184. Jahrgang Gießener Anzeiger Ur. 114 Erster Blatt 184. Jahrgang Zreltag, 18. Mal M4 Ä'SIÄ JITf * ▲< e Ann.hm. °°n Wi9tn ®Ä:F°mm°nL-r Am A44 AAA A14 Heimat im Bild-Die Scholle ■ MM ■ !>■ 7 MM ■ ■ MM MW MM yj> M M^M IBMT Grundpreise für 1mm höhe Monatr-Vezugrpreir: HÄ «E M Hä M^7 M M M^7^ W ^9 M M M M M QL M für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM M W M^ M MM W M ■T M f III ^M Mr II ■ Mr M Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 M' M Ml M. . M M M M M Wl M M Iflk. M anzeigenvon70mm Breite Zustellgebühr .. „ ▼ ▼ ■ M M M W ^M^W M M M M MM M- 60Rpf..Platzvorschriftoder MoÄeÄS V Grmäfjtgte Grunbprtif.: MZM General-Anzeiger für Oberhessen z.a«W?m"m°in 1168« Druck und Verlag: vrühl'sche UnivtrfitStz-Sllch- und Stelndruckerel «.Lange in Sietzen. Schristleitung und GeschSftrftelle: Schulstratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B k...^ Z1& WW NÄi» • " •' I Noch kein Ergebnis der Genfer Gaawerhandlungen l a en, wenn die Reichsregierung die (Boran« Fahri zur MA.-smgstiagiW an Mein und Mosel sie Repressalien ausüben werde. Schließlich habe die Frage der Gerichtsbarkeit Anlaß zu vielfach falscher Kritik gegeben. Es sei nicht zu leugnen, daß der Verlaus einiger politischer Strafsachen den Anschein erweckt habe, als seien die saarländischen Gerichte nicht mehr objektiv. Einzelfälle könnten aber nicht zu Ausnahmemaßnahmen führen. Es fei durchaus möglich, daß noch ein zweiter Senat für Strafsachen beim Obersten Gericht eingerichtet werde. Diese Einrichtung liege im Rahsnen des Friedensvertrages, während die Schaffung von etwaigen Sondergerichten dem Friedensvertrag widerspreche. Die pariser Preise erörtert die Möglichkeit eines direkten Saarabkommens. Gentleman-agreement möglich sei. Der Berichterstatter ist der festen Ueberzeugung, daß die Verhandlungen vor einer Entscheidung ständen und daß sich der französische Außenminister damit einverstanden erklärt habe, die Frage einer internationalen Polizei f al len zu DiesofortigeErnennungderAbstlm. mungskommission halte er für ein sehr geeignetes Mittel, beruhigend auf die öffentliche Ordnung einzuwirken. Auch die b a l d m ö g l i ch st e Festsetzung des Abstimmungstermins werde viel Stoff zur Kritik beseitigen. Er verstehe diese Forderung der Bevölkerung um so mehr, als der Versailler Vertrag diese Frage bereits eindeutig geregelt habe. Die Schaffung eines Schutzes der abstimmungsberechtigten Personen des Saargebietes in Bezug auf ihre politische Stellungnahme halte er für erforderlich, obgleich er keiner der beteiligten Nationen unterstellen wolle, daß Paris, 18. Mai. (DNB.) Der Verlauf der Donnerstagbesprechung in Genf wird von der Pariser Presse verschieden beurteilt. Alles in allem hat man den Eindruck, daß die Besprechungen keine Fortschritte gemacht haben, gibt aber die Hoffnung nicht auf, daß heute oder am Samstag doch noch eine endgültige Lösung gefunden wird. Besonders optimistisch zeigt sich der Genfer Sonderberichterstatter des „Petit Parisien", der sich zum Sprachrohr gewisser in Genf umlaufender Gerüchte macht, wonach zwischen Frankreich und Deutschland ein sogenanntes tiesorderungen annehme. Man warte "nur noch auf die Zustimmung der Wilhelmstraße, um die Durchführungsbestimmungen der Abstimmung festzulegen. Die übrige Presse zeigt sich weniger optlmistisch. Oie Garantien. Aloisi vermittelt.—Noch keine französischen Vorschläge. Gens, 17. Mai. (DNB.) Die Verhandlungen über Garantien für die Abstimmungs- berechtigten in Verbindung mit der F e st s e t - jung des Abstimmungstermins sind zwi- schen Vertretern der hauptsächlich interessierten Mächte weitergesührt worden. Es muß hervor- aehoben werden, daß der Vorsitzende des Dreierkomitees, Baron Aloisi, mit großem Eifer als Vermittler tätig ist, um die noch bestehenden großen -Schwierigkeiten, wenn möglich, zu beseitigen. Daß rnan von deutscher Seite bereit ist, alle Garantien M geben, die mit den Bert r^i gen in Aeb er ein st immun g stehen und billiger Weise gefordert werden können, ist bekannt. Es läßt sich im Augenblick noch nicht überblicken, wie Frankreich sich endgültig zu diesen Fragen stellt, da konkrete Vorschläge derFranzosen noch nicht bekannt geworden sind. Rach dem gegenwärtigen Stande der Verhandlungen kann man hoffen, daß für den Fall, daß es gelingt, eine Einigung über die Frage der Garantien herbeizuführen, noch auf dieser Ratstagung auch der Abstimmungstermin im Einklang mit den Forderungen des Friedensvertrages festgelegt wird. Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas hält es für sehr wahrscheinlich, daß der Völkerbundsrat bis zum Sonntag die großen Richtlinien für die Abstimmung im Saargebiet aufgestellt haben wird. Von den drei Fragen: Internationale Polizei, Garantien und Zeitpunkt habe sich d i e er ste r e als die schwierigste herausgestellt. Es sei sehr zweifelhaft, daß der Völkerbundsausschuß, der id) unter der Leitung von Aloisi mit dieser Frage beschäftigt, die Schaffung einer solchen internationalen ■ Polizei Vorschlägen werde, dagegen dürfe man mit ; Sicherheit annehmen, daß der Ausschuß in der Frage der Festsetzung des Z e i t p u n k t e s der Ab- rtimmung in seinem bevorstehenden Bericht an den I Völkerbundsrat genaue Vorschläge unterbrei- «en werde. Die Zweibrücker Goebbelsrede aus Schallplatten. Ein Geschenk des Herrn Knox für den Völkerbund. Genf, 17. Mai. (DNB.) Das Völkerbundssekre- :nriat veröffentlicht heute nachmittag „auf Antrag )>es Präsidenten der Regierungskommission des ^aargebietes und zur Information" einen vom ! !2. Mai 1934 datierten Brief des Präsidenten Knox, der sich mit der Zweibrücker Rebe des Reichsmini st ers Goebbels beschäftigt. Diese Rede, die in der ganzen Welt das weiteste Echo fand, hat es Herrn Knox scheinbar l-esonders angetan. Er fühlt sich bemüßigt, in Einern Brief „d i e ernsteste Aufmerksam- !eit des Rates" auf die Zweibrücker Kund- pebung lenken zu müssen. Knox macht den Antrag ruf noch nie dagewesene Art: Er hat die Rede L»r. Goebbels auf Schallplatten aufneh- men lassen und legt die zahlreichen Platten als .Anlage seines Briefes" für die Archive !°es Sekretariats bei. Wie der Dank des Rates für lüefes freundliche Geschenk ausgefallen ist, wird Merdings noch nicht berichtet. Abreise von Berliner Schülerinnen zur DDA.-Togung. Ser Saarländer Loßmann lehnt landfremde Polizei stritt ab. Genf, 17. Mai. (DNB.) Vor führenden Mit- ( tebern her „Deutschen Front" wies das faarlän- tfsche Mitglied der Regierungskommission C o ß - rann darauf hin, daß brei Fragen im Vorder- g und der Erörterung stehen. Die erste Fruge sei d« Sicher st ellung der Ruhe und Ord- nntng für d i e Zeit der Ab st immun g. 5t erkenne durchaus an, daß die besonderen Ver- HRInisse, die mit der Abstimmung Zusammenhängen, a.lch besondere Maßnahmen bedingen. Er sei jedoch nicht der Ansicht, daß die Zuhilfenahme fremder Polizeikräfte das geeignete Mittel sei. Im Saargebiet selbst sei die Möglichkeit vorhanden, die Ruhe und Ordnung sicher- Mellen. Der beste Garant sei «-ein gutes Zusammenarbeiten zwischen Behör- bt-n und Bevölkerung. Das bisherige 23er- Men der Bevölkerung des Saargebiets gebe ihm bcs unbedingte Vertrauen, daß auch in der schwie- rinften Periode saarländischer Geschichte gesundes 8 rständnis und Verantwortungsgefühl in genü- J(~tbem Maße aufgebracht werden. Ls fei natürlich, daß die Abstimmungsperiode sine Vermehrung der vorhandenen Aufgaben für die Kontroll- und Sicherheitsorgane mit sich bringt. Er halte deshalb eine angemessene Vermehrung der Polizei- und Landjäger- Üräfte für erforderlich. Zur Rekrutierung desselben sei im SaargebietreichlichGe- l e g e n h e i t vorhanden. Landfremde Polizeitruppen könnten sehr leicht, anstatt der Ruhe und Ordnung zu dienen, zu sonst vermeidlichen Konflikten fuhren. Die schwer- miegendsten Bedenken habe er gegen hie in der Presse mehrfach erörterte herein- h olung ni chtdeutfcher Truppen, m sie zu den schlimmsten Auswirkungen führen müßte. Oer Auftakt. Frauenkundgebung in Mainz. Mainz, 18. Mai. (DNB.) Die Pfingsttagung des DDA. an Rhein, Mosel und Saar begann am Freitag vormittag in Mainz mit einer Frauentagung, die mit einer Weiheft u n d e f ü r d i e Saar eingeleitet wurde. Nach einem Gesangsvortrag des Chors des Mainzer Stadttheaters und der Hochschulen für Musik begrüßten die Landesleiterin des Frauendienstes des DDA. in Hessen, Frau Sabine Koepke- Darmstadt und die Führerin der Frauengruppe Mainz, Frau Liesel Wehner die Versammlung. Nach einer Ansprache des Reichsführers des VDA., Dr. Steinacher, hielt Prof. Dr. Steinbach- Bonn einen Vortrag über „Wege und Ziele französischer Saarpolitik". Er gab zunächst ein Bild der französischen Ostpolitik, wobei er den Unterschied zwischen den eigentlichen Absichten und den jeweilig angewendeten Mitteln scharf heraushob und erklärte dann das sogenannte „Saarstatut" als ein Kompromiß mit Wilson, wobei Frankreich durch Uebertragung des Grubeneigentums, die Zollunion, Aufhebung der deutschen Verwaltung usw. sehr gut abgeschnitten habe. Abschließend schilderte der Redner die vaterländische Treue der Saardeutschen, ohne die Bismarck die Auseinandersetzung mit Oesterreich tatsächlich mit Opfern an der deutschen Westgrenze hätte erkaufen müssen. Das deutsche Volk an der Saar werde mit seiner Entscheidung auch jetzt wieder dem französischen Ziel einen Wall entgegensetzen, der von entscheidender Bedeutung für die Abwehr des jahrhundertealten französischen Dranges nach dem Osten sei. — Frau Helene von Vopelius - Sulzbach legte dann die Aufgaben der Frauenarbeit im Dolkstumskampf dar. Der VDA. an den Reichskanzler. Mainz, 18. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsführer des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Dr. Steinacher, hat zu Beginn der Saarbrücker Tagung, dis in Main- ihren Anfang nahm, folgendes Telegramm an den Reichskanzler Adolf Hitler in Berlin gerichtet: „Der Volksbund für das Deutschtum im Auslande gedenkt auf feiner Tagung im deutschen Westen voller Dankbarkeit des Kanzlers und Führers, durch dessen entscheidende Kraft sich auch die Frucht volksdeutscher Arbeit vervielfältigt hat. Am Beispiel des Führers ist in Begeisterung und neu erkannter Pflichterfüllung gegenüber dem deutschen Gesamtvolk der Opferglaube wieder erwacht. Im Gelöbnis treuester Gefolgschaft und tiefster Ehrerbietung. Gez.: Dr. Hans Steinacher, Reichsführer des VDA." Keine Nüstungsarbeiten bei Krupp. London, 18. Mai. (DNB.-Funkfpruch.) Ein Sonderberichterstatter der „Morning Post", der das Ruhrgebiet bereiste, berichtet über eine Unterredung mit Professor Paul G o e r e n s , der ihn in Vertretung von Dr. Krupp von Bohlen und Halbach empfangen habe. Professor Goerens habe u. a. die im Auslande verbreiteten Gerüchte für unrichtig erklärt, daß die Einstellung von 7 0 0 0 Arbeitern im April d. I. mit Bestellungen für die Ausrüstung von neuen Reichswehrsoldaten im Zusammen- hang stehe. Die Firma habe keine Bestellung für einen solchen Zweck erhalten. Sie hätte auch gar nicht geeignete Maschinen, die für einen solchen Zweck nötig wären, da auf Grund des Versailler Vertrages das ganze Mafchinenma- terlal zerstört worden fei und ein Ersatz der Maschinen Jahre beanspruchen würde. Die Einstel- lung der neuen Arbeiter hänge lediglich mit den Regierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Erzeugung zusammen. Das Vertrauensvotum für Herriot. Radikale Kleinbürger im Fahrwasser der Reaktion. Von unserem O.S.-Korrespondenien. Clermont-Ferrand, Mitte Mai. Das sind keine Revolutionäre, diese Abgesandten der Landesverbände ganz Frankreichs zu dem Außerordentlichen Kongreß der radikalsozialen Partei in Clermont-Ferrand. Sie sind auch keine Radikalen, noch Sozialisten, noch viel weniger radikale Sozialisten. Und doch ist der offizielle Name der Partei „Parti radical et radical-socia- liste“. Wie kommt diese Partei, deren Mitglieder — nach den hier vertretenen Delegierten au schließen — zum größten Teil aus satten uno zufriedenen, im höchsten Maße konservativen Kleinbürgern bestehen, zu einem derartig revolutionären Namen? Als am 4. September 1870 die dritte französische Republik ausgerufen wurde, gab es in Frankreich zwei große Parteien: die Monarchisten und die Republikaner. Unter der mitreißenden Führung des Volkstribunen G a m b e 11 a bildeten die Republikaner einen geschlossenen Block gegen die monarchische Reaktion, die ihrerseits in die Legitimisten, die Orleanisten und die Sonarparti ft en gespalten war. Kaum aber war die Gefahr der Reaktion beseitigt, als sich, im Jahre 1879, die Republikaner in die Oppor - t u n i ft e n einerseits und die „Radikalen" unter der Führung Floquets und Clemenceaus andererseits teilten. Nachdem die Monarchisten fast vollkommen verschwunden sind, gibt es, seit 1893, zwei große Parteien: auf der Rechten die „Gemäßigten" und auf der Linken die „Radikal-So- Sen" oder besser „Radikalsozialen", denn dis aten von 1879 haben ihrem Namen das Wort „socialistes“ hinzugefügt, weil sie ein Programm sozialer Reformen in Vorschlag bringen wollten. Seit 1893 bis zum Kriegsausbruch ist die radikalsoziale Partei ununterbrochen und meistens tonangebend (insbesondere unter Waldeck- Rousseau und Caillaux) in der Regierung und an der Macht gewesen. Erst der Krieg und die Nachkriegszeit brachten Koalitions» k a b i n e 11 e der „Heiligen Einigkeit" und der „Nationalen Einigkeit", sowie von 1919 bis 1924 und von 1928 bis 1932 reine Rechtskabinette. Man kann sagen, daß seit über 40 Jahren die große Mehrheit des französischen Volkes, vor allem in der Provinz und im Süden und Westen des Landes, radikalsozial gesonnen ist, baß aber die parlamentarische und ministerielle Vertretung dieser Mehrheit in Stunden innerer und äußerer Gefahren edesmal ihre Macht an die tatkräftige und ent- chlossene Minderheit der Reaktion und deren Hintermänner ausgeliefert hat. So war es in den Julitagen 1926, als der Franken ins Bodenlose zu stürzen drohte, und P o i n • car 6 mit einem Rechtskabinett kommen mußte, um die Währung wieder in Ordnung zu bringen, die vorher von denselben Finanzmächten, die Poin- carö riefen und als Retter begrüßten, systematisch zu Grunde gerichtet war. Dasselbe Manöver hat die Rechte in den ersten ^ebruartapen dieses Jahres wiederholt, nur daß der unmittelbare Anlaß die von der Pariser Presse herausgeforderte Revolte der Rechtsverbände war, und mit ber Gefahr eines Bürgerkrieges gespielt wurde. D a l a d i e r, der von der Hochfinanz und der Rüstungsindustrie am meisten gehaßte Mann, mußte 'abtreten, und Doumergue bildete, wie Poincar6, ein Rechtskabinett mit Tardieu und Louis Marin, in das — genau so wie 1926 — Herriot, Sar- raut und Queuille von der radikalsozialen Partei eintraten. Der außerordentliche Parteitag von Clermont war einberufen worden, um zu oiefer Frage des Eintritts der radikalsozialen Minister in das Kabinett Doumergue Stellung zu nehmen. Die Aussprache über die allgemeine Politik der Partei am zweiten Tage des Kongresses hat eine heftige Debatte über diese Frage herbeigeführt, die den ganzen Tag über dauerte und erst spät am Abend mit dem dramatischen Ohnmachtsanfall Herri o t s endete. Manche erbitterte Angriffe sind im Laufe des heißen Tages gegen den Präsidenten der Partei, welcher Herriot noch immer ist, vorgetragen worden. Mit besonderem Feuer und Inbrunst sprach für die „IungtÜrke n", die in der Partei vertretene Kriegs- und Nachkriegsgeneration, deren Führer Gabriel C u d n e t. Er wandte sich scharf gegen die chauvinistische Außenpolitik des Kabinetts Doumergue und hatte mit feinen Worten einen nicht geringen Erfolg, der Herriot sichtlich beunruhigte. Eine Anklagerede gegen Herriot waren auch die Erklärungen D a l a d i e r s, wenn dieser auch keinen Namen nannte. Die Versammlung war fast verblüfft über den erstaunlichen Mut Daladiers, der die Pariser Regierungspresse wegen ihrer unwahren Hetze gegen Deutschland verurteilte. Als er daran erinnerte, daß Marschall Fach selbst anerkannt habe, daß Deutschland abgerüstet sei, als er darauf hinwies, daß Frankreich mit feinen 600 000 Mann als stehendes Heer und den ganzen Jahrgängen an ausgebildeten Reserven ungleich stärker gerüstet sei als Deutschland, und als er schließlich erklärte, daß Deutschland den gleichen Anspruch auf Sicherheit habe, wie Frankreich, da war es zunächst still im weiten Saal. Aber der am Schluß der Rede einsetzende tosende Beifall zeigte doch, daß die ungewohnten und gewagten Worte Daladiers ihre Wirkung nicht verfehlt hatten. Allerdings erhielt Herriot am Schluß der Debatte ttotzdem ein einmütiges Vertrauens« Der ständische Aufbau des Handwerks Berlin, 17. Mai. (DNB.) Der preußische Staat Iity 5) u V n UHU V u u i 3 ytytiiuun. D■»“ i-v- h. Zuchthaus davonkomme, er sofort wieder ein Altmeister Engels einen schönen Sieg Geständnis ablegen würde. Den gestern fen.In einem überaus spannenden Endspiel fwn» vernommenen Zeugen Noack könne man nicht ernst sich Hahn und Carls gegenüber. Bei nehmen, da Schulze sicherlich dem Noack seine " w" Aussage eingeredet habe, um sich selbst ein Alibi zu verschaffen. Berlin, 17.Ma-i. (DNB.) Die Reichsregie, rung hat „Die erste Verordnung zur Ausführung des Handwerkeraesetzes vom 12. November 1933' verkündet. Vor Pressevertretern machte Reichshand- roerfsführer Schmidt dazu u. a. folgende Angaben: Wer nur immer von ständischer Verfassung und Ordnung spricht, der nimmt seine Begriffe und seinen Wortschatz aus der Blütezeit des Mittelalters. Damals gab es eine mustergültige Wirtschaftsord- nung, und diese war von der ständischen Ordnung des Handwerks überstrahlt; damals bestimmte die ständische Wirtschaftsverfassung des Handwerks auch ein wohl geordnetes Gemeinschaftsleben des Volksganzen. Heute stehen wir an einem Wendepunkt, an dem der nationalsozialistische Staat mit eiserner Hand neue Geschichte schreibt. Der Neuaufbau der Handwerksorganisation in Pflichtinnungen und Kreis-Handwerkerschaften räumt restlos auf mit der liberalistischen - demokratischen Handwerksorganisation, die im System des vergangenen Zeitalters gesetzlich verankert wurde. Lines der wichtigsten nationalsozialistischen Ziele und das wesentlichste Fundament nationalsozialistischer Weltanschauung ist die Beseitigung des Klassenkampfes und die Neuschaffung kameradschaftlicher Volksgemeinschaft. Das alles wird zum ersten Wale durch das neue hand- werkergeseh in der gewerblichen Wirtschaft versucht. Die Innung, und zwar als Pflicht- innung aufgezogen, ist nicht mehr die einseitige Jnteressen-Vertreterorganisation der Handwerksmeister, sondern sie ist die v o l k s g e m e i n - schaftliche S t a n d e s o r g a n i s a t i o n aller im Handwerk hauptberuflich erwerbstätigen wenschen. Weister, Gesellen und alle Arbeitnehmer, die im Handwerk beschäftigt sind, einschließlich der kaufmännischen Angestellten und auch die Handwerkslehrlinge gehören in Zukunft pflichtmähig zur Innung. Sie gehören vor allem mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten dem Stande an. Neben dem bisherigen Obermeister steht als mitverantwortlicher Standesführer der Gesellenführer. Er führt die Arbeitnehmer und Gesellen des Handwerks innerhalb der Innung. Er ist da- Die Verpflichtung zum Erlaß einer Betriebsordnung trifft also auch Betriebe, für die bisher der Erlaß einer Arbeitsordnung nicht vorgesehen war. Die Betriebsordnung hat gewisse, die Ordnung des Betriebes betreffende Fragen zu regeln, die sich aus § 27 Abs. 1 und 2 des AOG. ergeben. Es sind dies im wesentlichen die Fragen, die schon bis» her in Arbeitsordnungen geregelt wurden, so vor allem die Bestimmung, von Anfang und Ende der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der Pausen sowie die Zeit und Art der Gewährung des Arbeitsentgeltes. Die Betriebsordnung kann auch sonstige die Orb- nung des Betriebes betreffende Fragen regeln; sie kann ferner Bestimmungen über die Höhe d e s Arbeitsentgelts und über sonstige Ar- beitsbebingungen treffen. Durch die Verlängerung der bisherigen Tarifverträge als Tarifordnungen wird aller- Stäätsfü'bruna’bas Gemeinwohl d-sl dinge zunächst die Regelung der allgemeinen Ar- DoNes flAern0 tann Rur In einem solchen beitsbebingungen m der Betriebsordnung eine g-- Machtstaat ist es möglich, wirtschaft-moralische und kann" wenn ihr°Än-'Taüh ÄÄÄ Ä»n S XÄÄ S&rÄ? An U Werben bedingen stiele die n eu - M e nsch e nsi-n rechtzeitig Fühlung mit dem Treuhänder « , ch a f f - n uÄ h;r?nwachs-n lasten so tu-b die B-. Arbeit «°n—°°rd-n °bde°r aewiltt griffe von Kameradschaft und Treue, von Ehre c,”c erforderliche Einschränkung der T SÄ?, M,ä‘;X’£ä s"£ auits Si-ÄSÄ1 ä ä* u. u. Neuaufbau mitarbeitenden Standesgenossen des . deutschen Handwerks auszusprechen. Hörsing sott zuviel gezahltes Warte« gelb zurückzahlen. Berlin, 17. Mai. Vor dem Berliner Sondergericht hatte sich der 31 Jahre alte Kommunist Erwin Schulze wegen Verübung des Spreng- stoffanschlages Unter den Linden am 21. März d. Js. zu veranworten. An diesem Tage war aus dem Dachgeschoß des Hauses Unter den Linden 76 ei ne Handgranate auf d i e Straße geworfen, wobei der Chauffeur einer vorüberfahrenden Droschke und ein Passant verletzt wurden. An diesem Hause wurden damals Bauarbeiten durchgeführt, bei denen der Angeklagte beschäftigt gewesen war. Nach Eröffnung der Sitzung stellte der Vorsitzende zunächst die Persona- llen fest und richtet dann an den Angeklagten die Frage: „Haben Sie die Handgranate "geworfen oder nicht?" Der Angeklagte erwidert nach einiger Zeit zögernd: ,Lawoh l . Er schildert dann seinen Werdegang, der ihn nach längerer Wanderschaft als Malergeselle Aur Reichswehr führte. Dort ist er dreimal unerheblich mit Mittelarrest bestraft worden. Ein tätlicher Angriff auf einen Vorgesetzten vor versammelter Mannschaft trug ihm IVi Jahre Gefängnis und die Entlassung aus dem Militärdienst ein. Der Angeklagte schildert dann, wie er zum Kommunismus gekommen ist. Auf der Arbeitsstelle lernte er ein Mitglied des Roten Frontkämpferbundes kennen, auf dessen Veranlassung er Uebungen und Ausmärsche mitgemacht hat. Auch hat er für die KPD. Plakate geklebt und Zettel ausgetragen. An die Aeußerung, es gehe ihm zu langsam vorwärts, er wolle Taten sehen, kann sich der Angeklagte nicht mehr erinnern. Ehe der Vorsitzende zur Erörterung der Tat selbst übergeht, ermahnte er den Angeklagten noch einmal zur Wahrheit. Nach langem Schweigen ruft der Angeklagte erregt aus: „Es ist die Wahrheit, daß ich es nicht getan habe, bestrafen Sie mich Berlin, 17. Mai. (DNB.) In der Wohnung des Reichsministers Stabschef Röhm fand ein Empfang für einen Kreis diplomatischer und politischer Gäste statt. Unter den Vertretern des diplomatischen Korps bemerkte man u. a. den apostolischen Nuntius, den japanischen Botschafter, den spanischen Botschafter, die Gesandten von Schweden, Bolivien, Rumänien, Persien, die Marine- atfad)6s von Italien und Japan, die Militärattaches von Frankreich und Spanien, den LuftattachL von Großbritannien ufro. Von den Mitgliedern des Reichskabinetts waren anwesend die Reichsminister von Blomberg, Frick, Darrö und Gärtner; ferner bemerkte man die Chefs der Heeres- und Marineleitung und die Staatssekretäre Feder und Dr. Meißner und Angehörige des Führerkorps der SA. und SS. Oie neue lettische Regierung. Riga, 17. Mai (DNB.) Die Zusammensetzung der neuen Regierung wird nun in ihrer endgültigen Form befanntgegeben: Ministerpräsident und Außenminister ist U l m a n i s (Bauernbund); Kriegsminister 55 al ob is (Bauern- bunb); Innenminister (9 u I b*i s (Bauernbund); bie anberen Minister gehören verschiedenen Parteien an, aber bas neue Kabinett ist nicht nach dem Schlüssel der politischen Parteien, sondern nach der Eignung der herangezogenen Personen aebilbet worben. Massenkundgebung gegen den Boykott deutscher Waren in Amerika. N euy o r k, 18. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Freunde des neuen Deutschlands, die Vereinigten deutschen Gesellschaften und der „Dawa" (Deutsch- Amerikanischer Wirtschaftsausschuß) veranstalteten im Madison Square Garden eine große Massenkundgebung gegen den Boykott deutscher Waren in Amerika. An ihr nahmen über 2000 Führer des Deutschtums in Amerika sowie viele Amerikaner teil. In den Reben wurde darauf hingewiesen, baß durch den Boykott der Wiederaufbau der Wirtschaft der Vereinigten Staaten auf bas schwerste gescha - b i g t würde, ba Deutschland doppelt soviel aus den Vereinigten Staaten einführe, wie die Vereinigten Staaten aus Deutschland bezogen. Der Boykott deutscher Waren, der auch verfassunas- widrig und ungesetzlich sei und gar nicht dem Wesen des Amerikaners entspreche, werde vom amerikanischen Arbeiter bezahlt. Als der Name des Führers der jüdischen Boykottbewegung, Samuel Untermeyer, erwähnt wurde, brach die Versammlung minutenlang in stürmische Pfuirufe aus. George Silvester Vered wies in seiner Rede nach, daß hinter der Boykottbewegung sich die dunklen Machenschaften internationaler Genossen verbergen, und daß der Ertrag der „Dollarfestessen", auf denen Einstein auftrete und die angeblich zugunsten der „aus Deutschland vertriebenen Juden" statt- finden, in bie Kassen ber Neuyorker Kommuni st en fließt. Der Redner ber Dawa gab bekannt, daß ber Deutsch-Amerikanische Wirtschaftsausschuß bereits in allen Staaten der USA. organisiert sei unb bie Errichtung eigener V e r E o •* f s ft e 11 e n plane. Mn Präsident Göring in Athen. Athen, 17-. Mai (DNB.) Ministerpräsibent Göring ist im Flugzeug in Athen eingetroffen. In feiner Begleitung befinben sich Justizminister Kerrl, die Staatssekretäre Körner und M i I ch, Prinz Philipp von Hessen unb Major Jakobi. Zur Begrüßung ber Gäste hatten sich auf bem Flugplatz u. a. ein Vertreter bes griechischen Ministerpräsidenten und General Ja! Istras vom griechischen Luftfahrtministerium eingefunden. Von deutscher Seite war erschienen ber deutsche Gesandte Dr. E i s e n l o h r unb der Leiter ber NSDAP., Gruppe Griechenland, Karl K u b o r f e r. Ein Hitlerjunge überreichte einen Blumenstrauß. Auf ber Fahrt nach Athen würbe Ministerpräsibent Göring von ber griechischen Bevölkerung freubig begrüßt. Die deutschen Nationalsozialisten werden dem Ministerpräsidenten einen feierlichen Empfang bereiten. Diplomatischer Empfang bei Stabschef Röhm. votüm. Aber das war von vornherein abgemachte Sache. Die Landesverbände hatten sich schon vor bem Parteitag in ihren Entschließungen Jür ben Verbleib ber rabikalsozialen Minister im Kabinett Doumergue ausgesprochen. Die bieberen Delegierten bes Parteitages hatten nicht bie geringste Neigung, gegen ben Strom zu schwimmen. Sie saßen da in Hemdsärmeln und mit durchschwitzten Kragen — denn in dem dunklen, stickigen Saal herrschte eine mörderische Hitze — unb ergötzten sich lieber an ben billigen Witzen Herriots, als baß sie in ihrem erschöpften Zustanb noch Aufmerksamkeit für bie ernsthaften Warnungen unb Beschwörungen Dalabiers aufbrachten. Die Kurse ber Staatsrenten steigen doch! Warum soll man ber Regierung Doumergue in ben Arm fallen? Im übrigen ist es höchste Zeit zum Abenbessen unb beswegen nicht wünschenswert, bie Debatte noch zu komplizieren unb baburch zu verlängern. Eine peinliche Panne. Die „kleine Schokoladensee" spricht an Stelle Herrn Barthous. Anläßlich einer Gedenkfeier für ben französischen General Lafaye11e, ber sich bei ben amerikanischen Befreiungskämpfen einen Namen gemacht hat, sollte Außenminister Barthou eine Rede halten, bie burch Runbfunk nach Amerika übertragen werben sollte. Die offiziellen amerikanischen unb französischen Persönlichkeiten, bie im Remter in Neuyork versammelt waren, wo anläßlich ber Uebertragung ber Rebe Riesenlautsprecher aufgestellt waren, hörten anstatt ber Worte bes französischen Außenministers einige Phrasen einer französischen Operette, m ber ein Liebespaar sich zankte. Diese Panne hat natürlich in Amerika unb in Frankreich großes Aufsehen erregt, unb ber französische Postminister hat sofort eine strenge Untersuchung eingeleitet. Es hat sich herausgestellt, baß ein Kühlrohr bes französischen Kolonialsenbers, ber bie Uebertragung vornehmen sollte, geplatzt war. Da ber Sender aber gleichzeitig eine Operette „Die kleine Schokolabenfee" auf einer anberen Welle nach Amerika übertrug, hörten bie in Neuyork versammelten Persönlichkeiten einige Stellen aus bieser Operette. Diesex immerhin pein- liche Zwischenfall wirb in ber französischen Presse stark kritisiert, weil er bas Ansehen Frankreichs im Auslanbe schäbige. Oer Krieg um den Chaco - eine Niederlage des Völkerbunds . . I Folgen zu benken. . England erhebt direkte Vorstellungen bei den knegführenden Staaten. M°n. -'n war. mittlung besKonfliktes die Entsendung einer münblid) als Zeuge bei dem Vertetbiger angeboten Kommission, bestehend aus fünf Mitgliedern: hatte, glaubt, auf Grund von hellseherischen Fähig, je einem Italiener, Spanier, Franzosen, Engländer feiten und Visionen den wahren Tater zu kennen, und Mexikaner. Als Ende Juli die Kommission Er wisse, daß Schulze unsckuldig sei. Er habe im endlich nach Südamerika abreisen wollte, waren Rundfunk gehört, daß ein Attentat oerubt worden sich die Kriegführenden einig, auf sie zu verzich- sei. Der Täter fei ihm vom luben Gott gezeigt t en. Sie schlugen dem Völkerbund vor, bie Ver- worben. Der Täter sei ein Mann im bunflen mittlung an bie Nachbar st aaten, Argen- Anzug, ber auf bem Dach bes Innenministeriums tinien Brasilien, Chile unb Peru zu gestanben unb bie Hanbgranate geworfen habe, übertragen. Der Völkerbunb war gerne einverstan- Ein Zeuge, ber mit dem Angeklagten zusammen den aber bie genannten neutralen Staaten lehn - ^i ber Reichswehr war, erklärte, baß ber Ange- ten nach einigen Wochen ab. So mußte nagte Schulze im Werfen von Hanbgranaten, zum bie Ursprungs gewählte Kommission nach Süb- minbesten mit Uebungszünbern, ausgebildet amerika reisen. Inzwischen war es Oktober gewor- worden sei, was Schulze bisher immer hartnäckig ben, im November traf bie Aborbnung in Monte- ableugnete. oibeo ein. Kurz vor Weihnachten schlossen Paraguay Der m e b i z i n i s ch e S a ch v e r st a n b i g e und Bolivien einen Waffen st ill st and, ohne Medizinalrat Dr. Schlegel sagt, Schulze habe die Völkerbundskommission zu bemühen. Die Waffen- die Kenntnisse eines Durchschnittsmenschen. Von ruhe lief am 6. Januar ab, der Krieg in Sumpf irgendwelchen Wahnideen, Sinnestäuschungen usw. und Urwald ging weiter. Inzwischen waren sei bei ihm nichts zu erkennen. Es komme daher Mitglieder der Kommission in den feindlichen für ihn der Schutz des § 51 nicht in Betracht. Auch Hauptstädten gewesen, ohne aber eine Grundlage verminderte Zurechnungsfähigkeit sei nicht festzu- zur Verständigung zu finden. Ein von ihnen aus- stellen. Die Geständnisse Schulzes halte er für gearbeiteter Vertrags-Entwurf wurde von Paraguay durchaus ernsthaft. Zu feinem Widerruf fei der abgelebt. So mußte bie Kommission mit leeren Angeklagte wahrscheinlich beshalb gekommen, well Hänben nach Europa zurückreisen. Dort schrieb sie er große Anast vor einer politischen Beurteilung einen 58 Seiten langen Bericht an ben feiner Tat habe. Gerabe biese Furcht aber spreche Völkerbunb. Der Krieg bauert nun schon ein bafür, baß politische Momente tatsächlich eine volles Jahr. Vielleicht ist ihr babei selbst ein Bilb Rolle gespielt haben können. Andererseits hielt es darüber aufgegangen, welches geringe Maß von ber Sachverstänbige auch für möglich, baß Schulze Autorität ber Völkerbunb besitzen muß. an ber Hanbgranate herumgespielt habe unb sie -------- bann aus Angst bavor, baß sie nun explobieren könne, burch Das Fenster ins Freie beförberte. Am Schluß ber Beweisaufnahme richtete ber Vorsitzenbe noch einmal an ben Angeklaten bie Mahnung, ob er sich nun zu seiner Tat unb zu seinen früheren Gestänbnissen bekennen wolle. Mit . i hochrotem Gesicht unb in großer Erregung rief Nie Ausführung Des HanDwerkergefetzeS.-pfl'chttnnungen und Iuhrerpnnzrp. ber Angeklagte laut in ben Geric^tssaal: „Im An- Neben dem Obermeister der Sesellenführer. un^g@T^°7°mbh für verantwortlich, daß das marxistische Gedanken- Handgranate nicht g-wars-m Bestrafen gut durch bie nationalsozialistische Weltanschauung Sie mich für meine Luze. aber bie Hanbgranate endgültig beseitigt wirb. Er hat für bie soziale Wohl- habe ich nicht geworfen. faihrt der Arbeiter zu sorgen. Er leitet mi tdem Ober- X7naÄm | Erlaß von Beiriebsordn ungen Damit wirb bas, was im Klassenkampf ber Gewerk- □en beiderseits nur ein Turm und etn Bauer Carls und d l und Weiß 1 it fest, daß das nf Aus aller Welt I» Mdi mit ein Al- i OLÄOPt-RM1' nn lenn ifl« .00 120 von e r - vier lb D h llr >°bi Bo, Ufa ahei lut ft tii L nein bi rass and dri tnei lunt rech ein, ltv wrc lerii fa : bi dl' Leo In Treviso wurde ein Kind, in der Nähe Bergamo eine junge Mehhüterin vom Blitz schlagen. Der Sachschaden wird auf rund bis fünf Millionen Lire geschätzt. Acht Gehöfte in Pommern eingeäschert. Sandgrube bei Wallhausen mit Ausgrabungen beschäftigt, als plötzlich eine Sandwand nachgab und den Arbeiter unter sich begrub. Bevor noch Hilfe geleistet war, erstickte der Arbeiter, der eine Frau und drei unmündige Kinder hinterläßt. Geschäft mit „heißen Hunden". Was den Deutschen ihre „heißen Würstchen" sind, das bedeuten in ganz Amerika die „hot dogs“. Morgens, mittags, abends, in der Theaterpause, auf dem Rummelplatz aber als kleine Unterbrechung im Geschäftsleben — immer find die „heißen Hunde", wie der Amerikaner Liese Spezialität nennt, zu haben und werden mit Wonne verzehrt. Und eigentlich müßte Amerika jetzt einen National- Trauertag einlegen, denn der Erfinder der „hot dogs“ ist in diesen Tagen in Neuyork gestorben. Schuß bei. Alle vier Täter haben bereits Geständnis abgelegt. In der Sandgrube verschüttet und erstickt. heS ch. it i nie"1 bar.' er aßc Hit in«? d U d lilü । TL X fa 'tu b fa ms Aus Bad Kreuznach wird gemeldet: Ein im ter von 44 Jahren stehender Arbeiter war in einer !fi 4 4 Ä v. ilei chi 3hI: dfjei isort- r bet M. ißh ifab I Dtl bß b? .ur !. ß uii' HB w. lli»! efß JC en" । & LMWW MWWWMM Lange hat man sich in Deutschland ängstlich gehütet, führende Männer der Gegenwart auf deutschen Briefmarken abzubilden. Dem ehemaligen Kaiser war die Vorstellung unangenehm, daß sein Kopf in millionenfacher Produktion, von Poststem- peln undeutlich gemacht, in alle Welt hinausgesandt werden dürfe. Er hielt an der Ansich ’ " * " ' Antlitz eines Menschen nicht von fdji (erber je 2Vs Punkte, Engels, Dr. Antze, «roh mann, Heinrich Lange und Rhetn- t a r d t je 2 Punkte, Krause und Dr. ßach - n a n n je IVs Punkte, heinicke, Borgardts, (lstner und Hahn je 1 Punkt, Schmitt md Wächter 0 Punkte. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure in Trier. uit der Motor-SA.-Mann Kempner, beide aus wk'ßenfels, wurden mit schweren Verletz un- |ei dem Krankenhaus zugeführt. Keiner, dem 5i? Halsschlagader durchgeschlagen war, ist bald Iiti। seiner Einlieferung gestorben. Die Verengen Pitzschks sind nicht lebensgefährlich, etupner galt unter dem Namen Paulsen in den ihren 1924 und 1925 als Deutschlands b e ft e r utz ball Mittelstürmer. Er hat in ver- Menen Länderspielen mitgespielt. Wegen einer rvetzung zog er sich dann vom Sport zurück. Li-plosion in einer Fahfabrik. — 10 Verletzte, hm Maschinenhaus einer Faßfabrik in heidings- fad bei Würzburg brach Feuer aus. Als die M-rwehr mit den Löscharbeiten beschäftigt war, eri I ob i e r t e ein eisernes Oelfaß, das noch etwa X Liter Del enthielt. Durch das brennende Del eiiftien 10 Personen mehr oder weniger schwere Ve7letzungen. Unter den Verletzten befinden [io zwei Polizeibeamte und drei Sanitäter. Der Sand wurde im Laufe der Nacht gelöscht. Die 1 Nitiehungsursache ist noch nicht bekannt. Erdbeben in Südfrankreich. Die Erdstöße, die sich von Zeit zu Zeit im ülpurtement Drome (Südsrankreich) ereignen und i bi iin den letzten Tagen einen immer heftigeren 1 IDd' a(ter angenommen haben, haben die dortige 'Hvilkerüng lebhaft erregt. Nachdem einige be- I mrtte französische Wissenschaftler beruhigende Er- ilrungen abgegeben hatten, waren die Bewohner i» Ortschaften, die teilweise in Zelten übernachtet jt,m, wieder in ihre Häuser zurückgekehrt. In i« Macht zum Donnerstag hatten sie in ihren ! BiHungen geschlafen. Kurz nach 2 Uhr ereignete !ft.jedoch eine heftige unterirdische Deto- iili o n, die von einem langen Beben begleitet 1 nit gleicher Aussicht gegenüberstanden. Der Tages- anb nach dem dritten Tag ist: ~ lohn je drei Punkte, Dr. R ö d I Dortragen Über „Technik der Kelterwlrtschaft" und „Arbeitserleichterung durch die Technik im Weinbau" wird gezeigt, wie der Techniker dem schwer um seine Existenz ringenden Weinbau helfen kann und helfen will. Ferner ist eine ganze Reihe von Besichtigungen vorgesehen, so auch in benachbarten Jndustriewerken, und eine Besichtigungsreise ins Saargebiet. Auszeichnung eines Darmstädter Künstlers. Der in Darmstadt geborene Bildhauer Professor Georg W e ck b a ch, ein Schüler des Mainzer Professors R. Throll, hat von dem bekanntesten italienischen Bildhauer O. Winkler eine Einladung erhalten, sich an dessen Ausstellung in Paris zu beteiligen. Die Ausstellung steht unter besonderer Förderung der italienischen Regierung. Im Februar d. I. erhielt Professor Weckbach eine Auszeichnung des Ministerpräsidenten Mussolini, aus welchem Anlaß er sich jetzt noch in Rom aufhält. In Paris wird Professor Weckbach Büsten von Mussolini, mehreren italienischen Ministern und von Reichsminister Dr. Goebbels ausstellen. Daneben kommen aber auch freie Arbeiten zur Ausstellung. Diese Ausstellung ist ein Beweis für die freundschaftlichen Beziehungen deutscher und italienischer Künstler. Auf Der Fahrt nach Paris werden Professor Weckbach und Professor Winkler auf Einladung der Organisation „Kraft durch Freude" Vorträge über Italien halten. Der Verein Deutscher Ingenieure Hilt seine diesjährige Hauptversammlung im Juni i» Trier ab. Der VDJ. hat diesen Tagungsort erwählt, um auch seinerseits den Willen der Deut- st) en Ingenieure zum Ausdruck zu bringen, am iampf um d i e Saar, die auch ein wichtiges tnbuftriegebiet ist, in vorderster Front mitzuwir- l n. Es ist mit der hauptversammluna u. a. eine pwße Saarkundgebung verbunden, auf der u. a. md) Kommerzienrat Dr. ing. e. h. Hermann V öchling - Saarbrücken über das Thema .Deutsch bleibt die Saar — immerdar" sprechen rirb. Im übrigen werden zahlreiche Vorträge wie „Der Städtebau am Rande des römischen Welt- r iches" und „Ausgrabungen und Funde in der (Stabt Trier" nicht fehlen. Auch das Thema „Tech- und Weinbau" kommt zur Erörterung. In Aber die „hot dogs" sind eben schon so sehr National' eigentum geworden, daß man nach dem Erfinder nicht mehr fragt. Harry Stevens hieß der Mann, der zuerst auf den Gedanken kam, mit den Würstchen hier ein Geschäft zu machen. Er war, 'bas dürfte interessieren, von Geburt gar kein Amerikaner, sondern Engländer. Ganz jung wanderte er aus und fing in Neuyork als Arbeiter in einer Eisengießerei an. Da er unternehmungslustig war, tat er sich mit einem Deutschen zusammen und be» gründete die erste amerikanische „hiot-dog"-Fabrik. Mit diesen Würstchen traf er den Geschmack der Amerikaner, und so blühte das Geschäft, heute ist der Absatz an heißen Würstchen in den Vereinigten Staaten größer als in allen anderen Ländern der Welt zusammen. Der „Wurstmaxe von Neuyork" starb, 78 Jähre all, als schwer reicher Mann. Beisetzung des Prinzen Ernst Ludwig von Hessen. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung sand in Barchfeld an der Werra, dem Stammschloß des Landgrafen Chlodwig von Hessen-Philippsthal- Barchfeld, die Beisetzung des vor acht Tagen in der Nähe von Warnemünde ums Leben gefom« menen Prinzen Ernst Ludwig statt. Im Trauerzug sah man den Landgrafen Chlodwig von Hessen, die Landgräfin Eleonore, die Brüder und Schwestern des Toten, den Erbgrohherzoa Georg Donatus von Hefsen-Darrnstadt, den hessischen Oberpräsident Prinz Philipp, sowie Korvettenkapitän Schenk aus Kiel. Am Grabe sprach Kreispfarrer Falk aus Gelnhausen, der ehemalige Hauslehrer und väterliche Freund des Verstorbenen. Reichswehrsoldaten aus Meiningen feuerten Salut über der offenen Gruft. Boni hessischen Sondergencht. LPD. Darmstadt, 16. Mai. Vor dem hessischen Sondergericht hatte sich heute der 45zährige Georg Mittelstädt I. aus Nieder- Modau, ein früherer Sozialdemokrat, wegen herabsetzender Aeußerungen gegenüber der Reichsregie- rung zu verantworten. Er erhielt drei Monate Gefängnis. Die Schwester des Verurteilten, die Staubte, im Gerichtssaal ihrer Empörung über das rteil Ausdruck geben zu müssen, wurde in eine Ordnungsstrafe von 20 Mk. genommen. Der 42jährige Karl Becker aus Darmstadt ist bereits dreimal im Konzentrationslager Osthofen gewesen, weil er seinen losen Mund nicht halten fann. Diesmal hatte er ausgerechnet im Parteilokal der NSDAP, in Oberramstabt beleidigende Äußerungen getan. Der Angeklagte ist bereits 19mal vorbestraft, jedoch sonst ein fleißiger Arbeiter, der eine neunköpfige Familie zu ernähren hat, fo daß ihn das Gericht nur mit sechs Monaten Gefängnis bestrafte. Da ein Belastungszeuge versagte, wurde der Ludwig Maul aus Darmstadt von der Anklage der Beleidigung der Regierung freigesprochen, jedoch wegen Nichtablieferung von Kriegswaffen, die er aus Liebhaberei gesammelt haben will, zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ein aus Thüringen stammender Mann hatte im Arbeitsdienstlager Seligenstadt fortgesetzt die Re- gierung verächtlich gemacht und die Kameraden auf» gehetzt. Er wurde zu vier Monaten Gesäng- n i s verurteilt. Ein seit 1904 in Deutschland lebender nichtarischer Russe namens Karl Wischniak hatte an feine in Metz lebende Schwester einen Brief mit Greuel- nachrichten geschrieben, wofür er IV2 Jahre Gefängnis erhielt. Nach Strafverbüßung erfolgt Reichsoerweisung. Preußen. Kreis Wetzlar. T Waldgirmes, 17. Mai. Am vorigen Sonntagabend führte der B D M. zu Ehren des Muttertages im Weimerfchen Saale ein Theaterstück und mehrere Reigen auf, die beifällig ausgenommen wurden. Am Montag fand daselbst ein Schulungsabend der NSDAP, statt. Gestern abend ließ die Filiale der Nassauischen Landesbank in Wetzlar hier einen Tonfilm aufführen, in dem in drei humorvollen Bildern auf bas richtige Sparen hingewiesen würbe. Als Zugabe liefen die Tonfilme: „Das Deutsche Turnfest 1933 in Stuttgart" unb „Unsere blauen Jungen, ein Tag auf dem Schiffe Emben". Die Besucher im überfüllten Saale folgten gespannt bis zum Schlüsse. Kreis Biedenkopf. LPD. Biebenkopf, 17. Mai. Am Mittwoch kurz vor Tagesanbruch brach in ber Scheune eines ßanbroirts im Kreisort Ober-Hörlen Feuer aus, bas mit rafenber Geschwindigkeit um sich griff unb binnen kurzer Zeit das gesamte Gehöft mit Stallungen unb Nebenge- bäuben erfaßte. Acht Feuerwehren aus der Umgebung, bie dem Brand zu Leibe rückten, konnten nicht verhindern, daß bas ganze Anwesen, sowie die Scheune eines Nachbarhofes in Asche gelegt wurden. Das Mobilar, sowie das Vieh konnten gerettet werden, während die Erntevorräte zum größten Teil in den Flammen aufgingen. Wettervoraussage. lieber Deutschland hat sich hoher Druck aufgebaut unb wirb zu meist aufheitembem Wetter führen. Die Temperaturen unterliegen ber Ein- unb Ausstrahlung, so daß tagsüber kräftige Erwärmung stattfindet, während nachts stellenweise noch Gefrierpunktsnähe erreicht wird. Aussichten für Samstag: Meist heiter, tagsüber kräftige Erwärmung, nachts noch Abkühlung bis in Gefrierpunktsnähe, trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Schönwetterlage. Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 14,5 Grad, abends 6,7 Grad; am 18. Mai: morgens 5,8 Grab. Maximum 15,9 Grab, Minimum 0,6 Grab. — Erb- temperaturen in 10 cm £iefe am 17. Mai: abends 16,7 Grab; am 18. Mai: morgens 11,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumjchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G., sämllich in Gießen. wald, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und Dr. Ritter von Halt vertreten, die von dem Referenten des Reichssportführers, Graf Schulenburg, sowie den Generalsekretären des Deutschen Olympischen Komitees, Dr. Diehm unb Baron ß e f 0 r t, begleitet waren. Nachbem ber griechische Staatspräsident Zaimis die Eröffnung des Kongresses verkündet hatte, hieß der Bürgermeister von Athen die Erschienenen herzlich willkommen. Anschließend sprachen der Präsident des Griechischen Olympischen Komitees D r 0 f [ 0 p u « l 0 s sowie der Präsident des IOK. Graf Bail- lett-ßatour, bie auf bie Bedeutung des Sports hinwiesen. Mit der ersten Sitzung, einer Kranzniederlegung am Grabe des unbekannten Soldaten, einem Empfang beim Staatspräsidenten und einem Besuch der Akropolis wurden die Olyrnpi- schen Festtage festgesetzt. Oer Kopf auf der Briefmarke. . jmufcigen Poststempeln entweiht werben dürfe. Bahnbrechend wirkte die Ausgabe der ersten Hindenburg- b r i e f mar f e. Für diese Neuerung konnte sich die Reichspost auf wesentliche Vorbilder berufen. Allerdings war es das erste Mal, baß ein beutsches Reichsoberhaupt auf einer Briefmarke erschien. Doch folgte man darin nur dem Beispiel anderer fiän- oer, unb selbst ber Herrscher des größten Reiches ber Welt, ber König von England, hat nie gezögert, genau wie sein Vater Eduard VII., sein Bild für Briefmarken zur Verfügung zu stellen. Auch bie letzten Herrscher auf dem bayerischen Königsthron hatten keine Bebenken, den Wünschen ihrer Post- ■V 5m Halle stieß ein Personenkraftwagen mir Straßenbahn zusammen. Die beiben Jn- cjl n bes Kraftwagens, der Staffelführer P i tz s ch k Neue schwere Explosion im Kohlenrevier von Mons. — Insgesamt 53 Tote, 17 Verletzte. Im Kohlenrevier von Mons hat sich in der Kohlengrube von Paturages eine neue schwere Eich lagwetterexplosion ereignet. Ein Bergmann, der der Rettungsmannschaft für bie bei ber Katastrophe vom Dienstagabenb verschütteten Arbiter angehörte, erschien mll allen Anzeichen bes Entsetzens an ber Oberfläche unb berichtete, baß an (jiiiau berfelben Stelle, an ber sich bie Katastrophe ai Dienstagabenb ereignet hatte, eine neue Explo- ji.n erfolgt ist, burch die eine Rettungsmannschaft x>:n 20 Arbeitern und Ingenieuren verschüttet trirbe. Von den verschütteten Bergleuten konnten schs Mann lebend geborgen werben. Die 6 retteten waren jeboch so schwach, baß von ihnen fitne Auskünfte über bas Schicksal ber übrigen L rschütteten zu erlangen waren. Nach den letzten Nachrichten sind noch 15 Opfer der zweiten Ehlagwetter-Explofion in ber Grube eilige- f o» I offen. Man befürchtet, daß eine Rettung er Verunglückten nicht mehr möglich fein wird. Is sechs Bergleute, bie aus bem verschütteten Eracht geborgen werben konnten, haben schwere Niluchverglftungen davongetragen. Sie kennten noch nicht vernommen werden. Wie ergänzend aus Mons gemeldet wird, hat m:n beschlossen, den Stollen der Unglückszeche, auf dem am Vormittag die zweite Schlagwetter-Explo- ficn sich ereignete, unter Wasser zu setzen. 3i* Rettungsarbeiten, die den ganzen Nachmittag teer schwierigsten Umständen unb unter größter Lwensgefahr fortgesetzt würben, sinb e i n g e ft e 111 iD.irben. Die Bilanz ber grauenhaften Bergwerks- llllastrophe beträgt 5 3 Tote unb 17 Ver- mji n b e t e. Brandkatastrophe in Windau. Ein ganzes Stadtviertel bedroht. Die Stadl Windau in Kurland ist von einer kirchlichen Brandkalasirophe betroffen toccben. Große auf der linken Seile des Windau- fl«les befindliche Sagemühlen flehen feit der Nacht jirn Donnerstag mit allen Holzlagern in Flam- tiu n. Durch die ungeheure Glut haben sich auf der orderen Flußfeite bereits zahlreiche Hauser entmin bet. Das Feuer greift weiter um sich, da die Feuerwehr am Ende ihrer Kräfte ist. Die Ursache Ke Brandes ist auf das Abbrennen von Säge- pinen zurückzuführen. Ein ganzes Stabt- jin r (e t ist unmittelbar vom Feuer bedroht. Sieben Todesopfer beim Pforzheimer Eisenbahnunglück. Dion den bei dem Pforzheimer Eisenbahn- klfglück Schwerverletzten sind drei weitere lessende, der Maler Ernst K u h n l e unb Frau nia Lang, bevbe aus Eutingen, ferner bie l Jahre alte lebige Kontoristin Hebwig ßerrers (l! Oesisheim (Oberamt Maulbronn) im Kranken- 1186 ihren bei bem Eisenbahnunglück erlittenen gieren Verletzungen erlegen. Das Unglück hat mit bas siebente Tobesopfer geforbert. Verkehrsunglück in Halle. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. Verwaltung in dieser Beziehung nachzukommen. Allgemein bekannt dürften noch die bayerischen Jubiläumsmarken mit dem Kops bes Prinzregenten ßuitpolb unb die Briefmarken mit bem Bild- nis ßubroigs III. sein. Zweifellos empfindet es die öffentliche Meinung aller Völker nicht als entehrend für einen Menschen, wenn fein Bild auf einer Briefmarke durch einen Poststempel entwertet wirb. Das beweist auch das Beispiel ber italienischen Postverwaltung, bie im Jahre 1926 den Heiligen Franziskus, besten 700. Todestag festlich begangen wurde, durch eine ihm gewidmete Briefmarke feierte. Eine Löwenfamilie als Geschenk. Der König von England hatte seinen jüngsten Sohn, den Prinzen Georg, auf eine Reise nach Südafrika geschickt, damit er dort Fühlung mit den englischen Untertanen nehme. Dieser Tage ist der Prinz nach London zurückgekehrt, beladen mit Eindrücken von zahlreichen offiziellen Vorstellungen, Besichtigungen unb Hulbigungen. Ja, Prinz Georg wirb viel zu erzählen haben. Aber ber königliche Papa unb mit ihm ganz Lonbon wird Augen machen, wenn ber Prinz erst seine Geschenke auspackt! Da ist zunächst eine I e b e-n b e L ö w e n f a m i l i e, bie ber Gouverneur von Süb- rhobesien, Sir Cecil Robwell, dem Prinzen verehrt hat. Nun, bie Löweneltern werben wohl aleich in ben Lonboner Zoo wanbern, unb bie Löwenkinbercken finben vielleicht zunächst als Haustiere Verwendung, bis man sie nicht mehr auf ben Schoß nehmen kann. Zweifellos werben sich die enalischen Reporter die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den Prinzen zu fotographieren, wie er mit ben kleinen Löwen spielt. Dann bringt ber Prinz noch eine herrliche Sammlung von Eingeborenenwaffen aus alter unb neuer Zeit nach Hause, bie jebes Afrikajägers Herz erfreuen würben. Drei kostbare Edelsteine, bie eines Königssohnes wohl wert sinb, hat Prinz Georg gleichfalls als Geschenk erhalten. Als er eine bekannte Golbmine Sübafrikas besuchte unb 7000 Fuß tief hinabgefahren war, überreichte ihm ein Golbgräber eine golbene Tafel, auf ber bie Minenanlagen unb das Datum des Besuchstages eingraoiert waren. Zuchthausstrafe wegen Bestechung für einen marxistischen Bürgermeister. Die Große Strafkammer Aurich verurteilte den früherenen Bürgermeister und Finanzdezernenten der Stabt Emben Harbing zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehrverlust wegen passiver Bestechung. — Harbing hatte seit 1926 die Stadt Emden mit Hilfe der demokratisch- marxistischen Mehrheit in eine Schuldenlast von 21 Millionen RM. gestürzt. Von insgesamt 53 Anleihen, die bie Stabt erhalten hat, waren 35 nicht von ben Aufsichtsbehörden genehmigt worden. Harbing hatte dabei ber Berliner Bank Jaffa unb Lewin unverhältnismäßig große Vorteile zukommen lasten. Außerbem ging ein größerer Betrag verloren, als bie Firma, beren Inhaber sich jetzt im Auslanbe befinben, in Konkurs geriet. Erst nach ber Machtübernahme burch bie NSDAP, gelang es, eine Untersuchung burchzuführen, bie zu bem Ergebnis führte, daß bei der Firma Jaffa unb Lewin ein Deckkonto auf ben Namen ber verheirateten Tochter Harbinas geführt würbe, über bas der Angeklagte 20 000 R M. Bestechungsgelder erhalten hatte. Die THörber des Dergwerksdireklors Wiederhold festgenommen. Der Mord an bem Bergwerksdirektor Wiede r h o l d aus Bitterfeld ist von ber Kriminalpolizei rasch aufgeklärt worden. Die Täter sind in Dessau festgenommen worden. Es handelt sich um vier junge Leute im Alter von 18 bis 23 Jahren aus Dessau. Sie haben den im Kraftwagen baher- kommenden Wiederhold angehallen und um Feuer gebeten. Dabei brachten sie ihm den tödlichen In einer ber letzten Nächte brach in Sollnitz (Kreis Neustettin) ein Feuer aus, bas infolge bes starken Sturmes unb ber Trockenheit mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Dem Feuer sind acht Gehöfte mit insgesamt 15 Gebäuben zum Opfer gefallen. 10 Familien sinb obbachlos geworben. Trauriges Ende eines Fafchingsfcherzes.. Vor bem Koblenzer Schwurgericht hatte sich ein Koblenzer Einwohner wegen Körperverletzung mit löblichem Ausgang zu Der- antworten. Am Karnevalssonntag d. I. hatte ein im Alter von 59 Jahren stehenber Mann seine beiben Kinder in Bärenmasken gesteckt unb zog mit einer in seinem Haushalt wohnenben weiblichen Person als Zigeuner unb Bärentreiber von Wirtschaft zu Wirtschaft, um sich mit ben Vorführungen Gelb zu verdienen. Jrn Laufe des späten Abends sah ber Angeklagte, daß bie beiben Kinber übermübet waren unb keinen Gefallen mehr an ben Aufführungen fanben. Er verlangte sofort bie Entfernung ber Masken von ben Kinbern unb beren Heimbringung. Als hierburch ein Wortwechsel zwischen bem „Bärentreiber" unb bem Angeklagten entftanb, kam es auch zu tätlichen Angriffen, wobei ber Angeklagte ben „Bärentreiber" aus bem Lokal wies. Der „Bärentreiber" kam durch einen Stoß rücklings zu Fall. Bei bem Sturz zog sich ber 59jährige Mann so schwere Verletzungen zu, daß er am andern Tage verstarb. Das Gericht nahm mildernde Umstände an und verurteilte ben Angeklagten zu ber gesetzlichen Minbeststrafe von brei Monaten Gefängnis. Das Große Los. In der gestrigen Ziehung ber Preußisch-Sübbeut- schen Klassenlotterie fiel ein lOOOOO-Mark- Gewinn auf die Nummer 59012. Das Los wirb in ber ersten Abteilung in Achteln in Berlin, in ber zweiten Abteilung, ebenfalls in Achteln, in Hessen- Nassau gespielt. Schwerer Einbruchsdiebstahl In Nürnberg. In Nürnberg wurden im Verwaltungsgebäude ber Tucherschen Brauerei aus einem fachmännisch aufgeschweißten Gelbschrank über 11 000 Mark, darunter 3000 Mark in Silber unb 5000 Mark in gebündelten Zwanzigmarkscheinen, gestohlen. Schreckenskal eines Farmers in Veracruz. — Seine Frau an einen Baum gebunden und verbrannt. Nach einer Meldung der „Associated Preß" aus Veracruz hat dort ein Farmer feine Frau an einen Baum gebunden und verbrannt. Die Nachbarn bes Farmers haben darauf den Mörber an benselben Baum gebunben unb ihn auf bie gleiche Art ums Leben gebracht. Dies ist ber erste Fall von Lynchjusttz in dem Staate Veracruz. Der Aukotunnel unter dem Hudson-Fluß. In feierlichem Rahmen fand, wie aus Neuyork aemelbet wirb, der erste Spatenstich für ben neuen Zweibahn - Kraftwagentunnel unter dem Hubson-Fluß statt. An ber Feier nahmen bie Gouverneure von Neuyork und Neujersey, zahlreiche weitere Vertreter ber Behörden und eine Ehrenkompanie bes Bundesheeres teil. Der Tunnel verbinbet die 83. Straße in Manhattan mit Wee- havken (Neujersey). Die Kosten bes Baues werden auf 75 Millionen Dollar veranschlagt, wovon die Notstandsarbeitenverwaltung bie Hälfte übernimmt. 8000 Arbeiter erhalten burch ben Tunnelbau vier Jahre lang Beschäftigung. Später soll ein Parellel- tunnel gebaut werben. Beide Tunnels sollen bann einbahnig befahren werben. Olympische Festtage in Athen. In Athen würbe die 31. Vollsitzung des Internationalen Olympischen Komitees in ber Athener Akabemie feierlich eröffnet. Deutschland war durch Staatssekretär z. D. Exzellenz ße -1 war. Weniger starke Erdstöße folgten gegen Morgen. In der Ortschaft Roussas, wo bie Kirche von ben letzten Erdstößen bereits mehrere Riste aufwies, haben sich die Risse wesentlich verbreitert. Ein Teil ber Schornsteine ber Schule ist abgestürzt. Auch anbere Gebüube haben Schöben baoongetra» gen. Der Schulunterricht wirb zum Teil auf freiem gelbe erteilt. Die Militärbehörben haben 100 neue Zelle geschickt, ba bie Bevölkerung nicht in bie Häuser zurückkehren will. Große Ueberschwemmungen In Norditalien. In ber Gegend von Navarra im nördlichen Italien richteten Sturm unb Wolkenbruch große Schüben an. Die Reis- unb Getreidefelder sind weithin in einen See verwandelt. Diele tiefliegende Ortschaften sind vom Wasser völlig eingeschlossen. Häuser und Ställe stehen bis zur Hälfte im Wasser. Auf ber Strecke Novarra—Varallo würbe auf 500 Meter der Bahndamm völlig zerstört. Alle Gebirgsflüsse führen Hochwasser unb haben an den anliegenden Straßen und Feldern große Verheerungen angerichtet. Zahlreiche Brücken sind fortge- schwemmt. Miliz, Polizei unb Pioniere sind aufgeboten, um ber Bevölkerung bie erste Hilfe zu leisten. Segln« der Zubsisiums-Passionsspiele in Oberammergau. " 1.............. MMW Unser Bild zeigt das Festspielhaus. Ob e ramm er gatt, 17. Mai. (DNB.) Oberammergau hat am Donnerstag mit der G e n e r ab probe den großen Auftakt des Jubiläums ja hres erlebt, dessen Programm zwischen dem 21. Mai und 23. September insgesamt 33 Aufführungen der Passion vorsieht. In den Straßen des Passionsdorfes entwickelte sich schon von morgens an ein außerordentlich lebhafter Verkehr. Der erste von 8 bis 11 Uhr durchgeführte Teil der musikalisch, darstellerisch und bühnentechnisch in allen Teilen ausgezeichneten und tief eindrucksvollenAufführung erstreckte sich vom Einzug Jesu in Jerusalem über die Anschläge des Hohen Rates, die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, den Abschied zu Bethania, das Abendmahl und die Oelbergszene bis zum Verrat und zur Gefangennahme Jesu. Als Prologus wirkt der langjähriges hervorragende, in aller Welt bekannte frühere Jesus-Darsteller Anton Lang, während Guido Diener als Vorführer des aus 30 Sängerinnen und 18 Sängern bestehenden Chores der Schutzgeister ausgezeichnet hervortrat. Von den Trägern der Hauptrolle ragten im ersten Teil der Ausführung hervor vor allem der würdige, hoheitsvolle Christus von Alois Lang, die schmerzerfüllte Maria von Anni Rutz, der Petrus des Hubert Mayr, der sanfte Johannes des Willy Bierling und der Kaiphas von Hugo Rutz. Als der vormittägliche Teil des Dramas sein Ende gefunden hatte und Tausende im neuerdings einsetzenden Sprühregen aus dem Theater strömten, war der Eindruck wohl allgemein, daß das Jubiläums - Spieljahr die große und ruhmvolle Tradition, die Oberammergau in drei Jahrhunderten geschaffen hat, fortsetzen wird. Während in der mehrstündigen Mittagspause ein trostloser heftiger Sprühregen fiel, der für die zweite Halste des Tages nichts Gutes verhieß, bef, serte sich bis zum Beginn der Rachmittagsauffüh. rung das Wetter wieder, so daß das Spiel bei tat« ter, aber doch wenigstens trockener Witterung feinen Fortgang nehmen konnte. Inzwischen war aus München Staatsminister Hermann Esser einge« troffen, der dem zweiten Teil der Aufführung bis zum Schluß beiwohnte. Die Handlung des unter der Spielleitung und Regie von Georg Johann Lang stehenden Festspie, les näherte sich ihren dramatischen Höhepunkten und war begleitet von den in ihrer Farbenglut und Schönheit zauberhaften lebenden Bildern, von denen jedes einzelne ein Kunstwerk ist. Zu einem Auftritt von großartigem, szenischen Aufbau und unerhörter Wucht gestaltete sich der von den Hohenpriestern herbeigeführte große Volksauflauf vor dem Hause des Pilatus, der zu den größten Eindrücken unb1 Erlebnissen des Spieles überhaupt gehört. Die Szenen der Kreuzabnahme und der Grablegung wurden verklärt durch die tiefe Beseelung, mit der Anni Rutz die Rolle der Mutter Maria und Klara Mayr die Maria Magdalena darstellten. Auf die düstere Tragödie des Kreuzestodes folg der Triumph der Auferstehung. In jubelnden Akkor. den flutet der Hallelujagesang des Chors durch dir Halle, und in einem den Welterlöser verherrlichen, den traumhaft schönen Schlußbild klingt das Spies aus, das allen Einwohnern kein Spiel, sondern ein inbrünstiges Erlebnis ist, getreu dem Der. mächtnis der Vorfahren und der Tradition der Jahrhunderte. Oberammergau hat seine Generalprobe hinter sich. Es kann in der Gewißheit seines neubestätigten Ruhmes den am Pfingstsonntag beginnenden Auf. führungen seines Jubiläumsspieles mit Zuversicht entgegensetzen. 3 Vs Pfennige täglich für Ihre Gefunöheit! Nur noch wenige Plätze frei Q Eis Gießen, Im Mai 1934. 2994 D iiitiiiiiiiiiüiimiiiiiiii StadtKaffee {Lebensmittel Gießen (Wemerwall 1), den 18. Mai 1934. 02606 % Pfund y4 Pfund y4 Pfund y4 Pfund 2976 D y4 Pfund Strümpfe y4 Pfund Gießen, den 18. Mai 1934. 3002 D Socken y4 Pfund V4 Pfund Söckchen y4 Pfund Strümpfe y2 Pfund Feinster, frisch gebrannter Kaffee Socken y4Pfd. 0.75, 0 65, 0.55 0»48 Söckchen y4 Pfund '/«Schachtel y4 Pfund Darum zu 3001 A y2 Pfund 2. y4 Pfund y4 Pfund 0.20 % Pfund Apfelsinen Blut-Oval, sehr saftig V/2 Pfund 0*25 3O10_aJ fiur echt in blauen Schachteln ju 90 pfg., niemals lose! 0.28 0.30 0.30 Leupin-Creme und Seife seitJahr.bew.bei ■ ■ Flechte-! Artikel n .. . kaufen Sie bei MlUCkee Ernst Muth Durch Öen blutbildenden, leichtverdaulichen nirgends gröbere Auswahl nirgends preiswerter Für die wohl tuenden Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unserer lieben unvergeßlichen Entschlafenen zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus. Ausschl. Wunds, usw.Löwen Drog.W. Kilbinger Nachf.,Sel- tersw.69; Drog. 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Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung des Notars in Urschrift oder in Abschrift spätestens einen Tag nach Ablauf der Hinterlegungfrist bei der Gesellschaft einzureichen. Die Hinterlegung gilt auch dann als ordnungsmäßig erfolgt, wenn eine Bank Aktien mit Zustimmung der Gesellschaftskasse für sie bis zur Beend!- gung der Generalversammlung in Sperrdepot genommen hat. Großen-Linden, den 14. Mal 1934. Der Vorstand. Warnung! Ich warne hiermit, mein. Sobn Karl Eisenhutb weder etwas zu leihen, noch zu borgen, da ich für nichts hafte. 200M Philipp Eisenhnth Gießen Am Kugelberg 62. Großhändler., Ludwigstr. 42 Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen bewiesene innige Teilnahme dankt herzlichst im Namen der Hinterbliebenen: B. Schomber, Bäckermeister. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Meta Friesleben Für die trauernd Hinterbliebenen: Franz Spuck Beschlußfassung über. die Genehmigung der Bilanz, der Gewinn- und Derlustrechnung und über die Verteilung des Reingewinns. Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Wahl des Bilanzprüfers. Satzungsänderungen. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Gießen, Schulstraße 11 Das Haus der kleinen Preise Gießen, Schulstraße 11 Kaufhaus Karl Kerber beim.-Bet. .SWenW'. 22. ÄRöias&il nachm. 5 Ufo," Schiffender« läuft m den 2995 D Wtlet» tltntfnielra M. G. Grade Frankfurter Strafte 17 ■Sut 3000D Fahne 3« weihe des Marlne- verelns am 21.5.34 Antreten 'm. Fahne pünktlich 9V«Uhr vorm. Hess. Hof. Liederkranz Heiterkeit Frühspaziergang am 1. Feiertag nicht nach Annerod. sondern a. d. Schiffen berg mit den Gästen a. d. Saargebiet.301,7 p seWr»^51 Mietgesuche | 3- oder 4- M.-WW. von kleiner Beamten - Familie gesucht. Schrift!. Angebote unter 02609 a. d.G.A. Einladung zur Generalversammlung. 1 Spar- und Vorschutzverein AG. Grotzen-Linden. Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu dem am 2. 3uni 1934, 18 Uhr, im Saale des Gastwirts Philipp Schaum zu Grotzen-Linden stattfindenden 3015D ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Aufsichtsrates über das Geschäftsjahr 1933. Vorlage der Bilanz sowie der Gewinn- und Derlustrechnung für 1933. 0.22 0.20 Soufmännlldjer Lehrling (fortbildungsschulfrei )f. Büro einer mittleren Gießener Fabrik gesucht. Aussuhrl. Handschrift!. Bewerbungen U.3004D an den Gießener Anzeiger erbet. illllllillllllllllllllllllllll Braves «All für Haushalt von 3 Personen sofort gesucht. 02620 Hammstratze 2, Eine 2-Zimmer-Wohng. für eine einzelne Dame gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preisangabe u. 02594 an den Gieß. Anzeiger. 2-Zimmer-Wohng. mit Küche ver 1. Ium gesucht. Schriftliche Angebote mit Preis unter 02622 an d. Gieß. Anzeig. | Stellenangebate| Erfahrenes Tajeffltta gesucht. 02615 Bleichstr. 32 I. 8. 4. 6. Aussichtsratswahb Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die ihre Aktien ohne Gewinnanteil- und Erneuerungsscheine bis späle- ab Freitag, den 18. Mm, bis emschl. 1.Feiertag, ab. 8.30 Uhr 1. Feiertag auch nachm. 4 Uhr ]n SeuAWoi (Wolle) am 2. Feiertag abds. 8.30 Uhr. [Verschiedenes | TANZ Pfingst- Samstag Sonntag M ontag und Mittwoch im Man Nr. 1'4 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) 8reitag,18.Mal M4 sjL-'Svoxt im Zwischen dem Reichssportführer und dem Reichsbund Volkstum und Heimat wurde nachstehendes, bedeutungsvolles Abkommen Getroffen: Da der Reichsbund für Leibesübungen im Rahmen feiner Erziehungsaufgaben mit der Dietarbeit viele Volkstumsgebiete berührt, die in ganz besonderer Weise vom Reichsbund Volkstum und Heimat betreut werden, schließt sich der Reichsbund für Leibesübungen dem Reichsbund für Volkstum und Heimat als körperschaftliches Mitglied an. Mannschaft aufgestellt: Kreß (Dresdner SC.); Ha- ringer (Bayern München), Busch (Duisburg 99); Janes (Fort. Düsseldorf), Czepan (Schalke 04), Zielinski (Hamborn 07); Lehner (Augsburg), Hohmann (Benrath), Conen (Saarbrücken), Sisfling Verteidiger Cooper und der Rechtsaußen Crooks, die an dem Länderspiel England — Ungarn in Budapest teilgenommen haben, zur Verfügung (Mannheim), Kobierfki (Fort. Düsseldorf). Die englische Mannschaft wird zu diesem Spiel in ihrer der Boden nicht gehöre, ihnen aber die Nutznießung überlassen sei. Diese Annahme ist irrig. Die Marksteinschutzfläche, d. h. die kreisförmige Bodenfläche von 2 qm darf nicht vom Pfluge berührt werden. Zuwiderhandlungen werden nach § 370 StGB, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. bestraft. Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer e. V. NS.--Lehrerbund, Berlin. Anschluß am Reichsbund Volkstum und Heimat. Das war vor zehn Jahren. Seitdem hauste „Donnerwolke" im Negerviertel Harlem und fristete hier kümmerlich sein Dasein. Die Hunde, die seine Begleiter wurden, sahen immer heruntergekommener aus, er selbst gewährte den Anblick eines lebenden Leichnams, aber immer noch folgte ihm der lahme Neger wie ein Schatten. Nun hat man vor kurzem den 90jährigen Indianer elend verhungert in seiner Dachkammer entdeckt, in der er ein nicht gerade königliches Ende gefunden hat. Zu Füßen des Bettes lag winselnd ein Hund, während zu Häupten ein weißhaariger Neger stand, der mit stumpfer Andacht Totengebete murmelte. Diese beiden Wesen waren die einzigen Leidtragenden, die dem Sarge folgten. „Donnerwolke", der Zehntaufenden mit seinem Lebenselixier geholfen hatte, hatte sich selbst nicht mehr helfen können. Mit einigen kurzen Zeilen ging Amerika über das Ende des letzten Nachkommen der einstigen Besitzer von Manhattan und Wall-Street hinweg. „Donnerwolke" ist tot. Die Wolkenkratzer von Manhattan, die Herrlichkeiten von Neuyork werden seinen verächtlichen Blick in Zukunft nicht mehr spüren ... Reichsverband Deutscher Turn-, Sport u. Gymnasiikiehrer im NS. Lehrerbund Im Auftrage des Reichsverbandes gebe ich den Vereinen ufw. nachstehende Verfügung des Reichs- f p o r t f ü h r e r s bekannt: „Ich mache darauf aufmerksam, daß sämtliche besoldeten Lehrkräfte der Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen Mitglieder des zuständigen Berufsoerbandes (Reichsverband Deutscher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im NSLB.) sein müssen und nur solche Lehrkräfte verpflichtet wer» den dürfen, welche die Mitgliedschaft bei dem genannten Verband nachweifen können." Nähere Auskunft erteilt der Unterzeichnete. Rudolf Fischer, Bezirksführer des Reichsoerbandes Deutscher Schutz den trigonometrischen Marksteinen nur unter Anwendung von erheblichen Kosten von Technikern der Landesaufnahme wiederhergestellt werden. Die Zerstörung von trigonometrischen Punkten der Preußischen Landestriangulation fällt unter § 304 RStGB. (Gegenstand der Wissenschaft) und wird mit Geldstrafe bis zu 1500 RM. oder mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft. Zum Schluffe wird ausdrücklich auf den gemeinnützigen Zweck der festgelebten Punkte, insbesondere auf ihre Bedeutung für die Landesaufnahme und für alle hiermit anzufchließenden Vermessungen, einschließlich der Katasteraufnahme und der Aufnahme für Konsolidationen, Zusammenlegungen und für andere Zwecke aufmerksam gemacht. Auszeichnung eines Marburger Militärmusikers. LPD. Marburg, 17. Mai. Die Preußische Akademie der Künste hat die von ihr für hervorragende Leistungen preußischer Kunsthochschüler im Jahre 1926 gestiftete Medaille dem Musiker- feldwebel Friedrich D e i s e n r o t h vom Sius« bildungs-Bataillon Inf. - Regt 15 in Marburg, der die Reifeprüfung bei der Staatlichen Akademischen Hochschule für Musik mit Auszeichnung bestanden hat, verliehen. 3m Schwimmbad ertrunken. LPD. Lindenfels (Odenwald), 17. Mai. Beim Spielen am Rande des Schwimmbades stürzte der 7jährige Junge des Friseurs Schwerer in das Wasser. Die Spielkameraden liefen aus „Donnerwolke" der „letzte König von Aeuyork" Ein lahmer Neger und ein räudiger Hund trauern um den letzten Nachkommen der einstigen Besitzer von Wallstreet. In Petersfield, dem riesigen Friedhof von Neuyork, sah man dieser Tage ein eigenartiges Leichengefolge. Einem armseligen, ungehobelten Sarge folgte hinkend ein alter Neger, an dessen Seite ein räudiger Hund schritt. So beerdigte Neuyork einen Mann, der sich stolz seinen „König" nannte. Der Tote war ein 90- jähriger Indianer, der bei seinem Volke den Namen „D o n n e r w o l k e" geführt hatte und lange Zeit hindurch zu einer stadtbekannten Figur Neuyorks gehörte. „Donnerwolke" stammte in direkter Linie von jenem einfältigen Jndianerftamme der NarrÜngas- fets ab, die seinerzeit den Grund und Boden von Neuyork an den Engländer Peter M i n n i t für blanke 20 Mark verkauft hatten. Auf diesem Gelände erstand später die Wolkenkratzerstadt der Halbinsel Manhattan, auf der heute jeder Quadratzentimeter in Gold ausgewogen wird. Die Rothäute verließen damals das Gelände und verpflichteten sich, niemals die Grenze eines bestimmten Weges zu überschreiten. Auf diesem Wege ernteten die „Blaßgesichter" aus Vorsicht eine hohe Mauer, die „Wallstreet" genannt wurde. Einst trauerten hinter den Zinnen von Wallstreet die Männer der Narrangassets dem verlorenen Paradiese nach, während heute an derselben Stelle die Mächtigen der Finanzwelt in ihren Börsenpalästen keine Ruhe finden können. Alles das, was heute Inbegriff und Abbild amerikanischen Glanzes ist, hatte den Vorfahren des Mannes gehört, dessen Sarge vor einigen Tagen ein lahmer Neger und ein räudiger Hund als Leidtragende folgten. Die Vorfahren „Donnerwolkes" zogen sich schließlich noch weiter hinter die absperrende Wall-Street zurück und flüchteten sich i n d i e Wälder von Long-Jsland. Sie waren harmlos und verstanden es, im Rausch des „Feuerwassers" die Enttäuschungen der Vergangenheit zu verträumen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam ein geschäftstüchtiger Mann, der Oberst Cody, bekannter unter dem Namen des Zirkuskönigs Buffalo Bill, auf den Gedanken, die Künste der Indianer zu artistischen Schaustücken zu machen. „Donnerwolke", der Häuptling und letzte Fürst vom Stamme der Narrangassets, wurde ebenfalls engagiert und reifte nun kreuz und quer durch die Welt, um den „Blaßgesichtern" echte Skalptänze vorzuführen. Diese Herrlichkeit fand aber mit dem Tode Buffalo Bills ein Ende. Auf sich selbst gestellt, verfiel „Donnerwolke" wieder in die alten Träume. Er verkroch sich im Walde von Bronr, wo er nur in Begleitung eines Hundes als Einsiedler hauste. Eines Tages machte er die Bekanntschaft von „Onkel Jack", eines lahmen Negers, der den Indianerhäuptling zur Herstellung von Heilmitteln und zum Verkauf von Kräutern und Lebenselixieren anregte. Sommer und Herbst hindurch erntete „Donnerwolke" den Bronx-Wald nach geheimnisvollen Kräutern ab. Der lahme Neger verpackte sie in Tüten, und der dritte Gefährte der Einsamkeit, der Hund, zog einmal in der Woche einen Karren mit Lebenselixieren in die große Stadt Neuyork, wo Neger, Chinesen und viel abergläubisches Volk ein ’n gewissen Kundenkreis bildeten. Bald drang der Rus des rothäutigen Eremiten auch bis in die Kreise der „Blaßgesichter" in ihren prunkvollen Palästen. Man sah herrliche Automobile Schlange stehen vor Donnerwolkes Hütte, und in diesen Tagen fiel gewiß auch einmal ein fetter Knochen für den treuen Hund ab. Aber die Zeit raste weiter, die Bäume des uralten Bronr-Waldes lichteten sich, die Wolkenkratzer schossen höher empor und mit gierigen Krallen griff die Großstadt immer weiter um sich. Eines Nachts rissen die Arbeiter heimlich die Hütte des Wunderdoktors ab, und am anderen Morgen schritten ein alter SOjäfjriger Indianer, ein grauhaariger Neger und ein Hund verbissen der großen Stadt zu, um hier Zuflucht zu suchen. Die feit einigen Jahren von der trigonometrischen Abteilung der staatlichen Landesaufnahme ausgeführte Prüfung von trigonometrischen Punkten pflegt zu ergeben, daß die Marksteine zum Teil ganz verschwunden, zum Teil aus dem Acker herausgenommen und an Wall und Graben nieder- gelegt,'zum Teil an Ort und Stelle liegend ver- Angst davon. In der Nähe befindliche Kurgäste graben sind. Die Besitzer sind fast ausnahmslos konnten den bereits bewußtlosen Knaben aus dem im Unklaren über den Zweck und Wert der trigo- Wasser ziehen, doch hatten die Wiederbelebungs- nometrischen Marksteine. Sie beackern die Mark- versuche keinen Erfolg, das Kind war bereits tot. steinschutzflächen in dem Glauben, daß ihnen zwar« -------- stehen. Unser Gegner für Florenz. Belgien stellt seine Mannschaft auf. In der Vorrunde zur Fußball-Weltmeisterschaft trifft Deutschland bekanntlich am 27. Mai in Florenz auf Belgien. Der belgische Verband hat seine Mannschaft am Donnerstag gemeldet. Die Tatsache daß er neben den elf Spielern der ersten Garnitur nur drei Ersatzleute aufstellte, läßt darauf schließen, daß auch der belgische Verband nicht damit rechnet, die Vorrunde erfolgreich zu bestehen. Ausgewählt wurden: Tor: Dan de Weyer; Verteidigung: Pap« paert, Smellinckx; Läufer: Peeraer, Welkenhuize, Claefsen; Sturm: de Dries, Doorhoff, Capelle, Grimmonpriz, Heremanns. — Ersatz: Fadjou, Aochin, Hellemans. Nur Smellinckx und Doorhoff standen in der Mannschaft, die im Oktober des letzten Jahres in Duisburg von Deutschland mit 8:1 geschlagen wurde. Außerdem war damals noch der jetzt als Ersatzmann genannte Hellemans dabei. Alle anderen Posten sind seitdem mit neuen und stärkeren Spielern besetzt worden. Deutsche Boxstaffel schlägt Frankreich 10:4. Die deutsche Amateur-Boxstaffel absolvierte am Mittwochabend ihren zweiten Frankreich-Start in Tarbes, wo unsere Vertreter diesmal einen überlegenen Sieg von 10:4 Punkten über die französische Auswahl feiern konnten. Etwas überraschend kam wiederum die Niederlage von Europameister Otto K ä st n e r - Erfurt, der im Federgewicht von dem Franzosen Walter klar ausgepunktet wurde. Auch R a p p s i l b e r - Frankfurt mußte sich abermals Fayot beugen. Der Mainstädter verlor knapp nach Punkten. Witt bleibt Meister. Im Mittelpunkt der gut besuchten Berufsboxkämpfe im Hamburger Punching stand am Mittwochabend der Kampf um die deutsche Halbschwer- aewichtsmeisterschast zwischen dem Titelverteidiger Adolf Witt-Kiel und dem in letzter Zeit wieder stark nach vorn gekommenen Berliner Ernst P i st u l l a. Das Treffen nahm ein unerwartet schnelles Ende. Schon nach wenigen Sekunden mußte P i st u l l a auf einen schweren Rechten Witts hin die schützenden Bretter aufuchen. Als sich Pistulla bei „Vier" wieder erhob, war er noch vollständig benommen. Nach kurzem Geplänkel sand abermals ein rechter Haken Witts fein Ziel... und der Kampf war zu Ende. Saarbrücker Regatta. Eine sehr starke Besetzung. Die Meldeliste für die am 26.727. Mai stattfindende Saarbrücker Ruder-Regatta wurde mit dem außergewöhnlich hohen Bestand von 55 Vereinen, die 254 Boote mit 1398 Ruderern in die 33 Entscheidungsrennen schicken, geschlossen. Die Rennen sind nicht nur zustande gekommen, sondern zum Teil mit bis zu zwanzig Booten so stark besetzt, daß durch die vorzunehmenden Teilungen die Regatta auf insgesamt 42 Entscheidungsrennen kommen wird. Die Kundgebung der deutschen Ruderer in Saarbrücken geht nicht nur in die Breite, sondern die Regatta wird in vielen Fällen, besonders in den erstklassigen Rennen wertvolle Ausschlüsse über das Kräfteverhältnis der Vereine bringen. Besonders groß wird der Sport im Saarland- Achter werden, wo der deutsche Meister, Würzburger Ruderverein, auf den Kölner Klub für Wassersport, Gießener R u d e r g e s e l l s ch a f t Die bereits bestehende körperschaftliche Mitgliedschaft der Deutschen Turnerschajt wird damit hinfällig. Die Regelung der geldlichen Beziehungen zwischen den Organisationen erfolgt durch Vereinbarung der beiderseitigen Reichsführungen. Für Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen entfällt somit jegliche Beitragszahlung an den Reichsbund Volkstum und Heimat oder seine Untergliederungen. Zur Festigung der Zusammenarbeit tritt der Dietmar! des Reichsbundes für Leibesübungen in die Führung des Reichsbundes Volkstum und Heimat ein. Letzterer entsendet einen Vertreter in den engeren Arbeitsausschuß des Dietwartes. In entsprechender Weise erfolgt die Zusammenarbeit zwischen den nachgeordneten Dietwarten des Reichsbundes für Leibesübungen und den Gliederungen des Reichsbundes Volkstum und Heimat bis hinab zu den Ortsringen. Berlin, 30. April 1934. Reichsbund Volkstum und Heimat gez.: Werner Haverbeck. Der Reichssportführer gez.: von Tfchammer. Die deutsche Mannschaft für Dortmund. Zum letzten Spiel gegen Derby County. Für den am Freitag in Dortmund stattfindenden letzten Kampf einer deutschen National-Mann- schast gegen die englische Profi-Mannschaft Derby County hat der Deutsche Fußball-Bund folgende Durch das Umpflügen und Eggen der Markstein- , , , schutzflächen entstehen die vielen Verrückungen und , stärksten Besetzung antreten, da der hervorragende Beschädigungen der Marksteine; mit der geringsten Verschiebung ist aber der Punkt zerstört und kann Gießener Stadttheater. Symphonie-Konzert des Stadttheater- Orche).ers. Hatte Beethoven im Ringen um die Form der dramatischen Ouvertüre mit den Leonoren- Ouvertüren mehr ober weniger Anschluß an den Gang der Handlung gesucht, so löst er sich yi der „C o r i o l a n" - O u v e r t ü r e von dem Bühnengeschehen, indem er die seelischen Triebkräfte des Dramas mit musikalischen Mitteln ersaßt und sie in ihrem Widerstreit darstellt. In scharfer Linie .profiliert er die Themen, weniger um dem Rein- Musikalifchen zu dienen, als die grundlegende Idee, Iden Kampf des Helden gegen eine ihm feindliche Umwelt, plastisch hervortreten zu lassen. Diese innere Konsequenz wird um so eindringlicher, als er Len Streichern die Hauptgedanken überträgt und Lie Hervorhebung der Akzente den Bläsern über« nveist. Dieses Drama des ringenden Helden, der tm Kampfe feinen Untergang findet, wurde durch die Aufführung in den durch die Musik gekennzeichneten Phasen lebendig. Weit ausholend in der Steigerung, schmiegsam getönt in der Kcmtilene des Seitenthemas, geben starke bewußte Akzente dem Werk die Auswirkung, das in seinem Schluß zu Les Helden Totenklage wurde. Die Streicher zeigten sich überaus nachgiebig und modulationsfähig im Ton, das Holz besonders klangschön. * Das Klavierkonzertop. 73 (Fs-Dur) stellt einen steilen Gipfel in der Folge der Beethoven- iTdien Konzert dar. Erfüllt von stärkster, entschluß- bereiter Willensenergie erhebt es sich über den bisherigen Rahmen des Konzertes und wird zu einer Sychphonie für Klavier und Orchester Nicht der Virtuose hat hier das Vorrecht, sondern der Musiker fführt. Kadenzen, in denen sonst der Solist auf Dem Höhepunkt bes Werkes fein instrumentales Kon- rien in strahlenbstem Lichte erscheinen laßt unb oft mit wechselnder Anpassungsfähigkeit an ben Stil, , einem persönlichen Gejchmack folgenb, Eigenes hm- zurut, hat Beethoven hier ganz ausgeschaltet. Jede einzelne Note ist streng vorgezeichnet, ohne Damit aber etwa ben Solisten nicht zu feinem vollen Recht ’ kommen zu lassen. Fast improvisierend führt er in reizvollem Wechselspiel Klavier und Orchester im ersten Satz ! -un, bis das entschluhsichere Hauptthema die Führung übernimmt. Das Abagio steht in stärkstem Kontrast zwischen ben beiben Ecksätzen; Innigkeit, Weihe ber Versunkenheit, vertieft burch bie zarten Farben bes Orchesters, lassen einen tiefen Blick in bie Seele bes Meisters tun. Um so bewußter bricht, zunächst leise anfüngenb, bann aber mit gespanntester Energie bas Hauptthema bes granbiofen Schlußronbos hervor. Jrmgarb Decker (Gießen) hatte ben Solopart übernommen unb bewies, daß sie die technischen Schwierigkeiten des Werkes wohl unbedingt zu bewältigen gelernt hat. Ihre Fingerfertigkeit hat schon einen recht achtbaren Grad erreicht; aber noch vermag sie nicht die starken Anschlagskontraste in bem Maße herauszuarbeiten, wie es gerade diesem Konzert entsprechen würde. Wie weit das in Muskelhemmungen begrünbet ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Ihr Forte dröhnt noch nicht; es hämmert noch nicht; ebenso rollt ihr Triller noch nicht völlig ausgeglichen. Dagegen ist ihre Kantilene vorläufig ihre stärkste Seite. Und so würbe der zweite Satz für sie zum Höhepunkt. In ber musikalischen Auffassung folgte sie ben Erforbernisfen des Werkes. Dem Orchester gebührt für bie saubere unb präzise Begleitung, von kleinen Unregelmäßigkeiten abgesehen, besondere Anerkennung; Streicher wie Bläser, nicht zuletzt Hörner unb Klarinette, gaben ihr Bestes. Zwischen den beiben großen symphonischen Schicksalsbekenntnissen Beethovens, der Fünften und der Neunten Symphonie, stehen drei Werke, die dem Rein-Menschlichen Raum geben, dem Erleben der Natur (Pastorale), dem gesteigerten Lebensimpuls (Siebente), der heiteren, abgeklärten Lebensfreude in ber Achten Symphonie. Es ist, als ob der Meister bie Schwierigkeiten feines Daseins überwunden habe unb nun von hoher Warte aus ungetrübter heiterer Lebensbejahung Ausdruck verleiht. Dieser Zug zum Beschaulichen, der Freude am Intimen, läßt fein Ringen um große menschliche Probleme zu; alles erscheint verklärt durch einen finnigen Humor. In schärfster Prägnanz unb gedrängtester Formulierung der Themen ist gerade dieses Werk reich an Beglückendem für den Hörer. Nach einem reizvollen Allegretto als zweitem Satze, gibt Beethoven im dritten ein Menuett in ursprünglicher Behäbigkeit unb wohligem Behagen; in seinem Trio läßt er die Bläser solistisch konzertieren. Uebermut, sprühender Humor, der seinen musikalischen Zeit- genossen mit einem keck hingeworfenen Cis in F=Dur peinliches Kopfzerbrechen bereitete, läßt das Finale mit ungebrochenem Kraftgefühl sich ent- i.....- Diese Symphonie wurde zum Glanzpunkt des Konzertes. Vielleicht mochte gerade diese Musik, die frei vom Hintergründigen, schlagfertiges Zugreifen und blitzartiges Erkennen der musikalischen Gegebenheiten erfordert, Herrn Fritz C u j 6 besonders naheliegen. Mit feinem Eingehen auf alle bie zahlreichen im Werke zerstreuten Momente köstlicher Kleinarbeit, übersah er keinen Einhaltepunkt unb artikulierte treffend, der Situation angemeffen. Von Klang- und Musizierfreube belebt war der Kopfsatz; dem Allegretto wäre stellenweise noch etwas mehr Abdämpfung von Vorteil gewesen; anderseits ließ auch dieser Satz ein feinsinniges Durcharbeiten erkennen. Dem Menuett verlieh er gesunden musikalischen Impuls, im Trio überboten sich Horn und Klarinette mit ihrem Können zu der bisfret untermalenden Cellofigur. Das Finale wurde in feine einzelnen Episoden hinein durchleuchtet im liebevollen Nachschaffen mit dem Gipfel in der Coda. Die durchweg gleichmäßige Besetzung des Orchesters gewährleistete an jedem Pult durch Geistesgegenwart und williges Mitgehen die Durchführung des Symphonie-Konzertes, dem leider nicht ein allzu zahlreiches Haus beschieden war. Um so stärker war 'ber Beifall ber Anwesenden in berechtigter Anerkennung des Gebotenen. Dr. H. „Sehnsucht 202.* Das macht den Leuten im Kino Spaß, obwohl es im wirklichen Leben unb in einem gut geleiteten Geschäft nicht Vorkommen sollte: daß nämlich in einer Jnseraten-Annahme zwei Anzeigen miteinander vertauscht werden. Man kann sich ja vorstellen, wie das ausgeht, wenn die eine Kundin am Schalter eine Millionärin ist, welche die nutzbringende Anlage ihrer ungezählten Däuser erstrebt, die andere aber ein junges Fräulein, arm wie eine Kirchenmaus, das eine leidlich bezahlte Stellung an der Schreibmaschine zu erhalten wünscht. Willkommener Anlaß für ein munteres Operetten- Durcheinander, und da das Jnseratengeschäst nicht nur einen Schalter für den Stellenmarkt hat, sondern auch einen mit ber einladenden Aufschrift „Heirat", so kann es nicht fehlen, daß sich die beiden Damen trotz ihrer vermurksten Inserate zuletzt dennoch an dem Fensterchen, allwo seriöse Eheschließungen angebahnt werden, wiederbegegnen, um das Erforderliche in die Wege zu leiten. Die Regie, Max Neufeld, hat das Ganze hübsch unb reichhaltig ausgestattet unb mit allerlei drol- lcheu (Einfällen verziert. Die Gesangstexte (Inb, wie gewöhnlich, ziemlich dünn, aber von Richard Fall (Verwandter von Leo?) recht witzig unb Operetten« gerecht instrumentiert. Weibliche Hauptrolle: Magda Schneider; lange nicht gesehen, sehr nett, ein bißchen wienerisch, macht auch von ihren gutgewachsenen Beinen Gebrauch. Als Partner: Fritz Schulz, der mit Talent auf Rühmanns Spuren wandelt, aber mit Gesang, worauf jener meist verzichtet. Das obligate zweite Paar: Louise Rainer unb Rolf van Goth. Ferner Paul Kemp, der es trefflich versteht, die Leute zum Lachen zu bringen, und Hans T h i m i g (aus der berühmten Fa- milie, jüngerer Bruder von Helene und Hermann) als der Mann am Schalter, der die ganze Geschichte auf dem Gewissen hat. — Der Film er- schien gestern im Lichtspielhaus unb läuft bis zum ersten Feiertag. — Drei Lausbuben fahren Lokomotive. Die Träume ber männlichen Jugend bewegen sich nicht mehr so sehr in den weiten Bezirken des „Wilden Westens", auf der Prärie oder im Dschungel und gelten immer weniger bem guten „Old Shatterhand" und „Winnetou", sondern sie tummeln sich jetzt mehr im Reiche der Technik. Welcher richtige Junge hat sich nicht einmal gewünscht, später Flieger, Rennfahrer ober Lokomotivführer zu werden. Das sind für sie bie Gestalten, in denen sich ihre Vorstellung von männlicher Kühnheit und Kraft verkörpert. Drei englische Jungen aus Stock- port bei Manchester wollten sich mit der Welt der Träume nicht zufrieden geben; sie machten sich kurz entschlossen an die Verwirklichung ihrer Wünsche, wofür sie sich jetzt vor be;n Jugendgericht von Stock- port zu verantworten hatten. Die Drei hatten sich auf eine Lokomotive geschwungen, die gemächlich, aber schon unter Dampf in einem Schuppen auf Arbeit wartete. Wie pochte ihr Herz, als sie die Ma« schine so zum Greifen nahe vor sich sahen, und sie konnten der Versuchung nicht widerstehen. Sie waren gewiß selbst am meisten erstaunt, als die Lokomotive ihren Handgriffen gehorchte und langsam über die Schienen rollte. Unterwegs mag ihnen aber schon selbst ängstlich beworben sein, und sie waren heilfroh, als sich bie Maschine nach einer „abenteuerlichen Fahrt" von einigen hundert Metern zum Stillstehen bequemte. Der Vorsitzende des Jugendgerichts nahm ben Vorfall von einer etwas ernsteren Seite, denn nach ben übereinftimmenben Aus- Iagen der Zeugen hätte gerade auf dieser Strecke ein lnglstck geschehen tonnen. 1877, Mainzer Ruderverein, Godesberg und Ludwigshafen trifft. Im mit acht Booten besetzten Stadt-Saarbrücken-Dierer starten die erste Mannschaft vom Berliner Hellas, Würzburg, Mainz-Kastel, Godesberg, Etuf Essen, Sturmvogel Leipzig, Saar Saarbrücken und Limburger RE. Hauptbewerber in den beiden großen Einer- rennen sind der an Pfingsten in Ostende startende Georg von Opel-Rüsselsheim, Rolf Schneider, Kölner Wafsersport, und Hans Heckes, Germania Homberg. Die für die Regatta verantwortlich zeichnende Saarbrücker RG. Undine hat bei den zuständigen Derbandsstellen um die Genehmigung nachgesucht, die Regatta auf den vorausgehenden Freitagnach- mittag ausdehnen zu dürfen, da es nicht möglich ist, die große Zahl von Vorrennen in den Vor- Mittagsstunden der beiden Regatta-Tage abzuwickeln. Die gute Besetzung der Jungmann- und der dritten Rennen, besonders im Achter, läßt erkennen, daß es an Nachwuchs nicht mangelt. Die Regatta findet nicht auf der inneren Stadtstrecke, sondern auf einer nahe bei der Stadt gelegenen schwächer gekrümmten und vor allen Dingen brückenfreien Bahn statt. Gau AMeffen Kreisgebiet Gießen DT. Zugendwanderung und Jugendtreffen auf dem Schiffenberg. Prächtiger Frühlingssonnenschein begünstigt die Wanderung unserer jüngsten Turner. Es ist eine Lust zu sehen, wie am frühen Morgen Schar um Schar der Jugendlichen mit frischen, roten Backen, mit leuchtenden Augen auf dem Schiffenberg ein- trifft. Um 9 Uhr ruft das Glöcklein vom Turme der altehrwürdigen Klosterkirche zur Morgenandacht. 500 bis 600 Schüler und Schülerinnen folgen dem Rufe und sammeln sich im Schiff der geräumigen Kirche. Pfarrer Reiner von Haufen halt eine den frischen Jungen und Mädchen angepaßte schone Morgenfeier. Und dann geht es zum Turnen, Tauziehen, Wett- fprung aus dem Stand, Schockwurf mit dem Handball und 6X50-Meter-Pendelftafette, alles Mann- schaftskämpfe — sie füllen den Vormittag aus. Eine schmackhafte Erbsensuppe aus dem aroßen Feld- kefsel erfrischt die Jungen und die Alten in der Mittagspause. Kurz nach 14 Uhr marschiert unter Führung von zwei Gruppen Spielleuten ein stattlicher Zug von Wettkämpfern wieder auf den Kampfplatz. Drei Gruppen Freiübungen von 500 Jungen und Mädchen vorgeführt, bilden den Auftakt zu Volkstänzen, Scherzturnen, Sondervorführungen, zum Völkerball und anderen Spielen. Mit größtem Eifer geben sich die Jungen und Mädchen besonders dem Völkerballspiel hin, und es zeigt sich, daß sich dieses Kampfspiel vorzüglich für die Jugendlichen, besonders auch für die Turnerinnen eignet. Einzelne Mädchengruppen, z. B. die von Grüningen, leisteten Vorzügliches. Gegen 17 Uhr leitet Kreisführer Daupert mit einer packenden Ansprache, für die er reichen Beifall erntete, die Siegerehrung ein. Der Muttertag gab dem Redner Gelegenheit, seine jungen Hörer zu mahnen, ihren Eltern, im besonderen der Mutter mit hoher Achtung und größter Liebe zu begegnen, ihr ein treuer Sobn und eine dankbare Tochter zu sein. Die Ansprache klang aus in einem stürmisch aufgenommenen „Gut Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg, den Volkskanzler A d o l f H it l e r, auf Voll und Vaterland. Turnwart Georg Hofmann von Gießen, der den Wettkampf gut vorbereitet hatte und unter dessen umsichtiger Leitung sich das ganze glatt abwickelte, ehrt die Sieger mit einem dreifachen ,Gut Heil!" Oie Siegerliste. 6X 50 - m- Pendel staffel. a) Schülevinnen-Oberstufe: 1. Sieger: Männerturnverein Gießen 47,4 Sek. 2. „ Turnverein 1846 Gießen 47,7 „ 3. „ Turnverein Wieseck 51,9 „ b) Schülerinnen-Unterstufe: 1. Sieger: Tv. Wieseck 49,4 „ 2r „ Tv. 1846 Gießen 51,6 „ 3. „ Tv. Grüningen 51,7 „ c) Schüler-Oberstufe: 1. Sieger: Tv. Watzenborn-Steinberg 46,4 „ 2. „ Tv. Holzheim 47,0 „ 3. „ Tv. Wieseck 47,2 „ d) Schüler-Unterstufe: 1. Sieger: To. Großen-Buseck 49,6 „ 2. „ Tv. 1846 Gießen 50,5 „ Z. „ Tv. Haufen 50,8 „ Weitsprung aus dem Stand. a) Schülerinnen-Oberstufe: 1. Sieger: Mtv. Gießen II 11,90 m 2. „ Mtv. Gießen I 11,68 „ 3. „ Tv. Staufenberg 10,70 „ b) Schülerinnen-Unterstufe: 1. „ Tv. Wieseck 10,63 „ 2. „ Mtv. Gießen 10,61 „ 3. „ Tv. Grüningen 10,00 „ c) Schüler-Oberstufe: 1. Sieger: Tv. Wieseck 12,88 „ 2. „ Tv. Watzenborn-Steinberg 12,31 „ 3. „ Tv. 1846 Gießen I 12,06 „ d) Schüler-Unterstufe: 1. Sieger: To. Steinbach 11,35 „ 2. „ Tv. Hausen I 11,16 „ 3. „ Tv. 1846 Gießen I 11,13 „ Schock ball-Weitwurf. ä) Schülerinnen-Oberstufe: 1. Sieger: Mtv. Gießen I 113,95 „ 2. „ Tv. Wieseck 101,70 „ 3. „ Mtv. Gießen III 99,95 „ b) Schülerinnen-Unterstufe: 1. Sieger: Mtv. Gießen 87,35 „ 2. „ Tv. Grüningen 78,15 „ 3. „ Tv. Wieseck I 75,30 „ c) Schüler-Oberstufe: 1. Sieger:Tv. Holzheim 137,35 „ 2. „ Tv. Steinbach I 132,00 „ 3. „ Do. Wieseck 129,25 „ d) Schüler-Unterstufe: 1. Sieger: Tv. Holzheim 109,50 „ 2. „ Tv. Grüningen 107,10 „ 3. „ Tv. 1846 Gießen 106,90 „ Tauziehen. a) Schüler-Oberstufe: 1. Sieger: Tv. Holzheim gegen Steinbach und Wieseck. b) Schüler-Unterstufe: 1. Sieger: Tv. Großen-Buseck gegen Hausen und Lützellinden. Wirtschaft. Gute Beschäftigung in der Baumwoll- induftrre. Der Gesamtverband deutscher Baumwollwebereien berichtet: In der Baumwollweberei war der Auftragseingang im April durchaus befriedigend, wenn auch in manchen Zweigen ein Rückschlag zu verzeichnen war. Infolgedessen kam es teilweise zu Reueinstellungen und Aufhebung von Kurzarbeit, wo es noch erforderlich war. Ein großer Teil der Betriebe ist für eine Reihe von Monaten mit Aufträgen versehen. Geklagt wird immer noch über unbefriedigende Erlöse. Die rückläufige Preisbewegung des Rohstoffes am Ende des Monats brachte keine genügende Erleichterung, um von einer auf der ganzen Linie wiederkehrenden Rentabilität sprechen zu können. Die Auslarchskonkurrenz macht sich im gleichen Maße, ja in manchen Fällen verstärkt bemerkbar, wie in der letzten Zeit. Dagegen leidet die Ausfuhr nach wie vor unter der verschobenen Wettbewerbslage zwischen den hochvalutarischen und niederoalutarischen Ländern, sowie unter den im Ausland noch immer stark vorherrschenden Bestrebungen, sich gegen die Einfuhr deutscher Waren abzuschließen. Bemerkenswert ist, daß sich die Einfuhr von Baumwollgeweben aus dem Ausland im März nahezu verdoppelt hat, und zwar mengenmäßig wie wertmäßig, während die Ausfuhr aus Deutschland im gleichen Monat um ein Drittel gegenüber dem Vormonat gesunken ist. Der Gesamtverband der deutschen Baumwollspinnereien berichtet: Im Monat April hat die gute Beschäftigung der Baumwollspinnereien im allgemeinen angehalten. Der Abruf auf laufende Kontrakte blieb lebhaft. Als Folge erhöhter Auftragseingänge bei den weiterverarbeitenden Gruppen erstreckte sich die Nachfrage nach Baumwollgarnen nicht nur auf kurzfristig zu liefernde Ware, sondern auch auf spätere Liefertermine. Im letzten Drittel des Berichtsmonates gingen jedoch verschiedentlich die Umsätze nicht unerheblich zurück. Der vorhandene Auftragsbestand ermöglicht an sich den meisten Betrieben für die nächsten Monate ausreichende Beschäftigung, allerdinas unter der Voraussetzung, daß die Rohstofsbelieferung in genügendem Umfange erhalten bleibt. * * Neue unverzinsliche Reichsschatz- anroeifungen. Nachdem die bisherige Tranche der sogenannten unverzinslichen Reichsschatzanwei- sunaen ausverkauft ist, wurden neue Abschnitte per 5. November 1935 zu einem Diskontsatz von 4V4°/o aufgelegt. * Der Automobilmarkt im April. Der starke Aufschwung des Automobilgeschäftes setzte sich im April fort. Nach den vorläufigen Zulaffunqs- ergebnissen wurden in diesem Monat über 12 500 fabrikneue Personenkraftwagen und fast 1700 fabrikneue Last- und Lieferkrastwagen abgefetzt. Je Arbeitstag wurden mehr Personenkraftwagen zugelassen, als jemals seit 1928. Auch die Belebung des Lastkraftwagengeschäftes hat weiter erhebliche Fortschritte gemacht. Die Entwicklung auf dem Kraftwagenmarkt. ging weit über die Erwartungen hinaus. Die Fabriken waren nicht in der Lage, der stürmischen Nachfrage zu folgen, so daß bei einigen Firmen erhebliche Lieferschwierigkeiten eingetreten sind. Die im letzten Monat getätigten Verkaufe werden deshalb z. T. erst in den nächsten Wochen und Monaten zur Auslieferung kommen und entsprechend in der Zulassungsstatistik in Erscheinung treten. Für den Verlauf der Saison ist mit einem starken Anstieg der Zulassungen zu rechnen. Frankfurter Börse. TNitlagsbörse: sehr still. F r a n k f u r t a. M., 17. Mai. Entgegen den Er- Wartungen im vorbörslichen Verkehr eröffnete die amtliche Börse in sehr stiller Haltung. Die bevorstehende längere Verkehrsunterbreckung läßt keine rechte Unternehmungslust mehr aufkommen, zumal der Ordereingang seitens der Kundschaft wieder nur minimal war. Da auch aus der Transferkonferenz noch keine Verlautbarungen Vorlagen, war man allgemein auf Abwarten eingestellt. Beachtung fanden die Ausführungen des Reichskanzlers auf dem Arbeitskongreß und die Rede des Reichsfinanzministers in Hamburg. Bei sehr kleinen Umsätzen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, doch überwogen infolge der Geschäftsstille meist geringe Abschwächungen. Farbenindustrie gaben nach unverändertem Beginn später 0,50 v. H. nach, Rütgerswerke erschienen mit Minuszeichen und verloren 2,5 v. H. Elektroanteile bröckelten von 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Bekula lagen gut behauptet. Montanwerte notierten größtenteils niedriger, so u. a. Gelsenkirchen (—1,25 v. H.), nur Rheinstahl lagen 0,25 v.H. freundlicher. Von Kali- werten gewannen Salzdetfurth 2,50 v. H. Schifffahrtsaktien gaben bis 0,75 v. H., Kunstfeideaktien bis 1 v. H. nach. Im einzelnen eröffneten Cement Heidelberg ausschließlich Dividende etwa 0,50 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 1 v. H. höher. Am Rentenmarkt erfolgten in der Neubesitzanleihe einige Abgaben, die den Kurs auf 17,50 nach vorbörslich 18 v. -H. und gestern 17,90 v. H. drückten. Altbesitz dagegen gewannen 0,50 v. H., Stahl- verein-Bonds 1 v. H. und späte Reichsschuldbuch, forderungen lagen mit 94,63 v. H. behauptet. In der zweiten Börsenstunde stagnierte das Geschäft falt vollkommen, lediglich in der Neubesitzanleihe sanden bei anziehendem Kurs (17,90 nach 17,40) kleine Umsätze statt, auch Farbenindustrie waren wieder 0,50 v. H. höher. Sonst blieb das Kursniveau ziemlich unverändert. Don später notierten Werten lagen Daimler 2 v. H., Rheinische Braunkohlen 1,25 v. H. und ScheideanstaU 1 v. H. schwächer. 21m Rentenmarkt lagen Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen behauptet, Liquidationspfandbriefe teilweise etwas schwächer. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig und mir wenig verändert. Von fremden Werten waren Rumänen auf den Fortschritt bei den Schuldenverhandlungen gesagt und fester. — Tagesgeld 3,75 v. H. nach 3,50 v. H. Abendbörse: Geschäftslos. An der Abendborfe herrschte angesichts der bevorstehenden längeren Pause seitens der Kulisse stärkste Zurückhaltung, zumal Anregungen nicht Vorlagen, da auch die Bankkundschaft mit Aufträaen dem Markte fernblieb. Da auch aus der Transfer- Konferenz immer noch jede Andeutung über den bisherigen Verlauf fehlte, war die Unternehmungslust sehr gering. Infolge der Geschäftsstille blieben die Berliner Schlußkurfe in den meisten Fällen nur knapp behauptet, teilweise ergaben sich Abschwächungen bis zu 1 v. H., so u. a. bei Daimler-Motoren auf die weiterhin verschobene Sanierung. Außerdem gaben Farbenindustrie und Mannesmann je 0,40 v. H., Schuckert 0,75 v. H. nach. Kunstseide Bemberg waren auf den dividendenlosen Abschluß hin an- weboten und erschienen zunächst mit Minus-Minus- Zeichen. Später tarnen sie schließlich 2 v. H. unter den schon schwachen Berliner Schlußkurs zur Notiz. Im Verlaufe hielt die Stagnation an. Deutsche Anleihen waren bei kleinsten Umsätzen ebenfalls nachgebend, und zwar Neubesitzanleihe um 10 und Altbesitzanleihe um 15 Pf., während 6 v. H. Stahlverein-Bonds und späte Neichsschuld- buchforderunqen mit 94,50 v. H. behauptet blieben. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 17,80, Altbesitzanleihe 95,40 bis 95,25, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 72,50, 5,50 v. H. Franks. Hyp. Liquid. 90, Gelsenkirchen 60,50, Harpener 89,75, Mannesmann 62,25, Phönir48, Rheinstahl 90,75, Bekula 132,75, Bem- berg 62, Cement Heidelberg 102,50, Daimler 45,75, Scheideanstalt 183,50, IG. Farben 132,75, Gesfürel 95,50, Holzmann 62,50, Schlickert 88,75, Nordd. Lloyd 24,50. Morgen, Freitag, den 18. Mai, fällt die Abendbörse aus. Frankfurter Frankfurt a. M., 17. Mai. Auftrieb: Rinder 64 (gegen 91 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 19 Ochsen, 3 Bullen, 15 Kühe und 27 Färsen. Kälber 1608 (892), Schafe 37, darunter 24 Hämmel. Schweine 689 (730). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 50 bis 52, b) 46 bis 49, c) 39 bis 45, d) 30 bis 38. Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 34 bis 35. Schafe nicht notiert. Schweine a2) 40 bis 42, b) 40 bis 42, c) 38 bis 42, d) 36 bis 41, e) 35 bis 39. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben Kälber 1 Mark, Hämmel 2 Mark nach, Schweine blieben unverändert. Marktverlauf: Bei allen Gattungen mittelmäßig, ausverkauft. Fleifchgrvßmarkt. Beschickung: 1124Viertel Rindfleisch, 250 ganze Kälber, 2 ganze Schafe, 1024 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 53 big 58, II 49 bis 53. Bullenlleisch 48 bis 55. Kuhfleisch II 35 bis 44, III 28 bis 35. Kalbfleisch II 72 bis 80, III 65 bis 72. Hammelfleisch 75, Schweinefleisch I 60 bis 66. Geschäftsgang: mittelmäßig. — Der nächste Diehmarkt findet am Dienstag, 22. Mai, statt. Schweinemarkt in Grünberg. 4- Grünberg, 17. Mai. Aufgettieben waren 476 Ferkel. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis sechs Wochen alt 17 bis 19 RM, sechs bis acht Wochen alt 20 bis 24 RM., acht bis dreizehn Wochen alt 25 bis 28 RM. Tendenz: lebhaft, Markt fast ausverkauft. Schwein"^ ♦ Butzbach, 17. Mai. Der heutige Schweine- markt in unserer Stadt war mit 383 Ferkeln zum Verkauf beschickt. Es kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen alt bis 16 NM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 bis 21 RM. Das Handelsgeschäft verlief sehr gut. Schweinemarkt in Homberg. -er. Homberg, 16. Mai. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 416 Stück Ferkel. Es wurden für sechs bis acht Wochen alte Ferkel 15 bis 20 Mark, für ad)t bis zehn Wochen alte 18 bis 23 Mark und für zehn bis zwölf Wochen alte Tiere 20 bis 28 Mark bezahlt. Das Geschäft war lebhaft, so daß nur geringer Ueberstand verblieb. Der deutsche Außenhandel im April. 82 Millionen NM. Einfuhrüberschuß. Im April betrug die Einfuhr unverändert gegenüber dem Vormonat 398 Millionen Mk. Nach der Saisontendenz war eher eine Steigerung der Einfuhr zu erwarten. Die Rohstoffeinfuhr stieg von 244,7 auf 253 Mill. Mark. Die Einfuhrverbote für eine Reihe von Rohstoffen haben sich somit in der Einfuhr des April noch nicht ausgewirkt. Die Einfuhr hat gerade bei einigen der von diesen Verboten betroffenen Waren wieder stärker zugenommen, fo insbesondere bei Wolle und Metallen. Die Einkaufsverbote konnten sich im April noch nicht auswirken, weil regelmäßig zwischen Einkauf und Einfuhr eine Frist von mehreren Wochen oder gar Monaten liegt. Die Einfuhr von Lebensrnitteln und Getränken ist hingegen von 87,5 auf 79 Mill. Mark zurückgegangen. Es ist dies eine Rückwirkung auf die verhältnismäßig starke Zunahme der Lebensmitteleinfuhr entgegen der Saisontendenz im Vormonat. Die Fertigwareneinfuhr hielt sich etwa auf der Hohe des Vormonats. Die Ausfuhr ist mit 316 Millionen Mark um 85 Millionen Mk. gegenüber dem Vormonat, d. h. um 21 v. H. gesunken. Mit einem Rückgang mar saisonmäßig zu rechnen. Die Verminderung war jedoch mindestens doppelt so stark, wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Zum Teil ist die Verminderung als eine Rückwirkung auf die verhältnismäßig starke Ausfuhrsteigerung im März zu betrachten. Der Rückgang hat sich besonders stark bei der Fertigwarenausfuhr geltend gemacht. Diese ging zurück von 315,1 auf 239,5 Mill. Mark. Die Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren sank aleichzeitig von 72,1 auf 65,7 Mill. Mk. und von Lebensrnitteln und Getränken von 13,4 auf 10,4 Mill. Mark. In erster Linie beteiligt waren an dem Rückgang der Ferttgwarenausfuhr Textilwaren, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse und Maschinen. Der Einfuhrüberschuß betrug demnach 82 Millionen Mark. In den ersten vier Monaten des Jahres 1934 betrug der Einfuhrüberschuß 135^8 Millionen Mark. In Gold und Silber betrug in den ersten vier Monaten 1934 der Ausfuhrüberschuß 162,6 Millionxn Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dte hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdlskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 o H. Franlsuri a. JJ1. 23erhn Schlußkurs Schlußk. Abend» Schluß- fürs Schlußk. Mittag bürst Datum 16.5. 17-5. 18-5. 17.5. •% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 •%ehem.7%2>t.8tcld)dJ£/o Yrankf. Bank-Ltqu^Dfandbriese... 90 90 _ IH% ehern. oei» Eisen—SSln^keuesse» .. 0 Me Bergbau ............- nie Bergbau Genüsse........« tlocknerwerke .......... o Ram*»auu*4totmi 0 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend» bSrie Schluß» kurs Schlußk. Minag- bSrfe Dalum 16-5. 17-5- 16-5. 17-5. Maneselder Bergbau .. .. 0 69,75 — 68,75 68,5 Solswerke .......... .. 0 — —— 93,75 93,75 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .. 0 48,5 48 48,13 48,13 . 10 217,25 216 218,5 216 Rheinslahl ........... .. 0 90,25 90,5 90,25 90,65 Bereinigte Stahlwerk». Olavi Minen ........ .. o 41,25 41,25 41 41,4 ■ e • e • .. 0 14 14 14,13 14,13 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 109,25 109 106,5 Kaliwerke Westeregeln . .. 6 110 109 109,5 107 Kaliwerke Salzdetfurth ..... IVi 142 144,5 144,5 143,25 I. G. yarden-gnbustrie ScheideanstaU........ ..... .. 7 .. 9 132,75 184,5 132,75 183,5 132,75 133,13 Goldschmidt ......... .. O 61,75 60,5 62,5 60,65 Rütgerswerke ........ .. 0 44,65 44,5 41,13 Metallgeiellschaft...... .. 0 79,25 79,25 79 79 Philipp Hotzmann .... .. 0 62,5 62,5 62,65 62,9 Zementwerk Heidelberg Lewenüverk Karlstadt.. ......0 .......0 107 120 102,5 - Dchutchev Patzenhofer .. 0 — _ 102 102,5 Aku er ein goldener Trauring blitzte. „Herr Doktor, ich gab dem gnädigen Fräulein nein Ehrenwort. Ein purer Zufall nur — eine menschliche gütige Hilfe war es von der Dame, ! ie mir als Modell diente. Niemals werde ich ihren Namen nennen." „Sie lieben diese Dame? Sie Neben Sie!? — Oie Stimme des großen Chemikers war verändert. And Bernd Caßlers feines Ohr fing diesen veränderten Ton wohl auf. Aber er wollte ihn nicht Hören — wollte nicht. . Die Blicke der Männer kreuzten sich iah. Rainer non Rakenius zitterte innerlich. Er griff zerstreut nach einer Zigarette. „Rauchen Sie?" , Caßler dankte kalt. Alles m ihm war Aufruhr. Das sollte er auf die verhängnisvolle Frage ant- l»orten? Ja, und tausendmal ja — er liebte Ellen Schon, krampft- sich Rainer von Rakenius' Herz zusammen. Er konnte sein Gesicht nicht sehen lallen. Scheinbar gleichgültig stand er aus und schaute durch das Fenster hinunter in den Hof. Isie lieben Sie also, Herr Caßler? Kategorisch h%a'le wenn?' Sie es unbedingt wissen wollen. ?«!" Seine Stimme überschlug sich fast in Erregung. „Ich liebe Sie, wie jeder sie lieben mufc, ter sie sieht und ihre Reinheit ahnt. Aber ich schwöre Ihnen, Herr Doktor, sie ist eine Heilige - rsrstehen Sie? Eine Heilige! Rainer von Rakenius fuhr sich mit der Hand (5er die hohe Stirn und schloß sekundenlang die Lugen. Die Schwäche war vorbei. Was ging es ihn an, ob dieser Mensch Ellen Ahlers liebte. Er zweifelte keinen Augenblick daran, daß sie es war... Er hatte kein Recht zu fragen. Keines. Er hatte v feine Frau, seine schöne, stolze, kalte Frau. Mn« Heilige!" wiederholte er still bei sich und nickte schwer. Dann riß er sich zusammen. „Ich fragte nur aus dienstlichen Gründen, Herr Caßler. Ein Weltunternehmen, wie das unsere, muß auch über den Ruf der Dame unterrichtet sein, die von nun an alle Prospekte unserer neuen Kosmetika zieren und also auch unser Haus repräsentieren soll. Verstehen Sie?" Unter den ruhigen Worten des anderen ebbte Bernd Caßlers Erregung ab. Ja, er schämte sich jetzt seiner unlauteren Gedanken, und es war ihm, als habe er um Verzeihung zu bitten. „Ich war töricht, Herr Doktor! Bitte verzeihen Sie mir!" stammelte er verlegen. „Also werde ich jetzt Namen und Aufenthaltsort der jungen Dame erfahren? Ich werde es Ihnen bezahlen — besonders gut!" „Nein, nein! So nicht, Herr Doktor! Sie dürfen mich nicht wortbrüchig machen. Ich will kein Geld. Lieber würde ich hungern, als an diesem Mädchen wortbrüchig werden. Es wäre eine Sünde. Reine Menschen zu hüten, sind wir Starken auf der Welt — auch Sie, Herr Doktor!" „Es ist gut, Herr Caßler. Ihre Treue rührt mich. Wohl unserem Vaterlande, wenn es noch solche Menschen gibt. Vergessen Sie, was ich sprach. Es war alles dienstliche Notwendigkeit. Doch in solches Schema lassen sich außergewöhnliche Menschen natürlich nicht einreihen. Ich danke Ihnen, Herr Caßler! Die Kasse wird Ihnen draußen den Betrag anweisen. Und — halt!, noch eins: Wenn wir weitere Zeichnungen brauchen, wird Ihnen diese Dame wieder zur Verfügung stehen?" „Sie wird mir helfen, wie sie in ihrer Güte jedem helfen würde, der ihrer Hilfe bedarf." Caßler verneigte sich devot. Er sah nicht mehr den traurigen Schein in den Augen dieses reichen und doch so einsamen Menschen. Er sah nicht mehr, wie Rakenius schwer in seinen Sessel sank und in schmerzliches Grübeln verfiel. Ach, wie oft hatte er schon so vergeblich über das Schicksal gegrübelt, das ihn an die Seite einer Frau gefesselt hatte, die ihn nicht liebte, und für die auch er keine Empfindung aufbringen konnte, weil die Grundzüge ihres Wesens so fundamental verschieden waren. So wundersam und rein stand ihm noch immer Ellens Bild in der Seele wie an jenen ersten Tagen, als er das kleine Siedlungshaus verlassen hatte. Plötzlich schreckte ihn ein Gedanke auf. Irgend etwas schien ihm nicht klar. Wie kam Ellen hierher? Hatte sie hier plötzlich Stellung gefunden? Eine nervöse Unruhe ergriff von ihm Besitz. Er mußte sich Gewißheit verschaffen, daß es ihr gut ging. Weiter nichts. Gegen Abend fuhr er mit seinem Wagen hinaus in die Siedlung. Er hatte Glück und Pech. Ernst Holm verlieh gerade das Haus. Sofort Aus der provinzialhauptstadt. Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters Der neue Leiter unserer Gießener Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Ritter, hat nach Beendigung seiner Dienstgeschäfte in Ringen nunmehr sein Amt als Oberbürgermeister unserer Stadt angetreten. Unsere Bürgerschaft bringt dem neuen Stadtoberhaupt uneingeschränktes Vertrauen entgegen und begleitet sein wirken mit den besten Wünschen, damit seine Arbeit ihm zur Freude und der Stadt zum Segen gereiche. Der Wonnemond im deutschen Sprichwort. Don Walter Kappes. Gibt es wohl viele Menschen, die den Mai, den Wonnemond, nicht für den schönsten halten? Sicherlich nicht! Es gibt zwar einen Jägerspruch im Jagdschloß Promnitz, der anderer Meinung ist, aber wohl kaum von rechten Freunden der Natur — was den Mai betrifft — ernst genommen wird. Dieses Sprichwort heißt: Der Frühling mit Mai und mit Rosen Ist für Weiber, Poeten und Franzosen; September, Oktober mit herbstlichem Wind Dem deutschen Jäger der Frühling sind. In die zahlreichen Sprichwörter über den Monat Mai hat der deutsche Mensch eine Fülle schöner und Schlichter Weisheiten gesenkt; sie enthüllen uns, indem wir sie überlesen, gleichzeitig einen Ausschnitt deutscher Kulturgeschichte. Sie sagen uns aber auch vom Maien, daß er uns die vielgestaltige Natur ru zeugendem Leben erweckt, daß er die Blumen ßprießen macht, daß er die Vögel fingen heißt und Wald und Feld mit sattem Grün überzieht. In einem Derslein, das um 1210 entstand, sagte Chr. v. Hamle das so: Der Maie kommt mit Schalle, Die Vöglein fingen alle, Von mancher Farbe reich Ist die Heide wonnegleich. Das ist übrigens dieselbe Zeit, in der Walther von der Dogelweide seine unvergeßlichen Minne- llieder schrieb; in ihnen nimmt der Wonnemonat eine Vorzugsstellung ein, und häufig finden wir den Mai erwähnt wie hier: So die Bluomen uz dem grafe bringent, fame fi lachen gegen der spilden funnen, in einem m e i e n an dem morgen fruo, und diu kleinen vogellin wol fingen! in ir besten wise die fi funnen, was wünne mac sich da genozen zuo? So erscheint der Mai auch heute noch dem Städter wie dem Bauern, beiden bringt er Jahr für Jahr neue Freuden. Doch nicht immer ist unser Lluge der freundlichen Erscheinung mit genießenden Sinnen zugewendet. Der Nützlichkeitsgedanke tritt — vor allem für die Bewohner des Landes — beut» llich in den Vordergrund; wie sollte das auch anders l ein, hängt doch bas Wohl unb Wehe bes Bauern Glicht zuletzt von ben Witterungsverhältnisien im Mai ab. So entstanden zwischen Sorgen undHoffen um bas Gedeihen der Saatgut die vielen Wetter- unb Bauernregeln, bie durch scharfe Beobachtungen hier Naturvorgänge von unseren Urahnen unb Ahnen in vergangenen Jahrhunderten gefunben unb non biegen bis auf uns überliefert wurden. Diese Wiegeln nehmen sich streng aus gegen die zarten Reime und Wendungen — wie es in einem alten Jägerliede z. B. heißt: Im Maien am Reihen sich freuen Währenddessen diese sich freuen, schaut der Bauer aufmerksam nach dem Wetter, denn er weiß ja nach einem alten Kalenderspruch aus dem 16. Jahrhundert: Der May ist selten so gut, Er setzt dem Zaunpfahl einen Hut. Ein anderes sagt: „Des Maies Mitte hat für den Winter noch eine Hütte", und eines bekundet sogar: Maienfrost Blüten und Früchten das Leben kost't. Und wenn es auch nicht gerade schneit ober friert, es gibt auch noch andere Gefahren für Blüt und Frucht. So vermeldet uns eine Bauernregel: Regen im Anfang Maien Tut Reben und Früchten dräuen. Ein sachliches Gemüt hat einmal den Satz geprägt: Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, Aber dem Magen keine Früchte, womit er, nach einem anderen Sprichwort zu urteilen, nur mit Einschränkung recht behält, denn Im Mai zartes und saftiges Gras Gibt gute Milch ohne Unterlaß so ist überall der gleiche Jubel! Der Bauer geht auch hier feinen eigenen Weg. Naturverwachsen wie er ist, so ist auch sein Denken und Fühlen. Dementsprechend „verordnet" eine Bauernregel: Wenn im Mai. die Bienen schwärmen, Soll man vor Freude lärmen. Doch nicht nur die schwärmenden Bienen sind ein Grund zur Freude, auch der Maikäfer — sonst ungern gesehen — soll nach einer west- preußischen Regel ein gutes Vorzeichen sein: Der Maikäfer Menge Bedeutet der Schnitter Gedränge (eine jreiche Ernte). Besonders willkommen ist dem deutschen Bauern das Gewitter im Mai. Der Städter wird freilich dazu sagen: bie Geschmäcker finb verschieben — aber er wirb ber alten Wahrheit in ber folgenben Bauernregel: Viel Gewitter im Mai, Singt ber Bauer Juchhei, wenig Abbruch tun; benn „Wenn's im Mai don- nert, so riegelt’s bie Erben auf." Das hängt vor An die Einwohnerschaft der Gtadi Gießen! Am pfingstsamstag findet in der Volkshatte zu Gießen eine große Saar-Kundgebung aus Anlaß der Deutschlandfahrt des Männer-Gesangvereins von 1867 Friedrichsthal an der Saar statt. - Wir fordern die Bürger der Stadt Gießen auf, ihre Käufer von Samstagvormittag an mit reichem Flaggenschmuck zu versehen und hierdurch ihre Treue gegenüber unseren schwer kämpfenden Brüdern an der Saar zum Ausdruck zu bringen. Bürgermeisterei Gießen. Z. B.: Bartholomäus. unb — muß man ergänzen — gute, frische Butter. Eine anbere vielgeschätzte Bauernregel lautet: Abenbtau unb kühl im Mai Bringt viel Wein unb bringt viel Heu. Wir haben viele solcher Wetterregeln, bie bie Kühle bes Maies für eine gute Ernte forbern; eine da- oon, die überdies noch ben Vorzug einer feinen stilistischen Prägung trägt, heißt: Wenn ber Mai ben Mai erst bringt, Das ist besser, als wenn er ihn schon finbet. Schließlich möge noch ber treffliche Kalenderspruch aus bem 16. Jahrhunbert hier feinen Platz finben, weil er ebenfalls von ber so geschätzten Kühle im Mai spricht: Der Meye kühl, ber Brachmonb naß Füllet Scheunen unb alle Faß. Wenn bie Kinder fingen: „Komm lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün", und Ernst Moritz Arndt den Wonnemond mit ben Worten begrüßt: „Sei willkommen, bu fröhlicher Mai, ber bie Freube bringt unb bie Sorge haßt", unb Friebrich Richter in seinem wundervollen Mailied ausplaudert: Im Mai, im schönen Maie, allem mit der erwähnten Kühle und mit dem ebenso gern gesehenen Mairegen zusammen. Hierauf lassen zahlreiche Sprüche schließen: Mairegen auf die Saaten, Dann regnet es Dukaten behauptet eins davon; allerdings haben bie Kin- ber baraus ben Schluß gezogen, baß Mairegen auch ihr Wachstum beschleunige, wenn sie fingen: Mairegen, komm herab; Fall' auf mich. Dann wachse ich. Hoffentlich wirb ihr Wunsch erfüllt, auf baß sie groß unb stark werben — zum Segen ihres Mutterlandes. Ein Sinnspruch über den Mai von Friedrich von Logau aus bem Jahre 1654 möge ben Reigen schließen, hoffenb, baß bie hier angeführten Sprüchlein manchen bazu anregen, gelegentlich einmal im Schatzbüchlein bes beutschen Sprichworts zu blättern unb einen Teil bes — leiber — sehr vernachlässigten Gebietes roieber ins Leben zurückzurufen, aus bem sie eine artfrembe Zeit verstoßen hat. Logau sagt: Dieser Monat (Mai) ist ein Kuß, ben ber Himmel gibt ber Erbe, baß sie jetzt unb seine Braut, künftig eine Mutter werbe. hatte er ben Großinbustriellen erkannt, boch er wollte ihn nicht mehr kennen. „Doktor von Rakenius! Entschulbigung, bitte! Ich hätte gern einmal kurz Fräulein Ehlers gesprochen. — Wir kennen uns boch übrigens." Holm unterbräche ein häßliches Lachen. „Ach, richtig, Herr Rakenius?! Natürlich! Unb was führt Sie, wenn ich fragen bars, zu meiner Braut?" Rainer von Rakenius hatte bas Gefühl, als müßte er taumeln. Wie ein Schlag ins Gesicht war ihm biese Antwort, boch er blieb ruhig unb beherrscht. „Ich hatte aus unerklärlichen Grünben eigentlich Angst, baß es Ihrem Fräulein Braut nicht gut gehen könnte. Damals lehnte sie zwar bas Engagement in meinem Betriebe ab, aber immerhin — es war wohl nur ein törichter Einfall von mir. Ich fühle mich burch bie bamalige aufopferungsvolle Hilfe noch immer tief in ber Schuld der beiden Damen." „Auf meine Veranlassung lehnte meine Braut damals allerdings ab", log Holm. „Doch inzwischen haben sich freilich die Verhältnisse für uns recht verschlechtert. Leider ist meine Braut augenblicklich abwesend." „Sv bleibt mir also nur der persönliche Dank — und ich hätte so gern etwas für sie getan!" Er brach traurig ab. „Bitte, Herr Holm, haben Sie die Güte und empfehlen Sie mich den beiden Damen. Ich bleibe immer tief in ihrer Schuld." Unbefriedigt und unverständlich unruhig fuhr Rainer von Rakenius stadtwärts. Holm aber lachte frech auf. Meine Braut?! Ha!, schöne Ellen! Der ist geheilt! Der kommt nicht wieder hierher!" „Also verlobt — boch mit diesem Holm verlobt! Ich muß ihr Bild aus meiner Seele reißen. Muß es. Ob ich es je kann?" Doktor von Rakenius sagte es still vor sich hin, als er durch das Tor in sein Villengrundstück einfuhr. Seine Villa lag neben ber feines Vaters braufeen am Sübende ber Stabt, inmitten eines herrlichen Parkes. Seit Monaten war sie ber Mittelpunkt bes gesellschaftlichen Lebens ber großen Hanbelsstabt. Evelyn von Rakenius wußte, warum sie ben reichen Chemiker geheiratet hatte. Ihr Vater war schwer verfchulbet. Durch bie Heirat war er vollkommen saniert. Nun führte sie bas immer erträumte Leben bes Glanzes unb Frohsinns — aber auch des Leichtsinns; zum großen Entsetzen ihr^ Schwiegereltern. Rainer von Rakenius stieß einen tiefen Seufzer aus, als er bie breite Freitreppe vom Park aus hinaufschritt. Töricht war er gewesen, dem Drängen feiner Eltern damals nachzugeben. Warum hatte et es getan?. Oer Empfang unserer saardeutschen Brüder in Gießen. Am morgigen Samstag, 15,30 Uhr werden unsere saarbeutfchen Brüder vorn Männergesangverein 1867 Friedrichsthal (Saar) in Gießen mit der Bahn eintreffen. Zum feierlichen Empfang dieser deutschen Volksgenossen werden von dem SA. - Reserve st urmbann 1/116 unter bem Kom- manbo bes Sturmbannführers So 1 ban, besten Stab unb ber Sturm I mit ber Sturmbann- kapelle zum Bahnhof marschieren, wohin sich auch bie Gießener Gesangvereine um 15 Uhr vom Hause ber Deutschen Arbeitsfront aus begeben. Die SA.-Reserve unb bie Gießener Gesangvereine werben auf bem Bahnhofsplatz Aufstellung nehmen. Hier wirb Kreiswalter Koch vom Sängerkreis Gießen Gau XII DSB. ben saarbeutfchen Sängern herzlichen Willkommengruß entbieten. Anschließend wird vom Bahnhof aus der Marsch durch die Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße zum Landgraf-Philipp-Platz gehen, wo die Quartierscheine an die saardeutschen Sänger aus« gehändigt werden. Am Samstag abend wird bei der großen Saarkundgebung in der Volkshalle die Gießener Sängerschaft einen Chor fingen, weiter werden die saardeutschen Sänger ein Konzert geben und Schriftleiter Dr. Röder- Gießen die Ansprache bes Abenbs halten. Am Pfingstsonntag früh treffen sich bie Gießener unb bie Saarsänger mit ihren Freunden unb Be- kannten zu einem Sänger-Beisammensein auf bem Schiffenberg. Die Bürgerschaft wirb bringend gebeten, zum Empfang unserer saarbeutfchen Brüber unb zugleich als sichtbaren Ausbruck ber innigen Verbundenheit aller beutschen Volksgenossen mit ber beutschen Saar bie Häuser festlich z u flaggen. Platzkonzert des Stadttheater-Orchesters. Anläßlich ber Oberhessischen Kulturwoche veranstaltet bas Orchester bes Stabttheaters unter Leitung von Franz Kerzisnikam Sonntag, 20 Mai, von 16 bis 17 Uhr vor bem Theater ein Platzkonzert mit folgenbem Programm: Vorspiel zur Oper „Martha" von Flotow, „Morgenblätter- Walzer" von Johann Strauß, Melobien aus ber Oper „Traviata" von Verbi, Holzschuhtanz aus ber Oper „Zar unb Zimmermann" von Lortzing,, Potpourri aus ber Operette „Schwarzwalbmäbel" von Jesse! unb „Sturmführermarsch" von Groß. Achtung!Einzelmitglieder derDeutschen Arbeitsfront! In Ermangelung rechtsmäßiger Beitragsmarken hat bie Deutsche Arbeitsfront für bie Monate Januar, Februar unb März, also bie brei ersten Monate, grüne Beitragsquittungen für bie bezahlten Beiträge ausgehänbigt. Diese grünen Beitragsquittungen finb ein Notbehelf unb verlieren ihre Gültigkeit am 1. Juni b. I. Eine Umtauschmöglichkeit gegen Beitragsmarken ist per sofort gegeben. Jebes Einzelmitglieb hat somit bie in seinem Besitz befinblichen grünen Beitragsquittungen sofort auf seiner zustänbigen Ortsgruppe gegen vollwertige Beitragsmarken umzutauschen. Die letzte Frist ist ber 1. Juni 1934. Für ihn, ber von früh bis abenbs rastlos beschäftigt war, hatte es erst spät ein Problem ber Ehe gegeben. Ein Problem, bas er nicht lösen konnte. „Herr Doktor werben bringenb am Telephon verlangt. Herr Doktor Olaf Olsen aus Kopenhagen rief aus „Stabt Rom" an. Er wäre norgemelbet." Der Hausmeister hatte die Hacken zusammen- geriffen. Er war schon alt, als Inventar gleichsam aus bem geheimrätlichen Hause in bie Villa bes jungen Paares übernommen. „Die gnäbige Frau zu Hause, Johann?" „Nein, Herr Doktor!" Es lag etwas wie Selbftverstänblichkeit in ber Antwort bes Dieners. Rakenius bereute insgeheim seine Frage. Es war nicht feine Art, sich vor ber Dienerschaft Blößen zu geben. „Verbinbe mich mit brüben, Johann." „Muttchen — bu? Herzlichen guten Abenb! Ich hätte Vater gern einmal. — Evelyn? Nein! Ich weiß nicht, wo sie ist. Sie hat nichts hinterlassen. — Schon gut — banke!" Dann bie liebe Stimme bes Geheimrats. „Olsen? Ach, richtig! Stimmt! Ich hatte es schon vergessen! Vielleicht ist es ratsam, wir bitten ihn hier heraus. Wir können ja auch bei bir brüben verhanbeln. Das heißt, ich habe ja mit ber Vergebung ber Lizenz in biefem Falle gar nichts zu tun. Dein Patent, lieber Rainer...Ich kann hier nur väterlich raten. — Gern, Junge! Ich komme!" „Dann bestelle ich Olsen zu später. Danke, Vater!" Kurze Zeit barauf saß Geheimrat Rakenius seinem Sohn gegenüber. „Du kamst spät, Rainer?" „Ja, Vater! Es ist ja wohl auch einerlei, ob ich hier allein sitze ober mir ben Kopf auslüfte." Wie eine stille Vereinbarung herrschte auch jetzt tiefes Schweigen über bie unglückliche Ehe zwischen Vater unb Sohn. Unb boch hatte Rakenius sonst niemals Geheimnisse vor ben Eltern gehabt. Doktor von Rakenius versuchte abzulenken. „Uebrigens, Vater, wie gefällt bir ber neue Reklamekopf für bas Kosmetikum ,Eos Dorf-Gill, 17. Mai. Die hiesige N S. - Frauenschaft veranstaltete am Muttertag eine Feier zu Ehren der älteren Mütter und verwitweten Frauen. Ortsamtswalter R e u h l und Zellenwart S a m e s hielten Ansprachen, in denen auf die Bedeutung des Tages hingewiesen wurde. Gemeinschaftlicher Gesang von Liedern und Kaffee und Kuchen, sowie eine weitere Ansprache der zweiten Führerin Lina Euler bildeten den Abschluß der Feierstunde, die mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler geschlossen wurde. 8 Aus der nördlichen Wetterau, 16. Mai. In der gestrigen Nacht sank die Temperatur unter Null. Die Folge ist, daß meist in tiefer gelegenen Gärten und ungeschützten Gemarkungsteilen fast sämtliche aufgelaufenen Bohnen, Gurken, Tomaten, Dahlien, Frühkartoffeln, ja mitunter sogar Dickwurzpflanzen erfroren sind. Inwieweit die ausgeblühten empfindlichen Steinobstsorten Schäden gelitten haben, läßt sich noch nicht übersehen. Die ergiebigen Niederschläge bei sommerlicher Temperatur der letzten Zeit hatten das Wachstum stark gefördert. Das Korn zeigt bereits seine Lehren. In sehr vielen Gemarkungen ist es infolge der niedergegangenen Gewitter schon zum Lagern gekommen. Vielerorts ist der Weizen fast völlig ausgewintert und mußte durch eine Einsaat mit Sommerweizen ersetzt wer- Gewinnauszug 2. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II L Ziehungstag 16. Mai 1934 In der heutigen Vonnittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne gu 2000 M. 31561 91995 2 Gewinne gu 1000 M. 109722 14 »etoinn« in 800 9IT. 7152 97322 211645 232879 270602 320963 343625 52 »etoinne gu 500 QIL 16844 43686 56469 80942 97536 97609 105977 139882 146523 153506 159843 167452 168026 197212 201278 206238 209573 242322 287575 291512 306259 319044 355653 376136 386122 389647 178 Gewinne,n 300 W. 5941 6619 8691 9173 10116 10118 17025 35405 45472 46173 47157 58208 63316 63364 63956 64083 68701 69667 70451 88296 90513 96420 98230 99328 101580 112400 112797 112890 114047 139508 140519 142326 143912 145691 146282 159307 160608 167815 181619 184546 184791 187256 196406 197266 206813 207147 208768 224232 227994 229585 231115 232718 245912 252564 253931 255206 255492 264329 268101 274265 277098 278433 286589 287609 290704 290716 298502 303810 305255 306738 308950 320243 321141 323981 326391 327680 333366 351238 351986 353799 366858 370588 372606 373036 375898 381683 385926 390473 390631 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Dewin«« gu 3000 M. 65732 4 Gewinne gu 2000 M. 176763 232943 20 Gewinn« in 1000 M. 13694 59134 59229 95664 114953 173470 239660 274122 315243 S67898 16 Gewinne g» 800 M. 44225 88791 103522 111092 195022 223986 312260 385012 42 Gewinne gu 500 M. 16205 21406 35548 37963 78655 138660 141754 155413 160359 175898 189797 215180 229274 239687 260391 282618 298530 340089 349324 392797 395536 146 Gewinn« zu 300 M. 2766 4223 12513 21320 23768 29171 37670 40345 45352 50183 75747 83295 86496 86752 93352 97480 100670 104559 105346 115139 137792 143567 145419 148012 151424 159225 167594 168033 168794 169292 170828 173526 173560 176736 180360 183379 188250 191668 204689 206133 206534 213945 220533 222299 230689 266260 275688 282156 283396 288932 289371 299958 310819 323588 323644 327069 330000 330985 331326 338344 341451 346738 347868 356184 360090 364622 366518 370517 373758 377445 336679 393178 399341 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 26023 67527 77738 104067 111167 113537 209580 264596 331167 339568 Wie «fonge ?.... Für immer!-Weil-sie so etwas Besonderes an sich hat, das immer wieder fesselt! Weil ihre Güte, ihr Format, ihre Frische den Raucher in ihren Bann ziehen!... Und darum bleibt man bei ALVA!.... __________________„Die Zigarette, bei der man bleibt!“ JETZT AUCH MIT STROHMON- MUNDSTÜCK Machen Sie sich unabhängig! Verpflegen Sie sich 3ü13 a auf Ihrer Pfingst-Tour selbst Die EDEKA-Geschäfte bieten Ihnen das Richtige! ist portug. Oelsardinen, Portionsdose.......--18 ist portug. Oelsardinen, Clubdose .. -.35, -.30, -.28 Ist Fettheringe in Tomaten - Sauce und Oel, große 275-Gramm-Dose................-33 Est. Filetheringe in Tomaten-Sauce und Oel, große 275-Gramm-Dose..................38 ! 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Für die Gemeinde Heuchelheim bei Gießen sollen auf dem Kulturbauamt Gießen nachstehende Dasser- leitungsarbeiien mit Rohrlieferung unter Hinweis auf die Reichsverdingungsordnung in einem Los vergeben werden: 2991D Rohrleitung, 125 mm l. W. = 1050 lfd. m Rohrleitung, 80 mm l. W. = 30 lfd. m. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Shil- turbauamt offen, wo Angebotsoordrucke, soweit der Vorrat reicht, gegen ein bei erfolgtem Einreichen zurückzuvergütendes Entgelt von 0,50 RM. zu beziehen und wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem 26. Mai 1934, vormittags 9 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist 2 Wochen, freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehalten. Gießen, den 16. Mai 1934. Kulturbauamt Gießen. I. D.: Mangold, Regierungsbaurat. Dleee 3 wesentlichen Eigenschaften der guten Familien-Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aus- führungsarten schnell und zu mäBIgen Preisen Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen. Betr.: Beleuchtung der Kraftfahrzeuge. Es ist in letzter Zeit wiederholt die Wahrnehmung gemacht worden, daß Besitzer von Kraftfahrzeugen die bestehenden Bestimmungen über die Beleuchtung der Kraftfahrzeuge nicht beachten. Insbesondere ist festgestellt worden, daß vielfach die Beleuchtung des Hinteren Kennzeichens unterbleibt. 3006C Geschmackvoll Vornehm Persönlich Das Kreisamt nimmt Veranlassung, die Kraftfahrzeugbesitzer wiederholt auf die unbedingte Einhaltung der einschlägigen Bestimmungen über die Beleuchtung der Kraftfahrzeuge hinzuweisen. Die Polizeiorgane sind angewiesen worden, in jedem Falle der Zuwiderhandlung Anzeige zu erheben, die von dem Kreisamt zur Durchführung des Strafverfahrens weitergeleitet werden wird. * Betr.: Anbauflächenerhebung 1934. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die diesjährige Anbauflächenerhebung ist in der Zeit vom 22. bis 28. Mai 1934 von den Bürgermeistereien unter Hinzuziehung fachkundiger Personen durchzuführen. Mit Rücksicht auf den hohen Wert dieser statistischen Erhebung für die planvolle Gestaltung der gesamten landwirtschaftlichen Produktion ist bei der Durchführung der Anbauflächenerhebung 1934 mit größter Sorgfalt zu verfahren. Da vielfach neue Bürgermeister im Amte tätig sind, die sich mit dem Gegenstand erst vertraut machen müssen, sind zufolge Anordnung des Herrn Lan- desbauernsührers vom 20. d. M. die Ortsbauern- führer angewiesen, bei der Durchführung dieser so wichtigen Erhebung mitzuwirken, die Bürgermeistereien zu unterstützen und die von ihnen ausgefüllten Erhebungsbogen mit zu unterzeichnen. Zu irgendwelchen steuerlichen Zwecken werden die Ergebnisse nicht verwandt. — Bürgermeistereien, die noch keine Erhebungsvordrucke erhalten haben, wollen das Landesstatistische Amt umgehend, nötigenfalls durch Fernsprecher, Darmstadt Nr. 2657, benachrichtigen. Die Anweisungen, die dem bei den Akten der Bürgermeisterei verbleibenden weißen (Konzpt-) Erhebungsbogen aufgedruckt sind, empfiehlt das Kreisamt genau zu beachten. Der Einsendungs- termin am 1. Juni 1934 muß unbedingt eingehalten werden. „Krast durch Freude" Kreis Alsfeld. Llrlauberzüge im Monat Juni 1934. den. Ueberall ist mit dem ersten Schnitt des Luzerneklees begonnen worden. Dieses saftige Futter bringt eine reiche erste Ernte. Alle Steinobstarten zeigen reichen Fruchtansatz. Falls keine schädlichen Einflüsse mehr vorkommen, verspricht das Steinobst, fast ohne Ausnahme, eine gute Ernte. Mrcie Alsfeld. «er. Homberg, 17. Mai. Zur Zeit ist das U e b e r l a n d w e r k mit der Anlage eines neuen Ortsnetzes beschäftigt. Dazu wird neben dem Schulhof ein Transformatorenhäuschen erbaut. Man erhofft nach der Vollendung in etwa sechs Wochen bessere Lichtverhältnisse und billigere Preise für den Strom. Kirche und Schule. Kreis Schotten. 0 Schotten, 17. Mai. Unter dem Vorsitz von Dekan Widmann fand hier die dritte diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen D ekanats Schotten statt. Pfarrer Saal (Gedern) hielt die einleitende Andacht. Das hierauf von Pfarrverwalter Z u l a u f (Sellnrod) erstattete Referat über „Pastoraltheologie" im Anschluß an zwei in der Monatsschrift für Pastoral- theologie veröffentlichte Aufsätze des bekannten Theologen D. Dr. Fendt (Berlin) löste eine längere Aussprache über kirchliche Gegenwartsprobleme aus. Im geschäftlichen Teil der Konferenz erfolgte die Besprechung dienstlicher Angelegenheiten. Es wurde ferner beschlossen, die Junikonferenz als Familien- konferenz auszugestalten. Im Juni fahren die nächsten fünf Urlauberzuge der Arbeiter und Arbeiterinnen des Gaues Hessen- Nassau, woran sich die beruftstätigen Volksgenossen und Volksgenossinnen unseres Kreises beteiligen können: , r . . .... .. 1. über Friedrichshafen in den Allgau 2. in die Schwäbische Alm 3. nach Thüringen 4. Harz 5. Pommersche Seeküste. Allen unseren Arbeitskameraden, die an den ersten Urlaubsfahrten der NSG. „Kraft durch Freude" nach Hamburg, Bad Wildungen usw. teil- nahmen, stehen diese Fahrten noch lebendig vor Augen, und sie werden immer als eines ihrer schönsten Erlebnisse unvergeßlich in ihrer Erinnerung fortleben. Begeistert berichten sie von den schonen Tagen, die sie verleben konnten, von den eindrucksvollen Erlebnissen, die in diesen Tagen auf sie em- gestürmt waren. Mit welchen Gefühlen aber waren sie damals losgesahren? Mit welchen Bedenken eigentlich hatten sie sich zur Teilnahme an den ersten Urlaubsfahrten der NSG. „Kraft durch Freude" gemeldet? Heute können wir es ruhig und offen aussprechen: die meisten von ihnen waren mit mehr oder weniger gemischten Gefühlen zu ihrem Betriebszellenobmann gegangen, hatten sich von diesem überzeugen lassen, daß das, was ihnen versprochen wäre, auch wirklich gehalten werde, und so war es auch in der Tat. Diejenigen, die diese Fahrt veranstalteten und leiteten, gingen wohl selbst mit ein wenig Mißtrauen, aber mit dem Vorsatz, alle Schwierigkeiten zu überwinden, an diese neuen Vorarbeiten des nationalsozialistischen Staates heran. In der Tat waren die ersten Urlauberzüge nach jeder Richtung hin ein voller Erfolg. Von überall her fragen die Arbeitskameraden an- wann geht der nächste Urlauberzug los? Nicht allein die Arbeitskameraden, sondern die Arbeitskameradinnen und die Ehefrauen der Beurlaubten sollen in Zukunft an den Urlaubsfahrten der NSG. , Kraft durch Freude" teilnehmen. Das erschwert selbstverständlich ihre technische Durchführung außerordentlich. Abex Schwierigkeiten sind dazu da, um überwunden zu werden, und die NSG. „Kraft durch Freude" will keineswegs eine Organisation sein, die nur Männerveranstaltungen durchführt. Die Werte, die sie durch Veranstaltungen vermittelt, können sich letzten Endes voll und ganz nur in der Familie auswirken. Dies kann wiederum am besten geschehen, wenn der Mann und seine Frau dieselben Erlebnisse haben und später sich darüber eingehend aussprechen können. Der 1. Zug über Friedrichshafen in den Allgäu fährt am 26. Mai, die Kosten hier- für betragen 30 Mark, der letzte Anmeldetermin ist der 18. Mai 1934. Der 2. Zug fährt nach der Schwäbischen Alm am 2.Juni, die Kosten hierfür betragen 25 Mark, der letzte Anmeldeterrntn Ist delf 22. Mai 1934. Der 3. Zug fährt nach Thüringen am 9. Juni, die Kosten hierfür betragen 25 Mark, der letzte Anmeldetermin ist der 28. Mai 1934. Der 4. Zug fährt in den Harz am 16. Juni, die Kosten hierfür betragen 25 Mark, der letzte Anmeldetermin ist der 4. Juni 1934. Der 5. Zug fährt nach der Pommer, fchen Seeküste am 23. Juni, die Kosten hierfür Spenden für die 7ISV. werden eingezahlt auf Konto 7!r. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen. betragen 30 Mark, der letzte Anmeldetermin ist der 11. Juni 1934. Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen werden noch im Juni glücklichen und frohen Herzens in den Urlaub fahren und durch die Nationalsozialistische Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Erholung und Freude zu neuem Schaffen finden. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Betriebsführer gern und willig Urlaub gewähren und diesen voll bezahlen. Heil Hitler! O.Erb, Kreiswart der NSG. .Kraft durch Freude" Nickel, Kreisreferent für Reifen, Wandern und Urlaub, Wetter-Mantel aus CARL SOMMER Gießen, Bahnhofstraße 14 3014 A H arren-Hosen Streifen- od. Anzugmuster, Knickerbocker und leichte, helle Sommer-Hosem IQ5O 875 650 475 395 Strodenhosen schon ob Herren-Mäntel in der flotten Slipon- oder Raglanform, natürlidi Gabardine, auf guter K.Seide !H'? i'e } Straßen-Anzuge mit dem ganzen Schmiß der neuen Mode u. der Stabilität deutscher Facharbeitt 57- 48.- 36- 29- Sport-Anzüge die Lieblinge der Sommermode, einfarb. od. gemust. mit Golf- oder langer Hose »MM_ ■ j Ä ■ _ _ _, X am Flughafen (15 Min. lAf 211 CX lll v. d. Straßenb.-Halte- Vf CI I M I M l stelle .Schützenhaus‘) Am 1.Feiertag, |f nn7Arf der SA.-Beierve-Kapelleunter nachm. 4Uhr: itvllfcvl 1 persönl. Leitung des Musikzugführers B. Herrmann. — Eintritt 25 Pfennig. Am 2.Feiertag: UnterhaltungS-Konzert — Eintr. frei Am 3.Feiertag, Af An7Arf der SA.-Reserve-Kapelle unter nachm.472U.: ■WllJ-wl 1 persönl. Leitung des Musikzugführers B. Herrmann. — Eintritt 25 Pfennig. Abends alte Tanzmusik des vollbesetzt Orchesters 3016 D ")u* Sisschtauk MtMs fasch! Da kann nichts verderben, weil Ihr Speisevorrat gleichmäßig kühl gehalten wird. Ein solcher Eisschrank hält die Butter, Eier, Milch usw. tagelang frisch. Schützen Sie also Ihre Speisen und leisten Sie sich diesen Sommer auch einen Eisschrank. Die richtige Größe bekommen Sie bei J. B. HÄUSER, GIESSEN Am Oswaldsgarten 2835 A Ruf Nr. 2145/2146 eigener Kellerei: Empfehle aus 32er Bechtheim. Wölm Fl. 0.85 33er St Martlner Kirchberg ... .Literflasche 1.00 Obstsekt »Boller Gold« 1 50 Elges Privat (Moselsekt) 2.75 27er Enkircher Herrn- wingert.........Fl. 1.10 33er LiesererRiesl. 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