Samstag, 19. Mai 1934 184. Jahrgang Nr. 115 Erstes Matt Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Erscheint täglich, außer JHKW' A M Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags /BEB ▼ Ä ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte ▲ ▲ VA A A A. AA ■ AA A ▲ Ak A AA b>s8-/,Uhrd°sV°rm.tt°g- ffiitßenet Famliienbiätt-r M WA W JWO 4^ || ■■ V ffirunbpreife für l mm Qöt)e •sxsr llilPk4>H£>T zIHaPHIPI Mit 4 Beilagen RM.1.95 W W W ■ ■ ■ ■■ ■ ■ K ■ JH ■ ■ WB ■ ■ ■ H anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 ^BF W W H W BL W B W 60 Rps.,Platzvorschrift Zustellgebühr .. „ -.25 W ^^F W ■ ▼’R ^F schwieriger Satz 25°/0 mehr oon einzelnen^Nummem KJ Ez '^F «rmäfiigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins-, gemein- -SML General-Anzeiger für Gberhessen WW rrankfur/am^main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts Buch- und Ztelndruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 En deutsches Pfingstfest. NSX. .. - ...............»..................................... 1 X. L- '■ ■' ^zyet£' / <> WW M « ? -IW: Ü8F einer Pfingstzeit - fröhliche Zeit ialten Frohsinn herrscht in allen Dingen. Fröhlich laßt uns sein, Laßt uns tanzen, lachen, singen, Auslandspost und fein! Wer Ist da nicht froh, Wenn die Döglein also schöne Spenden ihre besten Töne? Tun wir auch also! Könnt ihr schauen, was den Maien Wunders all belebt? Seht die Pfaffen, seht die Laien, Wie das alles lebt! Groß ist sein Gewalt, Alles wird durch ihn vollbracht- Wo er schwebt in seiner Pracht, Da ist niemand alt, Io bis an den unmittelbaren Rand >er letzten Zerstörung geschlenkert nvorden wie das deutsche uni) hat Doch, allen nur aus der Materie kommenden Prophezeiungen zum Trotz, den Erdkreis erschüttert durch sind. An dieser___ ioes Festes, das sich weniger an „ , ibes Gemütes als an die Entscheidung der Seele äußerlichung unseres Seins, auf daß wir erkennen, welche Werte „unveräußerlich" sind. Wir müssen uns besinnen auf die Rangordnung der Werte, die feit dem Weltkrieg neu gesetzt ist. Wir müssen erkennen lernen, was von uns und was von allen anderen bleibt, wenn das alles wegfällt, was Menschen verleihen und geben können, und nichts anderes mehr vorhanden ist, als das reine Menschentum. Die deutsche Revolution aber ist nichts anderes als eine Frage des eingesetzten Menschentums, also der Verinnerlichung. Denn schließlich sind alle unsere Taten nichts anderes als die sichtbaren Offenbarungen einer unsichtbaren Innerlichkeit. Sich Rechenschaft geben heißt: kalt und leidenschaftslos die begangenen Fehler erkennen, die Prüfungen und Kämpfe der Zukunft wollen, die Unsicherheiten des Gefühls überwinden, die Lücken des Könnens ausmerzen, dem Worte Friedrichs des Großen leben, der ein eiskalter Skeptiker und ein glühend Glaubender war: „Bereit fein i ft alles!" Heil dir Mai, der du beglücktest Alles weit und breit! Oer du schön die Ääume schmücktest Unter Hetdekleid. War sie bunter je? ,D\x bist klein, ich größer — schaue" Also streiten aus der Aue Llumen mit dem Klee! Walter von der Dogelwelde. rroenbet, die Geister. Denn Pfingsten ist mehr, viel mehr als bas „liebliche Fest", das gewissermaßen tbas Osterwunder der Auferstehung noch einmal wiederholt. Pfingsten ist das männlichste, das kämpfe- -rischste, das im tiefsten Sinne kriegerisch st e :Fest unseres deutschen Seins. Gehen wir aus von Bekenntnis und Zuversicht, won Verinnerlichung und Rechenschaft. Stellen wir -uns, unserem Geiste und unserem Verstand Fragen, ibie unsere Seele zu beantworten hat. Was bekennen mir, wenn wir bem stumpfen Alltag eines Nurvege- :tierens entsagen unb uns ben Gesetzen des Kampfes in ihrer ganzen Unerbittlichkeit unter- nverfen? Welche Zuversicht brennt in uns mit unauslöschlicher Glut, daß wir die Jahre der un- Uiufhörlichen Verwandlung und des immer neuen heit zu führen." Diese Zuversicht aber setzt die Verinnerlichung ebenso voraus, wie sie die Rechenschaft notwendig macht. Wenn wir nicht erkennen, welche Güter entbehrlich und welche Kräfte notwendig sind, werden wir bas beutfche „Ja" nicht sprechen, auf bas bie Welt wartet. Wir müssen heraus aus jeglicher 93er- «mfhörlichen Verwandlung und des immer neuen Einschmelzens seit dem August 1914 ausgehalten haben und bereit sind, uns den kommenden Kämp- ssen zu stellen? Aus welche Urkräfte unseres untilgbaren Bestandes muß jede Verinnerlichung zurück- fführen? Welche Rechenschaft haben wir mit scho- mungslofer Ehrlichkeit abzulegen, die wir doch zu- kweilen meinen, nicht wir feien dem Schicksal, sondern das Schicksal sei uns Rechenschaft schuldig? 'Beantworten wir diese Fragen ohne Scheu vor der Umwelt, so kommen wir dem Sinn des Pfingst- Komm, Heiliger Geist! von Eberhard König, GOS. Das Psingstwunder. — Ist es ein Wunder? Ganz gewiß: das Wunder über alle Wunder —, wofern mir unter Wunder den unmittelbaren Eintritt des schlechthin Andern, der höheren, wahren Wirklichkeit in unsere — vermeintliche „Wirklichkeit" verstehen, die wir gemeiniglich so heißen, heißen müssen in unserm Tagesleben, den Eintritt der Wirklichkeit Gottes in unsere Welt des Wahns, des Scheins, die die Welt unseres Wollens, Glücks unb Entbehrens, unserer Not und aller unserer kleinen Erfüllungen ist. Das ist für unser Begreifen etwas Ungeheuerliches; wie ungeheuerlich, bas läßt uns das wilde Sich-Aufbäumen und Sich- Ueberschlagen der unzureichenden Menschenrede im Munde Faustens empfinden, da er das Ewige ins Diesseits reißen will, „die einzige Gestalt", die er von den Müttern heraufgeholt, ins Leben ziehen will. Kein Mensch vermag's; nach Gott es. Willen ward es einmal Geschichte: bas Pfingst- geschehnis schließt die immerbar unbegreifliche Reihe jener einzigen, schöpfungswichtigen Geschehnisse bedeutend ab, die mit dem Tage anhuben, da bas Wort Fleisch geworden, unter uns zu wohnen; geschichtlicher Einmaligkeiten von überzeugendstem Wirklichkeitsernst, wieviel oder wie wenig von ihrem Bericht unser Fürwahrhalten (das ja immer und immer noch die Kleingläubigkeit mit Glauben verwechselt!) hinnehmen oder als natürliche Legendenbildung zum kostbaren Bestand unersetzlicher Symbole verweisen mag. Mir persönlich bedeutet, auch unabhängig von allen textkritischen Einwänden, der Himmelfahrtsbericht im Vergleich zum Pfingstevangelium recht wenig, ja er unterbricht mir mit seinem unverkennbaren Legendengepräge die große Linie von der Auferstehung zu jenem wunderbaren Finale. Danach schließt sich der Himmel: Einmal ist es geschehen, nun ist die Gnade an die Erde überantwortet, nun seht zu, ihr Menschen, was ihr damit anfangt, nachdem zuguterletzt her Ewige noch das Letzte getan, Werkzeuge sich zugerichtet aus armen Halbnaturen durch feinen Schöpfergeist schöpferisch-starke Tatentschlossene, Helden geschaffen hat! Freilich, wir wissen, was in der Folge bie Menschen damit anfingen, wie weit sie gekommen sind — und doch, wenn es auch wahr ist, was Johannes Müller so hart ausspricht: Jesus „wird sich nie zum Christentum bekehren, sondern das Christentum muß sich zu ihm bekehren"; über alles Jrrsal durch die Jahrhunderte hin, das bie Erdengebunden- hell, die klügelnde Kleinmeisterei des armen Menschenverstandes nach dem Gesetz unseres Wesens aus dem ewigen Gut zuwege gebracht hat, leuchtet unwandelbar das Wort, das mit der Auferstehung in fein Recht und seine Wirkung getreten ist: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende! unb — „der Herr der Welt hat Zeit": was sind vor ihm bie paar Jahrtausende? Nur wenn wir uns entschließen können, aller Vernunft zum Trotz, bas Pfingstgeschehen als Wunder, d. i. reines Geschehen aus Gott, zu fassen, abzusehen von allem weit- _____________ üblichen Verstehenwollen, auch aller Erfahrung auf dem Gebiete seelischer Vorgänge, wenn wir uns überzeugen, daß wir hier zum letzten Male, seit wir dem Erdengang des Heilands gefolgt find, „ewigen Lebens ahndevoll", daß wir uns hier noch einmal inmitten einer höheren Wirklichkeit, der Wirklichkeit Gottes be- stnden; wenn wir unfern inneren Sinn, unser Lauschen und WahiV nehmen schärfen für den besonderen Klang, die Vorbildlosigkeit dessen, was hier die Bibel erzählt — nur dann fühlen wir uns heilsam ange- weht von der Ahnung feiner erschütternden Bedeutsamkeit: Noch einmal tut sich der trennende Vorhang zwischen dieser und jener Welt auf, Lichtfülle bricht lebenzündend herein, veni creator Spiritus, der schöpferische Geist kommt, noch einmal erleben auf eines blitzdurchhellten Augenblicks Dauer Menschen die unmittelbare Gegenwart Gottes, den letzten Gruß des Lebendigen an seine Menschen, die fortan berufen und befähigt sein sollen, Bürger des Reiches Gottes zu fein, nach ihren Kräften und in der Kraft dessen, der bei ihnen bleibt alle Tage, seines Se- zu walten und zu genießen. Alle Erklärung aus ihrer selbstverständlichen Ergriffenheit, aus der I Aufgewühltheit der Zeugen des । Dramas ohnegleichen, bie nun durch die Wärme der Gemeinschaft sich zu gemeinsamer Glutentladung steigert, häuft und entbindet — alles das reicht nicht hin, zu ermeßen, was hier geschehen; dieser Seelenzustand der einmütig Versammelten kann । nur die Bereitschaft und Würdig- Anlässe zu Skatpartien und Wochenendbelustigun- gen, dem sind sie Tage des Bekenntnisses und der Zuversicht, der Verinnerlichung und der Rechenschaft. Dies gilt für das herzenswarme und gemüt- hafte Weihnachtsfest, dies gilt für bas hoffnungs- ffrohe unb knospensprengende Ostern, für die geheimnisvollen Nächte unserer Sonnenwende, für die ter« zenhellen Abende des Advent, für bie tränenschweren Heimkehrtage unserer Toten im März und November, dies gilt schließlich auch für bie großen weltlichen Festtage ber Arbeitsehre am 1. Mai unb bes »Erntedankes am 1. Oktober. Und es gilt, dies wollen wir ausdrücklich feststellen, immer nur für die, bie eines Bekenntnisses unb einer Zuversicht, Verinnerlichung und einer Rechenschaft fähig An dieser Befähigung scheiben sich angesichts "h weniger an die Ergriffenheit hhKam .das wahrhafte Psingstwunder einer beispiellosen J jnß Dnnamouiwen Machtentfaltung und einer noch beispielloseren ™ * I Machtrechtfertigung aus der Innerlichkeit heraus. Von Friedrich Wilhelm Heinz. Der russische Dichter Dostojewski hat dieser beut- Wem unsere Feste mehr sind, als willkommene ^"Zuversicht den Satz geschrieben: „Der charak- — • — - ...... Iteristlschste und wesentlichste Zug dieses großen, stolzen und besonderen Volkes bestand schon seit dem ersten Augenblick seines Auftretens in der geschichtlichen Welt darin, daß es sich niemals mit der westlichen Welt hat vereinigen wollen. Es protestierte gegen diele Welt, diese ganzen zweitausend Jahre hindurch. Und wenn es auch sein eigenes Wort nicht aussprach, so glaube ich, war es doch im Herzen immer überzeugt, daß es noch einmal imstande sein werde, dieses neue Wort zu sagen unb bie Menschfestes näher. Wir haben, als wir hineinmarschierten in die un- aushörliche Kette von Schlachten, bie vor fast 20 !Jahren begannen und in weiteren 20 Jahren noch -nicht zuende sein werden, uns bekannt zu einem 'Glauben, also einer höheren, einer göttlichen Wirklichkeit, vor deren Wesen unb Wirken runfere menschlichen Kämpfe unb Gestalten nur Ab- Ibilber unb Jnbilder sinb. Deutschland, an bas wir glauben unb zu dem mir uns bekennen mit ganzem Herzen und gan- jzem Gemüt, ist mehr als das Sichtbare und Nach- UDeisbare, mehr als die Summe ber Staatsein. Dichtungen und die Anzahl seiner Bewohner, mehr «als das Biologische unb Materielle und Stoffliche: Deutschland, bas ist ein Auftrag unmittelbar kius dem Herzen Gottes, der bezeugt und gelebt unb »gestorben wurde von ben Cheruskern Armins unb $en Goten Theoderichs, von ben ffächsischen Edelfreien Widukinds und . .den großen Kaisern aus dem Hause Iber Staufen, von den Mystikern mnferer mittelalterlichen (Ergriffen- lheit und den Denkern, von Eckehard niber Luther bis Nietzsche, von Wal- tther von der Vogelweide bis Stefan »George, ein Auftrag, der wieder- . Itlingt im Rhythmus des Hohen- ffriedbergers und in ben Berichten won Friebrichs Kolonisationstaten, »eine Verkündigung, die aus den !Fugen Bachs und den Sonaten Weethovens ebenso tönt wie aus den ttotheiteren Geigen Mozarts oder der nveltweiten Seele des Deutschen »Goethe. Ein Auftrag, der schließlich ibezeugt wurde von der Zweimilliomenarmee der Wellkriegstoten und ssür den unser eigenes Blut geflossen nft Jawohl nur, wenn mir unser -Bekenntnis zum ewigen Reich in diesem Zusammenhang Der zwei Jahrtausende bewußter Deutscher Geschichte sehen sind wir ffähig, die Zuversicht für die beiden mächsten Jahrtausende zu erlangen. Denn wiederum: deutsche Zuver- fficht heißt nicht, an das vergängliche Werk unserer irrenden Hande, fon- foern an das unvergängliche Werk der deutschen Seele zu glauben. Keinem Volk der Erde Äst Aehnliches überliefert, aus keines «Volkes Seele sind Gottes Strome «reicher geflossen, kein Volk auf der «anzen Welt ist auch immer wieder Die Saarlagung des VDA. nimmt in Minz ihren Anfang lches Dolkstum kämpfen müssen. Hier im Westen Das Deutschland- unD Horst-WeM-^le sei die Volkstumsgrenze seit 1000 Jahren fest und I auch musikallsch umrahmte Feierstunde. Geschlecht zum folgenden. g e n d- Hinsicht Geist und dem Buchst so setzt er sich dem V< In einer Pressebesprechung sprach am späten Nachmittag Dr. Hermann Ullmann über „D as Südostdeutschturn". Er schilderte die Verschie- denartigkeit des Erlebens der Deutschen in der alten österreichisch-ungarischen Monarchie, in Rumänien, Südslawien usw. Eines aber sei allen ihren Schicksalen gemeinsam; sie verträten, als Träger und Erzeugnis eines tausendjährigen Kolonisationsvorganges, mit ihrem Kampf um ihre Selbsterhaltung auf weite Sicht die Interessen des großen südosteuropäischen Raumes, den sie an Europa anzu- Die Deutschen draußen seien nicht selten die besten und tüchtigsten Menschen unseres Blutes. Sie gehörten zu der großen deutschen Volksfamilie, der sie nicht verloren gehen sollen und dürfen. Sie sollen nicht nur Kulturdünger sein, sondern Träger des nordischen Gedankens bleiben. Die deutsche Auslandsschule sei der sichtbare Ausdruck des Willens der Ausländsdeutschen, sich und daß aber beruflich, methodisch und gesinnungsmäßig die deutschen Lehrer überall sich zum einheitlichen deutschen Lehrer st and rechneten, wo sie auch wirken mögen. Der Auslandslehrer dürfe die in der Heimat gegebenen Organisationen nicht ohne weiteres in das Ausland übernehmen, sondern müsse aus der hohen Pflicht der gesamtdeutschen Erziehung heraus in eigenem Verantwortungsbewußtsein die richtigen Organisationsformen draußen finden und sich dabei durch zu starkes Anlehnen an die anders gewiss darauf hin, daß die Menschen an der mittleren Saar schon seit Jahrhunderten um ihr deut- Der deuWk Lehrer Träger und Mittler deutschen Kulturguts im Ausland. dem Nachwuchs die getftige feelW unb kulturelle von Nordamerika stehe in einem moralischen und. Verbindung mit dem deutschen Volkstum zu erhal- wirtschaftlichen Abwehrkampfe, der vielfach die ten. . . „ , ,. . - deutschfeindliche Propaganda während des Welt-1 Direktor Schulz- Madrid wies darauf hin, daß krieaes noch übertreffe. Die deutsch-amerikanische j die Uebertragung des Schlußwortes auf dieser deut- Presse sei trotz der wirtschaftlichen Schädigung durch schen Lehrertagung an einen aktiven Aus- die Boykotthetze in die Abwehrfront gegen Deutsch- landslehrer ein bedeutsames Zeichen dafür feinde eingetreten 1 sei, daß den deutschen Lehrerstand wohl staatliche Anschließend sprach Präsident Dr. H e l f e r i ch Grenzen in verschiedene Gruppen trennen konnten, über den „Deutschen Nord ost en". Das deut- b-ruslick,. methodisch und aeünnunasmaMa sche Volkstum habe seine Stellung behauptet. Im Memelland gebe es keine deutsche Minderheit. Trotzdem hätten die national-litauischen Kreise in immer schärferem Maße versucht, die Selbständigkeit der autonomen Verwaltung zu vernichten. In L i - ta u e n selbst habe diese von der litauischen Regierung geduldete und geförderte Politik, gegen das Memelland naturgemäß die Lage der deutschen Minderheit ebenfalls verschlechtert. In E st land, das von schweren innerpolitischen Krisen heimgesucht sprechenden Führung auf weite Sicht gesichert sei.1 lieber die Lage des Nordamerika-Deutschtums (USA. und Kanada) äußerte sich dann der Neichsführer des VDA., Dr. Steinacher. Die Gegner unseres Deutschtums in USA. und Kanada hätten Krieg und Prohibition dazu benutzt, um das deutsche Volksleben im Sprachbestand und Or- unverrückbar. Aber seit 250 Jahren müsse unser deutsches Volkstum an der Saar einen Kampf führen gegen eine fremde Machtpolitik. Aus militärpolitischen Gründen und seit Anfang des 19. Jahrhunderts auch aus wirtschaftlichen Gründen versuche Frankreich seine Hand auf dieses Land zu legen. Diesem Bestreben habe sich das deutsche Dolkstum an der Saar stets in voller Geschlossenheit e n t g e ge ng e st e ll t. Sv viel man heute auch an politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten den Saarländern vorzufuh. ren versuche, eins habe man den Saarlandern bisher noch von keiner Seite abgesprochen, nämlich ihr hundertprozentiges deutsches Dolkstum. Wenn unser deutsches Dolkstum an der Saar bisher habe unversehrt erhalten werden können, so habe nicht zum geringsten mügewirkt, daß an der Saar als Vorort und stärkstes Bollwerk des deutschen Volkstums die Stadt Saar- brücken liege, die in allen Kämpfen der Der- aangenheit stets die Führung gehabt habe „ Der „Gruß der Ausländsdeutschen, mit dem Gelöbnis nie aufhören zu wollen dem deutschen Volke die Treue zu halten, und sich stets dessen bewußt zu bleiben, daß es die Sendung sei, überall draußen in der Welt f ür d e u ts ch e A r t und deutsches Wesen zu werben und Zeug- nig abzulegen, leitete über zu der Schlußansprache des Reichsführers des VDA., Dr. Steinacher. Das Deutschland, und Horst-Wessel-Lied schloß die Gebt der Saar ihr Recht! Wiederum erwarten wir saarländische Vvlks- genossen zum Fest in unseren Mauern. Der Männergesang ist neben Turnen und Sport von jeher eines der urwüchigsten und volkstümlichsten Aus- drucksmittel edlen Wettstreits und enger Verbundenheit deutscher Stämme. Und wie viel eindringlicher wird das deutsche Lied zu uns sprechen, wenn Sänger von der Saar es zum Dolmetsch ihrer Treue für Volk und Reich machen! Es ist uns Herzenssache, ihnen einen herzlichen Willkommens- grüß zu entbieten und alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um unseren Gästen den kurzen Aufenthalt in Gießen zu einem eindrucksvollen Erlebnis nationalen Verbundenseins zu gestalten. Wissen wir doch und erfahren es aus den Genfer Verhandlungen des Völkerbundsrats täglich aufs neue, welch unmenschlicher Druck fünfzehn Jahre hindurch auf unfern deutschen Brüdern an der Saar gelastet hat und wie man ihnen jetzt, wo die Befreiungsstunde schlägt, trotz ihres einmütigen und unbezweifelbaren Bekenntnisses zum Reich, die ersehnte Heimkehr ins Vaterhaus mit allen Mitteln hinauszuzögern sucht. Um so freudiger empfinden wir unsere Aufgabe, den wackeren Kämpfern zu danken für ihre in langer Leidenszeit bewährte Gesinnung und ihnen neuen Mut zu machen, auch die letzte Prüfung in gleicher Treue zum ange- tammten Volke zu bestehen und dem Recht der reien Selbstbestimmung zum Siege zu verhelfen, )as vor fünfzehn Jahren in Versailles um der imperialistischen Ziele des französischen Nachbarn willen so schmählich gebeugt worden ist. worden sei, sei die Spitze der deutschen Minderheit ausgewiesen worden. Der deutschen Volksgruppe fei es bisher aber gelungen, das, was sie in mühevoller Arbeit in dem vergangenen Jahrzehnt aufgebaut habe, zu halten und auszubauen. Abendliche Feierstunde in der Mainzer Gtadthalle. Ein Begrüßungsabend im Stadthallensaal schloß den ersten Tag der Verhandlungen. Hierbei entbot namens des Landesführers Hessen, Staatsrat Block, Studienrat Dr. Klenk die Willkommens- arühe der örtlichen VDA.-Verbände und eröffnete den Abend als Auftakt zu einem machtvollen Treuebekenntnis zum deutschen Volkstum und seinen Führern. Namens der Stadt Mainz begrüßte Ober- .bürgermeister Dr. Barth und namens der Stadt Trier Oberbürgermeister L. C h r i st die Tagungs- teilnehmer. Beide gedachten dabei der schmachvollen Besatzungszeit, die jedoch nur dazu angetan gewesen sei, das Zugehörigkeitsgefühl zum deutschen Vaterland stahlhart zu schmieden. 0er Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken Dr. Meikes ten aufzufassen und demgemäß eine „Lösung" im Sinne eines Kompromisses zu erstreben. In Wirklichkeit handelt es sich um nichts anderes, als um die loyale Durchführung eines Vertrages, der eine auf hoher Kulturstufe stehende Bevölkerung ungefragt vom Mutterlande getrennt hat, ihr aber wenigstens in aller Form das Recht gibt, nach 15jäh- riger Trennung über ihre staatliche Zugehörigkeit f e t b ft zu bestimmen. Das gegenwärtige Regime war von vornherein befristet; es geht vom 10. Januar 1920, dem Tage des Inkrafttretens des Versailler Vertrages, bis zum 10. Januar 1935. Der Termin für d i e Abstimmung, den der Völkerbund jetzt formell festzufetzen hat, ist daher schon im Vertrag deutlich bezeichnet. Die Bevölkerung des Saargebiets hat ein Recht darauf, daß ihr beim Ablauf der 15jährigen Frist alsbald Gelegenheit zur Beantwortung der im Vertrag vorgesehenen Fragen gegeben wird; eine Verlängerung des gegenwärtigen Regimes über den 10. Januar hinaus wäre ein Vertragsbruch, Reiche beweisen. In der Eisenindustrie ist in der letzten Zeit die Ueberfremdung durch französisches Kapital zurückgedrängt worden. So sind die meisten Hütten überwiegend in deutschem Besitz und es sei bemerkt, daß vor allem die G l a s i n d u st r i e an der Saar, die etwa ein Fünftel der gesamtdeutschen Produktion an Tafelglas erzeugt, sich von allen französischen Beeinflussungen freigehalten hat. Der Deutsche Absatzmarkt hat sich für die aanze Saarindustrie als unentbehrlich erwiesen, uno auch durch Sonderzollabkommen mit Deutschland alle Versuche, die Saar wirtschaftlich in Frankreich einzubeziehen, überstanden. — Das naturgemäße Absatzgebiet für die Saarproduktion ist Süddeutschland, vor allem nach dem Ausfall der ehemaligen Reichslande. Für Kohle und Gas, Stahl und Eisen sowie für die Erzeugnisse der weiterverarbeitenden Industrie des Saargebietes ist dieser Absatzraum durch keinen anderen zu ersetzen. Die Versuche Frankreichs, eine naturgesetzliche wirtschaftliche Entwicklung geradezu auf den Kopf zu stellen, haben sich daher als aussichtslos erwiesen. Es war eine Sinnlosigkeit, wenn nicht eine Barbarei, die Saarbeoölkerung 15 Jahre lang dazu zu verurteilen, einen Schwebezustand zu ertragen, zumal dieser Schwebezustand das Saargebiet auf alle Fälle wirtschaftlich und sozial schwer schädigen mußte. Im übrigen ist diese Quälerei der Saarbevölkerung auch ein Beweis dafür, daß die Urheber des Versailler Vertrages Geist und Welen des deutschen Volkes so gut wie gar nicht verstanden und begriffen hatten. Und lewer auch heute noch nicht begreifen und verstehen. Schon der Versuch, das Saarvolk aus der deutschen Nation durch die wirtschaftliche Eingliederung in das französische Zollsystem zu lösen, läßt alles andere eher erkennen als Verständnis für die Stärke unb Gewalt des deutschen Nationalgefühls. Wenn nun der Völkerbundsrat sich vor die Aufgabe gestellt sieht, diesem Schwebezustand ein Ende zu machen, so muß von Anfang an vor dem Fehler gewarnt werden, die Abftimmungsvorbereitun- gen als eine Kontroverse zwischen bestimmten Mäch- Im Donauraum spielten in dem Kampf um das Erziehung . Darauf ^te^ n i st all a t Dr^ Los s- iinnfihnnrnrrp" Heft erreich zahlreiche außer- ler - Stuttgart die Bedeutung der Auslanoschulen deutsche Kräfte ein höchst verworrenes und gefähr- für den volksdeutschen Gedanken dar^Die Erhaltung liches Spiel. Diesem Spiel setzten wir nichts anderes Erbguts deutschen Volkstums m fremden entgegen, als ein offen vor aller Welt bekanntes Landern fei nur rnogüch,’.TTL„cT hin* völliq eindeutiges Ziel: Anerkennung und Sicherung ; ^olkstmns triebhaft, nicht nur bewußt daraus hm- fenes natürlichen Lebensrechtes für unsere deutschen 3sele. Wer in feinem Volkstum bleiben wolle muffe Volksgruppen, das ihnen nicht genommen werden nicht "ur biologisch angehoren, son- fönne, ohne daß der ganze Südosten kulturell und Hern auch in de r Geistesarbeit seine wirtschaftlich von einem Aufstieg abgeschnitten ol k e s bleiben. _ _ ..... werde, der ihm bei einer feinen Lebensgesetzen ent» I 1 Pflicht erfüllen will, unter keinem Vorwande ein« lassen. Die Abstimmungsberechtigten, die ja nicht nur an der Saar, sondern sehr zahlreich außerhalb des Saargebietes und teilweise in sehr großer Entfernung von ihm wohnen, können verlangen, schon mehrere Monate im voraus zu wissen, an wel« chem Tage sie ihrer Heimat zur Versüguna stehen müssen. Gegenüber den vielen Scheinarünoen, die manche Interessenten aus Angst vor Der AbstiM' mung an den Völkerbund herantragen, um der peinlichen Gewißheit möglichst fange zu entgehen, sollte allein die vernünftige Rücksichtnahme auf die Bevölkerung selb ft das Ermessen des Rates, soweit es innerhalb der vertraglichen Grenzen Platz zu greifen hat, beeinflussen. Der Versailler Vertrag bestimmt, daß die Abstim« mung gemeinde- ober bezirksweise zu erfolgen hat. Das ist ein technischer Behelf, ber ben Wahlvorgang selbst beschleunigen soll. Aus dieser Bestimmung laßt sich unter keinen Umständen folgern, daß Das Ergebnis dieser Abstimmung nach Bezirken oder Gemeinden politisch ausge* legt werden kann. Wenn der Bericht des Dreier- Ausschusses an den Völkerbundsrat dies für möglich erklären sollte, so fetzt er sich nicht nur über das Selbstbestimmungsrecht, sondern überhaupt über Vernunft und Recht hinweg. Der Völkerbundsrat wird wohl nicht wiederholen wollen, was in Dber« schlefien geschehen ist, denn hier wurde beispielsweise die Stadt Kattowitz, in der über 90 Prozent für das Verbleiben beim Reiche stimmten, nach Polen ausgezirkelt, nur weil einige Dörfer ber Um- gegenb unter bem Druck ber französischen Besatzung unb ber Aufstänbischen eine kleine Mehrheit st» Polen gebracht hatten. Das Deutschlanb von 1934' bas seine nationale Wiebergeburt erlebt hat, ist nid)1 bas Deutschlanb von 1921. Vernunft unb Recht ft' wie bie Pflicht, für bie Befriebung Europas zu fol' gen, müssen für ben Völkerbunb bie Veranlassung fein, bas Abstimmungsergebnis im Saargebiet eiM heitlich zu werten. Wie es ausfallen wird, darüber ist auch bei den Franzosen unb ihren Freunven längst kein Zweifel mehr. feit für die gemeinsame Empfängnis hergeben. Zu Derartigen Massenwirkungen gehört bas hinreißende Wort, Der führenbe Wille eines überragenDen Mannes wie des Kreuzzugprebigers Beruh, v. Clairvaux, Gottes schöpferischer Wille, geschah hier unmittelbar zu Den tief bewegten, sie schöpferisch, tatmächtig zu heben; denn dessen bedurfte es jetzt, damit der erste Vorstoß Des jungen Heils, der Gewißheit vom Reiche Gottes, in Die Menschenwelt hinein geschehen könne: Ritter, Helden, Geheiligte brauchte es jetzt, Da war keine Zeit zu verlieren, keine Entwicklung, kein langes Reifen ab,zuwarten, in das der VerstanD ewig hereinredet; Herzen, in Denen alle bangen Erdgefühle, alle Angst des Irdischen auf einmal hinweggezehrt war, alle Jchbefanaenheit hinweggeläutert, Erstlinge Der glühenDen Gewißheit: Es ist alles neu geworden, fortan ist Die Welt eine andere! An der Lohe der Stunde wurden viele Fackeln entzündet, also daß ein Fackellauf begann auf allen Straßen der Welt, und das Feuer ist nicht erloschen und wird nicht ausgehen bis an der Welt Ende. Die Bestimmungen des Versailler Vertrages über das Saargebiet sind ja das Schulbeispiel für die krankhafte Verirrung des Geisteszustandes, aus dem ber Versailler Vertrag überhaupt zusammengestoppelt worden ist. Es war wie ein Rausch, gemischt aus Furcht unb Beutegier über bie „Sieger" gekommen, aus Der Deutschen Ländermasse so viel wie möglich her- auszureißen. Hätte Frankreich auch nur einen Schein des Rechtes auf feiner Seite gehabt, ganz einerlei, wie dieses Recht geworden ober beschaffen war, so hätte Frankreich bas Saargebiet bedingungslos als Beute gefordert. Schon das ist ein wichtiges Zugeständnis Frankreichs, daß es k e i n e r l e i i r g e n b- w i e geartete Rechtsansprüche in Hinsicht auf bas Saargebiet hatte ober hat, benn wären solche vorhanben gewesen, so hätte Frankreich nicht gezögert, aus dem Rechtsanspruch eine vollendete Tatsache zu schaffen. Das Märchen von ben Saar- Franzosen war üble Stimmungsmache, bie genau fo lange vorhielt, als Frankreich doch irgendwie den Beweis dafür hätte antreten müssen, daß es Saar- Franzosen gäbe. Daß das Saargebiet über 1000 Jahre zum Reiche gehört, hat Frankreich niemals widerlegen können, denn das Zwischenspiel, das unter der napoleonischen Herrschaft das Saargebiet vorübergehend Frankreich eingliederte, gibt keinen Rechtsanspruch. Sonst müßten in Europa alle national und geschichtlich gewordenen Grenzen über ben Hausen geworfen werden. Was Frankreich veranlaßte, aus dem Saargebiet eine Kriegsbeute zu machen, war in der Hauptsache bie Saarkohle. Es war aber nicht Frankreich, bas bie gewaltige Schwereiseninbuftrie im lothringischen Becken aufgebaut hatte, sondern Deutschland. Die französische Schwerindustrie, der die lothringische Hüttenindustrie zusallen sollte, forderte einfach die Saarkohle, ohne sich um das Selbstbestimmungsrecht zu kümmern. Die französische Schwerindustrie wurde dabei von den französischen Militärs unterstützt, die im Saargebiet ein Ausfalltor nach Deutschland sahen und DNB. Mainz, 19. Mai. Der zweite Tag der Saarbrücker Pfingsttagung des DdA. an Rhein und Mosel wurde mit Der Lehrertagung im StaDthallensaal eingeleitet, Deren Ehrenvorsitz Staatsminister Schemm inne hatte. Staatsrat Block-Darmstadt, der Landesführer des Landesverbandes Hessen-Nassau des VdA. wies in seiner I Begrüßungsansprache darauf hin, daß das Deutsch- । tum seine Grenze nicht an willkürlich geschaffenen Schranken finde, sondern fo weit wie fein Volkstum reiche. Deshalb werde auch der deutsche Lehrer über die Grenzen des Reiches hinaus in die weite Welt gewiesen, überall, wo Deutschtum lebe und arbeite. Der deutsche Lehrer sei der verantwortliche Träger und Mittler des Kulturgutes unseres Volkes von einem arteten Verhältnisse in der Heimat in seiner Tätig- keit nicht hemmen lassen. Gesamtdeutsche Erziehung sei gerade heute eine der allerersten Forderungen, die der Heimat und dem Auslandsdeutschtum zu stellen seien. Alle deutschen Schulen, drinnen und draußen, müßten sich darauf einstellen. Dann würden wir erreichen, was der Führer wolle: Deutsche draußen und drinnen zu einem Volke zusam- menzufchmieden zum deutschen Volke des Dritten Reiches! Zur gleichen Zeit fand im Saal der Liedertafel die Studententagung statt. Hier sprachen zu- nächst der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft und des NS.-Studentenbundes, Dr.-Jng. S t a b e l: Das Gesamtvolk unb ber deutsche Student". Anschließend hielt Prof. Dr. Max Hildebert Boehm- Jena einen Vortrag über das Thema: „Volkstum und deutscher Staat". Er wies darauf hin, daß das heutige Geschehen die Wiedergeburt deutscher Staats- Wirklichkeit aus der rassischen Urkraft des Volkes und aus der Zeugungskraft der männlichen Ehre sei. Das Volk lerne es wieder, freudig Opfer für feine staatliche Existenz in ber Welt zu bringen. Der Klaffen- und Schichtenzwiespalt werde durch eine neue Volks- und Führungsordnung überwunden. Noch stärker aber müsse jetzt der gesamtdeutsche Gedanke auch über Staatsgrenzen hinweg ins Bewußtsein gehoben werden, zu dem sich ber Führer, selber vor den Toren des Reiches entsprossen und ausgewachsen, leidenschaftlich immer wieder bekannt habe. Zur Neugliederung des Reiches in Stämmen und Landschaften gehöre das Spannungs- Verhältnis zwischen gesichertem B i n n e n d e u t s ch- t u m und ständig ringendem A u ß e n d e u t s ch- t u m notwendig hinzu. Dor den Toren des feit 1919 Doppelt verengten Reiches versuche man heute einen volksverneinenden' Staatsgedanken an verschiedenen Stellen gegen die elementare Einheit des gesamtdeutschen Volkes einzufetzen. Nur die Wiedergewinnung deutscher Wehrhoheit gebe dem Staate die Kraft, demgegenüber die Machtmittel einer völkisch bestimmten Außenpolitik einzusetzen. Noch immer aber fei die furchtbare Wirklichkeit eine Mehrheit von Staaten deutscher Menschen und ein gewaltiger Teil des deutschen Volkes unter Fremdherrschaft, die sich Verdrängung und Entnationalisierung deutscher Manschen zum Ziel setze statt dem völkischen Ausgleich ehrlich zuzustreben. Die Aufgabe der volksdeutschen Bewegung sei es. das Volkstum, die Volksgemeinschaft als Mutterfchvß staatlicher Gestaltungs- , fräfte zeugungskräftig, heil und seelisch wach zu ; erhalten. Im Glauben des ganzen deutschen Volkes । an die geschichtsgültige Aufgabe seines Führers er- : wachse nach jahrtausende langer Entfremdung zwi- ■ schen Volk und Staat die Einheit beider im - Dritten Reich. ftrie fand in ber Vorkriegszeit ihren Hauptabsatz nach Süddeutschland. Die Ausfuhr der Saar nach diesen Gebieten war aktiv. Frankreich nahm 1913 nur 4,5 Prozent der gesamten Saarausfuhr, und zwar hauptsächlich Steinkohte, auf. Wenn die französische Propaganda behauptet, das Saargebiet neige wirtschaftlich zu Frankreich und Lothringen, dann wird hier ein erst während der Besatzungszeit unternommener Versuch als Tatsache hingestellt, aber auch heute findet trotz der Verwaltung der Saargruben durch Frankreich diese Behauptung keine Bestätigung. Seit Frankreich die Steinkohlengruben an der Saar ausbeutet, ist ein schonungsloser Raubbau getrieben worden. Die Steinkohlenförderung der Saar betrug 1913 13,2 Millionen Tonnen, bis 1930 war sie weder gestiegen noch gefallen. Dagegen förderte die französische Verwaltung bie Steinkohlenförberung in Lothringen, die im gleichen Zeitraum von 3,8 auf 6,1 Millionen Tonnen stieg. Dabei werden von Französisch-Lothringen aus unterirdisch die wertvollen Fettkohlenflöße der Warndt, also eines Teiles des Saargebietes, systematisch abgebaut Für die Steinkohlengewinnuna unb ihre Verwertung hat mehr unb mehr bie Ferngasversorgung Bebeutung gewonnen. Auch hier ist Frankreich nicht in ber Lage, auch nur einen winzigen Teil des Ferngases abzunehmen. Dagegen ist ein oor^mfiges Abkommen mit der Ruhrferngasversorgung getroffen worden, so daß die Saar mit diesem Gas die Gebiete Trier, Birkenfeld, die Pfalz beliefert unb im rhein-maini- schen Teil 40 v. H. ber Gasversorgung zugewiesen erhält. Die E i s e n i n b u ft r i e an ber Saar war zwar auf Kohle aufgebaut, ftanb aber in enger Der- binbung mit ben Erzvorkommen bes lothringischen Minettegebietes. Die Saar hat sich bem französischen Wirtschaftskörper nicht einfügen lassen, wie schon bie Saar-Zollabkommen mit bem Deutschen Aber bie Wirtschaftsstellung ber Saar weist ein» . heutig nach Deutschland. Schon daß das Saargebiet am meisten angebaute Getreide Roggen ist gegenüber dem weizenbauenden Frankreich beweist die Zugehörigkeit der Saar zum deutschen Rheinraum. Die mächtige Kohlen- und Eisenindu- eine Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrechts, die heute viel schwerer wiegen würden als in Den Zeiten unmittelbar nach dem Kriege. Die Stimmung der Bevölkerung an der Saar ist verkörpert durch die „Deutsche Front", die jetzt 455 000 Mitglieder zählt und alle früheren politischen Richtungen umfaßt. Kann sich der Völkerbund auch auf feiner jetzigen Tagung nicht entschließen, den Abstimmungstermin feftzusetzen und so festzusetzen, wie es allein dem Geist und dem Buchstaben des Vertrages entspricht, so setzt er sich dem Verdacht aus, das Spiel derjenigen zu begünstigen, bie schon lange nicht mehr hoffen, in ber Saarfrage auf bem geraben Wege zum Ziele zu gelangen. Es ist bekannt unb, auch außerhalb Deutschlands, oft ausgesprochen worden, daß maßgebende Kreise Frankreichs ein französisches Interesse darin erblicken, daß die Ab- stimmuna soweit wie möglich hinausgescho- oen wird und ihr Zeitpunkt so lange wie möglich ungewiß bleibt. Auf diese Spekulationen kann sich ber Völkerbund, wenn er als Treuhänder feine Die Frau im Volksiumskampf Mainz, 18. Mai. (DNB.) Der Nachmittag der Frauentagung des DDA. im Rheingold-Saal der Stadthalle stand unter Leitung von Frl. Inge Dietrich-Köln und befaßte sich mit dem Hauptthema „Dolksdeutsche Mädchenarbeit im Ausland". Ehe man in die Besprechung eintrat, nahm der erste Vorsitzende des DDA., Dr. Hans Steinacher, stürmisch begrüßt, das Wort zu einer Ansprache, in Der er u. a. ausführte: Die Bedeutung der Frau in den Kampfgebieten draußen kann nicht hoch genug bewertet werden. Wenn wichtige Stellungen fallen, selbst wenn Schule und Kirche unterminiert werden, dann geht der Entscheidungskampf um den Wesens- und Wirkungsbereich der Frau, bie an der Schwelle des Hauses wacht. Die deutsche Frau hat gerade in den Generationen der Landgewinnung, in dem mühevollen Ringen um den Boden, ihre ungeheuerliche Kraft und ihren Arbeitswillen gezeigt. Jetzt, wo wir auf Erneuerung unseres gesamten Lebens hinarbeiten, erleben wir die Bedeutung dieser biologischen Mächte. In Bewunderung blicken wir nach draußen, wo die deutsche Frau diese Lebenskräfte bewahrt, wo das Deutschtum oft besser und reiner erhallen wird, als im Reichsinnern. Nach lebhaftem Beifall nahm Frau Marie R a b l - Leipzig, die Reichsleiterin des Frauendienstes des DDA., das Wort zu einem Rückblick auf die Arbeit der VDA.-Frauengruppen. Die einzelnen Landesleiterinnen schilderten anschließend die „Jugendarbeit des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes in Südslawien", die „Volksbildungstätigkeit in der Zips", das Landleben in den baltischen Landen" und die „Bedeutung des Frauenvolksdienstes der Nationalen Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien", sowie die „Aufgaben und Pflichten Der VDA.-Jungmädchengruppe in Kopenhagen". Die Lage des Auslandsdeuischiums. Bombenexplosion im Salzburger Festspielhaus. Keine erheblich Verletzten. — Die Tater entkommen. Wien. IS.Alai. (DNB.) Im Vorsaal des Salzburger Festspielhauses explodierte Freitagabend eine Dynamitbombe. Mehrere Marmorsäulen, kostbare Mosaiksenster und alle Fenster des Festspielhausgebäudes sowie der gegenüberliegenden Gebäude gingen in Tr ü m m e r. Zur Zeit der Explosion waren mehrere Personen in der Kanzlei beschäftigt, die alle Verletzungen erlitten. Der entstandene Sachschaden ist groß. Die Kunde von dem Anschlag im Salzburger .Festspielhaus hat sich blitzschnell in ganz Salzburg «verbreitet und hält die ganze Bevölkerung in Atem. 'Oer Hergang des Anschlages soll sich folgender- imahen abgespielt haben: Um 18 Uhr fuhr in lassender Fahrt ein Kraftwagen vor dem ^Festspielhaus vor und stoppte jäh ab. Zwei Männer sprangen aus der Limousine, st ü r z t e n Sn den Vorraum des Festspielhauses und uvarfen den Sprengkörper mitten in Vie Halle. Die Wirkung war außerordentlich Ffart Die großen Marmorsäulen splitterten, die Fenster gingen in Trümmer, und die Mosaikfenster nad) der Straße und dem Theatersaal zu wurden ebenfalls zertrümmert. Die Fensterscheiben in dem Dem Festspielhaus gegenüberliegenden Gebäude gingen in Scherben. Der Sprengkörper war offenbar für eine kurze Zeitzündung ein- 8 e st e l l t gewesen, denn er explodierte kurz, nach- vem er in die Halle geworfen worden war. Inzwischen hatten die Männer den Kraftwagen wieder bestiegen und waren in rasender Geschwindigkeit davongefahren. Die Verwundungen !»er zahlreichen Verletzten sind glücklicherweise nur «ichter Natur. hauptsächlich rühren sie von Glas- Iplittern her. Allerdings wurden auch einige per- aonen infolge des Schreckens von schweren Nerven- Irrämpfen befallen. Die Verletzten sind durchweg Beamte des Festspielhauses. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur, lieber den Anschlag wurden amtlich bisher keinerlei Mitteilungen gemacht. Ribbentrops Besuch in 2Rom. Rom, 18. Mai. (DNB.) Am Freitag wurde 'er Beauftragte der Reichsregierung für Abrü- rungsfragen von Ribbentrop von Ministerpräsident Mussolini im Palazzo Venezia zu liiner Besprechung empfangen. Nach einer ergän- Lnden Unterhaltung mit Staatssekretär S u v i ch t:m Abend, trat Herr von Ribbentrop am Sams- lagfrüE) den Rückflug nach Berlin an. Im irrsten Gespräch, das in freundschaftlichstem Tone geführt worden ist, wurde der deutsche und der inalienische Standpunkt noch einmal klargelegt. Bon deutscher Seite wurde erneut betont, daß man !en größten Wert darauf lege, zu einem Abkommen zu gelangen, daß aber ande- «rseits die deutschen Forderungen ein Minimum darstellten, das niemals Gegenstand irgend eines Abhandelns !-in könne. Der italienische Standpunkt ist ja aus hm Merneorandurn und besonders aus dem letzten Zeitungsartikel des italienischen Regierungschefs Iskannt. Die Unteredung mit Suvik ergänzte die l nterhaltung mit Mussolini in einigen technischen k inzelheiten. Oer Reichskanzler empfängt die Führung des deutschen Handwerks. Berlin, 18. Mai (DNB.) Reichskanzler Adolf Eitler empfing am 17. Mai die Führung des hutschen Handwerks, den Reichshandwerksführer k-chmidt, den Stellvertreter des deutschen hand- r erksführers, Z e l e n y , und den Generalsekretär ! r. Schild. An dem Empfang nahmen Reicbs- rirtschaftsminister Dr. Schmitt, Reichskommissar fi r den Mittelstand, Ministerialdirektor Dr. W i e n - tie ck und Ministerialrat in der Reichskanzlei Dr. N i l l u h n teil. Der Reichshandwerksführer erstattete seine per- snliche Meldung als gesetzlich berufener Führer des deutschen Handwerks und üoergab die Summe von 200 000 RM. als Grundstock für die vom Reichskanzler genehmigte Stiftung „Adolf-hitler-Wohlfahrtsspende des deeutschen Handwerks". Die Zweckbestim- rrjung dieser Stiftung ist, alten, notleidenden Handwerksmeistern und Gesellen oder biren Hinterbliebenen Ehefrauen Unterstützung zu giwähren. Die Stiftung wird beim Reichsstand bi5 deutschen Handwerks verwaltet. Der Reichshandwerksführer berichtete dem Reichs- kcmzler über die Leistungen des deutschem hand- in?rks bei dem Winterhilfswerk und bei der Adolf- k tler-Spende der deutschen Wirtschaft. Außerdem I;rach der Reichshandwerksführer seinen Dank aus für die Arbeit der Reichsregierung, insbesondere bs Reichswirtschaftsministers und des Reichs- iiOeitsministers, bei der gesetzlichen Neu- a-ganisation des deutschen Handwerks, die Made am heutigen Tage rechtskräftig geworden vSre. Der Reichshandwerksführer versicherte, auch ir Handwerk eine mustergültige Ordnung nach dem nationalsozialistischen Zlihrerprinzip herbeizuführen. Der Reichskanzler dankte für die Spende und fp-ach die Hoffnung aus, daß an dem bestimmt erwartenden allgemeinen Aufstieg der deutschen Wirtschaft auch das Handwerk seinen z bührenden Anteil haben werde. Kommunistische Seheimdruckerei in Erfurt ausgehoben. Erfurt, 18. Mai. (DNB.) Im Anschluß an ixe Aktion gegen die kommunistischen Organisa- icnen in Erfurt gelang es den Beamten der Staats- -cizeiftelle, die Geheimdruckerei der in der die kürzlich zur Verbreitung gelang- et illegalen Flugschriften hergestellt Daren, auszuheben. Die zur Herstellung verwen- teaen Schreibmaschinen, das Druckmaterial, die Jiwbedrucke usw. wurden beschlagnahmt. Weiterhin !» nten zwei Postanlaufstellen der kommu- riüischen Zeitung ausgehoben und das von der K.iD. zu Kurierzwecken verwendete Motorrad mit Ziwagen sichergestellt werden. Insgesamt wur- m; 36 Personen festgenommen. Lleberraschender Besuch Litwinows in Gens. Russisch-französische Fühlungnahme. — Eintritt in den Völkerbund und Sicherheitspakt siehen zur Erörterung. Besprechung mit Barthou. Genf, 18. Mai. (DNB.) Der russische Volkskommissar Litwinow, der überraschend in Genf eingetroffen ist, hatte am Freitag eine längere Unterredung mit Barthou, ferner mit dem Direktor der Abrüstungsabteilung im Völkerbundssekretariat A g h n i d e s. Don sowjetrussischer Seite wird mitgeteilt, Litwinow habe seine Reise etwas vorverlegt, um sich vor Beginn der Konferenz noch einige Tage zu erholen. Er habe seine Durchreise nach Genf dazu benutzt, um sich im Völkerbundssekretariat über die Aussichten der Abrüstungskonferenz zu erkundigen und mit dem französischen Außenminister die französischrussischen Beziehungen zu erörtern. In Genfer Kreisen wird angenommen, daß Litwinow auch wegen des evtl. Eintritts der Sowjetunion in den Völkerbund Fühlung genommen habe. Litwinow hat Genf wieder verlassen; er wird gegen Ende der kommenden Woche wieder hier erwartet. In der Zwischenzeit wird sich Litwinow voraussichtlich in der Nähe von Genf aufhalten. Die Pariser Blätter behaupten, d-aß der Eintritt Rußlands in den Völkerbund und der Plan Rußlands, einen europäischen Beistandsvertrag zu schaffen, die Hauptgegenstände der Unterredung zwischen Litwinow und Barthou waren. Litwinow habe seiner Befürchtung Ausdruck gegeben, die Abrüstungskonferenz könne die Behandlung des gesamten Fragenkomplexes in die Hand des Völkerbundes legen, das praktisch zur Folge haben würde, daß weder Rußland noch Amerika daran teilnehmen könnten, da sie nicht Mitglieder des Völkerbundes sind. Pertinax weist auf die besonderen Schwierigkeiten hin, die einem Beitritt Frankreichs zu dem von Litwinow gewünschten europäischen Vertrag entgegenstehen. Auf Grund des Locarno-Vertrages Föhnte Frankreich einem angegriffenen Staat nämlich nur dann Hilfe leisten, wenn dieser Staat Mitglied des Völkerbundes ist. Im allerbesten Falle könne die Unterredung der beiden Staatsmänner als ein Abschnitt in der Kette der zahlreichen Etappen bezeichnet werden, die noch zurückgelegt werden müßten. Englische Vermutungen. Eine Konferenz zwischen Rußland und der „Kleinen Entente"? London, 19. Mai. (DNB.-Funkspruch). Das unerwartete Auftauchen Litwinows in Genf veranlaßt die englische Presse zu Mutmaßungen über eine Annäherung Frankreich-Rußland. Die Presse glaubt, daß die Pläne für einen gegenseitigen Bürg- fchafts- und Unterstützungsvertrag mit Festlegung Des Begriffes des Angriffes bereits weit gediehen seien. „Daily Telegraph" führt ganz unbegründeterweise das russische Streben nach einem Vertrag auf die angebliche Furcht Rußlands vor einem deutschen Angriff zurück. Inzwischen hätten die Juristen am Quai d'Orsay entdeckt, daß auf Grund des Art 2 des Locarnovertrages Frankreich nicht ermächtigt sei, einem dritten von Deutschland angegriffenen Staat zu Hilfe zu eilen, wenn dieser Staat nicht Mitglied des Völkerbundes sei. Das größte Hindernis, das die französische Politik beseitigen müsse, sei Polen, das nicht nur seinerseits einen ftänöigen Ratss ltz verlange, sondern bei erster Gelegenheit den Schutz für internationale Minderheiten loswerden wolle, um ein etwaiges Vorgehen Rußlands, wenn es einmal im Völkerbunde sei, wegen der russischen Minderheiten in Polen zu verhindern. „Daily Mail" saat, es bestehe wenig Zweifel, daß der Litwinow-Besuch den „Wendepunkt" in der ganzen Linie der europäischen Beziehungen darstelle. In französischen Kreisen habe man den Besuch Litwinows offen dahin gekennzeichnet: Untere englischen Freunde haben uns in her S i ch e r h e i t s f r a g e im Stich g e - lassen. Wir müssen uns daher wo anders hinwenden. Die neue französische Politik gehe anscheinend darauf hinaus, Deutschland zu vereinsamen und Gegenmaßnahmen gegen eine deutsche Ausrüstung zu treffen, was nach französischer An« sicht am besten durch den Eintritt Rußlands in den Völkerbund erzielt werden könne. Hand in Hand hiermit würde eine Verständig gun g Rußlands mit Polen und der Kleinen Entente erfolgen. Es feien Vorschläge für die Abhaltung einer Konferenz in Montreux gemacht worden, an der Vertreter Rußlands, Rumäniens, der Tschechoslowakei und Südslawiens teilnehmen sollen. „Morning Post" meldet, daß England keine Einwendungen über den Eintritt Rußlands in den Völkerbund machen werde, vorausgesetzt daß dieser den anderen Mächten erwünscht sei. Die französischen Bestrebungen nach einem gegenseitigen Unterstützungspakt zwischen Rußland und Frankreich würden in der Praxis dasselbe wie e i n französisch-russisches Militärbünd- n i s bedeuten. Frankreich setzt seine Verschleppungstaktik in der Saarfrage fort. Genf, 18. Mai. (DNB.) Auch am Freitagabend war noch keinerlei Fortschritt in den Verhandlungen über die Saarabstimmung zu verzeichnen. Die Weigerung Frankreichs, einen A b st i m - mungstermin ms Auge zu fassen, macht jedes positive Ergebnis in den politischen Fragen unmöglich. Auch in Kreisen des Völkerbundes glaubt man daher nicht mehr an einen Erfolg der Verhandlungen. Von französischer Seite wird geflissentlich die unwahre Behauptung verbreitet, Deutschland habe sick geweigert, Garantien zu geben, und haoe zuletzt überhaupt nicht mehr geantwortet. In Wirklichkeit ist die französische Haltung trotz des weitgehenden deutschen Entgegenkommens so negativ, daß die italienischen Vermittlungsversuche auf einen bisher unüberroinbba« baren Widerstand stießen. Es muß daher damit gerechnet werden, daß auf der Samstag-Tagung des Völkerbundsrats die entscheidenden politischen Fragen, also vor allem der Abstimmungstermin, die Garantiefrage und die Polizeifrage, u n - gelöst bleiben, und daß neben den schon bekannten technischen Bestimmungen über die Abstimmungsmodalitäten nur die Ernennung der Abstimmungsmodalitäten als Ergebnis übrig bleiben würde. Aber selbst hier scheint man die Ernennung der Mitglieder nicht sofort durch den Völkerbunosrat vornehmen, sondern sie dem Dreierausschuß Aloisis überlassen zu wollen. Ob in der Frage der Gerichtsbarkeit im Saargebiet während der Abstimmungszeit und hinsichtlich der Größe der Abstimmungsbezirke endgültige Entschlüsse gefaßt werden, oder ob auch hier noch vieles offen bleibt, läßt sich zurzeit noch nicht beantworten. Man nimmt an, daß der Völkerbundsrat am Samstag diese völlig unbefriedigenden Beschlüsse annehmen und sich bann zunächst vertagen wird. Dann wird eine neue Tagung des Völkerbundsrates während der Ende Mai ober Anfang Juni ftattfinbenben Abrüstungsverhandlun« gen geplant. Man hat ben Eindruck, baß von französischer Seite planmäßig barauf hingewirkt wirb. Die neuen Verhanblungen über bie Saar in bie Atmosphäre b e r Abrüstungskonferenz yineinzuziehen. Dabei hofft man offenbar, bie Stimmungsmache gegen Deutschland wirksamer als jetzt betreiben zu können. Barthou hat am Freitagabenb ber französischen Presse mitgeteilt, baß Samstag bie Schlußsitzung bes Dölkerbunbsrates über bie Saar ftattfinben werbe. Er habe sich mit Aloifi über einen Bericht an ben Völkerbunbsrat geeinigt, ber bie Frage zufrieben st ekle n b regele. Barthou soll babei haben durch- blicken lassen, baß Deutschlanb mit bieser Lösung nicht einverstauben sein würbe, unb soll weiter versucht haben, ben Anschein zu erwecken, als ob bie übrigen Mächte unter sich einig wären. Diese Darlegung Barthous stellt natürlich vor allem eine Stimmungsmache bar, bie ben Fehlschlag ber Verhanblungen über bie Saar verbecken unb ben Einbruck erwecken soll, als ob ber Völkerbunbsrat feine Pflichten gegenüber ber Saar voll erfüllt hat. In Wirklichkeit zweifelt niemanb baran, baß weber bie Frage bes Abstimmungstermins, noch bie Frage ber Garantien entfchieben wirb, unb baß auch bie Frage ber Polizei offen bleibt. Keine neue AbnWlWiniüative Englands Baldwin kündigt englische Aufrüstung an, falls die Verhandlungen scheitern werden. ß o n b o n, 18. Mai. (DNB.) In ber letzten Sitzung bes Unterhauses vor Pfingsten eröffnete ber Arbeiterparteiler Cripps bie außenpolitische Aussprache. Er verwies zunächst auf bie Tätigkeit Japans in ben vergangenen Jahren, bie er als eine ernste Gefahr für ben Frieben im Fernen Osten unb ber ganzen Welt bezeichnet. Cripps trat für enges Zusammenwirken zwischen ben drei an der Fernostfrage interessierten Mächten, Amerika, Rußland und Großbritannien, ein. Außenminister Sir John Simon erklärte dann, wohl Mussolini als auch er, Simon, seien der Ansicht, daß eine Hinzuziehung der Völ- iferbunbsreform zu den bereits schwierigen Ab- rüstungsverhandlüngen nicht förderlich für die Erzielung eines Abkommens sein würde. „Wenn wir versuchen würden, bas Völkerbunbsstatut ohne Deutschland zu revidieren, bann würden wir immer den großen Nachteil haben, daß eine der Großmächte nicht dazu gehört, und gleichzeitig würden wir einer außenstehenden Großmacht beinahe unbegrenzte Möglichkeiten geben, einen Druck auszuüben. Das Problem der wirtschaftlichen Sanktionen werde von der Regierung aufs genaueste geprüft. Solche finanziellen und wirtschaftlichen Sanktionen könnten aber, nicht leichtfertig ohne d i e G e f a h r ei n e s K r i e g e s angewandt werden. Außerdem müßten etwaige Sanktionen nicht nur auf kleine, sondern auch auf große Staaten anwendbar sein. Der Außenminister lehnte die Ansicht ab, daß man sich jetzt am Ende eines unglücklichen Abenteuers befinde. Es fei besser, jedwedes Opfer und jede neue Anregung ins Auge zu fassen, als zu glauben, daß nicht Wirkungsvolles in Genf getan werden könne. „Dir gehen nunmehr nach Genf, um dort die Ansichten der anderen zu hören. Wir haben ihnen mehrere Fragen gestellt, unb wir werden natürlich mit sehr großer Geduld auf die Antworten hören. Ich bin nicht ber Ansicht, daß wir in biesem Augenblick selb st eine neue Initiative eröffnen sollen. Weiner Weinung nach müssen wir erklären, daß wir unsere Bemühungen gemacht haben, unb daß wir es nunmehr für notwendig halten, bie Ansichten ber anderen zu erfahren und zu hören, welche positiven plane sie Vorbringen können." Oer Präsident des Staatsrats Stanley Baldwin erklärte zum Schluß ber Aussprache, baß bie englische Regierung alles vorbereite, um nötigenfalls Aufrüstungsmaßnahmen zu ergreifen. Ein Plan für bie Küstenoerteidigung Englanbs zur See unb in ber Luft fei bereits vollständig. Die Durchführung dieser Pläne gehe entsprechend der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage langsam vor sich. Wenn sie aber von lebenswichtiger Notwendigkeit für bie Verteibigung Englanbs mürben, unb wenn bie Wolken sich sehr verbichten, bann könnten sie mit größerer Geschwindigkeit ins Werk gesetzt werben. Wenn man Sanktionen ergreifen wolle, bann müsse man auch b e - reit für einen Krieg fein. Es gebe keine wirksamen Sanktionen, bie nicht ben Krieg bebeuten würben. Kein Krieg könne in einer Demokratie erfolgreich zu Ende geführt werben, wenn bas Volk nicht bahinterstehe. Unb bas Volk würbe nicht ba» hintersteren, wenn es nicht überzeugt wäre, baß es von feinem Stanbpunkt ein gerechter Krieg wäre. Baldwin ließ klar durchblicken, daß die englische Regierung sich insbesondere mit den vorbereitenden Maßnahmen für eine etwaige englische Luftaufrüstung befasse. Eine Begrenzung der Luftstreitkräfte würde wahrscheinlich die einzig durchführbare Form einer Luftabrüstung sein. Bei einer solchen Begrenzung würde keine einzelne Macht genügend Ueberlegenheit besitzen, um der Versuchung zu einem Angriff zu unterliegen. Reichsgrundsätze für den Strafvollzug. Berlin, 18. Mai. (DNB.) Der Reichsminister ber Justiz hat am 14. Mai 1934 eine Verordnung erlassen, die von Reichs wegen bie Grundsätze für den Vollzug der Freiheitsstrafen und der mit Freiheitsentziehung verbundenen Mahre geln der Sicherung und Besserung regelt. Sie stellt einen Vorläufer des kommenden Reichsstrafvollzugsgesetzes bar, bas im Zusammenhang mit der gesamten Neuordnung Des Strafrechtes bie Angelegenheiten des Strafvollzuges von Reichs wegen regeln wird. Ueber bie Ziele des Vollzuges dieser Strafen enthält bie Verordnung Grundsätze, die die entschiedene Abkehr von der vor der nationalsozialistischen Revolution vielfach gehandhabten Strafvollzugspraxis kennzeichnen. Nach den neuen Vorschriften sollen die Gefangenen durch die Verbüßung der Freiheitsstrafe bas begangene Unrecht sühnen. Die Freiheitsentziehung ist so zu gestalten, daß sie für die Gefangenen eine empfindliche Sühne ist und auch bei denen, die einer inneren Erziehung nicht zugänglich sind, nachhaltige Hemmungen gegenüber der Versuchung erzeugt, neue strafbare Handlungen 3U begehen. Unnötige Härten sind zu vermeiden, das Ehrgefühl der Gefangenen ist zu wecken, zu schonen und zu stärken. Unterricht für Gefangene soll sie zu oaterlänbischer unb rechtlicher Gesinnung erziehen. Die bisher beftanbenen besonderen Erleichterungen für jugendliche Gefangene sind g e st r i ch e n worden. Für diese jugendlichen I Uebeltäter soll grundsätzlich bas gleiche gelten, wie für Erwachsene. Der zweite Teil ber Derorbnung enthält bie । Grundsätze für den Vollzug ber von ben Strafgerichten verhängten Maßregeln ber Sicherung unb Besserung, bie mit Freiheitsentziehung verbunden sind. Nach dem Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher unb über Maßregeln ber Sicherung unb Besserung vom 24. November 1933 sind bi es bie Sicherungsverwahrung, bie Unterbringung in einer Heil- ober Pflegeanstalt, die Unterbringung in einer Trinkerheilanstalt ober Entziehungsanstalt und bie Unterbringung in einem Arbeitshaus ober Asyl. Bei dem Vollzug der Unterbringung in einer Heil- ober Pflegeanstalt ist nach ber Verordnung sicherzustel - len, daß bie Untergebenen nicht entweichen unb nicht burch neue strafbare Handlungen ber Volksgemeinschaft Schaben zufügen können. Daneben ist bas Ziel zu verfolgen, sie, soweit es möglich ist, zu heilen, unb zu befähigen, ein gesetzmäßiges unb geordnetes Leben in ber Freiheit zu führen. Von besonderer Bedeutung sind die Vorschriften über den Vollzug ber Sicherungsverwahrung. Durch bie Verbüßung ber Freiheitsstrafe soll ber Verurteilte bie Tat sühnen. Die Sicherungsverwahrung hingegen soll den Verurteilten, ber für feine Tat gebüßt hat, aber weiterhin eine Gefahr für bie Allgemeinheit bildet, unschädlich machen, so daß die Volksgemeinschaft vor weiteren Straftaten des Verurteilten geschützt wird. Wettervoraussage. Da über dem Festlarrde das Barometer weiterhin steigende Tendenz hat, wird über die Pfingstfeier- tage das Wetter vorwiegend unter dem Einfluß hohen Druckes stehen, so daß mit steigender Erwärmung und auch mit Aufheiterung zu rechnen ist. Eine vom Ozean herannahende Störung dürfte aller- dings maritime Luft zuführen und vorübergehend Bewölkung mit Neigung zu Gewitterstörung veranlassen. 1. P s i n g ft f e i e r t a g: Teils wolkig, teils auf- heiterckh, wärmer, trocken. 2. Pf ingstf eiert ag: Im ganzen fteünbliches und tagsüber wärmeres Wetter. Lufttemperaturen. Am 18. Mai mittags: 17,8 Grad Celsius; abends 11,6 Grad. Am 19. Mai morgens: 10,6 Grad; Maximum 18 Grad, Minimum 5,8 Grad; Niederschläge: Keine; Sonnenscheindauer 11,2 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 18. Mai, abends 18,3 Grad; am 19. Mai, morgens 14,6 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck uno Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen. Kaffee IDEE der veredelte reine Bohnenkaffee 3061 D Manufaktur Dr, Mehl kann 02541 verreist bis 3. Juni 1934 Bezirkssparkasse Gießen 02623 Frau Katharina Rinn, geb. Jakob San.-Rat Dr. Schliephake Im 74. Lebensjahre. Heuchelheim, den 18. Mal 1934. 3O52Ü 3060 D 2500-Bar f. 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Nach Feststellung der Gemeindewahllommisswn tritt an Stelle des aus- dem Stadtrat durch Nieder- legung ausgeschiedenen Oberingemeurs Adolf Kurz nach dem Wahlvorschlag „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei" Herr Dentist Josef Schotter m den Stadtrat ein. Die Niederschrift über die Feststellung der Gemeindewahlkommission liegt vom 22. bis 24. 5.1934 im Stadthaus, Bergstraße 20 (Zimmer Nr. 12), zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung der Gemeindewahlkommission können wäh- rend der Offenlegung von den Stimmberechtigten schriftlich oder zur Niederschrift erhoben werden. Gießen, den 19. Mai 1934. 3083Q Bürgermeisterei Gießen (Gemeindewahlkommission), I. V.: Bartholomäus. Amtliche Bekanntmachung aus dem Kreise Wetzlar. Der Entwurf der Satzung über den Haushaltsplan für den Kreis Wetzlar für das Rechnungsjahr 1934 mit seinen Anlagen (Haushaltsplan, Vermögens- und Schuldenübersicht, Uebersicht über die Steuereinnahmen) liegt vom 20. Mai bis einschl. 2. Juni 1934 auf Zimmer 45 des neuen Kreishauses in Wetzlar öffentlich aus. , m , nr,., ... Den Berufsständen kann auf Verlangen Abschrift des Entwurfs und seiner Anlagen gegen Erstattung der Selbstkosten von 2,— RM. je Stück überlassen werden. Ueber den Inhalt des Entwurfs sei folgendes be- merkt: t „ Der Haushaltsplan 1933 mußte noch aus den Vorjahren 1931 und 1932 einen ungedeckten Fehlbetrag von 500000,— RM. übernehmen. Im vergangenen Jahr ist der Haushaltsplan nicht nur eingehalten, sondern es konnte darüber hinaus der Fehlbetrag auf rund 310000,— RM. abgetragen werden. Dieser Betrag ist im Haushaltsplan 1934 vorgetragen. Aus diesem Grunde schließt der Kreishaushaltsplan 1934 mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 315000, RM. ob. Eine Unterbringung im Apushaltsplan 1934 ist noch nicht möglich, well die Kosten der öffentlichen Fürsorge einschl. der für Arbeitsbeschaffung gemachten Aufwendungen sich noch nicht gesenkt haben. Sie betrugen zwar im Jahre 1933 = 1209000, RM. und erscheinen in 1934 nur noch mit 700000, andererseits aber die Reichs- und Staatszuschüsse tn 1934 erheblich geringer als in 1933 sein werden, tritt für 1934 keine Entlastung dieses Haushaltspostens ein. Es steht zu erwarten, daß sich die Haushaltslage bei weiter anhaltender Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage und der hiermit zwangsläufig verbundenen weiteren Entlastung des Postens für die allgemeine öffentliche Fürsorge bis zum Jahresschluß weiterhin nennenswert bessern wird. Die für 1934 zu erhebende Kreissteuer (Kreisumlage) stellt sich wie folgt: a) für die Städte Wetzlar und Braunfels und die aus den Kreisen Biedenkopf und Ufingen zum Kreise Wetzlar hinzugekommenen Gemeinde, 93,5 v. H. der Einkommen- und Körperschaftssteuer- Ueberweisungen. 93,5 v. H. der staatlich veranlagten Grundvermögens- steuer. 93,5 v. H. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer. 93,5 v. H. der Bürgersteuer nach dem Landessatz. b) für die übrigen Gemeinden 107,5 v. H. aller vorbezeichneten Steuerarten. Im Vorjahr betrug die Kreissteuer allgemein 88 v. H. Es tritt hiernach eine Erhöhung ein bei a) um 5,5 v. H. Arbeitsvergebung. Erweiterung der Lehrschmiede bei den Veterinär - inffituten zu Gießen. Unter Hinweis aus die Bestimmungen der Reichs- verdiygungsordnung werden folgende Arbeiten im öffentlichen Wettbewerb unter Vorbehalt der ministeriellen Genehmigung ausgeschrieben: 1. Erd- und Maurer- usw. Arbeiten; 2. Steinmeh- arbeiten (Kunststeinwerkstücke); 3. Zimmerarbeiten; 4. Grobschlosserarbeiten; 5. Dachdeckerarbeiten; 6. Spenglerarbeiten; 7. Glaserarbeiten (Holz- und Eisenfenster); 8. LVeißbinderarbeilen (Jnnen- und Außenputz); 9. Schreinerarbeiten; 11. Schlos- ferarbeiten (Anschlag- usw. Arbeiten); 12. Jnstal- lationsarbeiten (Wasserzu- und ableitung). Die Bedingungen und Zeichnungen liegen auf unserem Amte, Stephanstraße 18, Zimmer Nr 4, zur Einsicht offen. 3051D Angebotsvordrucke werden, solange Vorrat reicht, vom 23. Mai d. I. ab abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei, bis zum 5. Juni 1934, vormittags 10 Uhr, bei genanntem Amte abzugeben. Zuschlagsfrist 20 Tage. Gießen, den 19. Mai 1934. Hess. Hochbauamt Gießen. 4- Simmet? Küche und Bad, in gutem Zustand, zum l.Juli zumietengesucht,möglichst in freier Lage mit etwas Garten. Schriftliche Angebote unter 02626 an den Gießener Anzeiger. Schöne 4-Zimmer-Wohlig, geg. Uebernadln e kl. Instandsetzungskosten zu Friedenspreis p. 1. 6. 34 z. verin. Schr. Ang. mit. 02665 a.d.G.A. Großcn-Linden, den 19. Mai 1934 _______________02666 Mille (Masch.u.Sten.) gesucht für etwa täglich 2 Stund. Schr. Ang. unt. 3059D a.d.G.A. Am Pfingstdienstag, dem 22. d. 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Kr.l 5 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, (9. Mai Kamerun-^eift. X. Bamenda—Barombi. Von Dr. Paul Rohrbach. Mundame, April 1934. Das ganze Bamenda-Gebiet ist landschaftlich eine Perle von Afrika, ein romantisches Gebirgsland, nur schwierig für den Straßenbau. Um so höher ist die von den Franzosen geleistete Wege- bauarbeit zu bewerten. Ueber andere Eigenschaften der französischen Mandatsverwaltung muß man sich freilich weniger lobend aussprechen, vor allem über die verkehrte und gefährliche Rassenpolitik. 3n Duala sitzt beim Zoll ein farbiger Oberbeamter, der sechs weiße Untergebene hat! Wenn der Schwarze „(Eitogen Franxais" geworden ist — die Senegalneger und die sämtlichen Schwarzen und „Cafäs au lait" von West-Indien sind es schon lange — so stehen ihm alle Posten o f - f e n. Ein Schwarzer bleibt aber ein Schwarzer, und es ist eine Verkennung alles Rassegefühls, ihn einem Weißen überzuordnen. Mir ist es unbegreiflich, wie ein weißer Franzose sich das gefallen lassen kann. Persönlich haben wir im französischen Mandatsgebiet von den Beamten nur Liebenswürdiges erfahren. In Dschang, dem ersten Nachtquartier von Bamenda aus, mußten wir zur Unterkunft das amtliche Rathaus benutzen. Man meldet sich beim französischen Derwaltungschef und bekommt einen Mann Mit dem Schlüssel. Außerdem wurden wieder gleich einige Strafgefangene zur Besorgung von Wasser und Feuerholz gestellt. Unsere Vorräte waren etwas knapp, in den Faktoreien gab es auch hier nicht viel, aber der freundliche Beamte schickte uns von sich aus Brot, Eier, Gemüse, und am nächsten Morgen sogar Milch. Wir wollten früh aufbrechen, und ich konnte nur mit ein paar herzlichen Worten auf einer Visitenkarte danken. Unsere nächste Etappe war Nkongsamba, die Endstation der noch zur deutschen Zeit gebauten Kameruner Nordbahn. Ihr Ziel sollten die Tschadsee-Länder sein, aber der Bau war noch nicht 200 Kilometer weit gediehen, als der Krieg ausbrach. Zwischen Dschang,und Nkongsamba steigt die Straße in vielen Serpentinen von der oberen Hochlandstufe auf die untere hinab, ein Höhenunterschied von 600 bis 700 Metern. Die Landschaft ist wiederum prachtvoll! Man kommt vom Grasland in die Oelpalmenzone, danach in hohen Wald und dann wieder in gerodetes Kulturland. Unterwegs hielten wir in Bafang, einem ganz neuen Ort. Ein freundlicher Faktoreibesitzer, Grieche von Geburt, von Smyrna (Madame war Französin), lud uns zu einer Tasse Kaffee ein und erzählte dabei, daß der fetzige Sultan von Bornum, bevor ihn die französische Verwaltung ,zu seiner Würde berief, in Bafang Faktoreiclerk ge- 'wcsen sei. Von 300 afrikanischen Sultanskindern kann ja nicht jedes eine Apanage beziehen, aber man merkt doch etwas die Absicht, die bei der Erhebung einer untergeordneten und abhängigen Persönlichkeit zu einer der ersten Häuptlingschaften in Kamerun vorwaltete. In Bali hatten wir auch :oom Nachfolger des Bali King eine merkwürdige -Geschichte gehört. Er ist designiert, aber er muß in tiefster Verborgenheit, weit ab von Bali, leben, -und nur ganz wenige Vertraute des alten Häupt- Ilings kennen ihn. Würde er bekannt, so würde ihn Kiner seiner zahllosen Halbbrüder, der dann der Nächstberechtigte zu sein glaubt, umbringen lassen. Nkongsamba und die Nordbahn liegen auf französischem Mandatsgebiet, aber die Grenze Wegen das englische ist ganz nah. Einige Kilo- imeter von Nkongsamba hat sich ein Deutscher an- igesiedelt. Herr Strobel, ganz alter Kameruner. SEr baut Kaffee und betreibt eine kleine Räucherei. Hie Pflanzung liegt mitten zwischen den drei rnäch- ttigen Dulkanrnassiven des Manenguba, Nlonake und »Küpe, die alle über 2000 Meter aufragen. Solch eine Landschaft gibt es nirgends in Europa, sie hat wahrhaft afrikanisches Format. Hier konnten wir unseren Mercedes-Benz, der uns zwar allerlei Kummer gemacht aber zuletzt doch glücklich hergebracht hat, entlassen. Vielleicht kann man es als ein An- erkenntnis für die ursprüngliche Qualität buchen, daß der Wagen die rund 900 Kilometer seit Iaunde mit gutem Zureden doch geschafft hat. Herr Strobel hat den ganzen Krieg in Kamerun mitgemacht, und obwohl von ihm viele tapfere Stücke erzählt werden, hat er von der französischen Mandatsverwaltung, als einer der wenigen Deutschen in diesem Gebiet, doch ein gutes Stück Farmland kaufen können. Der Kaffee gibt hier schon im vierten Jahr gute Erträge. Die erste volle Kaffee-Ernte bedeutet für einen Pflanzer mit beschränkten Mitteln normalerweise die Befreiung vom Druck harter Einschränkungen, durch die der gewöhnliche Weg des deutschen Ansiedlers in Afrika geht. Gerade die selbstverständliche Bereitschaft hierzu ist es aber, die den Deutschen als afrikanischen Siedler allen anderen Nationen überlegen macht. Im Unterschied vom Engländer, der nur mit viel Kapital zu wirtschaften liebt, und vom Franzosen, der für Pflanzungsunternehmungen die Gesellschaftsform mit zum Teil sehr hoch bezahlten Angestellten bevorzugt, ist der deutsche Typus der durch Sparsamkeit, zweckmäßige Eingeborenenbehandlung und persönliches Zugreifen sich heraufarbeitende Einzelpflan- z e r. Unter den heutigen Verhältnissen ist der deutsche Farmer und Pflanzer, der imstande ist, gesunde afrikanische Siedlungsarbeit in größerem Umfange zu leisten, der beste, den es gibt. Dafür war mir die Strobelsche Pflanzung wieder ein Beweis. Ein kleiner Ochsenwagen brachte uns früh morgens zur Bahnstation N d o n g e. Gegen Mittag war der Zug in Mundeck, von wo man zu Fuß mit Trägern eine Stunde weit bis an den Mungo- Fluß marschieren muß. Der Mungo ist die Grenze zwischen dem französischen und englischen Mandatsgebiet. Der französische Zollposten war leer! Ohne jede Kontrolle wurde unser Gepäck in ein großes Kanu verladen, und mit zwei schwarzen Padd- Das französische Aktenwerk zur Vorgeschichte des Weltkriegs schreitet langsam fort und je langsamer, je mehr es sich dem Juli 1914 nähert. Während die deutsche und die englische Publikation mit dem interessantesten Teil, dem Kriegsausbruch, b e - gönnen hatten und dann die Bände in regelmäßiger Folge — die deutsche von 1871, die englische von 1898 an — erscheinen ließen, haben die Franzosen ein anderes Verfahren gewählt: sie veröffentlichen in ziemlich zwangloser Folge Bände aus verschiedenen Epochen der Vorgeschichte. Nach- dem sie im letzten Jahre die Wirkungen der Balkankriege von 1812/13 behandelt, sich dem Brennpunkt also zu nähern begonnen hatten, springen sie mit dem neuesten Bande wieder ein erhebliches Stück zurück und bringen uns die Akten über das Jahr x904 nach dem Abschluß der Entente mit England (8. April 1904). Offenbar will man sich van dem heißen Eisen der Julikrisis 1914 mög - lichst lange fern!) alten ; vielleicht so lange, bis die Hauptverantwortlichen, vor allem Poincarä, nicht mehr am Leben find. Aber auch der vorliegende Band enthält mancherlei Belastendes. Wenn Lloyd George kürzlich die Entente mit England den Urgrund des Weltkrieges genannt hat, so trifft er damit das Richtige, denn der Aprilvertrag hat wesentlich dazu beigetragen, Frankreichs Revanchehoffnungen zu " belesen und in Paris den Vorsatz entstehen zu lassen, eine ähnliche Entente zwischen England und seinem bisherigen Widerpart Rußland herbeizuführen, um lern trieben wir rasch den Mungo einige Kilometer abwärts bis zu dem auf der englischen Seite gelegenen Mundame hinunter. Den englischen Zoll verwaltet ein Schwarzer, mit Beamteneigenschaft! Engländer und Franzosen begehen beioe den unser Rassegefühl beleidigenden Fehler, daß sie Neger an Stellen setzen, wo sie einem Weißen etwas zu sagen haben. Soviel Geld muß eine Macht, die afrikanische Kolonialgebiete verwaltet, haben, um wirkliche Beamtenposten mit Weißen zu besetzen. Das Geld kann an den viel zu weit ausgebauten Schulen für Schwarze gespart werden. Das ist auch das Urteil aller nicht beamteten und nicht missionarischen Engländer, die ich in Kamerun gesprochen habe. Ihre Kritik an der negrophilen Eingeborenenpolitik ihrer eigenen Regierung äußerte sich gerade explosiv, sobald nur das Gespräch darauf kam. Mundame liegt an der Stelle, bis wohin der Mungo aufwärts für Barkassen und Leichter schiffbar ist. Von hier führt eine Straße durch ein Gebiet mit vielen Pflanzungen und Faktoreien, alle noch aus deutscher Zeit, nach Kumba. Dicht über Kumba liegt der wunderbare B a - rombi’Gee, ein wassergefüllter alter Krater, eine wahre Perle Afrikas. Oben auf dem Krater- wall ist die alte, jetzt halb verfallene deutsche Station Johann-Albrecht-Höhe gebaut. Von dort geht es steil über einen Kletterpfad mit zwei senkrechten Leiterstrecken 100 Meter zum See hinunter. Der Kraterwall und alles Land weit und breit tragen hohen dichten Urwald. Unten am See ist eine Badehütte, darin liegen zwei prall aufgeblasene Automobilschläuche; man kann sich in sie hineinsetzen und auf dem See Herumrudern! Das gibt ganz lustige Bilder. Um das Stationshaus stehen, noch von deutscher Hand gepflanzt, Palmen aller Art und tropische Bäume mit farbiger, gelbgrüner Und dunkelroter Belaubung. Dazwischen ragt ein kahler Flaggenmast, noch derselbe, an dem bis vor zwanzig Jahren die deutschen Farben wehten. Alles, was es heute in Kamerun gibt, kommt aus deutscher Saat. Deutschlands Anspruch auf sein koloniales Erbe ist auf diese Sämannsarbeit gegründet. Deutschland zwischen den drei Großmächten matt- zusetzen. Der neue Aktenband läßt die mit der Entente verbundene Feindschaft gegen Deutschland, die schon aus den englischen Akten erkennbar gewesen war, aufs neue deutlich hervortreten. Im Apriloertrag schrieben sich England und Frankreich bekanntlich die Befugnis zu, über das Schicksal Marokkos, eines souveränen Staates, einseitig zu verfügen, ohne auf die Rechte anderer Nationen in diesem Lande Rücksicht zu nehmen; nur Spanien, das von jeher auf einen kleinen Teil Nordmarokkos Einfluß gehabt hatte, wurde einige Monate später ein kleiner Anteil gewährt. Das Ziel war die Unterstellung Marokkos unter französisches Protektorat und insbesondere der Ausschluß Deutschlands aus dem entwicklungsfähigen Lande, wie Delcasiö, der Leiter der französischen Politik, den Engländern rückhaltslos eingeftanben hatte. Delcassä stellte den Grundsatz auf, daß Frankreich vermöge seiner Verträge mit England und Spanien „allein als Ratgeber und Schützer" d. h. als Vormund des Sultans auftreten und ihn allein in militärischen, finanziellen und ökonomischen Maßregeln unterstützen dürfe. Zum Dank für diese Mühewaltung verlangte er besondere Berücksichtigung der politischen und wirtschaftlichen Interessen Frankreichs: ein Franzose sollte die finanzielle Oberleitung übernehmen, Eisenbahnbauten und andere öffentliche Arbeiten sollten nach französischen Projekten unternommen werden, eine Gesellschaft, die alles finanzieren sollte, sollte wesentlich aus Franzosen bestehen und Weisungen von der französischen Regierung empfangen. Im Besitze dieser administrativen Machtstellung ließ sich dann die deutsche wirtschaftliche Tätigkeit vortrefflich bekämpfen, und auf politischem Gebiete fehlte die Feindschaft gegen Deutschland ebenfalls nicht. Um den Einfluß Deutschlands beim Sultan zu vermindern, suchte der französische Gesandte in Tanger eine gemeinsame Front mit den Gesandten Englands, Spaniens und Italiens, das durch Versprechungen über Tripolis ebenfalls für die französische Marokkopolitik gewonnen war, herzustel- len und den Deutschen nach Möglichkeit von Verhandlungen mit der marokkanischen Regierung bei allgemeinen Fragen zurückzudrängen. Dies unfreundliche Verfahren gegen Deutschland, das niemals politische Ansprüche in Marokko erhoben sondern nur Wahrung seiner wirtschaftlichen Rechte verlangt hatte, führte schließlich zu dem Konflikt von 1905, der durch die Tangerreise des Kaisers und den Sturz Delcass 6 s bezeichnet wird. Hierüber wird der nächste Band hoffentlich manche Aufklärung bringen, insbesondere über die Rolle, die König Eduard bei der Zuspitzung der Dinge gespielt hat. Der andere mit dem Aprilvertrag verbundene Gedanke, ein englisch-russisches Einvernehmen herzustellen, wurde im Jahre 1904 durch den japanisch-russischen Krieg auf eine harte Probe gestellt. Es war eine eigentümliche und für Frankreich schwierige Situation: Japan wie Rußland waren mit je einer Ententemacht verbündet, Rußland lebte überdies mit England wegen der beiderseitigen Ansprüche in Versien, Afghanistan und Tibet in starker Spannung. Einen Augenblick schienen sogar der russische Bundesgenosse und der englische Freund Frankreichs vor einem Kriege zu stehen, als die russische baltische Flotte auf ihrer Fahrt nach Ostasien an der Doggerbank mehrere englische Fischerboote, die sie für japanische Torpedoboote hielt, beschoß und ihnen einige Verluste beibrachte (21./22. Oktober 1904). In heftiger Erregung verlangte die englische öffentliche Meinung Genugtuung, ja sie forderte Beschlagnahme der russischen Flotte, um weiteren Schaden zu verhüten, und die Regierung mußte dieser Stimmung durch einige militärische Maßregeln Rechnung tragen. Sofort setzte Frankreich mit einer energischen Vermittlung ein. Delcassä drängte in Petersburg auf schleunige Genugtuung aus eigener Initiative, ehe England eine Forderung erhoben habe, und als bann Forderungen aus London kamen, erneuerte er seine Vorstellungen, hielt aber zugleich der englischen Regierung vor, daß sie sich vor übereilten militärischen Maßregeln hüten und der russischen Regierung Zeit für ihre Entschlüsse gewähren müsse. Diese Bemühung, den Zusammenstoß zwischen dem Verbündeten und dem Freunde zu verhüten, ist durchaus verständlich, illoyal aber war es, wenn zugleich von Paris aus der Versuch gemacht wurde, Deutschland die Schuld an dem Zwischenfalle zu geben und den Groll Englands von Rußland auf Deutschland zu lenken. Deutschland habe, hieß es in einer oft offiziös benutzten Zeitung, die bald Nachahmer fand, arglistig der russischen Flotte gemeldet, daß ihr japanische Torpedoboote auflauerten und dadurch das Unglück verschuldet: es hoffe, von dem Zwist zwischen England und Rußland Vorteil zu ziehen. Ob die französische Regierung diese Aeußerung veranlaßt hat, steht dahin, sie suchte aber ebenfalls die englische Regierung mit dem Schreckbilde einer deutschen Jntrigue in Petersburg xur Versöhnlichkeit zu drängen. Während dieser Verhandlungen erhielt sie vom Großfürsten Paul, der sich in Paris aufhielt, die Nachricht, der deutsche Kaiser habe soeben dem Zaren schriftlich erklärt: „Wenn'Du Krieg mit England hast, stelle ich meine Flotte zu Deiner Verfügung" (4. November 1904). Die Nachricht war erfunden, denn dem Kaiser lag jede Ermunterung Rußlands zum Kriege gegen England fern; in Berlin suchte man vielmehr nach Mitteln, wie em Entente und Revanche vor dreißig Zähren. Die französische Aktenpublikation zur Vorgeschichte des Weltkriegs. Don Dr. Gustav Voloff, o. ö. Professor derGeschichte an der Universität Gießen. Gießener Stadttheater. Alois Johannes Lippl: „Die Pfingstorgcl". Wenn einer nicht aus Bayern stammt, braucht er nur zu wissen, daß man etwa „'s Mäu" mit „Mundwerk", „Millihaferl" mit „Milchtopf", .„Gmoarat" mit „Gemeinderat" und „Kaidi" mit "Kälbchen" zu übersetzen hat, — dann kann ihm zzum Verständnis und Vergnügen an dieser baye- rr:schen Moritat* nichts fehlen. oie beginnt im Wirtshaus und endet mit der SOrgelweihe in der Kirche, dazwischen liegt alles, llvas man zu einem richtigen, handfesten Dolksstück gbraucht: Bauernhochzeit mit viel Weißwurfcht iiuni) „Gselchtem" und „fettaugetem" Kraut, auch mit künftiger Blasmusik im Dorfwirtshaus; Gemeinderatssitzung und Jahrmarkt mit Karussell und „Lebzelten", mit „Haut den Lukas" und „billigem Jagkob"; und Pfingstfest mit Böllerschüssen und Fah- men und Dereinsmusik. Mer das ist noch nicht alles und nicht einmal »ie Hauptsache. Die Hauptsache ist vielmehr, was rmaa auf dem deutschen Theater nicht besonders [häufig erlebt, eine richtige, echte und ernstgemeinte, Steine, bäuerliche Liebesszene im Wirtsgarten bei Äer Kegelbahn und den Hollerstauden; und bann seine nächtliche Verschwörung im Mondschein, bie beinah wie ein Rütlischwur auf Oberbayrisch anzu- Hören ist. . .... . Und dieser bunte und volkstümlich-mundartlich in Dzene gesetzte Moritaten-Bilderbogen hat auch seine richtige Handlung mit einem dramatischen Konvikt der sich ganz einfach daraus ergibt, daß ein armer fahrender Musikant sich in eine schwer reiche Bauern- und Bürgermeisterstochter verliebt. * Es ist klar, daß der „junge Mo" vom empörten Water bei der Brautwerbung die Ture gewiesen oekommt, und man muß sich überhaupt wundern, vaß nicht gleich eine saftige Holzerei ausbncht. Aber mit nichten. Der Alte ist Bürgermeister vom gen Itigften Dorf im ganzen „Gäu"; die Bauern in dreier Gemeinde sind so „notig", daß sie md)t einmal (•ine Orgel in der Kirche haben. Und der Bürgermeister weist den Vater des Freiers mit den hoh- nifrnen Worten ab: „Ha, ehnder steht a Orgel in !oer Kirch, als daß dein Bua mein Tochter triagt! Das hätte er lieber nicht sagen sollen, der Alte; kenn jetzt tun sich die Abgewiesenen erbittert zu |3ener schon erwähnten nächtlichen Verschwörung zu- * Als Buch erschienen im Dal. Höfling Vermag, München. — (205) fammen. Und die Folge davon ist wiederum, daß wahrhaftig noch vor Pfingsten in der Kirche der geizigen Bauern eine richtige Orgel steht. Aber ein Bauernwort ist ein Bauernwort, und da Alois Johannes Lippl nicht bloß eine Moritat geschrieben hat, sondern auch eine kleine Liebesgeschichte und sogar ein Stückchen Schicksalstragikomödie, so ist zum guten Ende wirklich bis aufs Letzte alles in schönster Ordnung, zumal — abgesehen von der neuen Orgel — aus dem armen, landfahrenden Musikanten ein wohlhabender, bodenständiger Bauer mit dreihundertundzwanzig Tagwerk geworden ist, wogegen selbst der grantigste und notigste Bürgermeister nichts Nennenswertes einzuwenden hat. „Und nun hat sie sich ereignet, die Moral von der Geschicht: Daß der Geiz bei wahrer Liebe selber sich sein Urteil spricht!" — Mit so beherzigenswerten und allgemein verständlichen Worten beschließt das Moritatensängerpaar das letzte Bild. Weil nämlich bekanntermaßen zu einem rechten Volksstück Musik und Tanz gehört, hat Lippl sich nicht damit begnügt, reichlich blasen und fiedeln zu lassen, hat er nicht nur Jodler und Ländler, Schnaderhüpfl, Watschentanz und „Brautvaterstück" zur Begleitung und Untermalung der Begebenheiten lebendig gemacht, sondern auch den aussterbenden oder zumeist schon ausgestorbenen Brauch des Bänkelsangs und Damit dem Spiel eine so volkstümliche wie erheiternde Einkleidung gegeben. Wer es gelesen hat, wird unschwer erkannt haben, eine wie dankbare, wenn auch vielfach schwierige Aufgabe sich mit der bayerischen Moritat für den Spielleiter bietet. Herr Hub, der selber mit Behagen den dicken Wirt machte, leitete die Aufführung und bereitete dem Stück den gleichen stürmischen Erfolg, den es schon in Berlin und München gefunden hat; er ließ sich weder von den mundartlichen noch von bühnenmäßigen Bedenklichkeiten abschrecken und brachte mit gesundem Sinn für den süddeutschen Humor die natürliche Theatralik und den kräftigen Realismus des Stückes „Die Pfingstorgel" zu lebendiger Wirkung. Besonders die großen bewegten Volksszesien, Hochzeit, Gemeinderat, Jahrmarkt und Orgelweihe, kamen prächtig heraus; aber es sollte darüber die zartere Stimmung der sehr fein gespielten Liebesszene im Wirtsgarten nicht vergessen werden. ♦ Ausgezeichnete Unterstützung fand der Spie^ (eiter tm Bühnenbildner: Herr Löffler hatte sich mit großer Liebe und eindringendem Verständnis der szenischen Ausstattung angenommen und außer dem feststehenden Rahmen und der sehenswerten Moritatentafel Wirtsstube, Getreideboden, Jahrmarkt und zuletzt das ganze Dörfchen luftig und farbenfreudig aufgebaut. — Auch der übrigen Mitarbeiter im Regiestab — musikalische Leitung: Albert Krämer; Beleuchtung: L. Keim; Trachten: L. Huber — ist mit besonderer Anerkennung zu gedenken. * Viel Volk lief auf der Bühne umananb, wie das bei einer richtigen ausführlichen Moritat fein muh. Elisabeth Wielander und Walter Michel waren das Liebespaar Gertrud und Ambros, oder Romeo und Julia auf dem bayerischen Dorfe: herzhaft und heiter, mit Humor und auch mit echtem Gefühl gespielt, vor allem die schüchterne erste Begegnung und Liebeserklärung im Garten. 93 o l cf war der Musikantenvater, bieder und ehrenfest; mit dem Streich paß auf dem Fahrrad fand er ein Sonderapplciuschen. Neuhaus als Bürgermeister hatte es, der Mundart wegen, schwerer als bei Hinrichs im Niedersächsischen, holte aber dennoch kräftige Wirkungen aus den Hauptszenen. Ein sehr lustiges Paar gaben die Bänkelsänger ab, Fräulein Renz und Herr Kühne. Gert Seiger als Emmeran und Frau Schubert-Jüngling als die Großmutter Apollonia zeichneten zwei kernige und bodenständige Bauerngestalten. Als „billiger Jakob" unterhielt, wenn wir recht gesehen haben, der Herr Intendant persönlich die ganze Gemeinde aufs Beste, und auch das wandernde Musikantenquartett mit schmetterndem Tusch und nächtlicher Freudenmusik sei unvergessen. * Vom großen Erfolg war schon die Rede. Das Publikum kam gleich in Stimmung und zeigte sich auch, der freundlichen Aufforderung des Vorsängers gemäß, mit seinem Beifall gar nicht geizig. nth. Das kleine Schmetterlingsbuch. Der Insel-Verlag zu Leipzig, der uns bereits durch die farbigen Bilder aus der Manessischen Minnesinger-Handschrift überrascht und entzückt hat, bringt als neuestes Bändchen seiner Insel- Bücherei „Das kleine Schmetterlingsbuch" (224.) in einem höchst reizvollen mehrfarbi- gen Umschlag mit Schmetterlingsmustern (nach Entwurf von Fritz Kredel). Auf 24 vielfarbigen Tafelseiten werden 50 Tagfalter gezeigt, wie sie Jakob Hübner, der Augsburger Meister (1761 bis 1826) geschaffen hat. Man ist geradezu betroffen und übermältigt von der Schönheit dieser kleinen Wunderwerke — und wenn man selbst einmal in jungen Jahren Schmetterlinge nicht nur gefangen, sondern gezüchtet hat, d. h. jenem Augenblick beigewohnt, da der Falter aus der Puppe ausschlüpft und zum ersten Mal die ganz jungfräuliche Schönheit der farbigen Flügel entfaltet: dann muß man bewundernd feststellen, daß in diesen Bildern nahezu die ganze Pracht dieses Farbenreichtums festgehalten ist. Wie steht da das Blau neben dem Rostrot beim „Großen Fuchs", wie strahlt das rote Band des „Admirals", wie leuchtet das Gelb des „Posthörnchens"! Welche unbeschreib- liche Fülle feinster Farbenmischungen auf den Unterseiten des Flügels, die in fast allen Fällen gezeigt werden! Man glaubt, den feinen Staub dieses Farbenschmelzes zu spüren, die zartesten Duftschuppen, diese märchenhafte Malerei der Natur! Und es bleibt nicht bei dem anschauenden Genießen: Friedrich Schnack, der Dichter und Schmetterlingskenner, hat ein umfangreiches Nachwort beigesteuert, das aufs neue feine große Liebe zu den bunten Faltern bekundet, das aber auch in einer zugleich dichterischen wie fachmännisch klaren Beschreibung vom Wesen und Werden der Schmetterlinge spricht, von der Wandlung zur Raupe, zur Puppe, zum Falter. Ganz besonders ist es zu begrüßen, daß auch dieses kleine Meisterwerk anmutiger Gelehrsamkeit und drucktechnischer Vollendung in der wohlfeilen Insel-Bücherei erscheint. Zeitschriften. — Im Maiheft der bekannten Monatsschrift „Volk u n d R a s s e" (I. F. Lehmanns Verlag. München 2 SW) würdigt u. a. der Schriftleiter das Werk Professor Rüdins anläßlich seines .60. Ge- durtstages. Prof. Rüdin steht schon seit dem Jahre 1905 im Dienste der Rassenhygiene, der er seine Lebensaufgabe gewidmet hat. Er schuf die wissenschaftlichen Grundlagen, die es ermöglichten, die rassenhygienischen Forderungen im nationalsozialistischen Staate praktisch durchzuführen. Dr. B. Schulz führt aus, wie das Sterilisierungsgesetz nur die schlimmsten Schäden bekämpfen kann und daß für die restlose Gesundung eines Volkes und die Erhaltung seiner hohen Leistungsfähigkeit vor allem sein Reichtum an wertvollen Familien durch zielbewußte rassenhygienische Eheberatung gesteigert werden muß. In seinem Aufsatze „Bauernsiedlung und Erbgesundheit" zeigt Dr. Schottky, warum die Erhaltung und Vermehrung der Bauerngeschlechter eine Lebensnotwendigkeit für die schöpferische Rasse bedeutet. Hans Joachim Moser schreibt über die Rassenzugehörigkeit und Eigenart unserer großen Komponisten. aerlchk vorschlug, aber diese Episode setzt die I jubelte. Die Amsel schluchzte Die Krähe hatte nichts ÄW >r fr-naäHUn^it in ein ,W LM gar nur als: „Kraah!" behalten. Und der Storch gar nur den Taktschlag seines Liedes, ohne dessen Melodie, Durch Erzeugung dieser alkoholischen Illusion ;läferte ich die Gewissenhaftigkeit des sonst so wäre, machte ich weiter kein z Schritten, die ich unternommen hatte. Und so kamen wir auf die Zubereitung des ersehnten Gockels zu sprechen und auf die wünschenswerte Beilage und also auch auf den vielberufenen Kar- davongetragen hatten, die von Baumästen und von Gegenständen in der Gondel herrühren. Der Tod war jedoch schon lange vorher eingetreten. Nach den in der Tasche M a s u ch s gefundenen Notizen hatte der Ballon am 13. Mai um 9.45 Uhr eine Höhe von 10000 Meter erreicht. Dann hat offenbar die Sauerstoffversorgung der Flieger nicht mehr gearbeitet. Durch die Oeffnung der Leichen der beiden Ballonflie^er wurde einwandfrei fest- gestellt, daß keinerlei Körperverletzungen vorhanden waren, die den Tod hätten herbeiführen können. Vielmehr hat man eine Reihe klarer Anzeichen eines Erstickungstodes gefunden. Damit steht es fest, daß der Tod der beiden Flieger durch Er- sticken infolge Sauerstoffmangels eingetreten ist. Die geringfügigen Verletzungen, die man am Körper der Verunglückten vorfand, haben die Flieger im Zustande der Ohnmacht noch vor dem Eintritt des Todes erlitten. Die Leichen der beiden verunglückten deutschen Ballonflieger wurden am Freitagabend in einem besonders dem fahrplanmäßigen v-Zug Dünaburg—Kowno—Königsberg angehängten Wagen nach Berlin übergeführt. Die Särge mit den sterblichen Ueberresten der beiden ihrem wissenschaftlichen Opfermut zum Opfer gefallenen Ballonflieger waren mit Kränzen völlig überdeckte schläferte ich zuverlässigen Mannes ein. Er gab seinen Widerspruch auf, und erhobenen Hauptes konnte ich wieder einmal den Schauplatz verlassen. Der verehrten Hausfrau gegenüber hüllte ich mich zunächst in ein geheimnisvolles Schweigen. „Du wirst schon sehen", sagte ich, „daß du dein Herz und dein Vertrauen keinem Unwürdigen geschenkt ^Zwei Tage hielt fie's aus; dann wurde sie ungeduldig, »Alles was recht ist"', begann fier „aber Das Bekaffinenniärchen Eine pfingstgeschichte von Hans Franck. Die Tragödie der deutschen Sallonflieger Durch Sauerstoffmangel getötet. - Die lleberführung nach Berlin. Wiedererweckung eines alten Musikinstrumentes. Von Budapest geht eine Bewegung aus, ein 3n* ftrument zu neuem Leben zu erwecken, das sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreute, das aber heute völlig vergessen ist. Es ist die Viola di Bardone, die abgekürzt Baryton genannt wurde. Das Instrument, das die Größe eines Cellos hatte, war mit sieben Saiten ausgestattet; doch lagen unter dem Griffbrett noch einige, nämlich zwischen 9 und 24 Stahlsaiten, die beim Spielen mittönen und auch wohl mit dem Daumen der linken Hand gerisseh wurden. Es gibt eine große Anzahl von Werken, die für das Baryton geschaffen wurden und die mit lym der Vergessenheit anheimfielen. Besonders *>aI Haydn sehr viel für dieses Instrument komponiert, weil Fürst Nikolaus E st e r h a z y, an dessen Hof er dreißig Jahre lebte, ein besonderer Liebhaber des Baryton war. Diese Werke, etwa 175 an der Zahl- unter denen sich allein 125 Divertissements für Bary* ton, Bratsche und Cello sowie 12 Sonaten für BaW ton und Cello befinden, sind niemals oeröffentlw worden; sie sollen jetzt herausgegeben werden, uno es wird in Budapester Blättern die Erwartung ausgesprochen, daß sich das Baryton auch in JDeuqqr land wieder einbürgern werde, zumal es au£$. n0? andere bedeutende Kompositionen außer dene Haydns für dieses Instrument gibt. sanges zu verleihen. Als der Herr jedoch bedachte, welch ein wüstes Gelärm es geben müsse, wenn der Löwe und der Igel, das Pferd und die Maus, das Dromedar und der Schmetterling, der Fuchs und der Mistkäfer, der Elefant und das Marienwürmchen, der Stier und der Molch, wenn Groß und Klein, Langsam und Hurtig, Plump und Feierlich, jedes nach seiner Art, darauf lossänge: beschied er sich und faßte den Entschluß, nur eine einzige Tierart von den unzählbaren, welche die Erde be- völkem, durchs Singenkönnen zu adeln. Die Wahl: welche von ihnen? wurde ihm nicht schwer. Was lag näher, als jenes Getier mit der Gabe des Gesanges zu betrauen, das der Heimat des Liedes, Dem Himmel, am nächsten haust? Gottvater ließ also an die Vögel das Gebot ausgehen: am Morgen des ersten Sonntages im Mai sich allesamt vor feinem Thron zu versammeln und von seinen Engeln das Singen lehren zu lassen. In der Frühe des gottbeftimmten Tages flog es von der Erde auf in Schwärmen: dicht, unabsehbar, daß die Sonne sich solange verfinsterte, bis die Himmelfahrer jenseits ihrer angelangt waren. Nicht einer von allen Vögeln war an diesem Maimorgen xu unbeholfen, nicht einer zu winzig für die weite Reise. Das ward ein Musizieren, ein Ouinquilieren, ein Tirilieren, wie es nie zuvor — nie hernach wieder im Himmel und auf Erden gehört worden ist. Wie beim Singenlernen in einer richtigen Schule ging es an diesem Tage im Hinrmel zu. Der eine Vogel hatte große, der andere geringe Gaben zum Gesang. Dieser war fleißig, jener faul. Hier erwies sich einer als unermüdlich, dort hatte ein anderer nach einer Viertelstunde von der Singerei genug. Solche waren da, die nach einmaligem Vorsingen ein Lied behielten, und solche gab es, die nach dutzendweisem Hastsgehört? noch keine drei Töne trafen. Selbst die Brummer und Gehörlosen fehlten nicht, bei denen alle Mühe, ihnen Gesang beizu- bringen, sich als vergeblich erwies. Worüber sie, verärgert, sich dadurch hinwegtrösteten, daß Singen eine gänzlich unnütze Sache wäre und nur bei dem hindere, worauf allein es ankomme: beim Fliegenfangen. Und auch von den Lehrern, den Engeln, erwies sich nicht einer dem andern gleich an Eifer und Geschick. So hatte — ungeachtet jener, die das Singen nicht begreifen konnten oder wollten — am Abend jeder Vogel fein eigenes Lied gelernt. Die Nachtigall fang unaufhörlich ihre himmlischen Weisen. Der Fink wurde nicht müde, zu rufen: „Tititi — Frühjahr ist hie!" Die Goldammer versicherte: „Wie hab ich dich so liiieb, so liiieb, so liiieb!" Die Schwalbe mahnte: „Wirb, wirb, wirb, eh da sch be stirb!" Die Drossel stimmte eifrig zu: „Dschä! Dschä! Dschäü" Der Pirol blies zum Tanze auf: „Düde- lüo! Düdelüo!" Das Goldhähnchen fiedelte: „Sisisi- sisisiahsifisisisisisiiiii!" Der Rohrspatz rief, daß ihn keiner übersähe, in einemfort feinen Namen: „Korl Piep! Korl Piep!!" und fügte, um den Hänselern das Wort abzuschneiden, gleich selber unwirsch hin- zu: „Weet ick — roeet ick — roeet ick!!" Die Lerche erfaßt. . Ein Vogel aber war an diesem Maienmorgen nicht mit den andern allen zum Throne Gottes emporgeflogen: die Bekassine. Himmelan war auch sie, um dem Ruf ihres Schöpfers zu folgen, gestiegen. Aber unterwegs wurde sie von der Glückseligkeit des Fliegens so überwältigt, daß sie ihren Wunsch, nach der Weisung Gottvaters im Himmel das Singen zu erlernen, darüber vergaß. Wie ein Rausch kam es über die Zurückbleibende. Sie flog — f(ag — flog —. Während des ganzen Tages, da die Vögel samt und sonders bei den Engeln im Himmel waren, — blieb die Bekassine allein in der Erdenluft daheim und flog. Aus Mittag wurde Abend — die Bekassine flog. Auf — ab, ab — auf, sie wurde es nicht müde. Von Stunde zu Stunde steigerte sich in ihr das Glück des Fliegens. Die Vögel kamen aus dem Himmel zurück. Die Be- (affine nahm es nicht wunder. Was anders taten die geflügelten Kameraden, als womit sie den Tag verbracht hatte und bis zum letzten Atemzug, ohne innezuhalten, fortfahren würde: Fliegen!! Noch ertönte kein Vogellaut auf Erden. Waren die Heim- kehrenden zu müde von dem langen Lernen? Ge- traute sich keiner, mit feinem Gesang den Anfang zu machen? Fürchteten sie, daß ihr Lied auf Erden nicht wie im Himmel klänge? Stumm sanken die Vögel nieder. Stumm gingen sie schlafen. Die Bekassine aber flog — Nach geraumer Weile ertönte unter ihr aus dem schweigenden Dunkel herauf ein Laut, wie sie noch keinen vernommen. Die über Tag am seligsten des Gesanges geworden war, die Nachtigall, wagte als erster aller Vögel ihr Lied, das sie im Himmel lernte, auf Erden zu fingen. Und plötzlich erkannte die Bekassine, was sie über ihrem Fliegen ver- säumt hatte. Sie flog — nun nicht mehr auf und ab, sondern steil empor — flog, bis sie zum Himmel tarn. Dessen Tür war verschlossen. Die Bekassine pochte mit dem Schnabel an das Guckfenster des Türhüters. Niemand hörte. Die Bekassine pochte, pochte — Endlich steckte ein verschlafener Engel feinen Krauskopf heraus: Hier wäre die Tür zum Himmel, nicht zur Erde! Wisse sie. Zu wem sie denn im Himmel wolle? Zu Gottvater. Der dürfe nicht mehr gestört werden. Am allerwenigsten um eines Vogels willen. Heilfroh fei er, Herd walten?" Nein, das wollte ich nun allerdings nicht — aus mannigfachen Gründen. Und weil ich einsah, daß längere Zurückhaltung politisch unklug gewesen '..... ' Hehl mehr aus den Moskau, 18. Mai. (DNB.) Heber das Ergebnis der Untersuchung an der Absturzstelle des deutschen Höhenballons „Bartsch von Sigs- f e Id" treffen aus Sobesch einige Einzelheiten em. Danach lag die gelbe Ballonhülle, die an mehreren Stellen zerrissen war, auf einer Wiese, 10 Kilometer von der Station Jdriza und 40 Kilometer von dem Orte Sebesch entfernt. Neben der Ballonhülle lag die offene Gondel, die teilweise eingedrückt und zerfetzt war. Der kilometerlange Weg, den der Ballon auf dem Boden schleifend zurückgelegt hat, ist noch deutlich zu erkennen. Am Abend des 13. Mai wehte bei Sebesch ein Wind von etwa 10 Meter in der Sekunde, der den Ballon kreuz und quer durch Buschwerk und Wald über Sümpfe und Wiesen getrieben bat. U. a. trieb der Ballon auch durch die Ortschaft Mettscht-schi, deren Bewohner am nächsten Morgen zuerst auf den Vorfall aufmerksam wurden, da der Ballon das Dach eines unbewohnten Gebäudes beschädigt und mehrere Telegraphenstangen umgeworfen hat. Als der Ballon über den Olbitasee hinwegtrieb, ist aus der Gondel die Leiche D r. Schrenks herausgefallen. Sie wurde erst am 15. Mai von Bauern und Grenzwächtern aus dem See heraus- gefifcht. Die Untersuchung der Leichen ergab, daß sie nur leichtere Schrammen und Quetschungen Hast du schon an einem Dorfrühlingsabend, wenn der Mond sich noch nicht getraut, aus verfrühten Wärmewolken heroorzubrechen und die Sommer- Hoffnungen von Mensch und Tier und Pflanze zu zergrinsen, der Bekassine gelauscht? In Busch und Baum, am Rain und im Ried, zu Häupten und Händen, allüberall hat es tagüber tausendmaltausendstimmig aufgesungen. Die Bekassine hat sich derweil ins Moor verkrochen. Denn sie ist stumm. Jeden Abend aber — sobald ringsum die geflügelten Sänger müde werden — steigt die Bekassine auf zum Himmel, um endlich auch ihr Lied dem Schöpfer darzubringen. ,Lhr Lied? Wie kann sie fingen, wenn sie stumm ist?" Gemach! Durch ihre Kehle freilich bringt kein Ton, kein Laut. Und dennoch — sieh nur, hör nur hin! — dennoch: wenn sie stundenlang über den Wiesen auf und ab fliegt, vernimmst du ihren Ge- ' fang. Soll ich erzählen, wie der Ewige — verdiente Strafe in unverdiente, Gnade umwandelnd — der Bekassine schenkte, was er keinem ihrer Brüder, keiner ihrer Schwestern verlieh? Gottvater hat bekanntlich die Vögel zum Singen erschaffen. Nester bauen auch Hamster und Stichling. Mücken, Fliegen und Gewürm verstehen Kröten, Spinnen und Maulwürfe nicht minder geschickt zu fangen. Eier legen die Schlangen, die Ameisen und haben nicht einmal nötig, sich wochenlang daraufzusetzen, daß es in ihnen lebendig werde. Durch die Luft flitzen? — Nun, es gibt der Mäusesorten genug, die es vermögen. Aber singen! — welchem Getter, außer den Vögeln, ist diese schönste aller Lebensaufgaben von Gott zugewiesen? Zwar der Frosch hält sein Gequarr und der Esel sein Geschrei für Gesang. Doch wenn der Gelbbauch im Tümpel sich an warmen Frühlingsabenden seiner schönen Stimme halber aufbläht, so lachen wir ihn aus; und dem Grauhaar, der durchaus nicht begreifen will, daß uns die beiden Silben, die der Kuckuck jahraus, jahrein nicht müde wird zu rufen, melodischer klingen als fein I—a! I—a!, dem geben wir eins hinter feine langen Ohren. Also ausgemacht: Gottvater hat die Vögel zum Singen erschaffen! Dieser gute Gedanke ist dem Schöpfer freilich nicht sogleich gekommen, da er die Luft mit atmenden Wesen erfüllte. Als er am Morgen des fünften Erdentages sein Werdewort gesprochen hatte: „Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und mit Gevögel, das auf Erden unter der Feste des Himmels fliege", waren all die tausend und abertausend Vögel, die es heute noch gibt, und manch andere Arten außerdem, die nicht bis zu unfern Tagen sich vor ihren Widersachern zu retten vermochten, zwar in einem Nu erschaffen, aber sie waren, wie die.Fische im Wasser, stumm. Eines Abends indessen, da Gottvater — noch den Gesang der Engel, die tagüber nicht adgelafsen hatten, ihm zu lobfingen, in feinen Ohren — wieder einmal auf die Erde kam, um nach dem Rechten zu sehen, hörte er ihre traurige Stummheit. Und er beschloß bei sich, ihrem Getier die Gabe des Ge- daß endlich das talentlose Piepzeug wieder außer Hörweite wäre! Aber die Bekassine bat so unablässig, so inständig, daß des Engels Herz schließlich doch erweicht wurde und er sie durch fein Guckfenster m den Himmel schlüpfen ließ. Gottvater aber saß noch auf feinem Thron und lächelte bei dem Gedanken, welch ein Staunen die erwachende Erde überkommen werde, wenn morgen in der Frühe zum ersten Male die Vögel ihre Stimmen zum Gesang erhöben. Mitten in sein Lachen schoß die Bekassine hinein und setzte sich bittend auf sein linkes Knie. „Was willst du?" herrschte Gottvater den Eindringling an. , „Singen lernen", gab die Bekassine tapfer zur Antwort. „Warst du über Tag nicht da?" „Nun tft’s zu spät dafür. Die Engel walten auf der Erde ihres nächtlichen Amtes, und die wenigen von den Kleinsten, die im Himmel geblieben find, schlafen schon." „Lehr' du mich fingen." „Ich finge nicht, mir wird gesungen. So wollte sie, schlug die Bekassine vor, solange im Himmel warten, bis die großen Engel von der Erde heimkehrten, und sich alsdann von einem das Singen lehren lassen. , ■ . Nein, entschied Gottvater. Es sei zu spat. Nur der heutige Tag wäre den Engeln fürs Singenlehren bestimmt gewesen. Morgen hätten sie vollauf mit anderem zu schaffen. Sie solle zur Erde ju< rückkehren und ihre Stummheit geduldig tragen. Da fing die Bekassine an, bitterlich zu meinen. Und Gottvater jammerte ihrer. Was sie Übertag denn getrieben hätte? forschte er, freundlicher wer- dend. „Geflogen!" jauchzte die Bekassine auf. „Den ganzen Tag geflogen?" „Den ganzen, lieben, langen Tag!" Da erkannte Gottvater, daß die Bekassine nicht aus Saumseligkeit im Himmel gefehlt hatte, und sprach: ,Zum Singenlernen, Bekassinchen, ist's zu spät. Deiner Kehle wird, zur Strafe, nie ein Lied entquellen. Aber da nicht ein Zuwenig, sondern ein Zuviel dich ungehorsam werden ließ gegen mein Gebot, so sollst auch du nicht stumm bleiben. Kehr getrost zurück zur Erde! Dir verleihe ich dies: Dein Flug soll Gesang werden." Die Bekassine dankte Gottvater, schwebte zur ! Erde nieder und siehe: ihre Flügel fangen! Lunger Hahn und Forelle. Eine pfingstgeschichie von Or. Owlglaß. „Mit Kartoffelsalat natürlich", sagte ich zu meiner vorgesetzten Behörde. „Ach du, mit deinem ewigen Kartoffelsalat! „Ich muß schon recht, sehr bitten ... Bereits Wilhelm Raabe hat sich dahin ausgesprochen, Kartoffelsalat fei das halbe Leben, und ..." „Die gesamte Naturlyrik des alten Christian Wagner aus Warmbronn ist auf den nämlichen Grundsatz zurückzuführen — weiß schon, weiß schon. Wie sollten meine jungen Erbsen und Karotten gegen diese Autoritäten aufkommen können! ... Also denn in Gottes Namen!" Wir erörterten nämlich die Beilage zu dem morgigen Pfingstfestbraten. Und die Beschaffung dieses Bratens' hatte ich selbst großzügig in die Hand genommen. „Ueberlasse die Sorge diesmal mir", hatte ich gesagt und rätselhaft dazu gelächelt. „Es genügt wahrlich, wenn du dir Tag für Tag den Kopf zermartern muht. Alle heiligen Zeiten einmal geziemt es sich, daß der Herr des Hauses mit ungebrochener Geisteskraft hilfreich einspringe." Also stattete ich heimlich unserem Butter- und Gierlieferanten, Herrn Sebastian Grashiller, einen Besuch ab und betraute ihn mit dem ehrenvollen Auftrag, mir bis Pfingstsamstag abend einen jugendfrischen Hahn oder Gockel bratgerecht abzuliefern. „An junga Goggel? Jatzt? ... I woaß net ..." Die Augen des Aufkäufers blickten mich grüblerisch an. „Herr Grashiller", schnitt ich feine Einwände ab, „ich kenne Sie doch! Was Sie wollen, das frieaen Sie auch. Und daß Sie wollen, darüber brauchen wir zwei nicht miteinander zu diskutieren. Ein Geschäftsmann wie Sie!" „Ja mei', wollen tua-r-i fcho', aber ..." „Nichts aber: es bleibt dabei. Auf einen Extraschnaps soll es mir ganz gewiß nicht ankommen." höheren Semestern vorbehalten ... Aber lassen wir diese musikalischen Finessen und denken wir lieber einmal entwicklungsgeschichtlich. Woraus entsteht der Vogel im allgemeinen und das Huhn im besonderen? Aus dem Ei, wenn ich nicht irre. Und sagt nicht schon der Dichter mit unübertrefflicher Anschaulichkeit: Zerbricht man die Entwicklungskette, so bildet sich die Omelette? ... Hier laß uns einsetzen: ich werde dir morgen so ein Ding Herstellen und auf eine Füllung mit eingemachten Johannisbeeren zärtlich bedacht fein. So wirft du zwar keinen realen, handgreiflichen Vogel verzehren, aber gewissermaßen oie Idee eines solchen beziehungsweise mehrerer solcher; denn knausern werde ich natürlich nicht ... Nun?" Ich verkannte weder die Schläue, noch die gute Absicht dieses Vorschlags. Aber ich war nun eben verstimmt, weil ich mich um eine schone Erwartung betrogen sah, und brachte es nicht über mich, das mit leichtfertigen Scherzworten angeschlagene Gier» und Jdeenthema aufzunehmen und dialektisch ad absurdum zu führen. Wenn zwei Menschen aufeinander angewiesen sind und der eine knurrt, so entsteht leicht das, was man ,Zungenreden' nennt, und dieses Zungenreden hat mit dem bekannten pfingstlichen Phänomen meist nicht viel gemeinsam. Wir redeten also im Laufe des Abends Zungen, recht spitze Zungen allmählich, und mit einemal fiel mir gegenüber das gereizte Wort: „Jammerschade, daß man deinen Vogel nicht braten kann!" Das ging zu weit. Ich stand auf, gab meiner Widerpartnerin zu verstehen, daß der aller Voraussicht nach doch wohl zu zäh dafür fein dürfte, und zog mich grollend in meine inneren Gemächer zurück. nebergrefferi des ostasiattschen Konflikts nach Europa verhindert werden könne und erstrebte zu dem Zweck ein enges Zusammenwirken zwischen Deutschland, Rußland und Frankreich. Obgleich der deutsche Botschafter in Paris diesen Wunsch deutlich zum Ausdruck brachte, nahm Delcasst die Mitteilung des Großfürsten ohne Nachprüfung für bare Münze und verdächtigte in London die deutsche Politik.: sie wolle bas französisch-russische Bündnis wie die Entente auflösen und einen großen europäischen Krieg herbeiführen. England werde also nur Deutschlands Wünsche erfüllen, wenn es Rußland durch demütigende Forderungen zum Bruch zwinge. Die englische Regierung bedurfte schwerlich dieser Warnung, denn sie hatte von vornherein die Absicht, die Frage f ried 1 ich zu lösen und bot gern Die Hand zum Ausgleich, als Rußland ein Schieds» Jn aller Herrgottsfrühe läutete uns der Expreß- bote heraus. Es war ein längliches Paket, das er über den Gartenzaun reichte, und roch — ja wie roch es nur gleich? Heimatlich, ganz einfach heimatlich; denn es kam ja vom lieben alten Freund droben im Allgäu und enthielt, sorglich in junge Brennesseln gehüllt, eine gut anderthalbpfündige Forelle. „Siehst du, in dieser Fasson lasse ich mir den Expressionismus ohne Protest gefallen", sagte ich. „So was überzeugt durch sich selbst und bedarf keiner weitschweifigen Erläuterungen, die ja doch kein Mensch kapiert." Die gestrige Verstimmung war im Rausch der Freude auf gegangen, und die kleine Anzüglichkeit, Haß man hier gewissermaßen von einem fliegenneues Licht, und zugleich ist bezeichnend, daß ihr nicht die Vermeidung eines großen Krieges sondern die Vorbereitung der Revanche die Hauptsache war. Wenn es zum Kriege zwischen England und Rußland komme, heißt es in einer Betrachtung des französischen Ministeriums, werde Frankreich kraft fetnes Bündnisses an der Seite Rußlands teilnehmen müssen. Da aber auch Deutschland die Russen unterstützen werde, müßten Deutsche und Franzosen für dieselbe Sache fechten: „der Graben, der die beiden Völker seit 1870 trennt, wäre ausgefüllt, die durch Elsaß-Lothringen geschaffene Differenz wäre völlig ausgelöscht." Diese Worte sind ein neuer Beweis dafür, daß die Gedanken der französischen Regierung stets unter dem höchsten Gesetz der Revanche standen. schließlich muß ich doch wissen, was du eigentlich bestellt hast. Ich muß den Braten zurichten, ich muß für die passenden Beilagen sorgen — oder willst du selber etwa gar morgen vormittag züchtig am den ober wenigstens zugeflogenen Fisch rebert könne', störte meinen roiebergeroonnenen Seelen* stieben nicht im minbeften. „Vogel hin, Vogel her — auch ber Fisch ist ein christliches Sinnbild; man braucht ihn nur ins Griechische zu übersetzen und Jchthys zu nennen. „Wir wollen ihn doch lieber in die BratpfannS übersetzen", lautete die Antwort. Hätte ich etwa widersprechen sollen? ... Der Tisch war festlich geschmückt, als ich zu Mittag herunterkam. In der Mitte pranate eine Glasvase mit den schönsten roten Pfingstrosen, und neben meinem Gedeck stand, schon entkorkt, eine Weinflasche. „Was sott bas?" „Nun: erstens will ber Fisch bekanntlich schwim* men; zweitens hab' ich zuhinterst im Keller als letzten Mohikaner biesen Mosel entbeckt. Es ist Winninqer Uhlen, also, obgleich flüssig, boch quasi etwas Pogelhaftes, unb ba bachte ich mir ..." „Allerhanb Hochachtung!" sagte ich ein wenig gerührt unb goß bie Gläser voll. „Der Psingstvogel sott leben! Wenn er nur ba ist — was geht uns sein Aggregatzustanb an?" toffelsalat. Nachbem wir enblich über alles einig geworben waren, beschlossen wir, bie erhitzten Köpfe noch etwas in bie Spätnachmittagsluft hinauszutragen. Sollte mein Lieferant je währenb unserer Abwesenheit auftauchen, so konnte er sein Paket ja in ben Milchkasten am Zaun stecken; bas wußte er schon. Unb ber Schnaps war ihm sowieso sicher. Wer auf eine gemütvolle unb bei anftänbigem Wetter auch zutreffenbe Schilberung ber pfingstlichen Vegetationsverhältnisse Wert legt, tut immer roieber gut, ben Anfang von Goethes „Reineke Fuchs" nachzulesen. Ich beschränke mich barauf, zu berichten, daß wir munter plaubernb zwischen Wiesen unb Aeckern hintrabten, eine geraume Weile am Walbranb rasteten, bann auf einen Felbweg gerieten, ber plötzlich in nichts zerrann, roieber umkehren mußten unb enblich in weitem Bogen bie Lanbstraße erreichten, bie burch ein mageres Gehölz nach Haus zu führte. Als es eben sieben Uhr schlug, standen wir vor unserer Gartentür ... Der Milchkasten war leer. Oder doch jo gut wie leer; denn auf seinem Grund fand sich nichts als ein etwas schmieriger Zettel, und auf diesem Zettel war mit lapidaren Buchstaben die Pfingstbotschaft niedergelegt: habe Leiter kein bassenden gogel nicht auf» briem mit grus Grashiller Sebastian. ... Die Hausfrau faßte sich zuerst unb sagte: „Wie ich mir gebacht habe!" Ich sagte gar nichts; aber bafür bachte ich mir nun auch Verschiebenes. „Der Metzger hat jetzt natürlich geschlossen", fuhr sie fort. „Wir werden uns morgen also wohl ober übel mit einer Mehlspeise begnügen müssen. Ober würbest bu vielleicht puren Kartoffelsalat vorziehen unb ein Kapitel Raabe bazu?" „Was träufelst bu noch Hohn in meine Wunbe, Weib? ... O dieser Idiot! Keinen .hassenden Gagel'? als ob es nicht ebensogut ein Tenor hätte sein dürfen!"' „Sein müssen, bitte; Bariton und Baß sind den Volksmissionarische Vorträge in Schotten. Auf dem Bahnhof in Moskau hatten sich der deutsche Bu."ckafter mit dem gesamten Botschaftspersonal und zahlreiche Vertreter der deutschen Kolonie sowie Vertreter des Außenkommissariats, der zivilen und der Militärluftfahrt der Sowjetunion eingefunden. Vom Eingang des Bahnhofs bis zum Zuge bildete die russische Bahnhofspolizei in weißen Uniformen Spalier. Die deutschen Vertreter verabschiedeten sich von den Toten, indem sie ihnen schweigend den deutschen Gruß entboten. Wie nachträglich bekannt wird, hat die Auffindung der Leiche bes Dr. Schrenk längere Zeit in Anspruch genommen. Neben dem Militär und der Grenzwache waren auch die Bauern aus der ganzen Umgebung zur Suche aufgeboten worden. Die Leiche wurde schließlich im Olitasee aufgefunden, und zwar infolge der schweren Filzstiefel, die Dr. Schrenk trug, in stehender Stellung. Zehn Lahre Zuchthaus für Handgranatenwerfer Schulze Berlin, 18. Mai. (DNB.) Zu Beginn des dritten Verhandlungstages fragte der Vorsitzende den Angeklagten: „Schulze, bleiben Sie bei dem, was Sie bisher gesagt haben?" Der Angeklagte erklärte: Ich habe es getan, ich habe die Granate auf dem Dachboden gefunden. Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin. Ich habe an der Granate herumgespielt und bekam dann Angst, k)aß sie explodieren könnte, und hatte nur den einen Gedanken, hinaus damit ins Freie. Da habe ich sie zum Fenster hinausgewor- f e n. Der Vorsitzende verkündete dann nach einer Beratung des Sondergerichts folgendes Urteil: Der angeklagte Erwin Schulze wird wegen Verbrechens gegen Paragraph 5 des Spreng- sioffgefehes in Verbindung mit Vergehen 1 gegen das Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten in Tateinheit mit gefährlicher * Körperverletzung zu insgesamt zehn Jahren Zuchthaus und den Kosten des Verfahrens verurteilt. In seiner Begründung zu dem Urteil führte der Vorsitzende u. a. aus: Trotz des Geständnisses des Angeklagten hat das Gericht geprüft, ob Tatsachen vorliegen, die einen Zweifel an der Richtigkeit des Geständnisses zulassen. Daß irgendein Zwang oder Druck auf den Angeklagten ausgeübt worden wäre, ein wahrheitswidriges Geständnis abzuleaen, ist nicht erwiesen. Die Einzelheiten der Geständnisse stimmen auch mit den späteren Ermittlungen der Polizei vollkommen überein. Daß Schulze sich auch des versuchten Mordes und des versuchten Totschlags schuldig gemacht hat, konnte das Gericht nicht feststellen. Wenn sich ergeben hätte, daß die Tat ein kommunistischer Anschlag auf das Dritte Reich gewesen wäre, hätte man bestimmt zur schärf st en Strafe gegriffen, selbst wenn kein erheblicher Schaden entstanden wäre. Davon kann aber keine Rede sein. Der Angeklagte war kein Mensch, bei dem die Politik eine besondere Rolle spielte. Im übrigen ist er im Jahre 1932 aus der Kommunistischen Partei ausgetreten. Es blieb nichts anderes übrig, als daß feine unglückliche Veranlagung und der unglückliche Zufall, der ihn eine Handgranate finden ließ, ihn zu feiner an sich sinnlosen Tat führten. Erschwerend wurde in Betracht gezogen, daß es sich um eine gemeingefährliche Tat handelt, und es nur einem Glücksfall zu verdanken ist, daß niemand dabei zu Tode gekommen ist. Der Reichsstatthalter dankt. Anläßlich der einjährigen Wiederkehr der nationalsozialistischen hessischen Staatsführung und der Einsetzung als Reichs st atlhalter sind mir so viele gute Wünsche und Aufmerksamkeiten zugegangen, daß eine persönliche Beantwortung allgemein unmöglich ist. Ich bitte daher, meinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen. gez. Sprenger. Kleine politische Nachrichten. Infolge Arbeitsüberlastung hat Obergebietsführer Earl Nabersberg den Reichsjugendführer um Entlastung von seinem Arbeitsbereich als Stabsführer und Stellvertreter des Reichsjugendführers gebeten. Der Reichsjugendführer hat den bisherigen Obergebietsführer West Hartmann Lauterbacher zu seinem Stellvertreter und Stabsführer der Reichsjugendfuhrung ernannt. ♦ Die Regierungskommission des Saargebiets hat die bereits erteilte Genehmigung zur Abhaltung des sog. Bundestreffens des Kommunistischen Arbeiter-Turn- und Sportverbandes Saar in den Pfingsttagen wieder zurückgezogen. * Der frühere Gauleiter der NSDAP, für Oesterreich Alfred Eduard Frauenfeld, der feit dem !8.Januar im Konzentrationslager Wöl- ilersdorf interniert war, und nach feiner Ruhr- .erkrankung in das Franz-Josef-Kranken- 'haus geschafft worden war, ist nach Abgabe einer «Erklärung, keinen Fluchtversuch zu unternehmen, !von der Polizei auf freien Fuß gesetzt iworden. * Der Generaldirektor der Reichsbahn und der Gesellschaft Reichsautobahnen Dr. Dorpmuller kwurde auf einer Reise zum Studium der italienl- sschen Autobahnen von Mussolini empfangen. Mussolini widmete sein besonderes Interesse der Organisation der deutschen Reichsautobahnen und über Zusammenarbeit von Reichsbahn und Reichs- outobahnen. * Kardinalerzbischos Faulhaber ist zur Heilig- Iprechuna Konrad von Potzhams >n Rom einge- iroffen. Auch die Weihbilchöse von München und Rothenburq sowie die Bischöfe von Trier, Munster, Eimbura, Speyer und Eichstatt befinden sich in Rom. Papst Pius XI. wird am Samstag abend i>ie deutschen Pilger mit den Bischöfen empfangen iunb eine Ansprache halten. Auf Veranlassung des Volksmissionari- chen Amtes der Landeskirche Nassau- Hessen fanden vom 14. bis 16. Mai in der Schottener Stadtkirche drei Volksmissionsabende tatt, bei denen Pfarrverwalter Lic. Flechsen- haar aus Ulfa sprach. Um der Sache willen hätte man den Vorträgen einen besseren Besuch gewünscht. Denn es gilt heute, wie der Redner zeigte, in einer Zeit nicht nur politischer, sondern auch religiöser Bewegung zu einer inneren Klarheit zu kommen. An ■ber Frage „völkische Religiosität oder christlicher Gollesglaube?" wurde am ersten Abend gezeigt, daß man hierüber nur reden dürfe, wenn man wirklich mit ganzem Herzen das völkische Erwachen unserer Tage miterlebt hat. Wer das Besondere des deutschen Menschen kennt, wie er uns als Grübler, Forscher und Kämpfer entgegentritt, wer die deutsche Form in deutscher Landschaft und Kunst liebt, der weiß auch um eine arteigne deutsche Frömmigkeit, die erfüllt ist von Innerlichkeit, Gottsuchertum und Ringen um die Wahrheit. Aber gerade dieses Rin- aen um die Wahrheit fordert den deutschen religiösen Menschen zur Entscheidung vor dem Anspruch des christlichen Gottesglaubens. Freilich entsteht hier ür uns ein unausweichlicher Anstoß an dem Bekenntnis, daß wir Gottes Geschöpf sind und nicht freie Herren über uns selbst. Aber hier stehen wir vor der letzten Entscheidung: Ist Gott der Schöpfer, aober bist bu bie bir bein eigner Gott? Zerbricht nicht unsere Selbstvergötzung an ber rauhen Wirklichkeit? Der Schöpfergott ist für ben Christen aber zugleich Gott ber Vater, ber seinen Kinbern nicht nur feste ßebensorbnungen gibt, ohne bie wir nicht bestehen könnten, sonbern ber auch ber Führer unseres Lebens ist. ©erabe ber im Grunbe tief pessimistische arische Schicksalsglaube an bie Nomen, ober das Karma der Inder zeigt uns, wie der christliche Glaube in viel tieferem Sinne das Leben bejaht. Er läßt uns auch bie Freiheit ber Entscheibung für ober gegen Gott. Wer freilich sich einmal für Gott ent- schieben, ber steht nun in feinem Dienst, nicht aus Furcht, sonbern aus tiefer Dankbarkeit. In biefem Dienst wissen wir uns als Christen eins mit jedem guten Deutschen in dem Kampf für Ehre, Reinheit und Wahrheit. Wir wissen aber auch darum, wie gerade ber ernste unb ehrliche Kämpfer an diesen unbebingten Forberungen scheitern wirb. Am zweiten Abenb würbe bann unter bem Thema „Der deutsche Christus" darüber gesprochen, wie gerade dieses Versagen auch des deutschen Menschen bie tiefe Kluft zeigt zwischen Mensch unb Gott, bie keine Lichtsehnsucht unb Gottsuchertum überbrücken kann. Darum kam auch Christus gerabe zu ben Deutschen als ber ersehnte „Helianb", ber rechte Herzog, als ber Glaube an bie alten Götter weithin zerbrochen war. Unsere beutsche christliche Kunst in ihren Domen unb bilbenben Kunstwerken legt berebtes Zeugnis bafür ab, wie tief ber beutsche Mensch von Christus erfaßt würbe. Aber bas hebt freilich auch roieber ben Anstoß an biefen Christus nicht auf. Daß Jesus Jube war, bebeutet allerdings keine Verherrlichung des jüdischen Volkes, sondern ein Gericht über dieses Volk, das zum ewigen Juden unb Fluch ber Völker würbe, weil es Christum von seiner Schwelle stieß. Aber auch wer in tiefer Bewunberung zu bem helbenhafen Leiben Jesu am Kreuz emporblickt, faiyi bem entscheibenben Aergernis nicht entgehen. Denn nur wer sich mit« schulbig weiß an Jesu Tob, ber wirb burch Christi Kreuz erlöst. War Christus nicht ber Erlöser auch ber Deutsche^ bann hat es keinen Sinn, bem beut- schen Menschen ihm zu verkünben. Wer aber bem Aergernis bes Kreuzes nicht ausweicht, ber wirb in Christus bie Erfüllung aller Sehnsucht finben. Christus ist bie entscheibenbe Mitte aller Geschichte, auch der deutschen Geschichte. Der dritte Abend brachte unter dem Thema „Die deutsche evangelische Kirche unb die dritte Konfession" ein Wort zu ber Kirchenfrage unserer Zeit. Es geht babei nicht um bie ewigen Nörgler und Kritikaster, die es in der Kirche ebenso wie im Staat gibt und die immer nur festftellen, daß die Kirche versagt habe, während in Wahrheit sie selbst versagten. Aber trotzdem gilt es, den Anspruch der völkischen Glaubensbewegung heute ernst zu nehmen. Dabei muß man allerdings feststellen, daß auch merkwürdig viel liberalistisches und freidenkerisches Erbgut in dieser Bewegung zu finden ist. Ihre Forderung der Glaubensfreiheit teilen wir Evangelischen unbedingt, da wir um des Evangeliums willen Zwang in Glaubensdingen immer ablehnten. Ob freilich eine Interessengemeinschaft so verschiedener Gruppen, wie sie sich in der deutschen Glaubensbewegung zusammenaeschlossen haben, heute schon beanspruchen darf, als dritte Konfession neben der evangelischen und katholischen anerkannt zu werden, das erscheint fraglich. Im Grunde will aber diese Bewegung eine beutsche Nationalkirche. So sehr auch bie Evangelischen seit Luthers Zeit eine einige beutsche Kirche ersehnen, so finb sie boch hier frei von jeher Romantik. Um ber Wahrheit willen können sie nicht mit Anbersgläubigen in einer Kirche stehen. Es bleibt uns auch heute nur bas klare Bekenntnis zu ber einen heiligen Kirche. Das ist bie große Gemeinschaft ber Christusgläu- bigen aller Zeiten, bie Kirche ber Märtyrer unb bie Kirche ber deutschen Freiheitskriege, bie Kirche Luthers unb bie Kirche Bismarcks, bie heimliche Kirche, die doch sichtbar wird als die Kirche, in der Gottes Wort lauter und rein verkündigt wird und die sich lebendig erweist in einem klaren, kraftvollen Bekenntnis. Lebendig erweist sie sich auch in einer immer wieder neuen zeitgemäßen Form der Verkündigung ihrer alten Frohbotschaft, die freilich auch zum Hören bereite Menschen fordert. Nicht die Fragen der äußeren ©eftaltung sind für sie entscheidend, sondern die Frage, ob sie ihren Dienst recht ausrichtet. So will sie heute mit all ihren Gliedern sich in den Dienst stellen für unser Drittes Reich, denn gerade überzeugte gläubige Christen sind Menschen, die ihr Vaterland lieben und auch zum schwersten Opfer bereit finb, wenn man es von ihnen forbert. So steht bie evangelische Kirche wohlgemut in biefer sturmbewegten Zeit. Wer lieber am sicheren Ufer steht, ber mag es tun. Wir Evangelischen wollen bei unfern Brübern sein im Ringen ber Tage. Mit ihnen kämpfen wir um bie Zukunft bes beutschen Volkes unb finb unverzagt, benn wir haben einen guten Steuermann: Jesus Christus, ben Herzog ber Deutschen. Ein Wort für die Kröte. Die Kröte zählt zu ben Geschöpfen, bie am meisten vom Menschen verkannt werben. Unb boch ist sie ihm im Haushalt ber Natur von unschätzbarem Nutzen. Jeber Oartenfreunb, jebe Hausfrau sollte dieses Tierchen hegen unb einen Nützling in ihm erblicken, wie man wenige findet. Die Kröte findet ja auch in vielen Sagen unb Märchen lobenbe Erwähnung. Obwohl sie also ben Menschen im Kampfe mit ben verschobenen Schäblingen unterstützt, wirb sie in manchen Gegenden noch verfolgt. Ja, vielerorts hat sie ben Ruf, ein gefährliches Geschöpf zu sein, baß sie bei Berührungen einen giftigen Saft absondere und an den Gegner spritze. Wohl ist ihre warzige faltige Haut von häßlichem Ansehen, bem nächtlich jagenben Tiere ist sie aber eine bienliche Schutzfarbe. Besser als alle anberen Mittel bes Pflanzenschutzes vertilgt sie vor allem bie lästigen Nachtschnecken, benen man sonst nur sehr schwer beizukommen vermag. Auch den schädlichen Fliegen, Mücken und Käsern, sowie den Larven ber Eulen stellt sie eifrig nach. Sie verzehrt eine unglaubliche Menge von Ungeziefer aller Art. Eine einzige Kröte kann eine mittelgroße Erdbeeranlage von Schädlingen freihalten. Jahrelang hatte ich eine Kröte im Keller. Da gab es keine silbrig glänzenden Schleimzüge der Schnecken an den Wän- den, Asseln und anderes lichtscheues Kleingetier suchte man vergebens. Auf der Suche nach Feuchtigkeit — der Keller war ziemlich trocken — fand sie, schwerfällig wie sie ist, im Kalkwasser des Eiertopfes den Tob. Man stelle brum in ähnlichen Verhältnissen eine flache mit Wasser gefüllte Schale auf unb schone trotz ihres häßlichen Aussehens bas brave Tierchen, ja man begünstige seine Anwesenheit soviel man kann. Denn bie Kröte ist unb bleibt der beste Keller- und Garten-Polizist. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. 1. Pfingstfeiertag, 20. Mai. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker: 9.30t Pfarrvikar Balz. — Johanniskirche. 8: Pfr. Ausfeld; 9.30: Propst Knodt: 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde, Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pir. Sucker; Beichte und hl. Abendmahl für die Lutyergemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Sucker. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp: Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 11.15: Kin» dergottesdienft für die Petrusgemeinde, Pfr. Trapp. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesbienst, Kollekte: 10.45: Kinderkirche: 20.15: Bibelstunde, Missionar Walther. — Alten Buseck. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Gro- Hen-Buseck. 10.30: Festgottesdienst (Posaunenchor), Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Festgottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, Kollekte für die Lutherstiftung: 11: Kindergottesdienft für beide Abteilungen. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte für die Lutherftif- tung; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg: 13.30: Gottesdienst, Kollekte. — Treis a. d. Lda. 9.30: Beichte; 10: Hauptgottesdienst mit hl. Abendmahl für bie Ju» genb, Kollekte für bie Lutherstiftung; 13.30: Liturgische Pfingstfeier mit Ansprache (Kirchen-, Posaunen-, Schülerchor). — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; 13.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst (Kirchen- und Posaunenchor, Kollekte); 11: Kinderkirche. — Garbenteich. 10: Gottesdienst, Mitwirkung des Ges.-V. „Frohsinn". — hausen. 13: Gottesdienst, Mitwirkung des Frauenchors. — Lich. 8: Stiftspfr. Draubt; 9.30: Stifts» bechant Kahn; 10.45: Kinbergottesbienst. — Langs- darf. 11: Hauptgottesbienst, Kollekte; 12: Abenb» mahlsfeier für ole Alten. — Bettenhausen: 9: Hauptgottesbienst, Kollekte; 10: Abenbmahlsfeier für bie Alten. — Hungen. 9.45: Gottesbienft, an» fchließenb Vorbereitung unb Feier bes hl. Abenb» mahls; 15.30: Gottesbienft am Wall. — Langd. 13: Gottesdienst. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst. — Beltershain. 11.15: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmals für die Verheirateten. 2. Pfingstfeiertag, 21. Mai. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; 9.30: Pfr. Becker, Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker. — Johan- neskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; 9.30: Pfr. Aus- feto, Beichte unb hl. Abenbmahl für Lukas- unb Jo- hannesgemeinbe; 11.15: Kinberkirche für bie Jo- hannesgemeinbe, Pfr. Ausfelb. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Trapp. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Sucker. — Wieseck. 9.30: Hauptgottes, bienst, Kollekte. — Allen-Vuseck. 10: Gottesbienft, Kollekte. — Grohen-Vuseck. 10.30: Festgottesbienst, Kirchenchor, Kollekte. — Oppenrod. 8.30: Festgot» tesbienst, Kollekte. — Albach. 8.30: Gottesbienft, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesbienft, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesbienst unter Mit» Wirkung eines Schülerchors. — Kirchberg. 10: Got- tesbienft. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottes, bienst, Kollekte für Mission. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst. —- Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; 14: Stiftspf. Draudt. — Langsdorf. 10.30: Feier der „goldenen Konfirma- tion", Kollekte. — Bettenhausen. 13.30: Haupt» gottesbienft, Kollekte. — Hungen. 9.45: Gottes» bienst. — Langd: 11.15: Gottesdienst. — Veitsberg. 9.45: Gottesdienst. — Harbach. 11: Gottesdienst. — Reinhardshain. 14: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 19. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 20. Mai, Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre» digt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Feierliche Vesper; 16.30 und 19: Beichte. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Prediat. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lautrach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Scholten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 21. Mai, Pfingstmontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe; 14.30: Festandacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hoch» amt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, 22. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Freitag, 25. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Oeffenllicher Sonnlagsdienfi. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 dis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. 1. Feiertag. Aerzte: Frau Dr. Marx, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck. Apotheke: Hirschapotheke. 2. Feiertag. Aerzte: Dr. Hofmann, Dr. Steinreich. Zahnarzt: Dr. Metz. Apotheke: Engelapotheke. Heute erscheint at«f Sommer-Ausgabe wieder der Tastven-.Hattrvlan des Gietzenev Anzeigers mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen Oberheffens, der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Kraftwagen- und Straßenbahnverkehr als kostenlose Gon-ergabe für die seitherigen Bezieher und für Neubesteller im nächsten Monat. Der Taschenfahrplan ist wesentlich verbessert und erweitert; er umfaßt jetzt 40 Textseiten in übersichtlicher Anordnung der Haupt- und Neben- bahnlinien nebst allen Anschlußstrecken. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Mana Berzbach Or. phil. Johannes Äayer, Studienreferendar Gießen Gießen Äahnhosstr. 60 Seligenstadt Pfingsten 1934 3034 D Ihre Verlobung geben bekannt Marie Euler Karl Engelhardt Gießen, Pfingsten 1934 Krofdorfer Str. 30 Alicenstraße 35 02600 Anna Klärt Zftene Neher Verlobte Gießen, Pfingsten 1934 02619 Ihre Verlobung geben bekannt Trudl Schwarz Lu di Faber Gerichtsreferendar Gießen Pfingstenl934 3043 r> Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Elfriede Wagner Heinrich Kern Hofmannstraße 4p Gießen, Pfingsten 1934 Steinstraße 151 ■ _______________________________02614 Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 19. Mai 1934 Karl Schiesser Liselotte Schiesser, geb. Wallenfels Gießen ___________02607 Familien-Orucksachen Vrühl'sche Druckerei Schulstraße 7 Ihre Vermählung geben bekannt Albert Bambei, Bauingenieur und Frau Getrud, geb. Laichinger pflingsten 1934 München Gießen Thorwaldsenstraßel7 Wilhelmstraße 49 _________________________________________________3019d Gießen (Äleiche) Pfingsten 1934 Darmstadt (Schulnechtstr. 52) Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Friedel Hüttenberger Karl Leonhardt 02621 Oie Verlobung unserer Tochter Margit mit Herrn Or. med. Fritz Hermann ploch geben wir bekannt Äerlin-Steglltz, Grunewaldsiraße 28 H. §. Marro, Professor im Ausland und Frau Anny Marco, geb. Müller Pfingsten 193*4 Meine Verlobung mit Fräulein Margit Hepprich beehre ich mich anzuzeigen Or. med. Fritz Hermann ploch Nudolf-Dirchow-Krankenhaus z. Z. Gießen, Asterweg 34 3042 d Ihre Vermählung geben bekannt ■ Otto Keller und Frau Hildegard, geb. Kuhl Gießen, den 19. Mai 1934. 3038 D Or. phil. Karl Bringmann Referent im Reichsministerium der Luftfahrt Milli Bringmann, geb. Heckmann Vermählte Berlin-Steglitz, Schönhauserstr. 4 Mai 1934 02639 Statt Karten? Ihre Vermählung geben bekannt Or. Walter Buß und Frau Emmy, geb. Sommer Berlin NW. 7 Pfingsten 1934 Gießen Luisenstraße 47 Bismarckstraße 26 __________________________________________ . 3017 D Raimund Oie glückliche Geburt eines Iungen zeigen wir in dankbarer Freude an Aenne Neuhofer, geb. Dieffenbach • Matthias Neuhofer Gießen, am i7.Mai 1934 Evangelisches Schwesternhaus 3031 d Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Minni Rink Ludwig Eberle Gießen Mannheim Sonnenstraße 12 z. Z. Gießen, Schottstraße 3 Pfingsten 1934 __________________02597 Hanna Wahl Oipl.-Ing. Ernst Eisenberg Verlobte Lang-Göns Herne, Westfalen 3062 D 3(?re Verlobung geben bekannt Else Röder Ludwig Sack Gießen Wiesbaden Liebigstraße 103 I z. Z. Frankfurt a. M. Elauburgstraße 6911 Pfingsten 1934 ------WL Wie jeder zu einer Familiengeschichte kommen kann. Auf einer unlängst zusammengebrachten „A u s - stellung für Familienkunde" war eine „Familiengeschichte" von besonderer Art ausgelegt. Kein dickleibiges Buch war es, kein Album voller Ahnenbilder und Stammtafeln. Diese Familiengeschichte bestand nur aus Zeitungsausschnitten mit Familienanzeigen aller Art. Sie waren auf die Vorsatzblätter einer Hausbibel geklebt, und im Laufe von zwei Geschlechterfolgen war mancher neue Bogen hinzugekommen. Da las man von Geburt und Tod, von Verlobungen und Vermählungen. Aber auch Nachrichten über silberne und goldene Hochzeiten, Beförderungen im Ämts- leben, Titelverleihungen, ja, sogar Geschäftseröffnungen wurden hier der Vergessenheit entrissen. Erstaunlich, zu welcher Zahl die Anzeigen und Nachrichten im Zeltraum von sechzig Jahren gewachsen waren. Wenn es noch eines Beweises für die große Bedeutung der Familienanzeige bedurft hätte, so wurde er durch diese Sammlung voll und anschaulich erbracht! Wer eine Familienanzeige aufgibt, will damit freudige oder schmerzliche Ereignisse aus der Familie in der hergebrachten Form bekanntgeben. Unfern Verwandten, Freunden und Bekannten sind wir das schuldig, denn sie wollen an unserm und der Unsrigen Schicksal gern Anteil nehmen. Solche Benachrichtigungen haben den Vorzug, daß sich bei ihnen niemand übergangen fühlt. Denn wir lassen sie ja in der Zeitung erscheinen, und da sind mir mit Necht der Zuversicht, daß die zu unserm L e b e n s k r e i s e Gehörenden auch zum Leserkreis unserer Zeitung zählen. Gesellschaftliche Bedeutung und zeitgemäßer Wert der ^amilienanzeigen sind somit unbestritten werden täglich von neuem bestätigt durch die lebhafte Anteilnahme, die diesem Dienst der Zeitung entgegengebracht wird. Aber man hat bisher noch wemg darüber nachgedacht, welchen Mert die Fa- milienanzeige für die F a m i l i e n f o r s ch u n q hat wie naheliegend und leicht es wäre, durch planmäßige und sorgfältige Sammlung eine Familiengeschichte zu schaffen! Der Erinnerungswert von Familienanzeigen ist wirklich inindestens so groß wie ihr Gegenwartswert. Deshalb gibt sich wohl auch jeder Mühe, sie gut aufzubewahren. Doch eines Tages find die kleinen „gedruckten Andenken" leider verlorengegangen, und dadurch sind die „Jahreszahlen unserer Familiengeschichte" in Gefahr gekommen, zu verblassen. Von diesen Gedanken wurde die Anzeigenabteilung des Gießener Anzeigers bestimmt, als sie sich nach einem Mittel umsah, das den Lesern und Freunden Anlage und Fortführung einer Familiengeschichte in Form einer Sammlung von Familienanzeigen erleichtern soll. Sie hc^t ein Heftchen herausgebracht, das Anreiz und Möglichkeit zum Aufbewähren von Familienanzeigen schafft. Sie stiftet es allen, die eine Familienanzeige in ihrer Heimatzeitung aufgeben. Das Heftchen wird.kostenlos zu- gestellt. Eine Postkarte an den Verlag genügt, um es zu erhalten. Was sonst der Tag verweht, wird so zu einem dauernden Familienbesitz. Die Anzeigenabteilung des Gießener Anzeigers hofft, daß sich durch diese Druckgabe nicht nur die Familienverbundenheit der beliebten Heimatzeitung mit ihren Beziehern aufs neue beweist, sondern daß sie auch hilft, die neu erwachte Anteilnahme an der Familiengeschichte zu vertiefen und auch dort zu wecken, wo nur das e i n f a ch st e Mittel das willkommenste ist. Familiengeschichte zu schreiben, erfordert Zeit und Begabung. Aus ausgeschnittenen Familienanzeigen eine Familiengeschichte zu sammeln, dazu genügen guter Wille und etwas Sorgfalt. Es empfiehlt sich sogar, daß von einer solchen „Familiengeschichte" mehrere Stücke hergestellt werden, wozu nichts weiter nötig ist, als die Besorgung einiger Nummern der Zeitungsausgaben. Dann liegt dieses Erbgut für jedes Kind der Familie bereit. Ihre Verlobung geben bekannt Gretel Reim'ng Karl Schick Pfingsten 1934 02575 Für die uns anläßlich unserer Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. ZRubi Äeierdörffer Dora Beierbörffer, geb. Rain Lollar, den i9.Mai 1934 3079 D Für die zahlreichen, freundlichen Glückwünsche zu unserer silbernen Hochzeit danken wir auf diesem Wege allen Freunden und Gönnern herzlichst. Oie Glückwünsche erfreuten uns um so mehr, als sie uns am Tage der Taufe unseres Enkelchens erreichten und uns diesen Besuch bei unseren Kindern verschönten. Unsere Kinder lassen alle Freunde herzlich grüßen. August Lamm und Frau Gießen, den 19. Mai 1934. ___ E Nr. U5 Drittes Blatt Glrtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Samstag, (y. Mai |93^ Oberbürgermeister Hitler, der neue Leiter der Gießener Stadtverwaltung. Herr Oberbürgermeister Ritter hatte gestern mittag die Freundlichkeit, ein Mitglied unserer Redaktion zu empfangen. Die angeregte Unterhaltung gab unserem Vertreter die Ueberzeugung, daß unserer Stadt in Herrn Oberbürgermeister Ritter ein Mann zum Leiter bestellt worden ist, der für seine Amtsführung nur einen Grundsatz kennt: hingebungsvollsten Dienst für die deutsche Volksgesamtheit nach dem Willen des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler und des Reichsstatthalters in Hessen Gauleiters Sprenger. Auf dieser Grundlage wird der neue Leiter unserer Stadtverwaltung seine ganze Arbeit .dem einen Ziele widmen: dem Wohlergehen und der Aufwärtsentwicklung unserer Stadt. Oberbürgermeister Ritter ist ein alter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. In seinem Heimatorte GawOdernheim in Rheinhessen war es seinem unermüdlichen und selbstlosen Wirken zu danken, daß dort schon im Jahre 1924 der Nationalsozialismus eine starke Grundlage bekam. Erfüllt von den hohen Idealen des Führers Adolf Hitler und überzeugt von der Richtigkeit und dem Segen des Nationalsozialismus für das deutsche Volk setzte Heinrich Ritter alle seine Kraft daran, die in Gau- Odernheim geschaffene Position der NSDAP, im Orte selbst und auch in Rheinhessen immer mehr auszubauen. Seiner Persönlichkeit war es zuzuschreiben, daß die nationalsozialistische Bewegung in Gau-Odernheim immer mehr anwuchs und bei der Bürgermeisterwahl im Jahre 1930 das Bürgermeisteramt erringen konnte, wobei auch die politischen Gegner in Anerkennung der lauteren Gesinnung und der sachlichen Fähigkeiten Heinrich Ritters ihm ihre Unterstützung bei der Wahl zum Bürgermeister zuteil werden ließen. Zwar machte L e u s ch n e r dem neugewählten Bürgermeister alle möglichen Schwierigkeiten, u. a. wollte er ihn nicht bestätigen. Aber mittlerweile war der junge Bürgermeister auch als Abgeordneter der NSDAP, in den Land^g gewählt worden, er setzte sich allen Schwierigkeiten zum Trotz durch und mußte denn auch von der Leuschner-Regierung als Bürgermeister bestätigt werden. Neben seinen Amtspflichten widmete sich Bürgermeister Ritter in unermüdlicher Weise weiter dem nachdrücklichen Kampfe zur Eroberung Rheinhessens für die nationalsozialistische Weltanschauung, und er hatte schließlich als ideellen Lohn für seinen jahrelangen schweren Kampf die Freude, daß seine selbstlose Arbeit in dem Siege der nationalsozialistischen Revolution ihre schöne Frucht trug. Vor seiner Betrauung mit dem Gießener Ober- büraermeisterposten versah er, gestützt auf das volle Vertrauen des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiters Sprenger, das Amt des Kreisleiters, Kreisdirektors und Bürgermeisters von Bingen, für dessen ausgezeichnete Wahrnehmung Gauleiter Sprenger ihm jetzt in einem Schreiben seinen Dank und seine volle Anerkennung ausgesprochen und zugleich als Zeichen dafür ihm das Recht zum Tragen der Uniform eines Kreisleiters z. b. V. verliehen hat. Oberbürgermeister Ritter bringt für sein Wirken in Gießen, wie unser Redaktionsmitglied in der längeren Aussprache als starken Eindruck von der Persönlichkeit unseres neuen Stadtoberhauptes feststellte, die edelsten Grundsätze mit. Der neue Oberbürgermeister wird mit Entschiedenheit dafür eintreten, daß die von unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hiller erstrebt" Volksgemeinschaft in unsererStadt aufderbreite- st en Grundlage verwirklicht werden wird. Alle deutschen Volksgenossen, die mit ehrlichem Herzen und mit gutem Willen den Idealen des Führers zugeneigt sind, werden in dem neuen Stadtoberhaupt einen unermüdlichen Wegbereiter, Mitkämpfer und Förderer finden. Die alten Kämpfer der SA., wie das neue Deutschland in der Hitler-Jugend und im Jungvolk, nicht minder aber auch die alten Frontsoldaten werden an ihm, der selbst Frontkämpfer des Weltkrieges ist, allezeit die stärkste Stütze und die lebendig fördernde Kraft haben, die sie sich nur wünschen können. Selbstverständliche Voraussetzung dafür ist allerdings, daß jeder in ehrlicher Weise und in treuer Gefolgschaft dem Führer Adolf Hitler nachstrebt und in dessen Geiste mitarbeitet im Dienste und zum Wohle der Gesamtheit. Unsere Bürgerschaft aller Stände und Schichten wird in Oberbürgermeister Ritter einen getreuen Sachwalter feststellen können, in dessen Hand sie das Geschick unseres Gemeinwesens und damit auch das Wohl des einzelnen sicher geborgen wissen darf. In nächster Zeit wird Oberbürgermeister Ritter selbst Gelegenheit nehmen, durch die Presse und auch in einer großen öffentlichen Versammlung die persönliche Verbindung mit den breitesten Schichten unserer Bürgerschaft herzustellen. Vizekanzler von papen auf dem historischen Glauberg. Vizekanzler von Papen besuchte am gestrigen Freitag mit den Führern des freiwilligen Arbeitsdienstes den G l a u b e r g bei Stockheim, um sich über die dortigen Ausgrabungen zu unterrichten. Er traf gegen 14 Uhr von Btrstein aus in Glauberg ein und wurde von der Bevölkerung aufs herzlichste begrüßt. Um sich einen Ueberblick über die Arbeiten zu verschaffen, besichtigte er zunächst in der Wohnung des Ausgrabungsleiters, des Denkmalpflegers für Oberhessen, Dr. Richter, die Pläne und Bilder und einen Teil des ausgegrabenen Materials, wobei er das lebhafteste Interesse und eine erstaunliche Sachkenntnis zeigte, die — wie sich herausstellte — auf seine Anteil- nähme bei Ausgrabungen zurückzuführen ist, die während des Krieges auf sein Anraten hin von Wiegand hinter der P a l ä st i n a - F r o n t vor- genommen wurden. Später begaben sich die Herren auf den Glauberg, um sich von Dr. R i ch t e r in die vorgeschichtlichen Anlagen, in die Methoden und Ergebnisse der vorjährigen Ausgrabungen einführen zu lassen. Vizekanzler von Papen war außerordentlich interessiert, sowohl vom volkskundlichen Gesichtspunkt aus, als auch von demjenigen des alten, im Stellungskrieg erfahrenen Frontsoldaten. Er turnte vergnügt und wißbegierig über das zur Zeit durch die Abholzung den Berg bedeckende Rundholz und Reisig hinweg, fühlte sich ausgesprochenerweise als alter Hindernisreiter in seinem Element und eroberte sich die Herzen der zahlreich herbeigeströmten Jugend durch manche Anregung zur Bewegung und durch manches freundliche Wort. Rach dem Abstieg, der ihm das schöne Oberhessen in der Abendsonne zeigte, verabschiedete sich Vizekanzler von Papen von Dr. Richter und sprach ihm seine Anerkennung für seine Leistung, für seine erfolgreichen Bemühungen um die Anteilnahme der Bevölkerung und, seinen Dank für die Führung aus. Oer Reichsberufswettkampf. Auszug aus der Siegerliste im Wettkampfort Gießen. Gruppe I. Graphisches Gewerbe: Leistungsklasse 1: 1. Graoeurlehrling Z ö r b, Gießen, 2. Buchbinderlehrling Brück, Gießen; Leistungsklasse 2: 1. Setzerlehrling G r i e s m a n n, Butzbach, 2. Druckerlehrling Rohrbach, Wieseck, Leistungsklasse 3: 1. Setzerlehrling S ch r o d t, Friedberg; Leistungsklasse 4: 1. Setzerlehrling Brücke!, Watzenborn, 2. Setzerlehrling Stommel, Gießen, 3. Setzerlehrling Fischer, Wetzlar. Gruppe II. Oeffentliche Betriebe (Fachschaft Friseure) männl.: 1. Lehrjahr: l.Ernst Janisch, 2. Karl Sack, 3. Ewald Dormöhl; 2. Lehrjahr: 1. Willi Zodel, 2. Willi Braun, 3. Heinrich Simon; 3. Lehrjahr: 1. Willi Weinbrenner, 2. Karl Schlund, 3. Karl Volk; weibl.: 2. Lehr- jahr: 1. Elisabeth Lehrmund, 2. Frieda Kraft; 3. Lehrjahr: 1. Erika Hof, 2. Hella Sondermann, 3. Gertrud Wisker. Gruppe III. Holz: Leistungsklasse 1: 1. Ewald Immel, 2. Wilhelm Weigel, 3. Erich Haas; Leistungsklasse 2: 1. Karl Bonarius 3. Bezirkssieger, 2.Heinrich Hofmann, 3. Reinhard R e u s ch ling; Leistungsklasse 3: 1. Gottfried Eidmann, 2. August Zimmer. Gruppe IV. Nahrungsmittel: 1. Else B ö ck e l, Lollar, 2. Heinrich R e i t s ch m i d t, Gießen, 3. Otto Schmidt, Gießen, 4. Paul Kunz, Gießen, 5. Erich Hillberg, Gießen, 6. Artur Rinn, Gießen. Gruppe V. Tabak: Sieger werden noch veröffentlicht. Gruppe VI. Textil und Bekleidung: Schneiderlehrlinge und Junggesellen: männlich, 3. Lehrjahr: 1. Willi Koch, Großen-Buseck, 2. Kurt Hildebrand; 2. Lehrjahr: 1. Hans König, Heuchelheim; 1. Lehrjahr: 1. Ernst Becker, Gießen, 2. Erwin Schmidt, Gießen. Gesellen: 1. K. B r a m m, Gießen. Modi st innen: 1. Elli Runzheimer, Mendorf, 2. Emma Schneider, Wieseck. Schneiderinnen: Leistungsklasse 1: 1. Math. Jünger, Gießen, 2. Marie Wolf, Gießen, 3. Luise Mathes, Gießen; Leistungsklasse 2: 1. Hilde Weintraut, Gießen, 2. Else Abel, Gießen; Leistungsklasse 3: 1. Anni Stephan, Gießen, 2. Herta Graulich, Gießen, 3. Luise Hardt, Gießen. Wäschenäherinnen: 1. Lehrjahr: 1. L. 3t e über, Gießen, 2.K. Dönges, Gießen; 2.Lehr- jahr: 1. Erna Bender, Gießen; 3. Lehrjahr: 1. Gretel Pfaff, Launsbach, 2. Dora Römer. Gretel Pfaff, Launsbach ist gleichzeitig er sie Bezirkssiegerin und hat deshalb in Berlin den Ausscheidungskampf um die Höch sie berufliche Ehre mitmachen können. Eine sehr respektable Leistung! Gruppe VII. Baugewerbe: An st reicher: Gruppe 1: 1. Rudolf Gräf, 2. Erwin Müller, 3. Wilhelm Kehl; Gruppe 2: 1. Ludwig Weber, 2. Erich Später, 3. Willi Rinn; Gruppe 3: 1. Albert Rlehl, 2. Karl Schepp, 3. Robert Henkel; Gruppe 4: 1. Ludwig Westbrock, 2. Karl Die Bezirkssiegerin im Derufswettkampf Klasse 3, die auch bei den Entscheidungskämpfen in Berlin beteiligt war, Gretel Pfaff, Launsbach. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Schweizer, 3. Ludwig Baumann. — Dachdecker: Gruppe 1: 1. Erich Schmidt; Gruppe 2: 1. Karl Hofmann. — Glaser: 1. Emil Nürnberger, 2. Willi Büchler, 3. Hugo Wagner. Gruppe VIII. Eisen und Metall: Elektroinstallateure: 1. Walter Medenbach, Bonbaden; Werzeug» macher und Feinmechaniker: 1. Karl Heinz Schmidt, Gießen; Schlosser: 1. Gustav Keil, Nieder-Ohmen; Spengler und Installateure: 1. Wilhelm Blum, Gießen, 2. Fritz Müller, Großen-Buseck; Dreher: 1. Erich Wrssemann, Lollar; Maschinenschlosser: 1. Willi Loh, Dutenhofen; Former: 1. Helmut Äeuß, Friedberg. Gruppe IX. Allgemeine Fabrikation: Wettkampfort Mainzlar, (Didierwerke): 1. Wilhelm E u - ler, 2. Heinrich Weiche, Mainzlar, 3. Karl Rabenau, Mainzlar; Wettkampfort Abendstern (Tonarbeiter): 1. Wilhelm Wack, Frankenbach, 2. Karl G e r t h , Frankenbach, 3. Adolf R e e h, Bieber. Gruppe XII. Heimarbeiter und Hausgehilfenr Leistungsklasse 1: 1. Margarete Lewandowski, Gießen, 2. Liesel D ö r r s ch u ck, Friedelhausen, 3. Erna Hahn, Gießen, 4. Toni Fuchs, Gießen, 5. Meline Wagner, Gießen; Leistungsklasse 2: 1. Gerda Hamer, Gießen, 2. Anna Volk- «m» ***** Der Kreisamtsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Gruppe Holz, Pg. Betz, bei seiner Rede. Im Hintergründe der Bannführer der HI. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Wahrend der PreisverteUun^ - r r; «M ■ 4 I 4 i M L- - : ■T SternfahrtMainzzurSaarkundgebung Die Aoilage der Angestelltenschast GA.-Gpendeiag in Gießen 12—13 reichliche Spenden! An die Einwohnerschaft der Stadt Gießen! Stellen. 6.30 11—12 aus Anlaß der Deutschlandfahrt des Männer-Gesangverelns von 1867 Friedrichsihal an der Saar statt. - Wir forbem die Äürger der Stadt Gießen auf, ihre Häuser von Samstagvormittag an mit reichem Klaggenschmuck zu versehen und hierdurch ihre Treue gegenüber unseren schwer kämpfenden Lirüdern an der Saar zum Ausdruck zu bringen. Äürgermeisterei Gießen. I.V.- Bartholomäus. denen, die ihn bitten! So bitten wir in der Nachfolge Jesu den Gott, dessen Schöpferkraft heute und für alle Zeit der Heilige Geist in Menschenherzen offenbart: Unter den arbeitslosen Angehörigen der verschiedenen Berufsgruppen sind die Angestellten bisher am wenigsten von der Besserung ersaht worden. Wir lenken die Aufmerksamkeit aller Wirtschaftsführer auf diese Tatsache und verbinden damit die Bitte durch eine Verstärkung der Ange- ste ll'te ns chaft im Betrieb sich in den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu stellen. Die Bemühungen der Reichsregierung gehen dahin, die Konsumkraft der Bevölkerung zu stärken. Der Wirtschaftsführer muh diese Bestrebungen durch vermehrte Propagandaarbeit, durch eine stärkerepflegedeskundenkreises unterstützen. Es handelt sich also nicht nur darum, dah eine besonders wertvolle Gruppe unserer Volks- genossen, die in Jahren entbehrte Berufstätigkeit wieder ausüben kann, sondern es handelt sich auch Der Eierhennenpilz (Boletus ovari gal- linae), in jungem Zustand eßbar, wird er meist in seiner hohl-kalkigen Altersform gefunden. Er bevorzugt Waldränder und Aussichtspunkte und ist sehr dauerhaft. Der grüne Trommler (Nicotlnla dgarettl), Lichteffekten gelten. Das Gastspiel des Zirkus oer- spricht für unsere engere Heimat etwas Außer- ordentliches zu werden. Heff.Zagdklub, Ortsgruppe Gießen. Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen, Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich? Der Hessische Jagdklub, Ortsgruppe Gießen, feierte — wie man uns berichtet — am vorigen Sonntag sein zweites Stiftungsfest in seinem Klub- lokal „Deutscher Hof" Gießen. Vorausgegangen war an zwei Sonntagen oo- Einschießen der Büchsen und Flinten auf dem Schießplatz der Schützengesellschaft in Lich, DL ihren Stand freundlichst zur Verfügung gesten» hatte. An dieser Stelle dafür nochmals Weidmanns- dank! << Die Ergebnisse des Hauptschießens waren sowoy» für den Klub, als auch für jedes einzelne Mitgift Da ist zuerst der Papierknöterich (Poly- gonum papyri). Zum Unterschied von anderen Knötericharten, gehört er in seiner kleinblütigen Gattung (gelblich-weiß) zu den Fettpflanzen, wäh- mann, Gießen, 3. Olga Lenz, Gießen, 4. Christine Priemer, Gießen; Leistungsklasse 3: 1. Emilie Rüspeler, Gießen, 2. Anna Nies, Gießen, 3. Lina Bender, Krofdorf, 4. Marie Wagner, Gießen, 5. Gretel Kraushaar, Gießen. Gruppe XIII. Landwirtschaft: 1. Jungbauer K. Jung, Holzheim. 30. SS.-Motorstarrdarte. Der Führer: Wilhelm Ruhl. 7!E>.-Gemeinschast,,Kraft durch Freude" Kreis Gießen. Unsere Geschäftsstelle befindet sich jetzt im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Zimmer 10. Amt für Reisen, Wandern, Urlaub. Zur Teilnahme an der Fahrt in den Allgäu vom 26. Mai bis 3. Juni können sich noch eine Anzahl Volksgenossen melden. Die Gesamtkosten, Bahnfahrt, Verpflegung und Unterkunft, betragen 30 Mark. Dieser Betrag ist mit der Anmeldung, die bis spätestens Dienstagvormittag 10 Uhr erfolgen muß, an uns einzuzahlen. Hier kann auch nähere Auskunft über die Fahrt selbst gegeben werden. Amt für Selbsthilfe und Siedlung. Anträge auf Siedlung können noch weiter gestellt werden, und zwar sind die Anträge an uns einzureichen. Gez. Christ, Kreiswart der Gemeinschaft „Kraft durch Freude". F. d. R.: gez. Sack, Geschäftsführer. Am pftngstsamstag findef in der Dolkshatte zu Gießen eine große Saar-Kundgebung Anläßlich des am 2 6. und 2 7. Mal 1934 statt- findenden SA.-Spendeiags finden in Gießen folgende Veranstaltungen statt: Samstag, 26. Mai 1934: 18—19 Uhr: Platzkonzert des Musikzuges des Referve-Sturmbanns 1116 in der ptock- strahe — Johannesstrahe. 20.30 Uhr: Zapfenstreich! Aufstellung: am Standartengebäude (Landgraf-Philipp-Ptah). Der Zapfenstreich marschiert durch folgende Straßen: Landgraf-Philipp-Plah, Sonnen- fkraße, Reuen Bäue, Ludwigstraße, Alicen- straße, Seltersweg, kaplansgaffe, Reustadt zum Oswaldsgarten. aeiftbegnabeten Jünger. Er werde auch unser Führer in das neue Leben wahren Glaubens und wahrer Liebe, das er uns heute ebenso tröstlich verheißt, wie einst seinen ersten Jüngern mit dem Wort: Der Vater wird den Heiligen Geist geben um das herrliche Ziel zu erreichen: glaubensstarke, liebeerfüllte deutsche Volksgemeinschaft! Und unsere Kirche, die unferm Volk zur Erreichung seines heiligen Zieles mit dem Worte Gottes selbstlos dienen soll, bedarf dringender denn je der Gabe und der _______o xo.....___uz Kraft des Heiligen Geistes, der in ihr ein neues I reni Polygonuin papyri major von weißer Farbe Leben des Glaubens und der brüderlichen Liebe und mit unregelmäßig schwarzer, buchstczbenähn- schafft. Ihr Gebet an diesem Pfingstfest muß bren- licher Blattzeichnung bedeckt ist. Beide Polygonum- nenber, anhaltenber unb demütiger als je zum arten haben Die merkwürdige Eigentümlichkeit, nicht Himmel steigen: Komm, Schöpfer Geist! feft im Boden zu haften. Durch den Wind getrie- Er kommt zu uns, zu unserm Volk, zu unserer bcn, vermögen sie es, ständig ihren Platz zu wech- Kirche wie einst am Pfingsten der ersten Christen- fein. Bei Regen werden sie feucht und schleimig, heit zu Jesu Jüngern, wenn wir in heiliger Sehn- Das nickende W ur st pellenkraut (Pella- sucht wie sie aus all unserer Unwürdigkeit und ria filipendula Wursti) neigt zur Gruppenbil- Schwachheit heraus mit ganzer Seele nach seiner düng mit Polygonum papyri und ist in zwei Arten Hilfe verlangen. Wer unter uns an diesem häufig. Pellaria f. Cervelati gehört zu der Art der Pfingsten nach Gott als der wahren Sonne unse- trockenen Salzkräuter und ist unbegrenzt haltbar, res Lebens sich sehnt, dem sendet bjefe ewige Sonne während die Abart Leben zu den Fetthennen ge- ins Herz den Sonnenstrahl, den wir den Heiligen I hört und sehr vergänglich ist. Geist nennen und der am herrlichsten und vollkom- Der st engellose Pomeranzen st ern mensten in dem großen Gottesooten Jesus Chri- (Stellaria pseudapfelsinia acaulis) von leuchtenstu s wohnte. Er war der Führer jener ersten dem Apfelsinengelb, sitzt er dicht am Boden an, ""'— wird aber nur selten in unverletzter Urform gefunden, sondern liegt meist in zerfetztem Zustand in der Nähe von Bänken. der schönen Umgebung beseitigen. Zugleich hat das neue Geschäftsjahr für die Vereinigung auch eine innere Neuorientierung gebracht: Die Vereinigung ist mit Jahresbeginn dem Reichsbund Volkstum unb Heimat als körperschaftliches Mitglied beigetreten unb gliebert demgemäß ihre Organisation unb Tätigkeit von jetzt ab noch mehr als seither in ben Arbeitsplan bes Reichsbunbes ein, gemäß ben vom Lanbschaftsführer, Ministerialrat Rings- Hausen, bekanntgegebenen Grundsätzen von Führung unb selbstloser Gefolgschaft unb unter Beachtung zweckmäßig größter Einfachheit in Leitung unb Geschäftsführung. Der Führer ber Vereinigung, Oberforstmeister Nicolaus, ber zum , Fachamtsleiter ber Abteilung für Heimatgeschichte ein naher Verwandter ber Tabakpflanze von merk- und Denkmalpflege im Kreisring Gießen ernannt würdig viereckiger Blattform. wurde, wird die Neuorganisation am dritten Feier- Das gelbgrüne Schalenkraut (Herba tage noch genauer bekanntgeben und erläutern. Im bananiforma wilki) besteht aus zwei zusammen- Übrigen fei auf die gestrige Anzeige hingewiesen, hängenden länglichen Hälften mit lederartiger Ober- Schaffensfreude. Das gemeine Silberblatt (Staniola Schaffensfreude und frohe Werktätigkeit hat das vulgaris) gehört zu den Kakaopflanzen und blüht ganze deutsche Volk wieder erfaßt. Ein Jahr des das ganze Jahr hindurch. Sogar im eisigen Winter granbiofen Aufbaues, ein Jahr Arbeitsbeschaffung kann es auf bem Schnee der Sportplätze auf- haben wir alle erlebt. Aber gerabe bieses Jahr prießen. macht es uns zur Pflicht, alles baranzufetzen, bas Enblich ber große welkenbe Blumen- Gewonnene zu halten unb unentwegt bafür weiter- t r a u ß (Moriturus major), ein Abendblüher, ge- zusorgen, daß auch allen der Segen der Arbeit hört zu den Wegerichen und wird an Pfingsten wieder zuteil wird. auf allen Wegen in großer Menge gefunden. Dem ehrlichen nationalsozialistischen Empfinden Lieber Volksgenosse! Hier hast du eine kleine gemäß handele und denke jeder mit Rücksicht auf Auswahl von Dingen, die du m i t n e h m e n kannst, seinen Nächsten, auf seine Kameraden, auf die ohne dich irgendwie strafbar zu machen. Tue es Volksgemeinschaft! und freue dich daran! S. V. Als große Werbung für den Gedanken ber Ar- Berän6«u«6 im Sieten« öteülrd. | An Stelle bes burch Manbatsnieberlegung aus- lotterte zum britten Mal auf ben Plan. Um sich geschiebenen früheren Stabtratsmitgliebes Oberin- voll und ganz in das nationale und sozialistische genieur Kurz tritt nach dem Wahlvorschlag der deutsche Aufbauwerk einzugliedern, hat diesmal die NSDAP. Dentist Josef S ch e t t e r in den Gießener Lotterie auf ben einzelnen, übermäßig hohen Stabtrat ein. Die Bürgermeisterei macht im heutigen Hauptgewinn verzichtet, um biefen auf bebeutenb Anzeigenteil auf biefen Manbatswechsel aufmerksam, mehr mittlere Gewinne zu verteilen. Der QJeroinn* an plan konnte bamit um fast 50 °/o erweitert werden. Jedes Arbeitsbeschaffungs-Los ist ein Baustein Für die neu einzurichtende Dienststelle der 3 0. am großen Werke. Jedes Los schafft Arbeit und SS.-Motor standarte werden 5 lis 6 geeignete Räume 2"kUs Busch M Gießen. gesucht. Angebote sind auf dem Büro, Horst-Wessel- Im heutigen Anzeigenteil macht der Zirkus Busch Wall 39, 1. Stock, abzugeben. | unsere Mitbürger in Stadt und Land erneut auf sein in ben nächsten Tagen in Gießen beginnendes Gastspiel mit bem gesamten großen Apparat des Zirkus aufmerksam. Das besonbere Interesse bürste babei wohl bem weltbekannten „Zirkus unter Wasser" mit seinen prächtigen Wasserspielen und Oie Elternsprechstunden des Schularztes. Die Elternsprechstunde bes Schularztes, die Donnerstags von 14 bis 15 Uhr, Asterweg 271 (Jugendherberge), stattfindet, fällt in der Pfingstwoche, wie überhaupt während der Schulferien, aus. Nächste Sprechstunde Donnerstag, den 31. Mai 1934. Heimatvereinigung Schiffenberg. Das neue Vereinsjahr der Heimatvereinigung Schiffenberg bringt dem Schiffenberg eine Neuerung, die vielen Besuchern, insbesondere Fremden, Schulen usw., sehr willkommen sein wird: Auf Veranlassung der Vereinigung wurde auf der Umfassungsmauer der Terrasse ein Sockel aufgemauert, in den eine Orientierungstafel aus Messing eingelassen wurde, die Pfingsten ihrer Bestimmung übergeben werden soll. Sie wird manchen Irrtum und manche Unklarheit bei den Beschauern Du Heil'ger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und [fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis dem Herrn. O öffne du die Herren der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr jmachen kund, Botanisches für pfingstausflügler. Liebe Volksgenossen, hoffen wir auf ein herrliches Pfingstwetter! Dann wird es euch allesamt in die Natur hinaustreiben, und wie ich euch kenne, wollt ihr alle auch etwas von dem Maiengrün und den Frühlingsblüten mit nach Hause schleppen. Ja, das wird euch immer schwerer gemacht. Reißt ihr das schöne helle Buchengrün oder die jungen Tannenspitzchen ab, gleich steht da ein Forstknecht, notiert euch in sein Notizbuch und ihr werdet wegen Forstfrevels Strafe zahlen müssen. Macht ihr in den Wiesen Heu — auch der Feldhüter besitzt "heutzutage Papier und Bleistift und ist des Schreibens kundig. Es ist auch möglich, daß ihr euch an einer unter Naturschutz stehenden Pflanze vergreift, weil ihr das in der Schule noch nicht gehabt habt. Denn dreimal mehr über eure Unkenntnis! So möchte ich euch heute eine Reihe von Pflanzen nennen, deren häufiges Vorkommen es sogar erwünscht erscheinen läßt, daß sie „mitgenommen" werden, Sie wachsen auch an leicht zugänglichen Gruppe XIV. Angestelltenschaft: männlich, Leistungsklasse 2: 1. Karl Andermann, Lützellinden; Leistungsklasse 3: 1. Wilh. Steinmüller, Klein-Linden; Leistungsklasse 4: 1. Willi Brück- mann, Gießen; weiblich, Leistungsklasse 1: 1. Anni R e u s ch l i n g , Gießen; Leistungsklasse 2: 1. Marie Schneider, Gießen; Leistungsklasse 3: 1. Annemarie Bergmann, Gießen. Weitere Sieger der Angestelltenschaft, die Ehrenpreise erhielten: männlich: Karl Weippert, Gießen, Alwin R ü f f e r , Gießen, Willi Gölz, Gladenbach, Karl Hans Rod en Hausen, Wieseck, Werner Zampedri, Gießen; weiblich: Irmgard Fischer, Gießen, Gretel Hölzer, Gießen, Elfriede Fenh, Gießen, Erika Roh- mig, Gießen, Ilse Mosbach, Gießen, Enka Wolf, Gießen. Aus der provmzialhaupistadtch Pfingsten. Don Propst undSuperiniendentLit.Borrmann. s Schmückt das Fest mit Maien! — jubelt das alte Pfingstlied. Und mit diesem einen Wort „Maien ist die ganze Naturhaftigkeit und Erdverbundenhelt dieses Fests der Maien ebenso gezeichnet rote die Tatsache, daß Pfingsten stets das Fest des neuen Lebens sein wird, bei dem alles im Blühen und Wachsen, aber noch nicht in Reife steht. Nun ist dies naturselige Maienfest ganz gewiß nicht bas Fest bes Geistes; im Gegenteil: Pfingsten als bas Fest bes Geistes ist seinem Inhalt nach bas bunkelste aller christlichen Feste unb schon barum vollster Gegensatz zu bem lichten Fest ber Maien. Aber eine große Übereinstimmung gibt es zwl- schen bem Fest bes neuen Lebens im Reich ber Natur unb bem Fest bes Heiligen Geistes in ber Christenheit: Wie niemanb bas Leden erklären kann, so ist unb bleibt auch bas tiefste Wesen bes Heiligen Geistes unerklärbaren Geheimnis. Damit müssen wir Menschen uns abfinden. Aber wie wir das unerklärliche Leben doch erkennen aus feinen Wirkungen, so wird uns auch des Heiligen Geistes Wesen zu Pfingsten klar an seinen Wirkungen. Unb wenn wir bem tiefen Sinn ber alten Pfingstgeschichte (Apostelgesch. 2, 1 . .) nachgehen, fo wirb uns beutlich, wie wahr unb tief bie alten Kirchenväter bes Heiligen Geistes verstanden haben, wenn sie beteten: Komm, Schöpfer Geist! Der Heilige Geist ist göttliches Leben unb schafft göttliches Leben. Der Heilige Geist ist ein Schövfer. Er schafft etwas im Menschen, was ber Mensch sich selber nicht geben kann. Das beweist uns bie Pfingstge- schichte, welche bie ersten Jünger erlebten. Sie sollten Jesu Boten sein. Sie sollten sein Reich bauen auf biefer Erbe. Sie sollten ihrem Herrn unb Meister biese Welt erobern. Unb fühlten boch so stark ihre Schwäche, ihre Ohnmacht, ihr Unvermögen bazu. Darum ver- banb sie alle bie eine große Sehnsucht: Komm, Heil'ger Geist, kehr bei uns ein! Schon biese Sehnsucht schuf aus ihnen eine Gemeinschaft, von ber es heißt, baß sie am Tag ber Pfingsten einmütig beieinander waren. Und da kam Gottes Kraft als Pfingstgabe zu ihnen. Wie ein Sturm durchbrauste jeden dieser ersten Jünger der Glaube: Gott ist in mir! Wie ein Feuer entzündete der Geist in ihnen die brennende Liebe: Gott ist in uns! Und weil Gott mit feiner Liebeskraft in ihnen allen war, bildete sich an jenem ersten Pfingsten die erste Christengemeinde, ja wir können sagen: Jenes erste Pfingsten wurde durch die neue Gemeinschaft sieghaften Glaubens und brennender Liebe zum Geburtag unsrer christlichen Kirche. Ist das nur eine einmalige Schöpfertat des Heiligen Geistes damals an jenem großen Pfingsttag gewesen? Gott sei,s gedankt, daß wir als selige Ge-1 wißheit den Glauben haben, daß der Heilige Geist s nicht nur einmal zu jenen ersten Jüngern kam, sondern immer wieder in Menschenseelen, die voll Sehnsucht nach Gottes Kraft ausschauten, mit der Fülle feiner Gnaden Einzug hielt. Dafür sind Zeugen die Blätter der Apostelgeschichte und der paulinischen Briefe wie die Blätter der ganzen Kirchengeschichte. Dafür sind Zeugen geistbegnadete Menschen auch in unfern Tagen. Darum, weil der Heilige Geist Leben ist, ist er eben keine Größe der Vergangenheit, sondern lebendige Gegenwart; darum dürfen wir heute an diesem Pfingstfest genau wie jene Jünger am ersten Pfingstfest beten: Komm, Schöpfer Geist! Erfülle die Herzen mit Glauben und entzünde in ihnen das Feuer deiner heiligen Liebe! Daß wir diesen Geist des Lebens nötig haben in unserer Zeit und für unser Leben, brauchen wir kaum noch auszuführen. Größer als je sind die Aufgaben, Die unser warten in Volk und Kirche. Unser Volk in seinem großen Aufbruch zur Freiheit und völkischen Einheit bedarf des Heiligen Geistes, Die Teilnehmer sammeln sich am ersten Feiertag, abends 9.30 Uhr zur Platz. - ,« i anroeisung in den Omnibussen und Autos an Der um wohlverstandene wirtschaftliche Rotwendigkeiten Südanlage—Frankfurter Straße. Die vollbeietz. im Interesse der Wetterführung der Aufbauarbeit. Autos von auswärts treffen sich um 10 Uhr Beim Arbeitsamt Gießen find Angestellte abends am West ausgang von Klein-Linden, Rich- aller Berufstätigkeiten, auch gute männliche tung Dutenhofen. SSE£ Ä «ÄÄM Betriebe weitgehend Rechnung getragen roettei dem Krei^geschäftsführer tzeyd, Selters- kann. Unter den arbeitslofeu Angestellten befindet 12 (Sonderzug 6.22 Uhr vormittags ab (3te- fich leider auch noch eine größere Anzahl alter $enKreisamtsleitung NS.-Hago. Kämpfer: Wer Hilst die Dankesschuld, die Empfang OCF SaarsÜNger. roit gegen f e ha en, I $ ^ch einmal daran erinnert, dah unsere Gießen, den 19. Mai 1934. saardeutschen Brüder des Männergesangvereins Kreisleitung der RSDAp. Friedrichsthal am heutigen Samstag, Kloftermann. 15.30 Uhr, hier ankommen und am ... . Bahnhof feierlich empfangen werden. Arbeitsamt Gießen. I Heute abend findet in der Volkshalle die große Der Vorsitzende: Dr. List. |<5aartunbgebung statt. Zur Begrüßung unserer Gäste von der Saar Fahnen heraus! Oer Pfingstspielptan des Stadttheaters. 9T Mai -1034• I Aus Dem Stadttheaterbüro wird uns geschriebent eonnwg, ZX. JJiai Die Intendanz hat für die beiden Pfingsttage einen Uhr: Wecken. Spielplan ausgestellt, der hinsichtlich seiner Wahl Uhr: Platzkonzert des Musikzuges des k^r 3Ur Auführung gelangenden Werke dem be- Reserve-Sturmbannes 1116 in der Plock- sonderen Charakter Der Festtage Rechnung trägt. NraKe — Jobannesslraße. So kommt am 1. Feiertag, Sonntag, 20. Mai, Di« Lhr. rtHMoniert des Musikzuges der Oper „Tosca" von Puccini erstmalig zur Auffuh- 116 bet waMotNtU, Ecke rung. Die Intendanz hat zur Aufführung diese. Standarte 116 in oer wau o j g , Werkes zwei Gäste herangezogen: Kammersänger Dammstraße. M IJohn Gläser (Frankfurta.M.) in der Partie des 14 Uhr: Propagandamarsch durch Vie ^^^^ossi und Franz Wolf (Berlin) in der Par- Stabt (Aufstellung am Sfandartengebäude). tie Scarpia. Die musikalische Leitung -der Mei- 17—18 Uhr: Platzkonzert des Musikzuges des jteroper Puccinis hat Kapellmeister Fritz Cu j6, Reserve-Sturmbanns 1116 am Selterstor. während Paul W r e d e für die Inszenierung ver- 18—IS Uhr- Ttahfonieft be. Musikzuges bet antwortlich zeichnet. — Am zweiten Pfingstfeiertag, I«—I» «gt. p , , Montag, 21. Mai, gelangt die Spielplan-Neuheit Stanburle 116 am Oswaidsgarten. i Kjugstorgel", eine luftige bayerische Moritat Volksgenoffen! in 16 Bildern von A. I. Lippi, erstmalig zur Wie- Bekundet eure innere Verbundenheit mit den braunen Kämpfern durch Leitung bei Albert Krämer liegt. y 1 Ein weiterer Beweis für die Leistungsfähigkeit der neuen FORD Krahn <& Comp., Gießen, Frankfurter Straße 82. Telephon-Nummer 3039. 3084 V MM Hilfswerk „Mlier und Kind" veginnt :Iie- :eft- Bettenhüfswerk ** Eine Achtzigjährige. Frau Typ „RHEINLAND" Die gewaltige Leistung eines deutschen FORD-WAGENS 13/50 PS 3200 Kilomeier durch die Wüsfe Sahara (Gao-Algier) ohne Halt in 73 Stunden 45 Minuten von den deutschen Fahrern Gehn Aufermann (Essen) in glänzendem Stil bewältigt. Spenden für die NSV. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. konzert. „Stoßtrupp 1917". einzelnen Schützen ausgezeichnete Preise. Geschossen würbe stehender Rehbock 100 Meter, kaufender Keiler 60 Meter, Tontauben und Kipp- Margarete 1. Pfingst- außerordentlich zufriedenstellend, waren doch ds^, Leistungen durchweg sehr gut und winkten auch den Rundfunkprogramm Sonntag, 20. Mai: ten. — Waldeslust am Flughafen, Unterhaltungs- Heuchelheim (Turnhalle), 20.30 Uhr, ** Konzerte in Bad Salzhausen an den beiden Pfingstfeiertagen werden von dem kleinen Kurorchester unter Leitung von Heinz Nikolei gegeben. In unserem heutigen Anzeigenteil wird dazu eingeladen. ** Der Wirtschaftsbetrieb auf Burg Staufenberg ist seit kurzem von dem langjährigen Oberkellner des Hotel Hopseld in Gießen, Herrn Theo Heisen, übernommen worden. Der neue Burgwirt lädt im heutigen Anzeigenteil zum Pfingstbesuch ein. ** Die Diätküche im Haushalt wird in einem Lehrgang des Aliceschulvereins, der am 5. Juni beginnen soll, gelehrt. Man beachte die heutige Anzeige. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vorn 1. bis 15. Mai verstärken in Gießen: 2.: Karoline Barke, geb. Spieß, Wrve., 68 Jahre alt, Kirchenplatz 10; Willi Tetzlaff, Telegraphendirektor i. R., 67 Jahre alt, Plockstraße 9. 3.: Margarete Spuck, geb. Eifert, 69 Jahre alt, Werner- wall 1; Heinrich Müller, Lehrer i. R., 66 Jahre alt, Henselstraße 10; Georg Karl Heinz Ludwig, 2 Jahre alt, Walltorstraße 67. 4.: Heinrich ©immer, FAseur, 57 Jahre alt, Glaubrechtstr. 10. 6.: Jakob Friesleben, Kaufmann, 60 Jahre alt, Bleichstr. 5. Engel Ww., Neuen Bäue 2, wird am feiertag, 20. Mai, 80 Jahre alt. ** Maienblasen. Bei dem heutigen 6.15 Uhr: Bon Hamburg: Hafenkonzert. 8: Bon der Wasserkuppe (Rhön): Flaagenhissung im Fl' gerlager Wasserkuppe. 8.25: Bon' Marburg: Fi, aeläute der Elisabethen-Kirche. 8.45: Choralblasen. Veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 9: Aus der Nikolauskirche, Stuttgart! Katholische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. Künstler künden vom Kinde. Bon Ernst Junker. 10.15: Evangelische Morgenfeier. 11: Alte frohe Heimat „Trier und das Moselland". 11.30: Bon Leipzig: Reichssendung: Erschallet ihr Lieder. Kantate von Joh. Seb. Bach (G. A. N. 172). 12: Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II. Die Natur in der Tondichtung. 14.20: Stunde des Landes. Eine Pfingftfahrt aufs Land! 15: Kinderstunde. Kasperl unter den Wilden. 16: Nachmittagskonzert. 18: „Bei den Hirtenbuben auf dem Schellenmärkt". Ein Hörbild von Biereck im Schwarzwald. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 18.40: Zum Todestag Cäsar Flaischleins (12. Mai). Gedenkworte von Theodor Zenker. 19: Pfingstbräuche. 19.50: Sportnachrichten. 20: Großes Konzert. 1. Mozart, 2. Adam und Boieldieu, 3. Rossini, 4. Puccini und Verdi. 22: Von der Wasserkuppe (Rhön), Feier am Fliegerdenkmal. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Tanz- und Volksmusik. 0.30 bis 2: Nachtmusik. Montag, 21. Mal. 6.15 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Choralblasen, veranstaltet von dem Amt für Kirchenmusik, Frankfurt a. M. 8.45: Katholische Morgenfeier „Von der Kirche". 9.30: Feierstunde der Schaffenden. Deutsche Volkslieder. 10: Von Karls- ruye: Evangelische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Hase, außerdem noch fünf wertvolle Ehrenscheiben, von Mitgliedern des Klubs gestiftet. Die Ehrenscheiben schossen die Herren: Aug. Balzer (Gießen), Gengnagel (Dutenhofen), Willy Georg (Gießen), H. Keihner (Gießen) und Maidhoff (Lich). Von den Preisträgern des Hauptschießens seien nur die zehn ersten genannt: Büchsenmacher Kraus (Lich), Förster Butteron (Röthges) und Förster Textor (Lich) mit annähernd gleich guten Leistungen die drei ersten Preise. Weiter Karl Neeb (Gießen), Julius Jhring (Lich), Dentist Friedrich, Albrecht Jaeger (Gießen), Otto Pauly (Bettenhausen), Aug. Balzer (Gießen) und W. Sarnes (Dorfgill). Auch den weiteren Schützen konnten noch wertvolle Preise zuerkannt werden. Nach beendigtem Schießen fuhren die Klubmitglieder im geschmückten Auto nach Gießen zurück, um im Klublokal die Preisverteilung vorzunehmen und die Feier des Stiftungsfestes zu begehen. Im Klublokal hatten sich bereits eine Anzahl Mitglieder mit ihren Damen und geladene Gäste eingefunden, die vom ersten Vorsitzenden begrüßt wurden. Desgleichen dankte er den Schützen, die sich am Schießen beteiligt hatten, und 5er Schieß- kommtssion für ihre Tätigkeit. Er erinnerte daran, daß das jagdliche Schießen außerordentlich wichtig fei und der praktische Erfolg später nach Eröffnung Der Jagd viel vom genauen Einschieben der Jaad- waffen abhänge. Jeder, der heute mitgemacht habe, könne dem Aufgang der Bockjagd, vertrauend auf feine Büchse, mit ruhigem Gewissen entgegensehen. Im Anschluß daran wurde die Preisverteilung vorgenommen, deren Ergebnis bereits vorher genannt wurde. Weiter gab der erste Vorsitzende bekannt, daß am 3. Juni zugunsten der NS.-Volkswohlfahrt der Tag „Der Hund im Dienste des Menschen" begannen wird. Es ist Ehrenpflicht jedes Jägers, sich an dieser Feier zu beteiligen. Jedes Mitglied hat in Jagdausrüstung zu erscheinen, soweit Hundebesitzer selbstverständlich mit diesem. Alle Mitglieder, die an dem Umzug nicht teilnehmen, be» z ab len 1 Mark an die NS.-Volkswohlfahrt. Außerdem wurde noch auf die Jagdausstellung tn Bad Homburg hingewiesen, zu ber der Klub auch in diesem Jahre seine besten Beutestücke schickt. Eine gemeinsame Fahrt nach Bad Homburg wurde beschlossen, deren Termin noch bekanntgegeben wird. Mit einem Horrido auf unfern verehrten Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, unfern Reichskanzler und Führer Aholf Hitler und den Reichsjägermeister Ministerpräsident Gö - r i ng schloß der Vorsitzende den offiziellen Teil. Der Geist echter Kameradschaft, Ser schon fo^oft uns Gleichgesinnte vereinte, machte auch bald einer fröhlichen Stimmung Platz, und beim Singen froher Jägerlieder und einem gemütlichen Umtrunk verlies die schöne Feier zur Zufriedenheit aller. Gietzener Wochenrnarktp reise ♦ Gießen, 19. Mai. Auf dem heutigen Wochen- > markt kosteten: Landbutter, das Pfd. 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1.10 bis 1,15 Mark, Matte 20 Ibis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse S 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, .Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (frisch), das Pfund '.20, Spinat 20, Spargel 30 bis 50, Tomaten 50 Ibis 60, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 3,20 bis 3.30 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 30 Pf., Tauben, das »Stück 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 Ibis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, lRettich 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Wund 8 bis 10, Rotkraut, das Pfund 15 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Volkschalle, 20 Uhr, Konzert des Männergesangvereins jFriedrichsthal (Saar), anschließend Saar-Kundge- 3bung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Wrandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sehnsucht 202". — Asto- iria-Lichtspiele, Seltersweg: „Uebersall in Virginia" innb „Zwischen zwei Herzen". — VfB.-Waldfport- Platz, 18.30 Uhr, Kosaken reiten. — Osrvaldsgarten, 15.30 und 20.15 Uhr, Stey-Truppe (Freilicht-Va- rrletS). — Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Uhr, „Stoßtrupp 1917". — Tageskalender für 1. P f i ngst f e i e r- !:ag: Stadttheater, 19 bis 21.30 Uhr, „Tosca". — Dberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandsatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sehnsucht 202". — Astoria-Licht- ifpiele, Seltersweg: „Uebersall in Virginia" und ..Zwischen zwei Herzen". — VfB.-Waldsportplatz, 18 Uhr, Kosaken reiten. — Waldeslust am Flughafen, 16 Uhr, Konzert der SA-Reserve-Kapelle. — Bergschenke, 16,30 Uhr, Konzert des Musikzugs !oer SA.-Standarte 116. — Oswaldsgarten, Geschnürter Stey-Truppe, 15.30 und 20.15 Uhr. — Wie- Wecker Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr, „Stoßtrupp 11917". — Tageskalender für 2. Pfingstfeier- j ag : Stadttheater, 19 bis 21.30 Uhr, „Die Pfingst- iirgel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „6 Frauen rind ein König". — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: ...Uebersall in Virginia" und „Zwischen zwei Her- ! pen". — VfB.-Waldsportplatz, 18 Uhr, Kosaken rei- 7.: Emilie Zinßer, geb. Alker, 60 Jahre alt, Schlageterstraße 4; Emil Brück, Kassierer, 36 Jahre alt, Tiesenweg 6. 10.: Marie Becker, geb. Müller, 65 Jahre alt, GoethesHäße 19. 11.: Aloert Eduard Herrndorf, Eisenbahnbetriebssekretär i. R., 80 Jahre alt, Hammstraße 1; Prof. Dr. Otto Weimar, Oberstudienrat i. R., 72 Jahre alt, Hitlerwall 51; Luise Rullmann, ohne Beruf, 51 Jahre alt, Seltersweg 85. 12.: Margarete Schomber, geb. Stohr, 69 Jahre alt, Walltorstraße 55; Johannes Hahn, Bäckermeister, 72 Jahre alt, Ederstraße 14. 13.: Frieda Peter, Hausmädchen, 27 Jahre alt, Klinikstraße 37. Maienblasen um 19 Uhr vom Turme der Johannes- kirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. O heilger Geist kehr bei uns ein. 2. „Die Nacht" v. Abt. 3. „Der Lindenbaum" v. Schubert. ♦* Das Museum im Alten Schloß ist an den beiden Feierlagen geöffnet. ** Das Völkermuseum im Neuen Schloß ist an den beiden Feiertagen wieder geöffnet Die Eintrittspreise betragen: für Erwachsene 20 Pfennig, für Kinder 10 Pfennig. ** Konzert auf der Bergschenke findet am Psingstsonntagnachmittag statt. Das Konzert gibt der Musikzug der SA.-Standarte 116. (Siehe heutige Anzeige.) ** Die B e z i r k s s p a r k a ss e Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Kassen- räume am Pfingstdienstag nur von 8 bis 13 Uhr geöffnet find. lebten ja ganz unbestreitbar von der Aufrechterhaltung sozialer Gegensätze! Eine brennende Forderung ist nach dem Gesagten zu erfüllen: Jedem Volksgenossen, ob Mann, Weib oder Kind, ein eigenes Bett! Natürlich kein Prunkbett, das ist nicht nötig; wohl aber eine ausreichende Ruhestätte für jeden Armen, der nicht in der Lage ist, im Laden ein Bett zu erstehen. Es wäre vielleicht ein Normalbett aus Tannenholz zu schaffen. Es wäre eine Statistik über die Bettennot und den Grad der Bettenbedürftigkeit aufzustellen. Die Betten bzw. Bettgestelle, die jahrzehntelang halten werden, können durch allmähliche Abzahlung zu Eigentum erworben werden; andernfalls bleiben sie volkseigen und wandern, wenn in einer Familie kein Bedürfnis für sie mehr besteht, nach der Weisung der hierfür zuständigen Organe der Volkswohlfahrt an eine andere Bedarfsstelle. Wer zunächst in einer Normmvettstatt einen Strohsack hatte, kann später bei vernünftiger Geldanlegung eine gleichfalls genormte Sprungfedermatratze kaufen. Bei Fleiß und Sparsamkeit wird das immer möglich sein. Die Verwirklichung dieses Gedankens wäre auch ein neiys Mittel zur Arbeitsbeschaffung und zur Verwertung und Verarbeitung einheimischen Holzes. Zehntausende größerer ober kleinerer Bettstellen wären zu schreinern. Ebensoviele Zehntausende und noch viel mehr Menschen gäbe es, die ein menschenwürdiges und infolgebenen zufriebenes Dasein führen würben. Im Mittelalter hatte manche Gasse eine beson- bers schöne Wiege. Würbe iraenbroo ein Säugling in Armut geboren, so ftanb sie bem jungen Men- schenkinbe zur Verfügung. Die, benen bas Volks- wohl am Herzen liegt — wir alle finb es ja —, sollten auch biesem schönen Brauch unserer Ahnen bie zwingenbe Lehre ziehen: Schafft Betten! Das Bettenhilfswerk wirb kommen, weil es um bas Gesamtvolkes willen kommen muß. Das Wohl bes Gesamtvolkes ruht in ber gesunben Familie unb in ihrem gesunben Heim! Volksgenossen! Mt dem heutigen Tage beginnt in unserem Gau die Arbeit des Hilfswerkes „M utter und K i n d". War bas Winterhilfswerk eine Generalprobe für ben sozialistischen Tatwillen ber Verve- gung Adolf Hitlers, so stellen uns die jetzt vom Führer gegebenen Aufgaben eine Krönung der seitherigen Leistung -dar. Unter Ausnutzung der Erfahrungen ber amtlichen Fürsorgeslellen gi« es in Verbindung mit den parteiamtlichen Stellen, insbesondere mit der nationalsozialistischen Frauenfchafl, dringend notwendige Hilfsmaßnahmen für Mutter und Kind durchzuführen. Neben wirtschaftlicher Hilfe soll eine vernünftige Mütter- unb Kindererholung Sorge und Not von vielen Familien nehmen. Ausbau der bestehenden Mütter- und Säuglingsberatungsstellen, neben Arbeitsplatz- und Wohnungshilfe, sind große Aufgaben. Die Mithilfe aller charitativen Verbände, vor allem der in den Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossenen Spitzenverbände des Roten Kreuzes, der Inneren Mission und des Caritasverbandes, ist nicht nur erwünscht, sondern zwingende Pflicht. Die Nicht jedem Volksgenossen ist es vergönnt, seine Nachtruhe in einem Bette zu genießen. Hunderttausende müssen ihre Lagerstatt mit anderen teilen, ja unendlich viele müssen zur Nachtzeit ihre müden Glieder gar auf dem Fußboden ausruhen lassen. Daß dieser Notstand — ein solcher ist es ohne Zweifel — Erbitterung auslöst, ist begreiflich. Dabei ist es ganz nebensächlich, ob diese Erbitterung etwa berechtigt ist. Denn die Bettennot in den Städten beruht nicht etwa in der Hauptsache auf einem natürlichen Zuwachs von Familienmitgliedern durch Geburten, sondern auf einer ungesunden und höchst überflüssigen Zuwanderung bisheriger Landbewohner, die in den großen Städten, ganz zu unrecht, bessere Lebensbedingungen vorzufinden glauben und sich vom gleihneri- schen Schein der Ladenauslagen und lockender Vergnügungsmöglichkeiten verleiten lassen, der heimischen Scholle und der vielleicht recht bescheidenen Hausung den Rücken zu kehren. Müde unb wurzellos leben solche Arme in der Großstadt, in der das Elend einst viel großer mar und noch ist als draußen auf dem Lande. Niemals kannte man in den Dörfern solche Armut, solches Wohnungselend und — solche Be11ennot, wie in den Städten. Das Zusammenpferchen der Menschenmassen in übervölkerten Wohnungen hatte in hohem Maße soziale Schäden im Gefolge. Durch Errichtung neuer Häuser und Siedlungsstellen wird nun im nationalsozialistischen Staate dem Wohnungsmangel nach besten Kräften allmählich abgeholfen. Aber auch die Wohnkultur der Massen in den Wohnungen selbst muß gehoben werden, und in bezug auf das Bettenwesen so rasch als möglich. Wer einmal Gelegenheit hatte — der Schreiber dieser Zeilen hatte solche Gelegenheiten mehr als einmal in amtlicher Eigenschaft —, zu sehen, w i e und w o viele Menschen schlafen, erschrickt bis in die innersten Tiefen, wenn er soziales Mitgefühl hat. Größere Kinder liegen zu Dreien oder Vieren auf einem elenden Strohsack; ein Kind von etwa drei Jahren lag in einer mit Pa- pierschnitzeln gefüllten, viel zu kurzen Holzkiste! Niemals hat man gehört, daß ein marxistischer Partei- oder Gewerkschaftssekretär hier eine helfende Hand angelegt hätte. Das Schwätzen in ben Volksversammlungen und klassenkämpferische Hetzreden waren den Herren eindringlicher, denn sie Führung und damit Verantwortung kann selbstverständlich nur bei der NS.-Volkswohlfahrt als der vom Führer errichteten alleinigen nationalsozialistischen Organisation liegen. Ich versichere loy - alfte Zusammenarbeit, bin aber auch fest entschlossen, iede Uebergriffe und Eigenmächtigkeiten mit aller Schärfe, wenn notwendig, zurück- zuweisen. Der Nationalsozialismus kennt nur die Totalität der Bewegung. Es sollte keinen Volksgenossen, der in Arbeit und Brot steht, geben, der nicht Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt ist. Die Mitgliedschaft bei den anderen Spihenverbänden entbindet nicht von dieser Aufforderung. Alle Volksgenossen rufe ich zur Mitarbeit und Unter st ützung an den großen Aufgaben auf. Stehe keiner beiseite, der Gau Hessen- Nassau will, wie im Wintevhilfswerk, auch jetzt mit seinen Leistungen um die Spitze mit allen anderen Deutschen Gauen kämpfen. Der Führer ruft und wir alle wollen unsere Pflicht tun! Heil Hitler! Gez.: Haug, Gauamtsleiter der NS.-Volkswohlsahrt im Gau Hessen-Nassau. Chorgesangs. 11.30: Von der Wasserkuppe (Rhön)t Hörbericht vom Modellwettbewerb auf der Wasserkuppe. 12: Mittagskonzert I der Standartenkapelle 120 Ulm. 13: Mittagskonzert II. Sorgenbrecher! (Drunter und drüber auf Schallplatten.) 14.30: Don Freiburg: Die Pfingstrecken. Ein Volksbrauch aus dem Breisgau. 15: Kinderstunde: „Vier Meter Chinese und fünf Kinder". 16: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskonzert. 18: Heitere Erlebnisse mit Tieren. Don Dr. Sven Schacht. 18.20: Stunde des Liedes. Altflämische Volkslieder. Bearbeitet von Heinrich Scherrer. 19: Hörbericht und Ausschnitte aus dem Festzug anläßlich der Pfingst- tagung des VDA. in Trier. 19.30: Kleines Konzert. Jugenb-Sonaten für Violine und Klavier von W. A. Mozart. 19.50: Sportbericht. 20: „Von See zur See". Ein bunter Gemeinschaftsabend der Reichssender Hamburg, Frankfurt und Stuttgart. 22.35: „Von See zur See". Bunter Gemeinschaftsabend der Reichssender Hamburg, Frankfurt und Stuttgart. Fortsetzung. 24 bis 2.15: Nachtmusik. „Othello" von Verdi. Oper in vier Akten. Dienstag, 22. Mai. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.55: Frühkonzert (Schall- platten). 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und fjaus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II, Instrumental-Soli. 14: Mittagskonzert III, Lucia di Lammermoor, von Donizetti. 14.40: Stunde der Frau. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „In Wald und Feld", Vortrag von Revierförster i. R. Dürrfeld. 17.45: Lieder, für eine Singstimme und Klavier von Hans Förster. 18: Wir trinken noch 'ne Flasche Wein! Eine Unterhaltung über Wein- trinken. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit" 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Der Rodensteiner. Hörspiel von Dr. Hans Geisow. 20.15: Von Leipzig: Reichssendung: Stunde der Nation. Die Söhne des Joh. Seb. Bach. 21: Vom Deutschlandsender: „Fliegeralarm". Kurzhörspiel von Werner Lange. 21.20: Unterhaltungskonzert. 22: Deutsches Volkslieder-Spiel. Von Hermann Zilcher. 23: Historisches Konzert, Paris 1785. Erstaufführung von Kammermusikwerken elsässischer Komponisten. 24 bis 1: Nacht- konzert. Sprcmnttnden der Redaktion. 11.30 bie 12.30 Uhr. 16 bie 17 Uhr Samsta, nod)miffaa geschlossen 1 BUSCH 1 Der Zirkus der großen Qualität Im Spiegel der Weltpresse: Berliner Tageblatt: „...Man kann hin greifen und anfangen, wo man will, man wird überall nur sagen können, daß man es m guter Erinnerung hat.. Denn dieser Zirkus ist einfach gut. Er ist reichhaltig, bietet Ausgezeichnetes und «hat eine Art Programm-Zusammenstellung, die imponiert. Nues Wiener Journal: „.. .Das Eröffnungsprogramm ist nicht nur ausgezeichnet und abwechselungsreich, sondern auch wahrhaft großzügig.. Messagero, Boni: „.. .Das zahlreiche Publikum verläßt begeistert den Zirkus, nachdem es ungezählten interessanten Nummern beigewohnt hat.. Le Hatin, Paris: „ . .Wir sind versetzt ins Reich Neptuns; aber Neptun nennt sich heute Busch. Und dieser Busch baut auf Sintflut und Regenbogen ein blendendes Märchen... L'Ere Nonvelle, Paris: „ . . . Jede Nummer ist von außerordentlicher Wirkung und der größten Eigenart, die man in Paris gesehen hat...." La Gaietto, Brüssel: „.. .Die Atmosphäre hier unterscheidet sich in der Tat vollkommen von der anderer Zirkusse.“ Dobry Wlecior.Warschan: „.. .Solche zauberhaften Fontänen hat Warschau noch nicht gesehen. Tausende von Wasserstrahlen, die sich in herrlicher Harmonie miteinander vermengen und bis zur Zirkuskuppel schießen, rufen einen Sturm von Applaus hervor. Die Begeisterung nimmt kein Ende! Gießen / 29. Mai bis 2. Juni 1934 auf dem Volkshallenplatz __3037 D Lehrgang zur Erlernung der Diätküche im Haushalt Der Aliceschul verein e.V. veranstaltet einen Abend-Kursus, der in sechswöchiger Ausbildung an je 2 Unterrichtsabenden in der Woche grundlegende, diätetische Kenntnisse für die Krankenkost im Haushalt geben soll. Der Unterricht wird erteilt von einer Gewerbelehrerin u. Diätassistentin. Der Lehrgang beginnt am 5. Juni 1934,20 Uhr, in den Küchen des Aliceschulhauses Stein- straßelO. Die Kosten für den Kursus betragen 5Mk. Die von den Teilnehmerinnen hergestellten Gerichte werden zu Tagespreisen berechnet. — Anmeldungen werden im Büro der Aliceschule, Steinstr. 10, entgegengenommen. 3021 d Dampnäüewerk Abenditern empfiehlt sich zur aoasD Ausführung von Zimmerarbeiten Spezialität: Fertige Gartenhäuser nach eigenen und gegebenen Entwürfen» Fernsprecher 3580. — Fernsprecher 3580. KM- - W V----------- i auch er Respekt hatte* vor anderen. K,U früh noch erschien der Däne. Er mußte es g ndwie eilig haben. t-afenius und sein Vater waren bte Ruhe selbst. Msen war ein schlanker, sehniger Mensch. Seine knieren waren weltmännisch, doch seine unstet hVernben Augen waren für den aufmerksamen elbachter ein Warnungszeichen. ,Jch teilte Ihnen den Grund meines Besuches Tiits mit, Herr Geheimrat. Damals lehnten Sie stftlich ab. Ich hoffe, daß Sie Ihre schroffe -trage nicht mehr aufrechterhalten! Ein verbmd- ih-s Lächeln begleitete feine Worte. „Nicht ich bin maßgebend, sondern dort mein in, Doktor..." 29er Däne ging direkt auf fein Ziel los. „Wir bieten fünfzig Prozent Gewinnbeteiligung L zahlen ein einmaliges Honorar von zwei Mionen Kronen, Herr Doktor. Meine Regierung ' honet nicht ihr Interesse." „Beweist aber überraschend aute Information, $ S 93/4, A 9‘/4, B 83/4. Flandern S 9^, A 9, B 8H. ) Bulgaren und Rumänen Kl. B 8 bis 8%. rß Heg chisss R völlig Fran Die feste Grundstimmung am Frankfurter Getreidegroßmarkt hielt auch in dieser Woche an, wenngleich die Umsatztätigkeit infolge der bevorstehenden Feiertage kein größeres Ausmaß mehr annahm. Infolge der fortschreitenden Jahreszeit erhält der Getreidegroßmarkt durch die ständige Abnahme der Vorräte eine ganz natürliche Stütze. Für Weizen blieb das Angebot ausreichend. Nur hier und da erfolgten zum Mühlenfestpreis von 205.00 RM. per Tonne kleine Abschlüsse. Roggen blieb zum Preise von 178,50 RM. eben» Ein Mann, der früher in Gießen wohnte, wurde vom hiesigen Amtsgericht wegen Betruas an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu 100 R M. Geldstrafe verurteilt Der Angeklagte hatte Gegenstände, z. B. Maschinen, die nicht in seinem Eigentum standen, fidjerungs- halber zum Eigentum übertragen. In der Berufungs« Verhandlung stellte sich heraus, daß sich der An- geklagte zugleich eine Unterschlagung zu Schulden kommen ließ. Trotzdem wurde oie Berufung der Tonne um 2 Mark fester. An den F u 11 e r m i 11 e l m ä r f t e n hielt die etwas ruhigere Lage an, Roggenkleie tendierte weiter fest, während Weizenkleie und ölhaltige Futtermittel, sowie Brauereiabfälle etwas abbröckelten, außer Soyaschrot, das mit 15,50 bis 15,65 RM. je 100 Kilogramm behauptet blieb. Im einzelnen notierten in RM.: Weizenmehl IV B 16,50, Weizennachmehl 15,50, Weizenfuttermehr 11,70, Weizenkleie fein 10,50, mittel 10,75, grob 11, Roggennachmehl 16,50, Roggenfuttermehl 12,00 bis 12,25, Roggenkleie 11,30, Palmkuchen 13,85 bis 14, Erdnußkuchen 16,10 bis 16,25, Treber 13,85 bis 13,75, Trockenschnitzel 10,25. Am Mehlmarkt ist noch keine nennenswerte Besserung eingetreten, lediglich Roggenmehl und alte Abschlüsse Weizenmehl haben befriedigenden Abruf. Die Preise blieben unverändert. Wochenbericht oom Frankfurter Scblacbiviebmarkl Der Frankfurter Schlachtviehmarkt stand in der abgelaufenen Woche im Zeichen starker Zufuhren angesichts der Pfingstfeiertage. Bei im allgemeinen nur wenig veränderten Preisen und mittelmäßigem ftandel bei allen Viehgattungen nahm das Geschäft einen zufriedenstellenden Verlauf, und die Märkte wurden restlos geräumt. Bei den Schweinen bestand am Montag sogar zusätzlicher Bedarf, so daß ein Teil der für Ausfuhr bestimmten Tiere wieder einbehalten werden mußte. Der Gesamtauftrieb betrug 5222 Stück (gegen 4446). Nach mittelmäßigem ftandel und unveränderten Preisen wurde ausverkauft. Das Kälbergeschäft blieb trotz der stark erhöhten Zufuhr (2497 gegen 1433) lebhaft. Der Markt wurde geräumt, allerdings ließen die Preise gegen das Wochenende um 1 bis 2 RM. nach. Mit §0 bis 52 RM. sind sie aber immer noch recht fest. Auch bei Großvieh war das Geschäft mittelmäßig und der Markt konnte trotz höheren Zutriebs 0 9:11 0 4:7 Tv. Lützellinden 1 . . Nach dieser Aenderung ist die Lage bei weitem unklarer geworden, zumal die Mannschaft von Garbenteich nunmehr genau dieselben Chancen besitzt, wie die zwei weiteren Mannschaften. Kommenden Sonntag kommt nunmehr ein wich- Staatsanwaltschast zurückgewiesen, da der fragliche Vertrag schon wegen Formmangels nichtig war. Wegen Diebstahls verurteilte das Amtsgericht m Lauterbach einen Mann aus fterbftein zu drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte aus einer Garage, in der er fein Motorrad unter» stellte, einen Scheinwerfer, ein Boschhorn und eine s y Kompressionspfeife gestohlen. Da er noch unbestrast J||- ist, wurde auf seine Berufung hin das Dorinftany liehe Urteil aufgehoben und der Angeklagte p befestigt, sechs Wochen Gefängnis mit bedingtem unwesent-1 Strafaufschub verurteilt. Nationaler Sport auch außenpolitisch stark Eine Hede des Reichssportführers. lüislhiuirte W Nutz itiel schwül i,e froh sii pifrieiien c l Auch hir tii?jt der jönöers ui mite me flronkreich r:itürli M groß tarnet zu Wailles fur* börse Frankfurter Butlermarkt. Frankfurt a. M., 18. Mai. Das lebhafte Buttergeschäft hielt unvermindert an. Die Nachfrage war zeitweilig so stark, daß die Unterbringung der rischen Zufuhren keine Schwierigkeiten bereitete. Allerdings waren die Zufuhren in Butter, insbesondere in deutscher Ware, sehr knapp. Der Großhandel mußte weiterhin lleberpreife anlegen. In den Absatzverhältnissen der einzelnen Sorten ist inzwischen ein beachtlicher Wandel eingetreten, insofern, als ganz allgemein die besten Qualitäten stack gefragt sind, während nach den minderen Sorten nur wenig gefragt wurde. Vor wenigen Tagen und Wochen war es gerade umgekehrt. Die Großhandels- Einstandspreise blieben unverändert. Deutsche Mar- tenbutter kostete 127 RM., feine deutsche Molkerei- butter je nach Qualität 123 bis 125 RM. per 50 Kilogramm. Für holländische Butter lagen die Preise etwas höher. Kleine Strafkammer Gießen. schaftsspiel aus. Im ersten Spiel wird die erste , Mannschaft alles hergeben müssen, um ehrenvoll zu bestehen, während im Spiel der Jugendmann- schasten eine Voraussage schlecht am Platz> ist, zumal sich die beiden Mannschaften noch nicht in der Spielstärke gemessen haben. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. 1900 bei den Nassauischen Kampfspielen. Für den ersten Psingstfeiertag hat die Turn- und Sportgemeinde „Nassovia" Nassau zu ihren 4. Nassauischen Kampfspielen eingeladen. Man wird mit stärkster west- und süddeutscher Besetzung rechnen müssen. Die 1900er Leichtathleten werden unter diesen Umständen keinen leichten Stand haben. Die blauweißen Farben sollen vertreten: In den Laufwettbewerben Franz Koch, Peters, Baumstieger, im Stabhochsprung Jung, in den Wurfwettbewerben Gugel und Kilo. Für die Staffeln haben die 1900er ebenfalls Meldungen abgegeben. Handball im Turnverein Garbenteich. Am ersten Psingstfeiertag empfängt der Turnverein Garbenteich eine kombinierte ftandball- Mannschaft der Gießener Turnerschaft zu einem Freundschaftsspiel. Da man nicht weiß, in welcher Stärke die Gäste antreten und anderseits der Platzbesitzer auch nicht seine komplette Mannschaft zur Stelle hat, muh man den Ausgang als offen betrachten. Beide Gegner werden allerdings alles daransetzen, um das Endresultat so günstig wie nur möglich für sich zu gestalten. Handball im Turnverein Hochelheim. Der Tv. ftochelheim hat für die beiden Pfingstfeiertage die erste, sowie die Reservemannschaft von .Kickers" Offenbach verpflichtet. Die Gäste stellen zwei spielstarke Mannschaften. Es spielen folgende Mannschaften: Ersten Feiertag: Kickers Offenbach Reserve gegen Tv. ftochelheim II; Kickers Offenbach I gegen Tv. ftochelheim I. , Zweiten Feiertag: Kickers Offenbach Reserve gegen Tv. ftochelheim I; Kickers Offenbach I gegen Tv. Dornholzhausen. Handball im Gau XII der OT. Aufstiegspiele der Kreisklasse I. In dieser Klasse sind zwei Mannschaften, Allen- dorf a. d. Lda. und Katzenfurt, ausgeschieden. Die mit diesen Mannschaften ausgetragenen Kämpfe sind ungültig. Nunmehr liegt die Entscheidung nur noch zwischen den drei Mannschaften der Turnvereine Lützellinden, Krofdorf und Garbenteich. Der derzeitige Tabellenstand: tiges Spiel zwischen Tv. Krofdorf — Tv. Lützellinden auf dem Platz der Erstgenannten zur Durchführung. Die Gegner pflegen ungefähr die gleiche Spielweise und sind sich durchaus ebenbürtig. Trotzdem sollte man den Platzbesitzern — da der Kamps auf eignem Gelände vor sich geht — die etwas besseren Chancen für einen Sieg einräumen, der allerdings hart erkämpft werden muß. In der Kreisklasse II liegt immer noch ftolzheim ungeschlagen an der Spitze. Für kommenden Sonntag sind hier vorgesehen: Tv. Lang-Göns — 1900 Gießen II in Lang-Göns. Die Gäste müssen sehr auf der ftut sein und ihr ganzes Können aufbieten, um siegreich zu fein. Die Platzbesitzer werden gleichfalls Anstrengungen für einen Sieg machen, um für die Entscheidung noch in Frage zu kommen. In ftolzheim stehen sich Tv. Holzheim — logg Ruttershausen gegenüber. Das Spiel sollte einen sicheren Sieg für oie Platzmannschaft ergeben, die die zwei Punkte für den ersten Platz benötigt. Turnverein Heuchelheim — Turnverein Kirch-Göns. Die vor einigen Wochen angesetzten Rückspiele dieser Vereine mußten seinerzeit von iKrch-Göns abgesagt werden und finden nun am ersten Pfingst- feiertag infteuchelheim statt. Wie damals schon erwähnt, nahmen die Gäste in der Verbandsrunde hinter der ersten Mannschaft der Turngemeinde Friedberg den dritten Platz ein, so daß sie den fteuchelheimem einen gefährlichen Gegner abgeben werden. Ob es zu einem Sieg der Einheimischen reichen wird, hängt von der Tagesform der Spieler ab. Vorher stehen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Nach dem in Kirch-Göns gezeigten Spiel zu urteilen, werden sich die Gäste auch diesmal den Sieg nicht nehmen lassen. Spiele gern. verl. unent. Tore Punkte 2:0 aus. Farbenindustrie lagen 0,25 v. ft., Deutsche Erdöl 0,65 v. ft. höher. Elektroaktien tendierten uneinheitlich, Akkumulatoren gewannen 2 v. ft., AEG. 0,25 v. ft., Siemens verloren 0,90 v. ft., Schlickert 0,50 v. ft., während Gesfürel behauptet blieben. Recht freundlich waren Bergwerksaktien veranlagt, wobei Buderus um 1,25 v. ft., Mannesmann um 1 v. ft., Klöckner um 0,65 v. ft., Phönix um 0,25 v. ft. und ftarpener um 0,25 v. ft. befestigt waren. Von Zellstoffaktien blieben Waldhof behauptet, Äschaffenbura trotz der stärkeren Verlustminderung 1,50 v. ft. niedriger. Am Kunstseidemarkt waren Pemberg nach dem gestrigen Rückschlag wieder um 3 v. ft. erholt, Aku gehalten. Auch Daimler Mo- toren holten von ihrem gestrigen Kursverlust 1,25 v. ft. auf. Schiffahrtswerte lagen bemerkenswert fest, so Nordd. Lloyd um 1 v. ft. und ftapag um 0,50 v. ft. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile ca. 1 v. ft. leichter, andererseits Conti Gummi 1,25 v. ft., Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. ft. fester. Am Rentenmarkt waren die Umsätze ebenfalls klein. Neubesitzanleihe bewegten sich zwischen 17,75 bis 17,90 nach gestern 17,80, Altbesitz lagen insgesamt 0,90 v. ft., Stahlverein-Bonds 0,75 v. ft. höher. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,50 v. ft. behauptet, umgetauschte Dollar« Schultheis Payenhofer .... ilhi (Allgemeine Kunstseide) Bemberg ....... Zellstoff Waldhof ....... Zellstoff Aschaffenburg ..... Deslauer Gas Daimler Motoren .......... Deutsche Linoleum ......... Orenstein & Koppel ....... Leonhard Tietz ........... Thade .............. Lttu mul atoren-Fabrck..... ionh-Ulummt .... Grttzner . A.G.G. ......... 0 Bekula ****** o Sleftt. Lteserungsgelellschäst''' 6 Licht und Kraft ß ?r«lten & Guilleaume....... o Rheinische Glettttvtäl ... 5 Schustert & (£0. 5 StemensL Halske 7 LabweverLLo. ........2”**1O pitaß? Va m 2 nr| ollem Mns i H beutf überall l Bche h $fen, t yi-irft. Macht. chch nur H'terbaupt 4% Oesterretchifche Goldrenre... 4,20% Oesterreichtsche Sllberrentr 4% Ungarische Goldrente..... *% Ungarische Staatsrente v. 1910 «%% deSgl. von 1913 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanieihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Aulethe •rtel..................... Wn 5 Wn Sd «Ijn un Jp iggestel M ende ; jjji bernis p en KU Misldjmi fte U. Oamourg.t!imertka.Pakel homburg.Südam. Dampfschiff Hansa-Dampsschifs .... Norddeutscher Lloyd ...... 'A G kür Berkedrzwesen QHt Berliner Handelsgesellschaft .. Commerz, und Privai-Bank . Deutsche Bank und DiLconto- Gejellschaft................ Dresdner Bank ........... Reichsbank .........' j j ^01 JJlor ein =?.r 18. Weier MÄe Bf* & \u t 3. G. Sarden.JudusMe Scheideanstall......... Goldschmidt .... Rütgerswerke . Meiallgeiellschaft...... Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt Amerikanische Nol«^ Belgische Noten .... Dänische Noten .... Englische Noten .... s « i.rtenu 's anqrif Butxru» ................. Deutsche Grdlll ......4 Gelsenkirchener .. 0 barpener ............ g Voesch Eisen—Söln-Neuessen . 0 Mse Bergbau 4 Ilse Bergbau Genüsse..... g Klöcknerwerke ............ 0 MamleSmmup-Süb«» .. ... 0 Die hinter Öen Papiere Franttur u. Dl Berlin Schlußkurs Schlußt. Abendbörse Schluß» fure ?chlußk Mittag» börse Datum 17-5. | 18.5. 17-5. 18.5. •% Deutsche Reichsanleihe v 1927 •% ehem.7% Dt. Reichscml. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Änl..Ablü1.-Schuld mit LuSlos.-Rechten .... Desgl. ohne AuSlos.-Rechte...... <% ehem^% Hess. BollSstaat 1929 trückzahlb. 102%) ......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold 8t 12 6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Lioui Oberhessen Provinz-Anleihe mll Auslos.-Rechten ... Deutsche Komm. Sammelabl. An- leiye Serie 1 mit AuSlos.-Rechten •% ehem. 8% Franks. Hyp -Bank Goldpse. 15 unkündbar biS 1935 1% ebem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bi» 1986 >%% ehem. *y.% Franks. Hyp.- Bank-Liqu^P|andbriefe..... »p,% ehem. 4Vt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.^Soldose. <% ebem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R 19 •% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutsch. Verrechnungskurs 96 99,8 91,9 95,25 17,8 93,5 90,75 90 90,65 90,65 90 90,5 94 94 98,2 95,75 99,8 91,6 95,5 18 93,5 90,75 89,75 93 90,65 90,65 90 91 94 94 98,25 95,9 I 99,9 91,5 95,4 17,9 91,25 93,4 90,75 94,25 94 98,2 95,65 99,8 91,5 95,4 17,85 93 93,13 94,25 94 98,25 ^ronffur a. TR Pedin Schluß» turs Schlußl. Abendbörse Schluß» für# Schlußk. Miiiag- börse Datum 17.5. 18-5 17-5. 18-5- 4% desgl. Serie 11 6,7 6,7 — — 5% Rumün. vereinh. Rente v. 190; 3,9 4,05 3,75 4,05 4l4%Rumän.oereinh.Renteo.l91l —- — 6,7 — 4% Rumänische vereinh. Rente 3,6 3,65 3,55 3,7 «%% Anatolier 29,8 29,75 29,75 30,3 Amtliche Notierung Amtliche Notierunß (Reih 3rie' Geld | ynt _ Odttaet*!.. Wien ...... 5,644 47,20 5,656 47,30 5,644 47,20 5,656 47,30 Prag ...... 10,43 10,45 10,43 10,45 BuvapeG ... — — —— Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,53 169,87 169,53 1ß9,87 Oslo ...... 64,09 64,21 64,04 64,16 Kopenhagen. 56,94 57,06 56,89 57,01 Stockholm .. 65,78 65,92 65,68 65,82 London 12,755 12,785 12,745 12,775 0,584 Sueno« Aller 0,580 0,584 0,580 Reu voll .... 2,500 2,506 2,497 2,503 58,56 21,32 16,54 81,43 Brüssel..... 58,44 58,56 58,44 Ftalie»..... 21-28 21,32 21,28 Parts ...... 16,50 16,54 16,50 Schweiz.... 81,18 81,34 81,27 Spanien.... 34,27 34,33 34,27 34,33 81.78 0,758 0,213 5,676 11,62 Danzig..... 81,58 81,74 81,62 Japan...... Rio de Jan. . 0,756 0,211 0,758 0,213 0,756 0,211 Fugoflawien. Ltimdo» .... 5,664 11,61 5,676 11,63 5,664 11,60 Banknoten. 25edln, 18-Mai Geld Wehr und Waffen glücklichen Lage am offenen Weltmeer uni) bei der studieren... Einzelheiten genau zu über eine neue Form der Denn hier entsteht, bei digkeit. Diese Fahrzeuge, von berl M,-re i it her: vom die so zu im bh 4 rechnen dürfen. Aus ähnlichen Gründen Haden amerikanischen und japanischen Kreuzer keine sensationellen Geschwindigkeiten. Oer Pionier des Reichsheeres. Von Oderstleuinanta. D. Benary. lerBfeMiglsstellt haben, dessen in der Welt einzig da- iWsteHkffre Stärke auch das gewaltigste natürliche chMHi.ih'.'uis in den Schatten stellt. Auch die franzö- enifitififvfen Küsten bieten keine besonderen Derteid'i- ^chwierigkeiten und werden zudem durch die staaten Europas. Rings von starken Militärmächten umgeben, mit denkbar ungünstigen Grenzen und ohne die Möglichkeit der gesicherten Verbindung mit Uebersee kann es sein Dasein auf die Dauer nur wahren, wenn ihm eine Verteiüigungswehr zugebilligt wird, die in einem gesunden Verhältnis zu den Rüstungen seiner Nachbarstaaten steht. Da- ........ ' ' 1 und hinter ihm steht Schr)stätt U-Bootslotte der Welt geschützt. Mi litt l i e n s Landgrenzen im Norden sind ff^sehrseiwer angreifbar, besonders die gegen Frank- ; , feine sehr ausgedehnten Küsten aber, an Aderihii alle seine großen Städte liegen und die , ?grct|?r Verkehrsadern entlanglaufen, sind außer- ordentlich empfindlich gegen Luft- und ^SeidAgriffe. In England wäre eine Landung ^^feiiMcher Truppen an irgend einem Punkte feiner b^KE i’r praktisch erst nach Niederwerfung seiner Siedlung, gleichzeitig ein neuartiger Soldatentypus. Japan erklärt, daß es „Reservisten" ansiedeln wird. Doch indem es sie auf dieser Wehrsiedlung ansetzt, bleiben sie, bei Licht besehen, „aktiv": eine Formation des stehenden Heeres, die allerdings nicht in Kasernen, sondern auf Siedlungsgehöften untergebracht ist. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sie auch weiterhin unter militärischem Gesetz stehen werden, und nicht etwa nur nach Feierabend, sondern ebenso während der Arbeitszeit. Soldat und Dauer, eine Verschmelzung von Arbers- und Kriegsdienst — so wächst aus dieser Wehrsiedlung wahrscheinlich eine neue menschliche Gestalt; sie wird uns noch manches Rätsel aufgeben. OiHerheihgeopolttischbetrachtet -ivon Walther von Keifer, Major a. V. lorin!3 Otztt beb”1- Ernährungsmöglichkeiten in reicher Fülle im eigenen Lande, das erheblich schwächer bevölkert ist als Deutschland. Jedenfalls ist Frankreichs Lage auch in dieser Hinsicht die günstig st e von allen großen europäischen Festlandsstaaten. Rußland liegt gewiß sehr ungünstig zu den Weltmeeren, aber eine völlige Blockade unter gleichzeitiger Absperrung von all seinen Nachbarn hat es kaum zu fürchten, auch ist es so reich an Agrar- und Rohstoffprodukten, daß es — bei vernunftgemäßer Wirtschaft — auch im schlimmsten Falle sehr lange Zeit durchhalten könnte. Und daß Englands Ernährung und Rohstoffversorgung aus seinem riesigen Kolonialreiche sichergestellt ist, solange nicht seine Flotte vernichtend geschlagen ist, braucht kaum erwähnt zu werden. Deutschlands geopolitische Sicherheit ist somit die denkbar schlechteste von allen Groß- Di > allen Sicherheltsfaktoren ist allein die geo- tob p;lit che Sicherheit eines Landes feststehend und im N mujjeMchen unveränderlich. Wer es also wirklich eltritc mit der gleichen Sicherheit für N a i l «Mächte meint, muß bei der Abschätzung der lusl nrlit rischen und politischen Sicherheitsmittel, die Pri iki iiternationalcr Vereinbarung den einzelnen kleinem Monat waren es tust 70 Jahre b e t188. April 1864! 10 Uhr schlägt es --^DLp.c^er Turm. Da quellen die Sturmtruppen her- 0.® DDi-iis den Parallelen vor den weit das Schles- ^wicMlsteinsche Festland beherrschenden Schanzen, ^KvIW'iT an Kolonne, Kompanie auf Kompanie, ^preWiche Garden und Musketiere aus der Mark >> — ffnAGfnionfrtMh»I (Piniol hp (Sritnnon pilpn yiuuuujcil 4juyt UUl U] JCUCII wcuiucn unu uci vn. . Vt.ii । Stärke der französischen 0-Bootflotte unmöglich voll- für kämpft heute der Führer, ständig blockiert werden; auch hat es Rohstoffe und! ein einiges und geschlossenes deutsches Volk. allein 25 besitzt, sind aus den Torpedobooten entstanden, jedoch mit ihren 3100 Tonnen und fünf bis sechs mittleren Geschützen als solche kaum noch zu erkennen. Mit ihrer Befähigung zum blitzschnellen Zustoßen im Handelskrieg und für Ueber- fälle sind sie ein charakteristisches Merkmal des neueren Seekrieges geworden und machen der englischen Seeverteidigung nicht geringe Sorgen. Richtig ist, daß solche Geschwindigkeiten an die Grenze des Zweckmäßigen führen, auch sind diese Schiffe so dünn gebaut, daß ein einziger Treffer die Bordwand durch den hohen Wasserdruck wahrscheinlich von vorn bis hinten wie Papier aufreißen wird. Die schnellsten Fahrzeuge der Welt sind- jedoch die (französischen) Torpedoschnellboote, die über 50 Knoten (90 Kilometer) auf glattem Wasser entwickelt haben. Solchen kleinen Fahrzeugen von 20 bis 30 Tonnen, die zwar nur bei mäßigem Wetter gebraucht werden können, denen aber die Neues von den Seekriegswaffen Von Kontreadmiral a. O. Gadow den Flugzeugen selber haben sich der Typ des Torpedo-Bombers, des Kampf- und Beobachtungsflugzeuges als wichtigste her aus-gebildet. Stärker noch, jedoch für die Küste besser geeignet, ist das weitreichende Flugboot, das auf dem Wasser gut landen und eine sehr schwere Bewaffnung von Kanonen und Maschinengewehren führen kann. Die Artillerie schießt auf See heute auf riesige Entfernungen, 36 bis 40 Kilometer, und ist imstande, dabei noch zu beobachten und zu treffen. Auf mäßigere (Entfernung, gestattet eine hochentwickelte Optik und Feuerleitung das Ziel selbst bei heftigsten Bewegungen festzuhasten, besonders auch Luftziele, gegen die das eigene Schiff häufig scharf manövrieren muß. Ob der Bomber und Torpedo- slieger heute von der Abwehrartillerie in Schach gehalten werden kann, ist in Friedensübungen nur sehr schwer zu beurteilen. Als überlegen gilt noch der Sturzbomber, der sich mit 500-Kilometer- Stunden herabfallen läßt, also fast 130 Meter in der Sekunde, seine Bomben mit erheblicher Durchschlagskraft losmacht und wieder schnell verschwindet. Der Torpedo legt heute unter eigener Kraft 20 000 Meter zurück, wenig Zutrauen verdient die -schotten und ähnliches mehr. Bei den Kreuzern sah man das Wesentliche im Ausbau der Geschwindigkeit zu den höchsten Ziffern. Französische Schiffe haben die 36-Knoten-, italienische die 39-Knotengrenze überschritten, während der englische Schiffbau sich mehr zurückhielt, bei 32 Knoten stehen blieb und jene Schnelläufer mit mißtrauischen Augen betrachtet. Man ist der Meinung, daß sie mit ihrer Häufung von Maschinen und Kesseln nicht mehr genügend Standfestigkeit und Widerstandskraft haben und keine menschenwürdige Unterkunft für lange Seereisen bieten können. Auf letztere legt der Engländer großen Wert, während die Mittelmeermächte mit ihren nahe beieinanderliegenden Häfen anders deutschen, der den Ehrenrock der Pioniere Mikl Todesfarbe am Kragen trägt. 9Mi$r sein schließt eine tiefe Verpflichtung in honier sein heißt sich selber aufgeben, sein 9 Q Sein, sein ganzes Wissen und St ö:'i in. n einsetzen für d i e Schwester- l|em, heißt als Wegbereiter oft still zurück- treten hinter den Ruhm der anderen. Es gab eine Zeit — und sie lag unserer eigenen militärischen Jugend gar nicht so fern —, da zuckte mancher ein ganz klein wenig die Schultern, wenn Pioniere des Weges kamen: „Pioniere? Halbe Soldaten! Uniformierte Techniker!" Er hat ihnen, als es hart auf hart ging, alles abgebeten. Er hat im Wirbel der Materialschlacht immer wieder nach dem Pionier, nach Hilfe durch den Techniker gerufen, und der Pionier hat sie ihm nie versagt. Heber die Flüsse und Seen hat er ihn gestatt und gerudert, über die größten Ströme Europas ihm Brücken geschlagen. Drahtzäune hat er ihm vor seinen Stellungen gezogen, Unterstände zu seinem Schutze miniert und gezimmert oder gar mit Eisenbeton schußsicher gestaltet. Mit kleinen und großen Scheinwerfern yat er das Vorfeld seiner Stellung beleuchtet. Durch des Feindes Hindernisse hat er mit Drahtscheren, Minen und Sprengladungen eine Gasse gebahnt, lieber das versumpfte Trichtergelände hat er Laufstege geworfen. Tief in die Erde unter des Feindes Stellung hinweg hat er seine Stollen getrieben, ist er in einem zermürbenden Minenkrieg dem Feinde mit seiner Sprengung zuvorgekommen, hat feine Gegenmine abgequetscht. Beim Sturm ist er der Erste, beim Rückzug der Letzte gewesen. Seine Minenwerfer haben die stärksten Brustwehren zertrümmert, seine Flammenwerfer die tiefsten Unterstände ausgeräuchert, seine Sprengkörper dem verfolgenden Feinde die Brücke vor der Nase in die Luft gejagt. Wenig Worte hat er gemacht. Um so entschlossener, um so zielbewußter hat er gehandelt. Der Pionier des Reichsheeres eifert ihm nach. Sein Dienst tft vielleicht noch vielseitiger, noch schwerer geworden. Denn seine Zahl ist nur klein. Der Feindbund hat wohl gewußt, was er tat, als er die Stärke der Pioniere auf ein Minimum, auf ein Bataillon für jede Division zu zwei Kompanien, eine Brückenkolonne und einem Scheinwerferzug beschränkte, als er den Kavallerie-Divisionen keine eigenen Pionierforma- rem Maßstabe, zwischen den einzelnen Siedlungen Befestigungsanlagen entstehen wie an Der französischen Ostgrenze. Die moderne Zivilisation Im Fernen Osten, von der gelben Rasse ebenso beherrscht wie von der weißen — es wird ein Bild sein, wie man es vor zwei Jahrzehnten kaum für möglich gehalten hat. Und es wird sehr nützlich gleiche Schule für die Laufbahn des Festungsbau- Feldwebels vor. Fällt doch auch der Bau, die Unterhaltung der wenigen, Deutschland verbliebenen Festungen der Pionierwaffe und ihrer Vertretung im Reichswehrministerium, der JnspekÜon der Pioniere und Festungen zu. In der Materialausrüstung muß der Pionier des Reichsheeres sich gleichfalls nach der Decke strecken, die ihm der Feinhbund zugeschnitten hat. Er verfügt nicht über den unerschöpflichen Park geländegängiger Kraftfahrzeuge jeder Größe, über Brückenbau- und Brückensprengtanks, wie seine Waffenkameraden in anderen, in ihrer Rüstung nicht beschränkten Heeren. Er gibt sich zufrieden mit pferdebespanntem Brückengerät. Er verfügt über keine Motorbootsflotte, die mit Fährbetrieb einsetzen kann, wenn der Feind durch Artillerie- und Fliegerfeuer, wie in jenen Tagen des Jahres 1918 an Der Marne, den Bau fester Brücken immer wieder unterbindet. Er freut sich, wenn er hier und da ein Motorboot sein eigen nennen, einen Jnnenbordmotor in ein Ponton einbauen kann. Dennoch, er verzagt nicht: den Stahlhelm auf dem Kops, die Maske zur Gasabwehr bereit vor der Brust, den schweren Tornister auf dem Rücken, Schanzzeug und blanke Waffe an der Seite, Handgranaten und Patronen am Koppel, das Gewehr, die treue Waffe des Scharfschützen in der Faust, so steht er da, bereit, seine Pflicht z u tun, w i e es die Väter taten. Er wM, ein höherer Lohn winkt seiner als irdischer Lorbeer und Kreuze, wie es ihm verheißen ist in seinem Kampfund Trutzlied, in dem Lied, das er immer wieder singt auf dem Marsch und am Lagerfeuer, in dem Lied von dem Pionier aus dem Argonner- w ald : „Und kommt man vor das Himmelstor, Argonnerkämpfer stehn davor. Argonnerkämpfer, tritt herein, Für dich soll hier der ewige Frieden feint* tionen zubilligte, sondern es ihnen überließ, ein paar technisch geschickte Leute aus ihren Eskadronen nebenbei im Pionierdienst auszubilden. Seine Aufgaben aber haben sich gegen die Vorkriegszeit verdoppelt und verdreifacht. Wer wußte damals viel vom Tarndienst, vom Nebelgerät und vom Vernebeln, von Tankminen und Tankabwehr, alles Dinge, die heute jedem Pionier geläufig sein müssen. Auch über Eisenbahnbau und Eisenbahnzerstörungen, über Starkstromanlagen, über den Bau und die Beseitigung elektrisch geladener Hin- dernisie muß er Bescheid wissen. Denn er muß ja einspringen für die Eisenbahntruppe und alle die anderen technischen Sonderformationen, die der Feind uns versagte. Zwölf Jahre, sagt ihr, hat er dafür auch Zeit, sich weiterzubilden. Aber ich sage euch, auch die reichen nicht, ihn in allen Sätteln sicher zu machen. Denn nebenbei will er doch auch noch ein brauchbarer Infanterist, ein sicherer Schütze und Handgranatenwerfer werden, der sich selbst seiner Haut zu wehren weiß, soll er doch zu einem Lehrer in allen technischen Dingen für die anderen Waffen, zu einem Führer der eigenen Truppe heranwachsen, soll er jede Stunde bereit sein, seinem Volksgenossen im Kampf wider die entfesselten Elemente, bei Feuersbrünsten und Wassersnöten, uns Helfer zu werden. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich zu spezialisieren, nach alter Pionierüberlieferung der eine als „Pionier", der andere als „Pontonier", der dritte als „Mineur" zu glänzen. Ein trefflicher technischer Unterricht auf der Heeresfackschule für Gewerbe und Technik, die bei jedem Bataillon errichtet ist, kommt ihm zu Hilfe. Er dient gleichmäßig seiner Schulung für einen technischen Zivil-, beruf nach Ablauf feiner Dienstzeit, soll ihm den Meisterbrief als Schlosser oder Elektriker, das Be- ahigungszeugnis zum technischen Beamten ver- chaffen. Die Offizier-Anwärter bildet die Pionier- chule München für ihren verantwortlichen Beruf, )ie technisch besonders beanlagten Unteroffiziere die japanische Meldung von Torpedos, die mit einem dem Tode geweihten Menschen besetzt sind. Die Mine ist gewaltig verbessert, trägt sechs hohe Sprengladungen und weiß sich sogar gegen ihren Feind, den Otter, zu wehren, das Schneideinstrument, das die Schiffe rechts und links neben sich oder auch hinter sich herschleppen, um die - Ankertaue von Minen abzuschneiüen. Feindliche Annäherung verrät weithin die U n • terwasferhorcheinrichtung, die auch den Unterseebooten das Leben erschwert. Diese letzteren sind in einzelnen Exemplaren (Frankreich) bis zu 3000 Tonnen angewachsen und führen zwei schwere Geschütze (kurze 20,3 Zentimeter). Ihre Bewährung steht noch dahin. Mit Scheinwerfern holt man heute bei dunkler Nacht Ziele bis zu 6000 Meter heran, weitere Beleuchtung im Nachtgefecht geben die Leuchtgranaten. Infrarote Optik vermag den Nebel zu durchdringen, vorerst noch als Photographie, später vielleicht auch im Sehinstrument Japans Wehrsiedlung. Das japanische Kolonialministerium hat beschlossen, in Mabdschukuo 1 0 0 0 0 Reser- d i ft e n anzusiedeln. Die dortige Regierung hat selbstverständlich zugestimmt und bereits jede Unterstützung zugesagt. Die Siedler, so gibt das japanische Kolonialministerium des weiteren bekannt, werden „ausreichend bewaffnet" — „zum Schutz gegen Uebersälle". Daraus läßt sich schließen, daß die Siedlungen längs der Grenze gegen China und Rußland angelegt werden: insbesondere von dorther wird Japan in Mandschukuo- bedroht. Es handelt sich also um eine ausgesprochene Wehrsiedlung. Und so hört man denn auch, daß ihre Anlage nach strategischen Gesichtspunkten erfolgen wird. Man erinnere sich dabei, wie im letzten Jahre des Großen Krieges die Front aufgelockert wurde. Widerstandsnester, verhältnismäßig schwach bemannt, dafür um so stärker bewaffnet, wurden im Trichtergelände eingerichtet, räumlich nicht selten weit auseinander, scheinbar also je nach dem freien Ermessen der Mannschaft und nach der örtlichen Gelegenheit — doch auf den Karten der höheren Stäbe sah man die einzelnen Widerstandsnester durch Linien verbunden, woraus sich dann die Einsicht ergab, daß die Zickzacklinie der Front durchaus nicht willkürlich, sondern sehr planmäßig entstanden war. Ebenso planmäßig, wie gesagt: nach strategischen Gesichtspunkten, wird Japans Wehrsiedlung in Mandschukuo angelegt, nur daß hier die Widerstandsnester nicht in Trichtern eingerichtet werden — Siedlungsgehöfte treten an ihre Stelle. Wahrscheinlich wird man zur Sicherung gegen Artilleriebeschuß viel Eisen und Beton bei ihrem Bau verwenden, rote sich überhaupt denken läßt, daß hier, wenn auch in anderer Form und fleine- schlacht, in der drei große englische Schlachtkreuzer nach englischer Darstellung im deutschen Feuer „wie »len sanken", sowie die übrigen Erfahrungen ien, Torpedos usw. zu weitgehenden Verbesserungen im fremden Kriegsschiffbau geführt haben. Vor allem wurden die Linienschiffe durch den Anbau von seitlichen Wulsten stärker vor Unterwassertreffern geschützt, was freilich den Nachteil hatte, daß die Dockgelegenheiten sehr vermindert und erschwert wurden, so daß z. B. östlich von Malta nur ein einziges Dock — in Singapore — für solche Riesenschiffe existiert. Gleichzeitig wurde nach deutschem Muster der innere Schiffbau bedeutend verbessert, Panzerschotten eingezogen, die Munitionskammern besser gesichert usw. Die neue Luftwaffe zwang weiter zur Verstärkung des Panzerdecks, zu Splitternetzen und Flotte denkbar. Freilich, so unbedingt sicher wie in früheren Zeiten kann auch das stolze Albion sich Heute, im Zeitalter der weittragenden Geschütze, die über den Kanal hinüberreichen, und der Luftbombenflotten nicht mehr fühlen, zumal seine Flotte die Meere nicht mehr so ausschließlich beherrscht wie in früheren Zeiten. Rußlands europäische Grenzen bieten zwar im allgemeinen keinen natürlichen Schutz, aber seine geopolitische Sicherheit beruht in der ungeheuren Ausdehnung und Unwegsamkeit seines Gebietes, die auch dem stärksten Feinde — man denke an Napoleon 1812 — zur Katastrophe werden kann. Und schließlich die Lage zu den Weltmeeren. Nie hätte Deutschland im Weltkriege so vollständig niedergerungen werden können, wenn nicht seine ungünstige Lage zu den Ozeanen seine völlige Absperrung von jeder überseeischen Zufuhr möglich gemacht hätte. Nur das rohstoffarme Italien befindet sich in ähnlich ungünstiger Lage, da auch ihm durch Sperrung des Gibraltar- und des Suezkanals die Verbindung mit Uebersee ahne weiteres genommen werden kann. Frankreichs Küsten können bei ihrer ^unlt) Westfalenlande! Einzelne Gruppen eilen i ihnhi voraus. Aexte, Beile und Drahtscheren in - denVZ:usten, einen Puloersack über der Schulter. . Dei?lwarze Kragen kennzeichnet sie als das,- was -• sic Ititi. als Bahnbrecher des Sieges, als Pio- ni i|rci { Im Handumdrehen find sie an den Schan- : 3eru!ii fr-ingen in den Graben. Palisaden hemmen /'dort iiren Weg. Der Leutnant greift schon zur : Axst D:i drängt sich der Pionier Klinke an ihm vorch«: „Herr Leutnant, ich werde Luft schaffen! • BeG einer als zehn!" Er schleudert den Pulver- sack7 ctpen die Balkenwand. Er stößt die brennende ! Lu-chi hinein. Ein Feuerblitz, ein Knall! Erdbrocken, • ^oM^immer wirbeln empor. Zersplittert liegen reckst !iie Palisaden, verstümmelt, verbrannt links G dkrvfiwende Pionier. Durch die Lücke stürmen die jj Raimrcfoen in das Werk. Die Schanze ist ge- noAnn en. Der Pionier Klinke ist zur Derkörpe- Pioniergedankens geworden. In Spandau, > ber: t,n Pionier-Garnison, steht in Erz gegossen < !eu®e’jitmal. Sein Vorbild aber lebt in den Herzen sind ein echtes Erzeugnis der Motorenzeit. Der Schiffsantrieb steht zögernd auf der Grenze zwischen Dieselmotor und Dampfturbinen für Höchstdruck. Beide halten sich an Gewicht und Leistung noch etwa die Waage, jedoch haben die Dieselschiffe den Vorzug sparsameren Verbrauchs und daher höherer Seeausdauer. Das beste Beispiel sind die deutschen Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer", denen ein Fahrbereich von 15 000 Seemeilen zugemessen wird. Das bedeutet die Möglichkeit eines wochenlangen Aufenthalts in See zum Handelsschutz, oder rein theoretisch eine Seestrecke von Kiel bis weit über Yokohama hinaus oder nach Colombo hin und zurück, zweimal hin und her nach Neuyork. Der Brennstoff ist heute nur noch das Del, obgleich in England eine gewisse Bewegung die Entwicklung zurück zur bodenständigen und schußsicheren Kohle erzwingen möchte. Die Flugzeugträger, auf deren Deck die auf See gebräuchlichen Flugzeugtypen (mit Landegestell) aufsteigen und landen können, machen z.Z. allgemein eine Entwicklung zu kleineren Dimensionen durch (12 000 bis 20 000 Tonnen), nachdem die riesigen englischen und amerikanischen Exemplare (bis zu 36 000 Tonnen) als zu groß, schwerfällig und exponiert erkannt wurden. Neu ist die Kombinafion Kreuzer mit Flugzeugdeck, wie in Schweden und Amerika. Neb-m D’-’^n Man weiß, daß die Ergebnisse der Skagerrak-1 feindliche Artillerie kaum beikommen kann, wird Unrht in hör hroi nrnfco onrtfifrho PirbtnÄtFrpmpr * fyeute für die Abwehr an der Küste und in be- ‘ grenzten Meeren hohe Bedeutung beigemessen, sie Noch größere Steigerung wird jedoch erreicht den französischen und italienischen Flottillenführern, die bereits 41 und sogar 43 Knoten geleistet haben. Das sind 77 Kilometer in der Stunde, also schon eine recht gute Zuggeschwin- oenen Frankreich Typen stehen die Flugzeugmutterschiffe für See- i o , , , . , _ , flugzeuge, die ihre Flugzeuge nut Katapult av- sein, diese japanische Wehrsiedlung bis in ihre schießen und mit Kran oder mit Hilfe eines nach- --------------- geschleppten Landesegels wieder einsetzen. — Alle größeren Schiffe haben Flugzeuge an Bord. Bei leid. (SiQticn zugestandeu werden sollen, von der natup i5j greinen geopolitifujen Lage dieser Län- inbb, bür usgehen. Wesentlich sind in dieser Hinsicht für > Yi b Üi Beurteilung der Sicherheit vor allem: das I i r ti um 11 d) e Verhältnis zu den anderen is 8 mil-imischen Mächten des Erdteils, die Länge und ). VLrridigungsfähigkeit der Grenzen, die Lage ntMH !*n Weltmeeren. Nach diesen Gesichts- öypiNten soll einmal die geopolitische Sicherheit Der Mi,cr^iüiscyen Großstaaten geprüft werden. fib 2° utschlands räumliche Lage in Der Mitte ndk-EiM as, Die so viele Vorteile in oerkehrspolitischer ton&uub ultureller Hinsicht hat, hat zu allen Zeiten elterber »eschichte feine Sicherheit auf das neri*S8| d» e r ft e beeinträchtigt. Fast alle starken gch.Mui: rmächte des Erdteils sind seine unmittelbaren sp^Mcharn, daher wird es von jedem größeren Kon- lanJliüt mitbetroffen, und seine Grenzlande sind von > tre uer der Schauplatz zahlreicher Einfälle seiner !0 ^Nllichurn gewesen, wenn nicht gar, wie im Dreißig- 15 ^jä-iftlpn Kriege ober zu Napoleons Zeiten, das c ^gcnZiDeutsche Reich von Feinden überflute! wurde. > ftjSir m Versailles erfolgte Neuordnung Europas, n g-iöcar Hem Die Zerreißung Des Deutschen sftariP 0t en s in zwei Teile und Die Zusammendrängung Detsi Kutschen Volkes auf einen viel zu kleinen 3wai> hat Die geopolitische Sicherheit Des Deutschen ieschiBAkb. auf ein Mindestmaß herabge - 1 fjbb irii t, die Möglichkeit feindlicher Uebersälle ver- ideswiÄfcht. Kein anderer europäischer Grohstaat lebt ®o:avi| nur entfernt in ähnlicher räumlich bedingter e KUiWsrheit. Das meerumspülte England hat iummW’rtiiupt keinen unmittelbaren Nachbarn, Frank- i Kreit und Italien liegen an Der Peripherie lonit-befli irdteils und brauchen sich nicht wie das ein= ler tfgcgtyjrte Deutschland nach allen Seiten zu schützen. gesi^UW u ß la n d schließlich ist in Europa nur von MoiÄ chwächeren Mittel- und Kleinstaaten umgeben, in sdi'Ü fv»h sind, wenn sie von Den mächtigen Nachbarn ^jtugiwen gelassen werden. IM Iud hinsichtlich Der Verteidigungsfählg- BMfe'itber Grenzen ist Deutschlands Lage be- fonnbe'5 ungünstig. Die deutschen Landgrenzen sind heyite mehr als doppelt so lang als die FrWn^eichs und zum größten Teil ohne jeden [efc-n ui ii r l i d) e n Schutz. Sie sind im Osten und großen Teil auch im Westen außerordentlich n^kschMi zu verteidigen, und trotzdem ist ihnen in M DesTsolles jeder unmittelbare Festungsschutz, ji# bet lüi der zahlenmäßigen und waffentechnischen jch Schwche des deutschen Heeres doppelt notwendig >n.Kroate, versagt worden. Unsere Nordseeküste IflitUpr infolge der vorliegender^ Inseln und Watten /n|(rj d i di: r angreifbar, ihre wichtigsten Handels- \to'ftam!e, Hamburg und Bremen, liegen über 100 5op Äiibr-ter vom offenen Meere entfernt, auch hat mesr hr beschränkte Küstenbefestigungen gelassen. ,av- ArK Vc Ostsee aber ist das Meer fast überall bis )e'- Dieüt in die Küste befahrbar, und alle größeren A^KMeGtädte bis auf Flensburg, Stettin und Königs- wi bei«® liegen Dort im Bereich moDerner :hi f sgeschütze; Küstenbefestigungen fehlen f fafit olllig. issrm n k r e i ch s Landgrenzen sind dagegen fast übhc durch schwer zu überschreitende na tür = Ml i hi Hindernisse geschützt, die Pyrenäen, die *" Achei den Oberrhein. An der verhältnismäßig e.M^kuiiize- Strecke seiner Nordvstgrenze, die des natür- Schutzes entbehrt, wird es binnen kurzem M teilten ununterbrochenen Befestigungswall Cafe Restaurant Liebigshöhe Q Eis Einladung Artikel AS Aussichtsreiche, herrliche Terrasse. 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Mai 1934, nachmittags 2 Uhr. empfiehlt allen SA.-, SS.- und Stahlhelm-Formations Vereinen und Gesellschaften seine Räumlichkeit Große und kleine Säle stehen zur Verfügung. - Zu Verabreichung gelangen la Speisen und Getränk Die Preise sind den örtlichen Verhältnissen angepaii Vergessen Sie bitte nicht, an den Pfingstfeiertag-i bei Ihrem Ausflug das obige Lokal zu besuchen.- Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Her^e°e^ der Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder- kaufen Sie bei Ernst Muth Großhandlg., Ludwigstr. 42 Festredner: Pfarrer Kornmann zu Laubach, ßaurat Kessel zu Büdingen. Sonderzüge: Butzbach West ab 12,4oUhr Muschenheim an 13.19 Uhr Muschenheim ab 18,50 Uhr Butzbach West an 19.30 Uhr Droßdorf SllslnMMl MM Skalier norm. Steunö 2. Vswsst-Seievtas LanzmuM la Speisen und Getränke Eigene Metzgerei 3085D Ein Lolk, das Mütter und Kinder darben läßt, gibt sich selbst auf. Schützt die deutsche Mutter und ihre Kinder! Boönenflongen LllUWsWe mafdiDfoflen billigabzugeben. Z.VMöfer marüurger Str. 24 3. B. HAUSER, Gl£Sst ' AM OSWALDSGARTEN^^A zrreis Ulsfelr». = er. jjomberg, 18. Mai. Die hiesige Ortsgruppe d e r NSDAP, veranstaltete gestern Abend in der gut besetzten Stadthalle einen Schu - Rechts- und Staatswissenschaft 367 Manner und ir Frauen, Medizin 805 Männer und 144 Frauen, Philologie 660 Männer und 361 Frauen. 3m Segelflugzeug von Darmstadt nach Biedenkopf. LPD Biedenkopf, 18. Mai. Gestern liß sich der von Hirzenhain bekannte Segelflieg,, Fischer in Darmstadt von einem Flugze^ hochschleppen und unternahm hierauf einen Fern-, flug nach Biedenkopf. Nach 41/2ftunbigia Flugzeit landete der wagemutige Flieger glatt netz einigen Schleifen und Loopings über Der Statt auf der Kreuzwiese. Dem Flieger fallt durch Leistung der von der Stadt und hiesigen Geschäft» leuten gestiftete „Preis von Biedenkopf"^. Feierta; mio ab 4 Klaviere, l Harmoniums w. fachgemäß u.preisw. gestimmt u.rev. Mtfina Gieren, LadwißstraheSp. Televh.2403. Verkauf ü.neu u. gebr.Klav. 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Pfingsttag im Kurhaus von 4 bis 6 Uhr nachmittags Konzert von 8l/4 Uhr ab abends Tanz Zum Tanz wird ein Eintrittsgeld von 50 Pfennig erhoben. Inhaber von Kurkarten haben freien Eintritt. Bad Salzhausen, den 17. Mai 1934. Hessische Badedirektion Bad Salzhausen, 302811 „Jagtilößcb'liiteBholeii Am 1. Pfingst- _ _ - Fei^Th„ Konzert Waldgirmes am 2. Pfingstnachmittag Sthauiuvnen mit nachfolgendem TANZ bei Gastwirt Weimer. 3045p lüngsabend unter der Leitung des Ortsgruppenleiters Damm. Als Redner des Abends sprach Dr. Schmidt - Darmstadt über Rassefragen, ferner nahm er Stellung gegen das üble Treiben her Miesmacher und der Konfessionshetzer. Seme Rede fand stürmischen Beifall. Im Verlaufe des Abends wurde auch der in dem badischen Kalibergwerk Buggingen tödlich verunglückten Arbeitskameraden in pietätvoller Weise gedacht. Schlecht besuchtes Sommersemester in Marburg. )( Marburg, 16. Mai. Heute war letzter Einschreibungstag zum Sommersemester der hiesigen Universität. Die Zahl der Studierenden Hot gegenüber früheren Jahren, wo manchmal die Zahl 4000 überschritten worden ist, erheblich abgenommen Die W der Studierenden im Sommersemester 1934 beträgt nur 2761 (davon 2220 Männer und 541 Frauen), gegen 3811 im Sommersemester 1933 und 3371 im letzten Wintersemester: Auf die einzelnen Studienfächer verteilen sich die Studierenden wie folgt: Theologie 388 Männer und 20 Frauen, 2. Feiertag, 20 Uhr, Konzert mit Tarn: Tanzgeld 30 Pf. Gastwirt Heinrich Dechern TANZ Am 2. Pfingstfeiertag gut besetzte Tanzmusik. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet freundlichst ein: 3078D Hans Oppermann, Gastwirt Alten-Buseck Am 2. Pfingst- _ h, Tanz im schönen Dillenburg. Beliebter Luftkurort, Sommerfrische und Wochenendaufenthalt im hügeligen Bergland zwischen Westerwald und Sauerland. Von allen Seiten bis dicht an die Stadt heranreichenderHochwald. Schöne Spazierwege mit herrlichenAussichspunkten. Ruine der Stammburg der Oranier mit gewaltigen unterirdischen Befestigungsanlagen. (Besichtigung). Wilhelmsturm mit Museum. Gartenlokale: Kur- vark, Schloßaarten n. Burggarten. Unterhaltung. Gute Unterkunft für Gesellschaften und Vereine IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW WMgerMsemMrWMlM in Werg Wen) Die ordentliche Mitgliederversammlung findet Sonntag, 27. Mai, nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus der Frau Repp Wwe., Grünberg, statt, wozu ich die Mitglieder einlade. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Vereinsangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Grünberg (Hessen), den 19. Mai 1934. 2. pfingst-Feiertag Große öffentliche Tanzmusik bei Gastwirt Heinrich Braun, Wieseck Den verebrlich.Einwohnern, Verein en u. Gesellschaften v. Gießen und Umgegend bringe ich hiermit meine Lokalitäten in empfehlende Erinnerung. 3041d Große Restanrationsräume und Säle Schöner schattiger Garten Gnt gepflegte Biere nnd Weine Täglich frische Schlachtung ans eigener Metzgerei — Speisen nnd Getränke unübertroffen billig Wellersburg 3. Pfingstfeiertag 4 Uhr ab 3082 V Oberheffen. Landtreis Gießen. ♦ Arnsburg, 19. Mai. Am Pfingstdienstag findet hier, wie alljährlich, das Jahresfest der evangelischen Erziehungsanstalt statt. Festredner sind Pfarrer Kornmann zu Laubach und Baurat Keffel zu Büdingen. Aus diesem Anlaß verkehren auf der Butzbach-Licher- Eisenbahn 2 Sonderzüge. (Siehe heutige Anzeige!) Kreis Schotten. § Ulrichstein, 18. Mai. Seit Jahren bestand hier schon die Absicht, die Wasser leitun 9 auch bis zu den Höfen zu führen, die jenseits des Schloßberges im Gilchbachtale liegen und den Namen Langwasser tragen. Nun gelang es, im Zuge der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auch diesen Plan zu verwirklichen. Nachdem schon seit Beginn der milden Witterung fleißig an der neuen Leitung gearbeitet worden war, konnten gestern die Bewohner dieses abgelegenen Ortsteiles zum ersten Male Wasser aus der Leitung entneh- wird immer größer, wenn Sie ein sehlechtsitzendes undlästiges Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß u. ärztl. Verordnung haben sich viele Bruchleidende selbst geheilt. Garantieschein. Probezeit 14 Tage. Bandagen v. RM.15.- an. Kostenl. Besprechung in: Gießen, Mittwoch, 23. Mai, von 3 bis 6 Uhr, im Bahnhofhotel „Lenz“. Nidda, Donnerstag. 24. Mai, von 8 bis 11 Uhr, im Hotel zur Traube. Friedberg, Freitag, . Mai, von 8 bis 11 Uhr, im Hotel Deutsches Haus. Außerdem Leihbinden«-a= K. Ruffing, Spezialbandagist, Köln, Richard-Wagner-Str. 16 Pfingstsonntag, nachm. ab 4.30 Uhr KONZERT Musikzug der SA.-Standarte 116 BEROSCHENKE Eintritt 35 Pf. 02633 Kinder frei! men. Da bisher das Wasser größtenteils aus dem Gilchbach geholt werden mußte, bedeutet der Anschluß sowohl wirtschaftlich, als auch gesundheitlich einen großen Vorteil, der auch von den Bewohnern dankbar begrüßt wird. Pfingsten ins Meingold 1. Feiertag ab 20 Uhr gutes Familien-Unterbaltungskonzert! Gut gepflegte Helle und dunkle Exportbiere sowie la Weine. Aufmerksame Bedienung. 3075D Burg Staufenberg Inhaber: Theo Meisen Am 2. Pfingstfeiertag ab 3 Uhr Tanz im Freien und im großen Saal. 3053 d VoranzeigeI 27. Mai 1934: Großes Militär-Konzert! denn die Betriebskosten werden entscheidend durch den Kraftstoffverbrauch bestimmt. Die sprichwörtliche Sparsamkeit nur ca. 6 Liter = RM 2.40 guf 100 Kilometer der DKW-Front-Wagen, bei Fahrdurchschnitien von 60 km/st auch auf schlechten, nassen oder glatten Straßen, kennzeichnet am besten ihre Überlegenheit Zweilald - Hochleistungsmotor *1 Frontantrieb t Voll-Schwingachsen i Selbsttragende Sicherheitskarosserte : deshalb die Fo r i s c b r I li 1 i c h s t e n und Sparsamsten! Sol ch’ unf reiwi 11 iges Schwitzbad" erspart sieh, wer einen Gasherd to* Kochen im heißen Sommer, wenn das Thermomct^1' im Schatten zeigt, wäre eine Qual, wenn es bei nicht die wundervoll praktischen Gasherde gäbe, ä>e Hitzeabgabe nach außen schnelles und müheloses K ermöglichen. Ein Hahn mehr aufgedreht — und im entwickelt derselbe Gasherd, ohne Staub und R° > wohlige Wärme im ganzen Raum. Schon ihrer Gesundheit zuliebe sollte sich jede jetzt die große Auswahl moderner Gasherde bei J.B- wenigstens einmal ansehen. Anschauen kostet nichts — kaufen kostet nicht v Bandsägen von 30-90 cm Rolldm. 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