Nr. 112 Erster Blatt 184- Jahrgang Mittwoch, 16. Mai 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giefoen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitatr vuch- und Zteindruckerei R. tauge in Glehen. 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Er stellt sich auf den Standpunkt, daß nach dem Versailler Vertrag die Regierungsbefugnisse im Saargebiet auch während der Abstim- mungsperiode von der Regierungskommission ausgeübt werden müssen. Andererseits schlägt er die Einsetzung einer A b st i m - mungskommission und eines Abstimmungsgerichtes vor. Die Abstimmungskommission soll aus drei Mitgliedern bestehen, die keinem der beiden interessierten Länder angehören. Ihre Aufgabe soll die Organisierung und Kontrolle der Abstimmungshandlung sein. Das Abstimmungsgericht soll aus zwei gleichfalls neutralen Mitgliedern bestehen und vor allem in letzter Instanz über die Eintragung in die Stimmlisten und die Gültigkeit der Abstimmungshandlungen befinden und jeden verstoß gegen die Abstimmungsvorschriften aburteilen. Sehr ausführlich geht der Bericht auf die Bestimmung des Kreises der A b st i m m u n g s b e r e ch - tigten, d. h. der Personen, die bei Unterzeichnung des Friedensoertrages ihren Wohnsitz im Saargebiet hatten, ein. Es wird der völkerrechtliche Begriff des Wohnsitzes entwickelt und dabei u.a. festgestellt, daß hierzu nicht der ununterbrochen^ Aufenthalt erforderlich sei. In der Frage der Abstimmungsmoda- li t äte n behält sich der Ausschuß vor, später endgültigevorschläge zu machen. Für den Augenblick will er sich darauf beschränken, die Meinung auszusprechen, daß der Vertrag, wenn er von der Abstimmung nach Gemeinden oder Distrikten spreche, auf die bereits im Gebiet bestehenden Bezirke Hinweise, daß es daher nicht z u l ä s - s i g sei, besondere Abstimmungs- bezirke zu schaffen. Unter der Ueberschrift: „Bewertung der Wahlergebnisse" führt der Bericht aus: Der Ausschuß ist der Meinung, daß der Vertrag, wenn er bestimmt, die Abstimmung findet nach Gemeinden oder nach Distrikten statt, eine Methode meint, die es ermöglicht, die Ergebnisse der Volksabstimmung in dem Sinne zu bewerten, daß 'die Abstimmung i n jeder Gemeinde oder in jede^n Distrikt den Gegen st and einer besonderen Berechnung bildet. Die Prüfung der Frage, durch welche Mittel die Saarbevölkerung vor jedem Druck und jeder Drohung geschützt werden soll, und welche Bestimmungen für die A u f r e ch t e r sta l - tung der öffentlichen Ordnung während der Abstimmung getroffen werden sollen, wird fortgesetzt unter Berücksichtigung der Verpflichtungen, -die sich aus dem Vertrag für die Unterzeichner ergeben, sowie der Verantwortung, die dem Völkerbund gemäß den ihm übertragenen Mandat ob- > liegt. Ueber die K o st e n der Abstimmung hat der Ausschuß das Finanzkomitee des Völkerbundes um Aufstellung eines Planes gebeten. Er regt feiner« sfeits an, daß der oder die Staaten, denen die Re- .qierung des Gebiets zu fallen werde, für di? Kosten, gegebenenfalls unter angemessener Verteilung, auskommen müssen. Sollte das gegenwärtige Regime aufrechterhalten bleiben, so würde die Verpflichtung zu Lasten bes Gebietes fallen. ♦ Die Vorschläge des Saarausschusses sind besonders in dem Punkt bedenklich, wo sie die Vorschrift des Versailler Vertrages dahin auslegen, daß d i e Bewertung der Wahlergebnisse gemeindeweise erfolgen -soll. Das würde eine Wiederholung der in peinlichster Erinnerung stehenden oberschlesischen und schleswigschen Abstimmungs- methoden bedeuten. Während die deutsche Auffas- - ung in der Vorschrift des Versailler Vertrages eins rein technische Angelegenheit sieht, möchte der Aus- »chuß, wenn auch vorerst noch verschleiert, eine zufällige Mehrheit in einem einzelnen Bezirk bei der Entscheidung über das Schicksal des ganzen Gebietes berücksichtigen. Damit würde man mit Hilfe irgendwelcher Kniffe Frankreich die Möglichkeit sieben, die von ihm abhängigen Kreaturen in einem Illeinen Grenzbezirk zusammenzufassen, um diesen \«ann durch die gemeindeweise erfolgende Abstimmung aus dem Saargebiet herauszuschneiden. Dagegen muß heute schon ganz entschieden Front gemacht werden. Das Saargebiet ist e i n e i n h e i t - liches Ganzes, dessen Bevölkerung bereits jetzt zu 93 v. H. in der „Deutschen Front" steht. Es ist also selbstverständlich, daß das ganze Sa ar- gebiet an Deutschland zurückkommen muß, wenn die Abstimmung eine Mehrheit für Deutschland ergibt. Oie Forderungen der deutschen Front. Sofortige Festsetzung des Abstimmungstermins und keine fremde Einmischung. Genf, 15. Mai. (DNB.) Der Führer der Deutschen Front im Saargebiet Pirro empfing die internationale Presse. Pirro wandte sich gegen jede Verschleppung der Abstimmung und betonte, daß in fünf Monaten alle Vorarbeiten leicht bewältigt werden könnten. Man hoffe anscheinend, durch Verschleppungsakte Zeit zu gewinnen, um den Volkswillen des Saargebietes fälschen zu fönhen, wobei man auf eine Verschlechterung der Lage im Saargebiet spekuliere. Pirro wies nach, daß die einzige wirksame Garantie durch die Deutsche Front selbst gegeben werde, die in sich geschlossen sei und jeden ausschließe, der die Disziplin verletzt. Man brauche wahrhaftig keine ausländische Polizei, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Wie die Befatzungszeit gelehrt Hube, seien fremde Truppen im Gegenteil immer nur der Anlaß zu Unruhen. Die Einstellung von Emigranten bezeichnet Pirro als eine bewußte Zersetzung der ausgezeichneten saarländischen Polizei, offenbar zu dem Zweck, um fremde Polizeikräfte ins Land rufen zu können. Ferner wandte sich der Führer der Deutschen Front gegen den Erlaß einer wahllosen Amnestie, der nicht weniger als ein Freibrief für jeden Terror fein würde. Aus Ausländern zusammengesetzte Gerichte im Saargebiet, die sogar mit Strafgerichtsbarkeit ausgestattet werden sollen, würden eine Verletzung des Versailler Vertrages fein und zu- Sleich eine Diskreditierung des schon bestehenden bersten Gerichtshofes des Saargebietes bedeuten. Oie Pariser preffe bereitet den Rückzug vor. Paris, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zn der Angelegenheit der Saarabftimmung zeigt sich die französische Presse etwas zurückhaltender als bisher. Die Besprechungen, die Barthou in diesem Zusammenhänge mit Aloisi hatte, haben diesen Punkt der Taaesordnung nicht wesentlich gefördert. Aus den Berichten der französischen Presse ergibt sich der Eindruck, daß man die Öffentlichkeit langsam auf den Verzicht auf eine s o g. internationale Polizei im Saargsbiet oder gar auf den Einmarsch französischer Truppen vorbereiten will. Man erklärt heute, daß eine D erst ä n d i g u n g zwischen Aloisi und der Reichsregierung über die verschiedenen Durchführungsgarantien bei und nach der Abstimmung einen solchen Verzicht rechtfertigen könnte und sieht hierin die beste Lösung der sehr heiklen Frage. Man scheint sich inzwischen auch französischerseits darüber klar geworden zu sein, daß die Einführung einer internationalen Polizei und noch mehr der Einmarsch fremder Truppen bei der Saarbevölkerung eine ungeheure Entrüstung - auslösen würde und die Ruhe und Ordnung, anstatt sie zu fördern, nur stören würde. Im übrigen ist man der Ansicht, daß die genauen Einzelheiten über ben Zeitpunkt und die Art der Abstimmung erst auf der Septembertaaung des Völkerbundes ausgestellt werden. Ueber Die Art der Abstimmung erklärt der „Petit Parisien", Aloisi habe den französischen Außenminister darauf hingewiesen, daß nach Gemeinden oder Bezirken abge-stimmt werden solle und daß die Ergebnisse ebenso wie in Ob erschiess en f ü r j ed e Gemeinde oder jeden Bezirk einzeln gewertet werden sollen. Batthous Abrüstungsgespmche in Genf. Paris, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Sonder-Berichterstatter der großen Pariser Informationsblätter zeigen sich am Mittwoch über den Gang der Besprechungen in Genf recht optimistisch, obgleich sie im gleichen Atemzuge anerkennen müssen, daß greifbare Ergebnisse bisher nicht erzielt worden sind. Dieser Optimismus ist aus eine kurze Erklärung des französischen Außenministers Barthou zurückzusüh- ren, der nach einer Unterredung mit dem Lordsiegelbewahrer Eden darauf hinwies, daß er bereits nach feiner Abreise aus Paris betont habe, er betrachte die Abrüftungsfrage optimistisch. Heute könne er diesen Optimismus nur bestätigen. Man behauptet, daß die Besprechungen Barthous mit Aloisi und Eden dazu geführt hätten, die Haltung Frankreichs in der Abrüstungsfrage sehr viel verständlicher zu wachen. Sowohl italienischer- wie englischerseits habe man angeblich zugegeben, daß Frankreich vom rein juristischen Standpunkt aus mit seiner Note vom 17. April recht habe. Man gibt der Hoffnung Ausdruck, daß von dieser angeblichen „Einigung auf juristischer Grundlage" zu einer Verständigung zu gelangen fei. Der „Petit Parisien" drückt sich sehr viel vorsichtiger aus, er schreibt, daß man jetzt ohne Pessimismus dem Zusammentritt des Abrüstungsausschusses entgegensehen könne. Die französische Note sei nunmehr verstanden worden und sie sei auf dem besten Wege, ihre Wirkung zu beweisen. Pertinax sieht solange keinen Grund zum Optimismus, solange keine greifbaren Ergebnisse erzielt worden sind. Nachdem er mit führenden Persönlichkeiten der verschiedenen Staaten gesprochen habe, könne er die Zufriedenheit des französischen Außenministers nicht teilen. Lettland geht zum autoritären Regime über. Oer Ausnahmezustand erklärt. — Das Parlament bis zur Durchführung der Derfaffungsreform suspendiert. Riga, 16. Mai. (DRV. Funkspruch.) Die lettische Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt, auf Grund dessen die Tätigkeit der politischen Parteien und des Parlamentes bis zur Durchführung einer Verfassungsreform eingestellt werden muß. Die Regierung sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen, da sie von Vorbereitungen zu einem bewaffneten Staatsstreich Kenntnis erhalten hatte. Ferner wegen der Unfähigkeit des Parlaments und der Unmöglichkeit, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftlichen Gefahren zu zerstören. In Anbetracht der immer größer werdenden Unzufriedenheit in den weitesten Kreisen erblickte die Regierung in der gegenwärtigen Lage die drohende Gefahr innerer Unruhen und erachtete es als ihre Pflicht, dies mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwenden. Die Verfügung ist gezeichnet vom Ministerpräsidenten U l m a n i s und vom Kriegsminister General B a l o d i s. Der Uebergang zur autoritären Staatsführung hat sich einstweilen in aller Ruhe vollzogen. Wie vorläufig noch unbestätigt verlautet, sollen in der Rächt der marxistische Parlamentspräsident Dr. kalnins und sein Sohn, der berüchtigte deutschfeindliche Marxistenheher Bruno kalnins, verhaftet worden sein. Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung wurden noch in der Rächt vom Dienstag auf Mittwoch außer der Polizei die Schuhwehr und Teile der Rigaer Garnison eingesetzt. Line Reihe von öffentlichen Gebäuden wurden befehl, auch das Parlament wird von Militär bewacht. Die Bahnhöfe, die Post, die Telegraphen- und die Telephonämter sind beseht. Der Telephon- und Telegraphenverkehr war von V2I Uhr nachts bis 8 Uhr morgens unterbrochen. In den Straßen Rigas sieht man bewaffnete Patrouillen von Polizei und Militär, auch Panzerwagen fahren durch die Stadt. Eine größere Aktion wurde vom Militär i m B e - zirk des marxistischen Volkshauses durchgeführt. Auf diesem Hause sah man zum erftenmale statt der roten Marxistenfahne die rot- weiß-rote lettländische Staatsflagge wehen. Keine unrichtigen Darstellungen über den Führer. Berlin, 16. Mal. (DRB.) wie der „völkische Beobachter" meldet, gibt der Adjutant des Führers bekannt: von den verschiedensten Seiten sind in der letzten Zeit Bücher und Abhandlungen geschrieben worden, die die Person des Führers zum Gegen ft and haben und völlig unzutreffende Angaben über den Führer und die Bewegung enthalten. Meist handelt es sich um Gelegenheitsschriftsteller, die feinerlei Kenntnis der Tatsachen haben, dafür aber ihrer Phantasie umso freieren Spielraum lassen. Es wird hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Bücher und Abhandlungen, die falsche Angaben über den Führer ober die Bewegung enthalten, in Zukunft beschlagnahmt werden Ginn und Ausgaben der Gaartagung des VOA. Von Dr. Hans Gteinacher, Reichsführer des VDA. Es ist eine in das Geschehen der Nachkriegszeit fest eingebürgerte Überlieferung, daß der VDA. zu Pfingsten eine Haupttagung abhält und daß er mit dieser Tagung immer wieder in d i e Grenzgebiete geht. Aus dem Kampfboden der Grenze ist unter den Lebensbedingungen des alten Oesterreich der Volksschutzgedanke heraus- aewachsen. Ueberall wo Völker aneinander grenzen und wo der Kampf um den Lebensraum der Gruppe wie jedes einzelnen zum täglichen Erlebnis wird, erfährt das Volksbewußtsein feine stärkste Belastung, aber auch in fruchtbarer Spannung feine stärkste Bewährung. Es liegt nahe, daß ein Verband wie der VDA., der Träger der deutschen Volkstumsbeziehungen und Prediger der Volksdeutschen Opferpflicht, mit feinen großen Jahreskund* gebungen immer wieder an die Grenzen geht, deren Wesenheit seinen ßebensbebin» gungen am stärksten entspricht. Jahr um Jahr hat sich der Bogen dieser Tagungen gespannt von Kufstein nach Hirschberg, nach Gmunden, nach Kiel. Von Salzburg nach Aachen und dann zum Osten nach Elbing. Von dort nach Klagenfurt-Passau, und nun hat der Westen wieder eingeladen. Die Stadt Saarbrücken wünschte den VDA. bei sich zu Gaste zu sehen. Die Regierungskommission des Saargebietes hat die Abhaltung,der Tagung in Saarbrücken verboten. So werden die ehrwürdigen Städte Mainz und Trier, werden die Täler des Rheines und der Mosel den Rahmen für die Saab rücke r Tagung geben. An der Grundtatsache, daß die Pfingsttagung im westlichen Grenzraum auf uraltem deutschen Kulturboden, im Spannungsbereich der tausendjährigen Auseinandersetzung unseres Volkstums mit dem immer wieder durch staatliche Machtvorstöße andrängenden Westen stattfindet, wird durch die örtliche Verlegung der Veranstaltung nichts geändert. Es ist natürlich auch niemandem eingefallen, die Einladung nach Saarbrücken anzuneh- men, weil man etwa das deutsche Land an der Saar und seine Bevölkerung als eine Art Auslandsdeutschtum angesehen hätte, ebensowenig wie etwa Danzig oder Oesterreich für uns ein auslanbs« deutsches Gebiet ist, in dessen Mauern der VDA. vor zwei Jahren seine Tagung abschloß. Ist doch das Saargebiet im engeren volkspolitischen Sinne gar kein Grenzland, denn es grenzt überall an deutsches Volksgebiet auch außerhalb feiner staatlichen Grenzziehung an. Die deutsche Sprachgrenze liegt ja im Volksdeutschen Vorfelde, auch nach Frankreich hin 15, 20 oder 30 Kilometer weiter nach Westen. Es ist kennzeichnend für den westlichen Grenzraum und feine Vorfelder, daß die Volks- und Sprachgrenze seit geschichtlicher Zeit im wesentlichen festliegt, während die Staatsgrenzen sich immer wieder, in der Grundrichtung nach Osten, verschoben haben. Dieser westliche Schicksalsraum unseres Volkes, der von der Nordsee bis zu den Alpen eine völkische „W e ft f r 0 n t" von mannigfach gegliederter Eigenart und bewundernswerter Kraft der Volksfubstanz umfaßt und in dessen weitem Bereich sich deutsches Volkstum in der Besatzungszeit besonders bewährt hat, soll durch diese Tagung im Westen dem Verständnis des Binnendeutschtums und der begeisterten Anteilnahme einer von der Volkstumsidee des neuen Reiches erfüllten Jugend nahegebracht werden. Mitten in der deutschen Westfront steht nun das Saargebiet in der Entscheidung, ob es ein Teil des Deutschen Reiches bleiben oder nach und nach zu einer Zwischenbastion, wie etwa Luxemburg, werden soll. Die Gegner tragen allen innerdeutschen Konfliktstoff mit Eifer im Saargebiet zusammen, um damit die wahre außenpolitische Bedeutung der Saarentscheidung zu vernebeln. Der uralte Trick, den die Fremden immer wieder bei den Entscheidungen im deutschen Westen anzuwenden versuchten! Diesmal stößt aber Frankreich auf deutsches Volkstum mit besonders bewährter Kraft. Schon feit 15 Jahren kämpft an der Saar deutsches Volk ohne Staat gegen die gewaltigen politischen und wirtschaftlichen Machtmittel des Gegners. Im Jahre 1923 schon ist die Entscheidung gegen Frankreich gefallen, als durch die erfolgreiche Separatistenabwehr gesichert wurde, daß das Saargebiet nicht an einen fremden Pufferstaat, sondern unmittelbar an das Reich grenzt. Aus seiner eigenen Tradition und aus dem Beispiel der weiteren Rhemlande von 1923 sowie aus der Verantwortung für alle grenzdeutschen Gebiete wird am Abstimmungstag an Der Saar unzweifelhaft die Stimme von Blut, Art und Sprache entscheidend triumphieren gegenüber allen Vergiftungs- und Zersetzungsversuchen. Und damit komme ich zu einem für den Willen und Geist unserer Pfingsttagung im Westen entscheidend wichtigen Erlebnisgebiet. Nicht nur das Larrd an der Saar, der gesamte deutsche Westen hat in Den vergangenen Jahren diesen Kampf des Volkes „ohne Staat" geführt, und zwar siegreich geführt. Nur die Jahre zwischen dem preußischen Zusammenbruch von 1806 und dem Befreiungskrieg bieten eine ähnliche Schau in die geschichtlich entscheidende Bewährung der Kräfte des deutschen Volkstums neben dem schwachen oder auch gar nicht bestehenden deutschen Staat. Andere Völker, besonders des europäischen Ostens und Südostens haben diese Erfahrung durch Jahrhunderts hindurch gemacht, und ihnen ist die Tatsache, daß Volkstum die Grundlage a l f e n Staats* lebens ist und in selbständiger Haltung neben, vor und ohne Staat seine politische Geltung hat, in$ Blut übergegangen. Der Grundsatz, baß volk-bürgerliche Verpflichtung durch die staatsbürgerliche nicht aufgehoben wird, gehört zum Wesensgehalt der deutschen Erneuerung. Das ist ein bedeutsamer Gegensatz zum faschistischen Denken. Aus dieser allgemeinen und sehr grundsätzlichen Erwägung ergibt sich die unvergängliche Bedeutung der Separat» st enabwehr des Jahres 1923. In den Vorgängen der Herbstmonate vor zehn Jahren sind tiefe Blicke in unser deutsches Schicksal möglich gewesen. Daher können die Lehren jenes Kampfes, wo es immer Vergiftungserscheinungen zu überwinden galt, gar nicht genug betont werden. Der rheinische Abwehrkampf gegen den Separatismus vollzog sich gerade in den Wochen und Tagen der größten chaotischen Wirrnisse im übrigen Deutschland. In dieser Zeit fiebernder Not des Reichs wurden die für die Behauptung der Einheit des Reiches entscheidenden Ereignisse in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück, am Mittel- und Niederrhein nicht einmal im übrigen Rheinland, noch weniger im übrigen Deutschland beachtet. Es ist heute eine Aufgabe vaterländischer Dankbarkeit und staatspolitischer Klugheit, die innere Größe und die politische Tragweite der Haltung der Bevölkerung jener Westgebiete wieder zu würdigen. Und wir vom VDA. haben besondere Ursache, an jene Zeiten zu denken, denn sie erweisen unfern unverrückbaren Glauben, daß Volkstum dort selbst Geschichte gestaltet, wohin der deutsche Staat sich nicht mehr erstreckt. Volk ist die große Kraftreserve, wenn der Staat seine schützende Funktion nicht mehr erfüllen kann und das Fundament aus lieber- sremdung wieder gesundenden echten deutschen volkstumsgebundenen Staat entsteht. Als Bismarcks Werk am Zerbrechen war, die Feinde sich schon des Sieges sicher fühlten, da geschah das „Wunder", daß das Volk den deutschen Staat rettete. „Wunder" aber nur für diejenigen, die nichts wissen von der Kraft und der Würde des deutschen Volkstums. Wir aber haben unseren Glauben an unser Volkstum aus den entscheidenden Ereignissen vor zehn Jahren zu stärken, denn solcher Glaube ist mit die beste Kraft, die wir für unsere Brüder und Volksgenossen einsetzen können, die da draußen vor den Reichsgrenzen in ihrem Ringen ohne Staat, ja gegen die fremden Staaten , heute Blutzeugen der Kraft deutschen Volkstums sind. Denn das Wirken des VDA. gilt ja nicht nur dem Grenzdeutschtum, sondern dem deutschen Gesamtvolk s ch l e ch t h i n,. ohne Wertung seiner Daseinsunterschiede. Auch hier ist det Tagungs- raum von beispielhafter Bedeutung. Aus diesem rheinischen Raume sind im Laufe der Jahrhunderte wohl die meisten und in ihrer Wirkung dauerhafte- ften Auswanderungsströme geflossen. Dieses Land, das einst das Herzland des alten Reiches war und dessen Boden die leuchtendsten und farbigsten Blüten deutschen Kulturlebens und deutscher Wesensart auf- allen Gebieten hervorbrachte, dessen Landschaft heute noch gerade den Deutschen im Ausland mit seinen uralten Kulturstätten, mit Städten, Burgen und Dornen, mit Sagen und Liedern Inbegriff deutschen Erlebens über- Haupt i st, entsandte seine Söhne in alle Erdteile und weit in den europäischen Osten hinauf und hinunter. Aus dem Mosellande und Luxemburg stammen zum größten Teile die Siebenbürger Sachsen, deren Mundart heute noch die alte Verbindung kündet. In der Kolonisation des Deutsch- ritterlandes, in der Besiedlung des Donauraumes trifft man überall auf Spuren rheinländischer Herkunft. Und in den Urwäldern Brasiliens wird heute noch, sogar in mundartlichen Blättern die Sprache des Hunsrück gepflegt. So hat der Nibelunaenzug der Sage sinnbildliche Bedeutung gewonnen. Ueber- all haben sich die alten ewigen Kräfte in neuem Bereiche, in neuer Bildung bewährt. Gerade auf dieser Tagung werden diese Erinnerungen im lebendigen Zugriff einer dem Volkstum in feinen geschichtlichen Werten leidenschaftlich Zugewandten Gegenwart wieder aufklingen. Der Lebendigmachung dieser Zusammenhänge und Gedanken dienen die Veranstaltungen der Tagung. Das Bekenntnis aller aus- landsdeutschen Volksgruppen, das in Mainz in den Flensburger Spruch ausklingt, die Dankkundgebung an die deutschen Ab- ftimmungsgebiete, die weiterklingt in das Tal der Saar hinein, die Morgenfeier, die von der engen fruchtbaren Bindung des Volkstums an die religiösen Lebensgrundlagen Kunde gibt, die Aufmärsche und Flammenzeichen einer vom volksdeutschen Pfingstgeiste aufs tiefste ergriffenen Jugend, alles das ist ebenso wie die ernsten Arbeitssitzungen und Beratungen Ausdruck jenes Willens zur Volkwerdung, wie er gerade unserem Geschlecht als geschichtliche Aufgabe gesetzt ist. Wir wisien, daß unsere Volks- brüöer an der Saar, deren Hände wir in diesen Pfingsttagen mit besonders heißem Druck der Liebe, der Dankbarkeit und des Glaubens umspannen, durch ihren Abstimmungswillen sich in Ehren all den anderen Grenzgebieten an die Seite stellen. Wir wissen auch, daß wir mit diesem Bekenntnis zu den tiefsten Lebenskräften unserer Nation die gleichen Kräfte anderer Nationen bejahen im Sinne der Worte, die der Führer und Kanzler in seiner großen außenpolitischen Reichstagsrede für die Achtung der Nationalität schlechthin gefunden hat. Wir wissen, daß der Kampf für diese allen Völkern gemeinsamen Lebensrechte ein Kampf für einen wirklichen Frieden göttlichen und menschlichen Rechtes d a r ft e 111. Das Lebersee-Deutschtum aus der pfmgsttaguug des VDA. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Reichsführer des VDA. hat durch Einrichtung eines Heber- fee-Referates sowie durch Neuverteilung der überseeischen Betreuungs- gebiete innerhalb der VDA.-Landesverbände eine erheblich stärkere Verbindung mit dem Uebersee- deutschtum erreicht. Der VDA. ist nunmehr auch der einzige Verband geworden, der die kulturelle Zusammenarbeit mit dem Ueberseedeutschtum vom Reiche her leitet. Auch auf der Psingsttagung in Mainz und Trier tritt diese verstärkte Fühlung mit dem Uebersee-Deutschtum in Erscheinung. Auf der ßebrertagung wird die Bedeutung auch der deutschen Ueberseeschulen behandelt. Im Namen des Verbandes deutscher Auslandslehrer spricht Direktor Schulz-Madrid. Auf der v o l k s d e u t - s ch e n Kundgebung, die den ersten Teil der Tagung in Mainz abschließt, hält u. a. Dr. Hennings-Kanada eine Ansprache. In Trier sprechen Studienrat Dr. F ö ch t i n g, bisher Join- ville (Brasilien) über das Deutschtum in Südamerika und Studiendirektor T r e u t über die Lage des Deutschtums in Nordamerika. Eine Rundfunksendung über den Kurzwellensender wird die wichtigsten Kundgebungen der Tagung zusammen- gefgßt dem Ueberseedeutschtum übermitteln. Dr. Neue Beschlüsse der Reichsregierung. Ein Ehrenkreuz für alle Kriegsteilnehmer. — Regelung des Arbeitseinsatzes. Das Reichstheatergesetz verabschiedet. Steinacher wird dabei eine besondere Ansprache an alle Deutschen in fernen Erdteilen richten. ♦ Als Vertreter der Reichsregierung wird auf der „Saarbrücker DDA.-Tagung an Rhein und Mosel" in Mainz Reichsinnenminister Dr. Frick am Samstag, 19. Mai, beim Festakt, der das Bekenntnis von Vertretern der auslandsdeutschen Volksgruppen aus 24 Staaten zur deutschen Volksverbundenheit bringt, das Wort ergreifen. Neue plane der Deutschen Arbeitsfront. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, machte der Presse von verschiedenen neuen Aktionen der Deutschen Arbeitsfront Mitteilung, in deren Mittelpunkt eine großzügige Stiftung für d i e Opfer der Arbeit steht. Mit dieser Stiftung soll den Angehörigen besonders gefährdeter Berufe, wie es vor allem die Bergarbeiter sind, jegliche Existenzsorge für den Fall eines Unglücks abgenommen werden. Die Stiftung soll z. B. Kindern, deren Ernährer durch einen beruflichen Unglücksfall ums Leben gekommen ist, bis zu ihrem 18. Lebensjahr die notwendigen Mittel zur Ausbildung und zur Existenz geben. Ebenso soll für die Eltern und die Frau gesorgt werden. Die Siedlungspläne sollen weiter ausgebaut werden. Die Kasse der Arbeitsfront ist angewiesen worden, zwei Millionen Reichsmark für derartige Siedlungszwecke in Oberschlesien bereitzustellen, während der Betrag für die i m Aachener Gebiet in Angriff genommene Siedlung von 2 auf 5 Millionen Mark erhöht worden ist. Für das Waldenburger Notstandsgebiet hat Dr. Ley eine Sonderhilfe von einer halben Million bewilligt. Dr. Ley ging dann auf die großen Leistungen des Amtes „Kraft durch Freude" ein, und wies darauf hin, daß allein im Mai 10 0 0 0 0 Volksgenossen in Urlauberzügen b e • fördert werden, während etwa 20 000 Gelegenheit haben, auf einem der schönen deutschen Dampfer zur See zu fahren. Bei allen diesen Leistungen der Deutschen Arbeitsfront ist besonders hervorzuheben, daß die Beiträge gegenüber den früheren Gewerkschaftsbeiträgen im Laufe eines Jahres u m 5 0 v. H. gesenkt werden konnten. Während die Gewerkschaften einen Durchschnittsbeitrag von 2,66 Mark aufzuweisen hatten, beträgt der Durchschnittsbeitrag bei der Arbeitsfront demgegenüber nur 1,30 Mark, wobei noch hinzukommt, daß die Beiträge inzwischen stärker nach den sozialen Verhältnissen gestaffelt worden sind. Die Betriebe sollen immer straffer im Rahmen der Arbeitsfront organisiert werden. Zu diesem Zweck sollen „weltanschauliche Stoßtrupps" aus der jungen Mannschaft größerer Betriebe ausgebildet werden. Sie sollen, begründet auf Brauchtum und Sitte, den neuen Rhythmus des Nationalsozialismus in den Betrieben angeben. Dr. Ley hofft, schon bis zum August zahlreiche solcher Stoßtrupps in Aktion zu haben. Die Bundesführung des NSOZB. (Stahlhelm) zur Erklärung des Stabschefs. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die Bundesführung des NSDFB. (Stahlhelm) verbreitet heute zu der gestrigen Veröffentlichung des Presseamtes der Obersten SA.-Führung eine Erklärung, wonach ein Sonderbeauftragter zur Prüfung der von Das Ergebnis -er letzten Kabmettssitzung. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Das Reichskabinett verabschiedete in seiner heutigen Sitzung ein Gesetz über die Feuerbestattung, durch das eine einheitliche Regelung für das ganze Reichsgebiet herbeigeführt wird. Ferner beschloß das Reichskabmett, dem Herrn Reichspräsidenten den Erlaß einer Verordnung über die Stiftung eines Ehrenkreuzes für alle Kriegsteilnehmer sowie für die Witwen und Eltern Gefallener, an den Folgen von Verwundungen oder in Gefangenschaft verstorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer vorzuschlagen. Beschlossen wurde auch ein Ergänzungsgesetz, durch das dem in den Nachkriegsjahren hervorgetretenen Ordensmißbrauch ein Riegel vorgeschoben wird. Das Tragen von nichtzugelasse- nen Orden wird unter Strafe gestellt. Ein Gesetz über die Ausübung des Rechtes zum Tragen einer Wehrmachtuniform trifft eine Regelung, wonach für die mit Uniform verabschiedeten ehemaligen Angehörigen der alten Wehrmacht die für Reichswehr und Reichsmarine erlassenen Bestimmungen über das Tragen der Uniform für ausgeschiedene Wehrmach lang eh ö r ige aelten. § 2 des Gesetzes bestimmt, daß die einem Angehörigen der alten Wehrmacht erteilte Berechtigung zum Tragen der Uniform vom Reichspräsidenten entzogen werden farm. In §3 wird festgestellt, daß das Recht zum Tragen einer solchen Uniform von selbst durch rechtskräftige Verurteilung zum Tode, zu Zuchthaus ober zu Gefängnis wegen einer ehrenrührigen Handlung erlischt. Ein weiteres Gesetz ordnet an, daß die Bezüge der Ange stellten und Arbeiter der Länder, Gemeinden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechtes herabzusetzen sind, soweit sie höher liegen, als die Dienstbezüge der gleichzubewertenden Dienstverpflichteten beim Reich. Die Vorschriften über die Reichsflucht- st e u e r wurden wirksamer gestaltet. Es wird künftig die Freigrenze bei Vermögen von 200 000 Mark auf 50 000 Mark herabgesetzt. Ferner sollen im Falle der Abwanderung auch die Personen zu einer letzten großen Abgabe herangezogen werden, die in den Steuerabschnitten, die im Jahre 1932 und in den folgenben Jahren endeten, ein Einkommen von mehr als 20 000 Mk. gehabt haben. Die Vorschrift daß die Reichsfluchtsteuer in Wegfall kommt, wenn der Steuerpflichtige binnen zwei Monaten nach- weist, daß er wieder feinen Wohnsitz im Jnlande begründet hat, ist entbehrlich geworden. Die neue Fassung des § 7 gibt dem Finanzamt die Möglichkeit, zur Verhütung von Umgehungen der Vorschriften über die Reichsfluchtsteuer und zur Sicherung des Steueraufkommens Sicherheit in Höhe des Betrages zu fordern, der nach Feststellung der Voraussetzungen für die Erhebung der Reichsfluchtsteuer zu entrichten sein würde. Das Gesetz zur Regelung des Arbeilsein- fahes fall den Bedarf der Landwirtschaft mit den notwendigen Arbeitskräften sicherflellen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den Großstädten wirksamer gestalten. Das Gesetz schafft die Möglichkeit, Bezirke mit hoher Arbeitslosigkeit für zuziehende Personen, die sich dort als Arbeiter oder Angestellte betätigen wollen, von einem bestimmten Zeitpunkt ab zu sperren. Gedacht ist zuerst an eine Anordnung für das Wirtschaftsgebiet Groß-Berlin. Die Beschäftigung von Personen, die mit dem Lande verwurzelt und mit landwirtschaftlichen Arbeiten vertraut sind, in nichtlandwirtschaftlichen Berufen oder Betrieben kann verhindert werden. Das Reichskabinett verabschiedete alsdann bas weiter unten näher erläuterte Theatergesetz und schließlich wurde ein Gesetz über die Umwandlung wertbeständiger Rechte und ihre Behandlung im landwirtschaftlichen Entschuldungsverfahren (Ä o g - genschuldengesetz) angenommen, das dem Grundsatz der allgemeinen Umwandlung der Roggen- und Weizenrechte in Reichsmark-Rechte enthält. An die Stelle von je einem Zentner Roggen oder Weizen tritt ein Betrag von 7,50 ober 9,50 Mk. Oie Sicherung der Arbeitskräfte für die Landwirtschaft. Oer Zuzug von Arbeitsuchenden in Berlin, 16. Mai. (DNB.) Zu dem Gesetz tur Regelung des Arbeitseinsatzes veröffentlich der „Völkische Beobachter" einen Kommentar von Ministerialrat Dr. B e i s i e g e l, in dem es u. a. heißt: Im bisherigen Verlauf des Kampfes der Reichsregierung gegen die Arbeitslosigkeit hat sich immer mehr gezeigt, daß das erfreuliche Ergebnis der Arbeitsschlacht sich nicht gleichmäßig auf Stadt und Land verteilte. An der gewaltigen Abnahme der Zahl der Arbeitslosen um nahezu 3 V« Millionen waren die größeren Städte nicht ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend beteiligt. Von den Ende März 1934 gezählten Arbeitslosen entfallen nicht weniger als rund 1,8 Millionen auf die Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern! Das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes ermächtigt den Präsidenten der Reichsanstalt, den Zuzug von Arbeitern und Angestellten von einem bestimmten Zeitpunkt ab zu sperren. Personen, die am Tage des Inkrafttretens der Anordnung in dem gesperrten Bezirk keinen Wohnort haben, dürfen dort eine bezahlte Beschäftigung nur mit vorheriger Zustimmung des Arbeitsamtes aufnehmen. Die schwierige Arbeitslage in den Großstädten ist zu einem nicht geringen Teil darauf zurückzuführen, daß besonders in früherer Zeit ein u n - gehemmter Zustrom ländlicher Arbeitskräfte in die Städte stattfand, was schließlich dazu geführt hat, daß es heute in vielen ländlichen Bezirken nur mit äußerster Anstrengung gelingt, den Bedarf an geschulten ländlichen Arbeitskräften zu decken. Es wäre aber nicht zu er- die Städte kann gesperrt werden. tragen, wenn biß Landwirtschaft Mangel an Arbeitskräften hätte, während in den Städten noch Tausende aus der Landwirtschaft kommende und mit landwirtschaftlichen Arbeiten vertraute Volksgenossen eine nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Das Gesetz ermächtigt deshalb ferner den Präsidenten der Reichsanstalt, anzuoronen, daß Personen, die bisher in der Landwirtschaft tätig waren, ohne seine vorherige Zustimmung nicht in anderen als landwirtschaftlichen Betrieben oder Berufen eingestellt werden dürfen. Darüber hinaus sind während des Jahres 1934 Unternehmer in nichtlandwirtschaftlichen Betrieben auf nähere Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt hin verpflichtet, Arbeitnehmer, die inden letzten drei Jahren in der Landwirtschaft tätig waren, zu entlassen, wenn für sie eine Beschäftigungsmöglichkeit in der Landwirtschaft besteht. Unternehmer, die den Anordnungen zuwiderhandeln, werden gerichtlich bestraft, Arbeiter oder Angestellte, die ohne die erforderliche Zustimmung in gesperrte Bezirke zuziehen, erhalten dort keine Arbeitslosenunterstützung, auch können sie keine fürsorgerechtlichen Ansprüche gegen den Zuzugsort geltend machen, müssen vielmehr grundsätzlich zu ihrem bisherigen Wohnort zurückkehren. Das Gesetz ermöglicht es, ferner auch bei der Durchführung von öffentlichen Notstandsarbeiten auf die Bedürf- niste der jetzigen Arbeitslage durch Auswechslung von Arbeitskräften usw. Rücksicht zu nehmen. Das Theater als öffentliche Aufgabe. Oie Bestimmungen des neuen Theatergesetzes. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Das vorn Reichskabinett verabschiedete Theatergesetz bringt den Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Theatern in Fortfall. Das bisher geltende Recht hat die privaten Theater lediglich vorn Standpunkt des Gewerberechtes, in der Reichsgewerbeordnung (§32), behandelt. Dieser Paragraph ist jetzt mit Ausnahme des Titels 7, der die sozialen Bestimmungen (Arbeitsschutzbestimmungen) enthält, aufgehoben worden, und damit sind die Theaterunternehmungen aus der Gewerbeordnung an sich verschwunden, jedoch gilt das nur für Over, Operette und Schauspiel, nicht für die im § 32 erfaßten Kleinkunst- unb anderen Bühnen, die von dem neuen Gesetz unberührt bleiben. Der Gesetzgeber lehnt es ab, das Theater als einen Erwerb zu behandeln. Er behandelt es vielmehr ohne Unterschied von privaten, Staats- »der Landestheatern als eine Einheit, als eine Aufgabe der großen nationalen Erziehung und Führung. An Stelle des Gewerbe- und Gemeinderechts ist ein großes einheitliches Theaterrecht, ein Kun st recht, geschaffen. Es ist so auf gebaut, daß die deutschen Theater ohne Unterschied zusammengefaßt sind zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben unter Führung des Propagandaministeriums. Sie sind beschränkt auf das, was der Minister für Volksausklärung und Propaganda sich ausbedingen muß, um das Theater seiner nationalen Ausgabe zuzuführen und ihm in künstlerischer und wirtschaftlicher Beziehung die Zukunft zu erschließen. Es ist im Gesetz daran festgehalten worden, daß an der künstlerischen Freiheit nichts geändert wird. In den einleitenden Bestimmungen heißt es, daß die Führung des Theaters Sache des Theaterveranstalters ist: absichtlich wird nicht mehr vom Unternehmer, sondern vom Theater- veranstalter gesprochen, der nad) echter, künstlerischer und sittlicher Ueberzeugung im Bewußtsein nationaler Verantwortung da's Unternehmen zu führen hat. Das künstlerische und sonstige Personal des Theaters ist zur treuen Gefolgschaft des Theaterveranstalters verpflichtet. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat das Recht der Zulassung für den einzelnen Theaterveranstalter. Das Erfordernis einer besonderen Zulassung gilt aber nur für neue Dheaterveranstalter. Wer bereits die Zulassung besitzt, braucht sie nicht anzufovdern. Allerdings kann die Zulassung entzogen werden, wenn der Theaterveranstalter nicht die Bedingungen der Zuver- lässigkeit, der Eignung und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besitzt. Dem Minister wird endlich das Bestätigungs- recht für die künstlerisch leitenden Personen (Bühnenleiter, Intendanten, Theaterdirektoren, Erste Kapellmeister und Oberspielleiter) übertragen. Die vorhandenen künstlerischen Leiter brauchen nicht mehr bestätigt zu werden. Aber auch hier kann die Tätigkeit u n - tersagt werden, wenn mangelnde Zuverlässigkeit und Eignung vorliegen. Eine solche Untersagung bildet für den Dienstgeber des Betreffenden einen wichtigen Kündigungsgrund. Dem Propagandaministerium ist die Befugnis erteilt, d i e Aufführung bestimmter Stücke zu unterlagen oder auch zu oer- langen, letzteres, wenn es dem Unternehmer zu- gemutet werden Fann. Des weiteren sind im Gesetz besondere Schutz- Vorschriften wirtschaftlicher Art beschlossen worden. Die Theaterkammer ist als die ständische Vertretung berufen. Alle in den Theatern der Länder und Gemeinden tätigen Künstler gehören traft Gesetzes der Dheaterkammer an. Durch Ergänzungsgesetz zum Reichskulturkammergesetz ist für die Anstalten der bildenden Kunst und Musik das Gleiche vorgeschrieben. Im § 7 wird bestimmt, daß der Minister auch seiner Aufsicht Vereinigungen von Theaterbesuchern und solche Bereinigungen, die nichtöffentliche Theater a uff ü h r u n g e n veranstalten, unterstellen kann. Die Polizeizuständigkeit für die Theater 'soll grundsätzlich a u f h ö r e n. Eine polizeiliche Beauftichtigung ist nur dann möglich, wenn unmittelbar Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung droht. der Obersten SA.-Führung erwähnten Beschwerden eingesetzt wird. In den Fällen, in denen entgegen der Anweisung der Bundesführung des NSDFB. versucht worden fei, Angehörige des NSDFB. vom Eintritt in die SA.-Referve I abzuhalten und, soweit sie SA.-Mitglieder waren, wieder zum Austritt zu bewegen, solle gegen die Schuldigen mit aller Strenge vorgegangen werden. Deutsch-polnische Zusammenarbeit aus landwirtschaftlichem Gebiet. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Die Ende April in Warschau aufgenommenen Besprechungen zwischen Vertretern der polnischen landwirtschaftlichen Organisationen und des Deutschen Reichsnährstandes fanden in den Tagen vorn 14. bis 15. Mai in Berlin ihren Abschluß. Die Verhandlungen waren getragen von dem Gedanken, daß bei der augenblicklichen Wirtschaftslage in Europa eine Gesundung nur erzielt werden kann auf der Basis her unmittelbaren Verständigung der Vertreter des Bauerntums der beteiligten Länder. Den beiderseitigen Regierungen werden seitens der landwirtschaftlichen Vertreter konkrete Vorschläge unterbreitet, wodurch der gegenseitige Warenaustausch im Interesse beider Gesamtwirtschaften gehoben werden Fann. Es ist insbesondere gelungen, Vorschläge für die Einfuhr polnischen Schnitt- und Rundholzes zu unterbreiten. Außerdem war es möglich, den polnischen Wünschen auf dem Gebiet der But- tereinfuhr im Rahmen der innerdeutschen Marktregelung entgegenzukommen. Bei einer werteren Reihe von polnischen landwirtschaftlichen Ak- igel den kvin- Den itt* besetz bet bi- feine als 'bet 1934 leben leichs. den >irti m für t in ^met, 'n gb ■ 0hn! !ezir!, unter, llichei >acheit lerige; ht es, fenb ^ebürf- hflmz i ♦ ür bei - einet neiit ' ngbe- . 5 ffllUI Ace- r Zmr> n Li- ngs* den taten ’.itcr) j m« | ikeln sind die Besprechungen so weit gefprberf mor= ^en, daß sie nur noch einer Vertiefung in besonderen Sachverständigen- Au sschusien edürfen, um konkrete Formen anzunehmen. Ander- isits haben die Vertreter der polnischen Landwirt- chaft erklärt, ihrerseits dazu beitragen 311 wollen, baß neben gewerblichen Artikeln auch die Einfuhr von einigen deutschen landwirtschaftlichen Artikeln nach Pillen er- leichtert wird. Ferner wurde ein gemeinsames Sorgehen auf dritten Märkten analog lern Roggenabkommen auch bei anderen Erzeug- tissen empfohlen. Die bisherigen Verhandlungen haben den Be- aeis ergeben, daß der neue Weg der direkten Der- lanblungen zwischen den landwirtschaftlichen Vertretern durchaus erfolgreich sein kann und geeignet ft, der europäischen Wirtschaft neue Wege zu weisen. L)as neue polnische Kabinett. ( in neuer Kapitän, aber keine Aenderung des Kurses. Warschau, 15. Mai. (DRV.) Die neue Ro>- , erung Kozlowski wurde vom Staatspräsi- i-nten bestätigt. Es handelt sich um keinen grund- stzlichen Wechsel, sondern um eine „Ablösung, Ze r Wach e". Außer der Neubesetzung des Posens des Regierungschefs sind nur Aende- nngen auf zwei M i n i st e r p 0 st e n erfolgt. 2n Stelle des bisherigen Handelsmini st ers, L s Generals Zarzycki, ist sein bisheriger Unterstaatssekretär, Hdnrkch R a s ch m a n , Handels- Minister geworden, und zum M i n i st e r für öffentliche Fürsorge ist der bisherige Woiwode von Kielce, Georg Paciorkowski, ernannt worden. Der neue Ministerpräsident, Prof. Leon Kozlowski, der im 42. Lebensjahre steht, ist seit Jahren tätiges Mitglied im Regierungslager. Er war im Kabinett Prystor Agrarreformminister, im zurückgetretenen Kabinett Unterstaatssekretär im Finanzministerium. Kozlowski, der an deutschen Hochschulen studiert hat und in Tübingen zum Doktor promovierte, ist Professor der Archäologie. Er hat sich in den letzten Jahren besonders auf wirtschaftspolitischem Gebiet hervorgetan. Der neue Regierungschef gilt als Legionär und Freiheitskämpfer, als eine der führenden Gestalten des Regierungslagers in Lemberg und erfreut sich des besonderen Vertrauens der sogenannten Obersten-Gruppe, sowie des Marschalls Pilsudski. Es wird ihm große Sachkenntnis, Energie und staatsmännische Fähigkeit nachgerühmt. Der neue Handelsminister Rajchman ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger als handelspolitischer Fachmann bekannt, der in dieser Eigenschaft Polen bereits bei internationalen Verhandlungen mit Geschick vertreten hat. Der Minister für öffentliche Fürsorge Paciorkowski ist als hervorragender Derwaltungsbeamter bekannt. Er dürfte sich namentlich der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit n'nd der Neuregelung des sozialen Versicherungswesens zuWenden. Das Einigungswerk der evangelischen Kirche. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Kirchenamt. l ch wird u. a. mitgeteilt: In den letzten Wochen lh t sich in der Deutschen Evangelischen Kirche eine Entwicklung gestaltet, die eine wirkliche k rchliche Einheit sichert. Das bedeutsamste k chliche Ereignis des Jahres 1933 war die Echaffung der Deutschen Evangelischen Kirche, als pr unter einem Reichsbischof zusammengefaßten L ganisation der Landeskirchen. Dabei aber war, nie die mannigfachen innerlichen Vorgänge gezeigt hlben, eine wirkliche Einheit nicht erricht worden. Die 28 Landeskirchen, die als t»che in ihrer äußeren Struktur das geschichtliche klld Deutschlands nach dem Wiener Kongreß 1815 ktgehalten haben, hatten durch die 1933 vollzogene Zusammenfassung ihre Sonderstellung in 'den l sentlichsten Punkten behauvtet. Deshalb ist die i-D jetzt vollziehende wirkliche Eingliederung der । ndeskirchen und ihre Unterstellung unter d e Reichskirchenregierung 'von einer vchrhaft kirchengeschichtlichen Bedeutung. Dabei rrbient besondere Bedeutung, daß die Eingliede- Tng sich auf dem Wege freiwilliger t s ch l i e ß u n g e n der jeweils zuständigen landeskirchlichen Körperschaften vollzieht. Die freiwillige Eingliederung vollzog zunächst die A t p r e u ß i s ch e Union als die größte deutsche Landeskirche und es folgten dann in kurzen Ab- timben die Landeskirchen Nassau-Hef- (Bi, Freistaat Sachsen, Schleswig-Hol- t in, Thüringen. Mit dem heutigen Tage rorrb die zweitgrößte evangelisch-lutherische Landes- fiiche ihre Eingliederung vollziehen, nämlich j)i n n 0 d e r. Damit sind bereits Dreiviertel aller «v:ingelischen Glaubensgenossen Deutschlands ersaßt uö es liegen schon von weiteren Landeskirchen Mitteilungen vor, daß auch dort dieser Entwicklung mi: freudigem Herzen entsprochen wird. Diese Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche wird aber in keinem Falle das geprägte Eigenleben, wie es in verschiedenen Gebieten Deutschlands gewachsen, verwischen. Kirchliche Gestaltung wird immer von der Voraussetzung ausgehen müssen, daß lebendiges kirchliches Leben aus Bekenntnis und Evangelium hervor- w ä ch st. Die Grundlagen des Volkes sind in Rasse, Blut und Boden gegeben, aus diesen wächst imb wird Volk. Die Grundlagen der Kirche sind Bekenntnis und Glaubensgut. Darum rft in der Botschaft des Reichsbischofs vom 14. April, die gerade angesichts der Eingliederung der Landeskirchen in die Reichskirche besondere Bedeutunzt gewinnt, die Sicherung der Wessns- grundlage der Kirche verbürgt. Es wird die Aufgabe des vorgesehenen Verfassunasausschusses fein, hierfür die kirchliche und theologisch geklärte Form zu finden. Eine wich tige Folge, die sich aus der Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche ergibt, liegt in der Vereinfachung der Verwaltung. Wie weit die sich hier anbahnenden Möglichkeiten, die auch zu Ersparnissen auf verwaltungstechnischem Gebwt führen, sich auswirken, dürfte sich in absehbarer Zeit zeigen. Auf jeden Fall wird gerade die Aufgabe der Reichskirche im Dienst am lebendigen kirchlichen Leben ihre volle Abkehr von der Ver w a l tungsbür0kra- t i e vollziehen, wie sie sich in der vergangenen Epoche sehr oßt ausgewirkt hat. Am wichtigsten bleibt das in her Reichskirchenführung unter dem Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche Ministerialdirekto r Jäger erstrebte Ziel der B e - f r i e b u n g , bas- auch durch dieses große evangelische EingliederuLngswerk entscheidenoe Sicherung erfährt. Avfll t UR' M jar 1 eint! sch«! chP imtii 11 m mtr v als' tyeai er iurd)i I# ib» leftiic ereil’ ndsi- W iterfi£ für • e pol' sicher schwel» enW 50? 3®;': usltili l all’ 0 w x ■Ä * «K V> । K $ Aus aller Welt. Englischer Dampfer rammt V8^.-Zeuerschiff. Lrei Tote, vier Vermißte, vier Verletzte. 8ach einer im Neuyorker Büro der White-Star- Liiie eingegangenen Funkmeldung hat der englische ptyHagierbampfer „Olympic" das „Nantucket- fiuer schiff gerammt. Das Feuerschiff ging oj::rt unter Der Dampfer drehte bei, um die Be- i.mg des Feuerschiffes zu retten. Das Nantucket- erfchiff, das 55 Meilen von der Nantucket-Insel in Iber Küste des Staates Massachusetts verankert ug hatte 11 Mann Besatzung. Seine Länge be- mn etwa 36 Meter, seine Breite 10 Meter. Die ^gmpic" hat insgesamt sieden Besatzungsmitglie- •:r aufgefischt; davon ftarben drei an Bord der ,);)mpic", vier liegen mit Verletzungen im äiffshospital. Vier Befatzungsmitglieder werden fmißt. — Die Katastrophe erfolgte bei dich- iit Nebel. Nach einem Funkspruch des Kapitäns ite er sofort den Befehl „Volldampf rückwärts" pben, als er die Kollision kommen sah. Die tömung sei jedoch so stark gewesen, daß die D'ümpic" gegen das Feuerschiff getrieben worden ti. Entgegen anderen Meldungen ist unter den IC Passagieren der „Olympic" keine Panik ausge- rcfl)en. Zwei Küstenwachschiffe haben den Auf- t'i erhalten, sich an der Rettungsaktion zu be- til zen. Da der Nebel jedoch immer dichter wird, »t sich die Suche nach Ueberlebenben äußerst er= ronert. Diiö englische Schlachtschiff „Nelson- ans Grund gelaufen. Ins 35 000-Tonnen-Schlachtschiff „Nelson", ui das „Wunderschifs der englischen Flotte" ge- iinnt, ist zum zweiten Male in diesem Jahre a u f i|ru n d gelaufen. Beim Verlassen des Hafens von Hr land stieß die „Nelson" gegen das Kabel einer Eoebo - Prüfungsanlage und geriet auf eine Sh ckbank. Die Besatzung gab sofort Raketensignale il, _im Hilfe herbeizuholen. Nach dreiviertel Stun- )(n gelang es einem Zerstörer und zwei Schlep- pirr, das Riesenschiff flott zu bekommen, das dann us hohe See auslaufen konnte. Am 12. Januar ).? war die „Nelson" 9V2 Stunden lang auf ®imb, als sie den Hafen von Portsmouth zur Itahahme an den Frühjahrsmanövern der engli- 'chr Heimatflotte verließ. Auf der Rückkehr vom ’Ötslmeer stieß das Wunderschiff, das neuerdings 'i;^,Pechschiff^genannt wird, mit einem englischen '3;n|pfer zusammen, wobei seine Panzerung befd)a= i tot: mürbe. Ütmooner Blättern zufolge wird von amtlicher Bit erkläre, vaß das Schlachtschiff „Nelson tm h'ln von Portland nicht direkt ausgelaufen, sondern |iii Grund nur sehr nabe gekommen sei. Die bsiimmwolken, die beobachtet wurden, feien von di Schrauben des Niesenschifte: aufgewirbelt ttrien. Indessen hat der Vorfall in Marinefach- ßif n große Beachtung gefunden. Der Marine- Ulc-beiter des „Daily Telegraph" sagt, in Marine- kisi n würde schon seit langer Zeit erzählt, daß die beiden Schwesternschisfe „Nelson" und „Rodney" in den Häfen bei Langfamer Geschwindigkeit besonders schwer zu steuern seien. Die Höhe der Schiffswand und des Kommandoturmes böten dem Winde eine riesige Angriffsfläche und die weit nach hinten _ geschobene Nicwigationsbrücke mache ein Manövrieren unendlich schwer. Wie auch der Ausgang der Abrüstungsverhandlungen fein werde, man könne mit Bestimmtheit erwarten, daß keine weiteren Schiffe der „Nelson "-Klaffe gebaut würden. In der britischen Kriegsmarine werden dy» Schwesterschiffe „Nelson" und „Rodney" mit ihren 35 000 Tonnen nur noch durch den Schlachtkreuzer „Hood" übertroffen, der eine Wasserverdrängung von 41200 Tonnen hat. Schlagwetterexplosion in einer belgischen Kohlengrube fordert zahlreiche Todesopfer. Nach einer TNeldung nur- IHons ereignete sich am Dienstag in dem kohleribergwerk von Fief de Lambrechies in Paturages eine Schlagwetterexplosion. Nach den bisherigen Meldungen sind 30 Bergleute ums Leben gekommen. Die Explosion ereignete sich auf der 821-Meter-Sohle mit außerordentlicher Heftigkeit. Die Stollen sind mit Gas gefüllt, und Gesteinsmaffen versperren den Zugang zu den heimgesuchten Stollen. Die Zahl der bis jetzt geborgenen Leichen hat sich auf acht erhöht. Man nimmt aber an, dnh auch die meisten der in der Grube eingeschlossenen Bergleute verloren sind. Die bis jetzt geborgenen Leichen find fast unkenntlich. Die Grube brentöl Die Bergungsarbeiten gestalten sich infolge der Hitze und der aus- strömenden Gase außerordentlich schwierig. Line Stunde vor Ausbruch der Katastrophe hatte noch eine Grubeninspektion stattgefunden, die aber nichts Auffälliges bemerkte. Die Zahl der eingefchloffenen Bergleute beträgt nach neuesten Feststellungen 36. Aljechin gewinnt die 16. Partie Wie zu erwarten war, gewann der Weltmeister Dr. Aljechin in Bayreuth kurz nach Wiederaufnahme die angefangene 16. Partie. Der Wettkampf steht somit 10:6 für den Weltmeister. Da die letzten Tage die beiden Spieler über alle Maßen in Anspruch genommen hatten, wird bis zum kommenden Sonntag eine kleine Pause eingelegt, worauf der Kampf in Bad Kissingen am Pfingstsonntag um 15 Uhr weitergeführt wird mit der 17. Partie. In Kissingen werden zwei Partien gespielt. Das Aachener Turnier um die Deutsche Schach-Meisterschaft 1934. In Aachen wurde das Schachturnier um die „M eisterschaft von Deutschland 19 3 4" mit einer schlichten Begrüßungsfeier eröffnet. Zu dem Wettbewerb treten die drei Preisträger des Pyrmonter Turniers von 1933, die zehn Zonensieger Ler Rhemmeister. der Sieger des Die llngliilkssahri des deutschen Vallons „Bartsch von Sigsseld". Zn Rußland aufgefunden. — Beide Insassen tot. Moskau, 13.Mai. (DNB.) Der am Sonntag- früh in Bitterfeld gestartete Freiballon „Bartsch von S i g s f e l d", der seit seinem Aufstieg verschollen war, ist Montagabend auf russischem Gebiet gefunden worden. Der Ballon war 20 Kilometer östlich der Ortschaft Sebesch in der Nähe der lettländisch-russifchen Grenze, nordöstlich von Dünaburg, niedergegangen. 3n feiner Gondel fand man den Beobachter Viktor M a s u ch tot auf. Heber die Ursache seines Todes liegen Angaben noch nicht vor, doch erfahren wir weiter, daß der Deutsche Luftsportverband Vertreter nach Sebesch geschickt hat, um die näheren Umstände festzuskellen. Auch die deutsche Botschaft in Moskau hat alle Schritte unternommen, um den Unfall des Ballons aufzuklären. Erst nach der Obduktion wird sich das Geheimnis dieses Todes klären lassen. 3n der Gondel wurden eine Hakenkreuzflagge und eine schwarzweißrote Flagge, sowie drei Sauerstoffflaschen gefunden. Zu der Auffindung des verunglückten deutschen Freiballons bei Sebesch wird noch bekannt, daß der Ballon nach dem Befunde etwa um 24 Uhr nieder- gegangen sein muh. Die in der Gondel des Ballons befindliche Leiche konnte an Hand der vorgefundenen Papiere sofort als der Beobachter Viktor M a f u ch festgestellt werden. Die Leiche des zweiten 3nsafsen, des Ballonführers Dr.-3ng. Schrenk, wurde 15 Kilometer von dem Auffindungsort des Ballons entfernt gefunden. Die Leichen der Verunglückten werden voraussichtlich zunächst nach Moskau gebracht werden, um von dort nach Deutschland übergeführt zu werden. Nie Opfer des Unglücks. Der tödlich verunglückte Führer des Ballons „Bartsch von Sigsfeld", Dr. ing. Schrenk, stand im 37. Lebensjahr. Er wurde 1896 in Bubenorbis in Württemberg geboren. Seit 1925 war er bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin- Adlershof tätig und seit Dezember 1929 daneben auch als Privatdozent für das Lehrfach Flugzeugbau an der Technischen Hochschule in Berlin. Dr. Schrenk hinterläßt Frau und zwei Kinder. Der Meteorologe cand. phil. Viktor Masuch, das zweite Opfer des Ballonunglücks, hat mehrere Jahre unter Prof. Kohlhörster, dem Leiter des Höhenstrahlen-Laboratoriums des Potsdamer Meteorologischen Observatoriums gearbeitet. Er war nach dem Kriege mit seinen Eltern aus dem polnisch aewordenen Teil der Provinz Posen 'geflüchtet und hatte unter großen Opfern fein Studium vollenden können. Am Samstag hatte er in erwartungsvoller Stimmung das Observatorium verlassen, um sich nach Bitterfeld zu begeben und an der wissenschaftlichen Crkundungsfahrt teilzunehmen. Ein russischer Untersuchungsausschuß. Nach einer Meldung aus Moskau haben die Sowjetbehörden unter Führung der Gesellschaft „Ossoaviachim" einen Ausschuß zur Untersuchung über b i e Ursachen des Absturzes des deutschen Ballons eingesetzt, der bereits nach Sebesch unterwegs ist. In Moskauer Luftfahrtkreisen habe niemand damit gerechnet, daß dieser Ballon so weit a b ■ getrieben werden konnte, sonst hätte die russische Regierung ihre Organe davon verständigt und alle notwendigen -Maßnahmen veranlaßt. Aus Sebesch eingetroffene Meldungen lassen darauf schließen, daß die Katastrophe sich mit großer Schnelligkeit abgespielt hat und für die russischen Behörden so unerwartet kam, daß man im ersten Augenblick der Nachricht von der Katastrophe in Moskau keinen Glauben schenken wollte. Erst nach dem (Eintreffen der Bestätigung wurden alle weiteren Maßnahmen veranlaßt. Wie inzwischen von der Unfallstätte des deutschen Freiballons gemeldet wird, sind die Gondel und die in der Gondel befindlichen Geräte durch den Absturz schwer ^beschädigt worden. Am Mittwoch sollen in Welikije Luki drei technische Sachverständige im Flugzeug aus Berlin eintreffen, um an der Absturzstelle die näheren Umstände des Unglücks durch eine Ortsbesichtigung und anhand etwa erhaltener Instrumente und Aufzeichnungen zu erforschen. Die Moskauer Behörden haben die örtlichen Behörden angewiesen, dafür zu sorgen, daß die Ueberrefte des Ballons in unveränderter Verfassung bleioen. Die deutsche Botschaft in Moskau entsandte einen Beamten an den Ort des Unfalles, um die Ueberführung der Leichen der, verunglückten Ballonflieger nach Moskau zu überwachen. Nach Vornahme der vorgeschriebenen ärztlichen Feststellungen und Ein- fargung nach den dafür gültigen internationalen Bestimmungen erfolgt die Ueberführung nach Deutschland. Das tragische Ende der deutschen Ballonflieger, die ihr Leben der wissenschaftlichen Forschung zum Opfer gebracht haben, erregt allgemeine Teilnahme. Dem deutschen Geschäftsträger von T w a r d o w s k i hat ein Vertreter des Außen- kommiffariats fein Beileid ausgesprochen. Dem deutschen Militärattache Oberst Hartmann übermittelten das Kriegskommissariat und die Leitung der militärischen Luftflotte ihr Beileid. Hauptturniers in Altona-Bahrenfeld 1933 und drei Altmeister an. Die Kämpfe Hauern bis Ende Mai. Gleichzeitig werden ein Turnier um die Kreiseinzelmeisterschaft, ein Mannschaftsblitzturnier, ein Städtekampf Aachen-Köln und ein Tombola-Turnier ausgetragen. — In einer sehenswerten Ausstellung künstlerischer Schachspiele erinnert der Vorsitzende des Aachener Schachvereins daran, daß Aachen in den Schachfiguren, die in die goldene Kanzel des Aachener Domes, und zwar in den sogenannten „Ambo", ein Geschenk Kaiser Heinrichs II., als Schmuckstücke eingearbeitet und über 3000 Jahre alt sind, sowie auch in Ausgrabungsfunden aus der Stadtmitte die ältesten Schachfiguren der Welt besitzt. Berliner Lehrergesangverein singt vor dem Führer. Der Berliner Lehrergesangverein, der unter Führung seines Leiters ein Doppelquartett nach Amerika entsendet, fang im Kabinettssaal der Reichskanzlei vor dem Reichskanzler Adolf Hi t l e r neue Chöre. Zum Gedenken der Opfer von Buggingen brachte der Chor ein „Bergarbeiterlied" von Baußnern zum Vortrag, ferner u. a. einen Chor von Trunk „Feier der neuen Front". Der Führer dankte dem Chor und gab feiner Freude über die hervorragende Leistung des Berliner Leh- rergefangoereins Ausdruck. Himmler Führer des Reichsbundes der Diplom-Landwirte. Der Reichsführer der SS., Diplomlandwirt Himmler, empfing den Führer des dem Reichsnährstand angegliederten Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte, Dr. Kummer, den Reichs- obman der NS.-Arbeitsgemeinschaften akademisch gebildeter Landwirte, Freiherrn von Zeppelin, und den Reichsgeschäftsführer Dr. Sraemer Himmler nahm die ihm angetragene Führung des RDL. an. Die Uebergabe der Führung ist für das erste Reichstreffen der Diplomlandwirte in Goslar am 1. Juli vorgesehen. Die Stadt München schenkt das Baugelände für die Errichtung des Deutschen 3agdmuseums. (Einem Dvinglichkeitsantrag der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion entsprechend, beschloß der Stadtrat, das Baugelände für das in München zu errichtende Deutsche Jagdmuseum k o st e n l o s zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird sich die Stadtgemeinde an den Kosten der Errichtung des Museums mit einer halben Million Mark beteiligen. Schweres Schiffsunglück in Finnland. — Heber 30 Todesopfer. Auf dem Kallavesi-See in der Nähe der finnischen Stadt Kuopio geriet ein Passagierdampfer auf Grund und sank unmittelbar darauf. Die Zahl der Todesopfer übersteigt 30. Unter den Toten befinden sich drei Kinder. Das Unglück entstand dadurch, daß sich die schwere Deckladung infolge eines falschen Manövers verschob, wodurch das Schiff kenterte. 30 Personen konnten gerettet werden. Französisches Marineflugzeug ins Meer gestürzt. — Dampfer „Dresden" rettet die Besatzung. (Ein französisches Marine-Wasserflugzeug mit vier Mann Besatzung, bas am Dienstagnachmittag in Dünkirchen aufgestiegen war, um zusammen mit dem Kreuzer „Colbert" und einigen anderen Wasserflugzeugen Manöver durchzuführen, ist südlich von Dünkirchen ins Meer g e st ü r z t. In der Nähe der Absturzstelle befinden sich mehrere Schiffe, darunter auch der deutsche Dampfer „Dresden", *ber durch Funkspruch bekanntgab, daß er versuchen werde, die Insassen zu retten. Wie das französische Marineministerium Mittwoch früh mitteilt, ist die Besatzung des Flugzeuges von dem deutschen Dampfer „Dresden" gerettet worden. Der unterbrochene Ozeanflug des „Leonardo da Bind“. Das Flugzeug „Leonardo da Vinci" mit dem Jtalo-Amerikaner Sabelli und dem Amerikaner P o u n d an Bord, das von Nordamerika nach Rom unterwegs war, ist am Dienstag um 20.30 Uhr bei Moy in der Grafschaft Clare (Irland) gelandet. Bei der Landung geriet das Flugzeug in einen Graben, und das Untergestell wurde beschädigt; die Flieger blieben aber unverletzt. Sie erklärten, daß ihr Brennstoff nahezu erschöpft gewesen sei, weshalb sie gelandet seien. Die Ozeanflieger waren 33 Stunden in der Luft. Infolge der ungünstigen Wetterverhältnisse waren sie gezwungen, zweieinhalb Stunden blind zu fliegen. Wegen eines Motorschadens mußten sie landen. Sofort nach der Landung setzten sie sich mit dem Flugplatz Baldonnel in Verbindung, von wo Mechaniker zur Ausbesserung des Schadens nach Moy entsandt wurden. Vier USA.-2lrmeeflug3€uge abgestürzt. — Drei Flieger getötet. Wie aus Shreveport (Louisiana) gemeldet wird, sind zwei Armeeflugzeuge in geringer Höhe über dem Red-Fluß abge stürzt. (Eine der beiden Maschinen flog gegen eine über dem Fluß gespannte Telephonleitung und kollidierte dadurch mit der zweiten Maschine. Beide Apparate sind in den Fluß gestürzt. Die Insassen der Flugzeuge, zwei Offiziere, sind ertrunken. — Nach einer Meldung aus San Antonio (Texas) sind zwei Armeeflugzeuge in einer Höhe von 1000 Metern zusammengestoßen und a b- g e ft ü r 3 t. Während sich der eine der beiden Flieger durch einen Absprung mit dem Fallschirm retten konnte, wurde der andere getötet. Wettervoraussage. Die neue ozeanische Störung ist sehr schnell ostwärts gewandet und befand sich heute morgen mit ihrem Kern bereits über der Nordsee. Zunächst fließt durch ihre Vorderseite noch Warmluft nach Deutschland, die unter Mithilfe der Sonnenstrahlung zu Temperaturanstieg führt, doch sind über den britischen Inseln bereits kühlere Luftmassen unterwegs, wodurch später wieder Abkühlung einsetzen wird. Dadurch bekommt das Wetter dann wieder mehr wechselhaften Charakter, so daß vereinzelt auch mit dem Auftreten schauerartiger Niederschläge zu rechnen ist. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, nach anfänglicher Erwärmung wieder kühler, vereinzelt auch Neigung zu Schauern. Aussichten für Freitag: Etwas wechselhaftes Wetter. Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 12,6 Grad Celsius, abends 5 Grad: am 16. Mai: morgens 5,6 Grad. Maximum 14,1 Grad, Minimum —0,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Mai abends 14,3 Grad, am 16. Mai morgens 9,9 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 8% Stunden. Hauptschriftleiter:' Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 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London, Mai 1934. Die erste faschistische Riesenoersammlung in der Londoner Albert-Halle hat blitzlichtartig die erstaunlich raschen Fortschritte der „British Union o f F a s c i ft s", der führenden englischen Faschistenbewegung, beleuchtet. Zehntausend Engländer der verschiedensten Schichten hörten und sahen mit Erstaunen, welcher Schwung und welche Ueberzeugungskraft dem jüngsten politischen Machtfaktor Englands innewohnt. Man berichtet, daß auch einige englische Regierungsmitglieder der Ler- anstaltung beiwohnten, um sich das Programm des sehr begabten jungen Faschistenführers Sir Oswald Mosley, genannt „der schwarze Sir", anzuhören. Die Meinung dieser Regierungsmit- glieder soll geteilt-- gewesen sein, so wird in der englischen Tagespresse mit einem etwas zynischen Unterton berichtet. Die einen sollen den Schluß gezogen haben, daß man Mosley endgültig den Kampf ansagen müsse, während die anderen der Meinung seien, daß der schwarze Sir als P r o - pagandist für die konservative Partei geangelt werden müsse. Sicher ist, daß die Faschistenbewegung Mosleys seit dem vergangenen Sommer einen ständi- gen, ziemlich erheblichen Zuwachs in vielen Teilen Englands und sogar in den englischen Dominien zu verzeichnen hat. Optimisten schätzen die jetzige Mitgliederzahl, die in der Hauptsache 0U5 bester Jugend, aber auch aus vielen alten Frontkämpfern und neuerdings auch A r - b Litern besteht, auf etwa 200 000. Der A n - st o ß für diesen raschen Fortschritt war in erster Linie — darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen — der Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland zu Beginn des Jahres 1933. Der Begriff „Faschismus", — mit dem der Durchschnittsengländer auch den deutschen Nationalsozialismus bezeichnet, war vor dem 30. Januar 1933 für die Briten lediglich ein theoretischer und beinahe unwirklicher politischer Begriff, von dessen möglicher Nutzanwendung auf Großbritannien nie- mand mit Ausnahme von einigen Idealisten träumte. Das hat sich aber nach dem Machtantritt Adolf Hitlers und der Entwicklung im Herzen Europas geändert.. Das Wort „Faschismus", wobei man nunmehF in erster Linie an den deuMen Nationalsozialismus und nicht so sehr an die Welt- anschauung Italiens denkt, hat jetzt auch nördlich des Kanals einen äußerst realistischen Klang erhalten, dessen Schwingungen sich niemand entziehen kann. Bon dieser Einsicht, daß der Faschismus ein mächtiger Faktor in der Geschichte der nächsten Jahrzehnte sein wird, bis zu einer praktischen Nutzanwendung auf das konservativste und über- lieferungsgetreueste aller Länder ist natürlich ein himmelweiter Schritt. Allen Betrachtungen über die Möglichkeit derartiger Revolutionen in England muß man immer die Tatsache zu Grunde legen, daß vieles, was sich andere Länder erst durch harten Kampf erringen müssen, für England seit Jahrhunderten eine Selbstverständlichkeit ist, daß das in hundert Schlachten bewährte englische Regierungssystem im allgemeinen reibungslos und befriedigend arbeitet und — last not least — daß sich England gerade im jetzigen Augenblick sowohl wirtschaftlich wie politisch vielleicht in einer glücklicheren Lage befindet als jedes andere Land, wofür der diesjährige Haushaltsüberschuß im Zeitalter der Defizite ein Be- weis fein dürfte. Die elementare Schwungkraft, die sowohl dem italienischen Faschismus und vielleicht noch in stär- kerem Maße dem deutschen Nationalsozialismus Große Tankmanöver in Belgien. Auf dem belgischen Truppenübungsplatz Beverloo, der noch manchem deutschen Kriegsteilnehmer als Schießplatz bekannt sein wird, würden Manöver abgehalten. Hierbei wurde namentlich das Zusammenwirken von Infanterie und Tanks geübt. g» H J K ,Z Zx/Z»'"" '' " y - ' infolge ihrer das ganze Volk erfassenden Ziele innewohnt, ist den faschistischen Bewegungen oder Parteigruppen Englands vorerst nicht eigen. Sir Oswald Mosley ist ohne Zweifel ein geschickter und weitsichtiger Politiker, der sich das Gedankengut der deutschen und italienischen Bewegung zu eigen gemacht und versucht hat, daraus einen typisch englischen Faschismus zu gestalten. Er weiß genau, daß der Engländer wie vielleicht kein anderes Volk der Welt eine starke Abneigung gegen alles Ausländische hat und daher nur zu einer Bewegung Vertrauen fassen kann, die der englischen Mentalität und der englischen Ueberlieferung cnt- gegenkommt. Es ist daher selbstverständlich, daß Sir Oswald Mosley das Hauptgewicht seines PrvH oramms auf wirtschaftliche Probleme legt. Die englische Industrie muß in großzügigster Weise neuorganisiert, ihre Leistungsfähigkeit nach den modernsten Prinzipien gesteigert, die internationale Finanzkorruption ausgeschaltet werden. Die Pläne für den Aufbau eines britischen Ständestaats lehnen sich ziemlich genau an das italienische und deutsche Vorbild an. Mosley ist durch und durch Machtpolitiker, und dies ist einer der Punkte, die am meisten an das Selbstbewußtsein der Engländer appellieren, das sich durch die internationale Techtel-Mechtel- Politik Macdonalds etwas gekränkt fühlt. Den größten Beifall erntete Mosley in der Albert-Halle, als er erklärte: „Es ist das erklärte Ziel der Faschisten unser riesiges Weltreich, das Erbe unserer Rasse, das durch die Opfer unserer Väter und Vorfahren erobert wurde, in beide Hände zu nehmen, und eine Zivilisation aufzubauen, die mächtiger ist als alles, was die Welt bisher gekannt hat." In derselben Rede sagte er: „Der Faschismus oder Nationalsozialismus bedeutet nicht Krieg, wie viele Leute glauben, sondern Frieden", und mit einem Hinweis auf Hitler und Mussolini — „wenn ihr den Frieden wollt, dann laßt Euch von einem Mann führen, der den Krieg aus eiaenem Erlebnis kennt." Es besteht kein Zweifel, daß die British Union of Fascists bei den nächsten englischen Parlamentswahlen die größten Bemühungen machen wird, einen Teil der Volksvertretung zu erobern. Ob und wieweit ihr dies gelingen wird, das kann heute noch kein Mensch sagen. Auftakt her „Kieler Woche". Als Auftakt zu der bevorstehenden „Kieler Woche" fand das Ansegeln der sämtlichen Kieler Seglervereine statt, an dem 150 bis 200 Jachten beteiligt waren. W DU > y. 1 5? 'V *»r,: Täglich 70000 Telegramme... Eine Herzkammer des Weltverkehrs. Don lldo Wolter. HTA = Haupttelegraphenamt Berlin. Weit über Deutschland und Eurpa hinaus reicht die engere, bis nach Australien, China, Japan und Amerika die weitere Arbeitsgrenze des von dem Generalpostmeister Heinrich von Stephan aus- gebauten Berliner Haupttelegraphenamtes (kurz auch HTA. genannt). Es ist heute die größte europäische Verkehrsan st alt für Telegramme überhaupt. Gegen 750 Drahtleibun- gen erledigen den deutschen Telegrammverkehx, gegen 60 Leitungen führen nach dem Auslande. Wurden im ersten Betriebsjahre (1850) täglich kaum mehr als 100 aus- und eingehende Telegramme bearbeitet, so beträgt der gegenwärtige Tagesdurchschnitt über 70 000, für das Jahr also mehr als 25 Millionen Telegramme. Allein diese wenigen Zahlen beweisen die ungeheure Bedeutung und Wichtigkeit dieses deutschen Fernamtes. Em Blick in seine Arbeitsräume ist ein Blick in eine der größten Herzkammern der Welt... Fingerabdrücke, Schecks, Heiratskandidaten. Gleich zu Anfang geraten wir in eine der interessantesten Abteilungen des Hauses überhaupt: den Von Bach bis 2Reger. Orgelkonzert von Martin Günther Förstemann in der Stadtkirche. Die äußere Gestaltung der Orgelmusik von Joh. Seb. Bach ist durchaus zeitgebunden. Aus der Volksmusik heraus entwickelte sich die Kunst für die Orgel zu schreiben erst nach und nach. Zu Bachs Zeiten war. durch seine Vorgänger eine gewisse feststehende Form der Choralbearbeitung geschaffen, auch die Quintfuge hatte schon ihre endgültige Prägung erhalten. Als der junge Joh. Seb. Bach auf der Schule in Lüneburg war, hörte er den dortigen Organisten Georg Böhm, einen Schüler 'des bedeutenden Hamburger R ei n t e n. Der Einfluß die- fer beiden Männer aus Bachs Schaffen für die Orgel ist bis auf thematische Einzelheiten deutlich erkennbar. Als Organist in Arnstadt machte der junge Meister seine berühmte Fußreise nach Lübeck, um die Kunst des dortigen Organisten Dietrich Buxtehude zu bewundern und von ihm zu lernen. So immer strebend sich bemühend, sog er die Schaffensart seiner Zeitgenossen und Vorgänger in sich ein, die Form aber durch seine eigene gewaltige Gedankenwelt füllend, so daß seine Orgelwerke sich über die seiner Lehrmeister in ungeahnte Höhen erhoben. Aus diesen Zusammenhängen heraus gesehen, ist die Zusammenstellung der Vortragsfolge des Orgelkonzerts von Martin Günther Förstemann, Leipzig, als vorbildlich zu bezeichnen. Sie kennzeichnet den denkenden Künstler, der bewußt seinen eigenen Weg geht. Daß Max Reger, der die abgerissenen Fäden aus früheren Jahrhunderten aufgegriffen und der modernen Orgelkunst zu neuer Blüte verhalfen hat, den Schluß dieses Konzerts mit der be- ,zeichnenden Phantasie und Fuge über den Namen 'B-a-c-h machte, zeugt weiter für den wohldurchdachten Aufbau der Darbietungen. Den größten Teil des Konzertes füllten Werke von Joh. Seb. Bach. Umrahmt von den Riesenquadern der Toccaten und 'Passacaglia, drei liebliche Choralbearbeitungen aus idem unschätzbaren Orgelbüchlein. Herr Förste- nie Riesenwerke klar im Aufbau, sfehr klangprächtig aber doch noch maßvoll regi- tftriert, dagegen die Choralbearbeitungen, die in ührer Gedrängtheit Meisterwerke Bachscher Satzkunst fsind, schlicht und einfach, ganz im Geiste des Mei- jsters. Die Werke von Buxtehude und Bohm zeigten, welche Bedeutung auch dem Schaffen der kleineren Meister jener Zeit zukommt, wenn auch Deutlich der Abstand zwischen ihnen und Joh. Seb. ?Bach in Erscheinung trat. Durch charakteristische Registrierung ins rechte Licht gerückt, offenbarte sich fine in den lebensvollen Fugen wohnende Heiterkeit ün vollster Klarheit. Und bann das Werk Regers. Wie viele Meister haben sich schon mit demselben musikalifchen Vorwurf befaßt, unter anderen Robert Schumann und Franz Liszt. Mer keinem ist es gelungen, das Thema so in den Bann zu zwingen, wie es Max Reger getan. Mit Recht gilt es als eines seiner besten Werke überhaupt. Es ist für die moderne Orgel mit all ihren dynamischen Möglichkeiten erdacht. Don den. Gipfeln eines gewaltigen Fortes gibt es ein Zurücksinken bis zum Piano und Pianissimo. Harmonisch und kontrapunktisch weit ausholend, erreicht das Werk feinen Höhepunkt in der formvollendeten Fuge. Daß Herr Förstemann dieses Riesenprogramm vollkommen auswendig spielte, ist kaum glaublich. Diese Gedächtnisleistung allein muß Bewunderung erregen. Noch mehr muß man darüber staunen, wie vollendet die Darbietungen waren. Da ist eine Technik, die keine Schwierigkeiten mehr kennt, die aber bescheiden hinter bas Werk zurücktritt. Der Ruf, ber bem Künstler vorausging, hat gewiß nicht zu viel gesagt. Am meisten zu schätzen ist aber bie Tiefe ber Empfindung, mit ber bie einzelnen Werke nachgeschaffen würben. Das kann nur ein innerlich reicher unb begnabeter Mensch. Um so betrüblicher ist es, baß biefe große unb reife Kunst nur so wenige Zuhörer fanb. — a — Holländische Miniaturen. Von 3* O. Bnngezu. Tulpenblüte. Erst kommt bie Norbsee, bann kommt ein schmaler, mühselig sanbiger Dünengürtel unb bann, kaum eine Meile vor ber Küste, ber blühende Garten Hollands, das „Bloemenland", das Blumenland, die Tulpen, Narzissen unb bie Hyazinthen. Wir wissen es aus : unseren Gärten: eine Tulpe ist rot, violett ober geflammt ober von mübem Geld; eine Narzisse ist mattes Elfenbein ober leuchtender Safran, und eine Hyazinthe spreizt ihren Duft aus Dolden in rotem unb blauem Pastell. Wir kennen ihre zärtliche ober fröhliche Buntheit, ihr stilles Leuchten aus ben Rabatten, eh es Abend wirb, unb bie betaute Blässe ihrer Kelche in ber Frühe. Aber wie ein Land von ihrer Farbigkeit brennen kann, felberroeit in ungeheuren Flächen, oben ber mattschieferblaue Himmel unb unter ihm nichts als lockenbes Rot, gleißenbes Gelb, glühendes Blau, hart an hart gesetzt mit scharfen Kanten, keine Konzessionen, hier flamme ich, bort brenne bu: biefe strahlenbe Mächtigkeit der Farben ist über Holland in diesen Tagen. Holland ist ein buntes Land, die Häuser sind bunt unb bie Trachten, bas Vieh auf ber Weibe unb die Kähne mit ihrer Fracht auf den Kanälen und Grachten. Aber die Farbe, bas ist das Blumenland, unb das Blumenland ist ber hollänbische Frühling; zu bem Städte unb Dörfer unterwegs sind, zu Fuß in beängstigender Fülle von Fahrrädern und in Ketten von Automobilen, bei denen man Anfang und Ende vergeblich sucht. Es gibt keine Straßen, es gibt an diesen Sonnentagen nur blühende Felder und Ströme von Menschen. Man sieht nichts anderes als Tulpen, Narzissen Hyazinthen, in Girlanden an den Wagen und an den Rädern, in den Händen von Männern und Frauen und Kindern, die für ein Trinkgeld Sträuße von beglückendem Ausmaß ver- kaufen, als schenke der Boden die schlanken Kelche von sich wie ein Tischleindeckdich, das sich nie erschöpft. Das ganze Land ist ein Volksfest um die Blüte. Und der Rausch ist Schönheit. Um Mittag brennt das Land, mit dem Tage verklingen die Farben. In den Kanälen treiben Boote mit kaffeefarbenen Segeln. Man sieht von ferne nur Mast und Segel und glaubt der Täuschung, daß sie über das Land strichen auf geheimnisvolle Weise. Denn die Abende sind wunderlich. Der Duft von Hyazinthen unb Narzissen, ber tagsüber in ber flüchtigen Wärme, moussierend fast, verging, sinkt schwer über die glatten Klinkerstraßen, beren flache Krümmungen bie Rüster-Alleen scharf in das ebene ßanb zeichnen. Die Luft wirb vom Meere her herb unb bie Dämmerung kühl unb blau. Man hört ben Ruf ber Bootsleute, bie ihre Kähne mit den Blütenlasten dem kleinen Hafen ihres Dorfes zusteuern. Und das Gebell eines Hundes. Und das weiche Lied einer Harmonika, vom Kanal her ober von einer Brücke ober aus einem kleinen, buntgiebligen Hause an der Straße, die leer unb still geworden ist. Unb man glaubt ben Segeln, als seien sie schwärmende Nachtvögel, bie lautlos über die Felder zu Neste ziehn. Der Hering. „.. .Dies, Mijnheer, ist ber Hafen von Schevenin- gen", sagte ber Maler mit bem Kinn und der Nase Mephistos und den Augen eines stöhlichen Büßers, ber uns brei Tage lang burch Hollanb lotsen half, eine behenbe Motorjolle, den schweren, breitbugigen Frachtkahn, unb in Scheveningen werben mir den Hering essen." Er sagte „den Hering", und es mar ein Wort, das zu dem Hafen paßte, den wir sahen, wie die blauen und roten Schifferhemden rings um die Kaimauern; das nach Takelage und Seewasser unb brandig nach Teer roch, wie die Planken der Kutter, auf die die Sonne knallte. „Den Hering", und wer unter uns geglaubt hatte, daß die Auster das königliche Seetier Hollands fei, sah sie unter dem Wort klein unb schmächtig werden unb als verbrossene Hofschranze in Dem Zuge mitmarschieren, ber bie Großen zu begleiten pflegt, wenn sie über das Meer unb über Land reifen. „Den Hering", und der kleine prachtvoll bunte Fischerhafen, der wie ein alter Stich aussieht, unter bem in Schnörkelbuchstaben gemalt steht „Fischerboote im Hasen", dehnte sich unter dem Wort und wurde unermeßlich groß, und der Hering stand in Schwärmen im Meer und blinkte in den Netzen, wie wenn jede Schuppe ein ©ilbergulben wäre. Und die Gulden flössen in den Hafen und aus dem Hafen über das Land, das sie gegen Reichtum und Wohlhabenheit eintaufchte. Scheveningen hat einen Strand, dessen Sand weich wie Mehl durch die Finger rinnt Es hat einen Boulevard, in dem sich die Sprachen aller Welt begegnen. Es hat in seinen Hotels allen Prunk, ben bie bequemen lieben. Und es hatte im „Zeeruft" ben Hering, den wir aßen, als wir vom Hafen kamen und vom vielen Sehen müde waren. Man läßt ihm den Kopf und spaltet ihm geschickt den schmalen, silbrigen Leib, so daß der Schwanz als reichgefranster Wimpel die eine Hälfte beendet. Dann breitet man ihn auf der Platte aus, das matte Elfenbein seines Innern dem Boden zugekehrt zu einem schlanken Oval geformt, dessen Mittellinie die hohe Wölbung des Rückens bildet, der stahlblau ist, mit milden, lichtgrauen Reflexen, wie das Meer unter leichtbedecktem Himmel. Die Zartheit feines Fleifches ist unbeschreiblich, unb man sollte nicht sagen, baß man ihn ißt, bie robuste Bürgerlichkeit dieses Wortes würbe ben Genuß mit ihrer Schwere sinnlos zerdrücken. Eher dies, baß man ihn schmeckt mit prüfenber Zunge, unb mit kostenben Lippen, wie ben hellen, fröhlichen Mosel, ben man nicht fehlen lassen soll, unb ben Duft ber Kartoffel, aus deren gebrochener Schale bas gelbliche Fleisch gebtr» gisch auffruftet. — „Erst kommt bas Reichsmuseum in Amsterdam, Mijnheer, und bann ber Herina", sagte ber Maler — unb er war ein wenig mehr Mephisto als Büßer, wie er babei in vollendeter Kunst mit sensiblen Händen den Rücken eines Herings von der Gräte löste ... Und am nächsten Morgen hielt er uns vor ben Rembranbts im Reichsmuseum ein dreiviertelstündi- ges Privatissimum, bas ein Semester Kunstgeschichte überflüssig machte. Sochschulnacbncbten. Privatdozent Dr. Kurt Schmieden an der Technischen Hochschule in Danzig hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl für Mathematik an ber Universität Rostock erhalten. Der ao. Professor Dr. sc. pol. Hans Weig- mann in R o st o ck hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Rostock erhalten. 18 Aus der Provinzialhauptstadt Frauen unter dem Gesichtspunkt des Wiederauf« Zur Hilfe für bedürftige GA.- Manner! Wunder der Organisation und Technik. Don den täglich 70 000 Telegrammen gehen reich« lich ein Drittel aus den Auslandverkehr. Sie wer« Um hilfsbedürftigen SA- Männern in wirksamer Weise beistehen zu können, veranstaltet die S A-- S t a n d a r t e 116 am 26. und 27.211 al in unserer Stadt eine Geldsammlung. Wer sich vor Augen hält, daß unter den SA.-Kameraden der Standarte 116 leider noch zahlreiche arbeitslose baues unseres Volkes hat. Anschließend gaben die drei Vertreterinnen der deutschen Gymnastik in unserer Stadt, die aus verschiedenen Bildungsstätten kommen, Zeugnis von ihrer Arbeit. Erna Schumann führte unter bewußtem Verzicht auf das rein Tänzerische und auf Kostümwirkung (beides in reizvoller Weise zu sehen hatte man unlängst im Tanzmärchen der weihnachtlichen VDA.-Aufführung Gelegenheit) eine auf dem Grundprinzip des Atems systematisch aw- gebaute Körperschulung vor; anfangend im rein gesundheitlich Gymnastischen, ließ sie in den Bewegungsstudien, z. B. in den plastischen Effektd^' stellungen, schon den Uebergang ins Künstlerische vollziehen. Auch bei der Schule Elli Pletz erkannte man ernstes Studium. Wer Gelegenheit hatte, ihre Arbeit vor einigen Jahren zu sehen, konnte eine erfreuliche Entwicklung vom damals noch stark a" I Akrobatik anklingenden Stil zum rein gpmnoltl* schen, verständnisvoll mit den Bedingtheiten weiblichen Körpers arbeitenden Typus erkenn^- In den Tanzstildien wurden beachtliche künstlerische De? Hilde'Plank interessierten besonders die Kriechübungen nach Prof. Klapp (Marburg), öie I die jugendliche Lehrerin mit viel Frische und ofsen- Wo jährlich 25 Millionen Telegramme zus-am- men kommen, müssen notwendigerweise auch so ziemlich alle Sprachen der Welt vertreten sein. Das HTA. ist von sich aus in der Lage Aus- * " ’ 23 Sprachen zu geben. Was darüber ist, t besonderen Dolmetschern erledigt. Diese gebung sollen die unlöslichen Bande der engsten Die Fachschaft „Gymnastik und Tanz" hatte für deutschen Verbundenheit weithin sichtbar machen. Samstagabend zu einer Werbeveranstaltung in das Dazu ist es erforderlich, daß alle Sangrsbrüder in Katholische Vereinshaus eingeladen. Man hätte — Stadt und Land, wie auch die Freunde des deut-1 bies sei vorausgeschickt — für ein Gebiet, dessen schen Gesanges es sich zur Pflicht machen, an dieser Wichtigkeit in einer Zeit zielbewußt angestrebter vaterländischen Veranstaltung teilzunehmen. Der biologischer Ertüchtigung der Nation unbestreitbar Sängerkreis Gießen (Gau 12 DSB.) ruft alle deut- ist, ein weit stärkeres Interesse erwarten dürfen, schen Volksgenossen in Stadt und Land zu diesem es sich leider im Besuch des Abends kundtat. Abend auf und betont dabei, daß wir unseren Em einleitender Vortrag von Dr. med. Schmitt Volksgenossen von der deutschen Saar bei dieser oon der Orthopädischen Universitäts-Klinik steckte Gelegenheit beweisen wollen, wie eng wir uns mit zunächst die Grenzen zwischen dem dem Arzt vor« ihnen im Lied verbunden fühlen, aber auch im behaltenen und dem kranken Menschen dienenden Glauben an Deutschlands große Zukunft. orthopädischen Turnen und dem hier gemeinten Der Sängerkreis Gießen appelliert vor allem Bereich der Gymnastik, die der Gesunderhaltung auch an unsere deutschen Volksgenossen in Gießen, des Menschen und im besonderen der Frau dienen den saardeutschen Brüdern für die Nacht vom soll, ab. Der Redner führte dann in großen Zügen Pfingstsamstag zum Pfingstsonntag und bis -en Werdegang des gymnastischen Gedankens durch Pfingstsonntag mittag Quartier zur Verfügung Völker und Zeiten vor und endete mit einbring« zu stellen. Selbstverständlich ist damit auch die Der- (id)er Darlegung der Bedeutung, die die Pflege Pflegung unserer Volksgenossen von der Saar oer- Gymnastik für alle deutschen Mädchen und bunben. Man darf wohl -hoffen, daß dieser Appell'- - . ... * -e kunft in 23 Sprachen zu geben. Was vorüber m, wird von besonderen Dolmetschern erledigt. Diese geläufige Beherrschung von 23 Sprachen wird von den in Deutschland lebenden Ausländern gerne dazu benutzt, um von dem HTA. Auskünfte zu erlangen, die mit dem Telegraphieren an sich recht wenig zu tun haben. Schon seit Jahren ist das Haupttelegraphenamt die beliebteste Dölme t s ch st a t i o n, so daß — bei aller Hilfsbereit- jchast — doch von Zeit zu Zeit die vielen, allzuvielen nicht in das Ressort passenden Anfragen gestoppt werden mußten. Wenn ein Romanschriftsteller einige geläufige Ausdrücke für „Selbstmord m japanischer Sprache erfahren wollte, so war das Telegraphenamt der letzte Ort, der hier zuständig war. Trotzdem, — soweit es sich nur irgendwie mit dem Dienst vereinbaren läßt, wird geholfen. nach wenig Tagen fußlose Maden entstehen, die als Schmarotzer von dem Fettkörper der Raupen lebens die Raupe aber frißt ruhig weiter, häutet sich und verpuppt sich, bis schließlich aus der Umhüllung die Schlupfwespe und nicht der Schmetterling erscheint. Dix kleinen Wespen entwickeln sich auch aus Blattläusen und Schmetterlingseiern. Man kennt etwa 5000 verschiedene Arten der Schlupfwespe, die fast alle darauf angewiesen sind, die pflanzenfressenden Insekten zu vernichten. So ist die Schlupfwespe dazu berufen, beim entstehenden Neber gewicht der Pflanzenfeinde das Gleichgewicht wieder herzustellen. Unter den Fliegen sind die Raubfliegen Raum für Bildtelegraphie. Den wenigsten Menschen ist bekannt, welche bedeutende Rolle die Bildtelegraphie bereits im Wirtschaftsleben spielt. In der Presse findet man vielleicht des öfteren telegraphisch übermittelte Bilder, sonst jedoch... Wer z. B. weiß, daß die Fingerabdrucke internationaler Verbrecher bildtelegraphisch von eder beliebigen Polizeistation angefordert und übermittelt werden können. Die Beamten irgendeines Präsidiums brauchen heute nicht mehr Tage um Tage zu warten, bis sie die gewünschten Abdrücke erhalten. Wenige Minuten genügen. Weiterhin werden Schecks sehr oft bildtelegraphisch über« wiesen, ebenso wie viele Werkstätten Bilder ihrer Erzeugnisse auf telegraphischem Weg „überweisen . Verschiedentlich hat es auch H e i r a t s k a n d i - baten gegeben, die auf diesem Wege ihrer Erwählten ihr Photo zugestellt haben. Auch zur Ueber- mittlung von Briefen in japanischer oder chmesi- scher Wortschrift, sowie von wichtigen Stenogrammen wird der Bildfunk herangezoaen. Heute arbeitet die Bildfunkstation des HTA. bereits mit London, Paris, Oslo, Wien, Stockholm, Kopenhagen, Rom, Buenos Aires und Neuyork. Verschiedene andere Verbindungen, auch nach Ueberseesind bereits in Vorbereitung, ein Zeichen, welche Wichtigkeit der Bildfunk im Uebermittlungsverkehr der Welt bereits erlangt hat. Auskunft in 23 Sprachen. in der Natur zu erhalten. Jedermann, der in Feld und Garten zu tun hat, kennt den in wunderschön goldgrüner 'Farbe schimmernden Goldschmied, den der einigermaßen aufmerksame Beobachter öfters sehen kann, wie er zwischen den Kornhalmen oder auf Feldwegen dahineilt und den Rest eines getöteten Käfers mit sich fortschleppt. Da er sich von Raupen, Larven, Maikäfern, Schnecken und sonstigem Ungeziefer nährt, so verdient er wegen seines großen Nutzens die vollkommenste Schonung. Und doch wird er so oft aus Unwissenheit oder aus Mutwillen verfolgt und zertreten. Er» gehört zur Familie der Laufkäfer, die bei einer Berührung aus dem Hinterleibe eine scharfe, stinkende Flüssigkeit hervorspritzen. Recht häufig ist der kupferrote Laufkäfer, der geschäftig in Gärten und auf Feldern umherrennt und hauptsächlich Nacktschnecken, Engerlinge und Raupen verzehrt. Ebenso nützlich sind der violette, der leberfarbene und der stahlblaue Laufkäfer, letzterer von seinem Rauben und Morden unter den Puppen, Larven und Raupen auch Puppenräuber genannt. Man findet ihn besonders häufig in Kieferwaldungen, wie er an den Baumstämmen auf- und niedersteigt, im offenen Kampfe ohne Hinterlist auf seine Beute losgeht, sie sicher faßt und mit Gier verzehrt. Bekannter als der Nutzen der Laufkäfer ist der des Marienkäferchens, auch Siebenpunkt genannt, als allgemeiner Liebling der Kinder allerorten war dies Frühjahrstierchen bei unseren Vorfahren der im lichten Aether webenden Göttin Frigga geweiht. Die zahlreichen Arten der Marienkäfer findet man immer da, wo dichte Blattlauskolonien anzutreffen sind, denn die Käser und Larven ernähren sich ausschließlich von Blattläusen, in deren Reihen sie gewaltig aufräumen, weit schlimmer als Wölfe unter Schafen. Ein anderer kühner „Polizist" in der Natur ist die Wespe. Man sieht ost aus dem Lande Schweine in der Sonne liegen, deren Körper haufenweise mit Fliegen bedeckt ist. Da fahren die gelben Wespen wie der Blitz in die schwarze Brut, packen ihre Opfer und verzehren sie. Eine Verwandte dieser gemeinen Wespe ist die W e g w e s p e, die ebenfalls eifrige Jagd auf schädliche Insekten macht. Ganz eigenartig ist die Art und Weise, wie die Schlupfwespen die zu starke Vermehrung des Kohlweißlings verhüten, dessen Raupen oft in so großer Menge auf dem Kohl leben, daß sie alle Kohlblätter abfressen. Die kleine Schlupfwespe, kaum so groß wie die kleinen, gelben Ameisen, legt in die Körper der Raupen 20 bis 30 Eier, aus denen eifrige „Polizisten". Sie schweben zwischen Halmen und Blättern und morden ihre wehrlose Beute: Spinnen, Mücken und andere Fliegen. Ebenso eifrig sind die Sch wirr fliegen in der Vernichtung schädlicher Insekten, deren Larven ausgezeichnete Helfer sind im Kampfe des Gärtners gegen die Blattlausplage. Auch die Flors liegen oder G o l d a u g e n mit ihrem schlanken, blaßgrünen Körper, den florähnlichen Flügeln und den hervor- tretenben gotbiggrünen Augen sind mit ihrer Nahrung auf die Blattläuse angewiesen. Ihre Larven, Blattlauslöwen genannt, vertilgen an Rosen, jungen Obstbäumen und Fruchtsträuchern mit Gier und Ausdauer eine Unmenge der grünen Blattläuse. Die Eier der Goldaugen, die wie kleine Stecknadeln auf der Unterseite der Blätter stecken und deren mehrere dicht beisammen stehen, so daß das Gebilde aussieht wie ein zarter Rasen von Schimmelpilzen, muß jeder Gartenfreund kennen und schonen. Eine weitere nützliche Familie der Insekten bilden die Wasserjungfern, Libellen, auch Schneider genannt, die durch ihre schlanke Gestalt, ihre leichten Bewegungen und ihr schillerndes Kleid bekannt sind und dem Spaziergänger am Wasser durch ihre munteren Spiele von den ersten warmen Tagen des Frühlings bis spät in den Herbst hinein viel Vergnügen bereiten. Es sind ge- räßige Tiere, die auf ihrem schnellen Fluge eine große Anzahl Fliegen, Schnaken und Schmetterlinge verzehren. Auch ihre Larven, Nymphen genannt, machen unermüdlich Jagd auf Stechmücken, Schnaken und andere Wasserinsekten. So schulden wir der Jnsektenpolizei, die für ihre Zwecke gut eingerichtet und ausgerüstet ist, und die überall da erscheint, wo die Gefahr am größten ist, Dank für ihren nützlichen Dienst. Man lerne sie kennen und schone sie dann, alle diese kleinen Helfer, die so oft aus Unwissenheit, Mutwillen oder Gleichgültigkeit verfolgt und getötet werden. den zum Teil durch Funkverbindungen er. lediat von denen 15 nach europäischen Hauptstädten und sieben nach dem Osten führen wahrend für den Überseeverkehr K a b e l v e r b i n d u n - gen nach Neuyork, Rio de Janeiro, Mexiko, Havanna, Java, Santiago, Earacas, Manila und Bue- nos Aires bestehen. Die Erledigung der ungeheuren Telegrammberge erfolgt durch Schnelltelegra^ier- maschinen. Die Telegramme werden an besonderen Apparaten durch Lochungen in Papierstreifen hm- eingearbeitet, an Sende-maschinen weiter gegeben, die dem betreffenden fernen Amt In rasender Geschwindigkeit positive und negative elektrische Im« pulse zuleiten und bann die Telegramme fertig in Buchstabenschrift herausschleudern. Neuyork-Berlin in drei Minuten. Die 25 vorhandenen Sendemcrschinen können täglich je 6000 Telegramme bearbeiten.. Hinzu kommt «noch, baß die romanischen ßänber in ber Hauptsache eine französische Schnelltelegraphentype bevorzugen, während das britische Reich fast ausschließlich ein englisches System, Rußland oin russisches und die nordischen Länder ein schwedisches bevorzugen, und baß weiterhin alle diese Staaten von Deutschland die Anwenduna ihrer eigenen Apparate verlangen. Der Auslandsfaal des Telegraphenamtes stellt somit eine Weitaus- ft el Lung von T e 1 e g ra p h i e r ma s ch i n e n bar und die hier tätigen Beamten müssen bas Können und Wissen vieler ihrer Kollegen aus der gan- zen Welt in sich vereinigen. Dafür jedoch ist die Uebermittlungsgeschwindigkeit auch außerordentlich groß. Ein Telegramm aus Neuyork kann bereits brei Minuten nach seiner Absendung telephonisch burchgesprochen fertig auf dem Schreibtisch des Empfängers liegen. Mussolini empfängt eine deutsche Telegraphistin. Der internationale Fernsprechverkehr knüpft auch viele Berufsfreundschaften zwischen den hier tätigen Beamten an, die sich laufend von ber Geprachs- güte der Leitungen überzeugen müssen und so Gelegenheit haben, sich zu unterhalten. Oft sind wechselseitige Besuche die Folge. Eine deutsche Telegraphistin, die mehrfach in wichtigen Staatsgesprachen mit Mussolini verbunden hatte, wurde — zusammen mit ihrer römischen Kollegin — sogar vom Duce empfangen. Gerade die Beamten des Telegraphenamtes haben in den ersten Wochen und Monaten der nationalen Erhebung hervorragende Aufklärungsavbeit gegen die Greuelpropa- g anba geleistet. Oie Polizei in der Insektenwelt. Wenn um die herrliche Pfingstzeit die Erbe einem großen Garten gleicht, wenn ber blumengeschmückte Teppich der Wiese, der hochragende grüne Dom des Waldes, das vogelbelebte Gebüsch, bas fruchtbare Tal mit den grünen Saaten den sinnigen Menschen entzücken und erfreuen, bann erscheinen in dem Maienglück auch die frohbewegten Scharen der vielen Arten der Insekten. Käfer brummen, Bienen summen, Schmetterlinge gaukeln, Wespen surren, Hummeln knurren! Aber auch schädliche Kerfen zehren an Blatt und Blume, an Halm und Frucht. Und würden die ungestört ihr Wesen treiben, so würbe bas schönste Maiental bald ein Totental sein. Darum hat die Natur vorgesorgt, daß bie Verderber gefaßt und vertilgt werden von den zahlreichen Genossen ihrer eigenen Art, welche bas Amt der „Polizei" ausüben, um das Gleichgewicht Richtlinien der Reichspreffekammer für die Bezieherwerbung von Druckschriften. Von der Reichspressekammer wird durch das Deutsche Nachrichtenbüro u. a. auf folgendes hingewiesen: Durch eine Anordnung ber Reichspressekammer vom 23. Januar 1934 wurden den sogenannten Bezieherwerbern für die Ausübung ihrer Tätigkeit bestimmte Verpflichtungen auferlegt, um Ansehen und Würde der deutschen Presse zu wahren. Es gibt leider trotz scharfer Ueberwachung immer noch eine Reihe von Bezieherwerbern, die glauben, sich über diese Vorschriften, die an sich Selbstverständlichkeiten bedeuten, hinwegsetzen zu dürfen und die damit das Ansehen der Zeitungen und Zeitschriften, die sie vertreten, schwer schädigen. Solche Werber beweisen damit, daß sie untüchtig sind, und gehören beshalb mit Recht von ber weiteren Betätigung ausgeschlossen. Nachdem die Versuches durch forsches, drohendes Auftreten Bezugsbestellungen zu erzielen und damit die Provision zu verdienen, zum größten Teil unterbunden sind, glauben solche Elemente mit anderen Mitteln die von ihnen ausgesuchten Personen, insbesondere die Frauen in Abwesenheit ihrer Ehemänner, einschüchtern zu sotten. Sie mißbrauchen den Ausweis ber Reichs- prefjetammer, indem sie angeben, sie kämen im Auftrage dieser Behörde. Sie geben sich den Anschein von Amtspersonen, denen bestimmte Fragen zu beantworten seien usw. Zur Aufklärung sei bemerkt, baß von der Reichs- presiekammer niemand beauftragt ist, Volksgenossen, die nicht der Standesgemeinschaft der Reichspressekammer angehören, in ihren Privatwohnungen aufzusuchen. Schwindlern oder Betrügern, die auf solche Weise sich zunächst einmal Eingang in die Wohnung zu verschaffen suchen, weise man oon vornherein die Tür, wenn es nicht möglich sein sollte, bas nächste Polizeirevier zu de- nachrichtigen. Das gleiche gilt für Fälle, in denen mit dem sogenannten Studententrick ge» an unsere Mitbürger starken Widerhall findet. Mel-1 düngen sind an den Kreiswalter des Sängerkreises j Gießen, E. Koch, Ederstrahe 23, 2. Stock, oder Alte Klinik, Liebigstraße 1, Zimmer 1 (Telephon 2912) zu richten. Polizeibericht. Falsche Reichsbanknolen zu zehn und zwanzig K2H. im Umlauf. Reisende Verbreiter am Werke. Die falschen Reichsbanknoten zu zehn Mark Klasse A. 3 und die falschen Reichsbanknoten zu zwanzig Mark Klasse E. 10 sind im Buchdruckverfahren hergeftellt und von gleich mangelhafter Beschaffenheit. Sie tragen die Nummernbezeichnung 7 778 169 und 9 523 953. Das Papier ist im Griff und in der Stärke ähnlich dem echten, die Pflanzenfasern fehlen, die Wasserzeichen sind auf der Vorderseite durch Aufdruck mit leichtdeckender Farbe schwach oorgetäufdjt, gemusterte Blindprägung mit Kontrollstempel grob nachgeahmt, auf der Vorderseite ist in dem werblichen Bildnis das linke Auge — vom Beschauer aus gesehen — auffallend klein gehalten, das im Ausdruck entstellt wiedergegebene Gesicht erscheint durch die gebrochen gedruckte Schraffur teilweise wie mit leichten Pickeln besetzt, die Schriften und Unterschriften sind vielfach verkrüppelt. Auf ber Rückseite kennzeichnet die rohe arbeitet wird. In der Überzeugung, bei einer sauberen Arbeitsweise, die allein auf eurer Darlegung und Erklärung ber angebotenen Leistung, d h des Wertes der angebotenen Zeitung ober Zeitschrift beruhen kann, keine Erfolge zu erzielen, versucht man auf bie Tränendrüsen durch mitleid- erregende Erzählungen zu wirken. Es wird vorgetragen, daß man gezwungen fei, um fein Studium fortfefeen zu können oder um es zu beenden, durch den Vertrieb von Zeitschriften sich die Mittel fijbefint.cn, daneben JrauchMan- behelf zu bezeichnen und schändet dadurch bie ehr- ner mit zahlreicher Familie, der wirb sicherlich gern liehe Arbeit, wie sie tagtäglich von anständigen Be- seinen Beitrag zu ber Sammlung geben, um öiejen rufsgenossen geleistet wird. Sowohl die Bezieher- Faunen Kämpfern unseres Führers und Volks- werber, als auch die Studentenschaft lehnen es . (et5 Adolf Hitler den Kampf ums Dasein ab, mit diesen Leuten sich irgendwie verbunden zu { u erleichtern. Jedermann gebe nach fühlen. Ihnen wäre es gut, wenn sie erst einmal L Möglichkeit! Wer das Glück hat, in dem Aufbau dienen, wenn man solchen „Werbern" sich ganz selbstverständlich moralisch verpflichtet einen Auftrag erteilt. Wer mit einem solchen ober fühlen, die Geldsammlung für den edlen «Zwecr ähnlichen Trick sich einzuführen versucht, beweist durch ein größeres Opfer in ihrem Ergebnis von vornherein, baß er wirklich Wertvolles nicht verstärken. Der große Dank, den wir alle unsrem anzubieten vermag; man weise auch ihm unb seiner SA. schuldig sind, möge bei dieser ohne weiteres die Tür. , , Sammlung im Rahmen unserer Stadt durch reich- Kreisbetriebözellenabteisung Gießen, liche Spenden einen guten Ausdruck finden! Die Betriebszellen obleute von Firmen mit 15 Arbeitnehmern werden zu einer dringenden Besprechung für Donnerstag, 17. Mai 1934, in bas Haus der Arbeit, Gesamtwiedergabe des Notenbildes mit den un- Schanzenstrahe 18, einberufen. In Firmen, wo Zeichen, zerfressenen Schriften die Nachbildung als fein Betriebszellenobmann vorhanden ist, hat em roI, 0^ne weiteres. Eine Deraus^eberin wird m Vertreter des Vertrauensrates zu erscheinen. In verschiedenen Städten gleich beschrieben wie folgt! Anbetracht der Wichtigkeit der Besprechung müffen etn)a 40 ^re aft, 1,60 bis 1,62 groß, schlank, wir um pünktliches Erscheinen dringend ersuchen. jd)maIe5 basses Gesicht und gerade spitze Nase. Für Die Herren Wirtschaftsführer werden gebeten, Öen kie Aufdeckung ber Falschmünzerwerkstatt und babetreffenden Personen Urlaub zu geben. 3 e 11 j}infü^renbe Angaben hat die Reichsbank eine Bell h r. I foijnung bis zu 3000 Mark ausgesetzt. Heil Hitler! Spanische Schatzschwindler am Werk. lrfi5betrkb"«®nobmann: 3" den letzten Tagen haben wieder verschiedene ÄreisbetrteDSdeuenoDmann. $cr|onßn Briefe aus Barcelona (Spanien) be« Achtung! NS.-Gememschast kommen, in denen die Adressaten gebeten werden, Xtttvfo t dem Schreiber, der angeblich als Gefangener in ,/MFair uuruy JICUVV . einem Gefängnis sitzt, zur Zurückziehung eines gro- Der Heimatabend von heute abend im (Eaf6 ^eren Geldbetrages in Höhe von 1800000 Fr. zu Leib findet nicht statt. Die bereits bezahlten Lverhelfen. Der Geldbetrag soll sich in einem Koffer, Programme können gegen Erstattung des Eintritts- -er auf einem französischen Bahnhof lagert, be» gelbes bis zum Freitag, 18. Mai, an den unter- finden. Für die zu leistenden Dienste wird den zeichneten Kreiswart, Gießen, Wetzsteinstraße 8, Adressaten ein Drittel der genannten Summe zuzurückgegeben werden. gesichert. Aehnlich lautende Schreiben wurden schon Heil Hitler! I seit Jahren in größeren Mengen nach Deutschland Gez. C h r i st, Kreiswart versandt. Es handelt sich um ein internationales der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude^. Schwindelunternehmen. Personen, die noch im Be- provinzialausschuß-Sitzung. U * ** In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Pro- TMrthfrttnerte vinzialausschusses der Provinz Oberhessen kamen « folgende Sachen zur Verhandlung: Stadttheates-Orchesteks. £ ^n'°P°-izeib7seh?°b" Auf die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Eildienst frcitU Amtsgericht Gießen. Stadt Marburg gegen a) den Landesfürsorgever- 9f m t a e r i di t Kieken wird uns band Dolksstaat Hesien, b) den Bezirksfursorgever- ^as^ Amtsgericht Gießen bat für fofteVtor^Gne ^Muller"aus^Marburg°un^ fachen einen täglich, mit Ausnahme der Samstage S^bn Erledr ck Wllbelm Müller wur^e der Zaw und Sonntage, mit Schluß der ordentlichen Dienst- L K-°° stunden beginnenden und bi- 18 Uhr durchgehenden ger den Betrag von 878.40 RM. nebst 6Vo Zinsen Z^l di en st emgefuhrt der durch eine an dem vom 7. September 1933 an zu zahlen. Im übrigen Hauptemgang; bes ^nnbpcf °n^ß würbe bie Klage als unbegründet 3urücfgemie en 3U ^rl;^en jJ*-. ^ur J.16 ®Qm5tage unb © nn g unb bie Kosten zu zwei Drittel bem Lanbesfürsorge- ?erbIei&t. «t .bc* Ve u obe b i n a t Saftaä^t,fCn Unb 3U eln Bri“el bem SIä9" dur b i H g = 6 ™ t g e g "n g e n o mm = nun% L>°r Bezirks,iir,°rg°v°rb°nd de- Kreise- M-seld erledigt, die keinenAusschub bi- Zum Beginn mürbe auf Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des &6r nächsten ordentlichen Dienststunden vertrag n. Kreises Friedberg verurteilt, an den Kläger Für- (Qie Verspäteten Eisheiligen. Ä0'ten 065 rechts,trett-s 3«- tragen. morden. Während gestern kurz vor 6 Uhr der Regen Quartiere auch in den Außenbezirken unserer Stadt, z. B. in ffir untere faarbeuffdten Ifrütter1 der Nähe des Professorenecks, in Schneegestöber sur untere Jöarneui|a?en neuner. iibergins und einen empfindlichen Temperaturrück- Am kommenden Samstagnachmittag treffen, wie mit sich brachte, sank in der letzten Nacht schon kurz berichtet, die Mitglieder desMänner-die Temperatur unter Nu 11 Grad. In gesangvereins 1867 zu F r i e d r i ch s t h a l tieferen Lagen sind leider die Frühkartoffeln, Boh- an der Saar auf ihrer Deutschlandfahrt hier ein. nen, Tomaten unb Dahlien erfroren. Erfreulicher- Unsere saardeutschen Sangesbrüder werden um meise hat aber der Frost den Obstbäumen keinen 20.30 Uhr in der Volkshalle im Rahmen einer Schaden zugefügt. großen Saarkundgebung ein Konzert dar- X bieten. Der Besuch von der Saar und die Kund- ^Vr/MNatiir UNO ^NNZ. II (? sl f ( r eil E D st- bi Erkennt die Gefahr! ver- nerkennung oer» Feierliche Semestereröffnung in der Reuen Aula in einem Adolf Hitler. J ■ II V' Ü die Unschuld des Angeklagten. Es F r e i f p r u ch. Die Kosten trägt aufnahme ergab erfolgte deshalb die Staatskasse. Ein befehl haben H et in et en r eint; tn ien ts. ein 'Bis rem e|er ch. t an> lügen Mai, Serie. en. uns 0 sch ien|b nben bem ode W ixd) >nyi und ieginn ragen. Amtsgericht Gießen. Mann aus Reiskirchen erhielt einen Straf- in Höhe von 20 Mark, da er es geduldet sollte, daß in einem von ihm erbauten und Mutter und Kind sichern die Zukunft des deutschen Volkes! Opfert für sie! Der überaus wohlgelungene Abend klang aus dreifachen Sieg-Heil auf unfern Führer Dneflaffen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ft. 11. Die Verlängerung der Reichszuschüsse für Jnstandssetzungsarbeiten bis Ende März 1935 erstreckt sich auf alle diejenigen Anträge, die bis 31. Januar 19 3 4 gestellt und genehmigt waren. Rach dem 31. Januar 1934 find keine Anträge mehr genehmigt worden. Der Antrag auf Verlängerung muß beim städtischen Hoch- und Tiefbauamt besonders gestellt und begründet werden. iene be» eben, r in grö. r. zu öfter, , be> den i zuschon M nales i Be- diese kmrern pädagogischen Talent leitete, und die in ihrer gesundheitlichen Wirkung überzeugen. Die von ihr selbst getanzten Studien zeugten von in seinem Eigentum stehenden Schlachthaus ein Schwein geschlachtet wurde, ohne nach gesetzlicher Vorschrift beschaut worden zu sein. Die Beweis- eiligen rgelM beleijrt Reger . B. it töbei turrüi1 . Rot ab. Z! n, M iulichen W Deutscher Abend der AS.-Frauenschaft Gießen-Mte Uli’N 'J 'n sich gegenseitig zu beschuldigen, daß die Hochschule unfruchtbar sei. Die Universität sei der glühende Schmelztiegel, in den sich alle hineinwerfen mühten, um aus dieser Gemeinschaft heraus Gröhes zu vollbringen. Alle Forderungen, die jetzt gestellt würden, feien unter diesem Gesichtspunkt zu verstehen. Rur wer sich in diesem Feuer bewährte, könnte die Widerstände überwinden und die Aufgaben lösen, die uns niemand abnehmen kann, zum Wohle Deutschlands. Oer Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Adam der nach dem Rektor sprach, führte folgendes aus: Geschichte sei der ewige Kampf gewesen von Treue gegen Untreue, Freie gegen Unfreie und letzten Endes der Kampf Germaniens gegen Rom. Deutschland stände nicht da, wo Asphaltmänner Kultur machten und wo man rauschende Feste aufzöge, sondern nur bei den braunen Soldaten Adolf Hitlers. Auch könne man Deutschland nicht bei den Nörglern und Kritikastern finden, heute sei dort Deutschland, wo sich die Jugend im Lager zusammenfände. Die Jugend müsse sich der Verantwortung, die sie am 7. Februar bei der Verkündung des neuen Studenlenrechtes übernommen habe, gewachsen zeigen. Dann gab der Studentenschaftssührer in großen Zügen den D i e n st p l a n für das kommende Semester bekannt. Er sprach von der Einführung des D i e n st b u ch e s, das jeder Student zu führen habe. Die politische Schulung der 1. bis 3. Semester habe das Lehramt für politische Erziehung übernommen, während die älteren Semester durch die SA.-Stürme politisch geschult würden. Durch SA.-Dienst und Kameradschaftshaus werde die Jugend zu Nationalsozialisten erzogen. Die älteren Semester fänden sich in der Fachschaftsarbeit zusammen, um von hier aus den Kampf gegen die reaktionäre Hochschule zu führen und an dem Bollwerk der alten Hochschule zu rütteln. Jeder Student sei verpflichtet, den gesamten angesehten Dienst mitzumachen, falls er nicht sein Studium gefährden wolle. Die älteren Semester dürften nicht zuschauen, wenn die jüngeren Kameraden durch strammen Dienst stark beansprucht würden. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte der Redner, daß ein Volk Stolz und Ehre haben müsse, um nicht dem Untergang preisgegeben zu sein. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler wurde diese erste Veranstaltung der Universität in diesem Semester, die sämtliche in Gießen anwesende Studenten versammelt sah, geschlossen. UN' als । in )lgti ant, Für do- Die NS. -Frauenschaft Gießen-Mitte veranstaltete am Montag im Cafe Leib einen Deutschen Abend, der über Erwarten gut besucht war. In ihrer Begrüßungsansprache forderte die Ortsfrauenschaftsleiterin, Pg. Frl. H o ch st ä 11 e r, die Besucher auf, den inneren, viel wertvolleren Menschen einmal nach außen zu kehren und alle Sorgen über Bord zu werfen, um sich frohen Herzens an der Vortragsfolge des Abends erfreuen zu können. Nach einem von Frl. Annaker vorgetragenen Begrüßungsgedicht, das in sinnvoller und neckischer Weise auf das Abendprogramm Bezug nahm, fang der NS.-Frauensingchor unter der bewährten Leitung seiner Dirigentin, Frau Friedrich Schäfer, ein mit großem Beifall aufgenommenes historisches Volkslied aus dem Jahre 1540 „An die deutsche Nation". Im Anschluß.daran sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin pg. Brink- hoff-Laubach über „D i e Frau in der Volksgemeinschaft". Anknüpfend an die vor der nationalsozialistischen Erhebung liegende Zeit, wo über allem Erdendasein ein grauer Schleier lag, weil die Not überall ihre Linien hineingezeichnet hatte, führte die Rednerin weiter aus, wie trotz dieser alles erdrückenden Not die Vergnügungsstätten überfüllt waren, weil die Menschen einfach das Bedürfnis hatten, das Elend einmal abzuschütteln. Das war das Bild der damaligen Zeit, aber heute fehen wir vor uns ein anderes Bild. Die rauschenden Feste sind verschwunden, — verschwunden auch die lüsternen Vergnügungsstätten mit wonnen haben! Vorsicht bei Maiglöckchen! Die Giftigkeit der Tollkirsche, der Herbstzeitlose und ähnlicher Töchter unserer deutschen Herbstflora ist heute im Volk hinlänglich bekannt. Weniger verbreitet ist die Kenntnis von der Giftigkeit des Maiglöckchens, der lieblichsten Tochter des Frühlings. Blätter und Blüten dieser Pflanze erzeugen nämlich einen Stoff, der im menschlichen Körper einen stark erregenden Einfluß auf die Herztätig-- atteft । in d- hätte- • besst estrebt« streik. dürtz tunW it tot * ieneW Meiis 'tW' u bie^ nU ins einbllk c B Hen,J siebet nne^ aus J gnisr. > I . . iin^ !01 i-" be";, f .nF I Mit der Machtübernahme durch Adolf Hitler wurde auch hier die Bahn frei. Hermann Göring war es, dessen Initiative die Gründung des Reichsluftschutzbundes zu danken war. Alle bis dahin nebeneinanderlaufenden Bestrebungen wurden einheitlich zusammengefaßt, und in wenigen Monaten wurden die unerläßlichen Voraussetzungen für die Arbeit des Bundes geschaffen. Oberstes Gesetz ist: Die Wirkung jeder Waffe, auch des Flugzeugs, kann beschränkt, kann abgewehrt werden, wenn der Wenfch — die riesengroßen Gefahren erkennend — es will. Wille und Geist wirken im Reichsluftschuhbund zusammen. In zahlreichen Städten Deutschlands ist es bereits im vergangenen Jahre gelungen, große Teile der Zivilbevölkerung von der Notwendigkeit des Luftschutzes und der bis in alle Einzelheiten verbreiteten Abwehr zu überzeugen. Immer stärker wird in allen Gauen die Einsicht, daß wir den gewaltigen Vorsprung, den unsere Nachbarn in der Luftabwehr durch zähe Kleinarbeit erreicht haben, einholen müssen, und allerorten finden sich die Volksgenossen zur Mitarbeit im Reichsluftschutzbund zusammen. Auch Gießen soll und darf nicht zurückstehen. Der Reichsluftschutzbund bietet, dank seiner ausgedehnten Organisation, der gesamten Bevölkerung im Ernstfälle einen weitreichenden Schutz. Der Beitritt zu dieser Organisation, die einen Mindest- jahresbeitrag von einer Reichsmark erhebt, ist die Pflicht jedes guten Deutschen, der dazu beitragen will, Heimat und Herd zu schützen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Ehrenrettung unserer Amsel. Den beiden Katzenfreunden, die in ihrem „Eingesandt" unsere Amsel als einen gemeinen „Nesträuber" bezeichnen, möchte ich folgendes mitteilen: Als große Vogelfreundin habe ich in langjährigen Beobachtungen unsere einheimische Vogelwelt genau kennengelernt, wozu mir ein parkartiger, mit Singvögeln reich bevölkerter Garten zur Verfügung stand. Zählte ich in einem einzigen Sommer doch einmal nicht weniger als 25 Nester. Den schlagendsten Beweis dafür, daß die Amsel nicht zu den Raubvögeln zu zählen ist, liefert die Tatsache, daß die Vogelwelt selbst die Amsel nicht zu ihren Feinden zählt, sondern friedlich, oft mit ihr denselben Baum bewohnt. Ich erinnere mich, daß in einer schmalen Zwerqeiche Amsel und Buchfink zu gleicher Zeit ihr Nest bauten, der Buchfink etwa zwei Meter über der Amsel. Beide Parteien vertrugen sich vortrefflich, und beider Jungen wurden groß. Ganz anders ist es, wenn ein wirklicher Nesträuber sich im Garten blicken läßt. Naht ein Katze ober läßt sich ein Rabe, oft nur vorübergehend, auf einem Baumwipfel nyber, fo verstummt sofort iebes frohe Lieb, unb man hört nur Klagelaute und Angstgefchrei. Allerdings wird es mitunter vorkommen, daß eine Amsel sich an der Brut eines kleinen Vogels vergreift, das ist aber stets ein Ausnahmefall, der nur in einer Notzeit in Erscheinung treten mag. Bekanntlich lebt die Amsel vorzugsweise von Würmern, Schnecken usw. Bei großer, anhaltender Trockenheit zieht sich das Gewürm tief in den Erdboden zurück, und auch die Schnecken verschwinden. Da weiß die Amsel oft nicht, wo sie die Atzung für ihre Jungen hernehmen soll, und sie vergeht sich wohl auch einmal in ihrer Not an der Brut eines anderen Vogels. Man sollte deshalb aber die Amsel nicht als einen gemeinen „Nesträuber" bezeichnen. Sie gehört zu unseren nützlichsten Singvögeln, ihr Nutzen im Vergleich zum Schaden ist gleich 25 zu 5. Und wer möchte ihren melodischen Gesang missen? Gönnen wir ihr als kleine Gegengabe auch gerne einmal einige Erdbeeren, es kommen noch genug auf unseren Tisch. —cf. ft $ „J- Fliegeralarm! Verdunkelte Häuser, Plätze, Straßen, platzende Bomben, die Schreie der Verletzten, brennende Gebäude, panischer Schrecken, namenloses Leid — daran erinnern uns von Zeit zu Zeit die Aelteren, die im westlichen Deutschland in Den letzten Kriegsjahren die Schrecken der Fliegerangriffe kennengelernt haben und ständig auf einen feindlichen Angriff gefaßt fein mußten. Seitdem hat sich unendlich viel zu unserem Nachteil geändert. Riesenhaft, in nie geahntem Ausmaß sind die Luftgeschwader aller Rachbarstaaten angewachsen. Immer stärker wurden die Dolore der Flugzeuge, immer größer die Zahl der mitgeführlen Bomben, immer ausgedehnter im Aktionsradius, keine deutsche Stadt, kein Dorf, keine Bahnstation, kein industrielles Werk ist vor ihnen sicher. Beispiellos war die Entwicklung — noch ist kein Ende abzusehen und immer eindringlicher wird die Frage des Schicksals an das deutsche Volk gestellt. Lange Jahre haben wir tatenlos zugesehen, Parteihader, pazifistische Illusionen, weltfremde Theorien haben selbst eine Abwehr unmöglich gemacht, die uns sogar die anderen gestatteten, willenlos ließen wir uns treiben, lieber den Sorgen des Alltags, die niemand zu meistern wußte, vergaßen wir die Zukunft. Nur wenige Einsichtige rafften sich auf, schufen die ersten Abwehreinrichtungen, konnten sich aber nicht in die Breite entwickeln, weil Sozialdemokraten und Kommunisten sich sperrten und das Bürgertum, von Sorgen fast erdrückt, gleichgültig blieb. ** Von der Universität. Umgewandelt wurde am 28. April 1934 die auf Grund des § 4 des Reichsgefetzes vom 7. April 1933 erfolgte ^Dienstentlassung der außerordentlichen Professorin für klassische Archäologie an der Landesuniversität Gießen Dr. Margarete Bieber mit Wirkung vom 1. Juli 1933 an in eine Versetzung in den Ruhestand nach § 3 des vorgenannten Gesetzes. ** Arbeitsjubiläum. Man berichtet uns: Am 11. Mai feierte der Werkzeug-Dreher Ludwig Schmidt aus Lindenftruth sein 25jähriges Blrbeitsjubiläum bei der Fittingsfabrik Bän- minger G. m. b. H. in Gießen. Die Feier fand an Beinern schön geschmückten Arbeitsplatz statt. Außer ien Arbeitskämeraden der Werkzeugmacherei er» ßchien um 10 Uhr eine größere Abordnung der Gefolgschaft und überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche und die von der Gefolgschaft gestifteten ^Geschenke. Ein Geschenk seitens der Firma wird ihm am Tage des 25jährigen Geschäftsjubiläums überreicht werden. w ** Evangelisch-kirchliche Personalien. Uebertragen wurde dem Pfarrer Karl B e r n- □ e tf zu Stockhausen die 1. evangelische Pfarrstelle ju Alsfeld, Dekanat Alsfeld: dem Pfarrer Berthold Li t e l zu Mainz-Weisenau die 2. evangelische Pfarr- iteüe zu Langen Dekanat Offenbach a. M.: dem Oberkirchenrat Rudolf Zentgraf zu Mainz die evangelische Pfarrstelle zu Bingenheim, Dekanat Nidda; dem Pfarrer August Herber zu Wölfersheim die evangelische Pfarrstelle zu Mainz-Weisenau, Dekanat Mainz. ** Maienblasen. Bei dem heutigen Maien- blasen um 19 Uhr vom Turme der Stadtkirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2. Das treue deutsche Herz. 3. Das Heidenröslein. ihren unnatürlichen Auswirkungen, aber eine große innerliche Freude hat heute das deutsche Volk ergriffen, denn alle erfüllt das Bewußtsein, daß es wieder aufwärts geht und daß wir das von unserem Führer gesteckte Ziel erreichen werden, wenn wir wieder eine große Volksgemeinschaft werden und an einer gemeinsamen Arbett bauen. Wohl gibt es noch einige Zweifler, die abseits stehen und nicht rnitrnachen wollen, weil sie kein Vertrauen haben und glauben, es ginge auch ohne sie. Diese Außenseiter zu erfassen und zu überzeugen, ist Aufgabe eines jeden, denn jeder muß mithelfen, wenn die große Arbeit zu einem guten Ende geführt werden soll. Und da sollen besonders wir Frauen das gemeinsame Zusammenstehen erlernen, um zu einem gemeinsamen Zusammenhalten zu kommen, denn uns Frauen fällt die wichtige Aufgabe zu, die Erziehung unserer Jugend zu leiten, sie zu bewußt deutschen Männern und Frauen heranzubilden. Und wenn die Jugend oft andere Dege geht, denen wir Erwachsene scheinbar nicht folgen können, dann sollen wir die Fehler nicht an der Jugend suchen, sondern an uns und uns bemühen, sie zu verstehen, alles kleinliche abzulegen, dann werden wir ihnen auch hierin Wegbereiter sein und ihnen den Rationalsozialismus der Tal vorleben können. starker Begabung und überraschendem technischen Können; der letzte, mehr ins Operettenhafte gehende Tanz dürfte jedoch aus dem Rahmen einer Gyrn- nastikvorführung etwas herausgefallen fein. ' Zufammenfasjend muß man sagen, daß die f «Siebenen Arbeitsergebnisse hohe Anerkennung dienen; es war überaus fesselnd, das Können der Schülerinnen, die ja auf den verschiedensten Altersstufen standen, zu vergleichen und die Einwirkung längerer oder kürzerer Schulung, angeborener Begabung und anerzogener Körperbeherrschung festzustellen. Reicher Beifall des interessierten Publikums begleitete alle Teile des anregenden Abends. Möchte er der Gymnastik neue Jüngerinnen ge= feit ausübt und in größeren Mengen gefährlich wirkt. Die Giftigkeit Des Maiglöckchens und ähnlich wirkender Pflanzen, wie z. B. des roten Fingerhuts oder des Oleanders, ist aber besonders bedenklich bei Kindern, die nur zu leicht versucht sind, alles, was ihnen in die Hand kommt, in den Mund zu stecken. Während dies z. B. beim Sauerklee in geringer Menge ungestraft geschehen kann, würde ein einziges Blatt des Fingerhutes beim Kinde tödlich wirken. So gefährlich ist nun gerade das Maiglöckchen nicht, doch kann es z. B., einfach in den Mund gesteckt, leichtere Erkran- kungserfcheinungen nach sich ziehen. Besondere Gefahr besteht weiter dadurch, daß Wasser, in dem Maiglöckchen längere Zeit gestanden haben, als direktes Extrakt dieses Maiglöckchengiftes anzu- sehen ist. Die Giftigkeit des Maiglöckchens soll keineswegs überschätzt werden, falsch und unverantwortlich aber wäre es, sie aus Leichtsinn oder Nachlässigkeit zu unterschätzen. BornoNzen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr, „Fiesko". — NSLB., Abteilung Höhere Schule, Fachschaft für Deutsch: 16 Uhr, Oberrealschule, Sitzung. — NSLB., Kreis Gießen: 15.30 Uhr: Haus der Deutschen Arbeitsfront, Tagung der Arbeitsgemeinschaft Volksschule. — Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr, Hotel Hopfeld, Zellen 4 und 5, Zellenabend. — Ortsgruppe Gießen-Nord der NS.-Hago: 20.15 Uhr, „Aquarium", Mitgliederversammlung. — Ortsgruppe Gie- ßen-Nord, Zelle 4: 20.30 Uhr, Kaufmännisches Vereinshaus, Zellenabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spione am Werk". — Bergschenke: 20 Uhr, Reichswehrkonzert. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Aula der Universität: 20 Uhr, Licht- bilderoortrag über die „Contax". — Stadttheater Gießen. Im Rahmen der „Oberhessischen Kulturwoche" veranstaltet das Orchester des Stadttheaters unter Leitung von Kapellmeister Fritz C u j e und unter Mitwirkung der Konzertpianistin Frl. Irmgard Decker (Gießen) als Gast am morgigen Donnerstag ein Symphoniekonzert in Gestalt eines Beethoven-Abends. (Siehe heutige Anzeige.) — Abonnementskonzerte unserer Reichswehrkapelle. Am heutigen Mittwoch wird die Folge der 6 Abonnementskonzerte unserer Reichswehrkapelle auf der Bergschenke ihren Anfang nehmen. Es werden im Mai, im Juni und im Juli je zwei Konzerte unter Leitung von Obermufik- melfter Krauße gegeben. Die Konzerte dürften bei dem mufifliebenben Teil unserer Bürgerschaft angesichts der hohen künstlerischen Qualitäten unserer Gießener Bataillonsmusik starkes Interesse finden. (Siehe gestrige Anzeige.) — Die Pfing st führten des Hapag - Reisebüros nach Rothenburg o. d. Tauber und an den Rhein werden in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte noch einmal in Erinnerung gebracht. Da der Reiseverkehr bekanntlich zu Pfingsten immer sehr groß ist, erscheint schnelle Anmeldung zu diesen Pfingstfahrten geboten. Man beachte die Anzeige. Gestern abend fand in der Neuen Aula der Universität die feierliche Eröffnung des Sommer- semesters 1934 statt. Der Führer der Gießener Studentenschaft, cand. jur. Heinz-Jürgen Adam, eröffnete die Kundgebung und kam auf den Sinn dieser Veranstaltung zu sprechen. Dann gedachte er des beim Skiläufen im Walsertal tödlich verunglückten Kameraden cand. med. Ernst-Walter Wirth als einem der Besten, der vorn Schicksal allzu früh ereilt wurde. Zum stillen Gedenken an den Verstorbenen erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Oer Rektor der Landesuniversität Prof. D. Bornkamm ergriff daraus das Wort und führte u. a. folgendes aus: Nicht zum ersten Male ständen Dozenten und Studenten der Universität anläßlich einer Kundgebung zusammen. Zunächst gelte es, zurückzublicken aus das vergangene Semester, das sie beide gemeinsam durchlebt hätten. Die im vorigen Halbjahr begonnene Arbeit müsse nun fortgesetzt werden. Das wichtigste, was ihnen das letzte Semester gegeben hätte, sei die unbedingte treue Kameradschaft. Auf dieser Grundlage müßten die weiteren Ausgaben aufgebaut und gelöst werden. Vieles sei im letzten Semester noch Anfang und Uebergang gewesen, aber ein fester Grund sei gelegt worden: ohne Ansehen von Stand und Alter sei die gegenseitige Achtung gewachsen durch den kameradschaftlichen Zusammenschluß. Wenn auch gegen eine lleberbelaslung von feiten der Kommilitonen Klage geführt worden sei, so könne er doch heute voller Stolz und Dankbarkeit erklären, daß die wissenschaftlichen Leistungen besser gewesen seien als früher. Die rechten Kerle einer Generation, die weiß, was ihr auserlegt ist, seien gefunden worden. Die K a - meradschast, die man im letzten Semester entdeckt habe müsse als diskussionsloses Gebot in Zukunft bestehen bleiben. Dann kam der Rektor auf die eigentlichen Ausgaben der Universität zu sprechen. Die heutige Hochschule habe noch Dieselben Verpflichtungen wie die frühere Universität, denn weder die wissenschaftliche Ausbildung, noch die Erziehung für den Beruf sei der Hochschule abgenommen. Die ganze wissenschaftliche Arbeit müsse auf ein Ziel gerichtet sein und ins helle Licht des Nachdenkens gesetzt werden. In der Spezialisierung der einzelnen Fächer, so führte er u. a. weiter aus, haben wir den Mangel der Universität vor uns empsunden.^Heute hat sich die Universität die politische Schulung als Ziel gesetzt. Wenn es nicht gelingt, all das, was im deutschen Geisteswesen da gewesen ist, aufzuschließen, dann wird die Universität sterben. Wir befänden uns jetzt auf der Entdeckungsfahrt in ein unbekanntes Land. Infolgedessen müßten wir immer etwas Neues suchen. Es habe keinen Zweck mehr, Bisher stand über unserer Frauenarbeit die soziale Arbeit aller Volksgenossen, wie wir sie im Win - terhilfswerk vorfanden. Nun, nachdem diese» abgeschlossen hinter uns liegt und durch seine gedeihliche Arbeit unsere notleidenden Volksgenossen vor Hunger, Kälte und weiterer Verelendung geschützt hat, eröffnet sich uns durch das neue große Hilfswerk „M utter und Kind" ein weiteres überaus wichtiges Betätigungsfeld. Für diese Riesenarbeit brauchen wir wieder jede Dolksgenos- s i n. Helfen soll jede, und wenn es nur mit gutem Rat oder freundlichem Wort ist, keine darf sich fortan wegen Mangel an Zeit oder Kraft entschuldigen, darum „klag nicht, hilf, pack an, nutze die Zeit und erkenne in ihr einen neuen Prüfstein für das Wort Volksgemeinschaft." • Wir sollen fortan Düller sein für ein ganzes, großes, deutsches Volk, Kameradinnen unseren 2Hännern im Kampf um Deutschlands Auferstehung und stolz sein auf die heutige große Zeit. Oie unterhaltenden Darbietungen. Nach diesem gut durchdachten Vortrag, der in den Herzen aller Widerhall fand, sang Frau W e y l mit gut geschulter Stimme und sicherer Tonwiedergabe in Begleitung der Damen Frau Luley (Klavier), Frl. Zimmer (Violine) und Frl. W e y l (Cello) drei Volkslieder von Joseph Haydn. Nach einer Pause, in der den Besuchern reichlich Gelegenheit gegeben war, durch die Tombola für wenige Pfennige die schönsten Gewinne, u. a. eine vom hiesigen Verkehrsoerein gestiftete Autobusfernfahrt ins Blaue, einzuheimsen, trug der Friedberger Mundartdichter Wilhelm Philipps „Wetterauer Hausmacher" vor, unter denen „Die Himmelsahrts- tour" besonders stürmische Lachsalven hervorrief und größten Anklang fand. Ebensoviel Heiterkeit löste das zweiaktige Wetterauer Volksstück „Die Bienekeenigin" aus, die die anerkannt vorbildliche Friedberger Spielschar in vollendeter Weise wie- bergab. Große Strafkammer Gießen. Wegen Betrugs «in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung wurde ein Versicherungsvertreter zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte nahm, entgegen den Aufnahmebedingungen, Leute in die Versicherung auf, die das vorgeschriebene Alter schon überschritten hatten. Um sich die Provision zu beschaffen, änderte dann der Angeklagte das tatsächliche Alter in ein falsches um. Außerdem bewog er die Geschädigten durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, der Versicherung beizutreten. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Sodann befaßte sich die Kammer unter Ausschluß der Öffentlichkeit mit einem Manne aus Göbelnrod, dem die Anklage in zwei Fällen Verbrechen gegen die Sittlichkeit zum Vorwurf machte. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten. Die Kosten trägt der Angeklagte. »• Nachdruck verboten! 7. Fortsetzung. ge- Denlsche Gladiolen sowie 2873 A Dahlien aller Klassen Karl Haardt Telefon 247 Dillenburg machtl 2953 A Ganzleinenband RM.4.80. CARLTsinwarK GIESSEN SELTERSWEG8I iiiiiiiiiiiiiliiiiiillliiiliiiillliliiiliiiillllllilillliillilillilililllllliliilliillillllll 2326 A lIIIIIIIIIIII!!I>>IIIIIIIIIIIIIl>IIIII«IIIIII!IIIIIIIIIlIIIII«IIIIIIIIIIIIIIII!llllllllll»U Zi B JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER 404170 GEWINNE,20 PRÄMIEN bei» die Gi Ai oiMkUHKk Abendstem Di Sagemehl ■ Sirenen gratis ab Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sitten buch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 3.—, gebunden RM. 4.—. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM.3 Zu beziehen durch jede Buchhandlung! Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde -Sein Appetit war gestillt. Noch war das Mädchen nicht aufmerksam worden und stand ihm doch fast gegenüber. Bernd Caßler, sonst Frauen gegenüber von nah schüchterner Hilflosigkeit, ließ sich durch 3.GELDLOTTERIE Stromverbrauch am Waschtag 20-30 Pfg. Auf Wunsch Ratenzahlung. Plötzlich schien ihm etwas einzufallen. Sems Hände wurden unruhig. Dann griff er hastig nach der Brieftasche und suchte zwischen Papieren unb Zeichnungen. Sie standen in den Anlagen in der Nähe des Bahnhofsvorplatzes. Menschen hasteten an ihnen vorüber. Keiner beachtete die zwei. „Da!" lieber sein Gesicht ging ein befreites Auf. atmen. „Hier bitte, lesen Sie! Ein Auftrag von der Chemie-AG., ein Prestigeauftratz für mich. Meine ganze Zukunft kann davon abhängen." Sekundenlang schauten die blauen Mädchenaugen wie gebannt auf den Geschäftsbriefbogen. Chemie. Aktiengesellschaft — und ein Name als Unterschrift, der zwei Tage ihres Lebens zurückrief, die lange, lange entschwunden und doch voller Lebendigkeit in Liebe und Erinnerung geblieben waren, als seien sie eben erst vergangen: Rainer von Rakenius. Ellen Ehlers fühlte nicht, wie Bernd Caßler wäh. rend der wenigen Minuten, in denen sie las, ihr Bild in sich hineintrank. Das war das Gesicht, das er suchte. Jetzt war er seines Sieges gewiß, wenn das schöne Mädchen seinen Wunsch nicht abschlagen würde. „Das ist alles, gnädiges Fräulein. Sehen Sie die Beilagen. Die Bilder sind mir zurückgegeben worden. Man will dort keine Filmschauspielerinnen. Man will unangetastete Schönheit — unbekannt fast, möchte ich sagen. Doktor von Rakenius muß ein sonderbarer Geist sein — aber werden Sie mir helfen?" Ellen Ehlers las aufmerksam den Text. Er betrieb die Wirkung eines neuen kosmetischen Mittels, das die Chemie-Aktiengesellschaft ganz groß auszuwerten gedachte. Man suchte einen idealen Schönheitstyp. Und dazu wollte der Künstler sie konterfeien? Ellen wurde blutrot. Bernd Caßler schien ihre Gedanken zu erraten. „Nur eine ganz kurze Sitzung. Sehen Sie, ich bin ja kein Porträtmaler. Eine kleine Skizze Ihres Kopfes, gnädiges Fräulein." „Und ich soll so [ein, wie es hier in dem Briefe verlangt wird?" Ein wenig echt weibliche Freude siegte in diesem Augenblick in dem ernsten jungen Mädchen. „Sie sind so!" sagte Bernd Caßler einfach. In Ellen Ehlers Augen trat zum ersten Male wieder ein feines, sonniges Leuchten. Ja, sie wollte diesem Menschen helfen, wenn er so felsenfest über« zeugt war. Vielleicht half sie dann indirekt auch — Rainer von Rakenius. „Ich werde Ihren Wunsch erfüllen, Herr Caßler." „Oh... Bernd Caßlers Stimme war zitternd vor Freude. „Ich werde immer in Ihrer Schuld stehen, gnädiges Fräulein." „Wir können ja dann die Sitzungsstunde gleich vereinbaren. Doch zunächst muß ich mich mal nach einem Zimmer umsehen..." Wieder wurde Ellens Gesicht bekümmert. (Fortsetzung folgt.) <£ot>pjDeü>1,RAC ZIEHUNG.'21.-2Q..JULI 1Q34 xu. Aa&zn / und zum Bauen Abermann Haben Sie schon überlegt, was Sie zum Fest alles brauchen? Ein Vorfchlag! Bitte kommen Sie zu mir, denn bei mir finden Sie alles, was die schönen Pfingsttage erfreulicher Schöne neue Kleider elegante Complets und Koftüme fefche Sommermäntel eine Riesenauswahl neuefter Sommerl toff e Gute QualitätenI Niedrige Preisei zwingende Notwendigkeit ermutigen. Erregt wartete er ab. Jetzt hatte die junge Dame ihr einfaches Mahl beendet. Er ging um den kleinen, runden Tisch. Ausschreibung. Für den Kassenanbau an das Finanzamt ia Nidda sollen die Erd-, Asphalt-, Beton- Eisenbeton-. Steinmetz- und Fließarbeiten, in einem Angebot zusammengefaßt, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen werden, soweit der Vorrat reicht, von der unterzeichneten Dienststelle ab 211 itt* woch, den 16. d. 2N.» abgegeben, wo auch die Zeich' nungen von 8 bis 1 Uhr und 3 bis 6 Uhr, außer Samstagnachmittag zur Einsicht offenliegen. Außer« dem ist am rNillwoch, dem 16. d. 2N., eine Vertretung des Reichsbauamts im Finanzamt in Nidda anwesend, wo während der Dienststunden ebenfalls Unterlagen abgegeben und Zeichnungen eingesehen werden können. 2952V Die Angebote sind bis 24.2Tlai 1934, vormittag 10 Uhr, in verschlossenem, mit entsprechender Aus« schrift versehenen Umschlag porto- und bestellgeldfrer an die unterzeichnete Dienststelle einzureichen, selbst die Angebotseröffnung im Beisein der et* schienenen Bewerber erfolgt. Reichsbauamt Darmstadt, Riedeselstvaße 60- MIELE- Erzeugnisse in größter Auswahl zu Originalpreisen am Lager. Um zwanglose Besichtigung wird höflichst gebeten. - Für Händler besondere Vereinbarungen. 24?oa 968D Beisitzer: Heinrich Deeg I. Diät- und Kneippbad Cambergt,u„us bei Herz-, Nerven- und Stofiwechsel- krankheiten (Magen-, Dann-, Nieren-, Rheuma-, Zuck er- u. Hautleiden). 255oV Zeitgemäße niedrige Preise! Prosp. 19 durch dieKurverwalt. Glänzende Erfolge! Nordsee-Hotel Borkum führ. 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Diesen Satz hat der bayerische Staatsminister Hermann Esser als oberster staatlicher Treuhänder des deutschen Fremdenverkehrs in einem Aufruf zum Fremdenverkehrssommer 1934 in Bayern geprägt und allen bayerischen Gastgebern nachdrücklich ans Herz gelegt. Die Energie und die Tatkraft Hermann Essers brachten es in der Tat zuwege, daß die ganze bayerische Fremdenverkehrspolitik diesem sittlichen Grundsatz des Nationalsozialismus untergeordnet wird, daß die Freibeuter des Fremdenverkehrsgewerbes an die Zügel genommen wurden und durch sanften Nachdruck von oben die innere Einstellung annehmen mußten, daß auch hier Gemeinnutz vor Eigennutz gehe. Im Fremdenverkehrsgewerbe besagt dies vor allem, daß sich niemand von den gemeinsamen Aufgaben der Fremdenverkehrsorte ausschließt, der von dem Besuch der Gäste persönlichen Nutzen hat. Unter dieser Parole wurde in ganz Südbayern viel Neues für die Bequemlichkeit der Gäste geschaffen, konnten die Verkehrsvereine und Kurvsr- bände ihre Einnahmen erhöhen, Anlagen schaffen, Spazierwege anlegen, Lesezimmer einrichten oder verbessern und ganz allgemein zur Verschönerung des äußeren Bildes der Kurorte und Sommerfrischen beitragen. In diesem Sommer wird Südbayern ein noch freundlicheres und lustigeres Gesicht zeigen als seither, und von oben her wurde eindringlich darauf hingewiesen, daß der Fremde auch in den kleinsten und abgelegensten Dörfern sauoere Straßen, einwandfreie Häuserfronten und gemeindliche Einrichtungen für die Gäste vorfindet. Die Preispolitik vollends soll den Entschluß leicht machen, wiederzukehren! Auf eine Forderung des Staatsministers Esser hin wurden die Kurabgaben in den bayerischen Kurorten angepaßt an die gesunde Kaufkraft und eine Reihe von überlieferten Mißständen und Hindernissen beseitigt, die früher den Aufenthalt und die Erholung auf dem Lande $u stören geeignet waren und manchesmal zu Verärgerungen führten. Seit vielen Wochen herrscht in Bayern sommerlich warmes Wetter, und auch die Natur hat alles aufs Beste vorbereitet, um sich den Gästen aus aller Welt in ihrer reichsten und üppigsten Hoch- aebirgsschönheit zu zeigen. Man kann sich in der Tat kein gewaltigeres und gleichzeitig lieblicheres Erholungsgebiet denken, als jenes Land, das sich in einer Breite von rund 250 Kilometern vom Bodensee bis zum Königsee erstreckt. Hochebene, Vorgebirge und schneebedeckte Felsberge, die bis zur Dreitausendmetergrenze ansteigen, wohnen dicht beieinander und gehen ineinander über. Dieses ron der Natur so reich gesegnete wundersame Gebiet ist gleichzeitig übersät mit ungezählten Denkmälern einer alten Kultur, aus denen im Stein der Reichtum der Geschichte dieses Landes zu uns spricht. Es ist das Land der Kirchen und Klöster, der Burgen und Königsschlösser, und nirgends finden wir so herrliche Beispiele des deutschen Barock. In den Tälern der bayerischen Berge aber wohnt ein Menschenschlag, ureingesessen und bodenständig, der am hartnäckigsten einen übertriebenen Zivilisationsbetrieb ablehnt und ihm mit Erfolg Widerstand leistet. Diese Tatsache erscheint uns in der heutigen Zeit erst recht bedeutungsvoll und für den erfreulich, der in einer schönen, mannigfaltigen Natur unter biederen, bedächtigen und geruhsamen Menschen Erholung sucht. Nicht umsonst zieht es den Führer und viele seiner Mitarbeiter immer wieder ins bayerische Hochgebirge, weil hier die Unrast der Großstadt in dem tiefen Frieden von Natur und Mensch, die hier wirklich noch eine erdverbundene Einheit darstellen, am besten cusge- schaltet und überwunden werden kann. Welche Wohltat schon allein, wenn man sofort nach der Ankunft in einem oberbayerischen Gebirgsdorf oder Kurort die kleidsame kniefreie Hose, das Leinenhemd und die bunte Trachtenjoppe anziehen kann und in dieser Tracht, der sogenannten „kurzen Wichs", sich besonders mit Land und Leuten verbunden fühlt. Welche Freude, auf Schritt und Tritt uralten Volksbräuchen und Sitten zu begegnen, die der ehrlichen, einfachen, graben Gesinnung des Oberbayern entspringen, der mit unsagbarer Zähigkeit am Althergebrachten hängt und daran festhält.' Ist es nicht eine Erholung, statt Jazzmusik dem Zitherspiel der jungen Burschen unter der alten Dorflinde zu lauschen, alte, lustige Stanzerln und ernste Volkslieder in altbayerischem Dialekt zu hören oder den Volkstänzen zuzuschauen, die von jeher von Geschlecht zu Geschlecht überliefert und treu bewahrt wurden? Wer das Glück hat, erlebt einen feierlichen Ritt der ganzen Bauernschaft oder eine Umfahrt mit den alten bunten Wagen wie am Sankt Georgi- oder Leonharditaa Mensch und Tier glänzen im Feststaat, man sieht die wunderbarsten Trachten der Vorzeit, die aus solchem Anlaß aus den Familientruhen hervorgeholt werden, Riegelhauben und Mieder, Spitzhüte und lange bunte Röcke, und alles, was in tausendfacher farbiger Abwechslung von den Vorfahren übernommen wurde. Der neue Staat aber hegt und pflegt die alten Bräuche, die sich nirgends sonstwo tn so reicher Mannigfaltigkeit erhalten haben und schützt ihre Ausübung nach alter Sitte. Ereignisse ganz besonderer Art bilden in diesem Sommer einen außergewöhnlichen Anreiz zu einer Urlaubsreise nach Bayern. Dieses Jahr steht zunächst im Zeichen des Jubiläums der Oberammergauer Passionsspiele, die vor dreihundert Jahren aus einem tiefreligiösen Empfinden heraus geboren wurden. Inniger noch und feierlicher als je zuvor wird dieses weltberühmte Spiel vom Leiden und Sterben des Erlösers vor unseren Augen erstehen, und die Spielleitung setzt ihre vornehmste Pflicht daran, die Aufführungen würdig ihrer alten Tradition zu gestalten und sich in wahrem nationalsozialistischem Geiste ihrer großen Aufgabe zu unterziehen. Die Wagner-Festspiele in Bayreuth und in München üben in hervorragender Besetzung eine verstärkte Anziehungskraft aus. Die Stadt München, in der sich ja fast jeder Bayernfahrer einige Tage aufhält, bietet darüber hinaus den Besuchern zwei Ausstellungen von internationaler Bedeutung, die Siedlungsausstellung 1934 und die hochaktuelle Ausstellung „Die Straße". Beide Ausstellungen bleiben den ganzen Sommer über geöffnet. Der schnelle bevorzugte Ausbau der modernen Verkehrsmittel in Südbayern hat uns nun dieses meistbefuchte deutsche Fremdenverkehrsgebiet von Jahr zu Jahr verkehrstechnisch immer näher gerückt. Die neuen Schnellwagen der Reichsbahn, die durch die Elektrifizierung der ©treten in Süd- deutschland wesentlich verkürzten Fahrzeiten, das Flugzeug, das neueroings auch von München aus die wichtigsten Fremdenverkehrsorte des bayerischen Hochlandes aufsucht und die Gäste in wenigen Minuten von der Großstadt an den Ort ihrer Erholung inmitten der Berge befördert, und zahlreiche Querverbindungen durch Kraftpostlinien ermöglichen es, in kurzer Frist von jedem Ort des Reiches aus bis in die entlegensten Alpentäler und Alpendörfer vorzudringen. Groß ist in diesem Sommer die Zahl der ganz bedeutend ermäßigten Sonderzüge nach Oberammergau und Südbayern und mannigfaltig die Möglichkeit zu vorteilhaften Pauschalreisen der verschiedensten Art und Dauer des Aufenthaltes. Es ist unmöglich, in diesem Rahmen das weite deutsche Alpenland im einzelnen zu beschreiben. Das Bodenseegebiet, das bayerische Allgäu, das Werdenfelser Land, die Tegernseer und die S ch l i e r f e e r Berge, die Berge des Ehiem- gaues und schließlich das Berchtesgadener Land, — jedes einzelne Gebiet hat seine Eigenart, seine Der Mann am Fenster. Von Victor Klages. Düster und drückend ist das Wetter. Am Himmel graue Wolken. Manchmal nur schimmert die Sonne wie ein bleicher Fleck hindurch. Es liegt etwas Unheimliches in der Luft. Oder bild' ich es mir ein? Das Erlebnis von gestern abend steckt in den Gliedern. Keine Erklärung zu finden. Ich suche und suche. Ratlos sitz' ich an diesem nüchternen Hoteltisch, kein Strahl des aufheiternden Lichts fällt in mein Zimmer, und es ist wohl nicht weiter verwunderlich, daß der Schauer des Unheimlichen mich anrührt. Aber es muß eine Erklärung geben! Nach einer traumschweren Nacht ist der Kopf zum Zerspringen, Wände schließen mich ein, vergeblich renn’ ich gegen diese Wände. Vielleicht wird mir leichter, wenn ich erzähle, was geschah. Es wird dabei kein Geschrei geben. Alles ist einfach und lautlos. Aber lautlos wandeln wir auf den Pfaden der Weltgeheimnisse. * Ich habe die Angewohnheit, nachts bei offenem Fenster zu schlafen. Wenn dieses private Bekenntnis lächeln macht, dem soll gleich gesagt sein, daß es zur Geschichte gehört. Ja, ich bin gezwungen, meine für andere Menschen gewiß gleichgültigen Gewohnheiten noch mehr zu präzisieren, weil sie eben von Bedeutung sind für das Geschehen, und so muß ich erwähnen, daß ich zwar das Fenster öffne, aber die Jalousie herunterlasse. Natürlich bleiben die Fächer Jalousie gespreizt, der Glimmer einer hellen ^acht und auch der schwache Schein einer Straßen- laterne formen hereinschlüpfen, man kann die Gegenstände im Zimmer ganz gut erkennen. Das glaubte ft wenigstens schon öfter beobachtet zu haben. Allerdings ist mir dieses möblierte Zimmer seit Jahren vertraut; ich weiß, daß dort auf dem Schreibtisch ein großer bronzener Buddha sitzt, ich weiß, daß neben dem Sessel eine Leselampe in der porm eines Reihers mit aufgerecktem Schnabel steht, und ich werde den Buddha und die Reiherlampe selbst in bämmrigfter Beleuchtung niemals als etwas Fremdes empfinden. Ich glaube die Dinge zu erkennen, weil ich weiß, wie sie aussehen. Aber wenn nun plötzlich, mitten in der Nacht, wirklich etwas Fremdes im Zimmer steht, — darf man sicher sein, auch das genau zu erkennen? Ich hatte einige Stunden tief und friedlich ge- fchlafen. Wie es kam, daß ich aufwachte, vermag ich nicht zu sagen; eine solche Unterbrechung der Ruhe ist mir im allgemeinen unbekannt, mein Körper betätigt die gesunde Ansicht, daß zum Aufwachen der Morgen da ist. Mir war denn guefj komisch zumute, ich hatte ein Gefühl, als ob ich geweckt worden sei, und das mußte vom Fenster Herkommen. Das Schlafsofa steht im Hintergrund des Zimmers, mit dem Kopfende gegen das Fenster. Ich muß mich also aufrichten und umdrehen, wenn ich zum Fenster sehen will. Das tat ich. Kein Zweifel, ich war hellwach. Weißes Mondlicht fällt durch die Jalousie, und gerade vor dem Fenster steht etwas. Ich reiße mich zusammen, ich mache einen langen Hals. Ja, es steht dort ein Mann, unbeweglich. Er trägt einen großen breiten Hut, darunter tritt sein Profil deutlich hervor; es ist ein Mann mit kurzgeschnittenem kantigen Dollbart, buschigen Augenbrauen und einer scharf vorstoßenden Nase. Die Hände hat er in den Rocktaschen. Ich denke nur dies eine: Auf dem Schreibtisch liegt der chilenische Dolch, den ich zum Brieföffnen Lebrauche. Wie komm' ich hin zu dem Dolch? Der Kerl hat mich noch nicht bemerkt. Er wird erschrecken, wenn ich jäh aufspringe. Gut. Mit einem Satz und einem Schrei stürze ich aus dem Bett, hin zu meinem chilenischen Dolch. Ich hab' ihn in der Hand, ich will mich zu dem Manne wenden ... der Mann ist nicht mehr da. Ich mache Licht. Das Zimmer ist unberührt. Die Tür, die ich abends stets abschließe, ist auch jetzt verschlossen. Die Jalousie befindet sich in tadellosem Zustand, und übrigens kann durchs Fenster schwerlich einer hereinklettern, denn ich wohne im vierten Stock. Hier war niemand. Ich habe einen merkwürdig visionären Traum gehabt, und als ich glaubte, wach zu fein, hab' ich immer noch geträumt. Es wird doch keiner von mir verlangen, daß ich die Möglichkeit eines Gespensterbesuches erwägen soll. * Dieser Vorgang liegt nun eine Woche zurück. Ich kann die Nacht genau bestimmen, denn ich habe in dem Büchlein, das zur Fixierung bemerkenswerter Erlebnisse dient, eine Eintragung gemacht. Es war die Nacht zum Samstag, in der ich den Mann vor dem Fenster sah, und die Uhr zeigte auf zwanzig Minuten nach zwei. Unerwartet mußte ich die weite Reise nach München machen, und gestern abend hatte ich dann diese erschreckende Begegnung, die mich ganz durcheinanderbrachte. Ich gehe in eine kleine Bierstube, wo meistens Künstler zu verkehren pflegen, bestelle mir ein Abendessen und bin gerade dabei, in die Schweinsknöchel hineinzuhauen, als ich vier Schritte von mir jenen Mann gewahre, der an meinem mondbeschie- nenen Fenster gestanden hat. Denselben Mann. Vielleicht ist es nur die Pose, die mich irreführt Der mannigfaltige Schönheit und feinen besonderen Reiz. In den Bergen eingebettet liegen ver- träumte, romantische Seen, Der Freibergsee bei Ober stdorf, Eibsee, Badersee und Rießersee bei Garmisch-Partenkirchen, Schwansee und Alpsee bei Füssen, Ferchensee und ßauterfee bei Mittenwald und schließlich, um nur einige wenige zu nennen, das grüne Märchen des K ö - n i g s f e e s, des Königs unter den deutschen Alpenseen, der von 2000 Meter hohen Felswänden eingeschlossen ist. Eine regelmäßige Linie der Reichspost führt von Lindau nach Berchtesgaden, vom Bodensee zum Königssee, eine wunderbare Querverbindung von Tal zu Tal, Die dem Reisenden gemächlich einen eindrucksvollen Gesamtüberblick in zwei Tagen über die bayerische Alpenwelt vermittelt. 482 Kilometer werden mit Heber« Jugend Oie pfingstlager nachten fn Garmisch-PartenkirchSn auf dieser Strecke zurückgelegt, und der Fahrgast bekommt die wichtigsten Kur- und Fremdenoerkehrsorte und die landschaftlich bedeutendsten Gebiete der ganzen deutschen Alpen zu sehen. In Oberstdorf fahrt man in wenigen Minuten mit der Seilschwebebahn aufs Nebelhorn, von Garmisch in bequemen Aus- sichtswagen auf die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg, oder schwebend aufs Kreuzeck und auf den Wank und schließlich von Reichenhall auf den Predigtstuhl. Diese Bergbahnen, lange umkämpft und bekämpft, bieten auch denen, die körperlich den Anstrengungen einer alpinen Bergtour nicht gewachsen sind, die Möglichkeit, weite umfassende Fernblicke in die Alpenwelt bis nach der Schweiz und nach Südtirol zu genießen. heraus! der Hitlerjugend. Man könnte neidisch werden, wenn man nicht lieber sich freuen möchte über diese neue Welt, die unsere Jugend heute aufblühen läßt. Am Gederner See 750 hitterjungens, im Tiergarten bei Büdingen 100 Hitler- jungen, im Gettenbachtal 600 Jungvolkpimpfe aus den Kreisen Lauterbach und Schotten, 600 ebenso im Vogeltal bei Buhbach und rings um den Hausberg herum, 1000 Pimpfe schickt der Jungbann Gießen an die 2K o o f er Teiche und 600 aus dem Kreise Alsfeld in die Gegend am Herzberg. Und da sollen sie leben vom Pfingstsamstag ab volle acht Tage lang, im Tiergaten in einer Baracke, in den anderen Lagern im Zelt. Großartig! Und bitte, liebe Eltern, sagt jetzt nicht: „Ach nein, unser Kind kann das nicht!" „Unser Fritzchen kann das nicht vertagen und unser Gänschen kann nicht so lange von zu Hause fort sein/ Ich bin überzeugt: Wenn die liebe Mutter ihrem überbesorgten Herzen einen kleinen Rippenstoß erteilt, dann wird die Erfahrung lehren, daß das Fritzchen und das Hänschen und all die anderen das ganz glänzend aushalten. Und wenn gar die anderen heimkämen und erzählten: Der Reichsjugendführer war da, grab wie in Nürnberg, — so ganz ausgeschlossen ist das durchaus nicht, aber ich Darf nicht die ganzen Karten verraten! — und dann wäre das Fritzchen nicht dabei gewesen...! Mutter, liebe Mutter, laß das Fritzchen mitgehen! Aber ahne Schmerz: Diese Sache ist etwas von einem ganz großen Zug. Das ist neue Arbeit an unserer Jugend. Gesund soll sie werden, in Daldluft und Sonnenschein, dem Detter standhalten soll sie lernen. Dir brauchen eine Jugend, die den Kamps um die Zukunft aufnehmen kann. Und dazu muß sie vor allen Dingen einmal die körperlichen Grundlagen haben. Und das ist noch nicht einmal das letzte, was wir in unfen Lagern erstreben. Denn die Jugend, die mit dieser deutschen Zukunft fertig werden soll, muß nicht nur körperlich bereit sein, sie muß auch lernen, Volk sein. Sie muß lernen, daß sie in Kameradschaft zusammengehört. Gerade dafür aber gibt es keine bessere Schule, als wenn man sich draußen in freier Natur zurechtfinden muß und einer auf den anderen und feine Kameradschaft angewiesen ist. Das unterscheidet gerade diese Lager von all den Naturschwärmereien, die die Jugend auch vergangener Zeiten schon getrieben hat. Hier ist das Ziel nicht ein bißchen Naturschwärmerei, hier ist es: Dienst am Volk, reif werden für die Ausgabe, die unserer Jugend die Lage unseres Volkes stellt, Vorbereitung auf den deutschen Lebenskampf. Darum wenden wir uns nicht nur an die Eltern, darum wenden wir uns auch an die Lehrmeister, die Schulen, die Behörden, darum wenden wir uns an jeden, dem es noch irgendwie um Deutschlands Zukunft geht. Wir glauben ein Recht zu haben, Mann, offensichtlich ein Maler, steht unbeweglich, er hat die Hände in den Rocktaschen und kehrt mir sein Profil zu. Aber er trägt auch einen großen breiten Hut, und er hat einen kantig geschnittenen Vollbart. Ich kaue und kaue an dem Schweinsknöchel, halte den Maler fest mit meinem Blick. Kann ich denn sagen: Diesen Menschen hab' ich in der Nacht zum Samstag in meinem Zimmer gesehen? Nein, das kann ich nicht. Wenn ich wirklich nicht geträumt haben sollte, könnte mich die Jalousie genarrt haben. Vielleicht hab' ich nur einen Schatten gesehen und gebe ihm jetzt das Profil dieses Mannes? Ich bin sehr unsicher. Aber dennoch, dennoch: Er ist es. Mit tausend Gewalten zieht es mich hin zu dem Manne, der sich längst gesetzt hat und nun eine Pfeife anbrennt. Er raucht. Er ist also von Fleisch und Blut, und nichts hindert mich, mit ihm zu reden. „Haben wir uns neulich nicht irgendwo gesehen?" frage ich, an seinen Tisch tretend. Der Vollbärtige guckt auf, gute dunkle Augen hat er, und schüttelt lächelnd den Kopf. „Aber yersetzen können Sie sich, wenn Sie wollen", fügt er hinzu. „Ich war fest überzeugt, Ihnen begegnet zu fein. Dann „muß ich wohl geträumt haben." '/Ja", lacht er, „man träumt merkwürdige Sachen. Wissen's, da hab' ich einen Traum gehabt, der geht mir noch immer nach. Und es war eigentlich gar nichts. Ich träum', ich bin in einem fremden Zimmer. Nur eine Ecke hab' ich gefehn. Der Mond schien durchs offene Fenster, durch die Fächer der aufgesperrten Jalousie. Ich kann jede Einzelheit Der Zimmerecke beschreiben. Da stand ein Arbeitstisch, und darauf saß ein bronzener Buddha. Dicht daneben gerückt war ein Gobelinsessel; dahinter eine Leselampe in Form eines Reihers mit aufgerecktem Schnabel. Auf dem Tische lag ein blitzender Dolch. Dann war der Dolch mit einemmal weg, und ich fühlte eine furchtbare Angst und bin aufgewacht. Lächerlich, nicht wahr? Ist ein Traum und doch keiner. Es gibt gewiß viele Zimmer mit Schreibtischen und bronzenen Buddhas und Gobelinsesseln. So ein Zimmer kann sich jeder Schafskopf ausmalen; das braucht man nicht zu träumen. Aber ich hab's richtig geträumt. Es war, als wenn ich wirklich in ein fremdes Zimmer mit feiner ganz persönlichen Atmosphäre hineinversetzt worden märe." Aus dem Bierglas quillt der lockende Schaum aber „ich denke nicht ans Trinken. „Wie war das denn", frag’ ich, „Sie sagten, Sie hätten eine furchtbare Angst gefühlt. Im Traum oder beim Erwachen? Und warum?" „Sie begann im Traum, die Angst", erwiderte er, „verschwand abex nicht gleich nach heig Munter, uns an euch zu wenden, wo deutsche Jugend den Willen hat, sich in harter Zucht zu stöhlen für ihres Volkes Zukunft. Denn diese Lager werden keine Vergnügungslager fein, sondern sie werden unter fefter, selbst - geschaffener Disziplin stehen. Dafür bürgt, daß der Oberbannführer und der Gebietsführer selbst in diesen Lagern einkehren und nach Dem Rechten sehen werden. Dafür bürgt, was die Hitlerjugend in ihren Oberbann- und Gebietsschulen leistet an strenger Zuchterziehung Der Führer. Da ist Sport kein Spaß, sondern stählende Arbeit, und Ruhe vom Sport heißt: Arbeit des Geistes. ♦ Am Samstag nach Pfingsten gehen Die Lager zu Ende. Nur zwei bestehen weiter. Das Laaer am Gederner See und das Lager an Den Moo - f e r Teichen. Das erste wird 200 ausgewählte Hitlerjungens, das andere 200 ausgewählte Jungvolkpimpfe aufnehmen, um sie vier Wochen lang in strenge Zucht und Schulung zu nehmen. linier Die Zahl dieser ausgewähllen zu kommen. ist Ehre. Es wird jeder Junge danach streben, dieser Ehre leilhaflig zu werden, und es wird wohl keinen Erwachsenen geben, der seinem Jungen, wenn er dabei ist, das mißgönnt. Für die Verpflegung dieser Lager haben wir einen Dank auszusprechen. An alle hie, die mit ihren Gaben uns helfen werden, die Gaben sind ja noch nicht da, aber unser Heller Jungendank liegt bereit. Laßt ihn nicht liegen. Für hie Verpflegung der beiden letzten Lager wird nach Verhandlung des Gebiets Hessen-Nassau hie NS.-Volks« Wohlfahrt die Sorge übernehmen. Ihr also besonderer Dank, wenn auch da die Schlote unserer Küchenkanonen (ja, lieber Leser, die sind auch Dabei), luftig rauchen und unsere Jungen mit dem Aller- notwendigsten versorgen. Also auf zur Psing st fahrt in die Waldlager der Hitlerjugend! Der Führer Des Oberbannes *4/13 m. b. F. b. gez. Blumenröder, Bannführer. F. d. R. gez. Rühl, Scharführer. Deutsche«- Geographentag in Bad-Nauheim. Dom Pfingstmontag, 21. Mai, bis Donnerstag, 24. Mai einschließlich, findet in Bad-Nauheim Der 25. Deutsche Geographentag statt. Am Pfingstmontag werden der Zentralausschuß des Deutschen Geo- graphentags und die Zentralkommifsion für wissen- schaftliche Landeskunde beraten, ferner wird an diesem Tage eine Sitzung des Verbandes Deutscher Schulgeographen abgewickelt. Am Dienstag, 22. Mai, wird die Arbeitstagung mit Vorträgen über „Forschungsreisen" ihren Anfang nehmen. Dabei wird u. a. Prof. Dr. Lauten fach (Gießen) über feine Forschungen in Korea berichten und Lichtbilder vorführen. An diesem Tage werden auch die Sitzungen des Verbandes der Hochschullehrer der Geowerden. Ich hatte das Empfinden, du solltest ermordet werden und bist entkommen. Wissen's, da atmet man ganz tief auf,, und nachher gibt’s einen dämlichen Kopf." Meine Stimme zittert, als ich fortfahre: „Aber an dem Traum ist doch eigentlich gar nichts Dran. Wie kann er sich nur so in die Erinnerung einfressen?" „Das sag' ich ja nachaerade, lieber Herr", lacht her Mann mit dem Dollbart, „nix ist dran, wie an unserer Bekanntschaft nix dran ist, aber man lebt eine Zeitlang damit. Nun, wird schon vorübergehn. Ich hab' dies nämlich erst vor acht Tagen geträumt." „In welcher Nacht?" „Scheint Sie ja mächtig zu interessieren. Also, wenn Sie's wissen wollen: in her Nacht vom Freitag zum Samstag, und weil mir das alles so ko- misch vorkam, hab' ich mir auch die Stunde gemerkt. Die Uhr ..." „... zeigte auf zwanzig Minuten nach zwei", sage ich. Der Mann schaut groß auf, und langsam nickt er. In seinen Augen glänzt plötzlich ein Verstehen. "Wir scheinen also doch", stellt er bedächtig fest, alte Bekannte zu sein. Rosa, zwei Enzian." Mich aber hat der Enzian und die vielen Enziane, die dann noch folgten, nicht frei gemacht. Mein Kops ist zum Zerspringen. Wühlt nun darin das Unheimliche der Welträtsel oder hab' ich einen Kater? Feldpostbrief wandert 19 Jahre. Der französische Soldat Pierre Michard schrieb am 20. August 1914 von Der Front feinen Eltern einen Brief, in Dem er u. a. sagte: „Es geht langsam vorwärts, Der Krieg wirD bald zu Ende sein." Er gab diesen Brief zur Feldpost und dachte, er würde feine Eltern bald erreichen. Darin täuschte er sich. Der Brief ist jetzt erst in dem Ort eingetroffen, wo feine Eltern, die inzwischen verstorben sind, wohnten. Da er unbestellbar war, wurde er an den Absender zurückgeleitet, der den Krieg glücklich überstanden hat und mit seiner Frau und feinem Kind in dem Städtchen Ereil im Departement Oise wohnt. Aus den schriftlichen Vermerken, die der Brief auf seinen Irrfahrten bekommen hat, geht hervor, daß er von einem deutschen Soldaten bet einem gefallenen Franzosen gefunden wurde. Der Deutsche behielt Den Brief längere Zeit als Andenken und gab ihn dann an einen Offizier weiter. Dieser sorgte für Die Weiterleitung nach Frankreich. Daß der Brief jetzt erst angekommen ist, wirkt erstaunlich, aber noch bemerkenswerter ist beinahe, daß er nicht verloren gegangen iß Exkursionen und gemeinsame Ausflüge geplant, I, u. a. werden die Tagungsteilnehmer am Freitag, t 25. Mai, unter Führung von Prof. Dr. Klute (Gießen) das Gießener Becken und das Lahntal besuchen. und Erziehungsaufgaben der Geographie im neuen Wirtschaft Staaie" anderamni. An diesem Tage wlrd auch die zweite Geschäftssitzung des Deutschen Geographen- tages stattfinden. Für Freitag und Samstag sind vorliegenden Mitteilungen förderten die Aufwärtsbewegung. Gut erholt waren vor allem Montanwerte, wobei die bevorstehenden Verhandlungen über Steinkohle und Braunkohle etwas anregten. Phönix um 1,50 v. H., Klöckner 1,25 v. H., Mannesmann 1 v. H., Stahlverein 0,75 v. 5). befestigt. Am Chemiemarkt waren Farbenindustrie um 0,50 v. H., Rütgerswerke um 0,75 v. H. erhöht, während Metallgesellschaft weiter abbröckelten. Etwas ruhiger lagen Elektroaktien, jedoch überwogen auch hier die Kurssteige- runaen. Siemens 0,75 v. H., Rhein. Elektro und Gesfurel je 0,25 v. f). höher, AEG. behauptet, da- aegen Schuckert 1,50 v. H. niedriger. Freundlich lagen Zellstoffwerte. Die weitere Einigung in der Papierindustrie, die heute vorlag, regte an. Waldhof um 0,75 v. H., Aschaffenburger Zellstoff, bei denen dem Vernehmen nach die Bilanzsitzung am 17. d. M. stattfindet, 0,90 v. 5). fester. Auch Zementaktien lagen recht fest, so Heidelberg um 1 v. H. und Karlstadt mit plus-plus angeschrieben. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 1 v. H., Deutsche Linoleum 0,50 v. H., Daimler 0,75 v. H. höher, Holzmann lagen etwa behauptet. Schiffahrtswerte fetzten unverändert ein, Hapag zogen im Verlaufe 0,25 v. H. an. Am Rentenmarkt lag das Hauptgeschäft bei Neubesitzanleihe, die zwischen 16,25 bis 16,50 nach gestern abend 15,80 schwankten. Altbesitzanleihe gewannen 0,50 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H. und Stahlverein-Bonds 0,50 v. H. Umtausch-Obligationen waren bei ruhigem Geschäft etwas freundlicher zu hören. Im Verlaufe blieb die Stimmung zwar freundlich, die Umsatztätigkeit bewegte sich aber in engen Grenzen, da neue Kaufaufträge nicht mehr eingetroffen waren. Das Kursniveau zeigte sich gegen den Anfang gut behauptet, teilweise traten auch noch geringprozentige Besserungen ein. Recht fest lagen Kunstseideaktien, so Aku um 0,90 v. H. und Bemberg um 1,40 v. H. Die Neubesitzanleihe schwankte auch späterhin, gvaphre und Vle erste Gelchästssitzung des Deutschen Geographentages stattfinden. Für Mittwoch, 23. Mai, ist die Fortsetzung der Verhandlung mit Vorträgen über „Stand und Aufgaben der geographischen Forschung" vorgesehen. Auf Donnerstag, 24. März, ist die schulgeographische Sitzung mit Vorträgen über das Generalthema „Die Bildungs- Generalversammlrrng der Laubacher Bank. Die Laubacher Bank hielt am Sonntag in Laubach ihre erste ordentliche Generalversammlung ab. Mit 34 Mitgliedern erfolgte am 13. August 1933 die Gründung des Institutes. Die Mitgliederzahl war bis Ende 1933 auf 63 gestiegen. Bis heute haben sich weitere 10 Mitglieder angemeldet. Aus dem Geschäftsbericht des Vorstandes ging hervor, daß 95% aller Gläubiger des in Liquidation stehenden Vorschuß-Vereins ihre Guthaben auf die Laubacher Bank übertragen hatten. Bei der Aufnahme der Mitglieder wurde sehr vorsichtig zu Werke Gegangen. In den jeweiligen Vorstandsund Aufsichtsratssitzungen wurde jeder zur lieber» nähme geeignete Schuldner auf feinen Ruf, Charakter, sowie auf seine vorhandenen Sicherheiten bezw. dessen Zinsenzahlunasweise geprüft. Der Geschäftsgang ist entsprechend den Mitteln der Bank als gut zu bezeichnen. Es konnte nach Abschluß der Jahresrechnung für 1933 ein Gewinn von RM. 1 977.44 erzielt werden. Laut Beschluß der Generalversammlung wurde auf Vorschlag des Vorstandes der Reingewinn wie folgt verteilt: RM. 500.— auf Reservefonds, RM. 500.— auf Betriebsrücklage, RM. 900.— auf einen Fonds für die alten Mitglieder des Vorfchuß-Dereins in der Laubacher Bank, RM. 77.44 Vortrag auf neue Rechnung. Aus dem Bericht des Aufsichtsrates ging hervor, daß nach Prüfung der Bücher und der Bilanz die Geschäftsführung in sehr guten Händen ist. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Bei der Ergänzungswahl zum Aussichtsrat wurde Konrad Ledermann, Dachdeckermeister, Laubach einstimmig gewählt. Ferner wurde Beschluß gefaßt, die beiden Häuser in Laubach Marktplatz 1 und Wetterfelderstraße 17 von dem Vorschuß-Verein zu Laubach zu übernehmen. Nach Erledigung der Tagesordnung schloß sich eine allgemeine rege Aussprache über Sparerwerbung an. Üinöermarft in Gießen. wobei nach einem Kurs von 16,10 wieder ein Stand von 16,45 v. H. erreicht wurde. Altbesitz und späte Schuldbücher lagen unverändert. Sehr fest tendierten aus unbekannter Ursache Stahlverein-Bonds, die bis auf 71 v. H. nach anfangs 67,90 v. H. anzogen. Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen zeigten nur unbedeutende Veränderungen bei kleinem Geschäft, während Liquidationspfandbriefe und Stadtanleihen uneinheitliche Kursbildung aufwiesen, wobei aber die Abweichungen nur geringfügig waren. Staatsanleihen lagen ruhig, ebenso fremde Werte. Tagesgeld war zum Medio etwas gefragt und erfuhr eine Erhöhung um 0,25 auf 3,50 v. H., die Lage des Geldmarktes blieb aber leicht. Abendbörfe: still, aber freundlich. An der Abendbörse war der Geschäftsumfang sehr klein, lediglich am Markt der Neubesitzanleihe war etwas regere Kauf Neigung zu beobachten, die den Kurs zunächst auf 16,60 nach 16,35 am Berliner Schluß erhöhte. Altbesitzanleihe blieb mit 95,5 v. H. gut behauptet, ebenso 6praz. Stahlverein- Bonds mit 70,75 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 94,50 v. H. Am Aktienmarkt lagen die Kurse ziemlich unverändert, nur Reichsbankanteile fielen mit einer einprozentigen Abschwächung auf. Montanwerte notierten zum Teil etwas höher, Elektro- und Chemieaktien blieben behauptet. Im Verlaufe war die Neubesitzanleihe bis auf 16,75 v. H. befestigt und schloß mit 16,70. Sonst traten sowohl für Aktien wie für Renten keine Veränderungen mehr ein. Die Börse schloß in stiller, aber freundlicher Haltung. U. a. notierten: Reichsbank 149,50, Gelsenkirchen 61,25, Mannesmann 63,75, Phönix 48,50, Rhein- stahl 91, Stahlverein 41, Aku 59,25, Bekula 133, Bemberg 69,63, Conti Gummi 151, Scheideanstalt 184,50, Deutsche Linoleum 58,40, Licht & Kraft 103, IG.-Farben 132,75, Gesfürel 94,75, Holzmann 62,50, Schuckert 90,50, Reichsbahn-VA. 109,25, Norddeutscher Lloyd 24,13. Nachbörse: Neubesitzanleihe 16,70 bis 16,75, JG.-Farben 132,75 Geld. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 15. Mai. Auftrieb: 34 Ochsen, 40 Bullen, 527 Kühe oder Färsen, 400 Kälber, 815 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 31 bis 35, b2) 25 bis 28. Bullen b) 22 bis 29. Kühe a) 23 bis 30, b) 17 bis 22, c) 11 bis 15. Färsen a) 28 bis 36, b) 23 bis 27. Kälber b) 40 bis 52, c 35 bis 39, d) 24 bis 34. Schafe nicht notiert. Schweine b) 41 bis 44, c) 38 bis 44, d) 37 bis 43. Marktverlauf: Rinder rege, geräumt. Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine mäßig belebt, geräumt. Auf dem gestrigen Rindermarkt standen 624 Stück Großvieh, 152 Fresser und 170 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 330 bis 470 Mark, 2. Qualität 220 bis 300, 3. Qualität 140 bis 200, Schlachtkühe: a) 130 bis 285, b) 80 bis 130, Rinder, bis ^jährig 60 bis 110, %■ bis 2jährig 80 bis 160, tragend 190 bis 350, Kälber, das Pfund Lebendgewicht 25 bis 38 Pf. das Pfund. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf: Dormarkt lebhaft, später schleppend. ♦ * Maschinenfabrik Buckau, Wolf AG., Magdeburg. Die Belebung der deutschen Wirtschaft ist bei dem Unternehmen in einer Steigerung des fakturierten Umsatzes (+ 22 v. H.), als auch in einem erhöhten Auftragseingang (+ 34 v. H.) zum Ausdruck gekommen. Immerhin blieben die Umsätze des Berichtsjahres noch wesentlich hinter denen des Jahres 1929 und 1930 zurück. Während die Erhöhung der Umsatzziffern auf größeren Auslandsabsatz zurückzuführen ist, verdankt die Gesellschaft die Zunahme des Auftragseinganges in erster Linie der Belebung des Inlandmarktes. Der Verfall der amerikanischen Währung brachte große Verluste, die aus dem Delkrederefonds gedeckt wurden. Bei Abschreibungen von 0,46 (0,77) Millionen RM. und Zuführung an den Delkrederefonds von 0,33 (0,90) Millionen RM. stellte sich der Reingewinn auf 413 035 (250 000) RM.An den Wohlfahrtsfonds sollen 50 000 (—) RM. überwiesen und wie im Vorjahre 4 v. H. Dividende verteilt werden. In das neuq Geschäftsjahr wurde ein Auftragsbestand übernommen, der den des Vorjahres nicht unwesentlich übersteigt. Bisher ist eine weitere Erhöhung ein» getreten. Frankfurter Börse. Miiagsbörse freundlich. Frankfurt a. M., 15. Mai. Die Börse war etwas lebhafter und freundlich. Gestützt auf die anläßlich der BIZ.-Sitzung erfolgten Aeußerungen über den voraussichtlichen Verlauf der heute wieder beginnenden Transferbefprechungen erfolgten kleine Meinungskäufe der Bankkundschaft und Rückdeckungen der Mitläuferschaft. Markttechnisch ist der Boden für eine Kurserholung durch die ziemliche Enge des Marktes günstig. Die aus der Wirtschaft Oberhessen. GSngertag in Butzbach. + Butzbach, 15. Mai. Der Sängerkreis „W e t t e r a u" hielt am Sonntag hier fein erstes Wertungssingen ab, an dem sich 26 Vereine mit über 1200 Sängern beteiligten. Die Vereine verteilten sich auf die Kreise Friedberg, Gießen und die angrenzenden preußischen Gebiete. Als Wertungsrichter war Oberreallehrer Blaß» Gießen tätig. Nach feinen Ausführungen sollte das Wertungssingen nicht in dem seitherigen Mäße stattfinden, sondern die Bewertung nach Punkten sollte durch eine sofort anschließende Kritik und Begut- achtung im Beisein der Sänger und Chorleiter ersetzt werden. Eröffnet wurde die Tagung durch den Kreiswalter, Lehrer Breidenbach - Hochweifel, der in seiner Ansprache die Bedeutung der Pflege des Gesanges und vor allem des deutschen Volksliedes hervorhob. Am Mittag bewegte sich ein stattlicher Festzug unter Dorantritt zweier Musikkapellen durch die reich geschmückten Straßen nach dem Marktplatz, wo eine öffentliche Kundgebung ftattfanb. Mit dem „Deutschen Sängergruß^ eines Massenchores von mehr als 1100 Mann wurde die Feierstunde eingeleitet. „Sonnenaufgang" und das Volkslied „Frisch gesungen" unter der Stabführung des Sängerkreisdirigenten Lehrer Hachenber- g e r aus Dorheim folgten in wuchtig wirkendem Vortrag. Bürgermeister Dr. Scheller hieß die auswärtigen Sangesbrüder in der Stadt willkommen. Der Vertreter des Hessischen Sängerbundes Wendler- Bad-Nauheim überbrachte zunächst die Grüße des Bundes und forderte die Sangesbrüder auf, in Treue zum Bund, Vaterland und Führer zu stehen. Anschließend wurden folgende Sänger für 40jährige Mitgliedschaft mit Der Sängerehrennadel ausgezeichnet: Adam Sattler- Dorheim, E. Bommersheim - Dorn» Afsenheim, Heinrich Bergk - Gambach, F. Löb - r t d) • Eberstadt bei Lich, G. Hildedrand- Nieoer-Weifel, A. T ü f ch e r»Nieder-Weisel, H. Fenchel-Griedel, H. Wöll-Melbach. Der Kreiswalter Breidenbach schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Vaterland, Führer und deutsches Lied. Der erste Vers des Deutfchland- und Des Horst-Weffel-Liedes beendete die Kundgebung. Ein Festtag der alten Krieger in Eichelsdorf. "Y" EichelSd 0 rf, 14. Mai. In Verbindung mit dem Bezirkstag des Haffiabezirks „Vogelsberg" feierte am gestrigen Sonntag der hiesige Kriegerverein fein fünfzigjähriges Jubiläum. Die SA.-Standartenkapelle Schotten unter Leitung von Kapellmeister Groth mit dem Spielmannszug hatte sich in uneigennütziger Weife zur Verfügung gestellt, den musikalischen Teil zu übernehmen. Mit ihren prächtigen Darbietungen, die alle Zuhörer begeisterten, gab sie der Feier einen ausgezeichneten Rahmen. Auch der Gesangverein „Eintracht" (Chorleiter Adolf Rau) verschönte den Festtag durch seine Lieder, die, wie stets, mit beachtlichem Können zum Vortrag kamen. Zum Bezirkstag, der von dem Bezirksführer Apotheker Th. S c r i b a • Schotten geleitet wurde, hatten 17 Vereine ihre Vertreter entsandt, die von dem Vereinsführer des Iubelvereins, Bürgermeister Knodt- Eichelsdorf, aufs herzlichste begrüßt wurden. Im Mittelpunkt der offiziellen Tagung standen zwei feierliche Ereignisse: die Ehrung verdienstvoller Mitglieder des Kriegerver- »eins Eichelsdorf, sowie die Vereidigung der Vereinsführer des ganzen Bezirks. Mit dem Haffia-Ehrenkreuz, der höchsten Auszeichnung, die von der Kriegerkameradschaft „Hafsia" verliehen wird, wurde Kamerad Konrad- Eichelsdorf bedacht. Sowohl von dem Bezirksführer, wie auch von dessen Stellvertreter, Bürgermeister D e - chert - Rainrod, wurden die Aufgaben der Kriegervereine, einsatzbereit an dem Aufbau des neuen Deutschland mitzuwirken, klar Umrissen und treue Gefolgschaft dem Führer zugesichert. Anschließend an die Bezirkstagung stellte sich am Bahnhof der Festzug auf, zu dem zehn Nachbarvereine mit ihren Fahnen, Hitlerjugend, BdM., Jungvolk, Schuljugend, Freiwillige Feuerwehr, Gesang- und Turnverein antrafen. Am Ehrenmal deL Gefallenen wurde der toten Kameraden gedacht. Die Kapelle fpielte das Lied vom guten Kamera- den. Die Jubiläumsfeier vollzog sich auf dem Adolf-Hitler-Platz, der mit den Fahnen des neuert Deutschland rundum flankiert war. Nach den weihevollen Klängen des „Niederländischen Dankgebetes hielt Dekan S c r i b a - Nidda, der lange Jahre in Eichelsdorf tätig war, die Festrede, in der er dis Gründung, den Werdegang und das verdienstvolle Wirken des Jubelvereins hervorhob, herzlichst Wünsche für die Zukunft entbot und lichtvolle Ausblicke für unser Durch den Führer geeintes Volk und Vaterland anschloß. Das Deutschlandlied und das HorsttWessel-Lied wurden von den Festteilneh- mern begeistert gesungen. Weitere Ansprachen, itt denen die Bedeutung des Tages zum Ausdruck kam, hielten der Vorsitzende des Gesang- und Turn* Vereins Rudolf Repp, der Bezirksführer des Haffiabezirks Nidda, Bankvorstand S e u m, sowie Bürgermeister Dechert - Rainrod. In seinem Schlußwort dankte der Vereinsführer des Jubelvereins, Kamerad Knodt, all denen herzlichst, die dazu beigetragen, den Ehrentag des Vereins vorzubereiten, auszugestalten und zu verschönern. Oie Bluttat in Homberg. LPD. Homberg (Ohm), 15. Mai. Zu der Bluttat des Forstmeisters Georg Wagner wird noch bekannt, daß Wagner die Tat in einem Anfall von Schwermut ausgeführt hat. Er wollte feine Frau und feine Kinder im Schlaf überraschen, um so fein Vorhaben, feine Familie und s i ch durch Erschießen ums Leben zu bringen, bestimmt ausführen zu können. Indessen bemerkte ihn seine Frau noch rechtzeitig und setzte sich zur Wehr. Die Kinder, ein 18jähriges Mädchen und ein lljähriger Junge, konnten zu Hilfe kommen. Die Frau des Forstmeisters trug einen lebensgefährlichen Schuß in Öen Oberkörper davon, jedoch hoffen die Aerzte, sie am Leben zu erhalten. Die Kinder haben glücklicherweise keinerlei Schußverletzungen davongetragen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 15. Mai. In unferm Turnverein haben wir drei Brüder, die sich besonders im Langstreckenlauf hervortun. Die beiden jetzt neunzehnjährigen Zwillingsbrüder Hans und Franz Reidel waren die einzigen Läufer aus dem ganzen Turngau Nordhessen, die an dem Waldlauf auf der Dresdener Heide teilnahmen. Dort trafen sich die 120 besten deutschen Läufer. Unter erschwerten Verhältnissen liefen die beiöen Brüder die 10 Kilometer lange Strecke in 34,8 bzw. 35,6 Minuten und waren damit unter den ersten 40 Siegern. Bei den Nationalen Wettkämpfen in Gießen am Sonntag konnte Hans N e i d e l im 10 000-Meter-Lauf unter starker Konkurrenz den 3. Sieg in 35,24,3 Minuten erringen. Auch der jüngere Bruder Erwin ist ein guter Läufer. Gewiß ein seltener Fall, daß drei Brüder auf demselben sportlichen Gebiet sich hervorragend betätigen! Den jungen Sportlern wünschen wir auch weiterhin gute Erfolge. wg. Großen-Bufeck, 15. Mai. Die hiesige Ortsgruppe der NS.° Frauenschaft veranstaltete am Sonntag eine Kundgebung unter dem Leit- wort „Mutter und Kind", die von hier und aus den Nachbarorten sehr stark besucht war. Nach einleitenden Vorträgen des hiesigen Posaunenchors hielt dis Frauenschaftsleiterin, Frau Schneider, eine Ansprache, der der gemeinsame Gesang des Liedes „Frauen mit deutschem Herzen" folgte. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden Gedichte vorgetragen, Lieder gesungen und musiziert, ferner ein Theaterstück „Mütterabend in der NS.-Frauenschaft" aufgeführt. Eine Kinderschar erfreute mit der Aufführung deutscher Märchen, anschließend wurde ein heiteres Theaterstück gegeben, in welchem die alten Sitten und Gebräuche des deutschen Landes im Mittelpunkt standen. Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Wir sind die NS.-Frauenschaft" und dem ersten Vers des Horst-Wefsel-Liedes sowie mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen auf Führer und Vaterland wurde der schöne Abend geschlossen. ? Lich, 15. Mai. Die hiesige NS. - Hago - Ortsgruppe hielt gestern abend im Hotel „Holländischer Hof" ihre Monatspflichtoersammlung ab. Nach Eröffnung und Verlesung des Schulungsbriefes „Die NS.-Hago und ihre besonderen Aufgaben im neuen Staat" sprach der von der NS.» Hago-Kreisleitung anwesende Pg. Heydt (Gießen). In seinen etwa eineinhalbstündigen Ausführungen wandte er sich zunächst gegen die Miesmacher und Nörgler, geißelte mit scharfen Worten das verwerfliche Treiben biefer Menschen, die nur Kritik um der Kritik willen üben und die Maßnahmen der Regierung zu bekritteln versuchen. Der Redner streifte dann noch die Warenhausfrage, die Stellung zum Judentum, die Zinsknechtschaft u. a. und wies in feinen Schlußworten auf die am zweiten Pfingfffeiertag in Mainz stattfindende große NS.-Hago-Saarkundgebung hin, wobei er zu Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Datum e% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etiem.7% Dt. ReichSanl. D. 1929 6H% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Slblöf.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslof.-Rechte...... 6% ehemL°/«> Hess. BolkSstaai 1929 (rückzahlb. 102A»)............ 8% Hess. LandeSbank Darmstadt Gold R. 12.............. • • • - iyt% Hess. LandeS^yvoiheken- bank Darmstadt Liqui......... vbsrhessen Provinz-Anleih, mit AuSlos.-Rechten ....... • • • - Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar btl 1935 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bti 1936 sy.% ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Pfandortese....... W/o ehern. *y,% Rheinische Hyp..Bank-Liqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landerpfand- brietanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpkand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Lteuergutsch. Verrechnungskurs.. 14% Oesterreichti He GoldrenM.... 18,20% Oesterretchtsche Silberreute , i% Ungarische Goldrente....... . <% Ung.rrische StaatSreut, v. 1910 4y,% deSgl. von 1913.......... 15% abgest. Goldmextkaner von SS 4% Türkiiche Zollanleihe von 1911 i B ag dadbaha-Lstrlethe Frankfurt a. JJ1. Berlin börse 15.5. 15-5. 14-5. 94 94 93,5 94 91 90,5 91 90,25 90,25 94,5 93,5 93,1 93 93,1 90,6 91 Philipp HoUmann........... 0] Zementwerk Heidelberg •••••• O Lew entwert Karlstadt.........O| 62,5 1 105 63 90,5 91 90 90,5 Banknoten. Kunstseide) 90,75 91,4 94,25 94,25 94 94 23,75 23 17,5 150 151 149,75 151 23 173,75 7 6,8 6,6 94,9 15,8 94 98,1 95,65 99,9 91,5 95,5 16,7 95,5 16,35 96,1 99,8 91,3 21,65 71,5 171 62,5 107 119 94 98,1 95,75 99,9 91,75 94 98,1 17,25 160,5 46 58,4 94 98,1 57,5 67,65 46,25 40 59,25 69,65 47 40,9 Schluß- furt Sritzner........... Mainkraftwerke Höch Süddeutscher Lucker 44,75 57 7 6,75 6,75 8,25 O o o 0 0 ? 0 0 0 0 10 0 0 Mittag- bfrf< Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2!L Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. - 22 71 - -! 170,5 I 7 6,55 6,55 8,15 101,25 59,25 70 47 40,5 123,5 46,4 58,5 63,25 17,75 161,25 101,5 57,9 68 46,65 39,75 123,75 44,5 57 63,25 17,65 160 23,5 1,05 7,05 6,8 6,65 8,25 6,75 14.5. 96 99,9 91,9 23,5 1,05 7 6,5 6,45 8 6,75 Bemberg........... Zellstoff Waldhof . ... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum... Oren stein & Koppel .. Leonhard Tietz...... khade.............. Aeru mul stören- Fabrü Lonli-Guwm»....... Frankfurt a. M. Berlin Schluß- hirt Gchlußk. Abend« bSS Schluß» furt Schluß! Minas, börse Datum 14.5. 15.5. 14-5. 15-5. Mansselder Bergbau .. .......O 68,5 63,75 68,5 70 KokSwerke ......... .......0 — — 93 93,75 Phoni; Bergbau...... .......0 47,5 48,5 47,4 48,13 Rheinische Braunkohlen ..... 10 218,5 218,25 218,75 218,25 Rheinstahl ........... .......0 91,13 91 91 90,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 40,5 41 40,5 41,25 Otavi Minen ........ .......0 14 14 14 14 Kaliwerke Aschersleben. .......6 109,5 110,5 109,25 109,75 Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth .......5 110 110 110 110 ..... — 142 145 142 3. G. Farden-Industri« .......7 132,75 132,75 132,65 132,75 Scheideanstalt........ .......8 184,25 184,5 —— — Goldschmidt ......... .......O 60 62 60,13 62 RütgerSwerke ........ .......O 42,5 43,75 42,5 43,75 Meiallgeiellschast...... .......O 79,5 79,25 80 78,65 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß» kurS Schlußk. Mittagbörse Datum 14-5- 15.5. 14-5. 15-5. 4% desgl. Serie 11 ............. 5% 8him4n. vereinh. Rente v. 1903 4H9«>Rumün.veretnh.RentevUSlS 4% Rumänische vereinh. Rente .. 114% «netoltei ............... Vantdurg-Ämerika-Pakei .....O Homburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff...........o Rorddeutscher Lloyd .........0 AG. für Verkehrs wesen Skt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz und Prioat-Bank ... o Deutsche Bank und DiScoatr» Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o RetchSbank ................ 12 LE.G....................... Bekula...................... Dektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ..........- Felten & Guilleaume......... O Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektftzitäl ........ 5 Schuckert S To...............5 Siemens L Halske............7 Lahme per 2 To............. 10 4 30,5 20,25 23,75 64,5 84,75 41,75 54,25 61 149,5 24,5 132,75 97 103 53,5 94,25 90,75 91,5 131,75 116,5 72 6,7 3,75 3,1 30 20,5 24,13 64,5 84,75 41,5 54 61 149,5 24,65 133 97 103 54 94,75 93,5 90,5 132,5 116,5 72 6,8 3,6 3,4 30,25 20 20 24 64,75 84,75 41,75 54,25 61 150 24,9 133 96,13 103 54 94,13 93,5 91,5 131,13 116,5 72 3,5 3,4 29,75 20,5 22,5 24,13 64,75 84,75 41,5 54 61 150,5 24,9 133,25 97,5* 102,75 54 95 93,75 90,5 132,5 116,5 72,75 Deutsche «rdbt..............4 Geilenkirchen«..............0 113,25 60,5 114 61,25 113,5 60,5 114,25 61,5 >arpener................ O >cejch Eisen—Kölnereuessrn .. O 88,5 88,75 88,5 71 89,25 71,65 lse Bergbau ...............G flfe Bergbau Genüsse........6 löcknerwerke...............O lOJXMiaunMtttBHI >»min 4 134 111,5 61,75 63 63,25 63,75 135 111,5 62 63,4 133 112 63 63,5 14-Mai 15-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie. Geld I Brie. 5,664 47,20 5,686 47,30 5,644 47,20 5,656 47,30 Prag....... 10,42 10,44 10,42 10,44 8uDopet ... — — — — Sofia...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,53 169,87 169,53 169,87 OSlo....... 64,19 64,36 64,19 64,31 Kopenhagen. 57,04 57,11 57,04 57,16 Stockholm... 65,88 66,02 65,88 66,02 London ..... 12,770 12,800 12,770 12,800 Buenos Aires 0,586 0,590 0,583 0,587 Neuyorl.... 2,500 2,506 2,501 2,507 Brüssel..... 58,42 58,54 58,46 58,58 Italien..... 21,28 21,32 21,29 21,33 Paris...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 81,10 81,26 81,12 81,28 Spanien.... 34,24 34,30 34,27 34,33 Danzig..... 81,58 81,74 81,58 81,74 Japan ...... 0,756 0,758 0,756 0,758 Rio de Ian. . 0,211 0,213 0,211 0,213 Jugoslawien. Lissabon .... 5,664 11,63 5,676 11,65 5,664 11,63 5,676 11,65 Berlin, 15-Mai Geld Brief ” Amerikanische Noten.............. 2,454 2,474 Belgische Noten............. — 58,30 58,54 Dänische Noten .............— 56,99 57,21 12,725 12,785 Französische Note«..... . . .. 16,46 16,52 Holländische Noten............... 169,11 169,79 Ztaltenische Noten................ 21,17 21,25 Norwegische Noten ......•••••••• 64,02 64,28 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... •* Schwedische Noten............... Schweizer Note»................. 65,72 65,98 80,94 81,26 Spanische Noten............. ... 34,13 34,27 Ungarische Note» •••••••••••••••« —■ Zahlreicher Beteiligung aufforderte. Seine Ausführungen fanden allseitige Zustimmung. Anschließend wurden noch einige geschäftliche Angelegenheiten behandelt. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß. > Holzheim, 15. Mai. Am Samstagabend fand im Saale von Pg. Sames ein Filmvorträg durch die NSDAP, statt. Ortsgruppenleiter Pg. Wenzel (Lang-Göns) begrüßte die zahlreichen Besucher. Als erster Film' wurde „die Arbeitsschlacht im Gau Hessen-Nassau" gezeigt, sodann der Haupttonfilm „Kreuzer Emden", der lebhaften Beifall fand. In der üblichen Weise wurde die Veranstaltung geschlossen. Allmonatlich am 12. findet hier ein Filmvortrag statt. — Bei dem am Sonntag auf dem Schiffenberg veranstalteten Schüler- t reffen der DT. errang die erste Schülermannschaft in der Oberstufe, im Tauziehen, sowie im Weitwurf je einen ersten Preis. Im Stafettenlauf errang dieselbe den zweiten Sieg. Die zweite Mannschaft errang in der Unterstufe im Weitwurf den ersten Sieg. Kreis Büdingen. * Büdingen, 15. Mai. Auf der Rückfahrt von seiner Mittagspause zur Arbeit begegnete der Straßenwärter Stürtz aus Lorbach, der auf einem Fahrrad fahr, in der Nähe der Saline ein Last- traftwagen mit Anhänger. Beim Ausweichen vor einem gleichzeitig herannahenden Traktor kam der Mann zum Sturz und fiel so unglücklich, daß die z Die oberschlesische Stadt Kandrzin hat den Namen des alten Oberschlesienkämpfers Hauptmann Peter von Heydebreck angenommen und so dessen Verdiensten um die deutsche Sache in Oberschlesien ein bleibendes Denkmal gesetzt. — Unser Bild zeigt den Bahnhof der Stadt Kandrzin mit dem neuen Stationsnamen „Heydebreck". Räder des La st wagens über ihn hinweggingen und ihn auf derStelle töteten. Der Bedauernswerte hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Kreis Alsfeld. (LzW.) Alsfeld, 14. Mai. Eine Einbrecherbande scheint sich hier niederlassen zu wollen. Heute gegen 3 Uhr versuchten mehrere Personen die Tabakwarengroßhandlung Arthur P r e u s ch am Kreuz zu bestehlen. Die Art, wie die Diebe die Fensterschalen öffneten und einen Teil der Ladenscheibe entfernten, zeigt deutlich, daß hier keine Gelegenheitseinbrecher am Werke waren. Durch Zufall gelang es dem Besitzer des Geschäftes, die Diebe noch rechtzeitig zu bemerken; leider sind sie doch kaum erkannt entkommen. Dieselbe Bande hatte kurz vorher versucht, auch das Möbelgeschäft Sondermann heimzusuchen, war jedoch dort verscheucht worden. Man nimmt an, daß es sich bei den Dieben um diejenigen handelt, die vor kurzem in Lauterbach in die Tabakfiliale Elzhof-Büdingen einbrachen. ll. Nieder-Ohmen, 15. Mai. Dieser Tage konnte der Leiter der Gewerkschaft „Luise", Direktor Scheffzick, sein 40jähriges Dienstjubiläum begehen. Aus diesem Anlaß bereiteten ihm die Bergleute des Betriebes eine sinnige Ehrung, bei der alte Volksweisen und das Bergmannslied gesungen wurden und Steiger Keppele in einer Ansprache den Jubilar feierte. Dieser sprach seinen Arbeitskameraden für die Ehrung herzlichen Dank aus. Anschließend folgte ein gemütliches Beisammensein. Preußen. Eine historische Persönlichkeit gestorben. Der erste deutsche Soldat 1871 in Paris. LPD. Wetzlar, 15. Mai. Hier starb kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres der Oberzolleinnehmer Eckhard Ital. Mit seinem Namen verbindet sich die Erinnerung an eine der stolzesten Waffentaten des ruhmreichen deutschen Heeres. Nachdem er bereits am Kriege 1866 teilgenommen, bestimmte ihn das Schicksal dazu, 1871 mit als er ft er deutscher Soldat seinen Fuß in die französische Hauptstadt zu setzen, als die deutschen Truppen nach der langen Belagerung in Paris einzogen. Eckhard I t a l ritt als Stabstrompeter der Kasseler 14. Husaren neben Rittmeister v. Colomb unter dem Arc de Triomphe, gewissermaßen an der Spitze der deutschen Armee, in Paris ein. Er wurde dabei von einem Unfall betroffen. Sein Pferd scheute und schleuderte ihn auf die Straße, so daß er mit erheblichen Verletzungen ins Lazarett gebracht werden mußte. Um Eckhard Jtal haben diese Erlebnisse, die nur wenige mit ihm teilen konnten, einen eigenen Nimbus gewebt. Man hörte den alten Soldaten und echt deutschen Menschen gern erzählen. Hunöfunfprogranun Donnerstag, 17. Mal. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert (Schall- platten): Allerlei Tänze. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I (Schallplatten): Was wir selten hören. 13.20: Mittagskonzert II des Rundfunkorchesters. 14: Mittagskonzert III (Fortsetzung). 14.40: Kinderstunde. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert (Opernarien und Ouvertüren). 17.30: „Erziehe deine Gedanken", von Wilhelm Michel, Darmstadt. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Raffe. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! 19: „Das Bekenntnis der jungen Front". 19.30: Die Heimat des deutschen Malers (Hans Thoma). 20.15: Reichssendung: Stunde der Nation: „Feuer- trunken", Szenen aus Schillers Jugend. Eine Dichtung für den Funk von Kurt Heynicke. 21: Volksmusik. 21.30: Ein Besuch bei Jörg Mager, dem Schöpfer der Elektvomusik. 22.20: Aus Neuyorkt Worüber man in Amerika spricht (Kurt G. Sell^ 22.40: Schmückt das Fest mit Maien. Von altem kur« hessischen Pfingstbrauch. 23: Alte und neue Tanzmusik (Schallplatten): Zum 50. Todestag Friedrich Smetanas. 9.JL~fpori Handball im Gau XII der OT. Gießener Turnerschaft Jugend — Tv. Klein-Linden 14:6 (7:4). Die Jugendmannschaft der Gießener Turner- schast mar am Sonntag einer Einladung der ersten Mannschaft des Turnvereins Klein-Linden zu einem Handball-Freundschaftsspiel gefolgt. Das Ergebnis überrafcht insofern, als Tv. Klein-Linden eine eindeutige Niederlage einstecken mußte, die dem Spielverlauf nach noch nicht einmal zu hoch ausgefallen ist. Bis etwa Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel für den Gastgeber recht verheißungsvoll. Die Gießener Turner zeigten sehr schlechtes Zusammenspiel und verloren sich zuviel in Einzelaktionen. Ein ganz anderes Bild zeigte die zweite Halbzeit. Die Gäste, die nun eingesehen hatten, daß durch genaues Abspiel und Freilaufen mehr zu erreichen ist, setzten alles ein, und in regelmäßigen Abständen fielen sieben weitere Tore, denen Klein-Linden nur noch zwei entgegensetzen konnte. So endete das Spiel, das wohl in erster Linie als Lehrspiel gedacht war und auch, das sei zum Lobe beider Mannschaften gesagt, je in en Zweck erfüllte, mit einem schönen Siege der Gießener Turnerjugend. V. f. K Lich. DfR. 1920 Lich — Steinberg Liga 3:2. Am Sonntag weilte die erste Mannschaft von Steinberg in Lich. Beide Mannschaften waren in stärkster Aufstellung angetreten. Es entwickelte sich ein flottes Spiel, bei dem nach zehn Minuten Steinberg das erste Tor für sich buchen formte. Dann ging Lich zur Hochform über und konnte durch den Halblinken den Ausgleich erzielen. Durch einen Strafstoß kam Steinberg zum zweiten Tor, der von Fett schön geschossen wurde. Bei dem Stand von 2:1 für Steinberg wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit auf beiden Seiten ausgeglichenes Spiel, bei dem Lich bald den Ausgleich schoß. Fünfzehn Minuten vor Schluß schoß Lich das Siegestor durch den Halbrechten. In diesem Spiel zeigte Lich, daß es bei gutem Willen und Ruhe auf dem Spielfeld auch gegen Bezirksmannschaften antreten kann. Schiedsrichter R ü j p e r l e r leitete gut. Die zweite Mannschaft spielte in Hungen 2:2. Die Jugend von Bieber war nicht angetreten. BfA. Krofdorf-Gleiberg. VfV. Krofdorf-Gleiberg I. — Aßlar I. 1:5. Bei diesem Spiel war Krofdorf-Gleiberg gezwungen, mit fünf Ersatzleuten anzutreten, so daß an einen Sieg gegen die spielstarken Aßlarer nicht zu denken war. Dadurch konnte Aßlar das Spiel dauernd überlegen durchführen und in gleichmäßi- gen Abständen Tore erzielen, von denen einige bei besserem Verständnis der Krofdorfer Mannschaft zu verhüten gewesen wären. Der Gegentreffer für Krofdorf fiel in der zweiten Halbzeit beim Stand von 4:0. VfB. Srofdorf-Gleiberg Jgd. — Aßlar Jgd. 6:0. Die Jugend von Krofdorf-Gleiberg zeigte ein sehr flottes und schönes Spiel. Vorbildlich waren die Ruhe und Eifer der beiden Mannschaften. VfB. Krofdorf Schüler — Wißmar Schüler 2:0. Die Schülermannschaft gewann auch dieses Spiel, indem sie die gleiche von Wißmar 2:0 besiegte. Zu bemerken ist, daß die Krofdorf-Gleiberger Schüler bis jetzt fünf Spiele ausgetragen haben und sämtliche siegreich beendeten. VfB. Krofdorf-Gleiberg Zweite weilte am Sonntag (zum Gesellschaftsspiel) in Erda gegen die dortig» 1. Mannschaft und spielte 2:2. Kleinkaliberschießen Reichsbahn—Reichspost. Auch in diesem Jahre wurde ein Freundschafts« Wettkampf im Kleinkaliberschießen zwischen bent VfB.-„Reichsbahn" und dem Post-Sportverein aus« getragen. Die Bedingungen waren: drei Schuß stehend frei« händig, drei Schuß kniend und drei Schutz liegend. Mit einer Gruppe von je fünf Mann traten die Wettkämpfer an. Das Ergebnis war: Reichsbahn 407 Ringo, Reichspost 336 Ringe. Kurze Gportnotizen. Einen Saarland-Treuelauf veranstaltet die Deutsche Turnerschaft vom 24. bis 26. August, In Tausenden von Neben- und Anschlußstaffeln, die in neun Hauptstaffeln einmünden, werden Treuebotschaften aus allen Teilen des Reiches nach dem Ziel am „Deutschen Eck" in Koblenz getragen. * Der dritte Länderkampf im Fußball zwischen Deutschland und Frankreich wird am 17. März 1935 in Paris ausgetragen. Hoffentlich bringt dieser Kampf den ersten Sieg, denn 1931 wurden unsere Vertreter in Paris 1:0 geschlagen und der zweite Kampf im März 1933 in Berlin endete unentschieden mit 3:3. * Die Vorschlußrunde zur deutschen Handballmeisterschaft bringt am 27. Mai folgende Treffen: Männer: Spvg. Fürth — Ask. Tv. Berlin, Spfr. Leipzig — Pol. Darmstadt; Frauen: Fort. Leipzig — VfR. Mannheim, TV. Eimsbüttel — Hessen-Preußen Kassel. Die Sieger dieser Begegnungen bestreiten am 10. Juni die Endspiele. ♦ Max Schmeling hat, nachdem er noch einen offiziellen Protest gegen das Urteil in seinem Kampf gegen Paolino eingelegt hat, am Dienstag Barcelona verlassen. Man rechnet übrigens damit, in Deutschland einen Kampf Max Schmelings mit dem Spanier Castanaga zustande zu bringen, der bekanntlich in der Vorwoche den deutschen Meister Hower zur Aufgabe zwang. ♦ Dementiert wird jetzt der Hammerwurf- Weltrekord des Amerikaners Holcomb, der über 59 Meter geworfen haben sollte. Es handelt sich nur um eine Leistung von 49 Meter, mit der Holcomb nicht entfernt an Pat Ryans Weltrekord von 57,77 Meter heranreicht. Siir,3ftn" DAS UNENTBEHRLICHE Sporthemd mit angenähtem Kragen in Oxford, Polo und Zephir 2.95, 2.25, 1.95 DAS UNENTBEHRLICHE Trikolinehemd in einfarbig und gemustert mit losem Kragen 5.25, 3.95, 2.95 DAS UNENTBEHRLICHE eine neue Krawatte i. hervorragend schönen Mustern 1.95, -.95, -.50 Gießen, Bahnhofstr.2-4 Bekleidung undAusstattung 2967 A Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Billige Seefische zum Kochen und Braten Donnerstag u. Freitag frisch eintreffend empfiehlt A. Koch Nachfolger Mäusburg 15 «nM Tel. 3612 Höchst im Odenwald, Gießen (Ebelstraße 30), den 16. Mai 1934. Ordentl., tücht. Bilde junges als O256? 2962 D fre< von werden, wenn alles versagte, durch *** 4-Zimm -Wohn. nebstBadezimm. zum 1. Juli zu vermieten. 02557 Näh. Schubert* Straße 2II. p/lietgesuche"] Alsbald herrsch. i-Wohii mit Bad. Küche, Beizung eventl. arage gesucht. Schriftl. Angeb. unter 2956V an d. Gieß. Anzeig. 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