Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei. Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte w 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am lllam llo86 Ur 191 Erster Blatt 184. Jahrgang Zrettag, 17. August 1934 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen . v w ’ behördliche Anzeigen 6Rpf. Druck und Verlag: vrvhl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stelndruckerei «.Lange in Stehen. Schristleltung und G-schSstrft-lle: Schulstrahe 1 Im Geiste Hindenburgs mit Adolf Hitler! tiefen Sie deutsche Wirtschaft unter Hitlers Führung Erklärungen des Reichsbankpräsidenten Schacht. als Amtsgehilfe oder Ministerialdirektor, als Flieger oder Fliegerkapitän, als Wachtmeister oder Polizeipräsident, als Förster oder Generalforstmeister, als Arbeiter oder Künstler, Vorbild, das uns der große Preuhenkönig Friedrich der Grohe gegeben hat, auf die Wohlfahrt des deutschen Volkes gerichtet. Dienst am Reichsgedanken ist die Devise, die über unserer gemeinschaftlichen Arbeit steht. Was wir erhofft und ersehnt haben, wofür wir unermüdliche Arbeit zu leisten bestrebt waren, soll nun durch das Gesetz über die Vereinigung der Aemter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers für Volk und Vaterland glückverheißende Wirklichkeit werden: Lin Führer — ein Reichl Kameraden der Luftfahrt und der preußischen Landespolizei! Deutsche Förster und Jäger! Mitglieder der preußischen Staatstheater? Und ihr alle meine treuen Mitarbeiter in Preußen! Beamter sein heißt, über den engeren Pflichtenkreis hinaus sich für Volk und Vaterland bis zum letzten Atemzuge einzufetzen. In der stolzen Freude, die uns bewegt, unserem Führer dienen zu dürfen, Der wesentliche Inhalt des Vermächtnisses ist der Wunsch Hindenburgs, die von ihm immer angestrebte, vom Führer am 30. Januar 1933 verwirklichte Einigung des gesamten deutschen Volkes innerlich mehr und mehr b e f e st i g t zu sehen, um durch diese Einheit Deutschland der Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes zuzuführen. Dies ist auch der einzige Wunsch Adolf Hitlers- Wir können daher in dieser Stunde nicht besser das Vermächtnis des geliebten Feldmarschalls erfüllen, als uns eng und unverbrüchlich um den Führer zu scharen. Rur aus dem einen Willen des Volkes geborene Einheit der Ration in Führung und Gefolgschaft wird uns befähigen, die Schwierigkeiten der Zeit zu überwinden, um als starker Garant des Friedens unserer geschichtlichen und kulturellen Mission gerecht zu werden. Ganz Deutschland hört heute den Führer! Kein Volksgenosse darf fehlen! Berlin, 16. August. (DRV.) Die Reichspropa- gandaleituug gibt bekannt: Der Führer spricht am Freitag, 17. A u - gust, von 20.30 Uhr bis 2 2 Utjr oom Hamburger Rathaus über alle deutschen Sender. Diese große Rede wird vom ganzen deutschen Volk gehört. Die Organisationen der RSDAP. haben dafür in weitestem Umfang Gemeinschaftsempfang vorbereitet. Räheres ist durch die jeweilige örtliche Presse zu erfahren. Volksgenossen und Volksgenossinnen!' Es darf am Freitagabend in Deutschland niemanden geben, der die Rede des Führers nicht hörte. Reben den großen gemeinsamen Kundgebungen sollen sich diejenigen, die nicht daran teilnehmen können, zum gemeinschaftlichen Empfang in den Wohnungen versammeln. Volksgenossen ohne Rundfunk sollen von solchen, die Rundfunk besitzen, eingeladen werden, mit ihnen zusammen die Rede des Führers zu hören. Die Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen, die die Rede des Führers übertragen, müßen gewaltige Demonstrationen der Einheit und des Vertrauens des deutschen Volkes zu Adolf Hitler werden. Reichspropagandaleitung der RSDAP. l ich en Dinge ansehe. Wir haben, so sagte Dr. Schacht, uns über manche Lehre, über manche Denkschrift, über viele Vorschläge den Kopf zerbrochen, wenn ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit getan werden mußte. Adolf Hitler hat dabei immer die gesunden Grundsätze der Praxis entwickelt, die alle Maßregeln gekennzeichnet haben. Es gibt nicht ein wirtschaftliches Gesetz, nicht eine Tat, nicht ein Wagnis, das nicht den Stempel der persönlichen TUltarbeit Adolf Hitlers trägt. Im weiteren Verlaufe des Gespräches wies Dr. Schacht auf die besondere Wichtigkeit hin, daß Hit- (er alle Theorien, wie Zwangskonversion, Devalvation und Inflation, a b l e h n e. Er gehe auch hier den Weg der wirtschaftlichen und finanziellen Praxis, wie er ihn in seiner großen wirtschaftspolitischen Rede an der Baustelle Unterhaching der Reichsautobahn München-Landesgrenze am 21. Marz d. I. festgelegt habe. Dr. Schacht schloß seine Ausführungen mit den Worten: Wir Mitarbeiter um Hitler sind überzeugt, daß der einheitliche Wille des ganzen deutschen Volkes dem Führer für die Gesamtheit aller jetzt in seiner Hand liegenden wirtschaftlichen und politischen Aufgaben am 10. August zur Verfügung stehen wird. innerungen: Ich habe das sichere Vertrauen, daß es der Gedankentiefe und Gedankenstärke der Besten unseres Vaterlandes gelingen wird, neue Ideen mit den kostbarsten Schätzen der früheren Zeit zu verschmelzen und aus ihnen vereint dauernde Werte zu prägen, zum Heile unseres Vaterlandes." Worauf trifft dieses Wort vollkommener zu als auf die Wesensart und das Ideengut der NSDAP, und auf den Führer, den „Besten unseres Vaterlandes"? Ihm gilt unser „Ja!" zu dem Gesetz, das die Vereinigung der Acmter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers ausspricht — ein „Ja!", das auch der große Tote von uns in dem unerschütterlichen Vertrauen, das wir ihm entgegenbringen, in der glühenden Verehrung und ’ ' Liebe, die wir für ihn empfinden, laßt uns redung, in der er u. a. ausführte: Adolf Hiller Hal das Recht zur Führung Deutschlands durch die gewaltige Leistung der ersten 18 Monate seiner Regierung bewiesen. Ls gibt für den denkenden Menschen ebensowenig wie für das gesunde Gefühl des ganzen Volkes gar nichl meh r o i e Frage, ob Hitler das Amt des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers gemeinsam ausüben und alle Vollziehungsgewalt von ihm ausgehen soll. Adolf Hitler ist nicht etwa nur deswegen unserer Führer, weil wir bekennen müssen, daß es keinen anderen gibt. Es ift vielmehr feine gewaltige Leistung für Staat und Wirtschaft, die ihm das Recht gibt, zu regieren, und uns die Pflicht auferlegt, ihm fein ungeheuer schwieriges Amt zu erleichtern. Dr Schacht betonte weiter, daß Hitler die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme durch jene große Schlichtheit und Einfachheit beherrsche d e immer wieder in Erstaunen versetze. Es gebe aus der Arbeit der letzten Monate manches Besipiel wie einfach und deshalb ; r h rhn f t aus seinem Wesen heraus gerade die w l r t s ch a f t zeigen, daß wir alle hinter ihm stehen bei seinem großen Werk der Einigung und Befreiung Deutschlands. Im Mittelpunkt unserer gegenwärtigen Außenpolitik steht die Frage der G l e i ch b e r e ch t l - aung. Der Versailler Vertrag hat uns m vieler Hinsicht diskriminiert, am wesentlichsten dadurch, daß er uns eine einseitige 21 b r ü ft u n a aufzwang. Solange wir uns in diesem Zustand einseitiger Abrüstung und Wehrlosigkeit befinden, sind wir nicht gleichberechtigt unter den Vol- kern und unsere außenpolitische Handlungsfreiheit Berlin, 16. Aug. (DNB) Der „Tag" hat den Reichsaußenminister Freiherrn v o n R e u- r ath gebeten die besonders a u h e n p o l it t ch e Bedeutung des 19. Auaust zu würdigen. Der Minister hat dieser Aufforderung in längeren Ausführungen 9 entfprodjen, denen mir folgendes entnehmen: ri . Die Entscheidung am 19 muß m erster Linie eine möglichst eindrucksvolle Demonstration unseres Einheitswillens werden. Wir müssen alle hinter den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler treten, um der Welt zu Steht das deutsche Volk noch ebenso geschlossen hinter Hitlers Politik der Gleichberechtigung und Freiheit wie am 12. Rovember? Das find die Fragen, die sich das Ausland zum 19. Aug. stellt. Auf sie müssen wir am 19. eine eindeutige Antwort geben. 3n Lebensfragen unseres Volkes kann und darf es keine Meinungsverschiedenheit geben. Wenn es darum geht, eine wuchtige Kundgebung unseres nationalen Willens zu vollbringen und für Einigkeit, Gleichberechtigung, Sicherung eines Friedens in Ehre und Freiheit unsere Stimme zu geben, darf niemand an der Wahlurne fehlen. Deshalb am 19. August mit Adolf Hitler für Deutschlands Freiheit und Zunkunft! Alle öffentlichen Gebäude flaggen! Berlin, 16. Aug. (DRV.) Das deutsche Volk bekennt sich am 19. August geschloffen und freudig zu feinem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Aus diesem Anlaß f l a g g e n auf Anordnung der Reichsregierung von Freitag, 17., bis einschließlich Sonntag, 19. August, f ä m (l i d) e Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Mitteilung der Anordnung an sie nicht ergeht. ist wesentlich beschränkt. Dies hat die ganze Nachkriegszeit in wahrhaft erschreckender Deutlichkeit bewiesen. Wir würden auch in Zukunft den größten Gefahren ausgesetzt fein, wenn wir unsere Lage auf dem Rüstungsgebiet nicht ändern würden. Denn die anderen Staaten — das haben die vieljährigen Abrüstungsverhandlungen in Genf klar erwiesen — wollen offenbar selbst nicht abrüsten, jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. Unsere Lage inmitten Europas und inmitten hochgerüsteter Staaten erlaubt es uns nicht, waffenlos zu bleiben. Denn immer, wenn wir schwach waren, wurden wir der militärische Tummelplatz Europas. Es ist der Sinn unserer Forderung auf militärische Gleichberechtigung, daß wir in der Lage sein wollen, ähnliches Geschehen unserem Volke in Zukunft zu ersparen. Weil wir einen gesicherten deutschen Frieden wollen, weil wir unsere höchste nationale Pflicht darin sehen, unserem Volk einen Frieden in Ehre und Freiheit zu sichern, deshalb fordern wir Gleichberechtigung. Wir fordern sie als ein Naturrecht unseres Volkes. Trotzdem wird diese Forderung in einem Teil des Auslandes immer noch bekämpft und abgelehnt Man versucht unsere Absichten zu verdächtigen und gibt sich der trügerischen Hoffnung hin, wir wurden in unseren Bemühungen um die Durchsetzung unserer Forderungen erlahmen. Dabei spielt die Hoffnung auf Gegensätze innerhalb unseres Volkes eine wichtige Rolle. Unter diesem Gesichtswinkel sehen sie die Entscheidung, vor der das deutsche Volk am 19. dieses Monats steht. Die außenpMche Bedeutung des 19. August. Reichsaußenminister von Neurott) erhärt: M.t Adolf Hiti-r für OeutschlandS Zreiheit und Zukunst! Hindenburgs Vermächtnis. I Doll Ergriffenheit hat Deutschland das p o l i t i -1 fche Testament des „Vaters des Vater- , langes" in sich ausgenommen, zugleich bestätigt , in dem feierlichen Wissen, daß der Weg, den wir { längst alle gemeinsam gehen, der W e g m i t d e m < Führer, auch der breite Heeresweg ist, den übers ( Grab hinaus uns die Hand des großen Toten weist: „Ich danke der Vorsehung, daß sie mich an meinem Lebensabend die Stunde der Wiedererstarkung hat erleben lassen. Ich danke all denen, die in selbstloser Vaterlandsliebe an dem Werk des Wiederaufstieges Deutschlands mitgearbeitet haben. Mein Kanzler Adolf Hitler und feine Bewegung haben zu dem großen Ziele, das deutsche Volk über alle Standes- und Klassenunterschiede zur inneren Einheit zusammenzuführen, einen entscheidenden Schritt von historischer Tragweite getan." Dank ist Hindenburgs letztes Wort. So genügen auch wir, wenn wir am kommenden Sonntag der Wahlurne unser ebenso selbstverständliches wie feierliches „I a !" übergeben, damit einer Dank e s- pflicht dem Führer gegenüber, der Deutschland aus Schande und Verfall zum Licht und zu neuer Ehre emporriß, und handeln damit unverbrüchlich im Sinne des großen Toten. Schon längst wußten wir, daß beide dem gleichen heiligen Ziel zustrebten — H i n d e n b u r g und der Führer. Blättert man ergriffen in des Toten Erinnerungsbuch „Aus meinem Leben', so Jmoet man schon dort Worte, die sich geradezu seherisch auf das Deutschland von heute beziehen. Welch machtvolle Mahnung und zugleich Bestätigung war längst jene Stelle, darin Hindenburg seine feste Hoffnung auf die deutsche Jugend aussprach: Es ist die felsenfeste Ueberzeugung, mit der ich' die «blutige Walstatt des Völkerkampfes verließ. Ich habe das Heldenringen meines Vaterlandes gesehen und glaube nie und nimmermehr, daß es sein Todesringen gewesen ist. — Ist erst der nationale Gedanke, das nationale Bewußtsein wieder erstanden, dann werden für uns aus dem großen Kriege, auf den kein Volk mit berechtigterem Stolz und reinerem Gewissen zurückblicken kann als das unsere, solange es treu war, sowie aus dem bitteren Ernst der jetzigen Tage sittlich wertvolle Früchte reifen. Das Blut aller derer, die im Glauben an Deutschlands Größe gefallen sind, ist dann nicht vergeblich geflossen. In dieser Zuversicht lege ich die Feder aus der Hand und baue fest auf dich — du deutsche Jugend!" Treue zu Deutschland zu beweisen, hat auch die deutsche Jugend am Sonntag die schönste Gelegenheit. Sie wird zu ihrem Führer stehen, den Hindenburg in dunkelsten Tagen schon vorausgeahnt hat — dafür bürgt das Seherwort in feinen Er- gemeinfd)af(lid) in enger Verbundenheit und Kameradschaftlichkeit unseren weg geradeaus gehen. Die Marschrichtung ist bestimmt durch den Führer, dem wir in unverbrüchlicher Treue freudigen herzens folgen, wenn mir am 19. August mit dem ganzen deutschen Volke, dem mir Diener sind, der Welt beweisen, daß das deutsche Volk einig und glücklich ist im Bekenntnis zu seinem Führer Adolf Hitler. Eng und unverbrüchlich um den Mrer scharen! Gesandter von Papen spricht zur deutschen Nation unter Hinweis aus Hindenburgs Vermächtnis. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr Schacht gemährte einem Sonderkorrespondenten des „Berliner Lokalanzeigers" eine Unterfordert ... Aufruf Gorings. Eine Mahnung, die alle angeht! Berlin, 16. Aug. (DNB.) General Göring hat in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident, Reichsminister für die Luftfahrt, Reichs- sorst- und Reichsjägermeister an alle ihm anoer- trauten Behörden und Dienststellen folgenden Aufruf erlassen: Getreu seinem Versprechen, in entscheidenden Stunden das deutsche Volk f e l b st s p r c dj e n zu lassen, hat der Führer uns am 19. August zur Volksabstimmung gerufen. Ich erwarte von allen Arbeitern, Angestellten und Beamten der mir unterstellten Ministerien und Behörden, von den Kameraden der Luftfahrt, von den Offizieren und Wachtmeistern der preußischen Landespolizei, von allen Förstern und Jägern Deutschlands, nicht nur, daß am 19. August jeder feine Pflicht erfüllt, sondern daß jeder einzelne über den engeren Familienkreis hinaus selbst Mahner ist, der großen Bedeutung der Stunde, die die ganze Welt auf uns blicken läßt, eingedenk zu sein. Der ehrwürdige Ekkehard des deutschen Volkes, der Herold und Ruser zur deutschen Einigkeit, unser unvergeßlicher Reichspräsident, hat nach einem harten Leben preußisch-deutscher Pflichterfüllung die Augen geschlossen. Im Geiste lebt er w e i - ter unter uns, wie der Bund, den Hin- d e n b u r g mit dem F ü h r e r geschlossen hat, weiterleben wird, in dem Vermächtnis und Erbe das der große Generalfeldmarschall Adolf Hitler, 'dem vorbildlichen Gefreiten des Weltkrieges und dem Staatsmanne in die Hand gelegt hat. In alter preußischer Tradition war und ist unser f/anbeln, Denken und Trachten nach dem Berlin, 17. Aug. (DRB.) Der jetzige Gesandte in Wien, Vizekanzler a. D. von Papen, übergab dem Vertreter des DRV., um seine Meinung über den 1 9. August befragt, folgende Erklärung: In diesen Tagen nationaler Trauer um Deutschlands Heimgegangenen Ekkehart hat die uns feindliche Umwelt oft sich in rätselhaften Vermutungen über das politische Testament Hindenburgs ergangen, dessen Veröffentlichung der Rationalsozialismus wahrscheinlich niemals zulafsen würde. Dieses Testament nun habe ich vorgestern dem Führer übergeben, und es gibt keine bessere Widerlegung der genannten Verdächtigungen und keinen schlüssigeren Beweis für die Loyalität, mit der der Führer die Erbschaft des verewigten Feldmarfchalls zu übernehmen gelobt hat. als die Tatfache, daß er auch nicht einen Augenblick gezögert hat, das historische Dokument der Oeffentlichkeit zu übergeben. Adolf Hitler, die Kriegsschuld und die Gleichberechtigung. Oer Führer will den Frieden, er wird seinen Weg unbeirrt weitergehen. Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Beauftragte der Reichsregierung für Abrüstungsfragen von Ribbentrop äußert fick zur Volksabstimmung am 19. August über „Adolf Hitler, die Kriegsschuld und die Gleichberechtigung". Er sagt u. a.: Jahre hatte Adolf Hitler gekämpft und das deutsche Volk aufgerüttelt, bis die ganze Nation ihm zujubelte im Kampfe um Deutschlands Ehre. Diese Ehre des neuen Deutschland ist aber untrennbar verknüpft mit den Begriffen der Ablehnung der Kriegsschuld, dem Bestehen auf Zeder Volksgenosse muß wählen! Laßt Euch nicht von Saboteuren irreführen I Berlin , 16. August. (DBB.) Entgegen Gerüchten, die systematisch von Saboteuren ausgestreut werden, wird nochmals darauf hingewiesen, daß selbstverständlich jeder Volksgenosse zur Wahlurne gehen muh, und dah nicht abgegebene Stimmen nicht etwa als Ia-Stimmen gewertet werden, sondern dem großen Bekenntnis für den Führer am 19. August verloren gehen. Gleichberechtigung und Sicherheit und dem Wunsche nach einem wahren Völkerfrieden. Es ist eine feststehende Tatsache, daß selbst die g e - hässigsten Forscher von einer deutschen Schuld am Kriege nicht mehr sprechen. Die Unhaltbarkeit dieser These hat sich erwiesen. Man könnte damit das unheilvolle Kapitel Kriegsschuld schließen, wenn nicht die folgen dieser falschen Schuldthese die 'Frage immer von neuem aufrollten. Diese Folgen sind, daß auf der These der deutschen Kriegsschuld 1. der Begriff der noch immer propagierten Sicherheit vor einem angeblich aggressiven Deutschland aufgebaut ist und damit zusammenhängend die eigene Richtab- rüstung und Verweigerung der Rüstungsgleichheit für Deutschland und 2. die neuerdings da und dort wieder auftauchende Propaganda im Auslande gegen den in Deutschland angeblich herrschenden „Geist der Gewalt". Man hört da vom Auslande Stimmen, die sagen, Deutschland habe 1914 angegriffen, also müsse man erwarten, daß es eines Tages wieder anareifen wolle. Jeder deutsche Soldat sei daher eine Gefahr für die Welt, jeder eigene eine Friedenssicherung, lieber die riesigen Armeen und Rüstungen der anderen wird nicht gesprochen. Oder: Wenn in Deutschland im braunen Hemd marschiert wird, wenn Deutschland mit eisernem Fleiß seine Menschenmassen organisiert, um sie geistig und körperlich in Ordnung und Disziplin zu halten, damit sie dem zerstörenden Bazillus des Kommunismus nicht erliegen, so ist dies Militarismus. Dah der Kanzler den rein politischen Charak- t e r dieser Formationen klar festgelegt hat, wird verschwiegen. Wit dem Wegfall der Schuldthese verliert die seltsame These der einseitigen Sicherheit ihre Berechtigung. Deutschland muh das primitivste Recht eines Volkes auch für sich in Anspruch nehmen, das für es wegen der exponierten Lage im Herzen Europas viel entscheidendere Bedeutung hat als für irgendeinen anderen Staat. Da die Sicherheit eines Volkes aber letzten Endes nur in feiner Wehrfähigkeit im Vergleich zu anderen Ländern liegt, kann man Deutschland die Rüstungsgleichheit, die ihm durch die Gleichberechtigungserklärung der Dächte vom Dezember 1932 garantiert wurde, auf die Dauer nicht vorenthaltent Deutschland hat große Probleme vor sich. Sein Führer wird sie meistern. Aber keines derselben kann durch Gewalt gelöst werden. Das kommuni st ische Chaos in Europa würde unabänderlich am Ende einer solchen Entwicklung stehen. Adolf Hitler hat gesagt, daß die Zukunft des deutschen Volkes und damit auch Europas nur im Frieden und in der Gleichberechtigung aller liegen kann. Er will seinem Volke eine bessere Zukunft schaffen, und er weiß, daß diese nur in friedlicher Zusammenarbeit mit den Völkern Europas segensreich gestaltet werden kann. Er hat sich mit Polen geeinigt. Er hat seine Bereitschaft zur freundschaftlichen Verständigung mit unseren anderen Nachbarn erklärt. Er hat aber auch erklärt, daß das höchste Gut eines Volkes seine Freiheit und seine Ehre ist, die Führer und Volk jederzeit über alles stellen und bedingungslos bis zum letzten Atemzug verteidigen müssen. Unbeirrt durch alle Verleumdungen und Widerstände von draußen wird Adolf Hitler auf diesem Wege weiterschreiten. Frankreichs Blick über den Rhein. Paris rechnet mit einem ganz außerordentlichen Erfolg Hitlers. Paris, 17. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Das Interesse der französischen Presse und der Oeffentlichkeit ist nach wie vor auf die V o l k s a b - stimmung in Deutschland gerichtet. Die Blätter geben den verschiedenen Reden und Erklä- rungc«rt führender Persönlichkeiten breitesten Raum und führen in einem bisher kaum beobachteten Umfange die Stimmen der deutschen Presse an, die das Volk auffordern, sich geschlossen hinter den Führer zu stellen. Mit spaltenlangen Artikeln bringen die Blätter Abbildungen des Ein Volk, ein Wille, ein „So"! Führers und anderer politischer Persönlichkeiten Deutschlands. Der allgemeine Eindruck verstärkt sich, daß Hitler am kommenden Sonntag einen noch nie dagewesenen Erfolg zu verzeichnen haben wird. Das „Petit Journal" wirft deshalb die Frage auf, ob dieser Erfolg als wahrhaft ehrlich anzusehen sei. Das Blatt kommt dabei zu der Schlußfolgerung, daß sich wohl kaum ein Deutscher seiner Wahlpflicht entziehen könnte. Mit dem Augenblick aber, wo er die Wahlzelle betreten habe, sei er vollkommen frei, denn die Wahl sei geheim und niemand wisse, ob er für oder gegen den Führer gestimmt habe. Der ganze Vorgang dauere nur wenige Sekunden, aber diese wenigen Sekunden würden sich 45 Millionen Mal wie- verholen und Hitler die unbegrenzte Macht über 60 Millionen Deutsche verleihen. Auch die anderen Blätter sind davon überzeugt, daß der Führer eine noch nie dagewesene Mehrheit auf sich vereinigen wird. „Petit P a r i s i e n" hält es für sehr wahrscheinlich, daß Hitler 100 Prozent der Stimmen erhält. Man könne keinen Augenblick daran zweifeln, daß er in einer von ihm geforderten Volksabstimmung die einhellige Z u st i m - m u n g des Volkes erhalten werde. Schmutzige pariser Verleumdungen zum Testament Hindenburgs. Paris, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Der- öffntlichung des T e st a m e n t e s des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg wird im Zusammenhang mit der bevorstehenden Volks- ab stimmung eingehend besprochen. Die Mei- nungen der Blätter gehen dabei nach wie vor weit auseinander. Während „I o u r n a l" erklärt, daß das Schriftstück zweifellos e ch t sei, „wenn es vielleicht auch nicht restlos von der Hand des Reichspräsidenten geschrieben sei" (?), stellt das „E ch o de Paris" in einer taktlos und schmutzigen Form die unverfrorene Behauptung auf, daß es gefälscht sei. (!) Das „O e u v r e" wundert sich über die „späte Veröffentlichung" des Testamentes. Um die Oeffentlichkeit noch mehr zu beeindrucken und sie von den an den Haaren herbeigezogenen Zweifeln zu überzeugen, geben einige Blatter auch vorsichtig ausgesuchte Stimmen des Auslandes, ins- besondere Englands wieder, wo ein allerdings nur verschwindend aeringer Teil der Presse ähnliche Bedenken brachte. Das Manöver ist zu durchsichtig, nachdem man sich wohl überall hat davon überzeugen müssen, daß das deutsche Volk einig und geschlossen hinter dem Führer stehen wird, wenn jetzt versucht wird, das Wahl- ergebnis vom Sonntag schon im voraus zu schmälern, indem man in der Oeffentlichkeit den Eindruck zu erwecken versucht, als ob 'dieses Ergebnis mit Hilfe eines gefälschten (!) Schriftstückes erzielt worden sei. Einem Teil der französischen Presse ist eben jedes Mittel gerade gut genug, was ihr nur geeignet erscheint, um Deutschland in den Augen der Oeffentlichkeit herabzusetzen. Der beste Beweis für die h i n t e r l i st i g e und u n - faire Art, mit der hiesige Blätter internationale Politik machen wollen, liegt schon darin, daß einige Blätter behaupten, daß Testament sei gefälscht und solle dem Wahlfeldzug von Nutzen sein, während beispielsweise „I o u r n a l", das, wie oben erwähnt, an der Echtheit des Testamentes nicht zweifelt, fest- stellen muß, daß die nationalsozialistische Propaganda von diesem Testament nur sehr wenig Gebrauch gemacht habe. Gegen Lüge und Verrat. Die saarländischen Katholiken im Abstimmungskampf. Saarbrücken, 17. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der hier sehr bekannte katholische Pfarrer Wilhelm aus Werden sprach auf einer K u n d g e - bung geaenLüge undVerrat in einer viel- beachteten Rede über die Stellung des saarländischen Katholizismus im Ab st im- mungskampf. Dabei ging Pfarrer Wilhelm besonders auf die Jnttigen der separatistischen Zeitungen ein, besonders der „Neuen Saar- p o st", die unter dem Christenkreuz die gemeinsten Lügen in das Saarvolk trage. Ein solches Tun werde niemals von Gott aebilligt werden, denn was er zusammengefügt habe, könne von uns nicht getrennt werden. Der Katholik an der Saar müsse am 13. Januar beweisen, daß er nicht seine Kraft am Aufbau des Reiches zurückziehe, sondern daß er gewillt sei mitzuarbeiten. Pfarrer Wilhelm betonte dann, daß der auf- rechte Deutsche der neuen Regierung unter allen Umständen das Vertrauen ent- aegenbringen müsse, das zum Arbeiten notwendig ser. Besonders die Katholiken, von denen einige heute sagten, es sei ihnen vor ihrem Gewissen nicht erlaubt, für die Rückkehr nach Deutschland zu stimmen, müßten es als Gewissenspflichk betrachten, zurückzukehren, denn alles andere gehe gegen den Willen Gottes. Neuer päpstlicher Beauftragter für das Saargebiet. Saarbrücken, 16. Aug. Wie die „Katholi che Korrespondenz" mitteilt, wurde an Stelle von Msgr. Testa der Prager päpstliche Geschäftsträger M gr. Giovanni Panico zum päpstlichen Beauftragten für das Saargebiet ernannt. Msgr. Panico begibt sich zum Empfang nötiger Instruktionen am 16. August über München nach Rom, von wo er baldigst nach Saarbrücken abreisen wird. Der Wille des Volkes: Das Reich der nationalen Ehre und sozialen Gerechtigkeit. Don Hans BiallaS, Amtsleiier bei der Obersten Leitung der PO. der NSDAP. Als Adolf Hitler den Entschluß faßte, das deutsche Volk wieder aus Schmach und Knechtschaft zu Frecheit und Ansehen in der Welt zu führen, war er geleitet vom Vertrauen an die unzerstörbaren Urkräfte der deutschen Nation. Darauf hat er die nationalsozialistische Bewegung aufgebaut, und daran sind auch alle Widerstände der mächtigen Geo- ner eines freien und starken Deutschland zerschellt. Diese wußten nichts von dem gesunden Instinkt, den sich das deutsche Volk trotz einer tausendjährigen Zersplitterung und trotz der immer wieder erneuten geistigen Vergiftung bewahrt hatte. Das deutsche Volk hat in Wirklichkeit niemals die Uneinigkeit und Zersplitterung gewollt. Das beweisen schon jene uralten deutschen Dolkssagen, die immer jene Uneinigkeit als ein Uebel darstellten. Die geistige Haltung eines Volkes ist immer bestimmt durch seine rassische Zusammensetzung. Nicht parlamentarischer Kuhhandel oder sich Taktik nennende Diplomatie sind der Ausdruck des Volks- willens. Der Wille des Volkes ist bestimmt durch sein Blut, und er ist immer der gleiche, so lange dieses Volk besteht. Er verändert sich nie. Menschen gleichen Blutes und gleicher Rasse werden auch immer die gleiche Weltanschauung haben. Das war nie anders und wird auch nie anders fein. Bei dem deutschen Volke nordischer Rasse war zu allen Zeiten der heldische Gedanke vorherrschend. Alle Taten dieses Volkes, die die Folge eines Aufflammens seines Urinstinkts waren, hatten immer das gleiche Ziel. Was uns die alten germanischen Heldensagen lehren, ist unser höchstes Ideal noch heute und wird auch stets das hohe Ideal unserer Jugend sein. Freiheit, Ehre und Gerechtigkeit müssen immer die Wahrzeichen der deutschen Staatsform und die Grundlagen jener Regierungsmaßnahme sein. War dies nicht der Fall, so hat zu allen Zeiten das Volk rebelliert, weil sein gesunder Instinkt sich gegen eine von fremdem Geiste beseelte Diplomatie gewehrt hat. Mögen wir zurück- gehen in die Jahrtausende, wir finden stets das gleiche Bild. Der germanische Befreiungskampf unter Hermann, dem Cherusker, ebenso wie unter Wittukind, sind Zeichen des Durchbruchs echten deutschen Dolkswillens. Die Erhebung des deutschen Bauerntums zur Zeit der Reformation atmet im Grunde genommen den gleichen Geist wie der nationalsozialistische Befreiungskampf. In der Beseitigung der Fremdherrschaft 1813 findet der Wille des Volkes den gleichen Ausdruck wie in der jubelnden Begrüßung der Reichsgründung im Jahre 1871. Allein s o ist der Siegeszug der nationalsoziatisti- fchen Bewegung zu erklären, denn sie hatte hinter sich den Willen des Volkes und der Sprecher dieses Volkes war: Adolf Hitler. Die NSDAP, hat oft in Wahlkämpfen gestunden. Sie hat zuerst nur einen kleinen Teil der Stimmen des Volkes auf sich vereint. Nicht etwa deshalb, weil damals das Volk, ü. h. das deutsche Arbeiter- und Bauerntum etwas anderes gewollt hätte, als es heute will, sondern einfach deshalb, weil man dem Volke niemals eine klare und eindeutige Frage, auf die es nur ein Ja oder Nein gibt, vorgelegt hatte. Hätte doch das alte System es einmal wagen sollen, das Volk wirklich zu befragen. Hätten sie doch einmal eine Wahl ausgeschrieben ohne fünfzig verschiedene Parteien, sondern hätten sie gefragt: Bist du mit unserer Regierung zufrieden oder nicht? Diese Antwort wäre fast 100prozentig mit Nein ausge- fallen, so wie heute das Volk dem Führer jubelnd mit Ja die Zustimmung zu seiner Regierungstätigkeit gibt. Man hatte nicht den Mut, eine Frage „ohne Hörner und Klauen" zu stellen. Man gab wohl vor, das Volk zu befragen. In Wirklichkeit erzielte man nur das eine, daß man auf eine dumme Frage auch eine dumme Antwort erhielt. Und die Antwort des Volkes, das nicht wußte, was man eigentlich von ihm wollte, waren jene zahllosen Gruppen und Grüppchen. Parteien und Parteichen. Am 19. August befragt der Führer wieder einmal das Volt. Die Frage ist klar und eindeutig, und wir wissen, daß sie vom gesamten deutschen Volk in allen seinen Schichten mit „Ja" beantwortet wird. Antrittsbesuch von papens in Wien. Beiderseits der Wille zu guter Zusammenarbeit. Vien, 16. Aug. (DRV.) Amtlich wird tnifge- teilt: Der neuernannte deutsche Gesandte Franz von Papen ist Donnerstag um 12 Uhr in Begleitung des diplomatischen Personals der Gesandtschaft beim Bundespräsidenten Viklas erschienen, um ihm sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Der Gesandte wurde vom Kabinettskommissär Dr. Galli feierlich eingeholt. Eine Ehrenkompanie leistete bei der An- und Abfahrt unter den Klängen des Generalmarsches die Ehrenbezeugung. Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreiben», die nach Austausch freundschaftlicher Ansprachen stattfand, waren Vundesminister Dr. Berger-Walden- e g g und Kabinettsdirektor K l a st e r s k y anwesend. Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschrei, bens hielt Gesandter von Papen folgende Ansprache: „Herr Bundespräsident! Dom Herrn deutschen Reichskanzler als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister in besonderer Mis- sion nach Wien entsandt, habe ich die Ehre, Ew. Exzellenz mein Beglaubigungsschreiben zu überreichen, das zugleich von der Abberufung mei- nes Herrn Amtsvorgängers Mitteilung macht. Indem ich das ehrenvolle Amt übernehme, die deutsche Regierung bei der österreichischen Regie- rung zu vertreten, bin ich mir der hohen Bedeu- tung und Verantwortung der Aufgaden bewußt, die dieses Amt gerade unter den gegenwärttgen Ver- hältnissen in sich schließt. Es ist der Wunsch der Reichsregierung und zugleich das letzte Vermächtnis des verewigten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall v. Hindenburg an mich, dah dar leider getrübte Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich wieder in normale und freundschaftliche Bahnen geleitet werde. Wein vornehmstes Bestreben wird es daher sein, meine ganze Kraft für die Verwirklichung dieses Wunsches einzusehen und so dazu beizutragen, daß sich in unseren staatlichen Beziehungen die Gefühle der Freundschaft wieder Herstellen, wie sie unserer tausendjährigen Stammes- und Kulturgemeinschaft entsprechen. Ich trete an diese große Aufgabe voll Zuversicht heran, weil ich des festen Glaubens bin, daß die auf Blutsverwandtschaft und g e - mein'ferner Geschichte beruhenden Bande zwischen unseren beiden Ländern unzerstörbar sind, und weil ferner eine Zusammenarbeit auf geistigem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für den europäischen Wiederaufbau unerläßlich ist. Deshalb hege ich die Hoffnung, daß ich bei meiner Tätigkeit auf die hohe Unterstützung Ew. Exzellenz und die unentbehrliche Mitwirkung der österreichischen Regierung rechnen kann." Auf diese Ansprache des Gesandten von Papen antwortete Bundespräsident Miklas: „Herr Gesandter! Mit Vergnügen nehme ich aus Ihren Händen das Schreiben entgegen, durch das Sie S. Exzellenz der Herr deutsche Reichskanzler als außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- tigten Minister des Deutschen Reiches in Wien beglaubigt. Gleichzeitig übernehme ich das Abberufungsschreiben betreffenb Ihren Vorgänger den Herrn Gesandten Dr. Kurt Rieth. Vit Genugtuung habe ich Ihren Dorten entnommen, dah Ew. Exzellenz in erster Linie mit der besonderen Vission betraut sind, im Sinne Ihres nun in Gott ruhenden grohen Reichspräsidenten Generalfeldmarfchalls von Hindenburg das Verhältnis zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich wieder zu einem normalen zu gestalten. Ich bitte Ew. Exzellenz, die Versicherung entgegenzunehmen, dah es auch mein aufrichtiger Wunsch ist, unseren Beziehungen von Staat zu Staat wieder jenen freundschaftlichen Charakter zu geben, der den geschichtlichen Gegebenheiten und so vielen Gemeinsamkeiten in Sprache und Kultur unserer beiden Staaten entspricht. In dem Bestreben nach Durchführung dieser Aufgabe werden Ew. Exzellenz bei mir und der Bundesregierung jederzeit die vollste Unterstützung finden. In diesem Zusammenhang drängt es mich, auch der Hoffnung und zuversichtlichen Erwartung Ausdruck zu verleihen, daß auch auf wirtschaftlichem Gebiet die zwischen unseren beiden Staaten bestehenden Störungen beseitigt werden, und daß es uns vergönnt sein wird, in wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den anderen Ländern Europas zur Ueberwindung der allgemeinen Wirtschaftskrise und zur Förderung des Wohlstandes der Völker beizutragen. Indem ich Ew. Exzellenz aufrichtig bitte, in diesem Sinne auf meine Mitwirkung zu rechnen, heiße ich Sie, Herr Gesandter, in Oesterreich freundlich willkommen." Daran knüpfte sich eine in Herzlicken Worten gehaltene Unterredung zwischen dem Bundespräsidenten und dem Gesandten von Papen. Rücksendung von (Stimm* scheinen nach der Wahl. Berlin, 16. Aug. (DRV.) ver Reichsminister des Innern Hal die Landesregierungen ersucht, die Gemeindebehörden anzuweifen, die am Abslim- mungrtage vor dem Dahlvorstand ordnungs- mäßigabgebenen Stimmscheine bi» zum 22. August an die Gemeindebehörden de» Ausstellungsortes zu übersenden. Diejenigen Wahlberechtigten, die von ihren Stimmscheinen aus irgendwelchen Gründen keinen Gebrauch gemacht haben, werden in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, die nicht benutzten Stimmscheine bis zum gleichen Zeitpunkt an die Gemeindebehörden des Ausstellungsorte» zurückzusenden. Neuer litauischer Gewaltakt im Memelgebiet. Memel, 16. Aug. (DNB.) Das Direkto- rtum d e s Memelgebietes hat angeordnet, daß allen Angestellten der autonomen öffentlichen Einrichtungen, der Selbst- Verwaltungen und der öffentlich-rechtlichen Körper- schäften bis zum 15. August d. I. der D i e n st gekündigt fein muß. Den Landräten wurde besohlen, auch die Angestellten des Kreises im Namen des Direktoriums zu kündigen. Die Kündigungen sollen, wie es in dem Beschluß des Direktoriums heißt, den Zweck haben, die Entlohnung und die Zahl der Angestellten nachzuprüfen und wenn notwendig zu verkleinern. Außerdem sollen die Angestellten, welche der litauischen Sprache nicht mächtig sind, „antistaatlichen" Parteien angehörten, oder „staatsfeindlich" sich betätigten, endgültig aus dem Dienst aus- scheiden. 3n Wießlichkeit handelt es sich wieder um einen versuch, mÜglich st alle Deutschen aus öen Ülmts ft eilen des Memelgebiets z u entfernen. Die drei Parteien, die in dem Erlaß gemeint sind, wurden ja erst nachträglich als staatsfeindlich bezeichnet. Ihnen anAugepören stellte keine illegale Handlung dar. Infolgedessen hat diesen Parteien ja die Mehrzahl der Memeldeutschen angehört. Wo aber dieser Vorgang doch nicht herhalten kann, will man jetzt anscheinend die betreffenden deutschen Behördenangestellten über die Sprachenprüfung straucheln lasten. Eine Norm zur Beurteilung der litauischen Sprachkenntnisse gibt es vorläufig nicht. Es kann daher jedem vorgeworfen werden, daß er die litauische Kvrache nicht beherrsche. s r Führer, wir folgen Dir! Alle sagen Za! 1932. Liner großzügigen Propaganda der nationalsozialistischen Rundfunkorganisationen gelang es, das Interesse am Rundfunk in so breite Volks- kreise hineinzutragen, daß eine manchmal geradezu sprunghafte Steigerung der RundfuNk- hörerzahl einfehte. Gegenüber 4 100 000 Hörern am 1. Juli 1932 und 4 300 000 am 1. Januar 1933 haben wir heute 5 360 000 Hörer. Demgemäß geht auch der um fast 40 Prozent erhöhte Umfaß der deutschen Rundfunkindustrie fast ausschließlich auf die umfassende Erschlie- hung des Binnenmarktes zurück. Ueber 550 000 Rundfunkapparate find im Jahre 1933 zusätzlich vom Publikum auf dem Jnlandsmarkt gekauft worden. Die Vefchäftigungsziffern in der Funkindustrie waren im Jahre 1933 Monat für Rlonat beffer als in der gleichen Zeit des Jahres 1932. Sie lagen im Dezember 1933 sogar um rund 50 Prozent höher als im Dezember 1932. Das bedeutet Arbeit und Brot für Zehntaufende, die vorher jahrelang in der Grauen- Armee der Arbeitslosigkeit mitmarschiert waren. Ueber 700 000 Volksempfänger find seit der Funkausstellung des vergangenen Jahres aufgelegt und fabriziert worden. Die Produktion dieser 700 000 Apparate in einem Jahr ist — das beweist die Gegenüberstellung der Ziffern von 1932 und 1933 eindeutig — eine zusätzliche gewesen. Wir sind Funkindustrie und Funkhandel zu Dank verpflichtet für die geleistete Arbeit und sehen im Volksempfänger eine Tat vorbildlichen nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeistes. Mit Freuden komme ich deshalb dem an mich herangetragenen Wunsche der Funkindustrie nach und verkünde bei dieser Ge- Oer Rundfunk im Dritten Reich. Oie Rede des Reichsministers Or. Goebbels bei der heutigen Eröffnung der 11. Deutschen Funkausstellung. legenheit die Auflegung der achten und neuen Serie von weiteren je 100 000 Stück des Volksempfängers VE 301. Die andere Seite zeigt das Bild der Stunden« ahl der Rundfunksendungen und der Beschäftigung deutscher Künstler im Rundfunk. , 1932 hatten wir 48 000 Sendestunden, im ersten Halbjahr 1934 30 000, aus ein Jahr umgerechnet also 60 000 Sendestunden der hauptsender. Das be- deutet eine 20prozentige Steigerung. Das rein künstlerische Programm umfaßte 1932 65 000 Sendungen und wird 1934 nahezu 100 000 Sendungen erreichen. Das ist eine Steigerung der künstlerischen Sendungen und damit eine Steigerung der künstlerischen Mitwirkungen von über 40 v. h. und bedeutet auch auf dem Gebiet der geistigen und kulturellen Entwicklung eine neue, umfassende Produktivität und Arbeit und Brot für Tausende von schaffenden Künstlern. lassen« Serftärtung der österreichisch«« Heeres auf 30 000 Mann weiterhin zu gestatten, Auslösung der österreichischen Bauernwehr. Wien, 16.Aug. (DNB.) Amtlich wird mitge- teilt: Der Staatssekretär für Sicherheitswesen hat die Oesterreicyische Bauernwehr (früher Grüne Wehr genannt) und alle ihre Unterverbände aufgelöst und die bedingungslose Entwaffnung angeordnet. Die Oesterreichische Bauernwehr war die Wehrformation des Land- b u n d e s. Die »Deutsche Front" in Oesterreich verboten. Wien, 17. Aug. (DRB.) Das Bundeskanzleramt hat die Zeitung „Deutsche Front", Erscheinungsort Saarbrücken, auf ein Jahr verboten. Acht Millionen Mark für die „StistungderOpferderArbeit" Paris, 17. Aug, (DNB SuntfP™*. Ser Außenpolitiker des „Excelsior beschäftigt sich am Freitag mit der bevorstehenden Reise des oster reichischen Bundeskanzlers - Sch u s ch n l g S nach Italien und der soeben stattgefundenen^Zusarn- menkunft Mussolinis mit Starhemberg. Es sei kaum anzunehmen so erklärt das Blatt daß Starhemberg nach Italien gefahr s , um sich über die Organisation der fasch istisch en Miliz zu unterrichten, nach deren Vorbild er die Heimwehren organisieren wolle. Wahrscheinlicher sei, daß Mu solini die beiden führenden perfönlichkeiten Oesterreichs über d e zu verfolgende Politik ins Bild fttz« wolle die nach italienischer Ansicht geeignet sei, die Ua- abhängigkeit Oesterreichs zu wahren. „Vor noch nicht langer Zeit", so fährt das» Vlat[bann in seinen Kombinationen fort, „hatte der Duce vielleicht nichts dagegen gehabt wenn in Oesterreich und in Deutschland die Monarchie wiederhergestellt worden wäre, ,umal sich dann beide Monarchien auf eine seinem eigenen Land ähnliche Diktatur hätten stützen können und Rom der Pfeiler eines neuen Dreibundes geworden wäre der ein Gegengewicht gegenüber Frankreich 'und der Kleinen Entente dargeftellt hätte. Hitler habe das ManüverMuffolinis aber zerstört. Die monarchistische Oie Parole des ganzen Volkes am 19. August. Italiens Ziele in Oesterreich Die 5tom würben. Einer der Wachleute, der sich widersetzen .ImoOte, wurde tödlich verletzt. Die Raubet funts schlossen sich zu einem Bund gemein- amen Schaffens zusammen und traten im vergangenen Jahre schon bei der Eröffnung der 10. Großen Deutschen Funkausstellung als ein- heitlicher S ch a f f e n s f a k t o r vor das Auge der Öffentlichkeit. . Wir haben niemanden daran gehindert, mit Skepsis und nörgelnder Besserwisserei am Weae stehen zu bleiben. Wir haben uns aber auch nicht hindern lassen, unseren als richtig erkannten Weg weiter fortzusetzen. Ich darf in diesem Zusammenhang die Erfolge des vergangenen Rundfunkjahres zusammenfassen. Der produktionswert der deutschen Rundfunkindustrie beläuft sich im Jahre 1933 auf 180 Millionen Mark. Lr ist um rund 40 Prozent höher, als der produktionswert des Jahres Berlin, 16. Aug. (DNB.) Dor einigen Tagen fand eine Sitzung bes Ehrenausschusses ber „S t i f- tung ber Opfer der Arbeit" statt, die am 4. Mai des vergangenen Jahres durch Adolf Hitler ins Leben gerufen wurde. An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Ehrenausfchuffes, die Staatsräte Walter Schuhmann, Dr. Fritz Thyssen und Dr. v. ©taufe teil. Der ehrenamtliche Geschäftsführer, Oberregie, rungsrat Dr. Ziegler vom Reichsministerium für Dolksaufklärung unb Propaganba, berichtete [über ben Stand der eingegangenen Spenden. Diese haben fast den Betrag von 8 Millionen Mark erreicht. Dr. Ziegler berichtete weiterhin über die anläßlich bes Bergwerksunglücks in Begingen getroffenen Hilfsmaßnahmen auf die mit „Hilfswerk Buggingen" in Karlsruhe hergestellte Zusammenarbeit. Aus diesem Bericht ergab sich, baß für bas .,Hilf swerk Buggingen" ein Betrag von über 4 0 0 0 0 0 Mark an Spenben eingegangen ist, und daß von den zuständigen Stel- I len alles geschehen ist und noch geschehen wird, um die Existenz der Hinterbliebenen der in Buggingen verunglückten Kaliarbeiter sicherzustellen. Es wurde sodann über die eingegangenen Gesuche beschlossen. Bon 2124 Anträgen, die von dem Büro der Stiftung vorbereitet waren, wurden 1692 mit einer Unterstützung bedacht, während bei 432 Gesuchen auf Grund der vorgenommenen Prüfung der Berhältnisse eine dringende Notlage sich nicht ergab. Bei 1058 Gesuchen wurde eine monatliche Unterstützung für ein ganzes Jahr in Höhe von 410 860 Mark, bei 634 Gesuchen eine einmalige Unterstützung im Gesamtbeträge von 77 295 Mark vom Ehren- ausschufe bewilligt. Es gelangte damit also ein G e - Hamtbetrag von beinahe einer halben Million Mark zur Verteilung. Die gesamten von ber Stiftung seit ihrem Bestehen erfolgten Be- I miölgungen erreichen bamlt eine Summe von rund | V/i Mi 11 ionen Mark. Aus aller Welt. Ein Haupttreffer. In der Preuhisch-Süddeutfchen Älaffenlotterle fiel auf die Nummer 3 8 6 8 9 9 ein Gewinn von 100 000 RM. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achtellosen In Schleswig-Holstein, in ber zweiten Abteilung ebenfalls in Achtellosen in Berlin gespielt. Sportflugzeug abgesiürzt. Am Donnerstag gegen 15 Uhr stürzte in der Nähe von Vechta (Oldenburg) ein Sportflugzeug, wahrscheinlich infolge Bedienungsfehlers, ab. Der Führer Goebel wurde schwerverletzt. Die zweite Insassin des Flugzeuges, die von zahlreichen Flugveranstaltungen bekannte Fallschirmspringerin Lucie B y c z k o w f k y, kam bei dem Unfall ums L e be 'n. Zwei Todesurteile In einem Mordprozetz. Meine Volksgenossen und Volksgenosslnnen! In einigen Stunden schon werden allüberall in Deutsch- land in Stadt unb Land die Massen unter den flatternden Fahnen unserer Revolutton aufmarschieren, um des Führers Wort zu vernehmen. Ihm werden sie ihre Treue und Verdun- denheit zu Füßen legen. Die ganze Ration ist um den einen Mann geschart, ber uns heute Verkörperung und Inbegriff des Deutschtums schlechthin ist. In dieser feierlichen Abendstunde soll sich dann auch Ihr Herz mit dem Gefühl der Befriedigung erfüllen im Gedanken daran, daß Sie durch Ihre zähen und unermüdlichen Vorarbeiten die Möglichkeit schufen, daß ein Mann zu einer Stunde im ganzen Volke, bei hoch und niedrig, arm und reich, gegenwärtig ist, daß er in Stadt und Dorf einkehrt, als Freund unb Beschützer In die Fabriksäle, Kontore, Bauernhütten und Arbeitermansarden eintritt, um bem Volke Stärkung ber Seele zu geben unb neue Kraft für ben schweren Kampf um bas tägliche Brot. Wir sind ein Stück vorwärts gekommen in einem Jahr. Wir wollen Im kommenden Jahr nicht stehen bleiben ober mübe werden. Noch näher als bisher wollen wir an das Volk heranrücken. Der Rundfunk soll einmal, wie ja die Zeitung heute schon, zur geistigen Tageskost des ganzen Volkes führen. In diesem Sinne erkläre ich die 11. Große Deutsche Funkausstellung für eröffnet Die personellen Veränderungen, die wir vornehmen mußten, dienten ber zweckbestimmenben Durchführung biefer Ausgabe. Es war uns klar, daß Repräsentanten des Alten nicht Künder des Neuen fein könnten. Das wurde uns leichter gemacht durch die Aufdeckung einer Reihe von K o r r u p t i o n s f k a n- dal en, die dem Systemfunk der Vergangenheit das charakteristische Gepräge gegeben hatten. Im Zuge einer starken Vereinheitlichung bes deutschen Lebens wurde auch der Rundfunk geschlossen in bie Hanb bes Reiche überführt. Zugleich setzte ein umfassende Abbau ber Bürokratie em. Der Jntenbant ist heute ber autoritäre unb oerantmortungstragenbe Führer des Einzelsenbers. Er gibt ihm Gesicht unb Umriß. In seiner Hand laufen alle Faden funkischen Gestaltens zusammen. Als eine seiner ersten Aufgaben bezeichnete ich damals die Pflicht, die geistigen Kräfte der Ration an das Mikrophon heranzubringen. WMM y>' > , < >■ M ■ %/- ' ' » <Ä > verdenkt. Die Besatzung in Starke von 21 Mantt hatte es abgelehnt, sich zu ergeben. Beruhigte Nerven — gesunder Schlaf. Nur allzu viele Menschen benutzen künstliche Mittel, um Schlaf herbeizuführen. Sie gehen dabei von dem an sich richtigen Grundsatz aus, daß nichts für den Körper so schädlich ist wie schlaflos verbrachte Nächte, aber sie machen den Fehler, zu künstlichen Mitteln zu greifen, um dem Schaden abzuhelfen. Sie müssen sich dabei sagen, daß der Körper sich an solche Mittel gewöhnt und daß die erforderliche Dosis immer größer und größer werden muß, wenn sie helfen soll. Das ist für den Organismus verhängnisvoll. Unzählige bedauerliche Unglückfälle find auch nur darauf zurückzuführen, daß Menschen Schlafmittel nahmen, statt den Körper auf natürlichem Wege zum Schlaf zu bringen, und daß sie dann schließlich nicht mehr beurteilen konnten, eine wie große Dosis sie nehmen durften, ohne die Katastrophe herbeizuführen. Natürlich ist es fast unerträglich, Nacht für Nacht schlaflos zu liegen — man steht morgens mit schwerem Kops auf, wird allmählich zu richtiger Arbeit unfähig und zerreibt sich seine Nerven vollständig. Aber wir haben allerlei andere Möglich- keiten, Schlaf herbeizuführen. Gute Wirkung hat es, unmittelbar vor dem' Schlafengehen eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Viele nehmen auch ein kaltes Fußbad und behaupten, daß der Schlaf sich dann rasch einfindet. Sehr wichtig für den Schlaf ist die Temperatur. Es gibt allerdings Menschen, die nur in einem Zimmer schlafen können, in dem die Fenster weit geöffnet sind. Das Normale ist aber, daß der Mensch, um gut und ruhig zu schlafen, einer gewissen Wärme bedarf. Unter allzu dünner Decke in sehr kaltem Zimmer fröstelt er und schläft überaus unruhig. Auch die Beleuchtung spielt eine wesentliche Rolle. Sicher ist, daß der Schlaf um so ruhiger ist, je dunkler das Zimmer ist. Zimmer, in die das Tageslicht früh schon eindringen kann, sind nicht sehr geeignet als Schlafräume. Auch der Mond wirkt oft störend auf den Schlaf ein. Es gibt sehr viele Men» scheu, die bei Mondschein überhaupt kein Auge gtn tun. Das alles sind die unwägbaren Einflüsse, bte unser Nervenleben bestimmen. Fast immer ist eins Ueberempfindlichkeit schuld, wenn solche Störungen sich geltend machen — deshalb soll der Schlaflos« immer und zuerst an eine Stärkung seiner Nerven denken. Viel Bewegung in frischer Luft, gute und ae Nahrung, ruhige Arbeit werden die besten sein, wieder zu einem gesunden, erquickenden Schlaf zu kommen. st Wettervoraussage. Der hohe Druck hat sich noch gekräftigt und den Einfluß der Störungstätigkeit oingedärnrnt. Somit wird heiteres und trockenes Wetter vorherrschen, und die Temperaturgegensätze werden sich zwischen Tag und Nacht weiter verschärfen. Nach starker nächtlicher Abkühlung kommt es morgens zu verbreiteten Dunst- und Nebebildungen. Aussichten für Samstag: Meist heiter, tagsüber warm, nachts frisch, trocken. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 16. August: mittags 24,3 Grad Celsius, abends 15 Grad: am 17. August: morgens 12,9 Grad. Maximum 24,8 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe' am 16. August: abends 21,3 Grad: am 17. August: morgens 16,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumichein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für hsn üvrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Oie Mahnung Hindenburgs. „Ich danke der Vorsehung, daß sie mich an meinem Lebensabend die Stunde der Wiedererstattung hat erleben lassen." (Hindenburgs politisches Testament.) ♦ „Mein Kanzler Adolf Hitler und seine Bewegung haben zu dem großen Ziele, das deutsche Volk über alle Standes- und Klassenunterschiede zur inneren Einheit zusammenzuführen, einen entscheidenden Schritt von historischer Tragweite getan." (Hindenburgs politisches Testament.) * „Ich scheide von meinem deutschen Volk in der festen Hoffnung, daß das, was ich im Jahre 1919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Ianuar 1933 führte, zu voller Erfüllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen wird. In diesem festen Glauben an die Zukunft des Vaterlandes kann ich beruhigt meine Augen schließen." (Hindenburgs politisches Testament.) Helfer im Unglück: Der Führer bei der Besichtigung des durch eine Branidkatastrophe heimgesuchten badischen Ortes Oeschelbronn. sten konnten sich retten. Die Zahl der Toten wird mit 170 angegeben. Der von Banditen entführte Brauereidirektor gibt ein Lebenszeichen. Der Bruder des von Banditen verschleppten Brauereidirektors L a b a 11 aus Toronto (Kanada) erhielt in feinem Hotel zwei telephonische Anrufe, in denen nach dem von den Banditen geforderten Lösegeld von 150 000 Dollar gefragt wurde. Die Frist für die Zahlung dieser Summe lief bereits am Tage zuvor ab. Die Familie erhielt von dem verschleppten Millionär eine Mitteilung folgenden Inhalts: „Tut, was Ihr könnt, um mich zu befreien und gehorcht den gegebenen Befehlen!" Lin chinesischer Seeräuberdampfer versenkt. Bei Bajansussu hat ein mandschurisches Kanonenboot, dessen Kommandant der japanische Offizier Nakasima ist, einen chinesischen Piratendampfer Der Förderer deS deutschen Sportes! ! " J* ."A u1 w» *w1W!1 "!■» ML K - . ; ; ■ . . . : . ■ ■ :i 4' > , verteilten sich dann in mehrere Gruppen, die gleichzeitig in die Wohnungen der reichsten Leute eindrangen und ihnen unter Todesdrohungen Geld und Schmuck abnahmen. Ein Weinhändler, der Widerstand leisten wollte, wurde schwer verprügelt. Insgesamt wurden neuen Häuser geplündert. Verheerendes Unwetter über einer rumänischen Stadl. Ein starker Wolkenbruch zerstörte Donnerstag früh einen beträchtlichen Teil der Hafenstadt Braila an der Donau. Die Regenmassen sprengten die über ein Jahrhundert alten unterirdischen Kanäle, die von den Türken gebaut worden sind. Fast 100 Häuser sind einge stürzt. Ob auch Verluste an Menschenleben zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Brand auf einem irischen Fischdampfer. Der Kapitän und die aus sechs Mann bestehende Besatzung des irischen Fischdampfers „St. Nicholas" mußten in der Nacht zum Donnerstag 30 Kilometer von Skerries an der Küste der Grafschaft Dublin ihr Schiff verlassen, weil ein Feuer aus- gebrochen war, das sich infolge einer Explosion über das ganze Fahrzeug ausbreitete. Erst am Donnerstagabend traf die Mannschaft in einem kleinen Boot wohlbehalten an der Küste ein. Diamanlenfunde in Nigeria. Die Regierung von Nigeria teilt mit, daß in einem Goldfeld in der Provinz Zaria Diamanten gefunden worden seien. Die Nachricht hat zu einer kleinen Völkerwanderung hoffnungsvoller Goldgräber nach dem glücklichen Bezirk geführt. Entführung eines Geistlichen in Nordkarolina. Eine aufsehenerregende Entführung wird aus Goldsboro (Nordkarolina) gemeldet. Ein Geistlicher namens A s k e w verschwand dieser Tage auf dem Wege zum Gottesdienst, den er in einem Nachbarorte abhalten wollte. Kurz darauf erhielt Askews Frau einen Brief, in dem sofortige Zahlung von 25 000 Dollar Lösegeld verlangt wird, andernfalls Frau Askew ihren Gatten nicht lebend wiedersehen würde. Meuterei in einem amerikanischen Zuchthaus. 1500 Sträflinge im städtischen Zuchthaus auf der Welsare-Jnsel weigerten sich, wie aus Neuyork gemeldet wird, ihre Tagesarbeit zu verrichten, weil sie erfahren hatten, daß das neue Staatsgesetz, wonach den Sträflingen für gute Führung monatlich eine Anzahl Tage von der Freiheitsstrafe abgezogen werden, nur für Staatsgefängnisse gilt. Die meuternden Sträflinge wurden in den Zellen eingesperrt, wo sie seitdem ununterbrochen lärmen. Furchtbares Fährunglück auf dem Ganges. — 170 Tote. Bei Darihara kenterte auf dem Ganges ein Fährboot mit 200 Personen an Bord. Die wenig- Vermietungen Gr. 4-Zimm-Wohn. 15 Min. von der Stadt, zu verm. Schr. Anfr. unt. 03998 a.d.G.A. Große O4oi4 Werkstatt auch als Lagerraum m. Garage u. evtl. Büro ab 1.9. 34 zu verm. 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W -M' - 's -f So recken sich Herz und Hände der rhein-mainischen Bevölkerung dem Führer entgegen Adolf Hitler in Hessen-Nassau. Md M • > 2* KW - - Gesundes Wohnen in neuen Siedlungen — ein Hakenkreuzblumenbeet als Zeichen des Dankes. Ä HM N Arbeitsdienst überall hilfsbereit, wohl die segensreichste Tat Adolf Hitlers — Unwetterschäden bei Nierstein wurden im ärgsten schnell behoben. wurden Gotteshäuser bevorzugt behandelt, der Nikoletkirche in Alzey. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffung Adolf Hitlers ~ ‘ *--*-—**-" Neubau I men kann. ~ , r j, _ <: I Das Geheimnis dieser einzigartigen Tatsache g in der Bedeutung des Führern als Jugend Leben werden. bürge an alle Volksgenossen und rufe ihnen zu: Seid einig! Steht zusammen in guten und in bösen Stunden und sagt I a, sagt freudig I a dem deutschen Führer und dem deut- scheu Reichskanzler Adolf Hitler! lichkeit zu einem wahren deutschen und Lebensinhalt ausgestaltet Für dieses hohe Ziel hat Hindenburg sein ganzes, wundersam erfülltes Leben für uns alle immer wieder eingesetzt. Für dieses hohe Ziel ist Adolf Hitler bereit, die schwere Würde und Bürhe auf sich zu nehmen, und für die Erreichung dieses hohen Zieles wende ich mich als Führer des NS.- Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm), als Arbeitsminister und Mitarbeiter Hitlers im Reichs- kabinett bittend und mahnend im Geiste Hinden- Begeistertes „Za" der Turner und Sportler. Deutsche Kameraden! Der Führer des deutschen Volkes, dem nach Bestimmung und Gesetz die oberste Staatsführung zukommt, unterbreitet seine Stellung einer nochmaligen Zustimmung durch das deutsche Volk. Wie stets, so will auch der Führer jetzt, daß alle seine Macht ihren Ursprung im Volke selbst findet. Der deutsche Sport hat es dem Führer zu danken, daß er zum wesentlichen Bestandteil des deutschen Volkslebens werden konnte. Maßnahmen, die der Sport zum größten Teil der persönlichen Initiative des Führers verdankt, werden und müssen sich im Laufe der nächsten Jahre dahin auswirken, daß wir deutschen Sportler mitführend in der Welt dastehen. Den Dank, den das deutsche Volk und zumal wir deutschen Sportler dem Führer schulden, können wir nur durch die Tat abgelten. Das eine soll der Führer sehen, die deutsche Turn - und Sportwelt bejaht begeistertseine Führung. Hans-Heinz Sievert, Heinrich Brauch, Ruth Engelhardt, Gisela Mauermeyer, Ernst Kuzorra, Fritz Czepan, Hans Sobek, Erich Rademacher, Ernst Küppers, Olga Jensch-Jordan, Albert Richter, Tony Merkens, Ernst Winter, Rudolf Jsmayr Oie Turner und Sportler treten zur Frühwahl an! Der Unterbeauftragte des Reichssportführers für Hessen erläßt folgenden Aufruf: Der 19. August ist wieder ein Tag, der dem deutschen Volke gehört, ein Schicksalstag der Deutschen Geschichte. An diesem Tage stellt sich das deutsche Volk der Welt wieder vor in seiner nationalsozialistischen Weltanschauung unter dem Begriff: Ein Führer, ein Volk, ein Vaterland! Es ist kein Zweifel, daß die gesamte deutsche Turn- und Sportbewegung sich im gleichen Sinne mit an erster Stelle geschlossen hinter unseren Führer Adolf Hitler stellt. Noch stehen wir Turner und Sportler unter dem Eindruck der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg, die nach jahrelanger Zersplitterung und Zerklüftung des deutschen Turn- imb Sportwesens endlich die ersehnte Einheit brachten. v , Wir danken diese Einheit einzig und allem unterem Führer, der sofort nach der Machtergreifung einen Reichssportführer ernannte, unter dessen umsichtiger Führung die Neugestaltung der deut chen Turn- und Sportbewegung im nationalsozialistischen Sinne in die Wege geleitet wurde. Am 19. August werden wir diesen Dank durch die Tat abstatten. Alle Turner und Sportler wählen deshalb nicht nur den Führer, sondern sie treten als echte deutsche Volksgenossen al- erste zur Wahlurne, indem sie durch eine Frühwahl ihre Pflicht erfüllen. Gez. Löwer, Unterbeauftragter des Reichssportführers für Hessen. hohe und hehre Ziel hat: Deutschland Deutjch- land und immer wieder Deutschland und des deutschen Volkes Gluck und Wohlfahrt und Gedeihen! Alle Kraft, die ganze unermeßlich hohe und schöpferische Arbeitskraft eines 67-Millionen-Volkes, muß zusammengefaßt werden, um zur höchsten Auswirkung und Leistung und zur höchsten Harmonie zu gelangen, damit des deutschen Lebens Notdurft m deutsche Lebensmöglichkeit, und deutsche Lebensmog- Die Volksbefragung des 19. August 1934 wendet sich an die Stimmderechtigten ; aber mit derselben Leidenschaftlichkeit, mit der die erwachsene Generation auf den Augenblick wartet, der ihr die Möglichkeit gibt, einen kleinen Teil der D a n k Lösch u l d, die sie gegenüber dem Führer empfind , abzutragen, wartet auch das ganze jung Deutschland auf diesen Tag. Es gibt kein Beispiel in der Geschichte sur ein ähnliches Verhältnis einer Jugend zum i^rer der Regierung. Der Stimmzettel des Erwachsenen wird am 19. August weltgeschichtliche Bedeutu g erhalten. Aber von nicht minderer Bedeutung ist der G l a u b e u n d d a s B e k e n n t n l s d e r deut- s ch e n I u g e n d, die an diesem Tage nicht abstim- Am Sonntag, 19. August, appelliert der Führer, Appelliert A d o l s H i t l e r an das g a n z e d e u t - l e ehe Volk, ob es die von der Reichsregierung 1 Le chlossene Vereinigung der Aemter des Reichs- ! Präsidenten und des Reichskanzlers und den lieber» Zana der Amtsbefugnisse unseres teuren verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls v o n ; Hindenburg auf ihn, den Führer und Reichs- l Lanzler Adolf Hitler, billigt. ■ Der Führer legt damit die Entscheidung der beut» Ichen Zukunft und des deutschen Schicksals m d i e Hand d e s deutschen Volkes Und so, wie fein ganzes Tun und Arbeiten p rägen ist von dem Glauben an das deutsch Volk, so glaubt er, in dieser Schicksalsstunde nur 3usammen- kuqehen und handeln zu können mit dem Wollen und dem Willen der ganzen Nation. Aus Ler Zustimmung und aus dem Glauben des beut- (eben Volkes entnimmt ber Führer uneber verstärkt und erneut seinen Glauben und seine Kraft zur Meisterung ber großen deutschen Aufgaben. Tiefbewegten Herzens haben wir ben ©eneralfelb- marschall und Reichspräsidenten von S)\x\D en- bürg, noch einmal umgeben von ber Liebe bes ganzen Volkes, zur letzten und rourbtgen Ruhe in Tannenberg inmitten seiner alten Soldaten geleitet Sn diesen Tagen war sich, wie vor 20 fahren, das ganze deutsche Volk im Fühlen und trn Denken einig. Und mehr denn je heißt es sur die Nation, die ' Erkenntnis zu gewinnen, daß nicht nur zu gehobener Stunde, sondern daß gerade in ben Jagen und in ben Jahren ber kommenden Arbeit die ganze deutsche Nation einig wie ein Mann z u s a m m e n z u st e h e n und so das hohe Vorbild und den Willen des verewigten Reichspräsidenten zu verwirklichen hat Trotz allem Schweren hat das deutsche Volk das große Glück, daß es nicht in banger Frage einer führerlosen, schrecklichen Zeit gegenubersteht — Das Schicksal hat dieses Mal dem deutschen Volk m Adolf Hitler ben würdigsten Nachfolger Hindenburgs gegeben. Für die alten Frontsoldaten, aus deren Reihen der Frontkämpfer Adolf Hitler hervorgegangen ist, steht es unumgänglich fest, daß wir ihn am 19. August noch einmal auf den Schild heben. Und neu übertragen wir, wie wir es schon am Tannenberg-Denkmal taten, das Gelöbnis das wir einst dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall geleistet haben, auf A d ol f Hitler den Führer und deutschen Reichskanzler. Heute wende ich mich als alter Frontsoldat und Mitkämpfer Hindenburgs und Adolf Hitlers über ben Kreis der alten Soldaten hinaus an alle h-utschen Volkgenossen und ermahne sie im Geiste Hindenburgs: Seid einig! Haltet und arbeitet zusammen, Denkt daran, daß »er tausendjährige Wunsch und Traum des deut- sch-n Balkes erfüllt ist - e-n Reich - e n Volk — eine Reichsspitze. Und an dieser Reichsspitze «in Mann — Adolf H i t l e r, der nur das eine Der Führer und die Fugend Von Veichsjugendführer Baldur von Schirach. e r z i e h e r. Die Jugend betrachtet ihn als ihr Eigentum, als i h r e n sichrer. Sie versucht sj) ch feinem Vorbild zu formen. In Der Person ichen Tapferkeit, Entschlossenheit und Beharrlichkeit des Führers sieht heute jeder junge Deutsche -tugenben, bi er»»Än durch die Tatsache seines Daseins der Entwicklung der ration eine ganz bestimmte R>chlu»g 3 Rutscher schen, unb gestaltet unbewußt Millionen oeur^er Jugenb nach seinem Wesen. . MdssWk« Bs-säEE e*» Mander" Wesens,eite Adolf Hitlers denkbar, als Von Hindenburg zu Hitler Don Michsarbeiisminister Franz Eeldte. Een bes Führers ausschließlich ihrem Wohl gern i b m e t ist unb sein Denken anbers als bei ben überrounbenen Politikern ber Vergangenheit nicht nur um bie kleinen unb großen Fragen bes Tages kreist, sonbern dem Werdendenund Zukünftigen zu bienen sucht. Wohin dieser Mann auch schreitet, er weiß seine Jugenb hinter sich. Sie wirb bie Grünbe ihrer bebingungslosen Gefolgschaft nicht immer mit ver- tanbesmäßigen Gründen klar belegen können, dafür ist sie eben Jugend. Aber sie wird auf die Frage nach dem Warum stets bas Wort finden, mit dem ie den Führer auf allen seinen Wegen begleitet: Der Führer h a t immer recht! Das Leben für den Führer! Das Handwerk für den Führer. Der Landeshandwerksführer für Hessen hat anläßlich der Volksabstimmung an den Führer folgendes Telegramm gerichtet: An den Führer und Reichskanzler Abolfhitler! Mein Führer! Sie haben angeordnet, daß am Sonntag, 19. August 1934 das deutsche Volk darüber befragt werden soll, ob die Rechte und Pflichten des Reichspräsidenten mit denen des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vereinigt werden sollen. Für das deutsche Handwerk ist es eine Selbstverständlichkeit, re st los und ohneAusnahmesreudigunddegeistert j e i n „I a" a b z u g e b e n. Es bedeutet jedoch für uns mehr, als nur unsere einfache Pflicht zu erfüllen. Wir wollen mit diesem „Ja" unsere Liede unser unerschütterliches Vertrauen und die grenzenlose Dankbarkeit unserem Führer bekunden. Namens Hunderttausend Handwerksmeister der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen mit ihren Familien- und Gefolgschaftsangehongen bitte ich Sie, mein Führer, dieses Gelöbnis nut dem Ausdruck tiefsterDankbarkeit entgegen- Zunehmen. Landeshandwerksführer Hessen: Garner. 5 Gießen in Hessen voran! Dem Führer Dein ,3»*!! trag von 200 Mark ausgehändigt worden war, begaben sich der Unbekannte und die in e - aeschäft, wo er tatsächlich bereits einen Sara Auftrag gegeben hatte. Nachdem ihm der B Gedankenvoll klappt man das Tagebuch zu. Noch war damals nicht die Schicksalsstunbe Deutschlands. Erst genau sieben Monate später übergab der Reichspräsident dem Führer die Macht und wurde dadurch der Schirmherr der nationalsozialistischen Revolution. Eins aber ist gewiß: H i t- l e r gestern und heute — ein Sohn des Volkes, aber sein Führer. TreuekundgebungderOpelgeMchastzWMer Neichsstatthalter Gauleiter Sprenger über die Volksabstimmung. Stunden mit Hitler. Tagebuchblätter aus der Kampfzeit. Don Dr. Friedrich Bvbendey. spielt mit ihm, um dann gleich darauf wieder gestrafft alle Anordnungen für die Abfahrt zum Reichsoberhaupt zu treffen, für eine, vielleicht für die Schicksalsstunde Deutschlands. Wir wissen, daß Adolf H i t l e r die Wiedergeburt Deutschlands in Der Seele des deutschen Menschen begonnen hat. Dieses Menschlich-Seelische ist es auch, was seinem Wesen den Stempel aufdrückt. Alles ist Natur, alles ist Natürlichkeit, nichts ist Schein, nichts Aufmachung, nichts Pofe. Wie ein Mensch unter Menschen lebt der Führer. Aber: was für ein Mensch ist er! * Das Auto fährt vor. Gepäck wird verstaut. Adolf Hitler gibt uns die Hand, sieht uns tief, ernst, ruhig in die Augen. Vielleicht ist Hitler in diesen schick- salsbewegten Stunden der ruhigste Deutsche der unter uns lebt. Ein Ruck. Der Wagen mit dem Führer rollt um das Rondell, rollt in die Kastanienallee, biegt ein in die Landstraße und faucht ungestüm davon, gen Berlin, zum Reichspräsidenten ... Innenpolitisch bedürfte es keiner Volksabstimmung am 19. August. Diese Volksabstimmung hat ungeheure Bedeutung angesichts der Haltung des Auslandes. Die ganze Welt schaut auf uns. Dir wollen ihr einmütig am Sonntag beweisen, daß die Zeiten vorüber sind, in denen ausländische Einflüsse sich in Deutschland geltend machen konnten. Wir sind gewillt, mit dem Auslande im friedlichen Wettbewerb zu leben, aber wir sind auch gewillt, wenn es sein muß, uns unabhängig vom Auslande zu machen. Wir wollen am 19. August dem Führer jetgen, daß wir in geschlossener Gefolgschaft hinter ihm stehen. Wir wollen ihm durch Treue und Dankbarkeit die Kraft und das Vertrauen neben, daß er den Weg findet zu neuen unerhörten Taten. Der Reichsstatthalter schloß seine von tiefer Ueher- zeugungskraft getragenen Ausführungen mit den Worten: „Der ganze Gau soll am Sonntag ein einziger Aufschrei sein: Ein „Ja!" für Adolf Hitler. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und das Horst-Wessel-Lied schlossen die erhebende Kundgebung. Ein Kamerad, und doch: welch' innerer Abstand, der überhaupt nicht zuläßt, diesem Manne mit irgendwelchen Kleinigkeiten zu kommen oder gar sich plump-vertraulich an ihn „heranzumachen". Wieder schrillt das Telephon. Ich hebe den Hörer ab. Meine Schriftleitung aus Schwerin ruft an: „D i e Reichsregierung ist soeben z u r ü ck g e tr e t e n." Harrah! Die Meldung muß ich als erster dem Führer bringen! Also raus aus dem Zimmer, auf die Diele! Wo ist er? Dort! „Die Reichsregierung ist soeben zurückgetreten!" Der Führer lacht. Nicht triumphal. Nicht überlegen, nicht überheblich. Aber man sieht's ihm an: er wußte es natürlich schon längst. Und es ergibt sich, daß man am Abend vorher im Quartier des Führers schon Verhandlungen hochpolitischer Art führte. (Später guckt man scheu in das „historische" Zimmer). Und man erfährt, daß Reichspräsident Hindenburg den Führer für den späten Nachmittag zu sich nach Berlin berufen hat. Reichskanzler Brüning war gestürzt. Aber noch wußte es die Welt nicht. Der Führer befand sich damals, Ende Mai 1932 in heißem Wahlkampf um die Eroberung der Macht im Lande Mecklenburg-Schwerin. In fünf gewaltigen Kundgebungen gelang es ihm, den Gegner zu schlagen und zu besiegen. Mecklenburg-Schwerin wurde nationalsozialistisch. Heute liegt das alles weltenfern zurück. Heute ist ganz Deutschland nationalsozialistisch. Aber gerade heute, wo wir wieder einer gewaltigen Volksabstimmung entgegengehen, kommen einem die Gedanken: Wie war es damals? Damals, als man auf einem stillen Gutshof weltgeschichtliche Stunden mit dem Führer verleben durste. Man nimmt fein Tagebuch zur Hand und liest. lieber regenglatte Chausseen rast das Auto, das uns in das Quartier des Führers bringen soll. Noch zwei, drei knatternde Kilometer, dann biegen wir in die breite Kastanienallee ein, die zum Gutshof führt. Langsam geht's um das Rasenrondell. Der Wagen hält. Pudelnaß steigen wir aus, eilen die Stufen zum Hause hinauf, um Schutz vor dem Wetter zu suchen, da — sitzt, völlig überraschend, an einem mit Karten bedeckten Tisch der Führer. Alter soldatischer Erziehung gemäß fliegen die Hacken zusammen, der Arm streckt sich zum Gruß. Der Führer steht auf, sieht dem Ankömmling, von dem er noch nicht weiß, wer er ist, ins Auge, drückt ihm die Hand: ein Kamerad begrüßt den andern. Vielleicht ist dies der stärkste Eindruck, den man mitnimmt: dieses selbstverständliche Zusammengehörigkeitsgefühl. Eine Viertelstunde Arbeit mit einem Beauftragten Hitlers hält uns im Herrenzimmer fest. Das Telephon schrillt. Der Führer wird aus München verlangt. Im süddeutschen Dialekt gibt er seine Anweisungen. Und er, dem die Geschicke Deutschlands durch den Kops gehen, er, der für Millionen denken muß, er sorgt dafür, daß man in München am Monatsersten auch die nicht vergißt, denen sonst sein leibliches Wohl anvertraut ist. Könnte man doch mehr berichten von diesem Gespräch, das mit einem Schlage aufdeckt, in welcher selbstgenügsamen Einfachheit das äußere Leben des Führers abläuft. ♦ Und wo man ihn auch sonst schaut und verstohlen in seinem Gesicht zu lesen versucht, immer wieder diese herrliche Ruhe und Zuversicht! Keine bedeutungsvoll erscheinende Miene, keine Stirnfalten, keine heroischen Gesten! Einfach, schlicht, bescheiden. Und doch! Es ist etwas anderes; es ist wohl die unerhörte Selbstsicherheit dieses Mannes, der keinerlei Maske, keinerlei Allüren benötigt, um durch sich zu wirken. Frau gemeinsam auf den Weg in deren Wohnung. Unterwegs entfernte er sich mit dem Bemerken, er wolle sich eine Taxe zur Heimfahrt beschaffen. Er kehrte jedoch nicht zurück. Nun schöpfte die Geschädigte Verdacht und stellte fest, daß ihr Mann wohlbehalten seiner Arbeit nachging und sie einem Betrüger ins Garn gegangen war. Don dem Mann fehlt bis jetzt jede Spur. Die Polizei- lichen Ermittlungen Dauern an. Nächtliches Abenteuer eines Feldhüters ][ Marburg, 16. Aug. Ein merkwürdiges Er. lebnis, das fast wie Jägerlatein anmutet, hatte in letzter Nacht der hiesige Feldpolizeiwachtmeister Becker. Als Becker gegen 2.30 Uhr nachts fein um den Stadtteil Ockörshausen gelegenes Revier ab- ging, um auf Obstdiebe zu achten, glaubte er in einem am Wege stehenden Apfelbaum Geräusche zu hören. Kaum hatte er mit feiner Taschenlampe die Aeste des Baumes nach den vermeintlichen Obst- bieben abgeleuchtet, als ihm zu seinem Schrecken plötzlich zwei merkwürdige Tiere an die Beine fuh. LPD. Rüsselsheim, 16. Aug. Die Opelstadt stand heute im Zeichen des Besuches des Reichsftatt- halters Gauleiters Sprenger, der am Nachmittag im Fabrikhof der Opelwerke zur Gefolgschaft sprach. In den Straßen, die der Wagen des Reichsstatthalters passierte, hatten SA., SS., NSKK., NSBO., PO. und HI. mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Beim Eintreffen im Fabrikhof wurde Reichsstatthalter Sprenger von dem Kreisbetriebszellenobmann K? auß und dem Betriebsführer Dr. Fleischer der Opelwerke begrüßt. Im Fabrikhof hatten sich etwa 15 000 Werksangehörige der Opelwerke versammelt, um aus dem Munde des Reichsstatthalters einen letzten Appell vor der Volksabstimmung zu hören. In großen Transparenten hatten einzelne Abteilungen den Dank an den Führer für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zum Ausdruck gebracht. Reichsstatthalter Sprenger führte in seiner Ansprache u.a. aus: Adolf Hitler hat die deutsche Volksgemeinschaft geschaffen und so die jahrtausende alte Sehnsucht des deutschen Volkes zur Tat werden lassen. Als Hitler nach dem Zusammenbruch den Entschluß faßte, Deutschland zu retten, begann für ihn ein steiniger, aber auch aufwärtsführender Weg. Ihn schreckte kein Hindernis auf seinem Wege zum Ziel. So kam der 30. Januar 1933 und mit ihm der Aufbau auf allen Gebieten. Ueberall in der Wirtschaft begann es sich zu regen, und niemand hal eindrucksvoller diesen Aufstieg erlebt als die Werksangehörigen dieser großen krastwagenfabrik Deutschlands. Zählten doch die Opelwerke bei der Machtübernahme Adolf Hitlers 6000 Werksangehörige, und heute steht das Dreifache in Arbeit. Gerade die Kraftwaaeninbustrie hat in Deutschland den bedeutendsten Aufstieg genommen* dank der Maßnahmen der Regierung Adolf Hitlers auf steuerlichem Gebiete. Wer offenen Auges durch die Welt geht, sieht, wie überall auf den Straßen bei dem Bau der Autobahnen sich die Hände regen. Dieses alles stellt aber nur erst den er ft en Schritt des deutschen Volkes auf seinem Wege zum Aufstieg dar. Die Regierung wird unentwegt danach streben, daß auch die letzten Volksgenossen in Arbeit gebracht werden. Nachher bei Tisch, im Kreise von vierzehn Mittagsgästen, sitze ich ihm unmittelbar gegenüber. Aber es wird bei Tisch nicht etwa laut und hochmütig gejubelt. Nur eine stille — ja man kann es so beschreiben: eine stille Glückseligkeit lag über uns allen. Die 14 Jahre Kampf, sie schienen beendet zu sein! Inzwischen „prassen" wir, inzwischen „tafeln" wir! O, ihr Schwätzer, ihr Verleumder! „Praßt" Adolf Hitler? Nun, er ißt wie jeder Sterbliche sein einfaches Mahl. Damit ist aber auch alles gesagt. ... und während wir unsere Gläser erheben, stößt der Führer mit einem Glas Sauerbrunnen an. Das sind die Sektgelage Adolf Hitlers! ren, die sich wie toll gebärdeten, bissen und kratzten. Im Scheine seiner Lampe stellte er fest, daß es sich um ein Dachspaar handelte, das mehrere Junge bei sich führte und wahrscheinlich aus dem nahen Stadtwald unter die Obstbäume herübergewechselt batte. Der Beamte mußte schließlich Die sonst so scheuen Tiere, Die jedenfalls ihre Jungen in Gefahr wähnten, durch einen Pistolenschuß verscheuchen. Zum Glück trug er Ledergamaschen, welche durch das Kratzen und Beißen der Tiere ziemlich beschädigt wurden. Ein Schwarzsender entdeckt. LPD. Herborn, 16. Aug. In Ballersbach bei Herborn entdeckten Beamte Der Post auf her Suche nach Rundfunkstörern bei einem Schlosser eine komplette S e n i> e r a n I a g e, mit der der Mann mit der Schweiz, mit Holland und anderen ausländischen Empfängern in Verbindung treten konnte. Man vermutete zunächst andere Motive; es stellte sich iedoch heraus, daß es sich lediglich um die Liebhaberei eines Radiobastlers handelte. Der Apparat wurde von der Gendarmerie beschlagnahmt. Schwerer Moton adunfall in Offenbach. LPD. Offenbach, 16. Aug. Gestern abend, kurz vor 20 Uhr, ereignete sich auf der Mühlheimer Landstraße ein schwerer Motorradunfall. Ein Motorradfahrer, der aus Richtung Offenbach kam, und ein weiterer, der von Mühlheim her fuhr, stießen aus bisher ungeklärter Ursache zusammen. Beide erlitten schwere Verletzungen. Der Mühlheimer Fahrer hat außer einem schweren Schädelbruch auch noch sonstige schwere Verletzungen. Der andere Fahrer, der aus Gelnhausen stammt, hat einen Bruch des linken Ober- und Unterschenkels erlitten. Beide Verunglückten wurden in bedenklichem Zustand in das Offenbacher städtische Krankenhaus über- führt. Dillkreis. LPD. Herborn, 16. August. Am Donnerstag gegen 13 Uhr wurde im Nachbarort Dicken Das Gespan n eines Bickener Landwirtes non der Lokomotive eines Leerzuges erfaßt. Der Mann hatte trotz des Läutens der Lokomotive Deren Herannahen nicht bemerkt. Nur durch die Geistesgegenwart Des Lokomotivführers, der sofort bremste, wurde ein größeres Unglück verhütet. Das Gespann wurde lediglich zur Seite geschleudert. Verletzt wurde niemand. Während des Essens spielt der Führer mit dem reizenden Töchterchen des Hausherrn. Er hat insgeheim ein Kästchen mit Süßigkeiten besorgen lassen. Und nun schauen beide, der Führer und das Kindchen, in das bunte Gewirr der Näschereien: welches Stück ist das schönste? Auch nachher, während ein wichtiges Ferngespräch mit Dr. Goebbels geführt wird, fitzt der Füh- rre mit Dem blonden Mädelchen zusammen und Warnung vor einen gemeinenBetrüger. LPD. Frankfurt a. M., 16. Aug. Bei einer Ehefrau in der Landsberger Gasse erschien vor einigen Tagen ein Mann, der sich Müller nannte, und fragte, ob ihr Ehemann in sein Geschäfts wo er selbst Filialleiter sei, gegangen sei. Als dke Frau das bejahte, machte er die Eröffnung, daß ihr Mann soeben mit einem Auto tödlich verunglückt sei. Er sei von der Firma beauftragt, ihr dies mitzuteilen und auch, daß die Firma bereit fei, die Hälfte der Beerdigungskosten zu tragen. Er sei von der Firma weiter beauftragt, i h r bei allen Formalitäten behilflich zu fein. Nachdem der Unbekannte durch Fragen in Erfahrung gebracht hatte, daß die Frau in der Lage war, die Hälfte der angeblich nötigen Kosten zu tragen, veranlaßte er sie, den Betrag auf der Bank abzuheben. Vorher führte er die Frau in ein Sarg- Gespensterschiffe. Von Waldemar Keller. Dor einiger Zeit mußte ein norwegischer Dampfer im englischen Kanal von der Mannschaft verlassen werden. Es herrschte dichtester Nebel, das Schiff trieb hilflos mit der Strömung, tauchte einmal hier, einmal dort auf, bis es verschwand und nie mehr gesehen wurde. Wahrscheinlich ist es während eines Sturmes an den Klippen zerschellt und untergegangen. Dies ist der typische Vorgang, mit dem fast alle Sagen von Gespensterschiffen zu erklären sind. Ein treibendes Wrack, ohne eine Spur von Leben an Bord, wird im Nebel oder im Mondschein gesichtet, man ruft es an, erhält keine Antwort, das Wrack verschwindet, wird von Seeleuten auf anderen Schiffen ebenfalls festgestellt, und schließlich hort und sieht man nichts mehr davon: als Gespensterschiff geistert es über Die Ozeane. Wer erlebt hat, wie unheimlich gerade der Nebel auf See die Größenverhältnisse verzerrt und w-lch beklemmenden Eindruck unter solchen Umständen ein lautlos vor» deischastkelnder Dampfer ober eine mit vollen Segeln sinnlos taumelnde Bark hervorruft, dem wird zur Erklärung Der vielen Meergespenster eigentlich nichts fehlen. Kommt hinzu, daß die „Fahrensleute", wie die Mannschaften vor dem Mast genannt werden, auch heute noch sehr abergläubisch sind. Seltsame Naturerscheinungen in den tropischen Meeresteilen und die tiefe Einsamkeit Der Nächte begünstigen diesen Aberglauben, haben ihn vermutlich gezüchtet, und es bedarf meist nur eines geringen Anstoßes, um ihm neue Nahrung zu geben. Kein Küstenstrich auf der ganzen Erde, Der nicht sein Spezialgespenst hätte! Entweder wurde die Er- zählung heimkehrender Seeleute zum Anlaß der Sagenbildung oder ein Ereignis an der Küste selbst lieferte den Stoff. Eine der interessantesten (Be- spensterschiff-Sagen ist noch immer in dem amerikanischen Ort Medford (Massachusetts) lebendig, interessant deshalb, weil sie sich auf ihren Ursprung zurückverfolgen läßt. Ein geisterhafter Kapitän, heißt es, fahre in alle Ewigkeit mit einem Totenschiff umher. Der Sage aber liegt dieser Tatbestand zu Grund?: Ein kleines Segelschiff, auf der Reise von Medford nach Westindien, geriet in Windstille, die Lebensmittelvorräte und das Wasser wurden knapp, und von der Besatzung starb einer nach dem anderen, bis kein lebendes Wesen mehr an Bord war. In diesem Zustande fanden Seeräuber das Schiff. Da Anrufe nicht erwidert wurden, liefen fit sorglos längsseits, und der Pi« ratenkapitän sprang als Erster an Deck des fremden Fahrzeugs. Kaum war dies geschehen, als ein steifer Wind aufkam, der sich bald zum Sturm erhob. Das Seeräuberschiff trieb ab, konnte infolge des einsetzenden Wellenganges nicht zum zweitenmal neben Dem Segler anlegen, auf dem sich der Kapitän befand, und Prise und Führer mußten einem ungewissen Schicksal überlassen werden. Man hat von dem Totenschiff nie wieder etwas gesehen. Wahrscheinlich ist es mangels jeder Navigierung sofort im Sturm untergegangen. Der Sage nach aber fährt es in der karaibifchen See umher und bringt Tod und Verderben allem, was ihm in den Weg kommt. Es ist nicht unmöglich, daß Wilhelm Hauffs bekannte „Geschichte von dem Gespensterschiff" auf diesem Vorgang basiert. Die einschlägige Literatur, so wenig zugänglich sie ist, weist übrigens eine ganze Menge sogenannten beglaubigter Tatsachen auf. Eine davon mag erwähnt werden. Sie findet sich in dem Buch, das die Kreuzerfahrt der „Bacchante" erzählt, einer englischen Fregatte, die in den Jahren 1879 bis 1882 den jetzigen König von England durch alle Meere führte. Er war damals nach Prinz von Wales und Seekadett. In der Nacht zum 11. Juli 1881, am Kap Horn, leuchtete plötzlich an Steuerbord ein roter Schein auf, in dessen Mittelpunkt die Masten einer Brigg deutlich zu unterscheiden waren. Die Entfernung zwischen der Fregatte und dem seltsamen Nachtphantom betrug nicht mehr als 200 Meter. Der Prinz und zwölf Personen bezeugten schriftlich, das fremde Licht und die Brigg gesehen zu haben. Mit einem Schlage war dann alles verschwunden. Merkwürdigerweise verunglückte unmittelbar darauf der Ausgucksmann, der das Licht gemeldet hatte; er fiel aus dem Vortopp an Deck und blieb zerschmettert liegen. Es kann kaum ein Zweifel besteyen, daß es sich auch in diesem Fall um ein Wrack gehandelt hat. Vielleicht ist die treibende Brigg in das Zentrum einer Me- teorerscheinung geraten, und es läßt sich denken, welchen Eindruck diese Szene auf den armen Ausgucksmann gemacht hat. Er verlor vor Schreck Das Gleichgewicht und stürzte ab. Unmöglich kann man von Gespensterschiffen reden, ohne den Fliegenden Holländer einzubeziehen. Die Sage an sich ist zu bekannt, als daß sie einer Erläuterung bedürfte. Weniger bekannt sind Die Ereignisse, Die ihr zu Grunde liegen, und der Zeitpunkt ihrer Entstehung. Man nimmt wohl allgemein an, daß die Sage in der Blütezeit der holländischen Ostindien-Kompagnie (1602 bis 1795) entstanden ist. Dies trifft aber nicht zu. Die Erzählungen vom Fliegenden Holländer tauchten erst nach dem Jahre 1806 auf und knüpfen sich an das tragische Schicksal des holländischen Kapitäns Vanderdecken, der ums Kap der Guten Hoffnung nach Indien fahren wollte. Unterwegs brach an Bord feines Schiffes eine Seuche aus, vermutlich die Beri-Beri-Krankheit. Vanderdecken versuchte mehrfach, einen Hafen anzulaufen, wurde aber stets von den Behörden zurückgewiesen, Da man eine Einschleppung der Seuche befürchtete. Wieder und immer wieder mußte der holländische Kapitän aufs Meer hinaus. Er ist Dann mit seinem Schiff Der« schollen; offenbar hat die Seuche die gan$e Mann- scyaft dahingerafft, worauf ein Sturm die hilflose Bark zerschlug. Nachträglich, im Laufe der Jahrzehnte, sind diese Ereignisse bann zurückdatiert worden. Hochzeitsreise auf dem Tandem. Inmitten Der durch die Technik räumlich aus- gemeiteten Reisewelt, die den Geaenwartsrnenschen dazu anspornt, auch in der kürzesten Freizeit mittels Kraftwagen, Schnellzug oder Flugzeug sich meilenweit weg an einen anderen Fleck Der Erde zu versetzen, feiert zuweilen doch noch die Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit Triumphe. So kann ein kurzer Ausflug vor die Stadt manchmal ein tieferes Gefühl Der Erholung in freier Natur bieten, als eine bis in alle Einzelheiten festgelegte Reise durch die halbe Welt, und eine Rcrdfahrt ins Grüne kann sich manchmal getrost den Freuden vergleichen, die eine vieltägige Autotour verspricht. Es ist dann, als überschlage sich mit einem Male aller moderne Reisebetrieb, und die größte Gunst wird unversehens Demjenigen gewährt, der auf Schusters Rappen oder durch Treten der Pedale seines biederen alten Fahrrads in die schone Welt hineinzieht. So hat sich türaüd) ein Brautpaar aus Eastbourne in England, Mr. A. E. Wren und Miß Doris Geall, erst gar nicht die Mühe genom- men, einen Berg von Reiseprospekten durchzulesen, um zu erfahren, wo allein in Der Welt sie in ihren Flitterwochen ganz glücklich fein konnten, sondern sie haben als schlichte Radfahrer den Entschluß gefaßt, die Hochzeitsreise hoch zu Stahlroß zu unter- nehmen und nicht mehr an Gepäck mitzuschleppen, als sich eben auf ein Fahrrad packen läßt, ohne die Fahrer zu behindern. Als sie in diesem Entschluß einig waren, da bedurfte es nur eines Augenblicks, und Der große Gedanke war geboren, daß es nicht Zwei Räder sein Dürften, mit Denen sie ins Grüne fahren würden, sondern nur ein einziges, ein Tan- Dem! Das war nun zwar ein altertümliches, selten gewordenes Gefährt aus Vaters und Mutters Jugendzeiten, aber es ließ sich auftreiben, es wurde geputzt und in Stand gesetzt. Schon die Probefahrt zeigte die unübertrefflichen Vorzüge dieses Fahrzeuges für angehende Eheleute: Man ist stets nahe beieinander und kann selbst im größten Menschentrubel schlecht voneinander getrennt werden. Der künftige Beschützer der jungen Dame, der selbstverständlich vorne sitzt und die Führung übernimmt, kann sich als Wegbahner bewähren, und die Gefährtin muß immer in seiner sicheren Spur bleiben. In die gleiche Richtung fahren sie und im gleichen Rhythmus treten sie die Pedale. Der Vordermann darf nicht zu stürmisch sein und die Gefährtin muß mit ihm traben, auf und ab, durch Freud und Leid. War es Da ein Wunder, daß sich die Ausfahrt Der beiden aus ihrer Heimat unter Dem Jubel der Nachbarn und Freunde vollzog, ja Daß die ganze Stadt auf den Beinen war und Die Gassenjungen Den Hochzeitsfahrern auf Schusters Rappen noch ein gut Stück auf Die Landstraße des Lebens hinaus Das Geleit gaben! Der Fahrradhändler aber, der das alte Tandem aufgestöbert und wieder in Schuß gebracht hatte, stand nachdenklich unter feiner Ladentüre und kam, als die Jungvermählten mit fröhlichem Winken bei ihm vorbeifuhren, auf einen großartigen Gedanken: Er wird von nun an ein Tandem bauen, besonders für Hochzeitsreisende: und Da die Flitterwochen nicht ewig Dauern, sollen Die Gepäckträger an Der Lenkstange und hinter dem Sattel gegen Kindersitze auswechselbar gefertigt werben! Radheil! Zeitschriften. —- Das Augustheft Der „Deutschen Zeitschrift" (Callwey, München) bringt u. a. eine Freiburger Unioerfitätsrebe „Deutschlanbs Mittel- alter — Deutschlanbs Schicksal" von Hermann Heim- pel. worin nach Dem Wesen des deutschen mittelalterlichen Staates überhaupt gefragt wird, um bas Schicksal zu verstehen, bas er uns aufgegeben hat. Der Absicht politischer Bildung dient ferner Die Veröffentlichung Der Rede Rubolf Stabelmanns „Der Kampf um bie Saar" bei Der Saarkundgebung Der Universität Würzburg, Die bas hartnäckige Annexionsstreben Frankreichs nach Dem SaarlanD seit Lubwig XIV. in helles Licht rückt. Aus Dem übrigen Inhalt Des Heftes sinb noch zu nennen: Zwei Geschichten von Martin Luserke „Der Wolf auf Spoek- lund" und „WinDvogel in Der Nacht"; eine Erzählung von Joh. V. Jensen „Der Monsun"; Der Aufsatz „Vom Unterschieb zwischen Der italienischen und Deutschen Musik^' von Heinrich Schenker. Kunst-, Buch- unb Schallplattenberichte veschließen Da» wertvolle Heft. Oberheffen Wirtschaft Verbrauch und Preis. ,ten aus dem Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. furt Ä. 16-8. 91,9 99,1 93 7,5 ®rt*net..............••••— ®| iRatnhafttoerfe Höchst «.HU.. 4 Süddeutsch« Suda •! 9 BMI 8 8 92 88,75 94,4 93 95,25 91,75 89,25 93 95,5 96,1 90 94 93,13 95,4 93 93 101,4 . 0 . 0 . s 6 0 171 129 78,9 69,25 23,75 145,5 102 112,25 69,5 109 88,75 142 93,9 93 95,4 101,4 29 1,13 7 6,75 7 9 0 ö 0 0 0 i 0 0 0 12 23,5 145,25 101 111,75 69,5 108,5 98,5 88,75 141 28,9 65 91,25 56,13 64,25 67 24,25 145,75 103 112,65 70,5 109,75 98 89,5 141,5 117 77,75 115 62,25 4 36 25 59,65 62,13 52,25 65 45,25 60,25 22,5 207 129 26,75 75,25 183 116 59,5 63,5 52 66 125 45,75 60,65 75,4 22,65 206 170 128,5 103 113,5 70,75 110 89,75 142,5 117,25 78 115,5 62 106,5 75,9 130 78,9 69 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 92 89 89,65 96,75 96 89,75 89,75 90 90,25 93 93 101,4 28,25 7 7 6,75 8,75 78 114 61,5 105,5 171,5 129,75 77,75 69 29,5 66 91 56,13 64 67.13 78 114,75 61,75 106 74,5 129,9 78 68,9 115,5 59,25 66,25 52,5 67 125,4 46,65 60,5 77 22,13 198 170,5 129,25 27,25 29 65,5 90,75 56 64,5 67 153,5 59 66 53,25 66 47 59,75 22,5 96,75 96,5 89,75 89,75 89,65 90,5 93 93 101,4 27,5 1,1 7,4 7,3 9 „Die Volksgemeinschaft hat an die Stelle des Kampfes aller gegen alle zu treten. Arbeiter und Unternehmer müssen sich im klaren darüber fein, daß allein vom G e i st e, in dem das Werk geführt wird, und von dem, vom Betriebsführer bis zum letzten Arbeiter, alle beseelt sein müssen, zuletzt alles abhängig Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick. .................. Betula................ LieferungSgetellschaft Licht und Kraft 4J 4,15 35,5 25,4 25,5 29,5 nur noch mit 59,50 zu hören. Kursmäßig wirkte sich dieser Rückgang auf die deutschen Werte zwar nicht aus, hatte aber eine Geschäftslosigkeit auf allen Märkten zur Folge. Farben schlossen mit 147,25 wieder leicht erholt. Tagesgeld 3,50 v. S). Abendbörse still. ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff. vansa-Dampfschifs Norddeutscher Lloyd A.54 154 155 154,5 Buenos Aires 0,690 0,694 0,685 0,689 Brüssel..... 58,91 59,03 58,92 59,04 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,32 56,44 56,36 56,48 Danzig..... 81,74 81,90 81,74 81,90 London ..... 12,615 12,645 12,63 12,66 HelstngforS.. 5,564 5,576 5,574 5,586 Parts ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,60 21,64 Japan...... 0,747 0,749 0,747 0,749 Jugoslawien Oslo..... : 5,664 5,676 5,664 5,676 63,40 63,52 63,44 63,56 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,455 11,475 11,465 11,485 Stockholm... 65,05 65,19 65,10 65,24 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanten.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... w* —— — Reuyork... 2,490 2,494 Banhioten 2,491 2,495 66 91 56,25 I. G. Farven-Industrie Scheid« anstatt......... ......1 ......9 147,25 212 146,9 213,25 146,9 147 ......O 79 82,25 79,25 82,75 64,5 67,5 ......O 39 38,9 38,75 38,65 wetall-eiellschaft....... ......0 80 81 80 — 155,25 Philipp Holzmann ... ....... 0 68 69 69 70 24 5 Zementwerk Heidelberg •••••• o 104,5 146 XeteflüB*rf Karlstadt.. ......0 - Geld Dries 2,443 2,463 58,76 59,00 56,31 56,53 12,585 12,645 16,46 16,52 169,31 169,99 21,48 21,56 63,27 63,53 — — —— 64,94 65,20 81,49 81.81 34,18 34,32 ..Wir Deutschen, in der Mitte Europas gelegen, müssen mehr Zusammenhalten als andere Nationen. Wir müssen eins sein, wenn wir nicht verloren sein wollen. Wir haben keinen natürlichen Schutz und müssen Rücken an Rücken stehen, wenn nicht alle Opfer der Vergangenheit für uns verloren sein sollen." Der Führer hat dieses prophetische Wort Bismarcks wahr gemacht! Ihm gilt unsereTreue u. unsere Gefolgschaft Ein ganzes Volk sagt am 19. August HMD a j| * ■ * MW J4w fc ■■. «MW MWW ■ ..... M N Freitag, 17. August M4 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Hr.191 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt Schöner DenkmaUchmulk in Grimberg Vier Generationen in einem Hause c er* » L» ft Freundin, wartet vergeblich. So muß es natürlich nicht immer fein, wenn du am Samstagnachmittag nach Haufe kommst. Aber ist es nicht oft so? Was helfen nun die vielen Wenn und Aber, die schönen angefangenen Sätze: Hätt' ich doch ...! Alles umsonst. Du hättest nur an das Wörtchen Halt! denken und auch Halt machen sollen. Schon, als du versprachst, um drei Uhr am Bahnhof zu fein. Du mußtest wissen, daß du bis dahin nicht fertig werden würdest. Die war in Wirklichkeit nicht so spitz, wie er gedacht hatte. Sie vermochte an dem Docht nichts, auszurichten. Verflucht! Peder hatte einen Eifer und eine Wut in sich, daß ihm heiß wurde. Er zog kurzerhand den Mantel aus und hängte ihn über den Arm. Da störte er jedoch die Bewegungs- reiheit. Peder hängte den Mantel an die Eifenlanzen eines soeben gestrichenen Vorgartenzauns und veranstaltete eine neues Blitzgewitter. Es half Führer steht! Deshalb gehen alle Wähler und Wählerinnen Wahlbeteiligung bis Sonntag mittag gezeigt werden, daß ganz Deutschland hinter dem dod)fd>ulnacbrt(hten Dr. P. Harteck, Privatdozent an der Universität Berlin, erhielt einen Ruf auf den ordent» lichen Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Universität Hamburg. »Z. «.£■ 5 »8 und ganz stille bist. Das gibt Ruhe. Du sammelst auf diese Art die wild gewordenen Geister. Ein wichtiger Zeitabschnitt ist für die meisten Menschen das Wochenende. Das bedeutet einen und einen halben Tag Freiheit. Willst du auch in diesen Stunden, die köstlich sein können, weiter hetzen und dir alles verderben? In solchen Stunden mußt du dir selbst gehören. Du mußt zu dir selber kommen, wie das vortreffliche Wort heißt. Dann kannst du am Montag frisch gestärkt an deine Arbeit gehen, und deine Nerven werden niemals versagen. Nur darfst du nicht bei jeder Klei- nigkeit den Kopf verlieren. Kommst du aber doch ungewollt in die Hitze, dann denke an das kleine Wort Halt! Lege die Hand an die Stirne, und nach wenigen Minuten hast du dich wieder in der Gewalt. Versuchs nur einmal! Ml. Aufruf des Landesbischofs der evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen zum 19. August. »9 jr®. n ü v o I3 c 3 §5 Frühwahl! Nächsten Sonntag ist es Pflicht aller Wahlberechtigten, ihre Stimme schon bis zur Wit- zur Wahl schon vor 12 Uhr! c g § .2S& jp o 5 „4 ® 4 sh -Ä2-, w. £ 5 * * s 2 s. Q * o - e c Ö gl 2- Öj? til hi SS» \Xx (55 o • 2 •Ö2 o r #4 »^A a o $£» P* r«?8 n S ’g* Inöpfte er den Mantel auf, stellte einen Windschutz daraus her und begann von neuem Funken heroo^ zurufen. Teufel, dachte er, sollte es nun wirklich zünden, so konnte im Nu der Mantel in Flammen stehen. Darum ließ er von diesen Versuchen ab, um so leichter, als ihn im gleichen Augenblick die Meinung überkam, daß auf einer öffentlichen Straße unbedingt etwas Spitziges aufzufinden fein müffe. So lief er gebückt und fuchend wie ein witternder Hund einher. x(5roane am Fenster konnte sich Peders Benehmen nicht erklären, grübelte in sich hinein und begann der Braut unvernüstftige Antworten zu geben. Peder fand ein Streichholz. Preis und Lob über dieses alte abgebrannte Streichholz! Er kniff einige Späne ab, so daß eine Spitze entstand, und ging damit dem Docht zuleibe. Nein, am Docht konnte es doch nicht liegen, sondern am Benzinmangel. Er klappte den Deckel über Docht und Feuerstein und versuchte, die Verschraubung am -öoDen ju lösen. In diesem Augenblick wäre ein Bannig seh am Platze gewesen, denn die Verschraubung ha einen so breiten Schlitz, daß ein Pfennig gera als Schraubenzieher benutzbar war Peder war Besitzer eines vollgültigen Vierers, aber em einzelne Pfennig fehlte ihm gänzlich. Es war notig, den In Beuern wohnt, wir berichteten schon kurz darüber, in einem House eine Fumilie in vier Generationen beisammen. Unser Bild zeigt die Familie Jakob Walter Im Vordergründe links die beiden Urgroßeltern (Jakob Walter und Frau), rechts die Großeltern, dahinter deren Töchter und den Schwiegersohn und schließlich die jüngste Generation in den beiden stinoern vertreten. ___________________ Verständnis für ein kleines Feuerzeug. Von Görge Spervogel „Ja, und wie lange dauert so ein Derlobungs- besuch?" fragte Peder und sah Swane an, meil er herausfinden wollte, ob sie nun auch die reine Wahrheit jagen würde. „So ein Besuch?" sagte Swane, „ich denke, das hat noch niemand vorher gewußt." „Du hast da einen so großmächtigen Blumenstrauß mitgebracht", meinte Peder zögernd, „daß du wohl einen etwas winzigen Besuch machen könntest. Nun wirst du da oben in diese Wohnung gehen, deine Glückwünsche aussprechen und dich dafür niedersetzen müssen. Wenn du mit Schlauheit vorgehst, könntest du dich möglicherweise auf einen Stuhl am Fenster niedersetzen, damit du auf mich herabsehen kannst. Wäre das nicht schon?' Swane fand es auch ganz schön, winkte mit dem dicken Blumenstrauß und ging durch den Vorgarten in das Haus hinein. Peder begann hin und her zu spazieren, pfiff mit den Lippen und sang im Halse. Nachdem er derart eine Zeit verwartet hatte, beschloß er, eine neue Zerstreuung herauszufinden. Er durchsuchte seine Taschen und fand in einer ein kleines Feuer- Das Kriegerdenkmal zu Grünberg wurde aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten und zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges — wie unser Bild zeigt — prach ig geschmückt. Die Ausschmückung geschah durch die NS.-Kriegsopfer-Versorgung Ortsgruppe Grünberg. Schieben wir also — nicht nur am Samstagnachmittag, wenn es schnell gehen muß, — von Zeit zu Zeit, am besten mehrmals am Tage, das Haltesignal ein. Dor einer wichtigen Entscheidung, vor einer schweren Arbeit sagen wir leise: Halt! Nur einige Minuten brauchen wir. Dann sind unsere Gedanken gesammelt, unsere Kraft ist zusammengefaßt und wird auf einen Punkt gerichtet. Rein äußerlich kannst du es auch so machen, daß du die Hand einige Augenblicke an die Stirn legst „Zum zweiten Male im Dritten Reich wird das deutsche Volk aufgefordert, fein Ja-Wort zu geben zu einem Entschluß und Tun des Führers. Deutsches Volkstum und evangelisches Christentum sind seit den Tagen der Reformation besonders eng verbunden. Diese geschichtliche Tatsache gibt mir allein schon das Recht, die evangelischen Gemeinden meiner Landeskirche zu einem geschlossenen freudigen „Ja" am nächsten Sonntag aufzurusen. Unter Gottes gnädiger Vorsehung ist Adolf Hitler uns zum Führer geschenkt. Staatsmännischer Weitblick und nie versagende Treue und Liebe zum deutschen Volk sind in diesem Leben zu einer unlösbaren Einheit verbunden und erprobt. Noch ist die Trauer über den Heimgang des Generalfeldmarschalls in unseren Herzen nicht verklungen. Sie wandle sich bei uns am Sonntag zur dankbaren Tat als erste Erfüllung des Testaments des Verewigten. Ein Reich — ein Volk — ein Führer — ein Ja! Der Landesbischof i. V. gez. Walther, Oberlandeskirchenrat. zeug. Es gibt drei Sorten Feuerzeuge, solche, die zünden, und solche, die es nicht tun. Diese beiden sind langweilig und nicht der Rede wert. Aber die dazwischen, das sind die richtigen. Sie sind Wesen mit Launen, Stimmungen und plötzlichen Späßen; sie tun, was ihnen paßt und tun es nach allerlei ewigen und unveränderlichen Gesetzen, die sich von keiner Wissenschaft ertappen lassen. Man muh si§ liebhaben, um ihre Zuneigung zu gewinnen, muß ihren Gewohnheiten nachspüren und sie manchmal streicheln, gut zu ihnen sein und ihnen vielleicht sogar einen Namen geben. Peder seins hieß Pötäterle, ein Name, dessen Herkunft au's einer fremden Sprache zu erklären ist, in der peut-etre soviel wie vielleicht heißt. Peder ließ sein Pötäterle Funken erzeugen, da aber kein Feuer hervorkam, meinte er, es müsse am Docht liegen. Er beschloß, den Docht aus dem Inneren des Apparates um ein geringes herauszuziehen, wozu er eine Nadel oder sonstige spitze Gegenstände benötigte. Versteht sich, daß keine Nadel vorhanden war. Es gab zwar einen Kamm, aber der schien Peder recht ungeeignet. Vielleicht, dachte Peder, hat es vorhin nicht gezündet, weil ein Wind wehte. So alles nichts. Plötzlich strahlte Peder auf. Das war der Weg! Er wollte einen Fetzen Watte auf den Docht legen, damit der die Funken fing und sich daran entzündete. Peder zupfte aus dem Inneren einen Fetzen Watte hervor, den er mit Sorgfalt um den Docht wickelte, drehte das Pötäterle um und blies zu dem Schraubloch hinein. In Tropfen drang das Benzin durch den Docht; Peder merkte es aber nicht eher, bis sein schöner Schweinslederhandschuh, einziges Anzeichen einer ersehnten, nicht allzu be- chränkten Lebensführung, gänzlich durchtränkt war. Nun zünden, das war trotz allem Peders einziger Gedanke, aber der Zündstein war auch feucht geworden und konnte deshalb seiner Pflicht nicht nachkommen. Das Ganze sah sehr nach Niederlage aus. Da sah er einen weißbärtigen alten Herrn die Straße entlangkommen. Peder beschloß, da er den alten Herrn eine Zigarre durch den Bart rauchen ah, schnurstracks um ein wenig Feuer anzuhalten. „Verzeihen Sie bitte", sagte er, „darf ich vielleicht um etwas Feuer bitten?" Vierer einzuwechseln Hier begann Peder, sich em wenig schämen, daß er dem Apparat so blindwütig em Feuer für die Zigarette entlocken wollte. Er war d' $ ' seine Tätigkeit aufzugeben, aber es war schon zu jpät Es handelte sich ja nicht mehr um em Rauch- Gelüst oder einen sonstigen Wunsch, s°n ern um sportliche Ehrensache, um Sieg oder Niederlage um einen Zweikampf zwischen Mensch und wlder- spenftiaer Ma chine. So erhob Peder sein Haupt und betrat einen Blumenladen, um fernen Vierer zu wechseln. In der Ladenkasse befand sich nur ein einsiaes Pfennigstück, aber wenn der Herr mit eSn Schneeglöckchen für die anderen Pfennige zufrieden wäre -? P°d°r steckte d,e Blumen ms Kn°pst°ch "erließ mck unter den Fenster und öffnete die Verfchraubung 7tie Matte im Apparat war noch feucht genug. Also toges d7ch andern verteufelten Docht! Swane erblickte Peder und feine Ansteckblumen. 7ah daß er sich nicht langweilte. Sie verfolgte stine Handlungen und verstand sie nicht. Sie hatte zu gerne gewußt, was Peder trieb. meder betrachtete abermals feinen Kamm. Hier imb da fehlten Zinken. Auf eine mehr oder weniger kam es nicht mehr an. Er brach eine heraus. „Hä?" fragte der alte Herr und legte die Fingerpitzen ans Ohr, „wie beliebt? Hä?" Peder steckte die Zigarette in den Mund und zeigte, daß da kein Feuer war. „Viel zu jung", sagte der alte Herr, „für solche Giftstengel. Verstanden?" „Ich habe selbst ein Feuerzeug", sagte Peder. Was sollte er sonst auch sagen? „Benzin ist genua dann. Das können Sie sehen." Pustete abermals hindurch, daß die Tropfen zu Boden fielen, im Eifer der Vorführung natürlich auch wieder auf den wertvollen Handschuh. „Aber es brennt nicht", sagte Peder und zündete. Nein, es brannte nicht. „Das kommt nämlich vom Dockt!" Der Herr knurrte ein wenig und begann mit langsamen, ungelenken Händen in allerlei Taschen zu suchen, bis er seinerseits ein Feuerzeug ans Licht gebracht hatte. Es war ein Altertumswert von einem Feuerzeug mit viel Kunst darauf, aber zum Teufel, es brannte fofort Peder steckte feine Zigarette an und bedankte sich fchon. Aus reinem Hohn und zum Vergleich drehte er noch einmal an dem Pötäterle. Schwapp, gab es eine Stichflamme bis in den weißen Bart des alten Herrn, nicht nur Wattebausch und Docht, nein, das ganze Instrument stand in Flammen, nicht nur der Apparat, der ganze Handschuh, das schweinslederne Jnbild von Glanz und Wohlleben, es stand in Flammen. Peder feuerte das Pötäterle aufs Pflaster und begann die Hände aufeinander zu schlagen, sie wie in Verzweiflung zu ringen und heftig zu schlenkern. Als das Feuer derart gelöscht war, wagte er nicht, den Handschuh zu besehen, denn nach allem konnte er nicht anders aussehen als eine gebratene Schweinsschwarte. Aber sieh da, er hatte eine schöne gelbe Farbe angenommen, stellenweise rötlich versengt; es war ein hübsches Rot. Der alte Herr schüttelte nachdenklich den Kopf und spazierte weiter. Als Swane schreckensblaß herbeigestürzt kam, sand sie Peder in vergnüglicher Ruhe vor. Als sie Den Hergang der Geschichte mit allen Erklärungen vernommen hatte, wurde sie nachdenklich gestimmt. Was hatte sie da für einen Dickkopf neben sich! Was würde er später für ein Tyrann werden, wenn er jetzt schon, um eine Zigarette anzuzünden. Feuersbrünste veranstaltete und alten Herren die Bärte versengte. Je, je, vielleicht sollte man einen solchen jungen Herrn doch nicht so lieb haben. Peder hatte keine Ahnung, wie schlecht es um ihn bestellt war. Er spazierte dahin und war voller Späße und Vergnügungen. Als Swane nun plötzlich von Herzen zu lachen begann, lachte er fröhlich mit. „Nein", sagte Swane, „was bist du doch für ein dummer Kerl. Man muß dich in deiner Dummheit geradezu lieb haben, man muß. Hättest du dir nicht für vier Pfennig eine ganze Schachtel Streichhölzer kaufen können?" „Nein", sagte Peder verletzt, „das ist dumm von d i r. Das wäre dann nämlich kein Sport und kein Sieg gewesen." Sieh doch, mußte er denken, wie wenig sie dich versteht. Swane lachte vor sich hin und hatte keine Ahnung, wie schlecht es um sie bestellt war. Peder nahm das Pötäterle in die Hand. Nun werde ich einmal zünden, sagte er zu ihm, und wenn es eine Flamme gibt, habe ich das Mädchen doch noch lieb. Und wenn nicht — Zscht! gab es ein rot und bläuliches Feuerchen. Och du olles । Pötäterle, sagte Peder und berührte im Gehen i Swanes Hand. tags stunde abzugeben! Die Irühwahl muh das Bekenntnis zu Adolf Hiller noch besonders wuchtig gestatten! Dem Ausland muh schon durch stärkste Whtt Ait/fi norttrtÄ? I Oder aber, du hättest am Freitag, da gibt es doch OU OUa) nervov . auch einmal eine ruhige Stunde, einiges vorbereiten Ach ja, das sind doch wohl die meisten Menschen, müssen. Aber dazu ist es nun zu spät. _ denkst du. Denn in der heutigen Zeit muß man ja, nervös werden. Bei den Kindern sagt man, sie seien zappelig, bei den Erwachsenen gebraucht man das schone Wort „nervös". Wenn man aber genau zusieht, dann sind gar viele dieser angeblich „Nervösen" kerngesund. Man will nur einen bequemen Grund haben, um irgendein Versehen, eine Vergeßlichkeit oder sonst etwas zu beschönigen. Alle wirklich Nervenkranken gehören in die Behandlung des Arztes. Von ihnen ist hier nicht die Rede. Wir schauen uns nur einmal in unserem Bekanntenkreis um und Horen zu, wenn die Klagen kommen. Sind es nicht die Nerven, über die am meisten geklagt wird? Meine Nerven! Meine Nerven! jammert der Vater, wenn die Kinder im Zimmer umhertollen. Meine Nerven! seufzt die Mutter, wenn sie nach anstrengender Arbeit etwas ruhen will. Und so geht es weiter, Tag für Tag. Es ist dann kein Wunder, wenn die Kinder gerade solche Ausdrücke gebrauchen und schließlich auch zappelig Iirben. M . In den meisten Fällen sind die angeblich Nervo- • i nur willensschwach. Sie haben sich nicht in der icht. Dieses harte Wort kommt von ziehen. Wir »rben nicht nur von unseren Eltern unb Lehrern zogen, fonbern bie wichtigste Erziehung müssen ir an uns selber vornehmen. Wir bürfen nicht bei )er Kleinigkeit „aus bem Häuschen fahren". Wir üssen lernen, Gewalt über uns selbst auszuüben, ann erst können wir auch unsere Kinber erziehen: Es gibt ein kleines Wörtchen, bas uns sehr viel llfen kann. Es heißt: Halt! Wir sehen es überall i, wo bie Eisenbahnschranke uns bas Weiterfahren ehrt, wenn gerabe ein Zug vorüberkommt. Wol- n wir nicht manchmal an ein solches Wort benten? Da eilst bu am Samstagnachmittag mübe unb -schlagen nach Hause. Du mußt bas Essen schnell munterwürgen, mußt bich umziehen, weil bu einem :reunbe versprochen hast, mit bem Drei-Uhrzug inaus ins Freie zu fahren. Unb jetzt ist es gerabe roei Uhr. Du legst bie Uhr auf ben Waschtisch, holst ie Rasierseife unb bas Messer. Du finbeft es nicht leid), bu fängst an zu fluchen. Enblich ist es so leit. Schnell, schnell! Der erste Schnitt! Wo ist bie lutstillenbe Watte? Wieber einmal verlegt! Du Haust nach ber Uhr. Wie eilig ber Zeiger vorrückt! mdlich fertig rasiert. Das frische Hernb heraus! )a fehlen boch zwei Knöpfe. Also ein anberes. Iber bas paßt ja nicht zum Anzug! Also Zwirn tnb Nabel herbei! Der Faden will nicht ins Nad el - >hr. Du fluchst fchon deutlicher auf alle Nachlässigkeiten der Welt, im besonderen auf die deiner Wirt- chafterin. Nun die Strümpfe. Auch hier mußt du ange suchen. Die Uhr tickt und tickt! Bald ist die Zeit verstrichen. Der Kragen paßt nicht. Der Kop )es Knöpfchens bricht ab. Wo sind die anderen? 3mmer wilder wirst du. Dein Fluchen ist schon iid)t mehr gut anzuhören ... noch ein Taschenbuch ... Die Schublade geht nicht auf. Irgend etwas hat sich eingeklemmt. Du willst sie mit Gewalt herausreißen, denn es ist höchste Zeit ... Ein fürchterlicher Schlag erfolgt. Der Schrank ist auf dich gestürzt ... Das ist ein Grenzfall! Für diesen Samstag ist es vorbei mit dem Wochenende. Körperlich und seelisch zerschlagen legst bu bich auf bas Sofa, schimpfst — etwas leiser zwar, aber immerhin noch genügenb laut! — ruhig weiter unb schläfst ein. Dein Freund, ober beine Ist der Name Schall und Rauch? Ein kleines Erlebnis zuvor! Eine kluge Hausfrau schnitt vor kurzem einmal ein Thema an, das gewiß schon manchen beschäftigt hat. Sie sagte: „Ist es nicht ein Unfug, daß man nicht mehr, wie es früher war, Briefpapier oder Schuhcrem, Zahnpasta oder Seidenstrümpfe im Geschäft fordert, sondern statt dessen ein P. Q Papier oder einen Schuhcrem auf „. .al" oder „.. in" oder Marabu- Strümpfe oder dergleichen, also Waren unter einem bestimmten Namen, bei dem sich meistens gar nichts denken läßt? Diese Frage blieb zunächst unbeantwortet, aber einige Minuten später erkundigte sich jemand aus der Runde bei der Sprecherin, womit sie ihre Bestecke so schön blank bekäme. Die Antwort war: „Ich nehme immer Jxolin dazu." Der Name war ein anderer, aber das tut nichts zur Sache, — Tatsache war, daß diese Zweiflerin für fast jeden Artikel ihres Bedarfs eine ganz bestimmte Marke bevorzugte, daß sie in keinem Fall ein namenloses Erzeugnis kaufte. Und warum? Weil sie mit der Ware unter dem betreffenden Namen gute Erfahrung gemacht hatte, weil sie wußte, sie bezahlt in allen Geschäften denselben Preis dafür, und weil sie keine Neigung hatte, sich auf Experimente und Versuche einzulassen, die vielleicht Enttäuschung und unnütze Geldausgaben bedeuten würden, kurz, well die „nichtssagenden" Namen ihr doch allerlei zu sagen hatten. Diese kleine Episode ist schlagender als eine langatmige theoretische Auseinandersetzung über Begriffe, Wesen und Vorzüge des „Markenartikels". Was hier die praktische Hausfrau ohne gelehrte wirtschaftswissenschaftliche Belastung fast unbewußt tut, sollte Anregung und Lehre sein. Es ist schon etwas daran, wenn ein Fabrikant mit seinem guten Namen, mit dem fest eingeführten Namen und der Marke seiner Ware vor den Käufer tritt. Es muß dahinter das gute Gewissen stehen, die feste Ueberzeugung, daß die Ware ihrem Hersteller keine Schande machen wird. Der Markenartikel-Fabrikant hat beträchtliche Summen daran gesetzt, sein Produkt auf dem Markt einzuführen; stellt sich nun heraus, daß die Käufer den Artikel für schlecht halten, so ist ihm mit einem Schlage der Markt versperrt. Der eingeführte Name dient dann für den Käufer geradezu als Warnung. Wer also bei seinen Käufen bestimmte Marken fordert, sichert sich vor Enttäuschungen, denn Name und Marke sind nicht „Schall und Rauch", sie sind Bürgschaft für Qualität und retten Preis. Oie Gießener Arbeitsopfer hinter Hitler Die jüngste Versammlung der Deutschen Arbeits- opferversorguna, Ortsgruppe Gießen, am gestrigen Donnerstagnachmittag im Hause der Arbeitsfront| stand — wie uns berichtet wird — im Zeichen der Abstimmung. Der Bezirksverbandsführer für Oberhessen, Pg. Bienengräber - Gießen, hielt den zahlreich erschienenen Mitgliedern in zu Herzen gehenden Worten die Wichtigkeit der Abstimmung vor Augen. Er führte u. a. aus, daß die Arbeitsopfer aus Dankbarkeit nicht nur ihr Ja geben, sondern durch ihr Ja den Führer bitten: Führer, du, nun führe uns, führe unser Volk der Freiheit, dem Glück, dem Frieden entgegen! Die Kundgebung schloß mit dem einmütigen Bekenntnis: Adolf Hitler, unser Führer, dein sei unser Ja! Adolf Hitler wir glauben an dich! Oie Gießener Bäckerinnung geschlossen hinter dem Führer. Am Mittwoch hielt die Bäckerzwangsinnung Gießen — wie uns berichtet wird — eine gutbe- fuchte Versammlung im „Andrees" ab. Vor Eingang in die Tagesordnung würdigte der Jnnungs- führer, Bäckermeister L ö b e r, die Verdienste unseres verschiedenen Reichspräsidenten. In treff-, lichen Worten hob er die großen Charaktereigenschaften des Generalfeldmarschalls und Staatsmannes hervor, der sich jederzeit, ohne an sich selbst zu denken, in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat. Der Jnnunasführer betonte, daß das Handwerk seinem großen Ehrenmeister von Hindenburg den Dank für sein restloses Einsetzen für unsere Nation nicht besser abstatten könne, als daß es unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler am kommenden Sonntag re st los und aus innerer Ueberzeugung seine Ja-Stimme gebe, da Adolf Hitler der einzig Berufene sei, das Erbe dieses Mannes anzutreten. Die wenigen beruflichen Fragen wurden nach einer kurzen Pause in voller Einigkeit erledigt. Kraftfahrer voran! Der Gauführerdes DDAC., Gau 3 Hessen, erläßt zur Volksabstimmung folgenden Aufruf: Mitglieder des DDAC.! Deutsche Kraftfahrer! ßc-ndiszipttn und die tatkräftige Inangriffnahme des gigantischen Werks der Straßenbauarbeiten. Noch stehen wir mitten im Umbruch, aber heute schon können wir erkennen, wieviel der Führer gerade für die deutschen Kraftfahrer getan hat und noch zu tun beabsichtigt. Da ist es eine Ehrenpflicht der deutschen Kraftfahrer, ihm bei der bevorstehenden Volksabstimmung für seine Taten zu danken und ihm durch ein freudiges „Ja" unsere Unterstützung für sein weiteres Wirken zuzusichern. Ich zweifle nicht daran, daß jeder Kraftfahrer am Sonntag selbst zur Stimmurne geht und sich zum Führer und seiner Politik bekennt. Darüber hinaus erwarte ich, daß sich sämtliche Angehörige des DDAC. mit ihren Fahrzeugen für den Wahldienst zur Verfügung zu stellen, damit alte, kranke und gebrechliche Volksgenossen chr Stimmrecht ausüben Gememschastsempsang der Rede des Führers über alle deutschen Sender. Oie Übertragung -er Rede beginnt um 20 llhr. Für Gießen sind folgende Abhörstetten eingerichtet: 1. Landgraf-Philipp-Plah und Brandplatz für die gesamte SA., SG., HI. und RSBO. (Arbeitsfront). 2. Cafö Leib: für PO. mit allen übrigen Gliederungen der NSDAP. (Frauen- schaft, NSD., DOM., NSKOD., Opfer der Arbeit). Volksgenossen, die keiner Gliederung angehören, können selbstverständlich auch erscheinen. 3. Oie Rede wird auch im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, übertragen. Anschließend wird das Programm (Hauptfilm und Wochenschau) vorgeführt. 4. Von den Lokalen, die eine gute Gmpfangsmöglichkeit haben, wird erwartet, daß sie Volksgenossen auch ohne Verzehrzwang die Rede anhören lassen, soweit Wert darauf gelegt wird. Diese Lokale werden durch Plakate, die von der Kreisleitung vertrieben werden, kenntlich gemacht. Konzert- und andere Darbietungen sind während der Rede einzustellen. Wir fordern alle Volksgenossen auf, darauf zu achten. Die Gliederungen der Bewegung werden gebeten, sofort das Erforderliche zu veranlassen. Ab Freitag, in der Zeit von 12 bis 14 Llhr, flaggt jede deutsche Familie die Fahnen des Dritten Reiches. Die Fahnen bleiben bis über den Wahlsonntag hinaus hängen, und zwar bis zum Montag um 20 Llhr. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Der Führer und Reichskanzler hat das deutsche Volk aufaerufen, um öffentlich vor der Welt seine treue Gefolgschaft zu bekunden. Der deutsche Kraftfahrer hat seit der Machtübernahme durch den Führer eine Förderung erfahren, die sie vorher nie zu erwarten gehofft hätte und die die Bewunderung der ganzen Welt erregte. Davon zeugen nicht nur die gewaltigen Siege dieses Jahres, die dem deutschen Kraftfahrsport wieder Weltgeltung verschafften, sondern insbesondere auch die für alle Kraftfahrer spürbaren Erleichterungen in der Fahrzeughaltung, die wiedergekehrte Stra- können. Auch auf diese Weise könnt ihr dem Führer einen kleinen Teil eurer Dankesschuld abtragen. Ein Reich, ein Volk, ein Führer! Heil Hitler! Gez. Dr. Behrens, Gauführer des DDAC., Gau 3 Hessen. Appell an die Arbeitskameraden der Arbeitsämter. Der Betriebszellenobmann des Landesarbeitsamts Hessen erläßt folgenden Aufruf: Arbeitskameraden des Landesarbeitsamts Hessen und der Arbeitsämter! Unser Führer Adolf Hitler hat unserer Arbeit in den Arbeitsämter zum ersten Male zu Anerkennung und Erfolg verhalfen. Millionen von Arbeitslosen sind nach langer Arbeitslosigkeit und Entbehrung in den 16 Monaten seiner Amtsführung in Arbeit vermittelt worden. Wir helfen unserem Führer sein Werk weiterzu- führen und vollenden und stimmen am 19. August 1934 mit „Ja". Kreisleitung Gießen der NSOAP. Abteilung Rundfunk. Die Abfahrt des zweiten Sonderzuges zur Funkausstellung Berlin erfolgt ab Gießen am 20. August, 10 Uhr vormittags. Fahrkarten können sofort abgeholt werden, und zwar Freitag und Samstag auf der Kreisleitung, am Sonntag in der Geschäftsstelle des R. D. R. Gießen, Seltersweg 77, bei Pg. P l a ck e r t. NG.-Gemeinschaft^KrastdurchFreude^ Das für Freitag, 17. August, angesetzte Konzert der Theaterkapelle im Fabrikhof der Firma Schunk & Ebe bzw. in der Turnhalle zu Heuchelheim muß aus zwingenden Gründen verlegt werden. Die Rundfunkübertragung der Rede unseres Führers in der Turnhalle zu Heuchelheim bleibt selbstverständlich bestehen. lu'ii — Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gern hab' ich die Frau'n geküßt". ** Straßensperre. Die Ortsdurchfahrten Klein-Linden, Großen-Linden, Lang-Göns, Kirch- Göns, Pohl-Göns, Nieder-Weisel, Nieder-Mörlen, Ober-Wöllstadt und Kloppenheim der Provinzialstraße Gießen—Frankfurt a. M. werden wogen Kleinpflasterungsarbeiten vom 20. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt für den Fernverkehr über Marburg, Londorf, Grünberg, Lich, Langsdorf, Bettenhausen, Bellersheim, Utphe, Friedberg, Bad Homburg, für den Nahverkehr über Gießen, Grüningen, Garn- dach, Rockenberg, Rödgen, Friedberg. Die Umleitung Marburg, Gladenbach, Wetzlar, Pohl-Göns wird geändert in Marburg, Gladenbach, Frankenbach, Rodheim, Gießen. ** Sonderzug zur Saarkundgebung in Koblenz am 26. August. Am 26. August wird aus Anlaß der Saarkundgebung, bei der der Führer persönlich sprechen wird, ein Sonderzug von Friedberg aus über Gießen nach Koblenz und zurück fahren. Der Zug verkehrt ab Friedberg 5.21 Uhr, ab Bad-Nauheim 5.29 Uhr, ab Butzbach 5.43 Uhr, ab Gießen 6.17 Uhr, ab Wetzlar 6.35 Uhr, an Koblenz 8.55 Uhr. Rückfahrt: ab Koblenz 19.08 Uhr, an Wetzlar 21,17 Uhr, Gießen an 21.42 Uhr, Butzbach an 22.15 Uhr, Bad-Nauheim an 22.29 Uhr, Friedberg an 22.37 Uhr. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 75 Prozent und der Fahrpreis beläuft sich ab Gießen und zurück auf 2,40 Mark. Die Fahrkarten sind nur im Hapag-Reisebüro erhältlich. ** Hindenburg - Gedenkfeier der Oeffentlichen Handelslehranstalt. Wie alle Gießener Schulen, so widmete auch die Oeffent- liche Handelslehranstalt den ersten Schultag dem Gedenken des verstorbenen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Der große Saal der Schule zeigte Fahnenschmuck und das vom Trauerflor umrahmte Bild des großen Toten. Die Feier wurde durch das gemeinsame Lied: „Ich hab' mich ergeben" eingeleitet. Hierauf las eine Schülerin einen Abschnitt aus: „Der Wanderer zwischen zwei Welten", von Walter F l e x, vor. Anschließend gedachte der Schulleiter, Privatdozent Dr. Kruse, des großen Toten und rühmte ihn als Vorbild der Pflicht und der Treue. Ein Schüler der Anstalt verlas darauf die Weiherede des Führers am Tannenberg-Denkmal. Mit einem Sieg-Heil, dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied schloß die Feier. MNeWöe weift Roman von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Da kam ihm plötzlich ein Gedanke: Wenn Nora ihm ein ganz anderes Alter genannt, nur um ihn zu beruhigen? Weil sie das Verhältnis nicht fort« fetzen mochte? „Fräulein Helge, wie alt ist Ihre Schwester Nora eigentlich?" Ein spitzbübisches Lächeln legte sich um den roten Mädchenmund: „Hm! Künstlerinnen fragt man nie nach ihrem Alter. Die bleiben ewig jung. Das sagte mal Professor Hammerborg aus Kopenhagen, als der mal hier bei uns zu Besuch war. Ich hab mir das gemerkt. Aber Sie kann ich doch schließlich nicht beschwindeln. Nora ist — ist — hm, eine Gemeinheit bleibt es von mir. Nora ist — ist — Nora ist fünfundvierzig Jahre alt, aber sie sieht aus wie fünfundzwanzig! Nicht war? Finden Sie das nicht auch?" „Ja. Nora Nordström ist wunderschön und jung! Da spielt das Alter gar keine Rolle!" „Das ist fein, daß Sie auch so denken, Herr Farnhorst. Möchten Sie ein paar Rosen mitnehmen aus Omslö?" Er nickte lächelnd. „Ja, zum Abschied, liebe kleine Rosenfee." Wie ein gaukelnder Schmetterling war Helge Nordström. Sie lief zu dem Gartentisch, holte Schere und Bast. Schnitt duftende weihe Bluten, die schimmerten wie weißer Schnee. „Auf Wiedersehen!" „Auf Wiedersehen!" Droben an der Mauer stand Helge und winkte fröhlich. Farnhorst sah sich noch einmal um. Ein Märchen! Ein wunderholdes Märchen auch dieses unberührte, fröhliche Menschenkind! In seinen Händen ruhten die stillen, weißen schimmernden Blüten, die zu ihm empordufteten. Ein letzter Gruß von Nora? Denn auch sie war ja ab und zu einmal in dem Märchengarten von Omslö. Der Weg führte wie ein schmales weißes Band hinab. Rechts und links lagen weite, reiche Höfe. Auf den grünen Wiesen stand fettes Vieh. Am Waldrand standen lila Nachtviolen und kleine weiße Sternblumen. Und der Bergbach rauschte herab zwischen den dunklen Tannen, die sich eng an den Abhang schmiegten. Und weiter und immer weiter ging der Weg. Farnhorst wußte aber gar nicht einmal, wie weit er nun wohl schon den Weg nach dem freundlichen Pfarrhause wieder zurückgelaufen war. Ganz in Gedanken war er. Links von ihm dehnte sich jetzt eine tiefe Schlucht aus. Wohl einige hundert Meter wand sie sich dahin. Auf einmal blieb er stehen. Rief da unten jemand? Farnhorst beugte sich weit über das Holzgeländer. „Hallo?" „Hier! Bitte helfen Sie mir! Ich habe mir das Bein verletzt." Eine Männerstimme! Und dort hinter dem Felsvorsprung mußte er liegen. Farnhorst stieg behutsam hinunter. Die vorstehenden Steine boten ganz guten Halt. Auch kleine Tannen ließen sich als Stütze gut benützen. Nun noch um den Felsen herum. Und dann hatte er den Mann. Es war wirklich nur ein ganz einfacher alter Mann. Vielleicht war's auch nur ein Stromer. Ab und zu trieben sich da auch welche in der grünen Bergwelt herum!, hatte der alte Pfarrer gesagt. Also vielleicht war es einer. Eigentlich sah er mit seinem schmutzigen Anzug, den Bartstoppeln und der ein bißchen roten Nase wirklich so aus. „Das ist gut, daß Sie da gerade kamen. Verteufelte Sache, wenn man selber nicht mehr weiter kann! Ich hatte da unten die blaue Nordlichtblume gesehen. Wollte sie holen — ich sammle solche Sachen. Und da muß mir ausgerechnet so etwas passieren. Na, nun mache ich Ihnen eine Menge „Das wird nicht allzu schlimm werden. Wir befinden uns doch hier in der Nähe vom Pfarr- hause Holm. Dort bringe ich Sie hin." Ein rascher Blick aus den kleinen, dunklen Augen des alten Mannes glitt nun über das schöne, gebräunte junge Männergesicht. Aber der Alte sagte kein Wort dazu. Er versuchte, sich aufzurichten, doch er stöhnte bedenklich. Hier konnte er nicht bleiben, hier unten zwischen dem feuchten Gestein. Und so stützte er sich eben auf feinen Retter und stöhnte und stöhnte. Aber schließlich waren sie doch oben auf dem schmalen Wege. Farnhorst war sehr froh, daß der alte Mann sich, schwer auf ihn gestützt, dahinschleppen konnte. Es war auch gut, daß Pfarrer Holm hier in der Nähe wohnte, Denn auf irgendeinen der Höfe hätte er den Mann wohl doch nicht bringen dürfen. Bestimmt war es ein alter wandernder Geselle. Er hatte sehr schadhafte Schuhe an, und die übrige Kleidung paßte zu diesen Schuhen. Psarrar Holm mußte dem Alten noch ein bißchen helfen. Er, Farnhorst, wollte ihn darum bitten und wollte auch eine Kleinigkeit zulegen. Denn der Mann fror doch jetzt in den kalten Nächten in seiner schadhaften Kleidung. Pfarrer Holm war daheim. Er saß vor dem Hause auf der grünen Bank und las seine (Sonntags- predigt. Das schwarze Käppchen war ein bißchen zurückgeschoben, und der geistliche Herr schmauchte eine kleine altmodische Pfeife. Das mochte den Insekten nicht passen, denn sie umschwirrten ihn bösartig. Aber wiederum konnten sie das Kraut auch nicht vertragen. Durch das Quietschen des kleinen Gartenpförtchens aufmerksam geworden, gewahrte er die seltsame Gruppe. Sogleich legte er seine Predigt beiseite und kam schnell nach vorn. Da rief er aber auch schon erschrocken: „Ja, Herr Baringsen, was ist denn? Und unser junger Freund dabei? Ist ein Unglück geschehen?" „Nicht so schlimm, Herr Pastor! Ich hab mir den Fuß vertreten. Das ist nun ein bißchen schmerzhaft, wird sich aber bald wieder machen. Und ich war froh, daß dieser junge Herr sich meiner an« nahm, sonst hätte ich wahrscheinlich noch lange dort unten liegen können. Es kommt ja dort nur selten einer mal vorüber." Pfarrer Holm stellte einen Stuhl bereit. Und ächzend ließ Baringsen sich nieder. „Ein Glas Wasser, bitte!" „Ich gehe!" Farnhorst sprang mit ein paar Sätzen den Weg hin und die Stufen hinauf, wo die gute alte Pfarrersfrau schon auf der Plattform stand und Ausschau nach ihrem Mann hielt, denn sie hatte ihm doch gerade den Kaffee und selbstgebackenen Kuchen bringen wollen. Nun gab sie schnell das Wasser aus der Küche. Und sie stellte noch auf das Tablett ein Gläschen mit Kognak. Dann trug sie es neben Fritz Farnhorst her. Inzwischen hatte Gunnar Baringsen gesagt: „Ein bildschöner Mensch! Direkt eine Augenweide für mich alten, häßlichen Kerl. Wer ist das eigentlich? Und ein Herz hat er auch im Leibe. Denn er kannte mich nicht, und er hat mich meiner äußerlichen Seite nach sicherlich für einen alten Herumtreiber und Stromer gehalten. Was ist der Mann eigentlich?" Da wurde es erst dem guten alten Pfarrer klar, was diese Begegnung Doktor Farnhorsts mit Gunnar Baringsen zu bedeuten haben konnte. „Ein junger deutscher Doktor. 5)at Volkswirtschaft studiert. Ist zur Zeit ohne Stellung. War in eine dumme Sache verwickelt, ist aber vollständig rehabilitiert!" „So! Nun, ich meinte nur so. Aber schicken Sie mir doch den jungen Herrn morgen früh mal hinunter! Ich möchte mal mit ihm sprechen." „Gern, Herr Baringsen. Sehr gern werde ich das tun. Ich habe mich auf meine Menschenkenntnis eigentlich immer verlassen können, und ich habe diesen jungen Doktor sehr gern. Meine Frau liebt ihn." „Haha!" „Wahrhaftig." Die Pfarrersfrau kam mit dem Tablett, und Baringsen sagte höflich: „Dielen, vielen Dank! Guten Tag auch! Ihr Herr Gemahl wird Ihnen mein kleines Pech er» Zählen. Aber könnten Sie nicht mal Ihre Aslaug hinunterschicken?Gerling soll mich holen lassen. Mit jo ’ner Art Sänfte. Ich überlasse, es feiner Findigkeit, wo er die herkriegt. Wenn die Leute mich aber unterwegs fallen lassen, gibt's was. Ich hab genug von dem einen Sturz." Sie lachten alle. Und die Frau Pfarrer ging wieder ins Haus zurück, um ihre Magd auf bas Besitztum Baringfens zu schicken. Dann ging sie wieder zurück. Man unterhielt sich gemütlich. Aber Farnhorst merkte doch, daß dieser alte Mann, den er aus der Schlucht geholt hatte, doch etwas ganz anderes war als das, was er gedacht hatte. Das machte ihn ein bißchen kopfscheu, und so saß er schweigend da. Dann kamen die Leute, und ein beweglicher kleiner Herr war auch dabei. Der sah ganz grün aus vor Angst und Sorge, und er kam den Gartenweg entlang gestürzt. „Guten Tag allerseits. Herr Baringsen, was ist denn nur passiert? Ich habe mich ja zu Tode erschrocken. Und die Aslaug wußte auch so gar nichts." „Vorläufig leben Sie noch, lieber Gerling. Der Schreck ist Ihnen gut bekommen. Ich hab mir ein bißchen den Fuß verstaucht. Aber nun nach Hause! Morgen hab ich die wichtige Konferenz mit den beiden Amerikanern. Nun kann ich dabei auf dem Sofa liegen. Na, ist nicht zu ändern." Wirklich hatte Gerling so etwas wie eine Sänfte zusammenstellen lassen, und Baringsen wollte sich totlachen, als er das Ding sah. Es ging dann aber ganz gut. Und Baringsen schaute zurück und winkte. Aber da verzog er doch schon wieder schmerzlich das Gesicht. Neuntes Kapitel. „Baringsen? Nun, das ist so ungefähr der reichste Mann Norwegens. Der besitzt die große Reederei, er ist selber Ingenieur und hat die zwei großen Stauwerke gebaut. Die Wildbäche hatten viel Unglück angerichtet. Nun kriecht er hier in den Bergen umher. Er hat bestimmt etwas auf dem Herzen, penn Schmetterlinge fängt er nicht, und Blumen sucht er auch nicht. Wir haben hier auch solche gefährlichen Bäche. Wir hier oben werden davon noch verschont, wenn die Bäche reißend werden. Aber die weiter unten, die haben es dann in aller Furchtbarkeit, wenn die Ueberschwemmung kommt. Da ist schon manches kleine Haus und das Vieh mit fortgerissen worden. Ich denke, daß Baringsen da irgend etwas Großes vor hat. Aber über feine Pläne spricht er nie. Herr Doktor, es war sicherlich ein vom alten Herrgott selbst herbeigeführter Zufall, der Sie gerade den alten Baringsen finden ließ. Baringsen bittet Sie, ihn morgen zu besuchen. Er wird Ihnen sicherlich eine Stellung anbieten. Ich habe mir allerdings erlaubt, ihm Ihre Lage kurz zu schildern." „Herr Pfarrer, wenn ich hierbleiben dürfte?!" „Alle Aussicht ist da. Sie haben Baringsen gefallen, bas hab ich genau bemerkt, und damit ist viel gewonnen. Eigentlich alles. Viel Glück, Herr Doktor!" (Fortsetzung folgt.) Neue Wege der -euischen Rundfunk -Industrie. Alle drei Minuten ein Volksempfänger! _ , _ » e wird er auf Rollen aufaespult. Die Drahtfäden von Don unserem Äerllner I. K.«Berlchferftaner. sollen, die in zwei Kreisen angeordnet sind, seilt (Nachdruck verboten!) Röhrenarten und damit allerlei kleine Verbesserungen. limeter dicken Draht auf einen Durchmesser von 0,06 Millimeter — das ist dünner als ein Frauenhaar. Nachdem der feine Draht in dem Lackdrahtofen mit einem Lacküberzug versehen worden ist, die Klöppelmaschine zu der Litze zusammen. Die Maschine arbeitet unbedingt zuverlässig: reißt auch nur ein Faden, dann stockt der Prozeß sofort, und der Schaden wird ausgebessert. Am gleichen Stand werden die feinen Drahte mit Seide, Baumwolle oder Papier umsponnen und in kunstvollen Wicklungen auf Spulen gebracht, die, durch Isolatoren getrennt, aneinandermontiert und elektrisch geprüft Die „G r o ß e D e u t s ch e F u n k a u s st e l l u n g Berlin 19 34" will keine Schau sein, bei der hübsch nebeneinander aufgereiht die Erzeugnisse der deutschen Funkindustrie zu sehen sind, sie will vielmehr den Besuchern einen Einblick in das Jndustrie- schaffen selber geben. Don der Bearbeitung der Einzelteile bis zum Aufbau des ganzen Gerätes verfolgen wir an zahlreichen Werktischen und Maschinen die Entstehung der einzelnen Erzeugnisse. Ein großartiges Bild dieses Arbeitsganges bietet die riesige Halle, die dem Volksempfänger (V E 3 01) gewidmet ist. Dieses immer volkstümlicher werdende Funkgerät wird von mehreren Firmen in Gemeinschaftsarbeit hergestellt — ein schönes Zeugnis für ein Zusammenwirken im Interesse der Allgemeinheit. Das Jahr 1933 hat uns viele neue Röhren gebracht, die verschiedenen „Oden", z. B. die Diode, den Einweggleichrichter, die Duodiode, den Doppelweggleichrichter, die Binode, den Einweggleichrichter, der zugleich Verstärker ist, weiter die Triode, die Tetrode, die Pentode, die Hexode mit vier Gittern und die Oktode mit sechs Gittern. Bei den auf der letzten Funkausstellung ausgestellten Empfängern hatten die Vorteile dieser Röhren noch nicht voll ausgeschöpft werden können, weil es natürlich einige Zeit dauert, bis man sie im Zusammenwirken mit den übrigen Teilen eingehend versucht hat. Man hat deshalb für 1934 ein Röhrenfeierjahr festgesetzt, also keine neuen Röhren ■ herausgebracht, damit das Versäumte nachHeholt * ’-*) man also sehen: Die er- Das neue Kunkjahr. Technische Betrachtungen zur Großen Berliner Funlausstellung. Don Max Fischer. dem Laden der Sammler verbunden sind, msbe- und Herschleppen der schwe- .... Sammlerbatterien. Bei täglich zweistündiger Benutzung halten die Heizelemente ein Jahr. Eben- olang hält die Anodenbatterie, da durch einen be- onderen Kunstgriff erreicht worden ist, daß sich der ilnodenstrom der Lautstärke anpaßt, so daß sehr gespart wird, wenn nur leise Töne oder gar keine Töne ankommen: die Anodenbatterie wird also nur bei großen Lautstärken, die aber verhältnismäßig selten sind, voll beansprucht. Da die von allen Volksaenossen zu hörenden Darbietungen häufig in die Arbeitszeit fallen oder aus anderen Gründen einen Gemeinschaftsempfang nötig oder wünschenswert machen, hat es sich als notwendig erwiesen, Gemeinschastsemp- f ä n g e r zu entwickeln, die nicht allzuviel kosten. Dies ist durch eine hohe Endstufe unv durch Verbesserung der Lautsprecher erreicht worden; die Trichter haben eine Gestalt erhalten, daß sie nicht mehr in sich schwingen können, sondern ganz steif sind, die Magnete sind besser und der Luftspalt zwischen Magnet und Anker ist kleiner geworden. Die billigen Einkreisempfänger des letzten Jahres haben sich als nicht trennscharf genug erwiesen. Man hat deshalb die sogenannte Reflexschaltung wieder ausgegraben, bei der eine Röhre doppelt ausgenutzt wird, und hofft so, diesem Uebel- stand abzuhelfen. Die Schaltung heißt jetzt Wende» schaltung. Ob sie ihre früheren großen Mangel abgelegt haben wird, muß die Erfahrung lehren. Bei den Empfängern der mittleren Preislage tobte im letzten Jahre der Kampf zwischen dem Ueberlagerungsempfänaer und dem Geradeausempfänger. Mit dem Ueberlagerungsempfanger ist es ja so: Wenn man z. B. vom Sender 1 Million Hertz, also 1 Million Schwingungen in der Sekunde bekommt, so erzeugt der Empfänger selbst eine Welle, die immer um den gleichen Betrag von dieser Welle, beispielsweise um 100 000 Hertz, abweicht; diese Welle von 900 000 Hertz wird nun der Welle von 1 Million Hertz überlagert, so daß man als Ergebnis immer eine Welle von 100 000 Hertz erhält, ganz einerlei, mit welcher Welle der Sender sendet. Wenn nun eine Störwelle von 1010 000 Hertz ankommt, also eine, die nur um 1 v. H. von der Senderwelle abweicht, so kann man diese beiden Wellen schwer trennen, denn 1 v. H. Unterschied ist sehr wenig. Nach der Ueberlagerung wird aber die Störwelle in eine von 110 000 Hertz um- gewandelt, also in eine Welle, die sich um 10 v. H. von der Welle von 100 000 Hertz unterscheidet, so daß man sie leicht aussieben kann, denn 10 v. H. Unterschied ist eine ganze Menge. Die Bandfilter werden dabei sehr einfach, da sie nur für die eine Welle, in unserem Beispiel also für 100 000 Hertz, Eine mächtige Presse zieht zunächst die Aufmerksamkeit des Besuchers auf sich. Hier wird das Prehstoffgehäuse zum VE 301 hergestellt. Wir erfahren von dem Schöpfer des Volksempfängers, G r i e ß i n g, der selber hier den Führer spielt, daß Preßstoff ein rein deutsches Erzeugnis ist, ein Kunstharz, das unter einer hydraulichen Presse von 400 000 Kilogramm in eine elektrisch beheizte Form gepreßt wird. Entgratungsarbeiten, Gewindeschnei- ben und Polieren folgen, und nach einer Schlußkontrolle kann das Gehäuse zur Fertigfabrikation gebracht werden. Ein anderer Stand zeigt den Werdegang der Chassis. Das Chassisblech geht von Maschine au Maschine, wird gelocht, zur Form gebogen, die Ecken werden aneinandergeschweißt und die Gewinde zur Befestigung an der Rückwand eingeschnitten. Neben der Entstehung dieser größeren Baustücke des Volksempfängers sehen wir die unendlich feine und verzweigte Arbeit bei der Herstellung winziger Einzelteile. Aus Aluminiumblech werden die Lamellen des Kondensators gestanzt und herausgebrochen, und in einer Presse zu den Kondensatorpaketen zusammengefügt. Kondensator-Wanne, Ro- tor und Stator werden einzeln bearbeitet und werden. v „ Der mechanische Aufbau der Verstar- kungsröhren geht am laufenden Bande vor ich Mit Pinzette, kleinen Punktschweißmaschinen und Lupe werden die Heizfäden, Gitter und Anoden auf den Haltedrähten befestigt. Aus der Einschmelzmaschine wird der Glasballon über den fertigen Fuß gestülpt, und beide wandern dann automatisch durch verschiedene Gasflammen, die den Fuß in die Glasglocke einschmelzen. In einem Pumpautomaten wird die Glocke entgast und mit dem Sockel verbunden. Ein Vergnügen ist es, der automatischen Einrichtung zuzuschauen, die die fertigen Röhren auf die Sicherheit der verschiedenen Isolierungen, auf Steilheit, Vakuum usw. prüft. Jede Röhre durchläuft die Maschine; Das letzte Jahr bat uns den D o l k s e m p f ä n - g e r gebracht. Dieser Empfänger ist in den Netzanschlußgeräten unverändert geblieben, aber der Batterie-Volksempfänger ist ganz wesentlich verbessert worden; das ist auch nötig, denn zwei Fünftel der deutschen Haushaltungen haben noch keinen elektrischen Anschluß; das sind natürlich gerade die Haushaltungen der Minderbemittelten, für die der Volksempfänger in der Hauptsache in Frage kommt. Die Verbesserungen bestehen darin, daß man — trotz dem Röhrenfeierjahr — neue Röhren für 2 Volt Heizspannung geschaffen hat, die so wenig Heizstrom erfordern, daß man keine Sammler mehr braucht, sondern den Heizstrom aus Trockenelementen entnehmen kann. Damit fallen m V‘,rT alle Unbequemlichkeiten und Kosten weg, die mit eingerichtet zu sein brauchen. versagt sie bei irgendeiner der Prüfungen, bann bem Laben ber Sami wird sie an der betreffenden Stelle ausgeworfen. | sondere auch das Hin- Am laufenden Band werden dann die Ein- ren Sammlerbatterien zelteile zum fertigen Gerät zusam- mengefügt. Röhrenfassungen, Steckerleisten, Antriebsachsen und Skalenscheiben wandern von Hand zu Hand. An einer Stelle hat eine Arbeiterin sie- ben verschiedene Arbeitsgänge zu bewältigen, wobei sie auf einem Räderstuhl in einer Schiene hin und zurück gleitet. Zunächst werden die Hauptteile auf Den Grundplatten aufmontiert, die Verbindungsleitungen werden eingelegt und angelötet. Die Lautsprecherbespannung wird eingeklebt und gebügelt, und zwischendurch werden immer wieder mechanische und elektrische Prüfungen vorgenommen. Mit Hilfe eines eigenen kleinen Senders, der am Ende des „Wandertisches" angebracht ist, wird Klangstärke und -reinheit kontrolliert. Noch am gleichen Tisch bekommt das Gerät seine Fabrikationsnummer und wird fertig zum Versand eingepackt. Alle drei Minuten verläßt ein Volksempfänger den Betrieb — eine phantastische Leistung, wenn man bedenkt, wieviel peinlich ausgeführte Handarbeit, wieviel Kontrollen zur Fertigstellung des Gerätes nötig sind. Ein eindrucksvolles Bild deutschen Schaffens. Don einem Arbeitswillen geleitet, greift hier ein Rad ins andere und bringt in präzis ausgeführter Qualitätsarbeit ein Wunderwerk deutscher Technik hervor. schließlich zusammengebaut. Durch viele Arbeiterinnenhände gehen auch die Teile zum Netz- und zum Niederfrequenzform a t o r. Wicklungen aus Drähten verschiedener Stärke werden hergestellt, die Drahtenden verlötet, die Kernbleche wandern in die Spulen, der Transformator wird „geschachtelt" und schließlich der Kern durch Rohrnieten zusammengepreßt. I Yerausgebracht, Damit oa Sehr interessant ist die Erzeugung der Hochfre- werden konnte. Das wird . yuenzlitze. Eine Ziehmaschine verfeinert 0,6 Mil- * höhte Anpassung der Empfänger an diese neuen Eine Rundfunkausstellung in Gießen... Eine Ausstellung Im Kleinen, so darf man wohl mit Recht die reichhaltige Auswahl an Radio-Apparaten und Radio-Zubehör nennen, die man in der Plockstraße 12 bei Radio-Ruhl findet Vom vielbegehrten Volksempfänger bis zum hochleistungsfähigen Groß-Super können wir jeden Ansprüchen, jedem Geschmack und ■ > jedem Geldbeutel Rechnung tragen. Unsere reiche Erfahrung auf dem Gebiete des Rundfunks, der große Umsatz unserer Radio-Abteilung verbürgen Ihnen eine zuverlässige fachmännische Bedienung. Wir übernehmen mit der gleichen Genauigkeit und Schnelligkeit sowohl vollständige Neuanlagen, wie auch Reparaturen und Ueberholungen an älteren Apparaten, am Platze wie auch nach auswärts. Besuchen Sie unsere Ausstellung; nehmen Sie -• ganz unverbindlich • • unsere fachmännische Beratung In Anspruch. 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