Montag, 20. August 1954 184. Jahrgang Nr. 195 Erster Blatt Druck und Verlag: vrühl'sche UniorrsitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Si-tzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraher Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8>/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breits 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger L>atz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Eelegenheitsanzei» gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das Ja des Volkes. Deutschland bekennt sich mit »er »olkaabstimmung vom 19. August in -in»rncksv°»-e Seschloffenh-ü zn seinem Führer Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: firanffurt am Main Hb86 Der Sieg der Treue Zu dem Ergebnis der Volksabstimmung -reibt der H a u p t s ch r i f t l e i t e r im Am l^!f L « feine. « abgaL ««nifter 3 201 623 45 473 635 38 362 760 4 294 654 42 657 414 872 296 43 529 710 Insgesamt......................... Ja-Stimmen....................... Ilein-Etimmen..................... Zusammen........................ Üngültige Stimmen------------------ Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen Das Ergebnis. Don Astred Zngemar Berndt. stimmte von feinem Gut Leinfelden in Württemberg aus ab. Der Reichsverkehrs- und Postmimster Freiherr von Eltz-Rübenach, der sich zur Zeit auf der Insel Juist aufhält, ging dort zur Wahl, während Reichserziehungsminister R u st, der im Anschluß an seine Wahlreise einen kurzen Erholungsurlaub angetraten hat, in der Provinz abstimmte. Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der augenblicklich die Geschäfte des erkrankten Reichs- wirtschaftsminifters Dr. Schmitt führt, weilte auf seinem Gute Gühlen in der Nähe von Rheinsberg, Nie Wahlbeteiligung beträgt 95,7 v. £». Don den abgegebenen Stimmen entfallen 89,9 v. H. auf Ia-Stimmen, 10,1 v. £>. auf Nein-Stimmen. ihnen werden sich hunderttausende von Volksge-! noffen aus dem ganzen Deutschen Reiche, vor allem alle deutschen Saarvereine gesellen. Schon heute steht es fest, daß mehr als 400 000 Personen nach Koblenz kommen werden, um den Führer bei der großen Saar-Treuekundgebung zu sehen und zu hören. Auch an euch Volksgenossen aus dem Gau Hessen-Nassau ergeht der Ruf des Führers! Wie immer wird Hessen-Nassau seine Treue beweisen und zum 26. August Jehntausende seiner Volksgenossen zur Saar-Treuekund- gebung nach Koblenz entsenden. Der Führer ruft! Wir folgen! gez. Sprenger. Treue dem Führer - Treue der Saar! Ein Aufruf des Reichsstatthalters zur Saarkundgebung am 26. August. Das vorläufige amtliche Abstimmungsergebnis Berlin, 20. August (D7iB). Auf Grund der noch nachträglich eingelaufenen Wahlergebnisse veröffentlicht der Reichswahlleiter um 3.15 Uhr früh folgendes vorläufiges Endergebnis der Volksbefragung: schreibt der S) a u p t f cf) r i f 11 e 11 e r i m Deutschen Nachrichtenbüro Alfred Jngemar Berndt in der Korrespondenz „Thema der Woche" u. a.: Nunmehr liegt das vorläufige Endergebnis der Volksabstimmung vom 19. August vor. Die es Er- qebnis zeigt ein überwältigendes und geschlossenes Bekenntnis der Nation zu ihrem Führer Adolf Hitler, ein Bekenntnis, wie es wohl in dieser Form noch kein Mann in der Welt von einem Volk erhalten hat. Die Volksabstimmung vom 19. August hat alles in den Schatten gestellt, was auf diesem Gebiet bisher zu verzeichnen ist. lieber 95 v. H. der Wahlberechtigten haben sich an der Volksabstimmung beteiligt. 90 v. H. der Abstimmenden haben ich für Adolf Hitler entschieden und nur 10 v. H. zu seiner Frage „Nein" gesagt. Diese Nein- Sa q e r rekrutieren sich im wesentlichen aus jenen Kreisen, die zu allen Zeiten abseits standen, die zu keiner aufbauenden Arbeit fähig find, und deren Aktivität sich lediglich in Nörgeleien und zerstörender Kritik erschöpft. Wenn man die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise betrachtet, dann wird man auch feststellen können, daß dort, wo aus bestimmten Gründen der Rückgang der Arbeitslosigkeit prozentual mit dem in anderen Teilen des Reiches nicht Schritt halten konnte, die Zahl der Nein- Stimmen vielleicht etwas höher ist als anderswo. Man wird aber auch die sehr interessante Feststellung machen, daß in Provinzen und Bezirken, die der Segnungen des nationalsozialistischen Regimes besonders teilhaftig geworden sind, auch die Zahl der Nein-Stimmen ganz besonders niedrig ist Damit ist bewiesen, daß der Nationalsozialismus auch die Abseits stehenden allmählich durchLei st ungen gewonnen hat und überzeugt. Eine höhere Zahl von Nein-Stimmen haben nur einige Industrie- und Hafenstädte, in erster Linie solche, deren Wirtschaftsorganismus vom Außenhandel und der Exportindustrie abhängig ist. Es ist schwer, passende Vergleichszahlen für die Volksabstimmung vom 19. August heranzuziehen, weil jede der in den lebten Jahren in Deutschland durchgeführten Wahlen andere Grundlagen hatte. Die Volksabstimmung vom 12 November 1933 war rein außenpolitischer Natur. Es war selbstverständlich, daß die Nation damals für den Frieden geschlossen I zusammenftand. Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 12. November bedeutete deshalb noch keine bedingungslose Zustimmung zum Nationalsozialismus und zum Werke des Führers. Eher konnte man schon das Ergebnis der Reichstagswahlen zum Vergleich heranziehen, Die gleichzeitig mit der Volksabstimmung vom 12. November stattfanden. Dabei muß man allerdings berück- sichtigen, daß auf der Reichstagswahllrste der NSDAP. 40 Personen standen, die der NSDAP, nicht angehörten, eigene Meinungen und eigene Programme vertraten und ihren Anhang ^m Volke zur Stimmabgabe für die Liste der NSDAP, veranlaßten. Die NSDAP, erhielt damals 39 665 224 Stimmen, von denen etwa 2,4 Millionen auf Die 40 Außenseiter entfielen. Die NSDAP, konnte also etwa 37,2 Millionen Stimmen für sich selbst Der- Zahl der Stimmberechtigten auf Grund der Stimmlisten 42272 012 Stimmberechtigte aus Grund von Stimmscheinen Wo die Minister wählten. B e r l i n, 19. Aug. (DNB.) Die Reichshauptstadt stand bereits in den frühen Margentun d e n im Zeichen der großen Volksbefragung. Schon von 6 Uhr an zogen di- Kolonnen der SA. und S)3. mit ihren Kapellen Ssnelmannszugen und Fanfarenbläsern durch die Straßen der Stadt, um auf Plätzen und an Straßenkreuzungen durch Sprechchöre die Volksgenoffen an ihre Wahlpflicht -u erinnern. Die Wahlhandlung wickelte sich allgemein ä u h e r ft d i f z i p l i n i e r t und r u h , g ab, fo daß niemand längere Zeit zu warten br$ö?hie kaum ein Abftimmungslokal war fo umlagert wie das Cafe Rudloff in der Kano- n i e r ft r a ß e, das fchon feit Jahren den in Berlin anwefenden Reichsministern zum Wahllokal dient. Kurz nach 8 Uhr erschien Reichsmmist-r Dr. Goebbels, mit stürmischen Hellrufen begrüßt. Am Abstimmungstage wurde die Reichskanzlei von einer ri« Kanzlei aus dankte, deren stürmische Ovationen der Führer von einem Fen,ter Umgeben von einigen ihn begleitenden SE.-Man- nein gab Der Reichsminister nach dem Aufruf seines Stimmscheines Nr. 16 den Briefumschlag ab. Mit einem dreifachen Sieg-Heil verabschiedeten sich der Wahlvorstand und die im Lokal anwesenden Volksgenossen vorn Minister. Die gleiche stürmische Begrüßung wurde auch dem Reichsinnenmlmster Dr. Frick zuteil, der in Begleitung seiner Gattin gegen 10.30 Uhr ebenfalls im Cafö Rudloff erschien und seine Stimme abgab. Der Stellvertreter des Führers, Am 19. August rief der Führer. Das ganze deutsche Volk nahm diesen Rus aus und ze^te der Wett, daß Adolf Hitler und Deutschland heute und für alle Zeiten eins md. Wieder ruft der Führer! Diesmal will er in einer Demonstration, wie sie Deutschland und die Welt noch nicht gesehen hat, zeigen, daß das Saarland deutsches Land und die Saarländer Deutsche sind. Am 26. August soll sich das ganze deutsche Volk in einer nie gesehenen Kundgebung auf e r Feste Ehrenbreitstein bei Koblenz zu seinem Saarland bekennen. Zehntausende und aber Zehnlausende unserer saardeulschen Volksgenossen werden an diesem Tag nach Koblenz kommen. Zu Der ©taube, der Berge versetzt, hat auch den 1 Sieg des gestrigen Wahlsonntags zustandegebracht. Der Ruf, der am Freitag von Hamburg aus durch alle deutschen Gaue ging, fand einen gewaltigen Widerhall. Das Bekenntnis des Führers, daß fein ganzes Leben nur der Gedanke an Deutschland beherrsche, verwandelte sich in einen millionenfachen Ruf des deutschen Volkes: Unsere Sache heißt Deutschland, Deutschland heißt Hitler. Die innere Teilnahme, mit der das deutsche Volk seit dem Tage der nationalsozialistischen Erhebung alle Maßnahmen der Regierung Adolf Hitlers begleitete, ist aufs neue in einer gewaltigen Kuno- gebung bestätigt worden. Denn die Zustimmung zu dem Gesetz über die Vereinigung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem Reichskanzler in der Person Adolf Hitlers, die in dem Bekenntnis der Volksabstimmung vom 19. August 1934 zum Ausdruck kommt, ist mehr als nur der Beifall zu dieser oder jener innen- oder außenpolitischen Maßnahme geworden; es ist vielmehr der vollgültige und unumstrittene Beweis dafür erbracht worden daß das deutsche Volk bewußt und stolz sich zu dem von Adolf Hitler geschaffenen F ü h r e r st a a t bekannte. Wohl niemals ist einem Staatsoberhaupt eine herzlichere Huldigung dargebracht worden als am gestrigen Wahlsonntag in den Städten und Dörfern des Deutschen Reiches. Es ist ja nicht nur die tote Zahl, die eindeutig der Welt den Sieg der Treue zum Führer und des Glaubens an Adolf Hitler vor Augen führt. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie in Stadt und Land sich das deutsche Volk zum Führer bekannte, die den gestrigen Tag zu einem einzigartigen Erlebnis machte. Man brauchte nur einmal durch die verschiedenen Wahllokale und die mit Fahnen geschmückten Straßen gegangen zu sein, um zu erkennen daß das „Ja au” der Tiefe der Volksseele gesprochen wurde Deutschland hat eine freie und geheime Wahl hinter sich, niemand hat die wählenden Staatsbürger unter Druck gesetzt. Die Tatsache, daß auch eine Anzahl Nein-Stimmen abgegeben wurde, straft am wirksamsten die Hetze der Auslandpresse Lugen, daß bestraft würde oder bestraft werden konnte, wer in Deutschland nein sagt. Das neue Deutschland wird auch diese letzten Zweifler durch Leistungen bekehren und überwinden. Vor dem Minister-Wahllokal in der Kanonierstraße. Links: Gesandter von Papen, der von Wien nach Berlin eilte, um hier seiner AbMimnungspflicht zu - Rechts. Reichs- von -mien U 'Dr. Frick und ferne Gattin verlassen das Wahllokal. Wahlkreise Selbstverständlichkeit sein mußte. in: Das is in -en" heit geantwortet." Klaggen zu Ehren des Führers. B e r l l n. 20. Aug. (DRV.) Das Relchsminist e r l u m für Volksaufklärung und Propaganda kelll mit: Aus Anlaß des großen Sieges, den der Führer gestern durch die Volksabstimmung errungen hat. wird die Bevölkerung aufgefordert, auch noch am TNontag, dem 2 0. d. 211., zu flaggen. Der Reichsmini st er des Innern hat folgendes angeordnet: „Aus Anlaß des überwältigenden Treuebekenntnisses des deutschen Volkes zum Führer und Reichskanzler Adolf Hitler flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen auch am TNontag, dem 2 0. August. 1. Ostpreußen 2. Berlin 3. Potsdam II 4. Potsdam I 5. Frankfurt (Oder) 6. Pommern 7. Breslau 8. Liegnitz 9. Oppeln 10. Magdeburg 11. Merseburg 12. Thüringen 13. Schleswig-Holst.. 14. Weser-Ems 15. Osthannover.... 16. Südhannover- Braunschweig . 17. Westfalen-Nord . 18. Westfalen-Süd .. 19. Hessen-Nassau... 20. Köln-Aachen.... 21. Koblenz-Trier... 22. Düsseldorf-Ost .. 23. Düsseldorf-West. 24. Oberbayern- Schwaben.... 25. Niederbayern ... 26. Franken 27. Pfalz 28. Dresden-Bautzen 29. Leipzig 30. Chemnitz-Zwickau 31. Württemberg ... 32. Baden 33. Hessen-Darmstadt 34. Hamburg 35. Mecklenburg .... der der Partei waren und teilweise eigene und selbständige Programme früher vertreten hatten. Diese 40 Abgeordneten vereinigten etwa 2,5 Millionen Stimmen auf sich, die bei einem Vergleich der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen. Erste preffestimmen der Reichshauptstadt. Alfred Rosenberg: »Ein Ruhmestag der nationalsozialistischen Bewegung.- Die Einigkeit Deutschlands unumstößliche Tatsache." Berlin, 20. August (DNB.) Zum Ergebnis der Volksabstimmung am 19. August schreibt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz (NSK.): Das Ergebnis der heutigen Volksabstimmung ist ein überwältigendes Vertrauensbekenntnis des deutschen Volkes zu seinem Führer Adolf Hitler. 90 v. H. der deutschen Nation hat sich vorbehaltlos hinter einen einzigen Mann gestellt. Die Geschichte kennt bisher kein Beispiel einer solchen Dertrauenskund- gebung eines Volkes zu seinem Staatsoberhaupt. Die gewaltige Größe dieses Sieges wird man allein chon daraus ermessen, daß Adolf Hitler mehr als das Doppelte der Stimmzahl erhielt, als sie bei der letzten Reichspräsidentenwahl Reichspräsident von Hindenburg auf sich vereinigte. In völliger Freiheit hat das Volk abgestimmt und seinen Willen kundgetan. Wenn man bedenkt, daß die Nein-Stimmen, die die Ueberreste der früheren millionenfachen Zahl der Gegner der nationalsozialistischen Bewegung aus allen Lagern darstellen, heute zusammengenommen nicht einmal mehr 10 v. H. der abgegebenen Stimmen ausmachen gegenüber der imponierenden einheitlichen Willenskundgebung von fast 40 Millionen für den Führer, dann erkennt man, was dieser 19. August für das Einigungswerk der deutschen Nation bedeutet. Es ist nicht möglich, mit dieser einzigartigen Abstimmungskundgebung für die Persönlichkeit des Führers etwa die letzte Volksabstimmung vergleichen zu wollen. Damals wurde das Volk zur Abstimmung über eine bestimmte außenpolitische Frage, den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, aufgerufen, zu Gesamt-Ergebnis Anmerkung: Als Vergleichziffer zur Volksabstimmung vom 19. August ist das Ergebnis der Reichstaaswahlen vom 12. November 1933 eingesetzt worden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß seinerzeit 40 Abgeordnete auf der Liste der NSDAP, standen, die nicht M i t g l i e - Vegeisterte Huldigungen für den Führer Tausende harren auch im Gewitterregen bis in die Rächt hinein in der Wilhelmstraße aus. ’ber Hoffnung auf das Medererwachen der alten deutschen Zwietracht gegeben seien, die hätten jetzt die endgültige Antwort, die endgültige Abfuhr erhalten. Die Welt wisse jetzt, wem sie glauben und vertrauen dürfe. Noch niemals habe irgendeine Nation so völlig frei, so unbeeinflußt durch jeden Terror, so offen von der Regierung selbst über alle noch zu überwindenden Schwierigkeiten auf- geklärt, so begeistert und so voll unbeirrbarer Sicherheit, so ruyig und so selbstverständlich ihr Votum abgegeben. Die „M on 1 agspost" erklärt: „In einem Abstimmungsvorgang, der in seiner absoluten Ruhe, Ordnung und Geschlossenheit vorbildlich war, und der Erstaunen und Bewunderung bei den ausländischen Beobachtern heroorrief, hat das deutsche Volk auf die Frage, die der Führer und Reichskanzler seiner Entscheidung unterbreitet hat, m i t einem Ja von unüberbietbarer Klar- Das Bekenntnis zu Adolf Hitler Die RSK. zum Ergebnis der Volksabstimmung. „Wir wollen unfern Führer sehen!" Stürmische Kundgebungen vor der Reichskanzlei. Mittags vor der Reichskanzlei. Wie ein Sturmes- brausen klang das unaufhörliche Hell über den weiten Platz. Dann: Wir wollen unseren Führer sehen! — andere: Wir können nicht zum Wählen gehen, eh' wir nicht unfern Führer ehen! — Da schien es, als ob sich die Gardine am Fenster des Zimmers bewegte, Hände hoben sich: „Deutschland, Deutschland über alles" ertönt, aber — es war doch wohl eine Täuschung; das Fenster blieb verschlossen. Abermals fehlen die Sprechchöre ein: „Eins, zwei, drei, vier, fünf, bis zehn, wir wollen unfern Führer fehn! — Händeklatschen, Heil- rufe. Jmwer und immer wieder brausendes Heil im Wechsel mit Sprechchören und Gesang. kurz vor 12.30 Uhr aber plötzlich und unerwartet erscheint am Fenster im ersten Stock: der Führer! — Lin Sturm nicht endenwollender Begeisterung bricht los. Donnernd klingen die Heilrufe zum Fenster hinauf. Immer und immer wieder winkt der Führer. TNachtvoll klangen das Deutschlandlied und das Horfl-Tvesfel-Lied über den Platz. Der Führer dankte ergriffen seinen Volksgenossen für die Huldigungen, kaum waren die Fenster wieder geschlossen, da brachen die Heilrufe von neuem los. Gegen 15.30 Uhr zeigte sich der Führer und mit ihm Reichs- minifter Dr. Goebbels erneut am Fenster. Einige Frauen, denen es gelungen war. bis In die vordersten Reihen vorzudrlngen. streckten dem Führer große Blumensträuße entgegen. Durch eine Handbewegung forderte der Führer die Frauen auf. die Reichskanzlei zu betreten, um ihre Blumen überreichen zu können. Voll Stolz betraten sie die stillen Räume der Reichs- Treuebekenntnis des Deutschtums in Rio de Janeiro. Rio de Janeiro, 20. Aug. (DNB.-Funkspr.) Die deutsche Kolonie veranstaltete im überfüllten Germania-Vereinshaus eine Treuekundgebung, wo. hin auch die Abstimmungsergebnisse übertragen wurden. Jedes neue Ergebnis wurde mit ungeheurem Jubel begrüßt. Dem Führer wurde eine Treuebotschaft zugesandt, in der es heißt: „Das gesamte Deutschtum in Rio de Janeiro sagt geschlossen: I a!" In Regensburg ereignete sich am Abstim- mungstag ein ergreifender Vorfall. Eine itn Sterben liegende Frau verlangte noch ihre Stimme abgeben zu können. Sie machte von ihrem Wahlrecht Gebrauch; kurze Zeit später verschied sie. Auf dem Stammsitz Hindenburgs i n 91 e u b e cf hatten bereits gegen mittag sämtlicke Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. Alle 96 Wahlberechtigten stimmten mit „I a" für Adolf Hitler. Das Saargebiet konnte sich an der Volks» abstimmung noch nicht beteiligen. Wenn es auch seine Zusammengehörigkeit mit Führer und Reich nicht durch seine Stimmabgabe bekunden konnte, so bewies doch der reiche Flaggenschmuck, der überall seit Freitag im Saargebiet zu sehen war, die innere Verbundenheit der Deutschen an der Saar mit dem Reich. Ueberall im Saargebiet hörte man am Freitag die große Rede des Führers. Zahlreiche vorübergehend im Saargebiet weilende Reichsdeutsche strömten zu den nahegelegenen Grenzorten, um dort ihrer Wahlpflicht zu genügen. Selbst im fernen Honkong nahmen die Deut» schen an der Volksabstimmung teil. In der Frühe begab sich die gesamte deutsche Kolonie an Bord des Norddeutschen Lloyd-Dampfers „BremerBerlin, 20. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die bisher vorliegenden Berliner Blätter äußern sich über bas Ergebnis der Volksabstimmung hoch befriedigt und weisen sämtlich darauf hin, daß es ein Zeichen dafür fei, daß Deutschland eins geworden fei. ym „Völkischen Beobachter" schreibt Alfred Rosenberg, man müsse sich vorstellen, daß der Nationalsozialismus als eine durchaus extreme ^Apolitische Strömung zum Siege gelangte und sich den großen Gruppen des Zentrums, des Ge- samtmarxismus und der Reaktion gegenüber sah. Gr habe in eineinhalb Jahren vieles tun müssen, roas dem gesamten marxistischen Denken des letzten halben Jahrhunderts ins Gesicht schlug; er habe vieles durchgeführt, was die liberale Weltanschau- ung der letzten 100 Jahre ins Herz getroffen habe; er habe schließlich auch Maßnahmen als Staats- grundsatze durchgesetzt, die vom ehemaligen Zen- trum als umstürzend empfunden worden seien. Das Ergebnis von rund 90 v. H. für den Führer und Reichskanzler (mit 38 Millionen fast doppelt soviel wie seinerzeit bei der Wahl Hindenburgs) sei der- art überwältigend, daß man getrost sagen könne, der 19. August werde als ein Ruhmestag der nationalsozialistischen Bewegung, als ein Tag der Krönung einer 15jährigen Arbell unseres Führers in die deutsche Geschichte eingehen. Alle hämischen Versuche, die vielleicht in den näch. ften Tagen noch von unseren Gegnern angefällt werden könnten, müßten angesichts der ehernen Tatsächlichkeit lächerlich wirken. Die Einigkeit Deutschlands sei unumstößliche Tatsache geworden, Deutschland sei Hiller und Hitler sei Deutschland! Die jubelnden Tausende, die viele Stunden vor der Reichskanzlei dem Führer huldigten, seien nur ein Ausdruck jener geheimnisvollen Einigkeit, die heute ihren triumphalen Siegln Deutschland feiere, lieber alle menschlichen Gegensätze, beruflichen Unterschiede hinweg sei Deutschland tatsächlich der stahlharte Block geworden, den zu schmieden der Führer sich vor 15 Jahren vorgenommen habe. Das Ausland aber kanzlel. Gegen 18.30 Uhr zeigte sich auch der Führer wieder am Fenster der Reichskanzlei. An seiner Sette stand diesmal Gesandter von P a p e n. Die dem Kanzler dargebrachten Ovationen glichen einem brausenden Orkan. Gegen 19.15 Uhr verließ Reichsminister Dr. Goebbels, begleitet von zahlreichen Heilrufen, die Reichskanzlei, um sich in das gegenüberliegende Propagandaministerium zu begeben. Auf dem Bal» ton des Propagandaministeriums war ein Riesenlautsprecher aufgebaut. Die er st en Wahlresultate wurden bekannt. Neben den ununterbrochenen Heilrufen, die dem Führer galten, klang jedesmal brausender Jubel, wenn durch den Lautsprecher ein neues Resultat verkündet wurde. Unzählige Male tönte das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied brausend und jubelnd zu den Fenstern des Führers empor. Plötzlich — fast unerwartet — wird kurz vor 21 Uhr abermals Licht im Arbeitszimmer des Führers. Minutenlanges donnerndes Jubelbrausen, minutenlanges Danken von feiten des Kanzlers. — Heil! Heil! Heil! Um 21 Uhr stieg ein Gewitter auf. Daraus, daß nur wenige Schirme aufgespannt werden, ist zu erkennen, wie lange die Menschen hier schon stehen und warten. Diele in leichten Sommerkleidern, ungeschützt dem Gewitter ausgesetzt, suchten soweit möglich, in den Haustüren und unter den Bäumen oder den Hausvorsprüngen Schutz. Das Gros aber wankt und weicht nicht. Es singt und ruft und jubelt weiter. Diese Ausdauer und diese wunderbare, rührende Treue mutz ja belohnt werden, und in der Tat erschien der Führer abermals. und diesmal blieb er minutenlang am Fenster, beugte sich weit vor. damit ihn die Menschen aus den Nebenstraßen auch sehen konnten, und dankte ununterbrochen. Dieser Wall von Menschen und dieses Meer von erhobenen Händen, beleuchtet von dem Zucken der Blitze, ohne Schutz vor der immer stärker werdenden Regen, jauchzend, singend, rufend in einer Aus- tagswahl ist mit der heutigen Abstimmung nicht vergleichbar, da der gemeinsame Wahl- Vorschlag damals eine kombinierte Liste bar- stellte, die 40 der nationalsozialistischen Partei nicht angehörende Persönlichkeiten aus allen Kreisen des übrigen politischen Lebens enthielt und die Zahl ihrer Millionen Stimmen nicht umfaßte. Wenn man diese Tatsache zahlenmäßig in Rechnung stellh dann tritt die einzigartige Bedeutung dieses neuen Sieges, der ein kompromißloses einheitliches Bekenntnis von 90 Prozent des Volkes zur Persönlichkeit Adolf Hitlers und damit zum Nationalsozialismus brachte, ganz besonders eindrucksvoll hervor. Mit Riesenschritten geht der Nationalsozialismus der Vollendung seines großen Zieles entgegen, das ganze Volk unter feiner Fahne und feiner Führung z u einer einzigen Einheit zufammenzufchweißen. Die NSDAP, ist stolz auf diesen Sieg ihrers Führers. Wenn die Abstimmungsergebnisie in den einzelnen Gebieten des Reiches entsprechend ihrer besonderen geistigen Struktur Verschiedenheiten aufweisen, dann ist uns das nur ein willkommener Hinweis auf die Arbeit, die uns noch zu tun übrig bleibt. Es wird uns ein Ansporn fein, gerade hier unser Werk der seelischen Erfassung und inneren Gewinnung durch unermüdliche Arbeit mehr noch als bisher zu vertiefen und zum endgültigen Ab- chluß zu brinaen. Wir wissen, daß es uns unter )er Führung Adolf Hitlers gelingen wird, auch ür diese letzten Volksgenossen, die den Weg zu uns noch nicht gefunden haben, d i e Brücke des Vertrauens und der Versöhnung zu bauen. ör'chen. Wenn fetzt 38,4 Millionen zu Ad off Hitler sich bekannten und damit zu seiner Partei und zum Nationalsozialismus, dann ergibt sich daraus, daß in den letzten Monaten wieder über eine Million Volksgenossen den Weg zu Adolf Hitler gefunden haben. Interessant ist auch ein Vergleich des Abstimmungsergebnisses vom 19. August mit dem Ergebnis der Reichspräsidentenwahl vom 10. 21 p r i I 19 3 2. Es zeigt sich nämlich, daß dieses Mal Adolf Hitler allein mehr Stimmen erhielt als damals sämlliche Kandidaten zusammen. Am 10. April 1932 entfielen auf den Generalfeldmar- schall von Hindenburg 19,3 Millionen Stimmen, auf Adolf Hitler 13,4 Millionen und auf den verflossenen Kommunistenhäuptling Thälmann 3,7 Millionen Stimmen. Insgesamt wurden damals 36,4 Millionen Stimmen abgegeben, während jetzt allein für den Führer 38,4 Millionen Stimmen aufzuweisen sind. Es haben also sämtliche Hindenburg- Wähler und darüber hinaus auch die wesentlichsten Teile der Kommunisten sich zu Adolf Hitler bekannt und ihm ihre Stimme gegeben. Da damals zu den Hindenburg-Wählern aus taktischen Gründen auch die Sozialdemokraten gehörten, ist die Wahl vom 19. August ein erneutes glänzendes Zeugnis dafür, wie die deutsche Arbeiterschaft, wie die ehemaligen Anhänger des Marxismus vom Nationalsozialismus durchdrungen und überzeugt worden sind. Die Zahl der Nein-Stimmen wird auch den böswilligsten Hetzjournalisten im sicheren Auslande zeigen, daß die Abstimmung in Deutschland heute genau s o geheim i ft w i e ehemals, daß also das Bekenntnis zu Adolf Hitler ein freiwilliges und durch feinerfei Druckmittel beeinflußtes ist. stehe nunmehr vor der Tatsache, daß die deutsche Nation eine einzige Führung besitze, die bei jeder ihrer Handlungen bas gesamte Volk hinter sich habe und es wird dieser einmütig dastehenden Nation die feierlich zugesagte Gleichberechtigung nicht mehr verweigern können. Der „M o n t a g" stellt test, die Wahl fei frei und geheim gewesen. Das könne niemand bestreiten. Wer von dieser Freiheit gegen Adolf Hitler Gebrauch gemacht habe, müsse das besonders dann vor feinem Gewissen verantworten, wenn er Mich die Segnungen des nationalsozialistischen Deutschland für sich in Anspruch nehme. Das Bild der Ziffern dieser Abstimmung zeige, daß es in den großen Städten natürlich Menschen gebe, die Nein sagten, wenn es gelte, zu kämpfen, aber durchaus bereit seien, mitzunehmen, wofür andere sich eingesetzt hätten. Dann lebten in den großen Städten Menschen, deren Sorge größer fei als der Mut, und dazu die Unbelehrbaren, denen die Hetze der Kommune nicht mehr aus dem Kopf zu bringen fei. Dann hätten Menfchen Nein gesagt, die der falschen Meinung seien, daß ihre religiöse Weltanschauung im nationalsozialistischen Vaterland feinen Platz habe. Mit der Wahlbeteiligung sei das Höchstmaß dessen erreicht, was an Mobilmachung etnes Volkes für eine politische Entscheidung gelastet werden könne. Deutschland sei angetreten um mit dem Führer für Arbeit und Frieden zu kämpfen. u * f $ ! 3 e i t u n g" schreibt, in der Weltgeschichte, in der Geschichte aller Völker und aller Zeiten stehe das Ergebnis ohne jedes Beispiel da. Der Sieg, den die deutsche Nation an diesem Tage des Ja errungen habe, werde ein Triumph des Nationalsozialismus bleiben, der seinesgleichen nicht habe. Führer und Volk feien eins — Führer und Volk sie hätten beide gesiegt. Die deutschfeindlicjtzen Teile des Auslandes, die gerade in den letzten Wochen ihren Völkern und ihren Regierungen noch einmal suggerieren zu dürfen glaubten, daß doch noch Momente h a v e n", der außerhalb Hongkongs kreuzte. Aus der Begeisterung, die der Name Hitler entfachte, ging klar hervor, wie die Deutschen Hongkongs | stimmten. Das nationalsozialistische Deuffchland hat das freie, geheime und allgemeine Wahlrecht in keiner Weife eingeschränkt, so daß jeder und jede Deutsche vom vollendeten 20. Lebensjahre ab zu den Lebensfragen der Nation durch die Beteiligung an der Wahl Stellung nehmen kann. Demgegenüber ist nicht uninteressant, daß in Italien von 41 Millionen Einwohnern nur 10 526 000 wahlberechtigt sind, von denen wiederum 10 045 000 im März d. I. Mussolini ihre Stimme gaben. Mussolini hat also nur die Zustimmung des vierten Teiles der Gesamtbevölkerung erhalten. Eine ähnliche staatsrechtliche Konstruktion, wie das deutsche Volk sie durch die Abstimmung vom 19. August freudig bejaht hat, haben auch die Vereinigten Staaten von Amerika, „das freieste Land der Welt". Auch dort ist der Regierungschef gleichzeitig Staatsoberhaupt. Aber gerade in diesem Lande, das bisher als Musterland der Demokratie uns angepriesen worden ist, sind z. B. die Staatssekretäre, die an der Stelle der Minister stehen, nur dem Bundespräsidenten und nicht dem Parlament verantwortlich. Die Stellung des amerikanischen Bundespräsidenten weist staatsrechtlich in den Befugnissen mit der des deutschen Führers und Reichskanzlers eine große Ähnlichkeit auf. Auch der Bundespräsident der Vereinigten Staaten wird vom Volk gewählt. Roosevelt, der heu- tige Präsident der Vereinigten Staaten, erhielt bei seiner Wahl am 9. November 1932 20 193 000 Stimmen bei einer Bevölkerungszahl von 122 Millionen. Sein Gegner Hoover erzielte 14 202 000 Stimmen. Beide zusammen haben also in einem Lande, dessen Beoölkerungszahl fast doppelt so groß wie die Deutschlands ist, noch längst nicht die Stimmenzahl erreicht, die der Führer jetzt in Deutschland aus seine Person vereinigen konnte. Adolf Hitler, den das deutsche Volk am 19. August , . v in fo einzigartiger Weise zum alleinigen Führer er- einer Frage also, in der die Einigkeit und Ge- kor, wird mit Kraft und Entschlossenheit Deutschland chlossenheit der ganzen Nation nach außen eine weiter vorwärts führen. Die Welt wird dabei wis- ~ /’ ' ' sen: Das deutsche Volk steht wie ein Mann Auch das Ergebnis der letzten Reichs-Ihinter ihm. Stimm- Abgegeb. Ja Nein Ungültige Wahlbeteiligung Reichstagswahl der NSDAP. berechtigte Stimmen Stimmen 19.8. 34 19.8.34 19.8.34 19.8.34 19. 8. 34 19. 8. 34 12.11.33 1496739 1420424 1362453 67183 10788 94,9 1369643 1367837 1243127 986334 224558 32235 90,9 1135988 1459433 1291405 1081887 201518 33503 98,1 1178399 1591359 1522227 1339341 154642 28244 95,7 1323929 1134294 1103508 1031112 58417 13979 97,3 1045232 1338701 1287447 1185259 84956 17529 96,2 1178403 1324551 1261237 1120390 117938 17562 1179494 864859 835905 755270 63535 17100 96,7 763708 913421 876674 793216 66652 15806 95,9 835459 1184049 1148253 1026446 99953 21854 97 1028327 1010796 982619 884631 78477 19514 97,2 901511 1636062 1588460 1433548 121792 33120 97,1 1422809 1185846 1125421 955439 144736 25246 94,9 970533 1092109 1038108 873745 137124 27239 95 907259 770965 735513 663176 61436 11907 95,5 664640 1405748 1351285 1217985 111439 • 21861 1255948 1750380 1661851 1360449 255454 47948 95,1 1500669 1728719 1652246 1407723 209045 35478 95,6 1529036 1800725 1748611 1573238 145114 30215 97,1 1629560 1571548 1499971 1193894 264955 41122 95,4 1351335 902207 877890 742600 105729 29561 97,3 775012 1516914 1439279 1276992 144208 18079 94,9 1336132 1263774 1212208 1087954 103029 21225 95,9 1145723 1941850 1864501 1666978 166800 30723 1635117 887301 847121 770343 61391 15394 95,5 791218 1786212 1617740 1619117 89096 31201 97,4 1617740 660877 648434 622349 21829 4246 98,1 619410 1379355 1388563 1200965 105568 32030 97 1209792 952640 921765 764905 133740 23120 96,8 812033 1361235 1319059 1160764 124632 33663 96,9 1186599 1895453 1847887 1697 300 118545 32042 97,5 1729328 1664524 1592905 1408012 144033 42341 95,7 1450360 1013523 973479 863965 89804 19710 96 890322 909118 840231 650872 167990 21369 92,4 736404 679256 650076 681106 69531 9939 548152 45473635 | 43529710 | 38362760 | 4294296 | 872296 | 95,7 39626647 Erstes Echo des Auslandes London, 20. Aug. (DNB. Funkspruch.) Dem Deutschland [tätigen, in dem das Amt des Präsiden Leitartikel, Reichskanzlers zusamMengefaßt ist. Es war eine Wie Der evangelische Pfarrer von Innsbruck verhaftet. Heute abendFackelzugberSA. Heule, Montagabend 8 Uhr, ab Lanbgraf-phMpp- Vlah Fackelzug der gesamten S2l.des Standortes Gießen durch die Hauptstraßen unserer Stadl. Ende des Fackelzuges auf dem Oswaldsgarlen. haftet und in das Innsbrucker Landae» richtsgefangnis gebracht, wo er seitdem in Einzelhaft gehalten wird, ohne bisher einem Verhör unterzogen worden zu fein. Die Gründe der Verhaftung des Pfarrers, die in Tirol und weit darüber hinaus großes Aufsehen erregten, find bisher unbekannt, bekannt ist hier jedoch die nationale Gesinnung Pfarrer Mahnerts. Hitler in. dem hohen Amt des Reichsführers zu be- dem das Amt des Präsidenten und des Garmisch-Partenkirchen, 18. Lug. hier bekannt wird, wurde in der Nacht auf M'"- woch der evangelische Pfarrer von Innsbruck, D Ludwig Mahnert, in seiner Wohnung ver- „Das deutsche Volk zu einer einzigen Partei hinter dem Reichssührer vereinigt." Englische preffestimmen. werden, daß die Wahl überrall rechtmL- ßia und geheim war. Die Umschläge, die geprüft wurden, waren undurchsichtig und niemand konnte Einfluß auf die Abstimmenoen nehmen. — Auch die offiziöse „Gazeta Polska" bemerkt in ihrer Korrespondenz aus Berlin, daß Adolf Hitler einen Sieg daoontrug, wie er erwartet wurde. — Don einer politischen Auswirkung des Abstimmungsergebnisses sehen die polnischen Blätter vorerst ab. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 16100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch. und ©teinbrudere* R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Ergebnis der Volksabstimmung in widmet „Daily Telegraph einen in dem es heißt: Es wäre töricht, das außerordentlich große Vertrauen zu unter- schätzen, mit dem Hitler um nationale Unterstützung ersucht hat. Eine neue persönliche Macht ist in Europa erstanden. Der „unbekannte Soldat" von vor 15 Jahren ist das unbestrittene Oberhaupt einer großen Nation geworden, und die bisher geteilten Machtbefugnisse sind in seinen Händen Bereinigt. Welche Richtung seine Politik nehmen werde, in welchem Grade sie von den neuen Kräften, auf die fie sich verlasse, ober von ber Verehrung gegenüber bem Hinbenburg-Testament beeinflußt werbe, bas könne nur bie Zeit lehren. Immer verlasse er sich auf bie Tatkraft bes beutschen Arbeiters unb die Geschicklichkeit bes beutschen Erfinbers, um bie wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Er wiederhole den deutschen Anspruch auf Gleichbe- rechtigung, versichere aber, daß Deutschland wünsche, zu der Erhaltung bes Friebens in ber Welt beizutragen. Wenn bies die tatsächlichen Ziele Deutschlanbs unter ber Führung Hitlers seien, bann könne man sie nur billigen. Die Wieberherstellung ber wirtschaftlichen Kraft Deutschlanbs sei ein wichtiger Faktor in ber Erholung Europas. In der „Daily Mail" liest man: Wenn auch bas Ergebnis ber gestrigen Abstimmung in Deutsch- land von vornherein feftftanb, bedeuten doch die Abstimmunasziffern eine erstaunliche Hul- bigung für bas persönliche Ansehen Hitlers. Die Reichstagswahl vom März 1933 unb die Abstimmung vom letzten November, die Iben Nationalsozialisten eine überwältigende Unterstützung gaben, beschäftigten sich mit Fragen ber Politik. Die gestrige Abstimmung war bestimmt, dauer und einer Stärke, daß man das Krachen des Donners kaum noch vernahm — das war ein Erlebnis, für das alle, die hier vor ihrem Führer standen, gern „das bißchen Regen", wie sie sagten, in Kauf nahmen. Kaum ist das Unwetter vorbei, da stehen die Menschen in der Wilhelmstraße auch schon wieder wie eine Mauer. Im Gegenteil, es cheinen ihrer noch mehr geworben zu sein. Schon bei der letzten Volksabstimmung standen hier Tausende und aber Tausende. Aber die Ziffer kann auch nicht entfernt einen Vergleich mit ber aushalten, die heute zu nennen wäre. Die Absperrungsmannschaf- ten mehr noch aber die unermüdlichen Helfer vom Roten Kreuz haben eine gewaltige Aufgabe zu lösen. Vor der Reichskanzlei stehen zeitweise drei Krankenwagen, um bie Ohnmächtigen abzuholen, die vor Erschöpfung zusammenbrechen oder in bem Jubel zu Schaden kommen. Auch vor dem Propagandaministerium fahren öfters Krankenwagen vor. Die ganze Straße hallt von den Rufen wider, die kein Ende nehmen. Um 22.15 Uhr wird das Fenster der Reichskanzlei wieder hell. Trotz der starken Absperrung gelingt es einigen, bis unter das Fenster zu kommen. Sie versuchen, dem Führer Blumen zuzuwerfen, aber ihre Wurfkraft reicht nicht aus. Auch diesmal bleibt der Führer minutenlang am Fenster. Er beugt sich noch weiter hinaus, damit ihn alle sehen können. Der Fackelzug der Berliner SA. Drei Todesurteile in Oesterreich. Der Hauptangeklagte tat Ravag.Prozeß hingerichtet. Innsbruck, 18. Aug. (DNB.) Das Standae- richt verurteilte nach dreitägiger Verhandlung bie beiben Angeklagten Aberger unb Hagen aus Saalfelden wegen Verbrechens gegen bas Sprenastof f gef etz zum Tode durch den Strang. Das Verfahren gegen 18 weitere Angeklagte wurde abgetrennt unb bem orbentlichen Gericht in Salzburg überwiefen. Der Derteibiger ber zum Tobe Verurteilten richteten fernrnünblich Gn ab enge s u ch e an ben Bundespräsidenten. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Hinrichtungsfrist traf vom Bundespräsidenten die Nachricht ein, daß Aber- ger zu lebenslänglichem schweren Kerker unb Hagen zu 20 Jahren schweren Kerkers begnadigt worden sind. IM Ravag-Prozeß (Ueberfall auf den Wiener Bender) vor dem Wiener Militärgerichtshof wurde der Hauptangeklagte D o me s zum Tobe durch den Strang verurteilt, alle übrigen Angeklagten zu lebenslänglichem schweren Kerker. Nachdem der Bundespräsident bas Gnabengesuch für ben zum Tode verurteilten Domes a b g e l e h n t hat, ist das Urteil am Samstag um 19.30 Uhr im Hof des Wiener Landgerichtes v o l l ft r e ck t worben. Wettervoraussage. Die Wetterlage geht einer Umgestaltung entgegen. Durch die Entwicklung eines kräftigen Tiefdruckwirbels über den britischen Inseln verstärkt sich bie nördliche Störungstätigkeit, so daß der hohe Druck über dem Festland weiter nach Süden abgebränat wirb unb seinen Einfluß auf unser Wetter allmählich einbüßt. Mit bem Vordringen ozeanischer Luftmassen von Westen her gestaltet sich ber Witterungscharakter wechselhaft, wobei es neben stärkerer Bewölkung auch zu schauerartigen, teils gewittrigen Nieberschlagen kommt. Aus.sichten für Dienstag: Uebermiegenb bewölkte» unb unbestänbiges Wetter mit schauer- artigen, teils gewittrigen Nieberschlägen, zeitweise lebhafte Luftbewegung. Aussicht en für Mittwoch: Weiterhin wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Niederschlägen, kühler. Lufttemperaturen am 19. August: mittags 23,7 Grad Celsius, abends 18,6 Grad; am 20. August: morgens 13,8 Grad. Maximum 24,1 Grab, Mini- mum 9,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 21,4 Grad; am 20. August: morgens 17,6 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 1,9 Stunden. rungen. Alle Blätter sprechen von einem Sieg des Führers, ber gestärkt unb gefestigt aus bem Dolksentscheib hervorgehe. Besonders wirb unterstrichen, baß bie Abstimmung sauber unb tatsächlich geheim war. Dies bestätigt ins- besondere der Korrespondent bes nationalbemokra- tischen ,Lurjer Warszawski", ber eine Anzahl Wahl- lokale in Berlin au suchte unb bem Wahlgang bei- wohnte. Er schreibt seinem Blatt: Es muß festgestelll Die Auseinandersetzungen in der evangelischen Kirche. Ein neuer Erlaß des Reichsinnenministers. Berlin, 17.Aug. (DNB.) Der Reichsmi- nister des Innern hat an bie ßanberregie- rungen folgenden Erlaß gerichtet: , Die Auseinandersetzungen innerhalb der Evan gelischen Kirche hatten Formen angenommen, die es erforderlich machten, zunächst einmal ,e de kir- chenpolitische Erörterung zu unter- binden. Diese Anordnung war von vornherein nicht auf die Dauer berechnet. Sie sollte nur deutlich machen, baß die Reichsregierung auch auf diesem Gebiete gewillt ist, die offent liche Ruhe und Sicherheit nicht gefährden zu lassen. In der Erwartung, daß dies nunmehr allen Beteiligten hinreichend klar geworden 'N, ändere ich meinen Erlaß vom 9. Juli 1934 III 805/3014 dahin ab, baß künftig nur alle unsachlichen, polemischen, ben evangelischen Kirchen st reit betreffenden Auseinandersetzungen in öffentlichen Versammlungen, in ber Presse, in Flugblättern und Flugschriften verboten sein sollen, Ich ersuche alle in Betracht kommenden Dienststellen, nut sofortiger Wirkung dementsprechend zu verfahren. Die Durchführung der Gnadenbotschast in Preußen. Berlin 18. Aug. (DNB.) Auf Anordnung des Ministerpräsidenten Göring ist in Ausführung des Willens des Führers und Reichskanzlers bie Nachprüfung aller Schutzh aftlinge Wort in Angriff genommen worben Die Untersuchung ist hinsichtlich berjemgen Maßnahmen, bie aus Anlaß der Ereignisse des 30. Juni 19 34 ergriffen werden mußten, bereits beendet. Es ergibt sich folgendes Bild: Anläßlich ber Röhm- Revolte mußten im Interesse ber Staatssicherheit insgesamt 1124 Personen vorläufig in Schutzhaft genommen werben. Auf Grunb der angestellten Nachprüfungen sinb 10 7 9 Personen in Freiheit gesetzt worben. Es befinden sich also zur Zeit im Zusammenhang mit ber Röhm-Revolte nur noch 45 Personen in Schutzhaft, bie am schwersten belastet sinb unb hinsichtlich bereu bie Ermittlungen noch fortgesetzt werden müssen. Im übrigen ist bie Aktion vom 30. Juni 1934 nunmehr abgeschlossen. Die Nachprüfung ber sonstigen Schutzhaftfalle wird fortgesetzt. Noch im Laufe dieses Monats wirb eme weitere beträchtliche Zahl von Schutzhäftlingen in Verfolg ber Gnadenbotfchaft bes Führers und Reichskanzlers entlassen werben. 229 Personen in Heften amnestiert. Darm stabt, 18. Aug. (LPD.) In Durchfüh- rung bes Gesetzes über bie Gewährung von Straf- freibeit vom 7. 8. d. I. sinb bis zum 15. August in Hessen 229 Personen aus Strafanstalten entlassen worben. Seiner Aemter enthoben. W e i m a r, 18. Aug. (DNB.) Auf Anorbnung bes Reichsstatthalters unb Gauleiters Fritz Sauckel ist der thüringische Staatsrat Ernst Katzmann mit sofortiger Wirkung feiner samtlichen öffentlichen unb Partei amt er ent- hoben worben, ba er Anweisungen ber Reichsleitung nicht befolgt und ben An- orbnungen bes Führers entgegengehandelt hat. Die Zugehörigkeit des Lebensmitteleinzelhandels Der Widerhall in Frankreich. P a r i s , 20. August. (DNB. Funkspruch.) Die Schlußfolgerungen, die bie französische Presse aus dem Ergebnis des Volksentscheids vom Sonntag zieht, waren mit mathematischer Sicherheit vorauszusagen. Obwohl die Blätter in ihren Berichten die ungeheuere Begeisterung schildern, mit der bas deutsche Volk an die Wahlurne getreten ist, wollen die Blätter nicht die gewaltige Stimmenzahl ber Ja- Sager sehen, sondern klammern sich an die Stimmen ber Ne in-Sager, um baraus krampfhaft wenn nicht einen politischen, so boch einen „psychologischen Mißerfolg" (!!) zu tonftru- eren. Doch schreibt ber „Ami bu Peuple": Man muß sich vor ber Tatsache beugen, Hitler bebeutet das Deutschland von 1934. Er kann burch den Willen des Volkes sprechen, nicht nur als ein Vertreter ober Staatschef, fonbem auch als bie wirkliche Verkörperung bes Deutsch- lanb, bas leibet, aber seinen Platz an ber Sonne fordert unb leben will. Das wirb zweifelsohne zur Folge haben, baß bas beutfche Volk in den Stand gesetzt wird, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Alle übrigen Blätter verlieren sich in redmeri- chen Betrachtungen. An bem persönlichen Erfolg Adolf Hitlers wird jedoch nicht gezweifelt. Derjenigen ranzösischen Presse, die das Ergebnis des Volksentscheids als einen Mißerfolg für das national- ozialistifche Regime umzustellen versucht, erteilt der Berliner Berichterstatter des „Journal" bie richtige Antwort. Er schreibt: Adolf Hitler unb fein Regime haben einen gewaltigen Sieg davongetragen. Die national eingestellten Massen haben'den posthumen Befehl bes Generalfelbmar- challs von Hindenburg, ber ihnen Abolf Hitler als den Fortsetzer seines Werkes, bes Aufbaues Deutsch- lanbs, empfahl, befolgt. Das erlaubt eine Absage an jene Kreise, bie beweisen wollen, baß Hitler ein Diktator sei, ber sich nur mit Hilfe ber Gewalt durchsetze. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ist stolz darauf, von Hitler befehligt und geführt zu werden. Es billigt ohne Einschränkung die gesamte Innen-, Außen- und Militärpolitik des Reiches. Auch ber Berliner Sonder- beridjterftatter des „Matin" stellt fest, daß Hitler seine politische Situation ungeheuer verstärkt Berlin, 18. Aug. (DND.) Amtlich wird mit- geteilt: „Durch ein Zwilchen dem kommissarischen Führer der Wirtschast G r a s v o n d e r G ° i tz uno dem Leiter der Reichshauptabteilung IV des Reichs- nährstandes Carl Detter getroffenes lieberem, kommen ist für die Betriebe des Lebensmitteleinzel. Handels die Frage der Zugehörigkeit zum Reichs- nahrstand und zum R e i ch s ° e r b a n d D e u t- scher Kaufleute des Kolonialwaren- Feinkost- und Lebensm' t telhandels E.V. fRekofei) fowie die Anmeldepf licht ge- regelt worden. Danach gehören die Betriebe Lebensmitteleinzelhandels, die au s f ch »eB J Landhandel im Sinne der offenthJen 2Iuff°r berung bes Reichsbauernführers vorn 25. Ium i..) betreiben oder bei denen der Handel mit re ch h standsfremder Ware 2 0 v. H- des ^ahresum fatzes nicht übersteigt, ausfchli ß ch zum Reichsnährstand, die Lebensmittelein zelhanbelbetriebe, deren Handel mit reichsnahr standsangehöriger Ware 20 v- H. bes I h satzes nicht Übersteigt, ausschließlich zum Ketof ei, während fiir dsedazwischenstehende Gruppe „die gemischten Betriebe , D o p p e 1 z u ' L:1 c»-« ä feiner Meldepflicht, wenn er fich bis zum Dep tember 1934 entmeber bei ber orM ständigen Kreisauernschaft oder. bei der orth« jm s“r iü; • dann die Anmeldungen austaufchen^und sich die ä. ftr. oflr“ V** zu Ä en” schlossen wurden, wogegen der Rekofei die ’SäS.i""'"'””*;“'1''* *” e"*""11* für ben Lebensmitteleinzelhanbel ausschließlich vom Reichsnährstand, bie übrigen Betreuungsaufgaben mit Zustimmung bes Reichsnährstandes von bem Rekofei wahrgenommen. Das Abkommen enthält weitere Bestimungen über Zusammenarbeit beiber Organisationen sowie über die Beitragsregelung, woburch eine Mehrbelastung ber gemischten Betriebe burch gleichzeitige Zuge- Hörigkeit zu beiden Organisattonen vermieben wirb. Das Abkommen hat die Zustimmung der beteiligten Ministerien gefunden. ♦ Unter Beziehung auf bie vorstehende amtliche Meldung wird von den beteiligten Organisationen (Reichsnährstand unb Rekofei) auf folgenbes bin- gewiesen: Durch alle bereits getätigten Anmeldungen, gleichviel ob sie bei den Dienst- stellen bes Reichsnährstandes ober bei ben Bezirks- Organisationen ber Rekofei erfolgt sinb, ist ber Anmelbepflicht genügt. Eine Doppel- anmelbung ist nicht erforberlich, Ist eine Doppelanmeldung erfolgt, so ist die Zurückziehung einer ber Meldungen nicht erforderlich und unzulässig. freie unb geheime 21 b ft immun a. Wenn auch zweifellos eine moralische Beeinflussung ber Kritiker und Zweifler erfolgt war, so konnte boch kein Druck eine ganze Nation zwingen, gegen ihren Willen einen so eindrucksvollen Beweis ihres Vertrauens zu geben. Die gestrige Abstimmung hat Hitler ohne Frage in eine Stellung höchster Verantwortlichkeit gebracht. Das Schicksal einer hochzivilisierten Nation von 65 Millionen Menschen liegt in seinen Händen. Seine Behauptung, daß bie nationalsozialistische Bewegung bas Reich erobert habe, hat eine überaus prächtige Grunblage erhalten. Aber wenn die Autorität Hitlers unangefochten ist, so sind auch seine Verantwortlichkeiten ungeheuer. Bevor er an die Macht kam, war Deutschland durch den Hader von 46 Parteien zerrissen. Jetzt ist es z u einer einzigen Partei hinter bem Reichsführer vereinigt, und bie Nation erwartet, daß er die drückenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten löse. Welchen Gebrauch wird Hitler von diesem Vertrauensvotum machen, das ihm gewährt worden ist? Nicht nur Deutschland allem, sondern die ganze Welt erwartet bie Antwort auf diese Frage. Die liberale „News Chronicle" beschäftigt sich ausschließlich mit bem Teil der Stimmberechtigten, bie sich gegen die Regierung erklärt haben. Der Leitaufsatz des marxistischen „Daily Heralb" ist offenbar vor Bekanntgabe der Abstim- mungsziffern geschrieben. In ihm wird in allge- meinen Redewendungen bie groteske Behauptung aufgestellt, daß die Entwicklung auf die Wiederherstellung ber alten Ordnung der Dinge unb auf die Rückkehr der Monarchie hindeute. DieRegierungskommlssion plant Verbot des Arbeitsdienstes. Saarbrücken, 18. Aug. (DNB.) Die Regierungskommission des Saargebiets hat ber Saarpresse eine A u f lag e n a ch r i ch t zugeleitet. Wie darin mitgeteitt wird, hat die Regierungskommission dem Landesrat des Saargebiets einen Verord - nungsentmurf zugeleidet, ber bas Verbot von Einrichtungen bes Freiwilligen Arbeitsbien st es sowie die Einführung ber Melbepflicht für Angehörige verschobener Organisationen betrifft. Der Landesrat wirb voraussichtlich in den nächsten Tagen beratend dazu Stellung nehmen. Diese neue Maßnahme der Saarregierung ruft die Ereignisse in Erinnerung, die überhauvt dazu führen mußten, Saarländer in deutsche Arbeitslager zu bringen. Wiederholt hatte bie Saarbevölkerung an ihre Regierung den dringenden Wunsch gerichtet, im Saargebiet selbst entsprechende Einrichtungen aufzuziehen, ohne daß man hier auf irgendwelches Verständnis stieß. Es war ber Saarregierung offenbar völlig gleichgültig, daß zahlreiche Saarländer ohne Brot und Beschäftigung waren. In großzügiger Weise wurde daraufhin vom Reich aus eingegriffen, um diesem liebe Ifta nb abzuhelfen unb auch den Deutschen des Saargebietes die Möglichkeit einer Unterbringung unb Beschäftigung zu bieten. Diese wahrhaft sozialen Maßnahmen, die der Regierungskommission vom Reich abgenommen wurden, weil sie sie selbst unterließ, will bie Saarregierung nun vollständig unterbinden. Für diese einschneidende Schädigung Tausender von jugendlichen arbeitswilligen Men- schen des Saargebietes trägt bie Regierungskom- Mission bie Verantwortung. Die Begründung ber Regierungskommission stützt sich auf beschlagnahmte Akten über Verbindungen mit Reichsstellen, bie teilweise übereinJahraltunblängstüber- holt sind. Aus einigen ber von Herrn Knox angeführten belaftenben Schreiben geht einbeutig her- vor, daß bie angeführten Dienststellen im Reich nur als postalische Verbindungsstellen dienten, ohne mit dem FAD. etwas zu tun zu Haden. Aus ber Ferne klingt Marschmusik herauf. — Der Fackelzug kommt. Die Musik kommt näher unb näher. Man hört schon den Marschtritt ber Kolonnen. Und dann leuchtet über der Menge unten in der Wilhelmstraße der Feuerschein ber Fackeln auf unb die Freiheitsfahnen wehen. Eine unendliche Feuerkette zieht herauf. Jetzt kommt sie am Wil- helmsplatz an. Und nun steigt ein e 1 n 81 9 e r Iubelschrei empor. Spontan stimmt bie Menge, als sie der SA.-Fahnen ansichtig wirb, bas Horst- Wessel-Lied an. Der Führer grüßt mit erhobener Rechten die wackeren SA.-Männer, die durchnäßt, mit strammem Schritt am Reichskanzlerpalais vor- beiziehen. Die Musik ist eingeschwenkt und hat mit den Spielmannszügen dem Hauptemgang gegenüber Aufstellung genommen. Unendlich lang zieht die Kette der Klonnen vorüber. Der Führer begab sich, als kurz nach 22 Uhr die Marschklänge der SA.-Musik hörbar wurden und er erfuhr, daß die SA. ihm einen Fackelzug bringen werde, an ein Fenster im ersten Stock der Reichskanzlei. Bei ihm befanden sich Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick, Reichs- minister Kerrl, Reichspressechef Dr. Dietrich und Reichsleiter Rosenberg. Gleich darauf er- schien Obergruppenführer v. I a g o w und meldete dem Führer: „1 6 5 0 0 M a n n b er Berli n e r S A. bringen ihrem geliebten Führer einen Fackel- 2Un" Der Führer nahm bann, am Fenster der Reichskanzlei stehend, den Vorbeimarsch der Ber- liner SA. ab. Neben ihm stand Obergruppenführer v Jagow. Der Führer dankte Obergruppenführer v. Jagow und bat ihn, diesen Dank auch der Berliner SA. zu übermitteln. Auch nach beendetem Fackelzug blieben die Menschen wie angewurzelt vor dem Reichskanzlerpalais stehen. Sie sangen und riefen unentwegt, und selbst der Hinweis vieler Einsichtigen, daß bie letzten Tage und gerade ber Wahltag selbst an den Fuhre außerordentliche Anforderungen gestellt unb daß ihm schließlich auch in dieser Nacht noch lange keine Ruhe vergönnt sei, halsen da nicht viel. Schließlich aber schienen sie boch ein Einsehen zu haben, denn die Sprechchöre riefen: „Lieber Führer sei so nett, komm doch mal ans Fensterbrett, laß' dich nur noch einmal sehen, bann wolln mir auch nach Hause gehen." Kurz nach 1.30 Uhr ertöten der Führer dann wirklich noch einmal für einige Minuten, lächelnd dankte er seinen getreuen Berlinern, beugte sich noch einmal weit hinaus und winkte ihnen schließlich Lebewoh zu. Noch einmal fangen die Menschen das Deutschland- unb bas Horst-Wessel-Lieb unb zum guten Schluß mit entblößtem Kops bas N i e b e r l a n b i s ch e D a n E g e b e t. Wie ein einziger Schrei stieg jene Bitte an ben Schöpfer aller Dinge m ben nächtlichen Himmel, bie ja auch ber Inbegriff biefes Tages unb bes Lebenskampfes bes von Adolf Hitler geschaffenen neuen Deutschlanbs ist. „Herr mach uns frei!" habe. Die polnische presse zur Volksabstimmung. Warschau, 20. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die polnische Presse stellte bas Ergebnis ber gestrigen Volksabstimmung in ben Dorbergrund ihrer Erörte- Aus aller Wett. Der neue belgische Gtratosphärenflug. Cosyns in Güdslawicn glatt gelandet. , Brüssel, 18. Au-g. (DNB.) Der belgische Gelehrte Mar Cosyns, der als Mitarbeiter von Professor P i c c a r d bekannt geworden ist, ist am Samstag früh um 6.19 Uhr in Hour-Havenne, in der Nähe von Dinant, mit seinem Stratosphärenballon zum dritten belgischen Stratosphärenflug aufgestiegen. Die Füllung des Ballons war gegen 3 Uhr nachts beendet. Um 4.35 Uhr wurde ine Gondel unter dem Ballon angebracht. Sodann wurde der Platz von der Gendarmerie geräumt und abgesperrt. Der Ballon führte als Ballast Sandsäcke im Gewicht von insgesamt 1000 Kilo sowie 250 Kilo Wasser in unterteilten Bleibehältern, die insgesamt 300 Kilo wiegen, mit sich. Bor seinem Aufstieg empfing Cosyns einige Pressevertreter. Er erklärt u. a., daß die letzten Vorbereitungen einige Schwierigkeiten bereitet hätten, vor allem die Anbringung der schweren Gondel an der Ballonhülle. Er habe jedoch die Hoffnung, Laß das Glück mit ihm sein werde und daß alles gut ausgehen werde. Er nehme an, daß sein Flug sehr bedeutsame wissenschaftliche Ergebnisse haben werde. Die Familien der beiden Stratosphärenflieger Cosyns und van der E l st blieben bis gegen 5.15 Uhr auf dem Platz und nahmen dann von den beiden Forschern Abschied. Um 6.16 Uhr wurde der Ballon in die Mitte des Platzes befördert und um 6.19 Uhr erfolgte der Aufstieg. Cosyns winkt „Auf Wiedersehen" und sodann Loslassen. Die anwesende Menge brach in begeisterte Rufe aus und der Ballon erhob sich senkrecyt in den klaren Morgenhimmel. Das Wetter ist außerordentlich günstig, es ist fast windstill. Der Ballon, der wie eine riesige Birne aussieht, wandte sich zunächst nach Osten, dann nach Südosten und schließlich nach Süden. Der Ballon ist, wie aus Belgrad gemeldet wird, in der Nacht zum Sonntag bei dem Dorfe Zenavlje in der Nähe von Morska Sobota in Süd- flawien gelandet. Professor Cosyns und fein Assistent befinden sich wohl. Die Landesstelle befindet sich auf der sogenannten Murinsel, die in der Dreiländerecke Südslawien-Oesterreich-Ungarn liegt. Die Landung vollzog sich um 21 Uhr und war vollkommen glatt. Die Flieger sind nur eine Stunde länger in der Luft geblieben, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten. Die Deutsche Ostmeffe eröffnet. DNB. Königsberg, 19. August. Am Sonntagvormittag fand in der festlich geschmückten Stadthalle zu Königsberg die feierliche Eröffnung der 22. Deutschen Ostmesse statt. Der Oberbürgermeister von Königsberg,Dr. Will, begrüßte die Vertreter der Behörden und die Ehrengäste aus dem In- und Auslande; er unterstrich, daß die 22. Deutsche Ostmesse alle Erwartungen übertroffen habe und die größte sei, die je» mals gezeigt wurde. Gauleiter und Oberpräsident Koch überbrachte die Grüße des Führers, des Ministerpräsidenten Göring und der Reichs- und Staatsregierung: er führte dann u. a. aus: Im Verhältnis Deutschlands zu anderen Völkern wird zur Zeit durch Unwahrheit und Verblendung und auch durch Unkenntnis und Irrtum die Wahrheit verfälscht. Wir schauen klar und ruhig durch das Gewirr solcher Behauptungen hindurch und sehen, was dahinter steht. Willkürliche Eingriffe in die gesetzmäßige Entwicklung der Dinge richten sich am Ende gegen den Angreifer selbst. Ich brauche kaum darauf hinzuweisen, daß dies im Osten, daß es vor allem denen, die diese Messe besuchen und beschicken, ebenso klar ist wie uns. Das benachbarte Polen hat als junges Volk die Konsequenz aus der Nachbarschaft zu Deutschland gezogen und die neue, auf ganz weite Sicht berechnete und umfassende Friedenspolitik des Führers bejaht. Polen hat da- durch s i ch s e l b st und der Festigung seiner unabhängigen Machtposition gedient. Durch die Einleitung der Verständigung mit Polen ist einer Wirtschaftsverständigung auch mit anderen Nachbarn die Bahn geebnet. Gerade Ostpreußen hat an einer solchen Verständigung außerordentliches Interesse und begrüßt daher jeden der verschiedenen Schritte, die diesem Ziele dienen. ♦ Die Königsberger Ostmesse, die so reich beschickt ist wie noch nie zuvor, bringt in der Mustermesse Textilwaren, Nahrungs- und Genußmittel, Hausund Küchengeräte, Kunstgewerbe, eine große landwirtschaftliche Ausstellung mit Maschinen aller Art. Besonders interessant ist die Tatsache, daß diesmal erstmalig Polen mit einer Sonderaus- stellung vertreten ist und daneben Lettland, während Rußland diesmal, wie auf allen Weltausstellungen, fehlt. Furchtbares Unglück an einem Bahnübergang in Frankreich. 3n der Nähe von Lyon ereignete sich am Sonntag ein tragischer Unglücksfall, der acht Personen das Leben kostete. Lin Kraftwagen mit sechs Fahrgästen und ein mit zwei Personen besetztes Motorrad stießen auf einer Eisenbahnüberführung zusammen. Sämtliche acht Personen wurden bei dem Zusammenprall erheblich verletzt. 3m gleichen Augenblick brauste ein Personenzug heran, der über die auf den Schienen liegenden Ver - lehlen hlnwegfuhr und sie zermalmte. Die Schuld an dem Unglück trifft den Bahnwärter, der trotz des Leuchtsignals die Schranken geöffnet hatte. Neues deutsches Krankenhaus in Rio de 3aneiro. In Rio de Janeiro erfolgte in Anwesenheit des deutschen Gesandten, von Vertretern der Partei und der brasilianischen Behörden sowie von Professor Munk als Vertreter der deutschen Aerzte die Einweihung des deutschen Krankenhauses, das die deutsche Kolonie errichtet hat. Das Krankenhaus ist das modernste Institut seiner Art in ganz Südamerika. Elli Beinhorn in Guatemala. Die deutsche Fliegerin Elli Beinhorn ist zu einem Besuch in Guatemala eingetroffen. Sie hat ihr Flugzeug in Costarica zurückgelassen, wo es repariert wird. Zwei italienische Bergsteiger am Montblanc verschüttet. Bei dem Versuch, den Montblanc von der Turiner Schutzhütte aus auf einem bisher nicht begangenen Wege zu bezwingen, sind zwei bekannte Turiner Alpinisten ums Leben gekommen. Die beiden Bergsteiger hatten sich, begleitet von zwei anderen Alpinisten, bereits am Abend zur Besteigung aufgemacht, um nicht beim Aufgehen der Sonne der dann besonders starken Lawinengefahr ausgesetzt zu sein. Gegen 2 Uhr nachts wurden aber die ersten beiden Bergsteiger bei der Heber» fteigung eines steilen Abhandes plötzlich von einer großen Lawine v e r s ch ü 11 e t und mit in die Tiefe gerissen. Die Lawine machte auf einem Gletscher Holt, doch konnte trotz der sofort von der zweiten Gruppe beim Schein der Fackeln aufgenommenen Rettungsversuche bisher keine Spur der beiden Verschütteten entdeckt werden. Motorradfahrer vom Auto erfaßt und getötet. Auf der Landstraße von Siegen nach Hilchenbach ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer wollte in dem Augenblick, als ein Personenauto in voller Fahrt daherkam, die Straße überqueren. Dabei wurde er von dem Auto erfaßt und zu Boden geschleudert. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert, während der Kraftwagen nur leicht beschädigt wurde. Die Insassen des Kraftwagens, ein Brautpaar aus Holland, kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Motorradfahrer st a r b infolge seiner schweren Verletzungen kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Deutsche Fallbootfahrer im Sturm gekentert und gerettet. Einer Meldung aus Zoutkamp (Holland) zufolge wurde im Friesischen Haff südlich der Insel Schier- monnikoog ein Faltboot namens „Rheinteufel" treibend aufgefunden. Im Innern des Bootes, das eine deutsche Flagge trug, fand man nur eine leere Aktentasche. Ergänzend wird mitgeteilt, daß der Besitzer des Faltbootes ein Deutscher aus Krefeld ist. Dieser war mit seinem Boot in der Nähe der Insel Ameland im Sturm gekentert, konnte aber gerettet werden und befindet sich wohlbehalten auf Ameland. 3mpfstoff gegen spinale Kinderlähmung. Der Bakteriologe Dr. John K o l m e r von der Temple-Universität in Philadelphia gab bekannt, daß es ihm gelungen sei, aus dem Rückenmark von Affen einen Impfstoff gegen spinale K i n- derlähmung herzustellen. Seine Versuche an Menschen und Affen mit der neuen Lymphe seien erfolgreich gewesen. (Ein Kind nascht Kahenfuller und vergiftet sich schwer. In Kassel geriet ein 2jähriges Mädchen in einem unbewachten Augenblick über den Futter- napf der Katze und leckte ihn aus. Nach kurzer Zeit mußte die Kleine unter schweren Vergif - tungserscheinungen in bewußtlosem Zustande einem Krankenhaus zugeführt werden. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Der entführte Vrauereidirektor wieder in Freiheit. Wie der Polizeipräsident von Toronto (Kanada) mitteilt, befindet sich der von Banditen geraubte Brauereidirektor ßabatt wieder in Freiheit. Ob das verlangte Lösegeld bezahlt wurde, ist noch nicht bekannt geworden. 137 Ehescheidungen in zwei Stunden. Wie die Rigaer Blätter melden, hat dieser Tage die vierte Zivilabteilung des Rigaer Bezirksgerichts einen Rekord eigener Art aufstellen können. In der Zeit von 10.10 Uhr bis 12 Uhr mittags wurden nicht weniger als 137 Ehescheidungen ausgesprochen. Das macht also weniger als eine Minute für den Fall, was selbst im scheidungslustigen Amerika nicht Überboten werben dürfte. Große Ueberschwemmungen in Anatolien. — 15 Bauern ertrunken. Nach Meldungen aus Istanbul sind bei großen Ueberschwemmungen in Nord-Anatolien 15 Bauern ertrunken. 1500 Personen wurden obdachlos. Heber 450 Häuser stehen bei Tokat unter Wasser. Eine Anzahl von Brücken wurden weggeschwemmt. Scheidemann wandert ans. Warschau, 18. August. (DNB. Funkspruch.) An Bord des polnischen Dampfers „Kosciuszko" hat sich am Freitag Philipp Schei-bemann mit seiner Frau von Gdingen nach Amerika begeben. Kunst und Wissenschaft. Der Deutsche Werkbund tagt in Königsberg. Zur 23. Jahrestagung des Deutschen Werkbundes trafen in Königsberg Vertreter aus allen deutschen Gauen ein. Die Tagung begann nach einer Bundesbeirat-Besprechung im Königsberger Schloß mit der Mitgliederversammlung. Für das nächste Jahr sind bereits 22 Ausstellungen angemeldet, die in Zusammenarbeit mit der Reichskammer, der Deutschen Arbeitsfront und dem Volksbund Deutschtum und Heimat aufgezogen werden sollen. Deutsches Vachfest in Bremen. In Bremen findet vom 6. bis 8. Oktober das diesjährige Bach fest der Neuen Bach-Gesellschaft statt. Träger ist der Bremer Domchor unter seinem Leiter Landeskirchenmusikwart und Domorganist Richard Liesch e. Eine reich besetzte Folge von Veranstaltungen in Kirche, Konzert- und Kammermusiksaal verspricht eine künstlerisch hochwertige Bachfeier. Herbstneuigkeiten im Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig. Der Verlag Reclam in Leipzig kündigt für den Herbst die folgenden Neuerscheinungen an: „Cosima Wagner und Houston Steward Chamberlain im Briefwechsel 1888 bis 1908", herausgegeben von Paul Pretzsch, Bayreuth. — „Kampf. Lebensdokumente deutscher Jugend von 1914 bis 1934". — „Heroische Prosa", herausgegeben von Robert H o h l b a u m. — W. H. Riehl: Die Naturgeschichte des deutschen Volkes, in Abwahl herausgegeben und eingeleitet von Prof. Dr. Hans Naumann, Bonn. — Felix Dahn: Herrscher und Helden germanischer Frühzeit. Von Hermann dem Cherusker bis zu Widukind. — Gerhard Bohl, mann: Der vergessene Kaiser. Roman. — Toni R o t h m u n d : Streit im Hause Jring. Roman. — Deutscher Almanach für das Jahr 1935. — &, A.-Sport. Erste Gießener Fußball-Ergebnisse. 1900 Gießen — Viktoria Frankfurt Eckenheim 2:0 (1:0). VsB.-Reichsbahn — Sinn 5:3 (4:2). Oie Rad-Wellmeisterschafien in Leipzig. Schreiber-Blerfch wieder Weltmeister. Im Entscheidungsspiel um die Weltmeisterschaft im Zweier-Radball standen sich am Freitagabend die Frankfurter Schreiber-Blerfch und Gäbler-Osterwalder (Schweiz) gegenüber. In einem spannenden Kampfe siegten die Frankfurter 6:5 (3:3) über die Schweizer. Den dritten Platz in der Weltmeister« schäft belegte Belgien vor der Tschechoslowakei. Am gleichen Abend wurde auch die Europa- meisterschaft im Einer-Kun st fahren entschieden, die sich der Görlitzer Seiffert mit 256,8 Punkten vor Compes (München-Gladbach) mit 243,8 Punkten holte. Pellenaars (Holland) Amateur-Straßenmeisier. Arn Samstagmorgen wurde im Scheibenholzpark in Leipzig auf der 9,4 Kilometer langen Rundstrecke die Straßen-Weltmeisterschaft der Amateure entschieden. Pünktlich um 9 Hhr wurden die 36 Amateure zu der 112,9 Kilometer langen Fahrt gestartet. Krückl (München), ein aussichtsreicher Bewerber, tat in der sechsten Runde einen Sturz und verlor den Anschluß, fuhr aber tapfer weiter. Der Holländer Pellenaars siegte im Endspurt überraschend. kaers (Belgien) Meister bei den Berufsfahrern. Die 27 Fahrer, die für die Berufs-Straßenwelt» meisterschaft über den auf 225,6 Kilometer erweiterten Kurs gingen, fanden eine Zufchauermengs von 100 000 Personen vor. Nach mehrfachen Dor- tößen, bei denen A. Magne erst in der vorletzten Runde eingeholt werden konnte, machten sich noch 13 Fahrer auf zum Endspurt, der Rest war Reifendefekten zum Opfer gefallen und ausgeschieden. Mit einer Viertellänge Vorsprung siegte Karel Kaers in 5:56:15,8 Stunden. Guerra wurde Zweiter vor Danneels (Belgien) und dem jungen Gerhard Huschte (Deutschland). Stöpel kam kurz vor dem Ziel zu Fall und wurde nicht mehr gewertet. Hessen ist Deutscher Polizei-Fußballmeister. Hamburg verliert im Endspiel in Darmstadt 1:3. Am Samstagabend würbe in Darmstadt vor ungefähr 2000 Zuschauern die Deutsche Polizei-Fuß- ball-Meisterschaft entschieden. Für das Endspiel hatten sich die Landespolizei Hessen, die sich durch den Polizeisportverein Darmstadt vertreten ließ, und Hamburg qualifiziert. Die beiden Mannschaften standen sich nun schon zum dritten Male gegenüber. Diesmal gab aber Hamburg nicht den starken Gegner früherer Jahre ab. Die Darmstädter zeigten sich klar überlegen und siegten verdient mit 3:1 (2:0) Toren. In der ersten Halbzeit war der Kampf meist ausgeglichen, wenn sich auch schon die bessere Stürmerarbeit der Darmstädter vorteilhaft bemerkbar machte. In der 29. Minute konnte der Mittelstürmer Keck das erste und vier Minuten päter der Linksaußen Pfeiffer das zweite Tor erzielen. Bei diesem Stande blieb es bis zur Pause. Nach dem Wechsel dauerte es keine zehn Minuten, bis Pfeiffer zum dritten Treffer eingeschossen und damit den Sieg für die Darmstädter sichergestellt hatte. Die Hamburger kamen erst 8 Minuten vor Schluß durch einen Hcmdelsmeter zu ihrem Ehrentreffer. Der Kampf, der jederzeit anständig und fair verlief, wurde von Hillgärtner-Darmstadt großzügig geleitet. Nach dem Spiel nahm Oberst Jacobsen die Siegerehrung vor. Er überreichte den Spielern die von Reichsinnenminister Dr. Frick gestifteten Plaketten. Weiterer (BK.-Sport im drillen Blatt Sonntagmorgen 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Sommer I. Weißbinder* und Küfermeister im Alter von 64 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Christina Sommer, geb. Häuser Karl Sommer VL Steinberg, den 19. August 1934. Otto Sommer Margarete Sommer, geb. Aff 1 Enkelkind. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. August, nachmittags 3.15 Uhr, vom Sterbehaus Ludwigstraße 78 aus statt <822 D Schiffenberg Täglich frischer Zwischen- u. Apfelkuchen, Apfelmost Mäßige Preise Der Omnibus verkehrt täglich ab Bahnhof Gießen 3.25 Uhr, ab Gasthaus Lamm, Horst-Wessel-Wall 8.27 Uhr, ab Ludwigsplatz3.30Uhr. Rückfahrt 6.00 Uhr. 4S23d Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für ^lle Zeitungen und Zeitschriften Gießen /Schulstraße 1 Morgen Dienstag von 11-18 Uhr praktische Vorführung der neuesten elektrischen Wasch-, Koch- und Troikenmaschine L.B. Käufer Am Oswaldsgarten Telefon Nummer 2145 und 2146. 48150 Dr.Wolf von der Reise zurück! 3ienstflfl,öen2i.5iugült,i4Ui)r sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal), zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Scharmann Gerichtsvollzieher, Gießen Walltorstrahe 48, Telefon 3108. Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Ladenkassen, 1 Gasherd, Radios, 80 Spaten, 2 Beilpicken, Toilettengarnituren. 1 Bohr-, eine Roßhaarzupf-, 1 Polier- und Schreibmaschinen, 1 Abziehapparat, 1 Motor, Klaviere, Anzugsstoffe, Kassenschränke, 1 Nivelüennstrument, Mikroskope, Lupen, 17 B. Brockhaus, 1 Schleifbank, Schnellwaagen, 1 Standuhr. 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Ernst Keienburg. Oie Verleihung des Ehrenkreuzes. Ein Pour-Ie-Meriter geht ms Oedland. Den Weg eines Pioniers vom Stamm der alten Douaumont-Kämpfer wollen wir hier nachzuschrei- tcn versuchen. Er führt ins „Luch", wo es am tiefsten ist in der tiefen brandenburgischen Landschaft. Da ist Unland und Oedland und Moor und Wüste und alles zugleich und ein Flüßchen schneidet hindurch, reichlich gespenstisch, der „Rhin" genannt, übernebelt duii nagen und Schatten wie das ganze Luch. Doch auch gute Geister gehen hier um: der alte Ziethen, der am Rande dieser Wüste seinen Acker bestellte und der große König, der adlige Siedler und Urbarmacher. Dieses unbezwungene Land, in dem noch alles schlief, suchte sich nun einer als Wirkungsfeld aus, der in der Hölle von Verdun als einer der Douaumont-Stürmer hohen Ruhm errungen hatte. Der Hauptmann Cordt! von Brandts war von der Art, daß er dieses dämonische Land vom ersten Augenblick an lieben mußte. Hier war etwas, das angepackt und gestaltet werden wollte. Hier war eine Leistung zu vollbringen, so recht nach den Begriffen der Front. Ja, dieses horizontweite, von Erlenbüschen durchsetzte Urland war wohl die Front s e l b st, ein Niemandsland, ein Abenteuer, eine jahrtausendelang von der Urschöpfung gehaltene Stellung, die sich der bedächtigen treuen Arbeit auf lange Sicht ergeben mußte Gelang es nicht, nun wohl, so war es ein Kräftemessen gewesen, ein männliches Unterfangen, würdig eines ganzen Kerls, der es ablehnte, irgendwo durch Protektion unterzukriechen. Mann gegen Moor. Der freie Mann und das freie Luch: beide voller Hintergründigkeit. Der Kampf beginnt. Der Douaumont-Stürmer ist kein Grünhorn. Er ist für Mißtrauen und Reserven. Das Luch ist blank vor Tücke: Komm nur! Es sind viele gekommen vor dir und wieder nach Hause gegangen. Brandts nimmt alle Kriegskunst zusammen. Er kundschaftet das Moor in unzähligen Patrouillen aus, ehe er zupackt Seine strategische Stellung ist nicht ungünstig. Der Hof des Schwiegervaters, hart am Operationsgebiet, ist zugleich Rückendeckung und Lieferstelle für Geräte und Saatkorn, die gepachteten Ländereien liegen an der Wasserstraße, am Rhin, das Kartenbild der erworbenen Parzellen läßt spätere Straßenbildung vermuten. Auch ein Stoßtrupp ist rasch gebildet. Ein Kerl zieht andere Kerle an, das ist eine alte Sache. Es sind mitnichten Zierden der bürgerlichen Gesellschaft, diese neuen Mitarbeiter unseres Hauptmanns Gerade heraus gesagt: mancher Bürger würde sich vor ihnen bekreuzen. Halbnackt, mit dampfendem Körpern, mit wilden Bärten und märchenhaften Flüchen, die in den Gräben des Krieges gewachsen sind, wühlen sich ein in das Luch, schwarzbraun von Sonne und Torfstaub „M o o r- i n d i a n e r", ist noch ein zarter Ausdruck. Ein ehemaliger Torpedobootsmaat ist da, stark wie ein Bär, und ein Deutschbalte, ein Prachtkerl und Meister in vielen Künsten, dazu ein Trüpplein Russen, ,30kindhafte Riesen aus allen möglichen Lagern zusammengeklaubt. Der ehemalige Gardeoffizier schuftet neben dem Muschik, der Zimmermann neben dem Steppensohn und so fort. Es ist eine Kampftruppe aus den unterschiedlichsten Elementen, die sich hier in das märkische Moor verbeißt, Gescheiterte und Flüchtige, Weglose und solche, die wieder Boden fassen werden, Abraum der Großstadt und Sehnsüchtige — ein Komposthaufen, in dem es treibt und gährt. Das Erstaunliche aber geschieht, daß der Hauptmann und die wenigen Getreuen, die ihn umschanzen, den gestaltlosen Haufen stählern durchdringen und ihn einschmelzen zu einer schönen ungestümen Arbeitsgebärde. Man spricht nicht vom Führer, und doch lst er da. Er aeht mit langen Schritten über das Luch, seine Sägeraugen spähen über das Gelände, seine Blicke sättigen sich in der graubraunen Weite, über der die Rebel der Frühe dampfen. Eine Vision steht vor ihm auf, wie hier über dem sauren Grund, den harte Gräser überwuchern, ein st Saaten im Winde stehen werden. Dieses Bild ist stark und feurig in dem alten Sturmgeist, in dem „verrückten" Hauptmann. Doppelt arbeitswütig schmeißt er sich in die Sielen. Wenn er in der sengenden Hitze mit der Telleregge das Oedland zerreißt oder mit knatterndem „Bulldogg" die Trichterfelder ebnet, qualmt der Moorstaub dick über ihn hin. Dann gleicht er aufs Haar den Tankfahrern der Angrisfsschlachten. Moor gegen Mann Das Moor, die scheintote Landschaft, ein tückisches Wesen, das Jahrtausende schlief, spürt die Schrammen in seiner Haut und reckt sich zum Abwehrkampf. Da und dort klaffen Risse und braunschwarzes Wasser. Hinkümmert das Saatgut. Unkraut führt ein geiles Prasserleben auf den mühsam bereiteten Böden. Der Wind kommt als Sturm dahergefahren und wirft sich heulend auf die ungedeckte Weite. Die gesamte Heuernte wird auf den Wiesen in den Hucken zerfleddert, zerfetzt, in die Baumkronen geschleudert, in die Wolkenschleppen gewirbelt. Und wieder schickt bas Luch seine schleichenden, unterirdischen Gewalten gegen den Elementarfeind, den ordnenden Menschen: Wurmfraß und Seuche, Giftwolken von Mücken, würgendes Grundwaßer und das große Sterben von Tieren und Pflanzen. Härteres ist kaum einem widerfahren, der unter Einsatz seiner inneren und äußeren $abe mit dem Nichts um schmale Ernte rang. Schöneres läßt sich schwerlich von einem Manne sagen als dies: daß er immer seinem Werke treu blieb, fern von Profit und Hilfe von außen, und daß ein Streifen smaragdgrünen, selbstgeschaffenen Landes ihn glücklich machte und entschädigen konnte für ungezählte Bitterkeiten und Enttäuschungen, die mit dem Humor der echten Kerle ertragen wurden. Blick auf das Kommende Alles Bleibende will hart erworben fein. Das Werk, dem Hauptmann von Brandis dreizehn wertvolle Lebensjahre gewidmet hat, ist von B e - st a n d und Keimkraft. Es ist beispielhaft und im letzten Sinne soldatisch, mit einer Bravour durchgekämpft, die für den Außenstehenden, zumal für den siedlerisch Veranlagten, etwas Hinreißendes hat. So ist es nicht als Zufall einzuschätzen, sondern als gerechte Fügung, wenn die erwachte, auf den Führergedanken ausgerichtete Nation dem vielfachen Pionier eine wichtige Aufgabe anoertraute: die Heranbildung einer jungen Führerschicht aus der neuen Generation mit dem Endziele einer Verschmelzung des Siedlergedankens mit dem des deutschen Arbeitsdienstes, aus der Erkenntnis heraus, daß Oedlandsiedlung und Arbeitsdienst zusammengehören — im Auftrage jenes großen nationalen Werkes, das viel hunderttausend Hektar Land der Volksgemeinschaft als neue Heimat erschließen möchte. Daten für Montag, 20.August. 1854: Der Philosoph Friedrich Wilhelm Josef von Schilling in Bad Ragaz gest. (geb. 1775); — 1858: Fritz Skowronnek, der Dichter der Masuren, geboren; — 1914: (bis 22.) Schlacht in den mittleren Vogesen; — 1914: Siegreiche Schlacht bei Lothringen (Kronprinz Rupprecht von Bayern); Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Die vorgeschriebenen Formulare zur Erlangung des von dem Herrn Reichspräsidenten gestifteten Ehrenkreuzes stehen auf den Polizeibezirken zur Verfügung und können auch in verschiedenen Papiergeschäften erworben werden. Die Entgegennahme und Bearbeitung der einzureichenden Anträge bringt eine erhebliche Steigerung des Geschäftsverkehrs mit sich. Jeder Antragsteller, der dazu in der Lage ist, hat die zur Verfügung gehaltenen Vordrucke selbst ordnungsgemäß und lückenlos auszufüllen, damit das Verleihungsverfahren so rasch als möglich abgewickelt werden kann. Soweit dem Antragsteller Beweisstücke über seine Teilnahme am Kriegsdienst ober sonstige Papiere (Tobesurkunbe usw.) zur Verfügung stehen, finb biefelben bem Antrag beizufügen. Die Beschaffung irgenbwelcher Beweisstücke bei bem Zentralnachweisamt für Kriegerveriufte unb Kriegergräber unb bei bem Reichsarchiv sowie beten Zweigstellen ist bem Antragsteller nicht gestattet. Diese Behörben werben solche Anträge ausnahmslos unbeantwortet lassen. Nur die Verlelhungsbehörden sind befugt, Anfragen an diese Behörden zu richten. Bei der ungeheuren Zahl der dorthin behördlicherseits gelangenden Anfragen wird die Beantwortung längere Zett dauern, so daß es im eigenen Interesse des Antragstellers liegt, sich Beweisstücke von anderen Behörden (Verbände und Vereinigungen), die angewiesen sind, sie dem Antragsteller auszuhändigen, selbst zu beschaffen. Als Beweisstücke kommen in Frage: Militärpah, Kriegsstammrollenauszug, Kriegsranglistenauszug, Militärdienstbescheinigung oder Bescheinigung über Verwundung und Kriegsgefangenschaft, Rentenbescheid, Gedenkblatt, standesamtlicher Registerauszug, sofern er den Kriegstod klar ersichtlich macht, Tobesurkunden ober Bescheinigungen» Auszug aus ber Verlustliste unb begleichen. Das Ehrenkreuz wird verliehen an alle Kriegsteilnehmer, sowie an Witwen und Eltern Gefallener, an den Folgen von Verwundung oder in Gefangenschaft gestorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer. Frontkämpfer ist jeder reichsdeutsche Kriegsteil, nehrner, der bei der fechtenden Truppe an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf oder einer Belagerung teilgenommen hat. Für die Ent- fcheidung der Frage, ob ein Kriegsteilnehmer bei der fechtenden Truppe an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf ober an einer Belage- rung teilgenommen hat, ist bie Eintragung in der Kriegsrangliste ober Kriegsstammrolle maßgebend. Die Frontkämpfereigenschaft im Seekriege haben Soldaten, Marinebeamte oder alle sonstigen Be- fatzungsangehörige eines die Kriegsflagge führenden Kriegsschiffes oder Hilfskriegsschiffes, die auf diesem an einer Kampfhandlung teilgenommen haben. Luftschiffe und Flugzeuge der Marine sind hierbei den Kriegsschiffen gleichgestellt. Kampfhandlungen zur See sind Schlachten, Gefechte, kriegerische Unternehmungen und sonstige ausgesprochene Kriegstätigkeit, wie Minensuchen, Minenräumen und O-Boot-Geleitdienst in Minengebieten. Als Kriegsteilnehmer gilt jeder Reichsdeutsche, der auf deutscher Seite oder auf Seiten der Verbündeten Kriegsdienste geleistet hat. Kriegsdienste im Sinne dieser Bestimmung hat jeder Reichsdeutsche geleistet, der im Weltkriege zur Wehrmacht eingezogen war, sondern wie das Personal der freiwilligen Krankenpflege, des freiwilligen Automobilkorps und des freiwilligen Wotorbootkorps, soweit es sich im Krlegs- geblet aufgehalten hat. Der Weltkrieg im Sinne dieser Bestimmung umfaßt die Zeit vom 1. August 1914 bis 31. Dezember 1918. Die Eigenschaft als Witwe eines Kriegsteilnehmers setzt voraus, daß die Ehe nicht nach dem 31. Dezember 1918 geschlossen worden ist. Durch eine spätere Wiederverheiratung wird die Witwen» eigenfchaft nicht berührt. Zu den Eltern gehören auch die Stief- und Adoptiveltern. Als Verwundung gelten alle äußeren oder inne» ren Verletzungen, durch unmittelbare oder mittelbare Einwirkung von Kampfmitteln. Den Verwundungen sind alle sonstigen Gesundheitsschädigungen gleichzuachten, wenn sie auf die besonderen, nur dem Kriege eigen» tümlidjen Verhältnisse zurückzuführen sind. Antragsberechtigt ist bei Eltern der Vater und, falls dieser verstorben ist, die Mutter. Den Reichsdeutschen werden die Kriegsteilnehmer gleichgestellt, die infolge des Versailler Diktats dis Reichsangehörigkeit verloren haben Personen, die wegen Landesverrat, Verrat militärischer Geheimnisse, Fahnenflucht ober Feigheit vor bem Feinb bestraft finb, barf bas Ehrenkreuz nicht verliehen werben. Das Ehrenkreuz wird nur auf Antrag verliehen. Anträge ohne Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke bleiben unberücksichtigt. Anträge werden täglich in der Zeit von 8 bis 12 und 15 bis 18 Uhr auf dem 1. Polizeibezirk, Landgraf-Phi- lipp-Plah 1. und dem 2.Polizeibezirk, Clebigffr.18, Leutnant a. D. Knobel. Am Samstag berichteten wir über den 90. Geburtstag von Leutnant a. D. Knobel. Unseren Lesern vermitteln wir hier das Bild des geistig und körperlich noch sehr rüstigen Jubilars, dem aus Anlaß seines Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil wurden. nichts." Schließlich aber gab er doch den unablässigen Bitten Susis nach und wartete noch neun Tage — zu seinem und seiner Kinder Heil. Denn am neunten Tag nach jener Nacht flog das Haus im Rheinland mit allen Bewohnern in die Luft. Ein geheimes, aus den Wirrnisfen der Franzosenzeit noch herrührendes Munitionslager darin war explodiert. In ihren alten Tagen ist die Magd aus dem Rheinland in die Heimat zurückgekehrt und hat, in unserer Nachbarschaft wohnend und in meinem Elternhause ein- und ausgehend, als achtzigjähriges, bewegliches Hutzelweiblein mir dutzend- und dutzendmal die Geschichte von der kleinen Susi und ihrer Mutter, erzählen müssen. Die eiskalte Totenluft, das gespenstische Knistern des Seidenrockes, das Hinhauchen der Geistersprache, das Hereinragen einer anderen Welt in unser ahnungsloses Leben — stärker als all diese Schauer wirkte auf mich das wundersam beruhigende Gefühl des Geborgenseins in der selbst Tod und Grab noch überwindenden Mutterliebe. Sie hatte ihrer Meinung nach schon mehrere Stunden geschlafen, als sie von einem eisigen Hauch, der über sie hinstrich, erwachte. Gleichzeitig.^ o--,. -•»- 9f - war es ihr, ois hä f , ____aL-Px.___ I — hL hnroit« alles vorder« „Susi", fragte sie deshalb, „Susi, willst du was?" Keine Antwort. Aber ein seltsames Geräusch, etwa wie Kleiderrascheln geht durchs Zimmer. Und jetzt agt das Mädchen laut und bestimmt, nicht etwa hastig und unklar wie ein Träumender: „Jawohl, Mama. Gewiß. Ich hab dich gut verstanden und morgen sag ich's Papa", und dann mit unbeschreiblicher Wehmut: „Mama! Mama!", worauf das Kind still ist. Aber das jüngere jagt jetzt, deutlich und langsam: „Mama, gehst du schon wieder? Adieu, Mama, adieu!" Und sogleich fetzten wieder seine regelmäßigen Atemzüge ein. Von Susi dagegen war nichts zu hören. Darum fragte die Magd, indem sie Licht machte. „Susi, bist du wach?" „Ja." Und sich aufsetzend im Bett, sagt die Kleine ruhig und keineswegs erschreckt zur Magd hm: „Jetzt war eben die Mama da." „Du hast geträumt, Susi." „Lina, nein. Ich bin aufgewacht, weil es auf em- mal so kalt geworden ist. Aber ich war ganz zu- gedeckt, Lina. Dann hab' ich die Mama gehört. Ganz deutlich hab' ich das Rauschen und Knistern ihres seidenen Rockes gehört. Und Mama hat mit mir gesprochen. Ganz leise, wie wenn sie jedes Wort nur so herhauchte auf mich; aber so deutlich, daß ich jedes Wort verstanden habe. Die Magd war aufgestanden und ans Bett des Kindes getreten: „Komm, Susi, leg dich wieder nie- der! Ich setz mich neben dich. Du bist aus dem Schlaf aufgeschreckt." Und sie fuhr dem Kind streichelnd übers Haar und drückte die Kleine sanft in die Kissen zurück: „Schlaf nur wieder, Kindl Es ist Mutterliebe von Michael Kohlhaas Herr von Runge hatte nach dem frühen Tode seiner Frau seinen Grundbesitz im Salzburgischen, wo er nie heimisch und nur der Gattin zuliebe ansässig geworden war, verkauft, hatte im Rheinland, woher er stammte, ein Haus erworben und war eben drauf und dran, mit seinen zwei Kindern, Mädchen im Alter von vier und sieben Jahren, dorthin zu übersiedeln. Das Verlassen der ländlichen Einsamkeit, die bevorstehende Reise, das zu erwartende Neue erfüllten die Kinderseele und den Jugendsinn mit ungeduldiger Fxeude. „Papa, wann reisen wir? Papa, warum sind wir eigentlich noch da? Papa, worauf warten wir denn noch?" also bestürmten sie noch aus ihren Betten heraus den Vater, und der Vater sagte: „Üebermorgen um diese Zeit sind wir schon fort. Jetzt aber die Augen zu und gute Nacht!" — ,,©ute Nacht, Papa, gute Nacht, gute Nacht! lieber- morgen sind wir schon über den sieben Bergen, bet den sieben Zwergen." Und alsbald schliefen die Kinder ein. Das geräumige Schlafzimmer teilte mit ihnen ihre junge, aber resolute, mit hingebender Liebe an den mutterlosen Kleinen hängende Magd, die um ihre Hingebung immer wieder zu verjüngen, sich nur daran zu erinnern brauchte, wie auf ihr unbedachtes Wort vom baldigen Fortgehen und Sterben der Mutter das ältere der Mädchen über die todkranke Frau sich warf und flehte: „Mama, nicht fortgehen! Nicht gehen, Mama! Mama, bleiben! Mama, bableibenl”, und wie da die Sterbende noch einmal die Augen aufgetan und mit entfliehender Kraft geflüstert hatte: „Ich komm wieder, Susi! . . komm wieder . . . wied . . ", und in diesem Wort gestorben ist. Der Begriff der sensitiven Veranlagung, der überreizten Nerven, der hysterischen Einstellung, und wie diese materiellen Entkräftigungen übersinnlicher Zusammenhänge sonst heißen mögen, war auf die robuste, furchtlose, immer sachlich denkende Magd nicht anwendbar. Aber auch die Kinder waren in jeder Beziehung gesund und außerordentlich wahrheitsliebend. Nachdem der Vater der Kinder das Zimmer verlassen hatte, ging auch die Magd zu Bette, löschte das Licht und schlief ein. „Aber wenn ick mich doch gar nicht furchte, ßma. Mama war ja so lieb. Susi, hat sie gesagt, Susi, hörst du mich? — Gewiß, Mama ich gesagt das ist lieb, Mama, daß du kommst. - » ** 65 dir versprochen habe. Susi, höre mich. Ihr mußt mit der Abreist nach neun Tage "?^n. Unbedingt. Sag’s morgen dem Papa und bitt ihn und Jag. — ich bitt’ ihn auch! Hast du mich verstanden? Susi, leb wohl! Und der seidene Rock hat wieder geknistert und die Mama ist fort. Lina, ich hab nicht geträumt. Mama war wirklich da. alaub es dir, Susi, und gleich in der Früh ,°ge^ wir alles dem Pap°. Ader ietzt nur °"L°wi/ich'°uch-, faflte das Mädchen und schloß langsam die Augen und sagte le.st noch vor sich hin: „Mama war ja so lieb ZU mir. Des Morgens berichteten sie sogleich bem Vater, der -merst ungläubig, bann Zweife nb von einer mfrG+Uphnna ber Abreise nichts wissen wollte, zuwar es ihr, als haue ]ie, jeooaj noaj in lyren ncylas Verschiebung oer -uv e, Z b stellt roäre hinein, bie Stimme bes älteren Mäbchens gehört.'mal ba bereits alles oorbereitei uno oe,leiu wäre. AnleitungzumKofferpackeninalterZeit Das Kofferpacken hat schon ben Reisenden vor vierhundert Jahren viel Kopfzerbrechen gemacht, und so haben sie gewiß gern die Ratschläge angenommen, die ihnen in einem 1561 in Ulm er» schienenen Reisehandbuch gemacht wurden. In die- fern „getreuen fReifegeferr wurden sie vor allem gemahnt in ihrem „wohlverschlossenen Reistrühlein, Rantzen, Felleisen oder Dellis" nur das Allernotwendigste mitzunehmen, denn viel Gepäck ist beschwerlich und „locket nur die Räuber heran". Als „unentbehrliche Reiseapparate" gelten: Ein Gebetoder Gesangbuch, ein Stammbuch, ein Schreibtäf- lein, ein Reise- und ein Tagebüchlein, ein Kalender, ein historisches, luftiges oder nützliches Traktätlein, etliche Bogen weißes Papier, einige Federn, Tin- tenfah unb Streusandbüchslein, ein Federzeug, Nadeln, Faden, „Klöblein" und „Schlößlein", um die Zimmertür im Gasthof damit zu verschließen. Wer zu elegant gekleidet ist, setzt sich Gefahren aus, wer zu schlecht gekleidet ist, wird bei vornehmen Leuten keine Unterkunft finden; zwischen beiden galt es also die Mitte zu halten. Mitzunehmen sind vor allem: Ein Regenmantel und ein breitkrempiger Hut, „Kappen, Nafenfutter und Ueberstrümpfe mit Knöpfen" gegen die Kälte, vier saubere Leiboder Unterhemden, ebensoviele „Dorschläg und Krügen", ein Oberhemd, mehrere Schmutz- und Handtüchlein, zwei „Haupttücher", Ober- und Unterstrümpfe, Socken, Schlafhosen, Schlafhauben, Handschuhe, ein zweites Paar Schuhe und Pantoffeln, auch etwas Beyfuß in die Schuhe zu legen, ein „gut Mittel vor die Müdigkeit". Ferner sind notwendig: Waffen, ein guter Stecken zur Abwehr der Hunde, zum Bergsteigen und Grabenüberspringen, ein Schlafpelz, ein Perspektiv, Brillen als Schutz gegen den Staub, ein Spiegel, Kreide, Räucher- und Wachskerzen, ein Petschaft „sowohl zu verwahren", Messer und Gäblein, ein Kamm oder „Strahl", Eßlöffel, Ohrlöffel, ein Zahnstörer, ein Kompaß, eine Sonnenuhr, eine Zeiger- und eine Sanduhr, ein Quadrat, etwas Gewürz, Eingemachtes, Del, Hirschenunfchlitt, Wachs, Zucker, Rosenzucker, Pillen und „etzliche andere Arzneien wider das Schweißen aus der Nasen, Durchfluß und Stopfung des Leibes, den Sodbrand, den Wolf vom Reiten, Blasen an den Füßen, Erbrechung, die Pest, Gicht, böse Lüfte, Kopfweh, Bräune, Schlangen und Skorpione, wütenden Hundebiß, Läuse, Schwunden an den Lippen und andere Umstände mehr". An Nahrung nehme man mit „gebraten Fleisch, Schinken, Brot, Käse, Butter, Knoblauch und etwas gebrannten Wein, denn man findet nicht allerorten zu essen und zu trinken". So versehen kann man „mit Gott versöhnt und den himm- lischen Zehrpfennig (das Abendmahl) zu sich genommen, seine Schulden bezahlt und seinen letzten Willen förmlich aufgesetzt", sich getrost auf die Reise machen, wobei allerdings nicht zu vergessen ist, „daß Gelb genug vorhanden sei". Giebzehnmal Rom. „Viele Wege führen nach Rom!" aber es ist dennoch keine Gewähr, daß man dorthin gelangt, wohin man kommen möchte. Denn es gibt nicht weniger als siebzehn Städte, die den Namen der heiligen Stadt tragen. In Europa gibt es außer dem „eigentlichen" Rom ein kleines skandinavisches Dorf auf der Insel Gotland, das sich den Namen der ewigen Stadt zugelegt hat. In Asien heißt ein Dorf, in Indien im Distrikt Shun, Provinz Birma, Rom, und in Afrika führt ein Misfionarplatz im Gebiete der Basutos den gleichen Namen. Aber den Rekord stellt Amerika auf: allein in den Vereinigten Staaten gibt es nicht weniger als neun Städte namens Rom; die größte liegt in Indiana unb zählt etwa 30 000 Einwohner, ein zweites Rom in Texas, ein drittes in der Nähe der Nia- garafäüe ufw. Aber auch in Südamerika hat man Rom dreimal: in der Provinz Nanquen in Argentinien, ein zweites an der Linie Bahia-Bianca und General Acha, ein drittes im Feuerland. In Australien liegt in Queensland ein Rom, und im malayifchen Archipel, auf Neupommern hat ein Sturzbach den Namen der Siebenhügelstadt. afgegengenommen. Samstags nur In der Zelt von 8 bis 12 Uhr. Die Anträge sind möglichst persönlich zu stellen, da die beigefügten Ausweis- paniere unmittelbar nach Prüfung des Antrages wieder ausgehändigt werden. Weitere Dienststellen der Polizeidirektion sind zur Entgegennahme der Anträge nicht berechtigt, auch werden Anträge außer den Dienststunden nicht angenommen. Die Verleihung der Ehrenkreuze wird später bekanntgegeben. Rundfunkprogramm. Montag, 20. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6 40: rühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: iymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: Eigene Sendung. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Aus dem Funkturmgarten: Orchesterkonzert. 17: Aus dem Funkturmgarten: American Legion Band. 17.30: Der Manfchettenbauer. Don Karl Windhäu- fer. 17.45: Volkstümliche Lieder. 18: Stunde der Äugend. 18.25: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht. Soziales Funkbild. 19: 9m alten Freiburg. Hörbilder. 19.30: Saar-Um- schau. 19.40: Kleine Musik. 20: Nachrichten. 20.10: Nundfunksprecher-Wettbewerb. 24 bis 1: Nachtmusik. Dienstag, 21. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9.45: Eigene Sendung. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert. 14.40: Stunde der Frau. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Die chemische Reinigung. Ähre hygienische und volkswirtschaftliche Bedeutung. Ein Bericht von Dr. G. L. Fertsch, Frankfurt a.M. 17.45: Schrammelmusik. 18: Interessantes von unserer Reichsbahn. Zwiegespräch. 18.15: Ueber- tragung nach Stuttgart: Aus Wirtschaft und Arbeit. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Konzert. 20: Nachrichten. 20.10: Kurzprogramm. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Weltpolitischer Monatsbericht. 23.10: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik. Preußen. Reichsstaiihalier Sprenger Ehrengauarbeitsführer. Frankfurt a. M., 19. Aug. (LPD.) Reichsarbeitsführer H i e r l ernannte auf Vorschlag des Gau-Arbeitsführer F a a tz den Herrn Reichsstatt- balter Gauleiter Sprenger in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Deutschen Arbeitsdienst zum Ehren - Gauarbeitsführer. Aus diesem Anlaß richtete der Arbeitsgau 25 folgendes Telegramm an den Gauleiter: „Ihre Ernennung zum Ehren-Gauarbeitsführer erfüllt den Arbeitsgau 25 mit Stolz und Freude. Er sieht in dieser Ehrung den Dank und die Anerkennung für Ihre tatkräftigen und mühevollen Verdienste um die Sache des Deutschen Arbeitsdienstes. Wir vertrauen auf eine weitere treue und gemeinsame Arbeit für Führer und Volk. gez. Faatz, Gauarbeitsführer." Gtrahlenpilzveraistunq. LPD. Wallau, 19. Aug. Eine hiesige Frau, die bei der Getreideernte eine Aehre in den Mund genommen hatte, bekam plötzlich . eine Strahlenpilzvergiftung mit starker j Schwellung des Gesichtes. Trotz sofortiger Heber- führung in die Marburger Klinik war das Leben Wirtschaft. Kartoffelpreise vom 20. August ab. Ab Montag, 20. August, gelten im Bezirk der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Hessen - Nassau beim Aufkauf vom Erzeuger folgende Preise, die nicht unterschritten werden dürfen: Weißfleischige Sorten 3 Mark, runde, gelbfleischige Sorten d,20 Mark, lange, gelbfleisckige Sorten 3,50 Mark je Zentner. Die Preise gelten ohne Sack. frankfurter Börse. Frankfurter Mittagsbörse fester. Frankfurt a. M., 18. Aua. Die Samstagsbörse in Frankfurt lag beachtlich fester. Das Geschäft war wesentlich lebhafter, als an den Vortagen, da die Auftragseingänge aus dem Reich infolge der Börsenruhe an den anderen Plätzen ziemlich umfangreich waren. Die große Hamburger Rede des Führers gab einen kräftigen Rückhalt und ver- anlaßte zahlreiche Meinungskäufe. Die zuversichtliche Beurteilung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, dazu die anregenden Berichte aus der Wirtschaft förderten die Kurserholung an den Aktienmärkten, woran ziemlich gleichmäßig alle Gebiete Teilnahmen. Farbenindustrie um 0,40, Scheideanstalt um 4 v. H. höher. Montanwerte freundlich. Am Elektro- markt gewannen AEG. 0,25, Siemens 2, Schuckert 1 o. H. Don Tarifwerten Bekula 1, Gesfürel und Lieferungen 0,50 v. H. höher. Don Montanwerten gewannen Phönix 0,75, Mannesmann 0,65, Klöckner, Stahlverein und Rheinstahl je 0,25, Gelsenkirchen 0,50 o. H. Schiffahrtswerte leicht mitgezogen, Nordd. Lloyd um 0,13, Hapag 0,50 v. H. fester. Sonst Reichsbahn-DA. 0,25, AG. Verkehrswesen 0,50 v. H. höher. Von Zellftoffwerten gaben Waldhof auf die ungeklärte Samerungsfrage 0,40 v. H. nach, während Aschaffenburger Zellstoff erneut 1,40 v. H. anzogen. Alle Auslandswerte waren gut erholt, so gewannen AKU. 1,25 v. H. Im einzelnen Daimler 0,50, Junghans 1, Reichsbankanteile 0,50 v. H. gebessert. Ziemlich ruhig lag der Rentenmarkt, auch hier überwogen die Kurssteigerun- 8en. Altbesitz gewannen 0,50, späte Schuldbücher ,40 v. H. Auslandsrenten, vor allem Schweizer Bundesbahnen, gefestigt. Im weiteren Verlauf blieb die Börse lebhaft und freundlich. Farbenindustrie allerdings nur behauptet, sonst Aschaffenburger Zellstoff nochmals 0,50, AKH. 0,50, Gesfürel 0,25 v. H. höher. Schweizer Bundesbahnen 2 bis 3 v. H. gebessert. Don Ein- heitswerten Chem. Albert, auf Portefeuillebesitz von Aschaffenburger Zellstoffaktien, um 4 o. H. erhöht. Im Freiverkehr zogen Adlerwerke von 39,50 aus 40,50, Growag von 53 auf 55 v. H. an. Sehr ruhig lagen Späte Anleihen. Goldpfandbriefe ebenfalls still und unverändert, doch bestand etwas mehr Kaufinteresse, besonders für Kommunalobligationen. Die Börse schloß freundlich. Tagesgeld 3,50 v. H. Frankfurter Ercrmarkt. Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Preise für deutsche Eier haben seit der letzten Notierung leicht angezogen. Die Nachfrage hat allerdings noch keine Besserung erfahren. Etwas vernachlässigt wurden die besseren Sorten, während die minderen Qualitäten stärker gesucht sind. Die Preise für Holländer haben sich nicht unerheblich erhöht, und zwar um bis zu 50 Pfennig pro 100 Stück. Von sonstigen ausländischen Eiern war noch etwas bulgarische Ware am Markt, die für 8% bis 8V2 Pfennig gehandelt wurde. Die offiziellen Verkaufspreise des Großhandels an den Kleinhandel stellten sich in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. nach den Notierungen von Marktdirektion und Landesbauernschaft wie folgt: Deutsche Markeneier Kl. S 10% bis 101/» Kl. A 9%, Kl. L 9 bis 91/,, Kl.E 8% bis 8V2, Kl. V 7% bis 8; Holländer Kl. 8 10 x% bis 10%, Kl. A 954, Kl. 6 9 bis 91/»; Belgier 66/77 10^, 57/58 9. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 18. Aug. Die Nachfrage am Frankfurter Buttergroßmarkt war etwas schwächer, da aber die Zufuhren ebenfalls etwas geringer waren, entstand kein Druck auf den Markt. Die Preise für deutsche Butter blieben unverändert. In den ausländischen Sorten herrschte ein gewisser Mangel, der wahrscheinlich bald behoben sein wird. Die Preise für ausländische Butter blieben etwa behauptet. Man nimmt an, daß die Zufuhren und der Verbrauch etwas größer werden, da mit dem Ende der Urlaub s^eit erhöhte Nachfrage erwartet wird. Die Verkaufspreise des Großhandels an den Kleinhandel wurden wie folgt festgesetzt: Deutsche Markenbutter 145, Deutsche feine Molkereibutter 142, Üandbutter 120 bis 125, Holländer 142 bis 145 Mark pro 50 Kilo frei Frankfurt a. M. Im jeweiligen Höchstpreis ist der Aufschlag für ausgeformte, also gepackte Ware enthalten. Frankfurter SchlachtvteHmarkt. Frankfurt a. M., 20. August. Vvrbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1398 Rinder (460 Ochsen, 132 Bullen, 365 Kühe, 433 Färsen), 584 Kälber, 59 Schafe, 4106 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 23 bis 34 Mark, Bullen 23 bis 31, Kühe 13 bis 31, Färsen 23 bis 35; Kälber 25 bis 45, Hämmel 30 bis 35, Schafe 32, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 51 bis 53, sonstige 41 bis 52 Mark. Marktverlaus: Rinder lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine rege. der Frau nicht mehr zu retten. Dieser Vorfall ist erneut eine Warnung, keine Halme oder Körner in den Mund zu nehmen. Kreis Biedenkopf. LPD. Gladenbach, 19. Aug. In einem hiesigen Hofe ereignete sich bei D a ch d e ck e r a r b e i - Eewinnauszug 5. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 7. Ziehungstag 15. August 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 2 Gewinne zu 20000 M. 322975 2 Gewinne zu 10000 M. 226898 6 Gewinne zu 5000 M. 207834 295651 370096 14 Gewinne zu 3000 M. 15465 69977 67919 120559 322050 332175 391922 28 Gewinne zu 2000 M. 51678 69509 97446 130154 163311 170921 172697 191545 223932 282028 286421 296124 328294 373122 26 Gewinne zu 1000 M. 35307 105890 108725 113581 190589 229314 231446 249130 251182 278233 300564 349270 372359 100 Gewinne zu 500 M. 3391 8486 13660 18722 25790 28684 39181 55223 58443 64587 72499 73481 77269 89123 89607 113448 128994 136471 155282 156551 163059 164489 178374 184172 186865 189639 211411 218529 225960 227144 237181 238152 245698 250751 257124 274362 308438 316611 329886 332351 335179 336673 387262 347116 358742 362239 371428 387396 399219 385500 404 Gewinne zu 300 M. 37 1938 2220 4614 4831 6407 8971 16663 21966 22636 23107 26356 33823 34093 34251 35292 35940 39714 41074 42255 45483 47918 48053 48473 54594 67659 58518 59141 60250 60283 61894 62685 66095 69216 69368 71133 71265 71331 72226 72364 76191 75924 81567 82570 83398 85797 89017 91104 95007 96241 99842 105660 106858 108356 111908 112462 113006 117046 117666 119103 119894 121135 121584 122885 124492 124574 124971 128858 130409 135702 137644 139856 140581 147474 147872 147891 148284 149658 150921 161791 153647 164206 164513 165215 166202 168016 160285 160481 160997 162385 163944 163967 165259 165699 167527 168446 169165 170624 172437 173282 174301 176197 177576 180486 184205 186443 187336 187351 187379 188883 193678 196658 197160 197842 202418 202661 204688 206732 209838 211464 211896 213727 217720 220194 2.20376 220425 223607 230084 230803 230908 236382 238047 240687 241476 246319 247358 254888 255505 257404 257799 259210 259571 260242 262125 264608 266697 267690 269239 272388 273181 277397 279848 280212 282843 285017 285930 301505 301724 303161 305337 306496 318408 325338 327352 327848 328031 328560 332134 333214 335863 336127 344989 345699 348091 349342 351342 352365 352801 354169 356033 356592 360272 362143 364777 368903 370663 373061 374183 377898 378828 380067 380626 381700 381743 382011 384211 390116 390231 391146 392444 394559 398266 8n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 2 Gewinne zu 6000 M. 244155 234906 4 Gewinne zu 3000 M. 69629 215025 16 Gewinne zu 2000 M. 10087 178984 235493 288782 372491 395776 399581 26 Gewinne zu 1000 M. 3179 42330 150581 200993 223497 294831 328617 51301 332176 354112 370364 374399 376310 76 Gewinne zu 500 M. 9936 10643 29464 42873 70618 108028 109650 116103 138714 143742 144117 145966 146707 149816 160243 167470 194999 198663 201413 231333 235697 239359 244237 262468 268431 296860 304131 304638 327369 349160 366083 367942 374084 375153 384593 386631 394654 396211 324 Gewinne zu 300 M. 815 1 906 3091 11114 12667 13759 13813 16522 19955 20707 24412 27237 32344 35215 35776 39997 40270 41122 41991 43697 45144 45302 48246 49452 50358 50956 58805 62299 65578 65649 69746 69997 71840 74894 75355 76999 77484 80083 86272 99497 100614 101192 102324 102776 108114 110878 114020 114132 114667 114767 119699 119937 122296 124497 124742 125247 127158 129150 130106 130203 132729 145410 145480 145957 146070 164346 158498 159220 159973 163088 163734 165214 167777 168106 173195 174597 176155 177840 181137 181954 182797 183120 191863 192289 192416 193155 196329 197725 198768 205623 206028 211001 216859 217062 224943 228048 230913 232930 235597 241980 242758 244172 244301 244620 244689 244723 247038 250001 254594 256640 258878 259312 260036 260329 267539 270182 278135 281769 283546 290724 298299 299237 301287 303109 304432 307441 307844 309047 309348 310856 310896 314801 317092 323161 323722 327469 327922 333249 334036 334193 334222 336098 342661 354023 355321 363065 363875 364767 365092 367440 368220 3703^ 375564 379862 380481 386907 388305 391973 392592 394127 395131 398434 20 Tagespramien. 77506 103902 178515 188352 221403 226879 309249 318737 349558 364826 Im Gewinnrade verblieben: 460 TageSprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 100000, 2 zu 75000, 4 zu 50000, 6 zu 80000, 8 zu 20000, 32 zu 10000, 154 zu 5000, 300 zu 8000, 726 zu 2000, 1518 zu 1000, 8712 zu 500, 14678 zu 800 M. t e n ein folgenschwerer Unglücksfall. Aus beträchtlicher Höhe fiel ein Ziegelstein einer vorbeigehenden Frau auf den Kopf und verletzte sie derartig schwer, daß sie sofort ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. Gewinnauszug 5. Klaffe 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 8. Ziehungstag 16. August 1934 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 144832 6 Gewinne zu 5000 M. 48736 190807 301871 12 Gewinne zu 3000 M. 1161 39731 157924 805671 326368 373580 26 Gewinne zu 2000 M. 3177 7425 58481 59308 64674 110032 116986 190086 211214 226820 243239 260924 364861 42 Gewinne zu 1000^1. 25940 41507 61093 89050 104941 105459 108203 129125 162150 181854 190962 203893 233643 240698 262896 274476 340818 359731 366448 377891 382575 110 Gewinne zu 500 M. 24263 24278 24534 27645 41522 54306 68418 69215 69284 74580 84239 98765 104078 105131 114271 116040 122791 125483 131368 132036 164995 170793 174683 176605 176867 179162 190871 192511 203238 222580 222744 223867 226390 228340 232935 238187 242289 244386 253277 257655 262282 266101 283940 292178 297214 309802 319163 345798 354705 364202 367890 377343 381886 386013 392182 416 Gewinne zu 300 M. 2251 5173 5244 8356 8882 11673 15371 16928 17813 20296 21171 23458 25522 26630 27479 27858 28033 28697 29360 38237 41519 41587 51628 52314 57424 59044 62668 64666 64798 68259 72291 73005 73463 77651 79634 86204 88428 88790 91370 92587 92934 97610 97876 98737 99559 101013 103660 105182 105290 106695 107002 107444 108471 110793 111860 118981 121521 124647 124776 126736 129136 130197 131073 131249 131579 132144 134628 134896 135317 137367 152192 152718 154402 155205 161780 166783 169032 170604 171997 173675 175125 176098 178289 178316 178576 185241 186498 191659 195542 200220 201145 201903 203589 205822 207067 207374 207398 207543 207561 210245 211738 212777 214752 215101 215414 216737 222552 223943 227802 231254 231455 232172 235011 236703 237635 240203 240691 241467 244873 245425 246289 247902 248767 249625 254506 254957 257240 259816 260028 260384 264978 271767 271872 274227 275983 280198 280770 282868 283228 285529 287158 287504 292728 295058 296545 299393 301046 303395 304658 304773 304784 307493 307994 310177 310366 311133 312108 316566 316866 320099 320521 320534 323044 326968 328514 329232 331180 332880 333234 335565 336585 338052 341394 341718 345047 345791 347418 348663 349187 349300 352673 353190 359464 360610 361362 365213 365525 367306 367803 368614 369291 371002 375113 376047 379622 382776 384159 384311 384880 384906 388162 389547 392980 393561 395673 395982 397835 398286 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 386899 4 Gewinne zu 3000 M. 50645 214361 8 Gewinne zu 2000 M. 102913 256078 279291 282064 34 Gewinne zu 1000 M. 13035 33719 95633 101515 111324 163034 169133 175577 179615 195393 210705 266216 267775 271115 277462 308025 393965 92 Gewinne zu 500 M. 2238 14845 15655 16676 21614 24038 38709 40564 45188 72099 89538 97886 101417 103879 106467 116119 138503 139324 140107 147143 155563 165011 169039 192644 202407 207229 228241 228972 240398 242204 243019 247607 249870 253411 253649 258228 332645 260255 263960 226477 294785 348900 361815 391744 397269 305171 292 Gewinne zu 300 M. 4939 7825 7886 8772 18091 35910 40134 42050 47048 54159 58092 60796 64493 66046 68849 77912 92464 92613 92642 97078 98366 100932 105294 114058 118600 122513 125438 125934 131134 131456 134525 134732 136653 140978 141623 148677 148995 151502 151654 152002 152964 155186 155876 157461 163445 166747 171104 171781 181779 182436 185943 190159 190547 192311 192453 193655 195179 198210 198837 207526 209452 209465 209577 211945 212285 222031 225268 226434 227601 229403 232309 234121 237872 238060 244304 246552 247763 250931 251250 251411 252980 258551 260784 261630 262880 264942 267888 268308 268358 280852 281900 284009 290193 292357 292403 295364 298728 299108 305989 308837 309646 310033 312333 314551 315367 315414 319701 320345 321057 330952 333980 336625 336853 337937 341772 342354 342793 347824 348772 350952 352386 356109 356280 356904 356993 357092 359463 365412 366837 366955 367750 369010 374944 379095 380273 380571 381239 382458 395166 384797 386796 389702 392050 398232 399698 393996 20 Sagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 36777 38087 67683 146889 181890 195620 219564 234008 318847 358673 Im Gewinnrade verblieben: 440 TageSprämien zu 1000 M, ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 75000, 4 zu 50000, 6 zu 30000, 8 zu 20000, 30 zu 10000, 148 zu 5000, 284 zu 3000, 692 zu 2000, 1442 zu 1000, 3510 zu 500, 13970 zu 300 M. Bantno en. Englische Noten 0 22,5 7,6 7-5 129,13 9,13 9 Srttzner............ q| HochsHÄ-». 4 tzuodeuych«Zucker -TTi„m l| 27,25 3 «RanncSBUiM-SUtaB ........ 0 5 o. H. 6 0 0 0 0 77,75 115 62,25 62,13 67,5 50,5 68,9 78,5 115,25 62,25 106,75 171 129 78,9 69,25 130 78,9 69 27,5 ' 183 i 129,75 78,75 69,25 78 15,5 62 106,5 75,9 22,25 206 170 129,75 59 66 53,25 66 47 59,75 115,5 59,25 66,25 52,5 67 125,4 46,65 60,5 77 22,13 198 170,5 129,25 vnbem» ..... Deutsche fcbti Geilenkirchen« 116,13 62,5 67,5 51,5 69,25 126,25 48 60,75 77,75 22,25 206 170 130 171 >29,75 78,75 69,5 78,5 115,65 62 106 74,75 . 0 . 0 , 0 0 . 7 . 0 0 , 0 > 0 10 0 0 7,25 7 6,8 8,95 Belgische Notes. Dänische Noten 48,5 60,5 7,25 7 6,8 3,95 Äerlin, 17. August Amerikanische Not.......... Harpener Hoesch Sisen—vüln-Neüessea Ilse Bergbau liUe Bergbau Genüsse Klöcknerwerke <% Oesterrrtchtichr Goldreate... *,20% Oesterreichttch, Sllbervrute *% Ungarische Goldrente *% Ungarische StaatSrent, v. 1910 *y,% MgLbon 1913 ........ 6% abgest. Goldmerikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 s^Dürrtsche Bagdaühaha-Anleihe Devisenmarkt Berlin — Frankfurt n. M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., gojische Not« «dische Noten nische Noten egische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schwing Rumänische Not« Schwedische Not« .............. Schweizer Noten ...... 27,5 1 27,75 | 79,25 1 - -t 1801 Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg............ Lellsiofs Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ............. Daimler Motor« ........ Deutsche Linoleum Orenstein L Koppel Leonhard Tietz Thade..............•••••• ««umulatoren^abrS...... lontt-Ohnnmt............. Zrantsuri a. 2)1. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs «chlußk. Abend« b-rse I Schluß te< Schluß! Mittag. bSttr Schluß- furt Schluß!. Abend. bSrse Schluß, fort Schluß! Mittag. bSrte Datum 17.8. 18-8. ] 16.8. | 17-8. Datum 17.8. 18 8. 16.8. 17.8. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 — — — *% desgl. Serie 11 ............ 8,1 4,5 8,1 4,5 •% ehem.7°/. Dt. RetchSarü. v. 1929 — —- — — 6% Stumän. vereinh. Rente v. 1903 _ 4,7 5y*% Doung-Anleih« von 1930 .. 92,9 93,1 93 93 4KA>Rumün.oereinh.Renkev.l913 7,1 7,1 _ Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 96,25 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4 4 4,1 4,15 Lutlos.-Rechten .......... 95,4 95,5 8*4% Anatolier .............. 35,8 35,8 36,2 35«5 Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... — •% ehem.8°/. Hess. volUstaai 1929 srückzahlb. 102%) ............ 92 92 91,75 89 91,75 Vamdurg-Smerika-Pakei ..... o Hamburg-Güdam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschifs...........o Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... * Cammer»- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiLconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank..............o 26 26 26,25 25,4 8% Hess. Landes bau! Darmstadt Gold R. 18.............. 88,75 89,75 89 89,25 _ _ 25,25 25,5 •H% Hess. SandeS-Hyvothekeu. bank Darmstadt Ltqut......... 89,75 29,9 67,75 — 30 67,75 29,5 66 Oberhessen Drovinz-Anleih« mit AuSlos.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelabl. ün. leihe Gerte 1 mit Aullos.-Wechten 8% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 97 96,6 87 96,75 96,13 96,1 91 56,5 65 67,5 91 56,65 65,5 68 91 56,13 65 67,5 155,75 91 56,25 64,5 67,5 155,25 89,75 89,75 90,4 90 — 1% ehem. 7% Arants. Hyp.-Bank 89.75 Goldpfe. 16 unkündbcü bis 1936 89,75 <■» Ü.S.G.............. o 25,5 145,75 103 113 71,25 24,25 145,75 103 112,65 25,5 145,9 103,25 113,5 70,25 110 99,75 24,5 146 103 113,5 70,75 110 •H% -hem. 4Y.% Franks. Hyp^ B ank-L tqu.»V fan dbriefe...... *H% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.^Soldpse..... 89,5 90,75 89,65 91 — - Bekula..................’’’ o ®eHx. Lleferungrgesellschast6 Licht und Kraft .......z Kelten 6 Guilleaume......... o »AHA-l-Gektt.Unternehmung. 6 Rheinische Elckwszttäi ....... 5 •% ehem. 8% Pr. LandeSpfant- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 93 93 93 93 110,25 99.75 109,75 •% ehem. 7% Pr. Lande-pfand» Schuckert & Lo............ h 90,5 89,5 141,5 117 89,75 142,5 117,25 briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Tiemens & Halske............7 144,5 118 146,5 118 Eteuergutsch. Berrechnunaskur» . 101,4 101,4 101,4 101,4 Labwever» So............. io Frankfurt a. Ul. Berlin Schluß- hirt Schluß!. Abend- börse Schluß, kurs Schluß!. Minag« börse Datum 17.8- 18.8. 16.8. 17.8. Maneselder Bergbau .. .......0 74,25 74 74,25 74 Kokswerke .......... .......0 — — 93,4 93,5 Bhonir Bergbau...... .......0 48,5 247 48,5 48,25 48,4 Rheinische Braunkohlen .....10 246,5 246 Rheinstahl ........... ..... 0 90,13 90 90,25 90,5 Bereinigte Stahlwerke. .......0 42 42 41,9 42 Otavl Minen ........ .......0 14,5 14,5 14,13 14,25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 122 19,75 123 121 Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth .......5 — 1119,5 123 .....IV» 155 154 156 15475 3- ®- Farden-InbusM, .......1 147,4 146,9 147 147 Scheideanstall........ .......9 216 213,25 Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ .......0 83,25 82,25 83,65 38,65 82,75 .......0 38,9 38,9 38,65 Metallgesellschafk...... .......0 83 81 Philipp Holzmann .... .......• 70,75 69 70 70 Zementwerk Heidelberg ......0 - - LemeatwerkKarlstadt.. .......v 128 - 16.August 17-August Amtliche »elö Notierung Äriei Amtliche Geld Notierung I Brie' Bueno» Aires 0,673 0,677 0,685 0,689 Brüssel..... 58,91 59,03 58,92 59,04 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,34 56,46 56,36 56,48 Danzig..... 81,74 81,90 81,74 8b9Ö London ..... Helstngfors.. 12,62 5,569 12,65 5,581 12,63 5,574 12,66 5,586 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,60 21,64 21,60 21,64 Japan...... 0,747 0,749 0,747 0,749 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo.....: 63,42 63,54 63,44 63,56 Dien....... Lissabon.... Stockholm... 48,95 11,46 65,07 49,05 11,48 65,21 48,95 11,465 65,10 49,05 11,485 65,24 Schweiz .... Spanten.... 81,67 34,32 81,83 34,38 81,67 34,32 81,83 34,38 Prag....... Budapest ... 10,44 10,46 10,44 10,46 Neuyork.... 2,483 2,487 2,491 2,495 Geld Bries ' ' 2,435 2,455 58,75 58,99 56,29 56,51 12,575 12,635 16,46 16,52 169,31 169,99 21,48 21,56 63,25 63,M —— — _ 64,91 65,17 81,49 81,81 34,18 3M2 Montag, 20. Augustin Gietzener »nreiger sGeneral-Anzekger für Gberhesien) Nr. 195 Drittes Blatt Gießen und Obecheffen stehen zum Führer. I. I I r > \ \ ) ) ; i ) ! i i i i i 5 ) 3 l 1 3 7 3 3 3 2 5 7 r 7 ) I > 7 9 2 2 3 ) l 3 7 t ) 1 3 ) I t V 3 4 4 7 7 i5 >9 3 4 8 3 r* i 5 3 3 0 6 6 4 7 1 9 6 B 5 5 4 i3 :8 S >5 W K HxÄ u- "i. S*- M «i x/sT<.x M * V' w ' X ■ r v* ' ' -■ -nr* " < * Mittagsstunde bis auf 95,8 v. H. am Schluffe der . Abstimmung gesteigert wurde Zu vermerken ist ' noch, daß diesmal die Studenten, die bei früheren Abstimmungen hier mitgezahlt wurden, fehlten, da setzt bekanntlich Universitätsferien sind. Mit größtem Interesse sah man allenthalben dem (Ergebnis entgegen. Unser Abstimmungs-Sonder. dienst ermöglichte es uns, schon bald nach 19 Uhr die ersten Teilresultate aus der Stadt und aus dem Kreise Gießen bekanntzugeben Fortlaufend folg en dann die weiteren Ergebnisse Bis etwa 21.15 UJr konnten wir neben dem Ergebnis der Stad Giehen auch die Berichte aus den oberhessischen Kreisen und das Gesamtergebnis der Provinz Oberhessen durch unseren Aushang veröffentlichen Daneben ging die Bekanntgabe einer Reihe besonders interessanter Teilergebnisse aus dem Reiche einher. __ Sturmbannführer Walter gibt die letzten Anweisungen für die Werbeaktion der SA. Das Ergebnis im Kreise Gießen. Gemeinden ® Stimm- * berechtigte i#*. _ 9Ihn<>npbene •cO Stimmen ® einschl. “ Stimmscheine Ja 19.8.34 Nein \ 19.8.34 ngültige Stimmen 19.8.34 Albach ........... Aliendorf a. d. Lahn..... 1 Allendorf a. d. .......... 1 Allertshausen......... 1 Bettenhausen........ 1 Birklar........... 1 Burkhardsfelden....... 1 Dorf-Gill.......... Ettingshausen........ Geilshausen......... Grohen-Buseck........ | Großen-Linden........ 1 Grünberg.......... Heuchelheim......... Leihgestern......... Lich. - - -......... Lumda........... Muschenheim ........ Nieder-Bessingen....... Ober-Bessmgen....... Ober-Hörgern........ Odeuhausen......... Queckborn..... * * Rabertshausen........ Reinhardshain •••••••• Rodheim........... Rödgen........... Röthges........... Rüddingshausen....... Ruttershausen........ Staufenberg......... Steinbach.......... Steinheim.......... Stockhausen......... Trais-Horloff......... Treis a. d. ........... Trohe............ Utphe............ Billingen.......... Watzenborn-Steinberg..... Weickartshain........ Weitershain......... 276 584 916 238 914 465 1 453 247 | 321 I 258 I 762 1 342 | 496 I 175 I 725 297 397 422 730 348 24536 222 1513 1699 1734 515 289 294 416 2022 826 1275 329 318 1436 411 1365 705 346 1281 2011 243 1704 699 283 | 492 229 470 237 228 I 461 270 230 | 230 233 482 123 I 205 744 256 516 182 527 362 404 224 676 797 344 97 311 1 868 165 345 757 1726 279 393 | 2733 272 I 583 903 235 884 463 I 449 | 247 I 305 I 253 I 733 I 328 1 494 I 174 | 718 292 384 414 698 344 23516 218 1498 1663 1668 I 501 284 293 415 1996 800 1174 326 308 1435 398 । 1332 683 342 1261 1983 243 1680 673 282 492 I 219 461 233 221 451 265 223 216 230 471 123 203 711 263 511 180 514 357 I 399 I 224 660 787 333 96 303 851 164 330 738 * 1703 271 393 2682 246 531 886 234 808 445 I 432 I 246 I 297 I 247 I 635 I 312 I 458 I 174 | 711 | 292 349 407 656 343 20648 205 1359 1523 1580 452 280 290 403 1744 761 1119 322 305 1344 398 1275 643 329 1178 1877 231 1597 661 280 485 214 443 231 218 436 253 212 214 193 443 121 203 667 262 472 179 511 | 327 I 396 220 I 637 766 325 95 297 834 124 323 724 1503 269 391 2144 17 44 11 1 70 7 1 14 1 4 1 6 I 71 13 25 1 6 27 1 37 2392 9 100 96 68 39 3 2 7 190 31 30 2 2 77 44 34 5 75 84 9 50 11 2 6 3 12 2 11 5 6 1 21 10 1 33 35 1 1 15 2 4 14 16 1 1 2 8 28 6 6 155 2 1 469 9 8 6 6 11 3 4 27 3 11 1 8 6 5 1 476 4 39 44 20 10 1 1 5 62 8 25 2 1 14 13 6 8 8 22 3 24 1 1 2 6 3 •4 7 1 16 18 1 11 1 4 2 15 9 5 7 4 9 12 1 8 45 1 69 Insgesamt . • 1 72444 70423 | 64645 | 4604 | 1174 m, »-»iHS'ÄSS'wäS und Kanzler Adolf Hitler in Gießen und in der Provinz Oberhessen wiederum die --druckende Mehrheit der Bevölkerung geschlossen hinter sich § sieht, ein Ergebnis, das für diese Mehrheit unserer engeren Heimat zugleich ein starkes Bekenntnis zu Deutschland in sich schließt. OasErgebnismGiehen Iungmädel im Dienste des Tages der *»~g. - «n °'ndrucko°°°er Werbemarfch und auf den Plätzen in Erscheinung. Trommelwirbel i und Trompetensignale erklangen und Sprecher vr ; lasen Ausrufe, die auf die Bedeutung des 19. August für Deutschland aufmerksam machten. Am Sonntag früh fanden Propagandamarsche ftati ferner toten, ebetifo wie schon am Samstag, abend Sprechchöre der SA. und der HI. auf. Unsere Mitbürger brachten der regen Werbung überall starkes Interesse entgegen. Der heutige Tag stand von den srühen Morgenstunden an ganz im Zeichen des bedeutungsvollen Ereignisses. Die Aufforderung, schon srühzeitig zur Abstimmung zu gehen, hatte beim größten Teil unserer Bevölkerung ein starkes Echo gefunden. In den Vormittagsstunden herrschte in den Straßen schon starker Verkehr Vor einigen Abstimmungslokalen hatten sich bereits vor dem Beginn der Abstimmung, also vor 8 Uhr, zahlreiche Stimmberechtigte eingefunden, um so früh wie möglich ihrer höchsten Staatsburgerpflicht zu genügen. Die Abstimmungsvorstande hatten denn auch von Anbeginn an ununterbrochen lebhafte Arbeit zu bewältigen, denn der Zustrom der Stimmberechtigten nahm im Verlaufe des Vormittags immer mehr zu. Bemerkenswert ist daß auch viele hochbetagte Volksgenossen und Volks- Genossinnen schon früh an den Abstimmungsurnen ?ur Stimmabgabe erschienen waren. Zur Beforde- rung dieser Stimmberechtigten standen zahlreiche Autos zur Verfügung, die von den alten Leuten gern benutzt wurden, weil ihnen dadurch die Stimmabgabe erheblich erleichtert war Die rege Beteiligung an der Abstimmung brachte es mit sich, daß bis xur Mittagsstunde im Durchschnitt etwa 75 v. H. aller Stimmberechtigten bereits ihr Stimmrecht aus- geübt hatten, in einigen Wahlbezirken lag^dle Pro- Aentzahl sogar noch erheblich über dem vorerwahn. len Durchschnittssatz. Dabei ist besonders zu beachten dak bis zu dieser Stunde noch keine Sch epparbeit eingefetzt Chatte. Im «erlaufe des Nachmittags wur- bei? die Abstimmungslokale weiterhin sehr regeb - sucht so daß überall für die Abstnnmungsvorstände reichliche Arbeit zu leisten war. Das Ergebnis be- ltand darin, daß der Stand von 75 v. H. um die Wahlbezirk | --1 (Stimm- berechtigte 5 Abgegebene oo Stimmen einschl. w Stimmscheine Ja 19.8.34 Nein 19.8.34 Ungültige Stimmen 1 1228 1215 1036 151 28 | 11 1266 1281 1090 161 30 1 Hl 1393 1415 1237 143 35 | IV 1318 1324 1134 151 39 1 v 1203 1226 1037 168 21 | VI 1275 1346 1123 184 39 VH VIII 1324 1428 1297 1638 1179 1474 99 136 19 28 IX 1475 1489 1322 134 33 । x 1322 1322 1178 117 27 XI XII XIII 1201 1041 982 1227 1049 1010 1125 920 889 79 106 105 23 23 16 25 28 XIV XV 1480 1168 1528 1204 1417 1046 86 130 XVI 1070 1092 950 129 13 23 23 XVII XVI11 1085 1045 1088 1066 937 874 128 169 XIX XX 350 349 340 340 8 _____8 1 Zus | 22304 1 23516 | 20648 | 2392 | 476 _ — Provinz Oberhessen. Kreise Stimmberechtigte 19. 8. 34 Abgegebene Stimmen einschl. Stimmscheine 19. 8. 34 Ja 19. 8. 34 Nein 19. 8. 34 Ungültige Stimmen 19. 8. 34 Gießen............ 72444 70423 64645 4604 1174 Alsfeld............ 27404 26698 25531 849 318 Büdingen......... 31104 30248 29026 870 352 Friedberg......... 67423 65699 59699 4812 1188 Lauterbach........ 21917 21294 20230 789 257 Schotten.......... 19955 19369 18787 389 193 Insgesamt......... 240247 233731 217918 12313 3500 Stadt Butzbach. Stimmberechtigte 3435, Ja 2923, Nein 328, ungültig 60. Abgegebene Stimmen 3365. Bad-Nauheim. Stimmberechtigte 6402 und Stimmscheine 2928, insgesamt 9330, Ja 8027, Nein 912, ungültig 234, Abgegebene Stimmen 9173. Stadt Friedberg. Stimmberechtigte 6845, Ja 6676, Nein 568, ungültig 81. Abgegebene Stimmen 7316. Büdingen. Stimmberechtigte 2661, Ja 2261, Nein 156, ungültig 52. Nidda. Stimmberechtigte 1816, Ja 1650, Nein 65, ungültig 14. Abgegebene Stimmen 1729; 94 v. H. Stadt Schotten. Stimmberechtigte 1746, Ja 1613, Nein 37, ungültig 26. Abgegebene Stimmen 1676. Stadt Laubach. Stimmberechtigte 1510, Ja 1296, Nein 99, ungültig 13. Abgegebene Stimmen 1408. Stadt Homberg. Stimmberechtigte 1050, Ja 1009, Nein 31, ungültig 11. Stabt Alsfeld. Stimmberechtigte 3676, Ja 3412, Nein 265, ungültig 73. Abgegebene Stimmen 3650. Stadt Lauterbach. Stimmberechtigte 3560; Ja 3126, Nein 220, ungültig 58. Abgegebene Stimmen 3404. Abstimmungsergebnisse in Hessen und Hessen-Nassau. Wahlkreis 33: Heffen-Oarmstadt. Stimmberechtigte 1013 523, Ja 863 965, Nein 89 804, ungültig 19 710. Abgegebene Stimmen 973 479 Provinz: Starkenburg. Stimmberechtigte 466 429, Ja 392 364, Nein 47 562, ungültig 2362. Abegegebene Stimmen 450 084. Kreis Darmstadt. Stimmberechtigte 111883, Ja 93127, Nein 9233, ungültig 2362. Abgegebene Stimmen 104 722, Beteiligung 93,6 v. H. Stadt Darmstadt. Stimmberechtigte 68 611, Ja 55 233, Nein 6402, ungültig 1465. Abgegebene Stimmer 63100, Beteiligung 92 d. H. Kreis Offenbach. Stimmberechtigte 73 418, Ja 58 593, Nein 11130, ungültig 2078. Abgegebene Stimmen 71 201. Stadt Offenbach. Stimmberechtigte 56 743, Ja 42 461, Nein 11171, ungültig 1633. Abgegebene Stimmen 55 265. Kreis Bensheim. Stimmberechtigte 54 058, Ja 46 462, Nein 1162. Abgegebene Stimmen 52 727, Beteiligung 97,6 v. 5). Kreis Lerbach. Stimmberechtigte 35 954, Ja 33 004, Nein 1464, ungültig 490. Abgegebene Stimmen 34 958, Beteiligung 97,2 v. H. Kreis Dieburg. Stimmberechtigte 46 459, Ja 43105, Nein 1835, ungültig 587. Abgegebne Stimmen 45 527, Beteiligung 98 v. H. . Kreis Groß-Gerau. Stimmberechtigte 48-947, Ja 43 287, Nein 3342, ungültig 802. Abgegebene Stimmen 47 431, Beteiligung 96,9 v. H. Kreis Heppenheim. Ja 32 325, Nein 4284, ungültig 1044. Abgegebene Stimmen 37 653. Skadl Dieburg. Stimmberechtigte 4247, Ja 3929, Nein 246, ungültig 72. Beteiligung 96 v. H. Stadt Erbach. Stimmberechtigte 2887, Ja 2834, Nein 10, ungültig 4. Abgegebene Stimmen 2848. Stadt Bensheim. Stimmberechtigte.7265, Ja 5728, Nein 1025, ungültig 309. Abgegebene Stimmen 7062. Stadt Groß-Gerau. Stimmberechtigte 4534, Ja 4003, Nein 312, ungültig 71. Abgegebene Stimmen 4386, Beteiligung 98 v. H. Wohin flog das schwarze Huhn? Äon Edzard &. Schaper. Es war an diesem Tage ganz ausnehmend schönes Wetter, windstill und blank, ohne die kleinste Wolke am Himmel, — ein rechtes Wetter, um spazieren zu gehen, wenn mein Freund Niel das nicht bereits seit einem halben Jahr getan hätte (schon, um sich Arbeit für seine Matrosen auszudenken), aber in diesem Extra-Wetter wollten wir doch einen Extra-Spaziergang machen. Wir gingen nur eben an Bord und sagten dort Bescheid, damit man auch wüßte, wo wir waren, denn ein Bergungsdampfer muß immer klar zur Abfahrt sein. Freund Niel nahm sich seine kurze Pfeife und den Tabaksbeutel mit, das Fernglas, — ja, auch ein Fläschchen natürlich, es trinkt sich so angenehm im Grünen, und dann verabredeten wir mit dem Wachthabenden, er solle uns mit der Dampfpfeife rufen, wenn irgendeine Meldung durch den Draht oder das Radio käme. Die Meldung kam ja doch nicht, es hieß nur, für alles Vorsorge zu treffen, weit und breit war nicht einmal ein heiler Dampfer zu sehen, geschweige denn einer in Seenot, — es sei denn, daß irgendwo am Meeresgrund ein U.-Boot lag und wir es heben mußten, weil es nicht mehr auftauchen konnte. So gingen wir also gemächlich los. Die Bucht lag still in der Nachmittagssonne, die Inseln vor dem offenen Meer waren zum Greifen nah, und fern, am Ende der Landzunge, auf die wir längst der Steilküste losstrebten, blinkte der Sonnenschein in der Lampe des Leuchtturms, als säße der Wächter dort droben und spiegele uns beiden andauernd mitten ins Gesicht. Ich regte im gemächlichen Ausschreiten an, das wäre doch die rechte Zeit, um die Uga-Gret zu besuchen, und mein Freund Niel stimmte mir zu. Die Uga-Gret ist eine alte, wohl hundertjährige Frauensperson, die ganz mutterseelenallein oben am Steilhang in einer Hütte haust, die schon bis an ihr einziges Fenster in die Erde gesunken ist. So, wie sie selbst mit jedem Jahr, das sie-^noch lebt, sagenhafter wird und allmählich eine Berühmtheit für unser Dorf, so steckt sie auch voller Märchen und Sagen, diese uralte, quicklebendige, komische Person, vor der alle, auch Freund Niel mit seinen vollendeten fünfundvierzig Jahren, | betreten wie die Kinder stehen. Die Alte saß in der Sonne vor der Tür, ein Häufchen Kleider, mit blitzscharfen Augen, und wir sagten verlegen wie die Konfirmanden guten Tag, setzten uns und fingen einen Schwatz an. Mein Freund Niel wie ein ungefüger Fleischklotz rot und haarig neben ihr, die so gelb, so welk und hubelig wie ein schwacher Keimling ist. Und er zog nichtsahnend seine Pfeife hervor, um sie zu stopfen und sich einen Rauch zu gönnen. Darin kam er nicht weit, denn die Alte fing solchermaßen an zu lachen, daß wir fürchteten, sie würde nie mehr aufhören, und Freund Niel steckte die Pfeife so linkisch zwischen die Schneidezähne — Schneidezähne! —, daß auch ich zu lachen anfing, denn er erinnerte sehr an den ersten „Rauchversuch". Hihihihihi! kicherte die Alte und konnte nicht aufhören, hihi...! Es dauerte sehr lange, bis sie endlich sagen konnte, was für eine merkwürdige Pfeife das wäre! Hi hihi hi, so kurz, ob das jetzt Mode sei? Zu ihrer Zeit seien Pfeifen lang gewesen, — nein, du meine Güte, wie kurz! Hihihi, was der Kapitän doch für eine Pfeife habe, — ach. Herrje! Hihihihi ........ Die Alte tat uns wirklich leid, sie konnte mit dem Lachen nicht mehr aufhören, auch nicht, als Niel ihr sehr ernst sagte, das wäre eine ganz gewöhnliche englische Pfeife. Nein, diese Moden, nein, der Herr Kapitän, so eine Pfeife, — hihihi! Sie lachte immer weiter, und Niel ließ die Pfeife ausgehen und steckte sie wütend wieder in die Tasche. Krrm ... krrrm . .. machte er und wollte die Rede auf etwas anderes bringen: Ob es denn hier nicht sehr einsam sei? Nein, sagte die Alte, warum sollte es hier denn einsam sein? Naja, sagte Niel, aus dem Konzept gebracht, schließlich käme hier doch selten ein Mensch vorbei, besonders im Winter ... Ach nein, einsam sei es nicht, sagte die Alte, mitunter ganz Unvermittelt wieoer kichernd, wenn sie an die Pfeife denken mußte, — sie hätte ja ihren Hausgeist .. Hausgeist? Wieso? fragte Niel und wollte sich offenbar aus so etwas nicht einlassen. fen?Un' al3 Äapitän müfete t° etwas doch wis- Nein. Sein „Meteor" hätte wohl Ratten mehr als genug, aber keinen Hausgeist oder Schiffsaeist' Ratten hätten sie auch, sagte die Alte, aber einen Hausgeist außerdem. Wie denn der aussähe? — Hihihihi ... daraus wollte sie sich nicht einlassen. Aber die Schiffe hätten Hausgeister, Schiffsgeister, das hätte sie selbst gesehen. Wohl so eine Art Klabautermann? — Nein, gar nicht. Was ist denn der Unterschied zwischen einem Schiffsgeist und einem Klabautermann? fragte Niel. Stadl Heppenheim. Stimmberechtigte 5983, Ja 4587, Nein 845, ungültig 234. Abgegebene Stimmen 5666, Beteiligung 96 v. H. Provinz Rheinhessen. Stimmberechtigte 308 847, Ja253683, Nein29929, ungültig 6052. Abgegebene Stimmen 289 664. kreis Mainz. Stimmberechtigte 129 561, Ja 105 655, Nein 15 374, ungültig 2698. Abgegebene Stimmen 123 727. Stadt Mainz. Stimmberechtigte 106 804, Ja 85 716, Nein 13136, ungültig 2160. Abgegebene Stimmen 101 012. kreis Alzey. Stimmberechtigte 29165, Ja 25 817, Nein 1924, ungültig 466. Abgegebene Stimmen 28 207. Stadt Alzey. Stimmberechtigte 6093, Ja 5091, Nein 706, ungültig 106. Abgegebene Stimmen 5203. kreis Oppenheim. Stimmberechtigte 33 917, Ja 29 369, Nein 2513, ungültig 737. Abgegebene Stimmen 32 619. Stadt Oppenheim. Stimmberechtigte 2975, Ja 2415, Nein 562, ungültig 107. Abgegebene Stimmen 2884. kreis Bingen. Stimmberechtigte 23 340, Ja 19 431, Nein 3311, ungültig 660. Abgegebene Stimmen 22 402. Stadt Bingen. Stimmberechtigte 13 519, Ja 10 746, Nein 1820. ungültig 409. Abgegebene Stimmen 12 975. kreis Worms. Stimmberechtigte 71 449, Ja 62 665, Nein 5848, ungültig 1087. Abgegebene Stimmen 69 600, Beteiligung 97,4 v. H. • Stadt Worms. Stimmberechtigte 36 448, Ja 30 216, Nein 4331, ungültig —. Abgegebene Stimmen 36 349. Wahlkreis 1!9: Hessen-Nassau. Stimmberechtigte 1 678 382, Ja 1 573 238, Nein 145114, ungültig 30 259. Abgegebene Stimmen 1 748 611. Regierungsbezirk: Wiesbaden. Stimmberechtigte 969170, Ja 862 641, Nein 118 447, ungültig 23 811. Abgegebene Stimmen 1 004 899. Regierungsbezirk Kassel. Stimmberechtigte 709 212, Ja 710 597, Nein 26 667, ungültig 6448. Abgegebene Stimmen 743 712. Warburg-Land. Stimmberechtigte 39 568, Ja 40 769, Nein 638, ungültig 258. Abgegebene Stimmen 41 665. Stadt Warburg. Stimmberechtigte 15 278, Ja 15 762, Nein 958, ungültig 214. Abgegebene Stimmen 18 934. Wetzlar. Stimmberechtigte 56179, Ja 52 025, - Nein 3598, ungültig 1040. Abgegebene Stimmen 57 563. Dill-Kreis Stimmberechtigte 38 547, Ja 37 512, Nein 1636, ungültig 659. Abgegebene Stimmen 39 807. Kreis Biedenkopf. Stimmberechtigte 24 663, Ja 23 429, Nein 1129, ungültig 434. Abgegebene Stimmen 24 991. Oberlahn-Kreis. Stimmberechtigte 26 479, Ja 24133, Nein 2670, ungültig 779. Abgegebene Stimmen 27 582. Limburg. Stimmberechtigte 39 814, Ja 33 676, Nein 5945, ungültig 1902. Abgegebene Stimmen 41523. Wain-Taunus-Kreis. Stimmberechtigte 47 088, Ja 43 296, Nein 4413, ungültig 1305. Abgegebene Stimmen 49 014. Usingen. Stimmberechtigte 13160, Ja 13 431, Nein 811, ungültig 344. Abgegebene Stimmen 14 586. Wiesbaden. Stimmberechtigte 122 447, Ja 103 737, Nein 10 837, ungültig 2217. Abgegebene Stimmen 116 690. Frankfurt a. W. Stimmberechtigte 389 742, Ja 317 367, Nein 63 425, ungültig 8356. Abgegebene Stimmen 389 148. hanau-Land. Stimmberechtigte 39 540, Ja 35 569, Nein 2886, ungültig 539. Abgegebene Stimmen 38 994. Stadl Hanau. Stimmberechtigte 28 378, Ja 25 262, Nein 3343, ungültig 322. Abgegebene Stimmen 28 771. Gelnhausen. Stimmberechtigte 35 106, Ja 33 054, Nein 3267, ungültig 851. Abgegebene Stimmen 37172. Fulda-Land. Stimmberechtigte 43 562, Ja 43 409, Nein 2084, ungültig 608. Abgegebene Stimmen 46101. Stabt Fulda. Stimmberechtigte 17 188, Ja 16 237, Nein 1491, ungültig 440. Abgegebene Stimmen 18 168. Kassel-Land. Stimmberechtigte 41600, Ja 42 380, Nein 318, ungültig 124. Abgegebene Stimmen 42 823. Stabt Kassel. Stimmberechtigte 120 398, Ja 110 477, Nein 8500, ungültig 1747. Abgegebene Stimmen 120 724. Ziegenhain. Stimmberechtigte 25 693, Ja 26 544, Nein 68, ungültig 26. Abgegebene Stimmen 26 639. Aus der Provinzialhauptstadt. Gonderzug zur Saarkundgebung in Koblenz. Am 25. und 26. August findet in Koblenz-Ehrenbreitstein eine große Saarkundgebung statt, bei der am Sonntag, 26. August, auch der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler sprechen wird. Zu dieser Kundgebung verkehrt von Gießen aus ein S o n d e r z u $. Der Fahrpreis ist um 75 v. H. ermäßigt und beträgt ab Gießen 2,40 RM. Der Sonderzug verkehrt hin und zurück zu folgenden Zeiten: Gießen ab 6.17 Uhr, Koblenz an 8.55 Uhr, Koblenz ab 19.08 Uhr, Gießen an 21.42 Uhr. Anmeldungen zu diesem Sonderzug werden von den Ortsgruppen der NSDAP, noch heute, Montag, 20. August, bis 20 Uhr entgegengenommen. ♦ Wegen der S a a r k un d g e b un g in Koblenz findet am Dienstag, 21. August, 20.30 Uhr, im Lokal „Bürgerhof" eine Besprechung statt. Nichtsaardeutsche sind ebenfalls herzlich willkommen. Bund der Saarvereine, Ortsgruppe Gießen. Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen. Fachgruppe Richter und Staatsanwälte. Gau: Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt. Bezirk: Provinz Oberhessen. Die Fachgruppe Richter und Staatsanwälte im BNSDJ. errichtet am Sitz der drei Landgerichte Darmstadt, Mainz und Gießen Just izpresse stellen. Es geschieht dies im Benehmen mit dem Gauleiter des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, Oberlandgerichtsbezirk Darmstadt, und mit dem Hessischen Staatsministerium. Die Justizpressestelle erstrebt eine enge Zusammenarbeit zwischen Justiz- und Tagespresse an. Die Oeffentlichkeit soll sachgemäß unter Berücksichtigung aller Belange über die sie interessierenden Vorgänge der Rechtspflege unterrichtet werden. Das Hessische Staatsministerium hat zugestimmt mit dem ausdrücklichen Hinweis, daß das Verbot der Amtsverschwiegenheit unberührt bleibt. Mit der Leitung der Justizpressestelle Gießen ist beauftragt: Staatsanwalt Dr. Finke, Staatsanwaltschaft Gießen, Telephon 3805. Heil Hitler! Gez.: Dr. Wodaege, Oberstaatsanwalt. Leiter des Bezirks der Fachgruppe Richter und Staatsanwälte im BNSDJ., Provinz Oberhessen. Die Alte sagte ganz sicher: Wenn ein Klabautermann auf ein Schiff kommt und dort wohnen bleibt, bedeutet das das Ende des Schiffes; aber ein Schiff ist verloren, wenn fein Schiffsgeist von Bord geht, unrettbar verloren! das hätte sie selbst gesehen! Selbst gesehen? — Ja. — Wann denn? — Die Alte schweifte sehr weit ab, mein Freund Niel wurde ganz matt und dösig davon, in der prallen Sonne zu sitzen, die der alten so wohl tat. Also: wann sie denn den Schiffsgeist gesehen hätte? Ach, vor vielen Jahren! — Bei welcher Gelegenheit denn? Die Alte machte wieder Umstände, schon wollte Niel die Geduld verlieren, als sie mit einem Male die Geschichte erzählte. Die war natürlich schon an die achtzig Jahre her, so ganz genau wüßte sie es nicht mehr. Damals also war in einem furchtbaren Sturm ein Schiff dort gestrandet, wo heute der Leuchtturm steht, ja, sie wäre damals gerade dort gewesen, es war gegen Abend gewesen ... Na, und dann? Ja, als das Scbiff zerschellte und seine Masten nur so niederprasselten, es ganz rettungslos verloren war, flog mit einem Mal ein schwarzes Huhn fort. Fort? Wohin denn? Ueber das Wasser, so hätte sie gesehen. Ueber das Wasser, ein schwarzes Huhn, sososo ... murmelte Niel schläfrig. Und wohin flog es? Auf die Insel dort drüben, sagte die Alte und zeigte mit dem Stock auf die beiden Inseln in der Bucht. Nun frage ich Sie, Herr Kapitän, kann ein gewöhnliches Huhn dorthin fliegen? Nein! sagte Niel ganz klipp und klar, als holte er zum Schlage aus: Aber wohin flog es denn dort auf die Inseln? Aber, wo kam es her? fragte ganz ruhig die Alte und sah ihn forschend an, wo kam es her, Herr Kapitän? Niel brummte irgend etwas, was weder die Alle noch ich verstehen konnten; die Alte nutzte feine Verlegenheit nicht aus, sprach von etwas anderem, hin und wieder noch Über die Pfeife kichernd, die ihr wieder eingefallen war, und sah übers Meer hin, als verfolge sie noch in Gedanken den Flug des schwarzen Huhns. Wir standen schließlich auf und gingen, um uns bald im Schatten des Waldes ziemlich verdrießlich unserer Flasche zu widmen. Das schwarze Huhn flog Niel beständig durck den Kopf, oftmals spielte er mit den Worten der Alten darauf an: ja, aber wo kam es her? und starrte in den Wald, fortwährend bei der Flasche mit kleinen Schlucken Rat suchend. Er bekam es nicht heraus. Als wir später auf dem beschwerlichen Heimweg an der Hütte der Alten oorbeikamen, saß die nicht mehr vor der Tür und war wohl schon wieder bei ihrem Hausgeist. Vielleicht hatte der auch die Gestalt eines schwarzen Huhns? Niel blieb vor der Hütte stehen und starrte in die eine, halb versunkene Fensterscheibe. Aber, wo kam es her, wo kam es her, Herr Kapitän? brummelte er. Ich nahm ihn am Arm und zoa ihn weiter. Dann mürbe er redseliger. Die alte Frau hatte mit ihrer Frage großen Eindruck auf ihn gemacht, er fand, sie sei klug, eine richtige Weise, und das läge an ihrem schönen Alter. Er ginge nun auch schon ins sechsundfünfzigste, schärfte er mir ein, es könnte mit ihm auch noch einmal so weit kommen — ich täte gut daran, so jung ich sei,ein bißchen ehrerbietig zu ihm zu fein..^ Was ein Ietischtopf alles enthält. An der Goldküste, im Bereich der britischen Kronkolonie Westafrika, ist der Fetischismus noch weit verbreitet, und die Eingeborenen beten oft die merkwürdigsten Gegenstände, Steine, Tierbälge und Figuren in Menschengestalt, als Glück oder Unglück bringende ©öttrr an. Zuweilen werden auch in be- timmten Gefäßen die seltsamsten Gegenstände ge- ammelt, denen man besondere Zauberkraft zu- pricht. Ein solcher Fetischtopf, ein etwa 13 cm im Durchmesser messendes napfförmiges Gefäß aus rötlich-gelbem Hartholz geschnitzt, ergab bei der Oeff- nung ein befremdendes Sammelsurium von Gegenständen. Zunächst enthielt der Fetischtopf ein Holz- stäbchen mit einem Haken, «zwei weißbeschmierte vertrocknete Früchte mit klappernden Kernen, zwei eiserne Schließkolben, ein paar Stäbchen von einem Regenschirm, eine zerbrochene Tabakspfeife aus weißem Ton, ein Reisstrohband, Baumwollzeug, Bruchstücke von alten Halsketten, wie sie früher von den Eingeborenen getragen wurden, und eine steinerne Beilklinge, ebenfalls ein Zeichen einer primitiveren Kultur, als es die heutige an der Goldküste ist. Zunächst glaubte man auch die Knochen eines Kindes darin gefunden zu haben, aber die nähere Untersuchung bewies, daß es sich nur um harmlose Holzstückchen handelte, die an einem Ende die Form eines Gelenkkopfes erhalten hatten. Als Füllmaterial war ein rotes Fafergewirr in den Fetifchtopf gestopft worden. An alle diese Gegenstände heftete sich der Glauben der Eingeborenen; sie brachten sie in Verbindung mit guten oder bösen Geistern und glaubten durch ihre Vereinigung in dem Fetischtopf diesem Gefäß einen besonderen Zauber und eine unüberwindliche Macht zu verleihen. tgegentommen der Verwaltung Betrüger. Aus Frankfurt a. D Försters den großen und schö- Der 40jcxt)rige Johannes P e tz i g Herrn von Stumm besichtigen, das Rhein-Main-Gebiet und such! Oberhessen dich ausgiebiger Rast in Wolzhausen konnten die Wan* derer durch düs Entgegenkommen der Verwaltung •* Warnung vor einem reisenden " er. Lus Frankfurt a. M- wird gemeldet: * ~ ‘ * i bereist zur Zeit >t in allen Orten noch in längeren Ausführungen der hohen Der- dienste des verstorbenen Reichspräsidenten General- eldmarschalls von HAndenburg um Volk und Vaterland im Kriege und Frieden. Mit der Auf- orberung, jeder deutsche Sparer und Rentner müsse bei der Volksabstimmung am 19. August für den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler mit „Ja" stimmen, und mit dem Wunsche, daß Gott auch die Arbeit des neuen Reichsoberhauptes segnen möge, schloß der Versammlungsleiter die gut- besuchte Versammlung. yornoti^cn. — Tageskalender für Montag. RS.- Frauenschaft Gießen-Süd und -Ost: 20.15 Uhr, Haus der Deutschen Arbeit, Ortsgruppenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Abenteuer im Sud- expreß". unter Führung des — ---- « - ..... - nen Park der Freiherrn von Stumm besichtigen. Von hier aus ging es dem blauen Viereck entlang durch herrliche Wälder über Höingen. Rach dem Verlassen des Waldes bietet sich von der hohe ein entzückender Ausblick in das liebliche Ohmtal mit einen vielen Dörfern und vor allem auf Homberg, ras Ziel der Wanderung. Rach längerer Rast und Besichtigung des Städtchens, das eine schone Lus- hiT noch immer schweres Kopfzerbrechen machte. Geld spielte keine Rolle. Aber es mußten einige tteine Häuser weg. Und darum gerade ging es Denn wenn auch die beiden anderen Besitzer, gelockt durch ?in hohes Geldangebot, ihre Häuschen rau. men wollten - Frau Greta Omslö wollte nichts Ln wissen: Sie wollte das kleine, schone Haus nicht verlassen. . _ .. , Und Farnhorst war der Meinung, daß dieses S)aus vielleicht auch gar nicht weg muffe. Da6 aber 'Rarinafcn aerade dieses Haus weghaben wollte, Seine^ügen glühten, wenn °°n Haus Omsla d,° Schweres Verkehrsunglück bei Pohl-Göns. Zwei Tote. Am gestrigen Sonntag gegen 20 Uhr ereignete sich auf bet Landstraße Zwischen Butzbach und pohl-Göns ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem von zwei jungen Männern besetzten Motorrad und einem Automobil, wobei die Motorradfahrer um» Leben k a m e n. Das Motorrad wurde von dem 23 Jahre alten Autoschlosser Wilhelm Menges ausGroßen- Linden geführt, der auf dem Soziussitz den 23 Jahre alten Arbeiter Lrnst heußner von Pohl-Göns bei sich hatte. Obwohl das Personenauto — wie man hört — den Motorradfahrern soweit wie nur möglich ausgewichen sein soll, erfolgte doch der Zusammenstoß. Dabei wurde der Soziusfahrer heutz- ner über das Personenauto hinweg auf die Straße geschleudert, wo er auf der Stelle tot liegen blieb. Der Motorradführer Menges erlitt sehr schwere Verletzungen, denen er gestern abend unmittelbar nach seiner (Anlieferung in das Iohanntter-Krankenhmis in Rieder-weifel ebenfalls erlegen ist. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Die Insassen des Personenautos sind nach unseren bisherigen Informationen unverletzt davongekommen. Lanvkrets Vietzen. • Rabertshausen, 19. Aug. Dieser Tage wurden in unserem Orte verschiedene Hühn er- diebstähle ausgeführt. Dem Landnnrt Karl $ ofmann II. wurden acht weihe huhner^Kon^ SA.-Ausweis ist vollgültiges LegitimationSpapier. LDD Auf einen Antrag der Obersten SA.-Füh- mna den SA.-Ausweis als amtlichen Ausweis aberkennen, hat der Herr Reichsminister des Innern wie folgt entschieden: „Die Frage der allge- meinen Ausweispflicht ist in Deutschland grund- leaend durch das Gesetz über das Paßwesen vom 12 Oktober 1867 geregelt. Dieses Gesetz hat den damals in Deutschland bestehenden Pahzwang für den In- und Ausländer grundsätzlich beseitigt, gleichzeitig aber vorgeschrieben, daß auch Reichsange- böriae verpflichtet bleiben, sich auf amtliches Er- fordern über ihre Person genügend auszuweisen. Unter diesen Umständen ist der berechtigte Inhaber eines gültigen, ordnungsgemäß ausgestellten und abgestempelten SA.-Ausweises im Emzelfall ohne weiteres in der Lage, der bestehenden allgemeinen Ausweispflicht zu genügen. Der ausdrücklichen Anerkennung des SA.-Ausweises als eines amtlichen Ausweises, die überdies aus grundsätzlichen Erwägungen' nicht möglich wäre, bedarf es daher nicht Nach dieser Entscheidung ist der SA.- und der SS-Ausweis und in gleicher Anwendung dieser Vorschrift auch der Ausweis der Amtswalter der PO. mit Lichtbild als genügendes Legitimationspapier anzusehen. Mitglied erversammlung des GparerbundeS. agte: „Oh, Sie sind sicherlich ein willkommener Freiers- mann! Sie find ja nicht so häßlich, wie ich es war, als ich auch eine kleine Braut aus dem Hause Omslö holen wollte." Baringsen wandte sich ab, ließ es zu keinem Wort mehr kommen. Er hastete förmlich davon und stützte sich dabei schwer auf den Stock. In Farnhorst aber war ein großes echtes Mitleid mit diesem armen, reichen Manne. Jetzt verstand er so vieles, was ihm an Baringsen zuweilen ein Rätsel gewesen war. Und dann dachte er: Ob es sich um Helges Mutter handelt? Oder um Noras Mutter? Wahrscheinlich doch um die letztere, denn das würde im Alter eher zusammenstimmen. Sie mochten etwa zwanzig Minuten gelaufen sein, als sich Baringsen umwandte. „Wenn Sie in Haus Omslö Besuch machen, dann sagen Sie, daß ich es mir anders überlegt hätte. Ich werde das Projekt etwas abändern. Denn — wahrscheinlich — wird die Kleine auch nicht wollen, daß man ihr ihre vielen Rosen und das alte Haus wegnimmt." „Herr Baringsen! Dieser Entschluß wird in der Tat Freude machen. Und das Haus tft wirklich em kleines Idyll." Baringsen antwortete nichts mehr. Er ging weiter — immer weiter. Sein häßliches Gesicht war ganz tief auf die Brust gesenkt. Und Doktor Farnhorst dachte: In seinem Leben ist eine Tragödie. Riesengroß vielleicht! Und keiner hat es gewußt! Daheim angekommen, arbeiteten die beiden Herren noch mehrere Stunden zusammen. Die Ingenieure hatten die Pläne vollständig ausgearbeltet, und nun hatte nur noch Baringsen das letzte Wort au sprechen. Der aber besprach alles mit Faniyorft. Und jetzt wandt» er sich ganz besonders mit jeder Frage an ihn. Al» die Besprechung erledigt war, stand Barinasen auf. Er legte seinem jungen Freunde die Hand auf die Schulter. (Fortsetzung folgt.) Hände zitterten. , „ _ _ .,. Droben besann sich Fritz Farnhorst, daß er nicht allein mit Helge war. Er stellte sie wieder auf die Füße, brachte sie hinauf auf den Pfad. Helge! Gehe jetzt heim! Und verlasse den Garten nicht mehr! hörst du? Ich komme morgen früh zu deiner Tante Greta. Ditte sie, daß sie mich emp- fänat. Und dann sind wir in aller Oeffentuchkeit verlobt." Ja!" „Fritz heiße ich. Ich würde meinen Namen von dir gern einmal hören." „Leb wohl, Fritz — lieber, lieber Fritz! Nu/Äre Hände ruhten noch einmal ineinander. Und die Augen. Dann lief Helge schnell den schmalen Pfad entlang. Farnhorst aber wandte sich um und kletterte wieder den Hang hinunter. Drunten sah rin verliehen worden waren. Fritz Farnhorst aber stürzte sich in seine- neue Arbeit! Und tausendmal sagte er sich, hnrh ipi haft er diese Arbeit habe. Und Mit -Daring Äb S sich gut. Die Grillen und Ab onderl.A keiten des alten Herrn störten ihn. mcht. Er er kannte ja doch am besten die menschttche Große dieses sonderbaren alten Mannes Er wußte was für hohe Summen immer wieder hmausgmgen ohne Namensnennung des Spenders. Und diese Summen sollten Not lindern. Auch nach Deutschland gingen solche Summen! Denn der reichste M n Norwegens vergaß nie, daß ferne ^ttcr eine Deutsche gewesen war und ihr Heimatland s grenzenlos geliebt hatte. Das verband sie noch fester. Den alten,, knorrigen, reichen Normannen und den jungen deutschen Doktor der Volkswirtschaft Und der Aeltere profotierte auch aern ein bißchen von den Kenntnissen des jüngeren. Es gab aber auch läge, an denen Barinasen kein Wort sprach. Dann saß er wie ein böses Tier vor seinem Schreibtisch und schrieb und zeichnete. Dann hürfte ibn kein Mensch stören. Nicht mit einem SBottl Auch Doktor Farnhorst nicht! Der arbeitete bann eben in dem ihm angewiesenen Ä'mm-r. Als der Fuß Baringsens wieder ganz in Drbnung war da waren sie viel miteinander draußen Und zwei Ingenieure, jüngere, m ell,gente Menschen, nahmen Maß, suchten bas Sestern ab Einmal war Baringsen allein mit Doktor Farn horst. Sanz well droben Su> beiwaÄen eine hatte! ,. . hm geworden, weil er^Noras junge, blühende Schuster kennengelernt hatte! - Siebte er fte ge. ft zu kurz gewesen. Dazu war d - Bekannr,^, Göhlich«, SHber er baf/te inrn« a_ reicht liebte er in ihr warmes Lachen. und weil er sich Noral Weil erJM ■1|‘u”“mar er nicht mehr hin- vor neuen Irrung ! ^mslö. Er wollte auch dieses aufgegangen zu Haus VMS ^rzeleid junge Mensch ihn dorthin. Und das & W bet9 Anfang einer wahren. ** Seinen 6 0. Geburtstag feierte Kaufmann Rudolf Poschmann, Wetzlarer Weg 43. Der aus dem deutschen Osten kommende Jubilar diente bei den Ortelsburger Jägern Nr. 1 und brachte es bis zum Dizefeldwebel. Aus Liebe und Treue zur angestammten Heimat setzte er sich als einer der Ersten für die Vorarbeiten für ine Volksabstimmung in West- und Ostpreußen im Bezirk i Gießen ein. Zusammen mit dem mittlerweile ver- i storbenen Oberregierungsrat Welcker und Apo- । theker Wronker (Grohen-Linden) gründeten sie , die Ortsgruppe der West- und Ostpreußen in Gießen, deren Schriftführer Posch mann wuM>e. Bei der Neugliederung der ostdeutschen heimatvErbande in Gießen wurde Poschmann für seine selbstlose, aufopfernde Arbeit für den bedrohten deutschen Osten in schicksalsschwerer Zeit besondere Anerken- ^MrWlle in btr Stabt Sieben. In der Zeit vom 1. bis 16. August verstorben: 2. Heinrich Lenz, Postschaffner i.R., 70 We, Krofdorfer Straße 46; 3. Georg Kraft, Metzger- meister, 75 Jahre, Wetzsteinstrahe 12; 4. Elisabethe Becker, geb. Kaiser, 65 Jahre, Neustadt 24; 7. Isabella Grünewald, geb. Jaffe, 52 Jahre, Bahnhofstraße 50; 10. Johannes Weingartner, Händler, 43 Jahre, Kläranlage 50; 15. stille Theis, geb Straßfeld, 74 Jahre, Ludwigftrahe 60; 15. Karl Becker, Gärtnereibesitzer, 67 Jahre, Am Nahrungs- berg 8; 16. Henriette Fromme, geb. Bandmann, 80 Jahre, Bleichstrahe 24. ** D i e Hühnerjagd in Reffen geht am Donnerstag, 23. August, auf. . ** Straßeninstandsetzu n g s a r beiten i m S ü d v i e r t e l. In den letzten Wochen wurden i im Südviertel unserer Stadt an einer Reihe von Straßen beträchtliche Verbesserungsarbeiten vorae- ' nommen. Die Glaubrechtstrahe, die Straße Am [ Stea zwischen Wetzlarer Weg und Frankfurter Straße, Buchnerstraße, Crednerstraße, Mittelweg und der Wetzlarer Weg zwischen Klinikstraße und Elaubrechtstraße wurden beiderseits mit erhöhtem Bürgersteig versehen, die Gossenrmnen gepflastert und Abflußmöglichkeiten für die Abwässer m die Kanalisation geschaffen. Auch wurden der Wetzlarer Weg zwischen Klinikstraße und Elaubrechtstraße, ferner die Buchnerstraße und em Teil der Glau- brechtstraße von Grund aus neu aufgebaut und m t der Walze unter Zusatz von Splitt und Teer neu bearbeitet. Die Jnstandsetzungarbetten, bei denen zahlreiche Leute beschäftigt werden, sind noch mcht abgeschlossen. Die Herrichtung der Straßen wird von den Anwohnern begrüßt, denn die Staubplage wird damit verschwinden. ** DHL. Gießen. Man schreibt uns: Nach Bahnfahrt bis Marburg-Süd ging die Augustwan. berunq des Zweigvereins dis zum Hof Capelle! unL von da über Moischt, das große, saubere Bauern- Höfe mit schönen Fachwerkhäusern Hat, nut dem gelben Kreuz nach Holzhausen. Der Himmel war meist bedeckt, wie es für diese Wanderung, die gut zwei Stunden durch offenes Gelände führte, er- Echt mar. Von bem Weg hinter Mm,cht wirb der Blick immer wieder gefesselt durch den Frauen- berg und die Amöneburg .sowie durch das hoch- gelegene Wittelsberg m»t ferner, alten^Kirche^Nach Kreis Alsfeld. * Burg-Gemünden, 19.Aug. Der 72Jahre alte Landwirt Georg Heinrich Schleuer von hier erlitt gestern einen Unfall. Er wurde von einer cheugewordenen Kuh a n g e f a 11 e n und chwer verletzt. Mit einem Oberschenkelbruch mußte der bedauernswerte Mann in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. 83. Grebenau, 18. Aug. Gestern nachmittag ereignete sich hier ein Unglücksf all, der leicht chlimme Folgen haben konnte. Der Gutsbesitzer Schreiber von Breitenbach am Herzberg kam mit seinem Fuhrwerk von Bieben und fuhr an der gefährlichen spitzwinkligen Kurve bei der Gastwirtschaft Krug in Grebenau in etwas raschem Tempo, wobei er mit dem Motorradfahrer Schäfer aus Eudorf zusammenstieß. Das Motorrad wurde stark beschädigt. Während der Fahrer mit dem Schrecken davonkam, erlitt die Mitfahrerin leichte Verletzun- gen an den Beinen. Dr. Althoff (Grebenau) fegte einen Notverband an. Die Gendarmerie war sofort zur Stelle und nahm den Tatbestand auf. Motorradfahrer fährt in GA.-Kolonne LPD. Bad Homburg, 19. Aug. Auf der Straße zwischen Friedrichsdorf und Köppern ereig- nete sich ein schweres Unglück. Ein Motor- radfahrer (mit Beifahrer) fuhr in eine marschierende SA.-Kolonne. Neun Mann wurden dabei zu Boden gerissen. Vier SA-Männer wurden leicht, der SA.-Mann Willy Ettling er jedoch sehr schwer verletzt. Er erlitt einen Schätz e lb r u ch und verschiedene andere erhebliche ' Derletzungen, die seine sofortige Ueberführung ; in das Homburger Krankenhaus notwendig mach- ; ten. Dort ist er den Folgen der Verletzungen erlegen. Der Verunglückte mar 27 Jahre alt und \ erst seit vier Monaten verheiratet. ,,^ch habe dich lieb, helae! Und du? „Ich habe immer an Sie — an Sie — an — gedacht. Und ich habe Mich so gesehnt, dich wiederzusehen!" sagte sie leise. . Da küßte er sie wieder und immer wieder, und Helge erwiderte seine Küsse. Und dort unten stand der häßliche alte Mann und starrte hinaus. Wandte sich plötzlich ab — bückte sich. Seine Hände hoben einen Stein aus, besahen ihn aufmerksam. Aber diese großen behaarten, Rede war. hatte er eine Abneigung gegen bte Bewohner von Omslö? haßte er sie etwa gar? Farnhorst lächelte bitter. Dann bereitete ihm das Schicksal wieder eine Srube, in der er sich fangen mußte. D-Mi m diejen letzten Wochen hatte er das Gefühl, daß (ein Herz noch nicht erstorben mar. Daß es lung und he B mar, und daß es Erfüllung forderte. Helge Nordstrom! Sie, die Nora ft> M™Mwar, und bie doch ihrer Jugend nach zu ihm paßte. Es mar klar in ihm geworden Ganz klar. Was hatte die Vergangenheit immerfort IM Ver. Menschen zu suchen, swänge er sich gangenheit nicht zu schämen brauch . Seine Siebe zu Nora mar echt und tief Und sie Nora, hatte das Verhältnis gelost, we i wußte, daß ein Zusammenkommen niemals mog ch gewesen wäre. Wirklich? , , Wäre es nicht möglich , gewesen r Nora war eine kluge schone Frau- 2atte sie ihn wirklich aufrichtig gebebt Ab« fie^atte auch immer gewußt, wie an 1 Erkenntnis -"Mt- - genug mochi-^iese ines gewesen fern — gewußt yaoen, o nid)t Sages den Unterfch-ed zwM^n s»^ m^te (ie m?hr a-rleugnen könne BteUschönen keinen unnutzen Ballast m X* ruhig UM übersah, was ihn doch zuersi w i > In einer sehr gut besuchten Mitgliederversarnrn- 1 lung des Sparerbundes, Ortsgruppe Gießen, zu der auch zahlreiche Mitglieder des Reichsbundes • der Kapital- und Kleinrentner erschienen waren, sprach — wie uns berichtet wird — nach Erösf- nungsworten des Versammlungsleiters h. L o - r e n z - Gießen der stellvertretende Landesverbands- führer des hessischen Sparerbundes, Justizrat Lind t - Darmstadt, über aktuelle Rentner--und Sparerfragen. Zunächst befaßte sich der Redner mit dem Inhalt des neuen Kleinrentnergesetzes vom 5. Juli 1934, das am 1. September d. I. in Kraft tritt. Don der Kleinrentnerhilfe würden alte und erwerbsunfähige Personen erfaßt, die hilfsbedürftig sind und nachweislich am 1. Januar 1918 em Kapitalvermögen von mindestens 12 000 Mark oder einen Rechtsanspruch auf eine lebenslängliche Rente von jährlich mindestens 500 Mark besaßen, sofern das Vermögen oder der Rentenanspruch der Geld- entwertung zum Opfer gefallen fei. Wichtig sei, daß das neue Gesetz den Ersatzanspruch der Fur- soraebehörde gegenüber den Kleinrentnern beseitige. Bedeutsam sei auch, daß die Kleinrentner dadurch über die sonstige Fürsorge emporgehoben wurden, daß der Richtsatz die für die allgemeine Fürsorge geltenden Richtsätze mindestens um ein Viertel übersteigen müsse. Erfreulich fei auch, daß nmimehr Arbeitspflicht und Arbeitszwang auf dem Gebote der Rentnerfürsorge vollkommen beseitigt seien. Die Anrechnung von Aufwertungs- und Arbeitsemkom- men sei auch wesentlich gemildert worden. Ferner sei bestimmt, daß die hilfsbedurftigkett der (Empfänger der Kleinrentnerhilfe erst nach Ablauf von je zwei Jahren nachgeprüft werde. Wahrend die früheren Regierungen trotz aller Versprechungen den Rentnern in ihrer Lage ferne merkliche Er leichterunq gebracht hätten, habe das neue Gesetz eine Anzahl Wünsche der Rentner erfüllt. Justtzrat ß™nbt fam dann noch insbesondere auf die am 1 <\nnuar 1935 fällig werdenden Rückzahlung der Aufwertungshypotheken und auf den Aufschwung der Sparerfchutzkassen zu sprechen. Hinsichtlich der preußischen Sparkassenaufwertung erwähnte der Referent noch, daß bis zum 30. September die s Jahres jeder Sparer, der am 1. Januar 1918 em Guthaben bei einer preußischen Sparkasse hatte, eine nachträgliche Aufwertung bet der betreffenden Sparkasse beantragen kann, wenn dieses Guthaben ganz oder teilweise in der Inflationszeit abgehoben worden ist. In der darauffolgenden Aussprache beantwortete der Redner eine Anzahl gestellter Fragen. Am Schluß der Versammlung gedachte Herr Lorenz £ Wies eck, 20. August. In der vergangenen Nacht gegen 0.45 Uhr wurde am Ortsausgang em Mann aus Gießen von einem Wagen der Straßen- bahn erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Waaen- ührer hatte zwar Läutezeichen gegeben und außer- )em sofort gebremst, er konnte den Unfall jedoch nicht verhüten. Der Verunglückte wurde durch einen des Weges kommenden Kraftwagen in die Ehirur- gische Klinik nach Gießen gebracht. Welcher Art die erlittenen Verletzungen sind, mutz erst die Untersuchung ergeben. * Klein-Linden, 19. Aug. Dem Arbeiter Otto Lippert von hier wurde, während er auf dem Bahnkörper der Umaehungsbahn arbeitete, das Fahrrad, das mit vielen anderen m der Unter- fuhrung abgestellt war, gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarnerie. in. Lang-Göns, 19.Aug. Bei der am S