darbietungen stellten das große Können des Musikzuges und feines unermüdlichen Leiters Riebergall erneut unter Beweis. Fahnenweihe des Marinevereins Gießen. Am zweiten Pfinastfeiertag fand auf dem festlich hergerichteten Bootsplatz des Marinevereins Gießen die Fahnenweihe des Vereins statt. Ein neu aufgestellter, 26 Meter hoher Mast mit vollständiger Takelage, Rahe, Gaffel usw. lenkte die Aufmerksamkeit Der Besucher besonders auf sich. Zur Feier des Tages war über den Toppen geflaggt. An der Feierstunde nahmen die Militär- und Re- • gimentsoereine, Rudervereine, Rotes Kreuz, der 'Marinverein und zahlreiche weitere deutsche Volks- igenofsen teil. Vereinsführer L i ch betonte in seiner Begrü- sßungsansprache, daß es sich bei dieser Veranstaltung micht um ein geräuschvolles Fest handele, sondern mm die Weihe eines neuen Heiligtums des Marine- Vereins, für das ebenso wie für die gesamte Der- «insarbeit nur ein Ziel und Inhalt bestehe: Deutschland. Mit dem Choral „Wir treten zum Beten" nahm Bann der Feldgottesdienst seinen Anfang. Daran »anschließend fand die Fahnenweihe statt, bei der Kamerad Stiftspfarrer D r a u d t - Lich die Ansprache unter dem Leitgedanken „Treue" hielt. Der Redner erinnerte in seinen Worten an das Bild, -auf dem der letzte Mann auf den Planken des Schiffes treibt, in der emporgereckten Hand die Fahne haltend. Diese Treue bis zum Letzten müsse cwiederkehren. 1918 habe die Untreue die deutsche Flagge gestrichen. Der Staat nach 1918 war auf Untreue aufgebaut, weil er die Treue zum Volk und die Treue zu Gott nicht kannte und nicht kennen wollte. Sünde gegen die Treue sei es, wenn wir die Gesetze der Rasse nicht beachten. Der Führer hielt dem deutschen Volke die Treue, als olle anderen im Volke verzagten, und aus dieser Treue erstand der neue deutsche Staat, dem unser Volk die Treue halten muß in gläubiger, ver- rauensvoller Gefolgschaft zum Führer Adolf Hit- er. Die umhüllte Fahne wurde während dieser Ansprache von den sechs ältesten Mitgliedern des Vereines vor dem Podium gehalten. Nach der Ent- vüllung weihte Kamerad Stiftspfarrer D r a u d t Joie Fahne und übergab sie dem Vereinsführer 2ich. Nach dem gemeinsam gesungenen Choral ^Nun danket alle Gott" wurde das ehrwürdige Feldzeichen des Vereins dem Fahnenträger E ck - i, a r b t mit der entsprechenden Verpflichtung übergeben. Das Leitwort muß immer fein: „Die Fahne muß stehen, wenn der Mann auch fällt". Hierauf wurde des Feldmarschalls der deutschen Heere, des unbekannten deutschen Soldaten des Weltkrieges und des Führers und Volkskanzlers lies neuen Deutschland Adolf Hitler mit dreimaligem begeisterten Sieg-Heil gedacht. Gemein- xim wurden anschließend bas Deutschland unb bas Horst-Wessel-Lieb gesungen. Für bie Militäroereine sprach fobann ber Führer her Arbeitsgemeinschaft ber Militär- unb Regi- nentsoereine Kamerab Müller, für ben Kaval- »rieoerein sprach Kamerab Storck herzliche Worte. Mit bem Gesang des dritten Verses des Deutschlandliedes unb mit bem Babenweiler Marsch nnb die Feierstunde ihren Abschluß. ^ornoitficn. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr „Tosca". — Licht- Pelhaus, Bahnhofstraße: „Sechs Frauen und ein Lönig". — Oberheffifcher Kunftverein, Turmhaus im Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Hei- natoereinigung Schiffenberg, 17 Uhr, Schiffenberg. — Waldeslust am Flughafen, 16.30 Uhr, Konzert !,er SA.-Referve-Kapelle, abends alte Tanzmusik. Giefzener Wochenmarktpreise. Gießen, 22. Mai. Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter das Pfd. 140, i’anbbutter 130 bis 135, Matte 20 bis 25, Käse !,as Stück 4 bis 10, Wirsing, grün, das Pfd. 20, Notkraut15, gelbe Rüben, das Bund, 25, Spinat, ioas Pfd. 8 bis 10, Römischkohl 12, Spargel 30 bis ^.Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 15, Rhabarbar f bis 10, Kartoffeln, alte, 3Vr, Aepsel 20 bis 30, Kirschen 60, Eier, 8-Klasse IOV2, A-Klasse IOV2, ; ^-Klasse 9V2, E-Klasse 9, V-Klasse 8, Blumenkohl, Ins Stück 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken <0 bis 50, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das 5Junb, 8 bis 10, Kartoffeln, ber Zentner, 320 bis 30 Pfennig. * ** Die Pfing st feiertags erfreuten durch t°rrliches Frühlingswetter, das es den Stabtmen- tien ermöglichte, zu Fuß, per Rad, im Kraftfahr- s-ug oder auch mit der Bahn hinauszuziehen m be herrliche schöne Natur. Der Ausflugsverkehr Dar ganz außerordentlich rege, so daß die Gast- tiirte der Ausflugsorte an den beiden Feiertagen riohl auf ihre Rechnung gekommen fein dürften, bi der Stadt war es unter diesen Umständen verhältnismäßig still. Erfreulicherweise verliefen die [siertage überall ohne Störung und in schönster libnung, so daß man sich allgemein der beiden Mjetage voll und ganz erfreuen konnte. Eine öffentlicheSitzung desStadt- rots findet am kommenden Donnerstag, um 16 Unr beginnend, im Stadtratssitzungssaale im Stadt- h us Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung stehen hjaenbe zwei Punkte: Einführung und Verpflich- iiTig eines Stadtratsmitgliedes, Wahl des Oberbur- \ girmeifters und Beigeordneten. ■** •** Die Meldestelle für ben freimil« I ,gen Arbeitsdienst ist am Donnerstag, i Kl. Mai, geschlossen. •** Straßensperru n g. Wegen Ausführung i p.in Straßenbauarbeiten wird bie W 0 l f st r a ß e zwischen Kaiserallee und Licher Straße vom 22. Mai ab auf die Dauer von 4 Wochen für ^glichen F^hrzeugverkehr gesperrt. »** gin Verkehrsun all ereignete sich anj Jiii'ten Feiertag in der Nähe ber Wellersburg. Dort jichr das Auto eines Kaufmanns aus Marburg Mim Ausweichen vor einem Hund gegen einen kuurn, wobei der Autobesitzer und [ein Kind leichte Einlegungen erlitten, während bie ebenfalls im Engen sitzenbe Frau einen leichten Schock davon- t-j.g. Alle drei konnten nach erster ärztlicher Hilfeleistung in ber Chirurgischen Klinik nach Hause fahren. ** Kreiswertungssingen in Gießen. 2lrn nächsten Sonntag veranstaltet ber Sängerkreis Gießen, Gau XII im Deutschen Sängerbund, sein Kreiswertungssingen in Gießen. Das Singen findet ab 8.30 Uhr in der Turnhalle, in der Neuen Aula und im Caf6 Leib statt. Gegen 12.30 Uhr schließt sich eine öffentliche Kundgebung auf dem Landgraf- Philipp-Platz an. (Siehe heutige Anzeige.) Amtsgericht Gießen. Wegen Bettelns wurde ein schon mehrfach vor- beftrafter Mann zu einer Haststrafe von sechs Wochen verurteilt. Der Angeklagte beleidigte eine Hausfrau unb ein Hausmäbchen, als biefe ihm kein Mittagessen gaben. Da der heutige Staat für derartige Elemente keinen Raum hat und bestrebt ist, jedem Volksgenossen seinen Unterhalt zu geben, war auf bie obige Strafe zu erkennen. Ein Kaufmann aus Mainz erhielt einen Strafbefehl über 20 Mark. Der Angeklagte schlachtete in ©rüningen in einem Privathause, um bie Wurst in seinem Gewerbebetrieb zu verkaufen. Das Gericht erhöhte in Anbetracht seines hartnäckigen Leugnens, bas der Angeklagte bis zum Schluß an ben Tag legte, bie Strafe auf 12 0 Mark. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Neue Anregungen des Gießener Arbeitsamtsdirektors. Arn Donnerstag hatte die Hanbelskarnmer bie Betriebsführer unb der Kreisbetriebszellenleiter bie NSBO. -Obmänner in bas Haus ber Deutschen Arbeitsfront geloben, um einen Vortrag bes Arbeitsamtsdirektors, Reg.-Rat Dr. List, über weitere Schritte in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu hören. Dr. L i ft wies einleitend darauf hin, daß ■ in bem harten Kampfe Deutschlanbs um fein Lebensrecht eine möglichst, große Unabhängigkeit vom Auslanb erreicht werden müsse. Diese könne nur erreicht werden, wenn Deutschland sich möglichst unabhängig von der Einfuhr ausländischer Produkte halte unb sich bemühe, bas, was es brauche, im eigenen Lanbe zu gewinnen. 3n erster Linie komme es darauf an, die Landwirtschaft möglichst leistungsfähig zu machen. Deshalb sei im Augenblick nichts gefährlicher, als daß die Landwirtschaft zur Zeit nicht über genügend Arbeitskräfte verfüge. Wer gelernter landwirtschaftlicher Arbeiter sei, gehöre in die Landwirtschaft. Ein so hoch industriell entwickeltes Land wie Deutschland bleibe immer in gewissem Umfange auf den Export angewiesen. Es sei nötig, in bem harten Kampf um den Weltmarkt die Stellung Deutschlands dadurch zu halten und zu verstärken, daß wir den großen Vorzug, der in ber Vorrangstellung bes deutschen Arbeiters liege, stärken. Es komme darauf an, eine junge Generation heranzuziehen, die in Pflichttreue, Sorgsamkeit, Fleiß und Kameradschaftlichkeit bie Jugenb jedes anderen Landes übertreffe unb gelernt habe, ihr eigenes „Ich" hinter bas Wohl bes Ganzen zurückzustellen. In ber Vorkriegszeit habe bie allgemeine Wehr- bienftpflicht einen Teil biefer Aufgaben übernommen, heute werden diese Ausgaben neben den Wehrverbänden hauptsächlich vom freiwilligen Arbeitsdienst getragen. Wer freut sich nicht, wenn er die braunen Gestalten der Arbeitsdienstwilligen im Straßenbild sieht und an Haltung, Aussehen, Benehmen feststellen muß, welche Erziehung sie genossen haben! Die jetzt im Arbeitsdienst befindlichen jungen Leute haben sich freiwillig zur Verfügung gestellt. Sie haben dafür für diesen Entschluß von ihren Arbeits- fameraben viel Spott einstecken müssen. „Der 25-Pfennig-Junge" war ein beliebtes Schimpfwort. Es besteht von Anfang kein Zweifel darüber, daß Deutschland die Arbeitsbienstpflicht einführt. Wenn aus außenpolitischen Gründen diese Pflicht noch nicht ausgesprochen wurde, so kann bas an ber Notwendigkeit bes Arbeitsbienstes für bie Gesamtheit und den einzelnen jungen Deutschen nichts ändern. Unsere Aufgabe ist es, diese Idee moralisch so zu festigen. daß es unmöglich ist, in Deutschland als vollwertiger Staatsbürger angesehen zu werden, wenn man nicht durch den Arbeitspah nachweist, daß man zu seinem Teil für das Ganze gearbeitet hat. Unerträglich wäre es, wenn diese Arbeitsdienst- willigen, die sich damals als Träger der Idee freiwillig zur Verfügung gestellt haben, ausgelacht wurden, nun zurückkämen nach getaner Pflicht und wieder zusehen müßten, wie die anderen jungen Leute, die nicht im Arbeitsdienst waren unb seinerzeit bie Freiwilligen verspotteten, auch heute roieber in Arbeit finb, während sie selber als Arbeitslose Zusehen dürfen. Eine solcye Feststellung wäre für Die Durchführung der Idee vernichtend. Es ist also unsere dringliche Pflicht, die Ar- beitsdlenstwilligen, die ein Jahr im Arbeitsdienst tätig waren, nach dem Ausscheiden wieder in ihre Berufe zu bringen. An die Betriebsführer und die Betriebszellenobleute richtete der Vortragende den dringenden Appell, dafür zu sorgen, daß die jungen Arbeiter und Angestellten unter 25 Jahre zum Eintritt in den FAD. veranlaßt werden. Ihre Stelle wird durch ausgeschiedene FAD-Leute und durch alte Kämpfer beseht werden. Er kündigte von sich aus an, daß er dafür sorge, daß in seinem Arbettsamtsbezirk grundsätzlich lebige Menschen unter 25 Jahren auf Vermittlung einer Arbeitsstelle nur rechnen können, wenn sie sich einreihen in das große Heer, das für Deutschlands Wiederaufstieg kämpfe. Der Redner benutzte noch die Gelegenheit, die Anwesenden darauf hinzuweisen, daß bie Angestell ° ten-Berufsgruppe sich auch nicht annähernd in der gleichen Schnelligkeit und Dem gleichen Umfange erhole, wie die übrigen Berufsgruppen. Es scheine ihm an der Zeit, daß die einzelnen Betriebe die Angestelltenschaft verstärkten, um durch Pflege der Kundschaft, Verstärkung des Außendienstes usw. zu ihrem Teil dazu beizutragen, daß die Belebung der Wirt- schaflskonjunktur sich weiter ausgestaltet. Ueberall im Lande gebe es noch genügend Leute, bie in dem großen Geschehen nichts dringlicher hätten, als zu ihrem Teil burch kleinliches Kritisieren zu beweisen, wie wichtig ihre Persönlichkeit sei. Diese sind im allgemeinen Schwung mitzureißen unb zu veranlassen, das ihrige durch Vergebung von Arbeiten zum Wiederaufbau beizutragen. 239 Kilometer Gegelslug. Eine neue Grotzleistung des Darmstädter Segelfliegers Hans Fischer. Der bekannte Segelflieger Hans Fischer der Akademischen Segelfliegergruppe Darmstadt, ber in ben letzten Tagen durch verschiedene Fern-Segel- flüge — darunter einem Flug mit vorbestimmtem Ziel von 120 Kilometer — erneut von sich reden machte, flog am Pfingstsonntag auf bem Segelflug- zeug „Windspiel", der bewährten Konstruktion der „Akaflieg" Darmstadt, von Darmstadt nach Weimar. Diese (Entfernung von 239 Kilometer stellt die bisherige Höchstleistung bes Segelflugjahres 1934 dar. V. Reichs-Modell-Gegelslug- Wettbewerb an den Pfingsttagen in der Rhön. Der V. Reichs-Modell-Segelflugwettbewerb, verbunden mit einem Sungfliegertreffen, übte an den Pfingsttagen auf der Wasserkuppe in der Rhön eine "starke Anziehungskraft aus. 600 Modellbauer des Deutschen Lustsport-Derbandes und der Hitler- Jungfliegerscharen waren mit 700 Modellen zum Wettbewerb angetreten. 15 000 Zuschauer wohnten der interessanten Veranstaltung bei. Nach feierlicher Flaggenhissung und nach einer Prüfung der Modelle begannen die Starts. Dank der glänzenden Organisation konnten an beiden Tagen 3000 Starts durchgeführt werden. Trotz des böigen, starken Windes kam dabei ein recht guter Durchschnitt heraus, der wieder in baulicher Hinsicht einen schönen Beweis von dem Forschungsdrang unserer Jugend vermittelte. Im Rahmen einer Heldengedenkfeier am Fliegerdenkmal sprachen Ritter von Schleich und Ministerialrat Geyer. Am zweiten Wettbewerbstag wurden ausschließlich Hochstarts durchgeführt, die aber bei dem starken Wind nur wenige gute Resultate lieferten. Die von Professor Dr. G e 0 r g i i • Darmstadt vorgenommene Preisverteilung schloß den Wettbewerb ab. Den Ehren- und Wanderpreis des Deutschen Luftsport-Verbandes für die beste Gesamtleistung erhielt Günther M a r t h - Berlin für feinen neuen Deutschen Rekord von 12,35 Min. Dauer und 4000 Meter Strecke. Der Ehrenpreis des Reichsjugendführers von Schirach fiel an Hans Knits-Fulda, Weitere Preise erhielten in der Klasse A Vieregge - Bad Ulezen für die Dauer, Hans Knits-Fulda für die Strecke, in der Klaffe A I Günther Marth-Berlin für die Dauer, Hempel- Jena für die Strecke, in der Klaffe B- Senioren Lammermeyr- Fulda für eine Dauer von 8:53 Min. (durch Fernbeobachter wurde sogar eine Dauer von 13,30 Min. festgestellt) unb (Tollet- Mannheim für bie Strecke. Deutsche Hochschul-Handbatt- meisterschast. Breslau siegt in der Zwischenrunde. In ber Zwischenrunde ber Spiele um bie Deutsche Handball-Meisterschaft - der Hochschulen schlug am Pfingstsamstag in Danzig die Mannschaft der Universität Breslau die Technische Hochschule Danzig überlegen mit 13:5 (5:2). Deutsche Leichtathleten siegen in Bologna. München gewinnt den Städtekampf mit 63 : 51 Punkten. Im prachtvollen Littoriale-Stadion zu Bologna kam es am Pfingstsonntag zum ersten Leichtathletik- Städtekampf Bologna — München. Der Kampf gestaltete sich zu einem großen (Erfolg für die Bayern. Die Münchener übertrafen bie auf sie gesetzten Erwartungen, sie siegten im Gesamtergebnis glatt mit 63:51 Punkten. Ausschlaggebenb waren vor allem die Siege unserer Landsleute in ben Staffeln. Schon beim Aufmarsch würben die Deutschen von den 8000 Zuschauern, die sich trotz der großen Hitze eingefunoen hatten, sehr herzlich begrüßt, unb stark war auch zum Schluß ber Beifall, als die Münchener siegreiche Mannschaft noch einmal marschierte. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Hoffmann-München 11.2 Sek., 2. Gonelli-Bologna 11.3 Sek., 3. Hofbauer-München, 4. Mattioni-Bologna. 4 0 0 Meter: 1. Badiali-B. 51.3 Sek., 2. Mayr- M. 52.0 Sek., 3. Weiß-M. 52.2 Sek., 4. Marini-B. 1500 Meter: 1. Stabler-M. 4:03.3 Min., 2. Gordoni-B. Handbreite zurück, 3. Hein-M. 4:09.9 Min., 4. Nenetti-B. 5 0 0 0 Meter: 1. Furia-B. 15:48.0 Min., 2. Dftertag 50 Meter zurück, 3. Schauer-M. wei- tere 80 Meter zurück, 4. Bacgi-B. Kugel stoßen: 1. Vogel-M. 13.93 Meter, 2. Kulzer-M. 13.80 Meter, 3. Bononcini-B. 13.50 Meter, 4. Biancana-B. 12.76 Meter. Diskuswerfen: 1. Oberweger-B. 46.00 Meter, 2. Würfelsdobler-M. 43.98 Meter, 3. Bo- noncini-B. 43.50 Meter, 4. Vogl-M. 35.84 Meter. Hammerwerfen: 1. Vandelli-B. 47.40 Meter, 2. Poggioli-B. 46.41 Meter. 3. Mayr-M. 44.28 Meter, Kurz-M. 42.99 Meter. Weitsprung: 1. Lipfert°M. 6.65 Meter, 2. Würfelsdobler-M. 6.59 Meter, 3. Tornani-B. 6.49 Meter, 4. Cardella-B. 6.45 Meter. Hochsprung: 1. Botti-B. 1.85 Meter, 2. En- dres-M. 1.85 Meter, 3. Degli-B. 1.80 Meter, 4. Lipfert-M. 1.65 Meter. 4 mal 100 Meter: 1. München 43.9 Sek., 2. Bologna 44.4 Sek. 4 mal 4 0 0 Meter: 1. München 3:25.3 Min., 2. Bologna, weit zurück. Süd schlägt West. Westdeutschland in Saarbrücken mit 3:0 (1:0) geschlagen. Das Repräsentattv-Treffen zwischen Süd- unb Westdeutschland in Saarbrücken erfreute sich mit 5000 Zuschauern eines recht guten Besuches, wenn man berücksichtigt, baß gerade am ersten Pfingst- feiertage Tausende und Abertausende von Saarländern sich im Reiche aufhielten. Die süddeutsche Elf siegte unerwartet glatt und verdient. Nur in den ersten Spielphasen vermochten bie Westbeutschen den Ton anzugeben, denn bald fand sich der Süden gut zusammen und konnte nach vorübergehendem offenen Feldspiel den Kampf überlegen gestalten. Den Ausschlag hierbei gab die bessere süddeutsche Läuferreihe, in ber vor allem Kiefer sehr gut war. Auch an ber Verteibigung war kaum etwas auszusetzen. Grebe würbe als Sturmführer feiner Aufgabe vollkommen gerecht, während die Außenleute durch ihre außerordentliche Schnelligkeit dem Gegner schwer zu schaffen machten. Wenzelburger erwies sich als sehr schuß- gewaltig. Im großen und ganzen hinterließ das Spiel Der Süddeutschen einen guten Eindruck. Buchloh, ber Torwart ber Westbeutschen, tat fein bestes, fanb aber nicht immer bie nötige Unterstützung seiner beiben Vorberleute, bie zeitweise bedenkliche Schwächen aufwiesen. Die Läuferreihe zeigte ebenfalls keine überragende Leistungen, während bie Stürmer nie ben richtigen Kontakt fanben. Frankfurter Leichtathletik-Sieg. Hessen-Preußen Kassel von 3(5. Frankfurt im Llubkampf mit 140,5:118,5 Punkten geschlagen. Zwei ber führenben Leichtathletik-Vereine Süd» westbeutschlanbs, Hessen-Preußen Kassel unb ber IG. • Sportverein Frankfurt trafen am ersten Pfingsttag auf ber Kasseler Hessenkarnpfbahn in einem Clubkampf erneut zusammen. Die Frankfurter konnten biesmal für ihre Nieberlage in der ersten Begegnung Revanche nehmen. Ausschlag- aebenb für den Erfolg waren die besseren Durchschnittsleistungen, sowie die große Ueberlegenheit bei ben Jugenblichen unb bei Den Damen. Im Gesamtergebnis siegten bie Frankfurter mit 140,5 zu 118,5 Punkten. Oer Olympiakursus der Wasserballer. Die Probespiele am Pfingstsonntag. Der Deutsche Schwirnm-Verbanb hatte am Pfingstsonntag feine Wasserball-Nationalmannschaft, sowie verschiedene gute Kräfte des Nachwuchses, im Frankfurter Stadion zu einem Training und einigen Probespielen zusammengezogen. Nach einem 400- Meter-Crawlschwimmen für alle Spieler, das aber nicht aeroertet wurde, schlua zunächst die Nationalmannschaft eine Auswahl des Bezirks III im Gau Südwest ganz überlegen mit -12:2 (8:0). Die Nationalmannschaft, die recht gute Leistungen zeigte, trat dabei in der folgenden Aufstellung an: Heinrichs (Hellas, Magdeburg); Dr. Schürger (Bayern, Nürnberg); Amann (Hellas, Magdeburg); Lemp (Nürnberg); Ake Rademacher (Hellas, Magdeburg); Schwartz (Poseidon, Köln); Schulze (Magdeburg 96). (Eine National-B-Mannschaft, die sich aus Magdeburgern Nachwuchsspielern, sowie aus den beiden Ludwigsburgern Schraag und Kleis zusammensetzte, fertigte eine DT.-Mannschaft des Gaues Südwest mit 9:3 (5:0) ab. — Den Abschluß bildete ein Spiel zwischen der A- und der B-Mannschaft. Hier waren die älteren Nationalspieler doch noch klar überlegen, sie fertigten ben Nachwuchs hoch mit 7:1 (4:0) ab. Die Spiele in Darmstadt und Frankfurt am zweiten Tag. Der Olympia-Vorbereitungskursus ber 18 Nationalspieler im Wasserball wurde am zweiten Pfingsttag am Vormittag in Darmftabt und am Nachmittag wieder in Frankfurt fortgesetzt und beendet. In Darmstadt gab es vor 1000 Zuschauern zwei Spiele. Die A-Nationalmannschaft schlug eine Darmstädter A-Auswahl 12:4 (5:3), während die B-Nationalmannschaft die Darmstädter B-Auswahl mit 10:1 (4:0) besiegte. Die Nachmittagsspiele im Frankfurter Stadion brachten vor 800 Zuschauern knappere Resultate. (Einmal zeigten sich bei den Nationalspielern all- mählich Ermüdungserscheinungen und dann kannten sich nun die Gegner auch schon besser aus. Die National-A-Mannschaft besiegte eine Turnermannschaft des Bezirks III im Gau Südwest mit 8:2 (4:1), während die B-Nationalmannschaft über eine DSV.-Mannschaft bes Bezirks III im Gau Südwest mit 6:2 (3:0) siegte. Zum Schluß trat in einer verkürzten Spielzeit bie A-Nationalmannschaft gegen die B-Auswahl an und siegte mit 6:3 (2:0). — Ein 100-Meter-Crawl-Einlagescywimmen, an dem auch alle Wasserballspieler teilnahmen, wurde im Endlauf von Schwartz (Köln) in 1:03,2 Min. vor Maus (Offenbach) 1:03,3 Min. und Lorey (Wiesbaden) 1:04 Min. gewonnen. Or. peltzer siegt in Münster (Hessen). In bem Dorfe Münster bei Dieburg in Hessen veranstalteten unternehmungslustige Sportsleute am zweiten Pfingsttag ein Leichtathletikfest, zu bem man neben Athleten aus Frankfurt, Offenbach unb Darmstadt auch Dr. Peltzer eingeladen hatte. Die Anwesenheit des berühmten Läufers brachte das ganze Dorf auf die Beine und auf ben Sportplatz. Obwohl die nur 300 m lange und sehr schmale Rundbahn gerade keine ideale Laufbahn darstellte, aeroann Dr. Peltzer den 800-m-Ein- ladungslauf doch in schönem Stil und verhalten in 2 :06 Min. vor Blind- SV. 98 Darmstadt 2 : 08,7 Min. und Kaufmann- Post-SD. Frankfurt 2:14 Min. Bahnstaffeltag zum Gedächtnis an Leo Schlageter und Hanns Braun. Am 2 7. Mai führen die Kreise und Gaue des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Stafsel- w e 11 f ä m p f e zum Gedächtnis an unseren Freiheitshelden L e 0 Schlageter durch. Verbunden sind die Wettkämpfe mit dem Gedenken an unvergeßliche Sportleute, wie Hanns Braun, bie ihr Leben für die Heimat ließen. Tatenfrohe Jugend, geeint für die Zukunft unseres Reiches, wirb NIVEA Pf. 7033 mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. Vizekanzler von Papen in Alsfeld Vizekanzler v. Papen schreitet die Front der SA. ab. Geschäft-UebernahniQ Modehaus Blach&(o Marburg-L, Neustadt 27 München, Stettin, den 19. Mai 1934 WJ MÄ MM e'mseweichd! Mit dem heutigen Tage übernehmen wir das bisher unter der Firma E. Baum Wwe. Inhaber M.& J. Leyser geführte Langjährige erfolgreiche Tätigkeit in ersten Häusern verbürgt, daß wir allen Wünschen gerecht werden können. Es wird unser Bestreben sein, stets alle Mode-Neuheiten in vornehmem, solidem Geschmack zu zeitgemäßen Preisen zu bringen. Sp6zlalqp«häft für Damenkonfektion und Putz Das Hilfswerk „Mutter uno Kmd rüst Dich, trage das seidene Sammelabzeichen der NSV. Wolfgang Schmidt, Forstaffessor Toni Schmidt, geb. Cramer Vermahlte Meldungen möglichst umgehend an Kfeisleicht- athlctikwart R i ch t b e r g, Gießen, Muhlstraße 32. Genauer Zeitpunkt und Ort werden noch bekanntgegeben. Startberechtigt ist jeder, der in der betr. Üebung noch nicht weiter hervorgetreten ist. BfB.-Reichsbahn Gießen. Leichtathletik. Laut Mitgliederbeschluß vom 14. Mai hat sich der Olympische Sport-Club (OSC.) G i e ß en als Leichtathletik-Abteilung dem VfB. Reichsbahn angeschlossen. sträucher, Dahlien und Tomaten haben stark gellt- ten, selbst wenn sie zugedeckt waren. Dagegen hat der Frost den jungen Obstfrüchten, die schon recht gut entwickelt sind, nicht geschadet. Von der Krersverwaltung in Wetzlar. Dom Landratsamt Wetzlar wird uns olgendes mitgeteilt: Hinsichtlich der Regelung des Eiermarktes wird darauf hingewiesen, daß der Verkauf von Eiern durch den Hühnerhalter, seine Angehörigen, Angestellte oder von ihm Beauftragte an solche Aufkäufer verboten ist, die nicht im Besitze eines Ausweises der Kennzeichnungsstelle bzw. Sammelstelle oder des Bezirksbeauftragten sind, und daß der Aufkauf von Eiern nur solchen Aufkäaufern erlaubt wird, die im Besitze eines Ausweises der genannten Stellen sind.'Anfragen in Sachen der neuen Eierbewirtschaftung sind an den stellv. Bezirksbeauftragten für die Eierbewirtschaftung in Hessen, Frankfurt a. M., Hermann-Göring-Ufer 31, Fernsprecher 33 424, zu richten. Außerdem gibt die Bezirkseiersammelstelle in Wetzlar (Bauernschafts- haus), Fernsprecher 2445, bereitwilligst Auskunft. Dem Bezirk des für die Gemeinden der ehemaligen Aemter Krofdorf, Hohensolms, Ehringshausen und Groß-Rechtenbach sowie den Stadtbezirk Wetz- lar zuständigen Sachverständigen für die Bierdruckvorrichtungen Alfred Grell in Wetzlar, Fischmarkt 12, sind die Gemeinden Hermannstein, Naunheim, Waldgirmes, Rodheim, Königsberg, Fellingshausen, Frankenbach und Crumbach angegliedert worden. Ebenso ist der Bezirk des auf dem gleichen Arbeitsgebiet für die Gemeinden der früheren Aemter Ulm, Braunfels und Schmalbach anerkannten Sachverständigen Karl Hermes in Braunfels um die Gemeinden Brandoberndorf, Hafselborn, Cleeberg, Weiperfelden und Espa er- weitert worden. Die Befugnisse der bisher in den genannten Orten zuständigen Bierdrucksachverständigen sind erloschen. BriefTaften her Jtcöaffion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £). B., Gießen. Bei einer Ihnen eigentümlich gehörenden Lichtanlage, die nicht an eine öffentliche Leitung angeschlossen ist, dürfen Sie Reparaturen usw. selbst vornehmen. Es muß aber darauf hin- , gewiesen werden, daß Sie, wenn irgend ein Scha- ■ den für Dritte entsteht, unter Umständen bei Dor- . • liegen der gesetzlichen Voraussetzungen der Fahr- i lässigkeit usw. für diese Schäden haftbar sind, i Glühbirnen, die dauernd mit einer geringeren als ■ der vorgeschriebenen Spannung brennen, halten • länger. __________________ Korb Kroiewah*» Vorbeimarsch der Arbeitsdienstabteilungen vor dem Vizekanzler. Oberheffen. wenn mit Heiiko Henkers Wasch-und Bleich-Soda zu Tausenden im Staffellauf, als einem Symbol gemeinsamen Kampfes und gemeinsamen Sieges, demonstrieren. Sic wird dadurch bekunden, daß das schönste Vermächtnis unserer Toten ist, sich gleich ihnen stets kampfesstark und einsatzbereit zu halten. Leo Schlageter — Held der ganzen Nation, sein Leben bewußt dem Daterlande opfernd. Wissend, daß jein Opfer die Tore der Zukunft unserer Jugend öffnet. Hanns Braun — ein Vorbild unseres Sportes. Meister der Aschenbahn und meisterlich als Mensch. Zog als Freiwilliger hinaus und fiel für uns. „Im freien herrlichen Luftmatch", wie er den Fliegerkampj selbst nannte. Wir senken die Fahnen vor unseren Großen. Wir eifern ihnen nach, wir kämpfen und siegen für sie. Verbunden mit den Schlageter-Gedächtnisstaffeln wird in Gießen die Suche nach dem unbekannten Mittelstreckler (500 Meter, 1000 Meter, 1500 Meter) und Werfer (Kugelstoßen, Steinstoßen, Diskus- und Speerwerfen). Ebenfalls kommt Weitsprung zum Austrag. E r ö f t n u n g: Mittwochen 23. Mai Sängerkreis Giehen, Gau MI DSB. Sonntag, den 27. Mal 1934, ab 8.30 Uhr BeiswertünWeDMefM in der Turnhalle am Oswaldsgarten, in der Neuen Aula der Universität und im Caf6 Leib. Gegen 12.30 Uhr öffentliche Kundgebung auf dem Landgraf-Philipp-Platz. Programme zu 30 Pf. sind bei Herrn Challler, Neuenweg, sowie am Tage der Veranstaltung in den einzelnen Lokalen zu haben. Oie 53. Hauptversammlung des BHC | ± Gedern, 22. Mai. Zu der am 26. und 27. \ Mai hier stattsindenden 5 3. fiauptverjamm- , luna des Vogelsberger fiohenclubs (93.fi 5.) haben sowohl der Reichsfuhrer des Reichsverbands deutscher Gebirgs- und Wandervereine, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. W e r- ner, Darmstadt, als auch Ministerialrat Rlngs- hausen ihr Erscheinen zugesaat Beede sind seit vielen Jahren Mitglieder des V. H. C. Pros- Dr. Werner wird die Weihe der von den B. H. C.° Schwestern des Gesamtvereins gestifteten n e u e n iBundesfahne vornehmen. Auch werden tn Gedern die fleißigen Werber der Zweigvereme ausgezeichnet. 1’anDtreiö Metzen <¥ Lollar, 20. Mai. Dieser Tage hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr eine Hebung ab. Nach Beendigung versammelte sich die Wehr im Vereinslokal, wo Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier einige Kameraden auszeichnete. Die I Auszeichnung für 40 Jahre erhielt Kamerad Ludwig Geißler, die für 25 Jahre die Kame- I raden Heinrich Rohrbach VIII. und Wilhelm Diehl. Die Feuerwehrkapelle half durch gut gespielte Musikstücke die Feier wesentlich verschonen. I Bürgermeister Wagner schloß nach einer kurzen Ansprache mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Dolkskanzler die Feier Die Kapelle spielte das Deutschlandlied, das begeistert mitgesungen wurde. Z Burkhardsfelden,20. Mai. Am Mittwochabend fand hier ein Werbevortrag des Reichsluftschutzbundes statt. Erschienen waren zahlreiche Ortseinwohner von Burkhardsfelden und Oppenrod. Für die erweiterte Ortsgruppe Alten-Bufeck, der auch die beiden genannten Orte angehören, sprach der Ortsgruppenletter des RLB. Dr. Haas (Alten-Bufeck). Die Ausführungen des Redners über die Luftlage Deutschlands, die Luftrüstungen unserer Nachbarstaaten, die Eigentümlichkeiten und großen Gefahren eines Luftangriffs, besonders für ein wehrloses Volk, I fanden aufmerksame Zuhörer. Der Aufforderung, dem Reichsluftschutzbund beizutreten, folgten zahb I reiche Ortseinwohner. Es ist zu hoffen, daß auch bei uns der Luftschutzgedanke immer weitere Beiachtung findet. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, |21. Mai. Die ziemlich starken Nachtfröste der vergangenen Tage habe großen Schaden angerichtet. Auf den tiefer gelegenen Aeckern und tn den Gärten sind fast alle Frühkartoffeln, die schon mitten in der Entwicklung standen, ebenso die Bohnen und Gurken, erfroren. Auch die Beeren- Dizekanzler v. P a p en wird von dem Bürgermeister der Stadt Alsfeld, Dr. V ö l s i n 6' mit einer Ansprache begrüßt. Rechts der Dizekanzler, in der Mitte gegenüber Bürgermeister Dr. Volstng. Ihre Geschäfts- I Drucksachen 1 •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich | die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, I wie man Briefbogen, 1 Brief umschl&ge, Postkarten, Rechnungen, Beechäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I BrUhl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 luilllllllllllllllllllllllllll -