Nr. M Erstes Blatt 184. Jahrgang Montag, 14-Mai M4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. ' „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Such- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen, bchrisileitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/zUhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Arbeitsbeschaffungsprogramm für die notleidenden Künstler anläßlich des l.Mi. Alle Künstler, die meiner Anregung Folge geleistet und die sich aus dem Aufmarsch am 1 2U a i ergebenden Motive in Gemälden, Oelskizzen, Aquarellen, Zeichnungen, Radierungen usw. gestaltet haben, geben der Landesstelle Hessen- Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. 2H., Vürgerftrahe Rr. 9/11, umgehend ihre Anschrift und die Art ihres Werkes bekannt. Die Arbeiten selbst müssen bis zum 2 3. Juni d. I. f e r t i g g e st e l l t sein. heil Hiller! Gez.: Müller-Scheld Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Kritiker und Kritikaster. Von $. W Heinz. Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat den großangelegten Aufklärungsfeldzug gegen Miesmacher und Kritikaster durch eine Rede im Berliner Sportpalast eröffnet. An der Stätte der größten Propagandaerfolge, hier im Berliner Sportpalast, wo der Kampf um die Seele der großstädtischen Massen ausgetragen wurde, wo der Führer unmittelbar vor den großen Wahlschlachten des Jahres 1932 zu jeweils rund 20 000 Menschen sprach, hier rechnete Dr. Goebbels, wie in den Anfangszeiten der kämpferischen Bewegung, mit dem Geiste der Zersetzung und Miesmacherei ab. Stimmung der Kampf- und Werdezeit der NSDAP, lag über der Versammlung: der wundervoll durchorganisierte Apparat der Partei hat jetzt wieder ein Einsatzfeld gefunden, und das deutsche Volk wird in den nächsten vier Wochen wachgerüttelt werden wie i kaum jemals zuvor in den erbitterten Auseinandersetzungen der schweren Jahre zwischen 1930 und 1933. Aber während die Bewegung und ihre Redner damals gegen sichtbare Feinde kämpften, während sie in offener Schlacht jeden Widerstand nieder- zwang, richtet sich diesmal der Einsatz gegen einen Feind im Dunkeln. Und nicht nur die SA. und SS., nicht nur die engere Parteiorganisation wird diesen Kampf führen und gewinnen müssen, sondern jeder Deutsche, der guten Willens i st und über genügend Einsicht verfügt, muß in vorderster Fiwnt stehen und Aufklärungsarbeit leisten. Denn es geht um viel mehr als es vielleicht im ersten Augenblick den Anschein hat. Es geht um die Grundlagen unseres deutschen Bestandes, es geht um die Zukunft unmitelbar, ss geht um das gleiche „Durchhalten" wie zwischen 1914 und 1918, das damals auch von vielen nicht ernst genommen wurde, bis die Stimmung zerfetzt und der seelische Zusammenbruch da war. Um die weltanschauliche Auseinandersetzung mit den Kritikastern und Miesmachern gleich mit dem schwersten Geschütz zu beginnen: was wollen diese Unzufriedenen eigentlich? Kein Maß berechtigter ober unberechtigter Verärgerung, Zurücksetzung, Kränkung, Kritikwürdigkeit wird so groß und chwerwiegend sein, um nicht vor der allein mäg- . ichen Antwort entsetzt zurückzuschrecken. Denn entweder gibt es in Deutschland den Nationalsozialismus, oder aber es gibt den Bol- i chewismus. Das ist nackte Wirklichkeit. Ein Zurück in die liberale Parteidemokratie, in den staat der Weimarer Verfassung oder in die wilhelminische Monarchie kommt unmöglich noch in Frage. Gesetzt der Fall, die Wühlerei und Zersetzung i»es Miesmachertums würde den nationalsozialistischen Staat -ert legen. Denn diesem ganzen Kritikastertum, d-esen so unterschiedlich zusammengesetzten Klubs der Mißvergnügten fehlt jede verbindende Weltan- chauung, jede große Idee, jeder kühne Glaube an bie eigene Berufung. Man will das Rad der Gerichte rückwärts drehen, weil es einem vielleicht unsanft über die Füße gerollt ist. Aber es gibt fein Zurück mehr für das neue Deutschland, e s g i b t , Mu r ein Vorwärts. Und hier liegt der An- K, wo sich die verantwortliche, die ernsthafte, ende Kritik betätigen kann. Wir rnerden . gleich darauf zu sprechen kommen. Von Adolf Hitler selbst stammt, nicht dem Wort- lcut, aber dem Sinne nach der Satz: „Wer von der ! Verderblichkeit eines Weges und der Unhaltbarkeit einer Lage überzeugt ist, der hat die verdammte Soldat und Bauer formen deutsche Geschichte. Oie Reichsminister Darre und Göring sprechen zu den schlesischen Bauern. Breslau, 12. Mai. (DNB.) Aus ganz Schlesien waren die Bauern nach Breslau gekommen, um den Reichsbauernführer D a r r ä und den preußischen Ministerpräsidenten Göring sprechen zu hören. Die Jahrhunderthalle war überfüllt, so daß viele Tausende vor der Halle und auf der benachbarten Radrennbahn der llebertragung der Reden lauschten. In der Jahrhunderthalle hatten auf der Tribüne mehrere tausend junge Mädchen und Bauernburschen Aufstellung genommen, die in ihren bunten heimatlichen Trachten ein farbenfrohes Bild boten. Tosender Beifall erhob sich, als, mit dem Halali begrüßt, Ministerpräsident Göring zusammen mit Reichsbauernführer Darre erschien. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. auch 30 Vertreter polnischer landwirtschaftlicher Verbände. Nach Begrüßungsworten des Landesbauernführers sprach Reichsbauernführer Darre. Er führte u. a. aus: Vor Jahrhunderten sind Eure Vorfahren aus dem Westen und Süden Deutschlands hierhergekommen, um hier eine neue Heimat zu suchen. Es war jenen Bauern klar, daß fiedasSchwertan ihrer Seite hängen haben mußten, wenn sie hier in Schlesien sich als Bauern ansiedeln wollten. Sie wußten, was wir heute erst wieder begriffen haben, daß zwischen Bauer und Soldat kein Unterschied besteht. Es kam die Zeit von 1918, jenes Jahres, als man den Versuch machte, den deutschen Soldaten sterben zu lassen. Und da geschah das Merkwürdige: Als der deutsche Soldat starb, da seid auch Ihr Bauern gestorben. Als der deutsche Soldat nichts mehr galt, da habt auch Ihr Bauern nichts mehr gegolten. Bauern! Soldat sein heißt nicht, die Technik des Soldatentums beherrschen. Soldat sein heißt nicht, nach dem Exerzierreglement am besten exerzieren zu können, sondern Soldat sein heißt, sich aus ganzem Wesen zum heldischen Menschen bekennen und in der Waffe den Ausdruck seiner Ehre zu erblicken. Der Frontsoldat des Weltkrieges Adolf Hitler hat die Ehre des deutschen Soldaten wiederhergestellt, und in dem Maße, in dem Adolf Hitler das Soldatentum wieder zu Ehren brachte, sammelte sich um ihn bestes Soldatentum. Wir wollen heute als Bauern in Hermann Göring nicht den preußischen Ministerprä- benten begrüßen, sondern den Soldaten, der sich in einem harten Krieg bewährt hat. Hermann Göring ist Soldat und ist auch Bäuer, und Bauer und Soldat gehören nun einmal in der deutschen Geschichte zusammen und erst in ihrem Zusammenhang entsteht der Rhythmus einer deutschen Geschichte. Daher rufen wir schlesischen Bauern, Heil Hermann Göring! Ministerpräsident Göring unterstrich dann die Bedeutung des Bauernstandes für die Sicherung des Lebens des Volkes. Aus dem Bauerntum sei überhaupt erst das Volk entstanden. Wenn heute so oft geklagt werde, daß noch nicht das alte Vertrauen zwischen der Bauernschaft und Großgrundbesitzer wiedergekehrt fei' dann liege das daran, daß Jahrhunderte lang zwischen beiden kein Verständnis gewesen sei, und daß der mit weniger Grund und Boden als minderwertig angesehen worden sei. Jetzt aber müßten alle sich darüber klar werden, daß es im Dritten Reich nur Bauern gebe, ob mit viel ober wenig Grunb unb Boben. Der Kapitalismus bes Bürgertums habe ebenfalls mit bazu beigetragen, daß der Grund und Boden zu einer Ware wurde unb wie jebes anbere Ding verkauft unb verschoben werben konnte. Solange es Geschichte gebe, sei immer wieder das Verwachsensein mit dem Boben das Entscheidende gewesen. Darauf habe sich immer erst die Nation aufbauen können. Auch ber deutsche Arbeiter muß erkennen, was ber deutsche Bauer bedeutet. Es muß uns endlich einmal gelingen, daß jeder deutsche Arbeiter und wenn auch nur im hescheiden- sten Maße ein Stück Bauer wirb unb irgendwo ein Stück Land sein eigen nennt. Wenn bas gelungen ist, wenn ber letzte Arbeiter aij eigener Scholle steht, bann wird Deutschland endgültig gerettet und unüberwinblich sein gegen alle seine Feinde. Dann ist seine wahre Kraft wieder gesammelt, denn diese Kraft kommt aus der Erde. Und so ist es auch richtig, was der Bauernführer gefugt hat: Bauer fein, heißt Soldat sein imSinne des Pflichtbewußtseins des Soldaten, ber tiefen Kameradschaft und ber letzten Hingabe unb Opferbereitschaft für seine Fahne, für fein Volk, unb sein Reich. Der Boden ist euch zum Erblehen gegeben von Gott und der ganzen Nation, und ihr habt ihn heilig zu halten, denn ihr wollt ja auch, baß, wenn dieser Boden bebroht ist, bie ganze Nation sich zu seiner Verteidigung erhebt. Der Ministerpräsibent kennzeichnete bann bie ungeheure Bedeutung bes Erbhofgesetzes, bas bann einstmals vielleicht bas eyerne Gesetz des neuen Deutschland darstellen werde. Wir haben einen vierjährigen Krieg hinter uns. Hätte es damals einen Nähr st and gegeben, nach dem Vorbild des heutigen, der die Basis des Volkes sicherte, und wäre sein Führer D a r r ä gewesen, so bin ich überzeugt, aus dieser Tatsache allein heraus hätten wir den Krieg nicht verloren. Blut und Boden ist die Kraftquelle des Bauerntums, und das Bauerntum soll und muß die Kraftquelle bes Deutschtums, bes beutschen Volkes fein und werben. Daraus erwächst bann bie Forberung nach Gleichberechtigung unter ben Völkern und nach ber Ehre ber Nation. Das Auslanb aber möge wissen, baß Freiheit unb Ehre nichts zu tun haben mit Eroberungslust, fonbern baß beibe Hinweisen auf ben Frieden, aber ben Frieben, ber ehrlich ist, der auch Deutschland zugutekommt. Diesen Frieden zu erhalten sind wir bestrebt. Trotz aller Anfeindungen und Verleumdungen erklären wir, wir brauchenden Frieden.' Gerade das deutsche Bauerntum braucht den Frieden, weil es aufbauen will für die Zukunft und dazu ben Frieben aber auch Ehre notroenbig hat. Heute Beginn der Genfer Ratstagung. Die Gaarausschüffe stellen ihren Bericht fertig. Genf, 13. Mai. (DNB.) Die 79. Tagung bes Völkerbunbsrates wirb am Montag um 10.30 Uhr unter Vorsitz bes Portugiesen Vasconcellos mit einer Geheimsitzung eröffnet werben. Auf bem Programm biefer ersten Sitzung stehen interne Fragen ber Völkerbunbsorganisation. Daneben soll auch über ben Chaco-Konflikt zwischen Bolivien unb Paraguay gesprochen werben. Die Saarfrage dürfte bei dieser Zusammenkunft des Völkerbundsrates nur soweit berührt werden, als der Zeitpunkt ihrer Behandlung zur Sprache kommt. Man wird zu diesem Zweck vermutlich von dem Stand der Arbeiten der Saarkommissionen und von den damit zusammenhängenden internationalen Besprechungen Kenntnis nehmen. An die Geheimsitzung wird sich noch am Montag vormittag eine öffentliche Sitzung des Rates anschließen, für die aber nur eine politische Frage vorgesehen ist, nämlich die Festsetzung einer Grenzlinie zwischen Syrien und Palästina. Am Samstagnachmittag hat ber Völker- bunbsaussckuß f ü r bie Saarabstim- m u n q unter Vorsitz des Barons A l o i f i getagt. Die Äorschläge für bie Durchführung ber Abstimmung liegen zum Teil schon abgeschlossen vor, zum Teil werben sie, wie bie Frage ber Abstimmungskosten unb der Abstim - mungsbezirke, erst ben beteiligten Regierungen zur Stellungnahme Dorgelegt werben. Auch bie Arbeiten bes Unterausschusses zur Ausarbeitung ber Wahlgesetze sind weit fortgeschritten. Die politische Seite ber Abstimmungsfragen ist nur insoweit erörtert worben, als ber Ausschuß ba- von Kenntnis nahm, baß neue internationale Besprechungen unter Vermittlung des Barons Aloisi über bestimmte Punkte im Gange finb. Daraufhin würbe bie politische Aussprache auf Montag verschoben. Der Ausschuß wirb also in ber tommenben Woche noch gleichzeitig mit bem Volkerbunbsrat tagen. Man rechnet sogar unter Um- stäuben noch mit mehreren Sitzungen, ba immer noch wichtige Vorfragen zu klären sind, ehe die Vorschläge an ben Volkerbunbsrat in enbgültiger Form fertiggestellt werben können. Im übrigen scheint bas Dreier-Komitee sich boch allmählich ber Einsicht nicht ganz zu verschließen, baß bie balbige Festsetzung eines Ä b - stimmungstermins unerläßlich für die Beseitigung der Spannungen im Saargebiet ist. Es sucht daher offenbar nach einer Forme/, die eine Festsetzung dieses Termins ermöglichen soll. Aber auch hier muß mit dem Widerstand Frankreichs gerechnet werden. Der französische Außenminister B a r t h o u trifft Montag früh in Genf ein. Der englische Großsiegelbewahrer Eden ist heute schon angekommen. Mit ber Ankunft ber Abordnung der Deutschen Front im Saargebiet unter Führung Röchlings wirb erst für Montag abenb gerechnet. Pflicht unb Schuldigkeit, bagegen anzukämp- f e n. Tut er bas nicht, so ist er entroeber ein feiger Schwächling ober ein erbärmlicher Gesinnungslump!" Ob es wohl wirklich Kritikaster unb Miesmacher gibt, die es wagen, sich auf dieses Hitler- wort zu beziehen? Adolf Hitler hat immerhin keinen Klub ber Mißvergnügten um sich gesammelt, er hat nicht getuschelt unb gehetzt unb geraunt unb bie Stimmung zersetzt: nein, er h a t gekämpft, er ist offen aufgetreten, er hat sich bem herrschenden System zum Kampfe gestellt, er ist in bie Gefängnisse gegangen, er hat ben Kugeln seine Brust hin- gehalten, er hat ben Weg mit Blut unb Opfern gepflastert, ber zum Siege unb zur Errichtung bes Dritten Reiches geführt hat. Wo aber ist einer biefer ewigen Nörgler und Besserwisser unb Gerüchteoerbreiter, ber gewillt ist, ben gleichen W e g zu gehen: ber offen auftntt, ber ben Aufenthalt im Konzentrationslager bem bürgerlichen Dasein vorzieht, ber bie physische Existenz aufs Spiel setzt, weil er bereit ist, ourch sein Blut eine für besser gehaltene Jbee zu weihen. Der Staat hat auf jeben Hochverrat bie Tobesstrafe gesetzt, nun, wer als aufrechter Mann einen Glauben vertritt, wer mehr ist als ein Meckrer unb Miesmacher, ber muß auch bereit fein, feinen Kopf auf ben Block zu legen. Die Geschichte ber französischen unb ber russischen Revolution ist reich an solchen heroischen unb im übrigen stets sinnlosen Opfern, bie Miesmacherei aber hat mit all bem nichts zu schaffen, sie ist ber seelische Schuttablabeplatz für bie Zukurzgekommenen, für bie Ausgebooteten ober bie verspätet Eingestiegenen, für bie Ichsüchtigen unb Egoisten. Daran ist nicht zu beuteln! Etwas anberes aber ist es mit jenen, die ben Ernst unserer beutschen Lage kennen, bie — mit Dr. Goebbels — begriffen haben, baß wir roieber einmal in einem Kriege um unser Dasein leben, bie von ihrer charakterlichen Güte unb der Unentbehrlichkeit ihrer Leistung überzeugt sind, auch wenn sie nicht das Mitgliedsbuch der Partei besitzen, ober wenn ihnen sogar Unrecht geschehen ist ober auch, wenn sie innerlich nicht mit allem mitkönnen. Als vornehme Naturen verschmähen sie das Kritikastern und Wühlen, als Deutsche gehen sie über zur positiven Kritik: die aber ist nichts anderes als sachliche und loyale Mitarbeit. Ganz gleich, wo ber einzelne arbeiten und helfen kann, und fei es bie geringste Tätigkeit: er kann büret) Leistung unb Qualitätsarbeit überzeugen. Den Nationalsozialismus vorbildlich zu leben, das ist heute bie einzig erlaubte unb einzig vornehme und ritterliche Form ber Kritik. Das Gute unb Richtige, bas wertvolle Men- chentum unb bie Güte ber Leistung, sie setzten sich auf bie Dauer boch immer roieber burch. Möglichkeiten biefes Einsatzes ber Qualitätsarbeit gibt es genug, jeber, ber guten Willens ist, wirb sie finben. Student und Wissenschaft. DerRcichsfchaftsführer kündigt Einführung von Dienstordnung und Studentenpatz an. Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der Führer ber Reichsschaft ber Stubierenben an ben beutschen Hoch- unb Fachschulen, Dr. Stäbe!, hat einen Aufruf erlassen, indem er zunächst rückblickend feststellt, daß heute alle deutschen Studenten organisatorisch ins Gefüge bes Nationalsozialismus eingegliebert seien. Das solba- tische unb sozialistische (Element feien unerläßliche Voraussetzungen für das Stubium. Beibe aber stellten an ben Stubenten erhöhte Ansorberung. Die L e i st u n g sei unb bleibe bie ©runbforberung bes Nationalsozialismus. Nur burch eine Leistung, bie bem schweren Ringen um die (Erneuerung der Nation Rechnung trage, erfülle man einfache nationalsozialistische Pflicht. Fest gefügt, fei die Deutsche Studentenschaft der Garant einer zukünftigen einheitlich en deutschen Wissenschaft, die keine Ansprüche oder Sondervorrechte einzelner Fakultäten oder Hochschulen kenne. Kraft dieser Einheit werde sie die zukünftige Hochschule des deutschen Volkes gestalten. Unerläßliche Voraussetzung aber sei ein f e ft begründetes Wissen. Der deutsche Student habe im Kampfe und in der Bewegung stets seine Pflicht getan. Bis zum Uebermaß nehme ihn der Kampf unb ber Dienst in NSDStB., in ber SA., ber HI., ber PO. in Anspruch, so baß er seiner geistigen Arbeit nicht immer nachkommen könne. Heute forbere bie Bewegung erneut vom beutschen Stubenten ben gleichen Einsatz zu geistigem Kampf von größerer Tragweite. Es werben Mittel und Wege gefunben werben, um bem Stubenten bie Lösung' ber von ber Nation jetzt bringend an ihn gestellten Forderung zu ermöglichen. Grundlage dieser Arbeit werbe eine vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung genehmigte 2) ke n ft o r b n u n g fein. Darin mürben bie Pflichten ber Stubenten berart abgegrenzt, baß sie ihre Aufgaben gegenüber Volk unb Staat, Hochschule unb Stubium, Stubentenschaft und Elternhaus in Einklang miteinander bringen könnten; dazu würden Disziplinär- beftimmungen erlassen, eine karteimäßige Erfassung gehe organisatorisch Hand in Hand mit der Schaffung eines Studentenpa f- s e 5, ben jebes Mitglieb ber D. St. erhalte. Der Aufruf schließt mit ber Forderung, dem Führer unb ber Nation einen neuen beutschen Menschen zu schaffen, ber mit körperlicher unb geistiger Kraft bie Zukunft bes Deutschen Reiches unerschütterlich sichere. Der Reichsjustizkommiffar gegen Quertreibereien in der presse. D ü f f e l b o r f, 12. Mai (DNB.) Wie das Presseamt ber Deutschen Rechtsfront mitteilt, wies Reichs» justizkommifsar Dr. F r a n f in ber Düsselborfer Kunbgebung ber Rechtsfront Angriffe auf Staatsrat Prof. Schmitt zurück. Es handelt sich um die in Düeldorf erscheinende Wochenzeitung „Junge Front". Diese hatte am 15. April unter der Ueberschrift „Wissenschaft — Propaganda" einen Aufsatz aus der Kölnischen Zeitung zitiert, den diese wiederum ber noch ber Gleichschaltung bebürftigen „Deutschen Juristen-Zeitung" entnommen hatte. Der Artikel stammt aus ber Feder eines Breslauer Uninerfitätsprofeffors. Seins rechtspolitisch nicht unbedenkliche Fassung ist durch die Kürzung und durch satztechnische Hilfsmittel in den genannten Zeitungen in ihrer Wirksamkeit noch erhöht worden. Wie das Presseamt betont, hat der Reichsjustizkommissar mit diesen auf dem Wege gegenseitiger Zitate sich fortpflanzenden Quertreibereien mit allem Nachdruck kurzen Prozeß gemacht. Oie Zukunft -er Zeitung. Aufgaben der Presse im Aufbau des neuen Deutschland. Köln, 12. Mai. (DNB.) Im Auditorium Maximum der Kölner Universität wurde mit einem schlichten Festakt das Sommersemester des I n st i - tuts für Zeitungswissenschaft eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vor- trag des Hauptschriftleiters des Organs der Deutschen Arbeitsfront „Der Deutsche", Karl Busch (Berlin), über „Die Zukunftsaufgaben der deutschen Presse". Er betonte u. a., nun seien die Zeiten, da die großen Blätter mehr oder weniger anonymer Mächte die Dolksmeinung beherrschten, und damit in letzter Konsequenz Geschichte machten, vorbei. Die gesamte deutsche Presse befinde sich in einer ge- wissen Krise, die jedoch nur ein Uebergangs- st ad i um bedeute. Die deutsche Presse habe alle Aussichten im nationalsozialistischen Staat, wie- der eine Großmacht zu werden. Die Anforderungen, die hier an sie gestellt würden, seien groß wie alles, was dem Neuaufbau eines Volkes diene. Vor allen Dingen müsse man sich des neuen Sinnes und der heutigen Aufgaben der Presse bewußt sein. Sie sei berufen, der treue Mittler und Verstän- di gu n g s f a k to r zwischen allen Volksgenossen im Sinne unserer Führung zu sein und zu bleiben. Den Aufgaben der deutschen Presse auf den Gebieten der Kultur widmete der Redner besondere Ausführungen. Gerade in der Kampflinie des kulturellen Lebens könne sich die deutsche Presse die Sporen als Großmacht des Führers verdienen. Hier gerade heiße es, ein neues Wollen, eine neue Gesinnung, ja eine Neuformung der ganzen Gesellschaftsordnung durch- zrrbiegen. Besonders müsse sich die Presse auch des jungen künstlerischen Nachwuchses annehmen. Zum ersten Mal in der Welt müsse sich der Gedanke ganz durchsetzen, daß eine Zeitung^ ein geistiges Instrument sei, das dem Volke zu dienen habe. Ein Ehrenmal für die gefallenenHandwerker. Magdeburg, 13. Mai. (DNB.) Zum Gedächtnis der im Weltkriege und für die nationalsozialistische Revolution gefallenen Handwerker wurde am Sonntag durch den Reichshandwerksführer Schmidt im Klo st er Bergegarten ein Ehrenmal eingeweiht. Es steht unter der Schirmherrschaft des Ehrenmeisters des Deutschen Handwerks, des Reickspräsidenten von Hindenburg, und yat die Form eines niedersächsischen Bauernhauses. Es ist somit einzig in seiner Art. Nach einem Festakt im großen Saal des Restaurants Kloster Berge- aarten begaben sich die geladenen Gäste in den Park, wo vor den versammelten Handwerkern aus Magdeburg die Feier stattfand. Reichshandwerksführer Schmidt, der bereits kurz bei dem Festakt gesprochen und dabei die Grüße des Reichspräsidenten überbracht hatte, nahm erneut das Wort. Er führte dabei u. a. aus: Das deutsche Handwerk hat seinen Weg neu beschritten auf den Befehl des Führers Adolf Hitler hin. Zwangsläufig bringt es damit die gesunden elementaren Kräfte wieder zum Vorschein und benutzt sie zum Aufbau des deutschen Volkes. Wer die Arbeit zum Ehrenbegriff gemacht hat, der muß die Menschen bewußt ehren, bie erst den Wey ermöglichten, die ihr Bestes aaben, damit wir aufbauen können, was das Schicksal uns zerschlagen wollte. Diese Aufbauarbeit und geschichtliche Erneuerung soll damit beginnen, daß wir die Menschen Herausstellen, die uneigennützig glaubten, die sich nicht dem Führer zuwcmbten aus rechnerischer Theorie heraus. Sie fielen mit dem heiligen Schwur und dem heiligen Bekenntnis für ihr deut ches Vaterland, sie starben im Glauben an Deut chland und in dem Glauben, daß wir, die wir ie überlebten, ihr Opfer nützen sollen zum Aufbau eines deutschen Vaterlandes. Es gilt zu kämpfen, damit wir die Saat legen, aus der unsere Kinder dereinst ihr Brot nehmen können. — Es folgte eine Minute stillen Gedenkens der Toten, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Gaargäsie frankfurter Studenten. LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Frankfurter Burschenschaft Rheno Savaria hatte anläßlich des Eintreffens ihrer er st en Saar» g.ä st e in ihr Kameradschaftshaus „Saarwacht" zu einer kleinen Feier geladen, zu der u. a. auch Staatsrat Spanniol, Oberbürgermeister Staatsrat Krebs in Vertretung des erkrankten Reichsstatthalters Sprenaer, Kreisleiter Welter (Saarbrücken) und Professor Patzhoff als Vertreter der Universität erschienen waren. Auf Kosten der Studenten werden jede Woche, fünf Saardeutsche — diesmal sind es arbeitslose Bergknappen, die wegen ihres Deutschtums von der französischen Bergwerksdirektion entlassen wurden — in Frankfurt leben. Sie sollen in der Heimat Eindrücke des neuen Deutschlands sammeln und dann im Saargebiet ihren Kameraden die Erlebnisse wiedergeben. Staatsrat S p a n n i o l gab in einer Ansprache einen Abriß der Entwicklungsgeschichte der Saarfrage. Trotz aller Wirrnisse der Revolutionsjahre und der Nachkriegszeit hätten die Menschen an der Saar immer treu zur Heimat gestanden. Der 30. Januar konnte als der Durchbruch des Nationalsozialismus auch im Saargebiet bezeichnet werden. Von dort sei es nur ein verhältnismäßig kleiner Schritt zum 14. Juli, der Geburts- ftunbeber Deutschen Front gewesen. Ohne ben Nationalsozialismus wäre bie Saarfrage viel- keicht heute nicht zu lösen. Wenn ber Kumpel sein Kreuz ins Ja-Felb machen wirb, bann geschieht dies nicht aus irgenbwelchen materiellen Erwägun- gen heraus, sondern bann schreibt es fein Blut, feine Seele, seine tiefe innere Liebe zum Vaterland, die schon so oft materiellen Gewinn weit hinter das Derantwortungsbewußtsein und Pflichtgefühl zur Heimt gestellt hat. Und wenn jetzt wöchentlich Saararbeiter in die deutsche Heimat kommen, bann geschieht bies nicht, weil sie vielleicht irgenbwelche Zweifel beseitigen wollten, sonbern nur, um ihre Seele noch mehr zu stärken. Volkstumskämpfer an die front! Dom Sinn der DOA.-Tagung in der Westmark. Don Erich Boyer. Zur Saarbrücker Tagung bes VDA. an Rhein unb Mosel (Pfingsten 1934) geht uns biefe Stellungnahme eines Auslanbsbeut- schen zu: Uns Auslanbsbeutschen hat man bas Nationalgefühl beizeiten eingebläut. Wenn man als kleiner Junge, kenntlich burch bie beutsche Schülermütze, feinen Schulweg machte unb bie „Jeunesse boräe" )es gerade herrschenden Staatsvolkes in Mehrheit auf Der Straße herumlungerte — bann gab es Prügel. Unb Prügel gab es, wenn man bas zweifelhafte Glück hatte, etwa eine k. unb k. Erziehungsanstalt zu besuchen, in ber bas alte Oesterreich seine junge Generation bazu erzog, alles, was beutsch war, zu hassen ... Die einen bezogen bie Prügel schmerzhaft,körperlich. Den anberen zerquälte man die Seele, versuchte, sie ihren Eltern zu entfremden und ihr angeborenes Deutschtum als eine Erbmasse voller Minderwertigkeit hinzustellen. Prügel gab es so oder so. Jeder Ausländsdeutsche hat die Zwangserziehung am eigenen Leibe durchgemacht, die das deutsche Volk im Reich als Ganzes in 15 Nachkriegsjahren erlebte. Wir kannten die Wirkung solcher Erziehungsarbeit und es gab keinen Ausländsdeutschen, Dem es in diesen 15 Jahren bange gewesen wäre um das Schicksal und die Zukunft der Nation. Es war kein Zufall, es war eine geschichtliche Notwendigkeit, daß der Mann, der die Nation empor» riß, selbst auf dem Boden auslandsdeutschen Volkskampfes die Eindrücke empfing, die fein Wesen formten und daß viele unter den engsten Mitarbeitern Adolf Hitlers Ausländsdeutsche sind. Auslandsdeutscher sein — als Auslandsdeutscher sich behaupten — das fetzt voraus, daß man den Begriff des Staatlichen, den Patriotismus von gestern überwindet und heimkehrt aus von Menschen geschaffenen staatlichen Lebensformen in die gottgewollte Ordnung des Volkes. Das Volk steht über dem Staat, es steht auch über dem Reich mit feinen engen Grenzen. Das Reich der 65 Millionen kann nur eine bestimmte Lebensform fein des großen deutschen 100-Millionen- Volkes. Aus einem „Verein", der solche Gedanken pflegte wider die Staatlichkeit des Kaiserreiches und der Republik, mußte ber VDA. zum „Volksbund" emporwachsen in dem gleichen historischen Augenblick, in dem der Nationalsozialismus als weltan-- fchaulicher Träger der Volkstumsidee die Macht im Staate und in den Herzen ber Volksgemeinschaft übernahm. Als „Volksbunb für das Deutschtum im Auslanb" mußte er die Brücke schlagen von .der beschränkten Notwendigkeit bes Reiches zu der nur durch Bluts- unb Sprachgrenzen gekennzeichneten Gegebenheit des deutschen Volkes. Und als „Deutscher Volksbunb" wirb er einst die Grenzen im Volke verwischen, die heute noch überlieferte Anschauungen vielfach parallel zu den Grenzen des Staates fügen. Das ist das Ziel, das sein Reichsführer Dr. S t e i n a ch e r auf der vorjährigen Pfingfttagung in Passau dem neugefomten Volksbunb gesteckt hat. Mit ben imperialistischen Schlagworten des „Pangermanismus" ober der „germanischen Expansion", mit denen ausländische Hetzblätter den Abwehrkampf des deutschen Volkstums so gerne verfälschen möchten, hat solche Zielsetzung nichts gemein. Deshalb ruft der VDA. zu feinen großen Pfingst- tagungen das Volk an die Grenzen des Staates, die nicht Grenzen des Volkes sind. Nach dem Süden, nach dem Osten, nach dem Norden — diesmal nach dem Westen. In M a i n z und T r i e r, an der Pforte des Saarlandes, das eine künstliche staatliche „Grenze" von uns trennt, soll deutschem Volk und deutscher Jugend Kampf und Not außendeutscher Dolksteile sichtbar vor Augen treten, unb die zur Tagung kommen aus der sicheren Geborgenheit binnendeutschen Landes, sollen lernen, sich eins zu fühlen mit Deutschen, die so deutsch sind wie sie, und sollen dieses Erlebnis, das leider noch für viele einer „Entdeckung" gleichkommt, umformen in den heißen Glauben unb ben ewigen Willen, die hunbert Millionen beutfcher Menschen zu der Einheit zusammenzuschmelzen, die der Schöpfer gewollt hat, als er ihnen das Herz gab, deutsch zu denken, und die Zunge, deutsch zu reden, und den Pulsschlag des Blutes — deutsch zu kämpfen! Pfingst-Saarkundgebung in Mainz. Mainz, 12. Mai. (LPD.) Während des Pfingstfestes findet in Mainz eine große Saarkundgebung statt, zu der bie NS - Hago eine Sternfahrt veranstaltet, an der etwa 10 000 bis 20 000 Wagen teilnehmen werden. Außerdem beteiligen sich an ben Kundgebungen sämtliche Organisationen ber umliegenden Gaue. Am Pfingstsonntag werben auf allen Plätzen ber Stadt Platzkonzerte veranstaltet. Im Stadttheater findet am Abend eine F e ft« aus-führung des Schausviels „Schlage t e r" statt. Die große Kundgebung geht am Pfingstmontag auf dem Großen Sand von- statten. Hierbei werden der Stalloertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, Vizekanzler von P a p e n, der Präsident des Deutschen Jndustrie- und Handelstages, Dr. v. R e n t e I n, sowie Gauleiter Simon sprechen. Die Kundgebung findet ihre besondere Bedeutung noch in der Beteiligung von vielen tausend Saarkindern sowie von Kindern aus den Grenzgebieten des Reiches, aus Ostpreußen, Danzig, Schlesien und Schleswig-Holstein. Md England Die letzte Karle ausspielen? Ein ernster Appell Mussolinis. Berlin, 12. Mai. (DNB.) In der Sonntagsausgabe der Berliner Börsenzeitung schreibt Mussolini u. a.: Die Aussichten der Abrüstungskonferenz zwingen zu der Erkenntnis, daß die Konferenz der Abrüstung beendet ist, und eine Konferenz der Aufrüstung ihren Anfang nimmt. Nach Lage der Dinge gäbe es keine andere Alterative, als den italienischen Plan anzunehmen oder den Rüstungswettlauf zu beginnen. Im Falle eines Fehlschlages der Abrüstungskonferenz würden die bewaffneten Nationen weiter rüsten, und auch Deutschland werde dasselbe tun. Niemand werde Deuschland daran hindern können; denn dazu gäbe es nur einen einzigen Weg: den „Präventiv- k r i e g". Frankreich wisse aber, daß es im Falle eines Präventivkrieges nicht auf jene Solidarität rechnen könne, die ihm im letzten Kriege geholfen habe, als ber strategische Sieg an ber Marne burch bie Neutralitätserklärung Italiens ermöglicht warben fei. Wenn schon die Besetzung der Ruhr zu jenem hartnäckigen passiven Widerstand führte, der der Heeres- und Zivilverwaltung so viel Schwierigkeiten bereitete, so würde wahrscheinlich heute eine Besetzung deutschen Gebietes auf einen so starken Widerstand stoßen, daß der „Präventivkrieg" sehr bald in einen wirklichen Krieg ausarten würde, der vermutlich sehr lange dauern und unendliche Opfer an Menschen und Kapital fordern würde. Ich glaube, daß ein von Hitler regiertes Deutschland jedem militärischen Vorgehen Frankreichs den heftigsten Widerstand entgegensetzen wird. An dem Tage, an dem die Delegierten der Abrüstungskonferenz erklären müssen, Abrüstung sei eine schöne, aber gefährliche Utopie, wird der Völkerbund jede Bedeutung und jedes Prestige verloren haben. Seine Politik, die offensichtlich Staatenblocks verhindern will, wird ersetzt werden durch die Politik der Bündnisse, mit anderen Worten die Vorkriegspolitik — bis schließlich Ihre Majestät die Kanone sprechen wird. Ich schreibe diese Worte nicht ohne tiefe Besorgnis. Eine Abrüstungskonvention würde Europa und der Weltpolitik eine gewisse Periode der Stabilität garantiert haben. Der Fehlschlag der Konferenz öffnet den Ungewissen Tür und Tor. Vielleicht vermag England die letzte Karte auszuspielen, seine Macht und sein Prestige einsehen. Die Welt wartet seit Wochen darauf, jetzt, wo es sich nicht um das Ende von Kabinettskoalitionen handelt, sondern wo das Leben von Millionen und das Schicksal Europas auf dem Spiel stehen. Die Mikalsozialisten bleiben dem Kurs der nationalen Einigung treu. Herriots Sieg auf dem Parteitag von Clermont-Ferrand. Paris, 13. Mai. (DNB.) Auf der Radikalsozialistischen Landesparteitagung in Clermont-Ferrand erkannte Cudenet von der oppositionell eingestellten Landesgruppe Seine et Oise an, daß die Partei Herriot den Auftrag gegeben habe, in das Kabinett Doumergue einzutreten. Die Lage habe sich jedoch in den letzten drei Monaten wesentlich geändert. Die Rechte habe den Burg- fieben nie eingehalten. Die reaktionären Parteien bezeichneten Dalabier und Chautemps täglich als Mörder und die Radikalsozialisten als Diebe. Die reaktionären Verbände bedrohten die Republik. Es bestehe eine ständige Verschwörung gegen das Regime. Den Innenminister Sarraut fragte Cubenet, wie lange er noch mit der Auflösung der umstürzlerischen Verbände warten werde. Die Regierung habe vergessen, daß die letzten Parlamentswahlen eine Linksmehrheit ergeben hätten. Edouard Pfeiffer sprach sich für die Beibehaltung des Burgfriedens aus. Die Radikalsozialisten hätten die Kammerauflösung nicht zu fürchten. Da niemand die Rechte allein an der Macht lassen wolle, so lohne es sich nicht, die Regierung *u ändern. Nach seiner Ansicht müßte die Partei Unabhängigkeit gegenüber dem Sozialismus, a^.r auch gegenüber anderen Organisationen, wie dem laizistischen Jugendverband, der Liga für Menschenrechte und den Freimaurern bewahren. Don seinen Freunden verlange er, daß sie in erster Linie Radikalsozialisten und erst dann Freimaurer seien. Der ehemalige Ministerpräsident Chautemps versuchte, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen, die gegen ihn als Freimaurer erhoben werden, er könne einer Vereinigung, der er seine ganze Erziehung verdanke, nicht ohne weiteres den Rücken kehren. Der letzte radikalsozialistische Ministerpräsident D a l a d i e r verwahrte sich gegen die Angriffe, die gegen ihn im Zusammenhang mit den blutigen Straßenkämpfen vom 6. Februar erhoben werden. Wenn die Regierung Anweisung gegeben hätte, zu schießen, so würden nicht 17, sondern Hunderte von Toten zu beklagen gewesen sein. Die Finanzlage sei äußerst kritisch gewesen. Wenn sich zu den finanziellen Schwierigkeiten noch andere gesellt hätten, so würde das unweigerlich die Frankenentwertung nach sich gezogen haben. Herriot erklärte, er sei vom Ministerpräsidenten beauftragt worden, zu betonen, daß eine Aenderung des Regimes nicht beabsichtigt sei. Die Mehrheit sprach sich anschließend f ü r d i e R e g i e- rung der nationalen Einigung aus unb erneuerte bas Vertrauen zu ihrem Präsibenten Herriot. Oie Säuberung -er Partei. Der Parteitag ist bann am Sonntag zu Enbe gegangen, ohne daß ein Schlußbankett Die führenden Mitglieder der Partei zu neuen Reden bestimmt hätte. Nachdem die politische Haltung der Partei am Samstagabend durch die pathetischen Erklärungen H e r r i o t s , der sich dabei so angestrengt hatte, daß er einen Schwächeanfall erlitt, zugunsten der nationalen Einigung entschieden worden war, blieb für die Sonntagsaussprache nur noch die Frag- des Ausschlusses der unsauberen Ele» mente aus der Partei übrig. Ausgeschlossen wur» den die Abgeordneten G a r a t (früherer Bürger» meister von Bordeaux), Bonnaure, Proust, Hesse, Dalimier und Bonnardie, sowi- Senator Ren6 Renault, und zwar sämtlich, weil sie in Verbindung mit der Stavisky-Affäre genannt wurden. Abgelehnt wurde der Antrag auf Ausschluß des Abgeordneten M a l v y, da er gelegentlich der Absetzung des Pariser Polizeipräfektett C h i a p p e in der Kammer mit Erlaubnis der Fraktion sich als einziger der Stimmabgabe enthielt. Malvy tat dies aus Freundschaft zu Chiappe, der ihn 1918 in einem Prozeß vor dem Staatsgerichtshof, in welchem Malvy angeklagt war, durch feine entlastenden Aussagen wah^chein- lich vor dem Tode des standrechtlichen Erschießens bewahrt hatte. Vier Oppositionelle verlassen -ie Partei. Cudenet gründet eine neue Richtung. Der Vizepräsident der Radikalfozialiftiscken Partei, Cudenet, hat Herriot zusammen mit Lebrun, S 6 nac und Faron seinen Austritt aus der Radikalsozialistifchen Partei angekündigt. Weil ber Parteitag'einer Zusammenarbeit mit ber Regierung ber nationalen Einigung ohne jeben Vorbehalt unb ohne Sicherheitsbürgschaft zugestimmt habe, obwohl keine Gewähr bafür geboten sei, baß bie anberen Parteien ben Waffen- stillstanb einhielten. Herriot selbst habe zugegeben, baß ber trabitioneüe Kampf gegen bie Opposition aufgegeben worden sei. Aus allen diesen Tatsachen sei ersichtlich, daß die Radikalsozialistische Partei den Sieg der aufrührerischen Elemente unterstütze, Cudenet habe als einziger gegen bie gefährliche Bünbnispolitik Barthous protestiert unb als einziger ben Namen Brianb ausgesprochen. Auf ber Tagesorbnung ftanb auch bie Auflösung ber faschistischen Verbänbe. Statt besten sei bie soziale Unterbrückungspolitik ber Rechten, bie Politik ber biplomatischen Vereinsamung, ber Kapitulation vor ben aufrührerischen Elementen burch eine Entschließung ber Partei legalisiert worden. Cudenet hat mit seinen Freunden eine eigene Radikalsozialistische Partei, die den Namen „Richtung Camille Pelletan" führt, gegründet. Diese neue Partei knüpft an die alten Grundsätze des französischen Radikalsozialismus, die 1901 fest- gelegt wurden, an. Störung einer englischen Faschistenversammlung. London, 14. Mai (DNB.-Funkspruch). Bei einer am Sonntag von den Faschisten veranstalteten Versammlung in Newcastle on Tyne kam es zu erheblichen Zusammenstößen. Das frühere sozialistische Unterhausmitglied Joe Beckett versuchte, eine Rede zu halten, wurde aber mit Rufen wie „Verräter" am Sprechen verhindert. Die Polizei machte der Versammlung ein Ende und führte Beckett und mehrere Schwarzhemden zum faschistischen Hauptquartier. Darauf versammelte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge vor dem Gebäude. Es wurden Pflastersteine und Flaschen geworfen. Bei Schlägereien wurden Stöcke als Waffen benutzt. Ein großes Fenster des Hauptquartiers wurde zertrümmert. Ein Faschist trug Kopfverletzungen davon. Die Polizei nahm zwei Derhajtungen vor. Waffenstillstand in Arabien. London, 14. Mai. (DNB.) Nach einer Meldung aus Dschiddah teilt die Regierung Ibn Sauds amtlich mit, daß mit dem Imam von Iemen ein Waffen still st andsa^kommen zustande gekommen ist. Der Imam habe sich zur A nn a h m e der Bedingungen Ibn Sauds bereit erklärt. Verhandlungen über die Friedensbedingungen und die von Ibn Saud geforderten Garantien sollen bald beginnen. Kleine politische Nachrichten. Wie die NSK. berichtet, besichtigte Reichskanzler Adolf Hitler im Flugzeug die im Bau befindliche R eichsautobahnMünche n— Salzburg. Er flog die bereits in Angriff genommene Strecke in geringer Höhe ab'unb überzeugte sich persönlich von bem Stanbe unb ben Fortschritten der Arbeiten. * Der Reichsminister bes Innern hat anläßlich des Mutter - unb Familientages bem Reichsminister unb Stabschef ber SA., Röhm, einen Betrag von 10 000 RM. für Zwecke ber (9 e f u n b • heitsfürforge in ber (5 21., insbesondere für Mutter unb Kinb, zur Verfügung gestellt. • Der beutsche Beauftragte für Abrüstungsfragen v. Ribbentrop, ber zu Besprechungen mit füh- rcnben englischen Persönlichkeiten in ßonbon weilte, ist roieber in Berlin eingetroffen. * Der Stabsleiter ber PO., Staatsrat Dr. Ley, hat angeorbnet, baß bas Kulturamt ber NSG. „Kraft burch F r e u b e" in bas Amt „Volkstum unb Heimat" eingegliebert wirb. Sämtliche Aufgaben bes Kulturamtes mit seinen Organisationen werben zwecks einheitlicher Führung bem Amt „Volkstum unb Heimat" unterstellt. Der Leiter bes Amtes „Volkstum unb Heimat", Pg. Werner Haverbeck ist für die gesamte einheitliche kulturpolittsche Arbeit ber NSG. „Kraft burch Freube" verantwortlich. ♦ Der Führer bes Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferdunbes (Stähl' Helm), Reichsarbeitsminister S e l b t e, hat für den Frontkämpferbund den Hinterbliebenen bes ®ru* benunglücks von Buggingen 1000 Mark zur ßinberung ihrer Not überweisen lassen. ♦ Der polnische Ministerpräsbent Jendrezeje- w i c z hat bem Staatspräsibenten das R ü ck - tri11sgesuch der Regierung überreicht. Das Gesuch wurde vom Staatspräsidenten angenommen. Mit der Bildung des neuen Kabinetts wurde Professor Dr. Kozlowski beauftragt. Bulgarien und der Balkanpakt Auf der Suche nach einer neuen Karmel. des Angreifers angenommen. Allerdings wird befürchtet, daß sich aus dem Artikel 5 des Definitionsabkommens für öle bulgarische Regierung gewisse Schwierigkeiten im Hinblick auf die mazedonische Frage ergeben könnten. Nach optimistischer Auffassung wäre es aber nicht ausgeschlossen, daß eine Neuformulierung dieser Bestimmungen erfolgen könnte, womit der Weg für Bulgarien geebnet erscheine. Tewsik ist mit seinen Begleitern am Sonntagabend nach Belgrad abgereift. Mit demselben Zuge begab sich der rumänische Außenminister T i t u l e s c u gleichfalls nach Belgrad. Bukarest, 13. Mai. Der türkische Außenminister Tewfik Ruschdi Den weilte auf der Durchreise nach Genf hier-zum Besuch der rumänischen Regierung. In unterrichteten Kreisen ist man sich darüber klar geworden, daß in Südslawien Irotz der Unterzeichnung noch starke Widerstände gegen das ohne Teilnahme Bulgariens zustande gekommene Abkommen zu überwinden find. Diesen Widerständen werde es auch zugeschrie- ben, daß die Ratifizierung des Balkanpaktes durch Südslawien noch nicht erfolgt sei. Der Abschluß Les bulgarisch-südslawischen Nichtangriffsoertrages bestätige, daß Südslawien das Hauptgewicht auf Die Verbesserung seiner Beziehungen zu Bulgarien lege und dem Balkanpakt nur unter tiefem Gesichtspunkt Bedeutung beimesse. Der südslawische Außenminister Jeftitsch soll entschlossen ein, die Ratifizierung des Balkanpaktes solange Unzuziehen, bis ein NichtanHriffspaktsystem zwi- chen Bulgarien und sämtlichen Partnern Les Balkanpakts zustande gekommen sei. Die kritische Lage, die für die Existenz des Balkanpaktes hierdurch geschaffen worden ist, soll durch die Besprechungen Titulescus mit Tewfik überwunden werden. Man erörtert deshalb die völlige Ersetzung des Bal- kanpaktesdurch ein neues System von balkan staatlichen Nichtangriffspak- t e n. Als Basis dafür wird offenkundig owohl von Titulescu wie von Tewfik Ruschdi Bey das Londoner Abkommen über die Definition Schweres SchiffsiWlim auf der Weser. Schleppdampfer „Merkur^ gerammt und gesunken. Acht Menschen ums Leben gekommen. Bremerhaven, 12.2HaL (DBB.) Am 5ams- agsnachmattag geriet auf der Weser der Schlepp- iampfer „Bl erku r" beim Abschleppen des Damp- isrs „Albert Ballin" (hapag) vor den Bug des Schiffes, nachdem der Schlepper bereits die Leinen lssgeworfen und zum Absehen des Lotsen langsseits sehen wollte. Infolge der Kollision kenterte ter Schlepper und sank sofort. Fünf wann der Besatzung, darunter der Kapitän, konnten gerettet »erden. Weitere sieben wann der Besatzung und iie Frau des Kochs, die sich zufällig an Bord des Schiffes befand, find in dem gesunkenen Schiff ^lngeschlossen. Die Arbeiten zur Hebung des Seeschleppers wurden auch während des ganzen Sonntags mit allen erdenklichen witleln und unter größten Anstrengungen fortgesetzt. Die Bemühungen waren aber bis zum Nachmittag erfolg- lo s, obwohl die Vergungsdampfer „Wille" und Kraft" eingesetzt wurden. Das gesunkene Schiff legt kieloben mitten in der Fahrrinne. Bei tuflausendem Strom ist es völlig unter Wasser, »ährend bei Ebbe nur der Steven und ein Teil des Liels aus dem Wasser herausragen. Drei Stunden nach dem Unglück d er ft um m- ie n plötzlich die zunächst sehr deutlichen und dann immer schwächer werdenden Klopfzeichen der § ingeschlossenen. Gerettet werden konnten der aus Bremerhaven stammende Kapitän Heinrich Ernst, ter Steuermann Mackens, gleichfalls aus Bremerhaven, der Leichtmatrose Rüge aus Rönnebeck bei Blumenthal, ein nicht zur Besatzung gehörender Handlungsgehilfe aus Bremerhaven, der Proviant an Bord gebracht hatte, sowie ein Heizer, dem es im letzten Augenblick gelang, aus dem Heizraum an Deck zu kommen und ins Wasser zu springen. Der gesunkene Schlepper hatte dem aus der Nordschleuse fahrenden Dampfer „Albert Ballin", der von Newyork kam, in Bremerbaven Station machte und nach Hamburg weiterfahren wollte, assistiert. „Albert Ballin" hatte auch schon die Leinen des Schleppers losgeworfen, während sich „Merkur" längsseits legen wollte, um den Lotsen zu übernehmen. Dabei geriet „Merkur" vor den Bug des ausfahrenden „Albert Ballin", wurde g e - rammt und sank innerhalb weniger Minuten. „Albert Ballin" kehrte sofort nach dem Unglück an die „Eolumbus"-Kaje zurück. Er erlitt am Bug einen Plattenschaden, wodurch der vordere Laderaum bis zum K-Deck voll Wasser liest * Bremen, 14. Mai (DNB.) Auch bis zum späten Abend des Sonntag gelang es infolge des bewegten Seeganges nicht, den mit acht Personen gesunkenen Schleppdampfer „Merkur" zu heben. Nach wie vor liegt das Schiff noch unter dem Wasserspiegel. Am Montagfrüh bei Tagesanbruch werden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Inzwischen haben die Taucher den Schaden beim Dampfer „Albert Ballin" sestgestellt, der nach erfolgter Ausbesserung nach Hamburg weiterfahren wird. Aus aller Well. Explosiouskakastrophe in Hongkong. — 20 Tote, 100 Verletzte. Auf eine der westlichen Inseln der Stadl Hongkong flog ein Gasometer in die Luft. Iie Explosion war so heftig, daß die Häuser der Umgebung völlig zerstürt wurden. Die Explosion hrlte viele Brände im Gefolge, an deren Be- t mpfung die Feuerwehr mit allen Kräften arbeitet, lins Explosionsunglück hat bis jetzt 2 0 Tote gefedert. Etwa 100 Verletzte liegen in den Krankenhäusern. Ls handelt sich um den größten lkcasometer von Südchina. Heber die Ursache des Illiglücks verlautet, daß offenbar der Gasdruck zu slirk gewesen ist, wodurch eine Platte des Gasometers fortgeschleudert wurde. Ein riesiger Gas- sbom ergoß sich nunmehr durch die Straßen, drang in die Häuser und entzündete sich am offenen herd- fmer. 3m Augenblick entstand an mehreren Stellen fin Brand, bei dem der Gasometer schließlich in die Cift flog. Die Wohnungsinhaber sprangen afl 8 den Fenstern, andere stürzten entsetzt auf die Straßen mit schrecklich verbrannten Gestern und haaren. Unter den Toten, die zum Dil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, befin- tan sich zahlreiche Frauen und Kinder. Die Feuer- iv^hven der ganzen Umgegend sind an den lln- zlLcksort gerufen worden. Acht Tote bei einem Autounglück in Frankreich. Bei dem Autorennen, das der Automobilklub Ile b( France am Sonntag in Fontainebleau veran- (tcltete, fuhr der Bugatti-Wagen, der von Erlic Lora gesteuert wurde, 300 Meter vor dem Ziel ir öie dicht gedrängt stehende Menschenmenge. Bisher sind acht T o t e gemeldet Wrden, darunter zwei Soldaten. Biele Personen vicrden verletzt. Einer Frau wurde der Kopf gefahren. Lora ist im Krankenhaus feinen Verletzungen erlegen. Wie sich nun her- nisstellt, war der Name Lora lediglich ein Pseudonym, das sich der Militärflieger Coch in zuge- Igl hatte, da er sich unter seinem eigenen Namen vc hrend seiner Dienstzeit sonst nicht hätte an Auto- mbilrennen beteiligen dürfen. Cochin war 28 Jahre oll. Linier den Toten aus der Menge der Zu- |t)2uer befinden sich zwei Frauen, ein 23jähriger Wer aus Fontainebleau, der sich erst vor einigen legen verlobt hatte, ein Zuschauer aus Pans und |pjei Artilleristen aus der Garnison Fontainebleau. 6hier von den sonst noch verletzten Zuschauern hat i; Id ro e r e Verwundungen davongetragen. Ei mußte mit einem Beinbruch und Kopfwunden i ein Krankenhaus gebracht werden. Die nähere Untersuchung der Ursache des Unsticks hat ergeben, daß die ursprüngliche Annahme, ei Fahrer des verunglückten Wagens sei durch fiten auf die Rennstrecke gelaufenen Hund abge- Mt worden, nicht stichhaltig ist. Es hat sich Dieb khr gezeigt, daß der Wagen Fehler auf- o e s. Eine der beiden Bremsscheiben hatte sich Herwegs gelöst und war abgeflogen. Als der Wa- ■e* kurz vor dem Ziel im 170-Kilometer- i f m p o fuhr, wollte der Fahrer bremsen. Da aber ■u- ein- Schell" auf dis Räder wirkte, wurde der Hßaflen zur Seite geschleudert und raste in die Menge. Man hat ferner festgestellt, daß der Ordnungsdienst entgegen den polizeilichen Anordnungen die Zuschauer bis dicht an die Rennstrecke herangelassen hatte. Der Bund der Ausländsdeutschen. Durch Verfügung des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, ist der Bund der Ausländsdeutschen (Bund der ehemals im Ausland ansässigen Reichsdeutschen) mit der Zusammenfassung der ehemals im Ausland ansässigen Reichsdeutschen im Sinne eines landsmannschaftlichen Zusammenschlusses und mit der Betreuung seiner Mitglieder bei dem Wiederaufbau ihrer Existenz beauftragt worden. Der Bund der Ausländsdeutschen wird die ihm neu gesteckten Ziele nur erreichen können, wenn ihm alle im Reiche lebenden ehemaligen Ausländsdeutschen beitreten. Der Bund der Ausländsdeutschen will die Erfahrungen der Ausländsdeutschen in den Dienst der Volksgemeinschaft stellen. Die Anlage einer Sonderkartei, die alle sprach- und landeskundigen Ausländsdeutschen, die zur Zeit im Reiche leben, umfassen wird, soll diesen Zwecken besonders dienen. Die Leitung des Bundes hat Pg. Wolfgang Roemer übernommen. Unerhörtes Verhalten eines jüdifchen Angestellten. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, wurde am 11. Mai der jüdische Angestellte der Commerz- unö Privatbank, Dr. Jacob Wassermann, der 1900 in Riga geboren ist, durch die Geheime Staatspolizei fe ft genommen, weil er aufreizende und schwerste Verunglimpfungen persönlicher Art gegen Reichsminister Dr. Goebbels systematisch und in aller Oesfentlichkeit mit zynischer Frechheit in Umlauf gesetzt hatte. Dr. Wassermann wurde direkt aus dem Betrieb heraus verhaftet. Diese Verhaftung löste bei der Belegschaft starke Genugtuung aus, denn das unerhörte Verhalten von Dr. Wassermann hatte bereits zu einer Reihe unliebsamer Erörterungen im Betriebe geführt. Dr. Wassermann wird im Konzentrationslager Oranienburg längere Zeit Gelegenheit haben, darüber nachzudenken, wie man sich als Gast des deutschen Volkes in Deutschland zu benehmen hat. Kreuzer „Karlsruhe" in Boston. Der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" traf am Samstag als erstes deutsches Kriegsschiff seit der Vorkriegszeit im Hafen von 93 o ft o n ein, begrüßt durch 21 Salutschüsse. Anschließend fand der übliche Höflichkeitsbesuch des Kommandanten in Begleitung des Generalkonsuls von Tippelskirch beim Hafenkommandanten und ein Empfang im Staatshause statt. Später folgten Einladungen deutsch- amerikanischer Gesellschaften. Die Offiziere sind am Dienstag Gäste des Generalkonsuls Borchers in Neuyork. Deutscher Fliegerbefuch in Bukarest. Das deutsche Großflugzeug „General- feldmarschall von Hindenburg" traf von Sofia kommend auf dem Bukarester Flugplatz ein, wo sich fast die gesamte deutsche Kolonie versammelt hatte und dem Flugzeug spontane Huldigungen bereitete. Den Gästen zu Ehren gab die deutsche Gesandtschaft am Abend ein Essen. Das Flugzeug führte am Sonntagvormittag mit geladenen Gästen mehrere Rundflüge über Bukarest aus. Eisenbahnunglück in Frankreich. — 20 Schwerverletzte. Ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignete sich im Bahnhof von La Rochelle. Ein Rangierzug fuhr mit etwa 50 Kilometer Geschwindigkeit auf einen haltenden Personenzug auf. 20 Personen wurden schwer verletzt. Bei einigen von ihnen besteht Lebensgefahr. Die Schuld an dem Unglück trägt der Lokomotivführer des Rangierzuges, der die Signale nicht beachtet hat. Explosion in einem Warenhaus in Nizza. — Ein Toter, drei Schwerverletzte. In einem großen Warenhaus in Nizza ereignete sich kurz vor Geschäftsschluß in den Kellerräumen eine schwere Explosion. Der Luftdruck, den sie hervorrief, war so stark, daß die Gewölbedecke zertrümmert wurde. Auch sämtliche Fensterscheiben des Warenhauses gingen in Trümmer. Ein Arbeiter, der in den Kellerräumen beschäftigt war, wurde getötet. Drei Angestellte erhielten schwere Verletzungen. Drei Franzosen von der Flut überrascht und ertrunken. Drei junge Leute, die am Sonntag bei Ebbe in der Nähe des berühmten Mont Saint Michel (Departement Manche) zum Fischfang ausgezogen roaren, sind von der Flut überrascht worden und ertrunken. Alle Nachforschungen nach den Leichen sind bisher ergebnislos geblieben. Riesiger Petroleumbrand bei Istanbul. Die riesigen Petroleumtanks in Tschubuktu, einem an der asiatischen Seite des Bosporus gelegenen Ort, etwa 20 Kilometer von Istanbul entfernt, die der Standard Oil Company gehören, sind nachts in Brand geraten. Ein gewaltiger Feuerschein erleuchtete den Himmel. Die Feuerwehr des Werkes und der umliegenden Bosporusorte machen verzweifelte Anstrengungen, das Feuer einzudämmen, das durch den starken Nordwind immer wieder angefacht wird. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Ebenfalls ist es noch ungewiß, ob Menschen dabei zu Schaden gekommen sind. Schweres Hagelunwetter über Rom. Dieser Tage ging über Rom ein heftiges H a - gelunroetter nieder, wie es seit Jahrzehnten dort nicht zu verzeichnen war. In einzelnen Teilen der Stadt, wo der Hagel besonders heftig niederging, zerschlug er Fensterscheiben und Straßenlaternen, entblätterte die Bäume fast vollständig und lag noch mehrere Stunden später zollhoch auf den Straßen und Plätzen. Straßenbahnen und Autobusse mußten teilweise ihren Betrieb einstellen. Zwei Bergleute von Gesteinsmafsen erschlagen. Wie aus Neunkirchen (Saar) gemeldet wird, ging auf der Hüttensohle der Grube Reden-Fett e i n Bruch nieder, durch den zwei Berleute erschlagen wurden. Der 38 Jahre alte Otto I o ch u m aus Heiligenwald und sein 39jähriger Kamerad Erwin Neuhauser aus Wemmetsweiler wurden von hereinbrechenden Gesteinsmassen vollkommen verschüttet. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, da ein neuer Bruch niederging und große Gesteinsmassen mitriß. Die Leichen der Bergleute, die beide verheiratet sind und ein bzw. drei Kinder haben, konnten erst später geborgen werden. SA.-Lastkraflwagen verunglückt. — Fünf Schwer- und 13 Leichtverletzte. In Breslau stieß ein Lastkraftwagen mit 23 SA.- Männern vom Sturm 11/51 aus Neumark, der aus dem Stadtinnern kam und in Richtung Flughafen fuhr, bei Ausweichen mit einem Personenkraftwagen zusammen, wobei der Lastkraftwagen infolge seiner Geschwindigkeit umstürzte. Verletzt wurden 18 SA.-Männer, davon fünf schwer. Explosionsunglück auf Sachalin fordert 21 Todesopfer. Auf dem japanischen Teil der Insel Sachalin ereignete sich beim Bau eines Kraftwerkes eine E x - plosion. Bisher sind 21 Todesopfer geborgen worden. Die Rettungsarbeiten werden fortgesetzt. 3n einem Sommer 42 000 Walfische in den Südpolgewässern getötet. Meldungen aus Auckland (Neuseeland) zufolge haben norwegische Walfischfänger während eines einzigen Sommers im antarktischen Meer 4 2 0 0 0 Wa l f is ch e getötet. Von sachverständiger Seite wird erklärt, daß bei solchen Verhältnissen die Wal- fische in den Südpolargewässern bald vernichtet sein werden. Auch Italien hat fein Seeungeheuer. Bei der Insel Ischia vor Neapel sichteten italienische Fischer ein riesiges schwimmendes Ungeheuer, das von Zeit zu Zeit auftauchte. Zuerst versuchten die Fischer mit Gewehren dem schwarzen Riesen zu Leide zu rücken, doch hatten ihre ^ahlreicken Schüsse keinerlei Wirkung. Sie be- schlosfen dayer, Verstärkung aus Neapel heranzuziehen. Zwei Motorboote der Hafenpolizei von Neapel liefen mit bewaffneten Beamten aus dem Hafen aus und versuchten ihrerseits, das Ungeheuer, über dessen wahre Größe man noch im Unklaren war, durch Karabinerschüsse zu erledigen. Das war jedoch vergeblich. Die Pvlizeibeamte sahen sich nun genötigt, den Hafenkommandanten von Neapel zu verständigen und um weitere Verstärkung zu bitten. Auf dessen Befehl hin liefen zwei weitere große Polizeibarkassen mit Maschinengewehren und Scharfschützen aus. Nach einer langen und beschwerlichen Jagd konnte das Ungeheuer, dauernd unter Feuer genommen, schließlich so in die Enge getrieben werden, so daß es, obwohl es noch nicht gefangen werden konnte, den Absperrnetzen nicht mehr entweichen kann. Polizeibeamte und Fischer sind ängstlich auf der Hut und hoffen, mit besonderen Fanggeräten das Tier an Land ziehen zu können. Inzwischen konnte man in dem seichten Wasser feststellen, daß der Riesenfisch eine Länge von rund 20 Metern hat. Sein Gewicht beträgt schätzungsweise 240 Zentner. Wettervoraussage. Don Norden her hat sich eine Störung bis über Deutschland ausgebreitet und läßt an ihrer Rückseite recht kühle Ozeanluft abwärts fließen. Das Wetter erfährt somit eine durchgreifende Umgestaltung; die Temperaturen gehen allgemein zurück und zeitweise treten auch Niederschläge auf. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt und kühler, einzelne Niederschläge. Aussichten für Mittwoch: Weiterhin wechselhaftes Wetter mit schauerartigen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 26,4 Grad Celsius, abends 16,1 Grad; am 14. Mai: morgens 11 Grad. Maximum 26,8 Grad, Minimum 8,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 21,5 Grad; am 14. Mai: morgens 15,6 Grad. — Sonnenscheindauer 12 Stunden. Doch! Es ist wohl möglich, eine Zigarette zu rauchen mit einem Papier, das nicht stört, sodaß man glauben könnte, es sei überhaupt nicht vorhanden. Das Neutra- Papier der Oberst schmeckt neutral und fördert noch das Aroma ihrer milden Tabak- Mischung. OBERST die einzige 3Vs Pfennig- Zigarette mit Neutra-Papien Volkstümllche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Alsfeld. Detr.: Amtstage. Das Kreisamt beabsichtigt, folgende Amtstage abzuhalten: 2909C Mittwoch, 16. Mai 1934, von vormittags 11.30 bis nachmittags 1 Uhr auf dem Bürgermeisterei- zimmer in Grebenau für die Gemeinden des Grebenauer Grundes; Donnerstag, 17. Mai 1934, von vormittags 10.30 bis 12.30 Uhr auf dem Rathaus in Homberg für die Gemeinden des Amtsgerichtsbezirks Homberg; Mittwoch, 23. Mai 1934, von vormittags 11.30 bis 12.30 Uhr auf dem Rathaus in Nieder-Ohmen für die Gemeinden aus den Amtsgerichtsbezirkek Grünberg und Ulrichstein. Die Bürgermeistereien der betreffenden Gemeinden wollen dies wiederholt ortsüblich bekanntmachen lassen. 2914 D I: Für Geschäftszwecke Darleh.v. RM.300 bis 30000. Bed.u.kosten!. Ausk.d.Otto Schmidt, Saasen,Post Gießen- Land, Bahnhofstr.il. Gießen. ”l8D Haodbali-Abteilong ,)ciicn Mittwoch ab 19 Uhr Iroimai. Anmeldung^ werden auf dein Platz entgegen* genommen. „ Ter Handball- _Jvad)toarL__ Stamtilfl Gießeu sasa» Oberhees« Kaltarwoch® Dienstag, 1Z. 5. 20 — 22.30 Ubr. 30. Dienst.- Ab. Cd erettetw reife. Die ZScsserMss Cperctte 1.3^1»- v.B.Buchbinder- Musw.G^arno. Zum 1. \)uni suche ich ein zuverlässiges 1. Hausmädchen nicht u. 20 Jahr. AusführlicheBe- werbuntzen mit Zeugmsabschr. an J-rau Rinn. Hofgut Utvhe (Wetterau). Tücht.,selbständ. I Uor . Q WM für Küche und Hausarbeit ges. Jaulstich m7o Bahnhosstr.69. Zuverläss. 02547 lagesmööiDeii für sof. gesucht. Bleichstr. 34 II. Buntes Oer ewige Trebitsch. Chao tung, „der erleuchtete Weltenraum", wie sich der ungarische Jude Trebitsch zur Zeit nennt, schwimmt wieder auf dem Atlantischen Ozean. Er hat bei den englischen Behörden kein Entgegenkommen gefunden, die ihm die Durchreise durch britisches Gebiet nach der Schweiz verwehrten. Nun will der ewig durch die Welt irrende Trebitsch, seines Zeichens Buddhist, zurück nach Asien, von wo er mit seinen Jüngern auszog, um die Gegend rund um den Bodensee zu beglücken. Auch hier wollte er, wie schon in verschiedenes Teilen des asiatischen Ostens, ein Klo st er gründen. Pech für ihn, daß sich die Engländer seiner Vergangenheit noch genauestens zu erinnern vermögen. Trebitsch behauptet zwar von sich, er wäre tot und als Chao tung wieder auferstanden. Aber auf Mätzchen dieser Art haben sich die reichlich nüchtern denkenden Engländer nicht eingelassen, deren Parlament Trebitsch unter dem Namen Trebitsch- Lincoln zierte, nachdem er vorher in Kanada als Geistlicher der anglikanischen Hochkirche Karriere gemacht und von hier aus in das politische Fahrwasser hineingeraten war. Aber das wäre noch das wenigste, was ihm die Engländer nachzutragen hätten. Trebitsch war einer ihrer großen Spione, der jedoch Geld von beiden Seiten nahm und plötzlich auf kürzestem Wege verschwinden mußte. Er wandte sich nach Amerika, ärgerte nun die Engländer durch sehr interessante Enthüllungen über die im britischen Spionagedienst beschäftigten Personen, wurde nach Eintritt Amerikas in den Krieg ausgeliefert, später begnadigt. Im Kapp-Putsch war er selbstverständlich auch zu finden, ebenso im chinesischen Generalskriea, bis er eines Tages umsattelte und Buddhist wurde. Aber Ruhe hat er trotzdem nicht gefunden, er reist noch immer um den Erdball, wird jedoch überall durch eine polizeiliche Ehreneskorte empfangen, die stets dafür sorgt, daß er nicht aus seiner Rolle fällt, sondern bleibt, was er sein will: der Meister des erleuchteten Weltenraumes. 0er unverwüstliche Zaro Agha. Bor kurzem erst hat Z a r 0 Agha, der „ältsste Mann der Welt", eine Ärztekommission aufsitzen lassen, die sein hohes Alter wissenschaftlich prüfen wollte. Damals herrschte wegen der vermeintlichen Flucht des türkischen Methusalems große Schadenfreude bei seinen Gegnern. Jetzt stellt es sich heraus, daß Zaro Agha sich mit Nichten der ärztlichen Untersuchung entziehen wollte, sondern ganz einfach a u f B r a u t s ch a u gegangen ist. Während er als Aufschneider und Feigling geschmäht wurde, eroberte der Greis das Herz einer Dame. Ellen H i ck m a n n heißt seine Auserwählte, eine Amerikanerin, die er vor drei Jahren auf seiner Amerikafahrt kennengelernt hatte. Sie ist nicht mehr jung, ja eigentlich schon eine würdige Matrone, immerhin erreicht sie Allerlei. Zaro Aghas hohes Alter bei weitem nicht. Mit diesem Heiratsplan beweist der türkische Methusalem tatsächlich seine ungebrochene Lebenskraft. Uebri- gens wird dies seine vierzech nte Ehe sein. Die dreizehn ersten Gattinnen hat er alle überlebt. Nun ist er natürlich ungeheuer stolz auf seine Eroberung und fühlt sich wieder einmal als der Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, was in den letzten Jahrzehnten ja sein ausschließlicher Lebenszweck war. Zaro Agha hat sich auch keinen Augenblick besonnen, die Behörden um die Verdoppelung seiner monatlichen Rente von 100 Mark zu bitten, denn schließlich macht er mit seiner aufsehenerregenden Heirat erneut Reklame für seine Vaterstadt. Ob ihm das Gesuch bewilligt wird, steht noch dahin. Sicher aber werden sich Gönner finden, die dem Methusalem auf Freiersfüßen die nötige Ehebeihilfe verschaffen werden. SaS begehrte Henkeramt. Der ungarische Scharfrichter hat sich gegen die Gesetze vergangen und wird zwar nicht hingerichtet, hat aber ein paar Wochen Gefängnis aufgebrummt bekommen. Inzwischen streitet man sich um seine Nachfolge. Man sollte es nicht glauben, aber das Henkeramt ist äußerst begehrt. Nicht zum wenigsten darum, weil es ein sehr einträglicher Posten ist. Auf der Stelle haben sich 60 Bewerber gemeldet. Auch eine Frau befindet sich unter den Anwärtern. Diese forsche Dame wird allerdings bestimmt nicht in die engere Wahl kommen. Und auch die männlichen Bewerber werden vorläufig zurückgestellt werden, da als Nachfolger des verurteilten Scharfrichters einer von seinen Gehilfen in Aussicht genommen ist. Der Untergang des größten Segelschiffes der Welt. Wie der Berliner „Tag" meldet, ist das Rätsel um das Schicksal des dänischen Schulschiffe s „Kopenhagen", das feit Mitte des Jahres 1929 mit seiner gesamten 60 Mann starken Besatzung vermißt wurde, jetzt aufgeklärt worden. Der Kapitän der finnischen Barke „Lawhill" hat mehrere 100 Seemeilen südlich von der Großen Australischen Bucht Wrackstücke gefunden, die von der „Kopenhagen" herrühren. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß das Schiff im Nebel mit einem Eisberg zufa mm engeftoßen und sofort untergegangen ist. Die „Kopenhagen" war das größte Segelschiff der Welt und verfügte über modernste technische Einrichtungen. Das Schicksal der 60 dänischen Kadetten der „Kopenhagen" hatte im Jahre 1929 ähnlich wie im Jahre 1932 das schwere Unglück des deutschen Schulschiffes „Niobe" in der ganzen Welt größte Anteilnahme hervorgerufen. Das Waldhorn verlreibl die Fettsucht. Wenn künftig ein Mann mit lahmem Bein zu seinem Arzt gehumpelt kommt, dann wird der Doktor keineswegs massieren oder Umschläge machen oder Bestrahlungen vornehmen, sondern dann legt er eine Schallplatte auf, mit — na sagen wir —: Beethovens Neunter Symponie. Sowie die vollen Orchesterklänge durch das Sprechzimmer ertönen, werden die Schmerzen des Kranken Nachlassen, er wird sich gesund und jung fühlen und schließlich zu der ermunternden Melodie „Freude, schöner Götterfunken" lustig im Zimmer herumhüpfen. Eine Absurdität? Nein, ein Zukunftsbild. In Frankreich und Amerika will man alle Krankheiten jetzt mit Musik heilen, und zwar mit klassischer Musik. Doch halt, das steht noch nicht so ganz fest. Denn kaum hatte sich diese Methode etwas eingebürgert, da teilten sich schon die Meinungen. Die eine Partei behauptet, man könne nur mit wirklich klassischen Komponisten heilen, die andere steht auf dem Standpunkt, es käme auf die Instrumente an, die müßten klassisch sein. Mit dem.Waldhorn zum Beispiel könnte man die Fettsucht vertreiben, das Spinett aber sei gut gegen Rheumatismus. Bücherfisch. — Hanns I 0 h st: Standpunkt und Fortschritt. Stalling-Bücherei „Schriften an die Nation" Bd. 58 Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Gebunden 1,20 Mark. — (590).— Hanns Johst, kraft seines Amtes, das ihm der Führer in dem Kulturleben unserer Zeit gab, Vorkämpfer des heutigen dichterischen Wollens, richtet an die deutsche Jugend flammende Worte. Wie der Dichter hier die Jugend, die der Verworrenheit und Verwaschenheit der liberalistischen Weltanschauung und dem Schlagwort vom „Fortschritt" zu erliegen drohte, auf den „Standpunkt" verweist, wie er ihr das tiefe Gefühl von ihrer Bedingtheit durch das Volk, das Vaterland, die Muttersprache, die Kunst in Herz und Seele einbrennt, das wirkt überzeugend und mitreißend. Alle die aus der bürgerlichen Sphäre stammend, heute noch mit Hemmungen und Ueberlieferungen ringen müssen, um endgültig den neuen Weg zu finden, und alle die, die jung und gläubig schon auf dem neuen Wege daherschreiten — sie alle gehen diese Worte des Dichters an. — Otto Piper: Kirche und Politik. Geheftet 2 Mark. Brücke-Verlag Calw. — (271). — — D. Friedrich Gogarten: „I st Volksgesetz Gottesgesetz?" Kart. 1.— Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. — (76) — Der Verfasser wendet sich dagegen, daß das geoffenbarte Gesetz Gottes als ein bestimmtes oder auch unbestimmtes formuliertes sittliches Gebot verstanden wird. Auch das Gesetz, das uns im Staatsgesetz begegnet, ist Gottesgesetz. Eine Trennung in ein göttliches Gesetz, das die Kirche handhabt und in ein irdisches des Staates und des Volkes ist nicht möglich. Mit tiefer theologischer Begründung zeigt Gogarten, daß uns das Gebot Gottes als das Gebot aller Gebote nicht neben der Gesetzeserfahrung, die wir in der Welt machen, trifft, sondern mitten in ihr. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Frühjahrs-Kunstausstellung in Darmstadt. In der Künstlerkolonie Darmstadt wurde in Am Wesenheit von den Vertretern der Partei, des Staats, der Stadt und der deutschen Künstlerschaft die Deutsche Frühjahrs-Aus st ellung Darmstadt 19 3 4 feierlich eröffnet. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Leiter des Kampfbunoes für deutsche Kultur, Ortsgruppe Darmstadt, Dr. Adolf E r ck m a n n , der im Namen des Kampfbundes und der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler insbesondere den Vertreter des Reichsstatthalters in Hessen Gauleiters Sprenger, Dr. Scheer vom Kultusministerium, begrüßte, nahm der Leiter der Ausstellung, Professor Rudolf Beyer, das Wort zu einer längeren Ansprache über die Absichten, die ihn bei der Ausrichtung der Ausstellung geleitet hatten. Er schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung von dem neuen Glauben an Deutschland und seine Kunst Zeugnis ablegen möge, daß sie Freude und Genuß denen geben wolle, die eine empfängliche deutsche Seele haben. Im Namen der Stadt Darmstadt sprach Oberbürgermeister Kreisleiter Warn- b 0 l d t; er betonte, daß keiner die deutsche Kunst kenne, der nicht die Kunstausstellung in Darmstadt gesehen habe. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigte, daß es der Ausstellungsleitung geglückt ist, einen Ueberblick über das Schaffen volkhafter deutscher Künstler zu vermitteln. Jahrestreffen der Naumburger Waffenstudenten. Dom 26. bis 29. Wonnemond 1934 findet in der alten Bischofsstadt Naumburg a. d. Saale die 52. Jahrestagunq des Naumburger Verbandes lanoständifcher Verbindungen statt. Wieder einmal versammeln sich hier im Herzen Thüringens die jungen landständischen Studenten, um Rechenschaft über ihre im Kampf f ü r d i e Idee von Blut und Boden geleitete Arbeit abzulegen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen bäuerliche Schulungsvorträge, die die weiteren Aufgaben des Verbandes festlegen sollen. Da viele Mitglieder des Verbandes der Verwaltung des Reichsnährstandes angehören, werden die Veranstaltungen durch die Teilnahme zahlreicher Mitglieder des Reichsnährstandes ein besonderes Gepräge erhalten. Im Anschluß an die Tagung fah» ren die Teilnehmer gemeinsam zur ersten Reichs- nähr standsaus st ellung nach Erfurt, wo am 30. Mai im Kaisersaal ein größerer Kameradschaftsabend stattfindet. In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben klar in der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert! Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Für leichte Büroarbeit junges Fräulein mit kaufmännisch. Vorkenntnissen (1 Jahr Handelsschule) sofort gesucht! Schriftliche Angebote unt. 2908D an den Gießener Anzeiger erbeten. Druckschriften Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Gießen (Hltlerwall 51), Butzbach, Schlitz, Darmstadt, den 11. Mai 1934. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 15. Mai, 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt —Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Heute abend 8% Uhr entschlief nach langem Leiden sanft mein innigst geliebter Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Johannes Hahn, Bäckermeister i. R. im 73. Lebensjahr. In tiefer Trauer: < Lina Hahn, geb. Erb Lina Schmidt, geb. Hahn Karl Hahn Tilli Göbel, geb. Hahn Gießen (Ederstraße 14 III), 12. Mai 1934. Heute morgen 21/* Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Trauerfeier findet Dienstag, den 15. Mai, nachmittags 21/, Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. 2907 D * Statt jeder besonderen Anzeige. Gott der Herr nahm heute meinen geliebten Mann, unseren treuen Vater, Großvater, Bruder und Schwager Oberstudienrat i, R. Professor Dr. Otto Weimar nach langem, schwerem Leiden im 73. Lebensjahr zu sich in sein himmlisches Reich. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Frau Anna Weimar, geb. Koch Beerdigung: Dienstag, 15. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs. 2905 D Margarethe Schomber, geb. Stohr Gießen (Walltorstraße 55), den 12. Mai 1934. Sonntag morgen */9 7 Uhr verschied nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante 2<94D 1862-1912 Gießen, den 13. Mai 1934. Beerdigung: Dienstag, 15. Mai, nachmittags 3 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. ______________2906 D Wir beklagen den Heimgang unseres guten Alterskollegen Herrn Jobs. Hahn dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. | Vermietungen | Vornehm möbl. Wohn-u-Schlalzimmer mit Badez.-Be- nutzg., Zentralbeiz., schön flel., an Dauernuete- rin per 1. Juni ob. früh, abzug. Schr. Ang. unt. 2924Da.d.G.A. [Stellenangebote] Fleißig, ehrlicher la** zum sofortigen Eintritt gesucht. Kost u.Wohnung im Hause. Schr.Angeb.unt. 2913D a.d.G.A. Evangelisches Mädchen aus gut. Familie kann alsbald in gutemGeschäfts- hause als Haustochtereintreten. Gelegenheitzum Kochenlernen. Schr.Angeb.unt. 2911Da.d.G.A. Ein älteres Mädchen im Haushalt und Kochen bewandert, zu älterer Dame gesucht. Schr. Ang. unt. 2912D a.d.G.A. Tüchtiges Hausmädchen zum 1. Juni gesucht. 2919D Frau Amend Bahnhofstr. 68. Jüngeres Mädchen zur halbtägigen Hilfe im Haushalt für sof. ges. Fran Binz Forstgarten.*^ im 70. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Balthasar Schomber, Bäckermeister Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat muß scheiden. Elisabethe Klein, geb. Weller Die Beerdigung findet am 15. Mai, nachmittags 21/» Uhr, vom Sterbehaus, Frankfurter Straße 21, aus statt ________________________________________________________________________2904 D Herr Oberstudienrat i. R. Prof. Dr. Otto Weimar (Gi83> Wii' betrauern tief den Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes, der uns Älteren stets ein zuverlässiger, treuer Freund, der Jugend ein kluger, verständnisvoller Berater war. Der Gießener Wingolf. Für die beim Heimgang unserer teuren unvergeßlichen Entschlafenen Elise Mank, geb. Will bewiesene innige Anteilnahme, die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie für die so trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Vömel danken herzlichst Karl Mank, Bastwirt Heinrich Bechtold und Frau Lina, geh. Mank Karl Mank und Frau Emma, geb. Keller Walter Mank und Gertrud Mank Klein-Linden, den 13. Mai 1934. Am Abend des 11. Mai verschied der frühere langjährige Vorsitzende unseres A. H.-Verbandes 2915 D Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Klein Friedrich Klein Rodheim a. d. B., den 14. Mai 1934. ■MBH (Kleidende! h! Es ist uns endlich gelungen, das pnemlischeBrochbandJriiimpl)'' B.G.M. 1232 232 so zu konstruier., daß jed.Bruch, auch d. schm erste zurückgehalten werden kann, KeinSchenkelriemenckeineFe- der,deshalb ohne Beschwerden zu tragen, da Wundscheuern und Druck ausgeschloss. ist. Druck regulierb. Ueberzeugen Sie sich selbst durchAnlegendes Bandes, welch, kosten!, ersolgr, daßJhrBruch b.Strecken,Hust. u.Heben sicher zurückgehalten wird.-Alle Bruchleid., Blinddarm operierte, auch Frauen u. Kinder, wenden sich kostens, am Donnerstag, 17. Mai, in Lauterbach, Bahnhofshotel, vorm. 8-12 Uhr; am gleichen Tage inGrünberg,Hot.„Zum Hirsch", nachmitt. 2-6 Uhr; Freitag, 18. Mai, in Gießen, „Hotel Prinz Carl", vorm. 8-12Uhr;arn gleichenTagein Weßlar, „Hotel Kaltwasser", nachm. 2-6 Uhr. BertrieöteM-Dharm. Beöarfsartitel, Kassel. Körnerstt. 6 nr.ro Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, (4. Mai M4 Start zum 10 000-Meter-Lauf. Ein äußerst erbitterter Kampf. Die erzielten Zeiten könnten sich auch in ber Leistungsklasse I sehen lassen. Koch lief seine beste Zeit. 15 00 Meter: 1. Wöll (IG. Ffm.) 4:16,2 Min.; 2. Adorf (VfB. Wissen) 4:17,1 Min.; 3. Senge (Post Ffm.) 4:25,6 Minuten. Ebenfalls relativ ausgezeichnete Zeiten für diese Leistungsklasse. 300 0 Meter: 1. Adorf VfB. Wi(ssen) 9:20,2 Min.; 2. Hohloch (Post Ffm.) 9:22,8 Min.; 3. Brück (VfB. Wissen) 9:24,6 Minuten. Der Wissener Adorf scheint ein kommender Mann zu sein. Er belegte bereits vorher in 1500 Meter den beachtenswerten zweiten Platz. 4 X 400 Meter: 1. IG. Ffm. 3:35,5 Min.; 2. Hessen-Preußen, Kassel 3:37 Min.; 3. 1900 Gießen, 3:48,4 Minuten. Ein jederzeit spannender Kampf. Famos die Leistung von Jung (1900), der die schon verlorene Staffel durch rassigen Lauf noch auf den dritten Platz brachte. Hochsprung: 1. Hauebuth (Univ. Marburg) 1,70 Meter; 2. Bartvschick (Kurhessen Marburg) 1,65 Meter; 3. Löffler (IG. Ffm.) 1,60 Meter; 4. Pfeffer (To. 1846 Gießen) 1,60 Meter. (Durch Stechen entschieden.) Ganz schöne Leistungen. Außer Konkurrenz sprang Sievert (Eimsbüttel) 1,80 Meter. Kugel st oßen: 1. Werner (Tv. Weilmünster) 11,94 Meter; 2. Rebscher (1900 Gießen) 11,92 Meter; 3. Bartvschick (Kurhessen Marburg) 11,71 Meter. Hier konnte Rebscher nid)t an die im Training gezeigten Leistungen anknüpfen. Bei fleißigem Training wird er sich bald in den Vordergrund schieben. Leistungsklasse III. 10 0 Meter: Rodriauez (OSC. Gießen) 11,4 Sekunden; Minikowski (Allianz Ffm.) 11,5 Sek.; 3. Schäfer (IG. Ffm.) 11,6 Sekunden. Rodriguez siegte verdient und überlegen. 4 0 0 M e t e r : 1. Gresser (Post Ffm.) 53,7 Sek.; 2. Bialleck (IG. Ffm.) 54 Sek.; 3. Armbrecht (Hessen-Preußen Kassel) 54,6 Sek. Die Nachwuchsleute zeigten hierbei eine gute Leistung. Die Zeiten können sich sehen lassen. 10 00 Meter: 1. Linke (IG. Ffm.) 2:43,2 Min.; 2. Baumstieger (1900 Gießen) 2:43,7 Min.; 3. Werner SC. (1880 Ffm.) 2:44,2 Min. Ein schönes, geschlossenes Rennen, in dem Baumstieger sich nach hartem Endkampf geschlagen bekennen mußte. 4X100 Meter: 1. Eintracht Ffm. 45,1 Sek.; 2. IG. Ffm. 45,5 Sek.; 3. SC. 1880 Ffm. 45,6 Sek. Hier lief Eintracht mit Leuten, die eigentlich nicht mehr der Klasse III angehören, und kam dadurch zu einem billigen Sieg. Weitsprung: 1. Kermer (Hess.-Pr. Kassel) 6,45 Meter; 2. Meyer (Hess.-Pr. Kassel) 6,33 Meter; 3. Heine (Polizei Ffm.) 6,33 Meter; 4. Werner (Tv. Weilmünster) 6,33 Meter (durch Stechen entschieden). Die Leistungen überraschten hierbei außerordentlich und hätten auch in einer höheren Klasse erzielt werden müssen. So fiel u. a. Grünewald (1900) mit 5,85 Meter unverdient aus. Klasse für Vereins- und Verbandslose. 100 Meter: 1. Anthes 12,9 Sek.; 2. Garzinski 13 Sek.; 3. Rogalle 13,5 Sek. (sämtlich FAD. 222/5 Gießen). Hier zeigten die Leute des freiwilligen Arbeitsdienstes, daß sie auch auf sportlichem Gebiet ihren Mann stellen. 3000 Meter: 1. Meyer (FAD. Sickendorf) 9:44,8 Min.; 2. Bäcker (Kraft- und Sportclub Gießen) 9:59,8 Min.; 3. Mendorf (FAD. 222/5 Gie- ßen). Der ehemalige 1900er Bäcker erzielte seine persönliche Bestleistung. Keulenweitwurf: 1. Neu 52,05 Meter; 2. Emich 50,08 Meter; 3. Hartmann 43,47 Meter | (sämtlich FAD. 222/5 Gießen). Die Leistung der I beiden Ersten ist für gut anzusprechen. Um -ie Handball-Meisterschaft. Der Kampf der Männer. Die Zwischenrunde zur Deutschen Handball-Meisterschaft verlief im allgemeinen ohne besondere Ueberraschungen. Daß es der deutsche Meister S V. W a l d h o f bei der Sp v g g. Fürth sehr schwer haben würde, wußte man im voraus. Man rechnete auch mit einer Niederlage, die denn nun auch eingetroffen ist. Die Fürther schlugen in einem unschönen Kampf Waldhof mit 8:5 Toren. Die Darmstädter Polizisten mußten sich mehr als erwartet anstrengen, um gegen Tura Barmen zu einem 10:7-Siege zu kommen. Auch der Askanische Turnverein Ber° l i n konnte die Hamburger Polizei erst nach schärfstem Kampf mit 9:7 Toren abfertigen. In Leipzig feierten die S p o r t f r e u n d e L e i p- z i g einen knappen 10:7 Sieg über die favorisierten Magdeburger Polizisten. Für die Vorschlußrunde haben sich also die Spielvereinigung Fürth, der Polizei-SV. Darmstadt, der Askanische Turnverein Berlin und die Sportfreunde Leipzig qualifiziert. Der Kampf der Krauen. Die Vorschlußrunde um die Deutsche Meisterschaft im Frauen-Handball verlief nicht so glatt, wie die der Männer. In Berlin gab es die große Sensation, daß der SC. C h ar l o t.t e n b u r g vom Tv. Eimsbüttel-Hamburg mit 2:3 ganz knapp geschlagen wurde. Auch das Leipziger Ergebnis von Fortuna Leipzig gegen Frauen Magdeburg mit 2:1 für Leipzig kommt etwas unerwartet. Die erwarteten Ergebnisse dagegen brachten die Spiele in Fürth und Kassel. Der V f R: Mannheim zeigte sich stark genug, um auch auf Fürther Gelände die Spielvereinigung Fürth sicher mit 4:2 schlagen zu können. Hessen- Preußen Kassel hatte Mühe, gegen den Mülheimer SV. einen 2:1-Sieg herauszuholen. Oie „letzten Vier". SD. Waldhof, 1. $6. Nürnberg, Schalke 04 und Diktoria Berlin treffen in der Dorschlußrunde aufeinander. Der erste Abschnitt der Spiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft nach dem neuen Spielsystem ist abgeschlossen. Die vier Gruppenmeister stehen fest. Der SD. Waldhof, der 1. FC. Nürnberg, Schalke 04 und Viktoria 89 Berlin tragen am 10. Juni die Vorschlußrunde aus, die dann verbleibenden zwei Mannschaften werden acht Tage spater das Haupt- und Schlußspiel bestreiten. Nur in zwei von den vier Gruppen hatte man vor dem letzten Spieltag bereits einige Gewißheit. Viktoria 89 Berlin hatte ohne Punktoerlust die Meisterschaft der Gruppe Ost an sich gebracht, und der SV. Waldhof hätte nur noch unser sehr sonderbaren Umständen von seinem Ziel abgebracht werden können. Viktoria 89 Berlin hat dann auch am letzten Sonntag in der Gruppe O st seinen „Durchmarsch" fortgesetzt. Die Reichshauptstädter schlugen Preußen Danzig im Rückspiel 5:2 (2:1) und beendeten somit ohne Punktoerlust und mit einem stattlichen Torverhältnis ihre Runde. Die Berliner Elf hat zwar in ihrer Gruppe keine allzu schwere Aufgabe zu lösen gehabt, aber man wird doch gut tun, sie für die weiteren Spiele nicht zu unterschätzen. Waldhof hat in der Gruppe Südwest die Kämpfe mit insgesamt vier Punkten Vorsprung beendet. Der württembergische Meister Union Bückingen wurde von der technischen Ueberlegenheit des badischen Meisters völlig erdrückt und mit 6:0 (4:0) geschlagen. Zur gleichen Stunde zog sich der Tabellenzweite, die Offenbacher Kickers, in Frankfurt durch den Mülheimer SV. mit 1:3 (1:1) eine überraschende, aber auch unverdiente Niederlage zu. In der Gruppe Mitte lagen die Dinge fo, daß der 1. FC. Nürnberg das Rückspiel in Dresden unter allen Umständen gewinnen mußte, um noch auf die gleiche Punktzahl zu kommen. Außerdem mußte er auch noch ein entsprechendes Torverhältnis erzielen. Mit einem l:0-Sieg ist dann den Bayern vor 46 000 Zuschauern der große Wurf gelungen. Auf Grund des Torverhältnisses (nach dem Di- oisionsverfahren) hat der „Club" den Gruppen- Meistertitel an sich gebracht. Er wies zum Schluß eine Treffer-Durchschnittszahl von 2,5 auf, während Dresden mit feiner Ziffer von 2,285 nur knapp zurückblieb. Einen ungeheuren Andrang hatte auch das ent- scheidende Treffen in der Gaugruppe N o r d w e st zu verzeichnen. Seit Tagen waren bereits die 45 000 Einlaßkarten für das Duisburger Stadion verkauft. Schalke mußte Benrath schlagen, um Meister zu werden. Für Benrath genügte ein Unentschieden, um den einen Punkt Vorsprung zu behaupten. Schalke gewann aber das recht hart durch- geführte Spiel mit 2:0 (1:0) und hat sich somit einen Platz unter den Letzten Vier" erkämpft, der ihm auf Grund seines Leistungsvermögens auch zukommt. Germania Fulda führt. Aufstiegsspiele in Nordhessen. Im Gau Nordhessen beendete Germania Fulda auch ihren zweiten Aufstiegskampf siegreich. Tuspo. 86/09 Kassel mußte sich auf eigenem Gelände knapp mit 1:2 geschlagen bekennen. Die Spvgg. Langenselbold konnte beim FC. Alemannia Niederbrechen einen sicheren 3:1-Sieg herausholen. Ja der Tabelle führt nun Germania Fulda mit Ab- stand. Die Tabelle Gau Nordhessen. Spiele 1. Germania Fulda 2 2. Spvgg. Langenselbold 2 3. SD. Bad-Nauheim 1 4. FD. Wallau 1 5. Niederbrechen 1 Tore 4:2 4:2 1:1 1:2 1:3 Punkte 4.0 3:1 1:1 0:2 0:2 SJiXfpOTt tigung des Saisonbeginnes. Linke (früher Köln) zeigte sich ebenfalls in guter Form. 10000 Meter: 1. Siegel (Post Frankfurt a. M.) 33:59,5 Min.; 2. Gerhardt (1900 Gießen) 34:31,6 Min.; 3. H. Neide! (Tv. Heuchelheim) 35:24,3 Min. Siegel, der Waldlaufmeister des Gaues Süd-West, bewies erneut, daß er sich in aufsteigender Form befindet. Er blieb mit klarem Abstand Sieger, obwohl Gerhardt (1900) nicht einmal schlecht lief. 4 X 100 Meter: 1. Allianz-Sportverein Frankfurt a. M. 44,4 Sek.; 2. Post-Sportverein 12.Aaüonale leichtathletische Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 Gießen. lieber 1000 Zuschauer hatten sich gestern bei herrlichem Wetter zu diesen interessanten Wettkämpfen aus dem Platz der Sp. Vag. 1900 eingefunden. Bahn- und Platzverhältnisse befanden sich in bestem Zustand. Die Abwicklung der zahlreichen Vor- und Entscheidungskämpfe durch Kreisfachwart R i ch t b e r g (1900 Gießen) war mustergültig, wenn auch beachtet werden muß, daß diesmal das Kampfgericht angestrengte sechs Stunden mit nur knapper Unterbrechung in Tätigkeit war. Das Meldeergebnis mit 250 Teilnehmern bedeutete einen Rekord in der Der Aufmarsch der Teilnehmer. ” » * W - > * Vereinsgeschichte 1900*5. Spannende Kämpfe mit hervorragenden Leistungen hielten die Zuschauer bis 3um Schluß in ihrem Bann. Den Entscheidungskämpfen am Sonntag nachmittag ging ein Aufmarsch aller Teilnehmer voraus. Vereinsführer Hohmann (1900) begrüßte die Teilnehmer herzlich. Sein „Sieg-Heil" klang aus auf unser Vaterland und seinen Führer. Größte Beachtung sand sofort unser Zehnkampfmeister Weltrekordmann und Olympiateilnehmer Hans Heinrich Sieverl-Limsbüllel, der in allen bestrittenen Disziplinen mit hervorragenden Leistungen aufwartete. Nachstehend die Ergebnisse der Wettkämpfe: Leistungsklasse I. 10 0 Meter: 1. Kersch (Allianz Frankfurt a. M.) 11 Sek.; 2. Schmid (Post Frankfurt a. M.) 11,2 Sek.; 3. Krück (Hessen-Preußen Kassel) 11,3 Sek. Kersch lief in bestechendem Stil fein Rennen. Er wäre wahrscheinlich auch nicht von den Eintrachtsprintern, die dem Start fernblieben, gefährdet worden. 200 Meter: 1. Hehnle (I. G. Frankfurt a. M.) 22,8 Sek.; 2. Amstütz (Polizei Frankfurt a. M.) 22,9 Sek.; 3. Knappe (Hessen-Preußen Kassel) 23 Sek. Erbitterter Kampf über 200 Meter, den Hehnle durch besseres Stehvermögen für sich entschied. 8 0 0 Meter: 1. Stepp (ASC. Darmstadt) 1:59,4 Mm.; 2. Linke (Eintracht Frankfurt a. M.) 2:00,3 Min.; 3. Kaufmann (Post Frankfurt a. M.) 2:02,6 Min. Der Sieger lief ein taktisch gutes Rennen und siegte in guter Zeit unter Berücksich- Frankfurt a. M. 44,5 Sek.; 3. I. G. Sportverein Frankfurt a. M. 44,6 Sek. Der Sieg von Allianz- Sportverein bedeutet eine Ueberraschung. Spannender und knapper Endkampf. Stabhochsprung: 1. Jung (1900 Gießen) 3.30 Meter; 2. Bartoschick (Kurhessen Marburg) 3.20 Meter; 3. Werner (Tv. Weilmünster) 3.20 Meter (durch Los entschieden). Jung hat schon besser gesprungen. Infolge Verletzung ohne Training war er nicht in Höchstform. Kugel st oßen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 15,20 Meter, (außer Konkurrenz 15,50 Meter); 2. Gugel (1900 Gießen) 14,26 Meter; 3. Maier (IG. Frankfurt a. M.) 14,14 Meter. Sievert stieß mühelos. Gugel machte seine Sache sehr gut und knüpfte bald an seine Höchstleistung an. Diskuswerfen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 46,54 Meter; 2. Maier ,(IG. Frankfurt a. M.) 40,31 Meter; 3. Kilo (1900 Gießen) 39,69 Meter. Hier war Sievert eine Klaffe für sich. Kilo, der die Folgen einer Halsentzündung noch nicht ganz überwunden statte, mußte dem talentierten Maier den Vortritt lassen. Speerwerfen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 60,25 Meter; 2. Neff (ASC. Darmstadt) 51,80 Meter; 3. Hauebuth (Univ. Marburg) 50,85 Meter. Sievert sicherte sich bereits im Vorkampf den Sieg. Die Leistungen der beiden Nächstplazierten sind beachtenswert. Leistungsklasse II. 2 0 0 Meter: 1. Witzel (Eintracht Ffm.) 22,8 Sek.; 2. Kaupp (Post Ffm.) 22,9 Sek.; 3. Fr. Koch (1900 Gießen) 23,1 Sekunden. Links oben: Preisverteilung, Sievert erhält sein Siegerdiplom. — Rechts oben: Stabwechsel bei der 4 X 400-Meter-Staffel. — Links unten: Gugel (1900 Gießen) beim Kugelstoßen. —? Rechts unten: Beim Stabhochsprung. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) # Friedberg schlägt sich tapfer. VfB. Friedberg — Wormatia Worms 3:3 (1:1). Dieses Spiel bildete den Abschluß der Jubiläurns- feierlichkeiten des DfB. 2000 Zuschauer erlebten einen spannenden Kampf, in dem die Einheimischen einen gleichwertigen Gegner abgaben. Wormatia ging durch Gölz in der 10. Minute in Führung, fünf Minuten vor Halbzeit glich Weller für Friedberg aus. Nach dem Wechsel erreichte das Spiel seinen Höhepunkt. Innerhalb drei Minuten fielen drei Tore. Busam brachte Worms abermals in Führung und wenig später erzielte Sautier das zweite Tor für Friedberg. Durch Lehr kamen die Wormser zu einem weiteren Treffer. Friedberg, das in der letzten Viertelstunde groß in Fahrt war, gelang durch Kunze der verdiente Ausgleich. Kunze- Hungen leitete gut. Gchmeling-Paolino unentschieden. Der mit Spannung erwartete Kampf der beiden nach Primo Carnera besten Schwergewichtsboxer Europas, Max Schmeling und Paolino Uczedun, in Barcelona endete nach zwölf Runden unentschieden. Nur 35 000 Zuschauer waren in dem riesigen Mont-Zuift-Stadion erschienen, so daß die Veranstalter einen Schaden von über 100 000 RM. zu tragen haben. Derby County wieder hoch geschlagen. Diesmal siegte die deutsche Nationalmannschaft mit 5:0 Toren. Auch das zweite Spiel des englischen Profi-Liga- Vereins Derby County gegen eine deutsche Auswahlmannschaft brachte den Engländern eine hohe Niederlage. Nachdem sie bereits in Frankfurt mit 5:2 geschlagen worden waren, mußten sie sich gestern in Köln sogar mit 5:0 beugen. Die deutsche Mannschaft spielte diesmal in folgender Aufstellung: Jakob (Jahn Regensburg); Hundt (Schwarzweiß Essen), Busch (Duisburg 99); Janes, Bender (beide Fortuna Düsseldorf), Zielinski (Hamborn 07); Albrecht (Fortuna Düsseldorf), Malik (Beuchen 09), Conen (FV. Saarbrücken), Noack (Hamburger SD.), Kobierski (Fortuna Düsseldorf). Sie bot wieder in allen Teilen ein gutes Spiel. Nach etwas schwachem Beginn wurde in der 10. Minute der erfte gute Angriff eingeleitet, der aber zu keinem Tore führte. In der 14. Minute fiel der Führungstreffer. Kobierski schoß eine schöne Vorlage von Janes unhaltbar ein. Der Beuthener Malik erhöhte in der 20. Minute auf 2:0. Dabei blieb es bis zur Pause. Die Engländer hatten mehr vom Spiel, kamen aber trotz der Unsicherheit, der beiden Verteidiger Hundt und Busch zu keinem Tor, da Jakob und Bender (der wieder als dritter Verteidiger spielte), sehr energisch wehrten. Nach der Pause hatten die Briten zunächst einige gute Torgelegenheiten, die aber der Sturm nicht ausnußen konnte. Die deutsche Mannschaft übernahm allmählich wieder das Kommando. In der 16. Minute erhöht Kobierski auf 3:0, in der 35. Minute schoß Albrecht den vierten Treffer. Das letzte deutscye Tor brachte Noack in der 40. Minute auf sein Konto. Die deutsche Mannschaft war auch diesmal wieder den Engländern in der Taktik weit überlegen. Die konsequente Anwendung des V^-Systems brachte Verwirrung in die Reihen der Briten. Erstklassig war Jakob im Tor, die beiden Verteidiger Hundt und Busch konnten nur zeitweise allen Anforderungen genügen. In der Läuferreihe gefielen Bender (der besser ist als Münzenberg), Janes und ganz besonders Zielinski. Der Sturm spielte schnell und gewandt, überzeugte aber im ganzen genommen nicht. Die besten Leute waren hier Noack und Kobierski. Conen war im Feldspiel gut, hatte aber mit seinen Schüssen Pech. Malik und Albrecht verstanden sich nicht besonders. Die Engländer zeigten keine schlechtere oder bessere Leistung als in Frankfurt. Sie hatten dieselben Schwächen und Vorzüge. Schiedsrichter Fink (Frankfurt) leitete vor 20 000 Zuschauern gut, bei einem Tor gegen die Engländer irrte er sich allerdings, da der Ball von Kobierski in Abseitsstellung ausgenommen worden war. Wirtschaft. Meldepflicht für unedle Metalle. Bezugnehmend auf die Anordnungen der Ueber- wachungsstelle für unedle Metalle von 2. Mai 1934 weist der Reichsbeauftragte darauf Hirn daß die im § 2 der Anordnuna 2 aufgeführte Meldepflicht bis zum 5. Mai 1934 befristet war. Alle Meldepflichtigen, die ihrer Pflicht noch nicht nachgekommen find, werden aufgefordert, dies umgehend nachzuholen. Aus verschiedenen Anfragen, die bei der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle eingegangen sind, geht hervor, daß in weiten Kreisen noch eine gewisse Unklarheit über die Meldepflicht besteht. Es wird deshalb nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich jedermann zu melden hat, der Metallbestände in irgend einer Form besitzt, seien es fertige Metalle, Altmetalle, Bruch, Abfälle oder dergl. Zu melden haben also auch u. a. Me- tallhandelsbetriebe, Altmetallhärfdler, Metallwarenfabriken, Maschinenfabriken usw. Verlängerung des Erzabkommens zwischen Sieg,Lahn,Dill und Westfalen Das Ende d. M. ablaufende Abkommen über die Abnahme von Erz vom Siegerland, von der Lahn-Dill und Oberhessen durch die rheinisch-westfälischen Hütten, wonach bisher von den letzteren je Tonne Rohstahlerzeugung 135 Kilogramm Siegerländer Erze und aus dem Lahn-Dillgebiet insgesamt pro Jahr 250 000 Tarnten Erze abgenommen wurden, ist dieser Tage um ein Jahr verlängert worden. Die gestiegene Rohstahlproduktion, sowie die voraussichtlich weitere Steigerung der Rohstahlproduktion bei den rheinisch-westfälischen Hütten hat eine wesentliche Erhöhung der Abnahme der Siegerländer- und Lahn-Dill-Erze ermöglicht. Nach dem neuen Abkommen, das übrigens auch eine Neuordnung der Preise einschließt, nehmen die rheinisch-westfälischen Hütten nunmehr 325 000 (bisher 250 000 Tonnen, die Hütten des Siegerlandes 25 000 (—) Tonnen und Buderus-Hess.Nafs. Hüttenverein 350 000 (175 000) Tonnen für die Dertrags- dauer ab. Durch dieses Abkommen hofft wenigstens der Bergbau an Lahn und Dill künftig ohne staatliche Subventionen bei der Erzförderung auszukommen. Die Erzförderung ist b'ei einer Kapazitätsausnutzung von bereits 70 v. H. auf 650 000 Tonnen Anfang Mai gegenüber 425 000 Tonnen in der gleichen Dorjahrszeit gestiegen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Mai. An der Wochenschlußbörse vermißte man jegliche Anregung, daher herrschte nahezu Stagnation, zumal auch die Kundschaft mit Aufträgen nach der einen oder anderen Seite nur schwach vertreten war. Die Kulisse übte weitestgehende Zurückhaltung. Indessen war die Grundstimmung nicht unfreundlich, und das Kurs- niveau war im ganzen behauptet. Für einzelne Spezialwerte lag etwas Kaufmeinung vor, so am Chemiemarkt für Scheideanstalt und Farbenindustrie, die um je 0,50 v. H. anzogen. Goldschmidt waren behauptet, ebenso Rütgerswerke unter Berücksichtigung der Dividendenausschüttung. Am Montanmarkt setzten Gelsenkirchen, Klöckner und Phönix unverändert, Mannesmann 0,25, Rheinstahl 0,65 v. H. niedriger ein. Am Elektromarkt kamen zunächst nur Siemens mit minus 0,75 v. H. und Gesfürel ausschließlich Dividende 0,25 v. H. schwächer zur Notiz. Schiffahrtswerte lagen abgeschwächt, Hapag um 0,75 v. H., Nordd. Lloyd um 0,50 v. H. Reichsbahn-DA. lagen exkl. Halbjahresdividende gut behauptet. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 0,75 v. H., AKU und Bemberg je 0,50 v. H. leichter, Conti Gummi in Nachwirkung des Abschlusses 1 v. H. fester. Im Freiverkehr waren Growag-Aktien auf die erstmalige Ausschüttung von 3 v. H. Dividende und 3 v. H. Bonus auf 60 v. H. nach zuletzt noch 22 v. H. erhöht. Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille bei ziemlich unveränderten Kursen weitestgehend an. Soweit später noch Papiere zur Notiz gelangten, lagen sie zwar uneinheitlich, überwiegend aber etwas fester. So u. a. Schuckert (plus 1,25 v. H.), Gement Heidelberg (plus 0,50 v.H.) und Deutsche Linoleum (plus 0,65 v. H.), anderseits Mansfelder (minus 0,65 v. H.). Am Rentenmarkt herrschte ebenfalls Geschäftsstille. Neubesitz tagen unter kleinen Schwankungen mit 16,25 v. H. um 30 Pf. niedriger, Altbesitz 0,25 v. H. höher, späte Schuldbücher und Stahlver- ein^Bonds 0,13 v. H. bzw. 0,90 v. H. niedriger. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen uneinheitlich bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 o. H., Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen waren gut behauptet. Am Auslandrentenmarkt waren schweizerische Bahnwerte noch etwas fester. Tagesgeld uno. 3,25 v. H. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die lebhaftere Nachfrage des Konsums hat eine weitere Zunahme erfahren, fo daß das Buttergefchäft recht befriedigend verläuft. Die Zufuhren in frischer Ware sind knapp geworden, so daß man auf die Reserven zurückgreifen mußte. Diese Knappheit ist weiterhin mit der warmen Witterung mit ihrem stärkeren Frischmilchverbrauch zu begründen. Die angebotene Ware besteht zwar überwiegend noch aus Blend- lings-(Uebergangs-)butter infolge des schon früh erfolgten Weideauftriebs, doch waren auch schon erste Sorten reiner Butter am Markt. Auf die festgesetzten Einstandspreise mußte der Großhandel vielfach Ueberpreise anlegen, um überhaupt zu Ware zu kommen. Per 50 kg notierten: Deutsche und holländische Markenbutter 127, feine deutsche Molkereibutter 123 bis 125 RM. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 12. Mai. Das Geschäft ist recht lebhaft geworden. Die vielseitigen Zufuhren von Frischgemüfen und Salat haben den Eierkonsum merklich gehoben. Die Anlieferungen haben sich stark verringert, da ein großer Teil der Produktion zum Zwecke der Konservierung direkt ab» forbiert wird. Der Großhandel war in seinen Anschaffungen etwas lebhafter, und« die seither vollen Läger konnten glatt geräumt werden. Obwohl im Auslande die Preise durchweg leicht angezogen haben, nahm man hier von einer Erhöhung Abstand, da man auch den bevorstehenden Feiertags- bedarf nicht stören will. Die Preise blieben unoer- ändert und notierten in Pf. pro Stück im Groß- handel wie folgt: Deutsche Frischeier S 93/4, A 9V-, B 8V2 bis 9, C 8 bis 8V2. Holländer S 9% A 9, B 8V2. Bulgaren und Rumänen Kl. B 8V4 bis 8V2. Frankfurter Schlachtvtehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Mai. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1364 Rinder (500 Ochsen, 123 Bullen, 397 Kühe, 344 Färsen), 889 Kälber, 39 Schafe, 4088 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 36 Mark, Bullen 25 bis 32, Kühe 14 bis 31, Färsen (Kalbinnen) 26 bis 35, Kälber 30 bis 54, Hämmel 35 bis 37, Schweine: al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 50, a2) Fettschweine über 300 ^funb, gl) fette Specksauen, g2) andere Sauen 32 bis 43 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Kälber, Hämmel und Schweine mittelmäßig. Vom Wohlfahrtsstaat zum Arbeitsstaat. Oie Arbeitsschlacht im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen. LPD. Frankfurt, 12. Mai. Der amtierende Präsident des Landesarbeitsamts Hessen, Oberregierungsrat Kühne, hielt am Freitag im Reichssender Frankfurt einen Vortrag über die Arbeitsschlacht im Bezirk des Lantz e s a r b e i t s a m t s Hessen, dem wir folgendes entnehmen: Während im letzten Jahrzehnt Milliarden und aber Milliarden von Volksvermögen völlig unproduktiv für Unterstühungszwecke ausgegeben wurden, hat Adolf Hitler aus dem Wohlfahrtsstaat wieder einen Arbeitsstaat gemacht in der Erkenntnis der einfachen Wahrheit, daß Arbeit zu allen Zeiten volkswirtschaftlich und moralisch wertvoller ist, als die stets unproduktive Unterstützung. Aus den Arbeitsbeschaffungsprogrammen find in unserem Bezirk aus dem Sofortprogramm für 388 Maßnahmen 19,7 Millionen Darlehns- mittel und rund 730 000 Mark Grundförderungen in Form verlorener Zuschüsse der RA., aus dem Reinhardtprogramm für 476 Maßnahmen rund 19,8 Millionen Darlehn, 4,3 Millionen Grund- förderung und 715 000 Mark Zuschüsse der Oeffa den Trägern bewilligt worden. Zu diesen Maßnahmen tritt die besondere Entlastung, die unser Bezirk durch die Inangriffnahme der ersten Autobahn st recke erfahren hat. Die Beschäftigtenzahlen haben sich hier mit dem Fortschreiten der Strecke mehr und mehr erhöht und betragen zur Zeit 3500. Die Unterbringung der Arbeitslosen bei öffentlichen Arbeitsbefchaffungsmaßnahmen hat zur Folge gehabt, daß damit rund 73 000 Arbeitslose im Landesarbeitsamtsbezirk Beschäftigung gefunden haben, von denen über 30 000 auf Arbeiten des städtischen Wohnungsinstandsetzungsprogramms entfallen. Die öffentlichen Arbeitsbefchaffungsmaßnahmen haben besonders die Lieferindustrie angekurbelk. Für unseren Bezirk hat sich diese Auswirkung nicht in so starkem Maße geltend gemacht, weil sehr viele Aufträge der Lieferindustrie in das Rhein-Ruhr- Gebiet gegangen fein dürsten. Um so anerkennenswerter ist die Leistung, die die freie Wirtschaft durch die Aufnahme von Arbeitskräften vollbracht hat. Mit einer vorbildlichen Opferwilligkeit haben große Teile der Wirtschaft nicht nur den ganzen Winter bzw. während der faisonstillen Zeit ihre Belegschaften durchgehalten, sie haben auch, wo es irgend die Betriebslage zuließ, zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Nur durch dieses gemeinsame Vorgehen von öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Bereitschaft der freien Wirtschaft sind die Erfolge der ersten Arbeitsschlacht möglich gewesen. Diese Erfolge haben in Hessen ein Ausmaß erreicht, das bei der besonders schwierigen Wirtschaftsstruktur ganz besonders hervorragende Beachtung verdient. 3n unserem Bezirk betrug am Ausgang der Arbeitsschlacht (31. Januar 1933) die Zahl der Arbeitslosen über 332 000, am 30. April 1934 war die Zahl auf 151 800 gesunken, also eine Gesamtabnahme von rund 181000 oder 54,3 v.H. Allein in der Zeit vorn 1. Januar bis 30. April 1934 hat der Rückgang der Arbeitslosenzahl in unserem Bezirk über 73 000 oder 32,6 v. H. betragen. Mit dem gegenwärtigen Stand der Arbeitslosen steht der Bezirk um 28 000 unter dem Sommer 1930.Betrachten wir in unserem Bezirk das Gesamtergebnis, das durch die öffentlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, durch die Belebung der freien Wirtschaft, durch den Einsatz der Landhilfe erreicht worden ist, so sehen wir eine Entlastung von einem Ausmaß, das auch kein Kenner der Verhältnisse in so kurzer Zeit für möglich gehalten hätte. Erreicht konnte dieser Erfolg nur dadurch werden, daß politische Leitung, freie Wirtschaft, Behörden und Gemeinden im gegenseitigen Vertrauen zusammengearbeitet haben. Durch den gewaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit haben die Gemeinden und Gemeindeverbände eine außerordentlich starke Verminderung ihrer Fürsorgelasten erfahren. Hinzukommt die in ihrer Bedeutung in der Öffentlichkeit gar nicht genügend gewürdigte Maßnahme, daß im Gegensatz zu früher für alle Notstands- arbeiter, auch die Wohlfahrtserwerbslosen, die Grundförderung von der Reichsanstalt getragen wird, und durch die Verlängerung bei Beschäfti- gungsbauer aus Wohlfahrtsunterstützten für ben Fast neuer Arbeitslosigkeit Unterstützungsempfänger ber versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung werben. Auch baburch finb bie Fürsorgelasten ber Gemeinben in ganz außerorbentlichem Maße gesenkt. Wie stark die finanzielle Entlastung der Gemeinden ist, mag die Tatsache belegen, daß im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen im April 1934 im Vergleich zum Januar 1933 anWvhl- fahrtsunterstühung 4 737 000 Mark weniger aufzubringen waren. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtsunterftühungsempfänger ist vom 31. Januar 1933 bis 30. April 1934 von rund 137 000 auf rund 55 500, also um über 81 600 oder fast 60 v. h. gesunken. Bei dieser außerordentlich starken Entlastung der Gemeinden und Gemeindeverbände besteht für das Reich keine Notwendigkeit mehr, in ähnlichem Ausmaß wie im Vorjahre Mittel für öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bereitzustellen, vielmehr müssen sich die Träger in weit stärkerem Maße auf Selbsthilfe besinnen. Durch die außerordentliche Wirtschaftsbelebung ist für zcrhl- reiche Arten von Facharbeitern bereits Mangel eingetreten. Anderseits sind unter ben Arbeitslosen sehr viel Kräfte, bie nach körperlicher Fähigkeit ober burch bie Dauer ihrer Arbeitslosigkeit für ben eigentlich gelernten Berus praktisch nicht mehr in Frage kommen. Hier werben die Arbeitsämter besonders nachdrücklich mit einer entsprechenden Sichtung der Arbeitslosen und einer Berufsumberatung und -Umschichtung an^u» setzen haben, indem diese Kräfte solchen Berufsgruppen zugeführt werden, bie für ihre Vermittlung aussichtsreicher sind. Besondere Erfolge sind in der Bekämpfung der Schwarzarbeit erreicht worden, bie durch unablässiges Ueberprüfen durch die Arbeitsämter, die hierbei in vorbildlicher Weise durch die SA. und SS. unterstützt werden, in einigen Berufsgruppen, in denen sie früher sehr beliebt mar, so gut wie ausgerottet ist. Erfreulicherweise ist jetzt auch bie Fortführung ber Lanbhilfe entschieden, und es wird dafür gesorgt werden, daß das auf Hessen entfallende Kontingent von 10 500 Landhelfern bis zum letzten Platz ausgenutzt wird. Wenn alle, die mfthelfen können, auch mithelfen wollen, wird das zweite Jahr der Arbeitsschlacht im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen ein neuer Sieg werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben bie Hohe bei zuletzi beschloßenen Dwibenbe an. — Relchsbankblskoni 4 0. H.. Lombarbzinsfuß 5 v. H. Franksur a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Schluß» furd Schlußk. Miltag- börse Datum 11.5. 12-5. 11-5. 12.5. •% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 •% cNem.7% Dl. ReichSanl. v. 1929 95 95,5 95,9 96 99,9 99,9 100 99,9 liViA» Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 91,25 91,4 91,5 91,75 LuSlos.»Rechten ............. 95 95,13 95 95 DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 16,55 16,2 16,5 16,05 6% eöem.8% Hess. BolkSstaat 1929 94 94 94 (rückzahlb. 102Ä») ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Bold R. 12.................. 94 91 91 — 91 6ty% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqut......... JO,75 90,75 — — Oberhessen Provinz-Anleihe mit 95 95 Auslos.-Rechten ............. •— Deutsche Komm. Sammelabl. An. 93,1 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 93,1 93,4 93 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 91,13 Goldpse. 15 unkündbar bis 1985 91 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar 6ti 1936 91 91 — *y»% ehem. *y,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Psandbriese....... 90,75 90,5 — _ ehem. *y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 91,25 91,25 —■ — <% ebem. 8% Pr. Landespfand» briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 94,25 94 94 — 6% ehem. 7% Pr. Landespfand. briefanstall, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Steuergutfch. Verrechnungskurs 98 98 98 98 4% Oesterreich«che Goldrrnte.... 4,20% Oesterretchlfche Sllberrente 4% Ungarische Goldrente....... 23 1 23 1,05 1,1 7,2 23,75 1,05 7,25 —— 7,15 4% Ungarische Staatstente v. 1910 6,95 6,8 — 7 4y,% deSgl. von 1913.......... 7,05 — —— — 6% abgest. Goldmexikaner von 9k 8,4 8,65 8,6 8,65 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4%Türkijch« Bagdadbahn-Anlethe 6,75 6,75 — 6,7 Gerte!................... 6.65 6,6" — Frankfurt a.M. Berlin Gchluß- kurs Schlußk. Abend- börsc Schluß» kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 11-5. 12-5. 11-5- 12-5. 4% de-gl. Serie 11 ............ 6,75 6,75 — 6,7 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4,1 4,1 — 4 4y,%Rumän.veretnh.Rentev.l918 7 7 7 7 4% Rumänische vereinh. Rente 3,65 3,55 3,55 3,25 9%% Anatolier ........... _ 30,25 ... .. vamvurg-Amertka-Paket ..... 0 21 20,5 20,9 20,5 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 21,25 20,5 Hansa-Dampfschifs........... 0 — — — —- Norddeutscher Lloyd ......... 0 25 24,5 24,75 24,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 66 65 65,75 65 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 85,25 85,25 85 84,75 Commerz, und Prlvat-Bank ... 0 42,25 41,75 42,25 41,75 Deutsche Bank und DiLconto- Gesellschaft................ 0 55,65 55 55,65 55 Dresdner Bank.......... 0 62 61,5 62 61,5 Relchsbank ............... 12 149,25 150,13 149,65 A.S.«...................... 25 25 25,13 25 Betula... 132,13 132,13 133 132,9 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 98,75 98,5 98 98,25 Licht und Kraft ............. 6 104 104 103,75 104 Felten & Guilleaume......... 0 56 53,75 54,75 53,75 Gefell ch.s.Elektt.Unternehmuna. 6 98,75 94,75 99,25 95,25 Rheinische E-ektrhltät ........ 6 94 — 94,13 94,5 Schuckert LCo......... 5 87,5 88,5 87,5 89,5 Siemens L Hakske..... 7 132,5 131,75 131,75 LahmeyerLGo........ .... 10 120 119,5 116,5 Buder« ................... 0 73 73,5 72,5 72,9 Deutsche lddbl .............. 114 113 113,4 113,25 Gelsenkirchener............. o 61,5 61,5 61,5 61 Harpener................... o 90 89,75 90,5 90 Hoesch Eisen—Kbln-Neuessen .. 0 71,13 70,9 Ilse Bergbau .............. 134,5 — 134,5 132,5 Hlse Bergbau Genüsse........ 6 111,5 i 112 111,75 112 -löcknerwerke ............... Ci 63,5 63,5 63,75 63 ....... 0 Cd 63,75 64,25 63,25 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börje Schluß- kurs Schlußk. Minaq- börse Datum 11.5. 12-5. 11.5. 12-5. Mansfelder Bergbau........ . 0] 70 69 70 68,5 kokSwerke ................. . 0 — 93,75 92,9 Phönix Bergbau............ . 0 48,25 48,13 48,25 47,65 Rheinische Braunkohlen ..... 10| 220,25 220,5 220,25 219 Rheinstahl .............. . 0 90,65 89,5 90,5 90,25 Bereinigte Stahlwerke....... . 0 41,25 41 41,13 41 Otavt Minen .............. . 0 13,75 14 13,9 14 Kaliwerke Aschersleben....... . 6 108,5 108,75 109,5 108,25 Kaliwerke Westeregeln....... . 6 109,75 110 109,5 109,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... IVi 142 145 142 144,5 3. 9. Farden-Jndustrie...... Scheideanstalt............. . 7 132,75 132,65 132,9 132,75 . 9 184 184,5 —— — Goldschmidt .............. . 0 60,65 61 60,25 60,25 Rütgerswerke ............. . 0 53,5 41,5 53,5 41,5 Metällgesellichaft........... . 0 80 80,25 80 80 Philipp Hol-manu......... • 0 63 62 63,13 63 Zementwerk Heidelberg .... ». 0 104,75 105 Xementotti Karlstadt....... .. 0 Schultheis Payenhofer ..... Aku (Allgemeiue Kunstseide) .. 0 .. 0 59 58,5 102 59,4 101 58,5 Bemberg................. .. 0 67,25 66,75 67 68 Hellstoss Waldhof .......... .. 0 47,5 47 47,5 47,25 Zellstoss Aschaffenburg ..... .. 0 40,25 40,25 40,25 40 Dessauer GaS ............. .. 7 —— —— 126 125 Daimler Motoren.......... .. 0 45 45 45 45 Deutsche Linoleum......... .. 0 56 56,65 56,5 57 Orenstein & Koppel ........ .. 0 —— 63,5 63,5 Leonhard Dietz ... ........ .. 0 17,5 17,5 17,5 17,4 rhade .................... ..10 162 —— 162 160,5 0au nral atoreu-Fubrü...... .. 0 169 — 169 169,5 151,5 Lonti-Gummt............. .. 0 150,75 151,25 150,75 G ritz n er.................. .. 0 I 23 23,4 Mainkraftwerle Höchst a,M- .. 4 71,25 71,25 1 w - Süddeutscher stucker ....... .. 8 170.75 ! 170.5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 11.Mai 12-Mai Amtliche Notierung Amtliche Dotierung Geld Brie' Geld Brie Heisings«,.. 5,644 5,656 5,649 5,661 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,42 10,44 10,42 10,44 BudapeB ... —— — — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,43 169,77 169,53 169,87 OSlo....... 64,09 64,21 64,19 64,31 Kopenhagen. 56,94 57,06 57,04 57,16 Stockholm... 65,78 65,92 65,93 66,07 London ..... 12,755 12,785 12,775 12,805 Buenos Aires 0,575 0,579 0,583 0,587 Neuyork.... 2,496 2,500 2,498 2,504 Brüssel..... 58,37 58,49 58,40 58,52 Italien..... 21,28 21,32 21,29 21,33 Paris...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz .... 80,97 81,13 81,02 81,18 Spanien.... 34,24 34,30 34,24 34,30 Danzig..... 81,60 81,76 81,58 81,74 Japan ...... 0,755 0,757 0,756 0,758 Rio de Jan. . 0,211 0,213 0,211 0,213 Jugoslawien. Liiiabo, .... 5,664 5,676 5,664 5,676 11,61 11,63 11,63 11,65 Berlin, 12-Mai Geld SHeTL. Amerikanische Noten.............. 2,451 2,471 Belgische 9?ntpn. ................. 58,24 58,48 Dänische Noten ................. 56.99 57,21 12 73 12,79 16,52 Holländische Noten............... 169,11 169,79 Italienische Noten................ 21,22 21,30 Norwegische Noten .............. 64,02 64,28 Deutsch Oesterreich, d 1OO Schwing Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 65,77 66,03 Schweizer Noten................. 80,84 81,16 spanische Note»................. 34,24 Ttnzxarjicf» SRotfll ................ Nr. 1*0 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, H.IUai Nofretete am laufenden Band. In der «Sipsformerei der staatlichen Museen in Berlin. Keporter zwischen Griechengöttern. 3n Charlvttenburg, am Rande der Reichshauptstadt, befindet sich die Gipsformerei der staatlichen Museen, das bedeutendste und von den Fachkreisen der ganzen Welt bevorzugte Institut dieser Gattung. Es ist ein von wildem Wein bis hoch hinauf umranktes Backsteingebäude, das in den Jahren 1890/1891 ausgeführt wurde. Die gewaltige Ausdehnung des Betriebes, der nach den Angaben des Herrn Inspektors Ulbrich um 1850 von der alten Münze in der Münzstraße aus hierher verlegt wurde, verlangte eine bedeutende Erweiterung der Jnnenräume, die der Empfindlichkeit der Produkte angepaßte, bequemere und übersichtlichere Anordnungsmöglichkeiten erlaubten. Ein überaus interessantes Gebiet der Rachge- staltung von Kun st werken aus allen Zeiten und allen Ländern erschließt sich dem Besucher bei der lehrreichen Wanderung durch die ausgedehnten Kellereien und die drei weitläufigen inhaltsreichen Stockwerke. Herr Ulbrich, der bereitwillig die Führung durch sein Reich übernommen hat, öffnet eine Tür — und Marmorbilder stehen und sehen dich an . . . „Dies ist einer unserer Modellsäle", heißt es. Ein weites hohes Gewölbe umfängt den Wissensdurstigen. Dicht drängen sich weltberühmte und weniger bekannte Plastiken aneinander. »,Wtt müssen uns von dem Original ein Modell herstellen, daß wir hierbehalten können," erklärt Herr Ulbrich. „Das bedeutet, daß wir von dem Original erst mal ein Negativ nehmen." Eine außerordentlich verantwortliche Aufgabe ist es, zu beurteilen, ob das Material, aus dem das nachzubildende Werk geschaffen ist, für die anstrengende Prozedur des Abdrucknehmens überhaupt noch in Betracht kommt. Witterung, Feuchtigkeitseinflüsse, katastrophale Einwirkungen können es zu sehr zermürbt und angegriffen haben. „Und kaputtgehen darf nichts, sonst dürfen kein« Abgüsse vorgenommen werden," berichtet mein freundlicher Führer. Vom Original hängt es auch ab, ob man eine „Stückform" aus hartem Material angefertigt oder eine „Gelatineform", bei den Werken von größerer Empfindlichkeit oder zarter Feinarbeit verwendet wird. Die Herstellung des Gipsnegativs beginnt mit dem Ueberziehen des Originals mit einer Lösung aus Seife, Stearin oder Petroleum oder mit Stanniol. „Isoliert muß auf alle Fälle werden, bei Ton wird Puder dazu genommen," erfährt man, und ferner: „Ton gibt jedoch keine so scharfen Umrisse, da muß hinterher mit der Hand nachgearbeitet werden." lieber die Jsolierungsschicht kommt nun eine dicke Giysschicht, der sich die Formen des Kunstwerks innen einpressen, aber wie beim photographischen Negativ im umgekehrten Verhältnis. Ist diese Schicht erhärtet, wird sie stückweise abgenommen und unter Beobachtung größter Aufmerksamkeit mit Nummern versehen. Bei größeren Abgüssen setzt sich diese Form aus unglaublich vielen Einzelstücken zusammen. Welche Sorgfalt und was für eine geübte Hand zum Abnehmen der harten Stücke erforderlich sind, kann man ermessen, wenn man sich vorstelle, daß dem Original, „kein Haar gekrümmt" werden darf. So wird dann auch, praktischen Erwägungen der Größenverhältnisse gemäß, das Modell in zu vielen Einzelstücken gefügten Einzelvorgängen wiedergeschaffen. „Wir haben hier Tausende und Abertausende von Formen, die in Ein- zelftücken aufbewahrt werden müssen und zwar sehr sorgfältig, weil ja die Formungskosten so hoch sind. Geht nun mal etwas durch häufigere Inanspruchnahme entzwei, so wird nach dem aufbewahrten Modell ein neues Stück gegossen. Aber auch bei den Modellen müssen wir scharf auf Beschädigungen achten und auch sie bedürfen oft der Ergänzungsarbeiten und auch der Neuschaffung. So haben wir von der Nofretete hunderte von Modellen und noch viel mehr Negative angefertigt, nach denen Tausende von Abgüssen gemacht wurden." Die breiten, sich an den Wänden entlang ziehenden Regale sind beladen mit solchen Stückformen! An heiligen Katzen, Janusköpfen, riesigen Jupiter- und Zeusbildnissen, Sonnengöttern, Frauenleibern, Männernkörpern, Torsen, einem „Alten Fritz", großen und kleinen Reliefs, Vitrinen mit Plaketten, Skarabäen, Ringen, zarten Elfenbeinschnitzereien vorüber führt der Weg in die Formerei. Unterwegs hatte man Gelegenheit, die anmutige Nofretete flüchtig bei der Toilette zu belauschen: eine kundige Männerhand schminkt sie gerade mit einem Pinsel, während sie unbewegt und geheimnisumschattet zum Fenster hinausblickt. Ueberhaupt begegnet man ihr in allen Größen überall, und nur ihr Gemahl Amenophis IV. erreicht beinahe den gleichen Absatz. In der Formerei lernt man etwas Neues. Ein Former gewährt einen „Einblick" in das Innere der Forny in die er Gipsmasse gefüllt hat. „So eine große Form gießt man nicht voll," erklärt er, „weil das Stück ja sonst zu schwer würde. Die innere Wand der Form wird dick mit Gipsmasse ausgeschwenkt und nun muß ich die Form immerzu drehen, damit die Masse in alle Einzelheiten des Negativs eindringt." Und er wendet die Form wieder um. Eine große Christus-Plastik liegt daneben. Erklärend fährt die Hand des Retouchierers über die Oie geschützten Naturdenkmäler im Kreise Gießen. Don Dx. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für den Naturschutz in Hessen und Kreisfachamtsleiter für Naturschutz und Tierschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat. In Hessen ^ibt es ein Denkmalschutzgesetz seit dem Jahre 1902. Jedoch hat diese amtliche Betreuung von Bau-, und Naturdenkmälern, wie man im Laufe der Zeit bemerkte, nicht ausgereicht, um für alle vorkommenden Fälle eine vollendete Unterschutzstellung der in Frage kommenden Dinge zu gewährleisten. Daher haben sich in der Nachkriegszeit, als Gefahr im höchsten Verzug war, die Mini- sterialbehörden dieser Belange angenommen. Insbesondere war es die Ministerialforstverwaltung, die durch Einberufung eines großangelegten Ncttur- schutztages in Darmstadt 1928 sich eingehend über die für notwendig erachteten Naturschutzmaßnahmen von Fachleuten und Heimatkennern aus allen Teilen des Hessenlandes beraten ließ. Als Ergebnis dieser Arbeiten ist dann im Laufe der Jahre das unter vieler Mühe zustandegekommene hessische Naturschutzgesetz mit seiner Ergänzungsoeröffentlichung und seinen Ausführungsbestimmungen, die heute noch für neu eintretenden Fälle innerhalb des großen Spielraumes der Rahmenbeftimmungen stets erweiterungsfähig find, zuwege gebracht worden, dessen Waltung den Behörden unter ständiger Mitarbeit der staatlichen Vertrauensleute für Naturschutz übertragen ward. So ist amtlicherseits alles getan, um die Durchführung des Gesetzes zu gewährleisten, die Natur vor Uebertretungen zu schützen und jenen wünschenswerten Burgfrieden wiederherzustellen, der die Erhaltung der bedrohten Arten verbürgt. „Gußnähte", die Stellen, an denen die Stückformen zusammengefügt sind und die als feinste erhabene Linien über das ganze Werk laufen. „Die Nähte müssen sehr vorsichtig entfernt — retourfjiert — werden," erklärt der junge Mann, und Herr Ulbrich fügt hinzu: „Bei Bestellung für Künstler dürfen wir die Gußnähte nicht entfernen, da sie für sie wichtig sind insofern, als durch das Retvu- chieven irgendein Schaden eintreten könnte." In einem andern Raum leuchten lichtblaue Globusse, auf denen sich die ockergelben Kontinente als Reliefe abheben. Aus diesen Reliefs werden Blinde die Gestalt des Planeten, auf dem sie leben, mit ihren feinfühligen Fingerspitzen ertasten. Dann wird man mit einer Masse bekannt gemacht, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Gummi aufweist: Gelatine, die auch von empfindlicherem Material vertragen wird, zu dickwandigen Formen gegossen. Wieder erbarmt sich der langmütige Führer unserer Unwissenheit: „lieber das Original kommt auf die Isolierung eine Tonschicht und eine Gipskappe darüber. Der Ton wird entfernt und der Raum zwischen Gipskappe und Original mit Gelatine ausgegossen. Dadurch entsteht ein Gelatine-Negativ." Er hält ein handgroßes Relief mit der Darstellung einer heiligen Szene her. „So feine Arbeit leistet nur die Gelatinemasse." Hände sind daraus zu sehen, deren Finger kaum die Länge eines Millimeters haben, haarfeine, scharfe Umrisse! Man ist stumm vor Staunen. — Die Tönungen der Kunstwerke werden vortrefflich nachgeahmt, gleichgültig, ob sie aus Bronze oder Ton, Fayence oder Elfenbein bestehen. Ein edles Handwerk dient edlen Zwecken. In Schulen und Universitäten, Museen und Privatbesitz des In- und Auslandes wandern diese wundervollen Nachbildungen, die in diesen weltberühmten Werkstätten entstehen und den Ruf von deutscher Gediegenheit und deutscher Zuverlässigkeit in die fernsten Lande tragen. Darüber hinaus aber soll auch noch eine ideelle Durchdringung der breitesten Volksschichten mit dem Gedankengut des Heimat- und Naturschutzes erfolgen. Ihr Sachwalter ist der Reichsbund Volkstum und Heimat geworden, der in jeder Landschaft fein Fachämter für die in Frage kommenden Spezialbelange unterhält und in Schulungskursen und Vorträgen (NS.-Lehrerbund, Kraft durch Freude usw.) die Gelegenheit wahrnimmt, bis in die letzte Hütte des letzten Dorfes fein Ideengut hineinzutragen. Selbstverständlich brauchen solche Riefenorganisationen ihre Zeit, doch hoffen wir noch zum Sommer hin soweit zu fein, daß das Ringen um die Volksseele auch auf diesen Gebieten einsetzen kann. Um nun zu zeigen, in welcher Weise das Hand-in- Hand-Arbeiten zwischen Behörden, Reichsbund, Gemeinden und damit dem Volk zum Ziele führen kann, wie von der Anregung draußen im Lande der Gang der amtlichen Anerkennung und Verwirklichung zum allemal gesicherten Erfolg führt, sei an dieser Stelle einmal kurz darüber berichtet, welche Naturdenkmäler im Sinne des Einzelschußes bislang im Kreise Gießen den Staatsschatz genießen. Im Kreise Gießen stehen unter Naturschutz: In Alten-Buseck: die Linde bSim hölzernen Brunnen. (Sie ward leider durch Brandschaden heimgesucht, und es bleibt abzuwarten, inwieweit sie sich wieder erholt.) In G r ü n i n g e n : die Dorflinde und die Kirchhofslinde. In Hungen: die Meßfeldner-Eiche unter den Kaiserlichen. Schöne Baumgruppe von 7 Linden und zwei Fichten. In Lang-Göns: die Linde im Dorf. Aus der Provinzialhauptstadt. In L i ch : die Sedanslinde, die beiden Lutherlinden, die Reformationseiche und die Stadteiche. In Nieder-Beffingen: die Friedenslindö und die Luthereiche. In Rödgen: die Eiche am Bergwald. In Weickartshain: die Fichten am Friedhof, die Lindenallee an der hohen Straße von Grünberg nach dem Heffenbrücker Hammer. Oberstudienrat Prof. Or. Weimar f. Nach längerer schwerer Krankheit ist am Freitagabend der Oberstudienrat i. R. Prof. Dr. W e i • m a r in Gießen im Alter von 73 Jahren verstorben. Der Heimgegangene erblickte am 18. September 1861 in Darmstadt als Sohn eines Pfarrers das Licht der Welt. Seine Mutter entstammte ebenfalls einer alten hessischen Pfarrerfamilie. Nach dem frühen Tode seines Vaters wurde der nun Verewigte mit zwei Brüdern von der Mutter erzogen, die ihren drei Kindern auch das Studium ermöglichte. Otto Weimar studierte in Gießen und in Berlin Mathematik, Chemie und Physik. Nach feinem Fakultätsexamen in Gießen wurde er im höheren Schuldienst zuerst in Langen verwandt, hierauf war er Oberlehrer an der Realschule in Oppenheim, dann kam er, im Jahre 1902, nach Gießen. Seine erste Lehrtätigkeit in unserer Stadt entfaltete er an der Oberrealschule, dann kam er an das Realgymnasium, wo er viele Jahre wirkte und auch eine Reihe von Jahren die Anstalt leitete. Sein Wirken als Schulmann war reichgesegnet und brachte ihm die Wertschätzung seiner Kollegen und die dankbare Anerkennung seiner Schüler. Neben seinem Lehramt widmete er sich in hingebungsvoller ehrenamtlicher Tätigkeit besonders der Förderung der evangelischen Kirche. Als Mitglied des' Kirchenvorstandes der Johannesgemeinöe und des evangelischen Gesamtkirchenvorstandes war er außerordentlich fruchtbar tätig und leistete durch seinen klugen Rat und seine sorgsame Arbeit unserer ebangelischen Gemeinde wertvolle Dienste. Sein besonderes Interesse widmete er der Inneren Mission und ihren Einrichtungen, wie der Herberge zur Heimat in Gießen, dem Eleonoren-Hospiz und dem Elisabeth-Kinderheim in Bad-Nauheim. Für alle diese Einrichtungen wurde sein Wirken zu großem Segen. Dem Kirchengesangverein war er als Vorsitzender und eifriger aktiver Sänger ein starker Helfer, der das Gedeihen des Vereins in hohem Maße förderte. Weiterhin führte der Verewigte früher lange Jahre den Vorsitz im Alte-Herren-Ver- banb des Wingolf. Sein bescheidenes und gegen jedermann zuvorkommendes Wesen, seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und fein ausgezeichneter Charakter, wie auch seine vorbildliche nationale Gesinnung machten den Menschen in der gleichen hoben Weise schätzenswert, wie den Schulmann und Förderer der kirchlichen Aufgaben. Das Andenken an diesen vorbildlichen Mann wird in unserer Stadt in hohen Ehren fortleben. Propagandatagung des Gaues Hessen-Naffau. Nachdem Gauleiter Sprenger die national- sozialistische Propagandaaktion gegen die Miesmacher und Nörgler am 5. Mai mit der Großkundgebung in Darmstadt eröffnet hatte, sand am Sonntag in Frankfurt a. M. eine Propagandatagung zu dieser Aktion der NSDAP, statt. Die Tagung war von den Kreisleitern und den Kreispropaganda. Ieitern aller 38 Kreise besucht und stand unter der Leitung des Gaupropagandaleiters Pg. Müller- Scheld. Neben feinem Hauptvortrag sprachen der Bezirksleiter der Arbeitsfront, der Landesbauern, führer, der Gaupresiechef und der stellvertretende Propagandaleiter auf der über vier Stunden dauernden Tagung. Oie nächste Aufgabe der NSD. Nach dem Muttertag wird die NSV. ihr« Wohlfahrtsarbeit unter dem Motto „Mutter und Kind" fortführen. Die Arbeit soll einmal die Selbsthilfe der einzelnen Ortsgruppen zugunsten bedürftiger Oie kranke Mutter. Von Gar! Gonrad. Ich entsinne mich noch ganz genau, es war an einem warmen Abend im Sommer, die Fenster standen weit offen, die Temperatur war geradezu drückend. Meine Mutter lag still und bleich in Ihrem Bett. Ihr« Nase war tn den letzten Tagen noch spitzer geworden, und ihre Wangen waren furchtbar eingefallen. Sie hatte die Augen geschlossen und rührte sich nicht. Meine Großmutter saß unten auf dem.Bett und rieb ihr die Füße warm, als glaube sie so das Leben zurückhalten zu können. Das Gesicht der Großmutter war weiß wie Papier und ganz starr. Auch saß sie sehr gerade und aufgereckt da. Mein Großvater lief nebenan in der Küche mit langen Schritten umher. Die Tränen rollten ihm übers Gesicht, und er schluchzte, daß es durch das ganze Haus zu hören war. Vorher, wie der Anfall kam, war er zum Telephon gelaufen, das in dem Gasthaus von Schwenk installiert war, aber der alte Mann war so erregt und verwirrt, daß er kaum ein Wort hervorbringen konnte. Die Wirtin nahm sich seiner an und telephonierte zum Arzt. Nun mußte der Arzt jeden Augenblick kommen. Ich stand unten am Bett meiner Mutter, klammerte meine Händchen um den Knauf des Bett- pfoftens und zog mich empor, um in das Bett hineinsehen zu können. Ich weinte nicht. Warum, das vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Ich entsinne mich nur sehr genau, daß ich nicht weinte. Doch hatte ich furchtbares Herzklopfen. Plötzlich fing ich ganz laut zu beten an: „Lieber ©ott, laß doch bitte, bitte, meine Mutti nicht sterben." Dann ging ich um das Bett herum und flüsterte meiner Mutter ins Ohr: „Mutti, du stirbst nicht. Ich weiß das ganz genau. Ich habe gebetet. Der liebe Gott ist gut." Damit schlich ich mich hinaus und hockte mich unter den Birnbaum, der vor dem Hause stand. Ich saß noch nicht lange dort, als ein Motorrad heranknatterte. Es fuhr mit großer Geschwindigkeit und hielt mit einem Ruck vor unserer Tür. Ich lief auf den Arzt zu, er drückte mir flüchtig die Hand. Ich ging hinter ihm her, durch die Küche, wo der Großvater noch immer weinend umherlief, in das Zimmer meiner Mutter. Es war ein sehr kleines Zimmer mit niedriger Decke. Großmutter zündete das Licht an und blieb dann wie ein Steinbild mitten im Zimmer stehen. Der Arzt war ein blutjunger Mensch mit einer Menge Narben im Gesicht, die mir eine gewaltige Hochachtung einflößten. Er untersuchte lange und eingehend. Dann ließ er sich ein Glas Wasser bringen und hantierte mit verschiedenen silbrig glänzenden Instrumenten. Er machte eine Einspritzung. „Das ist der letzte Versuch", sagte er, richtete sich auf, ging zum Fenster, lehnte sich darein und kreuzte die Arme. Es war totenstill in dem kleinen Zimmer. Plötzlich knirschte draußen der Kies. Ich reckte meinen Kopf über die Fensterbank und sah meinen Vater langsam herankommen. Er hatte sich auf das Telegramm hin sogleich in den nächsten Schnellzug gesetzt. Er hatte keinen Mantel und keinen Koffer bei sich. Dennoch ging er so langsam und müde, Nils habe er eine ungeheure Last zu tragen. Als er durch den Lichtstreifen ging, sah ich, daß sein Gesicht kreideweiß war. So hatte ich meinen Vater noch nie gesehen. Wie er ins Zimmer trat, bewegten sich feine Lippen, als ob er etwas jagen wollte. Es war aber kein Laut zu hören. Der Arzt hatte sich wieder über meine Mutter gebeugt und horchte mit einem Rohr an ihrem Herzen. Es dauerte endlos lange. Schließlich richtete er sich auf, die Arme hingen ihm schlaff herunter, und sagte ganz unvermittelt mit einem kleinen, hilflosen Lächeln: „Tot". Für einen Augenblick rührte sich nichts im Zimmer. Dann ging mein Vater langsam zu dem Bett und sank am Kopfende nieder. Er nahm den Kopf meiner Mutter zwischen seine großen Hände und küßte fortwährend ihren Mund. Nebenan in der Küche war es gleichfalls still geworden. Ich dachte: „Jetzt ist Großvater in den Wald gegangen". Plötzlich zog sich mir die Kehle zusammen, und ich fing an, laut und jämmerlich zu weinen. In diesem Moment sprang mein Vater auf, riß den Arzt am Arm zu sich her und deutete mit der Hand auf die Augen meiner Mutter. Wir starrten alle dorthin, es war kein Zweifel: die Augen meiner Mutter bewegten sich. Der Arzt hielt wieder fein Rohr an das Herz meiner Mutter. Dann rieb er sich vor Freude die Hände. Und ich eilte in den Wald, meinen Großvater zu suchen. Ich rief nach allen Seiten durch die hohle Hand: „Huhu!", bekam aber feine Antwort außer einem halben Echo. Als ich dahinlief, blickte ich von ungefähr seitwärts und sah meinen Großvater auf einem Baumstumpf sitzen. Er weinte nicht mehr, er blickte mich nur mit stumpfen, großen Augen an: „Tot? Nicht wahr? Sag es nur ruhig." — „Nein!", rief ich, „nein Großvater, sie lebt!" Er schüttelte nur traurig den Kopf und sagte: „Lüg nicht, Junge". Dann aber, plötzlich, sprang er auf und lief so schnell den schmalen Feldweg entlang unferm Hause zu, daß ich ihm trotz meiner jungen Beine kaum zu folgen vermochte. »Spione am Werk". Dieser Cine-Allianz-Film, dessen Manuskript nach einer Novelle von Kimmich und Klaren geschrieben wurde, behandelt ein von jeher für den Film bevorzugtes und dankbares Thema. Spionage und Gegenspionage zwischen Oesterreich und Italien milden Zentren in Wien und Rom; der gan^e unendlich komplizierte, mit erstaunlichen Mitteln arbeitend« Apparat des militärischen Nachrichtendienstes; ein« Handlung mit aller kriminalistischen Spannung des Krieges im Dunkel, getragen von einem verwirrenden Tempo, überspringend von einem Schauplatz zum andern, vom Spieler zum Gegenspieler, von Unschuldigen zu Verdächtigen und Halbverdächtigen; dazwischen naturalistische Bilder von der österreichisch-italienischen Front im Hochgebirge und vom Luftkampf; auch eine Liebesgeschichte, wie könnte es anders sein, ist in das vielfältig verspannte und verzweigt« Netz der Beziehungen verflochten; im großen Rahmen gemachte Gesellschaftsszenen und malerische Landschaften fehlen auch nicht. Der Regisseur Gerhard Lamprecht, der seine Fähigkeiten bereits an bedeutenden Aufgaben erproben konnte, hat sich nichts von dem entgehen lassen, was die Vorlage ihm bot. Er arbeitet geschickt, großzügig und intelligent, läßt dem Zuschauer gar nicht Zeit, etwa auftauchende Zwifchenfragen zu stellen (wie sie sich beispielsweise gelegentlich einer sinnreich konstruierten römischen Spieluhr ergeben möchten) und behandelt Bild, Ton und Darstellung mit der gleichen Ruhe und Uebersicht. Außerdem verfügt er über ein Aufgebot hervorragender Schauspieler, die fast alle schon in ähnlich gearteten Stücken mit großem Erfolg eingesetzt wurden: in nicht einmal besonders umfangreichen Rollen sieht man so tüchtige Leute wie Winter st ein, Loos, Otto, Heilinger, D u m ck e und den vor einiger Zeit verstorbenen F a l k e n st e i n. In der weiblichen Haupttolle Brigitte Helm, die sich diesmal ein wenig auf Greta Garbo frisiert hat und im übrigen hier genau das zu spielen hat, was von jeher ihre besondere Stärke war und etwa auf der Mitte zwischen Abenteurerin und großer Dame liegt. Karl Ludwig Diehl, der sich in einer Reihe von Kriminalfilmen schnell nach vorne gespielt hat, und Oskar Ho molka geben konzentriert und scharf umrissen die dramatisch wichtigsten Gestalten. — Der Film erschien gestern zum ersten Mal im neuen Programm des Lichtspielhauses und fand ein sehr aufmerksames Publikum. Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik", Hugo Bermühler Verlag, (Berlin-Lichterfelde). — Der Elch, die größte Hirschart der Erd«, wäre heute ganz aus Deutschland verschwunden, wenn er nicht in Ostpreußen auf der Kurischen Nehrung eine Heimstätte gefunden hätte. Dank den Schutz- und Högemaßnahmen der preußischen Forstverwaltung beträgt der Elchbestand heute wieder über tausend Tiere und gilt als der beste in Europa. In neuester Zeit ist es der Tatkraft des obersten Schirmherrn der deutschen Jagd, Hermann Göring, zu danken, daß auch in anderen Teilen des Reiches Elchschutzgebiete entstehen. Hierüber berichtet in seinem längeren Beitrag „Elche in Deutschland", der mit vielen prächtigen Bildern geschmückt ist, der Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, Dr. Lutz Heck. Dr. N. Peters vom Zoologischen Museum in Hamburg gibt eine beachtenswerte Darstellung von den „Ergebnissen neuester Forschungen über di« chinesische Wollhandkrabbe in Deutschland". Im Anschluß an seinen Bericht im Aprilheft erzählt Volkmar Graumüller von den „Ergebnissen siebenjähriger Beobachtungen des Wanderfalken", insbesondere von der Aufzucht der Jungen, an Hand schöner Naturaufnahmen. Dipl.- Ingenieur Wolf Dietrich erläutert in einem reich- bebilderten Aufsatz die technischen Einzelheiten beim „Bau des Riefenluftschiffes L Z 129". Ferner seien von anderen beachtlichen Beiträgen noch die Titel genannt: „Natürliche und künstliche Hypnosezustände bei Tieren", „Die Klimaabhängigkeit der fettliefernden Pflanzen", „Kropf und Jod", „Wachstumsbeein- fluffung durch Hormoneinspritzungen", „Das Elek- tronenmikroskop". Das vorliegende Heft mit feinen wertvollen Beiträgen und zahlreichen prächtigen Abbildungen legt wieder ein gutes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit des „Naturforscher" ab. Die Zeitschrift kann jedem Natur- und Heimatfreund warm empfohlen werden. Sochschulnachnchten. Der langjährige Oberassistent des Marburger zahnärztlichen Instituts, Privatdozent Dr. Hans Fliege, hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehr- stuhl für Zahnheilkunde an der Universität Marburg erhalten und angenommen. Mütter und Kinder beleben. Das weitere Ziel ist die Werbung von Freipflegestellen von bedürftigen Stadtkindern auf dem Land. Damit sich dabei gewisse unliebsame Erfahrungen des Vorjahres nicht wiederholen, ist dafür Sorge getragen, daß die Kinder unter erfahrener Aufsicht stehen und notwendigenfalls auch nach Hause zurückgebracht werden. Aber nicht nur Stadtkinder sollen auss Land. Um die Volksverbundenheit zu stärken, wird die NSV. auch in den Vorstädten Pflegestellen für bedürftige L-andkinder werben. Bemerkt sei hier, daß von Hessen-Nassau aus im Juni 900 Ferienkinder nach Oberschlesien fahren werden. Eine weitere Aufgabe der NSV. wird, wie schon berichtet, in Zukunft die Schadenverhütung sein. Die Erfahrungen der Reichsverkehrswoche von 1932, die ein so überaus günstiges Ergebnis aufwies, wird man sich hier zu eigen machen. Schon in der nächsten Zeit wird auf allen Sonderqebieten die Werbung für Schadenverhütung einsetzen. Pfundpäckchensammlung der TlSV. Ortsgruppe Gießen Ost. Dienstag, 15. Mai, sammeln Mitglieder der NS.- Frauenschaft Lebensmittel in Pfundpäckchen. Es wird gebeten, die Spenden zum Abholen bereitzuhalten und den Inhalt der Päckchen durch Aufschrift kenntlich zu machen. Heil Hitler! Schneider, Ortsgruppenamtsleiter. IlGLB., Abteilung Höhere Schule. Fachschaft für Deutsch. Die erste Sitzung findet am Mittwoch, 16. Mai, um 16 Uhr in der Oberrealschule statt. Dr. Kiefer, Fachschaftsleiter. Siegerehrung zum Reichsberuss- wettkampf der deutschen Jugend. Der Bann 116 der Hitler-Jugend veranstaltet am Donnerstag, 17 Mai, 20.30 Uhr, im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße, in feierlicher Weise die Siegerehrung und Verteilung der Ehrenpreise zum Reichsberufsweltkampf. An die erfolgreichen Kämpfer aller Berufs- gruppen werden etwa 80 Ehrenpreise zur Verteilung kommen. Der Musikzug und die Singschar der Hitler- Jugend wirken bei dieser Veranstaltung mit. Alle Teilnehmer am Reichsberufswellkampf, alle deutschen Volksgenossen laden wir zu dieser Veranstaltung ein. (Eintritt frei.) Die Teilnehmer der Hitler-Jugend am Reichsberufswettkampf treten am 17. Mai, 20 Uhr, im Hofe des Hauses der Deutschen Arbeitsfront in vorschriftsmäßiger Uniform an. Die betr. Hitlerjungen find an diesem Abend vom Dienst in ihren HJ.- Einheiten befreit. Der Führer des Bannes 116: Alfred Häuser. Der Leiter der Abteilung III, Soz. Amt: Heinz Becker. Stamm I Welfen, Gießen feiert den Geburtstag des Reichsjugendführers. Am vergangenen Mittwoch feierten die Jungen des Stammes Welfen auf eigene Art den Geburtstag des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach. Das schlechte Wetter verachtend, zogen die einzelnen Fähnlein am Abend hinaus vor die Tore der Stadt und gedachten am lohenden Feuer ihres Oührers. Mit kurzen, kernigen Worten hoben die ähnleinsführer feine Arbeit, ihre Bedeutung für Staat und Jugend sowie seine Persönlichkeit hervor. Nach der Feier gingen die Jungen in die Nacht hinaus auf Fahrt. Am folgenden Tage wurde das Ausharren der Jungen mit lachendem Sonnenschein belohnt. Sie verbrachten den aanzen Tag mit fröhlichem Lagerleben. Lieder, Lagerspiele und Geländeübungen lösten einander ab. Den Höhepunkt des Tages bildete das Treffen der Fähnlein an der Daubrmger Linde, wo gegen Abend der ganze Stamm versammelt war. Mit anbrechender Dunkelheit waren die Jungen nach Hause zurückgekehrt. H. Platzkonzert der SA.-Reserve-Kapelle. Am gestrigen Sonntag von 11 bis 12 Uhr bereitete die SA.-Reserve-Kapelle des Sturmbanns R. 1/116 unter ihrem Leiter Musikzugführer Herrmann, durch ein Platzkonzert in den Anlagen an der Ecke Plockstraße/Johannesstraße einer großen Zuhörermenge wieder einen schönen künstlerischen Genuß. Immer wieder kann man die Feststellung machen, daß die Kapelle ihr künstlerisches Können in eifrigster Weise und mit gutem Erfolg zu steigern bestrebt ist. Dabei ist der Erfolg sowohl in der Wiedergaoe unserer schönen deutschen Marschmusik, wie auch in der Darbietung der Kompositionen unserer klassischen Tonkünstler gleich groß. Die prächtigen Leistungen des ausgezeichneten Klangkörpers veranlaßten auch gestern wieder die Zuhörer mit Recht zu lebhaften Beifallskundgebungen. Die Kapelle und ihr Leiter H e r r - mann haben mit diesem Konzert unserer Bürgerschaft wiederum eine köstliche Bereicherung geboten. Zahresfest der evangelischen Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen. Vom schönsten Wetter begünstigt, feierten am gestrigen Sonntag die Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen in unserer Stadt ihr diesjähriges Jahresfest. An dem Fest nahmen 14 gemischte Chöre und 5 Frauenchöre mit rd. 800 Sängerinnen und Sängern teil. Der von ev. Gemeindegliedern aus unserer Stadt und den umliegenden Dörfern außerordentlich stark besuchte Festgottesdienst wurde auf der Waldbühne abgehalten. Die Festpredigt hielt Pfarrer Trapp von der Petrusaemeinde. Die große Nachoersammlung wurde im Saale der Sie- bigshöhe gehalten. Pfarrer S t a u b a ch (Watzenborn-Steinberg), Dekan G u ß m a n n (Lollar-Kirchberg) und Pfarrer A u s f e l d (Gießen) hielten Ansprachen. Dann traten die Dekanatsvereine zum Einzelsingen an, das nahezu drei Stunden dauerte. Pfarrer S t a u b a ch, der Vertrauensmann der Kirchengesangvereine, sprach das Schlußwort. Zum guten Gelingen des schön verlaufenen Festes hatte der Posaunenchor Klein-Linden besonders beigetragen. Wir werden über die Veranstaltung noch näher berichten. Fortbildungskurs»«! für Aerzte. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet in der Woche vom 14. bis einschl. 20.Oktober 1934 für pra k - tische Aerzte einen allgemeinen Fortbild u n g s k u r s u s. Am Mittwoch findet ein mit Vorträgen bzw. Demonstrationen verbundener Ausflug nach Bad-Nauheim statt. Zur Deckung der Unkosten wird von jedem Teilnehmer der Betrag von 10 Mark erhoben: weitere Unkosten entstehen nicht. Prospekte und Anfragen durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut Gießen, Klinik- strahe 32g. Daten für Nwntag, 14. Mai' 1686: der Physiker Gabriel Daniel Fahrenheit in Danzig geboren (gestorben 1736). — 1752: Albrecht Thaer, der Begründer der rationellen Landwirtschaft, in Celle geboren (gestorben 1828). — 1906: der deutsch-amerikanische Staatsmann Karl Schurz in Newyork gestorben (geboren 1829). — 1912: der schwedische Dichter August Strindberg in Stockholm gestorben (geboren 1849). Vornonzeu. — Tageskalender für Montag. Stadttheater, 16- bis 18.30 Uhr, „Katte" (Schüler-Dor- «. — NS.-Frauenschait Gießen-Mitte, 20 >sä Leib, Deutscher Abend. — Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.15 Uhr, „Zum Gambrinus", Zelle 1, Vortrag von Bannführer der Hitlerjugend Pg. Häuser über den Kampf der HI. — NS.-Hago, Ortsgruppe Süd, 20 Uhr, „Hindenburg", Mitglie- der-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spione am Werk". — Männer- und Frauenoer- einigung der Matthäusgemeinde, 20 Uhr, Saal der Matthäus-Gemeinde, Hauptversammlung. — OSC., 20.30 Uhr, „Krokodil", Mitgliederversammlung. — Stadttheater Gießen. Im Spielplan der „Oberhessischen Kulturwoche" kommt heute von 16 bis 18,30 Uhr als Schülervorstellung das vaterländische Schauspiel „Katte" von Hermann Burte zur Aufführung. — Orgelkonzert in der Stadtkirche. Das Programm, das Martin Günther Förste- mann in feinem morgigen Orgelkonzert in der Stadtkirche spielt, enthält neben zwei hervorragenden Werken von Dietrich Buxtehude Back's G-Dur Phantasie mit ihrem großartigen fünfstimmigen Mittelsatz, einige Orgelchoräle und die Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur. Dieses Werk ist durch seine inhaltliche und formale Gegensätzlichkeit besonders interessant und reizvoll. Den Schluß des auserlesenen Programms bildet Max Regers gewaltige Phantasie und Fuge über Bach. ♦ ** Von d e r Universität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor an unserer Universität Dr. Helmuth Bohenkamp hat einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für innere Medizin der Universität Freiburg i. Br. zum 1. Oktober 1934 erhalten. — Der ordentliche Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie an unserer Universität Dr. Wilhelm I. Schmidt wurde in Anerkennung seiner ausgezeichneten Arbeiten auf verschiedenen Gebieten der Zoologie und insbesondere seiner führenden Arbeiten auf dem Gebiete der submikroskopischen Feinkonstruktur tierischer Gewebe von der Kaiserlich-Leopoldlnisch-EaroNnischen Deutschen Akademie, der Naturforscher (zu Halle) zum Mitglied ernannt. — Wie das Personalamt der Hessischen Regierung bekanntgibt, erfolgte die seinerzeitige Ruhestandsversetzung des Bürodirektors an der Landesuniversität Gießen Wilhelm Erle unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten langjährigen treuen Dienste und in besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns. ♦♦ Di e feierliche Eröffnung des Sommersemefter s 1934 an unserer Universität findet am morgigen Dienstag, 20.30 Uhr, mit einer Feier in der Neuen Aula statt. Bei dieser Feier werden Se. Magnifizenz der Rektor Pros. D. Bornkamm und der Führer der Studentenschaft, cand. jur. Adam, Ansprachen halten. ** Sonntagsrückfahrkarten zur Oder- hessischen Kulturwoche in Gießen, die vom 13. bis 20. Mai stattfindet, werden vom 14. bis 16. Mai von 12 bis 24 Uhr auf den Bahnhöfen Bad-Nauheim, Borsdorf, Braunfels-Oberndorf, Burgsolms, Butzbach, Dillenburg, Ehrinas- hausen (Krs. Wetzlar), Friedelhausen, Fronhaufen (Lahn), Garbenteich, Großen-Buseck, Grohen-Lin- den, Grünberg, Herborn, Hungen, Kirch-Göns, Lang-Göns, Langsdorf, Lich, Lollar, Nidda, Niederwalgern, Ober-Widdersheim, Reiskirchen, Schiffenberg, Trais-Horloff, Weilburg und Wetzlar ausgegeben. *♦ Das Fundfachen-Verzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingefeben werden. Die Empfangs- I berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro I während der Dieststunden geltend zu machen. Mrestagung der Gießener Hochschulgesellschast. Am Samstagnachmittag fand im Universitätsgebäude die diesjährige Tagung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) unter Leitung von Dr. h. c. Meesmann statt. Oie Hauptversammlung im Anschluß an die Sitzung des Verwaltungsrates brachte zunächst den Jahresbericht des Vorstandes. In dem Bericht wurde einleitend des schweren Verlustes gedacht, den die Hochschulgesellschaft durch das Ausscheiden des Provinzialdirektors i. R. Dr. n. c. Graef aus feinem Amte als Vorsitzender der Gesellschaft erfahren habe. Provinzial- oireftor Dr. Graes gehörte seit 1925 dem Vorstand an und war vom gleichen Zeitpunkt an bis zu seinem Wegzug im April d. I. Vorsitzender der Gesellschaft. Wie er sich als erster Derwaltungs- beamter der Provinz durch die volle Hingabe an seinen Beruf, durch seine große Sachkenntnis, seinen klaren Verstand, seine Unparteilichkeit und sein allen Bevölkerungskreisen entgegengebrachtes Wohlwollen, aber auch durch seine aufrechte Gesinnung und Haltung das Vertrauen und die Zuneigung aller Angehörigen der Provinz erworben habe, so habe er durch die gleichen Eigenschaften auch in der Hochschulgesellschaft allgemeine Hochachtung und Verehrung genossen. Er habe den Aufgaben der Gesellschaft stets feine lebhafte Teilnahme gewidmet und sich jederzeit mit warmem Herzen für die Universität, ihre Bedürfnisse und Wünsche eingesetzt. Die Universität habe ihn durch die Verleihung des Ehrendoktors der Rechte ausgezeichnet. Der Verwaltungsrat der Hochschulgesellschaft habe einstimmig beschlossen,ihn zum Ehrenmitglied der Hochschulgesellschaft zu ernennen. Weiter habe der Verwaltungsrat den einstimmigen Beschluß gefaßt, dem Begründer der Hochschul- gefellschaft, Geheimerat Prof. Dr. B e h a g h e l, ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft der Hochschulgesellschaft zu verleihen. Ferner wurde in dem Bericht u. a. mitgeteilt, daß der Vorstand und der Verwaltungsrat erwogen hätten, ob nicht den Zeitverhältnissen durch Veränderungen im Aufbau der Gesellschaft, besonders durch Verkleinerung von Vorstand und Verwaltungsrat, Rechnung getragen werden sollte. Sie seien dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß, da den Forderungen auf Gleichschaltung und Anwendung des Führergrundsatzes tatsächlich bereits Rechnung getragen sei, auch die Forderung auf Verkleinerung von Vorstand und Verwaltungsrat auf dem Wege der Nichtbesetzung freier Stellen ihre Berücksichtigung finde, die Frage zur Zeit also nicht dringlich sei. Im Hinblick darauf, daß eine vollständige Neuordnung des Vereinsrechts bevorstehe, hätten Vorstand und Verwaltungsrat es für zweckmäßig gehalten, bis dahin eine förmliche Aende- rung der Satzung zurückzustellen. Die noch immer schwierige Wirtschaftslage habe sich auch bei der Hochschulgesellschaft im Jahre 1933 empfindlich ausgewirkt. Dadurch sei es erklärlich, daß die Einnahmen und die Mitgliederzahl einen weiteren Rückgang erfahren hätten. Ende 1933 gehörten der Hochschulgesellschaft 549 Mitglieder an. Die Einnahme aus Beiträgen im Jahre 1933 belief sich auf 7451,80 Mk. Trotz der Ungunst der Verhältnisse sei aber keine Veranlassung gegeben, die Flinte ins Korn zu werfen. Da der Staat auch heute noch die Stätten der Wissenschaft nicht so unterstützen könne, wie es notwendig sei, erscheine es doppelt nötig, die private Förderung der Wissenschaft fortzusetzen. Wenn die wirtschaftliche Lage es dem Einzelnen nicht mehr gestatte, größere Beträge aufzubringen, so müsse versucht werden, diese Schwäche durch eine größere Zahl von Mitgliedern mit kleinen Beiträgen auszugleichen. Ansätze zur Gewinnung neuer Mitglieder seien vor- Lind nun, Ellen? Vornan von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-TÜrme-Verlag, Halle (S.) 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ellen fühlte plötzlick mit auffteigenber Angst, wie Holm dem Gespräch sofort eine bestimmte Richtung gab. Sie erhob sich, gleichsam andeutend, daß sie Die Unterhaltung abzubrechen wünsche. Doch Holm vertrat ihr den Weg. „Sie wollen mich nicht verstehen, Fräulein Ehlers. Kurz gesagt, ich liebe Sie — begreifen Sie denn das nid)t?y' Seine Lippen kamen ihr erschreckend entgegen. Brutalität stand in diesem Augenblick in dem Männergesicht, die sie entsetzte. Angst! Angst!! Schon griffen die starken, muskulösen Arme nach ihr. Es half nichts, daß sie sich wehrte. „Muttchen! Muttchen!!^ Doch der Schrei erstickte. „Ruhig! Ach, ich bin wohl fein Fabrikbesitzer — wie?" Schon neigte sich sein Mund über den ihren — da riß sie sich empor mit letzter Kraft und riß den Mann zurück, daß er beinah taumelte. Rief, schrie ... Da ertönte vom Zimmer her die fragende Stimme der Mutter. Holm gab sie frei. „Ich schaffe es schon. Du wärest wahrhaftig die erste!" Damit schritt er pfeifend durch den Garten auf seinen Wagen zu, der vor der Tür hielt. Dann summte der Motor... Sich noch immer vor Grauen und Angst schüttelnd, stand Ellen am Bett der Mutter. Tränen bahnten sich gewaltsam einen Weg. Doch sie bezwang sich. „Kind, was ist denn nur? Frau Ehlers umschlang die Weinende. Ach, ich war ja so erschrocken. Herr Holm kam so ganz leise — so unvermutet..." „Aber Herzchen!" Frau Ehlers beruhigte sich. „Geh jetzt schlafen, du bist übernervös. Doch gut, daß du einmal gewaltsam ausspannen muht." Ellen hatte sich mit aller Gewalt beherrscht. Doch nebenan in ihrer kleinen Kammer schluchzte sie unaufhörlich in die weißen Kissen. Aber es war nicht allein zornige Scham über Ernst Holms gemeine Handlungsweise, sondern ihre Tränen waren auch Tränen der Sehnsucht nach dem einen, den ihr Herz nicht vergessen konnte. Niemals. Die letzten zwei Tage wohnte Ernst Holm im Hotel, um sich dann nach Dienstschluß an der Seite von Friedel Müller auffällig im Nebengarten zu zeigen. Er wußte ja, was er wollte. Viertes Kapitel. In den Büroräumen der Siedlungsgesellschaft herrschte ein starker Andrang. (Ellen Ehlers war die Zwölfte der Wartenden. Ein feuchter Dunst von nassen Kleidern lag in dem Raume und erschwerte das Atemholen. Endlich. Eine Kontoristin bat Ellen einzutreten, und dann stand sie einem Herrn in mittleren Jahren gegenüber. „Worum handelt es sich, gnädiges Fräulein?" „Herr Baurat...", Ellen stockte, und als ob sie einen kleinen Anlauf nehmen müßte, vollendete sie hastig: „Wir werden in diesem Monat die Zinsen nicht mehr aufbringen können. Ich bin stellungslos geworden." „Sie haben doch vermietet?" Die Frage kam achlich, geschäftsmäßig. „Nicht mehr. Der Herr zog aus." Ja, wenn Sie in diesem Monat nicht zahlen Tonnen... Nächsten Monat werden Sie auch noch tellungslos fein. Stundung kann aber nur noch auf einen Monat gewährt werden. Bedauerlich Ellens Augen weiteten sich in jäher Angst, und so hilfesuchend war der Blick dieser schönen, reinen Mädchenaugen, daß der harte Berufsmensch etwas wie Mitleid empfand. „Ich darf es höchstens auf einen Monat, Fräulein Ehlers..." Fast leise fielen die Worte. „Einen Monat? Oh, das ist wenig, wenn die Gewißheit dahintersteht, dann von Gruno und Boden zu müssen. War doch Heimat geworden." Ganz zu sich selber sagte Ellen die letzten Worte. Tränen durchzitterten ihre Stimme. „Gibt es denn gar keinen Ausweg, gnädiges Fräulein? Könnten Sie nicht wenigstens eine Aus- bilfsftellung finden?" Ehrliche Sorge klang jetzt plötzlich aus Den Worten. „Mutter ist seit Wochen schwer krank — ich kann nicht weg. Selbst wenn sich die Möglichkeit böte." Ihr ganzes, hoffnungsloses Schicksal lag in den wenigen Worten. Der Baurat zögerte einen Augenblick. Es gab keine Ausnahmen. Die Gesellschaft handelte nach ihren genau festgelegten Prinzipien. Vielleicht war es falsch, aber er brachte es nicht über sich, dem Mädchen jetzt eine kraß ablehnende Antwort zu geben. „Ich werde versuchen... sagte er mühsam. „Kommen Sie in einigen Tagen wieder." Zwei Tage später erhielt Ellen schon die Antwort, die sie mit Furcht erwartet hatte, als sie vorstellig wurde. „Die Gesellschaft mußte Stundung ablehnen, da eine ^Sicherheit für pünktliche Rückzahlung nicht In Ellen Ehlers' Gesicht wechselten Entsetzen und Scham. „Wir sind nicht mehr sicher? Nicht mehr ehrlich genug. Haben wir nicht Anteil an dem Hause? Es war Vaters letztes Vermögen, Herr Baurat." Der Mann wappnete sich mit aller Härte, die seine Tätigkeit von ihm verlangte. Unzählige solcher Schicksale erlebte er jeden Tag. „Ich bebaure aufs tiefste. Aber bei eventueller Versteigerung oder Verkauf kommt Ihr Anteil heute nicht mehr heraus." „So find wir mittellos? Ganz mittellos?" Ein Achselzucken. Wie durch einen Schleier sah Ellen alles um sich: den Mann, die Angestellten, das ganze Büro... Dann stand sie draußen auf der Straße und fühlte nicht wie warme Tränen unaufhörlich über ihre Wangen riefelten. Sie zählte mit zitternden Fingern den Inhalt ihrer kleinen Geldbörse. Konnte sie mit der Straßenbahn bis zur Endhaltestelle fahren? Dann hätte sie nur noch zwanzig Minuten Weg. So eine reichliche Stunde. Oder sollte sie zur Chemie-AG. hinausfahren? „Lieber Gott, mach, daß ich nicht betteln muß! Hilf doch! Du kannst ja helfen!" An einer Zeitungsfiliale der Vorstadt blieb sie stehen, sah sich fremd und verlassen in einer Welt um, in der niemand mehr für sie lebte als eine kranke, todkranke Mutter und die Erinnerung an einen Menschen, der gebunden war an einen anderen. Langsam ging sie weiter. Immer schleppender wurden ihre Schritte. Der Weg in dieser Sonnen- Mittagsglut war Qual. Sie streifte gedankenlos die kleine Kappe von den Locken und versuchte, einen Schritt zuzulegen. Mein Gott, wie schwach sie war! Freilich, das Essen daheim war spärlich. Sie hatte ja von ihrem Gehalt nie Ersparnisse machen können. Die Mutter brauchte es daheim, und der Rest war für die Zinsen draufgegangen, seit Holm ausgezogen war. Nach einer Stunde stand sie kurzatmig am Bett der Mutter, deren glanzlos müde Augen ihr in banger Erwartung entgegensahen. „Stunden sie, Ellen?" „Ja — Mutter — ja — sie stunden uns." Da war die Lüge heraus. Das blasse kleine Gesicht entspannte sich merklich. Behutsam tupfte ihr Ellen die Schweißtropfen von der Stirn. „Und das Essen, Ellen?" kam es schwach. „Gleich mache ich es fertig, Muttchen. Gleich..." Ellen krampfte die Hänoe. Die Speisekammer war schon lange leer. Was sollte sie der Kranken geben? Kartoffeln, wie schon jeden Tag. Salat, den der Garten noch hergab. Es würgte im Munde. Aus allen Ecken des einst so traulichen kleinen Hauses gierten jetzt die Gespenster Hunger und Elend. Vom'Nachbargarten herüber klang manchmal am Abend Ernst Holms laute, zynische Stimme in gewollter Lustigkeit. „Es hätte anders fein können — es hätte anders fein können... Ich bin schuld, daß die Mutter mir immer schwächer und schwächer wird. Ich bin schuld... Warum habe ich es nicht gekonnt?" Immer wieder quälte sich Ellen. Spätabends sank sie auf ihr Bett zu kurzem, unruhigem Schlaf, aber immer wieder schreckte sie die Angst um die arme Kranke auf, und oft schlich sie sich auf den Zehenspitzen zu dem Bett der Mutter und lauschte schmerzzerrissen auf die matten Atemzüge. Fünftes Kapitel. An einem der nächsten Abende geschah etwas Ueberraschendes. Sicher und selbstbewußt, als sei er niemals fort gewesen, schritt Ernst Holm durch die kleine Gartenpforte. Ellen erhob sich mühsam und ging ihm entgegen. Ihr Gesicht war schmal geworden und von einer unheimlichen Blässe. Aus ihren Augen schauten die Sorgen und die vielen durchweinten, schlaflosen Nächte. „Sie wünschen, Herr Holm?" „Ich komme als Interessent für Ihr Grundstück, Fräulein Ehlers. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu erklären, daß es die Stätte einstiger Hoffnung für mich ist." Ein scheuer Blick. Die blassen Mädchenlippen zuckten. „Sie wissen, Herr Holm?" „Ja, ich weiß, daß Sie das Grundstück nicht mehr halten können. Ahnte es schon damals. Aber Sie schlugen ja alle Erwägungen der Vernunft in den Wind." „Vernunft?" Das Wort hing sekundenlang als zitternde, unbegreifliche Frage in der Luft. „Natürlich Vernunft. Liebe ohne Kontrolle der Vernunft, ohne Verstandesdirektion i[t weltfremde Idealität, deren Bedeutungslosigkeit für das Leben Sie noch kennenlernen werden. Doch wozu halte ich Ihnen einen Vortrag? Sie kennen meine Meinung, die auch heute noch gilt." Er sah das schone, blonde Mädchen mit heißen, begehrlichen Blicken an. Alles in allem das ganze Gegenteil von Friedel Müller. Reizvoller als je schien sie ihm in ihrer hilflosen Aengstlichkeit. Statt auf die kühnen Andeutungen Holms einzugehen, fragte Ellen sachlich, mit dünner Stimme: „Sie erfuhren es durch die Siedlungsgesellschaft?" „Ja und nein! Ihr Grundstück wird von der Gesellschaft bereits in der Zeitung als zum Kauf stehend angeboten. Was foroern Sie?" Als ständen ihm Milliarden zur Verfügung, zückte Holm Scheckbuch und Füllfederhalter. Gesten — Gesten — wie alles an diesem Menschen!, dachte Ellen. „Das Grundstück kostete uns fünftausend Mark." „Zweitausend sind Hypotheken von der Gesellschaft drauf", kam es trocken von Holm zurück. „Ja." Ellen fühlte eine unsagbare Mattigkeit. Es war eine Pein für sie, ausgerechnet mit diesem Mann verhandeln zu müssen, den sie am liebsten die Tür gewiesen hätte. Fortsetzung folgt. Händen; der Vorstand werde seine Bemühungen nach dieser Richtung hin fortsetzen und bitte die Mitglieder, ihn darin zu unterstützen. Als erfreu» liches Ergebnis sei zu begrüßen, daß die seither selbständige „Vereinigung der Freunde des Seminars für ländliches Genossenschaftswesen" beim Landwirtschaftlichen Institut der Universität die Absicht ausgesprochen habe, sich eng an die Hoch- schulgesellschaft anzuschließen. Zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke wurden von der Hochschulgesellschaft im Jahre 1933 insgesamt wieder 5 090,65 Mk. aufgewandt. Im ganzen habe die Hochschulgefellschaft feit ihrem Bestehen von 1924 bis 1930 einschließlich rund 150 000 Mk. zur Förderung der Universität Gießen, ihrer Institute und für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stellen können. Außerdem habe die Gesellschaft die Bestrebunaen der Regierung auf Einrichtung von Kameradschaftsheimen dadurch unterstützt, daß sie der Studentenhilfe für diesen Zweck einen Beitrag von 1000 Mk. leistete und ihr ferner einen Kredit von 9000 Mk. vermittelte. Das Gesamtvermögen der Hochschulgesellschaft habe sich von 35 800,45 Mk. am 31. Dezember 1932 durch Besserung der Kurse ihrer Wertpapiere um 7 748,40 Mark auf 43 548,85 Mk. am 31. Dezember 1933 erhöht. Zum Schluffe wurde allen Helfern der Hochschulgesellschaft Dank ausgesprochen und betont, daß die Gesellschaft allen Bemühungen der Regierung zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes mit allen Kräften zur Verfügung stehe. Se. Magnifizenz der Rektor Pros. D. Born- kämm brachte hierauf >den herzlichen Dank der Universität für die Hilfe der Hochschulgesellschaft zum Ausdruck. Dem Vorstand und dem Verwaltungsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Bei den Wahlen wurde Dr. h. c. Meesmann (Gießen) einstimmig zum Vorsitzenden der Hoch- ichulgesellschast gewählt, weiterhin wählte die Versammlung einstimmig den langjährigen Schriftführer Prof. Dr. Bötticher ebenfalls in den Vorstand. Die turnusmäßig aus dem Derwallungsrat aus- scheidenden Mitglieder Assessor Kippenberger und Fabrikant S ch u ch a r d t wurden einstimmig wiedergewählt. Die Festsitzung. Im Großen Hörsaal, der bis auf den letzten Platz besetzt war, fand anschließend die übliche Festsitzung statt. Der Vorsitzende, Dr. h. c. Meesmann, machte der Festversammlung zunächst die Mitteilung, daß die Herren Provinzialdirektor i. R. Dr. h. c. Graes und Geheimerat Pros. Dr. Betz a g h e l durch einstimmigen Beschluß der Hauptversammlung zu Ehrenmitgliedern der Hochschulgesellschast ernannt worden seien. Die Ehrung wurde von der Festversammlung mit großem Beifall ausgenommen. Sodann leitete das collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitätsmusikdirektors Pros. Dr. Temesvary die Darbietungen mit der wunderbaren Wiedergabe des Beethoven- Rondo ein. Hieraus hielt Prof. Dr. Hans Naumann (Bonn) den Festvortrag über das Thema „Tacitus und die Germane n". In außerordentlich eindrucksvoller Weife, mit glänzender Beredsamkeit, in geradezu dichterischer Sprache fesselte der Vortragende die Versammlung in höchster Weise. Er schilderte in lebendigen Bildern die Berichte des Tacitus über Germanien, betonte die Glaubwürdigkeit dieser Berichte, wobei natürlich zu beachten sei, dqß Tacitus allerdings nicht speziell von dem heutigen, damals noch nicht bestehenden Deutschland gesprochen habe, sondern das alte Germanien im Auge hatte. Weien und Charakter der Landschaft und ihrer Menschen seien von Tacitus nach den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung richtig geschildert. Der Festvortrag wurde von der Versammlung mit langanhaltendem star- ken Beifall aufgenommen, der dem Vortragenden für seine köstliche geistige Gabe den gebührenden warmen Dank darbrachte. Nach Dankesworten des Vorsitzenden an Prof. Naumann, an das collegium musicum und feinen Leiter Prof. Dr. Temesvary brachte das collegium musicum zum Schluffe noch das Beetho- ven-Menuett prächtig zum Vortrag. Der Architekt im nationalsozialistischen Staat. Bei >dem jüngsten Schulungsabend des KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure) hielt Architekt Völker (Gießen) einen Vortrag über das Thema „D e r Architekt im nationalsozialistischen Staat". Der Redner gab zunächst einen Rückblick auf die Zeit des Weimarer Systems und auf den politischen und wirtschaftlichen Trümmerhaufen, den jene Zeit dem nationalsozialistischen Deutschland hinterlassen hat. Er betonte sodann, daß der Nationalsozialismus sich bewußt nicht mit einer langatmigen Betrachtung jener Dinge aufgetzalten habe, sondern in klarer und nüchterner Erkenntnis der Irrtümer vergangener Jahrzehnte nach der Machtübernahme zum sorfortigen Handeln geschritten fei. Ls sei eine der unnachahmlichsten Leistungen, daß die nationalsozialistische Staatsführung das deutsche Volk im Augenblick seines tiefsten Zusammenbruches mit so gewaltigen Aufbau- energlen geladen habe. Neben der politischen Vorbereitung der Aufbauarbeit von langer Hand her fei für die wirtschaftlichen Aufgaben und in diesem Rahmen auch für die Bouwirtschaft innerlich alles schon längst vorbereitet und herangereift gewesen Aur neuen auf- bauenben Tat, als der» Nationalsozialismus die Macht im Staate übernahm. Weiter sagte der Redner u. a.: Wenn wir uns heute mit den Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten durch die Bau - wirtschaft befassen, so müssen wir das tun vom Standpunkt des nationalsozialistischen Menschen aus, d. h. wir müssen einen ganz nüchternen, klan W i r k l i ch k e i t s s i n n, der die Schwierigkeiten der Ausgaben voll erfaßt, verbinden mit einem ganz elementaren, lebensbejahenden Optimismus und mit dem Willen, das erreichen zu wollen, was uns als notwendig vorschwebt, sei es auch in großem Ausmaß erst in Jahrzehnten, oder in Jahrhunderten, zum Aufbau eines anderen, glücklicheren Volkes, als es das jetzt lebende ist. Nach einem Rückblick auf die Entwicklung in Deutschland von 1871 bis in die Gegenwart hinein unter besonderer Berücksichtigung der städtebaulichen Gesichtspunkte und der Bauwirtschaft überhaupt,, wie auch der Auswirkungen nach allen Richtungen des Volkslebens hin, fuhr der Redner u. a. wie folgt fort: Unser Städtebau war jahrzehntelang der Ausdruck einer Lebensanfchauung, bei der der persönliche, d. h. finanzielle Vorteil ausschlaggebend war. Wir stehen heute vor der Tatsache, daß die Städte in jener Form vorhanden sind, daß sich in einem jahrzehntelangen Drauflosbauen ein Bauhandwerk und eine Bauindustrie entwickelt hat, die zu den Haupttebensadcrn unserer ganzen Wirtschaft geworben sind, daß die Stadtentwicklung zum Stillstand gekommen, ja meist eine rückläufige geworden ist, daß wir durch den Krieg und die noch viel verhängnisvolleren Nachkriegsjahre einen Geburtenrückgang bekommen haben, dessen ganze Auswir- kung uns erst noch bevorstcht, daß durch die Inflation unser Privatkapital zum größten Teil ver- ,lichtet ist, daß wir auf unserem Lebensraum eingeengter leben denn je und daß durch die Jndu- ftrkrüfierung dec ganzen Welt eine Exportblüte wie früher nie mehr möglich ist. Unter diesen gegebenen Tatsachen müssen wir unsere Zukunftsaufgaben entwickeln. Daß wir dabei nur mit einem ungemein durchdachten und zielbe- wußten Vorgehen, mfl einem Aufbau aus den nächsten und durch die Kapitalnot bescheidensten Aufgaben stufenweise von Jahr zu Jahr, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt vorwärts kommen können, ist selbstverständlich. Wir wissen, daß die Städteplanung. durch die Landesplanung ergänzt werden muß, daß die Rückwanderung st endenz von der Stadt aufs Land in die richtigen Bahnen zu lei- ten ist. Ein bekannter Städtebauer bezeichnet es als die Grundaufgabe des städtebaulichen Schaffens, im Interesse' einer Gemeinschaft von Menschen Ordnung fm Raum zu schaffen. Diese Ordnung im Raum gilt für unseren gesamten deutschen Lebensraum. An Ihr mitzuwirken, ist Aufgabe jedes Architekten und Ingenieurs, und dabei gilt jener Sah, daß räumliche Ordnung im Interesse einer Gemeinschaft nut denkbar und durchführbar ist unter der Voraussetzung, daß rein individuelle Interessen bis zu einem gewissen Grade untergeordnet, gemeinsame Interessen übergeordnet werden. Der Nationalsozialismus will nicht den Wert des Individuellen mit all seinen schöpserischen Energien beseitigen, wie es der Marxismus wollte, aber er will einen individuellen Menschen heranzüchten, der sich freiwillig in die Rotwendigkeiten der gemeinsamen Ordnung einreiht. Dies muh auch Gemeingut der Architekten und Ingenieure werden. Bei der Neuordnung im deutschen Lebensraum finden wir die Bestrebungen zur Rückwanderung aus den Städten. Diese Bestrebung geht Hand in Hand mit einer Sehnsucht nach dem Eigenheim. Auch diese Bewegung muß planmäßig geleitet werden und erfährt im Augenblick schon durch die herrschende große Kapitalnot eine automatische, fast Oie NSV. ruft! Kämpfe mit für Mutier und Kind! sogar noch zu starke regulierende Hemmung. Es wäre ein Ruckfall in frühere Fehler, wollte man hier nicht sofort ordnend eingreifen. Der Redner wies sodann auf die Möglichkeiten zu diesem Eingreifen durch das Wohnsiedlungsgesetz vom 22. September 1933 hin und sagte dann u. a. weiter: Es ist durch umfangreiche Untersuchungen jetzt nachgewiesen, daß das Einfamilienhaus als normale Wvhnform bei einer für alle Volksschichten tragbaren Belastung verwirklicht werden kann, wenn die Erschließung in zusammenhängender Weise nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten vor sich geht. Nach den früheren Gesichtspunkten der reinen Rentabilitätsberechnung ist das Wohnen im Einfamilienhaus natürlich teurer, als in dem aus spekulativen Gründen, oder aus marxistisch-genossenschaftlichen Massierungstendenzen entstandenen Dielfamilienhaus. Wer alle die anderen ethischen und gesundheitlichen Werte, die Möglichkeiten zur Heranziehung einer gesunden Jugend in Luft und Sonne, die Bildung eines durch Amortisation möglichst schuldenfrei zu gestaltenden Familienbesitzes gegenüber den als Kapitalismus zu betrachtenden Mietzahlungen find nicht in diesen rein kaufmännisch errechneten Vergleichszahlen zwischen Mietwohnung und Eigenheim ausgedrückt und sind doch im nationalsozialistischen Staate von ungeheurer Bedeutung. Es wäre aber durchaus verhängnisvoll, wenn eine plötzliche übermäßige Flucht aus den Mietwohnungen in das vorstädtische oder ländliche Eigenheim zu einer Verödung der bestehenden Mietwohnungen führen würde. Das darf auf keinen Fall geschehen. hier ist es die Aufgabe der großen Ordnung im deutschen Lebensraum, für systematische Umsiedlung zu sorgen. Wir müssen selbstverständlich in den ersten Jahrzehnten alles, was an einwandfreiemMiet- hausbesitz vorhanden ist, erhalten und auch wirtschaftlich intakt halten, ja noch verbessern. Die Umsiedlung muß besonders bei den Familien- neugrünbungen beginnen. In den Alt- stadtbezirken muß mit einer großzügigen Sanierung und Auflockerung begonnen werden, lieber die finanziellen Möglichkeiten in dieser Hinsicht sind von Städtebauern schon sehr durchdachte Vorschläge gemacht worden. So werden wir allmählich in kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten unsere Städte von den ältesten Kernen aus umgestalten und auflockern und damit die große Zukunftsaufgabe lösen, die erst unser Volk zu dem Volke machen wird, wie es unserem Führer als ein glückliches und gesundes Volk vorschwebt. Heute sind wir noch sehr arm. Das hier skizzierte Ziel mag fast als Utopie erscheinen. Und doch wird es gerade die gewaltigste Aufgabe sein, die sich ein nationalsozialistisches Deutschland als gigantisches Arbeits- und Lebenswerk für die nächsten Generationen stellen wird. Mit der Lösung dieser Aufgabe kann der Ra- tionalfozialismus unserem Volke die Kraftquellen geben, die es zu feiner Lebenshaltung braucht. Eine neue, aufs Land aus strahlende Stadtform der Zukunft zu schaffen, ist das Ziel und das Lebenswerk des Nationalsozialismus, das zum Jungbronnen des deutschen Volkes werden kann. Sommer-Kahrplan 1934 gültig vom 15. Mai an Ohne Gewähr! Ankunst- u. Abfahrtzeiten SerZüge und Kraftwagen auf Bahnhof Gießen Zeit nS und nS W W W W W W S W S 23.56 W W 0.24 1.08 10.32 10.37 10.51 12.03 12.32 12.33 12.34 12.41 12.44 13.33 13.39 14.11 14.41 14.46 15.16 15.17 15.30 15.48 15.49 15.54 15.58 16.16 16.41 17.03 17.05 17.06 17.24 17.26 17.40 17.44 18.01 18.20 18.21 18.25 18.26 18.48 18.50 18.54 19.42 19.52 19.56 19.58 20.12 20.56 1.35 4.21 4.36 5.20 5.26 5.37 5.39 5.45 5.48 6.00 6.20 6.40 6.46 6.49 7.48 7.53 8.06 8.08 8.33 8.33 8.35 8.40 9.12 9.40 9.56 10.31 21.12 21.13 21.17 21.19 21.44 22.11 22.18 22.40 22.45 23.00 23.06 23.11 23.12 23.47 Abfahrt in Richtung Wetzlar D-Zug Kassel-Hamburg-Altona Berlin Marburg bis 30. 9. Frankfurt a. M. D-Zug Frankfurt a. M.-Basel Betzdorf, S nur bis Dillenburg Marburg Gelnhausen Koblenz D-Zug Frankfurt a. M-Mainz-Wies- vaden Fulda D-Zug Koblenz-Trier Lollar-Grünberg Frankfurt a. M. Marburg (-Kassel) Köln Erdkauterweg _ D-Zug Frankfurt a. M.-Basel Koblenz, hält nicht überall Vilbel Nord (-Frankfurt a. M.) Gelnhausen Kassel D-Zug Siegen-Hagen-Esseu Fulda D-Zug Kassel-Hamburg-Altona E-Zug Frankfurt a. M. Srantfurt a. M. -Zug Kassel-Hannover-Hamburg- Altona Siegen Lollar-Grünberg Koblenz Köln Koblenz Kassel D-Zug Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Fulda D-Zug Kassel-Magdeburg-Berliu Gelnhausen Koblenz E-Zug Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Lollar-Grünberg Siegen-Hagen-Oberhausen Frankfurt a. M. E-Zug Kassel-Eichenberg (-Gera) Fulda Kassel Köln Koblenz Gelnhausen D-Zug Frankfurt a. M.-Mainz-Wies- oaden Lollar-Grünberg D-Zug Koblenz Limburg Frankfurt a. M. Zungen Würgendorf Fulda Lollar-Grünberg D-Zug Siegen-Hagen-Dortmund Kassel Koblenz Lang-Göns Burg- und Nieder-Gemünden Gelnhausen E-Zug Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Weilburg Marburg Fulda Frankfurt a. M., nur bis 31. 8., hält nicht überall E-Zug Kassel D-Zug Frankfurt a. M. Lollar-Londorf Eitorf D-Zug Frankfurt a. M. D-Zug Kassel-Hamburg-Altona Limburg Marburg (-Treysa) Frankfurt a. M. Lollar-Londorf Dillenburg, nS bis Haiger Grünberg Nidda D-Zug Kassel-Nordhcmsen-Berlin Schl. Bhf. Wetzlar, täglich außer S auf nS Kurzungen: W--Werktags? S---Sonn- und Feiertags; Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa, So = 7 Wochentage? nS --- Werktags nach Sonn- und Feiertagen? E-Zug = Zuschlagpflichtiger Eilzug. Alle Schnellzüge (D-Züge) sind mit fettem Druck bezeichnet. Zeit Ankunft aus Richtung nS W W W W S W S W Sa Sa W W S W S 23.55 W W W W 5.15 5.15 5.33 5.55 6.15 6.15 6.30 6.32 6.40 7.00 7.11 7.19 7.20 7.33 7.38 7.39 7.43 7.49 9.49 10.08 10.26 11.18 11.54 12.21 12.24 12.28 12.29 13.04 13.10 13.23 14.08 14.22 14.23 14.30 14.33 14.39 15.04 15.05 15.11 15.23 15.26 15.31 15.43 15.44 16.53 16.55 16.56 17.15 17.20 17.56 18.03 18.09 18.15 18.34 18.37 19.24 19.30 19.31 19.36 19.37 19.46 19.50 19.55 20.43 20.46 21.05 21.07 21.11 21.34 21.35 21.36 21.50 22.02 22.07 22.13 22.31 22.53 23.31 23.37 8.22 8.28 8.53 9.02 9.06 9.10 9.20 9.32 9.32 9.49 nS W 0.20 0.28 0.28 1.07 1.23 1.32 4.35 Marburg (Kassel-) Bad-Nauheim (Frankfurt a. M.-) Limburg, ab Weilburg nur S D-Zug Basel-Frankfurt a. M. Marburg Bad-Nauheim (Frankfurt a. M.-) D-Zug Kassel (Berlin-, Hamburg- Altona- u. Bremen-) Lang-Göns Londorf (-Lollar) D-Zug Kassel (Berlin Schl. Bhf.- Nordhausen-) Limburg Grünberg Hungen Dillenburg Marburg Friedberg Mücke Nidda, W von Gelnhausen Londorf (-Lollar), W von Grünberg Limburg Sranffurt a. M. etzdorf Marburg Fulda D-Zug Kassel (Altona-Hamburg- u. Berlin P.) Frankfurt a. M. D-Zug Frankfurt a. M. Eitorf, Betzdorf-Dillenburg nur W Koblenz Fulda D-Zug Frankfurt a. M. Grünberg (-Lollar) Gelnhausen E°Zug Kassel Frankfurt a. M., bis 31. 8., hält nicht überall Marburg (Kassel-) Lang-Göns E-Zug Frankfurt a. M. Limburg (Koblenz-) Köln fulda rankfurt a. M. -Zug Dortmund-Hage« Kassel Gelnhausen D-Zug Koblenz D-Zug Frankfurt a. M. (Wiesbaden-) Limburg Friedberg Grünberg (-Lollar) Limburg Kassel E-Zug Kassel (Gera-Eichenberg-) Srankfurt a. M., halt nicht überall elnhausen Frankfurt a. M., hält nicht überall Hagen-Siegen Frankfurt a. M., täglich außer Sa Frankfurt a. M. Koblenz E-Zug Frankfurt a. M. D-Zug Kassel (Berlin-Magdeburg-) Köln Fulda Kassel Gelnhausen Koblenz Grünberg (-Lollar) Frankfurt a. M. D-Zug Frankfurt tu M. Frankfurt a. M. Wetzlar Köln Fulda Marburg E-Zug Kassel (Altona-Hamburg-Hannover-) Gelnhausen Koblenz Frankfurt a. M., hält nicht überall Grünberg (-Lollar) Kassel Siegen Koblenz E-Zug Frankfurt a. M. D-Zug Kassel (Altona-Hamburg- Hannover-) Gelnhausen Fulda D-Zug Essen-Hagen Weilburg Frankfurt a. M. D-Zug Basel-Frankfurt a.M. Gründerg (-Lollar) Dillenburg (Köln-) Wetzlar D-Zug Koblenz (Trier-) D-Zug Wiesbaden-Mainz-Frank- furt a. M. Friedberg (Frankfurt a. M.-) Di W 5.20 6.30 Mi 7.56 W 8.25 8.25 Sa 12.30 W 12.30 W 12.35 13.05 13.15 W S W S 13.35 13.40 15.10 15.15 15.25 17.20 17.25 17.30 17.30 18.05 18.30 18.35 18.45 19.35 20.00 20.00 $2.40 Kraftwagen Hochelheim Launsbach-Wißmar-Krofdorf Annerod-Steinbach-Albach Gambach , Launsbach-Wißmar-Krofdorf Launsbach-Wißmar Krofdorf-Gleiberg-Krofdorf Hochelheim Gambach , ~ Annerod-Steinbach, nur W außer Sa, Mi nach Albach Krofdorf-Gleiberg-Krofdorf Annerod-Steinbach-Albach Annerod-Steinbach Krofd.-Gleiberg-Krofdorf, nur Sa u. S Schiffenberg Annerod-Steinbach-Albach, nur W außer Sa Gambach Krofdorf-Gleiberg-Krofdorf Launsbach-Wißmar-Krofdorf Annerod-Steinbach Hochelheim Krofdorf-Gleiberg-Krofdor/ Annerod-Steinbach, täglich außer Sa Gambach Gambach Krofdorf-Gleiberg-Krofdors Krofdorf-Gleibcrg-Krofdorf Di W W W 15.05 18.20 18.24 18.40 5.15 6.28 Mi W S S 12.24 12.50 13.03 13.28 13.28 13.50 14.55 W Sa W 7.25 7.40 7.42 9.22 9.35 10.30 12.16 S 18.40 W 19.23 S 19.50 Hochelheim Krofdorf (-Krofdorf-Gleiberg) Albach (-Steinbach-Annerod) Gambach 0 Krofdorf (-Krofdorf-Gleiberg) Krofdorf (-Krofdorf-Gleiberg) Albach (-Steinbach-Annerod) Gambach Steinbach (-Annerod) Hochelheim Krofdorf (-Wißmar-Launsbach) Gambach Krofdorf (-Wißmar-Launsbach) Wißmar (-Launsbach) Hochelheim Steinbach (-Annerod), Mi und Sa von Albach Gambach Schiffenberg Krofdorf (-Krofdorf-Gleiberg) Albach (-Steinbach-Annerod), nur W außer Sa Steinbach (-Annerod) Gambach Gambach Biebertalbahn Abfahrt nach Bieber: 8.20 10.20 nur Mi, Sa, S 13.20 15.30 17.40 19.25 Sa 20.35 S 23.00 Ankunft von Bieber: 7.30 10.00 nur Mi, Sa, S 12.00 14.50 17.15 19.00 Sa 20.30 S 21.15 Infolge besonderer Umstände kann das Fabrvlanheft mit den Sommer-Fahrzeiten erst Ende dieser Woche als kostenlose Sondergabe an die Bezieher des Gießener Anzeigers ausgegeben werden. Inzwischen bitten wir unsere Leser, sich der vorstehenden zusammengefaßten Fahrzeiten bedienen zu wollen. Gießen, 14. Mai 1934. Verlag des Gießener Anzeigers. Oberhessen Hessen ist wohl der Teil sich noch viele Würzkräuter Deutschlands, in dem erhalten haben. Doch sehr bereichern. Alle auf und den be- Wildkümmel. Durch die Römer wurden noch viele Kräuter eingeführt. Davon zeugen die römischen und griechischen Namen, die sehr viele von ihnen haben. Später sorgten die Klöster für die weitere Verbreitung, und im Mittelalter finden wir auf den Burgen besondere „Würzgärtlein". Aber auch jeder Bauerngarten hatte eine Ecke für die Gewürzpflanzen.'Kräuterbücher aus dieser Zeit berichten uns von ihrer vielseitigen Verwendung. Alte Kräuterweiber verstanden die Kunst des Mischens und brauten Tränke für die verschiedensten Krankheiten. Noch heute finden viele Kräuter bei der Zusammensetzung von Heilmitteln Verwendung. Dann kam eine Zeit, in der den ausländischen scharfen Gewürzen der Vorzug gegeben wurde, und erst der Rohkostbewegung gelang es, die vielen würzigen Kräutlein zu Ehren zu bringen. Alle grünen Kräuter sind, wie die Blattgemüse, sehr vitaminreich. Viele von ihnen, z. B. Sauerampfer, Kerbel, Dill und Gundermann, haben blutreinigende Wirkung. Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch wirken bakterientötend. Alle Retticharten sind drüsenanregend, Meerrettich auch rachenreinigend. Während wir von Petersilie und Sellerie das Grün als Würze, besonders für Kartoffelsuppe, schätzen, soll die Sellerieknolle ein gutes Mittel gegen Arterienverkalkung sein, die Wurzel der Petersilie aber wird, als Tee bei Blasenerkältungen getrunken, gute Wirkungen tun. Brunnen- und Gartenkresse, die sowohl Seidelbast und Ingwer. Wir schätzen Wermut heute noch, ebenso wie Pfefferminze als magenstärkend. Die Beeren von Wacholder sind köstlich an Wildragout, Rehbraten oder Sauerkraut. Ihnen sagt man nierenreinigende Wirkung zu. 'Ganz abgesehen von der Heilwirkung der einzelnen Kräuter sind uns diese würzigen Kinder der Natur eine wertvolle Hilfe, jedem einzelnen Gericht einen besonderen Geschmack zu geben. Die Hausfrau hat durch sie noch viel Gelegenheit, neue Rezepte zu entdecken. Sie können uns die ausländischen Gewürze ganz ersetzen. Auch der Kochsalzgenuß kann durch ihre Verwendung stark eingeschränkt werden. Wir sind in Hessen in der glücklichen Lage, fertige Kräuterbündel kaufen zu können. Leider enthalten die Bündel aber zum größten Teil Sauerampfer und nur wenige Kräuter. Sauerampfer ist vorzüglich als Beigabe zu Salat und Spinat. Die eigentliche Würze geben den Gerichten aber Dill, Estragon, Thymian, Boretsch, Schnittlauch, Peter- sllie, Melisse, Basilikum, Pimpinelle, Tripmadam, Portulak, Pfefferminze und Salbei. Natürlich dürfen diese Kräuter nicht alle auf einmal verarbeitet werden. Durch die richtige Zusammenstellung kann man ihre Zahl noch , , Würzkräuter sind ursprünglich Heilkräuter, und einige von ihnen waren schon im germanischen Altertum bekannt, so die Zwiebel, der Porre und der als Salat, als auch klein gehackt vorzüglich Butterbrot schmecken, sind wie Löffelkraut Meerrettich ein altberühmtes Mittel gegen .Skorbut. Schon Hildegard von Bingen, eine rühmte Nonne, gibt in ihrem Buch „Causae et curae“ Weisungen, aus denen wir ersehen, welche Bedeutung sie den Kräutern zuspricht. So gibt sie an gegen Zahnschmerzen Eisenkraut und Wermut, gegen schlechte Verdauung Pimpinelle, Hohlwurz, Preußen. Kreis Wetzlar. ♦ Krofdorf, 14. Mai. Durch Sturz mit dem Motorrad verunglückten gestern nacht der 29 Jahre alte Bautechniker Karl Drescher und der 37 Jahre alte Handlungsgehilfe Fritz Bremer von hier. Beide erlitten bei dem Sturz erhebliche Kopfverletzungen, die ihre Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich machten. Blutvergiftung durch einen Splitter. LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Daß auch kleine, durch Splitter verursachte Wunden nicht unbeachtet bleiben dürfen, beweist ein Vorgang, der sich im Frankfurter Stadtteil Niederrad zugetragen hat. Ein Arbeiter riß sich einen Splitter in'die Hand und beachtete die Wunde weiter nicht. Es trat eine Blutvergiftung ein, die die Am- putation des Armes notwendig machte. Trotzdem ist der Mann später gestorben. verbracht wurde, wo er unmittelbar nach der Ein- lieferung verstarb. Der Verstorbene, der einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, stand im 43. Lebensjahre und ist Vater zweier Knaben im Alter von 9 und 14 Jahren. O Kesselbach, 12.Mai. Gestern gegen Abend ereignete sich auf der Straße Rüddingshausen— Kesselbach ein Unglücksfall, da zwei Rad- fahrer zusammen stießen. Ein SA.-Mann aus Odenhausen stieß mit einem entgegenkommenden Fahrer aus Kesselbach zusammen, beide kamen zu Fall und erlitten Verletzungen. Sie wurden der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, wo sich glücklicherweise ergab, daß die Verletzungen nicht lebensgefährlich sind. Der eine erlitt einen Nasen- beinbrüch, der andere einen Schlüsselbeinbruch und einige Hautabschürfungen. Schwere Bluttat in Homberg. H o m b e rg a. d. Ohm, 12. Mai. (LPD.) Heute früh ereignete sich hier eine schwere Bluttat. Der Forstmeister Georg Wagner gab mehrere Schüsse auf seine Frau ab. Bei dem Handgemenge, das sich anschließend entspann, wurde auch eine Tochter durch einen Schuß leicht verletzt. Die Frau, die schwere Verletzungen erlitten hat, wurde nach Marburg in die Klinik übergeführt. Der Forstmeister begab sich nach der Tat in sein Dienststmmer und brachte sich selbst drei Schüsse bei, an deren Folgen er g e st o r b en ist. Landkreis Gießen. X Wieseck, 13. Mai. Anläßlich des M u tter t a g e s hatten unsere Schulen in den Hof der Schule Gießener Straße am Samstag früh zu einer Feier eingeladen, der auch viele Mütter gefolgt waren. Nach dem Gesang der Chorschule unter Leitung von Lehrer Schneider und Gedichten von Kindern ergriff der Ortsaeistliche, Pfarrer Sattler, das Wort zu einer längeren Ansprache über den Sinn des Muttertages im neuen Reich, in der er daran erinnerte, wie unser Führer uns vom altbösen Feind des Bolschewismus, der in Rußland Gott und die Familie vernichten will, rettete. Und nach dem Willen und Ausspruch Hitlers ist die deutsche Mutter die wich- tiaste Staatsbürgerin in seinem Reich. Der Redner wies sodann auf die großen Männer unserer Geschichte hin, die alle ihre Mutter hoch in Ehren gehalten haben. Der Jugend selbstverständliche Aufgabe sei es, in Gehorsam die Mutter zu ehren und an Opferfreudigkeit ihr nachzustreben. Groß und gewaltig war das Opfer der deutschen Mutter im Kriege, und das letzte Wort „Mutter" unserer sterbenden Helden draußen im Felde bewies oftmals die große Liebe und den festen Halt, den die deutsche Frau und Mutter ihren Söhnen und damit unserem Volke gibt. Anschließend ergriff Rektor Petri das Wort zu einer Würdigung der Mutter in Ärieg und Nachkriegszeit und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Das Horst- Wessel-Lied und das Lied der Deutschen beendete die eindrucksvolle Feierstunde. — s — Großen-Linden, 12. Mai. Heute feierten sämtliche Klassen unserer Volksschule Den Muttertag. Eingeleitet wurde die Feier durch einen dreistimmigen Chor unter Leitung des Lehrers Reinheimer, woran sich eine Ansprache der Lehrerin, Frl. Müller, schloß. Sie wies die zahlreich erschienenen Mütter und die Schüler auf die Bedeutung dieses Tages hin. Aus jeder Klasse wurde ein Gedicht vorgetragen. In einem Sprechchor gelobten alsdann die Kinder, allzeit ihre Eltern zu lieben und zu ehren und sangen darnach das Lied „Das treue Herz". An das letzte der Gedichte „Horst Wessels Mutter" schloß sich das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied. Hiermit fand der erste Teil der Veranstaltung seinen Abschluß. Unter Führung von Rektor Siegfried konnten dann die Mütter eine Ausstellung in der Mädchenberufsschule besichtigen. Die ausgestelltn Handarbeiten sowohl wie die praktischen Vorführungen im Kochen, Bügeln, Reinigen und in der Säuglingspflege fanden höchste Anerkennung bei den Besucherinnen und zeigten, in welch mustergültiger Weise es die Leiterin Frl. Schultheiß versteht, die Mädchen auf ihren Beruf als Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Freilich dürfte auch so leicht keine zweite Schule zu finden sein, die derartig mustergültige Räume und Einrichtungen für diesen Zweck aufzuweisen hat wie unsere kürzlich eingeweihte neue Volksschule. )( Lich, 12. Mai. Vom schönsten Wetter begünstigt und unter großer Beteiligung von hier und aus der ganzen Umgebung fand am Himmel- fabrts-Nachmittag in der „Meilbach" unser M i s - s i o n s f e st statt. Nach einer liturgischen Einleitung der Licher Konfirmanden unter Leitung von Stiftspfarrer D r a u d t und einer Ansprache von Stifts- dechant Kahn über das Himmelfahrtsevangelium sprach der neuernannte Heimatinspektor der Baseler Mission, Pfarrer H a n n i ch aus Basel (früher Nekarelz in Baden) über die Missionsaufgaben der Heimatgemeinde. Der Posaunenchor Lich hatte es sich auch in diesem Jahre nicht nehmen lassen, das Fest durch den Vortrag einiger Chöre musikalisch zu bereichern und die Choräle der Gemeinde zu begleiten. So war es ein herrlicher Gottesdienst, den die vielen Hunderte von Missionsfreunden im schönen Waldesdom feiern konnten. In dankenswerter Weise hatte die Brauerei Jhring-Melchior wieder die Bänke unentgeltlich zur Verfügung gestellt und die Fürstliche Forstoerwaltung Platz und Waldkanzel Herrichten lassen. Eine Kollekte von 48 RM. konnte der Baseler Mission überwiesen werden. Am Vormittag hielt der Festredner bereits in unserer Marienstiftskirche Gottesdienst und Kindergottesdienst, und er hatte dabei 24 RM. Kollekte erhalten. — Am dritten Pfingsttag wird das Jahresfest des Erziehungsheims Arnsburg in üblicher Weise gefeiert werden. Die Ansprachen werden von Pfarrer Kornmann (Laubach) und Baurat Kissel (Büdingen) übernommen. f Treis a. d. L d a. /12. Mai. In der Scheune des Landwirts G. Schmidt dahier ereignete sich heute ein schwerer Unglücksfall. Beim Einstecken von Ziegeln stürzte der Maurer Peter R a - b e n a u dahier aus unaufgeklärter Ursache ab und fiel so unglücklich, daß der bedauernswerte Mann auf Rat des sofort herbeigerufenen Arztes mit Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik nach Gießen Ltnsere deutschen Würzkräuter Von Johanna Kalbfleisch-Gießen. mtrb dem Gericht die Note gegeben. Besonders das würzige Basilikum, die nach Zitronen riechende Melisse, der etwas strenge Estragon, der starke Thymian, Pfefferminze und Salbei dürfen nur in kleinen Mengen beigegeben werden. Alle angeführten Kräuter sind verwendbar an Fleisch- und Fisch« tunken, Ragout, Salate und nicht zuletzt an die köstliche grüne Soße. Unsere Bratentunken erhalten auch eine wertvolle Bereicherung durch Zugabe von Kräutern. So wird Kalbsbraten vorzüglich schmecken, wenn wir etwas Salbei und Liebstöckel beifügen. An Gänse- oder Schweinebraten empfiehlt es sich, Beifuß hinzuzufügen, und Ma- joran und Thymian schmecken herrlich zu gekoch- tem Hammel- und Kalbfleischfrikassee. Ragout fm aber mundet ausgezeichnet mit Estragon, Thymian und Basilikum. u , Zum Schluß sei noch das Pfeffer- oder Bohnen- kraut an Bohnengemüse und Kartoffelsuppe und eine Zusammenstellung von Dill, Schnittlauch, Basilikum, Pimpinelle, Boretsch und Petersilie zum Herstellen von Kräuterbutter genannt. Eine Schwierigkeit besteht allerdings für viele Hausfrauen bei Verwendung all dieser Kräuter, nämlich, sie zu bekommen. Wer glücklicher Besitzer eines Gartens ist, kann dem leicht abhelfen. Die Hausfrau, die keine Kräuterecke im Garten haben kann, muß sich mit Blumenkästen und Töpfen helfen. Alle Jtäber drehen sich. Wie sprach der Führer? „Wenn sich aber 40 Millionen erwachsener Menschen einem einzigen Willen verschreiben und einen Entschluß zur Tat werden lassen, dann kann aus dieser unermeßlichen Kraft nichts anderes als der Erfolg kommen". Fühlen wir jetzt nicht als stärkste Triebkraft unseres Volkes den Glauben an unseren Führer, an sein grandioses Werk und an unsere Einigkeit? Und gehen wir nicht aus diesem Grunde alle einmütig mit höchster seelischer Spannkraft an die Arbeit? Allen Deutschen wird und muß das Arbeitsglück sich offenbaren! Alle Räder drehen sich! Und nun ein Rad des großen Wirtschaftsmecha- nismus, die dritte nationalsozialistische Arbeitsbe- schaffungslotterie! Sie hat es sich nun zur hehren Aufgabe gesetzt, für die Arbeitsbeschaffung im ganzen Volke zu werben und neue Mittel hierzu zu beschaffen. Sie gibt wie früher Lose zu einer Mark heraus, aber sie bietet diesmal eine weitaus größere Gewinnaussicht. Dem wahren nationalsozialistischen Empfinden gemäß hat heuer die Arbeitsbeschaffungslotterie von einem übermäßig hohen Hauptgewinn abgesehen, um dafür viele mittlere und kleine Gewinne zu bieten. Rundfunkprogramm. Dienstag, 15.2Hai. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.25: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert (Schallplatten), Frühlingsgrüße. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10.10: Schulfunk. Französisch für die Unterstufe. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I „Ehrt eure deutschen Meister!" Robert Schumann (1810—1856), (Schallplatten). 13.20: Mittagskonzert II. 14: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau: Annette vonDroste- Hülshoff. Eine deutsche Dichterin. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Zwei vom Schiff, Novelle von Hans Mensler. 17.45: Tanzsuite von Heins Schroeter. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit". 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! (Soziale Funkberichte). 19: Französische Opernmusik. 19.30: Die fünf Dragoner, Hörfolge. 20.15 von Frankfurt a. M.: Reichssendung: Stunde der Nation: Unbekanntes von Lanner und Strauß. 21: „Die Barberina tanzt", Hörspiel von Charlotte Schulz-Ewerth. 22.50: Oktett für zwei Violinen, Viola, Violoncell, Kontrabaß, Klarinette, Horn und Fagott in F=Dur, op. 166, von Franz Schubert. 24: Nachtmusik. Szenen aus „Der fliegende Holländer" von Wagner. Bei Störungen der Verdauungsorgane bon wohltuenden, [di mach haften und kräftigenden Statt Karten Grete Baer Willy Mayer Verlobte Gießen Niederhochstadt Marktplatz (Rheinpfalz) Mai 1934 ______________________________________________________02526 Modische Sommerstoffe für das Pfingstkleid finden Sie preiswert in guter Auswahl bei Alleinverkauf der beliebten Linda-Schnitte Karl Reuß Gießen, Seltersweg 46 2925D Aktuellerliditbiider-Vortrag des Herrn Dr. Konrad Wolter, München - verbundenem!! einer interessanten Bilderschau am Mittwoch, dem 16.Mai, abends 8 Uhr in der .Aula, der Universität Gießen über die Eintritt frei ™CQme"a fürdenTag und für die Nacht lyjDTxl Dienstag, 15. Mai 1934, 14 Uhr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28, bezw. an Ort und Stelle «Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal), zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. 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