Samstag, 18. August 1954 184. Jahrgang Nr. 192 Erstes Blatt nk. •le« 3m ren ii m iS in in 4 ^kt ‘en Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezuaspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn Postscheckkonto: Frankfurt am Main Hb86 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Unwerstiätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Nps.. für Textanzeigen von 70mm Breite 60Npf.,Platzoorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. 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Wieder war die Kraft der Nation zu einem Bruderkrieg angeseht und verbraucht worden, der deutsche Menschen gegen Deutsche führte. Die inneren Bande unseres Volkskörpers begannen sich damit schnell zu lockern und zu lösen und an die Stelle eines Volkes traten klassen- mäßig bestimmte Erscheinu n g e n , die statt einer kraftvollen nationalen Solidarität zu dienen, internationalen Gedanken und P h'a n t a s i e n nachliefen. D e Zersplitterung durch das Parieiunwesen. werden konnte, gab das wirtschaftliche Leben die parteibildenden Motive in einem um so reichlich^ ren Umfange ab. Bis zu 46 Parteien hat sich dieser Wahnsinn allmählich ausgewachsen. Was aber bedeutet eine Nation, was bedeutet ein Bott auf dieser Wett des harten Daseinskampfes. das den wichtigsten fragen seines Lebens in einer solchen Zersplitterung gegen- Diese Entwicklung wurde begünstigt durch die Konstruktion unseres Verfassungslebens, die in einer falsch verstandenen Auslegung der Lebensinteressen und Volksrechte der Nation einer verderbten parlamentarischen Demokratie auslie, ferte. Nicht der tatsächliche V o l k s w i l l e wurde durch sie zum Ausdruck gebracht sondern nur die Mängel dieses Volkes. Unzulänglichkeit, Ha b- heit, Schwäche, Feigheit, Ungewlssenheit begannen sich unter dem Mantel der parlamentari chen Jnstttu tion dem Volke als Regiment zu präsentieren. Die Folgen sind katastrophal gewesen. . u Kalbst zu den natürlichsten und wichtigsten Fragen des Gesamtlebens der Nation war es jährigen Arbeit, die — ob freiwillig oder unfrei» willig — dereinst einmal als eine Wandlung und Entwicklung von geschichtlichem Ausmaß feftgefteUt werden wird! (Starker Bei- fall.) Em deutscher Soldat wie die Millionen anderer. Hamburg, 17. Aug. (DNB.) Im großen Sitzungssaal des Rathauses hielt der Führer und Reichskanzler Adolf Hiller am Freitagabend die nachstehende, über alle Sender verbreitete Rede: Meine deutschen Volksgenossen und Genossinnen! Als unser greiser Generalfeldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg nach einem gesegneten Leben die Augen schloß, gab es nicht wenige Menschen außerhalb des Reiches, die in feinem Tode den Beginn schwerer innerer Kümpfe in Deutschland sehen wollten. Elemente, die wir nie versöhnen können, zitterten auf einmal förmlich in erwartungsvoller Besorgnis, bei der, wie so oft, der Wunsch als Vater des Gedankens Pate stand. „Schwere Unruhen in Deutschland", „Drohender Zerfall der nationalsozialistischen Bewegung", „Kampf zwischen Partei und Reichs- wehr". „Streit der einzelnen Führer untereinander um die Nachfolge-Frage", dies war der Inhalt der Schlagzeilen einer bestimmten Presse, deren aufrichtiges Mitempfinden mit dem Schicksal unseres Volkes und Reiches aller Welt bekannt ist. Man lebte in diesen Kreisen wohl in der angenehmen Hoffnung, daß eine wochenlange führerlose Zett des Reiches die Möglichkeiten bieten wurde durch ein endloses Spiel von Kombinationen ine Oeffent- lichkeit in und außer Deutschland zu verwirren, um solcherart zur an sich schon vorhandenen internationalen Unsicherheit noch ein weiteres beizuttagen. 3m Interesse des deutschen Volkes und des Reiches ist dieses Spiel gestört worden! Sie dürfen mir, meine Volksgenossen, glauben. daß wir sonst natürlich den Weg gewählt hätten, erst den Appell an das Volk zu richten und dann seine Entscheidung auszuführen. Das Ergebnis wäre in diesem Fall nicht anders gewesen. als so. Indem die Reichsregierung, legal berechtigt, die Zusammenlegung der beiden Aemter verkündete, hat sie getan, was nach den vorhandenen Umständen das Volk selbst gefordert haben würde. Meine persönliche Auffassung zu diesem Problem ist in dem Brief an den Herrn Reichsinnenmimster eindeutig und klar zum Ausdruck gebracht. Deutschlands ewiger Dank für Hindenburg. Der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg war vom Schicksal auser- sehen, der g r o ß e M i 11 l e r zu fern zwischen dem Deutschland der Vergangenheit und dem der Zukunft. In seinem ehrwürdigen Alter, entrückt jedem eigensüchtigen Wunsche, war er für uns alle ber überpersönliche Repräsentant u n ■ | e r e s Vvolkes. Ich habe in den letzten anderthalb Jahren oft und oft der Vorsehung gedankt, daß nach ihrer Fügung die nationalsozialistische Bewegung durch meine Person noch den Treueid in die Hände dieses wahren VatersderNa- fion ablegen durfte, dah sie mir nach so schweren Kämpfen endlich doch noch die gütige Freundschaft des alten Herrn schenkte und somit ein Verhältnis begründete, das mich beglückte. für die Nation aber von hohem Nutzen war. „ ., Der Herr Generalfeldmarschall und Reichspräsident ist eine einmalige Erscheinung gewesen und kann nicht erseht werden. Seine Mission als R e i ch s p r ä s i d e n t wurde durchihnselbst erfüllt. N i e m a n d s o l l künftig mehr diesen Titel weiterführen. Der Führer stützt sich auf sein Volk. So logisch aber die Verbindung der beiden Funktionen ist und so verfassungsrechtlich einwandfrei das Gesetz der Reichsregierung diese Frage löst, so sehr muß i ch e s a b l e h n e n, das Recht zu diesem gewaltigen Schritt der Neuformung des Deutschen Reiches aus einer früher erteilten Vollmacht abzuleiten. !Rein I Das Volk selbst soll darüber entscheiden! Indem ich damit der einstigen endgültigen Gestattung der Verfassung des Deutschen Reiches nichts vorwegnehme, glaube ich. dah es mir gelingen wird, dem Titel des deutschen Reichskanzlers für die Zukunft neue Ehre zuzufügen! Das Recht, eine so kühne Auffassung aussprechen zu dürfen, entnehme ich einer nunmehr bald 15- mit geistigen Waffen, sondern ein Krieg mit kaum! nicht mehr möglich, eine einheitliche Slellung- mind^r grausamen Mitteln, als wir sie vier Jahre nähme zu erzielen. lang vorher kennengelernt und erlebt hatten. Ebenso a(s Arhl der Weltanschauungsgebiete man- war der Ausgang dieses Kampfes für Deutschland vorhandener oder hierzu brauchbarer 3been nicht weniger bedeutungsvoll, als der zlusgang des | mehr weiter gespalten und damit vermehrt großen Krieges selbst. Da erst entschloß ich mich, 1 <---xu auch an diesem Kampfe teilzunehmen, um nun als politischer Soldat weiterzuftreiten für das Schicksal unseres Volkes. Was Millionen andere taten, habe ich ebenfalls getan. Der unpolitische Kämpfer des Weltkrieges wurde nun kämpfender Politiker. Und zwar im Entschluß sofort, in. der Durchführung allerdings erst nach monatelangen mneren Ueberlegungen und seelischen Kämpfen. Unser Volk war — wie so oft in der deutschen Geschichte — w^der einmal von einer revolutionären geiftig-weltanschau- Kann man annehmen, daß auch nur das kleinste Ge chäft gedeihen könnte, wenn feine Führung in 20 oder 30 Auffassungen auseinanderfiele? Wird em Bauernhof lebensfähig fein, der von sieben oder zehn verschiedenen Meinungen regiert wird? Ja, ist überhaupt eine erfolgreiche Arbeit denkbar, wenn ein Dutzend Absichten sich ihrer bemächtigen? Man sage aber nicht, daß diese Parteien ja wenigstens in den großen Fragen ohnehin zu einer einheitlichen Auffassung gekommen waren, denn man müßte doch wohl die Frage aufwerfen, weshalb man sie dann überhaupt erst ins Leben rief? Nein! Diese parla - mentarifdje V e r f a 11 sd e m o k r a t, e hat noch zu allen Zeiten Völker und Staaten zu Grunde gerichtet. Sie druckt nicht den Willen des Volkes aus, sondern dient nur dem Ehrgeiz und den Interessen kleiner und großer ge- wissenloser Dolksverführer. Der katastrophale Verfall. Der Verrat in -er Heimat. Als aber der Kamps an der äußeren Front sein tknde aesunden hatte, waren Heimat und Volk C zALsh t> H und in innere Fronten "" ?//t Die" deutsche Nation erschien von den wildesten ^Leidenschaften ergriffen, aufgelöst in sich ; DeJt* unh blutig bekämpfende Klaffen, Parteien LL Künde. Sr inner/ Kampf war wirklich nicht eine bloße theoretische Auseinandersetzung' Die Wirkung dieser Art von Slaalsführung in Deutschland war verhängnisvoll. Seit sich diese parlamentarische Demokratie der Nation endgültig und restlos bemächtigt hatte, trat ein Verfall auf allen Gebieten ein. Nicht nur politisch, kulturell und moralisch wurde Deutschland zersetzt und geschwächt, nein, auch wirt- schafllich gingen die Voraussetzungen verloren, unter denen am Ende allein ein so unermeßlich komplizierter und empfindlicher Organismus gedeihen kann. Dieser wirtschaftliche Verfall trifft aber nicht den Unternehmer, den Bürger oder überhaupt einen be- vorrechteten Stand, sondern er trifft alle. Ob Gei- stes- oder Handarbeiter, ob Stadt- oder Landbewoh- ner, der Zusammenbruch der nationalen Wirtschaft eines Volkes ist ein Vorgang, der niemanden übersieht, ausschließt oder auslaßt. Und wenn auch auf einen Unternehmer hundert Arbeiter kommen, dann geht beim Zusammenbruch dieses Ge- schäftes wohl nur ein Unternehmer zu Grunde, aber mit ihm auch hundert Arbeiter So wie sich ihre wirtschaftliche Existenz aufgebaut heit, reiht diese sie gemeinsam in den Abgrund. Datz die Menschen dies nicht sehen wollen, hängt nicht selten damit zusammen, daß die Katastrophe nicht alle im selben Augenblick und in der gleichen Schärfe trifft. Doch am Ende spielt weder die Zeit, noch die Reihenfolge hier eine Rolle. Es ist auch ein Trugschluß, zu glauben, daß man auf die Dauer die Wirtschaft in Bmnen- und Export-Wirtschaft teilen könnte. Das wirtschaftliche Leben ist eine Funktion des gesamten Volkskörpers. Im großen gesehen, wird diese Funktion entweder einen gesunden und normalen Verlauf nehmen und dann allen zugute kommen, oder sie wird versagen und dann ebenso alle in Mitleidenschaft ziehen. Die Fesseln -es pariamen- lanschen Systems. Es ist aber klar, daß die politische Zersetzung eines Volkskörpers zwangsläufig auch das Ende jeder Autorität ist. Ohne sie aber gibt es kein gesundes Funktionieren der Wirt- schäft! Denn sowie eine Staatsführung, von der Parteien Gunst und Haß ergriffen, unfähig wird, notwendige Entschlüsse zu saften und durchzuhalten, wird sie auch unfähig, notwendige wirtschaftliche Maßnahmen zu treffen, ja überhaupt der ILirt- schäft die feste Führung und den festen Schutz anqedeihen zu lassen, ohne den diese nun einmal nicht zu bestehen vermag. Und wehe, wenn em Staatsregiment erst einmal abhängig ^on den Parteien, die sich selbst als „wirtschaftliche Der- ; tretunqen" deklarieren. Denn dann wird die Staats- ■ führung abhängig von den Wünschen einzelner i Wirtschaftsgruppen. Sie wird damit die Dienerin i ein eiliger Wirtschaftsinteressen und damit . unfähig, über den verständlichen wirtschaftlichen - Hoffnungen der einzelnen die berechtigten Interessen ; der Gesamtheit wahrzunehmen. Eine Slaalsführung kann aber nicht den Ar- 1 beitgebern dienstbar sein, so wenig wie den ’ Arbeitnehmern. Nicht Stabt oder Land, nicht dem handel und nicht der Industrie, sondern ausschließlich dem gesamten Volk. (Starker Beifall.) Sie muh wissen, was dieses Volk in seiner Ge- selbst zu gestalten. Ich habe aber niemals für diese meine Auffassungen Propaganda gemach niemals versucht, sie anderen auszuzwingen, genau so wie ich mich aber auch selbst feinem solchen anbe! ^i^3unTr?ü?Un5 L bÄMunj und in diesem Willen bin ich m traut Sekunde des großen Ringens wankend geworden. Ebenso wie ich gleich meinen ^^mpsernzu- liefst überzeug, war, einem schuldlos angegriffenen Volk zu dienen. unschuldig am Krieger ben oieIen Mil- samkhett zum Leben braucht, und mutz diesen Le- bensnotwendigkeiten ihre Anregung und ihren starken Schuh geben. Sie darf in keiner Sekunde vergessen, dah das Leben der Ration, wann immer bedroht, von allen verteidigt werden muh, und daß daher jeder einzelne berechtigt ist, zu verlangen, dah di. Staats- jührung sich nicht einer Gruppe wirft, sondern das Interesse aller verficht. Je größer aber die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, um so größer und schwerer werden die Entschlüsse sein, die eine Staatsführung zu treffen hat. Dann kann ein Regiment nicht von 30 oder 40 Parteien seine Instruktionen empfangen und Befehle entgegennehmen, außerdem es wird in seinen Entschlüssen und Maßnahmen genau so zerrissen sein, wie seine parlamentarischen Auftraggeber. Und dann können keine klarenEntscheidungen mehr kommen, sondern höchstens Kompromisse. Dann wird man aber vor allem nicht den Mut haben, einen ganz großen und riskanten Entschluß zu treffen. Wer aber auch in der Welt gewinnen will, muß wagen. Freilich: wer überhaupt keine Entschlüsse trifft, wird auch niemals Fehlgriffe tun. Wer sich aber vom Schicksal beauftragt sieht, grohe Entscheidungen zu finden und zu treffen, muh leider auch gewärtig sein, Fehler zu be- , gehen. Es wäre aber unverständlich, von einem Regiment den Wut zu grohen Taten — selbst auf die Gefahr von mitunterlaufenen Fehlern — zu erwarten, bei dem eine Meute parlamentarischer Auftraggeber von vornherein nicht das Gute interessiert, sondern nur auf die Mißerfolge lauert, die etwa eintreteu könnten! In größer daher die Aufgaben, um so untaug- licher ist dieses System. Es züchtet keine verantwortungsfreudigen Menschen, sondern verängstigte Hasen oder pfiffige Schieber. Es tötet jede Persönlichkeit, erstickt iede Initiative und lähmt jede Leistung! Tatsächlich setzte denn auch der Verfall des deutschen Volkskörpers und der Verfall der deutschen Wirtschaft in rapider Schnelligkeit ein. Es war aber besonders entsetzlich, zu sehen, wie sich die Kraft der Selbstbehauptung einer großen Nation im Laufe weniger Wochen von außen nach innen wandte und dort in wilden Weltanschauungskämpfen und in wildem Bruderkrieg einfach verbraucht wurde. Es ist nicht nötig, im einzelnen eine genauere Darstellung dieser Periode des Verfalls zu geben. Sie ist Ihnen noch in Erinnerung! Deutschland hat damals in wenigen Wochen so viel an Achtung vor der übrigen Welt verloren, als vielleicht nur in vielen Jahrzehnten wieder gutzumachen ist. Aus der Wirrnis und dem Durcheinander der damaligen Kämpfe aber ergab sich besonders folgende Tatsache: Die Spaltung des l Zwei geistige Auffassungen rangen in unserem Volk miteinander, die sich beide als stark genug : erwiesen hatten, unzählige Menschen bewußt oder unbewußt in ihren Bann zu ziehen. Millionen lebten in einer Welt s o z i a l i st i sch e r Vorstellungen, die sie wohl im einzelnen nicht zu definieren vermochten, die aber im gesamten ihnen als etwas Beschlossenes und Notwendiges erschien. Dieser sozialistischen Auffassungswelt stand gegenüber eine nationale. Auch hier mochten die Definitionen weit auseinander gehen, allein auch hier umschloß das Schlagwort „national" eine Summe- von Dorstellunden, die zu einer Gesamtauffassung führte, für die Millionen bereit waren, ihr Letztes hinzugeben. Das Entscheidende war nun, daß die berufenen ober sich berufen dünkenden Vertreter dieser ! beiden Auffassungen grundsätzlich die These verfochten, daß zwischen diesen beiden Welten nicht nur jede Verbindung fehle, sondern dah sie sich zwangsläufig in Todesfeindschafl gegenüber- skehen mühten. Die sozialistische Welt wurde in erster Linie von den Arbeitern der Hand bewohnt, die nationale von den Arbeitern der Stirn. Wenn diese Erscheinungen nicht zur Vernichtung Deutschlands führen sollten, dann mußte in einer menschlich abmeßbaren Zeit eine der beiden zum Sieger werden. Denn auf die Dauer kann eine Nation nicht bestehen, deren geistige Arbeiterschaft in der organisierten Arbeiterschaft der Faust den Todfeind und umgekehrt desgleichen sieht. Das drohende Schlimmste war daher auch nicht eine Ueberwin- dung des bürgerlichen Nationalismus durch den Marxismus, sondern das Schlimmste war die Verhärtung dieses Zustandes, war die langsame endgültige Aus- deutschen Volkes. einanderspaltung des deutschen Volkes in zwei sich selbst genügende weltanschauliche Lebenskörper. Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung lehrt uns das Beispiel der religiösen Spaltung. Dies, meine Volksgenossen, war die Lage, die ich wie Millionen andere am Ende des Krie- g e s antraf. Das war das Bild, das die Heimat den zurückkehrenden Soldaten bot und das sich in den folgenden Monaten und Jahren nur immer schärfer zeichnete. Die Zukunft der deutschen Nation war unter solchen Umständen sehr wohl vorauszu- bestimmen. Das Unglück unseres einstigen religiösen Zerfalls fand nun einige hundert Jahre später seine politische Fortsetzung. Wieder war eine erfolgversprechende Entwicklung unseres Volkes abgelost worden durch einen wahnsinnigen Kampf von Theorien, der weder dem Bürger, noch dem Arbeiter jemals von Nutzen sein konnte. Nur eine kleine Clique internationaler Destrukteure, die den Unfrieden in der Welt liebt, weil sie von ihm lebt, konnte einen solchen Wahnsinn begrüßen. Jeder wirkliche Deuksche aber muhte auf das tiefste leiden bei dem Gedanken, dah wieder einmal all die unsagbaren Opfer Millionen braver Menschen vergeblich waren, nur weil sich unser Volk in einer irrsinnigen Verblendung gegeneinander treiben lieh, vollgepfropft von theoretischen Vorstellungen, die ihre wahre Bedeutung durch die praktische Wertlosigkeit zur Genüge erwiesen hatten. Dieser Kampf muhte am Ende im bolschewistischen Ehaos enden, was das für Deutschland bedeutet, können vielleicht auch heute noch nicht alle vollständig ermessen! Volksgemeinschaft statt Parteiunsug. Angesichts dieser Erkenntnis vermochte ich es damals nicht, in eine politische Parteiwelt einzutreten, die meiner Ueberzeugung nach nur zum Verderben der Nation führen mußte. Dies waren die Ueberlegungen, die mich beherrschten: Wenn der Nationalismus unserer bürgerlichen Welt und der Sozialismus unserer Marxisten sich niemals vereinigen ließen, wenn damit die Masse der Intelligenz die Beziehungen zur Masse des Volkes endgültig verlor und wmn endlich dadurch die Nation, d. h. also das deutsche Volk der vollkommenen Auflösung, Ohnmacht und damit auch der wirtschaftlichen Vernichtung verfiel, dann hätten die beiden Theorien für dieses Volk keinen Wert. Denn Theorien sind nichl dazu da, um Völker zu vernichlen, sondern um sie glücklicher zu machen. Die ökonomischen Gesetze unseres Lebens mögen fein wie immer, aber Ideen und Grundsätze, die zur Zerstörung des ökonomischen Lebens führen, sind als Lebensgesetze un- lauglich. Parteien, die solche Ideen vertreten, kann man nicht reformieren, sondern man muh sie beseitigen. (Beifall.) Denn es ist immer noch besser, es gehen ein paar Dutzend marxistische und bürgerliche Parteien zugrunde, als ein Volk. (Lebhafter Beifall. Bravo.) Denn diese Parteien fristen ihre traurige Existenz seit einigen Jahrzehnten auf Kosten der Nation, aber das Volk hat Jahrtausende seines Lebens hinter sich und damit durch seine Opfer und seine Kämpfe ein Anrecht zum Leben in Jahrtausenden der Zukunft. Es hatte daher in meinen Augen keinen Sinn, einer dieser Parteien beizutreten, um sie etwa gar noch lebensfähiger zu machen, sondern das politische Leben hatte nur dann einen Sinn, wenn es gelang, diese politischen Parteien zu vernichten. (Starker Beifall.) Als ich daher, deutsche Volksgenossen, meinen Eintritt in das politische Leben vollzog, geschah es mit dem brennenden inneren Schwur, die Parleienwelt in Deutschland auszurotten und an ihre Stelle eine deutsche Volksgemeinschaft zu setzen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) mung. Ich war mir vom ersten Tage an darüber klar, daß dieses Ziel nicht in Wochen und Monaten oder selbst in einigen Jahren erreicht werden kann. Ich begriff die u n e r me ß l i ch e Arbeit, die ein solcher Entschluß mit sich bringt. So sicher eine Ueberprüfung der Worte „Nationalismus" und „Sozialismus" zu einer einheit- licken Definition führt, so sicher ist die Verwirk- lichung dieser Definition die Frage einer u n e n d - lichen ErziebungsarbeitamVolk. Man kann leicht verstandesmäßig feststellen, daß der höchste Nationalismus nur in eiper unbedingten Hingabe des einzelnen an das Volk feinen Aus- dru^k findet. Man wird nie leugnen, dah der reinste Sozialismus die bemühte Höherstellung des Volkes, feines Lebens und feiner Interessen über die Interessen und das Leben des einzelnen bedeutet. Allein, es ist unermeßlich schwer, diese idealistischen Erkenntnisse aus der Sphäre abstrakter Gedanken in die reale Wirklichkeit zu übersetzen. Eine Welt von Vorurteilen tritt einem hier gegenüber. Herkunft, Erziehung, Bildung, Lebensstellung, Einkommen, Armut und Reichtum haben Schranken aufgerichtet, die scheinbar unüberwindlich sind. Sie brauchen nicht bewußt böswillig zu sein, diese Menschen, und können doch nicht den Weg zueinander finden. Ein langes Leben, das hin- ter ihnen liegt, hat sie so mit Traditionen überfüllt, daß sie selbst — als vielleicht sogar schuldlose Opfer — nicht mehr fähig zu sein scheinen, das g r ö ß e r e Gemeinsame zu erkennen. Wenn ist aber damals trotzdem gläubigen Herzens an diese große Aufgabe als unbekannter deutscher Soldat des Weltkrieges ging, dann geschah es unter dem gewaltigen Eindruck gerade dieses größten Erlebnisses. Denn dah die Ueberroinbung ber einzelnen Interessen unb bes eigenen Jchs zugunsten einer Gemeinschaft möglich ist, hat in über- wältigenber Weise ber grohe helbenkampf unseres Volkes bewiesen. (Stürmische Zu- stimmung.) Millionen unb abermals Millionen haben bamals bie Freiheit unb bas Leben eines Volkes verteibigt, bas ihnen bamit im gesamten mehr wert war, als bas Leben im einzelnen. Denn es aber möglich ist, Millionen von Menschen im Kriege bis zum Lebensverzicht einer Gemeinschaft zu weihen, bann muh es möglich sein, bieses Ibeal ber Gemeinschaft auch im Frieben aufrechtzuerhalten. (Beifall.) Denn es finb keine anberen Männer, bie im Jahre 1918 unb 19 unb 20 lebten unb heute unter uns leben, als bie, bie in ben wahren 1914 bis 18 ihre Pflicht erfüllten. Rur bie Führungen haben sich geroanbelt Ich war überzeugt, daß es gelingen muß, für eine neue Jdee der Volksgemeinschaft allmählich auch die Menschen zu erobern. ffienn es aber einer Widerlegung der Kleingläu- bigen bedurfte, so könnte es keine größere und fchlagendere geben als die: Meine Herren Zweifler und Kritiker! Vor 15 Jahren habe ich dieses Werk als unbekannter Frontsoldat begonnen, ohne Der- mögen und ohne Ihre werte Unterstützung. Ja, ohne daß ich selbst auch nur einen bekannten Namen be- festen hätte. Ohne Ihre Presse, ohne die deutsche Wirtschaft, ohne die Mithilfe sog. prominenter Kopfe des öffenllichen Lebens (Stürmischer Bei- fall), dafür aber — gegen die alten und gefestigten Parteien, gegen ihr Kapital und ihre Presse, gegen die ganze öffentliche Meinung, gegen den Staat und jeine MachU Hub heute hat dieser mein Kampf zu einem Erfolg geführt, der in der ganzen deutschen Geschichte einst als historische Wende gellen wird. (Händeklatschen.) Nein, die Gedanken und Prinzipien des Kampfes von damals waren richtig. Wenn jemals der Erfolg Beweiskraft besitzt, bann in diesem Falle. Denn nicht nur der Sieg dieser damals so verlachten und verspotteten Idee ist eingetreten, sondern auch die erwarteten Erfolge sind gekommen. Oer große Wandel. Wenn Sie heute, meine Volksgenossen, die Stellung unseres Volkes politisch, wirtschaftlich und kulturell vergleichen mit der vor 15 Jahren, dann werden sie nicht einen Wandel ableugnen können, der in manchen Dingen noch vor kurzem als unmöglich angesehen und bezeichnet wurde. Allerdings gibt es auch heute in Deutschland noch viele Menschen, die die innere Gesetzmäßigkeit dieser Entwicklung nicht begreifen. Sie erkennen nicht, daß dieser Kampf nur durchführbar war durch eine neue Bewegung, die sich dieser Aufgabe in fanatischer Inbrunst verschrieb. Dieses Himmelreich konnte nicht von Feigen ober Halben erobert werben. Rur solche Männer unb Frauen taugen für biefen Kampf, bie bereit finb, sich ihm bis zur Selbstaufopferung hinzugeben. (Bravo!-Rufe.) Und weiter können so viele nicht verstehen, daß eine solche Zusammenfügung von Menschen nur nach großen und einfachen Gesichtspunkten hin wirksam werden kann. Nur das Allernotwendig st e wird als das Gemeinsame zunächst in den Vordergrund gestellt werden müssen, und es bleibt der Zeit überlassen, die auf dieser großen allgemeinen Basis gesammelten Menschen in ein immer engeres Verhältnis zueinander zu bringen. Nur wenige lapidare Grundsätze kann das politische Glaubensbekenntnis einer solchen Bewegung umfassen. Was aber in so großen Fragen erst einmal den Weg zueinander gefunden hat, wird allmählich von selbst nach einer einheitlichen und gemeinsamen Beantwortung und Lösung auch der anderen Lebensaufgaben streben. So wie ich vor 15 Jahren ben unerschütterlichen Glauben an ben Sieg ber von mir bamals begrünbelen Bewegung besaß, so ist mein Glaube unerschütterlich an bie Vollendung bie- fes Werkes (Beifall); bie Zett hierfür kann aber nicht nach einigen Jahren bemessen werben. Es ist auch gleichgültig, ob ber einzelne von uns bies noch erlebt ober nicht. Enlscheibenb ist, baß bie richtigen Prinzipien unseres Kampfes unentwegt, beharrlich unb mutig vertreten werben. Dann wirb bie Zufammenfügung bes deutschen Volkskörpers sich mehr unb mehr ber Vollenbung nähern. Wenn ich heule roieber wie schon so off an bie deutsche Ration appelliere, bann will ich in ber Tatsache biefes von mir begonnenen unb durch- geführten Kampfes meinen größten (Erfolg unb damit meine Rechtfertigung sehen. (Starkes Händeklatschen.) Denn alles, was seit dem 30. Januar an Besserung in Deutschland eingetreten ist, war nur bie Folge dieses Kampfes für eine neue deutsche Volksgemeinschaft. (Stürmischer, nicht endenwollender Beifall.) Er hat die schwersten Opfer gefordert. GeZ rade die Zweifler und Kleingläubigen, die mir tau« sendmal nachwiesen und versicherten, daß selbst bet Gedanke an einen Erfolg dieser Bewegung eine Lächerlichkeit sei, sie werden nun um so weniger bestreiten können, daß zum mindesten eine unermeßliche Arbeit und ein unermefc« licher Fleiß nötig waren, um dieses ihneö selbst so fanatisch erschienene Ziel zu erreichen. Es war mir möglich geworden, im Laufe dieser Jahre eine große Schar bester Mitkämpfer aus allen L e b e n s s ch i ch t e n unseres Volkes zu finden und zu sammeln. Was sie an Genialität und Fleiß in ewig unermüdlicher Arbeit einsetzen mußten, um mit mir diesen Staat zu erobern, kann nur der ermessen, der weiß, wie schwer es ist, mit nichts den Kampf für etwas Großes in diesem ßeben anzufangen, aufzunehmen und durchzuführen. Darüber hinaus forderte dieses Ideal von vielen Blut und Freiheit. All denen, die sich weniger in Deutschland, als in der übrigen Well entrüsten über die Härte der nationalsozialistischen Resolution, möchte ich nur zu bedenken geben, dah die nationalsozialistische Bewegung in ihrem legalen Kamps um die Macht allein nahezu 400 Tote und über 43 000 Verletzte zu beklagen hatte. Es war auch hier nur der Wille zur deutschen Volksgemeinschaft, der uns allen nach dem Siege Sie Selbstbeherrschung und Zurückhaltung gab. W ir wollten nicht Blut vergießen, wollten keine Rache üben, sondern wollten nun erst recht die Menschen für die neue Gemeinschaft erobern und gewinnen. (Lebhafte Zustimmung.) Wir wissen, daß für viele der Weg in diese neue Erkenntnis schwer ist. Wir wissen auch, daß die Bewegung bei der Verkündung ihrer Ideale sich irdischer Wesen bedienen muß, die selbst nur zu leicht der menschlichen Unzulänglichkeit erliegen. Allein ich möchte jedem zu bedenken geben, daß der Ausbau einer Strmee zwei- und dreihundert Jahre Zeit erfordert, dah Religionen zweitausend und mehr Jahre an der Erziehung ihrer Priester- schäft tätig sind, und daß dennoch die menschliche Schwäche sich niemals ganz überwinden läßt. Wer will ein Urteil fällen über eine Bewegung, bie vor fünfzehn Jahren mit garnichls unb aus nichts heraus begonnen würbe unb heute eine ganze Ration zu führen hat! (Starker Beifall.) Ich weiß, es wird viele Jahrzehnte erfordern, um der Größe dieser Aufgabe auch nur annähernd die entsprechenden persönlichen Werte der Führung zur Verfügung zu stellen. Oer Dienst am Volk. Allein: Vor uns steht das Volk. Es war dem Verfall und Untergang geweiht. Das Elend von Millionen Menschen schrie zum Himmel. Die Würdelosigkeit des überwundenen Systems trieb uns die Schamröte ins Gesicht. Ich habe es daher gewagt! Das Schicksal gab mir bie Männer, unb wie sie waren, muhte ich mich ihrer bedienen. Was an uns schlecht ist, kann nicht besser sein. Was gebessert werden kann, wird durch Besseres ersetzt. Immer aber muß ich der Nation die Größe der uns ge ft eilten Aufgaben und die Kürze der Zeit zur Berücksichtigung empfehlen. (Beifall, lebhafte Zu» stimmung.) Es ist nicht nötig, dah ich Ihnen in dieser Stunde ein Bild gebe, was in den letzten IVz Jahren in Deutschland geleistet wurde. Es geschieht dies heute jeden Tag, und Sie selbst sind ja lebende Zeugen. Allein ich möchte dich, mein deutsches Volk, nur bitten, alle diese Probleme und Aufgaben nicht als einzelne Erscheinungen, sondern als etwas Großes und Gesamtes zu beurteilen. Niemand hat das Recht, sich selbst in den Mittelpunkt dieser Betrachtung zu stellen, denn ich gestehe freimütig, daß ich in diesen 15 Jahren niemals die Interessen einer einzelnen Person ober etwa eines Standes allein sah, sondern stets nur der Gedanke an das Leben unseres ganzen Volkes mich berührte. Das wir daher immer wieder an Opfer fordern, muß gefordert werden. Was immer wir als Hilfe geben, muh gegeben werben. Wenn aber ber einzelne die Empfindung besitzt, daß ihm nicht alles wurde, was er vielleicht geglaubt zu verdienen, dann bitte ich zu bedenken, dah wir nichts geben können, was uns nicht das deutsche Volk wiedergibt, dah unser ganzer Kampf nur ein fortgesetzter Ausgleich ist auf der einen Seite und eine Mobilisierung ber Leistungen ber Entschlossenheit und Lebenskraft unseres Volkes auf der anderen. Keine Nörgelei, sondern Mitarbeit. Ich möchte weiter mich hier ganz kurz mit denen beschäftigen, die meinen, zu Unrecht in der Freiheit ihrer Kritik beschränkt zu sein. In meinen Augen ist Kritik keine lebenswichtige Funktion an sich. (Stürmische Zustimmung.) Ohne Kritiker kann die Welt leben, ohne Arbeiter nicht. (Bravo!-Rufe.) Ich protestiere dagegen, daß es einen Beruf geben soll, der aus nichts anderem besteht, als ohne eigene Verantwortung besserwissend den Menschen dreinzureden, die Arbeit und Verantwortung tragen. (Händeklatschen.) Ich habe in meinem Leben 13 Jahre lang gegen ein Regiment gekämpft, allein nicht in negativer Kritik, sondern im positiven Hinweis auf das, was geschehen solle. (Bravo!-Rufe, minutenlange Beifallkundgebungen.) Und ich habe keine Minute gezögert, sowie mir der hochfelige alte Herr bie Verantwortung gab, sie zu übernehmen unb ich trage sie nun vor bem ganzen beutschen Volke. Unb es wirb keine hanblung geschehen, für bie ich nicht mit Kopf unb Leben vor biesem Volk ein st ehe. ((Erneuter stürmischer Beifall.) Allein ich darf zumindest bann vor diesem Volk dasselbe Recht beanspruchen, das jeder Arbei- ter und Bauer und jeder Unternehmer auch für sich in Anspruch nimmt. Was würde der Bauer sagen, wenn, während er sich im Schweiße seines Angesichts abrnüht, auf feinem Hof dauernd einer herumspazieren wollte, mit keiner anderen Beschäftigung als herumzunör- 9ein, herumzukritifieren und Unruhe zu stiften? (Stürmische Zustimmung.) Was würde ein Arbeiter tun, der vor seiner Maschine steht und nun dauernd oon einem Menschen angeredet wird, der an sich nichts kann, auch nichts tut, aber ihn ununterbrochen benörgelt und bekrittelt? Ich weiß, sie würden solche Erscheinungen keine acht Tage aushalten, sondern sie zum Teufel jagen. (Bravo!) Die Organisation der Bewegung gibt hunoert- tausenden von Menschen bie Möglichkeit, im po- Mvar Sinne mitjuarbdten an der AHallung unseres nationalen Daseins. Jebe wirkliche Anregung unb jebe wirkliche Mitarbeit wirb dankbar begrüßt. Allein Menschen, deren einzige Tätigkeit es ist, die Tätigkeit anderer zu begutachten und schlecht) umachen, ohne selbst jemals eine praktische Verantwortung zu übernehmen, vertrage ich nicht. In diesem Staat soll jeder irgendwie mitkämpfen und — schaffen. In diesem Staat soll es kein Recht auf Rürgelel geben, sondern nur ein Recht auf bessere Leistung. (Bravo! - Rufe und Händeklatschen.) Wer eine Tätigkeit besser zu machen versteht, wer eine bessere Erkenntnis anstelle einer schlechteren zu sehen vermag, wer einen Schaden aufzeigt, um den richtigen Weg zu weifen, der hat jede Möglichkeit, sich zu äußern und zu betätigen. Ich habe freilich In meinem bisherigen Leben immer wieder gesehen, daß man stets nur Menschen findet, die es besser wissen, als Menschen, die es besser können. (Lebhafter Beifall.) Und auf tausend, die sich melden, um eine Arbeit zu beurteilen und ihr Gutachten abzugeben, treffen kaum 10, die gewillt sind, s e l b st mitguarbeiten. 99 v. H. aller berufsmäßigen redseligen Kritikaster werden schweigsam im Mo- ment, in dem man sie einlädt, ihr besseres Wissen nun durch eigene Arbeit in der praktischen Wirklichkeit zu beweisen. Heute abend Wiederholung. Berlin. 17. August (DRV.) Die Reichssendei leitung teilt mit: Die grohen Hamburger Kundgebungen vom Freitag mit den Reden des Führers vor der Belegschaft der Werft Blohm & Voß, bei der Kundgebung im Hamburger Rathaus und vom Balkon des Rathauses werden am heutigen! Samstag, von 20 bis 22.30 Ahr, über M dntjchen Sender »Htor fcail Sie Grundlagen der neuen Staatsführung nichts w ö r u n g Zwei Tatsachen für die Wett Die Gemeinschaft schaffender Menschen Sie Revolution ist abgeschloffen-Sie Evolution DieTreue desMrers.-Am Deutschland! fenruhm vor niemanden zu rehabilitieren. (Stürmische Zustimmung.) Die Gerade hier in dieser gewaltigen alten -ansastadt des Reiches muß aber die Einsicht in Fleisch und Diese Staatsführung aber wird von zwei Teilen letragen: politisch von der in der national- oiialistischen B e w e g u n g organisierten Ich habe es mir als Aufgabe gestellt, dem deutschen Volk eine Staatsführung zu geben, die als beste Repräsentantin seines Willens unabhängig ist und unabhängig sein soll von allen Einflüssen, die das Staatsregiment zum Büttel bestimmter einzelner Interessen machen wollen. Die Regierung des deutschen Volkes kann nur verantwortlich sein ihrem V o l k e und niemals einer einzelnen Interessengruppe. Rur in dieser souveränen Stellung kann sie von allen Deutschen als unparteiische und gerechte Führung der Ration angesehen und anerkannt werden. Ls muh jedermann Im Volke das Vertrauen besitzen können, dah seine Regierung für ihn genau so vorhanden ist, wie für den anderen. So wie die Gesamtheit aller Staatsbürger durch ihre Lasten und Abgaben das Reich erhalten, so muh die Führung des Reiches auch allen verpflichtet fein und kann nicht einer einzelnen Gruppe dienen. Es ist sehr schwer, ein solches Regiment aufzu- richten, allein es ist dann um so nötiger, es i n Schutz zu nehmen vor allen Angriffen, die seiner souveränen Autorität Schaden zufügen könnten. Denn daran muß das ganze Volk interessiert sein, daß seine Staatsführung eine u n - abhänaige Vertretung seiner Lebens- i n.t e r e s s e n ist. Bauer und Arbeiter stellen das große bluts- mähige Reservoir unserer völkischen Kraft dar. Indem ich für sie kämpfe, kämpfe ich für die Zukunft der deutschen Ration, wenn ich diese , beiden Stände dem verfall entreihe. rette ich indirekt auch den deutschen Mittelstand. Ie mehr wir aber der Welt beweisen, dah keine Macht und keine Kraft uns wirtschaftlich zu brechen vermag, um so eher wird bei dem einsichtsvollen Teil der anderen Völker die Erkenntnis wiederkehren, dah es zweckmähiger ist, gemein- > sam am Wiederaufbau des wirtschaftlichen Lebens der Völker zu arbeiten, als sich gegenseitig zu bekriegen. Führung gelingt, ihr Schicksal zum Guten zu wenden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv, Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Der- antwortlich für Politik: J.D.: Ernst Blumlchein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 1010CL Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts°Buch. und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. deutsche Regierung aber hat es nicht nötig, kriegerische Erfolge anzustreben, denn ihr Regiment ist unerschütterlich begründet und getragen vom Vertrauen des gesamten Volkes. (Erneute Bravo!-Rufe, stürmische Zustimmung.) Die deutsche Reichsregierung braucht keine auhenpolitische Erfolge solcher Art zur Stär- kung ihrer innerpolilischen Position. (Hände- klatschen.) Es wird, so will ich es hoffen, der IS. August dieses Jahres der Welt gegenüber ein neues Bekenntnis fein der sicheren Festigkeit des heutigen Deutschen Reiches, der Zuverlässigkeit dieses Staates, genau so wie der Friedensliebe von Volk und Staatsführung. Versorgung unseres Volkes mit den notwendigen Lebensgütern garantieren, wenn ein autoritäres Regiment überlegen und mutig den Kampf dafür aufnimmt. Und dazu sind wir entschlossen. (Bravo-Rufe.) An der Spitze unseres handelns werden nach wie vor die Mahnahmen 311t Rettung des deutschen Bauern, sowie jene zur Uebecrotnbung der deutschen Arbeitslosigkeit stehen. Und gerade hier kann ich dem kleingläubigen Zweifler nur das eine sagen: wenn es gelungen ist, in eineinviertel Iahren über 4,5 Millionen Menschen in Arbeit und Brot zu bringen, dann wird es uns auch gelingen, mit dem Rest ebenfalls fertig zu werden. Es wird gelingen, weil es gelingen muh. oaten Lebens werden. Ich baue dabei zuerst auf die Treue und Zuverlässigkeit der Bewegung, die den heutigen Staat geschaffen hat. Sie muh sich immer mehr als eins fühlen mit dem Leben und den Lebensaufgaben der deut- fchen Ration. Sie muh wissen, dah dieser Staat ihr Staat ist und dah sie für sein Gedeihen daher die schwerste und höchste Verantwortung trägt. In ihren grohen Gliederungen der politischen Organisation, der SA.» SS., dem Arbeitsdienst, der Iugend. der Arbeitsfront. der Frauenschaft usw. muh sie der Schmelztiegel sein, der die deutschen Menschen immer mehr zueinander zieht und miteinander verbindet. Sie hat sich daher in der Treue, der Disziplin und der Sauberkeit vorbildlich zu verhalten und zu führen. Ihre Moralauf- sassung muh mustergültig sein, was in ihr krank oder verdorben ist. kann nicht geduldet werden, R a t i 0 n a l s 0 z i a l i st ist nicht der, der nach mehr Rechten strebt, als vielmehr jener, der bereit ist. mehr Pflichten zu uberneh- nehmen (stürmische Zustimmung), so wie dies in der Zeit unseres Kampfes hunderttausende unserer braven Parteigenossen. SA.- und 55.- Männer opferwillig, tapfer und treu getan haben. Schuh der kulturellen Werte. n auszulegen. Diese Konstruktion aber gibt zugleich dem Reiche die Gewähr einer würdigen Vertretung seiner L e b e n s i n t e r e s s e n auch nach außen. Zwei Tatsachen muh die Welt wissen: Erstens: das Deutsche Reich wird seine Ehre und feine Gleichberechtigung niemals pre 1 sge b e n. (Stürmischer, langanhaltender, steigernder Beifall.) Das deutsche Volk wird geordnet in feinen inneren Verhältnissen und Angelegenheiten d i e Sicherheit und Unabhängigkeit des Reiches gegen jedermann verteidigen. (Beifall.) Und zweitens: Die deutsche Regierung ist wie das deutsche Volk erfüllt von dem bedingten Wunsch, zur Wahrung des Friedens auf dieser Welt das höchstmögliche beizutragen. Die deutsche Armee braucht ihren Was- Feder Volksgenosse muß abstimmen! Wer ist abstimmungsberechtigt? Berlin. 17.Aug. (DRV.) Entgegen Gerüchten. die systematisch von Saboteuren aus- geftreut werden, wird nochmals darauf hingewiesen, dah s e l b st v e r st S n d l i ch jeder Volksgenosse zur Wahlurne gehen muh. und dah nicht abgegebene Stimmen nicht etwa als 3 a - Stimmen gewertet werden, sondern dem großen Bekenntnis für den Führer am 19.August verloren gehen. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, daß wie bei jeder Wahl, wahlberechtigt ist. wer das 2 0. Lebensjahr vollendet hat, d. h. alle Volksgenossen und Volksgenossinnen sind abstimmungsberechtigt, die vor dem 19. August 1914 geboren sind, und deren Ramen in den Wahllisten enthalten sind. Es Ist daher auch klar, daß die Zeit der deutschen Revolution abgeschlossen ist. Die nationalsozialistische Bewegung hat das Reich erobert. Es ist nicht möglich, daß gegen den willen und die Auffassung dieser Weltanschauung Deutschland regiert wird. Wohl aber ist es sicher, dah die Erziehung von Volk und Staatsführung überall und an allen Stellen zum Geiste dieser Weltanschauung noch viele, viele Jahre Zeit erfordert. Als ich am 30. Januar vom verewigten Herrn Reichspräsidenten mit der Bildung und politischen Führung der nationalen Regierung betraut wurde, schloß ich mit zahlreichen Mitarbeitern, die nicht aus der Bewegung getont- men waren, einen treuen Bund, der auch in Zukunft nicht gelöst werden wird. In den anderthalb Jahren der nun hinter uns liegenden gemeinfamen Arbeit hat ein fachlicher und persönlicher Zusammenschluh stattgefunden, der dem deutschen Volk nur Rut- «n brachte. Die Verbindung der weltanschaulichen Kraft und Sicherheit des Rationalsozialismus mit einem hohen fachlichen Können anderer Kräfte unseres Volkes hat uns und damit Deutschland vor fraglichen Experimenten und schweren Rückschlägen bewahrt. Millionen Deutsche aber, die vorher aus tausenderlei Gründen nicht zu uns standen oder uns vielleicht sogar bekämpften, wurden gerade dadurch ausgeföhnt mit einem Regiment, das keinen anderen Wunsch hat, als D e als ch - lands beste und fähigste Menschen auf allen Stellen und Platzen unseres Lebens zur Auswirkung 3u bringen. f Die Evolution, die unter der nationai- sozialisiifchen Staatsführung in den nun folgenden Jahrzehnten den allmählichen vollkommenen Ausbau des Reiches zum neuen deutschen Volks st a a t hin vorzunehmen hat, erfordert im Innern nationalsozialistische Disziplin, höchste Ordnung und unbedingte Ruhe. Es ist mein unerschütterlicher Entschluß, jeden, der es wagen sollte, diese Entwicklung zu verhindern. oder gar durch Gewalt zu hemmen. persönlich zur Verantwortung zu Ziehen. Und ich werde dabei nicht von dem Grundsatz ausgehen, auf unwissende, weil nur verführte kleine Menschen schießen zu lassen, sondern ich werde in jedem solchen Fall die verantwortlichen Schuldigen vor der Autorität des nationalsozialistischen Staates und feiner Führung zu Boden zwingen. (Händeklatschen, stürmischer Beifall.) Im übrigen wollen wir alle dafür sorgen, daß Treue und Loyalität Grundsätze unseres öffentlichen und pri- Sie gibt weiter der Staatsführung die Möglichkeit, dort, wo sich Schäden zeigen, rücksichtslos eingreifen I U IU11 U I! U) e U y c c u u.. y ............... zu können. Nur unter diesem Regiment ist es mog. Volksgemeinschaft, militärisch von der Wehr- lich, auch die großen Djebe zu hangen, macht. Istatt sie laufen zu lassen. (Starker Beifall.) Und ebenso können mir auch meine böswilligen Verleumder nicht bestreiten, daß ich in diesen 15 Jahren mich nie gewandelt habe. Ob Im Glück oder im Unglück, ob In der Freiheit oder im Gefängnis, ich bin meiner Fahne, die heute des Deutschen Reiches Staatsflagge ist, treu geblieben. (Heil!-Rufe, tosende Beifallskundgebungen.) Und sie alle können des weiteren nicht behaupten, daß ich irgendeine politische Hand- lung in meinem Leben um eines persönlichen Vorteils willen begangen oder unterlassen habe. Und sie müssen endlich zu- geben, daß, im Großen gesehen, dieser mein 15jähriger Kampf fein erfolgloser war, sondern dah er eine aus nichts entwickelte Bewegung in Deutschland zum Siege führte und dem deutschen Volke eine neue und bessere Stellung nach innen und außen gab. Was man mir aber an wirklich gemachten Fehlern nachzuweisen in der Lage ist, will ich gerne verantworten und auf mich nehmen. Sie liegen alle nur innerhalb der Grenzen, die bte menschliche allgemeine Unzulänglichkeit für jeden zieht. Ich kann aber demgegenüber darauf Hinweisen, daß ich niemals in meinem Kampf e e in e Handlung begangen habe, von der ich nicht überzeugt mar, daß sie 3 u m N u h ° n d ° - d ° u t - fchen Volkes sein wurde. (Stürmische Beifalls- kundgebungen, Heil!-Rufe.) Denn seit ich im politischen Kampfe stehe, beherrscht Mich befehlend, so wahr mir Gott helfe, nur ein Gedanke: Deutschland! (Stürmischer Beifall.) Wenn ich mich aber gegen den Unfug einer solchen Zersetzung wende, dann geschieht es weil ich als das Wichtigste für die tzanze Zukunft ansehe, die Aufrichtung einer wirklichen Auto- rität der Führung der Nation. internationale Der unterlassen, es zum Bö,-.. ~ - Immer aber leben sie von der einzigen Hoffnung, daß unser Volk wieder in innere Zwie- tracht versinken möchte. Wir kennen unser Schick- al durch die Jahrhunderte hindurch nur zu genau, lls daß wir die Folgen übersehen konnten. Immer waren es Deutsche, die sich ZU verbündeten fremder Absicht hergegeben haben. Ehrgeizige Fürsten, habsüchtige Kaufleute, gewissen, lose Parteiführer und Parteien. Sie sind immer wieder Schildknappen fremder Interessen gegen das el92)te Ho°ffnun^auf?o'lche Hilfe hat öfter als einmal Deutschland in schwerstes Knegsungluck hmem- gestürzt. Die Geschichte soll uns eine Lehre fern. Ich halle es daher für notwendig, daß gerade jetzt solchen Spekulationen gegenüber das deut che Volk immer von neuern seine unerschütterliche Einheit betont und nach außen hin dokumentiert. Richt meinethalben habe ich um diese Volksabstimmung gebeten, sondern des oeut- i chen Volkes wegen. Richt ich benötige zur Stärkung oder Erhaltung meiner Position ein solches Vertrauensvotum, sondern das deutsche Volk braucht einen Kanzler, der vor der ganzen Welt von einem solchen Vertrauen getragen wird. (Heiü-Rufe, tosender Beifall.) Denn ich bin nichts, meine Volksgenossen, als Euer Sprecher und will nichts Jem als der Vertreter Eures Lebens und der Der- teidiger Eurer L e b e n s i n t e r e f | e n. Der nationalsozialistische Staat bekennt sich zum p o s i t i v e n C h r i st e n t u m. Es wird mein au - richtiges Bestreben sein, die beiden großen ch st- lichen Konfessionen in ihren Rechten zu schütze , ihren Lehren vor Eingriffen zu bewahren und in ihren Pflichten den Einklang mit den AuffassmAen und Erfordernissen des heutigen Staates herzustellen. (Bravo!) Es ist weiter mein Entschluß, die gr o ß e nk u l - turellen Werte unseres Volkes aus Vorzeit und Vergangenheit zu bewahren und weiter zu for. dern. Das deutsche Volk, das auf jo. nie en ®eb eten menschlichen Kunstschaffens unvergängliche Leistun gen he Dorgrtrajt f)at foU sich zu btefen Stftopfun. |en einer wahrhaft edlen Kultur in freudigem Sfolz bekennen. Oer wirtschaftliche Neuaufbau. .roS,n wirtfchastlichen Aufga- b ®n „9or die uns die Zeit gestellt hat, zwingen uns zu ebenso schweren Entschlüssen, wie zu zacher Äusäuer Allein wir zweifeln keine Sekunde, baß „“r Mnt der Autorität des neuen Regiments auch diese Probleme zu läsen in der Lage fein werden, Erfinder tne Fähia. keit deutscher Wirt,chastsfuhrer, der Fleiß fowohl als die überlegene Geschicklichkeit des deutschen Ar- beiters die Arbeitsamkeit unseres Bauern einerseits, sowie die Grundfläche unferer Ernährung und der Reichtum unseres Bodens andererseits müssen die Wenn ich Ihnen, meine Volksgenossen, in dieser Stunde die Versicherung gebe, daß, ganz gleich, welche wirtschaftliche Not an uns je herantreten solle, wir tatkräftig und entschlossen ihr zu begegnen wissen werden, so muß ich aber auch das Volk bitten, uns dabei zu unterstützen Die Kraft eines Staatsregiments ist die Kraft ihres Willens und der von diesem Willen zu mobilisierenden Kräfte der Nation. Erwarten Sie nichts von einer Regierung, was Sie nicht selbst bereit sind, ihr zu geben. Rechnen Sie mit keiner Hilfe und keiner Unterstützung, wenn Sie, das Volk, nicht in unzertrennlicher Solidarität verbunden, die Wittel dafür gewähren wollen. Rechnen Sie mit feiner Wun- derwirkung irgendeiner Maßnahme, wenn Sie nicht selbst alle Wann für Wann und Frau für Frau bereit sind, sich dafür einzusehen. Rechnen Sie mit keiner anderen Einschätzung des Reiches in der übrigen Welt, als die Kraft wiegt, die Sie selbst durch Ihre Entschlossenheit und durch Ihr brüderliches Zusammenstehen dem Reich geben. Ich selbst habe heute kein anderes Ziel vor mir, als in den 15 Iahren, die hinter mir liegen. Bravo- Rufe, stürmischer Beifall.) So, wie ich aber bisher die Erfüllung meiner Aufgabe in der Eroberung der deutschen Wenschen für diese gleichen Gedanken sah, so auch heute und in der Zukunft. Deshalb ist das Gesetz vom 3. August dieses Iahres dem deutschen Volk zum Entscheid vorgelegt worden. Wir haben d ö s e F e i n d e i n d e r W e l t. Wir können tun, was wir wollen, so wird eine bestimmte Ich habe mich nicht mit denen ausemanberw- setzen, die es vielleicht heute besser wissen, aber 15 und 20 Jahre vorher versagt hatten. Die Göttin des Glückes hat ihren Maütel lange genug über sie gehalten. Sie fanden in 15 Jahren nicht die Gelegenheit, nach ihm zu fassen. Heute hat sie sich von diesen Geistern ab gewendet. Was ihnen nicht gelungen war, das habe ich vor 15 Jahren gewagt und vor IV- Jahren gewonnen. Wenn sie fair fein wollten, mühten sie nach ihrem Versagen mir wenigstens die 15 Iahre ihrer eigenen Vewährungszelt genehmigen. Und Ich weih es: Sie werden Deutschland dann nicht wiedererkennen (Stürmischer Beifall), genau fo wenig wie Deutschland sie dann wiedererkennen wird. Und wenn sie weiter gerecht sein wollen, dann müs- sen sie mir bestätigen, daß ich m diesen 15 Jahren fleißiger gewesen bin, als meine Gegner, denn diese hatten die Macht und alles was in ihr liegt und ich mußte sie mir, von nichts ausgehend, bitter und schwer genug erkämpfen. Schwer genug ist die Last, die das traurige Schicksal unseres Volkes uns allen auferlegt. Jcy bin nicht schuldig an d i e s er Not son- bern ich trage sie nur mit E u ch u n d für Euch, meine Volksgenossen. Und wenn es selbst den einen oder anderen verblendeten Deutschen gibt, der vielleicht Freude empfindet bei dem Gedanken, diese Not könnte größer sein, als die Kraft meines Widerstandes, dann sollte der Wahn- sinnige nicht vergessen, daß er sich nicht an meinem Mißgeschick, sondern am Ungl u ck d e s d e u t - scheu Volkes weidet. (Zustimmung.) Es sind die Millionen Menschen,die das Schicksal auf ihre Führung angewiesen hat, die wehrlos sind, wenn nicht einer ihr Sprecher, Führer und Verteidiger ist. Es sind die Millionen deutscher Bauern, die ehrlich und fleißig, brav und treu ihr Brot verdienen mochten, die Millionen tüchtigster deutscher Arbeiter, bte im Schweiße ihres Angesichts tätig sind, die unzah- ligen Arbeiter/ der Stirn, es Ist diese gewaltige Gemeinschaft schaffender Wenschen, die hilflos der Vernichtung und dem Verderben ausgeliefert ist, wenn es nicht einer Es wird für alle Zukunft mein Streben fein, den Grundsätzen Geltung zu verschaffen, dah der alleinige politische willensträger in der Ration die Rationalf o- z l a 1 i st i s ch e P a r t e i, der e i n z i g e D a s- fenträger des Reiches die Wehrmacht ist. (Bravo-Rufe.) Aus der Treue dieser beiden Organisationen zum Staate beruht dessen Stärke und Kraft. An der Aufrechterhaltung dieser Konstruktion muß das ganze deutsche Volk das h ö ch st e In - ter esse besitzen, denn sie gewährt dem deutschen Staat nach innen und nach außen eine unzer- störbare Festigkeit. Sie gibt uns im Inne- r en eine stadile Ordnung, ohne die das Leben auf die Dauer nicht bestehen kann. Sie sichert dem Volke eine Regierung, die nicht von einzelnen Berufsgruppen abhängig ist, sondern der Nation allein verantwortlich bleibt. Sie enthebt uns den parlamentarischen «Streitig» feiten, Kuhhandelsgeschästen und Schiebungen, die wir noch genügend in Erinnerung haben. Sie gewährt der Staatsführung «Stabt lita t und Dauer und befähigt sie dadurch, Politik auf lange Sicht hin zu treiben. Sie gibt ihr die Unabhängigkeit von der nörgelnden Tageskntlk und macht sie somit fähig, Entschlüsse zu treffen, bie notroenbig sinb, trotzbem sie die Möglichkeit von Irrtümern in sich bergen. $ie gibt vor allem aber den unbemittelten Le- bensschichten unseres Volkes, Arbeitern und Bauern, sowie dem kleinen Wittelstand, die Sicherheit, von einem Regiment geführt zu werden, das nicht einseitigen Interessen kapitalistischer Ratur verpflichtet ist. Und wenn wir bisher schon her Vernich tun g des deutschen Bauerntums einen Nie- L?m^Überaeben° daß" die Blüte' jedes" einzelnen gel »orf Sieben tonnten, bann mirt.uns aud, ® 1^(djen Wirtschaft nur bann denkbar die endgültige Erhaltung und -Vt Ann her Baum als solcher gesund, tum9s möglich werben" Ich h°be"inber die>. e Iben *^<9 an "sich" stehen 'liVÄbZÄ'Än"111 tm ^^'Iin'ine°m' unlösbaren Zusammenhang, Volk fei einig, hilf deiner Führung! Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Alwin Winterberg, Studienrat Brunhild Winterberg, geb.Hansult Pünktlicher Mietzaliler sucht l-2-Zimm.-Wohng. Schr. Ang. unt. 04027 a.d. G.A. Gießen sÄismarckstraße 43), den 18. August 1934 4769 D Statt Karten! Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank Georg Kronenberg und Frau Else, geborene Weißbeck Gießen (Oöwengaffe?Z), den 48. August 1934 _____________________480J D Vopfpofop noQiiphf 2. Besuch v. 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Weitzbinderarbeiten. Die Unterlagen liegen im Bureau des Architekten B. v. A. Baurat Meyer, Alicenstraße 27, zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Samstag, den 25. d. 21L, vormittags 10 Uhr, an den Unterzeichneten einzu- reichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt daselbst. Gießen, den 18. August 1934. Der Vorstand des Allgemeinen Vereins für Armen^ und Krankenpflege. Pfarrer Ausfeld, Hindenburg-Wall 8. Grummetgrasversteigerung von den staatlichen Wiesen Donnerstag, 23. August, vormittags 10 Uhr, in der Gastwirtschaft „Germania" in Gießen: Gemarkung Gießen, Wieseck und Rödgen: Die gleichen Lose wie bei der diesjährigen Heugrasversteigerung. 4790V Nähere Auskunft durch unterzeichnetes Forstamt und Förster Brück, Rödgen. Gießen (Moltkestraße 3), den 16. August 1934. Hessisches Forstamt Gießen. 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Ufn 13.20 Uhr war das Flugzeug unter Führung von glugtapitan Standartenführer Baur glatt auf dem Flughafen Fuhlsbüttel gelandet. Unter den Klangen des Deutschlandliedes, des Horst-Wessel-Liedes und des Präsentiermarsches der Marine schritt der Führer bann bie Fronten ber Ehrenformationen aller Verbände a h ynb begrüßte viele Formationsführer burch Handschlag. Das Flughafengebäude trug bis zum Dach getürmt und gestaffelt riesige jubelnde Menichen- l a st. Doch diesmal war die Begrüßung anders als Die Einfahrt in die alte Hansaftadt gestaltete sich zu einem Triumphzug sondergleichen. Oer Gtaatsempfang im Rathaus Nach der Landung anf dem Flugplatz f^ Führer die Front der dort ausgestellten sonst. Neben dem Siegheil auf den Führer erklang immer wieder, nicht nur auf dem Flughafen, sondern auf der ganzen Fahrt durch die Stadt brausen^ und millionenfach das „3 a! , das begeisterte „3 a“ der Hamburger, das begeisterte „3a“ des deutschen Volkes. Wer das sehen und miterleben durfte, dem ist nicht bange um das deutsche Volk und seinen Führer. Nun schritt der Führer durch die Flughalle hindurch, hinaus zu seinem Wagen, gefolgt von feinem Adjutanten Gruppenführer B r uck n er, von Reichsminister Dr. Goebbels, von Reichs- i Pressechef Dr. Dietrich, geleitet von Reichsstatt- ----- ----- --- ... Halter Gauleiter Kaufmann, SA.-Gruppen- Die größte Sorge ist behoben: Das Barometer ist fü. rer q- u .-t unö SS.-Gruppenführer Lorenz, wieder gestiegen und strahlender Sonnen- Kurz vor 14 Uhr läuten bie Glocken schein vergoldet diesem Tag. Schon in den { 0 Kirchen. Eine Fliegerstaffel kreuzt über frühesten Morgenstunden rollte Lastwagenzug auf Innenstadt Ein Wagen und die Motorrad- Lastwagenzug in die Stadt. Alle Straßen sind . Polizei werden als Vorhut freudig be- mit Marschkolonnen gefüllt. SA. marschiert heran; 'L nber e5 bauert noch geraume Zeit, bis bie blutrot flattern ihre Sturmfahnen unb die Besitzer » P' = Bahnhof her bie Ankunft des Fuh- sind stolz und frei. Di- S A. - M ° n n - r sind stolz 7',„kund-n * r • 1 i n AfA 9l UAÖM hlt/TOU 211 1 . * • YV? _f 2Uit einem Male kommt Bewegung in die Massen: die Arme fliegen hoch, Heilrufe dringen näher und näher. Mit einem Orkan der Begeisterung wird der Führer, der im ersten Wagen steht, empfangen. Tausendfältig bricht »ch an den Häuserwänden das Echo der Heilrufe. Mit erhobener Rechten dankt der Führer dessen Wagen in langsamer Fahrt durch d»e Moncke- bergstrahe auf den Rathausptah fährt. Auch Dr. Goebbels, der im zweiten Wagen folgt wird mit stürmischen Heilrufen empfangen. Ehrentor über Ehrentor: überall grüßt das Hoheitszeichen der nationalsozialistischen Bewegung und von den Häusern leuchten überall bie roten unb weihen Plakate mit dem einen Wort „3 a . An manchen Häusern waren von oben bis unten sämtliche Fenster mit diesem Plakat beklebt: Dieses Haus sagt „3 a! Die Straßen, die der Führer durchfuhr, und m denen an manchen Stellen 4 0 und 5 0 tief die Menschen sich staffelten haben historische Bedeutung für Hamburg. In der Grin- del-Allee ging es vorbei an jener Stelle, v tm nationalsozialistischen Hamburg das Wort ergreifen. Vir danken Ihnen, daß Sie zu uns gekommen find, wir danken Ihnen vor allem aber dafür, dah Sie unsere Vaterstadt — das Tor Deutschlands — gewählt haben, um von hier aus zu Ihrem Volke und zur Welt zu sprechen. Hamburg blickt stolz auf eine alte und ruhmreiche Vergangenheit zurück. Der Vertrag von Versailles brachte den Raub der Handelsflotte und eines großen Teiles der überseeischen Niederlassungen und Vermögen im Auslande. Was übriggeblieben war, zerstörte die Inflation. Mit jäher Ausdauer und ungebrochenem Mut haben Hamburgs Kaufleute in den darauffolgenden Jahren alte Handelsbeziehungen wieder ausgenommen und neue Fäden ange- knüpft, bis durch die Weltkrise 1931 und deren Folgen fast alles zerstört wurde. Hamburgs Lebens- und Arbeitswille ist aber unerschüttert, und wir Hamburger sind bereit, unsere ganzen Kräfte und unser ganzes Können in den Dienst unseres Volkes und feines Führers zu stellen, wie immer er auch befehlen mag. Sie, mein Führer, sagten mir bei meinem Amtsantritt, daß ein Volk nur dann erfolgreich Außenhandel betreiben könne, wenn der geschlossene Wille eines starken Volkes hinter diesem Handel stehe. Wir sind uns dessen voll bewußt. Wir schöpfen aber zugleich aus diesen Ihren Worten Hoffnung und Glauben für einen neuen Aufstieg Hamburgs im Dritten Reich. Leicht wird dieser Aufstieg nicht werden. Wir Hamburger wissen vielleicht besser als andere Deutsche, wie man im Auslande uns Deutschen den Wiederaufstieg neidet. Die Hamburger Kaufleute wissen aber auch aus Unterredungen mit Geschäftsfreunden aus aller Herren Länder, dah im Ausland im Gegensatz zu den Brunnenvergiftern einer mih- günstigen Presse die Achtung vor den Leistungen des neuen Deutschland im stetigen Dachsen begriffen ist. Dan beginnt zu begreifen, wie ein Angehöriger eines stammverwandten Volkes sich noch vor einigen Tagen äuherte, dah die Idee Adolf Hitlers siegen muh, weil ein Richlsiegen den Untergang der europäischen Kultur bedeuten würde. Besuch -es Ml Um 16 Uhr setzt sich der Wagen des Führers zpr Fahrt nach dem Hafen in Bewegung. 3600 Mann Marine-SA. bilden Spalier hinunter bis zur riesigen Ueberseebrücke. Dort liegt hinter dem weiß schimmernden Jugendherbergsschiff „Hein Godenwind" das Linienschiff „Schleswig- Hol st e i n", dem der Besuch des Führers gilt. Unterwegs auf dem ganzen Weg grüßt wiederum Hamburgs Geschichte und Hamburgs Tradition den Führer. Dann plötzlich öffnet sich vor uns die riesige Breite des Hafens, stehen vor uns getürmt wie eine Burg die Häuser von St. Pauli, türmen sich drüben auf Steinwärder die riesigen Krane und Helgengerüste der Werften. Im Hafen aber ist ein riesiges Gewimmel von Barkassen, Loggern, Booten, Dampfern, alle bis auf den letzten Platz gefüllt mit frohgestimmten Menschen. Oben an der Seewarte auf den Bastionen sind ebenfalls die Wälle mit Menschen übersät. Auf den Türmen, auf den Dächern, auf den Decks der Schiffe, überall Tausende und aber Taufende, Zehnlausende von Denschen. Vizeadmiral Lindau begrüßt den Führer und geleitet ihn zur „Schleswig-Holstein". Auf der Anlegebrücke- ist eine Ehrenkompanie Reichswehr und Reichsmarine angetreten. Als der Führer die Anlegebrücke betritt, spielt das Musikkorps den Prä- fentiermarsch der Reichsmarine. Zum erstenmal weilt der Führer als Oberbefehlshaber der Wehrmacht bei der Reichs- marine; zum erstenmal begrüßen die deutschen Matrosen ihren neuen Oberbefehlshaber, und man sieht den Stolz auf den Gesichtern der Matrosen glühen, dah ihr Schiff es ist, dem der erste Besuch Adolf Hitlers in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Wehrmacht gilt. Während der Führer unter den Klängen des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes die Front der auf dem Linienschiff angetretenen Besatzung abschreitet, haben sich mehrere hundert Boote auf der Elbe gesammelt, durch die sich die Der Führer spricht I Auf der Werft von Blohm & Voß nahm der Führer vor der versammelten Belegschaft das Wort zu einer Ansprache, in der u. a. ausführte: „IHelne Volksgenossen, meine deutschen Arbeiter! Es sind jetzt, wie ich soeben höre, in diesem Unternehmen 6600 Volksgenossen beschäftigt. 12 000 waren es hier in der Blütezeit. Wir haben also noch eine große Arbeit vor u n s. Denn das eine ist klar: Wir müssen so oder so auch den letzten Mann in Deutschland, der überhaupt tätig sein will, wieder in Arbeit bringen. Ich weih, dah das ungeheure Schwierigkeiten mit sich bringt, aber ich denke, wir werden dieser Schwierigkeiten genau so Herr, wie wir der Schwierigkeiten Herr geworden find, die uns vor anderthalb Iahren gegenüberstanden. Dieses Problem muh gelöst werden und es wird daher auch gelöst. Ich glaube, dah diese Erklärung mehr wert hat, als wenn ich Ihnen irgendwelche theoretischen Auseinandersetzungen bieten würde. Denn in meinen Augen leben die Menschen nicht für die Theorien, sondern die Theorien sind für die Menschen da. Und wenn eine Theorie noch so wundervoll klingt und in ihrem Gefolge sieben Millionen Erwerbslose hat, dann taugt sie nichts, und eine andere Theorie muß an ihre Stelle treten. Ich glaube, daß es der Fähigkeit des deutschen Volkes, der Tüchtigkeit des deutschen Arbeiters, dem Willen eines entschlossenen Regiments, bei den vorhandenen Bodenschätzen und der Möglichkeit unserer eigenen Ernährung, gelingen muß, diese Frage auch zu lösen. Ich bin mir allerdings dabei auch klar darüber, daß es nur gelingen kann, wenn hinter die, bis den Willen be-i Hamburger! Heute spricht unser Führer in Hamburg. Wir danken ihm, daß er unserer Vaterstadt die Ehre gibt, am Vorabend einer großen geschichtlichen Entscheidung inmitten unseres Hamburg zu seinem Volke zu sprechen. Es ist eine große Auszeichnung unserer Vaterstadt. Mein Führer! Wir danken Ihnen aus vollstem Herzen für alles, was Sie für uns getan haben. Wir glauben an Ihren Sieg und wir folgen Ihnen, wohin Sie uns führen. In diesem Sinne, mein Führer, heiße ich Sie in den Mauern Hamburgs herzlich willkommen und überreiche Ihnen als ein kleines Zeichen der Dankbarkeit eine Veröffentlichung von Zeichnungen alter niederländischer Meister aus der Kunsthalle in Hamburg." Während draußen die Massen jubelnd und immer wieder ihren Führer zu sehen verlangen, tritt der Führer, nachdem die Ouvertüre zum „Freischütz" verklungen ist, an das Podium, lieber ihm hängt das historische Gemälde Anton von Werners, das Kaiser Wilhelm I. mit seinen Paladinen Bismarck, Roon und Moltke zeigt. Dann nimmt -er Führer das Wort, um Hamburg zu grüßen. Er sagt in seiner Rede: „Herr Reichsstatthalter! Herr Bürgermeister! Meine Herren! Nehmen Sie meinen tiefgefühlten Dank entgegen für diesen Empfang in der alten Freien und Hansestadt Hamburg. Uebermitteln Sie bitte diesen Dank aber dem ganzen Volk der ganzen Stadt. Ich kenne Hamburg seit vielen Jahren; einst noch in der schweren und doch so großen Kampfzeit und heute welch ein Wandel! Wenn ich nun als Kanzler des Reiches von hier aus zum deutschen Volke spreche, dann wollen Sie'darin einen Beweis der Gesinnung, mit der ich diesem großen Hafen- und Handelsplatz Deutschlands gegenübertrete, sehen. Es ist unser aller Wille, daß diese herrliche Stabt im Dritten Reich eine neue Auferstehung erleben soll. Das ist mein Wunsch und zugleich mein Dank!" Nach dem historischen Empfang verläßt der Führer mit feiner Begleitung das Rathaus. Als er auf der Schwelle erscheint, schwillt der Jubel der Hunderttausende erneut zum Orkan an. -I jrers im Hasen. Barkasse des Führers nur mühsam den Weg bahnen kann. Langsam vergeht die Zeit. Alle Schiffe im Hafen haben über die Toppen geflaggt. Auch drüben bei Rücksendung von Gtimm- scheinen nach der Wahl. Berlin, 16. Aug. (DRB.) Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, die Gemeindebehörden anzuweifen, die am Absiim- mungstage vor dem Wahtvorstand ordnungsmäßig abgebenen Stimmscheine bis zum 22. August an die Gemeindebehörden des Ausstellungsortes zu übersenden. Diejenigen Wahlberechtigten, die von ihren Stimmscheinen aus irgendwelchen Gründen keinen Gebrauch gemacht haben, werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, die nicht benutzten Stimmscheine bis zum gleichen Zeitpunkt an die Gemeindebehörden des Ausstellungsortes zurückzufenden. den Docks, wo ausländische Schiffe liegen, Haden diese die Nationalflagge zu Ehren des Oberhauptes des Deutschen Reiches gefetzt. Die deutsche Arbeit grüßt den Führer, genau fo wie der Führer in seinem Ausspruch die deutsche Arbeit grüßt. Für jeden sind beide Begriffe untrennbar miteinander verbunden: Führer und Arbeit, Arbeit und Führer. Das weiß auch der Hamburger Arbeiter. Die Docks- und Werftarbeiter, die einstmals fast hundertprozentig kommunistisch organisiert waren, sie strecken jetzt alle in ihren ölgetränkten Arbeitsanzügen den Arm dem Führer zum Gruß und in ihren ernsten Gesichtern, in die Rotjahre ihre tiefen Spuren gegraben haben, steht zu lesen, wie sie dem Führer danken, wie sie ihn verstehen. •ei Vlohm und Voß. sitzen, auch die konzentrierte Kraft der ganzen Nation tritt. (Erneuter brausender Beifall.) Ich weiß, daß mir Vertreter anderer Weltauf- fassungen als schwersten Vorwurf den entgegenhalten, ich versündigte gegen die Gedanken einer internationalen überstaatlichen Solidarität. Meine Volksgenossen! Glauben Sie nicht, daß ich das etwa aus Prinzip, oder einer Doktrin wegen tue. Wenn die internationale Solidarität für unser Volk einen praktischen Wert besitzen würde, so würde ich mich auch dazu bekennen. So aber habe ich die Folgen dieses Glaubens 15 Iahre lang in Deutschland gesehen, und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dah man sich zurückziehen muß auf das, was zuletzt das Realere und leichter Erreichbare ist, nämlich auf die Solidarität des eigenen Volkes. (Heilk-Rufe.) And wenn mir einer sagt, daß diese Solidarität nicht zu erreichen sei, daun muß ich ihm die Antwort geben: Dann ist noch viel weniger diese andere Solidarität zu verwirklichen. (Iubelnder Beifall.) Ich glaube an unser deutsches Volk, ich glaube an die Millionen schaffender 2Hen- schen in diesem Volk, ich glaube an die Zukunft unseres Volkes und ich glaube an meinen eigenen Willen. And da mühte es mit dem Teufel zugehen, wenn wir dann unser deutsches Volk nicht wieder kräftig und glücklich machen konn- • ;/ < ‘ i- ME^ Samstag, 18. HugufHOy Girßener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 192 Drittes Blatt MW^W^W werden. dvk -in h g-res Geräusch als der Schr-i -in-s Wirtscha t. Es ergänzt den ötronweoan oes ueo«. » de- “ÄlÄh e t» Rvuvknbänd vselrm G?Ze'd°s Tal M° B-idfsind untereinander durch -in-n Stollen °er- Hillersbach- und länger gerecht zu Der Wanderer, den der Weg in dieses Tal führt, .wird, bevor die Straße völlig in das Halbdunkel des Waldes drängt, sich noch einmal umsehen. Am Talausgang erblickt er L i ß b e r g , das Dorf mit seinen schönen Fachwerkhäusern, an den Hügel gebaut, sich allmählich überhöhend, überragt von dem trutzigen Turm, dem Bergfried der längst verfallenen Burg. Ein einzigartig schöner Anblick! Im Hillersbachtal herrschte bis vor etwa drei Wochen tiefe ©tUIe Kaum daß jemand den Weg in dieses Tal fand, selten, daß der Peitschenknall eines Fuhrmannes die Stille durchdrang, selten, . < r i • m ..i .X» —XX a v (v\ ninoa Das leuchtende Fleisch einer Hand und Stirn, der rostige Pelz und das dunkle Tuch einer Schaube, der weiße Saum zierlicher Spitzen, die rote Glut des Brokats und der Perlenschaum im Geschmeide: alles tauchte sein Pinsel hinein in den glasklaren Grund seiner Farbe. Als er in Basel sein großes Madonnenbild malte, klangen die Farben wie Glocken; da war die farbige Fülle des Genter Altars von neuem leibhaftig ge» worden in einer einzigen Tafel. Aber die Basler Bürgerlichkeit war zu karg für die Pracht und die Fülle; Erasmus, fein spöttischer Gönner und Freund, half ihm nach England: da wurde Hans Holbein der Maler des Königs und seiner reichen Hofhaltung. Denn Max, der Kaiser, war tot; kein Fürst und kein Fugger konnte dem Reich den Königshof bauen, der über der Notdurft des Tages der Kunst eine Stätte bereiten, der den prahlenden Reichtum zur edlen Zier hinlenken sollte. Machtgier und Habsucht hielten das Gold in schäbigen Händen, und wenig fiel ab von den Tischen, daran die Bürgerschaft längst übersatt saß. Nur die Kaufleute drüben im Stahlhof wurden von Holbein gemalt; die Erbherren der Hansa brach- ten die Tafeln als köstliches Gut zurück aus der Fremde. - - > "Zeitschriften — Als Ergänzung zu den großen umfassenden Geschichtsquellen und den Memoiren der Zeitgenossen kommt den illustrierten Wochen- und Monatsschriften als Quellen für die Kunde vom kulturellen Gesicht einer Zeit eine hohe Bedeutung zu. Das hundertjährige Jubiläum des Verlages I. I. Weber in Leipzig, das zugleich ein Jubiläum der „Illüft r i r t e n Zeitung" ist, die seit dem Jabre 1843 im Weberschen Berlage erscheint, veranlaßt einen kurzen Streifzug durch die Kulturgeschichte vieler Jahrzehnte. In' die Biedermeierzeit fiel das Erscheinen der ersten Nummer. Die Moden jener Zeit, das Erstaunen der friedlichen Bürger über das Auf- tauchen der ersten Errungenschaften der modernen Technik wie der Eisenbahn und der Untertunnelung der Themse stehen uns wieder vor Augen, und auch in den folgenden Jahrzehnten zeigt der Prospekt hinter den 'großen politischen Ereignissen die ge- waltiqen Fortschritte der Industrialisierung der ganzen modernen Welt, der Entdeckung der dunklen Erdteile und des gesellschaftlichen Lebens, mit tien Bereichen Theater, Literatur. Musik und bildende Kunst. Bis zum Kriege führt diese Zeitchronik, um dann ein großes Gemälde des gewaltigen Völker- ringens zu werden und schließlich durch die schweren Jahrzehnte der Nachkriegszeit bis in die Gegen- wart zu gelangen, die unmittelbar an unsere Empfindungen rührt. Das reizvolle Landschaftsbild des , tales wird durch diese Vergrößerung des Stau- fees keinerlei Beeinträchtigung erfahren. Vielmehr Von Lißberg (bei Ortenberg) aus, in der Richtung nach Nordosten, ist leicht der Eingang zum schönen Hiller sb achtal zu finden. Eine gufe Straße, die bisher fast nur der Holzabfuhr diente, zieht sich durch das enge Tal, das links und rechts von prächtigen Laub- und Nadelwäldern gesäumt ist Im Wiesengrund schlängelt sich der Hillersbach, der hier zwar mit seinem Oberlauf keine Verbindung mehr hat, weil das Wasser im Staubecken gefangen wird, der aber trotzdem munter sprudelt und Wasser führt, weil auf der an sich kurzen Tal- strecke Quellen liegen, die dem Bach ein Teil dessen an Wasser wiedergeben, was ihm der Stausee entzog An den Ufern des Wasserlaufes stehen buschige, frischgrüne Weiden und mancherlei andere Bäume, die den feuchten Grund lieben; sie lassen den Der- lauf des Baches genau erkennen. Die Fahrt, die südwestlich führt, wird in wenigen Derfen packend anschaulich geschildert. Die Sterne der südlichen Halbkugel tauchen über den Horizont. Fünfmal erneuert der Mond sein Licht Endlich ragt Land ein Berg aus der Flut^ Aber ehe die Abenteurer die Küste erreichen und die neue unbewohnte Welt betreten können, verschling em Wirbelwind ihr Schiff, und das Wogengrab schließt sich über ihnen. — weiß nicht, wie lange man mich noch spielt! — Ich j träume manchmal davon, wie es sein könnte: Ich ehe dann ein Konzert, da spielt das Orchester nur um der Musik willen, nicht um Beifall, und der Dirigent leitet es nur um der Musik willen, ohne Pose und Geste, ohne Arroganz und Koketterie; denn er und sein Orchester haben kein Publikum, das ablenkt. Keiner sieht zu, keiner ist da gekommen, um ins Konzert zu gehen, um sich zu zeigen und andere zu sehen, um den Dirigenten anzu- chwärmen oder in der Nähe eines geliebten Wesens zu weilen. Niemand sieht das Konzert; aber alle hören es, alles, was Ohren hat und hören will m aller Welt. Es erklingt „Missa Solemnis“ den Gläubigen aller Zungen zum Trost. Eine Stimme singt „An die ferne Geliebte", und wo jemand sich geliebt weiß, fühlt er sich erschüttert Das „Adagio" aus der „Pathetique" dringt in die Seelen der Leidenden in den Spitälern, zu den Verzagenden in den Gefängnissen und macht sie hoffen und stark. Die Ouvertüre zu „Fidelio" braust in die Kammern der Vereinsamten in allen Landen, erfüllt die naiven Herzen der Bauern, erfüllt der armen Tagelöhner Dachstuben und Kellerwohnung, die sonst nie einen Fuß in den Konzertsaal gesetzt haben. Alle Welt hört? Alle Welt! Bis zu dem schlichten Wächter in der wasserschäumenden Meeresnacht, in den Türmen und Felsen der Berge, die bisher von aller Welt abgeschnitten waren Und die „Neunte^ ertönt allen und umschlingt ausklingend Millionen! Llnbewußte Prophezeiungen. Von Wilhelm von Scholz. Barbara Schultheß, die Schweizer Freundin Goethes, die mit einer ihrer Tochter und einem Vetter zur Begrüßung des aus Italien heimkehrenden Dichters die große Reise von Zurich nach Konstanz machte — die heute mit dem Wagen etwa eine und eine halbe Stunde dauert übernachtete am 3. Juni 1788 in Frauenfeld Sie empfindet sich da schon weit von der übrigen Familie getrennt, denkt, wie es nun wohl zu Hause gehen möge, und schreibt ahnungslos hin, daß sie sich einen — Telegraphenapparat wünscht: „Ich 9^"^te (hatte Lust, Verlangen) nur nach ein paar Maschinen, die sich magnetisch an zwei Orten Zugleich bewegen liehen und mit denen man sich so Zuschreiben konnte, daß im gleichen Moment die Maschine in Zürich schreiben würde, was ich mit der in Frauenfeld schrieb, und so dann der Tour an euch käme. Die Freundin Goethes und Lavaters, eine schöngeistige, durchaus nicht „technische" Seele, gibt eine kurze treffende Bezeichnung des Telegraphen, gewiß ohne jeden Gedanken daran daß noch ehe hundert Jahre vergangen sind, zahllose solche Mcr- schinenpaare sich aufeinander einstellen und zugleich an verschiedenen Orten dasselbe schreiben werden. ^Dreißig Arbeiter sind hier tätig. Das Maschinenpersonal, etwa zwölf Mann, hat sein Quartier unmittelbar in der Nähe der Arbeitsstätte aufge- schlagen. Es ist ein richtiges kleines Arbeitslager entstanden. Eine ältere Frau sorgt m der improvisierten Kantine für Essen und Trinken. Die meisten .der hier beschäftigten Arbeiter stammen aus Orten Iber Umgebung und wurden durch das Arbeitsamt vermittelt. Nach des Tages Arbeit kehren sie in ihre Heimatdörfer zurück. Das ganze Werk vollzieht sich nicht ohne Schwierigkeiten. Die obere Erdschicht, Lehm, macht der Bauleitung besonderen Kummer. Wenn es geregnet hat, sinken die schweren Bohlen, tue die Schienen der Feldbahn tragen, leicht em und °er- Heren den halt. Der Bagger kann auch nicht gleichmäßig ra>ch arbeiten. Der Boden letzt sich auf die verschiedenste Weise zusammen. Es wurden sowohl Lehm, wie Lette. Kies und Sand, Gerolle und Findlinge sestgestellt. die das Arbe.tstempo wesentlich mitbestimmen. Dennoch schreitet tue Ar beit rasch vorwärts. Eine Lore füllt sich nach der länderen, ein um das andere Mal grabt sich der Löffel des Baggers in das Erdreich. Seit öret Wochen ist man an der Arbeit, in weiteren sechs ober sieben Wochen soll es geschafft sein. Selbst- verständlich sind auch Pumpen in Betrieb die das Wasser das sich im ausgehobenen Raum anlammeit, in das'bisherige Staubecken bringen. Die Bauausführung wurde der Firma Baugeschaft H. Reutz (Friedberg) übertragen. Für das Nidderkraftwerk Lißberg bringt dieser Ausbau des Stauweihers am Hillersbach keine Veränderung mit sich, die vorhandenen Maschinensätze vermögen durchaus einer höheren andauernden Belastung und Leistung Es ist lehrreich, hier zu sehen wie dem Entstehen neuer Erfindungen, die technischer Verstand schafft, harmlose Wunsch- oder Märchenphantasiebilder vor- angehen, die sicherlich auf alle neuen Erfindungen einwirken. Wir wissen ja, daß zum Verspiel 3ule5 Verne nicht nur das Unterseeboot und die Abkürzung der Reise um die Erde, natürlich noch untechnisch, vorausgeschildert hat. Im letzten Teil des XXVI. Gelange« von D an- t e s „Hölle", die er etwa um 1300 schrieb, laßt Dante den Ulysses als seine letzte Fahrt — den Aufbruch zur Entdeckungsreise des Kolumbus erzählen, wie sie zwei Jahrhunderte später Wirklichkeit wurde. „Ich warf mich", berichtet der homerische Held „in einem einzigen Schiffe ins offene Meer, durchfuhr die Säulen des Herkules (Meerenge von Gibraltar) ließ Spanien rechts, links Libyen hinter mir und rief den Gefährten zu: O Brüder die durch taufend von Gefahren ihr hier im Abend kühn euch eingestellt, verwendet jetzt, um Neues zu erfahren, weil Seele noch und Leib zufarnrnenhalt, den kurzen Rest von eurem Erdenleben! Der Sonne nach zur unbewohnten Welt!— — Und rastlos ging's ins weite Meer hinein. (Streckfuß.) Stausee-Erweiterung im Hittersbachtal Im Dienste der Elektrizitätsversorgung Oberheffens. Man kann mit einem gewissen Recht den chlest sch-n Dichter Johann Christian G u n t h e r als den ..Vor-Goethe" bezeichnen, als d-n ersten Berfuch der Zeit, den zubrmqen. in dem das Leunanm" h chcntum verschmilzt und zum geil 9 ersckilollene neuen Zeit wird. Wie eine zu ftuö «W-flen« Blute in den noch nachkommenden Frosten ersrwit und abfällt. so 8"g auch Gunther um den das nidit geboren war, und schenkte in sei- Tode noch n ch t ba5 wa9 ihm die Zeit in" Deutschland noch nicht zu sollenden erlaubte: hJ™ netoidten Kopfe, der nach mir die Laute n^mt nnMie » nach der griechischen Zither stimmt, . Goekye. In der Berliner Funk-Ausstellung hatte man nrnnhetitoen Worte Beethovens an die m\nnhPaetorieben- „Ich wollte mit meiner Musik die ganze ^Lelt umspannen, zu allen sprechen, und Unter den unklar-verworrenen und vielfältig deutbaren Prophezeiungen des großen mittelalterlichen politischen Sehers N o ft r a d am u s, de ihrer miederkehrenden vierzelligen Form nach „Quatr ain s" heißen, gibt es jroei bret bie unmißverständlich auf bestimmte geschichtliche Ereignisse oder Personen hinzuweisen scheinen: eines das den Hof des Emporkömmling-Empereurs mit geringen Leuten als feinen Kammerherrn Marschällen schildert, muß auf Napoleon gelesen werden; ein anderes enthält sogar die Aahreszh, wann im Frankreich der Revolution das Christentum abgeschafft und die neue Zahlung der Jahre begonnen wurde. Solche Vorherfagen verlieren einen Teil ihrer erstaunlichen Seltsamkeit wenn man an diese unbewußten, "vbeabsicht g hersagen denkt, wie wir sie bei Dante oder der Barbara Schultheß fanden. Es gehört eigen ch, eine wirkliche Prophezeiung entstehe, dazu nur noch, daß den, der achtlos im ®ort em künftig Wirkliches nennt, ein leichtes Stutzen befallt ein Vermuten: hier ist mehr als em bloßes Spiel der Phantasie oder gar nur des Wortes Die Ausschachtung ist gegenwärtig m vollem Gange. Ein Löffelbagger, mit Dampf betrieben, vermag am Tage bis zu 500 Kubikmeter Erde aus- zuheben. Der Löffel faßt von unter her in der kraftvollen Aufwärtsbewegung füllt er sich mit Erde, der Kran schwenkt den vollen Losfel seitlich aus und durch eine vom Führerstand auszulosende Bodenklappe fällt die ausgehobene Erde m öie darunter stehenden Loren. Neben dem Bagger sind noch zwei Feldbahnlokomotiven im Betrieb die auf |den schmalen Schienen rasch hin und her eilen. Ge- schäftiq ziehen sie je sechs der gefüllten Loren aus dem traben, rangieren sie zur Seite, dorthin, wo das ausgebaggeru Erdreich aufgefchuttet werden fall. Leer rollen die Loren wieder unter den Bagger auf. Seitdem ist es mit der Ruhe im Tal vorbei.... In den Jahren 1922/23 war dort, wie auch im benachbarten Tale der Nidder bei Hirzenhain, eine Staumauer errichtet worden, die die Wasser des Hillersbaches aufhielt und sich sammeln ließ. Der Mensch benützt das aufgestaute Wasser als Kraftquelle, deren Energie im Nidderkraftwerk Lißberg zum gefügigen elektrischen Strom um- aemünzt und täglich ausgenützt wird. Das Jüten dient insbesondere der sog. „Spitzendeckung für den Bedarf an elektrischer Kraft zu Zeiten stärkerer und stärkster Inanspruchnahme durch Industrie und Wirtschaft. Es ergänzt den Strombedarf des Ueber- Link. oben- Das Nidderkraftwerk bei Lißberg. - Rechts oben: Der Stausee im Hillersbachtal. - Links unten: Bagger und Feldbahn an der Arbeite Lmks oben. Das ^looerrrasiwerr »^lle. - Rechts unten: Loren werden gekippt, Erdreich aufgefchuttet. Die Beispiele liehen sich gewiß um manche vermehren. Wenn nach Ben-Akiba alles schon einmal dagewesen ist, so mag sein Spruch auch dahin gelten, daß vieles, ehe es wirklich kommt, schon im Wort dagewesen, schon einmal gesagt worden ist.— Hans Holbein. Ein deutsches Malerbildnls. Von Wilhelm Schäfer. Als Albrecht Dürer in Nürnberg die Melancholie machte, kam Holbein nach Basel, Sohn eines Malers in Augsburg und selber schon seiner Sache gewiß. Ihm war die Weite nicht mehr verschüttet, und keine Wirrnis der Fragen hielt ihm den Willen gefesselt; er wollte das Werk seiner kunstreichen Hände, wie eine Schwalbe den Flug will. Den rechten Körper recht in den Raum zu stellen, brauchte er Augen und Hände, nicht aber bas Richtmaß schwieriger Gedanken, weil er ein Gluckskino der Sinnenwelt war. v . Wohl mochte sein Silberstift zart und beharrlich die Dinge umschreiben, aber Zeichnen und Malen war ihm wie Essen und Trinken, und gern hielt er der Farbe ein lockeres Mahl | bunben, so daß in beiden auf gleicher Höhe liegen- Iden Becken immer ein ausgeglichener Wasserstano I kei länger anhaltender Trockenheit, wie befon- I ders auch in diesem Jahre, wurden diese Stau» I decken fast stets bis zur Grenze des Möglichen er- I schöpft. Die verbleibenden Reserven waren also I jeweils sehr gering. Um diesem unbefriedigenden --- Zustand abzuhelfen und in Zukunft durch größere _ i I Wasserreserven während eines längeren Zeitraumes als bisher Strom erzeugen zu können, hat sich die ! Prooinzialdirektion entschlossen, das Staubecken der Hillersbachtalsperre auszubauen. i Von einer Erhöhung der Staumauer mußte aus i technischen Gründen abgesehen werden. Man ent- „uJ chied sich vielmehr dafür, das ziemlich flach ver- laufende Tal auf einer Strecke von 175 Meter ■ Länge 90 Meter Breite und einer gleichmäßigen Tiefe von etwa 2,50 Meter auszubaggern und da- durch die notwendige Vergrößerung des Stau- deckens zu erreichen. Die Erweiterung betragt ungefähr die Hälfte des bisherigen Beckens, insgesamt etwa 40 000 Kubikmeter, so daß sich der normale Wasserstand im Staubecken auf eine Ge- ™ hamtmenge von insgesamt ungefähr 120 000 Kudik- meter Wasser erhöhen kann. wir- das Gegenteil der Fall fein. Cs wird sich ein See von recht beachtlicher Größe bilden, der sicherlich für manchen Wanderer und Vogelsbergfreund ein gern besuchtes Ausflugsziel darftellen wird. Unsere Bilder geben einen Eindruck von der Landschaft und der Arbeit, von Natur und Technik in diesem reizvollen Tal unseres Vogelsberges, so, wie sie sich hier in interessanter Gegensätzlichkeit harmonisch vereinigen. Aus Der Provinzialhauptstavt. Lieber das Stoppelfeld. Wie ist das doch schnell gegangen: unter unseren Augen wuchs das Korn heran, mit liebevoll sorgenden Blicken strichen wir über das junge Feld hin und segneten Sonne und Regen, jedes zu seiner Zeit. Und dann stand das Getreide wie eine Wand vor uns und engte den Blick ein, und demütig tauchten wir unter zwischen den nickenden Aehren. Auf schmalem Rain schritten wir durch das Korn, rechts und links fast überragt von den hohen, schlanken Halmen, die der Wind hinüber und herüber trieb, und von der heimlichen Geborgenheit ließen wir uns gern einfangen. Und jetzt ist der Blick wieder frei geworden. Nur hier und da stehen noch die Garben, lehnen sich aneinander wie traurige Leute und lassen die Köpfe hängen. Unser Schritt aber wird leicht, und stolz recken wir uns auf. Quer über die Felder geht es jetzt, weit, weit. Zwei Hafen hoppeln vor uns davon, hinein in die Kartoffeln, und ein Rebhuhn fliegt erschrocken auf, mit vorgerecktem Halse über den Boden hinflatternd. Schön ist das, nicht nach dem Wege zu fragen, nicht den Schritt begrenzt zu sehen durch vorgezeichnete Pfade. Frei und gelöst schreiten wir aus, wie aufgelockert von der leichteren Luft und der milderen Sonne. Und wie wir uns umsehen, da erleben alle Geschöpfe das gleiche: die große Unruhe setzt sich den Vögeln ins Herz und treibt sie in die Ferne, in der Luft- schimmern die silbernen Fäden der Wanderspinnen, und die Bäume schütten ihre geflügelten Samen in den Wind. Weiche, wollige Flöckchen lösen sich aus den Laubkronen und schweben still in die Weite, aus den Wiesen steigen hauchzarte Gebilde auf, kunstvoll geschaffen und sinnreich ausgerüstet für ihren Flug, schmiegen sich vertrauend in die Arme des Windes und lassen sich von ihm in unbekanntes Land tragen. Fedes ist die Erfüllung eines Blumensommers und ist eine kleine zukünftige Blume zugleich. Darum verwehen sie auch nicht in die Lüfte, sondern landen getreulich wieder auf dem Boden, denn was von der Erde kommt, muß auch wieder zur Erde zurück. Wir aber wandern in diesen Wochen, von Unruhe gepackt wie die Zugvögel, und fühlen unser Herz nicht schwerer in der Brust als ein geflügeltes Samenflöckchen, als ein seidiges Gespinst, das der Wind tragen kann. Wir wandern, bis auch wir gefaßt werden von der Herbstmüdigkeit, bis auch wir zurückfinden zur Mutter Erde. Wenn der Bauer die Saat in den umgebrochenen Acker versenkt, dann kehren wir heim, mit müden Füßen, aber mit klarer Stirn und blanken Augen. F. K. Oer Nationalsozialistische Bund Deutscher Technik. (früher SM3.) fordert die Männer der Deutschen Technik auf, am 19. August dem Führer ihr 3a zu geben. Ingenieure, Architekten, Chemiker und Techniker, die sich um Politik nicht kümmern und nur ihrem Beruf leben, gibt es im Dritten Reich nicht mehr. Männer der Deutschen Technik! Tut euerm Volk und euerm Führer gegenüber eure Pflicht, damit sich ein späteres Geschlecht seiner Väter nicht zu schämen braucht! Heil Hitler! Die Bezirksleitung Gießen des NSBDT. (KDAJ.) Gez.: Kurz. Lleverkragungen der Nede des Führers in Gießen. Auf dem Landgraf-Philipp-Plah. Die gestrigen Abendstunden standen auch in unserer Stadt ganz im Zeichen der Rede des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Aus Anlaß der Volksabstimmung und der großen Rede des Führers am gestrigen Abend prangten viele Häuser im Schmuck der Hakenkreuzfahnen. Auf dem Landgraf-Philipp-Platz waren einige große Lautsprecher montiert worden, damit jedem der Volksgenossen, der noch nicht im Besitze eines Rundfunkapparates ist oder fein kann, die Möglichkeit gegeben war, ebenfalls den Führer zu hören. Die SA. war geschlossen auf dem Platze aufmarschiert. Eine große Menschenmenge hatte sich außerdem eingefunden. Die Uebertragung der Rede, die pünktlich begann, war auf allen Teilen des Platzes ausgezeichnet zu hören, fo daß keinem der Volksgenossen auch nur ein Wort des Führers zu entgehen brauchte. Die Ausführungen wurden von allen Zuhörern mit größter Aufmerksamkeit und innerer Anteilnahme verfolgt. Die Rede hinterließ einen tiefen Eindruck. Nachdem die Worte des Führers verklungen waren und das Deutfchland- und das Horst-Wessel-Lied ertönten, sang die Menschenmenge mit gleichzeitig zum Gruß erhobener Hand die ersten Verse der beiden Lieder mit. Die Stürme der SA. rückten nach Schluß der Uebertragung geschlossen ab. Uebertragung im (£af£ Leib. Im geschmückten Saale des Cafe Leib hatten sich, ebenfalls um die Uebertragung der Rede des Führers zu hören, die Parteiorganisation, ferner die Hitler-Jugend und der Bund deutscher Mädchen geschlossen eingefunden. Der Saal war sehr gut besetzt. Mit großer Aufmerksamkeit wurde auch hier die Rede des Führers verfolgt und begeistert ausgenommen. Gemeinsam fangen die Teilnehmer nach der Uebertragung im Rundfunk, trfe Hand zum deutschen Gruß erhoben, die ersten Verse des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer schloß Gauredner Dr. Röder (Gießen) die eindrucksvolle Uebertragungs-Kund- gebung. In vielen Gastwirtschaften unserer Stadt wurde die Rede ebenfalls übertragen. Auch im Lichtspielhaus Bahnhofstraße hatten sich viele Zuhörer eingefunden, die, bevor das eigentliche Programm des Lichtspielhauses zur Vorführung gelangte, die Führerrede hörten. Bekanntgabe der Abstimmungs-Ergebnisse. Arn morgigen Sonntagabend werden wir die Ergebnisse der Volksabstimmung durch Aushang an den Fenstern unseres Geschäftshauses bekanntgeben. Wir hoffen, etwa von 19 Uhr ab fortlaufend Meldungen herausbringen zu können. An die Arbeitgeber der GE>.-Kameraden. Der Führer hat die Schutzstaffel in Anerkennung ihrer gefestigten Haltung in den schicksalsschweren Stunden des 30. Juni zur selbständigen Organisation im Rahmen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei erhoben. Die SS. will dem Führer und Kanzler des deutschen Volkes für dieses Vertrauen durch einen gewaltigen Aufmarsch anläßlich des Reichsparteitages in Nürnberg ihren tiefempfundenen Dank zum Ausdruck bringen. An die Arbeitgeber der SS.-Kameraden ergeht hiermit die Bitte, allen in ihren Betrieben bzw. Dienststellen beschäftigten SS.-Männern, welche zur Teilnahme am Parteitag befohlen sind, in der Zeit vom 25. August bis einschl. 11. September ohne Benachteiligung Urlaub zu gewähren. Mit diesem Opfer können auch Sie der SS. danken, die in schwerer Stunde das deutsche Vater- Mus des Hessischen Staatsministers Zung zum 19. August. Oer 19. August 1934 wird ein Merkstein in der Geschichte des Deutschen Volkes sein! An diesem Tage wird das gesamte Deutsche Volk sich den Führer wählen, der allein imstande ist, das große Vermächtnis, das der Feldmarschall hinterlassen hat, zu übernehmen und zu erfüllen. Er wird dieses Erbe, an dem Jahrhunderte gesammelt haben, mehren, die äußere Einheit des Volkes vollenden und seine innere Geschlossenheit vor aller Welt dokumentieren! Denn auch die Welt soll am!9.August erfahren, daß all ihr Hoffen auf die Zerrissenheit und Spaltung des Deutschen Volkes eitel ist. Nur ein innerlich und äußerlich geschlossenes Volk unter einer starken Führung wird den Ausstieg des Deutschen Reiches sicherstellen. Deshalb dürfen an diesem Schicksalstage auch keine Stimmungen und Lieber, legungen des Alltags entscheiden. Vielmehr muß die Erwägung den Ausschlag geben, daß jeder Volksgenosse mit seinem „3a" der Mitgestalter einer besseren deutschen Zukunst ist. Oer 19. August wird daher ein mächtiges Bekenntnis zu dem Manne sein, der von der Vorsehung bemfen, in unermüdlicher Arbeit sich für das Deutsche Volk verzehrt, der uns allen ein Vorbild von Pflichterfüllung, Einfachheit und Opfermut ist! gez. ph. W.Iung, Hessischer Staatsminister. fanb vor sinnlosem Blutvergießen bewahrte. We können beweisen, daß Sie ben Sinn her Worte bes Stellvertreters des Führers verstanden haben, der in feiner Königsberger Rebe erklärte: „Der besondere Dank in diesen Tagen gebührt der SS., die e ihrem Wahbspruch: „Unsere Ehre heißt ' handelte in vorbildlicher Erfüllung ihre Pflicht." Für jeden Deutschen ist also die Beurlaubung der Angehörigen der SS. in der angegebenen Zeit eine Ehrenpflicht. Der Führer der 83. SS.-Standarte: m. d. F. b.: gez.: Jak ob er, SS.-Sturmbannführer, Wahlzeit von 8 bis 18 Lthr. Ls sei nochmals darauf hingewlefen, daß in der Stadt Gießen zur Volksabstimmung am 19. August nur in der Zeit von 8 bis 18 Uhr (6 Uhr nachmittags) abgestimmt werden kann. Um 18 Uhr können nur noch die Wähler zur Abstimmung zugelassen werden, die sich bereits im Dahlraum befinden. Dringend notwendig ist frühzeitige Stimmabgabe, wenn man dem erfahrungsgemäß größeren Andrang in den letzten Nachmittagsstunden entgehen will. Das Za der alten Soldaten. Kameraden! Generalfeldmarfchall und Reichspräsident von Hindenburg, unser Führer im Kriege, ist zur großen Armee eingegangen, und wir gedenken feiner in dankbarer Treue. ES ist für uns alte Soldaten Gewißheit, daß der einzige und würdigste Nachfolger des großen Marschall-Präsidenten nur der Wiederer- wecker deutschen Willens, der Führer und Kanzler, unser Frontkamerad Adolf Hiller fein kann. Für uns ist also die Wahl im Herzen bereits vollzogen. Darüber hinaus gilt es aber auch der Welt zu beweisen, daß Deutschland einig und geschlossen hinter seinem Führer steht. Zeigt es am Tage der Wahl! Stärkt die Schultern des tapferen und selbstlosen Kämpfers für ein Deutschland des Friedens und der Freiheit durch ein freudiges Ja! Heil Hitler! Arbeitsgemeinschaft bet Militär- und Regiments-Vereine Gießen. Gez.: Müller Treudeutsch die Saar, immerdar! Wir Saardeutschen stehen treu und geschlossen zu unserem Führer Adolf Hitler und stimmen am Sonntag, 19. August, mit „Ja!" Bund der Saarvereine, Ortsgruppe Gießen. An die Deutsche Arbeitsfront! Der Bezirkswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Willi Becker MdR., erläßt folgenden Aufruf zur Volksabstimmung: Ein revolutionärer Akt des Führer schuf die Deutsche Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront ist die Zusammenarbeit aller arbeitenden Menschen mi Geiste der Ehre und Anständigkeit nach den großen Grundsätzen unserer Bewegung. Ehre und Anständigkeit verlangen als Selbstverständlichkeit ein judelndes I a dem Schirmherrn der Deutschen Arbeitsfront, unserem Kanzler und Führer Adolf Hitler! gez. Willi Becker, MdR., Bezirkswalter der Deutschen Arbeitsfront. Flammendes Bekenntnis zu Adolf Hitler. Der Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte, dessen Führer der Reichsführer SS., Diplomlandwirt Himmler ist, erläßt zur Volksabstimmung den nachstehenden Aufruf: Ein hübsches Fräulein zu Gast. Lon Hans Friedrich Blunck. So von Mitte August an kann ich nur noch Gäste brauchen, die auch Gänse hüten können. Ich muß also alle Vorschläge der Verwandtschaft, die sich „auf einige Tage im Herbst" anmelden, dreimal wenden, ehe ich ja sagen kann. Der eine taugt wohl zur Beschaulichkeit der Stoppelfelder, der andere aber ist schon beleidigt, wenn überhaupt ein Wort vom Hüten fällt: er meint, das Landleben fei dazu da, um in die Luft zu gucken und die rechte Kraft für den Winter zu sammeln. Ich sage, ich suche mir die Gäste aus. Was soll man aber dagegen tun, wenn ein lieber Freund einem einfach fein Töchterchen zuschickt, mit einigen hastigen Zeilen, er müsse zum Verleger und einen ©ertrag unterzeichnen, aber in drei Tagen komm^ er selbst nach oder so ähnlich. Die Hausfrau seufzt, der Hausherr sieht sich das junge Mädchen an, das da von einem bärtigen Fahrer ausgeladen wird und das ungefähr auf ein Schloß au kommen wähnte. 3roei Koffer und einen Tennisschläger in braunem Leinen hat sie bei sich. Ich möchte sie siraks zur Umkehr überreden, zögere aber doch, weil ich einem so geschmeidigen, blitzhübschen Kind nicht unfreund- lich kommen mag. Außerdem höre ich, wie es meiner Frau fröhlich erklärt, man wisse sich in alles gu finden und brenne drauf, zu tun, was man auch von den anderen Gästen erwarte. Das Fräulein ist noch vorm Frühstück gekommen, ein Zeichen, daß es mit grauendem Morgen aufzu- stehen weiß. Zudem merke ich bald, daß es einen gefunden Hunger hat und auf hunderterlei Dinge neugierig ist. „Nun erzählen Sie, wie machen die Gäste sich bei Ihnen nützlich?" „Beim Gänsehüten," sagt meine Frau und ich sehe die weiten Stoppelfelder und stabe Störungen, da will mir etwas nicht in den Sinn. „Schick," sagt die Jungfer; sie hatte vielleicht an Tennis gedacht, aber sie verschluckt es heldhast. Es hätte auch keinen Zweck. Der Platz, der einstmals ür das Ballspiel geebnet wurde, ist längst über- jrünt und als Putenhürde umdrahtet. Man muß ich nach den Zeiten richten. Ich habe immerhin Bedenken. Lieber Himmel, will diese Prinzessin wirklich mit seidenen Strümpfen auf die Stoppeln gehen und mit ihrem Hellen Kleid der Freundschaft der Ganter standhalten? Sie hat indes alles bedacht. Nur einige Minuten dauert es und unser Gast hat sich umgekleidet und steht da wie selbstgestrickt. „Also los!" Aber so tapfer sie ist, vom guten Vorsatz bis zum Gänsehüten ist doch ein weiter Weg. Vorsichtig bestimme ich ein Koppel zum Siefen, die recht nahe beim Haus liegt; ja, ich selbst werde Fräulein Lisa begleiten, die Gänse aufs Feld bringen und ihr die sehr einfachen Aufgaben erklären. — Wenn ein kluger Schäferhund eine Herde treibt und einige Tiere ausbrechen, fo umkreist er sie, hält sie zusammen und drängt sie langsam auf den Weg, den er will. Ein junges Mädchen dagegen läuft wie beim Ballspiel hinterdrein, läuft gewissermaßen mit den ausbrechenden Gänsen um die Wette. Das ist ein ärgerlicher Unterschied; es ist zudem sehr töricht, denn die Gänse haben schon große Flügel und halten Schritt. Aber da mag ich erklären, soviel ich will, meine junge Hirtin, die schon bis zum Hecktor rote Backen hat, verfolgt jeden ausbrechenden Vogel wie der Jäger das Wild. Es tut mir leid um das Gewicht der Tiere, es tut mir leid, daß ich immer das gleiche sagen muß, es klingt geradezu hochmütig und unfreundlich. Aber sobald einer der Schnatterer eine Kleeblüte abseits sieht, geht er mit freudigem Lärm darauf los, statt auf die schönen Haferstoppeln zu warten und meine junge Freundin stürzt hinterher bis sich die Gans im Zaun verjagt hat. Nun, das wird auf der Koppel besser werden; ich tröste behutsam, aber ich spüre die aufkommende Mutlosigkeit und möchte die Landwirtschaft doch nicht mißliebig machen. Ich zeige einmal, zweimal, dreimal, wie man zwanzig Gänse, die doch von Natur zusammenstreben, auch beim Siefen beinan- bctjjält. Ich schneide dem hübschen und hilfswilligen Fräulein Gast eine lange Haselrute und halte sogar nach einem Schattenplatz Ausschau, wo es den Vormittag über ein Buch lesen kann, das ich eingesteckt habe. Aber mit dem Buchlesen wird es nichts werden; Lisa hat Tränen in den Augen, so ungezogen sind die großen, dicken Tiere, die kaum auf den Stoppeln, mit Wolfshunger nach allen Richtungen wewen. Und mein Gast läuft in feinem Eifer immer nod) quer durch die Herde hindurch und verstreut sie nach allen Seiten, nur um einen Ausbrecher wie- oerzubekommen. Sogar die Laubfrösche in der Hecke quafen mifjgünftig, aber wie sollen die auch zwi- scheidenl"^ un& häßlichen Hirtinnen unter- Wie es auch ist, ich habe noch nicht das rechte Vertrauen zu diesem Gast und überlege, daß ein gimer Wasser die Tiere besser zusammenhält als Lisas Feldherrngerte. Ich gehe also noch einmal zum Haus zurück, klappere mit einem Eimer unter ber JSumpe und schleppe ihn lockend zur Koppel Es geht dem jungen Gast nicht gut wie ich bald einsehe. Drei grobe alte Ganter stehen mit ausqe- reckten Halsen vor ihm und blasen ihn an, dieweil die jungen unerfahrenen Gänse sich schon bis in die gefährliche Nähe der Fuchsbüsche zerstreut haben. Das Blasen der Tiere macht einen schlechten Eindruck; meine junge Freundin rafft allen Mut zusammen, aber sie stapft doch, ihre Gerte schwingend, Schritt um Schritt zurück. Gerade komme ich noch zur Zeit um einer beschämenden Flucht vorzubeugen. „Aber wer wird denn vor den Tieren bange fein", mahne ich, halte dem schlimmsten der Ganter den gekrümmten Finger entgegen, passe aber auf, daß er ihn nur mit Den Schnabelspitzen annimmt. Er bläßt gewaltig, dann knabbert er mit warmem Atem freundschaftlich an meinen Knöcheln. Auch Lisa lacht jetzt wieder, betrachtet mich mit Bewunderung und schielt mißtrauisch meinen tapferen Finger an, ob da kein Riß zu sehen ist. „Keine Frage, mein Beispiel macht ihr Mut; die Gänse sind jetzt auch wieder fromm und freundlich, sie drängen sich um den Wassereimer, trinken und heben die Köpfe andächtig zum Himmel wie gute Weinkenner. Unauffällig führt die Hirtin über die Augen und lächelt verlegen; aber ich erkläre ihr, daß sich die Tiere jetzt alle ums Wasser halten werden und daß sie sich keine Sorgen mehr zu machen brauche. „Wenn man's so verstünde wie Sie", sagte sie seufzend. „Nun, nun," sage ich geschmeichelt, „die Ganter kennen mich." In dem Augenblick höre ich am Himmel einen bekannten Laut und auch alle Tiere hören ihn. Ein verspäteter Zug Wildgänse, die doch sonst zu dieser Stunde kaum noch fliegen, fährt brausend hoch über uns hin und ruft und lockt. Und es geschieht, daß sich in den zahmen Tieren der uralte Trieb der Herbstflüge regt. Auf einmal, noch ehe die wilden Freunde außer Sicht gekommen sind, heben all meine Gänse die Flügel, laufen über die Stoppel rasch und immer rascher in wunderschönem weißen Ritt dahin, schreien sich Mut zu, heben sich und lassen sich vom Wind auftragen, flügelschlagend wie ein Feld von weißem Schnee. Dann sinken sie vorm Waldrand nieder. Aber ihr Erlebnis war so großartig und ihre Sehnsucht so ungewohnt, sie schreien grell und wild durcheinander, sie fahren mich an, wie ich erhitzt näherkomme, zischen ehrfürchtig los und fauchen, als hätten sie einen Augenblick lang wieder gewußt, daß ich Feind bin, daß wir Menschen Schuld haben, wenn sie nicht gleich den fliegenden Schwestern auffahren können. Ich habe wirklich große Mühe mit der Schar und bemerke hitzig, daß auch ich solche Unbotmäßigkeit nicht kenne. „Mir scheint," schelmt mein junger Gast, „wir kommen beide mit Gänsen nicht zurecht, wollen wir's für heute aufgeben?" Ich möchte mich ernsthaft entrüsten, aber Lisa lacht so flehend, ich blase und seufze. Ich werde sie Brombeeren pflücken lassen, denke ick), oder Hühner hüten, da kann sie ein Buche lesen und hält sich nützlich. Denn — nun ja, ich freue mich doch nun einmal über hübsche Gesichter zu Mittag, auch wenn ich mir einen anderen Gast zum Gänsehüten werde suchen müssen. Oie Medizin auf der Bühne. Einem berühmten englischen Schauspieler, dessen Name nicht genannt sein soll, ist von feinem Hausarzt auf offener Bühne eine originelle Lektion erteilt worden. Der Künstler war nämlich nicht zu bewegen, eine Medizin einzunehmen und alle Ueberrebungsfünfte des ärztlichen Ratgebers scheiterten an des Schauspielers eigensinniger Erklärung: „Ich nehme sie nicht." Kürzlich nun trat er in einem Theaterstück auf, in dem er in der Heldenrolle im letzten Akt aus einem Becher Gift trinken sollte. Der Künstler hatte den Requisiteur ausdrücklich gebeten, Portwein in den Giftbecher zu tun, um im Spiel dem Publikum deutlich vor Augen führen zu können, wie der bewunderte Held den Gifttrank lang- fam und mit Uederlegung kaltblütig austrant. Der Becher war zur Hand, gefüllt bis zum Rande, und der Schauspieler, der an diesem Abend einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte, schickte sich an, die große Vergistungsszene vorzuführen. Als er aber den Gistkelch an die Lippen führte, mußte er zu feinem Entsetzen bemerken, daß statt des ersehnten Portweines, mit dem er sich die „Todesstunde" versüßen wollte, ein sorgsam zubereiteter, kräftiger Sennesblatter-Tee in dem Becher enchalten war. Nun gab es freilich kein Zurück mehr: Er mußte in heldischer Gelassenheit die Medizin einnehmen. Sem Mienenspiel war dabei von so erschütterndem Realismus, daß das Publikum dem Schauspieler am Schluß der Vorstellung nicht endenwollenden Beifall spendete. Der Geprellte aber hat feinem schlauen Hausarzt diesen Streich gern verziehen, penn der Sennesblätter-Tee ist ihm ausgezeichnet bekommen. Sochschulnachnchten. Professor Dr. H. Runge, Ordinarius für Gynäkologie an der Universität Greifswald, erhielt einen Ruf als Ordinarius und Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Breslau. Professor Dr. Richard Courant, Ordinarius für Mathematik an der Universität Göttingen, wurde auf feinen Antrag von den amtlichen Der» pflichtungen entbunden. alle die Losung: en. i. Die immerund unter L Vornotlzen geküßt". Wahlbezirk werden. Ortsgruppe Sießen-Süd. Sonntag; 6 A«eitininme®enr^:nafo^t‘ 7 u°l H°p'°'LiL^richstrah-, T°--° zur Wahlurne 8 Äurant .Ä Fr» SÄ «g ®Ä' *' t°r' Straße. Telephon 2554; Letter: h-lung mtt Auto Wolff; iint ib it ausgeglichene Konstruktion sind markante Opel-Vorzüge. allen Bedingungen erwiesene sprichwörtliche Zuverlässigkeit der Opelwagen beruht auf deren ausgeglichener Konstruk- tion.EhrlicherGegen- wert, unbedingte tt n. Don zur siner I her bes erer. N- rnst« bläst litten tann in 7 übjche anbe- ii. flirt öen ,A- |TU| die front schen ben i unb ichkeit . der mzler nen ist. Bürgermeistertagung in Wetzlar. r. dkl rlu lhr Um Hm. ahl- isl man den Ziffer Oberbürgermeister. ' LPD. Darmstadt, 17. Aug. Heute nachmittag gegen 15 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr von einem Feuermelder aus alarmiert, da aus dem Nordwestflügel des Hauptgebäudes der Technischen Hochschule dichte Rauchschwaden emporstiegen. Als nach wenigen Minuten die Feuerwehr am Vrandort erschien, mußte Grohfeuer- a(arm gegeben werden, da der Dachstuhl I bereits in Flammen stand. Am Vormittag zur Wahl! Mit Gott für Führer und Volk! Heil Hitler! 1 Bäckerei Rühl, Marktplatz, Telephon 4292; Leiter: Haas; 2 Wirtschaft Nohl, Ederstrahe, Telephon 3737; Leiter: Faust; 3 Pulvermühle, Rodheimer Straße, Telephon 3027; Leiter: Schlosser; 4 Wirtschaft „Stadt Marburg", Marburger Straße, Telephon 3811; Leiter: Hillebrecht; 5 Eierteigwarenfabrik Gebr. Grieb, Neustadt 32, Telephon 3204; Leiter: Eitler wird. Die Welt soll sehen, daß das deutsche Volk einig und geschlossen hinter seinem Führer ^Deutsche Diplomlandwirte tut Eure Pflicht! i be. auch »land lern >chul. : ein Hein Orgamsaiionsplan für den gesamten Schleppdienst der ÄSDAP für ld'L ttot der dln< kanntmachung. ** Das Museum im Alten und Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Ufa Z^öffn^t. "Ein Achtzigjähri ger. Unser Mitbürger Karl Stieb er begeht am Montag, 20. August, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar entstammt einer alten Gießener Familie, von der meh- rere Generationen das Strumpfweberhandwerk betrieben. Der Achtzigjährige ist Ehrenmitglied des Gießener Schützenvereins, dessen einziger noch lebender Mitbegründer er ist. I ** 2 0 000 Brieftauben fliegen aus ., x)uyuvunn.uDc. mwih v.v .. Am morgigen Sonntag, 19. August, trifft um 6.48 — Bergschenke, 16.30 Ufa, Künstlerkonzert.' Uhr ein Brieftaub en-Sonderzug, von Köln kom- I. Zentrale für das gesamte Stadtgebiet: Kreisleitung Ludwigstraße 12; Telephon 4032; Leiter: Pg. Hopfenmüller; Vertreter: Frank. II. Zentralstelle der Ortsgruppe Mitte: Ortsgruppengeschäftsstelle: Ka- plansgasse 18; Telephon 3454; Leiter: Horst, Vertreter: Dr. Heller. Ortsgruppe Nord: Ortsgruppengeschaftsstelle: Walltorstraße 16; Telephon 3514; Leiter: Thomas. Ortsgruppe Süd: Ortsgruppengeschäftsstelle: Crednerstrahe 24; Telephon 3716; Leiter: Ewald. Ortsgruppe Ost: Ortsgruppengeschäftsstelle: Kaiserallee 52; Telephon 3384; Leiter: Hummel. IIL Parteiwahllokale in den einzelnen Wahlbezirken: essen icus« i er- sch-'' irung: einem iöe im [e. Der ebetem Spiel iü tön- t lang' it an,6lt .r aber er zu sehnten ftilnde rästigek n ®af' wußte lehmen- terndem senden stinenl Sv „ 12 Rudersdorf, Bismarckstraße 7, Telephon 4132; Leiter: Schellhorn; „ 13 Bismarckstraße 24, Telephon 2939; „ 14 ssstadt Ltth",°Lich-r Straße 59, Tele- 15 toT Ä, T« 52, Ö Telephon 3384; Leiter: Lahr; 16 Caf6 Leib, Walltorstraße, Telephon " Q7Q9- Leiter: Halbrodt; 17 Cafö' Bürgerhof, Plockstraße 5, Tele- ' phon 2398; Leiter: Beck; „ 18 Gastwirtschaft „Zum Löwen 'Neuen- " weg, Telephon 3414; Leiter: Weber. Alle Volksgenossen, die wegen Krankheit oder aus sonstigen Gründen nicht zum Wahllokal gehen ton- nen, wenden sich an die. zuständig Parteiwah - loknle die ihrem Wahlbezirk entsprechen. In Zwei elsfällen können Anforderungen von Personenkraftwagen die unentgeltlich gestellt werden, bei der eiU- sprechenden Ortsgruppenzentralstelle eingebracht Der 19. August ruft das deutsche Volk auf, sich des Vermächtnisses seines Heimgegangenen Reichspräsidenten würdig zu erweisen. Für den Reichsnährstand hat sich der Reichsbauernfuhrer selbst an die Spitze des Abstimmungskampfes gestellt und -es deutsche Bauertum in allen seinen Gliederungen zu den Vorbereitungen an der Volksabstimmung deutschen Diplomlandwirte seid ein Glied der deutschen Bauernfamilie. Ihr steht in ihrem Dienst. Bewußt Eurer Pflichten gegen Volk und Vaterland setze jeder seine Kraft dafür ein, daß der 19 August ein flammendes Be- kenntnis zu unsere.m Führer Adolf Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 18. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Platte 20 bis 05 snf Käse das Stück 4 bis 10, Eier Klaffe S J/M A 10, Klaffe B 9'/-, Klaffe E <9, Klaffe D 8, Wirfing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Römifchkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 25, Tomaten 18 bis 20, Zwiebeln 12, Kartoffeln (neue), das Pfund 5 bis 5V- Pf-, der Zentner 5 bis 5,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Falläpfel 4 bis 5, Pfirsiche 25 bis 40 Brombeeren 30 bis 35, Preißeldeeren 30 bis 35^ Birnen 15 bis 25, Pflaumen 10, Zwetschen 10 bis 12, Mirabellen 12 bis 20, Reineclauden 15 bis 18, junge Hähne 80, Suppenhühner 60 bis 70, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10 bis 12, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken Vit bis 2V-, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5, (Suppengrünes 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, Bündel 10 Pf. Außer der Berufsfeuerwehr griffen drei Züge der Freiwilligen Feuerwehr und die Fabrikfeuerwehr der Firma Merck das Feuer mit neun L ei - tungen von drei Seiten an. Das Gebälk des Dachstuhls und aufgestapeltes leicht brennbares Material gaben den Flammen reiche Nahrung. Bald sah man die Hakenkreuzfahne auf dem Nordwestgiebel in die Flammen stürzen. Kurz danach kürzten auch die Dachreiter des Giebels ein, durch- chlugen die Balken und schufen so den Flammen! einen Weg ins Freie. Nach zwei Stunden war es den Anstrengungen der Wehren gelungen, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, da der Nordwestflügel durch zwei dicke Brandmauern von dem übrigen Hauptgebäude getrennt ist. Der Dachstuhl ist infolge des Brandes zerstört und der oberste Stock der Lehrsäle und der Dozentenzimmer schwer mitgenommen. Die Ursache des Brandes wird von der Kriminalpolizei untersucht. Da zur Zeit Weißbinderarbeiten vorgenommen werden, und aus diesem Grunde Materialien und Lehrmittel im obersten Stocke untergebracht waren, besteht die Möglichkeit einer Selbstentzündung. Wahlbezirk 9 Hotel Kobel, Liebigstraße, Telephon 3481; Leiter: Grahlmann; „ 10 „Graf Zeppelin", Wilhelmstrahe, Telephon 2112; Leiter: Hof; „ 11 Restaurant „Rheingold, Ludwigstraße 6, Telephon 3329; Leiter. An alle Volksgenossen und -genossinnen der Stadt Gießen! Mitten im schwersten Schicksalskampfe des deutschen Volkes, im Gingen um Ghre, Freiheit und Gleichberechtigung ergeht der JRuf des Führers an sein Volk, sich zu Deutschland zu bekennen und seine Stimme abzugeben. Zn der klaren Erkenntnis, daß es sich nicht um ein Wahlgang wie in den vergangenen Jahren handelt, sondern um das Bekenntnis des geschlossenen Willens zum Aufbau des Vaterlandes und zur Erkämpsung von Arbeit und Brot und Sicherung des Friedens, sind wir verpflichtet, ein wuchtiges, eindeutiges Bekenntnis abzulegen. Auch nach außen sott unser Witte und unsere freudige Zuversicht zum Ausdruck kommen, und darum fordere ich die ganze Bevölkerung auf: Fahnen heraus! Am morgigen Sonntag, an dem wir das Bekenntnis zum Führer und Volk ablegen, muß uns Dankbarkeit und Pflichtgefühl zur Wahlurne tteiben. Der Wahlakt, in frühester Morgenstunde vollzogen, sott auch hier in Gießen wuchtig und klar die Gefolgschaftsfreudigkeit zum Ausdruck bnngen. Deshalb für uns — lagestalenber für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gern hab' ich die Frau'n gekÜßt" ■ 1R QA ttPii- ©tlrtftfortnni«i-l * DWetzlar, 17. Aug. Im alten Kreishaus tagten gestern die Bürgermeister der Gemeinden des Kreises Wetzlar. Die Versammlung wurde von Landrat Grillo eröffnet, der über die Ausgaben der Bürgermeister im neuen Staate, insbesondere I auch über bas Zusammenarbeiten von Stützpunkt- leiter unb Ortsbürgermeister sprach. Ein Wort galt auch der Förderung'der Lanbwirtschaft, insbeson- bere der Schafzucht. Die Regierung verlange For- derung der Schafzucht. Die Bürgermeister sollten i dafür eintreten, daß keine Schafherden mehr abge- schafft, sondern die Schafe vermehrt würden. An- Meßend hielt Bürobirektor Martin einen Vor- trag über das Gemeindefinanzwesen. Er betonte, baß jetzt bei einer Besserung ber Lage ber Ge- meinben biefe sich im besonberen ber Schulden- tilgung zuwenden müssen. Eine äußerst sparsame Wirtschaft fei notwendig Das beim Kreis neu eingerichtete Gemeindeprüfungsamt werde alle Ausgaben scharf kontrollieren. Die Haushaltspläne müßten in Zukunft bis zum 31- März auf. gestellt werden und zwar vom nächsten Jahre ab nach dem neuen Muster. Die Prüfung der Gemeinderechnung erfolgt jetzt nicht mehr durch die Gemeindevertretung, sondern durch das Rechnungs- prüfungsamt. Auch die Entlastung wird jetzt von dem Landrat ausgesprochen. Der Leiter des Ärdeits- amtes Wetzlar, Panse, sprach dann über Fragen ber künftigen Arbeitsbeschaffung. Er führte u. a. aus: Wichtig sei, bie Arbeiter krisenfest zu machen, b. h. ihnen nach Möglichkeit so viel Land zu geben, daß sie davon leben können. Darüber hinaus ist es wichtig, daß für den kommenden Winter Notstandsarbeiten in Angriff genommen werden. Die Vorarbeiten müssen jetzt schon erfolgen, damit wenn ber Staat roieber neue Zuschüsse gibt, mit den liehen Arbeit ber Brückenbauer, bie mit bewältigen Arbeiten sofort begonnen werben kann. Zur Zeit Hebekranen ans Werk gingen, schauten täglich viele beträgt bie Grunbförberung 2,70 RM. unb 2,00 Neugierige zu. Die Arbeiten, bie etwa 4 Monate RM. je nach bem Werte ber Arbeit. Dem Arbeits- Zeit beanspruchten, würben von ber Firma Frieb- amt Wetzlar finb 500 000 RM. zur Verfügung geriet) Krupp A G. unb zwar burch bie Friebrich stellt worben, bie in 250 000 Tagewerken etwa aus- Alfreb-Hütte in Rheinhaufen am Niederrhein aus- gebraucht werben. Darüber hinaus hat bas Landes- geführt. Bei den Nebenarbeiten am Brückenbau arbeitsarnt weitere Mittel für größere konnten viele Leute Beschäftigung finben, bie seit- Projekte in Aussicht gestellt. Kreisinspektor her noch arbeitslos waren. Kiehl hielt einen kurzen Vortrag über Luftfchutz- ** Heute Prornenabenkonzert bes Maßnahmen. Die letzte Ansprache hielt ber stellv. Stabttheater-Orchesters. Zu bem heutigen Kreisleiter, Pg. Hau s. Er sprach über bie Volks- Konzert bes Stabttheaterorchesters von 19.30 bis abftimmung am 19. August. Es sei alles baran- 20.30 Uhr ist nachstehenbe Vortragsfolge angesetzt: zusetzen, baß an biefem Tage ber letzte Mann an 1. Marsch „Grenzmarschgruß", von O. ©cbürbel; b)ie Urne gebracht werbe für Aböls Hitler unb ein 2 Ouvertüre zur Operette „Das Lanb bes einiges Deutschland Lächelns" von Fr. Lehär; 3. Walzer „Dorfschwal- GroßfeUSr Fantasie" von Erbach; 5."Vorspiel, Ballade und der Technische« Hochschule Ourmstadt Tanz aus „Das Pensionat" von Fr. v. Supp6. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag unb Mittwoch nächster Woche finben in Gießen Diehmärkte statt. Der Rinboieh-(Nutzvieh-)Markt wirb am Dienstag abgehalten, ber Schweinemarkt wirb am Mittwoch ftattfinben. Siehe heutige Be- — Tageskalenber für Samstag: Ortsgruppe Gießen-Süb, 20.30 Uhr, „Graf Zeppelin", Sitzung ber politischen Leiter. — Artillerie-Verein, 20 Uhr, Familienabend, Bergschenke. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gern hab' ich bie Frau'n Wirtschaftlich, zuverlässig, bequem. Volksautomobil 1,2 Liter 4 Zylinder ab- RM 1880.-» Opelwagen mit «Opell Synchron-Federung < 1,3 Liter und 6 Zylinder. Ab RM 2650.-. Preise ab Werk. Günstiger Finanzierungs- und Versicherungsdienst. Nicht versau; men: Beim Opel-Händler prüfen, wai| Opel Ihnen bietet! i Adam Opel A, Q., Rüsselsheim a.ML *• Brückenbau an der Main-Weser»Imend, im hiesigen Güterbähichof ein. Die Entlade-1 Bahn. Der große Brückenbau an ber Main-Weser- unb Ausflugstelle befindet fid) oberhalb Klem-Lin-1 Bahn, bort, wo biefe die Eisenbahnstrecke Gießen- den an der Bahnlinie Gießen—Großen-Lindm rechts Wetzlar überkreuzt, geht seinem Ende entgegen, der Fahrtrichtung am ^^ang ln den Die neue Brücke ist bereits gelegt und wird von den schnitt. Don Gießen kommend ist die Ausfluastelle Eisenbahnzügen befahren. Die Verlegung der an am besten zu erreichen, wenn man bie Frankfurter Ort unb Stelle fertig montierten neuen Brücke ver- Straße an ber großen ^senbahnbrucke verlaßt und ... . , v- r ursachte keinerlei Derkehrshemmungen, nur, baß links der Bahn bis zur Ueberbruckung des südlichen für den überlegenden Kautet mäfjrenb der eigentlichen Verlegung ber Brücke die Guterbahnhofs weitergeht. Nach Ueberschreiten bie- Strecke für einige Stunden eingleisig befahren ser Brucke gelangt man dann den Weg ^*2 ber | würbe. Die Spannweite ber Brücke ist gegen früher Bahn fortsetzenb zur Entlabestelle. Mit der Ent um einige Meter verbreitert worben, auch wurde ladung der einzelnen Srieftaubentorbe wird dato bie neue Brücke beträchtlich gehoben, so baß auch die nach der Ankunft begonnen werden, so daß mit dem W* .7..S werben kann. Interessant ist, zu wissen, daß sogleich nach dem Ausflug der ihre Heimat suchenden Tauben W der Reiseleiter mit Telegrammen die einzelnen Bries- 1 tauben-Vereinigungen in Köln, Bonn, Wuppertal- Elberfeld und wo sie alle Herkommen, über die 3eit des Abfluges verständigt, damit die Besitzer wissen, wann mit dem Eintreffen der Tauben zu rech- M • X M W »• *' £ M W FT 'M rZ Erinnerungen an denBesuch desJührers in Gießen Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ist auch mit unserer Stadt eng verbunden. Am 17. Juni des Jahres 1932, in einer Zeit des letzten entscheidenden Kampfeinsatzes, weilte er in unserer Stadt und begeisterte mit seinen zweistündigen Aus» führungen die vielen Tausende von Volksgenossen, die dicht gedrängt in schier atemloser Stille standen, um kein Wort des Führers zu verlieren. Unser großes Bild gibt einen Eindruck von der Kundgebung in der Volkshalle, dem kaum etwas hinzu- gefügt zu werden braucht. Im Vordergrund sehen wir die Silhouette des Führers. Das andere bild zeigt den Führer und Reichskanzler vor Beginn dieser Kundgebung auf der Bühne unserer Volkshalle. Im Hintergrund rechts ist der persönliche Adjutant des Führers, Brückner (im langen Zivilmantel, rechts abgewandt) zu sehen. Beide Aufnahmen, denen wir heute schon einen historischen Wert beimessen dürfen, sind von Photo- Pfaff hergestellt. Vor 12 Uhr abstimmen! Wenn auch am morgigen Sonntag bis nachmittags 6 Uhr abgestimmt werden kann, so ist doch zu empfehlen, daß möglichst alle Stimmberechtigten schon bis zur Mittagsstunde ihre Ja-Stimme abgeben! Alle Frühwähler machen auf diese Weise ihre Kundgebung für Adolf Hitler noch nachdrücklicher gegenüber dem Auslande! Darum heißt es für den morgigen Abstimmungstag: 3 a und Frühwahl »st besondere pflicht! NSDAP., Sießen-Nord. Alle Gießener Partei- und Volksgenossen treffen sich am Sonntagabend zum Abhören der Wahl- ergebniffe im Gaf(i £eib Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle der Standarte 116. Die Durchführung des Abends hat die Ortsgruppe Giehen-Vord der VSDAP. übernommen. wer Deutschland liebt, kommt zu seiner Jugend am 1. und 2. September nach Frankfurt am Main. Frau Margarete Wissemann nach kurzem schweren Leiden im 72. Lebensjahr zu sich abgerufen. Gießen, den 17. August 1934. Lollar, den 18. August 1934. 4788 D 4802 D 4763 D 04041 Von der Reise zurück 4797 D 04036 zu haben bei: 4 16V Willi. Hermann, Bllraienwarea, Neustadl 12 Für die zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres lieben Entschlafenen entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Frau Marie Bräuning, nebst allen Angehörigen Die Beeidigung findet in der Stille statt. Beileidsbesuche werden dankend abgelehnt Gott der Allmächtige hat meine liebe herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Die Beerdigung findet Montag, den 20 August, nachm. 4 Uhr, in Lollar statt. Gott dem Herrn hat es gefallen, heute morgen unseren lieben treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Paten Zimmermeister Philipp Döll II. seiner ihm vor 10 Tagen vorausgegangenen Gattin unerwartet in die Ewigkeit nachfolgen zu lassen. Für die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Zimmermeister Wilh. Döll. Rödgen, den 18. August 1934. 4803 D Die Beerdigung findet Montag, den 20. August, nachmittags i/23 Uhr statt. Namens der Hinterbliebenen ; Dr. Carl Fromme, Univ.-Professor i. R. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Wissemann. Dr. Haubach prakt. Zahnarzt Von der Reise zurück Dr.med.Sdieeii)arth Homöopathischer Arzt Gießen, Bahnhofstr. 50 Statt jeder besonderen Anzeige. Am Donnerstag, den 16. August, entschlief meine liebe Frau, unsere gute Mutter,Schwiegermutter u. Großmutter Frau Henny Fromme geb Bandmann im 81. Lebensjahr. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tochter, Schwester. Schwägerin, Gote und Tante Fräulein Elise Groß im blühenden Alter von 36 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen; Familie Georg Groß Familie Heinrich Groß Familie Heinrich Erb Familie Otto Opper Fräulein Marie Groß Weickartshain, Gießen. Göbelnrod und Stockhausen den 17. August 1934. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag, 2l/8 Uhr, aut Wunsch der Verstorbenen in Grünberg statt Dr. Ploch ab Montag verreist! Vertreter die Herren • Dr.W. Klein, Dr. Neumann- Spengel, Dr. Schäffer und Dr. Wolf. Erdbeerpflanzen pikiert, in den beiten Standardsorten, som. immer tragende Monatö- erdbeeren ernpf. sortenrein und vreiSwert 04021 Gärtn. TöngeS, Gießen, Mar- ur ger Ltr. 67. Für die uns beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Heinrich Volkmann VIII. Heuchelheim, 18. August 1934. 476oD Kolbenmühle b. Harbach, den 17. August 1934. 04030 _______________4781 D Das gute Sozon-Ultralin- Bohnerwachs und -Beize Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben, teueren Entschlafenen sagen wir hierdurch allen unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Rinn, geb. Sack. Heuchelheim, den 18. August 1934. Schwerhörige Auch in sehr schweren Fällen hat die seit 8 Jahren bewährte B es- B'«-'*-*,orkapsel geholfen. lörrohr, kein elek- . Apparat. Bequem r bei jeder Art Tätigkeit zu tragen. Die Erfindung eines Ingenieurs. d. seitsein.Kindheit sehr schwerhörig ariell beglaubigte uanKscnreiben mit voller Adressenangabe. 4760 v UnserVertreter ist am Mittwoch, dem 22. August 1934, in Gießen, Hotel Schütz, 1. Etage, von 9—19 Uhr, erteilt kostenlose Auskunft und nimmt Bestellungen entgegen. Mapsel-üesellscliall, Breslau 16. Sorgenlose Darlehen ui Kauf' u. Entichuldunflszwecken, Existenzgründungen, bei günstigen Bedingungen. <4uD gweckspar A.-G., Mainz General-Agentur: Ctto Wagner, Großen-Buseck.AdoifHttlerStr 4, Heinrich Müller, Ober-Ohmen üb. Mücke, für den nördl. Vogelsberg. Wichtig ist im Photo-Labor A Der große Umsatz.Warum ?— Weil dadurch die Gewähr gegeben ist, daß nur frisches Material an Chemikalien und Papieren verwandt wird. Über 30 verschiedene Papiersorten liegen auf - so ist es erklärlich, daß ich das Papier jedem Negativcharakter entsprechend wählen kann. - Auch aus diesem Grunde geht der Amateur zu PhOtO 4770 A KreuzplatzS llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mo-Möbelwagen zur Mitnahme von Gütern per Ende dieses Monats von Frank* furt a.M. nach Gießen bietet an Slüllrolv L Bender, Mvellrailsoott Telephon 3519. 48o7d 1IIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUI §am§tag?8. August 1954 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 192 viertes Blatt Hitlers Verbundenheit mit dem Volk. Ein Herz und eine Seele mit seinen alten Mitkämpfern. ■ w W ■ ■ .»■ n WK (Mi M /JA HH ■-'! DMW Urtaut> Her TZT-s '£ a< F M < N , •• i ■< . •:} . D . ./>; Nein Ja Der Stimmzettel am 19. August So mutz das Kreuz gemacht werden! Stimmst Tu, deutscher Mann, und Tu, deutsche Sron, der In diesem Gesetz getroffenen Siegelung zu? in Auftrag gegeben, die Zementindustrie hat eine 1 zwanzigprozentige Auftragsmehrung gegenüber den vergangenen Jahren zu verzeichnen, funf- zigtausend Tonnen Stahl für Brücken im Zuge der Reichsautobahnen beschäftigen zur Zeit Tausende von Arbeitern in den deutschen Brückenbauanstalten. Das Rad läuft, und es ist ein Schwungrad, das nicht so schnell wieder stillstehen wird. Wodurch kam das? Denken wir zuruck an die Jahre 1928 bis 1932, in denen eine Regierung nach der anderen versuchte, der Arbeitslosigkeit Herr zu werden, mit dem Ergebnis, daß jedes Jahr eine Million Arbeiter mehr als im Vorjahr arbeitslos wurde. Es ist kein Zufall, daß dies heute anders ist! Es ist kein unpersönlicher Konjunkturaufschwung, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist der Vollzug des Willens eines einzelnen Mannes, unseres Führers Adolf Hitler. Elf Tage nach der Machtübernahme hat der Kanzler bei der Eröffnung der Automobilausstellung die Inangriffnahme eines gigantischen Straßenbauprogramms angekündigt, die Durchführung wurde im ersten Regierungsjahr in Gang gebracht. Es wurde ein Bauvorhaben in die Wege geleitet, das die gr ö ß t e In g e n i e urauf gäbe darstellt, die je in der Welt unternommen wurde und unserm deutschen Vaterland das beste Straßennetz der Welt schafft." Dies ist der Segen des gigantischen Hitlerwerks, wie ihn der Führer selbst zu Frühlingsbeginn dieses Jahres umriß, als er das erlösende „Fanget an!" rief, als an zweiundzwanzig verschiedenen Baustellen im ganzen Reich an diesem Tage die Arbeiter mit geschultertem Spaten und geschmückten Vermessungsstäben angetreten waren, um die große Schlacht zu beginnen: „Um der künftigen Verkehrsentwicklung großzügig die Voraussetzungen zu sichern, wurde das Riesenwerk der neuen deutschen Reichsautobahnen projektiert und begonnen. Es wird von den kommenden Generationen dereinst als e i n Standardwerk der menschlichen Verkehrsentwicklung angesehen werden. Sein Nutzen wird einst allen Deutschen zugute kommen Daran wollen wir denken, die uns das Schicksal bestimmt hat, an diesem Werk mitschaffen zu dürfen, das nicht den Interessen eines einzelnen dient, sondern allen gehört und viele Jahrhunderte lang allen dienen wird." Längst bahnen sich nun in allen Gauen Deutschlands die Spaten und Bagger ihren Weg durch die Landschaft. Zwischen Berlin und Stettin, zwischen Elbing und Königsberg, Bremen und Lübeck, Frankfurt und Heidelberg, München und Rosenheim, Liegnitz und Breslau, Chemnitz und Dresden, Halle und Leipzig, Hannover und Braunschweig, Stuttgart und Ulm, Köln und dem Ruhrgebiet — überall sind die Reichsautobahnen im Bau. Und während in Ostpreußen die Bäume gefällt werden, legen sie am Main schon die i Straßendecke, pslanzen sie schon Hecken zwischen . den Fahrbahnen. So wachsen in großartigem Elan : die Straßen Adolf Hitlers, die modernsten Zur Volksabstimmung in Gießen. Die Hitlerjugend wird am heutigen Samstag, um 17 Uhr, zur Propaganda für die Volksabstimmung eingesetzt. Wir bitten alle Betriebe, den Angehörigen der Hitlerjugend dazu Urlaub zu erteilen, soweit es irgendwie möglich ist. Kreisleitung Gießen. Inhaber von Stimmscheinen! Die Beteiligung an der Abstimmung der Inhaber von Stimmscheinen wird beobachtet! Niemand versuche, sich seiner hohen staatsbürgerlichen Pflicht unbemerkt zu entziehen! Auch der mit Stimmschein versehene Stimmberechtigte wird in der behördlichen Wählerliste registriert! Darum: Geht alle abstimmen! Straßen der Welt! , Für die Reichsautobahnen werden alljährlich vierhundert Millionen Mark zur Verfügung gestellt. 47 vom Hundert dieses Betrages stellen den Lohn der Arbeiter dar, 25 vom Hundert werden für Baustoffe ausgegeben, die restlichen 12 vom Hundert für Werkzeuge und Mckschinen — das heißt: hiervon werden wiederum neue sechzigtausend Mann in den Lieferwerken zusätzlich beschäftigt. Um mit Zahlen zu belegen, welche realen Unterlagen dies ideale Werk der Reichsautobahnen hat und welch ein Segen für ungezählte Arbeiterfamilien von ihm ausströmt: die Ersparnis an Arbeitslosenhilfe beträgt allein dank dem Reichsautobahnen-Werk, jährlich 120 Millionen, der Mehreingang an Steuern 80 Milli- °n®ies alles staunend betrachtend und wertend, weiß das deutsche Volk doch, daß auch das Riesenwerk der Reichsautobahnen nur ein Teil des unvorstellbar gigantischen Gesamtwertes ist, das der Führer auf sich genommen hat und von Ersolg zu Ein gigantisches Hitlerwerk Entstehung und Bedeutung der deutschen Reichsautostrahen. Hindenburg sah in Adolf Hiller seinen Aachsolger Oberst von Hindenburg an das deutsche Volk. Erlaß des Reichskanzlers zum Vollzug des Gesetzes über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs vom l. August 1934 lReichsgesetzbl.l S.747). Tom 2. August 1934. txn IddMtonttralaHtal _ ©W tnTotae bn ootionalrn UnglO»««, ba» unf«r Volk grtroffra W. echr-rnNg geeorbeet arfrUidX Segclung btr Stogc bte 6taalaob«rMuplte »eranlaM mld) ju tolgmba aoorbnuBg: । nr »rMk kx. ©ablng(fd)ltbtnm Ml bon Xllri Ätld).prafl»fnl rin« einmalig« Btbrufiiag «ctbtn e>ia, baß bl« nom flnblnrtt bcsd)lolsrnr nnb orrs»Nung.rrd)ISd) gflltlgf «rtrnurog „rinn Prrson unb bmnll br» fldd)«knnjltT«mle* en ssd) mH bin SunNHenni bre trttbcrce Hrid)»pripbcnltn bk au»brOt*lid)t Canklion bre brulschrn Volk«. rrMIf. Sd» burdjbnmgte ooa brr übnjoigung, baß Ikbr eiaotegnnalt pom Volk« eu^dxn unb von Ihm to fitter unb gthdmn Dahl bd»Ngl Irin muß. Mttt Ich Sir. brn v-schlu» bre «abinrN, *M brn rima noch notomblgcn örgbnjungai unonjügüd) brm btutldy» Volke jm firk» volke- ebnimmung nerkgtn ju UI m. eolla. btn 2. OuguD 1934. Ter Reichskanzler »boll eitler IL Beschluß der Reichsregierung zur Herbeiführung einer Volksabstimmung. Tom 2. August 1934. «nfIpfrf)«Bb bon WunWK br. xahrrr. unb UridjeMayloe drschilrß) bk Krichsrrgknm» am eonntag. brm 19 »ugufl 1934, rin« fioftaabfttemung über be. 9tdd)egrf<1 °0M l.eugun 1934 (Utld)egtft6bl I 6 747) hobdjufltorte „Da. »ml brn «dch.p'-llbrnlm mkb mH bo. b« «richnkmrzl-rn -r^-lgt. 3a1tig■ ___________________________________________________________' . Wanderfahrten Kunstwerken christlichen Mittelalters, ist man überwältigt von dem prachtvollen holzgeschnitzten Altar des Würzburger Meisters Tilman R i e Mensch neid er. Es sind Eindrücke, die bleiben, die nicht in wenig Tagen verweht sind, und die uns Jahr um Jahr zur Rückkehr mahnen! Wir wandern im Zug der Rodheimer Straße nach unserem Nachbardorfe Heuchelheim, durchschreiten dieses und gelangen nach Atzbach, wo noch das alte Amtshaus, in dem einst der junge Goethe geweilt hat, zu finden ist. Bald darauf kommen wir nach dem malerisch an der Lahn gelegenen Dorlar, wo sich noch alte Befestigungsmauern vorfinden. Wir überschreiten die Lahn und jenseits des Flusses den Bahnkörper und wenden uns rechts nach dem Dorfe Garbenheim. Der Ort hat durch Goethe, der hier gern weilte und ihm in den „Leiden des jungen Werthers" den Namen Wahlheim gab, seine Berühmtheit erlangt. Wir steigen nun zur ehemaligen Garbenheimer Warte, dem jetzigen Bismarckturm empor, von dem man eine prächtige Aussicht hat. Von hier erreichen wir alsbald unser Endziel, die alte Reichsstadt Wetzlar. treffen wir blaue Punkte, die uns auf prächtigen Waldwegen, an den Hängen des Treisberges entlang, nach Mornshausen a. d. Salzböde führen, von wo wir über Nieder-Walgern heimfahren. Wanderzeit 6 Stunden. Gießen — Atzbach — Dorlar — Garbenheim — Wetzlar. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 19. August. 12. nach Trinitatis. Wanderfahrten. Bieber — Frankenbach — Eiserne Hand — Rodenhausen — hemmerich — Mornshausen. „Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dhm goldnen Ueberfluß der Welt!" Eingestreut in die farbenfrohe, blumengeschmückte Natur liegen die einzelnen Stationen der Bahn. In Grainau beginnt erst die eigentliche Zahnradbahn. Von hier aus schiebt die Lokomotive die Wa- gen. Steigungen bis zu 15 Prozent werden schon erreicht, denn bis zum Eibsee sind immerhin 260 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Am Fuß der steilen Nordwand der Zugspitze taucht jetzt das hellgrüne Wasser des Eibsees auf. Don den Wagen aus ein ganz wundervoller Anblick! Immer höher schraubt sich der Zug. Bis zur Haltestelle Riffelriß müssen 650 Meter bezwungen werden. Das sind bei einer Fahrstrecke von etwa 3 Kilometer bis zu 25 Prozent Steigung. Die Wälder und Almen verschwinden. Wir'sehen nur noch steile, wild zerklüftete Felsengebilde und Schluchten, in denen sich die Schneewasser tosend in die Tiefe stürzen. In Riffelriß nehmen wir kurzen Abschied von der sonnigen Welt. Ein Blick noch nach dem glänzenden Eibsee, nach den Berggipfeln ringsum, den grünen Wäldern und Matten — schon umfängt uns das Dunkel der Erde. Es beginnt jetzt der 4,5 Kilometer lange Tunnel der tief in den Berg führt. Rund 1000 Meter Höhenunterschied werden hier im Innern der Erde, im Herzen des Berges überwunden. An den Wänden des Tunnels hängen Tafeln, die uns zu jeder Minute sagen, in welcher Höhe wir sind. Langsam und sicher schiebt die Lokomotive ihre Wagen vor sich her. Immer höher, immer höher! Ein und ein halbes Jahr brauchte man, um diesen Riesentunnel aus dem Bergmassiv herauszubrechen. Zehn Arbeiter fanden dabei den Tod. Bei 2650 Meter Höhe mündet die Bahn am Schneefernerhaus, einem sehr behaglich eingerichteten Hotel. Auf dem Gipfel freilich sind wir noch nicht. Ein Aufzug bringt uns zur Schwebebahn. Immer 25 werden abgezählt, denn mehr trägt eine Kabine nicht. Und nun schweben wir die letzten 300 Meter zwischen Himmel und Erde, hoch über Felsen und Schneefeldern. Ein ganz eigenartiges Gefühl steigt in uns auf. So muß es im Flugzeug fein, wenn wir uns vom Boden erheben In ru^ig-sicherer Fahrt geht es bis zur Gipfelstation. Und hier auf der Aussichtsplattform... Ich hatte in Oberammergau einen Reisegenossen getroffen der noch nie in den Bergen war, einen stillen bescheidenen Menschen. Als er nun hier oben stand und vor Staunen keine Worte fand, als er immer wieder ganz fassungslos mit kindlich gläubigen Augen hinaus in die unermeßliche Ferne schaute, da war auch ich so ergriffen, daß ich nicht sprechen konnte. Unwillkürlich mußte ich an jene Menschen denken, die mit einem überlegenen Lä- cheln durch das Leben schreiten, alles schon gesehen und alles schon genossen haben. Aber auch sie wür- S £n Elchen Sonnentag, wie wir ihn dort auf Deutschlands höchstem Gipfel feierten, schweigen und schauen. Nur schauen! 9 Ich habe auf hohen Schneebergen im Schweizer- ^nde gestanden, ich war zur Winterszeit in den irnrenaen, aber niemals wurde mir ein Aufenthalt so zum Erlebnis wie hier auf der Zugspitze. Rothenburg ob der Tauber Meistertrunk und Schäfertanz. die dumpfen Schläge der Tillyschen Kanonen und Boller, schauen die Türme und Zinnen des Städtchens zu den Fenstern des Rathauses herein und .bleichem mit, genau so wie vor mehr als 300 Jahren, wie im Oktober 1631. Wer Rothenburg besucht, darf sich den ganz starken Eindruck dieser unmittelbaren Verbindung von Gegenwart und Geschichte von Spiel und Wirklichkeit nicht entgehen lassen. Aber noch in einer anderen, reizvollen Art läßt Rothenburg während der Sommermonate Geschichte und Brauchtum in seinen Mauern lebendig werden. Wir durften am frühen Nachmittag einer Auffüh- rppg des altüberlieferten Schäfertanzes auf dem Marktplatz vor dem Rathaus beiwohnen, den eine besondere Gilde von Bürgern, die am alten Brauche hangen, pflegt und bewahrt. Die alte Musik ist echt, die alten Instrumente sind echt wie die Trachten der Schäfer und Schäferinnen, und nicht minder echt und rührend ist die Begeisterung, mit der sie diesen äußerst anstrengenden, schönen, durch die Jahrhunderte bewahrten fränkischen Schäfertanz aufführen. Der Rest des Tages gehört einem Bummel über den Wehrgang, über die gut erhaltene Mauer mit ihren Schießscharten und Befestigungsanlagen, von Turm zu Turm, 34 an der Zahl, einer köstlicher als der andere. Wir berauschen uns von allen Seiten an dem einmaligen, einzigartigen Blick auf das Gewirr von Spitzgiebeln, Erkern, engen Gaffen und Türmchen, das alles so lustig ineinander verschachtelt erscheint, wir blicken aber auch von der Enge der ummauerten Stadt in die Weite des fränkischen Landes, über die Gräben hinweg durch den Taubergrund und die sanft geschwungenen Hänge, die sich am Horizont verlieren. Wo man es anpackt, ist es ein Wunder, dieses Rothenburg, diese besterhaltene Stadt deutschen Mittelalters, deutscher Reichsstadtherrlichkeit, deutschen Gemütes. Kaum läßt sich auch nur ein Ueberblick an einem Tage erraffen und tut man wenigstens einen kurzen Blick ins Innere der Jakobskirche, so steht man vor den herrlichsten Katholische Gemeinden. Samstag, 18. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 19. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. — Grün- berg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 22. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffenkllcher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Aerzte: San.-Rat Dr. Schliephake, Dr. W. Klein. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Apotheke: Pelikanapotheke. Da hören wir, wie ein alter Herr hinter uns sagt: Vor einer Stunde ist Hindenburg gestorben! Es war der Vormittag des 2. August! So wurde uns dieser Besuch des höchsten deutschen Berges erst recht zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Waren wir schon vorher schweigsam gewesen, so wurden wir nun auf einmal ganz still. Auch im Schneefernerhaus herrschte eine große, stille Trauer, als zur Mittagszeit durch Rundfunk der Tod des greisen Feldmarschalls bekanntgegeben wurde. Hier in den Regionen des ewigen Schnees wirkte diese Nachricht doppelt schwer. Lange saßen wir noch stumm draußen auf der Bank und schauten in die heraufziehenden Wolken, die plötzlich ringsum alle Gipfel bedeckten und uns jede Aussicht nahmen. Es war, als ob die Natur mittrauerte. Christlicher Erholungsheim ivleniungerbof, Mücke in Heften. Tel. 36. 820 Meter ü d. M. 3 Minuten vom Wald. Höhen- q 4 Mahlzeiten. Pensionspreise 3^«ns <50 Mark - Vrolvekt aus Verlangen IB21p ‘ Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz: zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten der ' Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Markus- gemeinde; Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Jofjan- neskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Jo- hannesgemeinde; Pfarrvikar Balz; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhof. 9.30: Pfr. Anthes; 11: Kmderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Petrus- gemeinde; Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Petrusgemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.30: Missionar Walther, Gießen; 10.45: Kinder- kirche; 16: Bibelstunde; Missionar Walther. — AllenBuseck. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre. — Kirchberg. 10: Feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts; Kollekte für die Innere Mission; 11: Christenlehre ur die männliche Jugend. — Lollar. 13.30: Gottesdienst; Kollekte. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die Buben; 10.15: Kindergottes- dienst. — Watzenborn-Steinberg. 9: Kinderkirche 10: Hauptgottesdienst. — Albach. 8.30: Gottesdienst zum Anfang der Konfirmandenstunde; Kollekte. — Steinbach. 13.30: Gottesdienst zum Beginn der Konfirmandenstunde; Kollekte. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; Pfr. Dölle. — Haufen. 11: Gottesdienst; Pfr. Döll. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte für die Innere Mission. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, an- chließend Christenlehre; 20.30: Frauenhilfe. — Langd. 13: Gottesdienst mit Christenlehre. — Wir- berg. 10: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfir- mandenstunde (für Göbelnrod, Reinhardshain, Beltershain, Harbach). — Veitsberg. 12.30: Gottesdienst zur Eröffnung der Konfirmandenstunde. — Ober-Gleen. Kinder- und Hauptgottesdienst fallen des Missionsfestes in Kirtorf wegen aus. Die Kinder beteiligen sich an dem Missionsfestkindergottesdienst um 11 Uhr in Kirtorf. Für die Erwachsenen indet dort der Gottesdienst um 13 Uhr statt. — Lehrbach. 10: Hauptgottesdienst. — kirlorf. 11: Missionsfestkindergottesdienst; Missionar Blümer; 13: Missionsfestgottesdienst; Missionar Blümer; Mitwirkung des Posaunenchors; 15: Nachver- ammlung auf der Aue, bei ungünstiger Witterung in der Kirche. Es sprechen Missionar Blümer, Dekan Allwohn, Wahlen, und Pfarrer Monnard. Mitwirkung des Posaunen- und Männerchors. Unvergleichlich ist der Ausblick auf die weite bayrische Hochebene mit den grünen Wiesenflächen und den schimmernden Seen, unergründlich sind die wilden, tiefen Felsschluchten. Die nächsten Gipfel, die Alpspitze, der Wetterstein, die Dreitorspitze, grüßen uns. In der Ferne aber leuchten und glänzen die weißen Schneespitzen der langen, langen Alpenkette. Im Norden die sommerliche Landschaft, im Süden die Regionen des ewigen Eises! Unter uns, fast wie ein Puppenspielzeug, wird eben die Drahtseilbahn von Ehrwald sichtbar. Langsam gleiten die Kabinen zum österreichischen Gipfel der Zugspitze. Wir sehen dort zahlreiche österreichische Soldaten in ihren grauen Uniformen. Und da, das eiserne Seil bildet die Grenze zwischen zwei stammverwandten Völkern! — Tief eingeschnittene Täler und wild zerklüftete Bergeshöhen, dunkelgrüne Bergseen und Almen, rote und graue Dächer grüßen uns aus dem Lande Tirol... Auf DeuWlands höchstem Berge Äon ph. Hofmann. Schon vor vielen Jahren, als ich in Garmisch- Partenkirchen, das so malerisch in dem weiten, windgeschützten Talkessel liegt, weilte, war der Wunsch reae geworden, auch einmal den höchsten Berg Deutschlands zu besuchen. Der herrliche Anblick des steil aufstrebenden Berges, überspannt vom tiefsten Blau des Himmels, lockte mich auch dieses Jahr. Es ist den älteren Herrschaften ja so leicht gemacht, den Gipfel zu erreichen. Seit 1930 fährt eine elektrische Bahn bis zum Münchener Haus. Wenn man vom Tal aus die ungeheuren Wände der Zugspitzgruppe betrachtet und dann die Geleise der Bahn verfolgt, staunt man immer wieder über die Tatkraft und Willensstärke der Menschen, die vor keiner Schwierigkeit zurückschrecken und das zur Ausführung bringen, was sie einst planten. Diese steilen Felswände, diese engen Schluchten, und da soll eine Bahn hindurchführen? Ja, sie führt .hindurch! In breiten, behaglichen Wagen fährt man vom Bahnhof Garmisch-Partenkirchen hinauf zur Höhe. Keine unnötigen Brücken, keine besonderen lieber- Hänge belasten die Bahnanlage. Sich eng an die Felsen und Täler schmiegend fährt die Bahn durch reizende Landschaften. Beim besinnlichen, ruhigen Zeitmaß des Fahrens hat man nach beiden Seiten iin die schönste Aussicht. Sonne und Berge verschenken hier in verschwenderischer Fülle ihre Schönheiten. Von den saftig-grünen Almen leuchten Alpenpflanzen, die Luft ist erfüllt von dem harmonischen Geläute der Viehherden. Hier denkt man an das Dichterwort: Kaum eine deutsche Stadt hat in der Tat ihre mittelalterliche Gestalt so glücklich und wenig verändert bewahrt, wie gerade Rothenburg, kaum eine andere Stadt gliedert sich aber auch so eindrucksvoll in eine bezaubernde Landschaft ein. Eine Landsknechtkapelle in ihrer alten, stilgetreuen Tracht holt uns am Bahnhof ab, hoch zu Roß, und geleitet uns nach einem herzlichen Willkommspruch durch die winkligen Gassen zum Rathaus Am Rödertor aber müssen wir uns erst „ausweisen", ob wir auch nicht ZU den Tillyschen Scharen gehören und der Stadt Böses antun wollen, weil sie ihren Glauben und ihre Freiheit nicht preisgeben will. Ein doppelter Schlagbaum versperrt den Durchlaß, und die Rothenburger Torwache ist stark und auf der Hut und steht mit gefällter Hellebarde auf der Straße. Es entwickelt sich ein köstliches Frage- und Antwortspiel zwischen unserem berittenen Anführer, der die Männer der Presse als Freunde der Stadt preist und der Rothenburger Stadtgarde. Nun rücken wir auf den Rathausplatz ein. Von hvhem Altane grüßen die würdigen Ratsherren im weißen Haar mit Halskrause und wallendem schwarzen Talar, lieber den weiten Platz, auf den die spitzen Giebel der alten Patrizierhäuser herniederschauen, sprengen Pappenheimer und Schweden. So wird vor den Augen der Besucher nicht nur im Stein, sondern auch in den Trachten, in der Sprache und im asten Brauchtum schönstes und bestes deutsches Mittelalter lebendig, denn oben im ehrwürdigen Rathaussaal, an historischer Stätte dürfen wir nun der Aufführung des „Meister-' trunfes" beiwohnen, des Rothenburger Festspieles, das an der Stelle aufgeführt wird, an der der damalige Oberbürgermeister durch eine historische Tat auf Tillys Geheiß Stadt und Bürger vor Mord und Brandschatzung errettete. Denn in diesem Saale tranP der Rothenburger Altbürgermeister Georg Nusch im Oktober 1631 einen Pokal mit Wein auf £el”exn, Ieer' der dreizehn bayerische Schoppen faßte! Wahrend des Spieles läuten die Glocken von den wuchtigen Türmen der Jakobskirche, hören wir Von Bieber, bis wohin wir die Bahn bnutzen, wandern wir durch das Biebertal an vier Mühlen vorbei. Hinter der letzten, der Obermühle, zeigt uns ein Wegweiser die Richtung. Wir gehen am Fuße des Dünsbergs her durch das liebliche Dünsbachtal, an dessen Ende wir auf die hochliegende Landstraße und auf dieser durch Frankenbach gelangen. Immer die Straße weitergehend erreichen wir alsbald den Wald, kommen unterwegs verschiedene Male hübsche Blicke, namentlich auf Hohensolms, genießend, an der Eisernen Hand, einer einsam gelegenen Wirtschaft, später an der Zigeunereiche vorüber. Bei der Eisernen Hand treffen wir die von Hohensolms kommenden schwarzen Striche, denen wir zunächst eigen. Sie leiten uns nach dem am Fuße des Hemmerichs gelegenen Dorfe Rodenhausen. Hinter dem Ort führt uns ein roter Strich in verschiedenen Windungen hinauf zu dem, von mächtigen Buchen bekrönten und mit einer Schutzhütte versehenen Hemmerich (476 Meter). Leider ist die Aussicht.......... wie Ultc yieiuJ-nuü. meRiar 3160111$ verwachsen, jedoch ist der Blick auf den Die Wanderung, die allerdings nicht durch Wald Dunsberg, auf Hohensolms und einige Wefterwäl- führt, beansprucht 3 Stunden der Hohen sehr reizvoll. Auf dem Kamm des Berges Ml die Perle des Ohleis Wofttnrori wein im Vogelsberg SommerfrifcheDernbach fnfthirortllfeööoni LBogelsöerg Karr n. Erholungsheim ,,Falkeneck“ Braunfels im Lahngebirge. Neuzeitl. Haus, inm. Park u. Wald, öäderanl. f. ges. Natur- heilverf. Darmbäder, Dauerbrausen, Licht- u. Dermotherapie. Vorzügl. Küche, Helldiät. 13.-17.8.: Ernänrungskurs d. W. Thiele, “»p lllMuuilllliillllllllillllllllHIiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiu bei Herz-, Nerven- und Stoffwechselkrankheiten (Magen-, Darm-, Nieren-, Rheuma-, Zucker- u. 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Die besten Mannschaften sollen ermittelt werden, das heißt, die Scharen der einzelnen Gefolgschaften in den Unterbannen müssen beweisen, was bisher in ihren Reihen hinsichtlich körperlicher Ertüchtigung und Ausbildung geleistet wurde. Die Leistungen einzelner stehen an diesem Tage hintan, wie es überhaupt das Ziel innerhalb der Hitlerjugend ist, den Sport, den der einzelne leisten kann und der die Grundlage einer gesunden und stähler- körperliche Erziehung und Ausbildung geht darauf denn sie wird der Öffentlichkeit beweisen, daß gearbeitet wird, zum friedlichen Aufbau unseres Volkes. Die Wettkämpfe dauern morgens von 8 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr. Der Vormittag ist ausgefüllt mit den Vorrundenspielen des Handballblitzturniers und den verschiedenen leichtathletischen Wettkämpfen, der Nachmittag bringt Entscheidungsspiele, Laufen, Belustigungen, verschiedene andere Dinge und ein Fußballwettspiel zwischen den beiden oberhessischen Bannen 116 und 254. Um 12 Uhr mittags marschieren alle stimmberechtigten Teilnehmer zum Kreisamt, um dort ihrer Pflicht Genüge zu tun. Und wer an diesen Wettkämpfen Interesse hat, der stimmt ebenfalls morgens und erscheint dann auf dem Universitätssportplatz. Wg. 10 bis 15, Tafelbirnen II 7 bis 9, Kochbirnen 3 bis 5, Klappsbirnen I 10 bis 14, Klappsbirnen U 7 bis 10, Williams I 12 bis 14, Williams II 7 bis 10, Philippsbirnen 7 bis 9, Amanlis BB. 4 bis 5, Brombeeren 20 bis 25, Mirabellen I 10 bis 12, Mirabellen II 6 bis 8, Pfirsiche I 15 bis 22, Pfirsiche II 8 bis 12, Mirabellen ital. 20 bis 36, Pflaumen 5 bis 8, Preißelbeeren 28 bis 30, Reineclauden 6 bis 8, Trauben ital. 20 bis 25, Trauben Ungar. 15 bis 22, Zwetschen 7 bis 10. Schoß fallen sollte. Sportverein 1920 Heuchelheim. Aufstieg-Entscheidungsspiel Heuchelheim I gegen Bissenberg I. Wie bereits bekanntgegeben wurde, gelangt am morgigen Sonntag das Aufstieg-Entscheidungsspiel Heuchelheim I — Bissenberg I zum Austrag. Das Vorspiel in Bissenberg endete durch eine schwache Besetzung der Einheimischen 2:4. Die Gäste stellen eine flinke Elf, die im Wetzlarer Bezirk einen ausgezeichneten Ruf genießt. Als die besten Teile der 'Mannschaft sind der Jnnensturm und der Torwart anzusprechen. Auch die übrigen Spieler stehen über dem Durchschnitt. Die Einheimischen bestreiten dieses Treffen in der Aufstellung der seitherigen Verbandsspiele. Da der Ausgang des Spieles für beide Vereine eine große Bedeutung hat, wird mit äußerster Energie gekämpft werden. Ob die Punkte in Heuchelheim bleiben, ist nicht vorauszusagen. Man sollte jedoch annehmen, daß der Vorteil des eigenen Platzes den Ausschlag gibt. 'Mit der Leitung des Spieles ist ein Schiedsrichter aus Dillenburg beauftragt. NT.-Tenmsiurmer in Bad-Nauheim Wie bereits mitgeteilt, finden heute und morgen in Bad-Nauheim die Endspiele des Länderturmers und des DT.-Tennisturniers statt. hinaus, in jedem jungen Menschen durch seine Kraft und Gewandtheit den Glauben an die Unbesiegbarkeit seines ganzen Volkstumes wiederzugewinnen. Und deshalb erwartet die Hitlerjugend, daß jeder, der sich mit der Jugend verbunden fühlt, und der mit ihr denkt, morgen erscheint und sich Anordnung des hessischen GtaaiSministerS. Das Staatspreffeamt gibt folgende Anorb- nung des Herrn Staatsministers bekannt: 3m Hinblick auf die Anordnung des Herrn Reichsministers des Innern über die Erstreckung der Abstimmungszeit bei der Volksabstimmung am 19. August 1934 ist auch angesichts der in Hessen ausgestellten großen Zahl von Stimmscheinen von dem Herrn Staatsminister bestimmt worden, daß in allen Gemeinden des Volksstaates die Abstimmungszeit von8Uhrvormittagsbis6Uhrnach- mittags dauert. Diese Anordnung trägt dem Gesichtspunkt Rechnung, daß bei der gegenwärtigen Reise- und Urlaubszeit eine restlose Stimmabgabe ermöglicht und gewährleistet werden soll. • '.4,t> 146 103 113,5 70,75 110 89,75 142,5 '17,25 /b 15,5 62 '06,5 75,9 130 78,9 69 flog als erster deutscher Sportflieger nach dem ehe- maligen Deutsch-Ostafrika.^ Bei der Schwarzwald-Höhenfahrt, die den Großen Bergpreis von Deutschland am Freitag einleitete, ereignete sich auf dem ersten Teil der Strecke ein schwerer Unfall, bei dem die junge Berlinerin Edith Fritsch den Tod fand>. Der Bozener Nordem überschlug sich bei der Anfahrt zum Training für den Bergpreis am Fuß des Schauinslands und konnte ebenfalls nur als Leiche geborgen werden. Die deutsche Mannschaft, die sich in der Zeit vom 28. August bis 16. September am Europa-Rundflug beteiligt, wird unter der Führung des bekannten Fliegerkommandanten Oster k amp stehen. 7,25 7 6,8 8,95 74,25 48,5 247 90,13 42 14,5 122 •55 147,4 216 83,25 38,9 83 70,75 1 128 I ! "A 27-I 183! 1831 -I frankfurter Börse. ffiittagsbörfe: Renten freundlich, Aktien behauptet. 29,9 67,75 91 56,5 65 ■>7,5 3. «. Farven-Jnduline Scheldeanstalt.......... Goldschmidt RülgerSwerke Metallaelelllchoft...... »amvurg-Amenko-Pakei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ■21.®. für Verkehrswesen AN. Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Prioat-Bank Deutsche Bant und DiSconto- Gesellschaft ....... Dresdner Bant Rfftchsbant nach oben und unten. Montanwerte profitierten teilweise etwas von der Steigerung der Roheistn- und Rohstahlgewinnung, Buderus 0,75 v. H. höher, Klöckner 0,13 höher, Stahlvereinsaktien 0,25 o. H. niedriger. Am Elektromarkt dominierten Siemens mit plus 1,50, auch AEG. plus 0,50, dagegen Schlickert minus 0,25. Zellstoff Aschaffenburg lagen 1,25 fester, Waldhof auf eine neuerliche Erwähnung einer Absicht auf Zusammenlegung 2 zu 1 um 0,25 auf 53 o. H. gedrückt. Don Spezialwerten lagen Farben gut behauptet, ebenso Rütgers, Scheideanstalt 0,75 v. H. fester. Im übrigen Reichsbank 0,25, Aku 0,75 v. H besser, Deutsche Lino Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerk» Salzdetfurth ... 7y,| 16.8 17.8 ♦ Laubach, 18. Aug. Der Stadtpfarrer Schmidt, die bisher in Schlitz die evangelische Pfarrstelle verwaltete, übernimmt demnächst die — " " in unserer Stadt. Preussen. Kreis Metzlar. )( Hörnsheim, 18. Aug. Der Kriegsteilneh- mer von 1866 und 1870/71, Ortsgerichtsvorsteher Borck, feiert am nächsten Montag feinen 87. Geburtstag. zum 1500-Meter-Kraulschwimmen kommt der Stettiner N ü s k e, während Deiters ausschied. Im Wasserball wurde die deutsche Sieben von Ungarn 4:1 geschlagen. Kurze Eportnotizen Erwartungsgemäß konnte sich Deutschland am ersten Tag des Davispokal-Ausscheidungskampes gegen Rumänien in Berlin eine 2:0 Führung ichern. Im ersten Spiel fertigte Heinrich Henkel einen rumänischen Gegner Schmidt 6:1, 6:1, 6:0 ab und im zweiten Treffen schlug der deutsche Meister Gottfried von Gramm Hamburger 6:1, 6:2, 6:3. Das Doppel am Samstag bestreitet G. von Cramm-Denker — Hamburger-Schmidt. * Der bekannte Sportflieger Karl Schwabe erhielt den Hindenburg-Pokal für die beste diesjährige flugsportliche Leistung. Schwabe halbjährigen Regierungszeit und betonte insbesondere, daß es bereits gelungen sei, nahezu zwei Drittel der Arbeitslosen wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Weiter führte er aus, daß auch der Bauernstand wieder neuen Aufstieg zu verzeichnen habe und wies besonders darauf hin, daß die Säulen des Dritten Reiches der Arbeiter- und Bauernstand feien. Dem Arbeiter und dem Bauern müsse und werde in der Zukunft die Existenzfähig- feit garantiert werden, denn dies sei ein Eckstein im Aufbau des Dritten Reiches. Noch ist das Ziel, der Aufbau des Vaterlandes, nicht ganz erreicht. Wir stehen in der Mitte des Weges, er führt auf- wärts. Wenn wir allerdings den Weg zu Ende gehen wollen, dann müssen wir ihn mit unglaublicher Zähigkeit weiter beschreiten im Vertrauen und Glauben an unseren Führer Adolf Hitler. Pflicht eines jeden Deutschen ist es daher, am 19. August zur Urne zu gehen, denn der Führer braucht die Stimmen des Volkes, um Kraft für fein schweres Werk zu schöpfen, braucht sie, um dem Ausland die Einmütigkeit und Geschlossenheit des ganzen deutschen Volkes zu beweisen, mit dem es hinter feinen Maßnahmen steht. Wenn wir ein Recht für unser Leben haben wollen, dann müssen wir die Pflicht anerkennen, alles zu tun für Deutschland, darum ein einstimmiges „Ja". Die Ausführungen des Redners ernteten zum Schluß anhaltenden Beifall. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Lie- des fand die außerordentlich gut besuchte Kundgebung ihren Abschluß. Krcw Schotten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. öle w per zmetzl be|d)lof|enen Dividende an. - Reichsdankdiskvm 4 o f) , Lomvardzinssutz 5 v. H. 0,25 v. H. leichter. Im Verlaufe gaben Waldhof vorübergehend auf 50,50 um weitere 2,50 o. H. nach, konnten sich aber leicht auf 51 verholen. Auch Aku bröckelten 0,25 v. H. ab. Im übrigen erfuhr die Tendenz keine grundlegende Aenderung, Phönix plus 0,40, Kali Aschersleben plus 0,75, Mansfelder minus 0,50, Geffürel fetzten 0,25 v. H. niedriger ein, gewannen aber 0,50 v. H. zurück, Lahmeyer ebenfalls gut gehalten, schwächer waren Conti Lino um 1,40 v. H. Den Rentenmarkt zeigte Frankfurter Pfandbriefe sowie Liquis und Kommunalobligationen meist etwa 0,25 o. H. niedriger, Rhein. Hyp- Gold leicht erhöht, Meininger Komm. Obig. 0,40 v. H. abgeschwächt. Darmstädter und Mainzer Stadtanleihen je minus 0,50. Im übrigen Süddeutsche Stadtealt- besitz gesucht und etwas fester. Von den Auslandswerten Anatolier 1 und 2,50 v. H. fester. Tagesgeld unverändert 3,50 v. H. Abendbörse freundlich. Die Abendbörse zeigte im allgemeinen ein freundliches Gesicht, wenn auch der Auftragseingang denkbar gering war. An den Aktienmärkten ergaben sich meist Besserungen von 0,50 bis Scheldeanstalt erhöhten sich um 1 o. H-, IG. ouro um 0,40 v. H. Unter Druck standen Zellstoff Wald- Das feste Zutrauen in die Führung des Reiches, das sich am nächsten Sonntag erneut beweisen wird, war im heutigen Mittagsverkehr wohl das ausschlaggebende Moment für die freundliche Haltung am Rentenmarkt. Zwar waren die Orders noch nicht besonders groß, doch war der stimmungsmäßige Auftrieb unverkennbar. Altbesitz notierten mit 95,50 v. H. gut behauptet, SpäteSchuld- H. höher gehandelt. Die Ak- geringes Geschäft und meist ? L i ch, 17.' Aug. Gestern abend fand als Auftakt zur Volksbefragung am kommenden Sonntag eine große öffentliche Kundgebung der NSDAP. Ortsgruppe Lich in Steins Saalbau statt. Redner des Abends war Kreisleiter Pg. Löser aus Hanau. Nach dem Einmarsch der Formationen und der Fahnengruppe eröffnete Ortsgruppenleiter Pg. Kuhn die Kundgebung. Kreis- leiter Pg. Löfer sprach sodann in etwa eineinhalb» stündigen Ausführungen über die Bedeutung der Volksabstimmung am 19. August, sprach zunächst über Innen- und Außenpolitik des neuen Deutschland gab alsdann einen ausführlichen Lebenslauf des Führers, schilderte die Kampfzeit vor der Macht- übernähme, skizzierte iü kurzen Zügen die großen Oubcni» ................ . Deutsche Srdöl • Gelsenkirchener J toefÄlen—»ßin-gZeueffen .. O Ilse Bergbau • ■ • • • Ilse Bergbau Genüsse ■ Slöcknerwerke J IRaitnrtmann-lMoeee v G. A.-Gport. Oer Fußball-Auftakt -er Gpielfaison 1934/35. Sictoria Frankfurt-Ettenheim gegen Spvq. „1900" Metzen. Bereits am heutigen Samstagabend eröffnet die Spielvereinigung 1900 Gießen die neue Saison und Hie dürfte auch mit der Verpflichtung dieser Frank- ijurter Bezirksklassenmamischast keinen schlechten Griff getan haben. Die Gäste verfugen technisch und kämpferisch über ein ausgezeichnetes Können. Ein Beweis dafür ist der fünfte Tabellenplatz am Schluß tier Meisterschaftsspiele in wohl Südwestdeutschlands spielstärkster Bezirksklassengruppe, der u. a. her Aufstiegskandidat Union-Niederrad, sowie VfL. Neu-Isenburg, Reichsbahn - Not-Weiß, Sportfreunde und 'Germania 94 Frankfurt a. M. angehören, alles Mannschaften, die bis zur Neueinteilung 'Süddeutschlands ersten Spielklasse angehörten und in Gießen in bester Erinnerung stehen. Die Gießener Blauweißen müssen schon mit zäher Energie und mit ausgeprägtem Siegeswillen in diesen ersten Kampf ziehen, wenn Erfolge an die Fahne geheftet werden sotten. Die Aufgabe ist nicht unlösbar, denn gerade die Spieler der ersten Elf haben sich während der Sommersperre mit Ausdauer und Energie einem Konditions-Pflichttraining unterworfen, das unter der Leitung des bekannten Spielers Kraushaar, früher Rot-Weiß (Frankfurt), (zu Willy Kreß Zeiten) und Offenbacher Kickers, stand. In der Gießener Elf wird manches bekannte Gesicht nicht mehr wiederkehren. Neuer Geist, verkörpert durch aufstrebende Jugend, wird seinen Einzug halten. Es gilt nicht zu verzagen, wenn auch dieser Elf nicht gleich der Erfolg in den tienmärfte hatten nur geringes , z , Zufälligkeiten bedingte, kleine Abweichungen oben und unten. Montanwerte profitierten Hof, die 1 v. H. nachgaben. In den Rentenmärkten bestand zu den letzten Kursen eher Nachfrage, späte Reichsschuldbuchforderungen gingen zu 93,65 um, Altbesitz lagen behauptet. Im Verlaufe zogen Scheideanstalt nochmals 1 v. H. an, im übrigen traten keine nennenswerten Veränderungen mehr ein. 4-v. H.-Schweizer Bundesbahn zogen auf 182,50 nach 178,50, 3,50 dto. auf 171 nach 167 und 3 v. H. Berner auf 166,50 nach 162,50 an. Der Umsatz war in diesen Werten recht beträchtlich. Pfandbriefe lagen still und behauptet. Kurse: Altbesitz 95,25, Dedi 65, Dresdner Bank 67,50, Ilse Genüsse 130, Stahlverein 42, Rheinstahl 90,13, Aku 62,13, AEG. 25,50, Chade AG. 206, Ehern. Albert 86, Scheideanstalt 215 bis 216, IG. Farben 174,40, Goldschmidt 83,25, Holzmann 70,75, Schuckert 90,50, Zellstoff Waldhof 50,50, Südzucker 183, Verkehrswesen 67,75, Hapag 26. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Im Länderturnier stehen sich die Sieger der vier Gaugruppen gegenüber! Württemberg, Niederrhein, Nordmark und Pommern. Daß sich die Mannschaften dieser Gaue einen erbitterten Kampf liefern werden, haben bereits die Vorspiele in Hilden bei Düsseldorf, in Stuttgart, Gotha und Stettin erwiesen. Wird der Deutsche Turnfestsieger seinen Sieg im Länderturnier auch in diesem Jahre wiederholen? Im Einzelturnier wird der Turnfestsieger im Turner-Einzel, Willi (Stuttgart), seinen Titel verteidigen. Mit seinem Vereinskameraden Baurn a n n (Tbd Stuttgart) errang er im Vorjahre auch den Sieg im Turner-Doppel. Auch viele andere Spieler und Spielerinnen, die im Vorjahre in Stuttgart durch ihr schönes Spiel begeistern konnten, sind nach Bad-Nauheim gekommen, dazu aber auch neue Kämpfer, deren Namen man - in den bisherigen DT.-Turnieren noch nicht lesen konnte. Der Turngau Nordhessen ist sich der Ehre bewußt, daß die Durchführung der diesjährigen DT.-Veran- ftaltung ihm übertragen worden ist. Bad-Nauheim ist mit seinen zahlreichen wohlgepflegten Tennisplätzen einer der wenigen Orte, in denen ein derartiges Turnier zum Austrag, kommen kann. Neuer deutscher Schwimm'ekord bei den Europa-TNeisterschasten. Einen neuen deutschen Schwnnrnrekord erzielte Gisela Ahrend bei den Europameisterschaften in Magdeburg im Endlauf zum 100-Meter-Damen-. Rückenschwimmen mit 1:20,4. Sie wurde mit dieser Zeit knappe Zweite hinter der in 1:20,3 siegenden Holländerin Mastenbroek. Im gleichen Wettbewerb der Herren qualifizierten sich die Deutschen Huppers und Schwartz für den Endlauf, in den Endlauf Datum 4% desgl. Serie II 5% Rumän. veretnh. Reine v. 1903 4y1%tRumän.üereinf).9lenteD.1913 4% Rumänische vereint,. Rente 2 54% Anatolier Frankfurt a. M., 17 Aug. Gemüse: Angebot stark von allen Gemüsearten, besonders Tomaten, Gurken und Bohnen. Kohlarten jetzt stärker angeboten. Preise fallend für Bohnen, Eskarol, Rotkraut, Weißkraut, Wirsing und Kartoffeln; letztere sehr stark. Nachfrage lebhaft. Wirsing gefragt. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 45, Blumenkohl holl. 7, Buschbohnen 12 bis 15, Stangenbohnen 16 bis 18, Eskarol 5 bis 8, Gewürzei, gr. Bdl. 25 bis 35, Salatgurken 2,5 bis 18, Einmachgurken (Essig) 50 bis 90, Einmachgurken (Salz) 100 bis 130, Karotten 5 bis 5,5, Kartoffeln, gelbe, runde 425 bis 450, Knoblauch (Ausland) 18, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 5 bis 12, Lauch 3 bis 5, Petersilie 15 bis 20, Pilze, Pfifferlinge 40 bis 45, Steinpilze 40 bis 45, Rettich 3 bis 6, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 7 bis 8,5, Sellerie, klein 8 bis 10, Spinat 12 bis 14, Spinat, Neuste- land 10 bis 12, Schnittlauch 20, Tomaten I 9 bis 12, Tomaten ital. 7 bis 9, Tomaten II 5 bis 7, Weißkraut 5 bis 7, Wirsing 8,5 bis 12, Zwiebeln (Pfälzer) 5,60 bis 6,50 Zwiebeln (Ital.) 6 bis 6,50, Perlzwiebeln 20 holl. O b ft: Zufuhren allgemein sehr stark. Markt überfahren mit Aepfeln und Birnen Zwetschen ausreichend und noch gefragt. In Mirabellen und Pfirsichen wieder stärkeres Angebot. Nachfrage überaus unbefriedigend. Preisstand ebenso Große lieber» stände von Aepfeln und Birnen. Es erzielten: Eßäpfel 12. Wirtschaftsäpfel 6 bis 8, Falläpfel 3, Alexander 8 bis 10, ßoebel 6 bis 9, Tiroler Gravensteineräpfel (Ausland) 10 bis 15, Tafelbirnen I 119,5 154 146,9 213,25 82,25 38,9 81 69 । Schluß- für<3 16.8. Dalrm | 16-8- iManafelbei Bergbau......... Ol 74 Rotemerfe O — Phonft Bergbau 0 48,5 Rheinische Braunkohlen 10 '46,5 Rheinstahl 0 90 Bereinigte Stahlwerke ....... O| 42 Otavi Minen ........ O 14,5 Kaliwerke Aschersleben b 119,75 Datum | 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 6% ef)em.7% Di. Reichsanl. v. 1929 5yx% Young-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Abloi.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ..... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6%% Hess Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltyui. . Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auelos.-Rechlen Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6y.% ehem. iya% Franks Hyp-- Bank-Ltqu.-Bsanobriefe - sy.% ehem. 4y2% Rheinische Hyp-Bank-Liqu.-Goldpfe. . «% ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. *7% Pr- Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R- 10 Eteuergutsch BerrechnunaökurS 4% Oesterretchlsche Goldrente 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Üngartsche Goldrente 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 *yt% desgl. von 1918 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbaha-Anlethe Felten & Guilleaume ... GeseUsch.f.Elektt.Unlernehmmig. 6 Rheinische Elektrizität ....... & Schuckert & Co " Siemens & Halske ....... 1 öabmeoei & Co............. 10 Frankluri a. JJ1 förhtnf» Schlußt. Abend- tur* börse Äerlin, I/'.August Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten Englische Roten Französische Roten Holländische Rote« ......... Italienische Roten Norwegische Noten ..... -------- Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten....« Spanische Note»................. Ungarische 9lote» ................ Philipp Holzmann Ol Zementwerk Heidelberg ..... O lernte teert Karlstadt ........O| Schnlthete Patzenhoser O Aku «Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg ......... 0 Zellstoff Waldhos O Zellstoff Aschaffenburg 0 Dessauer GaS 1 Daimler Motoren....... O Deutsche Linoleum .......... O Orenstein L Koppel ......O Leonhard Tietz O khade ................... Attumulatoren-Fabrik O lonti-»Hmmi ........... 0 Grttzne».............. ----- ®| Mainkraftwerke Höchst a.w—. 4 Süddeutscher Zucker ........ »I ^ranffur' a.M | Berlin Schlußkurs J Schlußl.I Abend- börfe i Schlußkurs Schlußk. mittag- börfe 16.8 17 8 16-8. 17-8. 8,1 ,55 7,1 4,1 15,8 8,1 4,5 7,1 4 35,8 4,7 4,15 35,5 4,1 36,2 Franklur u. Dl Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- kms Schlußk Mittag- börfe fg.August 17.August Amilichr Gr t> Notierung Sric Amtliche Geld | iotierung 23n; Buenos Aires 0,685 0,689 0,673 0,677 Brüssel..... 58,92 59,04 58,91 59,03 Rio de Jan.. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,36 56,48 56,34 56,46 Danzig..... 81,74 81,90 81,74 81,90 London ..... 12,63 12,66 12,62 12,65 Heiiingsors.. 5,574 5,586 5,569 5,581 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,60 21,64 21,60 21 64 0,^49 Japan...... 0,747 0,749 0,747 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 63,44 63,56 63,42 63,54 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,465 11,485 11,46 11,48 Stockholm... 65,10 65,24 65,07 65,21 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest .. — — — Reuyork... 2,491 2,495 2,483 2,487 Geld Brief 2,435 2,455 58,75 58,99 56,29 56,51 12,575 12,635 16,46 16,52 169,31 169,99 21,48 21,56 63,25 63,51 —- —— _ — 64,91 65,17 81,49 81,81 34,18 34,32 — W-.MlrMM. Vornan von Gert Gothberg. Urheberrcchtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 18 Fortsetzung Nachdruck oerbotcnl Der Pfarrer trank mit seinem Sommergast den Kaffee. Es gab einen guten, selbstgebackenen Kuchen dazu, und Frau Pfarrer sagte, daß sie nur kurze Z^it mit am Tische sitzen könne. Sie hätte noch etwas für den anderen Tag in der Küche herzu- richten. Der Herr Pfarrer griff dann auch wieder nach seinem Buch, nachdem er sich freundlich damit ent- lchuldigt hatte, daß seine Predigt noch nicht fest sitze. Und so ging Farnhorst weiter hinter in den Garten. Die kleine Helge hat mir Glück gebracht!, dachte er. Am anderen Tage ging er den Weg weiter hinunter. Fehlgehen konnte' er nicht. Pfarrer Holm hatte ihm Baringsens Besitztum genau beschrieben. Und als er eine Viertelstunde gelaufen war, sah er es liegen. Groß, wuchtig, fast düster wirkte es, wie es da so dort drüben aus dunklen Tannen hervorsah. Ein riesiger Besitz. Pferde wieherten. Und auf der Weide standen unzählige Rinder. Hunde rasten im Grundstiick umher und wollten sich fast umbringen, als der Fremde am Tor klingelte. Farnhorft wurde eingelassen. Eine alte, böse aussehende Frau war es, die ihn einließ und dann ins Haus geleitete. In einem mächtigen Zimmer mit gewaltigen alten, fast schwarzen Möbeln empfing ihn Gunnar Baringsen. Er lag auf einem breiten Sofa, war mit Kissen und Decken gestützt. Trotzdem stöhnte .er: „Ich halte das nicht aus. Aber die Bande macht fa nie etwas richtig, und der alte Quacksalber, der Doktor, versteht noch weniger. Hat der mich geschunden! Na, nun setzen Sie sich doch ein bißchen!" Farnhorst setzte sich dich an das Lager des alten Brummbären, dessen Augen aber doch so gut unter den buschigen Brauen heroorblickten. Und dann sagte dieser völlig unvermittelt: „Herr Doktor Farnhorst! Würden Sie hier in Norwegen bleiben, wenn man Ihnen eine gute Stellung a ibietet? Oder wollen Sie nach Deutschland zurück?" „Ich würde lieber in meinem geliebten Vaterlande bleiben. Aber dort habe ich keine Aussicht, bald etwas zu bekommen. Und hier gefällt es mir sehr gut. Ich würde also bleiben." „Sehr gut!. Meine Mutter war eine Deutsche. Aus Westfalen mar sie. Und mein Vater ist jedes Jahr einmal mit ihr dorthin gefahren. Sie hat, glaube ich, immer Heimweh gehabt. Ich habe auch gute Beziehungen zu Deutschland. Das freut mich im Gedenken an meine Mutter besonders. Und darum fällt cs mir auch nicht schwer, gerade einem Deutschen eine gute Stellung anzubieten. Ich brauche eine junge Kraft, einen Menschen, der mich nie verläßt, der immer bei mir bleibt. Ich bin alt, und dann passieren eben solche Sachen wie gestern. Ich zahle Ihnen ein anständiges Gehalt. Sie können es festsetzen, was Sie haben wollen. Mir ist das ganz gleich, es spielt keine Nolle. Sie hatten mir gestern gefallen, weil Sie nicht viel Worte machten und mich alten Kerl heraufholten. Um die Stellung näher festzulegen: Sie würden, wenn ich erst ein paar Monate näher in Sie hineingesehen habe, mein Bevollmächtigter in allen geschäftlichen Dingen sein. Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?" „Siebenundzwanzig Jahre alt, Herr Baringsen!" „Sehr gut! Man kann gar nicht jung genug in eine schwere, verantwortungsvolle Stelle hinein. Also abgemacht?!" „Abgemacht!" Die Hände der beiden Männer lagen ineinander. Und Gunnar Baringsen betrachtete die beiden Hände. Seine eigene, giftige, runzelige, und die * schöne, schmale, kraftvolle braune Hand des Jüngeren. Dann gab er Folnhorsts Hand frei. Aber er sah ihm sehr ernst und sehr lange in die Augen. „Wann können Sie also zu mir kommen?" „Ich kann schon heute bleiben! Sofort! Arbeit so schnell als möglich!" „Sie waren aber zur Sommerfrische hier. Ich will Ihnen Ihren Urlaub nicht verkürzen." „Ich hatte lange Urlaub. Ich bin froh, daß er zu Ende ist!" sagte Farnhorst fest. Da lächelte Gunnar Baringsen. Und er fing auch gleich an, von dem Projekt zu sprechen, das ihn schon lange beschäftigte. Er meinte: „Wenn Sie Ingenieur gewesen wären wie ich, wäre es mir noch lieber gewesen. Aber es ist auch so sehr gut. Sie werden Ihren Mann schon stellen, das Gefühl habe ich in den Fingerspitzen. Und — selbstverständlich haben Sie frei, wann sie frei sein wollen. Es ist keine dienende Stellung. Frei sein sollen Sie. Und ich will mich freuen, wenn Sie sich in dieser Freiheit entwickeln." Und dann sprach der alte Mann wieder von seiner Absicht, hier das große Werk in Angriff zu nehmen, damit die Wasser, die aus den Bergen im Frühjahr herunterstürzten, keine Gefahr mehr bedeuteten, sondern den Menschen zum Segen wurden. Und Fritz Farnhorst freute sich unsagbar, daß dieser Mann ihm sein Vertrauen schon am gleichen Tage schenkte. Und das, was er durch die Worte Baringsens vor sich sah, dieses grandiose Bild, das erfüllte ihn mit heißer Bewunderung für diesen alten, häßlichen Mann, dessen gute, kluge Augen begeistert leuchteten. Einmal fragte Farnhorst: „Und wer gibt das Geld? Es wird Millionen kosten." „Das gebe ich! Wenn es gelungen ist und der Staat will unser Werk übernehmen — sei es drum! Aber ich behalte es auch gern, mein Werk. Dann wird man eben später sagen, wenn ich tot bin: Der alte Baringsen war doch ein toller alter Kerl. Aber gut hat er es mit uns gemeint. Das ist bann eben auch ein Lohn." Die Hochachtung für diesen schlichten, einfachen Mann stieg in Farnhorst höher und höher. Und Barinasen wiederum freute sich, was für kluge, kurze Antworten dieser junge Deutsche ihm gab. „Wo wollen Sie wohnen? Hier oder im Pfarrhaus, lieber Farnhorst?" „Bestimmen Sie, Herr Baringsen!" „Wie kann ich das? Sie sind doch nicht mein Sklave? Aber ich würde sagen: Bleiben Sie im Pfarrhaus. Die Holms tun gern Gutes unter den Armen. Wenn ich etwas gebe, dann find sie sehr erfreut, aber ich merke doch, daß es ihnen mehr Spaß macht, wenn sie es von sich aus tun können. Und darum vermieten die Holms an Gäste. Nur deshalb! Bleiben Sie also vorläufig wohnen. Es ist nicht weit bis hierher. Sie kommen jeden Morgen gegen neun Uhr zu mir. Dann arbeiten wir zusammen. Mittags sind Sie zwei Stunden frei, und dann kommen Sie wieder einige Stunden. Wir werden ja auch nicht immer im Zimmer hocken, sondern wir werden viel draußen in den Bergen sein. Man muß da jedes Winkelchen kennenlernen. Und nun Gott befohlen! Gehen Sie in diesen Tagen noch tüchtig spazieren, während mein Fuß mir yier diesen Satanspossen spielt. Ich werde mich aber freuen, wenn Sie jeden Morgen zwei Stunden kommen. Länger brauche ich Sie nicht. Vorläufig nicht. Aber Sie können sich ja da draußen schon immer ein bißchen umsehen, damit Ihnen meine Welt vertraut wird." Noch einige freundliche Worte, dann giüg Farnhorst. Er wäre gern noch geblieben, hätte diesem alten und doch so großen, klugen Manne gern noch Gesellschaft geleistet. Aber der schickte ihn sehr energisch fort. Er wollte schlafen. Das sei das beste Mittel, wieder auf die Beine zu kommen. Und wenn sich's in diesem Falle auch nur um einen verletzten Fuß handle. Da ging Fritz Farnhorst! Und vielleicht wußte er es nicht einmal. Aber er schlug den Weg ein, der am Pfarrhof vorbei weiter hinausführte zu dem kleinen, von Nosen schier erdrücktem Hause, wo ein blondlockiges, sonniges Mädel wohnte, das so köstlich froh und unbekümmert lachen kannte, und das Noras junge Schwester war! Nora Nordström! Einmal würde sie wieder hierherkommen. Was würde sie sagen, wenn er ihre Heimat inzwischen zu der (einigen gemacht hatte? Und würden sie sich noch einmal finden? „Ich bin fünsundoierzig Jahre alt!" Fritz Farnhorst blieb stehen, sah sich um. Hatte jemand diese Worte laut und höhnisch gesprochen? Es war ihm, als halle es von den Wänden zurück! „Ich bin fünfundvierzig Jahre alt." Er schritt weiter, immer weiter, den Kopf tief gesenkt. Nora hatte — recht! Es war gut so, daß sie sich von ihm getrennt hatte. Denn einmal würde das unbarmherzige Alter auch sie erfassen! Hätte er sie weniger geliebt? Sicher nicht! Er war nicht wandelbar! Aber Nora Nordström hätte keine junge Schwester haben dürfen, die ihm nun gezeigt hatte, wie köstlich Jugend und Frohsinn sein konnten. Nora! Hart, unbarmherzig und schlecht kam er sich vor, weil er nicht mehr mit dieser schwärmerischen, oer. letzten Liebe an sie dachte. Seit einem Tage hatte sich in seinem Innern eitv | Wandlung vollzogen. Eine völlig unerwartet l Wandlung, deren Ziel ihm noch unklar war. Aber diese Wandlung war eben da und bedeutete dir Vernichtung seiner einst so heißen Liebe zu Nora Nordström! Diese Feststellung machte ihn traurig. Und doch fühlte er sich erleichtert. Oder war alles nur, weil er sich wieder als brauchbares Glied der Menschheit sah, weil er wieder einen Lebenszweck, weil er ! Arbeit haben würde? ! Langsam war er erst gegangen. Seit Minuten - schon lief er schnell — immer schneller. Und dann lag das Haus vor ihm, das von den | vielen Rosen schier erdrückt wurde. | Er stand regungslos da. Dort drüben im Garten saß auf einem Obstbaum Helge Nordström. Sie sah ihn nicht. Ihr schönes, junges Gesicht, das demjenigen Noras so sehr ähnlich, aber eben nur jünger, froher war, war zum blauen Himmel erhoben. Auf den Knien stielt sie ein Buch. Und die blauen Augen blickten ganz nachdenklich und ernsthaft. Ein Gemälde war es! Wie ein wundervolles Gemälde! Das Herz Fritz Farnhorfts schlug laut und rasch. Was war das? Wollte er sich vielleicht gar in Nora Nordströms junge Schwester Helge verlieben? Wirklich? Dieser Geschmacklosigkeit wollte er sich schuldig machen? Und aus diesen Gedanken heraus wandte er sich still ab, ging leise wieder davon. Der zottige Hund schlich am Zaun entlang. Knurrte. Da wurde auch Helge aufmerksam. Und sie sah ganz weit drüben eine hohe Gestalt davongehen. Doktor Farnhorst? Er war es doch? Weshalb sagte er ihr nicht einmal guten Tag? Und sie hatte doch gerade jetzt immer nur an ihn gedacht? Immer nur an ihn! Und nun ging er an Haus Omslö vorüber und machte nicht einmal den Versuch, fie zu sehen! Nessel, 80 cm breit, haltbare Ware, von ersten westfälischen Nesselwebern per m Kretonne, 80 cm breit, geschlossene Gebrauchsware per m 0.39 wäre für Leibwäsche per m Wäschestoff, 80cm br., jahrzehntelang bewährte n Jin Qualität f. Kopfkissen, starke Leibwäsche usw., p. m Ue