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Dann gehöre jeder Deutsche in die Partei oder in die Arbeitsfront, irgendwo in Deutschland zu einem Block, in dem festgestellt werden könne, ob er anständig oder unanständig denke und handele. Die Arbeitsfront sei Mittel zum Zweck, um der lebensbejahenden Idee des Nationalsozialismus in dem Ausdruck „Kraft durch Freude" zum Siege zu verhelfen. Die alten überlieferten Gesellschaftsformen seien abgetan, man schäme sich ihrer geradezu. Das habe das gewaltige Volksfest des 1 Mai bewiesen. Die Partei sei der Führerorden, Der Führer verkündet das Prinzip der Leistung. worlen: Dieser Sozialismus ist etwas so Schädliches, daß man ihn so schnell wie möglich beseitigen muh. Dazu braucht man weder den marxistischen Sozialismus, noch den Tla- tlonalsozialismus. Gerechtfertigt wird eine revolutionäre Umwälzung nur dann fein, wenn sie tatsächlich im Endergebnis der besseren Selbslerhaltung nud Lebenserhaltung eines Volkes dient. Das ist die einzige Rechtfertigung für den Sozialismus! Die Lebenshaltung der Menschen werde nicht geschaffen durch Theorien, sondern durch Arbeit und immer wieder nur durch Arbeit. Der Führer schilderte dann die Triebkräfte, die den Menschen Jede Organisation sei die Einschränkung des freien und unbeschränkten eigenen Willen, seines Auslebens und seiner Auswirkung. — Ihre innere Rechtfertigung finde eine Organisation aber nur dann, wenn sie wirklich dem Menschen wieder Ruhen bringe, wenn aus ihr ein höherer Ruhen auch für den einzelnen wieder erwachse. Ein Sozialismus um des Sozialismus willen existiert nicht. Wenn ihm einer sage: Der Sozialismus ist eine wunderbare Idee, die aber mit unerhörten Opfern verbunden ist und den Menschen dauernd Sorgen und Röte auferlegt, dann müsse er ant- Der Führer am Rednerpult. — Auf der Tribüne im Hintergründe links: Der Führer der Arbeitsfront Dr Ley. Dahinter von rechts nach links: Reichsarbeitsmimster Seldte, Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, Vizekanzler vonPapen und Reichskultusminister R u st. den Gewerkschaften geblieben, sondern mehr aus dem Gefühl heraus, nicht das opfern zu können, was sie selbst in all diesen Jahren an Opfern bereits gebracht hatten. Sie waren innerlich schon der Ueberzeugung, dah der bestehende Zustand unerträglich geworden sei. Wir hätten nicht in wenigen Monaten diese Welt überrennen und nicht die Gewerkschaften beseitigen können, wenn ein Glaube an die Richtigkeit der eigenen Idee noch vorhanden gewesen wäre. Wir standen damals vor einem sehr schweren Entschluß. Aber es genügte natürlich nicht, Organisationen zu zerschlagen und neue aufzubauen, sondern es sei notwendig, daß das ganze deutsche Volk aus der Entwicklung innerlich lerne und daß es die neu gewonnenen Erkenntnisse vernünftig und richtig anwende. Alles Organisieren auf dieser Welt könne nur ein Mittel zum Zweck sein. Der Mensch lebe nicht, um zu organisieren oder um organisiert zu werden. Alles Organisieren, vom Staat angefangen bis hinunter zur kleinsten Zelle, habe nur dann einen Sinn und Zweck, wenn die Lebenserhaltung damit in einem höheren Sinn und in einem weiteren Umfange gewährleistet werde. Das könne aber immer leichter geschehen, wenn die Differenzen, die vorhanden sind, ausgeglichen werden durch die Zusammen- f as s u n g der Menschen. Es sei also der Zweck einer Organisation, ungleichartige Lebewesen zusammenzufassen, um sie zu gemeinsamem Handeln zu bringen. überhaupt zur Arbeit führen, zunächst den primitiven Selbsterhaltungstrieb, der im Urzustand nichts anderes sei als Egoismus. Erst allmählich könne dieser gebändigte Trieb sich überleiten lassen in einen gewissen Gemeinschaftssinn aus unbewußter oder bewußter Erkenntnis. Sicher aber sei, daß auch dann der Selbsterhaltungstrieb nach wie vor eine entscheidende Rolle spiele. Er erscheine am besten geeignet, die Fähigkeiten des einzelnen zum Einsatz und zur Entfaltung zu bringen. Denn auf dieser Welt habe man nun einmal Menschen um sich mit all ihren Schwächen und Veranlagungen und keine Jdealwesen, die auf der Welt nicht existieren. Rach der marxistischen Auffassung könne der Sozialismus überhaupt kein Organisationsproblem fein. Man müsse im Gegenteil ausgehen von der Tatsache der U n gleich- heit der Veranlagungen und Fähigkeiten. Dann aber kämen wir zu der Ueberzeugung, daß auch die Leistungen ungleichartig sind und sein werden. Man müsse schließlich einsehen, dah damit auch die Fähigkeit zur Verwaltung des Geleisteten zu allen Zeiten eine nicht gleichartige sein werde. Mit anderen Worten komme man hier zwangsläufig aus der sehr primitiven Ebene kommunistischer Auffassungen in eine höhere Ebene, die durch die Tatsache des Privateigentums gekennzeichnet wird. Der Marxismus der letzten 30 Jahre vor dem Kriege habe in der Theorie an der Ueberwindung des Privateigentums fest- gehalten, in der Praxis sei er aber bereits vollständig in der Sphäre des Privateigentums gelandet. Das sei auch ganz verständlich. Er habe sich darüber gar nicht erheben können, weil der Kommunismus ja keine letzte Idealform des menschlichen Zusammenlebens, sondern feine primitivste Ausgangsform darstelle. Denn die höchste Gleichartigkeit sehe man nur bei den allerprimitivsten Lebewesen. Je höher wir die Menschen emporsteigen sehen, je intelligenter die Rassen seien, um so gewaltiger seien die inneren Differenzen ihrer Individuen, weil die Distanz zwischen den veranlagten Fähigkeiten in eben der Masse, in dem die Menschheit nach oben strebt, um so größer werde. Damit fd klar, daß im Augenblick, in dem verschiedene Fähigkeiten wertebildend in Erscheinung traten, die geschaffene Leistung stets in einen untrennbaren Zusammhang mit ihrem Schöpfer trat. Das heißt grundsätzlich: nur der Schöpfer kann auch allein feine £ eiff u n g verwalten. Damit fei die Basis des Privateigentums gegeben. In Hinblick auf die Gefahren aber, die dieses an sich natürliche Prinzip in sich trage, müsse nun allerdings eine Modifikation Platz greifen, nämlich, daß über diesem sogenannten freien Spiet der Kräfte der Grundsatz des gemeinsamen Ruhens vor dem eigenen, egoistischen Ruhen zu stehen hat. höchste menschliche Leistungen seien zwar einem begnadeten Kopf zu danken, allein gestaltet und geschaffen werden können sie nur durch die Tatsache der Existenz einer Gemeinschaft. Der Geist selbst wäre vollständig wertlos, wenn sich ihm nicht die Kraft zur Verfügung stellte. Auf der einen Seite müsse man dem freien Spiel der Kräfte einen möglichst breiten und freien Spielraum gewähren, auf der anderen aber betonen, daß dieses Spiet der Kräfte sich im Rahmen der den Menschen gegebenen Zweckgemeinschaft halten müsse, die wir als Volk und als Volksgemeinschaft bezeichnen. Nur auf diesem Wege können wir erreichen, was wir erreichen müssen, nämlich die höchste Steigerung der menschlichen Leistungen und damit der menschlichen Produktion. Wir dürfen eines nie aus den Augen verlieren: unsere gesamte Wirtschaft ist nicht aufgebaut worden nach den Prinzipien, die wir in unserer Staatsverwaltung kennen, denn würde das der Fall sein, dann gäbe es gar keine Wirtschaft. Der Gedanke z. B., einen Mann in eine Schule zu schicken, ihn nach einer bestimmten Zeit in ein Amt zu setzen, nach einer bestimmten Zeit zu befördern und wieder und wieder zu befördern, dieser Gedanke kann schon in der Verwaltung eines Staates am Ende nur schwer ertragen werden. Glauben Sie aber nur nicht, daß man nach diesem Prinzip eine Wirtschaft aufbauen könnte! (Stürmischer Beifall.) Dort sind viel härtere Auslesebedingungen zu erfüllen, und diese liegen im praktischen Kampf der Wirtschaft. Bedenken Sie: wieoiele Menschen im Wirtschaftsleben scheitern und wie wenige bringen es tatsächlich zu etwas. Das würde, auf die Verwaltung übertragen, bedeuten, daß ein hoher Prozentsatz aller Beamten scheitern müßte und nur ein Bruchteil es zu etwas bringen könnte. (Heiterkeit.) Wir sehen im wirtschaftlichen Leben das aber als ganz selbstverständlich an. Wie viele Projektwerden geschmiedet und wie wenige davon gelingen! Das freie Leben ist fo natürlich wie der Kampf in der Ratur draußen, der auch keine Rücksicht nimmt und viele Lebewesen vernichtet, fo daß nur das Gesunde übrig bleibt. Würde man diesen Grundsatz durch die Sozialisierung beseitigen, fo würde man die Prinzipien unfein seiner Rede ging der Führer aus von den< großen organisatorischen Lei st ungen des heutigen Deutschland, von denen eine der größten sicherlich die Erfassung der im wirtschaftlichen Leben stehenden Menschen sei. Des deutschen Volkes habe sich unbewußt eine große und tiefe innere Sehnsucht nach einer Erlösung aus den früheren Formen unseres organisatorischen Lebens geltend gemacht, um so mehr als Theorie und Wirklichkeit bereits weit auseinandergefallen waren. Der Theorie des marxistischen Sozialismus tand die harte Wirklichkeit gegenüber, die überall das genaue Gegenteil zeigte. Was hatte im Jahre 1932 — so führte der Kanzler aus — der Streik überhaupt noch für einen Sinn in einem Augenblick, da sich schon über 6 Millionen Menschen außer jeder Arbeit befanden. Was hatte der Klassenkampf noch für einen Sinn angesichts eines Zustandes, der nur noch gehalten wurde durch Koalitionen von Vertretern des extremsten Kapitalismus auf der einen und des radikalsten Sozialismus auf der anderen Seite und die öffentliche Meinung beherrscht wurde durch eine Presse, die, eng= aneinbergefettet, den linken Flügel der Sozialdemokratie mit dem äußersten Flügel unseres bürgerlichen Kapitalismus verband? Auf allen Gebieten sei die marxistische Theorie durch die marxistische Praxis widerlegt worden. Das habe das Volk auch empfunden. Die großen Massen des deutschen Arbeiter- tumes seien nicht etwa aus Begeisterung in die Auslese; die Arbeitsfront und die NS.-Gernein- fchaft „Kraft durch Freude" feien die Organisation des Volkes. In der Partei seien vier Millionen, in der Arbeitsfront 23 Millionen und darüber hinaus in „Kraft durch Freude" weitere acht Millionen organisiert. Das gesamte deutsche Volk befinde sich im gleichen Rhythmus der nationalsozialistischen Weltanschauung. Wer sich entgegenstelle, der werde zertreten und vernichtet werden. Es lebe das ewige Deutschland! Es lebe der Führer! Der Mhrer an das schaffende deutsche Volk. Nationalsozialismus ist der wirkungsvollste Einsatz der höchsten Fähigkeiten unseres Volkes auf allen Gebieten Volk und Arbeit. Unendlich Schweres lastet auf dem deutschen ; Volke, Sorgen in großer Zahl ruhen auf seinen 1 Schultern, doch alles verblaßt gegenüber dem gigan- j tischen Werk, das der Führer alsbald nach der ' Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus mit frischem Mut und klarer Zielstellung in Angriff genommen hat: die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Groß sind die Erfolge, die er bisher erzielen konnte, groß aber auch die Schwierigkeiten, die es noch zu überwinden gilt, bis der letzte Mann von der Straße fort ist und für alle, alle Arbeitnehmer auch die Sicherheit geschaffen ist, daß sie nicht wieder dem grauen Elend ider Arbeitslosigkeit ausgeliefert werden. Gerade in diesem Augenblick, inmitten der höchsten Anspannung aller Kräfte, hat Adolf Hitler auf Dem Zweiten Deutschen Arbeitskon- «g r e ß unserem Volke stahlharten Willen ein- igehämmert, mit der Pest der Erwerbslosigkeit fertigzuwerden, ein Wille, der nicht nur dieses eine Liel ansteuert, sondern gleichzeitig auch von dem mroßen Gedanken beherrscht ist, Volk und Ar- ib e i t, die seit Jahren immer mehr auseinander- »gingen, wieder eng zusammenzuschwei- iß e n. „Sache des Volkes ist es", jo rief Adolf Eitler aus, „zu arbeiten und Sache des Staates, Arbeit zu schaffen". Damit hat er wohl am klarsten »das Problem umrissen, das heute im Mittelpunkt «all unseres innerpolitischen Geschehens steht. Aber freies Spiel der Kräfte verlangte der Kanzler, «Steigerung der Produktion, höchste Entfaltung der Leistung des einzelnen, Geschlossenheit des Ganzen, mm den Sieg zu erringen. Wie grundverschieden ist doch diese These von Ider des Marxismus, mit dem der Führer in unerbittlicher Scharfe abrechnete. Damals die Gleich- vnacherei, das Hineinreden des Staates in die Wirtschaft mit der Absicht, sie niederzuknüppeln und gum Dienste am Volksganzen unfähig zu machen, heute Entfaltung aller im Volke schlummernden Kräfte, um zu erreichen, daß sie kder Ration und ihren Gliedern Nutzen bringen können. Wohin der Marxismus gerade den deut- sfchen Arbeiter, dem die Worte Adolf Hitlers galten, Debracht hat, bedarf wohl keiner besonderen Erörterung mehr. Die Taten allein sprechen Bände: damals Unfähigkeit, auch nur einen Bruchteil der Erwerbslosen wieder in die Produktion einzuschal- ien, heute schon Millionen wieder in rühriger Tätigkeit, heute Entschlossenheit des Führers und Geschlossenheit der in seinem Ringen hinter ihm gehenden Nation. Wo Volk und Führer eins sind, Da kann der Sieg nicht ausbleiben, da wird das Wolk auch bald wieder den letzten seiner Söhne Werte schaffen sehen. EinJahr„Deutsche Arbeitsfront" Die Eröffnung des 2. Arbeitskongresfes Berlin, 16. Mai. (DNB.) Im Sitzungssaale des Preußenhauses wurde am Mittwochmittag der ßroeite deutsche A r b e i t s k o n g r e ß feier- I Uich eröffnet. Schon vor Beginn des Kongresses hatten sich Vizekanzler von Papen, zahlreiche Reichsminister, Staatssekretäre und Reichsstatthslter ■ Dingefunden. Unter den Anwesenden sah man fermer die Minister der Länder, die Gauleiter der NSDAP., sämtliche Treuhänder der Arbeit, die Wandesobmänner der NSBO., die Hauptwirtschafts- Äruppenführer, Führer des deutschen Wirtschafts- Ilebens und Oberbürgermeister der deutschen Groß- sstädte. Der Führer wurde von dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, tn den -Sitzungssaal geleitet und mit einem dreifachen Lieg-Äeil begrüßt. Der Leiter des Führeramtes der Deutschen Arbeitsfront und der PO., Pg. Rudolf Schmeer, eröffnete den Kongreß. Hierauf nahm der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley Las Wort. Trotz schwerster Erschütterungen sei die Arbeitsfront von fünf Millionen Mitgliedern in sinem 3ahr auf 23 Millionen angewach- ^e n Die Unordnung und Mißwirtschaft sei nicht mur bei den Freien Gewerkschaften, sondern auch bei den christlichen und bei dem Deutschnatwnalen jkiandlungsgehilfen-Verband vorhanden gewesen. Trotzdem seien in knapp drei Monaten dank der Tätigkell eines für alle Verbände gebildeten ein- y-itlich-n Schatzamtes di-Sch ul den der Verbände abgetragen und neue Bankguthaben angelegt worden. Zur Prüfung, ob die n-ug-bild-- Arbeitsfront auch im Lande Vertrauen habe, hatte -?r b e ^triebe in 7llen Teilen Deutschlands besichtigt Der Freitag vor dem 12. November, in lener denkwürdigen Stunde in den Siemenswer- Len hätte gezeigt, daß der Arbeiter der treueste Sohn der Nation geblieben fei. Anschließend sei das Erziehungswerk am Unterney- rmer durchgeführt worden. Die ^nteressengegens tz Der einzelnen Menschen konnten niemals im Volk beseitigt werden. Es müssesein, daßi der: eine for 5ere und der andere bewillige oder abschlage. Aber beide Teile sollten offen und ehrlich zueinander fein. Es gehe nicht an, daß "m n Opfer Verlange, während große Dividenden ausgeschuttet würden. Ebenso gehe es nicht an, daß man aus Schwäche und Feigheit den Lohnforderungen immer wieder nachgebe und schließlich die Existenzi des^Be- Üriebes gefährde. Die Arbeitsfront werde ihre neue Drganijationsform bis spätestens 1. Oktober reftlos rer Staatsverwaltung auf den Aufbau unseres ganzen wirtschaftlichen Lebens übertragen, und wir würden damit jammervoll Schiffbruch er- leiden. Wir könnten in einer durchgehend bürokratisierten Wirtschaft überhaupt nicht einen menschlichen Fortschritt erzielen; denn es find zu einem Fortschritt ungeheure Einsätze notwendig. Wenn heute beispielsweise eine Erfindung gemacht wird, die gelingt, so wollen wir nicht vergessen, daß für diese eine gelungene Erfindung vielleicht Zehntausende von Unternehmungen sich ruiniert haben, Zehntausende ihr Kapital verloren haben, bis das eine endlich einem doch gelang. Wohin würden wir kommen, wenn der Staat mit seiner Bürokratie sich auf diesen Weg begeben wollte, wohin würde man da kommen? Glauben Sie mir: man kann nach einer solchen Bürokratisierung mit einem menschlichen Fortschritt nicht mehr rechnen. Auch Sowjetrußland nicht, ebenfalls nicht nach kommunistisch-marxistischen Begriffen. Dieses Sowjetrußland kommt mir vor wie ein Mann, der durch einen Sumpf wandere am Arm eines starken Menschen. Dieses Sowjetrußland gehe dauernd am Arm der kapitalistischen Staaten. Es nehme ihre Arbeitskräfte, ihre Ingenieure und Maschinen, beziehe alles von den kapitalistischen Staaten, wandele aber daneben und rede von marxistischem Kommunismus. Man sollte es auf eigene Füße stellen, das wäre bei einem Lande wie Rußland durchaus möglich, und sagen: Jetzt schafft euch euer Paradies. Dann würde man die Resultate sehen. Heute leben sie als Kommunisten nur von den nichtkommuni st ischen Einrichtungen dieser Welt (Beifall). Eine Weltanschauung müsse aber vollständig auf eigenen Füßen stehen können! Die kommunistische könne dies nicht oder sie ende stets mit einer entsetzlichen Rot. Diese Tatsachen seien nicht zu bestreiten. Es seien Millionen Menschen an Hunger gestorben, in einem Lande, in dem auf acht Menschen in den Städten 92 Bauern kommen. Solche Zustände würden in Deutschland zwangsläufig zur Vernichtung des ganzen Volkes überhaupt führen. Man kann nicht eine Höchststeigerung der Produktion erreichen, indem man ein Prinzip verwirklicht, das jeder persönlichen Initiative von vornherein den Todesstoß versetzt. Eine bürokratisierte Wirtschaft vermag keinen Fortschritt zu erzielen Erwartet unser Volk eine solche Steigerung der Produktion? Natürlich, erklärte der Führer, denn jeder Mensch fordert zwangsläufig die Verwirklichung dessen, was an Fähigkeiten in ihm liegt und nach Gestaltung drängt. Kein Volk wird mehr fordern, als es selbst zu verwirklichen befähigt ist. Aber jedes Volk fordert das, was es an Lebensgütern schaffen kann. Es ist daher selbstverständlich, daß wir eine Organisationsform anstreben, die die höchsten Fähigkeiten eines Volkes auf allen Gebieten am wirkungsvollsten zum Einsatz bringt. Wenn man mich fragt, was verstehen Sie unter Nationalsozialismus» so habe ich zu antworten: Nichts anderes, als daß zur Erhaltung unserer Gemeinschaft auf jedem Platz unseres Lebens die höchsten Fähigkeiten ausschließlich und autoritär zum Einsatz gebracht werden. Ich verstehe darunter unter keinen Umständen irgendeine Bürokratisierung unseres gesamten Lebens, d. h. ich verstehe unter Nationalsozialismus nicht, daß ich jemand an einen Platz stelle, aus einem Grundsatz, der nicht durch Sachlichkeit bedingt ist. Ich protestiere dagegen, daß einer Führer eines Unternehmens wird, nur weil er 1 dazu bestimmt wird. Er muß von Natur aus dazu bestimmt sein, und das erweist sich durch seine eigene Leistung und Fähigkeit. Das muß er unter Beweis stellen, und zwar nicht durch staatliche Aufsichtsbehörden, sondern durch den Erfolg. (Stürmischer Beifall.) Wenn es uns aber gelinge, diese höchsten Fähigkeiten unseres Volkes überall zum Einsatz zu bringen, so daß auf jedem Platz der fähigste Mensch steht, wenn wir das in einem gewissen Umfange erreichen wollten, dann sei es sinnlos, wenn wir die dabei naturgemäß tausendfältig in Erscheinung tretenden Differenzen ausgleichen ließen durch so primitive Methoden wie Aussperrung, Streik usw. Wir wollen, daß alle Kräfte der Nation nutzbringend in Erscheinung treten. Wenn wir die höchsten Fähigkeiten nützlich anwenden und die höchste Produktionskraft auf allen Gebieten entwickeln, dann muß daszwangsläufigallenzugute kommen und es gehört wieder nur eine ganz verwirrte, kleine, egoistische Meinung dazu, sich gegen eine Erhöhung des Standards zu sträuben, die indirekt wieder allen zugute kommt. Ich habe in meinem Leben leider Unternehmer kennengelernt, die Schuhe fabrizieren, aber empört sind, wenn sie hören, daß ein Arbeiter zwei Paar Schuhe habe. Da kann ich nur sagen: Heilige Einfalt. (Stürmischer Beifall.) Nein, wenn wir Gegner eines Egoismus sind, der keine Rücksicht auf andere nimmt; dann aus purer Vernunft. Der Staat ist die Autorität der Gemeinschaft. Wir sind der Ueberzeugung, daß, wenn wir die ganze Kraft der Nation in einen wirklich fruchtbringenden Produktionsprozeß einbauen, sich felbstverständlich diese Kraft nur dann auswirken kann, wenn jeder an dem Ergebnis des Produktionsprozesses nicht nur als Schaffender, sondern auch als Empfangender leilnimmt. Das wird sich ganz natürlich ergeben und regeln. Dann aber ist die Entfesselung eines Streikes geradezu Wahnsinn, der gleiche Wahnsinn wie eine Arbeitslosenunterstützung ohne Gegenleistung. Die Dolksgemeinfchast ist nicht dazu da, den einen Teil der Nation zugunsten des anderen zu belasten. Es muß eben Arbeit geschaffen werden. Das ist ein Organisationsproblem. Wenn man auf der einen Seite die Kräfte besitzt und auf der anderen Seite die Bodenschätze hat, dann muß man das fertigbringen. Auch die Kommunisten schalten ja den Streik aus, sobald sie zur Wacht kommen. Da heißt es dann auf einmal: Das kann sich das Proletariat nicht leisten. Das kann sich überhaupt niemand erlauben. So wenig ein Volk, das eine Gemeinschaft darstellt, sich erlauben kann, daß ein Einzelner seinen Konflikt mit einem anderen mit der Faust austrägt, so wenig kann es sich das in wirtschaftlicher Hinsicht leisten. Der Leidtragende ist stets die ganze Nation. Da streiten sich zwei und 60 Millionen haben das zu leiden, well zwei sich nicht einigen können. (Stürmische Zustimmung.) Dann muß über den beiden naturgemäß eine andere, höhere Autorität stehen. Ls ist die Autorität der Gemeinschaft, die Autorität des Staates, und zwar gänzlich unbeeinflußt und ungebunden. Der Staat ist nicht der Büttel eines Unternehmers oder eines Arbeitnehmers, sondern er steht über beiden Interessenten und sorgt für Einigkeit nach den Gesetzen der Billigkeit, des Rechtes und der Vernunft, die für uns alle gleich sind. Und wer sie nicht befolgen will, wird erfahren, daß über seinem Eigennutz der Gemeinnutz der Nation steht, der durch uns seine Repräsentation erfahren hat. Die Staatsführung wird weder die Initiative, d. h. die Fähigkeit, die immer mit der Persönlichkeit verbunden ist, vernichten lassen, noch die Kraft, die in der anderen Seite steckt, noch die Lebensooraussetzungen beschneiden lassen dürfen, wenn sie nicht will, daß eines Tages eine sogenannte blühende Wirtschaft kein gesundes Volk mehr hat. Am Ende wird nur d i e gesamte Kraft einer Nation die Wirtschaft beschützen und verteidigen. Das, was wir als Ziel sehen, ist aber nicht von heute auf morgen zu erreichen, sondern dazu gehört vor allem Geduld und Zeit. Es wird überall und zu allen Zeiten Rückfälle geben. Eine Staatsführung muß solche Begleiterscheinungen wie ein Arzt zur Kenntnis nehmen und sorgen, daß der Fehler beseitigt wird. Deswegen darf man nicht verzagen an den Gesamtleistungen, am wenigsten am Gesamtwert eines Volkes mit den geschichtlichen Leistungen wie das unsrige. Auch die kleinen berufsmäßigen Nörgler seien unglückselige Kranke, blind und taub für alles, was außerhalb ihres beschränkten Horizonts vor sich gehe. Das sind Menschen, die den Marsch- rhythmus ihrer Zeit nicht verstehen. Staat und Volksführung können sie nicht beeinflussen. 5Rit Beharrlichkeit unh Ausdauer, Glauben und Vertrauen wird das deutsche Volk sich eine alücklichere Zukunft erarbeiten. Er habe gelernt, daß Beharrlichkeit und Ausdauer altes fei, und daß alles darauf ankomme, daß man den Wut besitze, ein Ziel ins Auge zu nehmen und unentwegt darauf loszumarschieren, „Ich möchte daher der großen Deutschen Arbeitsfront wünschen, daß ihre Führung und alle ihre Witgtieder niemals den Glauben vertieren, komme was kommen will. Wer Glauben im Herzen hat, der hat die stärkste Kraft der Welt, die es überhaupt gibt. Und wir können diesen Glauben haben, mit dem Blick auf unser deutsches Volk und besonders auf den deutschen Arbeiter. Der deutsche Arbeiter wird deshalb der tragende Teil fein, weil er empfänglich ist für dieses Gefühl des Glaubens und Vertrauens, das nicht bei jedem Ding meint, die Sonde des eigenen Geistes antegen zu müssen, sondern sich einer Idee blindgläubig verschreibt und dann nachfolgt. Wenn wir den deutschen Arbeiter für den Staat erobern, dann werden wir ihn auch behalten als ein für das neue Deutschland unzerstörbares Fundament. Ich bin daher der Ueberzeugung, daß unsere Arbeitsfront auch ein Pfeiler des neuen Reiches fein wird. Auf der einen Seite das Bauerntum, auf der anderen die H a i^d a r b e i t e r f ch a f t. Wenn wir diese beiden Schichten immer rneyr und mehr erobern und ihre berechtigten Ansprüche vertreten, werden wir den neuen Staat sichern für jetzt und für alle Zukunft. Die große deutsche Nation hat wieder Boden unter den Füßen gewonnen, sie sieht vor sich wieder ein Ziel. Was stüher durcheinanderlief, formiert sich wieder in großen Kolonnen und was außer Tritt geraten war, hat w ieder Tritt gefaßt. Die ganze Nation wird heute von einem neuen Marschrhythmus er« faBt der sie nun begleitet und von dem wir wissen, daß er eines Tages unser Volk in glücklichere Zeiten hineinführen wird. Wir alle, die wir einst den Krieg kennengelernt haben, wissen, daß bas Ziel einer Politik nicht sein rann, Kriege zu führen. Unser Ziel wird immer fein, bas Volk in seiner Lebenshaltung glücklich zu machen. Wir kennen baher gar keine anbere Politik, als bie bes frieblichen Auf- baues. Aber beshalb können wir unser Volk auch niemals zum Sklaven erniebrtgen laf« Jen. Von uns wirb niemals ber Frieben gebrochen, aber bas neue Deutschland wirb auch niemals sich selbst unterwerfen, niemals seine Rechte preisgeben, niemals von feinem Boben opfern. Fanatisch wirb es seineLebensrechte auf biefer Welt oerteibigen unb bafür einstehen bis zum äußersten. Wir werben niemals den Frieden brechen, aber niemand soll glauben, uns im Frieden widerstandslos unterwerfen zu können. (Langanhaltende stürmische Heilrufe.) Oie Beitragsgestaltung der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Im „Deutschen" äußert sich der Schatzmeister der Deutschen Arbeitsfront, Bruckmann, über die künftige Beitragsgestaltung der Deutschen Arbeitsfront. Die neuen Beitragssätze, die die „Deutsche Arbeitsfront" voraussichtlich mit Wirkung vom 1. Juli ab nicht nur für die Einzelmitglieder, sondern auch für die Mitglieder der sämtlichen bisherigen Verbände in Kraft treten lassen wird, werden auch gegenüber den bisherigen Sätzen eine nochmalige Ermäßigung erfahren, da die Verwaltungsgemeinschaft, sämtlicher Verbände ein weiterer Schritt zur Senkung der Verwaltungsunkosten ist, deren Ersparnis den Mitgliedern in Form einer nochmaligen Beitragssenkung zugute kommen soll! Die künftigen Beiträge sehen in den unteren Einkommensklassen eine Ermäßigung bis z u teilweise 5-0 v. H. vor. Von allen (Eintony mensklassen werden prozentual die gleit chen Beiträge erhoben. Dadurch ist es bet „Deutschen Arbeitsfront" überhaupt nur möglich» ben ärmsten Volksgenossen im Sinne ber Volksgemeinschaft für verhältnismäßig niebrige Beitrags höhere Leistungen zukommen zu lassen, als bishe^ In ber neuen Beitragsregelung ist vorgesehen, daß Familien mit einem Kind und mit mehr als drei Kindern in der Beitragsfrage bevorzugt werden. Ferner wird die neue Beitragsregelung vorsehen, daß die Mitglieder, die durch ihre Zugehörigkeit zur Partei und zu den SA.- unb SS. -Formationen finanziell in Anspruch genommen werden, zum Ausgleich dafür die Möglichkeit haben, gegen Zahlung eines geringen Verwaltungskostenbeitrages Mitglieder der „Arbeitsfront" werden zu können. Allerdings haben diese Mitglieder bann feinen Anspruch auf materielle Gegenleist u n g e n ber Deutschen Arbeitsfront. Die Negierungskommission berichtet dem Völkerbundsrat. Der Saarländer Koßmann bringt seine abweichende Auffassung gesondert zum Ausdruck. Genf, 16. Mai (DNB.) Der Völkerbunbsrat hat am Mittwoch von 17.30 bis kurz nach 19 Uhr eine Geheimsitzung abgehalten, an ber auch bie hier anroefenben Mitglieber ber Regierungskommission bes Saargebietes teilnahmen Wie verlautet, hat bas saarlänbische Mitglieb ber Regierungs- kommission, Koßmann, bei biefer Gelegenheit eine befonbere Erklärung abgegeben, von ber man annehmen muß, baß sie bem von ber Deutschen Front zum Ausbruck gebrachten selbstverständlichen Stand- punft bes gesamten deutschen Volkes in allen wesentlichen Punkten entspricht. Im übrigen haben bie Mitglieber des Völkerbundsrates, vor allem Barthou, dem Präsidenten der (Saarregierung eine große Anzahl von Fragen gestellt, die dieser damit beantwortete, daß er aus einem Bericht seine bekannte Stellungnahme vorlas. Die Berichte der französischen Sonderberichterstatter aus Genf behaupten, daß die Regierungskommission der Auffassung gewesen sei, die augenblicklichen Polizeikräfte des Saargebiets reichten für die Aufrechterhaltung von Ruhe unb Drbnung im Falle von Zwischenfällen nicht aus. Barthou habe beshalb vollkommen Recht gehabt, wenn er diese Geheimsitzung verlangt habe, um einmal ausdrücklich festzustellen, wie diejenigen Persönlichkeiten dächten, die seit Jahren mit den inneren Verhältnissen im Saargebiet vertraut seien. „Petit Parisien" erklärt, daß die Frage der Schaffung einer internationalen Polizei er ft auf der (Septembertagung endgültig geregelt werden würde. Der „Matin" meint, daß nur die Annahme der Vorschläge Barthous ein Abkommen ermögliche, andernfalls müsse man die Frage bis zur nächsten Sitzung vertagen. Es sei außerdem notwendig, zu allen Vorschlägen selbstverständlich das Einverständnis der Reichsregierung einzuholen. Was wird aus der Abrüstungskonferenz? Neue DertagungSgerüchte. — Die Möglichkeiten einer neuen Ankurbelung. Der Hauptausschuß zum 29. Mai einberufen. Henderson wirkt einer neuen Verschiebung entgegen. Gens, 16. Mai. (DNB.) Der Präsident ber Abrüstungskonferenz Henberson hat ben Hauptausschuß ber Abrüstungskonferenz auf Dienstag, 29. Mai, 15.30 Uhr, einberufen. Der Präsibent hat gleichzeitig bas Präsibium der Konferenz für Montag, 28. Mai, zu einer Geheim- sitzung einberufen. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung des Präsidiums steht: 1. Eine Erklärung des Präsidenten; Aussprache über die Lage der Abrüstungskonferenz. Die Sagesorbnung für bie erste Sitzung bes Hauptausschusses sieht vor: 1. Eine Erklärung bes Präsidiums; 2. Aussprache über die künftigen Arbeitsmethoden der Konferenz. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß diese Erklärung Hendersons mit Gerüchten über eine erneute Verschiebung des Zusammentritts der Abrüstungskonferenz zusammenhängt, die heute von Genf ausgingen. Gleichzeitig besteht auch der Eindruck, daß dieser Gegenzug Hendersons nicht ganz in Uebereinftimmung mit der amtlichen englischen Politik erfolgt ist, wobei allerdings zu bedenken ist, daß es im britischen Kabinett verschiedene Richtungen gibt. Im übrigen macht die von Henderson telefonisch übermittelte Entscheidung über den Wiederzusammentritt der Organe der Abrüstungskonferenz den Eindruck, als fei sie in großer Eile abgefaßt worden. Wird die Konferenz ihren Auftrag an den Völkerbund znrüügeben? London, 17. Mai. (DNB. Funkspruch). Ein Gerücht, wonach die Mächte die sofortige Vertagung der Abrüstungskonferenz planten, wird von der englischen Presse als völlig unbegründet bezeichnet. Ebenso wird ein Gerücht von einem Rücktritt Hendersons vom Posten des Präsidenten der Abrüstungskonferenz für völlig unzutreffend erklärt. „Times" sagt, das Gerücht von einer Vertagung der Abrüstungskonferenz scheine daraus zurückzuführen zu sein, daß eine unverbindliche Aussprache darüber stattgefunden habe, was geschehen soll, wenn die Konferenz endgültig f e h l s ch l ä g t. Man glaube, daß für diesen Fall folgendes Verfahren geplant sei: Der Hauptausschuß würde seinen Auftrag an den Völkerbundsrat zurückgeben. Der Völkerbundsrat würde dann die Konferenz vertagen, zugleich aber einen Ausschuß von Vertretern der Hauptmächte ernennen, der den Auftrag haben würde, „mit den Ereignissen in Fühlung zu bleiben" und, wenn möglich, die Grundlage für einen neuen Beginn zu finden. Augenblicklich warte alle Welt auf einen neuen Schritt der Franzosen. Sie hätten in ihrer Note vom 17. April ihre negative Haltung dar- gelegt. Aber über ihre positive Haltung hüllten sich sich noch in Schweigen. „Daily Telegraph" schreibt: Barthou wünscht nach wie vor, auf der Sitzung am 29. Mai Deutschland wegen seiner Aufrüstung (?) anzuNagen. Es heißt aber, Frankreich wolle sich nicht auf Art. 213 des Versailler Vertrages berufen und eine internationale Untersuchung beantragen. Auch würden wahrscheinlich Großbritannien und Italien nicht damit ei nver standen sein, daß in Abwesenheit Deutschlands ein neuer Abrüstungsplan ausgearbeitet wird. „Morning Post" berichtet, bei den privaten Besprechungen der Vertreter der Großmächte sei die Frage einer Vertagung der Abrüstungskonferenz auf unbestimmte Zeit ernstlich durchgesprochen. Der Gedanke, an Stelle der Konferenz eine neue Körperschaft, einen vom 23 ö 11 e r b u n b s r a t z u er» nennenden Abrüstungsausschuß zu setzen, sei offenbar ein Versuch, Deutschland wieder zur Teilnahme an den Besprechungen zu verlocken. Paris dementiert. Paris, 17. Mai (DNB.-Funkspruch). Die Gerüchte von der Uebertragung der gesamten Abrüstungsfrage an den Völkerbund unter Schaffung eines ständigen Ausschusses der Großmächte werden von den Genfer Berichterstattern der französischen Presse energisch dementiert. Das „Journal" schreibt dazu, daß ein ständiger Ausschuß des Völkerbundes über ebensowenig oder ebensoviel Einfluß verfügen würde wie die Abrüstungskonferenz, daß aber eine sch ne11e Erledigung der Frage viel unwahrscheinlicher sein würde. Es sei unbedingt notwendig, daß man die Abrüstungssraae zu einer endgültigen Lösung nach der einen oder anderen Richtung bringe. Eine Liquidation aber müsse den Hütern der Ordnung ihre Handlungsfreiheit wiedergeben. Die Abrüstungspolikik Amerikas. Ersatzbauten der amerikanischen Marine. Washington, 16. Mai. (DNB.) Der Marineminister hat den alsbaldigen Beginn des Baues von 12 Zerstörern, zwei Zerstörerführerschiffen und echs U-Booten angekündigt. Es handele sich um dringend notwendige Ersatzbauten, die außer einem chweren und drei leichten Kreuzern im Rahmen des Ersatzprogramms für das im Juli 1935 endende Haushaltsjahr liegen. Der schwere Kreuzer „Minneapolis", der eine Raumverdrängung von 10 000 Tonnen besitzt, mit 20-Zentimeter-Geschützen ausgerüstet ist und vier Flugzeuge an Bord führt, wird am 19. Mai in Dienst gestellt. Gerüchte, daß Amerika seine Flottenstützpunkte auf den Philippinen schon jetzt aufzugeben beabsichtige, wurden im Staatsdepartement als unrichtig bezeichnet. Norman Davis wird bei Wiederzusammentritt des Ausschusses der Abrüstungskonferenz am 29. Mai eine vom Präsidenten Roosevelt gebilligte Erklärung über die amerikanische Politik abgeben, in der die Vereinigten Staaten lediglich von neuem ihr tiefstes Interesse an der Sache der Abrüstung verkünden aber betonen wer den, daß sie nichts mit den sogenannten „politischen Seiten" der Frage zu tun haben wollen, und daß ihnen nur an den Größen- Verhältnissen der Kriegsflotte und Heere zu einander gelegen ist. Präsident Roosevelt erwägt ferner eine Botschaft an den Kongreß über die kriegstreibe r i s ch e n Machenschaften der Rüstungs- Industrie. Der Bundessenat hat bereits begonnen, Geschäfte der amerikanischen Kriegsmaterial- fabrifanten sorgfältig zu untersuchen. Erziehung zumRechksbewußksein Die politische Aufgabe des Juristen. Berlin, 16. Mai. (DNB.) In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste fand in der Aula der Berliner Universität die feierliche Eröffnung des neu errichteten Lehrstuhls der Akademie für Deutsches Recht an der Hochschule für Pali* tik ft-att. Reichsjustizkommissar Dr. Frank betonte, daß die Hochschule für Politik eine Hochschule jener Erkenntnisse sein solle, die unser Volk wieder geeignet machten, dem Streben nach Aufrechterhaltung unserer Rasse und unseres Bodens, unserer Ehre und unserer Freiheit, also unserer Nationalsozialist^ schen Weltanschauung, die geistigeUnterlage zu geben. Es ist nicht wahr, fuhr Dr. Frank \on, daß man durch den Appell an irgendeine idealistische Gerechtigkeit politische Gestaltung formen kann. Räumen wir auf mit den lächerlichen Phantasmen, daß irgend etwas anderes als die Härte der unmittelbaren Machtsicherheit in der Ke schichte auch die Gerechtigkeit bestimmen könnte. Wir wünschen, daß für alle Zeiten dem Heroischen die Erde zugeteilt werden möge und nicht der Dekadenz. — Auf innenpolitischem Gebiete sei das Recht die Formgebung des politischen Erfolges. Politik sei ein Fortschreiten von Rechtssatz zu Rechtssatz. Der Jurist müsse der Führer in der sozialen Ordnung einer Nation sein, der ewige Aus- aleichsfaktor, der stets bereit sei, nicht nur den totreit an sich zu schlichten, sondern den Streit durch Erziehung des Volkes zum Rechtsbewußtfein von vornherein auszuschalten. Die Verkennung dieser Aufgabe sei mit schuld an der Entfremdung - zwischen dem Rechtsleben und dem Volk. Das Reichskultusministerium und die Länder. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Durch die Erlasse des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers ist nunmehr das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung im Rohbau gestaltet. Damit ist, erstmalig in unserer Geschichte, die Möglichkeit einer einheitlichenNationalerzie- h u n a der gesamten deutschen Jugend, von der Volksschule bis zum Akademiker, im Prinzip gesichert. Ein bedeutsamer Schritt in der Entwicklung der Reichsreform! Die Betätigungsmöglichkeit der Länder wird durch die Schaffung des neuen Reichsminiperiums nicht lediglich auf das Gebiet der Ausführung beschränkt fein; es ist vielmehr der ausdrückliche Wille des Reichsministers Rust, bei der kommenden Reichsgesetzgebung alle schöpferischen Kräfte der Kultusministerien der Länder h e r a n z u z i e h e n, um die dort in engerem Stammestum der Heimat und Landschaft gesammelten Erfahrungen dem Gesamtwerte uneingeschränkt nutzbar zu machen. Das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird nicht zusammenhanglos über dem preußischen Kultusministerium schweben, sondern die organische Verbindung, die durch die Personalunion des Reichsministers Ruft als Chef beider Behörden vorgezeichnet ist, weiter vertiefen. Gegen Preissteigerungen. Berlin. 16. INai. (DBB.) 3n Ergänzung der bereits in den letzten Wochen ergriffenen Wahnah- nahmen hat der Reichswirtschaftsminister eine Verordnung gegen Preissteigerungen erlassen. Sie besagt il a.» daß für lebenswichtige Gegen- stände des täglichen Bedarfes und lebenswichtige £el ff ungen zur Befriedigung des täglichen Bedarfes bis auf weiteres ohne Einwilligung der zuständigen Preisüberwachungsstelle von Verbänden oder anderen Zusammenschlüssen keine Winde st preise, INindestverarbeitsungsspannen, rNindesthandelsspannen, höchstnachlässe oder Hlin- destzuschläge für den inländischen Geschäftsverkehr verabredet, festgesetzt oder empfohlen werden dürfen. Soweit bisher Behörden auf Grund der Verordnung vom 8. Dezember 1931 Mindestpreise festgesetzt haben, werden diese aufgehoben. Die Bestimmungen der Verordnung beziehen sich dagegen nicht auf landwirtschaftliche Er - zeugnifse und Lei st ungen. Gleichzeitig hat der Reichswirtschaftsminister die Preisüberwachungs- siellen ersucht, ihre ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die Preise nicht erhöht werden. Bei Feststellung ungerechtfertigter Preissteigerungen werden nicht nur Verbände aufgelöst werden, sondern der Reichswirtschaftsminister wird auch notfalls die Schließung von Betrieben anordnen und gegen den Schuldigen mit den schärfsten Maßnahmen vorgehen. Verschärfter Kampf gegen das Denunziantentum. Berlin, 16. Mai. (DNB.) Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, die Polizeibehörden anzuweisen, gegen d i e leichtfertige Erstattung ungerechtfertigter Anzeigen auf Grund des § 164 StGB, in der neuen Fassung vom 26. Mai 1933 mit allem Nachdruck vorzugehen. Der Reichsminister der Justiz hat die Landesjustizvenvaltungen gebeten, die Strafverfolgungsbehörden anzuweisen, auch ihrerseits der nachdrücklichen Bekämpfung des Denunziantentumes ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den neuernannten deutschen Gesandten in Bogota, Dr. von H e n t i g (früher Generalkonsul in San Franzisko), sowie den Gesandten in Lima, Dr. Schmitt (früher Generalkonsul in Mailand, ein gebürtiger Oberhesse, der durch Veröffentlichung mehrerer Romane bekannt geworden ist). * Der Reichspräsident hat zum 1. Juni 1934 auf den Posten des Präsidenten des Reichswirtschaftsgerichtes den Ministerialrat im Reichswirtschaftsministerium Dr. Karl W i l l e ck e berufen. Ministerialrat Willecke war zuletzt Reichskommissar für die Mailänder Messe. * Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat feine 18 Reichspropagandastellen zu Landespropaganda st eilen erhoben. Zum Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gehören nunmehr Landespropagandastelle 15: Kurhessen, Kassel; Leiter- ©erlaub; Landespropagandastelle 16: Hessen- Nassau, Frankfurt a. M.; Leiter: Müller-Scheld. * Ministerpräsident Göring hat einen kurzen Pfingsturlaub angetreten und Berlin im Flugzeug mit dem Ziel Athen verlassen. Die Reise ist rem privater Natur. * Wie die „Nationalzeitung" erfährt, ist der L a n - idesverbandsführer West mark b e 5 !NSDFB. (Stahlhelm) Goernemann- Dussel- iborf in Schutzhaft genommen worben. * Der Reichsleiter bes Karnpfbunbes für beutsche »Kultur, Alfreb Rosenberg, hat Staatskommissar ;Hans Hinkel, MbR., auf seinen Antrag hin Hnfolge Arbeitsüberlastung von bem Posten bes Meichsorganisationsleiters im Kampfbunb für deutsche Kultur entbunden. Eisenbahnunglück bei Verden. D-Zug Bremen-Dresden entgleist.-3 Tote, 9 Verletzte. Hannover, 16.Wai. (DRV.) Die Pressestelle der Reichsbahndirekton teilt mit: Am 16. Wai um 11.27 Uhr entgleiffe bei Eangroebeln in der Nähe von Verden an der Strecke Bremen—Hannover der D-5ug 131. Die Maschine und die vorderen Wagen fielen dabei um. Ein Toter und a ch t Schwerverletzte sind ermittelt worden. Die Ursache ist vermutlich zu schnelles Befahren einer Umbaustelle. — Rach einer späteren Meldung aus Verden find leider drei Tote zu beklagen, und zwar der Lokomotivführer, der Heizer und die Warfefrau. Ihre Ramen find noch nicht bekannt. Außerdem wurden neun Passagiere verletzt, darunter wahrscheinlich vier schwer. Einer der Bremen Lengwedel werden Verletzten konnte bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Ramen der Verletzten find nach vorläufigen Angaben, die aber noch einer Rach- prüfung bedürfen, folgende: Leonhardt R e i m e r s, Bremen; Herbert 3 e n e k e, Berlin; Kurt P e - ludßinfki, Berlin; Alfred W r z a f k, Dresden; Georg Kafany, Bovenih; Elisabeth Meinisch, Dresden; Anna hegeler, Oldenburg; Margarete h e g e l e r, Oldenburg. Die Verletzten sind im Krankenhaus zu Verden untergebracht. Man hofft, sie alle am Leben erhalten zu können. Der v-Zug 131, der sich auf der Fahrt von Bremerhaven über Bremen nach Dresden befand, entgleiste wahrscheinlich infolge zu hoher Gefchwin- digkeit auf dem Bahnhof Langwedel. Leider ist es bisher trotz größter Anstrengungen noch nicht gelungen, den Lokomotivführer und den Führer des Unglückszuges zu bergen, da fie in dem zufammen- gedrückten Lokomotivführerfland eingepreht find und die zusammengedrückten Teile erst ausein- andergefchweißt werden müssen. Die Dagen des Zuges sind völlig ausgebrannt. Zum Glück war der V-Zug nicht sehr stark beseht, sonst hätte das Unglück leicht größere Ausmaße annehmen können. Der Verkehr auf der Strecke wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Auf die Nachricht von dem v-Zug°Unglück wurden in Verben sofort Sanitätskolonnen unb Feuerwehr alarmiert, bie sogleich mit allen verfügbaren Fahrzeugen an bie Unfallstelle eilten. Mannschaften von ber reitenben Abteilung bj’s Verbener Artillerie-Regiments übernahmen die Absperrung ber Unfallstelle. In ber Nähe würben verschiedene Verbandplätze eingerichtet. Mehrere Zuginfassen waren sofort nach dem Unglück damit beschäftigt, den Brand im Speisewagen zu löschen, das Feuer griff jedoch außerordentlich schnell um sich und erschwerte die Rettungsarbeiten. Die Aerzte und das Sanitätspersonal, die inzwischen eingetroffen sind, sorgten für schnellen Abtransport der Verletzten in das Verdener Krankenhaus. Sowohl Sanitätswagen wie Privatkraftfahrzeuge übernahmen den Transport. Vier Todesopfer eines Eisenbahnunglücks in Pforzheim. Donnerstag morgen gegen 6.30 Uhr fuhr im Bahnhof Pforzheim eine Rangierlokomotive dem einfahrenden Personenzug 2302 Mühlacker— Pforzheim in die Flanke. Dabei wurden drei Personenwagen aufgerissen, ein weiterer stark beschädigt. Durch den Zusammenstoß wurden vier Reisende getötet und, soweit bisher fesigestellt wurde, zehn Personen' schwer verletzt. Außerdem gab es eine größere Anzahl Leichtverletzte. Alsbald nach dem Unfall trafen mehrere Aerzte und die Sanitätskolonne Pforzheim zur Hilfeleistung ein. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, einige der Leichtverletzten unmittelbar in ihre Wohnung. Der Sachschaden ist nicht unerheblich. Die Untersuchung ist.eingeleitet. Sensationelle Aufklärung eines scheußlichen Verbrechens in Ehikago Der gefilmte Mörder. — Die Kamera bringt es an den Tag. 55. 'LLycJtörtc rfärtnonw Ja, das kann man schon von der Oberst sagen! Ihr Neutra-Papier ist sorgsam abgestimmt auf das milde Aroma ihres Tabaks, sodaß Tabak und Papier, beide in voller Harmonie, das ist die der einzigen 3 ’/3 Pfennig- Zigarette mit Neufra-Papier. Ministerpräsident Ulmanis. Spitze aller Bewegungen, die Schul- und Kirchen- WALDOR? AS TO RIA einen kleinen Teil der Bevölkerung hinter sich. Der größte Teil der Erwerbstätigen, fast 69 Prozent, ist in der Landwirtschaft beschäftigt, und nur llProzent arbeiten in der Industrie unb bilben bas Reservoir ber Marxisten. Die Männer ber Erneuerung, vor allem bie oaterlänbische Organisation beim Rauchen dieser Zigarette kein Mißklang entsteht: tung bes ernannten ober bie Wahl eines anberen Verwalters sowie zur Prüfung ber nachträglich an- gemelbeten Forberungen Termin auf: Dienstag, den 5.3uni 1934, vormittags 9 Uhr, vor bem unterzeichneten Gericht, Zimmer 101, an- Gießen, ben 11. Mai 1934. Hessisches Amtsgericht. Vor zehn Jahren wurde in Chikago ein wohlhabender Privatmann in seiner Villa ermordet aufgefunben. Dieser Mann, ein gewisser Etienne L e l o n g , war vor Jahren mit seinen letzten Ersparnissen aus Europa ausgemanbert, um in Amerika sein Glück zu versuchen. Er hatte lange Zeit unter ben härtesten Entbehrungen ein kärgliches Dasein fristen müssen, bis er eines Tages bie über- raschenbe Nachricht erhielt, baß er eine größere Erbschaft gemacht hatte. Da Herr Lelong ein leibenschaftlicher Amateurphotograph war unb seine freie Zeit feit jeher bamit verbracht hatte, an ben verschiebensten Erfinbungen herumzubasteln, richtete er sich mit bem geerbten Gelb in seiner Villa ein Laboratorium ein. In biefem Laboratorium war Etienne Lelong Tag unb Nacht mit seinen neuen Erfinbungen beschäftigt. Er war einem neuen Verfahren für Farbenphotographie auf ber Spur. Eines Tages würbe bann Lelong in feinem Laboratorium ermorbet aufgefunben. Die Untersuchungen, bie sofort von ber Polizei eingeleitet würben, verliefen vollkommen ergebnislos. Der Täter hatte es offenbar glänzenb verstauben, auch bie geringsten Spuren feiner Anwesenheit zu verwischen. Die Beamten ber Morbkommission mußten die Wohnung unverrichteter Dinge verlassen. Sie hatten alle Räume bis in ben letzten Winkel burchstöbert, ohne auch nur ben geringfügigsten Anhaltspunkt für bie Person bes Mörbers zu fin- ben. Am nächsten Morgen würben bie Untersuchungen mit verschärfter Energie fortgeführt. Zweifellos wäre auch biefe zweite Untersuchung ergebnislos verlaufen, wenn nicht einer ber Beamten plötzlich bie Lust verspürt hätte, bie Film- Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde ausgesprochene Eigenartder OBERST Der autoritäre Kur« in Lettland Am Ende eines Jahrzehnts marxistischer Mißwirtschaft. k a m e r a bes ermorbeten Erfinbers näher zu untersuchen. Bei bieser Untersuchung fielen ben Beamten einige sonberbare Aufnahmen in bie Hänbe, auf benen ein unbekannter Mann adgebil- bet war. Es gelang ber Polizei, biesen Unbekannten mit. einem gewissen Mister C h e st o n zu ibentisizieren. Nach anfänglichem Leugnen mußte Cheston zugeben, ben Photographen in seinem Laboratorium überfallen unb ermorbet zu haben. Cheston, ber zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt würbe, hat sich in biesen Tagen in seiner Zelle erhängt. Wie kamen aber bie Aufnahmen des Mörbers in das Laboratorium? Wenn die Polizei diese Aufnahmen nicht gefunden hätte, wäre der grauenvolle Mord wahrscheinlich nie gesühnt worden. Nach den Ermittlungen der Beamten mußte sich die fürchterliche Szene im Laboratorium so abgespielt haben: als der Mörder das Zimmer betrat, machte die Filmkamera automatische Aufnahmen. So wurde der Mörder, während er seinem wehrlosen Opfer mit einem stumpfen Gegenstand die Schädel- decke einschlug, von der automatisch funktionierenden Kamera in allen seinen Bewegungen photographiert. Auf diese Weise kamen nicht weniger als 25 Bilder zustande. Noch nie ist wohl ein Mord auf eine so eigenartige Weise aufgedeckt worden. Ein Mörder, der im Augenblick seiner scheußlichen Tat, gefilmt wird, ohne davon eine Ahnung zu haben! Er hätte zweifellos schleunigst von seinem Opfer abgelassen, wenn er gewußt hätte, daß in der Filmkamera ein unsichtbarer und stummer Privatdetektiv lauerte, ber ihn durch einen Zufall der Gerechtigkeit auslieferte. Der letttsche Ministerpräsident Ulmanis hat den Ausnahmezustand über Lettland verhängt, das Parlament, bie Saeima, wie bie Letten es nennen, aufgelöst unb bie Marxistenführer verhaften lassen. Damit ist ber Versuch gemacht worben, Lettlanb nach Jahren bes wüsten Parteihabers unb bes Terrors ber ganz besonbers linkseingestellten unb von Moskau birigierten lettischen Sozial- bemokratie zu einem Orbnungsstaat zu machen. An unb für sich war bie Bewegung bazu in ben letzten Jahren sehr erstarkt. Wie überall in noch nicht vermorschten Staaten war bas Front- k ä m p f e r t u m mit bieser Bewegung zur Ausmerzung bes Parteikrebses eng oerbunben. Als am 18. November 1918 in Riga bie Proklamierung ber selbstänbigen Republik Lettlanb erfolgte, war bas Lanb burch bie Kriegsfolgen verheert, von 2,5 Millionen Einwohnern waren nur etwa 1,5 Millionen übrig geblieben, bie anberen entroeber gefallen ober wäh- renb bes Krieges nach Rußlanb verschleppt worben. Eine eigentliche Aufbauarbeit konnte erst beginnen, nachbem am 15. Juni 1920 zwischen Deutschland) unb Lettlanb unb am 11. August 1920 zwischen Rußlanb unb Lettlanb ber Friebens- vertrag zustanbe kam. Die M a r x i st e n waren in Lettlanb besonbers beutschfeinblich. Sie begannen mit ber Agrarreform, bie auf ft o ft e n bes beutschen Grunbbesitzes ging, aber, entwicktungsgeschichtlich betrachtet, nichts anberes war als bie Beseitigung bes Feubal- S y st e m s, bas im europäischen Osten sich am längsten erhalten hatte. An unb für sich hatten unb haben bie Sozialbemokraten in Lettlanb nur N. 8/33. Betr.: Konkursverfahren über bas Vermögen des Heinz Seiberf, Gießen, ZHäusburg 3 (als Alleininhaber der Firma Heinz Seibert, daselbst). 29780 Beschluß. Der Rechtsanwalt Zimmermann in Gießen wird auf seinen Antrag von seinem Amt als Konkursverwalter entbunden. Der Rechtsanwalt W. Rohn in Gießen, Kaiserallee Rr. 7, wird zum Konkursverwatter ernannt. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehal- der Pehakonkrusts, ber „Donnerkreuzler" bekämpfte seit langem bie marxistischen Sportvereine, bie als Trupps für ben Umsturz gebilbet worben waren. Diese Trupps waren bie Träger bes Boykotts . gegen Deutschlanb unb ber wüstesten Hetze, unb Beraumt, auch in Lettlanb ftanb bie Sozialbernokratie an ber C rechte der deutschen Minderheit zu brechen. Der Raub der deutschen Domkirche in Riga, dieses wundervollen Zeugen deutscher Kultur und ragenden Males deutscher Kolonisation, durch die überhaupt erst Kultur in jene Gegenden gebracht wurde, war eine Barbarei und ein Rechtsbruch, dem diese Marxisten jauchzend zustimmten. Sie waren auch die Urheber jener wirtschaftlichen Boykottbewegung gegen deutsche Einfuhr, die von der deutschen Regierung mit der Verhängung der Sperre über die lettische Butter, dem Hauptausfuhrartikel des Landes, beantwortet worden ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes wurden verstärkt durch die Notwendigkeit, ein unverhältnismäßig starkes Heer aufrechtzuerhalten, und die Agrarkrise traf die lettischen Bauern besonders hart. Während immer wieder der Marxismus durch Streiks die Schwierigkeiten vergrößerte, war das lettische Parlament eigentlich fast arbeitsunfähig. Die Regierungskrisen wurden zu einem Dauerzustand und in der Saeima kam es zu turbulenten Szenen. Anfang März stürzte das Ministerium Blodneek, das die Parteien der Neusiedler, des fortschrittlichen Verbandes, der Klerikalen und des Christlich-sozialen Arbeitsblocks gestellt hatten. Dieses Kabinett zerfiel, weil die eigene Koalition gegen die Minister stimmte. Die Ursache lag in den Parteigegensätzen, aber auch in den verschiedenen Interessen der Neusiedler und der von Karl U l • manis geführten Bauernpartei, die das Programm eines autoritären Staates, der Beseiti- aung der Parlamentsmißwirtschaft forderte und die Unterstützung der vaterländischen Verbände und der Frontkämpfer fand. Mitte März übernahm Ulmanis die Regierung. Er verkündete, daß die extremen politischen Richtungen bekämpft werden sollten und daß eine Verfassungsänderung notwendig fei. Diese hatte zum Ziel, dem Staatspräsidenten das Recht zuzuerkennen, das Parlament aufzulösen, ferner sollte der Staatspräsident aus einer Volkswahl heroor- gehen, nicht mehr, wie bisher, vom Parlament zu wählen fein. Bei der Volksabstimmung ging die Dolkswahl des Staatspräsidenten durch, die andere Forderung aber fiel und im Parlament selbst kam es zu schweren Kämpfen, wobei die Marxisten offen mit dem Generalstreik drohten. Die Deutschen sind als Deutsche Fraktion im Parlament für die Aende- rung der Verfassung eingetreten. Sehr schnell spitzten sich sodann die Dinge zu. Der Marxismus rüstete zum Aufruhr, die demokratischen Mittelparteien waren ebenfalls gegen jede Derfassungsreform und so blieb der Regierung Ul- manis nichts anderes übrig, als die Staatsgewalt gegen den Marxismus anzuwenden und an das lettische Volk zu appellieren. Riga im Flaggenfchmuck. Kein Widerstand gegen die Maßnahmen der Regierung. Riga, 16. Mai. (DNB.) Die Verhängung des Ausnahmezustandes in Lettland hat so gut wie keinen Widerstand gefunden. Polizei und Schutzwehr brauchten nirgends Waffengewalt anzu- wenden. In Riga haben alle Häuser Flaggen- schmuck angelegt. Das Strahenbild zeigt eine ?ewisse ungewohnte Bewegung. Patrouillen durch- treifen die Stadt. Alle wichtigen Regierungsund Verwaltungsgebäude stehen unter besonderer Bewachung. In der Stadt herrscht Ruhe; das Arbeitsleben nimmt feinen gewohnten Verlauf. Zahlreiche Mitglieder der Legionärstruppe wurden unter Der Beschuldigung, einen bewaffne- ten Aufstand versucht zu haben, verhaftet, ebenso eine ganze Reihe von Sozialdemokraten, die mit Generalstreik und bewaffnetem Widerstand gegen die Staatsgewalt gedroht hatten. Beim Parlamentspräsidenten Dr. K a l n i n wurden bei der Haussuchung 123 Revolver, 10 Gewehre, 1 Maschinengewehr und ein großes Munitionslager gefunden. Bei zwei sozialdemokratischen Abgeordneten wurden zusammen 47 Revolver gefunden. Die übrigen Verhafteten sind zum größten Teil sozialdemokratische Parlamentsabgeordnete; ferner wurden 7 österreichische Schutzbündler eingeliefert, die nach den Wiener Ereignissen nach Riga gekommen waren. Der Innenminister hat mehrere Verfügungen erlassen, von denen die wesentlichsten ein Betätigungsverbot für die Parteien, ein Verbot von Versammlungen und Umzügen und die Pressevorzensur sind. Aus aller Wett. (Ein Dergwerksdireklor ermordet und beraubt. In einer der letzten Nächte wurde nach einer Meldung aus Köthen (Anhalt) der Direktor der Grube „Leopold", Diplomingenieur Bruno W jeder h o l d aus Bitterfeld, ermordet und beraubt. Die Leiche wurde in einem Straßengraben zwischen den Dörfern Oppin und Niemburg unter einer Decke aufgefunden. In der Nähe lagen eine Aktentasche, lose Papiere und eine goldene Brille. Dem Ermordeten wurde eine Brieftasche mit 500 RM. Inhalt, Kraftwagenpapiere, fein Paß und feine goldene Uhr entwendet. Wiederhold ist durch einen Schuß unter der rechten Brustseite getötet worden. Er hatte sich mit seinem eigenen Wagen zu einer Besprechung, die bis gegen abend gedauert hatte, nach der Grube „Leopold" in Edderitz begeben. Dann war er allein mit dem Wagen über Köthen zurückgefahren, um nach Bitterfeld zurückzukehren. Man nimmt an, daß Wiederhold 6*toeber in Köthen oder auf dem- Wege dorthin von dem noch unbekannten Täter oder den Tätern angehalten worden ist, mit der Bitte, ihn oder sie mitzunehmen. Anscheinend hat man ihn dann sofort erschossen. Wahrscheinlich ist die Leiche bann mit dem Kraftwagen nach dem Fundort gebracht worden. Der Wagen wurde in Köthen herrenlos aufgefunden. Schachturnier um die ».Meisterschaft von Deutschland 1934“. Am zweiten Turniertag um die „Meisterschaft von Deutschland 1934“ in Aachen haben sich gleich die jüngsten Teilnehmer in den Vordergrund geschoben. Nach dem vorläufigen Stand der zweiten Runde, von der allerdings noch einige Partien hängen, hatten die jungen Meister Lange und Heinrich mit je IVi Punkten die Führung; erst in der dritten Runde wurden sie von Altmeister Carls überholt, der jetzt mit 2 Punkten an der Spitze steht. Am Dienstag gab es lebhafte Angriffe. Nachdem bei der ersten Runde die sizilianische Verteidigung überwog, rückte in der zweiten Runde an sieben von neun Brettern der Damenbauer vor. Bisher hat in der zweiten Runde noch kein Sieger der ersten Runde gewonnen. Um für die Folge die Runden am Nachmittag beginnen zu fönnn und die Hängepartien auf den Vormittag zu verschieben, wurde am Dienstag die zweite und dritte Runde in Angriff genommen. Aus der zweiten Runde sind am heutigen Mittwoch noch fünf und aus der dritten Runde noch sechs Partien zu beenben. Neuer Kreisleiter in Bingen. LPD. Bingen, 16. Mai. Als Nachfolger des als Oberbürgermeister nach Gießen berufenen seitherigen Kreisleiters Heinrich Ritter wurde Kreisdirektor Peters ernannt. Der neue Kreisleiter war früher Rechtsanwalt in Alzey, dann Kreisdirektor in Oppenheim und wurde Anfang April d. I. zum Kreisdirektor des Kreises Bingen ernannt. Spatenstich zum Neubau eines Windkanals der Technischen Hochschule Darmstadt. LPD. D a r m ft a M, 16. Mai. Irn Rahmen einer schlichten Feier wurde heute auf dem Darm- ftäbter Flugplatz burch Ministerialrat Ringshausen in Verhinberung bes Herrn Reichsstatthalters in Hessen ber e r ft e Spaten- ft i ch zum Neubau eines Windkanals ber Technischen Hochschule Darm ft a b t vollzogen. Professor S ch e u b e l erläuterte bie Forschungen, bie in biesern Winbkanal für bie Messung von Luftwirkungen an Flugzeugmodellen getrieben werden sollen. Die Neueinrichtung, die der For. fchungsarbeit des Darmstädter Lehrstuhls für Luftfahrt und des Deutschen Instituts für Segelflug zugute kommt, wurde auf Betreiben des Herrn Reichs ft atthalters in Heffen jetzt in Angriff genommen, wofür ihm von dem Regierungsvertreter und dem Rektor ber Technischen Hoch- schule, Busch, in herzlichen Worten Dank ausge- sprachen würbe. Ministerialrat Ringshausen hob in seiner Ansprache ben beutschen Forschungs- brang hervor, ber bei allen Neuerscheinungen sich nicht mit ber glanzvollen Wirkung nach außen begnüge, sonbern bie Gesetze unb bas Wesen ber Sache zu ergrünben suche unb baburch technische Sicherheit schaffe. Dem anroefenben Professor Georgii würbe bei bieser Gelegenheit von bem Regierungsvertreter, Regierungsrat Köhler, für bie großen flugsportlichen, wissenschaftlichen und nationalen Erfolge herzlicher Dank ausgesprochen, bie bie beutsche Segelflugexpebition unter feiner Leitung in Südamerika errungen habe. Die Feier, währenb ber über ber Baustelle Segelflugzeuge ihre Kreise zogen unb eine Motorflugstaffel kreuzte, klang aus in ein Sieg-Heil auf ben Führer unb bem Gesang ber beiben beutschen Hymnen. Wettervoraussage. Die Norbseestörung veranlaßt weiterhin Zufuhr kühler Westluft nach Deutschlanb, bie bei bem Zusammentreffen mit ber wärmeren fontinenalen Luft zu wechselhafter Bewölkung führt. Da zwischen- burch auch Aufheiterung einsetzt, finb bie Temperaturen gewissen Schwankungen unterworfen, bürsten aber vorerst keine sonberlich hohen Werte erreichen. Mit Nieberschlägen ist kaum zu rechnen, es müßte benn fein, baß ganz vereinzelt leichte Schauer aufkommen. Aussichten für Freitag: Wechselnb wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, im allgemeinen aber nur mäßig warm, meist trocken. Aussichten für Samstag: Weitere Beruhigung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 16. Mai: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 12,5 Grad; am 17. Mai: morgens 9,6 Grad. Maximum 21,7 Grad, Minimum 4,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Mai: abends 17,8 Grad; am 17. Mai: morgens 13 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 13,4 Stunben. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An- zeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Statt Karten Frau Hermine Graef München (HohenstaufenStraße 3), den 16. Mal 1934 Die Einäscherung erfolgte in aller Stille 2992 Dl Am 13. Mal (Muttertag) verschied nach kurzer, schwerer Erkrankung, jedoch völlig unerwartet meine liebe, lebensfrohe Frau, unsere treusorgende Mutter Dr. Heinrich Graef Provinzialdirektor 1. R. Ilse Graef Alice Graef geb. Kathreiner In tiefem Schmerzt Die unterzeichneten Geldinstitute geben hiermit bekannt, daß ihre Kassen und sämtlichen Geschäftsräume am Dienstag, dem 22,Mail934 (Pfingstdienstag) geschlossen sind, während sie am Pfingstsamstag wie üblich (von 8 — 13 Uhr) geöffnet bleiben Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft Filiale Gießen Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Dresdner Bank Zweigniederlassung Gießen Handels- und Gewerbebank e. G.m.b.H., Gießen 2983D 02589 02590 | Vermietungen] | Mietgesuche"] |Stellenangebote| n Gesucht tüchtige felöft. W bas melken kann, für Küche und SmiMür fofoTt ober svät'. H, ” j bei 30 Ml. Mo- Ä6" CbÄ» Brill üriedrichltr. vö. L 4' Kieme Stimmer« Wohnung billig zu vermiet. Schrift!. Angeb. unt. 2974D an b. Gieß. Anzeiger. Ulllllllllllllllllllllllillll Lollars 02687 UIUUUIIUUIUIUIUIÜIU DANKSAGUNG Für die überaus zahlreichen und wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die vielen Kranz- und Kartenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen' Lina Hahn, geb. Erb, und Kinder Gießen, den 17. Mai 1934. DANKSAGUNG Für die mir anläßlich des Ablebens meines lieben Mannes erwiesene Anteilnahme und für die Spenden danke ich auf diesem Wege herzlichst. Ebenfalls herzlichen Dank dem Herrn PfarrerSchultheiß für seine trostreichen Worte im Hause und am Grabe, seinen lieben Stahlhelm- Kameraden, für die überaus zahlreiche Teilnahme und für die aufrichtenden Worte des Kameraden Schäfer sowie all denen, die ihm das letzte Geleit gaben. Frau Heinrich Magnus Wwe., geb. Volk Großen-Linden, den 17. Mai 1934. 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Das Buch, das dem Führer des Reichsverbandes der Deutschen Presse SA.-Gruppen- führer Wilhelm Weiß gewidmet ist, ist von Herbert Seehofer geschrieben, der a n zahlreichen Deutschlandflügen des Führers als Sonderberichterstatter teilnehmen konnte. Wir bringen mit Genehmigung des Berlages nachfolgend einen Auszug aus einem Kapitel des flüssig, farbig und interessant geschriebenen Buches. Es ist ein schmales, abgegriffenes Heft mit biegsamem, schwarzem Leinwanddeckel. Klappe ich das Heft auf, so sehe ich auf den ersten beiden Seiten einen Ausweis eingeheftet mit dem Stempel der Kanzlei Adolf Hitler und dem Stempel der Reichsleitung, der den Wortlaut trägt: „Inhaber dieses Ausweises ist Sonderberichterstatter der Reichspressestelle der NSDAP, für die Wahlreise des Führers und befindet sich in seiner Begleitung. Alle Parteistellen werden im Interesse unseres Wahlkampfes ersucht, ihn in jeder Weise zu unterstützen. Insbesondere ist auch der Inhaber des Ausweises immer unmittelbar zur Führertribüne zuzulassen." Es ist möglich, daß ich einmal von meiner vorgesetzten Dienststelle aufgefordert werde, diesen Ausweis abzuliefern — dann habe ich für mich zur Erinnerung seinen Wortlaut in diesen Zeilen verankert. Ich hoffe aber, daß man mir gestattet, dieses Dokument zu behalten, ich will es dann als einziges greifbares Andenken an die stolzeste Zeit meiner Iournalistenlaufbahn hüten. Bleiben würden mir auch noch die eng beschriebenen Seiten dieses Heftes, auf denen in krausem Durcheinander, mit Bleistift und Tinte, längere und kürzere Notizen vermerkt sind. Es sind Stichworte der großen Reise, Stichworte für die Flüge und die Fahrten mit dem Führer. Mit jedem Stichwort verbindet sich die Vorstellung meines Erlebnisses aus jenen Tagen. Unterstützt von Material aus meinem Archiv forme ich aus den Randnotizen des Bordbuches noch einmal die von mir erlebten Ereignisse des letzten und größten deutschen'Wahlkampfes nach. Mögen sie ihre Aufgabe als kleines Quellenmaterial erfüllen, wenn dereinst in der Geschichte der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung die Wahlkämpfe ihre Würdigung finden. Sie schildern die Stimmung rings um das große politische Geschehen. Ein herrlicher Flug liegt hinter uns, der Flug von Hannover nach dem Landeplatz H a n g e l a r in der Nähe von Bon n. Wie schwer wurde uns der Aschied von Niedersachsen gemacht: Als wir den Wagen bestiegen, durchbrachen begeisterte Menschen, die seit den ersten Vormittagsstunden sehnsüchtig auf diesen Augenblick der Abfahrt des Führers gewartet hatten, das lebende Gitter der Absperrungskette, und tausend Hände streckten sich dem Führer entgegen, und unter einem Regenfall von Blumen, immer wieder in den Straßen und aus den Häusern enthusiastisch begrüßt, suchten wir mühselig die freie Fahrt zur Landstraße. Auf den sechzehn Plätzen der schwankenden Kabine der „D 2600" sitzen wir, wie wir schon damals sahen, als der Wahlkampf sich noch unter anderen Bedingungen abspielte. Damals, im Juli 1932, oder im November, oder im Februar, oder früher noch ... Die „D 2600" hat sich fast unmerklich auf nahezu 3000 Meter Höhe geschraubt. Das weite Land unter uns hat sich völlig der Sicht entzogen. Nachdem wir eine Zeit lang lustige Jagd nach Wolken angestellt haben, die sich aber nicht kriegen lassen, sondern vor dem schneidenden Schnabel des riesengroßen silbernen Vogels eilig flüchten, steigen wir jetzt über die Wolkengebirge hinaus. Sie liegen nun wie weiße Watteberge unter den Schwingen oder wie eine endlose Schneelandschaft. Wenn sich die Sonne für zwei Sekunden Bahn bricht, dann sehen wir in einer abgrundtiefen Schlucht lustiges Häuserspielzeug und herbstlich grüne und braune Schachfelder des Sauerlandes. Ewig neues Erlebnis eines Höhenfluges umfängt uns. Der Führer hat sich jetzt von seinem alten treuen Begleiter, Oberführer Schaub, die Morgenzeitungen geben lassen. Der Führer liest und läßt sich dann von dem Reichspressechef Dr. Dietrich über den Widerhall der gestrigen Rede an Hand der Pressemeldungen Bericht erstatten. Der Adjutant des Reichspressechefs, Obersturmbannführer Alfred- Ingemar Berndt, vergleicht den Wortlaut der veröffentlichten Führerreden mit dem Stenogramm, das er durch seinen Nachrichtenapparat an alle deutschen Zeitungen gegeben hat. Neben dem Führer sitzt sein persönlicher Adjutant, Oberleutnant Brückner. Der Führer blättert jetzt in einer großen Landkarte und verfolgt die Flugroute. Vom Pilotensitz wird ein Zettel durchgereicht, daß wir in knapp zehn Minuten landen. Nun geht alles rascher, als es ausgezeichnet wird. Jetzt sind wir nur noch 1500 Meter hoch. Jetzt zeigt der Höhenmesser 1200 Meter an. Wir durchstoßen das weiße Wolkengebirge. Die Wolken türmen sich jetzt schon über uns, und nun sehen wir auch das Land wieder. Wir erkennen Dorf an Dorf. Aber alles scheint ausgestorben. Setzt man jedoch den Feldstecher an die Augen, dann stehen an den Straßen und Chausseen, auf den Feldern und Gehöften winzige wirkende Menschlein, und sie jubeln uns zu. Schnell auf $00 Meter, dann 300, 200, 170. Der Flug, der mittags 12.40 Uhr begann, nähert sich feinem Ende. Die „D 2 600" liegt jetzt ganz schräg auf ihren Tragflächen, und schon stürzen mir nahezu auf das Rollfeld Hangelar hinab. Schwefelgelb schwelt die lange Fahne des Landungsfeuers und zeigt uns den Weg zum Landeplatz. Kurzer, herzlicher Empfang. Wieder Fahnen, Jubel und Blumen. Dann Erholungspause in dem schönen Godesberg, ein unvergeßliches Erlebnis. Ein Nachmittag in Godesberg, wo wir uns nun schon unzählige Male trafen, und Dann am Abend in sausender Fahrt über die Chaussee, dem Lichtflut Kölns entgegen. Hunderttausend warten stürmisch auf den Führer. Adolf Hitler zieht von neuem in die Stadt ein. Die Massenkundgebung in den Messehallen ist eröffnet. In der Kabine der „D 2 600" ist jeder vollauf mit sich selbst beschäftigt. Der Führer lieft in Briefen, die ihm durch seinen Adjutanten überreicht wurden, und läßt sich dann wieder die in- und aus-; ländischen Zeitungen vorlegen ... Wir anderen alle, denen das Fliegen nun schon alltägliches Ereignis geworden ist, vertreiben uns die drei Stunden bis Stuttgart, wie wir gerade aufgelegt find. Die Stimmung in der Kabine ist zwanglos. Gerade hier unter den sechzehn Menschen offenbart sich der Führer in feiner ganzen schlichten Größe. Es wird nur wenig gesprochen. Eine Verständigung ist auch schwer, da das Hämmern und Pochen der Motoren die Stimmen übertönt. Aber das Land unter uns erzählt uns mit jedem Meter, den wir überfliegen immer neue, wunderbare, unterhaltende Geschichten. Wir sind jetzt langsam auf 1500 Meter geklettert. Die Heizung der Auspuffgase hat eine angenehme Wärme in der Kabine erzeugt, und wir ziehen die Mäntel aus. Eben haben wir Wittenberg überflogen. Die Elbe schlängelt sich in kuriosen Windungen durch das Land, als wenn man versehentlich Tinte über eine bunte Kaffeedecke ausgegossen hätte. Fabrikschornfte'ine, gerade fingerhoch, blasen mächtige Rauchschwaden nach oben, und in einem Walzwerk glüht helles Hochofenfeuer. Die Sonne ist schon wieder verschwunden, und nur ein ganz schmales marineblaues Band zieht sich rund um den Horizont. Man ahnt, daß unten auf den Feldern gearbeitet wird; Denn herbstliche Kartoffelfeuer schwelen in Dünnen RauchfäDen, unD auf einer Wiese hat man Das letzte Gras geschichtet. Die Grashaufen sehen aus der Hohe wie grüne Wirsingköpfe auf einem schwarzen Blumenbeet aus. In Der Ferne verschwinDen Land und Himmel zu grauem, dunstigem Gewölk, und unter uns liegt jetzt ein sauber geschnittenes Ziergartenbeet. Es ist aber, wie aus der Flugkarte ersichtlich wird, ein stattlicher Wald von über 500 Morgen ... Wir fliegen jetzt in 2400 Meter und 160 Kilometer Geschwindigkeit Dem Flughafen Böblingen entgegen. Furche neben Furche liegt Das gepflügte Land unter den Tragflächen, als wenn es mit einem großen Kamm sauber gekämmt worden wäre. Ein Flug über Die vorwinterlichen Hänge I Düringens. Da wir in einer Höhenlage bleiben, kommen uns Die verschieDenen hohen Bergkämme scheinbar entgegen. Die Spitzen Der gezackten Kämme wollen Die Tragflächen streifen. Dabei trennen uns mehrere hunDert Meter von ihnen. Ein weites weißes Leinentuch ist über Die Hänge gebreitet worden und die verschneiten Aecker muten an, als wenn ein aufgeteilter großer Blechkuchen mit Puderzucker bestreut worden märe. Dann nähern wir uns Dem schweigenden Thüringer Wald. Unvergeßliches Bild. Der Wald steht graugrün auf Den Höhen, von Schnee überrieselt, wie ein Berg von Bleikristall. Jetzt hat man Den EinDruck, als würden große Klumpen Eisenpfeilspäne Durch starke Magneten nach Den verschieDensten Richtungen auseinanDergezogen, um sich nun in bizarren Formen oieltaufenDfältig zu orDncn. Die vereisten Kuppen glitzern unD gleißen wie funkelnde Diamanten. Wohl eine gute halbe Stunde nehmen wir Das vorweihnachtliche Bild in uns auf. Es ist so stimmungsvoll. Man denkt an Tannenbaum und En- gelshaar, Pfefferkuchen und Lichterglanz. Plötzlich staubt ein luftiges Schneetreiben an unseren Kabi» nenfeftern vorüber. An Den Scheiben blühen Eisblumen. Also, es wirb Winter. Jetzt ist Der Thüringer Wald überflogen, und nach Kitzingen und Mergentheim nähern wir uns Ludwigsburg. Die Sonne bricht wieder durch und überstrahlt den herbstlichen Laubwald, der ockergelb und purpurn uns zu Füßen liegt. In sechs Minuten sollen wir landen. Die „D 2600" senkt sich auch schon in weiten Riesenspiralen. Gerade haben mir noch Zeit, nach unseren Mützen und unserem Äoppe^eug zu fassen, schon setzen die Räder auf. Die Maschine springt noch einmal, zrneimal, dann stehen mir, und von neuem umtost uns der Begrüßungsjubel der in Erwartung gejpannten Taufende, die sich auf dem Rollfeld Böblingen, dem Flughafen Stuttgarts, in Heller Freude versammelt haben... % Jules Dernes wird überboten! Das gigantischste Luftrennen aller Zeiten. — Flug über 22000 Kilometer. Von Thea Rasche. Anläßlich der Hundertjahrfeier des australsichen Staates Victoria und feiner Hauptstadt Melbourne veranstaltet der Königliche Aero-Club London ein Flugzeugrennen von England nach Melbourne, d. h. über eine Strecke von rund 22 000 Kilometer. Für dieses gewaltigste Rennen aller Zeiten, das über drei Erdteile führt, hat ein Bürger von Melbourne, Sir Mac Pherson Robertson Geldpreise in Hohe von 15 000 Pfund Sterling und als Ehrenpreis für den Sieger einen goldenen Pokal im Werte von weiteren 500 Pfund Sterling gestiftet. Das nach dem Stifter benannte „Mac Robertson International Air Race“ zerfällt in ein Geschwindigkeitsrennen (speed Race) und in ein Handicaprennen; Teilnehmer, die sich für bas Geschwindigkeitsrennen melden, können jedoch auch gleichzeitig ihre Meldung für das Handicap abgeben. Zwangs- und Kontroll-Lande- plätze für das Geschwindigkeitsrennen find Bagdad, Kalkutta, Singapur, Darwin > 'd Eharleville. Für das Handicap ist Die Strecke: Marseille — Rom — Athen — Aleppo — BagdaD — Buschir — Karachi — JoDhpur — Allahabad — Kalkutta — Rangoon — Bankok — Alor Star — Singapur — Batavia — Bamdang — Koepang — Darwin — Newcastle Water — Cloncurry — Eharleville — Narramine — Melbourne festgesetzt. Nennungsschluß für Das Rennen ist der 1. Juni 1934, 12 Uhr, und zwar beträgt die Nenngebühr für Das Geschwindigkeitsrennen fünfzig PfunD, für das HanDicap zehn Pfund. Teilnehmer, Die Die ganze Strecke nicht innerhalb von 16 Ka- lenDertagen zurückgelegt haben, scheiben endgültig aus. Dagegen erhält ber Führer jebes am Rennen teilnehmenben Flugzeuges, ber innerhalb von 16 Kalenbertagen die Ziellinie in Melbourne überfliegt, eine goldene Medaille. An Bord jedes Flugzeuges muß während der ganzen Dauer des Rennens Proviant und Wasser für drei Tage für sämtliche Mitglieder der Besatzung mit- geführt werden: dabei rechnen Passagiere ebenfalls zur Besatzung der Maschine. Ferner muß für jedes Mitglied ein Rettungsgürtel, Signalpatronen, die erforderlichen Streckenkarten, ßagepläne Der Zwi- schenlandeplätze mitgeführt werden. Tanken in der Luft ist den Teilnehmern gestattet, ebenso können auch Nachtflüge Durchgeführt werden, vorausgesetzt, daß Die Maschinen mit Den Dafür erforderlichen Nachtfluginstrumenten ausgestattet sind. Trotzdem bis zum Nennungsschluß noch fast 14 Tage vergehen, liegen angeblich bereits 77 Meldungen der berühmtesten Flieger aus Der alten und Der neuen Welt vor, und zwar werden sich außer England und Australien auch Frankreich, Italien, Holland und die USA. an diesem Wettbewerb um Den Mac-Robertson-Pokal beteiligen. So liegt u. a. die Teilnahme der Flieger K i n g s f o r d - S m i t h , Mollison, Ulm, Doolittle, Fitzmau- rice, Neville Stack und Wiley Post fest, ebenso wird Sir Alan Cobham an Dem Geschwindig- feitsrennen teilnehmen. Während Kingsforb-Smith voraussichtlich ein Lockheed-Rennflugzeug führen wird, beteiligt sich Eapt. Neville Stack, ber mit Sibney Turner als Begleiter fliegt, mit einem zweimotorigen Airespeed A. S. -8, bas eine Geschwindigkeit von 322 km/std. entwickeln soll. Sir Alan Cobham will die Landungen mit seinem Schnellflugzeug ausschließlich auf Die vorgeschriebenen Zwangslandeplätze beschränken und sonst seinen Brennstoff- unD Oelvorrat durch Tanken in der Luft ergänzen. Zu diesem Zweck führt er bereits feit mehreren Wochen in England Tank- versuche mit Schnellflugzeugen Durch, Die teilweise in Gegenwart Des Üuftmarschalls Sir Hugh Dowding vorgenommen und bei Denen außerordentlich günstige Ergebnisse erzielt wurden. Weley Post, ber bekannte Weltflieger wirb sich voraussichtlich wieder mit seinem Lockheed-Hochbecker „Winnie Mae" beteiligen, den er gegenwärtig zu einer Generalüberholung an bie Lockheed-Werle geaeben hat. Durch einige aerodynamische Verbesserungen will Post gleichzeitig die Gefchwindig- feit seiner Maschine erhöhen. Er wird auch beim Rennen um Den Mac-Robertson-Pokal wieder von seinem automatischen Piloten begleitet, wie überhaupt Drei dieser Sperry-Selbststeuerungsgeräte Das germanische Thing. Von Or Joachim Lorenz Struck. In dieser Zeit, in ber bas beutsche Volk um bie Wiebergewinnung seines Volkstums ringt, in benen es sich von artfremben Gebauten freimacht, wirb jeher einzelne unb mit ihm bas Volk in allen Fasern seines Seins umgeschmolzen. Man besinnt sich roieber auf Familie, Sippe unb Geschlecht, auf Namen und Wappen, auf angestammten, bobenftänbi- gen Besitz, auf überkommene Gebräuche. Geht man diesen Gedankengängen nach, so kommt man, wenn man auf die älteste germanische Geschichte zurückgeht, auf manche alte Sitte, auf manch alten Brauch, der verschollen und vergessen ist. Hierzu gehört bie Einrichtung ber Volksversammlung, bes Dings ober bes Things. Wozu Diente Das Ding unD woher stammte sein Name? Im Alt- unD Mittelhochdeutschen heißt Die Volks- unD Gerichtsoersammlung „Sine", im Hol- länDischen „Ding", im Altsächsischen, Altfriesischen unD Englischen „Thing". Am besten erhalten hat sich Diese Bezeichnung bei Den NorDgermanen, wo man heute noch von Thing spricht. So heißen Die Gerichtsbezirke auf Jslanb „Tinge". Die skandina- vifchen Staaten haben alle, mit Ausnahme Schwedens, für ihre Volksvertretungen bas Wort beibehalten. So heißt es in Jslanb „Althingi", in Norwegen „Stortinget", das in „Obelstinget" und „ßagtirtget" zerfällt, und ebenso ist es in Dänemark, wo man von einem „Landsting" und „Folk-.ting" spricht. Bei uns ist der Begriff des Dings fast verloren gegangen. Vor Dem Kriege hielten zuweilen die Wandervogel unb Pfabfinber Tagungen ab, benen sie ben Namen „Ding gaben. Die große Menge aber konnte sich keine rechte Vorstellung von die- fem altgermanifchen Brauch machen. Um biefe Einrichtung verstehen zu können, muß man sich in bie älteste Zeit deutscher Geschichte vor Karl dem Großen zurückversetzen. Die germanischen Stamme waren zunächst noch keine fest geschlossenen Staaten, sondern bildeten rechtlich verhältmsmaßig einfach ausgebildete Kriegs- und Rechtsgemeinschaften. Teils stand an ihrer Spitze ein König, teils waren sie republikanisch geordnet. Bei jenen gab es wohl Versammlungen aller wehrfähigen, freien Männer, aber eine Derartige Versammlung hatte nicht Die Bedeutung, wie Die in Den republikanischen Stämmen. Diese hatten als Träger Der Staatsgewalt .— um einmal Diesen neuzeitlichen Ausdruck anzu- wenDen — Die Volksversammlung. Nur im Kriegsfälle wählten sie einen Heerführer, Den „Herzog". Alle Entscheidung in FrieDenszeiten lag bei Dem Ding. Es war Dies Die Wehr-, Volks- unD Gerichtsversammlung. Neben Der Erledi- gung Der allgemeinen Aufgaben Des Stammes oDer Gaues lag ihm Die Rechtspflege ob. Das Ding richtete über politische Verbrechen unD schwere Bluttaten, über Fahnenflucht unD MeineiD. Das Ding wurDe unter freiem Himmel, an althergebrachter „Dingstätte", an heiligem Orte, auf Bergen, in Hainen, unter uralten Bäumen begangen. Der Zeitpunkt, an Dem ein Ding ftatt- finDen mußte, waren Die Tage Des Voll- unD Neu- monDes. Es mußte ftets bei Tage abgehalten roerDen. Daher spricht man auch von „TaiDing". Geleitet wurDe das Ding Durch Den Priester, unD bie Zustimmung zu ben Vorgängen erfolgte burch Zusammenschlagen ber Waffen, während bie Ablehnung burch Murren funbgetan würbe. Es gab ein „echtes" ober „ungebotenes" Ding, bas im Frühjahr ftattfanb, unb ein „gebotenes" Ding. Dies würbe nach Bebarf außerhalb ber erwähnten „Dingzeiten" einberufen. Es erforberte eine befon- bere Labung an bie „Dingpflichtigen", währenb biefe zu bem „echten" Ding unaufgeforbert erscheinen mußten. Auch gab es „Nach"- ober „After- binge", bie bann burchgeführt würben, wenn ein echtes Ding nicht alle Vorlagen hatte erlebigen können. Vor ber (Eröffnung pflegte ber Priester ober König an bie Gemeinb bie brei „Hegungsfra- gen" zu richten: ob es rechte Dingzeit unb ber rechte Ort fei, ob bas Ding ordnungsgemäß „gehegt" (besetzt) sei unb ob das Friedewir'ken für bas Ding geboten fei. Die Hegung würbe burch Ein- f r i e b u n g Des Dingplatzes mit Schnüren vollzogen, unb ber Vorfitzenbe gebot ben Dingfrieben. Ursprünglich scheint ber Vorsitzende bas Urteil selbst vorgeschlagen zu haben, unb bas Volk hat bann abqeftimmt. Später jeboch ist er wohl nur auf bie Leitung ber Verhanblungen beschränkt worben, unb Das Urteil fällte Die Volks- gemeinDe selbst ober ein Ausschuß, aus bem sich bann bie Schöffen herausgebilbet haben. Diese Entwicklung zeigte sich schon um bas Jahr 800 unter Karl bem Großen. Die Bebeutung bes Dings tritt immer mehr zurück, unb das „echte Ding" kann nur von dem Grasen abgehalten werden. Das „unechte Ding" beschränkt sich auf die Straftaten minderer Bedeutung. Mit dem Fort- fchreiten der Bevölkerungszunahme unb mit bem Aufkommen einer verfeinerten beutschen Rechts- fultur verschwinbet bas Ding immr mehr unb mehr, unb so treten benn Die Königsgerichte unD onDere an feine Stelle. Doch als Versammlung aller Wehrhaften unD als Volksversammlung behält Das Ding Doch noch bis in Die Zeit Der Merowinger unD Karolinger hinein eine gewisse BeDeutung. Es ist Dies Das März- unb bas Maifelb, bie alten Reichstage. Allmählich verschwinbet auch hier bie Versammlung ber Allgemeinheit, unb es treten nur bie Fürsten zur Beratung zusammen. Bei bem Aufblühen stäbtifcher Sieblungen im 12. und 13. Jahrhundert zeigen sich auch hier wieder ähnliche Gebilde von Volksversammlungen. Man pflegte vornehmlich in den Städten ber beutschen Hanja allgemeine Bürgerversammlungen einzuberufen. Jeboch finb biefe halb roieber in Fortfall gekommen. Das Anwachsen ber Stäbte zwang allmählich bazu, Verwaltung unb Rechtsprechung auch hier auf einen kleineren Kreis zu beschränken. Der Rat ber Stadt unb auch später bie Bürger- schaftsvertretungen nehmen ben Platz ber Bürgerversammlungen, also ber Dinge ein. Es handelt sich hierbei um das echte Ding ober bas „Etting". Bei biefen Ettingen würbe bie sogenannte Bursprake verlesen, Verordnungen, Satzungen unb Weistümer, nach benen bie Verwaltung unb Rechtsprechung in bem betreffenben Jahre erfolgen sollte. Eine Betätigung ber Bürgerschaft selbst erfolgte babei nicht mehr. Das Etting fanb einmal im Jahre, am Tage ber Heiligen brei Könige statt. Bis heute hat sich bas (Etting in ben alten Hansestädten ber Ostsee zum Teil erhalten. Zahlreiche Innungen nennen noch heute ihre erste Vierteljahres-Zusammenkunft „(Etting", wenngleich ben meisten Teilnehmern bie Bebeutung bes Wortes verloren gegangen sein bürste. Kulturgeschichte in Pillen gedreht. Von Peter Peppermint. Johann S t r a u ß' erste Operette hieß „Die luftigen Weiber von Wien". Das Textbuch stammte von Joseph Braun. Die Operette ist niemals aufgeführt worben. Die Leibener Flasche ist nicht in Leiben, sonbern in Cammin vom Domherrn unb Hof- gerichtspräsibenten (Eroalb Jürgen von Kleist 1745 erfunben worben. Aber Kleist behielt seinen Versuch für sich unb korresponierte nur mit einigen Gelehrten barüber, bis 1746 in Leiben der Versuch mit Verstärkungsflaschen gemacht wurde, über den Abbe Rollet schrieb. (Er glaubte, daß Die Flasche hier erfunDen fei. Bei einer FluggefchwinDigkeit von 200 StunDenkilometer kommen wir in acht Tagen um Den Aequator, in Drei Tagen aber schon um Den Merkur, in 4V- Tagen um Den Mars. Für einen Flug um Den Jupiter aber müßten wir uns auf über 90 Tage einrichten. * Den Aerzten Des 13. JahrhunDerts war Das Zeremoniell Des Krankenbesuchs genau vorgeschrieben. In einer HanDschrist heißt es: „Seid ihr bei Den Patienten, so gebt eurem Gesicht einen ruhigen unD öertrauenerroetfenDen AusDruck unb oermeibet in Sprache unb Bewegung alles, was als Habgier ober Hochmut ausgelegt werden könnte. (Entbietet Denen, Die euch grüßen, mit Demütiger Stimme Den Gegengruß und setzt euch erst, wenn diese Platz genommen haben. Dann bleibt einen Augenblick sitzen, um Atem zu schöpfen, und sucht in euren Worten den Dialekt des Landes, in dem ihr seid, auszudrücken. Dann erst wendet euch Dem Kranken zu unD fragt nach feinem BefinDen. ♦ Wenn Sie in Berlin durch Die Heiligengeift- Straße gehen, achten Sie auf Nummer 38. Da befindet sich in einer Nische eine weibliche Büste von nicht geraDe sympathischem Aussehen: Die holde Dame, Die Die Zunge herausstreckt, Grimassen schneidet und Schlangen in Den Haaren hat, ist Die Furie des Neides. Friedrich Wilhelm I. ließ einem Goldarbeiter ein Häuschen bauen, worüber sich der Nachbar ärgerte unD jenem immer Die Zunge herausstreckte. Als Das Der König erfuhr, ließ er am neuen Haufe noch Die Figur auf- ftellen. Der Bau Der Jungfraubahn ist auf einen Aprilscherz zurückzuführen. Ein Schweizer Pfarrer schrieb in einer Zeitung vom 1. April 1893, Daß man eine solche Bahn bauen wolle. Der Züricher Finanzmann Guger-Zeller nahm Den Scherz ernst unD betrieb Die Angelegenheit systematisch, bis er ei« Jahr später Die (Erlaubnis zum Bau der Bahn erhielt. Die sich glänzenD rentiert hat. * Brillat-Savarins, Des großen Gastro- sophen Schwester, war in Die Fußstapfen Des Bru« Ders getreten. Sie aß gern gute Sachen unD wurDe knapp HunDert Jahre alt. Sie starb währenD eines ausgezeichneten AbenDesfens. Nach Dem Braten, rief sie: „Bringt rasch Das Dessert, Denn Ich fühle. Daß es mit mir zu (EnDe geht!" Man reichte ihr schnell Den Nachtisch, aber sie sank, ohne ihn berührt zu haben, tot in Den Stuhl zurück. r. it. u9 in In- is. d)i 9e- en 95- sh be. der sche Hör für unb hen, iner Her, ihre izte, unb fuhr Zu. ilen jenem, ’ften hon. uhte auf. wollend, cken. 8e- 9rab gens Jrab. Dlai: 3rab ge. )elm den iter: Andruck unb eben. ein AM ing 29750 ps 0 eokeu jelfl ) Aus der Provinzialhauptstadt Dampfbad gegen Mitesser. wirkt, Latz da. der fallen am Samstag, 19. Mai, aus. NG-Hago, Ortsgruppe Nord NS. - Hag 0 und in G. K. kommt. pourri über Wiener Meisteroperetten, mit dem der dritte Teil des Abends eingeleitet wurde. Anschließend erklang rhythmisch beschwingt, bezaubernd und losgelöst von aller Schwere, lieblich und prickelnd der Walzer „Aquarellen" vom Walzerkönig Strauß. Gin Kranz vaterländischer Weisen aller deutschen Stämme, „Das ganze Deutschland soll es sein" von Blume, beschloß das Programm. Das Publikum dankte mit begeistertem Beifall, so daß Obermusikmeister K r a u ß e sich zu einer Zugabe bereitfinden mußte. Alles in allem: ein wundervoller Abend und ein eindrucksvoller Kunstgenuß, der noch lange berechtigterweise das Vertrauen zur nationalsozialistischen Staatsführung zu untergraben suchten. Er betonte, daß diese Hetzer allen Anlaß hätten, sich ruhig zu verhalten und den Führer und seine Mitarbeiter ungsstört die vom deutschen Volke , ausbedungene vierjährige Frist für den Wiederaufbau Deutschlands arbeiten zu lassen. Es sei Pflicht jedes NS.-Hago-Mitgliedes, wie auch jedes ehrlichen deutschen Volksgenossen, den Miesmachern und Hetzern mit Entschiedenheit entgegenzutreten, denn der Führer und Volkskanzler habe bereits den Beweis erbracht, daß er fähig fei, aus Deutsch-, land wieder einen gesunden Staat zu machen, wenn er in Ruhe seine Pläne verwirklichen könne. Weiterhin betonte der Redner die Notwendigkeit für alle Volksgenossen, sich unablässig und immer tiefer mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut zu machen, um dadurch zu unwandelbar festen Mitarbeitern des Führers zu werden. Sodann beschäftigte sich der Redner mit der Warenhaus- und Kaufhausfrage, sowie mit der Stellung zum Judentum. Er hob hervor, daß der Nationalsozialismus in keiner Weise seine pro-z grammatische Stellung zum Warenhaus und Kaufhaus, wie sie im Punkt 16 des Parteiprogramms niedergelegt sei, aufgegeben habe. Wenn der Führer den rechten Zeitpunkt gekommen sehe, werde auch diese Frage in der rechten Weise zum Wohle des gesamten deutschen Volkes durch den Entschluß des Führers ihre Lösung finden. Der gewerbliche und handwerkliche Mittelstand dürfe sich auch hierin von Miesmachern nicht irremachen lassen, sondern er müsse volles Vertrauen zum Führer haben, der unzweifelhaft die richtige Lösung finden werde. Vor allem sei jetzt darauf zu achten, daß nichts geschehe, was den Kampf der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit beeinträchtige oder hemme.. Der Kampf gegen das Judentum werde vom Nationalsozialismus ebenfalls in alter Grundsatztreue wei- tergeführt. Die NS.-Hago führe auch in dieser Angelegenheit den Kampf nur im Gesamtinteresse des ,e Gießen-Nord der ____ , gestern im Saale des „Aquarium" eine Versammlung ab, die — in erfreulichem Die Orts Wie bereits kurz berichtet, findet an P f l n g st e n in Mainz eine der gewaltigsten Saarkund- gedungen statt. Eine Sternfahrt wird die in der N S. - H a g o zusammengeschlossenen Männer aus Handwerk und Handel aus allen deutschen Gauen nach Mainz führen. Dabei ist besonders hervorzuheben, daß nicht nur Betriebsinhaber, sondern auch die Angestellten, Gesellen und Lehrlinge aus den genannten Berufen teilnehmen werden. Das ist Volksgemeinschaft der Tat. Sie alle kommen nicht aber etwa nach Mainz, um als Handwerk und handel in Erscheinung zu treten, sondern sie wollen den Brüdern an der Saar eindeutig vor Augen führen, daß sie sich mit ihnen eins fühlen und nur den einen Wunsch haben, unser ewig deutsches Saarland recht bald wieder mit dem deutschen Vaterland vereint zu sehen, mit dem durch unseren Fiih- rer Adolf Hiller geeinten deutschen Vaterland. Wer die Saar schützt, schützt Deutschland! Unter dieser Parole wird die NS.- Hago-Kundgebung das eindruckvollste und gewaltigste Bekenntnis zur deutschen Saar! In gewaltigen Kolonnen werden sich die Teilnehmer in Autos am Pfingstsonntag und in der Nacht auf Pfingstmontag der schönen Stadt am deutschen Rhein zu bewegen, und alle wird das kommende Erleben in festliche Stimmung versetzen. 3 0 0 0 0 Kraftfahrzeuge sind bereits gemeldet und über 200000 deutsche Volksgenossen werden dem gewaltigen Aufmarsch und dem Treuebekenntnis zur Saar beiwohnen. Deshalb lautet auch das Motto: „Handwerk und handel immerdar, treu verbunden mit der Saar." In nächster Nähe der Stadt sind große Parkplätze zur Verfügung, die von den SA.-Kameraden bewacht werden. Einzelfahrer, die beabsichtigen nach Mainz zu fahren, werden gebeten, sich den Kreistransporten anzu schließen, da jedem einzelnen Kreis die Anfahrtstraßen vorgeschneben sind, die unter allen Umständen eingehalten werden müssen, um ein Kollidieren mit anderen Kreisen und Gauen zu verhindern. Am Pfingstsonntag beginnen bereits die Festlichkeiten, da große Teile von Volksgenossen bereits an diesem Tage in Mainz anwesend sein werden. Der Pfingstmontag bringt die Kundgebung auf dem Kleinen Sand. Zu dieser Veranstaltung werden Vertreter der Reichsregierung erscheinen. An dem Aufmarsch werden 30 000 Volksgenossen aus dem Saargebiet mit Bergmannskapellen und Kinderchören teilnehmen. Letztere bilden sich aus Kindern aus dem deutschen Osten, so aus Danzig und Schleswig-Holstein. Auch Volksgenossen aus Oesterreich werden in großen Massen erwartet, so daß diese Kundgebung gleichzeitig ein erhebendes Bild volks verbundener volks deutscher Prägung wird. Ein gewaltiges Feuerwerk wird gegen 21 Uhr die Kundgebung schließen. Der Abtransport "der Massen wird entweder direkt oder auf Umwegen über die Rheinpfalz und den Gau Trier- Koblenz erfolgen. Für die Teilnehmer wird dieses Erlebnis von bleibender Erinnerung sein. Deshalb auf nach- Mainz zum goldnen Rhein! Abfahrt der Autokolonne der RS.-hago des Kreises Gießen am Pfingstsonntag um 22 Uhr. Treffpunkt auf der Straße Gießen—Wetzlar, I Spitze am Wäldchen bei Allendorf. NS.-Hago, Kreis Gießen. Gegensatz zu früheren Kundgebungen, die immer schwach besucht waren — ebenso wie die Versammlung der Ortsgruppe Süd am Montag abend überfüllt war. Ortsgruppenamtsleiter Stühler gab zu Beginn der Versammlung seiner freudigen Gemtgtuung über diesen starken Versammlungsbesuch Ausdruck und betonte dabei die außerordentliche Wichtigkeit der eng st en Tuchfühlung unter allen Angehörigen des Handels, Gewerbes und Handwerks. Die Zeit fei noch nicht so, wie alle miteinander es hofften und wünschten, aber man wisse ja auch, daß das furchtbare Erbe, das der Nationalsozialismus von dem marxistischen Zwischenreich übernehmen mußte, nicht innerhalb eines Jahres oder weniger Monate bereinigt werden könne. Ebenso wie ein Geschäftsmann, der ein bankerottes Geschäft übernehme, längere Zeit brauche, um das Unternehmen wieder zur Blüte zu führen, fei es auch mit der Neugestaltung unseres Reiches, für die noch ungeheure Arbeit zu leisten und große Opfer zu bringen feien. Wir müßten Gott danken, daß am 30. Januar v. I. ein Mann ans Ruder gekommen fei, der vom ersten Tage feines Wirkens als Führer des Reiches an das Vertrauen der gesamten deutschen Volksgenossen hatte und es auch weiterhin besitze. Wir wüßten, daß unser Führer Adolf Hitler alles daranfetze, um das Wohl des deutschen Vaterlandes und aller deutschen Volksgenossen zu fördern. Daraus ergebe sich aber auch die Pflicht für alle Volksgenossen, dem Führer durch eifrige Mitarbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten, d. h. auch durch guten Besuch der Versammlungen, zu unterstützen. Der Redner wandte sich sodann gegen das Mies- machertum und die „Wühlmäuse", die ganz unstempelt sind. _ _ ** Verkehrsunfall. Gestern gegen 19 Uhr stießen in der Frankfurter Straße, Ecke Alicenstraße, zwei Radfahrer zusammen. Dabei erlitt ein Radler ___firiPört IltifurnrrnPü Der Redau- Eine der größten Schönheiten der Frau ist eine reine, klare Haut. Dieses Haupterfordernis ist verhältnismäßig leicht zu erlangen. Vernünftigerweise erblickt man heute das Heil nicht mehr in der nur äußerlichen Behandlung, sondern man weiß, daß nur der Mensch eine klare Haut haben kann, dessen Stoffwechsel in Ordnung ist, wie denn überhaupt die Ernährung eine ausschlaggebende Rolle für die Beschaffenheit'der H-ut spielt. Immer wieder muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß fettreiche Nahrung und vor allem Schmalz nicht günstig ein- " * ' 1 gegen Obst gar nicht genug genossen Auch regelmäßiger Genuß von Back- ** Ausfallende Sprechstunden Regierung. Das Staatspresseamt teilt mit: Die Es sind Gerüchte im Umlauf, wonach beabsichtigt sei, die Steuer für die steuerpflichtig gebliebenen Altwagen und Alträder aufzuheben. Es fei in Aussicht genommen, alte Fahrzeuge dann von der Kraftfahrzeugsteuer zu befreien, wenn der Fcchr- zeugbesitzer eine Generalinstandsetzung an fernem Fahrzeug ausführen lasse und die Kosten dafür einen Betrag erreichten, der im Falle der Ablösung der Steuer zu entrichten gewesen sein würde. Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Es ist nicht beabsichtigt, an dem derzeitigen Zustand der Besteuerung von alten Kraftfahrzeugen etwas zu ändern. Es ist deshalb verfehlt, daß Altwagenbesitzer die beabsichtigte Instandsetzung von Monat zu Monat aufschieben in dem Gedanken, eine Verordnung über steuerliche Vergünstigung, die für Instandsetzungen an alten Kraftfahrzeugen gewahrt würde, abzuwarten. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit unter den Berufsmusikern. Die Reichsmusikkammer hat mit dem Deutschen Sängerbund, vertreten durch seinen Bundesführer, folgende Vereinbarung getroffen: m Die Arbeitslosenziffern der deutschen Beruss- musiker sind — im Gegensatz zu anderen Berufen — bis jetzt noch nicht zurückgegangen. Die Not in diesen Kreisen ist nach wie vor sehr groß. Der Deutsche Sängerbund ordnet deshalb in Uebereinstlmmung mit der Reichsmusikkammer für feine Untergliederungen folgendes an: Sämtliche Vereine, welche von Lehrern, Beamten usw. nebenberuflich dirigiert werden, prüfen sofort mit dem zuständigen Leiter der Landes- oder Ortsmusikerschaften und dem zuständigen Sängerkreisführer, ob am Orte oder im Umkreis arbeitslose geeignete Berufs-Chordirigenten vorhanden sind, um die nebenberuflich tätigen Dirigenten zu ersetzen. Sollte eine örtliche Einigung nicht Zustandekommen, so ist von beiden Seiten gemeinschaftlich an das „Amt für Chorwefen innerhalb der Reichsmusikkammer, Berlin-Charlottenburg, Hardenbergstraße 25", zu berichten, welches gemeinsam mit dem Deutschen Sängerbund entscheiden wird. Diese Entscheidung ist endgültig. Militärkonzert auf der Bergschenke. Die Reihe der vom Musikkorps unseres Bataillons angesetzten sechs Konzerte auf der Bergschenke für den Sommer 1934 wurde am gestrigen Mittwoch eröffnet. Mit den Darbietungen dieses ersten Konzertabends hat die in Gießen und weit darüber hinaus rühmlichst bekannte Kapelle einen neuen künstlerischen Erfolg erzielt. Das Programm wurde unter der umsichtigen Leitung von Obermusikmeister Krauß e mit einem Marsch von Havemann eröffnet. Der machtvolle und in seiner Reinheit wunderbar ausgeglichene Klangkörper des Orchesters überwand die an ihn gestellten Schwierigkeiten leicht und überzeugend, so daß auch Lortzings Ouvertüre zum „Waffenschmied" vollkommen sicher und einwandfrei interpretiert wurde. Ein Marine-Tonge- mälde über das „Deutsche Flaggenlied" ließ ebenfalls erkennen, mit welchem Eifer die Musikerschar bei der Sache war. Die immer gern gehörten Szenen aus der Oper „Der Troubadour" von Verdi rissen die Zuhörer zu begeistertem Beifall hin. Der : zweite Teil des Abends wurde eingeleitet mit der : Ouvertüre aus „Die luftigen Weiber von Windsor", ; der sich das Posaunen-Solo „Schenkt man sich Rosen in Tirol" aus der Operette „Der Vogelhändler" in die Flugzeuge der amerikanischen Teilnehmer eingebaut werden sollen. Auch der bekannte Amen- faner Capt. Ha w k s wird sich voraussichtlich in feinem Northrop-Schnellflugzeug „Chief Sky" zu dem Rennen einfinden. Von ganz besonderem Interesse ist überdies die Beteiligung der Holländer, da sich die holländische Luftverkehrsgesellschaft, die KLM. mit zwei regelrechten Verkehrsmaschinen neuester Konstruktion gemÄdet hat. Das Gewinnen eines Preises spielt dabei nur eine untegeordnete Rolle für die KLM. Sie will durch ihre Teilnahme an dem Rennen vielmehr vor aller Welt dokumentieren, welche hervorragenden Leistungen ihre gewöhnlichen Serien- Verkehrsmaschinen auf dieser Strecke, die sich bis Holländisch-Jndien vollständig mit der Verkehrslinie der KLM. deckt, vollbringen. Das Speed-Race soll mit der im Juni zu liefernden zweimotorigen Douglas DC-2 bestritten werden, dem ersten Spe- zial-Schnellflugzeug der KLM., während für das Handicap die neue viermotorige Fokker F XXXVI ausevfehtzn ist, die bei den Fokkerwerken im Auf- hage der KLM. als Passagier- und Groh- frachter gebaut wird und jetzt ihrer Vollendung ** Die Gießener Banken geben im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingstsamstag, wie üblich, von 8 bis 13 Uhr geöffnet bleiben, während ihre Büros am Pfingstdienstag geschlossen sind. (Siehe Anzeige) ** Die Reichsbank gibt im heutigen An- zeigenteil bekannt, daß ihre Büros am Pstngst. famstag von 12 Uhr ab geschlossen sind. ** Die Reichsbahn gewährt 66 V, v. H. Fahrpreisermäßigung für P f l n g st - reisen nach dem Saargeblet. Die Deutsche Reichsbahn gibt zu Pfingsten für Reisen aus dem Reich nach Dem Saargebiet Festtagsrucksahrkarten zum halben Preise aus. Da die ^esttagsruckfahr- rarten bereits eine Ermäßigung von 33Vs v. H. enthalten, beträgt die für die Reisen nach dem Saargebiet gewährte Ermäßigung auf den Reichsbahnstrecken 66-/3 v. H. Die Karten gelten wie die übrigen Festtagsrückfahrkarten vom 17. bis 24. Mar. Die Rückfahrt muß von einem Uebergangsbahnhof Des Saargebietes angetreten werden. Zugleich wird Darauf aufmerksam gemacht, daß die nach Dem Saargebiet EinreisenDen mit gültigen Passen ohne Visum versehen sein müssen unD Das Tragen von Parteiabzeichen, insbefonDere auch Des Hakenkreuzes, verboten ist. ** Sonntagsrückfahrkarten zum B e - suche Der ersten Reichsnährstands- Ausstellung (40. Reichsschau) in Erfurt. Vom Bahnhof Gießen wirD uns mitgeteilt: Zum Besuch Der Ausstellung werden von allen im Umkreis von 300 Kilometer um Erfurt gelegenen Bahnhöfen, wozu auch Gießen gehört, Sonntagsrückfahrkarten mit folgender Geltungsdauer ausgegeben: Hinfahrt 28. Mai 0 Uhr bis 3. Jvni, Rückfahrt 29. Mai 0 Uhr bis 4. Juni 12 Uhr (spätester Antritt Der Rückfahrt). Die verbilligten Karten werden an jedermann ohne Ausweis abgegeben. Jedoch ist zu beachten, daß die in der Zeit vom Montag, 28. Mai, bis Freitag, 1. Juni, ein- schließlich gelösten Sonntagsrückfahrkarten nach Erfurt zur Rückfahrt nur gültig sind, wenn sie von der Auskunftsstelle Der Reichsbahn im Verkehrspavillon am Haupteingang der Ausstellung abge- Natürlich Darf man die äußerliche Gesichtspflege auch nicht vernachlässigen, besonders wenn man in staubigen Räumen arbeitet. Der Staub frißt sich nur allzu rasch in die Haut ein und übt zerstörende Wirkungen aus. Je gründlicher man Die Haut von Staub befreit, um so mehr Freude wird man an ihr haben. Schnelles Altern Der Gesichtshaut hat sehr oft seinen Grund in dieser unbewußten Unsauberkeit. Man kann einmal eine Probe machen. Reibt man mit einem Wattebausch, Den man mit Gesichtswasser befeuchtet hat, Das Gesicht ab, so wird man erschrocken fein, wieviel Schmutz noch an der Haut haftet, obwohl man sie gründlich gesäubert zu haben meinte. Bilden sich Mitesser in der Haut, so soll man sich niemals zu der Unvorsichtigkeit verleiten lassen, sie etwa mit Dem Nagel herauszudrücken, Denn sehr oft bildet sich eine häßliche rote Stelle, Die lange nicht verschwindet, wenn sie überhaupt jemals wieder verwächst. Viel richtiger ist es, ein Dampfbad zu nehmen. Man kann dieses Dampfbad ganz gut selber machen, indem man einen Topf mit heißem Wasser füllt, den Kopf darüberhält und ein Tuch über Kopf und Topf deckt, so daß Der Dampf eingefangen wird. Der Dampf Darf aber nicht so heiß fein, Daß er brennt, Denn sonst entstehen häßliche Rötungen, Die keine Verschönerung bedeuten. Man muß fünf bis zehn Minuten in Dampf bleiben, bis der Schweiß hervorperlt, hierauf trocknet man Das Gesicht vorsichtig mit einem Wattebausch oder einem weichen Frottiertuch ab. Meist sind Die Mitesser nach einer solchen Behandlung verschwunden; sollte das nicht der Fall sein, so muß man das Dampfbad nach einigen Tagen nochmals wiederholen. Nach Dem DampfbaD muß das Gesicht gut mit kaltem Wasser abgespült werden. Hierauf taucht man einen Wattebausch in ein Ge- sichtswasser und reibt Die Haut vorsichtig Damit ab. Nach Dieser Abreibung wird Das Gesicht mit einer nicht zu fetten Creme eingerieben, die man mit den Fingerspitzen einklopft. Dieses Dampfbad nimmt man am besten unmittelbar oor dem Schlafengehen, Denn es ist nicht anzuraten, kurz danach ins Freie oder in einen kalten Raum zu gehen. Eigentlich soll man ein Dampfbad nicht öfter als einmal in der Woche nehmen. Im übrigen soll man sich so viel wie möglich in frischer Luft bewegen. Der mindestens zweistündige Spaziergang täglich ist der beste und billigste Haut- vevbesserer, den man sich wünschen kann. Bisweilen bildet sich an den Mundwinkeln ein häßlicher Ausschlag, Der immer ein Zeichen mangelhafter Verdauung ist. Dagegen hilft ein einfaches Mtttel. Man braucht Die Stellen nämlich nur, sobald sie sich bilden, ein paarmal täglich mit Kampferspiritus zu bestreichen, woraus die unangenehme Erscheinung gar nicht zur Entwicklung im Gedächtnis der Zuhörer hasten bleiben wird. Fahnenweihe akterSoldateninGießen. Am 3. Juni findet Die Weihe Der Sturmfahne Der Ortsgruppe Gießen Des Reichslreu- b u n D e 5 ehemaliger Berufs so ID at en statt. Im Hinblick Darauf fanD gestern abenD eine Vorbesprechung statt, an Der u. a. Major v. W a ch - ter als Vertreter unseres Bataillons teilnahm. Ortsgruppenführer S ch w e n D e r , Der Die 23er- hanDlungen leitete, betonte, Daß Die Veranstaltung in engster Fühlungnahme mit Dem Bataillon Durchgeführt rocrDen solle. Die Weihe Der Sturmfahne erfolgt auf Dem Hofe Der Neuen Kaserne. Dem Weiheakt voraus soll ein FelDgottesDienst gehen. Die Weihe der Sturmfahne wird durch den Kommandeur unseres Bataillons Major v. W a ch t e r erfolgen. Eine Kompanie Der Reichswehr nimmt als Sonderabteilung Des Bataillons an Der Veranstaltung teil. An Den Weiheakt soll sich ein Vorbeimarsch anschließen. Der Bevölkerung wird Gelegenheit gegeben werden, dieser Feier beizuwohnen. Anschließend findet auf Dem Landgraf-Phikipp-Platz am Ehrenmal Gefallenenehrung unD Kranzniederlegung statt. Für Den Nachmittag ist eine kamerad- werden kann. Auch regelmäßiger Genuß von Backobst wirkt sehr günstig ein. Selbst ein schlecht funk- tionierenDer Stoffwechsel wirD durch eine Backobstkur in Die Reihe gebracht, wenigstens sind es nur sehr hartnäckige Fälle, die einer andern Behandlung bedürfen, und hier soll man tatsächlich alles tun, um sich von Grund aus gesund zu machen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr „Symphonie-Konzert des Stadttheater-Orchesters. — Bann 116 Der Htt- lenugenD, 20,30 Uhr, Haus Der Deutschen Arbeits- ront, Siegerehrung unD Verteilung Der Ehrenpreise zum Reichsberufswettkampf. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sehnsucht 202 . — Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — OswalDsgarten, Geschwister Stey-Truppe (Freilicht-Vanetä), 20.15 Uhr, Eröffnungsvorstellung. .. — Aus Dem StaDttheaterburo: Morgen, FreitagabenD, im Rahmen Der "Oberhessischen Kulturwoche" Erstaufführung Des Volksstückes „Die Pfingstorgel", eine bayerische Moritat von Alois Joh. Lippl. (Siehe heutige Anzeige.) * entgeqengeht. Der Luftriese hat vier Motore eine Spannweite von 33 Metern, ein Fluggewicht von 16 000 Kilogramm unD ist für Die Holland—Jndlen- ftrecfe (14 000 Kilometer) bestimmt, auf Der er fünf Mann Besatzung unD 16 Passagiere in Schlafkabinen mitnehmen kann. Die SpitzengeschwinDig- feit Des Großflugzeuges wird bei etwa 290 km/sta liegen. .. • 3n allen am Rennen teilnehmenden Ländern wird in aller Stille mit Hochdruck gearbeitet, um Die Spitzenleistungen Der Flugzeugindustrie m Diesem Wettbewerb einzusetzen. Schon haben englische unD amerikanische Flieger, Darunter auch Doolittle, die Strecke nach Indien mit Der KLM. zur Orientierung abgewogen. In aller Heimlichkeit werden Die neuen Flugzeugmuster eingeflogen, roerben Die Motoren erprobt. Ein fliegerischer Wettkampf steht bevor, wie ihn Die Welt bisher gigantischer nicht erlebt hat. Die ganze Wett wird im Herbst mit Spannung auf Den Ausgang dieses Rennens über drei Erdteile, über 22 000 Kilometer warten, wird Dem Ausgang Des Wettbewerbs, Der Die besten Flieger unD Flugzeuge am Start vereinigt, entgegensetzen. Die Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen. Von Der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Auf Grund ministerieller Anordnung ist Der Beginn Der Polizeistunde für Eisdielen allgemein auf 22 Uhr (10 Uhr abends) festgesetzt. Für Trinkhallen (Wasserhäuschen) und Getränkewagen beginnt die Polizeistunde in Der Zeit vom 1. April bis zum 30. September ebenfalls um 22 Uhr, im übrigen, d. h. vom 1. Oktober bis 31. März, um 19 Uhr (7 Uhr abends). Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Diese Regelung lediglich für Diejenigen Verkaufs- Häuschen Güliigküt hat, Die als sogenannte Trinkhallen in Frage kommen unD Deren Inhaber im Besitz Der erforderlichen Konzession sind. Alle übrigen Verkaufshäuschen, Die also nicht konzessioniert finD, haben, wie alle LaDengeschäfte, um 19 Uhr (7 Uhr atzenDs) zu schließen. Kein weiterer Steuernachlaß für alte Personenkraftfahrzeuge. Den Besitzern von Personenkraftwagen unD Per- sonenkrafträDern, Die vor Dem 1. April 1933 erstmalig zugelassen unD ipfolgeDessen nicht kraftfahrzeugsteuerfrei finD, war im vorigen Jahre Die Möglichkeit Der Ablösung Der Kraftfahrzeugsteuer Durch Entrichtung eines einmaligen Betrages gegeben worDen. Altwagen unD AlträDer, für Die Die Kraftfahrzeugfteuer nicht abgelöft worDen ist, finD nach wie vor kraftfahrzeugsteuerpflichtig. Die Frist, innerhalb Deren Der Antrag gestellt roerDen mußte, lief bis zum 1. Oktober 1933. Heute ist eine Ablösung nicht mehr möglich. anschloß; eine ausgezeichnete Leistung, Deren gefühlvolle, klare und reine Darbietung Dem Solisten starken Beifall brachte. Weiter wurde luftig und wirkungsvoll zum Vortrag gebracht ein mittelalterliches Ton bild „Landsknechte auf dem Marsch", während Puccini mit Szenen aus der Oper „Madame Butterfly" vertreten war. Ganz ausgezeichnet feiner Wirkung hervorragend war Das Pot- über Wiener Meisteroperetten, mit Dem Der Wer die Saar schützt, schützt Deutschland! Die deutschen Gaue rüsten begeistert zur Saarfahrt nach Mainz. Sprechstunden^ L? V &WtaT&nUnteranne. Der Bedau- ücher Ministerialabteilunqen und des Personalamts crnswerte wurde von der Freiwilligeni Samtats X um Samstau. 19. Mui. aus. Kolonne nach der Chirurgischen Klm.k gebracht. schastliche Zusammenkunft auf Dem Schiffenberg vorgesehen. Es wirD Damit gerechnet. Daß sich sämtliche Ortsgruppen Des LanDesverbanDes Hessen an Dem Fest beteiligen, außerDem auch Die benachbarten Ortsgruppen Des LanDesverbanDes Hessen- Nassau. Möglicherweise roerDen am gleichen Tage auch noch Fahnen anDerer Ortsgruppen hier geweiht. Für Die auswärtigen Festteilnehmer ist Verpflegung aus Der FelDküche vorgesehen. Die Feier soll gleichzeitig eine machtvolle KunDgebung für Den Wehrwillen unD für Den ReichstreubunD ehemaliger Berufssoldaten sein. Gietzener Wochenmarktpreise. * Gießen, 17. Mai. Aus Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, oas PfunD 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inlanDi^e) Klasse S 10/-2, Klasse A 10, Klasse B 9^, Klasse C 9, Klasse D 8%, Wirsing (frisch), das PfunD 20, Spinat 10 Spargel 30 bis 50, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln (neue) 15, Rhabarber 8 bis 10 Kartoffeln 3H JL Der Zentner 3,20 bis 3,30 Mark, Aepfel, Das PfunD 20 bis 30 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi Io bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 8 bis 10, Rotkraut, das Pfund 15 Pf. Bornottzen. DPirrp^en tfoTTM, tinT) sie muffr Kabel die restlose Unterstützung aller NS.-Hago - Mitglieder haben. Weiterhin nahm der Redner Stellung dagegen, daß jetzt von solchen Leuten, die früher nur die Fahne Schwarzrotaold zeigten, die ehrwürdigen Farben Schwarzweißrot geflaggt würden, lediglich zu dem Zweck, sich hinter dieser Fahne zu maskieren und auf diese Weise ihre wahre Gesinnung zu tarnen. Um von diesen Elementen, wie auch von den Leuten der Reaktion deutlich sichtbar getrennt zu sein, zeige der Nationalsozialist nur noch die Hakenkreuzfahne, womit aber in keiner Weise eine Mißachtung der Farben Schwarzweißrot verbunden sei, die man vielmehr ehre und heilig halte und deren Mißbrauch durch die anderen man entschieden verurteile. Am Schlüsse seiner Rede erwähnte der Ortsgruppenamtsleiter noch, daß in den nächsten Monaten eine rege Schulungsarbeit in der NS.-Hago stattfinden werde, ferner teilte er den Handwerksmeistern mit, daß das neue Handwerkergesetz und die Gesetze über Pflichtinnung zur Verkündung fertig seien, daß aber der Mittelstand sich unbedingt einigen müsse, wenn diese Gesetze sich fruchtbar auswirken sollten. Mit dem Inkrafttreten der Gesetze sei in absehbarer Zeit wohl zu rechnen. Nähere Mitteilungen über die große NS.-Hago-Kundgebung am Pfingstmontag in Mainz bildeten. den Abschluß dieser mit großem Beifall aufgenommenen Rede. Neber die Mainzer NS.-Hago-Kundgebung berichten wir heute in anderem Zusammenhang. Stellv. NG.-Hago-Kreisamtsleiter Heyd betonte in einer Ansprache, daß die NS.-Hago allezeit mit voller Hingabe kämpfen werde, um die berechtigten Interessen des gewerblichen und handwerklichen Mittelstandes im Rahmen der gesamten Aufbauarbeit unseres Volkes erfolgreich zur Geltung zu bringen. Weiterhin betonte auch er, daß gegen die Miesmacher, Wühler und Hetzer, dabei auch gegen Hetzer auf konfessionellem Gebiete der Kampf mit aller Schärfe geführt werde, um diese schädlichen Elemente auszuschalten und der Aufbauarbeit des Nationalsozialismus wirklich freie Bahn und genügende Regungsmöglichkeit zum Segen unseres Vaterlandes zu schaffen. Der Redner kam dann auf den Kampf der NS.-Hago-Führung in Gießen zu sprechen und betonte dabei, daß es sich hier um einen Kampf handele, der nicht etwa im Interesse einzelner oder für den Egoismus irgend einer Gruppe geführt werde, der vielmehr lediglich das Ziel verfolge, der Gesamtheit zu dienen. Der Führer habe durch seinen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und durch die Schaffung eines neuen Bauernstandes die fundamentalen Grundlagen für den Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes gegeben. Von diesem Fundament aus müsse jeder Volksgenosse mit aller Hingabe mitarbeiten, um dem Führer in produktiver Weise bei der Arbeit zu helfen. Dieser Gesichtspunkt sei auch für den Kampf der NS.-Hago-Führung in Gießen maßgebend, nicht aber irgendwelche Klassenkampfabsichten oder dergleichen, die er und alle Mitarbeiter in der NS.-Hago-Führung mit Entschiedenheit ablehnten. Die NS.-Hago sei sich dabei immer bewußt, daß sie gegen alle Schäden anzukämpfen habe, die auch in ihrem Arbeitsbereich noch vor Händen seien, daß sie ferner an ihrem Teil dahin streben müsse, dem deutschen Arbeiter eine ausreichende Lebensgrundlage zu schaffen und dabei vor allem gegen die großen sozialen Nöte der deutschen Heimarbeiter, wie sie sich besonders im Sächsischen Erzgebirge zeigen, anzukämpfen. Die bisherige Tätigkeit der Gießener NS.-Hago-Führung habe sich fruchtbar zum B'sten der Allgemeinheit gestaltet, und sie werde in dem gleichen Geiste und mit der gleichen Zielsetzung wie bisher fortgesetzt mir damit dem ganzen deutschen Vaterland zu dienen. (Starker Beifall.) Ortögruppenamtsleiter Gtühler wies dann noch einmal auf die Schwere des Kampfes der NS.-Hago-Führung hin und gab dem Wunsch Ausdruck, daß alle deutschen Volksgenossen immer hinter den Führern der NS.-Hago stehen möchten zum Wohle des Volksganzen. Sodann ernannte der Ortsgruppenleiter für die drei Zellen der Ortsgruppe als Mitarbeiter der Zellenleiter folgende B l o ck w a r t e: Zelle 1: Ernst Stritter, Ernst Hartmann, Gg. Euler jun.; Zelle 2: Wilhelm Horn jun., Georg Eidmann, Hans Sonn- biq; Zelle 9* TSufrft», Vetter fun. und Feuerbach jun. Mit dem Wunsche, daß die Versammelten die Gedanken und Wünsche der NS.-Hago-Führung allezeit beherzigen und in die breiten Schichten der Bürgerschaft hineintragen möchten, daß sie sich innerhalb der NS.-Hago als aufrechte Mitkämpfer der Deutschen Arbeitsfront anschließen und unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler immer treue Gefolgschaft leisten, schloß der Redner seine Schlußansprache. Mit dreimaligen begeisterten Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler und das deutsche Vaterland, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß. ßes geben ein anschauliches Bild alter hessischer Volkskultur. Eine Sonderfchau des Hessischen Staatsministeriums verdeutlicht in reichem statistischen und Kartenmaterial die Ausgaben der Lan- oesplanung, der Melioriation, Flurbereinigung und Siedlung im Gebiet des Freistaates Hessen. Die der Arbeit gewidmete Abteilung der Ausstellung wird eingeleitet von einer Uebersicht über die Gliederung der NSDAP, und ihrer Organisationen. Ain großer Raum ist der Arbeitsbeschaffung durch den Bau der Reichsautobahn durch das Gebiet des Gaues gewidmet. Modelle veranschaulichen die Linienführung der Autobahn, während statistische Schaubilder den jeweiligen Stand der Beschäftigtenzahl in den einzelnen Bauabschnitten zeigen. In einer dem Ausbau der Wasserstraßen im Main- aebiet gewidmeten Koje fällt besonders ein großes Modell der Main-Staustufe bei Mainz-Kostheim auf. Die Deutsche Reichsbahn zeigt in anschaulichem Bildmaterial, wie sie durch Jnstandfetzungsarbei- ten, Strecken- und Materialverbesserung zur Arbeitsbeschaffung beigetragen hat. Die Südwestdeutsche Flugverkehrs-AG. schließlich zeigt, welchen Aufschwung der Luftverkehr in den Jahren 1932 bis 1934 genommen hat. Der Reichsnährstand zeigt ein großes Relief des Gaugebietes, an dem die Melio- riationsmöglichkeiten und die dadurch mögliche landwirtschaftliche Intensivierung zu ersehen ist. Modelle von Siedlungshäusern veranschaulichen, wie man heute billig und zweckentsprechend siedeln soll. Die ganze Ausstellung gibt ein eindrucksvolles Bild von der unter nationalsozialistischer Führung bereits geleisteten Arbeit und von den Aufgaben der nächsten Zukunft. Rundfunkproaramm. Freitag, 18. Mai. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.25: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert (Schallplatten). 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II (Schall- platten). 14: Mittagskonzert III (Schallplatten). 14.40: Stunde der Frau. Kleine Plaudereien aus dem Leben der Frau. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Ein Winter im Grönlandeis. Schlußbericht vom Internationalen Polarjahr 193.2—33. Von Dr. Grotewahl, Archiv für Polarforschung, Kiel. 17.45: Kleine Klaviermusik. Lyrische Stücke von Edvard Grieg. 18: Vortrag. 18.50: Griff ins Heute. 19: Weltpolitischer Monatsbericht von Professor Dr. Karl Haushofer. 19.20: Von München: Reichssendung: 300 Jahre Oberammergauer- Passion. Übertragung aus dem Passionstheater. 20: Politischer Kurzbericht. 20.15: Vom Deutschlandsender: Reichssendung: Stunde der Nation. „Musik im deutschen Heim." 21: Vom Deutschlandsender: Ede rettet die Lackfabrik. Kurzhörspiel von Werner Lange. 21.15: Russische Ballettmusik. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Samstag, 19. Mai. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.55: Frühkonzert (Schallplatten). 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. Ein leicht bekömmliches Schall- platten-Menü. 13.20: Mittagskonzert II der Theaterkapelle Rolf Miller. 14: Mittagskonzert III. 14.30: „Fröhliches Wochenend." „Olle Kamellen." Heiteres am Flügel von Walther Jäger. 15.10: Von Stuttgart: Lernt morsen! 15.45: Quer durch die Wirtschaft. 16: Bunter Nachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Der Polizeipräsident spricht! 18.30: Stegreiferzählung. 19: Virtuose Cello-Musik. 19.20: „Hunsrück." Hörbild von Paul Laven. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: „Hinaus in die Ferne." Abfahrt des Pfingstexpreß-Sonderzugs 20.15 Uhr. 22.35: Zum Tanz. Oer Leser hat das Wort. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Reform der Arbeitszeit in Gießen. Schon mehrmals hat der „Gießener Anzeiger" berichtet, daß bei der Fittingsfabrik Bän - n i n g e r G. m. b. H., Werksangehörige ihr 25jäh- riges Arbeitsjubiläum feiern konnten. Jubiläen sind immer ein Zeichen dafür, daß zwischen Werksleitung und Werksangehörigen.gutes Einvernehmen herrscht, denn nur auf dieser Grundlage kann sich ein Betrieb voll und ganz entfalten und zu der führenden Stellung gelangen, wie sie heute die Firma Bänninger nicht nur in Gießen, sondern über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus im Ausland besitzt. Infolge Rückganges des Auslandgeschäftes mußte die Firma jedoch Umstellungen vornehmen, um ihrer Belegschaft den Arbeitsplatz zu erhalten. Aber nicht nur dies gelang ihr, sondern sie konnte sogar die Belegschaftsstärke durch Neueinstellungen verdoppeln, so daß sie auch in dieser Beziehung in Gießen und der weiteren Umgebung wohl an erster Stelle stehen dürfte. Durch diese Neueinstellungen wurden jedoch die Arbeitsplatzverhältnisse beengt, so daß verschiedene Erweiterungsbauten ausgeführt werden mußten, die zum Teil schon in Betrieb genommen wurden. Wie die Firma darum besorgt ist, daß jeder Arbeiter einen geräumigen und Hellen Arbeitsplatz hat, so hat sie auch in diesem Jahre, wie bereits in den vergangenen Jahren, während des Sommers Anfang und Ende der Arbeitszeit eine Stunde früher gelegt, fo daß es jedem Werksangehörigen möglich ist, sich nach Schluß der Arbeit um 16 Uhr seiner Familie zu widmen und sich zu erholen. Nach seiner anstrengenden Tätigkeit in den Fabrikräumen kann er sich den Spätnachmittag so gestalten, wie er glaubt, die beste Erholung zu finden, sei es durch Spaziergänge mit seiner Familie in Gottes freier Natur, oder durch sportliche Betätigung, durch Arbeiten in seinem eigenen Garten, ober auf andere Art und Weise. Dieselbe Arbeitszeit ist in diesem Sommer zum ersten Male auch für die Angestellten der kaufmännischen und technischen Büros eingeführt worden. Wenn auch dem einen oder anderen das Frühaufstehen anfangs schwer fallen wird, so wird er doch nach kurzer Zeit schon merken, welche Annehmlichkeiten der frühere Arbeitsschluß mit sich bringt. Aus diesem Grunde wäre es sehr zu begrüßen, wenn sich die maßgebenden Stellen in Gießen einmal mit der Frage befassen würden, ob es nicht möglich ist, für die industriellen Betriebe, hauptsächlich für die Metall- und Zigarrenindustrie, eine einheitliche Arbeitszeit einzuführen, wie es bei den Behörden bereits der Fall ist. Darüber hinaus müßte, dann mit den maßgebenden Stellen der Reichsbahn verhandelt werden, daß nach dem allgemeinen, einheitlichen Arbeitsschluß Züge nach allen Richtungen gingen, um jeden Arbeiter so schnell wie möglich an seinen Wohnort zu seiner Familie zu bringen. Denn heute ist es durch die verschiedene Arbeitszeit so, daß manche nach Arbeitsschluß noch stundenlang in Gießen bleiben müssen, da kein früherer Zug fährt und erst spät am Abend nach Hause kommen. Durch einheitlichen Arbeitsschluß ließe sich das alles sehr gut und einfach regeln. Ferner müßte es sogar möglich " sein, auch in den Geschäften im Sommer früher zu beginnen und dementsprechend den Ladenschluß früher zu legen, um den dort Beschäftigten auch etwas vom Sommer zuteil werden zu lassen. Denn was vor Jahren durch die Einführung der Sommerzeit ging, muß heute doch erst recht gehen, da jeder Arbeiter der Faust und der Stirn nach seinem Tagewerk Anspruch auf Erholung hat und das jedoch unmöglich ist, wenn er erst spät abends nach Hause kömmt. Damals hieß es einfach, die Uhr wird eine Stunde vorgestellt, und jeder mußte sich damit abfinden. Er tat es auch gern, denn obwohl er eine Stunde früher aufftanb und an feine Arbeit ging, feiner Uhr nach stand er ja zur selben Zeit wie vorher auf. Also eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Dasselbe müßte man doch heute fertigbringen, ohne die Uhr eine Stunde vorzustellen. Daß der Gedanke an eine durchgehende Arbeitszeit, die gleichbedeutend ist mit frühem Arbeitsschluß, bereits weite Kreise erfaßt hat, die sich hiervon wesentliche gesundheitliche, sozialpolitische, bevölkerungspolitische aber auch betriebswirtschaftliche Vorzüge versprechen, beweisen die Maßnahmen der Behörden und nicht zuletzt ein Appell, den die Handels- und Handwerkskammer Stuttgart an alle Betriebe gerichtet hat, die durchgehende Arbeitszeit allgemein einzuführen, da die Gesunderhaltung und Förderung der Leistungsfähigkeit der Berufstätigen durch die durchgehende Arbeitszeit gefördert werden. K. Linser Gau in Landschaft, Volk und Arbeit. LPD. Frankfurt a. M., 16. Mai. In den Römerhallen veranstaltet die (Bauleitung Hessen-Nassau der NSDAP, die Ausstellung „Unser Gau in Landschaft, Volk und A r b e i t". Alte hessische Trachten und die Erzeugnisse bäuerlicher und handwerklichen Gewerbeflei'SaramQnder^Sdmmerschuhe/y leicht, elegant; dabei bequem ■und haltbar.,—< fdiuMiaus 3> lei zu D bi u r f- tt un bei fin Pr nie Au ma dm kl, ftu ge in Zu fa, ÄS bai De letz nie inn trol keh reit les ins wir abz bis ®ru , Et Ipieli 1926 h’uri gejei fiel), Neu, io 1P 0 ein N $an $ei ,.C 'hon Nr. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 17. Blai 1934 Kreisbeauftragter des Michssport- führers für den Kreis Gießen. Die Werbewarte der Leibesübung treibenden Vereine der Stadt Gießen werden hiermit zu einer Besprechung auf Freitag, 18. Mai, 19.15 Uhr, Restaurant Boller, Bahnhofstraße, eingeladen. Dauer der Besprechung eine Stunde. Erscheinen ist Pflicht. Mohr, Kreisbeauftragter. Oer Saarland-Treuelauf der NT. Mit einer gewaltigen Kundgebung für die Einheit zwischen Saar und Reich tritt die Deutsche Turnerschaft hervor. In der Zeit vom 2 4. bis 2 6. August wird nach dem Vorbild des im Jahre 1925 veranstalteten Hermannslaufes, an dem beinahe 150 000 Turner und Turnerinnen beteiligt waren, eine große Saarland-Treue- st a s f e l durchgeführt. In tausenden von Reben- und Anschlußstaffeln, die in neun Hauptstaffeln münden, werden Treuebotschaften aus allen Teilen des Reiches nach dem Ziel am Deutschen Eck in Koblenz getragen. Hunderttausende von Turnerinnen und Turner wollen auf diese Weise die innerliche Verbundenheit zwischen Reich und Saar, zwischen den deutschen Volksgenossen hier und dort zum Ausdruck bringen. Die Ausgangspunkte der neun Hauptläufe befinden sich in Ostpreußen, Oberschlesien, Sachsen, am Königssee bei Berchtesgaden, am Bodensee, im südlichen Schwarzwald, im Münsterland, auf Helgoland und bei Flensburg. Der längste Weg ist der aus Ostpreußen. lieber Allenstein, Tannenberg, Marienwerder führt die Strecke im ersten Abschnitt. Dann geht es auf dem Seeweg zur Vermeidung des Korridors weiter. Berlin, Magdeburg, Goslar und Kassel werden als nächste Stäote vor dem Ziel in Koblenz berührt. Nas dritte„Lehrspiel" - eine Niederlage Die deutsche Rational-TNannschaft unterliegt in Düsseldorf mit 0:1. Das dritte „Lehrspiel" gegen die englische Berufsspieler-Mannschaft von Derby County hat dem Deutschen Fußball-Bund am gestrigen Mittwochnachmittag im Düsseldorfer Rheinstadion die erste Niederlage gebracht. Es muß vorweg gesagt werden, daß die knappe 0:l-Niederlage unserer Els verdient ist. Die diesmalige deutsche Mannschaft konnte nicht im entferntesten an das taktisch kluge und technisch elegante Spiel ihrer beiden Vorgängerinnen heranreichen. Während die Engländer in der angekünüigten starken Aufstellung antraten, mußten im deutschen Sturm einige Umgruppierungen vorgenommen werden. Für den fehlenden Conen spielte der Mannheimer Siffling in der Mitte, Roack stürmte halblinks, während den Posten des Rechtsaußen Lehner einnahm. Der Sturm war sehr schwach, lediglich der rechte Flügel ging an. Siffling trat nur als Einzelspieler in Erscheinung. Die Läuferreihe war in der Abwehr annehmbar, von den Verteidigern war Schwarz vor und Haringer nach der Halbzeit besonders gut und Kreß im Tor spielte ohne Tadel. Der einzige Treffer der Engländer fiel schon in der 17. Minute durch den Rechtsaußen Wildman. Schiedsrichter Birlem (Berlin) leitete vor 20 000 Zuschauern zufriedenstellend" Die Meldungen gehen an die von den Verbänden bei den einzelnen Sportarten aufgeführten Meldestellen, die sie gesammelt und geordnet dem Sonderbüro der Deutschen Kampfspiele Nürnberg 1934 zuleiten. Meldeschluß für alle Sportarten in Nürnberg am 10. Juli 1934 mittags, für die Teilnehmer in den einzelnen Sportarten bei den angegebenen Meldestellen zu den an- gesetzten Zeitpunkten. Jeder Teilnehmer hat für seinen Wettkampf einen Einsatz von 2 Mark zu zahlen. Für jeden weiteren Wettkampf muß ein Zuschlag von 50 Pf. entrichtet werden. Preiswerte Unterkunft. Jeder aktive Teilnehmer erhält einen nicht übertragbaren Ausweis der für die Veranstaltung und zur Erlangung der Vergünstigungen gilt. Die Fragen der Unterkunft, Verpflegung usw. sind von dem Dorbereitungsausschuß in denkbar großzügiger Weise gelöst worden. Den erwarteten insgesamt 5000 aktiven Teilnehmern wird Unterkunft in Massenquartieren schon von 40 Pf. an bis zum Preise von 4 Mark in einem guten Hotel geboten. Die Zuschauer werden als Höchstsatz in einem Großhotel 6 Mark für ein Zimmer zahlen. Weiterhin stehen 21 000 Privatquartiere zur Verfügung. Für die Teilnehmer am Reichsjugendtreffen, für das 30 bis 40 000 Jungen und Mädels erwartet werden, wird auf der Ruffenwiefe, in unmittelbarer Nähe des Stadions, eine riesige Zeltstadt errichtet. Unterbringung und Verpflegung wird hier für einen Tagessatz von 1.50 Mk. pro Kopf und Tag gegeben. Die Ausschreibungen für die Kampfspiele sieht folgende Sportarten vor: Handball, Hockey, Fußball, Schlagball, Faustball, Wasserball, Rugby, Tennis, Turnen, Fechten, Reiten, Boxen, Kraftsport (Ringen, Gewichtheben, Jiu- Jitsu), Schießen, Leichtathletik, Radfahren, Motorradsport, Kanu und Faltboot, Schwimmen, Rudern, moderner Fünfkampf und Kegeln. Sportarten, deren Durchführung in Nürnberg nicht möglich ist, z. B. Rudern, Kanu, Segel- und Motoryachtsport, sowie Rckd- und Tennissport werden gleichfalls als Kampfspielwettbewerbe in Verbindung mit den Deutschen Meisterschaften nur an anderen Orten, die eine einwandfreie sportliche Austragung gewährleisten, durchgeführt. Im Rahmen der Kampfspiele kommen Rollfchuhwettbewerbe, Kanu-Kurzstreckenregatten und eine Autozielfahrt zum Austrag. kampfspielmeisterschaflen außerhalb Nürnbergs. Die Tenniswettbewerbe werden in Verbindung mit den Nationalen Meisterschaften des Deutschen Tennisbundes auf den Hartplätzen des Münchener Tennis- und Turnierelubs „Jphitos" in der Zeit vom 24. bis 28. Juli ausgetragen. Die Kampfspielruder m ei st erschaften finden gleichzeitig mit den deutschen Rudermeisterschaften vom 21. bis 22. Juli in Mainz statt. Die Deutsche Kampfspielmeisterschaft im Kanusport über die lange Strecke in Faltbooten wird am 22. Juli auf dem Starnberger See ausgetragen; die Meisterschaft auf der kurzen Strecke und im Kanusegeln werden am 11. und 12. August in Hamburg dürchgeführt. Im Segeln finden die Kampfspielwettfahrten im Rahmen der Kieler Woche in der Zeit vom 17. bis 23. Juni statt. Im Motorbootsport werden die Kampfspielwettfahrten am 1. bis 3. Juni auf dem Templiner See bei Potsdam im Rahmen der Internationalen Motorboot- Regatten ausgefahren. Die Radfportmei ft erschaften der Amateure auf der Bahn kommen am 22. Juli in Halle a. S. zum Austrag. Oberheffeu. Oie Prüfungen zum SA.-Sportabzeichen in vollem Gange. Der zweite Teil der Prüfungs-Bestimmungen. Wenn das SA.-Sportabzeichen, dessen Schaffung der Stabschef Reichsminister Ernst Röhm vor einigen Monaten verfügte, seinen Zweck voll erfüllen soll, wenn es ein Gradmesser für den ßeiftungsftanöarb der gesamten deutschen Jugend, nicht nur einiger weniger Einzelkönner werden soll, so bedurfte es dazu einer Organisation, die nicht nur den fernsten Winkel im Reich erfaßte, sondern auch in ihren Zentralstellen, also bei den Inspekteuren und beim Chef des Ausbildungswesens der SA., bis in die geringsten Einzelheiten durchdacht und aufgebaut ist. Schon heute, nach wenigen Monaten, steht diese Organisation fix und fertig da, und nun beginnen im ganzen Deutschen Reich die Prüfungen. Wie gewaltig der Ansturm der deutschen Jugend ist, die dieses Ehrenzeichen der SA. erwerben möchte, zeigen die Zahlen, die man bei einem Besuch in der Zentralstelle zu hören bekommt. Bisher sind über 80 000 Meldekarten ausgefüllt worden, und jeder Tag bringt neue Hunderte, neue Taufende. Die Prüfungen, denen sich die Bewerber um das begehrte Abzeichen unterziehen müssen, sind einfach und geradlinig. In ihnen fall sich erweisen, was der Bewerber mit dem aufgenommenen Lehrstoff anzu- fangen weiß. Die der Öffentlichkeit bereits bekannten Prüfungsbestimmungen der Gruppe Leibesübungen erfahren ihre Ergänzung in der Gruppe II „G r u n d ü b u n g e n" und in Gruppe III „Geländespor t". Sie bauen sich sinnvoll und zweckmäßig auf. Während die Gruppe I von den Bewerbern rein körperliche Leistungen verlangt, findet man in Gruppe II „Grundübungen" Prüfungen, die vor allem Härte, Ausdauer, Zusammenhalt sowie eine sichere Hand und ein sicheres Auge erfordern. So wird beim 25-Kilometer-Gepäck- marsch, der ausschließlich in geschlossener Kolonne durchgeführt wird, nicht nur die Marschzeit gewertet, sondern auch die Marschdisziplin und die Leistungsfähigkeit nach dem Marsche. Diese Forderungen entsprechen vor allem der Erkenntnis, daß der Mannschaftssport Eigenschaften entwickeln hilft, die in der Turnhalle und auf der Aschenbahn vielfach zum Verkümmern verdammt sind. Auch der Kleinkaliberschießsport findet sich in dieser Gruppe. Der KK.-Schütze muß ein gutes Auge, eine sichere Hand haben, seine Körperbeherrschung muß vollendet sein. Der große Aufschwung, den der Schießsport in den letzten Jahren in allen Ländern der Welt genommen hat, beweist am besten, welche Werte ihm innewohnen. Wer seinen Körper nicht unter Kontrolle hat, wird nie ein guter Schütze sein, umgekehrt sind fast alle erfolgreichen Schützen auch erfolgreiche Sportsleute. Die Bewertung des Schießsportes führt schließlich auch dazu, daß seine Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele erwogen wird. Als Erfüllung der Prüfung zum SA.-Sportabzeichen wird eine Durchschnittstrefferzahl von 5 bis 6 Ringen auf der 12er-Scheibe gefordert. Die Grunddifziplin aller Wurfübungen, ein Keulenwerfen auf markierte Punkte, vervollständigt die Gruppe Grundübungen. Gruppe III „Geländefport". Der Sport des liberalistifchen Zeitalters stand im Zeichen des Individuums, Leistung war alles, Masse nichts. „Einer läuft, 50 000 sehen zu, das ganze nennt man dann Sport". Dieses Wort einer damaligen Größe traf den Nagel auf den Kopf. Diese Art, Sport aufzufassen, dieser Asphaltsport gedieh in der schwülen Atmosphäre einer „Zivilisation", die von ihren Errungenschaften sprach und den Zusammenhang mit der Natur verloren hatte. Dann kam der Wandel: Der Mann der Faust, der einfache, unverbildete, gesund empfindende SA.- Mann erkämpfte sich zuerst die Straße und dann die Macht. Seine Revolution fegt in letzter Konsequenz die Scheinblüten der individualistischen Epoche hinweg und ersetzt sie durch die Begriffe vom Blut und Boden, der Weg führt von der Zivilisation zurück zur Kultur, von der Aschenbahn zurück ins Gelände. Die erste Form dieser neuen Entwicklung ist der Geländesport. Nicht was man im Gelände treibt ist wichtig, sondern daß man seinen Körper in engster Verbundenheit mit der Natur stählt! Unbewußt schlummerten solche Gedanken von jeher in den Herzen wirklicher Sportler. Beweis: Der Leichtathlet nimmt als Wintertraining mit Vorliebe den Waldlauf, also die Auseinandersetzung mit dem Gelände — ober das Skilaufen — und das ist im Grunde genommen gleichfalls Gelände- fport. Warum aber, wenn das unbewußt geschieht — warum es dann nicht mit aller Konsequenz in die Tat umsetzen? Unter solchem Gesichtspunkt sind die Bedingungen der Gruppe III (Geländesport) für das <521.- Sportabzeichen zu sehen. Sie dienen restlos dazu, den jungen Menschen, und damit den werdenden Sportsmann, mit dem Gelände vertraut zu machen, ihn in dieses Gelände hineinwachsen zu lassen und ihm damit den Weg zu einer natürlichen Körperstählung (natürlich, weil im Zusammenhang mit der Natur) zu geben. Restlos dienen sie diesen Zwecken! Sei es Gelände sehen ober Orientierung, Gelänbe beurteUung ober -Ausnutzung. Aus allerengste Verbundenheit mit bem Gelänbe zielen bie Forderungen hin. Die Selbstoerstänb- lichkeit, mit ber sich jeber im Gelänbe bewegt, muß so groß werben, baß sie bie Konzentration auf Nebenaufgaben, wie bie Durchführung bestimmter Aufträge, gestattet, baß bie Anpassung an bas Gelände in kürzester Zeit durch richtige Tarnung, ermöglicht. Aus der so geschulten Masse neuer deutscher Jugend wird dann mit Sicherheit überall ber große überragenbe Einzelkönner wachsen. Wie hätte bas kleine Finnland so hervorragende Sportsleute hervorgebracht, wenn sich biese Einzelkönner nicht mit bet Masse zusammen im Gelänbe geschult hätten. Bisher hat man biese Zusammenhänge vielleicht geahnt. Jetzt wissen wir um sie. Wir gehen ben richtigen sportlichen Weg. Die Bedingungen zum S2l.-Sportabzeichen beweisen es. Das „deutsche Olympia" in Aümberg. Die Kampfspies-Ausschreibung erschienen. Schon dreimal feierten wir die Deutschen Kampfspiele- zum ersten Male im Jahre 1922 in Berlin, 1926 in Köln und 1930 in Breslau. In diesem Jahre werden sie vom 23. bis 29. Juli in Nürnberg zum vierten Male veranstaltet. Noch nie wurden bei den früheren Spielen die großen, in sie gesetzten Voraussetzungen erfüllt. Erst die bevorstehende Feier in Nürnberg wird als die erste der neuen Zeit das bisher noch nicht verwirklichte n a - itionale Hochfest der turnenden und [fporttreibenben deutschen Jugend sein, iein Bekenntnis zu Volk und Vaterland. Nach dem Willen des Führers sollen die IV. Deutschen lKampfspiele Ausdruck deutscher Volkseinheit, deut- fscher Sitte, deutschen Fühlens und der leiblichen Kraft und Gesundheit deutscher Jugend fein. Ein Glied in der Kette der gewaltigen Organisa- cionsarbeit ist die soeben erschienene Ausschreibung. Die Einzelaufführung ber Wettbewerbe zeigt, baß zum ersten Male in allen Sportarten, bie überhaupt Meisterschaften haben, bie Austragung ber beutschen Meisterschaft mit ben Kampfspielen verbunden ist. Leiter der kampfspiele ist ber Reichssportführer, ber an letzter Stelle in allen Streitfragen entscheibet. Für bie Durchführung ber Kampfspiele ist von ber Stabt Nürnberg im Auftrag des Reichssportführers ein örtlicher Vorbereitungsausschuß gegründet worben, ber die Verantwortung trägt. Die veranstaltende Stadt Nürnberg gewährt allen Teilnehmern ein Erinnerungszeichen. Die Sieger ber Wettkämpfe erhalten bie für bie Deutschen Kampfspiele geschaffene Plakette mit einer Urkunde. Weitere Auszeichnung behält sich der Kampfspielausschuß vor. Landkreis Gießen. u. Klein-Linden, 17. Mai. Eisenbahnbremser i.R. Johann Friedrich Eckhardt feiert heute Donnerstag in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 6. Geburtstag. Der alte Herr, der aus dem benachbarten Dorlar stammt, hat seine sämtlichen Geschwister und Kinder überlebt. CO Klein-Linden, 16. Mai. Am Montagabend wurde in unserer Kirche durch die Missionarin, Fräulein R e y e r (Burg im Spreewald), von der Dr.-Lepsius-Deutschen-Orientmission ein Film über die M i s s i o n s a r b e i t in Armenien gezeigt. Der Film hinterließ tiefen Eindruck bei den Besuchern, Die Kollekte des Abends und der Erlös aus den verkauften Missionsschriften find für die Deutsche Orientmisfion bestimmt. wg. Großen-Buseck, 16. Mai. Am Montagabend veranstaltete bie hiesige Ortsgruppe ber NSDAP, im Saale bes Gastwirts Wilhelm Wagner einen Schulungsabenb, an bem sämtliche Organisationen ber Bewegung und die übrigen Einwohner von Großen-Buseck und der Nachbarorte teilnahmen. Die Versammlung stand unter der Leitung des Ortsgruppenleiters Pfeif- f e r. Schulungsleiter Dr. Schmidt sprach in eindrucksvollen Darlegungen über das Wesen und die Ziele des Nationalsozialismus, ferner über das Erbhofgesetz, die Judenfrage und über außenpolitische Angelegenheiten. Zum Schlüsse sprach er noch über die Stellung zur Religion und zur Kirche, ferner betonte er, daß das deutsche Volk Gott dankbar sein müsse dafür, daß er unserem Deutschland in seiner tiefsten Not den Führer Adolf Hitler gesandt habe. Die Rede wurde oft von lebhaftem Beifall unterbrochen und am Schlüsse wiederum mit starkem Beifall belohnt. Mit einem Treuebekenntnis zum Führer und Vaterland, mit dreimaligem Sieg-Heil und dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wesfel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Alsfeld. 8 Ober-Ohmen, 16. Mai. In der Nacht zum Mittwoch trat im oberen Ohmtal recht empfindlicher Nachtfrost in Erscheinung. Der Frost hat stellenweise ansehnlichen Schaden hervor- gerufen. Während auf den Höhen nur leichter Reif konstatiert wurde, konnte man im Tal von regelrechtem Frost sprechen. In den Gärten in der Nähe ber Ohm unb anberen Wasserläufen finb bie Frühkartoffeln schwarz gefroren. An zugigen Stellen im Dorf haben auch bie Topfpflanzen vor ben Fenstern gelitten. ll. Atzenhain, 15. Mai. Die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hielt ihre erste Gene- ralDerfamlung ab, in ber nach der Rechnungsablage dem Rechner Entlastung erteilt wurde. An Stelle von zwei ausgeschiebenen Vorstandsmitgliedern wurden bie Herren Wilhelm Le n z IV. und Rudolf Lenz in ben Vorstanb entfanbt. Weiter wurde ber Beschluß gefaßt, biejenigen Genossenschaftsmitglieder mit 10 Mark Geldstrafe zu belegen, bie bis zum 1 Juni keine Milch abgeliefert haben, unb sie auszuschließen, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Kreis Schotten. )( Ulrichstein, 15. Mai. Die Anfahrt- st raße zur Rennbahn bei Schotten von bem etwa 2 Kilometer von hier entfernten Wiesenhof aus wirb auf eine Länge von etwa 3 Kilometer bis an bie Poppenstruth inftandgefetzt. Damit wird einem Wunsche weiter Kreise, die an dem Zustand ber vom Durchgangsverkehr Lauterbach—Schotten stark in Anspruch genommenen Straße interessiert sind, Rechnung getragen. WeZchrten aus ber neuen Vogelsberg-Siidbahn Wächtersbach, 16. Mai. (LPD.) Die neuerbaute Bahn st recke von Birstein nach Hartmannshain ist jetzt fertiggestellt. Damit ist die von der Bevölkerung des oberen Vogelsberges langgewünschte Querverbindung und ein neuer Schienenweg nach dem Vogelsberg geschaffen. Obwohl die dauernde Inbetriebnahme erst in einigen Wochen möglich sein wird, hat sich bie Kleinbahnbirektion nach Bestimmung der Aufsichtsbehörde entschlossen, über bie Pfingst- feiertage, unb zwar von Samstag, 19., bis Dienstag, 22. Mai, einen Zugverkehr auf ber neuerbauten Strecke im Anschluß an bie schon bestehenbe Linie Wächtersbach — Sir ft ein einzurichten. Die Züge sind so vorgesehen, daß sie an bie fahrplanmäßigen Züge ber Reichsbahn sowohl aus Richtung Frankfurt, wie aus Richtung Fulda unmittelbar Anschluß haben. Der erste Zug, der am 19. Mai über Birstein hinaus bis Hartmannshain durchgeführt wird, ist der Personenzug, der um 18 Uhr in Wächtersbach abfährt. Für den 20 und 21. Mai sind in jeder Richtung zwei Züge vorgesehen, und zwar Wächtersbach ab 8.50 unb 14.20 Uhr; für bie Rückfahrt Hartmannshain ab 10.50 unb 18.20 Uhr. Die Fahrtzeit von Wächtersbach bis Hartmannshain beträgt anderthalb Stunden. Für Dienstag, 22. Mai, ist nur je eine 'Fahrt vorgesehen, und zwar in Richtung Hartmannshain: Wächtersbach ab 8.50 Uhr und in ber Gegenrichtung ab Hartmannshain ab 18.20 Uhr. Um einen besonderen Anreiz zum Besuch des Vogelsberges mit der Vogelsberg-Südbahn über Pfingsten zu geben, hat sich die Kleinbahndirektion entschlossen, für die einzelnen Fahrten (sowohl Hin- und Rückfahrt) nur die halben Fahrpreise zu berechnen. Es kostet sowohl die Hin- und Rückfahrt an diesen vier Tagen von Wächtersbach nach Hartmannshain nur 1.80 Mark. Es ist zu hoffen unb zu wünschen, baß mit ber Vogelsberg-Südbahn AG., die aus Mitteln des Reiches, Staates, Kreises und der Gemeinden erbaut worden ist, die Schönheit des Vogelsberges weiten Kreisen der Bevölkerung leichter zugänglich gemacht wird. Preußen. Wiedersehensfeier des Res.-Znf.-^giS. Nr. 441 (KampfgruppeHudolph)rn Gelnhausen Am 5., 6. und 7. Mai feierten die Angehörigen des R.-J.-R. 4 41, bem auch sehr viele Hessen an- gehörten, in Gelnhausen bas erste Wieder- sehensfest. Ergreifenb war es, bie Begrüßung ber einzelnen Karneraben, bie im Weltkriege einst durch Blut unb Eisen zusammengeschweißt worden waren, am Bahnhof beim Eintreffen der Züge zu sehen. Am Samstag (5. Mai) nachmittags bewegte sich unter Vorantritt ber SA.-Kapelle, Stanbarte 61, ein stattlicher Zug burch bie Straßen ber Stabt. Auf bem Obermarkt würben bie alten Kämpfer bes Weltkrieges burch ben Bürgermeister ber <5*abt aufs herzlichste begrüßt. Es schloß sich ein Stand- konzert ber SA.-Kapelle an. Abenbs war Be- grüßungsabend in ber Turnhalle. Ueberall sah man frohe Gesichter. Kriegserlebnisse würben wie- ber aufgefrischt. „Weißt bu noch?? . . . weiht bu noch??" Schneidige Märsche ber SA.-Kapelle, Chöre ber Sängerschaft Gelnhausen, Reigen ber Turnerinnen u. a. m. sorgten für Abwechslung. Auch ber bekannte Heimatdichter G g. Heß (Leihgestern) ließ es sich nicht nehmen, seine alten Regimentskameraden mit seinem so sinnvollen Humor zu erfreuen. Am Sonntag (6. Mai) fand vormittags !n der Marienkirche Gottesdienst für die Regimentsange- hörigen statt, in dem Kreispfarrer Falk (ehemaliger Divifionspfarrer) eine eindrucksvolle Predigt hielt. Anschließend fand eine Gefallenenehrung statt, bei der Kamerad Pfarrer König (Groß- Eichen) sprach. Nach dem gemeinsamen Mittagessen (Feldküchenkost!) marschierte ein stattlicher Festzug, an dem außerdem noch SA., Stahlhelm und Kriegerverein der Stadt Gelnhausen ieilnah- men, durch die festlich geschmückte Stadt nach dcm Obermarkt, wo Exzellenz General von Quentin als Vertreter der alten Wehrmacht die Parade abnahm. Dann ging es wieder in die Turnhalle, wo bei frohem Zusammensein die Stunden nur zu schnell dahinflogen. Am darauffolgenden Montag wurde noch ein Ausflug nach dem Demobilmachungsort des Regiments, dem nahen Bieber, unternommen. Etwas schöneres als eine solche Wiedersehensfeier kann es für einen alten Soldaten gar nicht geben' Das Ref.-Jnf.-Rgt. 441 ist im Jahre 1916 in ben Argonnen aus 14 Snfanterieregimentern zusammen» gestellt worben: es war also ein echtes Kriegsregiment. Der Kommanbeur, Oberst Rudolph, der leider bereits zur großen Armee abgerufen Wirtschaft Hochstand der Vesckäftigung. — Verzicht auf Subventionen. 1. 2. 3. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt o. Vl Äerlin $ronffurt a. M. Datum | 15-5. | 16-5. 15-5. 62,65 Banknoten. Berlin, 16-Mas 151 71 I 71 I -! -I -1 173,75 1 62,5 107 119 65,67 81,02 34,13 59,25 69,65 47 40,9 46 58,4 17,5 132,75 184,5 61,75 44,65 79,25 62,5 107 120 132,75 184,5 62 43,75 79,25 69,75 48,5 217,25 90,25 41,25 14 109,25 110 142 Schluß- fürs 70 93,75 48,13 218,25 90,75 41,25 14 109,75 110 142 101,25 59,25 70 47 40,5 123,5 46,4 58,5 63,25 17,75 161,25 151 132,75 62 43,75 78,65 63 102 59,75 69,75 46,65 40,75 124,5 48 58,75 64,5 17,65 161,25 168,13 151,75 23 174 65,93 81,34 34,27 68,75 93,75 48,13 218,5 90,25 41 14,13 109 109,5 144,5 132,75 62,5 44,5 79 59,5 69,4 46,5 41,25 48,5 59 18 161,5 151,75 Vierte Verordnung über den Verkehr mit Osten und Zetten. Im Reichsgesetzblatt vom 14. Mai wird eine vierte Verordnung über den Verkehr mit Deien und Fetten veröffentlicht, die der Reichsernährungsminister rückwirkend vom 23. Februar 1934 in Kraft setzt und die die Aufhebung einiger Beschränkungen der Hauptverordnung vom 23. März 1933 bringt. Danach unterliegen den Beschränkungen des Artikels I der erwähnten Verordnung nicht: 21,24 64,23 bracht wird. * Maschinenfabrik Eßlingen in Eßlingen. Die GV. genehmigte die Bilanz, die durch die Auftragserteilung der Reichsbahn in allen Abteilung gebessert sei. Im laufenden Jahre haben sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahre erhöht. Die Monatseingänge betragen durchschnittlich ca. 25 bis 30 v. H. mehr als im letzten Jahre, allerdings sind die Preise herabgesetzt worden. Durch neue Auftragseingänge über ca. 6,5 Millionen sind sämtliche Abteilungen des Werkes und der kam dabei auf die schiefe Dahn. Von diesem Zeitpunkt ab entwickelte er sich zu einer ausgesprochenen Hochstaplernatur und ist bis jetzt 17mal wegen größerer oder kleinerer Betrügereien und Diebstähle vorbestraft. Mit seiner Entlassung aus der gegenwärtigen Strafhaft, welche im Herbst 1936 abläuft, wird es nichts. Die Große Strafkammer odnete auch für ihn Sicherungsverwahrung an. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse war das Geschäft im ganzen zwar klein, die Stimmung aber unter dem Einfluß der Mitteilung von einem bevorstehenden Abschluß der Transferbesprechungen freundlich. Das Hauptgeschäft lag indessen weiterhin am Markte der Neubesitzanleihe, die bei recht lebhaften Umsätzen im freien Markt einen Kurs von 18,25 nach 17,75 v. H. in Berlin erreichte, dann aber infolge etwas größeren Angebots nur mit 18,10 v. H. zur Notiz gelangte. Am Aktienmarkt lagen Farbenindustrie 0,40 v. H., Daimler Motoren 0,50 v. H., Phönix 0,40 v. H. und AG. für Verkehrswesen 0,25 v. H. freundlicher. Im Verlaufe wurde die Haltung etwas unsicher, Farbenindustrie bröckelten wieder auf Berliner Schlußniveau ab. Die Neubesitzanleihe ging bei merklich geringer gewordenen Umsätzen bis auf 17,90 v. H. zurück, Altbesitzanleihe verloren 0,40 v. H. und auch späte Reichsschuldbuchforderungen waren mit 94,65 v. H. knapp behauptet. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 18,10 bis 17,90, Altbesitzanleihe 95, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 71,40, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,10, Gelsenkirchen 61,90, Harpener 89, Phönix 48,50, Rhoinstahl 90,25, Aku 59,50, Bekula 132,65, Gement Heidelberg 107, Eonti Gummi 151,75, Daiiw ler 48,50, Licht & Kraft 103,75, IG. Farben 133,13 bis 132,75, Gesfürel 95,50, Holzmann 62,50, Rhein. Elektro 93,50, AG. für Verkehrswesen 65,50, Nordd. Lloyd 24,75. Frankfurter (H^rcidebörse. Frankfurt a. M., 16. Mai. Infolge der längeren Geschäftsunterbrechung durch die Pfingst- feiertage (der nächste Markt findet erst am 23. Mai wieder statt), blieb das Geschäft klein, die Stimmung des Marktes aber freundlich. Die Preise lagen nur unwesentlich verändert, für Sommergerste aber fest, während sie für Weizenkleie in allen Sorten etwas nachgaben, ebenso wie ölhaltige Futtermittel außer Soyaschrot abbröckelten. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 AG.Buderussche Eisenwerke, Wehlari°°m WM “ ’ " ' lauf 332020 RM. Frankfurter Börse. rNiltagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 16. Mai. Wenn auch die Umsatztätigkeit kein nennenswertes Ausmaß erreichte, wobei die mehrtägige Unterbrechung durch die bevorstehenden Pfingstfeiertage die Unternehmungslust der Kundschaft und Kulisse etwas hemmte, so war die Haltung an der heutigen Börse weiter freundlich, nachdem bereits gestern die Verkäufe, die man mit Geldbeschaffungszwecken in Zusammenhang brachte, beendet waren. Daneben lag wieder eine Anzahl günstiger Wirtschaftsnachrichten vor, vor allem wieder gute Abschlüsse großer Jndustriegesellschaften und die vorteilhafte Einnahmeentwicklung bei der Deutschen Reichsbahn. Das Hauptgeschäft war am Rentenmarkt bei der Neubesitzanleihe, die bei lebhaften Umsätzen mit 17,50 insgesamt 80 Pf. gewann. Auch Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen zogen bis 0,40 v. H. und Stahlverein-Bonds erneut 0,50 v. H. an. Von der Rentenbew.egung aus erfuhr der Aktienmarkt eine Stütze, so daß auch hier meist Kursgewinne überwogen. Fest lagen besonders Daimler Motoren mit plus 1,50 v. H. und Conti Gummi mit plus 1,75 v. H. Am Chemiemarkt eröffneten IG. Farben und Deutsche Erdöl je 0,50 v. H. höher. Montanaktien befestigten sich, meist bis zu 0,75 o.H., Mannesmann und Rheinstahl allerdings waren nur knapp gehalten. Am Elektromarkt lagen Lahmeyer mit minus 1,50 v. H. matt, auch Schuckert und Siemens gaben bis 0,75 v. H. nach, während im übrigen Besserungen von 0,25 bis 0,75 v. H. zu verzeichnen waren. Im einzelnen eröffneten Cement Heioelderg und Hapag unverändert, Nordd. Lloyd 0,65 v. H., Aku und Aschaffenburger Zellstoff je 0,40 v. H. hoher, Waldhof aber 0,75 v. H. schwächer. Im Verlaufe blieb die Haltung an allen Märkten freundlich, das Geschäft blieb aber klein. Selbst Neubesitz, die bis auf 17,75 v. H. gesteigert waren, also rund 1 v. H. gewannen, hatten nur kleine Umsätze. Am Aktienmarkt waren einige Elektroaktien noch mäßig fester, auch Hapag zogen leicht an, während im übrigen die Anfangskurse behauptet blieben. lenbesitzers geboren. Er trat nach Ablegung seines Notabiturs 1916 als Kriegsfreiwilliger in ein Infanterie-Regiment ein, brachte es bis zum Vize- feldwebel und erhielt das E. K. 1. und 2. Klasse. Im Frühjahr 1918 geriet er in französische Gefangenschaft, aus welcher er nach 2lh Jahren zurückkehrte, um sich dann in Bonn und München dem Studium der Landwirtschaft zu widmen. Als er im Jahre 1923 in Not geriet, verlegte er sich auf den damals blühenden Devisenhandel und Kilo) In Mark: Weizen 205, Roggen 178,50, Sommergerste 172,50 bis 175, Hafer 172,50 bis 174, Weizenmehl Type 563 (Spez. 0 aus Jnlandweizen) Festpreisgebiet W X 28,90 plus 0,50 Frachtausgleich, dasselbe, Festpreisgebiet W VII 28,60 Plus 0,50; Roggenmehl, Type 6t0 (0- bis 60proz. Ausmahlung), Festpreisgebiet R VIII 25,25, plus 0,50 Frachtausgleich, dasselbe Festpreisgebiet R VI 25,25, plus 0,50; Weizenmehl IV B 16,50, Weizennachmehl 15,50, Weizenfuttermehl 11,70, Weizenkleie ein 10,50, mittet 10,75, grob 11; Roggennachmehl 16,50, Roggenfuttermehl 12 bis 12,25, Roggenkleie 11 30 Soyaschrot 15,50 bis 15,65, Palmkuchen 13,85 bis 14, Erdnußkuchen 16,10 bis 16,25, Treber 13,85 bis 13,75, Trockenschnitzel 10,25, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt 2. Frankfurter Schlachtvlchrnarkt. Frankfurt a.M., 17. Mai. Um 10 Uhr war olgende Marktlage: Dorauftrieb: 64 Rinder (19 Ochsen, 3 Bullen, 15 Kühe, 27 Färsen), 1608 Kalber, 37 Schafe, 620 Schweine. Es kosteten: Kälber 29 dis 53 Mark, Hämmel 32 bis 36, Schweine 35 bis 42 Mark. — Marktverkauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 16. Mai. Am Gemüsemarkt verzeichnete man gute Zufuhren von Kopfsalat, Karotten, Kohlrabi, Rettich und Spargeln. In Spinat lassen sie nach. Mistbeet-Kopfsalat ist nur noch schwer verkäuflich. Die Preise für Kopfsalat und Spargeln sind etwas gefallen, für Spinat haben sie sich leicht erhöht, im übrigen blieben sie unverändert. Infolge des kühleren Wetters gestaltete sich der Verkauf langsam. Es notierten: Blumenkohl, Steige 12 Stück 450 bis 475 holl., Erbsen 14 bis 15 ital., Zuckerschoten 28 span., Salat- Gurken (Treibhaus) 15 bis 40, 25 bis 40 holl., Karotten (Treibhaus) Bdl. 12 bis 15, 35 bis 45 holl., Kohlrabi (Treibhaus) 6 bis 12, Kopfsalat I 5 bis 8, II 6 bis 7, Radieschen Bdl. 3 bis 4, Rettich 5 bis 7, do. Würzburger 15 bis 35, Römischkohl 10 bis 12, Sellerie je nach Größe 10 bis 20, Spargeln I 32 bis 35, II 23 bis 25, III (Suppen) 13 bis 15, Spinat 5 bis 6, Tomaten 60 bis 65 holl., Wirsing 12 bis 13. Der Obst- und Südfrüchtemarkt verzeichnete lebhaftes Geschäft in ausl. Aepfeln und Apfelsinen, deutsche Aepfel sind nur schwach angeboten. In Treibhaus-Erdbeeren ist das Angebot gut bei rückläufigen Preisen, infolge der ausländischen Zufuhren ist der Verkauf unbefriedigend. Fester lagen die Preise für Zitronen. Es erzielten: Eßäpfel 18 bis 22, Kochäpfel 13 bis 19, amerifan. Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rote 800 bis 950, gelbe 900 bis 1200, 1000 bis 1200, aastral. Apfelsinen Blut 13 bis 18 span., blond 11 bis 14 span., Blut 25 [tat, Erdbeeren I (Treibhaus) 100 bis 120, II 70 bis 90, 30 bis 50 ital., Erdnüsse 12 bis 14, Zitronen, lose im Korb, 50 Kilogramm, 900. Die angegebenen Preise sind Großbezugspreise für ein Stück bzw. V-2 Kilogramm in Pf. Biehmarkt in Gedern. y Gedern, 16. Mai. Gestern fand hier Schweinemarkt und in Verbindung damit Rindvieh - Prämiierungsmarkt statt. Auf dem Schweinemarkt waren 638 Tiere zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 17 bis 20 Mark, 8 bis 12 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark, Läuferschweine 30 bis 40 Mark pro Stück. Nach flottem Handel verblieb auf dem Markt nur geringer Ueberstand. Der Prämiierungsmarkt war mit 154 Stück Rindvieh und 4 Ziegen beschickt. Die Prämiierung fand unter der Leitung des Direktors des Tierzuchtamts Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, statt. Man sah auf dieser Tierschau erstklassige Tiere der heimischen Rindviehzucht. Schöffengericht Gießen. Wegen Unterschlagung wurde ein Mann aus Grünberg gestern zu einer Gesamtgefängnis- ft r a f e von fünf Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte für einen Verband insgesamt 31,50 RM. vereinnahmt und den Betrag der vorgesetzten Dienststelle nicht abgeliefert. Nachdem der Angeklagte im Oktober vorigen Jahres wegen desselben Deliktes eine Gefängnisstrafe von drei Monaten erhielt, zog das Gericht gestern die beiden Strafen zu der obigen Gesamtstrafe zusammen. Dann befaßte sich das Gericht unter Ausschluß der Öffentlichkeit mit einem schon mehrfach vorbestraften Mann von hier, dem die Anklage Erregung öffentlichen Aergernisses in vier Fällen zum Vor« rourf machte. Der Angeklagte zeigte sich in unsitt« licher Weise weiblichen Personen, Darunter Kindern im Alter von 12 Jahren. Der Angeklagte weist auf diesem Gebiete schon Vorstrafen auf, die das Gericht veranlaßten, unter Einbeziehung der Gefängnisstrafe von 10 Monaten vom 19. August 1933 eine Gesamtgefängnis st rafe.von einem Jahr zwei Monaten zu verhängen. Außer« dem trägt der Angeklagte die Kosten des Ver« fahrens. jjrieT ■57473 58,54 57,16 12,78 Schultheis Payenhoser 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 Dessauer GaS .......... 7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum .......... 0 Oren stein & Koppel..........0 Leonhard Tietz ..............0 Chade......................10 Acrumalatoren-Fabrü 0 Lontt-Gnmmi......... 0 Gritzne,....................01 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker •••••«*«• 8| Kreis Wetzlar (D Krofdorf, 16. Mai. Zur Zeit finden Walzarbeiten auf einer größeren Strecke des Fohnbachweges von der Dreschhalle Wagner ab, sowie auf dem Verbindungsweg Hauptstraße— Hintergasse in seiner ganzen Länge statt. An letzterem Wege liegt die Turnhalle, die nunmehr bei zukünftigen Veranstaltungen einen bequemen Zugang erhält, was von dem Turnverein, wie überhaupt von der Bevölkerung mit Freude begrüßt wird. Die Ausgangsstraßen nach Wißmar und Kinzenbach und nach dem Forsthaus Waldhaus befinden sich noch in schlechtem Zustand; auch hier wäre eine Instandsetzung sehr erwünscht. p Bieber, 15. Mai. Unterem Mitbürger Joh. Gg. Reh III. wurde für langjährige treue Mitarbeit im hiesigen Kriegerverein vom Kyffhäuser- bund das Krieger-Ehrenkreuz 2. Klasse verliehen. Herr Reh ist bereits seit 25 Jahren Vorstandsmitglied und Rechner des Vereins. Sicherungsverwahrung für zwei schwere Jungens. LPD. Marburg, 16. Mai. Der 48jährige Hch. Thomas aus Freudenthal (Kreis Homberg) ist seit dem Jahre 1910, aus welchem seine erste Vorstrafe datiert, kaum aus den Gefängnissen und Zuchthäusern in den verschiedensten Landesteilen Deutschlands herausgekommen. Kaum aus einer Strafanstalt entlassen, geriet er stets wegen rückfälliger Eigentumsvergehen mit dem Strafgesetz in Konflikt. Gegenwärtig verbüßt er in Ziegenhain eine achtjährige Zuchthausstrafe, welche im kommenden Herbst abläuft. Insgesamt ist er 1 7 m a I vorbestraft. Die Große Strafkammer sah in Thomas einen gefährlichen Gewohnheitsverbrecher und ordnete Sicherungsverwahrung für ihn an. Der 36jährige Franz P a u l u f ] e n ist als Sohn eines angesehenen rheinischen Landwirts und Müh- Jn der GV. stimmte ein Kleinaktionär gegen den wieder dividendenlosen Abschluß sowie gegen die Zuwahl von AR.-Mitgliedem. Durch zu hohe Abschreibungen sei der Dividendenverzicht unnötig herbeigeführt worden, aus Ersparnisgründen könne der AR. von 14 Mitgliedern verkleinert werden. Die Verwaltung bezeichnete die 10,93prozentige Abschreibung auf Grundstücke und die nur 4prozentige Abschreibung aus Wohngebäude als nicht ganz ausreichend. Im übrigen müsse man die traditionelle, gesunde Abschreibungspolitik bei Buderus, die allein trotz der Krise zur heutigen Stärke des Unternehmens führte, beibehalten. Zur Geschäftslage wurde bemerkt, daß der beachtliche Höchst a n d der Beschäftigung noch anhalte. Nur liegt eine gewisse Umschichtung der Aufträge von der öffentlichen Arbeitsbeschaffung zu denen der Privatinitiative vor. Buderus selbst nimmt für 1,6 Millionen RM. Neuinvestitionen für 1934 vor. Zu der Frage der st a a t l i ch e n Subvention des Eisensteinbergbaues an der Lahn, Dill und Oberhessen sowie im Sieaerland wurde erklärt, daß, nachdem Preise und Absatz nach Westfalen festgelegt sind und der Erzverbrauch der Lahn- Dill-Hütten 50 o. H. der Gesamtförderung gleichkommt, jetzt die Grubenbesitzer die Pflichten zur Erhaltung des Bergbaues allein tragen sollten, zumal die heute betriebsfähigen Gruben voll beschäftigt sind. Zum laufenden Grubenbetrieb gehört bei voller Beschäftigung die Aus- und Vorrichtung, also die Vorsorge für die Zukunft. Die in den vergangenen Jahren über Gebühr zurückgebliebene Aus- und Vorrichtung muß zum Zwecke der 100- prozentigen Beschäftigung gegenüber der jetzt 65- prozentigen wieder eingeholt werden. Das könne aber der Bergbau aus eigener Kraft noch nicht leisten. Buderus schlägt vor, daß für erweiterte Untersuchungs- und Aufschlußarbeiten vom nächsten Etatjahre ab noch öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Nach Erreichung dieses Zieles könne völlig auf Subventionen verzichtet werden. Geld 2,453 58,30 56,94 12,72 16,46 169,11 21,16 63,97 im Zollinland erzeugter Schweinespeck, im Zollinland erzeugtes Schweinerohfett und Schweineschmalz, im Zollinland erzeugte Schweineflomen (Fliesen, Liesen), im Zollinland erzeugter Talg von Rindern oder Schafen, roh oder geschmolzen, auch Preßtalg, sowie im Zollinland erzeugtes Dleomagarin und Premier jus, soweit diese Waren durch Großschlächter, Ladensleischer oder ihnen gleichzuachtende Betriebe in den Verkehr gebracht werden; im Zollinland erzeugter Schweinespeck, im Zollinland erzeugtes Schweinerohfett und im Zollinland erzeugte Schweineflomen (Fliesen, Liesen), soweit diese Waren durch Fleischwarenfabriken zur gewerblichen Herstellung von Schweineschmalz in den Verkehr gebracht werden; im Zollinland erzeugter Talg von Rindern oder Schafen, roh, soweit er durch Fleischwarenfabriken zur gewerblichen Herstellung von geschmolzenem Talg, Oleomargarin, Premier jus oder Preßtalg in den Verkehr ge- ManSselder Bergbau O| 63,75 Kvksiverke ................. 0 — Phönix Bergbau............. 0 48,5 Rheinische Braunkohlen 10 218,25 Rheinstahl ................0 91 Vereinigte Stahlwerke........0 41 Otavi Mn en .............. 0 14 Kaliwerke Aschersleben........ 6 110,5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 110 Kaliwerke Salzdetfurth 1Vi\ 142 Philipp Holzmann 01 Zementwerk Heidelberg ..... 0 Lementwerk Karlstadt...... O| worij, ist, hat es verstanden, die zunächst nur iuj. 1 .ch . tbunj.n.n Truppenteile zu einem em- heitlichen Körper zusammenzuschweißen. Wo das Regiment als Kampftruppe an der westlichen Front eingesetzt wurde, ob in den Argonnen, der Champagne, in Flandern, am Chemin des Dames oder sonstwo, es hat seinen Mann gestanden und seine Pflicht getan. Das beweist auch der Orden Pour le Merite, der seinem tapferen Kommandeur verliehen wurde. Der ehemalige Brigadekommandeur, General der Infanterie E. Hasse, hat die Wertung des Regiments als Geleitwort zur erschienenen Regimentsgeschichte in folgende Worte gekleidet: „Dem Regiment war keine Anstrengung zu groß, keine Aufgabe zu schwer, ich konnte stets auf hervorragende Leistungen des von seinem Kommandeur, Oberst Rudolph, vortrefflich geführten Regiments rechnen." Der F.ü h r e r hat kürzlich einer S A.-S tan - d