Ur. 109 Erster Blatt 184. Jahrgang 5amrtag,12.Mll9Z4 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Herirsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Sichen. 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Nein, so wenig als der Fels, Der tief im Fluß vor ew'gem Anker liegt, Aus seiner Stätte weicht, obgleich die Flut Mit stürm'schen Wellen bald, mit sanften bald Darüber fließt und ihn dem Äug' entreißt, So wenig weicht die Zärtlichkeit für dich Aus meiner Brust, obgleich des Lebens Strom, Vom Schmerz gepeitscht, bald stürmend drüber fließt Und, von der Freude bald gestreichelt, still Sie deckt und nie verhindert, daß sie nicht Ihr Haupt der Sonne zeigt und ringsumher Zurückgewvrfsne Strahlen trägt und dir Bei jedem Blicke zeigt, wie dich dein Sohn verehrt. Dank und Besinnung. Von Dr. Witt Sauer. „Immer tragen sie an ihrem Lieben Wie an einer überschweren Bürde." Elisabeth von Langen. Unsere Zeit ist hart und muß hart sein: es gilt unser Volk von Grund aus innerlich umzubilden, es gilt Deutschlands Ansehen und Ehre nach außen wieder herzustellen! Aber so sehr in solchen Zeiten auch die Frage der politischen Macht in den Vordergrund aller Geschehnisse tritt, so wenig darf d i e Macht der Liebe in ihnen fehlen! Ja, die Liebe ist die eigentliche Kraftquelle, aus der alle großen Ereignisse wachsen. Und nirgends tritt uns die Macht der Liebe selbstloser, schöner und schöpferischer entgegen als in der Liebe der Mutter! Gerade uns Deutschen, die wir seit uralten Zeiten in der Familie den Urgrund völkischen Lebens und Gedeihens erkannten, war die Mutter immer die Hüterin unseres reinsten und feinsten Seelengutes, war die Mutter ein Heiligtum. Ihr stilles, rastloses Raffen und Schaffen, ihr inniges Ringen, ihr großes Geben und ihr gütiges Verzichten, das wir alle, alle von ihnen erfahren haben, hat sie uns stets als Helden des Herzens empfinden lassen. Es gibt kaum einen großen Führer und Wegbereiter in der Geschichte unseres Volkes", der nicht einmal ein Bekenntnis abgelegt hätte von der Liebe zu seiner Mutter. Goethe, Kant, Dürer, Rethel, Bach und Beethoven fanden Worte, Farben und Melodien, um das zu gestalten, was ihre Seele erfüllte. Und viele, viele andere reihen sich ihnen in gleichen frommen Bekenntnissen an. Ganz schlicht schreibt einmal der Dichter Peter Rosegger: „Das Beste in mir, ich habe es von meiner Mutter!" Und ähnlich schreibt Adalbert Stifter: „Das Mutterherz ist der schönste und unverlierbarste Platz des Sohnes, selbst wenn er schon graue Haare trägt." Roch zutreffender, dankbarer, inniger urteilt Novalis, der reinste und reifste, früh verblichene Romantiker: „Wem danken alle Männer beinahe, die etwas Großes für die Menschheit wagten, ihre Kräfte? Keinem als ihrer Mutter!" Das ist es: Kraft geht von dieser Liebe aus, die stark bleiben läßt in Stunden der Versuchung, die Mut verleiht in Kämpfen und Nöten, die rein erhält inmitten aller Erbärmlichkeit des Alltagslebens Und sie ist lautlos, diese Liebe! Schlicht und still und selbstverständlich geht sie von der Mutter aus fließt uns, fast unbewußt, ins eigene Leben hinein und erfüllt es tiefer und immer, immer tiefer Sie ist so tief im Ewigen verwoben, diese Liebe, daß sie, die Mutter und wir, die Kinder, sie oft erst wahrnehmen, wenn wir sie unmittelbar nicht einmal mehr besitzen. . . , ... Mutter — ich kriege meine Rechenaufgabe nicht raus'" — „Mutter — ich habe Hunger!" — „Mein Strumpf ist kaputt!" - „Mutter - ich habe mir den ftinaer in der Tür geklemmt, es tut so weh! - Mutter warum bellt der Nero so laut? Wann kommt der Vater nach Hause? Darf ich auf die Straße spielen gehen?" Wer kennt sie nicht aus eiaener Erfahrung oder erinnert sie wenigstens aus sekner Kindheit - alle diese Ausrufe kleiner und doch so wichtiger Sorgen, diese Fragen oft voll Wissensdurst oft voll spielerischer Elnblldungsk^ all diese so bewundernswert hemmungslosen Aeutze- rungen des kindlichen Lebens, des^ Erwachens der jungen Seele? Und immer hat die Mu er eme liebevolle Anwort bereit, immer weiß sie ^u helfen, immer bemüht sie sich, dem Kinde zu öligen, w sehr e- im Mittelpunkt ihres Lebens steht. Und doch: wie groß, schier überwältigend sind ihre sonstigen Aufgaben! Da ist neben den klemen Fragegeistern sicher noch ein größeres, schon etwas verständigeres Kind, es hängt nicht mehr ganz so fest an Mutters Schürzenzipfel, stellt keine so große dauernde Belastung bar, aber es will auch umsorgt fein es zerreißt Strümpfe, es will essen, dann liegt vielleicht noch ein ganz kleiner Schreihals im Kinderwagen, der fragt zwar noch nicht, aber tutseme oft unersättlichen Wünsche desto unnachsichtiger kund! Eigentlich würde er zu seiner Obhut eine Oie endgültige Zerstörung der Familie würde das Ende jedes höheren Menschentums bedeuten. So groß die Tätigkeitsbereiche gezogen werden können, so muß doch das letzte Ziel einer wahrhaft organischen und logischen Entwicklung immer wieder in der Bildung der Familie liegen. Sie ist die kleinste, aber die wertwollste Einheit im Aufbau des ganzen Staatsgefüges. Oie Arbeit ehrt die Frau wie den Mann. Oas Kind aber adelt die Mutter. AdoifHitler. Person ganz allein in Anspruch nehmen, und die Mutter gibt sich auch redlich Mühe, ihm diese ganze Person zu sein ... Aber das finden wieder die älteren sehr ärgerlich! „Mutter — wirf ihn doch aus dem Fenster! Eine Frau, die sich gerade einen wünscht, wird ihn dann finden und mitnehmen" — dieser entzückend folgerichtige kindlich-unbarmherzige Ausspruch ein/s Vierjährigen zeigt, daß er auf fein Anrecht an die ungeteilte Mutter durchaus nicht zu verzichten bereit ist. Mag ihm dies aber ruhig schwer fallen: gerade diese erste Enttäuschung ist geeignet, den ersten Kern einer kleinen Persönlichkeit, den Keim der Selbständigkeit in diesen Buben zu legen, und unmerklich wächst, was dem Einzelkind später unter bitteren Erfahrungen oder vielleicht überhaupt nicht mehr von der harten Schule des Lebens beigebracht werden kann: die Anpassung an Geschwister, die Rücksichtnahme auf andere. Die junge Mutter, die inmitten ihrer ungeduldigen Kinderschar nicht allen Wünschen und Nöten zugleich gerecht werden kann, braucht deshalb nicht zu verzagen. Wenn sie nur alle gesund sind — dann ist die frühe Erziehung zur Selbständigkeit und zu Pflichten im Hause das Beste, was sie ihnen fürs Leben mitgeben kann. Das lehrt uns wohl einen Blick aufs Land. Da ist der Bäuerin Tagewerk nicht mit der Hausarbeit und Kinderpflege getan — obwohl bereits diese allein dort schon mehr Kräfte beanspruchen als in der Stadt, denn ihre Wege sind weiter, vielerlei Annehmlichkeiten in Küche und Kammer fehlen. Nun aber heißt es, für Knecht und Magd und Schnitter zu sorgen, die Kühe zu melken, die Hühner zu füttern, Milch, Butter und Eier müssen verwaltet und zum Verkauf bereitgestellt werden, und über alles soll eine sorgsame Buchführung Rechenschaft ablegen. Da muß die Bäuerin wohl manchmal ihre Kinder mit ungeduldiger Hand beiseite schieben, wenn sie mit immer neuen Bitten sie bestürmen. Doch um so verständnisvoller für ihre Pflichten gegenüber Leben und Berus, um so tüchtiger wachsen sie heran für die harten Ausgaben, die ihrer harren. Aber gleichviel, wieweit die Mutter in der Lage ist, für jedes einzelne Kind „da zu sein" — immer sinnt sie, wie sie sich noch steigern, die Zeit besser nutzen, ihnen allen mehr geben könnte. Und sie nehmen, ohne viel zu fragen, unbekümmert, oft unzufrieden ... Erst Jahre später, wenn sie im Leben stehen, wohl auch für Zeiten das Elternhaus entbehrt haben oder schon für immer darauf verzichten müssen, begreifen sie, was alles ihnen die Mutter war. Es voll zu umfassen, vermag vielleicht nur die Tochter, die selbst den Kreislauf des Lebens neu beginnt und eigene Kinder zu hegen hat. In diesen 'Müttern aber ruht nicht nur die Familie: in ihnen wurzelt das Volk. So sind sie nicht nur Mittelpunkt einzelner Gruppen, sondern gemeinsam der Grundstock deutschen Seins. Und darum ist es recht und billig und schön, der deutschen Mutter eine Stunde der Besinnung und des Dankes zu weihen. Und würdiger kann es nicht geschehen als mit den Worten, die eine deutsche Frau und Dichterin den deutschen Müttern zugeschrieben hat: Immer tragen sie an ihrem Lieben Wie an einer überschweren Bürde, Als ob das Geliebte fallen würde, Wenn die Arme nicht erhoben blieben. Immer halten sie das, was sie lieben, In den Schimmer golbner Uebertreibung, Sehen es in zarter Einverleibung Schon auf Gottes weite Stirn geschrieben. Wenn sie nachts in blinden Zimmern stehen. Schütten sie das Licht der stillen Augen In die Träume ihrer Schläfer ein. Und es gibt für sie nur ein Vergehen: Für den Sinn der Liebe nicht zu taugen, Nicht im Sieben stark wie Gott zu fein! An meine Mutter. Von Eduard Mörike. Siehe, von allen den Liedern nicht eines gilt dir, o Mutter! Dich zu preisen, o glaub’s, bin ich zu arm uni) zu reich. Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir im Busen, Keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt, Wenn sich das Herz unmutig der Welt abwendet und einsam Seines himmlischen Teils bleibenden Frieden bedenkt. Dürer malt seine Mutter. Erzählung von Waldemar Güls. Endlich war die Sonne auf ihrem Frühlingsbogen so hoch gestiegen, daß sie über die hohen Giebel hinweg in die engen Gassen der freien Reichsstadt Nürnberg scheinen konnte. Die hellen Strahlen blinkten durch die Butzenscheiben in die Werkstatt Albrecht Dürers, als sei der 19. März schon der Frühlingsanfang des Jahres 1514. Im Haufe am Tiergärtnertor war ein Festtag. Die Mutter, die der Meister nach feines ehrwürdigen Vaters Tode vor zwölf Jahren zu sich genommen hatte, feierte ihren 63. Geburtstag. . Der Meister arbeitete an diesem Tage nicht. Er hätte auch keine Muße zur rechten Kunst gefunden; denn feit frühem Morgen tarnen nacheinander die elf Söhne und Töchter, die von den achtzehn Kindern der Barbara Dürer noch lebten, um der Mutter zu ihrem Geburtstage zu gratulieren. Am Nachmittag, als die Sonne sich hinter die schlanken Giebel senkte und die letzten Strahlen durch das geräumige Zimmer huschten und hier und dort noch einen hellen Schein auf einen Stich oder auf -ein Gemälde Dürers warfen, verabschiedeten sich die Kinder von der Mutter. Gütig lächelnd saß sie allein ihrem berühmten Sohne, dem Meister Albrecht, gegenüber. „’s wird wohl das letzte Mal gewesen sein, daß ich euch alle so zusammen sah", sagte Barbara Dürer. „Warum, Mutter? Willst du sterben? Jage die schwarzen Gedanken fort. Oder fühlst du dich nicht mehr wohl bei mir?" „Albrecht, das sei ferne. Ich weiß, dir bin ich keine Last. Du hast das Versprechen, das du dem Vater an seinem Totenbette gabst, treu erfüllt und mich wie eine Mutter nach Gottes Wort in Ehren gehalten. Das ist's nicht. Ich möchte heim zu deinem seligen Vater. Ich spure es, mein Ende ist nahe. Ich habe Lust, abzuscheiden, und bei Christus, unserm Herrn, zu sein." Albrecht Dürer stand von dem Sessel auf und ging zur Mutter. „Gott allein weiß deine Zeit und Stunde, Mutter; hadere nicht mit dem Herrn. Er hat dich von dem harten Krankenbett dieses Winters gesunden lassen, damit du den Frühling und den Sommer sähest und noch nicht stürbest." Barbara Dürer neigte ein wenig - den Kopf zur Seite und schaute mit ihren klugen blauen Augen den Sohn an. „Albrecht, wenn ich sterbe, gelobe mir, daß du deinen jungen Bruder in Frömmigkeit erziehst. Denn was wir auch sind und tun in dieser Welt, nichts Besseres sei unsere Sorge, als unsre Seele nach dem Tode bei Christo Jesu, unserm Herrn, zu wissen." Der Meister ergriff der Mutter beide Hände. „Liebste Mutter, ich verspreche es gern. Gott zu Ehren schaffe ich in meiner Kunst; im Leben will ich kein schlechterer Christ sein als im Handwerk." Da lächelte Barbara Dürer wieder. „Ach, Albrecht, ich habe nie viel von deines Vaters und noch weniger von deiner Kunst verstanden, weshalb dich die Leute einen großen Meister nennen — aber es freut mich eins: daß ich in meiner Kinder Herzen die Demut vor Gott hab pflanzen können." Albrecht Dürer legte der Mutter die Hände aus den seinen in ihren Schoß. „Heute wirst du mir’s nicht abschlagen, Mutter. Ich konterfeie dich, auch wenn du es abwehrst und meinst, das Bild einer alten Frau sei nichts für meine Kunst. Was mag die Welt einst von dem Maler Albrecht Dürer denken, wenn ich ihr kein Bild von dir malte. Sie wird sagen: Der Dürer konnte noch nicht einmal seine Mutter malen." Da ließ es Barbara Dürer geschehen, daß ihr berühmter Sohn sie malte. Sie faltete die Hände zum Gebet, während der Sohn auf dem Malerschemel saß und die Kohle leise zeichnend über das Papier führte. Ohne einen Augenblick des Zögerns, mit nachtwandlerischer Sicherheit setzte er einen Zeichenstrich neben den anderen. Diese Hände führten nie fehl... Als die Turmuhr mit hellen Glockentönen die fünfte Nachmittagsstunde verkündete, legte der Meister die Kohle zur Seite. „Ich bin fertig, Mutter. Sieh, das ist dein Bild. Hab ich's gut gemacht?" Und er reichte der Mutter das Blatt. Es zitterte, als es Barbara Dürer in den Händen hielt. Ja, der Albrecht war ein großer Meister; ehrlich und wahr, hatte er nichts hinzugefügt, hatte nichts beschönigt; er wollte nicht, daß die Leute sagen sollten: der Dürer hat seine Mutter anders gemalt, als sie ist, er schämte sich feiner alten Erlebnis von Potsdam. Von Hans Brandenburg. Wer möchte sich vermessen, mit Göttern und Heroen zu Tische zu sitzen? Doch wenn man, fürstlich 3u Gaste geladen, im Palaste der Orangerie, über Den Gärten von Sanssouci wohnt, Nachbar des großen Königs, dessen Geist hier allenthalben lebt, seines Schlosses, seiner Tafelrunde und seines Flötenkonzertes, die Adolph Menzels Berliner Bilder beschwören, dann wähnt man sich eine Weile auf Wolkenhöhen entrückt. Geist und Witz und schöne Künste sind das lichte Gewölk auch um unsere Tafelrunde, vor allem Musik gewiß, und Philosophie. Und auch wir kennen den Gott Mars, er regiert auch unsere Stunde und regiert sie noch. Weniger als sieben Jahre? Nein, mehr — und furchtbarer als jene sieben. Ja, wir kennen ihn und kennen sein Gefolge der apokalyptischen Reiter. Und wir kennen die letzte Weisheit von Potsdam und Sanssouci, -wir lernten und lebten sie und verstehen sie darum erst jetzt: das Schwert unter Rosen . . . Die Stadt Potsdam ist nicht Berlin und ist doch — liebevoll boshaft klingt dies Paradox — das Schönste an Berlin. Norden und Süden haben sich hier im kolonisierten kargen Wendenlande durchdrungen, Preußengeist und Antike, Deutsch, land und Frankreich, spartanisches Soldatentum und üppigstes Rokoko: hier befehdeten sich und verschmolzen diese feindlichen Elemente unter dem Schöpferblick Friedrichs und über sein Leben, rückwärts und vorwärts, hinaus. Den Lustgarten, den der große Kurfürst vor dem Stadtsckloß angelegt hatte, verwandelte Friedrich Wilhelm I. in einen Exerzierplatz für seine langen Kerls, aber in der schweihfangenden Leere des Parademarsches sprengen nicht nur die barocken Pferdegruppen des Marstalls, sondern über ihr ragen auch die mythologischen Nacktheiten der Schloßfront und jenseits der ehemals kriegerisch zerstampften märkischen Sandfläche lockt belebter Marmor aus grüner Wand. Am Markte stehen Rathaus und Palast Barberini, im Kleide nordischer Wasserfarben ein Traum von Palladio und Rom, in der Mitte ragt der Marmor-Obelisk mit dem Medaillons der großen Hohenzollern vor Schinkels Nikolaikirche, die ihre Kuppel auf säulenumgürteter Trommel über die Stadt erhebt. In ihr hat auch der Pro- testantismus einmal seine Kirche, nämlich nicht nur ein Gotteshaus als frommen Zweckbau, son- dern als wahre Kultstätte, als Kunst und Form gewordenen Tempel, und man muß darin Vater K e m p f f s, des Musikdirektors, Singchor und sein oder des Sohnes Orgelspiel hören, daß in der Kuppel der Engelshimmel des Cornelius farbig zu flügeln beginnt und die heilige Taube aus höchster Höhe herabschwebt. Die Straßen ringsum sind zopfig steif gereiht, wie Fronten von Grenadieren ausberichtet, aber über ihre niedrigen Häuser und breiten Pläne ist eine karge, kühle Anmut ergossen. Es gibt spärlichen Zierrat und kühle Volutengiebel, ein ganzes Viertel im holländischen Backsteinbau und immer wieder öffentliche Gebäude von einer strengen und doch einnehmenden Haltung, die viel von Palästen und etwas von Kasernen hat. Man ist in der Soldatenstadt, doch ihre Trockenheit wird durchfeuchtet vom Wasserhauch, denn man ist zugleich auf einer Insel, auf dem Werder, den die Havel und ihre Seen bilden. Am Kanal entlang mit seinen Treppchen für die Wäscherinnen wandern die Platanen, deren Rinde wie spröde Silberpatina abblättert, und von der Brücke, die hinüberführt, schließt sich das Verschlossene der Stadt dem Schauenden plötzlich auf. Römische Krieger sind die Laternenträger auf ihren steinernen Brüstungen, links am beginnenden Zuge der breiten Straße stuft sich der Turm der Garnisonkirche über Bäumen empor, rechts liest man die Straßenbe- zeichnung „An der Gewehrfabrik". Und es ist in der Tat die alte Gewehrfabrik, was da mit figuraler antikischer Front der Kirche gegenüber steht. Doch selbst die Front der Kirche trägt Gewehre in ihren trophäischen Emblemen neben der Schrift, daß Friedrich Wilhelm I. sie zu Ehren Gottes erbaute. Sie ist der zweite echte Tempel, den der Protestantismus in Potsdam hat, der preußische Soldatentempel. Ihr Inneres schart sich mit doppelten Emporen, in deren Ecken die alten Regi- mentsfahnen gebündelt sind, um die Kanzel, die in ihrem reich barocken Marmor der einzige Schmuck [ein sollte, der Schmuck um Gottes Wort. Unter ihr öffnet sich eng und arm die gewölbte Gruft des Vaters und des Sohnes, des Soldatenkönigs und Friedrichs, der im Bleisarge ruht unter keiner anderen Zier als derjenigen der Kränze und Schleifen im ehrwürdiaen unangetasteten Staub und des Lorbeers. Auch wir sind feine Invaliden, wenn wir dann draußen auf der Bank unter den Bäumen sitzen und das Glockenspiel vom Turm lehrhaft und doch mit frommer Melodie die Stunde schlägt, die dieses Land groß machte — jede volle Stunde mit „Lobe den Herrn", jede halbe mit „lieb immer treu und Redlichkeit." Und weithin um die Stadt ist der Lauf des Flusses mit seiner Seenkette und seinen dunklen Kiefernhöhen gezogen, die Heilandskirche von Sa- krow tritt runbbögig und streng in den Wasser- spiegel, die Pfauemnsel schlägt ihre sprühenden Farbräder in alten Nordlandseichen und Südlandszedern zwischen der gotisierenden Ruinenromantik von Schloß und Meierei aus den Tagen der Königin Luise. Während das mussolinische Italien sich erneuert, wird dies bismarcksche Deutschland am Rande der Havel immer italienischer mit seinen oerwucherten Gärten, verlassenen Palästen, bröckelnden Villen vor den Toren der Hauptstadt. Nur die unmittelbare Nähe Potsdams oder vielmehr das was noch wirklich zu Potsdam gehört, hält sich auch nach der Fürstenzeit in • fürstlichem Glanze: das Wunder von Sanssouci. Das sind nicht nur Gärten und Schlösser, das ist eine ganze Schloßwelt und Parklandschaft, fran- zösifch, englisch, italienisch und doch in allem deutsch, nämlich ohne durchgreifende Regel: so ein nordischer und ein sizilianischer Garten nebeneinander, Hecken- und Laubengänge, Grotten, Nischen, Terrassen und Treppen, Blumenbosketts und Wildforst, olympisches und irdisches Statuengewimmel und Alleen, die in himmelweiten Perspektiven an Schloß- und Tempelfronten verdämmern. Sphinxe der Reifrockzeit mit Feberstutz und mit Putten als Kammerjungfern flankieren die Baumwände, die sich öffnen, und hinter der Riesenfontäne steigen zwischen den Taxuskegeln und von Terrasse zu Terrasse, von Spalier zu Spalier der Südlandsfrüchte, die geschweiften Treppen zu Schloß Sanssouci empor. Dort oben liegt es, Dach und Sims von den Hermenpilastern bezwungener Giganten getragen, königlich, eine Krone, ein Geschmeide und doch pavilloneinfach und geduckt und versteckt, passend zu den Gräbern der Windhunde und des königlichen Lieblingspferdes vor der rechten Flanke, bei denen der König selber ruhen wollte. Den benachbarten Kavaliersbau überragt die historische Windmühle, dies Denkmal der Ge- rechtigkeit zwischen Fürst und Volk. Weiter daneben erhebt die Orangerie ihre Kolonnaden über den Terrassen, deren Treppen Goldfischbassins umarmen, und auf ihrem Plateau geht die Promenade zum Belvedere, unter dem das Dach des new»n Palais aus den Wipfeln steigt: aus dem Wald ein Wald von Göttern . . . ©er Veilchenfresser. Zu Großmutters Zeiten hat man einen Kavalier der die von ihm verehrten Damen mit Blumenange- gebinben überschüttet, mit Anspielung auf Mo ers populäres Lustspiel, scherzhaft einen „Veilchenfresser" genannt. In unseren Tagen hat sich nun ein anberer Schwerenöter diesen Namen verdient und zwar der Elefant, der im Londoner Colosseum in einem Schaustück „Das goldene Spielzeug" mit seiner gewichtigen Person mitwirkt. Auch er hat Mutter, darum hat er sie schön wie des Kaisers Gemahlin gemacht. Nein, so ein Maler war der Albrecht nicht; er hatte die Mutter gemalt, wie Gott "sie in einem arbeite® und sorgenreichen Leben hatte werden lassen. Ja, es war gut so. Barbara Dürer prüfte gewissenhaft jede Einzelheit nach: das oerschrumpfte Gesicht, die Falten der Stirne, die mageren Backen, die tiefe Furche von der Nase zum Kinn, die dünnen Lippen, der fleischlose Hals, an dem jede Sehne, jede Ader zu sehen ist, das schwarze Kopftuch aus Seinen und das einfache, schmucklose Mieder. „'s ist gut so", sagte Barbara Dürer und reichte das Blatt dem Sohne. Der schrieb darauf: „1514 an Oculi. Das ist Albrecht Dürers Mutter, die war alt 63 Jahre" und schloß das Blatt in den Schrank ein. Zwei Monate später holte Albrecht Dürer das Bild der Mutter wieder aus dem Schrank hervor. Es war am 16. Mai 1514. Der Mutter Wunsch und Ahnen hatte sich erfüllt. Sie war verschieden und eingegangen in das Reich zu ihrem Erlöser. Nebenan in der Witwenstube lag die Mutter. Der Friede, den ihr Herz gefunden, verklärte die Züge des bleibenden Antlitzes. Albrecht Dürer trat mit dem Bilde an das Totenbett. Seine Maleraugen verglichen das Bild der lebenden Mutter mit der toten. Dann schrieb er auf das Zeichenblatt unter die Worte, die er vor zwei Monaten dahin gefetzt hatte: „und ist verschieden im 1514. Jahr am Erchtag vor der Kreuzwoche" und schloß darauf das Blatt leise in den Schrank ein. Vier Tage später schrieb Albrecht Dürer zum Andenken der Mutter folgende Worte in die Familienchronik: „lieber der Mutter Tob hab' ich solchen Schmerz gehabt, daß ich es gar nicht aussprechen kann. Gott sei ihr gnädig! Sie hatte immer meinet- und meiner Brüder wegen große Sorgen vor Sünden, und ich ging aus ober ein, so war stets ihr Sprüchwort: Geh in dem Namen Christi! Unb ihre guten Werke und die Barmherzigkeit, die sie gegen jedermann erzeugt hat, kann ich nicht genug anzeigen, auch nicht ihr gutes Lob. Diese meine fromme Mutter hat 18 Kinder geboren und erzogen, hat oft die Pestilenz gehabt und viele andere schwere Krankheiten, hat große Armut gelitten, Verspottung, Verachtung, höhnische Worte, Schrecken und große Widerwärtigkeit. Und doch ist sie nie rachgierig gewesen. Ich habe sie mit allen Ehren nach meinem Vermögen begraben lassen." Meine Mutier war eine Bauersfrau. Von Charlotte Hauser. Sie hat zwölf Kinder geboren, davon blieben neun am fieben; blieben gesund und wurden alle brauchbare Menschen. Als man die Mutter in die Erde legte, erinnerte der Geistliche an diese neun Kinder: um ihretwillen nannte er die Mutter eine echte Christin. Sie schickte nacheinander vier Söhne in den Krieg. Wie durch ein Wunder tarnen sie alle wieder. Vielleicht hat sie sich als Opfer angeboten, denn wer blieb, das war sie. Vier Jahre trug sie Angst unb Sorge um die Söhne. Die Meldungen „vermißt", „verwundet" schufen harte Spannungen. Ihr Herz trug es bis zu Ende, opferte all feine Kraft. Als die Söhne wieder zu Hause waren, wurde sie krank und starb, verlöschte wie ein Licht, das bis zum erwachenden Morgen geleuchtet. Die Jahre hatten Furchen in ihr Gesicht gegraben, das Leiden sie vertieft. Aber >der Tod glättete dies Gesicht wieder. Die Bäuerin lag mit erhabenen Zügen, mit einer Stirn, wie große Männer sie haben. In den Wochen nach ihrem Tod erzählte der Vater mir viel von jener Zeit, als er, ein junger Bursche, um die Mutter gefreit. Flachsblond sei sie gewesen, die Schönste im Dorf. Des Abends hatte er sie besucht, wenn sie mit Geschwistern auf der Bank vor dem elterlichen Hause saß. Wenn er auf die Felder fuhr, hatte er Umwege gemacht, um an ihrem Elternhaus vorbeizukommen. Sie kannte sein Peitschenknallen, er konnte sie damit ans Fenster locken. Er wurde zwei Jahre Soldat, und sie wartete auf ihn. Als er zurückkam, gründeten sie ihren Hausstand und lebten zusammen fünfundvierzig Jahre, bis die Mutter starb. Ich, als die Jüngste von den neuen Kindern, kenne die Mutter nur als die Vierzig- und Fünfzigjährige, als die nie rastende Bäuerin, die das Große wie das Kleine achtete und mit Treue verwaltete. Von ihr lernte ich nicht mehr und nicht weniger, als das, was sie selbst auch lebte. Ick erinnere mich an eine Schriftstellerin, die spricht in ihren Werken immer von ihrer „teuren Mama". Ich selbst war eine Zeitlang versucht, von meiner „armen Mutter" zu sprechen.. Was hatte sie denn vorn Leben, diese Frau? Die Sorge um Haus und Stall ließ sie des Morgens noch vor Tage aufstehen. Sie werkte bis zum Mittag, und wenn es gut ging, brachte dieser Mittag ihr eine kleine Pause. In der Kammer der Eltern in einer Ecke, stand der sogenannte Sessel, ein einfacher, um gepolsterter Stuhl mit hölzerner Rücken- und Seitenlehne. Hier ruhte die Mutter am Mittag, auf--1 gestützt den Arm auf die harte Lehne, das Gesicht | in der Hand geborgen, die Füße leicht vom Boden hochgezogen. So ruhte sie eine halbe Stunde, vielleicht noch etwas länger, und von hier holte sie der Lärm unseres Aufbruchs, damit sie mit uns zu den Feldern fahre, oder gehe, wo Tag für Tag zu tun war. Ruhe fand sie am Fensterplatz, den sie am Sonntagnachmittag einnahm, vor sich den Stopfkorb mit zerrissenen Kleidern und Strümpfen; ober an Winterabenden, wenn die Nadeln des Strickzeuges in ihren Händen klapperten. Ruhe fanb sie in den Tagen der Krankheit, auch am Fenster sitzenb, vor sich das alte Gebetbuch mit den seltsam großen Buchstaben, Ruhe fand sie endlich, als wir ihre Kammer mit blühendem Mohn schmückten, die Kammer, in der sie lag mit faltenreiner, großer Stirn unb frieblichem Gesicht — nicht meine arme Mutter, sondern bie Mutter. unbändig, daß alles so wohl geraten ist: Hw ei Augen, die das erste Ächt empfangen, Mund und Nase, alles ist da, und sogar ein ganz winziger Hauch von Augenbrauen. Und welch ein Glück: a» jedem Händchen fünf Finger, als müßte es so sein, — aber es muß keineswegs so sein; man weiß, daß die Natur in ihrer wilden Unberechenbarkeit schreck« liche Dinge ausbrütet. Ach, und an jedem Füßchen je fünf Zehlein, minimal, aber doch vorhanden, nichts ist vergessen worden in dieser stillen Ausbildung tief unter Tag. Sie sehen witzig aus, diese Zehlein, man möchte jedem einzeln einen Namen geben. Und das ist noch nicht alles! Kleine Nägel sind auch schon da an Fingern und Zehen, richtige Nägel, ich muß darüber ehrfürchtig staunen und etwas'wie ein Werkmeisterstolz beschleicht mich. Aber bann, wenn ein paar Monate ins Land gezogen finb, ober gar ein paar Jahre, bann ist man töricht genug, bieses dankbare unb stolze Staunen verfliegen zu lassen, als bliebe ein Wunber nicht ein Wunber, unb eine Gnabe nicht eine Gnade, auch wenn beides wächst. Kinderaugen. Die achtjährige Loni betrachtet ihren Vater prüfend eine gute Weile unb stellt dann fest: „Heute siehst du aber gar nicht aus wie unser Vati." Was ist das? Eine Laune, eine Ahnung, ein sinnloses Geplapper oder das Ergebnis einer tiefen Einsicht? Manchmal könnte man ein bißchen Angst bekommen vor Kinderaugen. Nur Frauen schauen so tastend, ahnend, durchdringend; blindlings erfühlen sie das zweite Gesicht hinter dem Gesicht. Loni, wenn sie so schaut, ist eine verzauberte kleine Frau, ihre Mutter, rückverwandelt in Gestalt des Kindes. „Heute sieht du gar nicht aus wie unser Vati." Warum nur? Man wagt nicht tu fragen: warum. Wenn die Loni es sagt, wird schon was Wahres dran sein. Ihre Mutter pflegt in solchen Fällen, mit einem Blick, der über die Stirne streift und dahinter, halb fragend, halb feftftellenb, zu sagen: „Du hast etwas ..." Warum sehe ich nicht aus wie „unser Vati"? War ich an jenem Tage sehr fern, ganz weit weg und allein? War ich ihnen entglitten, die „Vati" zu mir sagen? Und nur Loni hat es gefehen und mich wieder eingeholt, weil sie ein paar Augen hat wie blanke Märchenspiegel, für die es keinen Unterschied zwischen Außen unb Innen gibt? Ich weiß es nicht. Aber Loni hat gesagt: „Heute siehst du aber gar nicht aus wie ..." Und da mußte ich wohl schuldbewußt den Kopf senken und hatte nur den einen Wunsch: wieder auszusehen wie „unser Vati". Lin Wiegenlied bei Mondschein zu singen. Von Matthias Claudius. So schlafe nun, du Kleine! Was weinest du? Sanft ist im Mvnbenscheine Und süß die Ruh. Auch kommt der Schlaf geschwinder und sonder Müh'; Der Mond freut sich der Kinder Und liebel sie. Er liebt zwar auch die Knaben, Doch Mädchen mehr, Gießt freundlich schöne Gaben Von oben her Auf sie aus, wenn sie saugen, Recht wunderbar, Schenkt ihnen blaue Augen Und blondes Haar. Alt ist er wie ein Rabe, Sieht manches Land; Mein Vater hat als Knabe Ihn schon gekannt. Und bald nach ihren Wochen Hat Mutter mal Mit ihm von mir gesprochen: Sie saß im Tal In einer Abendstunde, Den Busen bloß, Ich lag mit offnem Munde In ihrem SchvH. Sie sah mich an, für Freude Ein Tränchen lief, Der Mond beschien uns beide, Ich lag unb schlief; Da sprach sie: „Mond, oh! scheine, Ich hab' sie lieb, Schein' Glück für meine Kleine!" Ihr Auge blieb Noch lang am Monde kleben und flehte mehr. Der Mond fing an zu beben, Als hörte er, Und denkt nun immer wieder An diesen Blick, Und scheint von hoch hernieder Mir lauter Glück. Es schien mir unterm Kranze Ins Brautgesicht, Und bei dem Ehrentanze; Du warst noch nicht. Kleine Kindersonaien. Von Hans Natonet. Die Mutter sinnt. Zum erstenmal, als es sich regte, war es ganz mit mir verbunden, ganz allein mein. Dann kam die Stunde, da ich es der Welt gab, dem Gesetz gemäß. Fremde Hände trugen es fort unb nahmen sich feiner an. Das war die erste Trennung. Ich muhte es dulden, denn ich war hilflos und schwach. Aber bann würbe es mir wieber in bie Arme gelegt, ich hielt es fest, als sollte es nie wieber fort. Da ich es stillte, ftanb die ungestüme Zeit selig still, und es war ein Friede, wie in der Zeit der Hoffnung. Und wieder wuchs es mir vom Herzen fort, und es war gut so. Und der erste Schultag war die zweite große Trennung. Und nun ist kein Halten mehr. Nun reicht es mir schon bis zur Hüfte. Wie das wächst, wie' die Jahre fliegen! Man muß sich einrichten auf langsames Entfernen und auf leisen Abschied. Wenn sie einmal da sind, muß man's geschehen lassen. Wie er vierzehn Jahre war, ich erinnere mich wie heute, hat er gesagt: „Mutti, ich will nie heiraten, wenn ich groß bin, unb immer nur bei dir bleiben." Er geht mit einem Mädchen, und ich tue, als wüßte ich es nicht, damit er leichten Herzens fei. Er ist mir über die Schulter gewachsen, und ich werde immer weniger. Schon gut, ich meine nicht, wie damals am ersten Schultag. Ich nehme den Schmerz für Glück. Sei stark und glücklich, mein Kind. So hat meine Mutter mir stumm gewinkt, so winke ich dir, so wirst du deinem Kinde winken beim Abschied. Geh nur zu, Kind, brauchst dich nicht umzudrehen, wenn du nicht magst. Ich hab es ja nicht anders getan. Da biegt es um die Ecke. Einst hielt ich es im Arm, ich weiß es noch wie heute. Jetzt fühle ich mich so klein und schwach, daß es mich in feine Arme nehmen könnte. Ich will ganz still beiseite gehen, da ich ja doch nicht mir dir gehen kann, mein Kind. Man hat ja seine Hebung im Abschiednehmen und die Erinnerungen. Und da es nun fort ist, habe ich wieder fein ganzes Leben in mir wie einst, ehe ich es gebar. Väterliche Freude. An dem Tag, da es zur Welt kommt, das Kind, ist bie Freube, je nach Temperament, innig ober also wie jene Kavaliere der achtziger Jahre einen Hang zur leichtgeschürzten Muse, aber er ist hinter jenen in der Bildung und im feinen Benehmen noch weit zurück; er verschenkt nämlich den Blumenflor nicht an feine sehr zahlreichen Verehrerinnen, sondern er frißt die Angebinde wirklich auf und zwar mit sichtlichem Wohlbehagen. So hat er sich kürzlich mit elegantem Rüsselschwung aus dem Blumenkorv eines ahnungslos an ihm vorbeigehenden Dlumen- verkäufers einige Sträußchen duftender Veilchen geholt — acht Dutzend! der Verkäufer hatte sie soeben erst überzählt und sich den möglichen Verdienst im Kopf errechnet — unb sie auf einen Bissen verschlungen. Fassungslos starrte ber Verkäufer auf diesen unerwarteten „Großabnehmer" unb jammerte bann um feine Ware, bis man ihm vollen Ersatz zusagte. Aber leicht wirb es bie Direktion des Colosseums nicht haben, wenn sie ihren Star in Zukunft mit Veilchen füttern will, um ihn bei Laune zu halten; denn sein Appetit läßt nichts zu wünschen übrig. Ein Schotte hat Gewissensbisse. Die Engländer haben manchmal ein überaus zartes Gewissen. Wenn sie einmal den Vater Staat um eine Kleinitzkeit betrogen haben, etwa durch Hinterziehung einer Steuer, dann drückt sie ihr Gewissen jahrelang, bis sie, zumeist wohl anonym, die betreffende Summe an bie zustänbige Behörde einschicken, um sich dadurch für den Rest ihres Lebens von dieser Schuld zu befreien. Diese Zahlungen sind als „Gewissensgelder" bekannt und werden natürlich gerne angenommen, da sie ja schließlich wieder der Allgemeinheit zugute kommen. Kürzlich hat sich sogar ein Schotte, vermutlich schwer genug, von zehn Schillingen getrennt, die er einer Eisenbahnverwaltung zusandte mit dem Vermerk, er schulde diesen Betrag seit langem und wolle sich endlich diese Schuld vom Gewissen wälzen. Zehn Schilling sind keine großartige Sache, immerhin genügen sie, um den englischen Zeitungen für ein paar Tage Stoff für allerhand humorvolle Betrachtungen zu geben. Was kann ausgerechnet einen Schotten veranlaßt haben, dem Staat freiwillig zehn Schillinge zu zahlen? Der muß ja etwas ganz Schlimmes verbrochen haben! Einige Journalisten vermuten, er habe eine Lokomotive geflaut, um sie feinen Kindern zu Weihnachten als' Spielzeug zu schenken. Andere sprechen den Verdacht aus, er habe die Fensterriemen aus den Zugabteilen cck- gefchnitten, um sie als Leibgürtel zu verwenden» Oder ist er etwa ein paarmal „blind" gefahren? Man sieht, es ist eine aufregende, nicht leicht zu enträtselnde Angelegenheit! ien iter och lor on* Dar sich orb ien« ge« ben im oer« auf erk w nft ZI en 3 i** 3 (f > aus laut urch ihr mm, örde hres sch und e ia men- hiucr einer itA . sich Zehn erhin . ein Je« einen oillig ganz Ken Eine Ehrentafel för erbeingefeffene Vauern. j Bei dem ostpommerschen Bauerntag, der am Himmelfahrtstage in benf pommerschen Dorfe Starkow abgehalten wurde, wurden 130 Bauern, deren Geschlechter seit Jahrhunderten aus ihrem angestammten Hofe sitzen, vom Reichsbau'ernführer Darre durch Uebergabe von Ehrentafeln ausgezeichnet. Diese Tafeln tragen in erhabener Schnitzerei eine Inschrift, durch die das Alter der Geschlechter als Erbbauern anerkannt wird. Die schwarze Stunde Europas. 3urlS. Wiederkehr des Tags der Ueberreichung des Versailler Zriedensdiktats. Die deutsche Friedensdelegation faß in Versailles und wartete. Der Austausch der Vollmachten zwischen der Entente und der deutschen Delegation hatte am 30. April im Trianon-Palace stattgefunden. Brockdorff-Rantzau und Jules Cam- b o n, der frühere Botschafter Frankreichs in Berlin, hatten diese diplomatische Formalität in knappen zehn Minuten erledigt. Dann aber erwarteten die Deutschen die unverzügliche Einladung zur Entgegennahme des Friedensentwurfes. Doch die Alliierten ließen tagelang nichts mehr von sich hören. Man hatte die Deutschen eilig nach Versailles gerufen, nun kümmerte man sich um sie zunächst nicht weiter. So schien es. In Wahrheit aber war dieses Verhalten der Sieger nicht Unhöflichkeit, sondern schwerste Verlegenheit wegen eines Zwischenfalles hinter den Kulissen der Friedenskonferenz: die italienische Delegation war unter Protest wegen der Entscheidung gegen Italiens Anspruch auf Fiume und Dalmatien zunächst einmal wieder abgereist. Dies weiß man heute. Damals erfuhren es die Deutschen natürlich nicht, aber man hielt es auch nicht für nötig, sich mit einem Wort zu entschuldigen. Schließlich wurde unseren Delegierten die Sache „zu bunt". Die Kabinettsmitglieder in der Delegation erklärten, sie könnten sich diese nutzlose Zeifverschwendung nicht leisten. Graf Brockdorff-Rantzau teilte diese Entrüstung und fragte schließlich kurzerhand bei den Gegnern an, wann man eigentlich die deutsche Delegation zur ersten Konferenzsitzung einladen werde. Geschehe es nicht bald, so werde ein Teil der Delegation abreisen. Brockdorffs Mitteilung verfehlte nicht ihre Wirkung. Clemenceau teilte mit, man werde der deutschen Delegation die Friedensbedingungen am 7. M a i übergeben. In privaten Mitteilungen begründete man diese allzu auffällige Verzögerung entschuldigend mit „drucktechnischen Schwierigkeiten". 7. Mai 1919, 15 Uhr, Hotel Trianon-Pa- lac e. „An hufeisenförmiger Tafel sitzen die Vertreter von 27 Nationen, die im Kriege unsere Feinde aewesen sind, und die sich vereinigt haben, uns ihre Gesetze des Friedens aufzuerlegen." Des Friedens jedoch, wie sie ihn verstehen, — sie haben diese Form gewählt, um den Beschlüssen ihrer „großen Fünf" höchste Weihe zu geben, in einem Akt der Repräsentation, wie ihn die Weltgeschichte noch nicht erlebt hat. Alle haben Platz genommen. Langsam und feierlich öffnet sich die Tür. Ein Staatsfunktionär in reicher Uniform stößt seinen Stab auf den Boden und ruft: „Messieurs, les delegues allemands!" Zuerst kommt GrafBrockdorff-Rantzau, bleich vor Erschütterung und Krankheit, ihm folgen die deutschen Delegierten, alle mit den Zeichen vierjähriger Leidenszeit auf den Gesichtern, einige hohe Beamte, 3roei Dolmetscher und ein Stenograph beschließen den Zug. Graf Brockdorff, gefaßt und mit Würde, verneigt sich höflich. Die Versammlung erwidert durch Erheben von den Plätzen. Dort ist der deutsche Tisch, quergestellt zum Ende des Hufeisens, getrennt von der geschlossenen Tischreihe der anderen. „Es sieht nach Anklagebank aus." Und nun erhebt sich der Mann, der in dieser Stunde die triumphale Genugtuung seines Lebens erfährt: Clemenceau, der „Tiger". Sein Land, Frankreich, ist Präsident dieses weltgeschichtlichen Kongresses der Sieger, ihm gegenüber sitzt geschlagen, blaß, fiebernd Deutschland. Als Jüngling hat Clemenceau das erste Versailles von 1871 erlebt. Ein ihm wohlwollendes Schicksal hat ihm gewährt, daß er als Greis das zweite Versailles erleben und in seinem Mittelpunkt stehen darf. Hier steht ein Mann, der seinen Haß, seine Rache bis zum Letzten auskosten will, aber er ist ein Mann, dem die Macht der Rede zur Verfügung steht. Darum genießt er seinen Sieg mit Selbstbeherrschung: „Meine Herren Delegierten des Deutschen Reiches! Es" ist hier weder der Ort noch die Stunde für überflüssige Worte. Sie haben vor sich die Versammlung der Bevollmächtigten der kleinen und großen Machte, die sich vereinigt haben, um den fürchterlichsten Krieg auszufechten, der ihnen aufgezwungen worden ist. 'Die Stunde der Abrechnung ist gekommen. Sie haben uns um Frieden gebeten. Wir sind geneigt, ihn Ihnen zu gewähren. Wir übergeben Ihnen das Buch des friedens. Jede Muße zu feiner Prüfung wird Ihnen gegeben werden. Ich rechne darauf, daß Sie diese Prüfung m dem Geiste der Höflichkeit vornehmen werden, welche zwischen den Kulturnationen vorherrschen muß; der zweite Versailler Friede ist zu teuer von uns erkauft worden, als daß wir es auf uns nehmen könnten, die Folgen dieses Krieges allein zu tragen. Um auch die andere Seite meines Gedankens zu Ihrer Kenntnis zu bringen, muß ich notwendigerweise hinzufügen, daß dieser zweite Versailler Friede... von den hier vertretenen Völkern zu teuer erkauft' worden ist, als daß wir nicht einmütig entschlossen sein sollten, sämtliche uns zu Gebot stehenden Mittel anzuwenden, um jede uns geschuldete berechtigte G e - nugtuung zu erlangen... Es wird keine mündliche Verhandlung geben, und die Bemerkungen werden schriftlich vorgebracht werden müssen. Die deutschen Be- vollmächtidten haben eine vierzehntägige Frist, um in französischer und englischer Sprache ihre schriftlichen Bemerkungen über die Gesamtheit des Vertrages zu überreichen..." Es folgen noch einige weitere Sätze über das Verfahren. Sie lassen keinen Zweifel darüber, in welchem Geiste die Gegner die „Verhandlungen" führen werden. Die Dolmetscher übertragen Clemen- ceaus Rede ins Englische und ins Deutsche. Während sie sprechen, sieht man den Generalsekretär der Konferenz zum Tische der Deutschen hinüber- gehen, einen starken gehefteten Band in Folioformat mit gelblichem Umschlag in der Hand, den er Graf Brockdorff übergibt: den gedruckten Friedensentwurf. Der deutsche Reichsaußenminister erhebt die Hand. Er meldet sich zum Wort, und man erteilt es ihm. Aller Augen wenden sich ihm zu. In allen spiegelt sich befremdetes Erstaunen. Graf Brockdorff steht nicht auf, sondern bleibt auf seinem Stuhle sitzen. Was soll dies bedeuten? Man hat sich viel den Kopf darüber zerbrochen. In Wirklichkeit war es weder Trotz noch bewußte Unhöflichkeit, sondern Brockdorff-Rantzau hatte einen praktischen Grund. Er hatte eine umfangreiche Rede zu halten, die in zwei Fassungen vorlag. Er mußte die für diese Stunde passendere, nämlich die Schärfere, auswählen und fie vom Blatte verlesen. Das geschah besser vom Sitzplatz aus. Aber in diesem Augenblick war es eine auffallende Geste, die die Versammlung als Affront empfand. — Graf Brockdorff spricht: „Meine Herren! Wir sind tief durchdrungen von der erhabenen Ausgabe, die uns mit Ihnen zu- sammengeführt hat: der Welt rasch einen dauernden Frieden zu geben. Wir täuschen uns nicht über den Umfang unserer Niederlage, den Grad unserer Ohnmacht. Wir wissen, daß die Gewalt der deutschen Waffen gebrochen ist. Wir kennen die Wucht des Hasses, die uns hier entgegentritt, und wir haben die leidenschaftliche Forderung gehört, daß die Sieger uns zugleich als Ueberwundene zahlen lassen und als Schuldige bestrafen wollen. Es wird von uns verlangt, daß wir uns als die allein Schuldigen am Kriege bekennen; ein solches Bekenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge .. Das Maß der Schuld aller Beteiligten kann nur eine unparteiische U n - t e r s u ch u n g feststellen, eine neutrale Kommission, vor der alle Hauptpersonen der Tragödie zu Worte kommen, der alle Archive geöffnet werden. Wir haben eine solche Untersuchung gefordert und wir wiederholen die Forderung. Bei dieser Konferenz, wo wir allein, ohne Bundesgenossen, der großen Zahl unserer Gegner gegenüberstehen, sind wir nicht schutzlos. Sie selbst haben uns einen Bundesgenossen zugeführt: das Recht, das uns durch den Vertrag über die Früe- densgrundfätze gewährleistet ist. Die alliierten und assoziierten Regierungen haben in der Zeit zwischen dem 5. Oktober und dem 5. November 1918 a u f den Machtfrieden verzichtet, und den Frieden der Gerechtigkeit auf ihr Panier geschrieben. Am 5. Oktober 1918 hat die deutsche Regierung die Grundsätze des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika als Friedensbasis vorgeschla- gen. Am 5. November hat ihr der Staatssekretär Lansing erklärt, daß die Mächte mit dieser Basis ... einverstanden seien. D i e Grundsätze des Präsidenten Wilson sind also für beide Parteien bindend geworden. Die einzelnen Grundsätze fordern von uns schwere und wirtschaftliche Opfer.* Aber die heiligen Grundrechte aller Völker sind durch diesen Vertrag geschützt Das Gewissen der Welt steht hinter ihm; feine Nation wird ihn ungestraft verletzen dürfen. Sie werden, uns bereit finden, a u f dieser Grundlage den Vorfrieden, den Sie uns vor- legen, mit der festen Absicht zu prüfen, in gemeinsamer Arbeit mit Ihnen Zerstörtes wieder aufzubauen. geschehenes Unrecht wieder gutzumachen und der Menschheit neue Ziele politischen und sozialen Fortschritts zu zeigen. Meine Herren! Der erhabene Gedanke, aus dem furchtbarsten Unheil der Weltgeschichte durch den Völkerbund den größten Fortschritt der Menschheitsentwicklung herzuleiten, ist ausgesprochen und wird sich durchsetzen. Nur wenn sich die Tore zum Völkerbund allen Nationen öffnen, die guten Willens sind, wird das Ziel erricht werden. Nur dann find die Toten dieses Krieges nicht umsonst gestorben. Das deutsche Volk ist innerlich bereit, sich mit seinem schweren Los abzufinden, wenn an den vereinbarten Grundlagen des Friedens nicht gerüttelt wird. Ein Friede, der nicht im Namen des Rechtes vor der Welt verteidigt werden kann, würde immer neue Widerstande gegen sich aufrufen. Niemand wäre in der Lage, ihn mit gutem Gewissen zu unterzeichnen; denn er wäre un erfüllbar. Niemand könnte für feine Ausführung die Gewähr, die in der Unterschrift liegen soll, übernehmen. — Wir werden das uns übergebene Dokument mit gutem Willen und in der Hoffnung prüfen, daß das Endergebnis unserer Zusammenkunft von uns allen gezeichnet werden kann." Hat Graf Brockdorff-Rantzau zu Menschen gesprochen? Nein, er sprach zu Schemen. An den gläsernen Mienen der Zuhörenden war erkennbar, daß diese Gestorbnen für die Gefühle des Lebens kein Organ hatten. Der Deutsche sprach zu „schwarzen Anzügen und ordensbedeckten Uniformen". Seine Rede war in der Sache stärker als die Clemenceaus, in der Form schwächer. Clemenceau hatte dramatisch gesprochen, und der hinter ihm sitzende Marschall Foch hatte den Worten des .Diplomaten den Fanfarenton des militärischen Siegers gegeben. Graf Brockdorffs Worte kamen aus dem Geiste, der die Quelle neuer Kraft ist. Die Dolmetscher übersetzten die Rede des deutschen Außenministers ins Französische und ins Englische. Clemenceau erhebt sich und fragt: „Ist noch etwas zu bemerken?" Die Versammlung schweigt. Die große Stunde, von der sie alle, die die Herren der Welt spielen, in ihrer Kurzsichtigkeit nicht ahnen, was sie nicht minder für sie selbst als für Deutschland bedeuten wird, ist vorbei. Wenige Minuten danach rollen die Autos der einen zurück nach Paris, die der anderen zurück in den eingezäunten Käfig von Versailles. Die weltgeschichtliche Stunde hat um 3.05 Uhr nachmittags begonnen, um 3.50 Uhr ist sie abgelaufen. Das Rad des Schicksals aber war in unaufhaltsamer Bewegung ... Geschichten ans aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Affenbank G. m. b. H. (th) Neuyork. Professor M. Perkes von der Pale-Universität hielt einen Vortrag in Neuyork. Nicht etwa anläßlich der Jahrestagung irgend eines Tierschutzvereins, sondern vielmehr an der Wissenschaftlichen Akademie. Also: Es gelang dem ehrwürdigen Herrn, die Affen in der Handhabung des Geldes soweit zu „erziehen", daß das zuguterletzt zur Gründung einer sogenannten „Affenbank G. m. b. H." führte. Lassen wir Herrn Perkes, den ehrenamtlichen Generaldirektor dieses eigenartigen Geldinstitutes sprechen: „Erst mußten sich die Affen daran gewöhnen, ihre Nahrung nur gegen bunte Papierscheine erhalten zu können. Für die Scheine mußten sie vorher verschiedene Arbeiten verrichten. Die „Währung" wurde folgendermaßen „stabilisiert": Ein weißer Schein eine Apfelsine, ein roter Schein eine Banane. Zwei weiße Scheine Weintrauben, grüner Schein ein Getränk, zwei grüne Scheine kurzer Käfig-Urlaub. Die Affen haben dieses System sehr schnell verstanden und arbeiteten mit voller Energie für Geld. Alles, was fie „verdient" hatten, wurde sofort wieder ausgegeben. Nun schritt ich dazu, die Automaten von Zeit zu Zeit zu sperren und die Tiere mußten sich bann daran gewöhnen, ihr „Geld" den Wärtern zur Aufbewahrung zu übergeben. Zuerst taten sie dies mit Widerwillen, als sie aber nach einigen Tagen gemerkt hatten, daß sie immer mehr Scheine wiederbekamen, verstanden fie auch die „Verzinsung". Und das Kapital der Affenbank wurde mit jedem Tag größer." — So weit Professor Perkes, der abschließend sogar die Behauptung aufstellt, daß die Affen ganz automatisch anfingen, einander anzupumpen, und daß volkstümliche „Herrschaften" ohne weiteres ein „Bardarlehen" aufnehmen konnten. Wohingegen unbeliebte Schimpansen von ihren wohlhabenden Kollegen schroff abgewiesen wurden. — Wenn das stimmt, wird wohl niemand mehr die Abstammung ... Der älteste Student von Paris. (z) Paris. Im Sekretariat der Pariser Universität meinte man erst, der alte, so würdig aussehende Herr habe sich vielleicht im Hause geirrt. Aber es war schon so — er wollte immatrikuliert werden. Für die medizinische Fakultät. Die Reifezeugnisse, wenn auch ein wenig alt, waren in Ordnung. Die Vorkenntnisse „saßen". Es war also nicht möglich, dem alten Herrn ernstliche Schwierigkeiten zu machen. Und schließlich — Warum auch? Henry Franklin Cutler hatte bisher nie Zeit gehabt, vom Mount Hermon im Staate Massachusetts in die „Welt" hinabzusteigen und das zu studieren, was ihm seit seiner Jugend als Ideal vorschwebte. Jetzt endlich hatte er soviel beisammen an Geld und Zeit, daß er nach Paris reifen und hier fein Studium aufnehmen konnte. Als ältester Student von Paris. Aber nicht als der schlechteste. Ob er noch eine Praxis aufmachen will, das weiß er selber noch nicht. Jedoch versichert er lächelnd, daß er mit Herz und Seele und viel Abgeklärtheit bei der Sache sei — und zum Lernen sei ja niemand zu alt ... Ein Toter bezahlt seine Schulden. (—) London. Louis B. in Manchester soll ein großer Lump gewesen sein. Ein Mann, der immer in eleganten Kleidern herumlief, gut lebte und nachher nicht bezahlte. Das hatte ihm keiner feiner Gläubiger vergessen, obwohl er schon 17 Jahre tot war. Heute haben sie ihre Meinung revidiert. Denn auf einmal kam die Nachricht, daß ein gewisser Louis B. ihnen ein Legat ausgeschrieben habe, genau in der Hohe der seinerzeitigen Schulden und eines mäßigen Zinssatzes. Als Legat, weil ja die Schuldenforderung durch die Zeit längst überholt war. Dieses Vermächtnis fand man unter den Papieren der jüngst verstorbenen Gattin des Prassers. Ihr hatte Louis aufgeschrieben, er habe sich über einige seiner Gläubiger so geärgert, daß sie erst nach dem Tode seiner Gattin ihr Geld bekommen sollten. Sie möge sich durch nichts in der Welt bewegen lassen, vorher zu zahlen. Also handelte denn auch die Witwe. Den Gläubigern oder deren Erben fällt die unerwartete Summe wie ein großes Los in den Schoß. Sie nehmen alle bösen Worte zurück über den Liuis B. und nennen ihn heute einen netten und freundlichen, wenn auch ein wenig spaßigen Herrn. Denn wo hätte man je gehört, daß ein Toter nach 17 Jahren feine Schulden bezahlt! Der brauchbare Sträfling. • (th) Chikago. Der Gefängnisdirektor Frank D. Whipp tobte seit dem frühen Morgen. Er brauchte die Akten über die Sträflinge der letzten fünf Jahre. Und nun klappte das Patentschloß mit der raffinierten Nummern- und Buchstabenkombination nicht. Alle Wärter mußten nacheinander antreten und ihr Glück versuchen. Niemand aber konnte diesen Panzer- Schrank mit den Akten öffnen ... Joseph Allman, alter Geldschrankknacker, verurteilt im Jahre 1929, zu brummen noch fünf oder sechs Jahre, beobachtete die Unruhe und erkundigte sich bei einem Kalfaktor, was denn da los fei. So, so, den Schrank bekämen sie nicht auf? Er, Allman, wolle sich zwar nicht aufdrängen, aber es habe zu seiner Zeit keinen Schrank gegeben, den er nicht aufgemacht hätte. Whipp brummte er ft, als der Wärter, dem der Kalfaktor das erzählt hatte, ihm vorfchlug, doch den Allman zu Rate zu ziehen. Ader dann ließ er ihn doch holen. Allman bat nur, man möge ihm seinen kleinen Koffer bringen, den er bei feinem Strafantritt zu Aufbewahrung abgeliefert habe. Da liege ein gewisser Draht drin, eine kleine Oese und noch so einiges, was harmlos aussehe, aber zu seinem „Beruf" gehöre. Gespannt standen die Wärter und der Direktor um den Sträfling herum. Er spannte den Draht, tastete und versuchte, und meinte dann, die Kombination sei zwar so und so, aber da seien zwei Zähne abgebrochen. Die Tür bekomme man so nicht mehr auf. Mit einem Hammerschlag beseitigte er die Nummernscheibe und drehte mit seinem Draht die Kombination zurück. Nach drei Minuten und vier Sekunden war die Tür des Panzerschranks geöffnet. „Danke, Allman!" knurrte der Direktor. „Nicht der Rede wert, Direktor", erwiderte Allman, „das sind Sachen, die dreht nur ein Fachmann. Es freut einen, wenn man ein wenig in feinem Fach tätig fein kann ..." Der Direktor hat nun die Wärter beauftragt, von Zeit zu Zeit die Gitter und Schloffer an Allmans Zelle nachzuprüfen. Für alle Fälle nur, weil Allman doch Fachmann fei ... Das Uukon-Gold lockt. (th) Vancouver. Nun ist alles wieder wie damals in den tollen Tagen am Ende des letzten Jahrhunderts, als die jungen und alten Goldjäger mit Hacken und Schaufeln, den berühmten Goldwäscherpfannen und allem was sonst noch dazu gehört, nach Pukon hinauffuhren. Da sind sie alle wieder: die bärtigen Gesellen, braunhäutig, verwittert, mit derben Scherzworten rasch bei der Hand, heute ganz modern sogar mit Schneeschuhen auf dem Gepäck. „Prinzeß Norah", der alte kanadisch-pazifische Küstendampfer, hat alle Plätze und noch ein paar Deckwinkel dazu ausverkauft. Von Vancouver aus geht es nach dem Norden. Nach Pukon. Sie wollen die alten, damals viel zu früh aufgegebenen Minen und Gruben wieder auftun, neue Schätze suchen und — finden. Da ist auch Captain R. D. Adams, der vor ein paar Jahren mit einer Kolonne Abenteurer auszog, um auf den Cocos-Jnfeln die bewußten Silberschätze und Goldgeräte zu bergen, die Seeräuber und Flüchtlinge einst hier versteckt haben sollen. Die Fahrt nach den Cocos-Jnseln war ein Fehlschlag. Heute hat Adams feine Hoffnungen gen Norden gerichtet. Zehn Mann hat er sich gewartet. Alles alte Fahrer und Schürfer. Er will mit ihnen in das Laird River-Gebiet und von dort mit dem Flugzeug weiter, um Zeit zu sparen, nach Pukon. Denn das Gold ruft und lockt! Sie werden nicht alle ... (bi) Mailand. Die Witwe Pina Perino war mit ihren 69 Jahren eigentlich immer noch guter Dinge gewesen. Aber in der letzten Zeit streikte die Gesundheit. Der Magen wollte nicht mehr recht, in den Gliedern saß das Zipperlein, und der Rücken schmerzte. Das machte die alte Pina mürrisch und geradezu lebensmüde. Sie hätte wohl einen großen Teil ihrer Ersparnisse opfern mögen, wenn sie ihre alten Tage ohne solchen Verdruß hätte beschließen dürfen. Bis eines Tages Herr Bonione kam, ein Jüngling aus der Nachbarschaft, der zwar im Rufe eines Taugenichts stand, der aber doch auch wieder ohne Zweifel ganz besondere Begabungen mit sich brachte: Er war fähig, die Linien der Hand zu deuten, setzte die ganze Dorfschenke in Erstaunen durch feine phantastischen Kartenkunststücke, kurz, er war Meister in vielen brotlosen Künsten. Der also kam zur guten Pina und hörte sich ihre Klagen aufmerksam an. Dann rückte er feinen Stuhl dicht an den ihren und flüsterte ihr eindringlich ins Ohr, daß feine hohen medizinischen Kenntnisse zu Lande doch schon hinlänglich bekannt seien. Vertraulich gesagt, er habe da eine sehr enge Freundschaft mit gewissen indischen Gottheiten und werde die Pina für ein geringes Honorar in sieben Tagen heilen. Sprachs, zog ein Amulett aus der Tasche, ließ die wackelige Pina umständlich vor diesem niederknien und murmelte zauberhafte, beschwörende Worte, von denen Pina nur verstand, daß die Götter aus dem Reiche Buddhas hierniedersteigen sollten, um ihr zu helfen. — Pina tat gläubig, wie ihr befohlen. Sie folgte auch dem Befehl des „Meisters", ihr gesamtes Geld, 1000 wohlgezählte Lire, in einen Umschlag zu stecken, und ließ sich geduldig diesen Umschlag in Höhe der Schultern unter das Hemd legen. Vertrauensvoll nahm sie dann den Befehl entgegen, ihn eine volle Woche dort liegen zu lassen. Die Tage vergingen zwar, aber die Schmerzen nicht. Da faßte Pina am fünften Tage, selbst auf die Gefahr hin, die Göttin Indiens zu erzürnen, den Entschluß, den lästigen Umschlag von ihren Schultern zu nehmen. Als sie ihn öffnete, fand sie in ihm zwei Stücke Zeitungspapier ... Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2)21. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen. Kaffee IDEE bekommt auch „Kaffee-Empfindlichen” Main Wir sind gerüstet mit einer unübertroffenen Auswahl für den Pfingstverkauf Kleider Mäntel Imheuser Am Markt 2862 A Jugend). Kleider in Maroc, Mattcrepe, entzük- kende Muster, 20.-, 19.-, 16.- Gummi-Mäntel in Batist, Satin, Lederol,a.mod. Farb.,reiz.Form, 16.-,IS.-,14.-,12.- Jugendl. 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Die trauernden Hinterbliebenen. Rodheim a. d. Bieber, 11. Mai 1934. Schöner rwei- • e Schoner zwei- Vertreter m Anzeiger. Rodheim a. d Bieber, den 12. Mai 1934 Die Beerdigung findet statt; Sonntag, den 13. Mal. nachm. 2.30 Uhr 2887 D Im Mai 1934. 02468 Verschiedenes] | Vereine~| Korbwaren und Korbmöbel 02507 Horst-Wessel-Wall 28 — gegenüber Hotel Schütz. Was schenke ich meiner a. d. Gieß. Anz. Mutter an ihrem Ehrentag? iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Edeka-Laden dort gibt es den beliebten gesucht. Schrift! ab [02494 Für die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen bewiesene innige Teilnahme danken wir herzlichst. 2Oefen l$erd Sophie Müller, geb. Merker, Glefeen Dr. Heinz Müller-Wiener und Frau, Halle Dr. O. Michel und Frau, geb. Müller, Detmold Dr. K. O. Müller und Frau, Berlin-Lichterfelde Edeka-Kaffee....... Schokorade......... 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DiegenauenAb- fahrtszeitenwer- dennoch bekannt gegeben. 02542 Die Fahrkarten für Pensionäre, Rentenempfäng. usw. können ab 16. Mai beim I.Rechn.A.Loos, Bahnhof Gießen in Empfang genommen werd. Der Vorstand, liiiiiii Vermietungen m. 109 Zweites Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 12. Mai 1934 meisten, internationalen Konflikten beim deutschen Volk geraten ist, erheblich zu verbessern. Die Saarfrage auf der Tagesordnung des Völkerbundsrats wäre zwar wichtig genug, um die leitenden Diplomaten und Minister zu einer Reise nach Genf zu veranlassen. Aber wichtiger ist ihnen noch eine inoffizielle Generalaussprache über das A b - rüstungsproblem, bevor am 29. Mai der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz zusammentreten wird. Die Lage ist durch die letzte französische Rote so hoffnungslos geworden, daß selbst die Engländer, die bis-zuletzt sich krampfhaft um eine Angleichung der Auffassungen bemühten, nun anscheinend das Fruchtlose ihrer Bestrebungen einsehen und die Flinte ins Korn werfen. Nur die ganz unentwegten Optimisten, man sagt vielleicht besser, die Leute für die ein Abrüstungsabkommen zu einer persönlichen Prestigefrage geworden ist, kämpfen noch zäh und verbissen um eine neue Formel, mit der sie die Gegensätze zu überbrücken hoffen. Aber die Mehrzahl der britischen Minister hat eingesehen, daß Frankreich im Grunde gar kein Rüstungsabkommen will und deshalb alle britischen Garantieangebote, mochten sie auch bis an die Grenze des von der Volksmeinuna Gedeckten gehen, als ungenügend zurückgewiesen hat. Dem konservativen Flügel des Kabinetts scheint damit ein Stein vom Herzen gefallen zu sein, denn nur sehr ungern hätte er im Parlament um die Erweiterung der britischen Bündnisverpflichtungen auf dem Fellland gekämpft, weil er weiß, daß jede neue Bindung, die England auf die Gefahr hin eingeht, später einmal in europäische Verwicklungen hineingezogen zu werden, im britischen Volke höchst unpopulär ist. So muß man auch befurchten, daß Mac- d o n a l d sich auf ein gefährliches Glatteis begibt, wenn er seinen Plan wahr macht und in Genf persönlich in die Bresche springt, um dprch einen Appell an den Friedenswillen der Mächte wenigstens das Dekor zu retten. Die Geschichte des Genfer Protokolls vom Oktober 1924 sollte Macdonalü schrecken, sich erneut auf diese schiefe Ebene überspannter Bindungen zu begeben, auf der er schon einmal ausgerutscht ist. Damals hatte er sich von Herriot für ein feinausgeklügeltes Sanktionssystem gewinnen lassen, das die französische Militärhegemonie in Europa verewigen sollte. Aber der gesunde politische Sinn des britischen Volkes versagte dem Premier die Gefolgschaft in solche Abhängigkeit. Das Kabinett Macdonald wurde gestürzt, die Arbeiterpartei verlor im Wahlkampf mehr als 70 Sitze und das neue Konservative Kabinett ließ ein halbes Jahr später in Gens erklären, daß England das Genfer Protokoll in der vorliegenden Form nicht unterzeichnen werde. Macdonalds Amtsgenossen in der gegenwärtigen Nationalregierung werden keine Lust verspüren, sich mit einer so hohen außenpolitischen Hypothek für den Wahlkampf zu belasten, dem sie, gestützt auf den lieber schuß im Haushalt, im übrigen fo hoffnungsfroh entgegensehen dürfen. Man wird also recht skeptisch sein müssen, ob Macdonald die geplante Extratour nach Genf gelingt und wie sie ihm in diesem Falle bekommen wird. Die Franzosen scheinen wenigstens unter allen Umständen entschlossen zu sein, die Hand frei zu behalten, nicht nur für eine Beibehaltung ihres gegenwärtigen Rüstungsstandes, sondern auch für jede Rüstungsvermehrung oder -Verbesserung nach der technischen wie organisatorischen Seite hin, die ihnen gutdünkt. Diese entschiedene Abneigung Frankreichs gegen jede Bindung an eine Rüstungskonven- tion war die Triebfeder für die sich von Note zu Note steigernden Bürgschaftswünsche an England, von dem man wußte, daß es so weit niemals gehen könne, wie Paris es forderte. Hier hat die franzö- fische Taktik sich rechtzeitig eine moralische Entlastung geschaffen. Für die andere soll jetzt Genf mobil gemacht werden. Die französische Presse stimmt schon seit Wochen im Ehorus das Klagelied von angeblichen deutschen Rüstungen an, und nach dieser Vorbereitung greift auch Barthou selbst das Stichwort auf, um mit diesen vorgeblich dem Versailler Vertrag zuwiderlaufenden Rüstungen Deutschlands den eigenen Entschluß, sich auf keine Rüftungsbegren- zung einzulassen, moralisch zu rechtfertigen.' Barthou kann seine politische Vergangenheit in der Nähe Poincares nicht verleugnen. Mit den gleichen Methoden wie zur Zeit des Ruhreinbruchs soll Deutschland einer Verfehlung gegen die Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Diktats geziehen und mit der moralischen Schuld an dem Scheitern einer Abrüftungskonvention belastet werden. Aber auf der Suche nach Bundesgenossen für eine einmütige Verurteilung Deutschlands hat Barthou sich schon deutliche Absagen von England und Italien holen müssen. Die Reise nach Warschau dürfte in diesem Punkt auch kein Erfolg gewesen sein. Von der Kleinen Entente, dem bisher sichersten Stein im Bau des französischen Bündnissystems, ist inzwischen Südslawien reservierter geworden. Belgiens Auffassung deckt sich mit der englisch-italienischen. Die Aussichten Barthous für Genf sind also nicht gerade glänzend. Bis zu einem (Eintritt Rußlands, die letzte und zwar recht zweifelhafte Karte im französischen Spiel, ist es noch weit, zumal Polen dann den Anspruch auf einen ständigen Ratssitz aufrollen würde, wozu wohl auch die Kleine Entente, die südamerikanischen Mächte oder die nordischen Staaten noch ein Wort sagen möchten. So kann Frankreich hier vorerst nicht mit Unterstützung seiner auf Verewigung der Unruhe in Europa und Verbreiterung der Reibungsflächen gerichteten Politik rechnen. (Eine Einheitsfront gegen Deutschland ist heute nicht mehr möglich. Der Ring ist gesprengt und Frankreich ist es, das alle Anstrengungen machen muß, um die letzten Getreuen bei der Stange zu halten, nachdem überall in der Welt die Erkenntnis von dem selbstmörderischen Irrwahn der ungleichen Verträge ihren Siegeszug begonnen hat. Achtung! Saar-Abstimmung! Ein Aufruf der Reichsregierung. Berlin, 3.Mai. (DNB.) Die Reichsregie- ruyg erläßt folgenden Aufruf: 15er Zeitpunkt, an dem die Saarbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal entscheiden soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I u n i 19 19, im Saargebiet gewohnt hat und am Abstimmungstage wenig st ens 20 Jahre a l t ist. An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 19 15 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mai, bis Samstag, den 12. Mai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt), in den Städten aus den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon f r ü h e r als Saar- abstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich, Nachweise üb er den Wohnsitz am 2 8. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Beschäftigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Wo und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben. Die OReite nach Genf. Am 14. Mai tritt in Genf der Dölkerbundsrat zusammen. Die Diplomaten treffen schon ihre Reisevorbereitungen. Zwischen Paris und London ist trotz der merklichen Spannung das übliche Zwiegespräch, das jeder Genfer Zusammenkunft vorausgeht, auch gemeinsame Fahrt wird schnell noch verabredet, um bis zum letzten Augenblick vor dem Auftreten auf der Völkerbundstribüne den Meinungsaustausch fortzufetzen in der diesmal besonders vagen Hoffnung, vielleicht doch noch dem erstaunten Publikum das Schauspiel eines einigen Blocks der Westmächte oorführen zu können. Indessen auf der Tagesordnung des Völkerbundsrats steht offiziell zunächst nicht die Abrüstungsfrage, sondern die S a-a r a b st i m m u n g. Um für sie die nötigen Vorbereitungen zu treffen, hatte der Rat im Januar zwei Ausschüsse eingesetzt, deren Berichte und praktische Vorschläge für diese Maisitzung zu erwarten sind. Da man bei der Zusammensetzung dieser Ausschüsse Wert darauf gelegt hatte, durch die Auswahl neutraler Persönlichkeiten — neben dem Italiener Aloisi als Porsitzenden sitzen Holländer, Argentinier, Spanier, Schweden, Schweizer und Amerikaner in den Ausschüssen — jeden Vorwurf der Parteilichkeit von vornherein abbiegen zu können, so darf man hier den Willen zu sachlicher Arbeit voraussetzen, der sich auch kaum durch das rücksichtslose Hineinfunken der französischen Politik vom graben Wege abbringen lassen wird. Frankreichs These, mit der es in Versailles dank der Unkenntnis von Amerikanern und Engländern das fünfzehnjährige Völkerbundsregime im Saargebiet und die dann folgende Abstimmung durchgedrückt hatte, nachdem die glatte Annexion nicht' geglückt war, diese These von den nach Befreiung lechzenden 150 000 Saarfranzosen ist inzwischen selbst für die Pariser Presse unhaltbar geworden. Auch die Propaganda für eine eaar* autonomie ist als Gimpelfang entlarvt worden. 93% der im Saarland ansässigen Abstimmungsberechtigten haben sich zur „Deutschen 9ronf' zusammengeschlossen und kämpfen mit allen Fasern ihres Herzens für die Wiedervereinigung mit dem Reich. Dazu kommen noch die feit dem Inkrafttreten des Saarstatuts am 28. Juni 1919 aus dem Saargebiet Abgewanderten, die die Reichsregierung in diesen Tagen zur Eintragung in die Liste der Abstimmungsberechtigten aufgerufen hat. Die Volksabstimmung ist also entschieden, bevor der erste Zettel in die Urne gefallen ist. Daher hatte der Führer in ruhigem Vertrauen auf die auch durch Terror und Lockungen nicht zu beirrende - Stimme des Bluts unserer deutschen Volksgenossen an der Saar der französischen Regierung eine in direkten Verhandlungen von Macht zu Macht anzubahnende Verständigung über die Rückgliederung des Saargebiets und alle damit zusammenhängende, ja die beiden Mächte ganz ausschließlich berührende Fragen angeboten, um auf diese Weise zu vermeiden, daß durch gesteigerte Propaganda, durch einen erbitterten Wahlkampf und durch die für Frankreich doch zwangsläufige Enttäuschung über fernen Ausgang sich die Köpfe an der letzten territorialen Frage erhitzen, die nach deutscher Auffassung einer Generalbereinigung zwischen beiden Völkern im Wege steht. Frankreich hat diesen von einem wahrhaft europäischen Geist eingegebenen und von echtem Friedenswillen diktierten Vorschlag brüsk ab- aelehnt. Es hat eingewendet, daß das Saarstatut ein Teil der Versailler Vertrages sei, dessen Durchführung unter Garantie des Völkerbundes stehe. Dabei darf man von dem Friedensbedurfms aller andern Mächte ohne weiteres annehmen daß sie zu allem ja gesagt haben würden, wenn durch direkte Verständigung der beiden ganz allem daran interessierten Anrainerstaaten, die unter der Last der Probleme seufzende Welt um eine schwierige und viele Ungelegenheiten machende Frage ohne ihr Zutun erleichtert worden wäre. Es war also nur ein Vorwand, wenn. i>er französische Formalismus sich bei der Ablehnung des deutschen Vorschlags hinter den Buchstaben des Versailler Vertrages und die dort den Saarlandern zugesagten Volksabstimmung verschanzte. Denn es heißt doch die historischen Tatsachen auf den Kopf stellen, wenn man heute in Paris den Anschein zu erwecken sucht, als ob die Saarabstimmung seinerzeit erfunden sei zum Schutz der Saarländer gegen deutsche Annexionsgelüste, wo sie in Wahrheit den Franzosen, die eine sofortige Zuweisung des Saar- aebiets nicht erreicht hatten, nach fünfzehn Jahren Propaganda und torantenkkfer Einflußnahme noch Reichsministet Dr. Goebbels eröffnet den Aufklärungsfelbzug gegen die Mesmacher und Aörgler. Eine Massenkundgebung im Berliner Sportpalast. — Das Volk der beste Bundesgenosse der nationalsozialistischen Regierung. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Der Gau Groß- Berlin der NSDAP, eröffnete am Freitagabend den angekündigten Feldzug gegen Miesmacher und Kritikaster mit einer Riesenkundgebung im Sportpalast. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels selbst leitete diese Angriffsschlacht gegen die Schädlinge im nationalsozialistischen Staat mit einer großen Rede ein. Der Sportpalast war überfüllt. Auf der Straße standen Tausende von Menschen und jubelten, dem Minister bei seiner Anfahrt zu. Dem Sinn der Veranstaltung entsprach der Text der im Saal angebrachten großen Spruchbänder: Die Tat ist stumm — nicht meckern, sondern arbeiten — Erst Leistung dann Kritik — im täglichen Erfüllen der kleinsten Pflicht liegt ein stilles Heldentum. Unter stürmischen Heilrufen erklärte Reichsminister Nr. Goebbels in feiner Rede u. a.: Es gibt Menschen, die mögen sich selbst nicht leiden und sie ärgern sich schon, wenn sie in den Strudel hineinschauen. Sie haben an allem etwas auszusetzen. Sie kleben sich an die lächerlichsten Kleinigkeiten. Wir kennen diese Sorte hinlänglich aus dem Kriege. Das waren diejenigen, die am Stammtisch Warschau und Paris eroberten, und die jedes Gespräch mit den Worten begannen: Wenn ich Hindenburg wäre . . . Leider gab es damals in Deutschland keine politische Führung, die damit aufzuräumen verstand. (Lebhafte Zustimmung.) Da wir uns in den vergangenen 15 Monaten mit allen unseren Kräften mit den großen, uns gestellten Aufgaben beschäftigen mußten, haben die Kritikaster angenommen, sie könnten ihr löbliches Handwerk wie im Kriege auch in der nationalsozialistischen Revolution fortfetzen. Ader sie sollen sich getäuscht haben. (Anhaltender Beifall.) Hätten wir die Arbeitslosigkeit nicht beseitigt, bann würden sie darüber schmähen und schimpfen. Jetzt, wo wir im Zuge sind, sie zu beseitigen, geht es ihnen zu schnell, jetzt halten sie mit ihrem Asthma das Tempo nicht aus. Früher schimpften sie über die Parteien, jetzt schimpfen sie, daß keine Parteien mehr da sind. Früher schimpften sie, daß die Regierungen so oft wechselten, heute schimpfen sie, daß diese Regierung so lange bleibt. (Beifall und stürmisches Lachen.) Früher waren ihnen die Zeitungen zu zweitönig, jetzt sind sie ihnen zu eintönig; früher schimpften sie, daß jeden Abend so und so viele Tote im politischen Kampf zu verzeichnen seien, jetzt schimpfen sie, daß nichts mehr passiert. Es ist ihnen zu langweilig in Deutschland geworden. Es geht ihnen zu gut, und wenn es dem Esel zu wohl geyt, dann begibt er sich aufs Eis. Eine Zeitlang haben wir uns mit diesen Leuten nicht auseinandergeseht, jetzt sollen sie uns kennenlernen! Wir tun das nicht, wie wir es wohl könnten, mit der Staatsgewalt, sondern wir appellieren an den Bundesgenossen Volk. Das Volk selbst soll urteilen! (Stürmischer Beifall.) Dann wird in kürzester Zeit dieser Spuk verflogen sein. Das deutsche Volk hat ja die hinter uns liegenden Zeiten noch nicht vergessen, und es vergleicht die nationalsozialistischen Taten mit denen der vorangegangenen Regierungen. Ls ist nicht ungerecht, denn es weih, dah wir keine Wunder tun können, wohl aber weih es, dah wir alles getan haben, was menschenmöglich i ff. Deshalb kann unsere Arbeit Anspruch daraus erheben, vom eigenen Volk geachtet zu werden. gen ausgeräumt sind, so wird das bei dieser Geschlossenheit des Volkes in absehbarer Zeit möglich sein. Und wer die Ereignisse gerecht würdigen will, darf nicht vergessen, was wir übernahmen. Wir haben es nicht nötig gehabt, mit Kanonen ganze Arbeiterviertel niederzulegen. Mit dem Volke zusammen und ohne Einsetzung der staatlichen Machtmittel vollzog sich eine der größten Umwälzungen der Weltgeschichte. Wenn heute die Miesmacher glauben, sie könnten auf Grund unseres Schweigens nun ihrerseits das Wort ergreifen, so sollen sie sich in uns getäuscht haben. Denn die, die uns beim Aufbauwerk halfen, wissen, wie schwer es war und fällen darum auch ein gerechtes Urteil. Und nur die, die keinen Anteil am Aufbau hatten, reden anders. Sie find sich nicht im klaren über die Lage, die vorhanden war, als wir die Macht übernahmen. So werden wir uns nun mit ihnen aus- Die Millionen bekennen sich zum Nationalsozialismus aus innerer Leidenschaft. Ein ganzes Volk ist entschlossen, einig und brüderlich sein nationales Lebensrecht auch der Welt gegenüber zu verteidigen. Man kann wirklich wieder von einem deutschen Volke sprechen. Wenn noch nicht alle i Krisen beseitigt, noch nicht alle Derfallserscheinun- l einandersetzen. 9er Nationalsozialismus kann nur Zug um Zug verwirklicht werden. Die nationalsozialistische Bewegung übernahm die Macht in einer kritischen Situation. Ihre erste Aufgabe mußte darin bestehen, die politische Sicherheit in Deutschland wiederherzustellen. Dann konnte die Regierung sich an die gro- ßen wirtschaftlichen, sozialen, innen- und außenpolitischen Probleme heranwagen. Das erste und entscheidenste war das Problem der Arbeitslosigkeit. Wir fanden einen verzweifelten Zustand vor. Die Zahl der Arbeitslosen betrug annähernd 7 Millionen. Diese Riefenzahl machte jede Zukunfts- berechnung auf dem Gebiete der Finanzen illusorisch. Wir standen auf dem Standpunkt, daß wir dieses große Zentralproblem nur lösen konnten, wenn wir iins darauf konzentrierten, und alle anderen Probleme demgegenüber zurück stell- ten. Ich gebe zu, daß eine Reihe nationalsozia- listischer Programmpunkte, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete, noch nicht, gelöst worden sind. Die nationalsozialistische Regierung stand unter dem Zwange der Situation und sie konnte in einer so zugespitzten Lage nicht Versuche unternehmen, von denen sie im Augeblick nicht wußte, ob sie gelingen konnten. Die deutsche Wirtschaft befand sich in einer Krise, die keine Experimente vertrug. Darum haben wir Experimente bis auf spätere, bessere Zeiten verschoben. Wir haben damit unsere nationalsozialistischen Gesichtspunkte nicht aufgegeben, sondern wir haben im Augenblick Methoden eingeschlagen, von denen wir wußten, daß sie diesem ersten Problem wirksam zu Leibe rücken würden, in der Ueberzeugung, dah. wenn dieses Problem gelöst wäre, es unschwer sein würde, auch andere nationalsozialistische Programmpunkte zu lösen. Wir haben immer erklärt, dah der Nationalsozialismus nur Zug um Zug verwirklicht werden könnte. Dah wir den Nationalsozialismus nicht insgesamt zur Anwendung bringen konnten, lag an dem ohnehin geschwächten Organismus der deutschen Wirtschaft. Man wird nicht eine Wirtschaft, von der man weih, dah sie unter falschen Methoden geführt wurde, auf ganz neue Methoden überleiten in einem Augenblick, wo diese Wirtschaft um ihr Leben ringt, sondern zunächst der Wirtschaft ein gewisses Mah von Gesundheit geben. Der Nationalsozialismus kann mit Stolz darauf verweisen, dah er, ohne dah er irgendwie seinen weltanschaulichen Prinzipien Abbruch getan hätte, die Arbeitslosigkeit zur Hälfte beseitigt hat. Das ist an sich schon eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Wenn aus dieser Leistung heraus andere Krisenerscheinungen sich bemerkbar machen, so werden diese Erscheinungen genau so überwunden werden müssen wie die Arbeitslosigkeit überwunden worden ist. Wenn in tiefem Sommer nahezu vier Millionen Menschen mehr befchäftigt werden als vor zwei Jahren, dann ist es selbstverständlich, daß diese Menschen, um beschäftigt werden zu können, der Rohstoffe bedürfen. Es ist ebenso selbstverständlich, daß wir solche Rohstoffe einführen und daß wir die eingeführten Rohstoffe bezahlen müssen, und weil wir so viel Menschen mehr beschäftigen, unsere Devisenmenge verringert wird. Man soll nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn sich solche Erscheinungen bemerkbar machen, sondern es ist die Pflicht jedes Deutschen, einmal eine Chance geben sollte, unter dem Mantel des Selbstbestimmungsrechts der Völker das 1919 notgedrungen Unterlassene jetzt nachzuholen. Da man aber nun auch in Paris sich darüber im Klaren ist, daß die Aussichten dazu, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, gleich Null sind, verlegen sich die Franzosen auf die oft mit Erfolg erprobte Verschleppungstaktik. Für sie sind auch jetzt vor der Genfer Ratstagung alle psychologischen Vorbereitungen getroffen, wobei das landesverräterische Treiben der (Emigranten im Saargebiet und die als Treuhänder des Völkerbundes eine äußerst merkwürdige Rolle spielende Regierungskommisston den Franzosen die besten Dienste leisten. Diese drei Verbündeten suchen die Wahrheit dahin zu verdrehen, als ob die Ruhe und Ordnung im Saargebiet durch die deutsche Propaganda so gestört fei, daß eine freie Abstimmung wenigstens zu dem im Versailler Vertrag vorgesehenen Termin nicht gewährleistet werden könne. Deshalb müsse dieser Termin durch einen Beschluß des Völkerbundsrats hinausgescho- b e n werden und in der Zwischenzeit durch die Entsendung einer internationalen Polizeitruppe in das Saargebiet dort die Ruhe wiederhergestellt werden. In Wahrheit soll dieses heuchlerische Manöver den Franzosen Zeit lassen, die ohnehin schon durch den Raubbau der französischen Bergwerksverwaltung schwer in Mitleidenschaft gezogenen Saargruben bis zum letzten auszupowern. Und die Herren Emigranten gedenken mit Hilfe der landfremden Polizeitruppe in dieser Zeit ein Terror- regiment aufzurichten, das den Zorn der Saarländer bis zum Aeußersten reizen soll, womit dann dem Völkerbund das Untunliche einer Volksabstimmung demonstriert werden könnte. Mit solchen Machenschaften hoffen die (Emigranten, von denen eine Reihe von der deutschen Kriminalpolizei wegen gemeiner Verbrechen steckbrieflich gesuchter (Elemente es fertiggebracht hat, unter dem Schutz der Regierungskommission leitende Stellen in Polizei und Verwaltung zu ergattern, sich dies Dorado noch eine Zeitlang zu erhalten. Herr Knox, der Präsident der Regierungskommission hat mit seinem Brief an den Völkerbundsrat diesen dunklen Ehrenmännern den Steigbügel zu halten versucht, aber die vagen Andeutungen dieses Briefes, die dem Schreiber selber reichlich phantastisch Vorkommen, werden in Genf vermutlich schnell als das erkannt werden, was sie sind, ein plumper Versuch einseitiger Stimmungsmache unter schamloser Verdrehung der Wahrheit, den der Rat als beleidigende Mißachtung seines eigenen Urteilsvermögens ohne Debatte beiseiteschieben sollte. Deutschland kann den Genfer Verhandlungen, an denen es zwar nicht selber beteiligt, aber höchst interessiert ist, mit Ruhe folgen. Der Völkerbund hat Gelegenheit, durch wahrhaft weise und unparteiische Beschlüsse, die eine freie Volksabstimmung im Saargebiet zu dem in Versailles bestimmten Termin gewährleisten, seinen schlechten Ruf, in den er durch fein Versagen in den Aufklärung ist Erziehungsarbeit an -er Nation. Sie inneren Konten in Frankreich rüsten Oie Radikalsozialisten überprüfen ihr Verhältnis zur Nationalregierung. Bon unserem v. G.-Berichterstatter. So versichern wir uns mitten im Aufbauwerk der Gefolgschaft des Volkes, weil wir wissen, dah ohnedem unsere Arbeit nur Stückwerk bliebe. Wir wollen den Kritikern im Lande von Angesicht zu Angesicht entgegentreten, wollen sie zur Rede stellen und sie dem Volke in ihrer ganzen verbrecherischen Haltung zeigen. Wenn der Rationalsozialismus also jetzt wieder zu einem grohen Aufklärungsfeldzug an- feht, so folgt er damit seiner besten und ältesten Tradition. Er leistet damit Erziehungsarbeit an der Ration. Er trommelt die Wohlmeinenden innerhalb und autzerhalb der Partei zusammen gegen die kleine Schar von Rörglern, die keinen lleberblick über das Ganze zu gewinnen vermögen. Es steht nicht nur eine Regierung auf der Wacht, sondern eine Millionenbewegung. Wenn der Führer den Arm erhebt, so erhebt damit diese tolze große Bewegung den Arm, und wehe dem, aus den dieser Arm herniedersaust. Wenn die ausländische Presse bei der Ankündigung dieses Der» ammlunasfeldzuges erklärte, das Prestige des Nationalsozialismus im Lande sei gesunken, und die Tat umsetzen. Wir glauben, daß das Volk reif ist, jeder Gefahr ins Auge zu schauen. Die Regierung sagt die Wahrheit, sie handelt nach der Wahrheit. Sie ruft das ganze Volk auf, mit aller Kraft der Regierung zu helfen, um die schwere Gefahr zu überwinden und das Schicksal zu meistern, das uns für unser Land und unser Volk auferlegt worden ist. Gefahren sind nicht nur auf wirtschaftlichem und politischem Gebiete zu bemerken, sondern auch auf kulturpolitischem Gebiet. Das Volk selbst hat mit seinem Instinkt diese Gefahren selbst gesehen. Wenn beispielsweise die Juden glauben, daß der unblutige Verlauf der deutschen Revolution ihnen das Recht gebe, in altgewohnter Frechheit und Arroganz wieder das deutsche Volk zu reizen und zu provozieren, so sollen sie unsere Geduld nicht allzu sehr auf die Probe stellen. Wir haben die Juden geschont. Wenn sie aber meinen, sie könnten deshalb wieder auf deutsche Bühnen treten, um dem deutschen Volke Kunst darzubieten, wenn sie meinen, sie könnten wieder in den Redaktionsstuben auftauchen, um deutsche Zeitungen zu schreiben, wenn sie wieder über den Kurfürstendamm ftanieren, als wenn gar nichts geschehen wäre, so mögen ihnen diese Worte als letzte Warnung dienen. (Neuer stürmischer Beifall) Sie haben sich in Deutschland so aufzuführen ' sich das für Gäste gehört. Wenn sie meinen, ihre jüdischen Glaubens- und Rasse- gcnossen in der Welt sie herauspauken könnten, so mögen sie davon überzeugt sein, daß, was die Welt in bezug auf die Iudenfrage uns antun könnte, das hat sie getan, das haben wir in Kauf genommen. Die Iudenfchaft kann davon überzeugt fein, wir lassen sie in Ruhe, wenn sie still und bescheiden sich in ihre vier Wände zurückzieht, wenn sie nicht provoziert, und wenn sie nicht vor das deutsche Volk tritt mit dem Anspruch, für vollwertig und gleichwertig angesehen zu werden. Tut die Juden- schäft das nicht, so muß sie die notwendig ein- tretenden Folgen sich selbst zuschreiben. Wir haben es nicht nölig, den Rationalsozialismus von Menschen ausdeuten zu lassen, die vom Rationalsozialismus keinen hauch verspürt haben. Diesen Leuten gegenüber haben wir eine Milde gezeigt, die vielfach von unseren Anhängern gar nicht mehr verstanden worden ist. Wenn die uns feindliche Reaktion nun versucht. den Kamps gegen den Rationalsozialis- mus auf dem Umweg über die Kirchen fortzusehen, so werden wir auch das zu verhindern wissen, wenn es eine Gefahr für uns bedeutet. Richt die Kirchen führen diesen Kampf gegen uns, sondern ganz kleine Klüngel. Man kämpft nicht aus religiöfen, sondern aus politischen Motiven. Sie schimpfen uns Ne-uheiden, uns, die mir ihnen die Möglichkeit gesichert haben, überhaupt noch au den Kanzeln zu stehen! Was hat das Zentrum gegen die Unsittlichkeit getan? Ich habe niemals gelesen, daß Kardinal Faulhaber seinerzeit Protest gegen die Entsittlichung des Volkes im Theater, Kino uiro. eingelegt hätte. 2llle diese streitbaren Gottesmänner sind aufgefordert, mit mir zusammen einmal zu den Armen vom Wedding und von Neukölln zu gehen. Wir stellen uns dann vor diese Armen und fragen sie, was s i e für christlicher halten: Daß man im vergangenen Winter Über Dogmen stritt, oder daß man diesen Armen Brotund Wärme gegeben hat. Diese streitbaren Gottesmänner sollen sich nicht darüber täuschen, wie das deutsche Volk über sie denkt. Das deutsche Volk ist des ewigen Streitens längst müde. Wir werden das in Zukunft nicht mehr zulasten, denn nicht Gottes Wort wird dort verkündet, sondern das Wort des Zentrums, das dem deutschen Volk auf dem Umweg über die Kanzeln vorgeredet werden soll. Was würden die kirchlichen Würdenträger sagen, so fragte Dr. Goebbels unter minutenlangem brausendem Beifall, wenn wir in ihrer Papstgeschichte herumschnüffelten, wo dem Vernehmen nach auch nicht alles so gewesen sein soll, wie es dem christlichen Sittenkodex entspricht. Wir weisen das weit von uns. Ein Kirchenfürst soll über die Kirche, aber nicht über den Rationalfozialismus reden. Denn die Kirche die tiefe Sehnsucht nach Frieden, die nach der nationalsozialistischen Revolution eintraf, nur mit Streif zu erwidern verstand, so darf sie sich nicht wundern, wenn diese Sehnsucht sehr bald wieder auf das Politische überschlägt. Der Rationatsozialisrnus hat die Gegensätze überwunden. Es kann deshalb weder eine katholische, noch eine protestantische Presse geben. Wenn die Ration wieder in ihre einzelnen Interessensphären zurückfallen wollte — man müßte deshalb zu diesem Mittel greisen, so kann ich nur sagen: Man soll nicht von sich auf andere schließen. Es wäre zu wünschen, daß alle Regierungen so fest stünden wie die unsere. Mancher Minister des Auslandes könnte sich beglückwünschen, wenn er eine so lange Zeit vor sich hätte wie wir. Das deutsche Volk hat für diese Unterstellungen nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Wir appellieren an das Volk, weil uns das e i n inneres Bedürfnis, weil es uns Freude ist, und weil wir erneut wieder in unserer Bewegung und im Volke stehen wollen. An dieser Bewegung werden auch alle Sabotageversuche zerschellen. Sie wird die Regierung der Pflicht entheben, gegen die Miesmacher und Saboteure vor- zugehen. Sie wird millionenfach den Schrei erheben: Nun aber Schluß, jetzt ist es zu Ende mit unserer Geduld! Nicht länger soll man unsere Geduld mißbrauchen! Jetzt appelliert die Bewegung an die Nation, und dieser Appell, so schloß Minister Dr. Goebbels unter brausendem Beifall, wird nicht ungehört verhallen! Wenn die Bewegung an die Nation appelliert, so wird die Nation mit i h r sein. — Auch draußen noch vor dem Sportpalast bereitete die Menge Dr. Goebbels bei der Abfahrt stürmische Ovationen. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, den 10. Mai-1934. Der Mai kann eine vorläufige Klärung der inner- politischen Lage in Frankreich bringen. Zunächst wird der augenblicklich stattfindende außerordentliche Landesparteitag der Radikal so- zialistifchen Partei eine Entscheidung über i)ie künftige Haltung der Radikalfozialisten gegenüber dem Kabinett der nationalen Einigung ergeben. Die Meinungsverschiedenheiten im radikal- ozialistischen Lager haben seit Wochen die Oeffent- lichkeit beschäftigt und es hat nicht an Prophezeiungen gefehlt, die einen Zerfall dieser Partei, die eit ihrem Siege bei den letzten Parlamentswahlen im Jahre 1932 die französische Politik entscheidend beeinflußt hat, aussagten. Obwohl zweifelsohne mit einer stürmischen Aussprache auf der Parteitagunq in Clermont-Ferrand zu rechnen ist, dürfte jedoch die Mehrheit der dort zusammenkommenden Vertrauensleute sich hinter den Parteivor- itzenden Herriot stellen, und damit seine Zugehörigkeit zur Regierung Doumergue billigen. Eine Wiederholung des berühmten Falles von Angers — damals veranlaßte der Landesparteitag die radikalsozialiftischen Minister zum Austritt aus dem Kabinett Poincarö — ist kaum zu erwarten. Immerhin werden die Parteiführer ihr ganzes Geschick aufbieten müssen, um die Opposition, die von den sogenannten Jungtürken auf den linken Flügel der Partei in unnachgiebiger Weife vorgetragen werden wird, keinen allzu großen Einfluß auf die Tagung gewinnen zu lasten. Wahrscheinlich wird eine dehnbare Entschließung ausgearbeitet werden, die möglichst vielen Wünschen gerecht wird und nach außen hin die Einheit der radikalsozialistischen Partei bekunden kann. Zunächst scheint noch keine Klarheit über die einzelnen Punkte dieser Entwicklung zu bestehen, aber Herxiot würde sich kaum in seinen letzten Erklärungen eindeutig für die Zusammenarbeit mit der Regierung der nationalen Einigung ausgesprochen haben, wenn er nicht wüßte, daß er auf eine Mehrheit rechnen kann. Bisher läßt sich in der Tat aus den Entschließungen der radikalsozialistischen Departementsvereinigungen feststellen, daß die Mehrheit es für verfrüht hält, in der Problem- ftcUuncj rechts ober links Farbe zu bekennen. Diese Unschlüssigkeit, und wenn man will: Schwäche der Radikalsozialisten, bietet eine günstige Grundlage für die schon so oft in kritischen Augenblicken der Parteigeschichte vorgenommene Ueberdrückung latenter Gegensätze. Einigkeit besteht unter den Radikalsozialisten eigentlich nur über die Forderung nach grundlegender Säuberung der Partei von allen Elementen, die durch den Staviskyskanbal belastet sind, oder sonst als unwürdig oefunden wurden. Man ist sich klar darüber, daß die Partei im Wahlkampf allzu stark belastet wäre, wenn sie nicht bei Zeiten solche unliebsamen Mitglieder abstoßen sollte. Der zweite Hauptpunkt der Tagung, der der allgemeinen Politik gilt, wird die Meinungsver- nationalen Front die übrigen Kampfbünde, die mehr ober weniger ausgesprochen rechtsgerichtet finb, noch nicht beigetreten inb. Der Grunb bürste bei ber Action } r a n g a i f e in dem royalistischen Programm zu uchen sein. Die Action Franxaise, die bisher noch immer über die von den Gegnern am meisten ge- ürchtete beste Organisation verfügt, bleibt immerhin in loser Fühlung mit der nationalen Front. Der Verband der Feuerkreuzler, der Croix de Feu et Briscard, hat augenscheinlich eine Festlegung auf das Programm der nationalen Front vermeiden wollen, um in feiner Werbetätigkeit nicht behindert zu werden, während der Führer der Francisten, Bucavd, eine Zusammenarbeit mit jedem Rechtsblock mit der Begründung abgelehnt hat, daß für ihn die Problemstellung rechts oder links nicht gegeben sei, da seine Bewegung sich an das ganze Volk wende. Die verschiedenen Gruppierungen ber jüngsten Vergangenheit finb nur ein Vorspiel für spätere Auseinanberfetzungen. Aeußerlich ist im Vergleich zu ben auf bie Februarunruhen gefolgten Wochen eine leichte Entspannung eingetreten, aber bie innere Gärung hält weiter an. Nicht nur in Paris, fonbern auch im ßanbe, wofür bie allfonntäglichen Zwischenfälle unb Zusammenstöße einen beutlichen Beweis liefern. Offen bleibt bie Frage, ob Frankreich ben Weg ber Evolution ober ber Revolution gehen wirb; bas hängt bem französischen Temperament entsprechet vielleicht von Zufällen ab. Ministerpräsibent Doumergue wirb am Dorabenb bes Wieberzusarnrnentritts ber Kammer burch ben Runbfunk bas französische Volk zur Ruhe unb Disziplin mahnen. Wirb er aber neue Wahlen auf lange Zeit hinausfchieben können? Schon jetzt beginnt bie Vorarbeit für bie Auseinandersetzung mit bem Stimmzettel in schärfster Weise, unb es ist anzunehmen, baß bie Gemüter bis zu bem eigentlichen Wahlkampf sich weiter erhitzen werben. Argwöhnisch beobachten sich bie einzelnen Gruppen unb versuchen, ben günstigsten Ausgangspunkt für bie Entfcheibung zu gewinnen. Unvorhergesehene Ereignisse können bie aufgespeicherten Energien unerwartet schnell zur Entlobung bringen, ba aber roeber bie Linke noch bie Rechte völlig gerüstet ist, kann ber Kampf ebenso gut auch hinausgeschoben werben. Die ersten Angriffe auf Herriot. Paris, 11. Mai. (DNB.) Die radikalsozialistische Landesparteitagung in Clermont - Ferrand begann ihre dreitägige Tagung unter bem Vorsitz ihres Präsidenten H e r r i o t. Als Herriot ben Platz des Dorsitzenben einnahm, wurden Rufe nach dem Vorsitzenden der Landesgruppe Seine et Oise, Cude» ne t, laut, ber als ein erklärter Gegner ber Regierung der nationalen Einigung gilt. Herriot erklärte: „Ich habe nur den einen Wunsch, daß diejenigen bie mich angreifen wollen, es offen und ehrlich tun. Es scheint, daß man von mir Rechenschaft verlangen will. Auch ich habe Rechenschaft zu fordern. Aber wir müssen in Würde, Ruhe und Ordnung arbeiten, wie es einer großen Partei geziemt." Albert B a y e t, der Leitartikler der „Röpubli- que" verlas bann seinen Bericht über bie Reinigung der Partei. Bay et erklärte, daß der Stavisky-Skandal nicht ein ausgesprochener Skandal der Linken sei, denn der Betrüger habe seine dunklen Machenschaften unter dem Rechtskartell begonnen. Der Redner zitierte sodann die Namen der kompromittierten Abgeordneten und forderte die Partei auf, zu erklären, ob diese Männer noch länger Mitglieder bleiben dürsten. Er griff auch den ehemaligen Justizminister Renault und den Vorsitzenden des Finanzausschusses der Kammer M a l v y an und stellte ihre weitere Mitgliedschaft in Frage. Als ein anderer Vertreter der Partei den Bericht Bayets für unzulänglich erklärte und forderte, daß verschiedene Mitglieder der Partei ex officio ausgeschlossen werden müßten, fühlte sich Herriot persönlich angegriffen und fragte den Redner, ob er ihn meine. Als die Antwort positiv ausfiel, erklärte Herriot, daß er morgen zu feiner Mitwirkung an der augenblicklichen Regierung Stellung nehme. Er wolle jedoch sofort eine grundsätzliche Frage klären. Er habe den Ministerpräsidenten im Namen der Partei seine Treue versichert. Heute könne die ganze Partei ihn auffordern, sein Ministermandat niederzuleaen, so würde er es nicht tun. Er sei ein freier Mann, und er fühle sich beleidigt, wenn man ihm vorwerfe, daß er nach Ministersesseln jage. Wenn die Partei am Samstag Beschluß gefaßt habe, werde er allein darüber entscheiden, ob er noch länger an der Spitze der Partei bleiben solle ober nicht. Eingeborenen-Kundgebungen gegen die französische Protektoratsherrschaft in Marokko. Fez, 11. Mai. (Havas.) Seit einigen Tagen ' machte sich eine gewisse Werbetätigkeit in der Ein- aeborenenftadt bemerkbar. Schon am Tage ber . Ankunst des Sultans hatten etwa 40 junge Leute vor feinem Wagen demonstriert. Sie wurden jedoch von ben Spahis leicht zerstreut. Ferner hatte ein gewisser Culd Lest, ber bereits zu ' einem Jahr Gefängnis verurteilt, dann aber vom Sultan begnadigt worden war, an mehreren Stel- 1 len bie französischen Fahnen, bie neben ben Fahnen bes Scherifats wehten, Heruntex- geholt. Wenn auch bie Lage burchaus nicht ernst ist, so sind doch alle zweckmäßigen Maßnahmen ge- 1 troffen, um eine Wiederholung solcher Kundgebun» ‘ gen zu verhindern. Nach dem festlichen Empfang, i den die Stadt Fez dem Sultan bereitet hat, Haden , Störenfriede ben Besuch des Sultans im Heiligtum von Moulay Idriß zu einer Kundgebung gegen ben Sultan benutzt. Der Sultan, der ein Freund Frankreichs bleiben will, hat zum Zeichen ber Mißbilligung solcher Vorgänge Fez am 3. Mai morgens verlassen, um nach Rabat zurückzukehren. Seine Abfahrt ging ohne Störungen Donftatten. Inzwischen ist der französische Vertreter bei ber Generalresidenz in Fez eingetroffen unb hat sich sofort mit ben Behörden in Verbindung gesetzt. Am 11. Mai morgens herrscht in der Eingeborenenstadt Ruhe. Vor der Entscheidung im arabischen Krieg. Kairo, 11. Mai. (DNB.) Der Imam von Jemen hat seine Streitkräfte vor ber Haupt- stabt Sana zusammengezogen und bereitet sich barauf vor, sein Gebiet „bis zum letzten Bluts- tropfen" zu oerteibigen. Die Jemen-Regierung hak erklärt: Wenn Ibn Saub Krieg will, so finb wir zum Kriege bereit; wenn er Frieben will, so sind wir zum Frieben bereit. Inzwischen bereiten sich an ber Küste bie Truppen Ibn Saubs barauf vor, bie Hauptstadt Sana, bie 2500 Meter über dem Meeresspiegel liegt, mit Gebirgsgejchützer» dis weshalb halten wir tonn überhaupt eine Revolution zu machen brauchen? Der Minister tarn bann auf feine Rebe auf ber Saarkunbgebung in Zweibrücken zu sprechen unb erklärte bazu u. a.: Die Meinung, Deutschlanb hätte Angst, baß bie Saar ihm verloren gehen könnte, ist schon beshalb abwegig, weil wir lieber heute als morgen bort ab stimmen würben. Wenn Frankreich erklärt, ber nationalsozialistische Propaganbaminister hätte eine heftige Rebe gehalten, so kann ich nur sagen, ich habe nur bie Dinge beim Namen genannt. Die Wahrheit pflegt immer heftig zu fein. Es ist auch nicht an bem, baß wir etwa Frankreich mit bem Nationalsozialismus verseuchen wollten. Wie kämen wir auch bazu. Uns gefällt ein bemotra« tifches Frankreich viel besser als em nationalsozialistisches. Der Nationalsozialismus stärkt ein Volk unb ist im übrigen nicht ein Exportartikel, fonbern ein deutsches Patent, bas wir eifersüchtig bewachen wollen. Unb wenn man fragt, warum Die SA. in Deutschlanb weiterbesteht, so kann ich hierzu nur sagen, baß biefe SA. letzten Enbes auch Frank- reich vor bem Bolschewismus gerettet hat. Es ist hier in Deutschlanb eine Front von Hunberttausenben von Männern aufgebaut, bie ben Bolschewismus abgewehrt hat, unb gerabe bie westlichen Demokratien sollten Deutschlanb sehr bantbar bafür sein. Sie sollten alles anbere tun, als sich Gebauten barüber zu machen, warum biefe SA. weiterbesteht. Die SA. ist nicht eine Kriegs-, säubern eine Friebenstruppe, eine Tru ppe ber Drbnung unb Disziplin, bie junge Deutsche zu Bürgern bes Staates macht unb ein Garant bafür ist, baß Spannungen innen- ober außeu- I politischer Natur von bem gefestigten deutschen l Volk beseitigt werben. schiebeuheiten aber um so beutlicher aufzeigeu. Wäh- reub ein Teil sich barauf beschränken wirb, im Rahmen ber besteheuben Möglichkeiten, b. h. in Zusammenarbeit mit ber Regierung ber nationalen Einigung ein Reformprogramm auszuarbeiteu, bas im Laube mit mög» lichst vielen Anhängern zu rechnen hätte, werben anbere ganz klar in Opposition zu bem an sich unparlameutarticheu Gruubsatz einer mit Aus- uahmevollmachteu ausgeftatteten Regierung treten unb zumiubesteus gewisse Bebiugungeu an ihre Mitarbeit knüpfen. Der äußerste linke Flügel wirb wahrscheinlich bie allgemeine politische Aussprache zu einer scharfen Kritik am eigenen Parteiführer benutzen. Diese Angriffe werben sicherlich auch im Zeichen bes Gegensatzes zwischen alt unb jung stehen. Wenn aber die Vertreter ber rabifalen Richtung mehr ober weniger offen mit Austritt brohen, falls ihren Wünschen nicht Rechnung getragen werben sollte, so werben sie in ber Miuberheit bleiben. Auf alle Fälle kann man mit einiger Spannung bem Aufeiuauberpralleu ber verschiedenen Richtungen entgegensetzen. Unter Ausnutzung bes Schlagwortes von ber Verteibiguug gegen ben broheubeu Faschismus hat ber Führer ber sogenannten Gemeinsamen Frout, bie in gewisser Hinsicht mit ber in Deutschlaub verstorbenen „Eisernen Front" vergleichbar ist, ber frühere rabikalsozialistische unb bann nach einem Streit mit Herriot nach links abgemanberte ehemalige Abgeorbuete Bergery auf ber Linken eine nachhaltige Propagauba für ben Zusammenschluß z u einem Aktionsprogramm ber Linken entfaltet. Unb er hat von ben Kommunisten bis zu ben Rabikalfozialisteu Anhänger ge- funben. Auch Diese überparteiliche Gruppierung wirb nicht ohne Einwirkung auf bie rabikalfozialistische ßanbesparteitagung bleiben. Inzwischen nutzt die bisher noch sehr zersplitterte Rechte den Burgfrieben, in bessen Zeichen das Kabinett Doumergue gebildet wurde, dazu aus, um die Reihen für die bevorstehende Auseinandersetzung fester zu schließen. Die außerparlamentarischen Organisationen, die in Form von Kampfbünden in letzter Zeit in den Vordergrund getreten sind, haben ihre Werbetätigkeit auf bie Provinz übertragen unb finb bemüht, ihre Schlagfertigkeit ständig zu erhöhen. Don Interesse ist auf dieser Seite ber soeben erfolgte Z u - sammenschluß der Jeunesses Patrio- te s mit ber Solidarit 6 Fran^aise zu einer Nationalen Front. Die patriotische Jugenb, die bereits auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblickt, ist mit ber Solibarits Franyaise, bie nach verschiebenen mißglückten Versuchen feit einem Jahr neu aufgebaut unb zu einer umfangreichen Organisation ausgestattet worben ist, ein Bündnis eingegangen, um ber wachsenben roten Front eine nationale Front «ntgegenzusetzen. In wöchentlick>en Versammlungen soll das Verbinbungskomitö beider Verbände ein gemeinsames Aktionsprogramm aus« arbeiten. Zunächst fällt es auf, daß dieser neuen diese Krise überwinden zu helfen. (Anhaltender Beifall.) Es ist geradezu verbrecherisch, wenn Menschen im ßanbe umtzergehen und ßeuten, die ohne- hin schwer zu kämpfen haben, auch noch den Mut nehmen. Wenn noch ein Teil des Auslanbes uns mit bem anonymen Boykott begegnet unb deutsche Waren nicht abnehmen will, so wissen wir sehr wohl, baß bas auf unsere jübischen Mitbürger zurückzuführen ist. (ßebhafte Zustimmung.) Ich kann aber nicht, weil bie Juden im Auslanbe uns boykottieren, im Innern die Judengesetzgebung zurückziehen, sondern wir müssen biefe Krise eben burch st ehe n. (Anhaltende Zustimmung unb Beifall.) Die Juden meinen vielleicht, ihren jübischen Mitbürgern in Deutschland damit einen Dienst zu tun. Sie tun das Schlimmste, was sie überhaupt tun können, denn sie sollen nicht glauben, wenn sie in ber Tat den Boykott so weit trieben, daß er wirklich eine ernstliche Bebrohung unserer wirt- schaftlichen Situation darstellen würbe, daß wir deshalb bie Juden frei ausgehen ließen. (Wiederholter stürmischer Beifall.) Haß und Wut und Verzweiflung des deutschen Volkes würden sich dann zuerst an die halten, die im Lande greifbar finb. Wenn Deutschlanb ber Welt erklären muß, baß es nicht mehr in ber Lage ist, seine Schulben zu bezahlen unb bie Zinsen zu transferieren, so liegt bie Schulb nicht an uns. Nicht wir haben bie Schul- den gemacht, sondern die uns vorangegangenen Regierungen. Wir haben nichts ge- stheut, um das deutsche Volk von diesem Geschmeiß zu befreien. Die nationalsozialistische Regierung hat nichts unversucht gelassen, die schwere Krise, die ihr von ihren Vorgängern auf die Schultern gelegt wurde, zu beseitigen. Die Regierung weist es weit von sich, es sich bequem zu machen. Sie will bie Währung stabil erhalten unb lieber Gefahren unb Krisen überroinben, als bas Volk um« seine Spargroschen betrügen. Daß bei einem derartigen Umbauprozeß auch unliebsame soziale Erscheinungen sich bemerkbar machen, ist ganz erklärlich. Wenn ich vier Millionen Menschen Arbeit gebe, muh ich in der ersten Phase der Entwicklung in kauf nehmen, dah diesen vier Millionen nicht die Löhne bezahlt werden, die ein der Kulturhöhe des deutschen Volkes entsprechender Lebensstandard bedingt. Das beweist aber nicht, dah die Regierung unsozial ist ober dah sie die Kapitalisten geschont hätte, sondern beweist nur, dah die Regierung die Arbeitslosigkeit beseitigen will. Die Lösung dieses Problems ist jedes Opfer wert. Ich bin der lleberzeugung, dah der deutsche Arbeiter mit feinem gesunden Instinkt dafür Verständnis aufbringt dah er aber andererseits vom Unternehmertum verlangen darf, dah es diese sozialen Rotstände nicht über Gebühr und ohne Zwang vergröhert; denn die Opfer sollen nicht nur von den Armen, sie sollen auch von den Reichen gebracht werden. (Erneuter anhaltender Beifall.) Die Regierung hat es nicht nötig, vor den Miesmachern und Kritikastern ihre soziale Gesinnung unter Beweis zu stellen, sie wird durch unermüdliche, niemals rastende Arbeit bei Tag und Rächt bewiesen. Wenn ber Arbeiter sich bamit abfinbet, baß sein Los noch nicht bas menfchenwürbige Kulturniveau erreicht hat, fo muß ber Unternehmer Einsickt haben, unb ben Heroismus bes Arbeiters belohnen; beim wir leben heute im Kriege. Die Wirtschaft ist bem arbeitenben Volk nicht bevorrechtigt, fonbern sie hat sich dem Rhythmus ber Zeit einzufügen. Auch sie muß bie Volksgemeinschaft in dem Seewege nach Hobeibah geschafft worden sind, anzugreifen. Nach einem Funkspruch aus Kairo sollen neue Bemühungen um einen Waffen still- ft a n d irrt Gange sein. Der Imam von Jemen habe eine Vertreter im Reiche Ibn Sauds angewiesen, Waffen st ill st andsverhandlungen zu eröffnen. Der Gläubiger USA. Roosevelt wird mit den Schuldnerländern einzeln verhandeln. Washington, 11. Mai (DNB.) Präsident Roosevelt hat nicht die Absicht, eine a l l a e - meine Konferenz mit den europäischen Schuldner st aaten über die Kriegsschulden einzuberufen. Das Weiße Haus wiederholte seine Bereitwilligkeit, mit jedem Schuldner st aat einzeln über die am 15. Juni fälligen Kriegsschuldenraten zu verhandeln. Der Kongreß macht in der Schuldenfrage nach wie vor Schwierigkeiten, und Roosevelt muß hierauf Rücksicht nehmen, da er die Mitarbeit des Kongresses für wichtige inländische Reformpläne benötigt. Der Präsident wird daher den Kongreß nicht um Ermächtigung zum Abschluß neuer Abkommen mit verringerten Schuldsummen ersuchen. Ob Roosevelt von einzelnen Schuldnern den vollen Betrag verlangen oder ihnen einen gewissen Nachlaß gewähren wird, hängt von der Art der Gründe ab, die der betreffende Schuldner vorbringen kann. Formale Anerkennungsbeträge werden jedoch nicht mehr als befriedigende Abtragung der Schuldraten betrachtet. Es verlautet, daß Unterstaatssekretär Philipps dem englischen Botschafter, der dem Staatsdepartement einen Besuch abstattete, mitteilte, man würde Großbritannien als in Verzug betrachten, wenn es am 15. Juni lediglich einen Anerkennungsbetrag zahlen würde. „Daily Mail" meldet, daß die englische Re- aierung voraussichtlich am 15. Juni überhaupt keine Zahlung leisten, sondern den v o l l - ständigen Verzug erklären werde, falls Amerika keine neuen Verhandlungen für eine end- aültige Regelung anbieten werde. Der englische Außenminister Simon wandte sich in einer Rede in Manchester gegen die amerikanische Kritik, die einen ungünstigen Vergleich zwischen Englands bisherigem Haushaltsüberschuß und der englischen Stellung in der Schuldenfrage zog. Es handele sich bei diesen großen Zahlungen gar nicht darum, ob irgendein Land einen Haushaltsüberschuß habe oder nicht. Der springende Punkt sei vielmehr der große Schaden, dem der Welthandel und die Welterholung durch die Uebertragung großer Geldsummen erleide. Am 10. September Vollversammlung des Völkerbundes. Genf, 11. Mai. (DNB.) Der amtierende Präsident des Völkerbundsrates, der polnische Außenminister Beck, hat die 15. Vollversammlung des Völkerbundes auf den 10. September nach Genf einberufen. Als einzigen wichtigen Punkt der Tagesordnung gibt die Informationsabteilung des Völkerbundes den polnischen Antrag bekannt, der darauf hinzielt, die Verpflichtungen über den Schutz der Minderheiten entweder verallgemeinern oder aber — und das ift das eigentliche Ziel —, auch Polen von dieser Verpflichtung zu befreien. Stabschef Röhm verbietet der SA. Teilnahme an kirchenpolitischen Kundgebungen. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Das Presseamt der Obersten SA.-Führung teilt mit: Um die Versuche gewisser Elemente, Angehörige der SA. in k i r ch e n p o l i ti s ch e Streitigkeiten hineinzuziehen und dadurch dem Ansehen und der Geschlossenheit der SA. zu schaden, ein für allemal unmöglich zu machen, hat Stabschef Röhm einen Erlaß an die SA. herausgegeben, in dem ange- ordnet wird, daß jegliche Teilnahme von SA.-Angehörigen an kirchenpolitischen Demonstrationen verboten ist. Gleichzeitig wird jede Art von Amtshinderungen oder Maßnahmen gegenüber den Pfarrern beider Konfessionen untersagt. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Innern Dr. Frick wird am Muttertag im Rundfunk sprechen. Die Rede wird am Sonntag, den 13. Mai, von 19,10 Uhr bis 19,30 Uhr vom Deutschlandsender aus über alle deutschen Sender übertragen. Reichsinnenminister Dr. Frick hat den Ministerialdirektor im preußischen Ministerurn des Innern und General der preußischen Landespolizei D a - l u e g e mit der Leitung der im Reichsministerium des Innern neu zu errichtenden Polizeiabteilung beauftragt. Meldungen in der Auslandspresse über einen angeblichen Vertrag zwischen der Regierung der Provinz Yünnan in China und den I u n k e r s - Flugzeugwerken über den Bau einer Flugzeugfabrik, der Anlage eines Flugplatzes und der Ein- richtuna einer Fliegerschule sind völlig unzutreffend und frei erfunden. In München traten die Reichsleitung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, sowie die Gauamtsobleute und Kassenwarte der 34 Gaue zu einer Arbeitstagung zusammen. Die Reichstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes wird vom 3. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfinden. * Die unter dem Kommando von Kapitän Acland stehende englische M i n e n s u ch h a l b f l o - tille lief am Freitag nach Passieren des Nordostseekanals in die Holtenauer Schleuse ein. An Bord befand sich Oberleutnant John, als Begrüßungsoffizier der Reichsmarine. Die englischen Schiffe werden Horsens in Dänemark als nächsten Hafen.anlaufen. Das Präsidium des Vollzugsausschusses der Sowjetunion hat beschlossen, das Kollegium des Außenkommissariats der Sowjetunion aufzulösen. K r e st i n s k i und S t o m o n j a - kow werden zu Stellvertretern des Außenkommissars der Sowjetunion ernannt. Sokolnikow und K a r a ch a n wurden ihrer Aemter enthoben. $ie werden auf anderen Gebieten des Staatsdienstes verwendet. Paris und London rechnen mit dem Scheitern der Abrüstungskonferenz. England wird auf der Parität der Luftwaffe bestehen. London, 11. Mai. (DNB.) Baldwin erklärte auf einer Kundgebung in der Albert Hall für den Fall des Nichtzustandekom- m e n s einer Abrüstungsvereinbarung werde sich England bezüglich der Luftwaffe mit nicht weniger begnügen, als mit der Ebenbürtigkeit gegenüber der größten Macht innerhalb Kampfweite von der britischen Küste. In der Abrüstungsfrage müsse die eigene nationale Sicherheit vor Augen gehalten werden. Die einzelnen Vorschläge, die heute das Feld behaupteten, seien die britischen Vorschläge für die Beschränkung der Rüstungen. Baldwin bat um Vertrauen zur Regierung, die ebenso um die Sicherheit Englands wie um den Frieden der Welt besorgt sei. Die Presse widmet der Erklärung Baldwins starke Beachtung. „Daily Telegraph" schreibt mit einem deutlichen Wink an Frankreich: An der Stelle, an der die Meinungsverschiedenheiten am größten und zähesten seien, sehe man kein Anzeichen eines Fortschritts. Nicht einmal von einer Rüstungsbegrenzung, geschweige denn von Rüstungsherabsetzung als Gegenleistung für neue Sicherheitsgarantien kann jetzt mehr gesprochen werden. Es habe jetzt den Anschein, als ob die festgelegte Politik der französischen Regierung dahin gehe, zwar nichts zu verlangen, aber auch nichts zu gewähren und ihren eigenen Weg zu verfolgen. Nach der Antwort Barthous an Henderson zu schließen, sei dies auch die französische Stellungnahme in der Luftfrage. In einem Jahr außerordentlicher finanzieller Schwierigkeiten habe Frankreich 80 Millionen Franken für neue Flugplätze und deren Aufrüstung und 40 Millionen Franken für neues Material und die Dezentralisierung der französischen Flugzeugindu- strie bereit gestellt. England werde sicherlich eine letzte Bemühung machen, eine Luftkonven - ti o n zu erzielen. Aoer Baldwins Warnung sei vollkommen klar. England müsse jetzt seinen Blick in die Luft richten, wie es ihn früher auf die Meere gerichtet habe. Krankreich streckt die Kühler nach Moskau aus. London, 12. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Unter der Überschrift „Frankreich wird sein Heer verdoppeln" meldet „Daily Herald" in großer Aufmachung, daß die von General W e y g a n d und dem französischen Generalstab geforderte Dienstzeiterhöhung von einem a u f zwei Jahre mit größter Wahrscheinlichkeit in aller Kürze von der französischen Regierung bewilligt werden wird. Dies bedeute nichts anderes als eine Verdoppelung des stehenden Heeres Frankreichs, da man in Paris überzeugt fei, daß ein Zusammenbruch der Abrüstungskonferenz unvermeidlich sei. Das französische Kabinett bemühe sich energisch um die e n g ft e Zusammenarbeit mit Rußland, da Frankreich seine Hoffnungen auf ein Bündnis mit England vorläufig aufgegeben habe. Barthou sei von seiner Osteuropareise mit der Ueberzeugung zurückgekehrt, daß die von Herriot angestrebte russisch-französische Zusammenarbeit die richtige Politik sei. „Alle Gespräche im französischen Außenministerium drehen sich daher zur Zeit", so meldet die Zeitung, „um die russische Botschaft in Paris, wo in den letzten Tagen dauernd führende französische Politiker, Zeitungsredakteure und führende Persönlichkeiten des französischen Handels ein- und ausgehen. Alles ist erörtert worden, die wirtschaftliche, die diplomatische und die militärische Zusammenarbeit. Jedes Gespräch hat sich als befriedigend für beide Seiten erwiesen." Was die m i l i- t arische Seite betreffe, so hätten französische Sachverständige, die neulich in Rußland waren, sehr günstige Berichte über die Stärke, Disziplin und Ausrüstung der Roten Armee und der russischen Luftflotte vorgelegt. „Versteislmg"des Locarnopakts? Ein neuer Rettungsversuch Edens in Paris. London, 12. Mai (DNB.-Funkspruch). Der Lordsiegelbewahrer E de n reift am heutigen Samstag nach Paris ab, nachdem er von dem inzwischen nach London zurückgekehrten Präsidenten der Abrüstungskonferenz, Henderson, einen Bericht über die Besprechungen mit Barthou entaegen- genommen hat. Henderson wird heute auch Außenminister Simon über den Verlauf seiner Pariser Besprechungen berichten. „Pertinax" meldet dem „Daily Telegraph", Henderson habe in seiner Unterredung mit dem französischen Außenminister angedeutet, daß England zwar nicht an neue Verpflichtungen auf dem Festlande denke, möglicherweise aber eine neue „Auslegung" der Locarno-Verpflichtungen geben könne. Auf die Frage Hendersons, ob Frankreich in einem solchen Falle als Gegenleistung einer Herabsetzung seiner Rüstungen zustimmen würde, habe Barthou sich seine Antwort vorbehalten. In französischen Kreisen glaube man, eine Revision des Artikels 3 des Rhemlandpaktes, der dahin geht, daß England und Italien nicht mehr die Freiheit hätten, den Dölkerbundsrat anzurufen und eine einstimmige Empfehlung abzuwarten, anstatt mit allen ihren Kräften dem angegriffenen Staate zu Hilfe zu eilen, würde möglicherweise die französische Regierung zur Annahme einer Konvention für die Rüstungsbegrenzung bewegen. Es sei jedoch noch zu früh, um feststellen zu können, ob diese Anregung irgend ein greifbares Ergebnis zeitigen werde. Nach „News Chronicle" wird sich Eoen wahrscheinlich längere Zeit mit Barthou über eine „ V e r st e i f u n g " des Locarno-Vertrages unterhalten. Frankreich sei immer noch mehr an Bündnissen und an einem Uebergewicht über Deutschland interessiert, als an der kollektiven Sicherheit und der Gleichberechtigung. Aus aller Well. Hilfe für Buggingen. Reichspräsident von Hindenburg hat für die Hinterbliebenen der bei dem Bugginger Bergwerksunglück ums Leben gekommenen Bergleute aus seinem Dispositionsfond eine Spende von 10 000 Mark gestiftet. — Der Kyffhäuserbund hat - 2000 Mark als erste Hilfe für die vom Grubenunglück von Buggingen betroffenen Kameraden überwiesen. — Der Stellvertreter des Führers des Reichsbundes der Deutschen Beamten hat zur Linderung der Not 30 000 Mark für die Hinterbliebenen überwiesen. — Reichs st atthalter Gauleiter Sprenger hat an den Reichsstatthalter Wagner folgendes Telegramm gesandt: „lieber das Grubenunglück in Buggingen bin ich tief erschüttert. Ich spreche Ihnen meine herzlichste Anteilnahme aus und bitte diese auch den Hinterbliebenen zu übermitteln." — König Viktor Emanuel von Italien hat den Herrn Reichspräsidenten seines herzlichen Mitempfindens mit den Hinterbliebenen versichert. Krösuffe in Livree. Als vor einiger Zeit der Portier eines bekannten Londoner Hotels starb, wurde erzählt, daß er ein beträchtliches Vermögen hinterlasse. Wie man jetzt erfährt, beträgt der Nachlaß des Portiers, der sehr populär war, in der Tat die ansehnliche Summe von einer halben Million RM. In Paris stand ebenfalls der Portier eines Luxushotels im Ruf, ein Krösus zu sein. Er besitzt mehrere Miet- Häuser auf dem teuren Pflaster in der Nähe der Place Vendome, ein Auto und eine Villa. Der Portier eines Hotels in Venedig erklärt selbst, weit über 15 000 RM. jährlich allein an Provisionsgeschäften zu verdienen. Viele Fremde kaufen nämlich durch feine Vermittlung Bilder und Antiquitäten. Eins der ersten Hotels in Barcelona gehört einem Franzosen, der seine Laufbahn als Kellner in einem Cafe begann, und dann lange Portier in einem Marseiller Hotel war. Heute ist er vielfacher Hausbesitzer in seiner Vaterstadt Marseille. In Nizza hat ein Hotelportier sein Vermögen mit seiner Menschenkenntnis gemacht. Dieser Portier pflegte Spielern aus der Not zu helfen, indem er ihnen Geld zu einem Revanchespiel lieh und dabei jedesmal sein Geld mit großem Nutzen zurückbekam. In Berlin war vor dem Kriege der Portier eines Hotels Unter den Linden ein Großverdiener; seine, Einnahmen beliefen sich auf 20 000 RM. im Jahre. Zwei Sekretäre verwalteten fein Vermögen, das er in der Krise des Juli 1931 verloren haben soll. Verheerende Sandstürme in Nordamerika. Ein Sandsturm, wie er seit 20 Jahren nicht mehr zu verzeichnen war, wütet über den Staaten Minnesota und Dakota, über dem Gebiet des Mississippi, in Washington und an der Atlantikküste bis zur kanadischen Grenze. Nachdem starke Nordwestwinde den Sandboden in Minnesota und Dakota, wo eine Rekorddürre herrscht, aufgewirbelt hatten, wurden Chikago und Newyork in ein gelbliches Halbdunkel getaucht. Flugzeuge melden Sandwolken in einer Höhe von 5000 Meter. In Chikago schlugen sich schätzungsweise 10 000 Tonnen Sand nieder. Die Wetterbüros lagen ein weiteres Anhalten der Dürre voraus. Das Gewicht der Sandwolke, die zeitweilig vom Staate Montana bis nach Newyork reichte, wird von Sachverständigen auf 300 Millionen Tonnen geschätzt. Die Krankenhäuser in Newyork sind stark beansprucht, da zahlreiche Personen, denen der Sand in die Augen geflogen war, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Michel henriot der Mörder seiner Frau. Der Grundbesitzer Michel Henriot, der Sohn des Staatsanwaltes von ßaurient und Neffe des aus dem Stavifky-Skandal bekannten Abgeordneten Henriot hat eingestanden, feine Frau getötet zu haben, um in den Besitz der hohen Versicherungssumme zu gelangen. Seine Aussage, er habe seine kaum 19 Jahre alte Frau in seinem einsam gelegenen Hause erschossen aufgefunden, als er von der Jagd heim- gekehrt sei, klang so wenig überzeugend, daß der Untersuchungsrichter ihn am Freitag noch einmal eingehend vernahm. Das Geständnis hat großes Aufsehen erregt. Amerikanischer Oelmagnat von Banditen entführt. Eine der verwegensten Entführungen wurde in Los Angeles von zwei maskierten bewaffneten Männern mit Revolvern ausgeführt. Sie verschleppten den Millionär und Oelindustriellen William F. Gettle, während er auf seinem neu erworbenen Landsitz eine Gesellschaft gab. 10 Gäste hielten sich im Wohnhaus auf. Als Gettle und ein Freund nach einem Schwimmbad die benachbarte Laube betraten, um sich wieder anzuziehen, fprangen die beiden Maskierten hinzu, knebelten beide, banden den Freund an einen Baum fest, während sie Gettle in ein Automobil hineinzogen und davonrasten. Wie ergänzend gemeldet wird, haben die Entführer jetzt Gettles Rechtsanwalt R a n c o n angerufen und von ihm die Ueberweisung von 75 000 Dollar L ö f e g e l d verlangt. Während der Rechtsanwalt noch über diese Forderung verhandelte, wurden von der Mutter Gettles telephonisch, an- scheinend von anderen, 40 000 Dollar Lösegeld für ihren Sohn verlangt. Trebitsch-Lincoln aus England abgeschoben. Der Abenteurer Trebitsch-Lincoln, einst- mals englischer Unterhausabgeordneter, der jetzt als buddistischer Priester die Welt bereift, wurde, wie aus London gemeldet wird, am Freitag von der englischen Behörde wieder abgeschoben. Unter polizeilicher Begleitung wurde er zum Dampfer „Duchess of York" gebracht. Lincoln war, wie bereits gemeldet, erst vor einigen Tagen an Bord desselben Dampfers aus Kanada in England eingetroffen. Neun feiner „Schüler" begleiten ihn nun- nach dem Fernen Osten. Scheuende Pferde am schrankenlosen Bahnübergang. Eine Tote, zwei Schwerverletzte. Kurz bevor ein Güterzug einen unbeschrankten Gleisübergang zwischen Piltsch und Leimerwitz (O. S.) passieren wollte, scheuten die jungen Pferde eines zur Feldarbeit fahrenden Bauern. Während es den durchgehenden Pferden noch gelang, an der Lokomotive Dorbeuutommen, traf der Anprall den Ackerwagen, auf dem sich der Landwirt, feine Mutter und seine elfjährige Tochter befanden. Die Mutter wurde bei dem Zusammenprall getötet der Landwirt und seine Tochter schweb verletzt. Der russische Eisbrecher „Malygin" gestrandet. Bei Archangelsk ist der Eisbrecher ,.M alygin", der an der Rettungsaktion des Luftschiffes ,Ltalia" (Nobile) teilgenommen hat, gestrandet. Vier Dampfer versuchten, ihn flottzumachen. Bis jetzt sind alle Versuche ergebnislos geblieben. Riesige Feuersbrunst in einem finnischen Ort Ein gewaltiges Schadenfeuer äscherte, begünstigt durch Trockenheit und starke Winde, den Ort Kannus in Oesterbotten (Finnland) fast völlig ein. 50 Gebäude wurden ein Raub der Flammen, darunter das Pfarrhaus, das Stadthotel und die Schule. Der Grohbetrüger Insult auf freien Fuß gesetzt. Dei> Großbetrüger Samuel Insult ist nach Stellung einer Bürgschaft von 200 000 Dollars durch eine Versicherungsgesellschaft auf reien Fuß gesetzt worden. Er begab sich auf Anraten seines Sohnes zur Erholung ins Krankenhaus. Schauspieler in Höfen. Kürzlich mußte das Publikum eines Budapester Theaters ungebührlich lange auf den Beginn des letzten Aktes warten. Bisher hatte man sich herrlich unterhalten. Man gab ein Kriminalstück, das außergewöhnlich spannend war. In der großen Pause waren Wetten abgeschlossen worden, ob der Verbrecher sich doch wieder den Händen der Polizei entziehen würde, nachdem ihm auf offener Bühne die Handfesseln angelegt worden waren. Es bildeten sich zwei Parteien „dafür" und „dagegen", der Dichter des Stückes, der unerkannt unter den Zuschauern weilte und bescheiden etwas von dem kommenden Schluß der Aufführung verlauten ließ, wurde glatt überstimmt, und schließlich mußte man zwei Herren mit Gewalt auseinanderreißen, nachdem sie sich gegenseitig mit den Fäusten ihre Chemisettes zertrümmert hatten. Und bann, vor dem letzten Akt, kam die unerwartete Verzögerung. Was war hinter den Kulissen geschehen? Weder war die Hauptdarstellerin in Ohnmacht gefallen, noch war ein notwendiges Requisit oerlorengegangen. Etwas viel Lächerlicheres, aber gleich Peinliches hatte sich ereignet. Der Darsteller, der den Verbrecher spielte, hatte kurz vor seinem letzten Auftritt, den er ohne Fesseln spielen mußte, bemerkt, daß er die Handschellen nicht mehr ab st reifen konnte. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich zusammen mit seinem Partner, dem „Detektiv", in einem Auto zum Polizeipräsidium zu begeben. Dort fand man sogleich einen Sachverständigen, der die Fesseln mit einem einzigen Griff auseinanberbog. Nach einer rafenben Rückfahrt konnte bann ber Vorhang enb» lich hochgehen, unb ber Schauspieler erschien strah- lenb, wenn auch etwas erhitzt, auf ber Bühne. Unb weil er fein Glück über bie Befreiung so glänzend unb so natürlich zum Ausbruck bringen konnte, vergaß bas Publikum bie Störung, unb ber Beifall wollte nicht enben. kleine Ursache — große Wirkung. Man kennt das Beispiel, wie ein Vogel beim Auffliegen von einem hohen Schneeberg ein Flöckchen Schnee ins Rollen bringt unb damit eine furchtbare Lawine verursacht. An diese Geschichte muß man jetzt bei dem Unglück denken, das sich in Paris ereignet hat. Aus einem Restaurant war eine Billardkugel hinüber in die Veranda des Neben- grundstücks geflogen. Es klirrte, und eine kostbare Vase lag in Scherben auf dem Boden. Von dem Krach war eine Katze aufgewacht, die warf vor Schreck einen brennenden Spirituskocher um und setzte damit die Tischdecke in Brand. Als sich das Feuer auf die ganze Veranda ausgedehnt hatte, kam die Besitzerin der Wohnung herzu. Beim Anblick der Flammen wurde sie vom Herzschlag getroffen unb fiel tot um. Sie war kurz davor vom Notar gekommen, wo sie sich mit ihm über ihr Testament besprochen hatte. Es fehlte nur noch ihre Unterschrift, da sich die alte Dame noch verschiedenes durch den Kopf gehen lassen wollte. Dieses Zögern kommt jetzt der Enkelin teuer zu stehen, die ohne einen Cent zurückbleibt. Damit hat sich auch ihrs Verlobung aufgelöst, denn ihr Verlobter hatte sich in der Hoffnung auf.die reiche Erbschaft bereits in recht erhebliche Schulden gestürzt. Kleine Ursachen —» große Wirkungen ... Der Leiter der GPU. f Der Leiter der GPU. der bolschewistischen Geheimen Polizei, M e n s ch i n s k i, ist gestorben. Als Todesursache wird Herzschrumpfung angegeben. Die Persönlichkeit Menschinskis, der im 55. Lebensjahre stand, war stets von Geheimnis umgeben. Sein Name tauchte in ber Oeffentlichkeit nur als Unterschrift unter einem Todesurteil auf. Wer zum Nachfolger Menschinskis ernannt werden wird, ist noch nicht bestimmt. Dammbruch am Obermain. Infolge ber im oberen Main- unb Robachlauf niebergegangenen wolkenbruchartigen G e - roitterregen ist ber Main, wie aus Lichtenfels gemelbet wirb, rasch angeschwollen unb hat am Donnerstagfrüh ben schmalen Damm, ber ben Fluß noch von seinem neuen Bett trennt, an ber Sübseits gewaltsam burchbrochen. ©obalb bis Wassermassen sich mieber verlaufen haben, mutz man ben burchbrochenen Damm mieber aufrichten, um bie noch notmenbigen Arbeiten vornehmen zu können. Der bekannte Münchner Bergsteiger Wilh. Dodrasch tödlich verunglückt. Der bekannte Bergsteiger Wilhelm D o b r a s ch aus München verunglückte bei einer Skiabfahrt von ber Parsennhütte löblich. Dobrasch kam zu Fall unb schlug mit bem Kopf auf einen Stein auf. Er zog sich eine so schwere Schäbel- verletzung zu, baß er im Krankenhaus starb« Dobrasch ftanb im Alter von 36 Jahren. (Eine Million Flugkilonieler zurückgelegt. Staatsminister Esser hat bem Flugkapitän Adalbert Lieb von ber Deutschen Lufthansa in München zur Zurücklegung bes millionsten Kilometers als Flugzeugführer bie Anerkennung für feine Leistungen als Verkehrsflieger unb bie herzlichsten Glückwünsche zu biesem Ereignis namens der bayerischen Staatsregierung ausge-, sprachen. Weisse und gesunde Zähne Neues für -en Büchertisch Kunst und Wissenschaft Ihre Verlobung geben bekannt Ihre Verlobung geben bekannt 02493 02510 02475 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Kiel Gießen 12. Mai ^MxxlroCz im Gießwasser 1598 V 02476 Statt Karten! Stettin 02443 WOCHENEND UND FERiEN IN SAM5TA6(ABENDE$$EN) FREITAG (ABENDESSEN) EINE GANZE WOCHE* MK HESS I SCH ES Minni Genzel Georg Wahl Anni Groß Heinz Weimar hilft Jhnen bei: Herz-u.Gefässleiden, Rheumatismus, Gicht nervöser Erschöpfung AUSKUNFT HESS. BAD EDI REKTION Annemarie Herbert Walter Twistel zeigen ihre Verlobung an Carla Lüddens Or. med. Walter Haas bringt alle Topf- u. Gartengewächse zur schönsten Entfaltung. Drogerien, Blumengeschäfte u. Samenhandlungen empfehlen Mairol als den besten Pflanzendünger. Dose 50 Pf. Kl. Mercedes Mk.182.- monatlich Mk. 7.90 Franz Vogt & Co., Seltersweg 44. den ganzen Menschen umgestaltet. So folgt die Psychotherapie den Ansichten Adolf Hitlers, daß nichi nur die Erbmasse, sondern auch die Erziehung die Dolkstauglichkeit eines Menschen bestimme, und daß Erziehung nicht auf Zwang, sondern auf innerer Einsicht aufgebaut sein müsse. In diesen Ge- donkengängen bewegten sich die einleitenden Worte des Reichsleiters Professor Dr. Göring (Elberfeld), des Ehrenvorsitzenden Geheimrat Sommer (Gießen) und des Berliner Ortsgruppenleiters Dr. G a u g e r. Dr. C. G. Jung (Zürich), der um die Schaffung einer neuen Psychotherapie besonders verdiente Präsident der überstaatlichen Gesellschaft für Psychotherapie, fand warme Worte für den neuen Geist in Deutschland. Nach allgemeinen Verträgen von Dr. Seif (München) und Professor I. H. Schultz (Berlin) über die Lehrbarkeit der Psychotherapie gab Dr. Heyer (München) eine tiefgründige, an der Jungschen Symbol-Psychologie geschulte Deutung des Dürerschen Bildes „Melan- cholia". Großer Erfolg des Sprechchors der Universität Berlin in Athen. Der Sprechchor der Universität Berlin unter Leitung von Dr. Leyhausen wirkte in der Aufführung der „Perser" von Aeschylos im griechischen Nationaltheater mit. Die Aufführung löste begeisterte Kundgebungen im Publikum aus. Als der deutsche Sprechchor den griechischen Darstellern auf der Bühne Rosen zuwarf, erhob sich im Zuschauerraum ein unendlicher Beifallssturm. Nach der Vorstellung vereinigten sich die deutschen und die griechischen Künstler zu einem geselligen Beisammensein. Die herzliche Aufnahme, die der deutsche Sprechchor beim Publikum und in den Kreisen der griechischen Künstler gefunden hat, beweist die Möglichkeit, eine geistige Olympiade zu verwirklichen. Die Filmschauspielerin Dorothea Wieck kehrt nach Deutschland zurück. Die bekannte deutsche Filmschauspielerin Dorochea Wieck wird, einem Funkspruch aus Los Angeles zufolge, in den nächsten Tagen Hollywood verlassen und nach Deutschland zurückkehren, da sie mit ihren dortigen Rollen unzufrieden ist. Ihre Verlobung geben bekannt Dorothea Hager Oipl.-Zng. Paul Steuernagel Für die anläßlich unserer Der» mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Franz Otto und Frau Anni, geb. pieh Gießen, den 12. Mai 1934 02520 Wettervoraussage. Der hohe Druck macht seinen Einfluß weiterhin geltend und wird zur Fortdauer der Schönwetterlage führen. Die Temperaturen steigen tagsüber bei der ungehirck>erten Sonnenstrahlung kräftig an. Aussichten für Sonntag: Weiterhin meist heiter, heiß und trocken. Aussicht en für Montag: Keine wesentliche Aenderung. Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 19,1 Grad; am 12. Mai: morgens 15,6 Grad. Maximum 27,5 Grad, Minimum 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mai: abends 20,1 Grad; am 12. Mai: morgens 15,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 8,5 Stunden. Gießen, Mäusburg 1 Bünde (Westfalen) 12. Mai 1934 Bad-Nauheim, Wilhelmstr. 4 Gießen, Neustadt 27 13. Mai 1934 Am Sonntag in’s Freie Das ist die rechte Erholung für die ganze Woche. Aber, haben Sie auch alles, was Sie unterwegs brauchen? Brot- und Butterdose, Isolierflasche, Feldflasche, Trinkbecher, Kunstharz-Geschirre, Seifendose, kräftiges Taschenmesser Alle diese Sachen bekommen Sie sehr preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 2635A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Wenn Blumen sprechen könnten würden Sie sagen: »Gebt uns Mairol!« Denn Nährsalz Mairol erzeugt gesundes u. kräftiges Wachstum. Alle 8 Tage etwas Ein wirklicher Genuß l Ein Wodienend in Bad Salzsdilirf in den Häusern der Badeverwaltung, im Kurpark gelegen. Von Samstag (Abendessen) bis Montag (Frühst.) einschl. Kurtaxe u. 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Auch das abgelaufene erste Jahr der nationalsozialistischen Erhebung hat uns in den großen außenpolitischen Reden des Führers gezeigt, wie sehr gerade das Wort politische Aktion sein kann. Die kleine Schrift von Karl Kindt macht vertraut mit der Anlage, dem Aufbau, der rhetorischen Technik und mit der Dynamik der Reden des Führers. Die Schrift vermittelt uns den Wert des Wortes, die Gewalt der großen Rede. Fortschritte der deutschen Himalaja-Expedition. Die deutsche H i m a l a j a - Ex p e d i t i 0 n meldet am Freitg bereits aus Astor die erfolgreiche Ueberwindung des höchsten Passes auf ihrem Anmarschwege. Dem Drahtlosen Dienst ist folgender Bericht von Willy M e r k l zugegangen: Am Sonntag brach der Haupttrupp der Expedition gur lieber-- schreitung des Burzil - Passes auf. Er hatte einen langen, mühsamen Anmarsch durch tiefen Schnee. Trotz aller Strapazen hielten sich ine Träger ausgezeichnet. Der Haupttrupp erreichte nach schweren Anstrengungen die Paßhöhe. Als die Expedition dann todmüde zu dem Unterkunftshaus Sardot- kothi gelangte, stellte sich heraus, bafj dort eine Rast bei der herrschenden Kälte wegen Holzmangels nicht möglich war. Man mußte mit allen Trägern und Lasten durch den Schnee bis Chillan weitermarschieren. Auch das wurde mit eiserner Energie durchgeführt. Bald darauf kämpfte sich auch die Nachhut im Schneesturm über den Paß. Beide Trupps der Expedition mit ihren insgesamt 500 Trägern vereinigten sich in Godei. Damit war trotz der frühen Jahreszeit, die den Uebergang für eine so große Karawane so schwierig und problematisch machte, der Uebergang über den Burzil-Paß glänzend gelungen. Am Donnerstag sind alle Teilnehmer der deutschen Himalaja-Expedition in Astor, der letzten Poststation der Expedition, eingetroffen. Willy Merkl war nach dem Paßübergang gemeinsam mit dem englischen Begleitoffizier, Rheinffloinilthe BrflUDß filßlTß MMMW MWM - Bsas&iSz Die öeutfdiefrau beim fiusbau des dritten Reiches L E H R S C H A U HllxdktvfrcfuiXi; / TlacA^iHa^ INSTALLATIONSTECHNIK ' — Matrosen — Sold aten — Kameraden. Ein Bildbuch von der Reichsmarine. Don Professor Max Burchartz und Edgar Zeller. Mit einem Vorwort von Admiral Dr. h. c. Raeder, Chef der Marineleitung. 210 Abbildungen. Kart. 3,60 Mk., Leinen 4,80 Mk. Hamburg 1933. Hanseatische Verlatzsanstalt. — (639) — Was dieses Buch aurzeichnet, ist die zusammenhängende Bilddarstel- Iirrtg des Lebens an Bord unserer Kriegsschiffe. Keine Aneinanderreihung von zufällig gemachten Aufnahmen aus verschiedenen Händen bringt dieser Band, sondern hier ist es gelungen, in monatelangem Schaffen Schiff und Mannschaft in ganz systematischer Arbeit auf die photographische Platte zu bannen. Jedes Bild ist der Wirklichkeit entnommen. So bekommen wir erst den rechten, natürlichen Eindruck von unseren Blaujacken in Dienst, Freizeit und Alltag. Ihr Leben und ihre Wehrerziehung werden in diesem Werk lebendig. Wir sehen sie beim Geschützexerzieren, bei den fee- inännischen Hebungen, vor den Feuerungen der «Maschinen, beim „Kohlen", vor den glitzern- tbeln und Uhren der technischen Schalttafeln, beim Landungsmanöver. Der Soldat als Arbeiter, als Ingenieur, als Beherrscher jener Dinge, die eine moderne Ausbildung notwendig machen, ersteht vor uns. Daneben stehen jene heiteren Bilder vom Leden in der Freizeit, von Frohsinn und Scherz an Bord und Land. Professor Burchartz ist ein Meister der Photographie. Mit seltenem Geschick hat er es verstanden Situationen, Menschen, Maschinen, Wasser und Wolken zu erfassen. Edgar Zellex schrieb den Text, der von großer Sachkenntnis getragen ist und uns zugleich die eigene Sprache der Matrosen mit ihren scherzhaften und treffenden Ausdrücken vermittelt. Der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder gab diesem Werk ein Geleitwort, in dem er wünscht, daß es dazu beitragen möge, „unsere Jungen zu wehrhaftem Denken zu begeistern und unserer Reichsmarine einen Nachwuchs zuzuführen, der in glühender Liebe zu unserem Vaterland bereit ist jedes Opfer zu bringen". — Erschossen in Braunau. Von Hermann Thimmermann. 38 Seiten. Verlag Knorr & Hirth, München. Gebunden 1,90 Mk. — (408) — Dieses Buch behandelt das tragische Schicksal des ritterlichen Derlagsbuchhändlers tßalm aus Nürnberg, der wegen der von ihm verlegten Schrift „Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung" vor ein französisches Kriegsgericht gestellt und in Braunau, der Geburtsstadt Adolf Hitlers, im Auftrag Napoleons erschossen wird. Palm hätte die Möglichkeit gehabt sein Leben zu retten durch die Preisgabe des Verfassers jener Schrift; er fällt lieber aufrecht, tapfer und ehrenhaft und nimmt sein Geheim- nis ins Grab. Dafür wuchs aus Braunau ein anderer Mann in die Wirrnis einer späteren Zeit, der sie mit festem Griff entwirrte. Die Schüsse der französischen Soldaten sind längst verhallt und in den Bäumen um Braunau rauscht mächtig ein anderes Lied: ein Lied von braunen Bataillonen. — Hermann Thimmermann, bekannt durch sein erschütterndes Kriegsbuch „Der Sturm auf ßange- marck" hat diesen Tatsachenbericht aus alten Dokumenten zusammengestellt. — Karl Escherich: „T e r m i t e n w a h n". Eine Münchner Rektoratsrede über die Erziehung zum politischen Menschen. Preis 75 Pf. Verlag Alb. Langen/Georg Müller, München. — (12/14) — Was der Naturwissenschaftler und Jnsektenforscher Karl Escherich in der Beobachtung des staatlichen Lebens der Termiten erkannt hat: die Durchbildung eines reibungslos funktionierenden Staates mit straffster Arbeitsteilung und völliger Eingliederuna des Ein- zelinfekts in die Termitengemeinschaft, also das Dasein eines bis in die letzten Konsequenzen durchgeführten „Totalstaates reinster Prägung", — das fließt zusammen in der gedankenreichen Rede des Führers der Universität München, der sich rückhaltlos zu Kolbenheyer bekennt und seine volksbiologische Lehre zur Grundlage der Aufgaben- und Zielsetzung der Erziehungsarbeit der nationalsozialistischen Hochschule erhebt. — In diesem Zusammenhang werden Bohnenrtanflen Baunwföljie m Wollen billigabzugeben. IMHk Mrvurger Str. 24 Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schenDruckerei Kunststopferei König Auskunft wegen Teppichen und Kleider immer noch bei Braubach & Fischer Seltersweg 63. 2854D llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wanzenundjedesllngeziefer vertilgt fachmännisch und unter schriftlicher Garantie Dngezieler-Vertilgungs-lnstilut Schoniber Gießen nur Kirchenvlatz 18II. Aeltestes Unternehmen am Platze. Sachverständigen-Gutachten Auskunft kostenlos. 02525 Wolfen (Kreis Bitterfeld), Thalheimer Straße 55 Gießen, Frankfurter Straße 72 im Mai 1934 Kapitän Frier, schon nach Astor vorausgeeilt, um dort 600 neue Träger für den Aufmarsch in das Hauptlager, der nunmehr angetreten wird, anzuwerben. Die Regierung von Kaschmir hat alle Ortsbehörden angewiesen, den deutschen Bergsteigern in jeder Weise behilflich zu sein. Hier wie bisher bei jeder Gelegenheit finden Merkl und seine Kameraden das größte Entgegenkommen der englischen und indischen offiziellen Stellen. 15. Gchachwettkampfpartie abgebrochen. Die 15. S ch a ch w e 11 k a m p f p a r t i e am Freitag, ein angenommenes Damengambit, war wieder eine ausgezeichnete Leistung der beiden Rivalen. Der deutsche Meister brauchte leider etwas viel Bedenkzeit, so daß es sich Dr. A l j e ch i n gestatten konnte, einer Zugwiederholung auszuweichen, um auf die Zeitnot seines Gegners zu spekulieren. In der Abbruchstellung hatte der Weltmeister die besseren Chancen, die u. U. in Gewinn umzusetzen sind. Die Partie wird am Samstag zu Ende geführt. 7. Kongreß der Allgemeinen Aerzllichen Gesellschaft für Psychotherapie. In Bad-Nauheim tagt gegenwärtig der 7. Kongreß der Allgemeinen Aerztlichen Gesellschaft für Psychotherapie. Die Arbeit des ersten Kongreßtages galt vor allem dem Bekenntnis zu einer neuen Gesinnung. Sie Psychotherapie erstrebt kein ärztliches Spezialistentum, sondern eine seelische Gesamthaltung des Arztes, die Gartenkies aller Art billigst C. Rübsamen Fernsprecher 3659. 1öosd B aft-5 aUhaufen MFcqufHFS STAATS BAD BIS 1AHK BIS O-'IMK- 5AMSTA6 - MONTAG III DIENSTAG I I ABEND BIS FRUHSTUCIGj^J*™, FRÜHSTÜCK^ MONTAG FRÜH: Ur. 109 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 12. Mai 1934 Aus Oer Provinzialhaupistadt. Muttertag. Unsere Mutter feiert — wenn's Gott will — in diesem Sommer ihren 80. Geburtstag. Ähre Enkel find zur Zeit die „herrschende" Schicht im Hause, und so heitzt denn unsere Mutter schon seit vielen Zähren nur noch Großmutter. Und es ist ihr recht so. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes die große Mutter, obgleich sie von Gestalt so winzig klein geraten ist. Aber sie ist immer noch rüstig, immer darauf bedacht, wie ein stiller Schutzengel alles im Hause zu bewachen. Sie gibt nicht nur Ratschläge, sie arbeitet allen voran. Sie ist Vermittlerin, wenn Eltern und Kinder aneinandergeraten, sie schlichtet alles. Mit einem Blick entwaffnet sie die Streithähne. Voll Dankbarkeit und Ehrfurcht schauen alle zu ihr aus. Und so soll auch diesmal, wie die Jahre her, der Muttertag ihr Ehrentag sein. Sie soll sich einmal als Mittelpunkt des ganzen Hauses fühlen. Ihr Wunsch ist es sicher nicht. Wenn Gäste kommen, wenn Feste gefeiert werden, dann möchte sie am liebsten still bei Seite stehen. So bescheiden und anspruchslos ist sie von jeher gewesen. Nur nicht im Arbeiten. Ihre sechs Kinder hat sie groß gezogen, und nun betreut sie die Enkel. Ja, wir Eltern sagen gar oft, ihre Güte wäre zu groß, sie müßte härter sein. 2Ibrt kann das eine Mutter, oder gar eine Groß- tnuUer überhaupt sein? Ihre Liebe zu den Kindern und Enkeln wird von Tag zu Tag größer, und ihr gutes Herz möchte jedem Helsen. So sind die Mütter, und so sind, erst recht die Großmütter. Das Wort Mutter steht am morgigen Tage groß und feierlich da. Wir sprechen schon wochenlang von Mutter und Kind, wir denken an die Not vieler Familien, wir wollen helfen und tragen Sorge um allerlei Mißstände. Dieser eine Tag soll aber der Mutter allein geweiht sein. Sie soll im Mittelpunkt stehen. Und wir alle, oft unbewußt und zart versteckt, tragen ja in unserm Herzen noch die alte Liebe des kleinen Kindes zu unserer Mutter. Und selbst der eingefleischteste Junggeselle kann sich soweit vergessen, daß er behauptet: Niemand kann so gut kochen wie meine Mutter! Auch er wird heute mit Liebe seiner Mutter gedenken, wird vielleicht der ewig Schenkenden selbst ein Geschenk bringen. Mutter und Mütterlichkeit werden leben und Triumphe feiern, so lange es noch Menschen auf dieser Erde gibt. Und der Staat wird am höchsten steigen, der die besten Mütter hat. Mütter, die gesund an Leib und Seele sind, schenken ihren Kindern nicht nur das Leben, sondern auch das fröhliche und mutige Herz, damit sie mannhaft und aufrecht durchs Leben schreiten können. Wir haben längst wieder erkannt, daß die Familie die eigentliche Keimzelle des Staates ist, und in ihr ist der ruhende Pol: die Mutter! Sie, die in unermüdlicher, stiller Arbeit alles betreut und still und bescheiden ihre Pflichten erfüllt. Was sind alle Ehren der Welt, was ist Ruhm, was sind Würden gegenüber einem Blick aus den guten Augen unserer Mutter? Für sie sind wir immer noch der kleine Bub, das zarte Mädchen. So redete sie uns an, so betreut sie uns noch in ihrem späten Alter. Ihre Gedanken gehören uns, unsere Sorgen erfüllen ihre Tage. Und wieder ist ein Tag zu Ende; er hat dir Arbeit viel gebracht. Nun blaun am Himmel milde Sterne, groß und voll Frieden kam die Nacht. Da faltest du die müden Hände und sprichst ein heißes Nachtgebet für einen, der in Wind und Ferne sein bißchen Glück zu suchen geht. (Albert Sergel.) Hinaus in den frisch-grünen Wald! Welch eine Fülle von lieben Vorstellungen, frohen Gedanken, freudigen Erinnerungen weckt in dem Naturfreund das kleine Wörtchen „Wald"! Es ruft in uns alle die wonnigen Stunden frohen Naturgenusses im frischen Grün, jubelnden Wanderns im wiedererwachten Frühlingswalde, echter Freude an den Melodien der Waldessänger, stillen Traumes im schattigen Sommerwalde, wehmutsvoller Betrachtung des herbstlichen Laubwaldes und hoffnungsvollen Ergehens unter den fchneeumhüllten Baumgestalten des Winterwaldes wach. Der Wald ist für die Tierwelt ein Paradies. Zahllosen Tieren bietet er passende Unterkunft und reichliche Nahrung. Vor allem ist er das Lieblingsheim vieler Vögel. Wald und Vögel gehören so eng zusammen, daß wir-uns das eine ohne das andere gar nicht denken können. Erst das lustige Treiben und Gezwitscher der Kleinvögel, ihr melodischer Sang gibt dem Walde die rechte Stimmung. Und gerade zu unerschöpflich ist die Zahl der vielen Arten von Insekten, die — leider nicht immer zu seinem besten — den Wald bewohnen, sich auf den Bäumen und Waldpflanzen Herumtreiben oder lichtscheu in Verstecken Hausen. So kann nur dem Unwissenden der Wald einsam erscheinen. Wem die Waldnatur nicht ein Buch mit verschlossenen Siegeln ist, wer kundigen Sinnes den verschiedenen Aeußerungen des Waldlebens nachgeht, die mannigfachen Rätsel und Spuren tteri- schen und pflanzlichen Walddaseins zu deuten weiß, dem offenbart sich im Walde ein so reges, vielartiges, beobachtenswertes Leben und Regen, daß er über alle die, welche den Wald langweilig finden, nur mitleidig lächeln kann. Aber auch wer nicht als naturkundiger Tier- und Pflanzenfreund die Mysterien des Waldes zu würdigen weiß und zu deuten, wer den Wald rein vom ästhetischen Standpunkt betrachtet, wird seinem wundersamen Einfluß unterliegen. Wie viele Dichter, Maler, Tonkünstler hat der Wald mächtig de- Der Gießener Anzeiger in der Kamille deutscher Auswanderer Ein Äild der Treue, die Familie Karl Lecker in plainfield bei Neuyork ihrer Heimatzeitung wahrt. Für das lichtbild« ausschreiben des Gießener Anzeigers verspätet eingegangen. geiftert! So manch bedrücktes Gemüt findet im Walde immer wieder balsamische Beruhigung, lindernde Erholung, trauten Frieden. Und wer dann weiter fchaut, von einem um- greifenderen Gesichtspunkt aus die Rolle des Waldes im Haushalt der Natur prüft, in ihm nicht nur die herrliche, unschätzbare Zierde unserer Landschaften, die vielbesuchte Herberge vieler Tausende von Tieren erblickt, sondern auch den wirksamen Luftverbesserer, den Erzeuger reicher Mengen Ozons, dieses energischen Fäulnisfeindes, den Regulator der Temperatur, der Witterung, des Klimas erkennt, der weiß auch die nationalökonomische Bedeutung des Waldes zu schätzen. So wirkt alles zusammen, uns den schönen deutschen Wald lieb und wert erscheinen zu lassen. Es drängt den Naturbeobachter ihm zu, als einer unerschöpflichen Quelle der fesselndsten Betrachtungen. Zu ihm zieht es den Städter mit Macht, in ihm friedvolle, erquickende und gesundende Erholung von dem Lärm, der Aufregung, dem Qualm der Stadt zu finden. Es muß ein gefühlsarmer Mensch sein ohne Natursinn und ohne ästhetischen Sinn, der dem wohltuenden Einfluß der gewaltigen Schönheit und des geheimnisvollen Reizes des Waldes nicht unterliegt, den das duftige Waldesgrün in feinen mannigfachen Schattierungen, das geheimnisvolle Säuseln und Flüstern in den Blättern und Wipfeln der Bäume, das Murmeln und Plätschern des Waldbaches die melodischen Weisen der Waldvögel, das Kommen und Gehen der Waldfalter und Libellen, das Zittern und Dämmern des Lichtes im Waldesdunkel, der ganze nicht schilder- und beschreibbare, sondern nur fühlbare Zauber des Waldes, wenn „der liebe Herrgott durch den Wald geht", kalt läßt. Wir wollen uns diesem Waldzauber gern hingeben in zwanglosen Waldgängen, Wanderungen und Waldbetrachtungen, besonders jetzt, wo der Wald im jungen, frischen Maiengrün steht, wo die Vögel im Hochzeitskleid ihre schönsten Lieder singen. „Von jedem Zweig und Reise hört nur, wie's lustig schallt! sie singen laut und leise: Kommt, kommt zum grünen Wald!" Gr. Aus parteiamtlicheuBekauntmachungen Die vorn Amt für Beamte für heute, Samstag abend anberaumte Beamten-Versamm- lung ist abgesagt und auf einen späteren Termin verschoben worden. Die N S.-F r a ue nsch a f t Gießen-Nord beteiligt sich am morgigen Sonntag vormittag geschlossen am Hauptgottesdienst in der Stadtkirche. Die Arbeitsgemeinschaft „Luftfahrt und Luftschutz" im NSLB., Kreis Gießen, versammelt sich am kommenden Mittwoch, 16. Mai, 15,30 Uhr im Lehrerzimmer der Gewerblichen Berufsschule, Kirchstraße 16. Platzkonzert der GA.-Reserve-Kapette. Am morgigen Sonntag vormittag von 11 bis 12 Uhr wird die Kapelle des SA.-Reserve- fturmbanns 1/116 an der Ecke Plockstraße/Jo- hannesstraße ein Platzkonzert veranstalten. Die Vortragsfolge sieht folgende Darbietungen vor: 1. Armeemarsch Nr. 118. 2. Ouvertüre zur Oper „Rienzi" v. Mich. Wagner. 3. Prolog aus der Oper „Bajazzo" v. Leoncavallo. 4 Eftudianstina, Walzer von Waldteufel. 5. Große Fantasie aus „Rheingold" v. R. Wagner. Die Kapelle unter Leitung des Musikzugführers Herrmann hat sich durch ihre bisherigen glänzenden Leistungen eine angesehene Stellung im Musikleben unserer Stadt geschaffen. Das morgige Platzkonzert wird den Besuchern wiederum eine schöne Stunde besten musikalischen Genusses bieten. Keichsbund „Volkstum und Heimat". Orlsrlng Gießen. Sonntag, 13. Mai, Gang durch die heimische Flora des Schiffenberger Waldes. Führung: Rektor i. R. Helwig. Abmarsch 8 Uhr von der Universitäts-Bibliothek. Rückkunft gegen 12 Uhr. Gäste willkommen. Perlen bringen Tränen. Von Frank $. Brann. Jens Jensens Büro befand sich im zweiten Stock des Hauses. Ein feines Büro, prächtig eingerichtet; und so gut aufgezogen. Und das sollte nun zu Ende fein!? Sollte aufhören, weil irgend ein Grünling den Fangfragen des Untersuchungsrichters erlegen war und Jensen verraten hatte? Er trat vorsichtig an das Fenster. Wahrhaftig, da stand noch der Kriminalbeamte, jener dort im steifen Hut. Drüben an der Ecke die beiden Schaufensterbetrachter, ach, das Glas spiegelte, sie sahen gar nicht die Ladenauslagen an, sondern beobachteten feine Haustür. Woraus warteten sie alle, waren es ihrer noch nicht genug für die Haussuchung? Er trat zurück. Minuten noch blieben ihm vielleicht. Er hatte einen Fluch auf den Lippen, aber damit war ja nichts geholfen. Er hätte eben die Perlenkette nicht hierher nehmen sollen. Die kleinen Sachen, die fanden sie nicht; aber die lange Perlenkette der Baronin Track, wohin damit? Er sann nach, unentschlossen noch, da klopfte es, und das Mädchen, das im Haufe die Zeitungen brachte, trat mit einem Gruß herein und legte das Blatt auf den Tisch. „Danke", sagte Jensen; er sah sie an. Das Mädchen war hübsch, auch in dem abgetragenen Alltagszeug blieb das feststellbar. Eigentlich schätzte er ja so helle Blondinen gar nicht, aber — „Wollen Sie auch Geld haben, Fräulein^ haben Sie die Rechnung?" Sie lachte. „Heute doch nicht." Er war bei ihr. „Wie hübsch Sie sind", stellte er fest und berührte ihre Hand, — denn ihm blieb ja feine Zeit für Präliminarien. „Sind Sie verlobt?" „Nein, was glauben Sie! Ich bin erst 19 Jahre alt" ' , „Wollen Sie bann nicht einmal mit mir aus- gehen?" Sie zierte sich überraschend. „Wohin denn?" „Wohin Sie wollen. In ein Kino; oder wir essen gemeinsam in einem Konzertlokal ..." Auf der Treppe näherten sich Schritte. Jens Jensen wurde eifrig. „Kommen Sie doch bitte", bat er, „heute abend, wo wollen wir uns treffen?" Sie ergab sich recht gern. „Um 20 Uhr" schlug sie vor", am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Wollen Sie? Und ob er wollte! „Ich komme", versicherte er; und er spielte geschickt einen kleinen Kampf zwischen Steigung und Vorsicht; bann entschloß er sich, ihr zu vertrauen. „Ich möchte Ihnen etwas schenken", sagte er, „eine Perlenkette", unb er zog das Schmuckstück aus ber Tasche. „Verlieren Sie die Kette nicht, sie hat über zwanzig Mark gekostet." Unb er hob treuherzig ben Blick: „Was bekomme ich bafür?" Dabei legte er ihr bie Perlen ber Baronin Track um ben Hals. Sie roanb sich. „Was wollen Sie benn haben?" Aber Jens Jensen mußte bie lyrische Szene abrupt abbrechen; ihm war, als kämen Tritte näher unb wollten zu ihm. „Heute Abend", sagte er, „vergessen Sie es nicht", und er drängte sie zur Tür. — Dann blieb ihm noch eine Weile Zeit zur lieber« legung. Er spielte oabanque; wenn bie Kleine nicht kam, wenn ... Aber er sagte: Blonbinen kommen immer! Ein bemerkenswerter Erfahrungssatz, ber, in einer Versammlung vor Männern gesprochen, wahrscheinlich nicht ohne Widerspruch geblieben wäre. Hier, mit sich allein im Büro, behielt Jens Jensen Recht. Er setzte sich in einen Sessel unb wartete. Jetzt mochten bie Herren von ber Kriminalpolizei kommen. Unb sie kamen. Jensen war bie Zuvorkommenheit selbst. Er öffnete Schränke unb Schublaben. Es fanb sich nichts. Die Herren zogen wieber ab. Pünktlich um 20 Uhr war bas junge Mäbchen am Denkmal. Jens Jensen kam zehn Minuten zu spät, aber bas nahm sie ihm nicht übel. Sie sah nieblich aus in bem kurzen Seibenkleidchen. Die Perlen waren eine Pracht um ihren jungen Hals. Jens Jensen ging mit ihr essen Musik spielte. Es warb ein angenehmer Abend. Als sie nach Hause fuhren, im Auto natürlich, Jens Jensen repräsentierte die besitzende Klasse, nahm er ihr mit sachter Selbstverständlichkeit bie Kette ab. „Weißt bu", meinte er, „Perlen bringen Tränen; ich habe mir bas überlegt. Hier hast bu zwanzig Mark, kaufe bir einen anbern Schmuck bafür." Das Mäbchen war gerührt ob solcher Empfind- samkeit. „Danke", sagte es, „bu bist zu lieb", unb sah ihn mit großen schönen Augen an. Sie fuhren gerabe burch eine matterleuchtete Straße, benn das Mädchen wohnte nicht im hellsten Viertel der Stadt, da nahm er sie in seine Arme und küßte sie. — Das hätte er nicht tun sollen. Aber wer wollte ihn deswegen verurteilen? Das Mädchen war wirklich sehr nett; und wer denkt gerade in solcher Stunde daran, daß er bem anbern einmal weh tun muß. — Jens Jensen schrieb noch in berfelben Nacht einen Brief an bie Zeitung unb bestellte bie Lieferung ab. Dann schloß er sein Büro für einige Zeit unb ging auf Reisen. Das Mäbchen weinte eine ganze Weile jeben Abenb um ihn. Trotzbem er bie Perlen zu- rütfgenommen hatte, brachten sie ihr Tränen. Ihm nicht! Er verkaufte sie in Antwerpen ober Amfterbam mit gutem Gewinn. So ist bas Leben; unb feine Sprichworte finb nicht besser. Die Schimpansin und die Schokolade. Von Paul Eipper. Daß bie Schimpansen klug sind, ist allgemein bekannt; man jagt, sie seien die possierlichsten, seelisch temperamentvollsten unb menschenähnlichsten Tiere, weshalb sie ja der Mensch auch immer wieder auf die Schaubühne bringt, in Frack und Zylinderhut, damit die Armen vor der erstaunten Menge Zigaretten rauchen, Karten spielen und ei» weißes Porzellantöpfchen benützen. Professor Wolfgang Köhler hat sich auf ber Anthropoiden-Station von Teneriffa in ernsthafter Weise mit ber Jntelligenzprüsung von Menschenaffen beschäftigt und neben vielem anderen festge- stellt, daß begabte Schimpansen fogar fähig sind, sich durch Ueberlegung Hilfsmittel und Werkzeuge zurecht zu machen. Jeder Tierfreund kann bei einiger Geduld Beobachtungen an Schimpansen anstellen; man braucht ja nur das ausdrucksvolle, pfiffig schlaue Gesicht eines solchen Tieres zu betrachten, sein Mienenspiel, bie unermüdliche Tätigkeit der Hände und Füße. Eine Stunde vor dem Schimpansengehege ist niemals vertane Zeit. Darf ich ein eigenes Erlebnis erzählen? Im schonen neuen Djenschenaffenhaus des Frankfurter Zoo lebt für sich allein in einem großen Spielraum ein ausgewachsenes Schimpansenweibchen. Früher war die Aeffin mit zwei Männchen zusammen, unb es ist begreiflich, daß nun das Tier besonders gern bie Abwechslung eines menschlichen Besuchers hat. Der Frankfurter Affenpfleger geht auch wieberholt am Tage zu der Schimpansin in ben Käfig. Weil ich das durchaus gutmütige Tier feit Jahren kenne, nahm mich der Wärter bei meinem letzten Besuch mit hinein. Ich setzte mich still auf das Querbrett, das in halber Hohe um die rückwärtige Wand läuft, und wartete, während der vertraute Wärter ben Boden säuberte unb dabei sorglich acht gab, was wohl geschah. Ich erzählte mit halblauter Stimme irgend etwas vor mich hin, holte aus meiner Tasche eine schmale Rippe Schokolade, die in Silberpapier eingepackt war. Umständlich und immer weiter sprechend schälte ich die Süßigkeit aus, brach ein Drittel ab unb schob es in meinen Mund, wobei ich deutlich Wohlbehagen ous- drückte. Die Schimpansin hatte mir aus der entferntesten Käfigecke genau zugesehen und kam während ber umständlichen Esfenstätigkeit langsam näher heran, saß schließlich „in Tuchfühlung" neben mir auf bem Querbrett, ließ die Beine herunterbaumeln, hatte ihre Hände verschränkt im Schoß und sah mich erwartungsvoll an, ohne die geringste Bewegung zu machen. Ich hatte, schon als bie Aeffin sich zu mir heranschob unb noch gut 2 Meter entfernt gewesen war, das zweite Drittel des Schokoladenstreifens abgebrochen und behielt es in der Hand, während ich ben letzten Rest wieder in das Papier hüllte und in jene Rocktasche steckte, die vom herankommenden Tier abgekehrt war. Als die Schimpansin vielleicht 25 Sekunden still gesessen hatte, meiner zwar sinnlosen aber liebevoll vorgetragenen Erzählung zuhörend, schob ich ihr die Schokolade (das zweite Drittel) zwischen die Lippen. Man weiß allgemein, wie genüßlich Menschenaffen Süßigkeiten im Mund zergehen lassen; ich brauche also nicht zu beschreiben, wie lange das Vergnügen dauerte. Aber einmal war es doch vorbei, und nun streckte mir die Aeffin verlangend eine Hand entgegen. „Nein, ich habe nichts mehr", sagte ich, und begleitete bie Worte mit beutlichen Gesten. Die Schimpansin nahm ihre Hanb zurück; ber Ausdruck des angespannten Gesichtes verriet, daß sich das Tier etwas überlegte. Was? — Nach einer Weile schob sich ein Arm hinter meinen Rücken, unb lange Finger versuchten, von hinten her an meine jenseitige Rocktasche zu kommen, wo in Stanniol gewickelt bas letzte Drittel Schokolade ruhte. Erstaunlich, wie genau während des Herankommens, also aus ber Entfernung, bas Tier alle meine Handlungen zugleich beobachtet hatte. Aoer ich schob bie Affenhand weg, sagte: „Pfui, man stiehlt doch nicht!" Und wieder besann sich das Tier. Um dann das Spekulativste zu tun, was ich je bei Tieren beobachten konnte: die Schimpansin schnellte von ihrem Sitz herunter und „produzierte" sich vor mir mit allen ihren Künsten, stellte sich auf den Kopf, machte den Zehengang und zwei Purzelbäume, schwang pendelnd an nur einem Finger und ließ während der ganzen Vorführung nie den Blick von mir, einen Blick, der genau berechnete, ob ich wohl auch all das sehe. Als meine Schimpansinfreundin glaubte, nun müsse mein Herz weich geworden sein, kam sie wieder dicht neben mich — und bekam nun selbstverständlich ihre Schokolade. srm du 7.-MHW Der Reichsluftschuhbund ruft! Oie Giadirandfiehlung in Gießen die sreig taffe. Denkt an Eure Mütter — sie zogen Euch groß! Dank der Mutter, der Schätzerin der deutschen Familie! Denke an die Mutter, die Hüterin des deutschen Volkes! einen größeren Geldbetrag gestohlen haben. Die gestrige Berufungsverhandlung ergab einwandfrei t'e Unschuld des Angeklagten. Er wurde deshalb freigesprochen. Die Kosten trägt die Staats- Feindliche Flieger über der Stadt! Der Selbstschutz des Luftschutzes hat die Mittel, die Gefahren auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Wir können uns retten, du wirst in deinem Schuhraum sicher fein, wenn du nur willst. Der „Reichsluftschuhbund" arbeitet für dich, komm und werde sein Schüler! Du erfüllst damit eine vaterländische Pflicht, du wirst dich und die deinen retten können! Niemand weiß, wann der Tag kommt, an dem die Sirenen heulen werden. Sammle Erfahrungen, solange du sie nicht notwendig hast, dann wirst du sie besitzen, wenn du sie brauchst. Darum mußt du schon heuteMitglied desReichs- l u f t f ch u tz b u n d e s werden. Anmeldungen nehmen entgegen: die Ortsgruppe Gießen des Reichsluftschutzbundes, Gartenstraße 2, und jeder Polizeibezirk. zimmer dienen kann. Im Dachgeschoß ist der Ausbau zweier Schlaskammern vorgesehen, die je mehr als 11 Quadratmeter Fläche haben. Das ganze Haus wird massiv gebaut, in Ziegeln gedeckt und außen verputzt, lieber dem Stall im Anbau liegt noch ein Futterboden, hinter dem Stall schließt sich der Hühnerstall an. Alle Häuser erhalten Anschluß an die Wasserleitung und elektrisches Licht. Anschluß an die Kanalisation ist nicht vorgesehen, da alle Abfälle im Garten verwandt werden sollen. In finanzieller Hinsicht ist das wichtigste Ziel unbedingt festgehalten worden: es soll nämlich die monatliche Belastung des Siedlers einschließlich der Erbpacht für das Gelände den Satz aller Art bei der Einrichtung unserer neuen Dienststelle zu unterstützen. Jeder, auch der kleinste Gegenstand ist uns willkommen. helfen Sie, Sie tun es nicht für uns, sondern für die Förderung „der vertrauensgruppe des Führers für besondere Aufgaben". lieberprüfen Sie bitte Ihre Einrichtung. Sie finden bestimmt auch noch überflüssige Möbelstücke. Benachrichtigen Sie uns bitte, damit wir die Gegenstände abholen können. Der Führer der 83. SS.-Standarte: Schäfer, SS. Sturmbannführer, Gießen, Polizeiamt, Telephon 2751. Die Reugruppierung innerhalb der SS. bestimmt die Stadt Gießen zum Standort der neuen 83. SS.- Standarte. Zur Wöbelierung der neuen Stan- darten-Dienststelle reichen unsere eigenen Wittel nicht aus, so daß wir auf die Mithilfe unserer Volksgenossen angewiesen sind. Jeder weiß, daß die Schuhstaffel die materiellen Grundlagen für ihr umfangreiches Aufgabengebiet aus eigener Kraft und mit Hilfe treuer, opferbereiter fördernder Mitglieder schaffen muß. Wir wenden uns daher an die Bürgerschaft von Gießen und Umgebung mit der Bitte, uns durch Zurverfügungstellung von möbeln werden. ** Von einem Hunde schwer gebissen. Gestern wurde der 9 Jahre alte Wilfried D i e g e l, Friedensstraße wohnhaft, mit schweren Bißwunden am linken Unterschenkel der Chirurgischen Klinik zugeführt. Das bedauernswerte Kind war von einem Hunde durch Bisse in den Unterschenkel erheblich verletzt worden. Das Befinden des Kindes ist den Umständen entsprechend leidlich. Amtsgericht Giehen. sind willkommen. Der letzte Schulungsabend ist für den 30. Mai in Aussicht genommen. Vorgesehen ist ein Vortrag über „Elektrizitätserzeugung und Elektrowirtschaft". Militär-Konzert auf der Bergschenke. Im heutigen Anzeigenteil wird die Veranstaltung von 6 Konzerten unserer Reichswehrkapelle auf der Bergschenke angekündigt. Je 2 Konzerte finden im Mai, im Juni und im Juli statt. Die Konzerte sind zu Abonnementspreisen und zu Tageskarten zugänglich. Man beachte die heutige Anzeige. Reichsbahn-Haltepunkt Erdkauterweg wieder geöffnet. Nach dem neuen Reichsbahn-Fahrplan, der vom 15. Mai bis 6. Oktober gilt, können auf der Strecke Gießen—Schiffenberg auf dem Haltepunkt Erd- k r a u t e r w e g Reisende des öffentlichen Verkehrs wieder ein- und aussteigen, an Samstagen und Sonntagen werden außerdem zwei weitere Züge dort halten. Vom gleichen Zeitpunkt ab werden Sonntagsrückfahrkarten Erdkauterweg—Schiffenberg ausgegeben und auf dem Haltepunkt Schiffenberg nachgelöst. Die Sonntagsrückfahrkarten kosten 2. Klasse Erdkauterweg—Schiffenberg 40 Pf., 3. Klasse 30 Pf., Gießen—Schiffenberg 2. Klasse 55 Pf., 3. Klasse 40 Pf. Im übrigen werden Fahrkarten an die auf dem Haltepunkt Erdkauterweg zusteigenden Reisenden durch das Zugpersonal ausgegeben, das auch die Bahnsteigsperre zu dem Samstags und Sonntags verkehrenden Zügen öffnet und schließt. Sonntagskarten Gießen— Schiffenberg werden übrigens schon seit 1. Mai aus- gegeben. Brückenbau im Bahnhof Gießen. Die große Eisenbahnbrücke, die die Main-Weser- Bahn Gießen—Frankfurt über die Strecke Gießen—Wetzlar—Köln an der Frankfurter Straße in der Nähe von Klein-Linden überführt, wird zur Zeit durch eine neue Brücke ersetzt. Den Brückenbau führt die Firma Friedrich Krupp AG. in Rheinhausen aus. Damit der lebhafte Zugverkehr auf beiden Strecken keine Unterbrechung erleidet, wird die alte Brücke in der nächsten Zeit während einer Derkehrspause herausgenommen und dafür die neue Brücke eingesetzt. Zu diesem Zwecke hat Sirenen heulen! Flakbatterien bellen! Die Straßen werden menschenleer, alles flüchtet in die Keller, die Luft ist erfüllt von den Detonationen der Fliegerbomben und dem Orgelkonzert der umherfliegenden Bombensplitter. Der Mensch im Keller fühlt sich sicher, ihm kann nichts geschehen, er ist in Deckung. Das war einst! Heute bellen keine Flakbatterien, diese hat uns der Versailler Vertrag geraubt. Aus den leichten Kriegsbomben find tonnenschwere geworden, doch die werden nicht die größte Gefahr sein. Gasschwaden werden über die Straße kriechen und den Menschen in dem ausgesuchten Keller erreichen, wenn er sich nicht zu schützen versteht. Brandbomben, von denen jeder Flieger 1000 und und mehr mitführen kann, werden ihre vernichtende Wirkung ausüben. Mit Wasser ist dem durch Brandbomben angelegten Feuer nicht beizukommen, andere Mittel müffen bereitgestellt werden. Helft her GG. in Gießen! Gebt überflüssige Möbel für die neue Dienststelle! Nach langen Vorarbeiten ist es jetzt gelungen, auch für Gießen die Errichtung einer Stadtrandsiedlung durchzuführen. Da der Gedanke einer derartigen Kleinsiedlung in nächster Zeit noch wesentlich weiter ausgebaut werden wird, mußte in der Auswahl des Baugeländes von vornherein darauf Rücksicht genommen werden, daß eine möglichst geschlossene Durchführung der einzelnen Bauabschnitte sichergestellt war. Durch das Entgegenkommen der Stadtgut-Hardthöfe- A G. war es möglich, auf dem bisher landwirtschaftlich genutzten großen Schwalbachschen Acker an der Krofdorfer Straße die erste Siedlung mit 5 6 P a r- zellen anzusetzen, weil dort eine geschlossene Fläche von mehr als 78 000 Quadratmeter ober 3IV2 Morgen zur Verfügung stand. Dieses Siedlungsgebiet beginnt etwa 400 Meter vor dem Umspannwerk auf der rechten Seite der Krofdorfer Straße und hat an ihr eine Front von 200 Meter. Auf der Ostseite wird es abgeschlossen durch den Alten Krofdorfer Weg. Die Aufteilung dieses Geländes in 56 Siedlerstellen zeigt der hier abgedruckte L a g e p l a n. Die Siedlung hat von der Krofdorfer Straße her nur einen Zugang, an dem die Haltestelle für den Kraftomnibus geplant ist. Diese Zugangsstraße teilt sich dann in zwei Arme, die auch den Spielplatz in einer Größe von 40X85 Meter umschließen. Die einzelnen Parzellen haben fast sämtlich eine Größe von annähernd 1200 Quadratmeter. Die einzelnen Häuschen, als Doppelhäuser gedacht, haben fünf Meter Vorgarten als Blumengarten, seitlichen Hauseingang und nach der Straße zu eine Frontlänge von etwa 24 Meter. Für Vorgarten, Haus und Hof gehen vielleicht 200 Quadratmeter ab, so daß die einzelne Familie 1000 Quadratmeter Gartenland zu bearbeiten hat. Diese Arbeit wird für manchen Siedler anfangs nicht ganz leicht fein, und deshalb wurde auch bei der Auswahl der Siedler besonderer Wert darauf gelegt, daß er und seine Frau im Gartenbau bereits Erfahrungen nachweisen konnten. Es bleibt dem einzelnen überlassen, ob er auf seinem Grundstück in der Hauptsache nur Gemüsebau ober Obstbau betreiben will. Er muß sich nur bar auf einstellen, baß er aus seinem Garten so viel für seinen Lebensunterhalt herausholt, baß er bie nach vielleicht IVz ober 2 Jahren fortfallenbe Unterstützung durch den Gartenertrag ersetzen kann. Die Häuschen haben eine Grundfläche von je 5,15X6,80 Meter und einen Anbau von 5,30X3,10 Meter. Das Wohnhaus ist ganz unterkellert, ebenso enthält der Anbau noch einen Kellerraum für Gartengeräte. Im Erdgeschoß liegen hinter einem Vorraum von etwa 6 Quadratmeter zwei Räume von je reichlich 14 Quadratmeter Wohnfläche, von denen der eine als Wohnküche, der andere als Schlaf- bie Brückenbautechnik ein besonders sinnreiches Verfahren geschaffen. Die Baufirma hat an der Baustelle zwei große Hebekrane aufgestellt. Vier hohe Eisenständer sind mit schweren Eisenlangträgern verbunden. Auf diesem Eisengerüst, das hoch über die Gleisanlage führt, wird die neue Brücke aufmontiert, genietet und völlig fertiggestellt, so daß während der Ausführung dieser Arbeiten der Zugverkehr auf beiden Strecken in keiner Weise beeinträchtigt wird. Nachdem die neue Brücke auf diesem Gerüst in der Höhe fertiggestellt ist, wird mit den aufgebauten starken Hebekranen die alte Brücke herausgehoben und unmittelbar anschließend die neue Brücke auf das Brückenlager herabgelassen. Bis zu diesem Zeitpunkt dürften wohl noch einige Wochen vergehen. Das interessante Bauwerk ist von der Frankfurter Straße aus gut zu sehen. Zirkus Busch kommt. Der bekannte deutsche Großzirkus Busch, der sich zur Zeit auf einer Deutschland-Rundfahrt befindet, wird in den nächsten Tagen in Gießen zu Gast sein. Der Zirkus wird mit seinem gesamten Apparat, der ganzen Zeltstadt und mit feinem großen Aufgebot von Menschen und Tieren hier erscheinen. Er wird, wie man uns schreibt, hier das gleiche große Doppelprogramm geben, das in den Welt- und Großstädten zur Vorführung kommt. In unserem von 20 Mark auf keinen Fall überschreiten. Das ist die erste Forderung der Reichsregierung gewesen, die für jede Siedlerstelle einen Betrag von 2250 Mark zur Verfügung stellt. Wenn deshalb in den heutigen Zeiten der Baukosten- Ueberteuerung die anfänglich errechnete Bausumme manchmal nicht unbeträchtlich überschritten wird, so muß eben jede Möglichkeit erfaßt werden, bie monatliche finanzielle Belastung des jungen Sieblers auf dem niebrigen Satz von 20 Mark zu halten. Deshalb werben die Siedler selbst als die eigentlichen Bauarbeiter von den mit der Durchführung beauftragten Unternehmern eingestellt und erwerben sich damit gewissermaßen einen bestimmten Anteil an den Baukosten ihres künftigen Hauses. In einmütiger Kameradschaft werden die ausgesuchten 56 Siedler in wenigen Tagen an diese neue Arbeit Herangehen. Damit scheiden sie aus der großen Zahl der Arbeitslosen endgültig aus und werden zum Ende des Jahres Hausbesitzer fein, die sich den Lebensunterhalt für sich selbst und ihre Kinder im eigenen Garten heranziehen können. ^Die Durchführung der ganzen Siedlung geschieht im Auftrage der Regierung durch die für unser Ge- 1 biet zuständige Nassauische Heimstätte in Frankfurt am Main, die die Arbeiten zu vergeben hat und die Bauten bis zu ihrer Fertigstellung beaufsichtigt. Ein Mann aus Wieseck erhielt wegen nächtlicher Ruhestörung gemäß § 360 Z. 11 StGB, zwei Wochen Haft. Der Angeklagte wurde wegen solcher Straftaten vom Nachtschutzmann wiederholt ausgeschrieben, als er sich kurz vor Weihnachten anläßlich der Tatsache, daß der Nachtschutzmann Feierabend bot, in derselben Weise verging, außerdem den Nachtschutzmann bei seinen Kollegen noch verächtlich machte. Der Staatsanwalt beantragte eine Woche Hast. Das Gericht hielt jedoch in Anbetracht des ungebührlichen Benehmens des Angeklagten und vor allen Dingen zum Schutze der Staatsautorität die obige Strafe für angebracht. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen schweren Diebstahls wurde ein Mann aus Okarben vorn Amtsgericht Vilbel zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte sollte bei einem Bäckermeister, bei dem er tätig war. heutigen Anzeigenteil ist die Ankündigung des Unternehmens zu lesen. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e ß e n, 12. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1/30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse S 10^, Klasse A fO, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8%, Wirsing (grün, jung), das Pfund 20 bis 25, Gelbe Rüden, das Päckchen 20 bis 25, Spinat, das Pfund 8, Spargel 30 bis 50, Erbsen 25, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln, das Pfund 3% Pf., der Zentner 3,20 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Kirschen 45 bis 50, Erdbeeren 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 35 bis 60, Oberkohlrabi 12 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen, 17.15 Uhr, großer Hörsaal der Universität, Festsitzung mit Vortrag „Tacitus und die Germanen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Roman einer Nacht". — Fachschaft „Gymnastik und Tanz", 20 Uhr, Katholisches Vereinshaus, Werbeveranstaltung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — — Tageskalender für Sonntag: Stadtheater, 19 bis 21.30 Uhr, „Försterchristl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spione am Werk". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Ev. Kirchengesangvereine im Dekanat Gießen, Jahresfest; 13.30 Uhr Festgottesdienst auf der Waldbühne, 15 Uhr „Lie- bigshöhe", Nachversammlung. — Bienenzüchter, 14 Uhr, bei Kraft, Versammlung. — Spielvereinigung 1900, 12. nationale leichtathletische Wettkämpfe; Vorkämpfe 10.15 Uhr, Entscheidungen 15 Uhr. — Bergschenke, 16 Uhr, Konzert der Kapelle der SA.-Standarte 116. — Waldeslust am Flughafen, ab 19 Uhr Tanzmusik. — Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen, Sonntag, die Operette „Die Försterchristel". — Montag, 14. Mai, als Schülervorstellung das vaterländische Schauspiel „Katte". — Dienstag, 15. Mai „Die Försterchristel". — Mittwoch, 16. Mai, „Fiesko". — Donnerstag, 17. Mai, Symphoniekonzert des Stadttheaterorchesters. — Freitag, 18. Mai, Erstaufführung des Volksstückes „Die Psingtstorgel". — Sonntag, 20. Mai, Gastspiel des Kammersänger John Gläser Frankfurt in der Erstaufführung der Oper „Tosca". — Die Männer - und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde wird ihre Hauptversammlung, die am vorigen Montag in letzter Stunde abgesagt werden mußte» am kommenden Montagabend im Saale der Matthcms- gemeinbe abhalten. Die Tagesordnung ist aus der Anzeige vom Samstag, 5. Mai, zu ersehen. ** Der neue Leiter des Gießener Bahnhofs, Reichsbahnamtmann Wahl, zur Zeit Leiter des Bahnhofs Bedra, wird am 15. Mai als Nachfolger des nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand getretenen Reichsbahnamtmanns Dörr feinen Dienst als Leiter des Gießener Bahnhofs antreten. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird der Hitler-Wall zwischen Landgrafenstrahe und Senckenbergstraße vom 14. Mai auf die Dauer von drei Wochen für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt durch Senckenbergstraße, Landgraf-Philipp-Platz und Landgrafenstraße. ** Das Museum im Alten Sch l 0 ß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Maienblafen. Bei dem heutigen Maien- blafen um 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Lobe den Herrn 0 meine Seele. 2. Abenddämmerung (Idylle) v. Ruh. 3. Im schönsten Wiesengrunde. ** Der nächste Rindermarkt in Gießen findet am kommenden Dienstag, 15. Mai, statt. Nächster Schweinemarkt ist am Mittwoch, 30. Mai. ** Arbeitsbeschaffung beim Bau der Pestalozzischule. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil Arbeitsvergebungen für den Neubau der Pestalozzischule aus. Die interessierten Handwerksmeister seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ♦* Ein Pfingstfahrten-Programm kündigt bas Postamt Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil an. Außer eintägigen Ausflugsfahrten an den beiden Pfingstfeiertagen nach Biedenkopf und Laasphe, sowie in den Taunus sind eine dreitägige Fahrt ins Frankenland nach Rothenburg 0. d. Tauber und eine zweitägige Fahrt an den Rhein und bje Eifel geplant. Man beachte die heutige Anzeige. ** Im Dienst verunglückt. Der Lokomotivführer Wilhelm Rausch von hier mußte mit einer schweren Sehnenverletzung an der rechten Hand, die er sich bei der Ausübung seines Dienstes zugezogen hatte, der Chirurgischen Klinik zugeführt Deutscher Abend der NS-Zrauenschast Gießen-Mitte. Die NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte veranstaltet thn kommenden Montag, 14. Mai, abends 8 Uhr im Saale des Cafe Leib einen Deutschen Abend. Die Vortragsfolge wird diesmal ganz besonders bereichert durch die Mitwirkung des bekannten ober« hessiscyen Mundartdichters Wilhelm Philipps, der außer selbstvorgetragenen eigenen Gedichten auch ein selbstverfaßtes Laienspiel durch seine anerkannt vorbildliche Spielschar zur Vorführung bringt. Dieses Stück hat mit seinem urwüchsigen Humor überall einen unerwartet großartigen Erfolg gehabt. Mit Rücksicht darauf, daß der Eintrittspreis nur 50 Pf. (für Frauenschaftsmitglieder sämtlicher Ortsgruppen sogar nur 30 Pf., aber nur im Vorverkauf bei deren Blockfrauen erhältlich) beträgt, sollte es sich niemand entgehen lassen, diesen vielversprechenden Abend zu besuchen. RS.-Hago, Ortsgruppe Süd. Kommenden Montag, 14. Mai, abends 8 Uhr, Mitglieder-Verfammlung im Gasthaus Hindenburg. Großes «.Kraft durch Freudes-Konzert. und Maffen-Saarkundgebung am pfingst- samstag in der Volkshalle. Am Pfingstsamstag findet in der Volkshalle, 20 Uhr, ein Ko nzert des Männergesang- Vereins Friedrichstal (Saar) statt. 110 Sänger von der Saar machen ihre Deutschlandfahrt nach Gießen, um uns mit ihren Liedern zu erfreuen. An das Konzert schließt sich eine machtvolle Kundgebung für das Saargebiet an, in der der Schriftleiter der „Oberhessischen Tageszeitung", Dr. Alexander Roder, ein guter Kenner des Saargebietes, sprechen wird. Programme zum Preise von 30 Pf. sind zu haben in den Geschäftsstellen des „Gießener Anzeigers" und der „Oberhessischen Tageszeitung", der NS.-Hago, Goethestrahe 7, der Deutschen Angestelltenschaft, Lonystraße, der Kreisbetriebszellenabteilung „Kraft durch Freude" und bei sämtlichen Blockwarten der NSDAP. Volksgenos en, erscheint in Massen! Keiner der Saarsänger darf Deutschland verlassen, ohne die stärksten Eindrücke unseres Treuebekenntnisses für das Saargebiet mitzunehmen. gez. Christ, Kreiswart „Kraft durch Freude . KDAZ, Bezirksleitung Gießen. Wie der Bezirksleiter des KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure), Pg. Oberingenieur Kurz, in der Versammlung am vorigen Mittwochabend bereits ankündigte, findet der nächste Schulungsabend am Mittwoch nach Pfingsten, 23. Mai, 18,30 Uhr im Cass Ebel statt. An diesem Abend wird Pg. Dr. meb. Kranz-Gießen über das Thema „Rasse und Volk" sprechen. Der Vortrag wird durch Vorführung von Lichtbildern bereichert werden. Für sämtliche Mitglieder des KDAJ. ist der Besuch des Abends Pflicht. Gäste O-erheffen. Zwei neue KraftomniöuSverbindungen im Vogelsberg. x Schotten, 11. Mai. Auf Anregung der Kreis- leituna Schotten fand mit dem Kreisamt, den interessierten Postämtern, den Städten Gedern, Laubach, Schotten und den hierbei interessierten Gemeinden eine Besprechung über die Einrichtung einer Postkrastwagenverbindung zwischen den genannten Städten und Gemeinden statt. Um den allgemeinen Verkehr im Vogelsberg Zu heben und zu verbessern, um auch der Landbevölkerung eine gute Gelegenheit zum Verkehr untereinander zu geben und um bequem an den Sitz der Aemter in den betreffenden Städten zu gelangen, werden zwei Autolinien eingeführt, in Form von Sonderfahrten, die die Reichspost in großen Autobussen aussührt. Jeden Dienstag und Freitag werden die Wagen lausen, der eine von Wenings über Nieder-, Mittel-, Oberseemen, Gedern, Hartmannshain, Herchenhain, Sichenhausen, Kaulstoß, Burkhards, Eschenrod nach Schotten und zurück. Der andere Wagen Schotten, Rainrod, Storn- fels, Einartshausen, Ruppertsburg, Laubach, Gonterskirchen und zurück. Die Wagen treffen gegen 10 Uhr in Schotten ein, fahren gegen 15 bis 16 Uhr zurück. Die Sonderfahrten werden probeweise bis zum Juli durchgeführt, zum ersten Male lausen die Wagen zum Schottener Prämiierungsmarkt am 3. Pfingst- keiertag. Eine Garantie für den etwaigen nicht Hohen Fehlbetrag wird geleistet. Eine wesentliche Derkehrsverbesserung ist damit für den Vogelsberg erzielt. Hoffentlich finden die Wagen regelmäßige starke Benutzung, so daß die Fahrten zu einer Dauereinrichtung werden. Semeinderat in Nidda. Q] Nidda, 11. Mai. Der Gemeinderat beschloß unter Vorsitz des Beigeordneten Lupp, der den erkrankten Bürgermeister R u l l m a n n vertritt, in seiner jüngsten Sitzung u. a. folgendes: Dem Gesuch des hiesigen Jungvolk-Fähnleins um Ueberlassung eines Raumes als Jugendherberge soll nach Möglichkeit entsprochen werden. — Der Herstellung einer Kläranlage im Schwimmbad wird zugestimmt. — Das Land wirt schafts amt Nidda stellt seinen seitherigen Versuchsgarten der Gemeinde unter gewissen Bedingungen zur Versügung. Da der Gemeinderat den Forderungen nicht ganz entsprechen kann, soll mit dem Landwirtschaftsamt noch einmal verhandelt werden. — Die Anschaffung von Wa s s e r m e s s e r n wird wiederholt abgelehnt. Die seitherige Wasserknappheit soll durch Erweiterung eines Wasserbassins behoben werden, da Wasser in genügender Menge vorhanden ist und nur der Behälter zur Aufbewahrung nicht ausreicht. Landkreis Gieftcn. wg. Burkhardsfelden, 11. Mai. Die Orts- gruppe der NSDAP, veranstaltete dieser Tage hier einen Schulungsabend. Zellenleiter Schumacher leitete die Versammlung. Pg. Pfarrer Drauth- Lich sprach in längeren Ausführungen über „Rassenpolitik und Judenfrage". Der Redner gab seinen Zuhörern einen aufschlußreichen Ueberblick und verband damit die Aufforderung, in unverbrüchlicher Treue und Einigkeit zu unserem Führer Adolf Hitler zu stehen. Für die nationalsozialistische Weltanschauung müsse nach wie vor mit aller Hingabe gekämpft werden, jeder deutsche Volksgenosse müsse sich dabei durch freudiges Opfer für die Gesamtheit als Sozialist der Tat erweisen. Zellenleiter Schumacher schloß die eindrucksreiche Versammlung mit dreimaligem, begeistert aufgenommenem „Sieg-Heil" auf den Führer. An dem Abend nahmen alle Parteigenossen und sämtliche Gliederungen der PO. teil. z Watzenborn-Steinberg, 11. Mai. In Anwesenheit des Kreisbauernführers Pg. D ö r r - s ch u ck und des Oberrevisors Pg. Hartmann wurde dieser Tage die Verschmelzung der beiden Konsumvereine mit der Bezugs- und Absatzgenossenschaft vorgenommen. In drei aufeinanderfolgenden Versammlungen sprach Pg. D ö r r s ch u ck über den Sinn und Zweck der Verschmelzung. Oberrevisor Pg. Hartmann gab einen Einblick in die Bilanzen und verlas den Verschmelzungsoertrag, den er in den Einzelheiten näher erläuterte. Die Versammlungen erklärten sich danach mit der Verschmelzung einverstanden. Die Lagerstellen bleiben wie seither bestehen. Die neue Genossenschaft wird unter dem Namen „Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft" weitergeführt werden. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Konrad H a n a ck 1. Direktor, der die Großeinkäufe vornimmt, Karl K o l m e r 2. Direktor, der die Geschäfte der Konsumvereine erledigt, Rechner Karl Weiß III., weitere Vorstandsmitglieder sind Joh. Sommer und Ludwig Schmidt V. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Örtsgruppenleiter Pg. Ernst Häuser, Stellvertreter Karl Hirz III., weitere Aufsichtsratsmitglieder sind Joh. Philipp II., Karl Dietz, Theodor Philipp, Richard Engel, Joh. S e i v p , Karl Andermann und Karl Happel. Am Schlüsse der Versammlungen dankte Oberrevisor Hartmann den ausscheidenden Verwaltungsmitgliedern für ihre bisherige Mitarbeit. (D Grüningen, 11. Mai. Die gestrige Versammlung der Ortsgruppe der NSDAP, stand im Zeichen des Kampfes gegen die Miesmacher und Nörgler. Zu der Versammlung hatten sich außer den Mitgliedern der PO. noch viele weitere Einwohner eingefunden. Kreisschulungsleiter Pg. Michel (Gießen) betonte in seinem Vortrag, der Führer habe sich vier Jahre Arbeitszeit vom deutschen Volke ausbedungen, um die Schäden der letzten 14 Jahre beseitigen zu können. Obwohl jetzt erst ein Jahr vorüber sei, habe er schon eine gewaltige Arbeit geleistet. Der Redner wies dabei auf die starke Senkung der Arbeitslosenziffer, auf das Winterhilfswerk und die übrigen großen grundlegenden Gesetze hin. Er betonte weiter, daß die Regierung unablässig mit allen Kräften um eine weitere Besserung der Verhältnisse in Deutschland bemüht sei, daß sie aber zur glücklichen Lösung ihrer Aufgabe auch die volle und gläubige Unterstützung aller deutschen Volksgenossen brauche. Dor allem sei es erforderlich, daß jeder Volksgenosse sich bemühe, echter Nationalsozialist zu werden und im Geiste des Führers an dem großen Werk mitgu- ärbeiten. Nach.Dankesworten an den Redner und an die Versammlung schloß der Ortsgruppenschulungsleiter den Abend. * Holzheim, 11. Mai. Im hiesigen Stein- b r u ch der Gebrüder Schäfer wurde am Himmelfahrtstage aus einem Motor ein Vergaser gestohlen, der einen Wert von etwa 60 Mark besitzt. Es wird vermutet, daß der Täter den Vergaser, der aus Messing hergestellt ist, bei einem Althändler abzusetzen gedenkt. Nähere Mitteilungen nimmt die Gendarmeriestation Lich entgegen. Kreis Büdingen. 00 Bingenheim, 11. Mai. Das Bingen- Heimer Schloß, in dem das kürzlich aufgelöste Kreiskinderheim untergebracht war, ist jetzt in seinem „Langen Bau" von der N S.° F r a u e n s ch a f t des Gaues gepachtet worden, um darin ein Er- holungsheim für erholungsbedürftige Frauen einzurichten. In dem sog. Küchenbau wird ein weibliches Arbeitslager für 40 Mädchen untergebracht werden. Kreis Schotten. □ Laubach, 11. Mai. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz des OG.-Amtsleiters für Beamte, Pg. Heinrich Braun, im Gasthaus „Zur Traube" ein gut besuchter Schulungsabend statt, wobei Schulungsobmann Pfarrer S c r i b a (Wetterfeld) über das Thema „Die Stellung des Beamten im Dritten Reich" sprach. Der lehrreiche Vortrag wurde beifällig ausgenommen. Am nächsten Tage sprach der NS.-Hago-Propagandaleiter Pg. Pott über „Nationalsozialismus in Beziehung zur Wirtschaft". Auch diese interessanten Ausführungen fanden den Beifall der zahlreichen Besucher. Kreis (LzW.) Alsfeld, 11. Mai. Gestern abend wurde hier ein Radfahrer in der Nähe des „Rosengärtchens" von einem von Eudorf kommenden Motorradfahrer angefahren. Durch den Anprall wurde der Radfahrer vom Rade geschleudert und zog sich neben inneren Verletzungen einen Schlüsselbeinbruch zu. Mitglieder der Alsfelder Sanitätskolonne leisteten die erste Hilfe. Der Verletzte wurde ins Kreiskrankenhaus eingeliefert. Der rücksichtslose Motorradfahrer hat, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, seine Fahrt fortgesetzt. n. Flensungen, 11. Mai. Im Saale des Gastwirts Becker Hierselbst fand dieser Tage ein Schulungsabend des Stützpunktes Merlau unter Leitung von Blockwart Bergen (Flensungen) statt. Stützpunktleiter Pg. Münch sprach zunächst über Organisationssragen. Hieraus sprach Stützpunktschulungsleiter Pg. Dönges über das Thema: „Deutschland in Europa", wobei er sich u. a. auch über die Saarfrage und die im nächsten Jahre bevorstehende Saarabstimmung äußerte. Stützpunktkassenwart Pg. Nickel sprach anschließend über Kassenfragen, sodann sprach Ortsgruppenleiter Pg. Erb über: „Das Leben und Wirken unseres Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger". Mit einer Huldigung für den Führer Adolf Hitler und den Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes wurde die Versammlung geschlossen. Ct] Ober-Ohmen, 11. Mai. Einen nicht alltäglichen Platz zum N i st e n hat sich hier ein Rotschwänzchen ausgesucht. Unbekümmert um das Getöse und die Erschütterungen hat das Tierchen sein Nest im hiesigen B a s a l t w e r k dicht beim Steinbrecher auf einen Balken gebaut und besorgt das Brutgeschäft. Der dicht am Nest herlaufende Treibriemen stört es nicht im geringsten, ebenso wenig die Arbeiter, die hier hantieren. Vom roten Schwänzchen des Vogels sieht man allerdings wenig, da das ganze Federkleid mit Steinstaub bedeckt ist. Im Bruch selbst nisten in Steinritzen B a ch st e l z e n, die sich durch die Sprengungen nicht stören lassen. Die Arbeiter sind besorgt, daß den gefiederten Freunden kein Unheil zustößt, betrachten sie es doch als gutes Zeichen, daß sie hier nisten. ex) Nieder-Gemünden, 11. Mai. Die hiesige NS. - Frauenschaft veranstaltete dieser Tage im Saale der Wirtschaft Decher einen Werbe- abend. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Kreisschulrat Walter (Alsfeld) über das Thema „Die Frau im nationalsozialistischen Staat". Der Vortrag wurde durch eine Anzahl Lichtbilder ergänzt. Chöre der Frauenschaft, Sprechchöre der Schüler und Gedichtvorträge umrahmten den Vortrag. Frau D a u b (Alsfeld) sprach noch über „Sinn und Zweck der Frauenschaft". Lehrer Lotz sprach das Schlußwort. Nach dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer wurden das Horst-Wessel- und das Deutschlandlied als Abschluß des Abends gesungen. Eine Verlosung von Gegenständen, die von Mitgliedern der NS.-Frauenschaft und Gönnern gestiftet waren, bereicherte den Abend. st. Ober-Gleen, 11. Mai. Hier fand dieser Tage eine öffentliche Versammlung der N S. - Hago, Ortsgruppe Kirtorf, statt, an der auch die Gliederungen der NSDAP, teilnahmen. Kreisamtsleiter der NS.-Hago Pg. Koch (Alsfeld) sprach über den Niedergang des gewerblichen Mittelstandes und die Gesundung unserer Volkswirtschaft. Ortsgruppenleiter Pg. P e ck e r (Ober-Gleen) dankte dem'Redner und schloß den Abend mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer. Gemeinsam wurde sodann das Horst-Wessel-Lied gesungen. Kirche und Schule. tflHÖHTi« (VU'KVU. 3 Allendorf a. d. Ld a., 11. Mai. Wie seit einer Reihe von Jahren, wurde auch diesmal wieder am gestrigen Himmelfahrtstag in der hiesigen Kirche ein M i s s i o n s f e st gefeiert. Im Dormittags- aottesdienst predigte Missionar Walther aus Gießen über das Bibelwort Jefaias Kap. 60 Vers 1 bis 5. Der Nachmittagsgottesdienst, der überaus stark, besonders auch von auswärtigen Teilnehmern, besucht war, wurde durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Andres durch Verlesung des 95. Psalmes und einer kurzen Ansprache eingeleitet. Missionar Groh von der Baseler Mission sprach sodann über Haggai Vers 6 und 7 und machte hierbei die Zuhörer mit der Stätte seiner früheren langjährigen Wirksamkeit, der Goldküste in Süd-West-Afrika, bekannt. Als nächster Redner sprach Missionar Walther über Lukas, Kap. 24, wobei er die Missionsarbeit in Kamerun — seiner früheren Arbeitsstätte — schilderte. Pfarrer Andres sprach das Schlußwort. Zur Verschönerung der Feier wirkten der Posaunenchor aus Treis a. d. Lda. und der unter Leitung von Pfarrer Bremmer stehende Jugendbund aus Klein-Linden mit. Die Kollekte sowohl des Vormittags, als auch des Nachmittags war für die Baseler Mission bestimmt. Nach Schluß der Feier wurden die auswärtigen Gäste von der einheimischen Bevölkerung mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Preußen. Schwerer Vertrauensbruch. Ungetreuer Verlagsprokurist vor Gericht. LPD. Frankfurt a. M., 11. Mai. Der bei einem Frankfurter Verlag tätig gewesene Prokurist Rudolf Jäger mißbrauchte das in' ihn gesetzte Vertrauen. Im Laufe der letzten drei Jahre u n - terschlug er einen größeren Betrag, der aber zu Zweidritteln wieder zurückerlangt werden konnte. Jäger ist geständig. Er wurde wegen fortgesetzter Unterschlagung und gewinnsüchtiger Privaturkundenfälschung zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Waldfest au der „Dicken Eiche". Man muß es mit angesehen und erlebt haben, um es sich vorstellen zu können, wie durch die maifrischen, grünenden Buchenwälder, in ihrer vom Sonnenlicht durchfluteten Pracht, unter dem Klang fröhlicher Lieder und festlicher Posaunenklänge, von allen Seiten aus etwa 12 näher oder ferner gelegene Gemeinden Hunderte und Aberhunderte gezogen kamen, um cm der uralten „Dicken Eiche" in der Nähe von Hof Bubenrod Christi H i m- melfahrt zu feiern. Weit über tausend Menschen, jung und alt, waren versammelt; eine froh bewegte Volksgemeinschaft, vielfach als alte Bekannte sich begrüßend, alle erquickt und gestärkt durch Waldesluft und Sonnenschein angesichts des Zeugen eines Jahrtausends unserer heimatlichen Geschichte. Tausenstimmiger Gesang: „Schön sind die Felder, schön sind die Wälder in der schönen Frühlingszeit" erklang durch die Buchenhallen dem „schönsten Herrn Jesu" zu Ehren. Die Gemischten Chöre von Rodheim und Waldgirmes und ein starker Posaunenchor ließen ihre Weisen klingen zum Lobe Gottes. Packende Ansprachen des Bundessekretärs Dornemann, des einstigen Leiters 8es Soldatenheims in Mainz, sowie der Ortspfarrer von Waldgirmes, Dorlar und Rodheim wiesen auf den hin, der einst mit den Worten von der Welt schied: „Mix ist gegeben all: Gewalt im Himmel und auf Erden", und welchem di? Weltgeschichte bezeugen muß, daß fein Reich alle n besteht, wo mächtige Reiche der Welt kommen und gehen. Das Fest an der „Dicken Eiche" war ein „christliches Volksfest" im deutschen Frühlingswald, an das alle Teilnehmer dankbar zurückdenken werden. Kreis Wetriar * Launsbach, 11. Mai. Dieser Tage fand hier eine Werbeveranstaltung des Reichslustschutzbundes statt. Am Abend wurde ein probeweiser Fliegeralarm durchgeführt, bei dem mit allen Hilfsmitteln gearbeitet wurde und bei dem sich gute Disziplin der Einwohnerschaft zeigte. Nach Beendigung des Alarms versammelten sich die Einwohner am Rathaus zu einer Kundgebung mit anschließendem Marsch durch den Ort. Nach dem Umzug hielt der Führer der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes, Lehrer Wagner, eine Ansprache, in der er zur regen Mitarbeit im Reichsluftschutzbund aufforderte und die hohe Bedeutung dieser Arbeit eingehend darlegte. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Reichspräsidenten v. Hindenburg, den Führer und Volkskanzler Adolf Hit- l e r und den Reichsluftfahrtminister Göring, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel- und des Deutschlandliedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. (D Krofdorf, 11. Mai. Dieser Tage hat die T h e a t e r g r u p p e, die der „Vereinigung deutscher Bühnenkünstler" angehört, Krofdorf verlassen und ist nach Weilmünster übergesiedelt. Ueber vier Monate gastierte die Künstlerschar in unserem Orte im Benderschen großen Saal. Die durchschnittlich zweimal wöchentlich stattfindenden Vorstellungen erfreuten sich stets regen Besuches aus allen Teilen der Bevölkerung, ein Beweis für die Deutscher Volksgenosse, willst Du dieses Abzeichen tragen? Dann werde Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe und unterstühe dadurch die deutsche Segelfliegerei! Jedes aktive und jedes fördernde Mitglied hat das Recht, dieses Abzeichen zu tragen. Alle Mitglieder dieser Ortsgruppen kämpfen gemeinfani mit unserem Reichsluftfahrtmini st er Göring für den Ausbau der deutschen Sportfllegerei! Deutscher Volksgenosse, hilf mit! Werde Mitglied! Melde dich an bei Oberingenieur Kurz, Gießen, Büro der AEG., Wernerwall. Volkstümlichkeit der Gäste, die immer ihr Bestes gaben und durch ihre Kunst viel Abwechslung und Freude in die Eintönigkeit langer Winterabende brachten. Man wird allgemein die Gruppe, deren einzelne Mitglieder sich auch durch ihr bescheidenes und freundliches Wesen die Sympathie der Dorf- bewohner erworben hatten, in bester Erinnerung behalten. — Unserer Schule wurde von der Negierung in Wiesbaden Frl. Johanna K ü l l e r aus Frankfurt a. M., zuletzt in Dachsenhausen bei Braubach a. Rh. tätig, als Hilfslehrerin überwiesen. <£ Rodheim a. d. Bieber, 11. Mai. Am gestrigen Himmelfahrtstag war der Dünsberg mit feinen herrlichen frühlingsgrünen Buchenwäldern und den malerischen Dörfchen an seinem Fuße das Ziel zahlreicher Ausflügler. Ueberall in den Wäldern traf man Scharen von Spaziergängern an, die meisten mit einem Riesenftrauß Maiglöckchen — selbst gepflückt! — Zeigt man so feine" Freude an der Frühlingsnatur, ihr Naturfreunde? „Brichst du Blumen, fei bescheiden--!" — Die Ehefrau des hiesigen Gasthofbesitzers M. erlitt gestern, als sie sich von einer Besuchsreise auf dem Heimwege befand, einen Schlaganfall, an dessen Folgen sie leider v e r st a r b. Der schwer geprüften Familie bringt man allgemein große Teilnahme entgegen. ^Gesundheit gut bewM/ ist unenb; IMI lich vielseitig in seiner Anwendung und versagt nie! @) ist der treu» este Verbündete im Kampf um die häusliche Reinheit. Hergestellt in -en Persil-Werken. » 2 o ini)~311m Aufwaschen,Spülen und Reinigen;für Geschirr und alles Hausgerät! 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Bald war es das „ewig Weibliche" der Goethezeit, bald die geistig gebildete Frau der Romantiker, dann wieder war es die Emanzipierte, messen. Aber ist es nicht schon unendlich viel, zu wissen, daß eine Mutter freudig mitmacht, nicht um auch noch anzufangen, sondern, weil sie es von Jugend an nicht anders gewohnt ist, und es mit ihren Kindern in derselben Weise halten will? Das ist das große, das herrliche Verdienst der Leibesübungen um die deutsche Frau und Mutter. —Bkn— Ein großer Tag der Boxer. Das Ereignis des morgigen Tages für die Boxer ist: Schmeling — Paolino inBarcelona. Der Kampf ist unseres Exweltmeisters letzte, aber auch wirklich allerletzte Chance, sich noch einmal in den Vordergrund zu stellen. Ein Sieg über den baskischen Holzfäller ist unbedingt nötig. Ein Schmeling in gewohnter Verfassung ist auch jederzeit imstande, einen Erfolg herauszuholen. Paolino darf aber keinesfalls unterschätzt werden. Der Spanier hat trotz seines Alters nicht nur seine unheimliche Schlagkraft behalten, er ist auch heute noch ein famoser Techniker und unheimlich schneller Mann. Max Schmeling wird in der mit 100 000 Menschen gefüllten Stierkampfarena von Barcelona wirklich wie ein Stier kämpfen müssen, um die Naturkraft des Basken zu brechen. Neuer deutscher Schwimmrekord. Im Rahmen der Olympiavorbereitungen der Düsseldorfer Schwimmer unternahmen Anni Stolte (Düsseldorf) und Christel R u p k e einen Angriff aus den deutschen Rekord im 100 - Meter - Rückenschwimmen. Anni Stolte gewann das Rennen sicher in der neuen Bestzeit von 1:22,6, die um eine Zehntelsekunde besser ist, als die jüngste Bestleistung der Charlottenburger „Nixe" Gisela Arend. und die bewegten Jahre der Nachkriegszeit kannten die versachlichte, die vermännlichte Frau; sie kannten das Sportmädel und den „Flapper". Aber auch ein anderer Typ reifte in dieser Zeit heran, das waren die Mädel, die aus der Jugendbewegung hervorgingen, die mit der Aufgeschlossenheit für geistige Fragen einen tapferen Wirklichkeitssinn verbanden, die turnten, wanderten und Sport trieben und doch im Grunde sehr weiblich blieben, niemals jene Harmonie von Anmut und Würde zerstörten, von der Schiller sagt, daß es dem Menschen aufgegeben sei, eine innige Uebereinstimmung zwi- sch-n diesen beiden Naturen zu stiften und mit seiner vollstimmigen, ganzen Menschheit zu handeln. Für diese Generation junger Mädels war die Bildung nicht nur eine Sache, die man notgedrungen absitzen mußte, wie die U-ebungsstunden am unvermeidlichen Klavier, nein, für diese Mädels, die heute zur Frau und zur Mutter herangereift sind, war Bildung, auch die körperliche Biloung, Sache der Persönlichkeit, ihr eigenster, lebendigster, täglich neu zu erobernder Besitz. Dieser Frauentyp unserer Zeit ist bestimmt, den Gegensatz der unruhvollen und suchenden Nachkriegsjahre: hie Versachlichung hie — Mütterlichkeit, aufzulösen zu einer Einheit, aus der die Fähigkeit entspringt, das Leben in seiner Tiefe und Schicksalshaftigkeit zu sehen und zu formen und doch nicht jene jahrtausendalten Züge echter Weiblichkeit vermissen zu lassen, aus der die besten Kräfte'der Frau, ihr ureigenstes Wesen Gestalt gewinnen. Für diese Mädels, die heute junge Mütter sind, ist die Leibesübung, das Tummeln und Stählen des Körpers in frohem Spiel, bei Tanz und Gymnastik, durch Schwimmen und Skilaufen, durch Rudern und Wandern, keine Sache mehr, die zwar unleugbar große Vorteile hat und Schönheiten des Lebens erschließt, denen man gern teilhaftig würde, roenn---ja, wenn man eben früher damit begonnen hätte, nein, für diese Generation sind Turnen und Sport Dinge, die zum Leben gehören, einfach nicht wegzudenken sind. Damit rühren wir an das Problem des Generationswechsels, das sich vor allem in bezug auf die Stellung zur Leibesübung mit unterscheidender Deutlichkeit bemerkbar macht. Es ist doch so: unsere Mütter kamen mit Turnen und Sport in den überwiegend häufigeren Fällen nur indirekt, durch ihre Söhne und Töchter, in Berührung. Ihre Verdienste sollen darum nicht im geringsten geschmälert werden. Im Gegenteil! Wer je in seiner Jugend geturnt und Sport getrieben hat, wer Sonntag für Sonntag auf den Fußball-, Hockey- oder Handballplatz zog und oft verdreckt, müde und mit einem Wolfshunger wiederkam, der wird seiner Mutter Dank wissen für all die Arbeit, die sie mit stolzem Eifer für ihr „tüchtiges Mädel", für ihren „fabelhaften Jungen" verrichtete. Sie wusch unermüdlich all das Sportzeug, plättete und besserte aus, sorgte für die nötige Leibesstärkung, packte den Rucksack, legte in aller Herrgottsfrühe die Butterbrote zurecht, begeisterte sich als Zuschauerin an den Schwimmerfolgen ihrer Tochter, an den turnerischen und sportlichen Siegen ihres Sohnes und war überhaupt einzigartig und in keiner Weise zu entbehren. Nur sie selbst glaubte, für diesen „modernen Kram" keine Zeit zu haben, ihr Gymastiksaal waren Küche und Keller, ihr Sportgerät Besen und Kochtopf. Um schwimmen zu lernen, dafür war man „wirklich schon zu alt". Man lagerte sich gemütlich am Rande der Seen und Flüsse und schaute zu, wie die Jugend sich tummelte, oft mit einem kleinen Seufzer des Neides und der entsagenden Bemerkung: „Ja, wenn wir das damals auch gedurft hätten!" Aber eine ganze Anzahl unserer Mütter — und sie darf eher zu hoch als zu niedrig bemessen werden — fand den Weg von dem unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer und dem beschaulichen Zuschauer doch in die Reihen derer, die «ktdv durch Turnen und Sport ihrem Körper Gutes antaten. Und siehe da, aus dem nur widerstrebend Folge geleisteten Zwang — „die Kinder lassen mir ja keine Ruhe" — wurde oft begeistertes Mittun. und schnell kam die Erkenntnis, daß man sich üicht eine Mehrarbeit aufgebürdet, sondern sich einen Quell der Freude und des ewigen Jungseins geöffnet hatte, der nie versiegte. Diese Mütter übersprangen die Grenze, die zwei Generationen trennt, und sie wissen ihren Kindern heute Dank dafür, daß sie den Helfer zu einem Mitstreiter gewonnen haben. Die junge Generation, die Mutter, die in den Nachkriegsjahren als frische Sportmädels sich das weite Feld der Leibesübungen eroberten, haben diesen inneren Umschwung, dieses Aufraffen nicht mehr nötig, sie wissen oft gar nicht daß es überhaupt einmal anders war. Zwar ist es beileibe nickt so daß nun Worte verloren gegangen waren, die wir mit dem Wort Mütterlichkeit bezeichnen. Nein, diese Mädels der heutigen Generation und die der Nachkriegszeit haben an Natürlichkeit nichts verloren, bas Wissen um ihre naturgegebene Auf. gäbe ist aerobe heute, gestärkt durch den National- sozialismus, größer denn je, auch bas Verlangen, diese Aufgabe zu erfüllen. Aber s.e haben sich den elastischen Sinn für die Schönheit und Anmut eines kräftigen, sonnengebräunten und abgehärteten Körpers bewahrt. Sie haben die herrliche Aufgabe bekommen, kraft ihres eigenen lebensvollen Seins ihren Kindern Vorbild zu fein, als Hüter und Mitstreiter auf dem Weg der Leibeserziehung zu stehen, lii einer Front. Diese Kinder werden ihren Muttern doppelt Dank wissen dafür, denn diese Mutter sind nicht nur Helfer und Förderer, sie nehmen ihren Jungens und Mädels nicht nur die uemen Sorgen ab, sie stehen gleichberechtigt neben ihnen, ic sind aus dem gleichen Holz, tragen dieselbe C3e* innung. Selbstverständlich darf es nicht so aufgesaßt ein, daß Mütter und Kinder sich im Wettstreit Der Welterfolg unserer Segelflieger. prof. Georgii über das Ergebnis der Südamerika-Reise. Professor Georgii, der Leiter der deutschen Segelflugexpedition nach Südamerika und Führer der Gesamtabteilung Segelflug im Deutschen Luftsportverband, gewährte unfereffi Hamburger Mitarbeiter eine Unteredung, in der er sich ausführlich über die Ergebnisse der Expedition äußerte. Prof. Georgii erklärte, die Fahrt nach Südamerika könne von drei Seiten ausgewertet werden: einer sportlichen, einer wissenschaftlichen und einer für das Deutschtum werbenden. Man sei hinausgegangen mit der Absicht, den thermischen Segelflug in der eigentlichen Heimat der thermischen Aufwinde, den Tropen, zu erproben, und man sei nach Südbrasilien gegangen, um die Unterstützung des Condor- Syndikats in Anspruch nehmen zu können, das dort die Grundlage für die segelfliegerische Forschungsarbeit stellte. Maßgebend für die Reise sei auch der Gedanke gewesen, den jüngsten Zweig des deutschen Luftsports, den Segelflug, dort zu zeigen, wo das Condor - Syndikat und der Zeppelin die ersten Schrittmacherdienste für Deutschland geleistet hätten. 3n sportlicher Hinsicht, sagte Professor Georgii. wurden unsere Hoffnungen erfüllt: wir haben die Rekorde im Segelflug, die Deutschland bereits besaß, dort so seftigen können, daß sie uns in absehbarer Zeit nicht entrissen werden dürften. Der neue wellhühenrekord über 4800 Meter, den der noch in Brasilien weilende Ditt- mar aufgeslellt Hal, kann in Eurpa niemals überboten werden, da er nur beim Jhig in den Wolken erreicht werden kann, wo in Europa bereits die Vereisung der Flugzeuge eintritt. Was das wissenschaftliche Ergebnis betrifft, so betonte Professor Georgii, so sind hier Probleme g e l ö st worden, die nicht nur dem Segelflug, sondern auch dem Luftverkehr in den Trope n dienen werden. Bei der Auswertung des Ergebnisses wird sich zeigen, daß wir dem Luftverkehr in den Tropen sehr wesentliche Richtlinien auch hinsichtlich der Sicherheit werden geben können, Richtlinien, wie sie nur durch von Segelflugzeugen aus Dorgenommene Messungen gewonnen werden konnten. Schließlich war auch das für Deutschland werbende Moment ein sehr bedeutendes. Unsere Expedition, so sagte prof. Georgii, war unseren deutschen Volksgenossen in Brasilien und Argentinien ein Symbol und ein Gruß des neuen Deutschland und den Ausländern die Erkenntnis, daß die deutsche Fliegerei niemals aus der Welt geschafft werden kann. Diese Werbung hat sich mit zu i>em größten Erfolg der Expedition ausgewirkt, denn während unserer Anwesenheit in Südamerika war die deutsche Luftfahrt dort das Tagesgespräch: Und auch der Abschied hat uns gezeigt, wie stark wir dort die Herzen gewonnen haben. Um die Meisterschaften. Entscheidende Fußball-Meisterschafts- kämpfe. Im Fußball müssen am morgigen letzten Spieltag der vier Gaugruppen noch drei Erste feftge» stellt werden. Die Gruppe O ft, in der Viktoria Berlin gegen Preußen Danzig und Beuthen 09 gegen Viktoria Stolp antreten, hat ihren Sieger schon in Viktoria Berlin. In der Gruppe S ü d w e st steht der Meister im SV. Waldhof auch schon fast mit Sicherheit fest, er muß sich feine Bestätigung nur noch formell im Spiel gegen Union Bückingen holen. Selbst wenn Waldhof diesen Kampf verlieren sollte, können die Offenbacher Kickers die den Mülheimer SV. auf dem Platze des FSV. Frankfurt zum Gegner haben, das Torverhältnis der Waldhöfer nicht mehr einholen. Offen ist die Lage noch in der Gruppe Mitte. Hier genügt dem 1. FC. Nürnberg gegen den Dresdener SC. schon ein l:0-Sieg, um Meister zu werden. Die Möglichkeit für die Nürnberger, im Dresdener Ostragehege zu gewinnen, ist aber sehr gering. Dem DSC. genügt außerdem schon ein Untenschieden zum Gruppensieg. Borussia Fulda empfängt zuhause Wacker Halle und dürfte einen knappen Sieg davontragen. VfL. Benrath — Schalke 04 heißt der Entscheidungskampf der Gruppe N o r d w e st, der am Sonntag ganz Westdeutschland in Atem halten wird. Das Spiel findet in Duisburg statt und ist völlig offen. Im zweiten Spiel, Werder Bremen — TV. Eimsbüttel, sollten die Hamburger für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche nehmen. Zwischenrundenspiele um die Handball-Meisterschaft. Das Hauptinteresse konzentriert sich im Handball auf die Zwischenrundenspiele um die deutsche Handball-Meisterschaft der Frauen und Männer. Bei den Männern find folgende vier Spiele an- gesetzt: Spvgg. Fürth — SV. Waldhof, Polizei Darmstadt — Tura Barmen, ATV. Berlin — Polizei Hamburg, Sportfreunde Leipzig — Polizei Magdeburg. Sämtliche Spiele sind im Grunde genommen offen, am meisten der Kampf in Fürth, wo es der deutsche Meister SV. Waldhof sehr schwer haben wird, sich gegen die Spieloereinigung zu behaupten. Die Darmstädter Polizisten kann man wohl als Sieger über Tura Barmen erwarten, ebenso den Askanischen Turnverein Berlin über die Hamburger Polizei. Im Leipziger Spiel haben die Magdeburger die etwas besseren Siegeschancen. Die Handballerinnen haben folgendes Programm vor: Spgg. Fürth — VfR. Mannheim, Hessen- Preußen Kassel — Mülheimer SV., SC. Charlotten- burg — TD. Eimsbüttel, Fortuna Leipzig — Frauen SC. Magdeburg. Als Sieger und Teilnehmer an der Vorschlußrunde kann man nur die Mannheimer und Leipziger Damen bezeichnen, bei den anderen zwei Spielen ist eine Vorhersage unmöglich. Leichtathletischer Großkampftag auf dem -1900-Gportptatz. 235 Meldungen zu den XII. Nationalen Wettkämpfen. Eine alle Erwartungen und auch die die seitherigen Kämpfe übersteigende Beteiligung haben die XII. Nationalen Wettkämpfe der Spieloereinigung 1900 Gießen am morgigen Sonntag gefunden. Quantität und Qualität der Meldungen find auf glückliche Art gepaart. Wenden wir uns zunächst der Leistungsklasse I zu, die durch den Start der zahlreichen Spitzenkönner diesmal eine gang besondere Bedeutung gewinnt. Ueber 100 und 200 Meter, wo Dor- und evtl, auch Zwischenläufe notwendig find, muß man Chancen für die Entscheidung einräumen: Mähr- lein und Geerling (beide Eintracht Frankfurt), Kurz (BSC. 99 Offenbach), Kersch (Allianz Frankfurt), Stein (VfB. Kurh. Marburg, früher Kurh. Kassel), K r ü ck und Knappe (Hess.-Pr. Kassel). Ein feines Rennen dürfte der 800-Meter- ß au f werden. Von bekannten Mittelstrecklern treffen hier aufeinander: Danz und Wilhelm (Hess.-Pr. Kassel), Stepp (ASC. Darmstadt), Linke (Eintracht Frankfurt). Man muß darauf gespannt sein, wie sich die beiden 1900er Beppe r l i n g und Peters in diesem Feld schlagen. Erbitterte Kämpfe dürften sich beim 10 0 0 0- Meter-Lauf entwickeln. Wird es Gerhardt (1900) schaffen, oder können ihm ebenfalls erprobte Kämpen wie Siegel (Post Frankfurt), Herrmann (VfB. Kurh. Marburg, ehern. Heeresmeister), Obe lode und Adorf (VfB. Wissen) den Rang ablaufen? Neide! (Heuchelheim,und Holzapfel (Mto. Gießen) dürften ebenfalls nicht zu unterschätzen sein Im Stabhochsprung haben 8 Mann ihre Meldung abgegeben. Hoffentlich kann Jung (1900) in dieser Disziplin wieder einmal mehr die Ehre für die Gießener retten. Leicht werden dies ihm die Nachwuchsleute nicht machen. Den Clou der Veranstaltung machen zweifellos die Wurfwettbewerbe aus. Hier werden schon international gültige Leistungen erzielt werden müssen, um unter den drei Ersten zu sein. So gut wie unbestrittener Favoritt in allen drei Wurfwettbewerben (Kugel, Diskus, Speer) ist unser Zehnkampfmeister und Weltrekordmann Hans Heinz Sievert, der sich bereits in ausgezeichneter Form befindet. Im Kugelstoßen dürsten ihm am nächsten kommen der süddeutsche Meister Berg (JG.- Sporto. Frankfurt), dessen Vereinskamerad Maier, Schneider (Polizei Darmstadt), sowie Gugel (Gießen 1900) und Luh (OSC. Gießen). Im Diskuswerfen dürfte es an Kilo (Gießen 1900) liegen, zu verhindern, daß der Abstand gegenüber dem deutschen Rekordmann Sievert nicht allzu kraß wird. Schneider (Darmstadt) hat auch schon schöne Würfe herausgebracht. Guter Sport wird auch im Speerwerfen geboten werden. An Sieverts Fersen, eventuell recht dicht, dürften sich heften Dr. Ebner (Eintracht Frankfurt) und Hanebuth (Marburg), der Dritte beim letzten Deutschen Turnfest. Neff (1900) wird auch zu beachten sein. Für die 4X100-Meter°Staffel einen Tipp abzugeben, fällt reichlich schwer. Das Ende dürfte zwischen einem der Frankfurter Vereine (Eintracht, Postsportv., JG.-Sportv.) und Hessen- Preußen Kassel liegen. Vorzüglich besetzt ist auch die Klasse IL Hier werden eine ganze Anzahl heimischer Leichtathleten mit dem mainischen Nachwuchs in Wettbewerb treten. So über 200 Meter (Rodri - g u e z (OSC. Gießen), F. K o ch (1900 Gießen) und Seyb (Mto. Gießen). Ueber 15 00 Meter wird Baumstieger (1900) einen schweren Stand haben, da er zum Teil routinierte Mittelstreckler (Kaufmann, Frankfurt usw.) gegen sich hat. Ein starkes Feld (25 Mann) haben die 3000 Meter au verzeichnen. Nicht minder stark sind H o ch - sprung und Kugelstoßen besetzt. Hart ge- kämpft um den Sieg wird bei der 4 X 400 = 2Re» ter - Staffel werden müssen. Favorit ist hier der JG.-Sportv. Frankfurt mit seinem vorzüglichen Material. Massenfelder weist die Klasse III auf. Zum 100-Meter-Lauf haben hier nicht weniger als 45 Mann gemeldet! Ueber 400 M e - t e r yehen 22 Leichtathleten an den Start, meist talentierte Nachwuchsleute. Die Beteiligung am 1000-Meter-Lauf ist so stark, daß evtl, in zwei Abteilungen gestartet werden muß. 34 Leichtathleten wollen weitspringen, während in der 4X100-Meter-Stasfel 9 Mannschaften um die Siegespalme kämpfen. Erfreulicherweise sind auch in der Klasse für Vereins- und Verbandslose Meldungen eingegangen, und zwar durch das hiesige Arbeitsdienstlager. Den Entscheidungskämpfen voran geht ein Einmarsch sämtlicher Teilnehmer. * Aus dem 8.Turukreis Lahn-Dill. Lehrgang und Meisterschaftsspiele im Faustball. Zur Förderung des Faustballspieles, das einen großen Aufschwung in diesem Jahre genommen hat, veranstaltet die Kreisspielleitung am kommenden Sonntag einen Lehrgang in Gießen. Allen Vereinen, die mit diesem Spiel neu begonnen haben, wird Gelegenheit gegeben, sich gründlich in Theorie und Praxis damit bekannt zu machen, den Kennern aber ihre Kenntnisse zu erweitern. Da die besten Spieler des Kreises als Lehrkräfte zur Verfügung stehen, wird dem Lehrgang ein voller Erfolg beschieden fein, zumal auch die Meldungen aus allen Teilen — Alsfeld, Gießen, Butzbach, Wetzlar und Herborn — gut eingegangen find. Am Nachmittag werden die Lehrgangsteilnehmer noch Gelegenheit haben, die Rückrunde um die Kreismeisterschaftsspiele zu sehen, die zwischen Herborn, Gießen und Holzheim ausgetragen wird. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Gießen (Liga) — Alsfeld 06 (Liga). Am kommenden Sonntag herrscht in Gießen auf allen Fußballplätzen Ruhe. Denn auch die Fußballer wollen dabei fein, wenn Weltrekordmann Hans Heinrich Sievert — Deutschlands bester Leichtathlet — in Gießen erstmals an den Start geht. Bereits für den Samstagabend hat sich deshalb die Ligamannschaft der Blauweißen einen Gegner zum Gesellschaftsspiel verschrieben. Der Sportverein 06 Alsfeld absolviert in Gießen ein noch ausstehendes Rückspiel aus der vorigen Saison. Die Gäste spielen in der gleichen Klasse wie 1900 und befinden sich, nach den letzten Ergebnissen zu urteilen, zur Zeit in bester Verfassung. Im Vorspiel in Alsfeld unterlag 1900 mit 2:1 recht knapp. Wenn der eigene Platz einen Vorteil bedeuten sollte, so wäre das mit einem knappen Sieg der Gießener Blauweißen gleichbedeutend. In der Mannschaftsaufstellung hat man im Gießener Lager auf das bewährte Schlußdreieck Wittmann, Zeiler, Lippert und die Außenläufer Langsdorf und Heinbach zurückgegriffen. Die Besetzung des Mittelläufer- poftens steht noch in Frage. Vielleicht sieht man auf diesem Platze eine neue Kraft. Im Angriff wirken Luft und Roth wieder mit. Dadurch wird er wieder einen Führer und mehr Durchschlagskraft erhalten, wenn man auch Heilmann vorläufig noch allzu sehr vermissen wird. VsB.-Reichsbahn Gießen. Am Sonntag pausieren die Mannschaften bis auf die zweite, die in Lollar ein Spiel gegen die dortige zweite Mannschaft austrägt. Der Ausgang des Spieles ist offen. Am Himmelfahrtstag mußte die zweite Mannschaft in Leihgestern eine in der Höhe von 4:0 Toren unverdiente Niederlage hinnehmen. Der Sturm der Grün-Weißen konnte sich gegen die stabile Hintermannschaft des Gastgebers trotz zwingender Torchancen nicht durchsetzen. Sportabieilung des Tv. Wieseck. Für den kommenden Sonntag hat sich die Sportabteilung des Turnvereins Wieseck die erste und zweite Mannschaft des FC. Grünberg zu Freundschaftsspielen verpflichtet. Der Gegner spielt auch in der 1. Kreisklasse und nimmt in der Tabelle einen guten Platz ein. Wieseck wird auch für dieses Spiel noch kein festes Mannschaftsgefüge auf den Platz bringen und wiederum mit Ersatz antreten. Trotzdem dürfte Wieseck seinem Gegner ein ebenbürtiges Spiel liefern und sollte auch bei gutem Willen als Sieger aus dem Spiel hervorgehen. Im Spiel der zweiten Mannschaften sollte Wieseck die bessere Elf stellen und Sieger werden. Die Jugend trägt in Heuchelheim das letzte Pflichtspiel aus. Nach den letzten Erfolgen sollte sie imstande sein, das Spiel zu gewinnen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft fährt am kommenden Sonntag zum Aufstiegspiel nach Bissenberg. Die dortige Platzmannschaft ist auf eigenem Platze schwer zu schlagen. Wenn die Hiesigen mit etwas mehr Selbst- vertrauen wie gegen Naunheim kämpfen, dürfte der Sieg im Bereiche des Möglichen liegen. Die 1. Jugend tritt hier gegen die gleiche von Wieseck an. Die 2. Jugend spielt in Watzenborn-Steinberg. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Für den nächsten Sonntag ist die 1. Mannschaft von Lollar nach Großen-Buseck verpflichtet. Sollten die Bufecker mit demselben Geist das Spiel bestreiten wie am letzten Sonntag, so liegt ein Sieg im Bereich des Möglichen. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Am vorigen Sonntag war die erste Mannschaft von Aßlar Gast der Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Aßlarer mußten eine durchaus Der» befindet. kreisklasse II. Gemeinnutz geht vor Eigennutz! In diesem Sinne arbeitet die NSV. mag. Da ist es mehr als verwunderlich, wenn auf einmal eine Kunde kämmt, Daß man den seltensten von allen Rüden wieder einmal hier bei uns gesehen hat, und mancher Zweifel kommt auf, ob sich der Gewährsmann nicht geirrt haben mag. Aber Der alte germanische Götterbote und Wotans- voael Rabe, unser in Mitteldeutschland feit 3aJjr’ zehnten ausgestorbener Kolkrabe (Corvus corax corax L.) gehört nächst den Raubvögeln zu den imponierendsten Dogelgestalten, die wir haben und ist der stärkste unter den einheimischen Rabenvögeln. Bei uns in Hessen war er einst wert verbreitet, und noch vor einem Menschengedenken hatte jeder Bergwald im hohen Hessengau seinen Rabenhorst. Das ist anders geworden, seitdem die Urnatur zu einer Kulturnatur umgeprägt ward und der Rentabilitätsgrundsatz unserer Forstwirtschaft seinen Einzug selbst in die höchstgelegenen Waldberge hielt. So sind seither die Betrachtungen über den Kolkraben bei uns nichts anders als eine historische Angelegenheit, eine Art Nachruf, gewesen, und wie viele andere Naturdenkmäler aus dem Großvogelreich kennt unsere Generation sie nur von Mit zwei Spielen wird auch in dieser Klasse am kommenden Sonntag die Ermittlung des Aufstiegs- kandidaten fortgesetzt. In Ruttershausen stehen sich , , logg. Ruttershausen — Spvgg. 1900 Gießen II gegenüber. Trotz eignen Platzvorteils glauben wir nicht, Laß es den Platzbesitzern gelingt, die mit solidem Können versehene Elf der Gäste zu bezwim gen. Wir rechnen vielmehr mit einem wenn auch knappen Erfolg der Gästemannschaft, jedoch bedeutet ebenso ein knapper Erfolg der Platzmannschaft keine Ueberrcrschung. — In Dorlar messen die Mannschaften des To. Dorlar — Io. Lang-Göns. ihre Kräfte. Dorlar verlor das Vorspiel hoch mit 7:2 Toren. Die Mannschaft wird sich daher mächtig erschallen lassen. Zweifellos hat Floericke Recht, wenn er den Kolkraben als den Aristokraten des Rabengelichters bezeichnet, der sich stolz von seinen plebejischen Verwandten der Krähensippe fernhält und darob von diesen gehaßt und befehdet wird, so oft sich eine passende Gelegenheit dafür ergibt: nur dann nämlich, wenn es in der Uebermacht ist und stch stark fühlt, das billige Pack. Im Gegensatz zu den Gassen- und Massengewohnheiten der Krähen, sich herumlungernd wie Zigeuner stets in ganzen Herden zu zeigen, sieht man den Kolkraben immer allein oder paarweise, denn die Kolkraben sind treue und anhängliche Ehegatten für Lebenszeit und halten sich streng an den sonst im Vogelreiche seltenen Grundsatz der Einehe. Auch ihre Jungen, die nach dem Flüggewevden einzeln im Lande herumstreichen und uns ebenso wie ihre Eltern in der Notzeit des Winters nicht verlassen, umsorgen sie mit Zärtlichkeit und Aufopferung, und nirgends hat der Volksmund bei der Gestaltung von Sprichwörtern so weit neben des Nagels Kopf gehauen als damals, als er den Begriff der „Rabeneltern" schuf. Selbstverständlich — das muß in diesem Zusammenhangs betont werden — genießt der Rabe als einziger des sonst mit Recht verfolgten vermehrungsstarken Rabengelichters, den Schutz des Gesetzes in jener Strenge, wie es einem Naturdenkmal von seiner Seltenheit zukommt, und das ist gut und notwendig, da gerade er verhältnismäßig zutraulich ist, immer wieder an dieselben, ihm gewohnten Oertlichkeiten zurückkehrt, dabei die gleichen nachdem nun mehrere Beobachtungen in gleichem Sinne vorliegen, kann man öffentlich darüber reden, denn über kurz oder lang hätte man es doch erfahren. Seit den letzten Tagen des April treibt ich nämlich ein regelrechter Kolkrabe in den Büdinger Wäldern herum, der gar nicht cheu tut und sogar bis in die Anlagen des zum Büdinger Fürstenschloß gehörigen „Haines" kommt. Hier ist er öfters von der Fürstin und von Kustos Dr. Welcker beobachtet worden. Da nur immer ein Exemplar zur Wahrnehmung kam, wäre es naheliegend, daran zu denken, daß Der anoere Ehepartner brütet» doch ist mir diese Auffassung viel zu rosig, um sie gleich zu vertreten. Es ist doch zu merkwürdig, wie dieser Glanz auf einmal m unsere Hütte kommen soll. Ich bin daher geneigt anzunehmen, daß es sich hier um einen Jrrgast handelt, vielleicht um einen jener Einzelgänger, die sich als vereidigte Junggesellen benehmen, wie man sie ja auch bei den Störchen findet. Aber immerhin, Denkbar wäre es schon, daß sich einmal ein brutlustiges Paar in die Großforste der Bu- dinger Gegend verzogen hat, denn die Kolkraben lieben dichte Wälder in bergiger Lage, haben es aber auch ganz gerne, wenn in der Nähe Weidewirtschaft und Ackerbau getrieben wird. Dort sieht man sie oft nach Busfardart ihre Kreise ziehen, wobei sie ihren unverkennbaren Ruf „Klang klang Bekanntmachung. Die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda erläßt folgende Bekanntmachung: 1. Alle im Sommer 1934 geplanten Theateraufführungen unter ! r e i e m H i m m e l sind gemäß der Anordnung der ReichLtheater- kammer vom 9. Januar 1934 anmeldepflichtig Die Anmeldung ist an die zuständige Landesstelle des Reichsmmisteriums für Volksaufklarung und Propaganda Hessen-Nassau, Frankfurt a. M. Burgerstraße 9/11, zu richten und muß genaue Angaben enthalten, wer der Veranstalter und Rechtsträger der Aufführungen ist, auf welchen a!Xih>ft= chen Tagen und wie oft gespielt werden soll, ld)I <-ß- lich welche Werke zur Aufführung kommen, ferner ist eine Mitteilung notwendig, wlemel Berufsschauspieler bei den Aufführungen beschäftigt werden. Auf Grund dieser Anmeldung entscheidet die Lan- desstelle Hessen-Nassau, ob die Aufführungen ge- mäß der Anordnung der Reichstheaterkammer zu- aelassen werden können. 2 Die Errichtung von T h i n g st a t t e n ersolgt auf Grund der Vereinbarung zwischen dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichsleituug des Arbeitsdienstes ausschließlich durch den Freiwilligen Arbeitsdienst. Die Zuteilung der Thingplätze an die einzelnen Gemeinden erfolgt durch die zuständige Landesstelle des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda und im Einvernehmen mit dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger. Die Durchführung der Bauprogramme erfolgt auf Grund dieser Entscheidungen durch den Reichsbund der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele Berlm- Südende, der dazu vom Reichsministerium sur Volksaufklärung und Propaganda beauftragt wor- den ist. Alle Anträge betr. Errichtung von Thingstätten sind ausschließlich an die Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda zu richten. Thmg- ftätten, die ohne Zustimmung der zuständigen Stelle errichtet werden, werden zur Veranstaltung von Theateraufführungen unter freiem Himmel nicht zugelassen. gez. Müller-Scheld, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstette : Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. in Italien in Frankfurt am Main gegen eine Vertretung des Gaues Südwest antreten. Für die Opfer von Buggingen wird am kommenden Sonntag bei allen badischen Sportveranstaltungen auf die Eintrittspreise em Zuschlag von 10 Pf. erhoben. Außerdem wird bei allen Veranstaltungen, bei denen Halbmast zu flaggen ist, eine Gedenkminute eingeschaltet. D i e T e i l n a h m e d e r F r a n z o s e n a n den Olympischen Spielen 1936 m Berlin steht nach Besprechungen des französischen Olympischen Komitees mit dem Ministerpräsidenten Doumergue endgültig fest. Gibt es wieder Waben in Hessen? Don Or. Karl Rudolf Fischer. anstrengen, um dieses Resultat durch einen Sieg zu korrigieren. Bei einigermaßen Gluck sollte ihr dies gelingen, obwohl die Gästeels auch alles daransetzen wird, um ihre Position durch einen -sieg zu verbessern. Kurze Sportnotizen. Ein Fußballkamps S ü d d e u t s ch l a n d gegen Westdeutschland wird am 1. Pfingstfeiertag in Saarbrücken stattfinden. Die Gaue Südwest, Baden und Württemberg verkörpern den „Süden", während sich der „Westen" auf die Gaue Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein stützen wird. Schwedens Fußball-Nationalelf wird auf der Rückreise von den Weltmeisterschaftsspielen Hörensagen. Im Dagelsberggebiet hat er sich vielleicht noch am längsten zu halten vermocht, bevor er seine unumschränkte Herrschaft über den Bergwald abgab und sie den minderwertigen Nutznießern seiner Sippe, dem Krähenkropvzeug, überließ. Noch 1911 ward aus dem Kreise Alsfeld ein Rabenhorst gemeldet, und in den Ederbergen soll er sogar noch langer gebrütet haben. Sonst aber ist er allenthalben schon viel früher vor der Zivilisation geflohen, und je nach der Frühzeit ihres Einflusses und der Geschwindigkeit ihres Durchbruches, ihrer Ausbreitung und ihrer Vollendung geben uns die Annalen von Förstern, Jägern, Holzhauern und Waldläufern Kunde von der Zeit, da sie ihn zum letzten Male bei sich gesehen. Im Gießener Becken ward das letzte Stück 1884 geschossen, in der Friedberger, Dillenburger, Grünberger und Marburger Gegend, einschließlich des Lahngebietes, wanderte er kurz darauf aus. In den 90er Jahren fallen die letzten Laubacher Raben ausgelegtem Gift auf den Kloster Arnsburger Feldern zum Opfer, kurz vor der Jahrhundertwende nimmt ihm ein Kahlhieb den letzten Horstplatz bei Eisenbach. So ist es ihm rings in den mitteldeutschen Gebirgen ergangen, und selbst dort, wo der Begleiter Odins in grauer Vorzeit noch bis zum heutigen Tag eine letzte Heimstatt fand, in der Lüneburger und Ro- minter Heide, auf der Schwäbischen Alb, den Elch- gründen des Memeldeltas, auf dem pommerschen Darß und in der Schorfheide, kurz, wo es allerorts noch heute sein mag, hat er als unbedingtes Naturdenkmal von erstem Rang zu gelten, und seine Tage sind auch dort gezählt, wenn das preußische JaKfchutzgesetz, das hoffentlich bald Reichstendenz erhält, ihm nicht die letzte Existenz zu sichern ver- Diente 6:1-Niederlage (Halbzeit 4:0 für Leihgestern) hinnehmen. Die 2. Mannschaft empfing die 1. Mannschaft von Dillingen und verlor 2:3. Es wgr das schlechteste Spiel, das die Leihgefterner auf eigenem Platze geliefert haben. _ An Himmelfahrt war die Ligareserve vom DfB.- Reichsbahn Gießen in Leihgestern zu Gast und verlor 4:0 (2:0). Die Gäste, die mit einigen Liqaspielern antraten, hatten kaum etwas zu bestellen. In der Leihgefterner Mannschaft klappte es vorzüglich. Dor allem Fischer im Tor war nicht zu schlagen. Die Gießener hatten zumindesten einen Treffer verdient, aber die Blau-Weißen waren ihren Gästen überlegen, und auch die Hintermannschaft war nicht zu überwinden. Vorschau für Sonntag: Nächsten Sonntag erwartet die erste der Spielvereinigung die Reserve des SB. Bao- Nauheim. Die Badestädter, die schon einmal m Leihgestern gastierten, mußten damals eine 4:0- Niederlage hinnehmen. Dieses Ergebnis aber kein Grund, das jetzige Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Man rechnet mit einem Siege, wenn er auch knapp ausfällt, der Platzbesitzer. Vorher spielt die Jugendmannschaft der Spiel- Vereinigung gegen die gleiche des FC. Allendorf (Lahn). Das Vorspiel gewannen die Blau-Weitzen 6:2. Auch dieses Spiel dürften die Platzbesitzer für sich entscheiden. Handball im Gau XII der OT. Aufstiegfpiele der Preisklasse I. Die Fortsetzung der Aufstiegspiele sieht für kom- menden Sonntag folgende Paarungen vor: In Lützellinden treffen sich: Io. Lützellinden — Io. Allendorf a. d. Lumda. Die Platzbesitzer müssen diesen Kampf unbedingt gewinnen, um für die Entscheidung noch in Frage zu kommen. Auf eignem Platz sollte die Mannschaft gegen die Gäste einen sicheren Sieg herausholen. Während die Platzelf in bezug auf. Technik ihrem Gegner etwas voraus hat, gleicht dieser das Manko durch seine auf Erfolg eingestellte wuchtige Spielweise aus. — Das zweite Spiel führ.t Io. Garbenteich — Io. Sahenfurt auf dem Platz der erstgenannten Mannschaft zusammen. Die Platzbesitzer verloren das Vorspiel in Katzenfurt knapp mit 8:7 Toren. Sie haben daher aus diesem Kampf etwas gutzumachen. Auf eigenem Gelände sollte dies bestimmt möglich fein, zumal die Elf sich z. Z. wieder in aufjteia.ender Form Flugstraßen, Trink-, Nahrungs-, Balz- und Brutplätze oder Schlafbäume benutzt und hierbei trotz seiner Umsicht und Rabenschlauheit verhältnismäßig leicht abzuknallen, oder durch Giftauslegung in Köderform ums Leben zu bringen ist. Besonders in die letztgeschilderte Gefahr ist der Rabe immer wieder gekommen, denn obwohl er, wie seine ganze Familie, ein ausgesprochener Allesfresser ist, so vergreift er sich, seiner Größe entsprechend und seiner Stärke bewußt, leider nicht selten an Federwild und Hafen, er soll sogar Lämmer und Kitze angehen (letztere Angabe scheint mir zum ersten etwas übertrieben, im übrigen aber für unsere Verhältnisse nicht in Frage zu kommen) und geht mit Vorliebe an die auslaufenden Hühner der einzelorts liegenden Gehöfte, wobei er sich alsdann bombensicher den Zorn des Besitzers zuzieht und seinem Schicksal nur in den seltensten Fällen entgeh! Heute, wo der Kolkrabe bei uns so gut wie nicht mehr anzutreffen ist, fällt ein einzelnes Eremplar hinsichtlich des Schadens gar nicht ins Gewicht, und um der Erhaltung der Art willen ist für diese letzten Zeugen einstmaliger Vogelherrlichkeit unbedingter Schutz erforderlich und gerechtfertigt. „Raum für alle hat die Erde." Spre^vrttnden ver Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samslaq nodimiftaa aefchlosien Nachdruck verboten! 4. Fortsetzung. gewesen. Doch Holm? Und wenn sie ihren letzten Pfennig hergeben sollte, sie hätte nie geduldet, daß Holm für sie bezahlte. Auf der Rückfahrt wurde er merkwürdig einsilbig. „Nun ja, Ellen! Bislang noch sah man dich stets in Gesellschaft von Ernst Holm. Er zieht aus — nicht?" Ellen Ehlers grub die Zähne sekundenlang in die Unterlippe. „Ich verstehe dein Interesse nicht, Friedel!" sagte sie schließlich, von diesem Ausfragen peinlich berührt. „Mein Interesse? Nun, Ernst Holm zieht zu uns. Nett — nicht?" Die verdutzte Ellen blieb stehen. „Doch leb wohl, ich muß heim!" Friedel Müller schwang sich aufs Rad, drückte Ellen oberflächlich die Hand und jagte davon. „Darauf also kam es ihm an!" Ellen Ehlers fühlte, wie die Scham ihre Wangen glühend rötete. Herz sie zog? , Das konnte sie nicht ertragen. Sie mutzte abschreiben. Gegen" Mittag erklärte sie der Mutter, daß die Chemie-AkUengesellschaft ihre Bewerbung abschlägig beschieden habe. Es war eine Lüge. „Abschlägig?" Frau Ehlers erbleichte. „Oh, wie viel Hoffnung setzt der Arme auf die selbstverständliche Dankbarkeit des Reichen!" Sie konnte ihre Enttäuschung in diesem Augenblick nicht mehr zurückhalten. In Ellen brannten die Worte der Mutter, aber sie sah keinen anderen Weg. „War es dir denn so leicht, Muttchen, mich in der Hand eines Menschen zu wissen, den ich nicht liebe, vor dem ich eine unerklärliche Angst empfinde?" „Angst? Alberne Vorstellungen. Ein wenig guter Wille nur deinerseits, und wir hätten das Leben führen können, das uns zukommt. Aber so?" Ellen traf dieser Vorwurf wie ein spitzer Pfeil. Sie hatte sich daran gewöhnt, daß es in bezug auf Holm zwischen ihr und der Mutter kein Verstehen gab. Jetzt aber sah sie sich plötzlich vor noch schwerere Aufgaben gestellt. Der Kampf ums tägliche Leben trat an sie heran und forderte ihre ganze Klugheit und Kraft. Was sollte sie tun? Sie wußte, es mußte ihr jetzt gelingen, für sich selber und die Mutter eine weitere Existenzmöglichkeit zu finden. Sollte sie an die Chemie-Aktiengesellschaft schreiben? Ihre Absage rückgängig machen? Sie zog ihren hellen Sportmantel an und ging die Landstraße ein Stück stadtwärts. Sie mußte allein sein mit ihren Gedanken. Friedel Müller, ihre einstige Schulkameradin, die mit ihren Elterti das Siedlungshaus nebenan bewohnte, kam ihr auf dem Rad entgegen. Das dunkelhaarige Mädchen mit Den Glutaugen lachte ihr hell ins Gesicht. Ellen stutzte. Sie hatten sonst kaum einen Gruß getauscht. Friedel Müller war andere Wege gegangen als Ellen, die seit ihrer Schulentlassung nichts als Arbeit und Pflicht kannte. Ellen war enttäuscht, was aus der einstigen Kameradin geworden war. Tanz und Flirt. Es gab keine Berührungspunkte mehr in ihren Gesprächen. Das einst herzliche Freundschaftsverhältnis , war zur bloßen Bekanntschaft erkaltet. „Einsam und allein, Ellen?" Die zierlich, kleine Friedel keuchte von schneller i Fahrt. ; „Allein, wie immer, Friedel!" „Wie immer? Das Dürfte wohl kaum stimmen." Ein tiefer, fragender Blick. Und nun,Men? Vornan von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) Ernst Holm aber ergötzte sich. Diese Abfuhr gönnte er der schönen Ellen! Gut so! Um so leichter würde sie den Weg zu ihm finden, den bittere Not ihr bald vorschreiben würde. Und dann fuhren sie wirklich am nächsten Tage durch die herrlichen dunklen Wälder Thüringens. Ellen saß neben Der Mutter im FonD Des Wagens, Manchmal streiften ihre Blicke Die breiten Schultern Ernst Holms, Der mit sicherer Lässigkeit Das Steuer lenkte. Was war es nur, Das ihr immer roieDer eine so unerklärliche Vorsicht gegen Diesen Menschen eingab? In Erfurt hielten sie an. Ernst Holm schlug vor, Dort Das Mittagessen einzunehmen. Er bestellte mit großer Geste. WieDer machte alles auf Frau Ehlers Den EinDruck, Den Holm beabsichtigte. Sie begriff Ellen nicht. Ahnte sie nicht, Daß es Der alternDen Mutter viel Ruhe geben müßte, Das einzige, zärtlich behütete Kind an Der Seite eines gebildeten, wohlsituierten Mannes geborgen unD vor Not geschützt zu wissen? „Ein sonDerbarer Kauz war es Doch. Ich hatte gleich keine große Meinung für ihn!" sagte Holm während Des Essens. Ellen wußte sofort, wo er hinaus wollte. Heber ihr Gesicht huschte eine Dunkle Röte. „Sie haben kein Recht, über Herrn von Rakenius so zu sprechen, Herr Holm. Ich glaubte auch. Sie mürDen mir zuliebe Dieses Thema meiben." So offen stellte sich Ellen auf Die Seite von Rakenius? Ein jäher Zorn kochte in Holm auf. Doch er beherrschte sich augenblicklich. Dich fange ich mir schon, mein Täubchen!, Dachte er überzeugt. Trotz Des verstänDnislosen Blickes her Mutter zahlte Ellen Die zwei teuren Gehecke selbst. Freilich, sie wären mit einer bescheiDenen Mahlzeit zufrieDen „Unter höflicher Bezugnahme auf Ihre Bewerbung als Laborantin bitten wir Sie, sich am Dritten Pfingstfeiertay zur persönlichen Besprechung im Direktionsbüro einfinben zu wollen." Die anfängliche stürmische FreuDe wich mit einem Male Dumpfer Traurigkeit. In Demselben Betrieb mit Doktor von Rakenius sollte sie beschäftigt sein? Sollte täglich vielleicht Den Mann sehen, zu Dem ihr ganzes Sehnen, ihr ganzes Wehe, wenn Der arme Mensch an Die Teilnahme Der Reichen an seinem Geschick glaubt. Er wirb immer enttäuscht werben!. Dachte sie bitter, Doch sie hütete sich, ihre GeDanken jetzt auszusprechen. „Sie tapfer, meine kleine Ellen. Ich weiß ja, Du liebst ihn. Aber hast Du vergessen. Daß er verlobt ist?" sagte sie nur leise mahnenD. Ellen richtete sich matt auf. Tränen spiegelten an ihren seihigen Wimpern. „Liebe fragt nicht nach Gegenliebe, Darf nicht nach Gegenliebe fraaen, sonst ist sie egoistisch. Was frage ich Danach, ob er verlobt ist? Meine Liebe war früher Da als Diese Gewißheit. Ich kann Doch unmöglich einen Menschen lieben lernen, wie Du es verlangst, Muttchen." Frau Ehlers beruhigte. Hier konnte nur Die Zeit helfen. Sie wußte, wie sehr ihr ferneres Geschick von Ernst Holm abhiny, wenn Ellen keine Stellung finben mürbe. Diese Einlabung bürste unter keinen Umftänben abgesagt werben. Die Autotour würbe auch Ellen auf anbere Gebanken bringen, sie ab» lenken. War es nicht auffallenb, baß Holm seit Ellens Rückkehr nie mehr bie Nächte hinburch ausblieb? Wie jeben Morgen um Diese Zeit, erwartete Ellen Die Post. Warum? Eine unerklärliche Hoffnung nur, ihr selbst unbegreiflich. Aber sie wartete. UnD Dann hielt sie ein Schreiben Der Direktion Der Chemie-Aktiengesellschaft in Den HänDen. Es war in formellem. Dienstlichen Ton gehalten. UnD als man sich Der HeimatstaDt näherte, ließ er wie zufällig Die Bemerkung fallen, Daß er sich mit Der Absicht trage, wieher ganz in Die StaDt zu ziehen. „Man ist Doch hier Draußen wie vom Leben abgeschnitten." Frau Ehlers furchte Die Brauen. Ellen aber erkannte Den Trumpf, Den Holm auszuspielen bereit war. Sie haßte ihn in Diesem Augenblick. Schon eine Woche später tünhigte er offiziell. Die Tage Darauf war er im Hause kaum sichtbar. Frau Ehlers wich ihrer Tochter aus. „Du bist an allem schulb. Nun gehen wir Dem ElenD mit Riesenschritten entgegen. Was soll nun roerDen, Ellen?" sagte sie einmal roeinenD. Daheim fqnD sie Die Mutter mit rotgeweinten Augen vor. Noch nie glaubte Ellen ihre Mutter so lieb gehabt zu haben wie in Dieser StunDe, Da Das kleine, bleiche Altfrauengesicht so ängstlich und versorgt aussah. „Muttchen! Mütterchen!" „Verzeih mir, EllenkinD! War ich Denn blinD? Was wollte ich Denn tun? Glaube mir, Ellen, ich wollte ja nur alles Gute für Dich, wie eine Mutter eben immer alles Gute will für ihr KinD!" Selbst- oorroürfe zerfleischten bas Herz her Mutter. Sie wagte nicht, in bie hellen, reinen Kinberaugen zu sehen. „Muttchen, quäl bich hoch nicht! Sieh, wenn ich ihn geliebt hätte, bann war ja alles gut — aber ich liebe ihn hoch nicht. Wir müssen auch so burch- kommen." Ein ganz starker, reiner Lebenswille straffte bas junge schöne Gesicht. Die wenigen letzten Tage mit Ernst Holm würben zur Qual. Mit Dem ewig unDefinierbaren, süßlichen Lächeln nahm er am Abenb an Der kleinen Tafel Platz. Er plauDerte, als fei nichts geschehen, unD ignorierte völlig, Daß man ihm kaum antwortete. Einmal schoß er in seiner frechen Art Direkt aufs Ziel los. „Sie sinD verstimmt? Aber meine Damen, ist es richtig, verstimmt zu sein, nur weil ich eben ausziehe? Ich wollte Doch nur Ihren geheimen Wünschen entgegenkommen..." „Macht es Ihnen so viel Spaß, auch in Den letzten Tagen Ihre Rolle noch weiter zu spielen, Herr Holm? Vielleicht haben Sie Doch ein wenig Gefühl für Rücksicht — nicht auf mich, nur auf meine Mutter." „Aber gnähiges Fräulein, so sprechen Sie? GeraDe Sie??" Holms Blicke saugten sich fest an Ellens Gesicht. „Klingt sehr hübsch aus Ihrem schönen MunDe. Ich werhe bie Lehre in Zukunft selbstverstänblich beherzigen." Holms Worte begleitete ein halblautes, überlegenes Lachen. Kurz nach hem Essen fuhr Holm wie gewöhnlich in bie Stabt. Doch er kehrte früher zurück als sonst unD traf Ellen unvermutet allein auf Der DeranDa. Frau Ehlers hatte sich aanz besonders zeitig zu Bett gelegt. Sie fühlte sich manchmal so lähmend mühe von all ben Sorgen her Gegenwart unb Der Angst um Die Zukunft, Datz sie nur Den Wunsch hatte, lange, recht lange zu schlafen. „Noch auf, Fräulein Ellen?" Breitbeinig wie ein Seemann ftanh Ernst Holm vor Ellen unD lächelte. „Ja", kam es kaum hörbar zurück. „Es hätte Doch manches anDers kommen können- Nun zwingen Sie mich zu Schritten, Die mir selbst nicht leicht roerDen." (Fortsetzung folgt.) irtschast war das Angebot gering, die Nachfrage hierfür war infolge unbefriedigender Qualität schwach. Die Molkereibutter 117 (117), deutsche (Al Preise für deutsche Erdbeeren zeigen rückläufige butter notierte entsprechend niedriger. Oer Leser hat das Wort 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis Artikel als Beobachtung gezeichnete Bild deutlich < 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialbekundet: die Amsel holt sich den Regenwurm, die dienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskon- Katze sich die Amsel. An der Spitze der Vsrnichter' zert II. (Schallplatten.) Gigli singt! 14: Mittags- lich erlebte. Es ist Naturgesetz, daß das Schwächere dem Stärkeren erliegen muß, wie ja auch das in dem anderer Lebewesen steht der mit Vernunft begabte Mensch, der weiß, bzw. sich dessen immer klar be- Jch möchte allen in großer Einseitigkeit gegen die Katzen so stark Eifernden doch recht zu bedenken geben, wie es ihnen wohl zu Mut sein möchte, wenn insolde des Fehlens der Katze die Mäuseplage einrechen und überhandnehmen würde. Mit dem Stellen von Fallen allein ist es zur Tilgung der Mäuse im weiten Bereich doch nicht getan, auch nicht mit dem Legen von Gift — und das hat doch auch seine Gefahren, wohl auch für die Dogelwelt. Es wird, wie häufig, so auch in dem berührten Artikel der Amsel so sehr das Wort geredet, und gerade die Amsel verdient es am wenigsten, daß ihretwegen der Katze Fehde angesagt wird. Mein Schwiegervater übte in seinem großen parkartigen Garten ausgedehnten Vogelschutz. Er war daher leider auch ein Gegner der Katze, aber ebensowenig duldete er in seinem Garten die bei kleineren Vogelarten nesträubernde Amsel, deren Ueberfall auf junge Brut er wiederholt persön- Eine, die Katzen wie Vögel gleichermaßen liebt. Spenden für die NSV. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirksspartaffe Gießen. Laßt v , , , „ . sind eine Notwendigkeit! Und es gibt unter ihnen ganz aoldklare lautere Wesen, trotz des bisweiligen Durchbrechens ihres Naturtriebes der Vogelhascherei. Es zwingt den Menschen ja auch von sich zu sagen: „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust." Wie soll sich die Katze auch klar darüber sein, daß es dem Menschen einen Unterschied bedeutet, ob sie Mäuse oder Vögel vernichtet. wußt sein sollte, was er tut. Eine Taube betreut beispielsweise mit gletck großer Liebe und Fürsorge ihre Jungen, wie nach genanntem Beispiel in dem Artikel die Amsel es tat — und doch läßt ersteren der Mensch ruhig die Hälse umdrehen und die Opfer seines Genusses in der Pfanne schmoren. Es ließe sich noch eine ganze Reihe von Beispielen anführen, daß Tiere, die durch ihre Niedlichkeit und Possierlichkeit einerseits erfreuen, im Schonungsbereich des Menschen anderseits doch so ganz und gar nicht inbegriffen sind. Laßt den Katzen ihre Daseinsberechtigung, sie * Weitere beträchtliche Neueinstel- lungen beim Stahlverein im April. Wie der DHD. erfährt, haben die Betriebsgesellschaften der Vereinigten Stahlwerke AG. im Aprtt- weiterhin über 4500 Volksgenossen neu eingestellt. Die bei Beginn der Frühjahrsarbeitsschlacht für den Zeitraum bis zum 1. Juli veranschlagte Neueinstellungsziffer von 4000 Arbeitern und Angestellten ist demnach schon im jetzigen Zeitpunkt bei weitem überschritten. frankfurter Börse. Mitlagsbörse knapp gehalten. Frankfurt a.M., 11. Mai. Nach der Feiertagsunterbrechung kam das Geschäft an der heutigen Mittagsbörse nur langsam in Gang. Von der Kundschaft lagen nicht die erwarteten Kaufaufträge vor, was die Kulisse etwas zur Zurückhaltung veranlaßte, auch deshalb, weil man über den Stand der Transfer-Verhandlungen vräzisere Angaben vermißt, wenngleich man für Den Ausgang weiterhin zuversichtlich gestimmt bleibt. Die Hartnäckigkeit Frankreichs in der Abrüstungsfrage wurde zwar beachtet, machte aber keinen Eindruck, da anderseits aus der deutschen Wirtschaft eine ganze Reihe günstiger Anregungen vorlagen. Vor allem befriedigte der wei- tere Rückgang der Erwerbslosen im April um 190 000 Personen, auch die Zunahme der Zulassungen von Personenkraftwagen im April und die 86- prozentige Steigerung der Roheisengewinnung gegenüber dem Vorjahre waren zu beachten. Die Kursaestaltung war etwas uneinheitlich, obgleich bei Börsenbeginn Besserungen überwogen. Nach den ersten Kursen machte sich seitens der Kulisse Realisationsneigung bemerkbar, was besonders am Rentenmarkt fühlbar wurde. Neubesitz gingen um 65 Pfg. auf zunächst 17 dann 16,55 v. H. zurück, auch Altbesitz gaben 0,50 v. H. und späte Reichs- schuldbuchforoerungen 0,25 v. H. nach. Am Aktienmarkt eröffneten Montanwerte meist von 0,50 bis 1,25 v. H. niedriger, nur Klöcknerwerke zogen 0,40 v. H. an. Elektrowerte tendierten meist fester, besonders Lahmeyer um 3 v. H., ferner Accumulatoren Berlin mit plus 1,75 v. H., AEG. büßten allerdings ca. 1 v. H. ein. Am Chemiemarkt waren Scheideanstalt fest und 1,25 v. H. höher, auch Farbenindu- strie 0,40 v. H. freundlicher, dagegen Metallgesellschaft 1 v. H. schwächer. Kunstseideaktien waren gut behauptet, von Zellstoffwerten büßten Aschaffenburgs 1,65 o. H. ein, Waldhof gaben 0,50 v. H. noch. Im einzelnen lagen Reichsbankanteile und Südd. Zucker gut behauptet, Daimler 0,65 v. H., Cement Heidelberg 0,25 v. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. leichter. Auch in der zweiten Börsenstunde war die Umsatztätigkeit äußerst klein. Die Kurse neigten aber überwiegend weiter um ca. 0,25 bis 0,75 v. H. nach unten, so am Montan-, Elektro- und Schiffahrtsmarkt. Farbenindustrie gaben 0,65 v. H. nach, waren aber später wieder mäßig höher. Von später notierten Papieren gewannen Chadeaktien 1,50 RM. und Kali Westeregeln 1 v. H. Die Neubesitzanleihe blieb später auf Basis von 16,60 v. H. behauptet, auch die übrigen variablen Werte lagen unverändert. Stadtanleihen waren etwas uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1 v. H., Staatsrenten lagen ruhig. Goldpfandbriefe blieben zumeist unverändert, ebenso Kommunal-Ob- ligationen, während Liquidationspfandbriefe bei uneinheitlicher Kursbildung Veränderungen von 0,25 bis 0,50 v. H. aufwiesen. Industrie-Obligationen ebenfalls unregelmäßig, fester Deutsche Linoleum und Voigt 8c Häffner, schwächer Stahlverein-Bonds und Eisenbahn-Bank. Don fremden Werten lagen Silbermexikaner fest. — Tagesgeld blieb zum Satz von 3,25 v. H. unverändert. Abendbörse knapp behauptet. An der Abendbörse herrschte außerordentliche Zurückhaltung, zumal von der Bnnkenkundschaft Aufträge vollkommen ausblieben. Bei fast völliger Geschäftsstille lagen die Kurse infolge von weiteren kleinen Realisationen der Kulisse überwiegend nur knapp behauptet. Schiffahrtsaktien lagen gegen den Berliner Schluß geringfügig höher. Am Rentenmarkt kam in der Neubesitzanleihe zunächst etwas Angebot heraus, das den Kurs leicht drückte. Später trat dann von Berliner Seite Nachfrage auf, so daß sich das Papier wieder gut er- holte. Auch Altbesitzanleihe zogen um 0,13 v. H. an, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen unverändert. Von Auslandrenten fanden Schweizer Anleihen einige Beachtung. U. a. notierten: Neubesitz 16,42 bis 16,55, Altbesitz 95,13, Schutzgebietsanleihe von 1914 9,30, 4proz. Schweiz. Bundesbahn von 1912 147, 3,5proz. Gotthard-Bahn 130, 3,5proz. Jura- Simplon 130, Reichsbank 150, Gelsenkirchen 61,50, Harpener 90, Mannesmann 64, Phönix 48,25, Rheinstahl 90,65, Aku 59, Bekula 132,13, Conti Gummi 150,75, Daimler 45, Scheideanstalt 184, Deutsche Linoleum 56,25 bis 56, JG.-Farben 132,50, Gesfürel 98,75, Holzmann 63, Metallgesellschaft 80, Schuckert 87,50, Reichsbahn-VA. 112,50, Hapag 21, Norddeutscher Lloyd 25. Frankfurter Obst- und Gemüfemartt. Frankfurt a. M., 11. Mai. Am Gemüse- m a r t hat sich das Sparaelangebot gegen die Vortage verringert. In Kopfsalat und Spinat herrschte weiterhin reichliches Angebot, in Kohlrabi, Karotten und Gurken war es genügend. Für Spargel und Kohlrabi zogen die Preise etwas an, im übrigen blieben sie unverändert. Der Verkauf war zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück 425 bis 500 holl., Erbsen einhalb Kilogramm brutto 14 bis 18 ital., Gewürze! gr. Bdl. 40 bis 60, Salatgurken (Treibhaus) 20 bis 40, 27 bis 40 holl., Karotten (Treibhaus) Bdl. 14 bis 16, 34 bis 40 holl., 15 bis 20 span., Kohlrabi (Treibhaus) 7 bis 12, Kopfsalat 7 bis 9, do. Freiland 9 bis 12, Steige 30 Stück 400 bis 500 holl., Radieschen Bdl. 3, Römischkohl 12 bis 15, Rotkraut 6 bis 8 holl., Sellerie je nach Größe 8 bis 20, Spargel I 37 bis 40, II 26 bis 30, III 15 bis 18, Spinat 4, Frühwirsing 15 bis 16, Zwiebeln (Gärtner) 50 Kilogramm 900, 900 bis 1000 Aegypter. Obst und Südfrüchte: Gutes Angebot in Apfelsinen und ausländischen Aepfeln. Inländische Aepfel sind nur in geringen Mengen am Markt. Treibhauserdbeeren werden in zunehmendem Maße angeboten. In italienischen Kirschen und Erdbeeren kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. Mai. Exaudi. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrvikar 23ah; 11: Kindertirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrvikar Balz. — Johannes- kirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johan- nesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Üuthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Lutheraemeinde; Pfr. Sucker. — Petruskapelle. 8.30: Pfr. Trapp; Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen der Petrusgemeinde; 9.30: Pfr. Trapp. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. — Wald- bühne. 13.30: Festgottesdienst anläßlich des Jahresfestes der Kirchengesangvereine des Dekanats Gießen; Pfr. Trapp. — wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Allen-Vuseck. 10: Gottesdienst. — Trohe. 9.30: Gottesdienst und Feier des hl. Abendmahls. — Großen-Vuseck. 9.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.15: Gottesdienst. — Steinbach. 10. — Alvach. 8.45. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11.30: Abmarsch vom Bahnhof zum Dekanats-Kir- chengesangsfest in Gießen. — Kirchberg. 10; 11: t)L Abendmahl für die Jugend von Ruttershausen. — Lollar. 13.30. — Treis a. d. Lda. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.30: Versammlung der Frauenhilfe in der Kirche. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst. — Garbenteich. 10: Gottesdienst. — hausen. 9.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend; 14: Stiftspfarrer Draudt. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst; danach Hausabendmahle. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 13. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Jungfrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 16. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oessentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer T bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerze : Dr. Malech, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Jäger. Apotheke: Pelikanapotheke. konzert III. (Schallplatten.) Allotria! 14.40: Stunde des Liedes: Alte deutsche Volkslieder, ein- und zweistimmig zur Laute gesungen. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Die Sicherungsverwahrung und andere Maßregeln der Sicherung und Besserung." Vortrag von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Walter Knögel. 17.45: Operettenlieder. 18: Stunde der Jugend. Ein deutsches Handelshaus umspannt die Welt. Aus Augsburger Fuggergeitungen. Vortrag von Bern- haro Schädel. 18.25: Französischer Unterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: „Ergo bibamus". Ein Trinkspiel in sieben Runden von Dr. Wilhelm Fraenger. 19.40: Zeitfunk. 20.15: Von Leizig: Reichssendungr Stunde der Nation. Zwischen Fichtelgebirge und Schneekoppe. 21: Mit Pauken und Trompeten. Ein Marschpotpourri. 22.40: Kammermusik. 23: „Schöpferische Jugend". 24: Nachtmusik. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „helft uns, alle Katzen zu erjagen?" „Hurra, unsre Katz ist tot." Der possierliche Gefährte so manch glücklicher und trauriger Stunde, der viel weniger aus Raubtiergelüst als aus Spieltrieb nach dem springenden Ball, der fließenden Hummel und all so was gehascht hat, — ist erschlagen. Nun hört doch endlich auch einmal das Mondscheingelärme aller vierbeinigen Wesen im Bezirk Goethestraße, Bruchstraße, Universität aus, nachdem die den Schlaf der friedlichen Bürger sorgsam bewachende Polizei schon längst dem herausfordernden Randalieren zweibeiniger Wesen gründlichst ein Ende gemacht hat!? Jetzt nur noch die Katzen —, dann haben wir das so oft besungene „Schweigen im Walde", oder den „Frieden in der Natur". Kein Kampf, kein Streit, keine Aufregung mehr in den so friedlich ausgebresteten Gartenanlagen vor der Universität. Die süßen Amseln können jetzt mit besserem Appetit die niedere Nestbrut zerstören und bei den Hunden, deren offenbarer Raubtierinstinkt in der wilden Jagd aus jedes Katzenvieh bemerkt werden kann, wäre noch zu überlegen, ob nicht durch einen geeigneten Köder auch hier mit roher Gewalt „der Frieden in der Natur" hergustellen wäre. Ob man doch nicht lieber mehr der Natur die Herstellung ihres Gleichgewichtes überlassen, manchem Volksgenossen seine kleine Freude erhalten sollte, als einseitig aufgeklärte Mitbürger zum Katzenkrieg aufbieten zu wollen? EinKatzenfreund. Kempten, 11. Mai. Deutsche Markenbutter (Tonnenware) 123 (zuletzt 123), deutsche (Allgäuer) seine Molkereibutter 120 (120), deutsche (Allgäuer) Molkereibutter 117 (117), deutsche (Allgäuer) Land- Hundfunkprogramm. Sonntag, 13.2Hai. 6.15 Uhr: Von Bremen: Hasenkonzert. 8.25: Morgengymnastik. 9: Katholische Morgenfeier. Aus der St.-Gebhard-Kirche in Konstanz. 9.45: Zum Muttertag. 10.15: Evangelische Morgenfeier. Aus der Leonhardskirche, Stuttgart. 11.15: Mütter-Heldin- nen. Zum Gedenken der Mütter unserer Gefallenen von Werner Wolfgang Knoeckel. 11.30: Von der feierlichen Eröffnung des Badischen Armee-Museums. am Schloßplatz in Karlsruhe. 12.30: Mittagskonzert der SA.-Kapelle der Brigade Tirol- Vorarlberg. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.15: Mittagskonzert (Schallplatten). Szenen aus Wagners „Siegfried". 14.20: Zehnminutendienst der Landwirtschaft: Der Einfluß der Witterung auf die Blüte und den Fruchtansatz. 14.30: Stunde des Landes: Us Modder ...! 15: Kinderstunde. 16: Nachmittagskonzert. 18: Paul Ernst. Zu seinem Todestag am 13. Mai 1933. Gedenkworte von Traute Lieb. 18.10: Die Erde ruft ...! Volkstümliches Hörspiel von Josesine Löwer. 19: Schallplattenkonzert. 19.45: Sportnachrichten. 20: Drei deutsche Dichtermütter (Hölderlin — Mörike — Schiller). Von Hans Gäsgen. 20.15: Die Mutter. Erzählung von Lotte Tiedemann, Wiesbaden. 20.30: „Mas- cottchen". Operette in 3 Akten. Musik von Walter Bromme. 22.40: Kleine Unterhaltung. 23: Allerlei Volksmusik. 24 bis 2: Nachtmusik (Schallplatten). Bach — Beethoven — Brahms. Montag. 14. Mai. Tendenz, im übrigen blieb das Preisniveau bei ziemlich lebhaftem Geschäft unverändert. Es erzielten: Eßäpfel 18 bis 25, Wirtschaftsäpfel 13 bis 15, amerikanische Aepfel, Kiste ca. 40 Psd. rote 850 bis 975, do. gelbe 1100 bis 1300, Apfelsinen blond 12 bis 17 span., Blut 12 bis 18, blond 17 bis 18 Imperial, Blut 20 bis 30 ital., Erdbeeren I 130 bis 160, II 110 bis 120, 60 bis 65 ital., Kirschen 30 bis 33 ital., Zitronen, Korb 50 Kilogramm 800. — Die angegegebenen Preise sind Großbezugspreise und verstehen sich in Pfennig pro Stück bzw. auf einhalb Kilogramm. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 11. Mai. Es notierten (je 100 kg loko Großhandels-Einstandspreis) in Mark: Weizen 20,50 nom., Roggen 17,75, Hafer 17 bis 17,25, Braugerste 17,75, Industriegerste 17,25, Malzkeime 13 bis 13,25, Welzenkleie (fein) 10,90 bis 11, do. (grob) 11,30 bis 11,50, Roggenkleie 11,35 bis 11,85, Weizenfuttermehl 12 bis 12,15, Biertreber 14, Soja- lchrot 15,55 bis 15,60, Trockenschnitzel 10,25. Für Mehle wurde keine Notiz festgestellt. Tendenz: Roggen und Hafer fester, sonst stetig. Kölner Buttermarkt. Köln, 11. Mai. Deutsche Markenbutter 126 (zuletzt 126), feine deutsche Molkereibutter 123 (123), deutsche Molkerei butter 119 (119). Land butter nicht notiert. Allgäuer Buttermartt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Datum 6% Deutsche RetchSanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dl. ReichSanl.v. 1929 5V.% Poung-Anleide von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablüs.-Schuld mit Auslos.-Rechten ......... Desgl. ohne Auslrs.-Rechte...... 6% eöem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzablb. 102%) «% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 . 5y,% Hess. Landes-Htzpotbeten» bank Darmstadt ßiaui.....- Oberhessen Provinz-Anleih, mtt Austus.-Rechten . ■ ■ Deutsche Komm. SammelabU Anleihe Serie 1 mit AuSIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks Hyp-'Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 <% ehern. 7% Srmtkf. HyP.-Bank Goldpfe. 16 unkundbar biS 1936 »y2% ehem. ty.% Franks HyP.- Bank-Ltqu^Pfandbriefe. ... 6y,% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Lr. Landespfand. briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutfch. Verrechnungskurs 4% Oesterretchtsche Goldrente... 4,20% Oesterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 i¥i% des,!, von 1918.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Sagdadbaha-Anleche Ctrii 1 ..••••••••••••••»•<•• 22,5 22,4 21 0 Banknoten. 120 0 ier ! 69*5 | 71,25 I II 170,7fi| 170,751 .. 01 Gritzner in 98,5 103,75 55,25 98,75 26,5 66,5 85,5 41,75 20,9 21,25 18,25 160,5 168,25 148.5 46,5 57 45 56 58,45 57,11 12,77 16,52 169,69 21,29 64,18 0 0 0 0 0 73 114 61,5 90 58,21 56,89 12,71 16,46 169,01 21,21 63,92 65,62 80,79 34,10 72,5 113,4 61,5 90,5 71,13 134,5 111,75 63,75 64,25 65,81 81,11 34,24 54,5 61 150,5 74 113,9 62,75 91 25 66 85,25 42,25 55,65 62 150 103 60,13 66,75 47,5 41 125 46 57,25 63,5 18,25 161 168,5 149,25 26,25 66 85,25 41,75 24,75 65,75 85 42,25 17,5 162 169 150,75 59 67,25 47,5 40,25 102 59,4 67 47,5 40,25 126 45 56,5 63,5 17,5 162 169 150,75 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 25,13 133 98 103,75 54,75 99,25 94,13 87,5 131,75 119,5 89 132,75 117 25 132,13 98,75 104 56 98,75 94 87,5 55,65 62 150,13 fhtfcme .... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener 54,5 61 150,5 Schwedische Not« Schweizer Not«.. Spanische Not«.. Uoaartjchs Not» . A-S.G. Bekula Norddeutscher Lloyd ÖL®, für Verkehrswesen tot Berliner Handelsgesellschaft . Commerz- und Privat-Bank . Matnkrastwerke Höchst a-ÖU.. 4 Süddeutscher Zucker .m.iwm S| Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ o Dresdner Bant o Reichsbank 12 Hoesch Eisen—Lölrr-Neuessen 0 Me Bergbau ............. 6 Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke ....... 0 Mannes manw-Rbha-»........ 0 Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg S stoss Waldhof stoss Aschaffenburg sauer GaS ............ Daimler Motor« ...••••••« Deutsche Linoleum ....... vrenstein & Koppel ...... Leonhard Tietz .......... Thade Ötau mal atoren. Fabrik .... Lonti-Gummi Die hinter den Papierei« angeführten Ziffern geben Oie Hohe Oei zutetzi geschloßenen Dividende au — Retchsbankdiskoni 4 pJ).. Lombardzmsfuß 5 o. H «rmdurg-Amerlka-Pakei ... o >amburg-Südam. Dampfschiff • 0 >onsa»Dampfschtff. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Rot« ................ Französische Not« ... Holländische Not« .•••••••••••••• Italienische Not«................ Norwegische Not« ..... ....... Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Rot«............... 7-, 114,13 62,5 90,5 72,5 133 111 64,65 65,5 134,5 111,5 63,5 64 Elektr. LieferungSgesells'chäft'.. 6 Licht enb Kraft .......g Felten & Guilleaume 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. S Rheinische Slektttzität ....... 5 Schuckert L Eo.............. 5 Siemens L Halsch...... 7 LahmeperLLo............. 10 60,25 67 47,75 42,13 0 — 0 133,25 133 111 64,5 65,9 26,13 132,9 98,75 103,75 55,25 99,5 95,5 88,5 132,5 119,65 $ranffun a. M. Schluß- kurs Schluß!. Abend» bSrse Schluß» kms Schluß! Minag» bSrfe Datum 9.5- 11-5- 9.5. 11.5- Mansfelder Bergbau .. ......0 70,9 70 70,65 70 Kokswerke .... .......0 — — 95,4 93,75 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohl« 50 48,25 49,5 48,25 ..... 10 220 220,25 220,25 220,25 Rhein stahl .......... 91,75 90,65 91 90,5 Bereinigte Stahlwerke. ■eeeeee U 42,25 41,25 42,13 41,13 Otavt Minen ..... .......0 13,9 13,75 13,9 13,9 Kaliwerke Aschersleben. ......6 108,5 108,5 108,25 109,5 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerk» Salzdetfurth ......6 109 109,75 109,25 109,5 ..... IV. 141 142 141 142 3. G. Farden-JndusM« Scheideanstalt........ ...... 7 .......9 132,25 183 132,75 184 132,5 132,9 Goldschmidt ......... .......0 61 60,65 61,13 60,25 Rütger» werke ........ .......0 54,9 53,5 56 53,5 Metallgeselllchaft...... .......0 82 80 81,75 80 Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Lemeutwerk Karlstadt . .......0 63 63 63,75 63,13 eeeeee 0 104,5 104,75 ....... 0 117 Jranffun a. M. Serlin Schlußkurs Schluß!. Abend» Mrfe Schluß» ferd Schluß! Mittag» börs, 9.5. 11.5. 9.5. 11.5. 95 95 95,25 95,9 99,9 99,9 100 100 90,65 91,25 91 91,5 95,9 95 95,65 95 17,3 16,55 17,35 16,5 93 94 93,25 94 91 91 91 — 91 90,75 — — 94,5 95 — — 93,75 93,1 94 93,4 91,13 91,13 — — 91 91 — — 91,5 90,75 — — 91,75 91,25 — — 94,25 94,25 94,25 94 94 94 94 94 98 98 98 98 23,5 23 23,5 — 1 1 — 1,1 7,4 7,25 7,5 7,2 7,25 6,95 7,13 •— 7,13 7,05 —— 8 8,4 8,4 8,6 6,75 6,75 — 6 «65 6,65 64 — Frankfurt a.M. Berlin Schluß- turs Schlußl. Abend» börsc Schluß» kurs Schiußk. Mittag» börse Datum 9.5. 11.5. 9.5- 11.5. i% desgl. Serie II........ 6,75 6,75 _ — 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4,2 4,1 4,2 — 4y,%Rumän.oereinh.R«tev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente .. 7 7 7,25 7 5,65 3,65 3,7 3,55 8%% Anatolier ..... 30 30 29,7 30,25 9-Mai 11.Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Seid Srie> Geld Srie. Oelftneh».. 5,644 5,656 5,644 5,656 Wien ...... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,42 10,44 10,42 10,44 BudapeO ... •— — —— —- Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,48 169,82 169,43 169,77 OSio....... 64,14 64,26 64,09 64,21 Kopenhagen. 56,99 57,11 56,94 57,06 Stockholm... 65,78 65,92 65,78 65,92 London ..... 12,765 12,795 12,755 12,785 Buenos AtreS 0,573 0,577 0,575 0,579 Neu York .... 2,493 2,497 2,496 2,500 Brüssel..... 58,41 58,53 58,37 58,49 Italien..... 21,29 21,33 21,28 21,32 Paris...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schwei» .... 81,00 81,16 80,97 81,13 Svani«.... 34,24 34,30 34,24 34,30 Danzig..... 81,60 81,76 81,60 81,76 Japan ...... Rio de Am.. 0,755 0,757 0,755 0,757 0,211 0,213 0,211 0,213 Jugoslawien, eüiaboe .... 5,664 11,63 5,676 11,65 5,664 11,61 5,676 11,63 Serlin, 11.Mai Gelb Srief 1 Amerikanische Not«.............. 2,448 2,468 Werke v. Bergschenke und an der Abendkasse. Vorverkauf Musikhaus E.Challier, Neuenweg 10 02314 Schlüter Kaffee mit Brigitte Helm Unübertroffen in Carl Ludwig Diehl Ed. von Winterstein, Th. Loos, Paul Otto Bergisches Kraftlutterwerk 6. m. b. H., Düsseldorf - Hafen werden können. — 2882 C karte 6838D 1934. 2857C W Machen Sie einen Versuch! 02489 4h Karl Haardt Dillenburg Telefon 247 KRAHN & COMP Gießen, Telephon 3039 24193 i Erstlingsmehl u-Kükenkörnerfuffer In atemraubenden Wirbel zeigt der Film die Kämpfe unbekannter Mächte, die entscheidend für das Geschick ganzer Völker DamplsägewerkLoliar B. Huhn. Collar. Dienstag, den 15. Mai, abends S.lo Uhr. in der Stadtkirche zu Gießen Gießen, den 12. Mai 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. Kampf zwischen Liebe und Pflicht — Wer ist der Spion „K. 77"? — Wer besiegt ihn 9 - Diese Fragen finden eine überraschende Lösung in dem sensationellen Großfilm „Spione am Werk“. Auserw. Beiprogramm! Ufa-Tonwoche! der Circus der großen Qualität Haselmäuse (Stark verkleinerteAbbild.aus,,Waldweben“) Seltersweg 37 Ecke Goethestraße Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag Berlin - Lichterfelde K Abonnement RM.2,10 (Sechs Konzerte) Küstenseeschwalben (Stark verkleinerte Abbild, aus „Norderoog“) 'S > Bayerischen Schokoladenhaus Qualität und Preiswürdigkeit! Tageskarte RM.0,50 2899 D Mittout ■ in moii ■ Kasseler Neueste Nachrichten: M. G. Förstemann spielte geradezu meisterhaft.Was bei diesem Künstler in besonderem Maße bestrickt, ist die edle Leidenschaftlichkeit des Spiels, die wundervolle Klarheit und die orgelmäßige Technik, die den Ramin-Schüler verrät. Münchener Zeitung: F. ist ein Techniker allerersten Ranges; das ganze Spiel ist tief empfunden und von hehrer Kunstbegeisterung erfüllt. Ein wahrer Meister auf der Königin der Instrumente! Karten zu RM. 1.-, für Studenten RM. 0.60 bei Challier In Original-Packungen stets frisch zu haben im Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und • Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, mit lebendigem und aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und Q. Wolff Preis RM. 4.80 ,,Das ist eine herrliche Welt! Die beiden Kameramänner sind ihr bis in köstliche Verschwiegenheiten nahe gekommen. — Köstlich ist alles und zauberhaft schön." Dresdner Anzeiger ÄH < Die neue D KW - Meister klasse 34 4-«lttiee modlecb-eleeanle Cabrto-Umoe.in.. ® PS Hoch- leUtungemoto. tnll Utakehnpülung > EUiiolradied.rune Freilaul , Zenirato-chmlerun 3 ' Mli).ttrag.nd. Karoewde rm 2495.- DKW.-Vertretung: Bekanntmachung. Dienstag, den 15. Mai 1934, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7 bis 8 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 30. Mal Ein deutsches Vogelparadies Natururkunden von den Halligen und vom Wattenmeer von P. F. Weckmann- Wit te n b u r g .—Einführender Text von Professor Dr. F. Dietrich. Mit 64 Kunstdrucktafeln. Brosch. RM.3.—, geb.RM.4.— „Glanzleistungen der Kamera,die stark an Bengt Berg erinnern.“ Photo-Beobachter Lichtspielhaus» Gießen Heute Samstag zum letzen Male Roman einer Nacht kommt nach GIESSEN mit einem Doppel-Programm ohnegleichen! 300 Artisten! 400 Tiere! 1000 Kostüme! Circus - Sensationen aus zweiJahrtausenden! Dazu das gewaltigste Manege-Schauspiel aller Zeiten! Riesen-Aufgebote an Menschen und Tieren! Feenhaite Ausstattungen! Prunkballetts ! Gesang! Spannende Abenteuer! 5OO OCO Liier Wasser stürzen in die Manege! Hundertfältige Licht- eftekte und Wasserspiele! Venezianischer Gondelkorso! Die Pracht und der Glanz des großen Wasser-Schauspiels sind unerreicht! Der Wert des Pantomimen-Fundus beträgt eine Million Mark! 1000 Farben! 1000 Wunder! 1000 Sensationen! 6 Reichswehr-Konzerte! Ausgeführt vom Musikkorps 1. Hess. Grenad.-Batl. Leitung Obermusikmeister E. Krauße Mai: 16. und 30.; Juni: 6. und 20.; Juli: 4. und 18.; 20 Uhr Bekanntmachung. Am Montag, dem 14., Dienstag, dem 15., und erforderlichenfalls Mittwoch, dem 16. Mai d. 3., jedesmal von 13 Uhr an, werden im Hofe des Anwesens Aslerweg 27 eine große Anzahl, teilweise sehr gut erhaltener, aus Nachlässen herrührender Gegenstände wie: 2794D Möbel, Küchengeräte, Porzellan, Gläser, Spiegel und Bilder, Sofas und Chaiselongues usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). am Sonntag, dem 13. Mai 2s?2v über Weilburg in’s Weiltal nachWeilmünster und zurück über Bad-Nauheim. Preis RM. 3.80 pro Person. 0en paffenifen(Stoff3116enfleinften prellen finden Sie im.. Kaufhaus "ürS- Das Haus der «einen preise „A Pfingst-Programm der Postomnibus-Ausflüge 20. Mai 2876 D Nach Biedenkopf u.Laasphe u.zurück üb.Marburg Mk.4.- 21. Mai Taunusrundfahrt: Usingen, Saalburg, Königstein, Bad Homburg, Nauheim, Mk.4.— 19., 20., 21. Mai 3tägige Fahrt ins Frankenland. Miltenberg, Wertheim, Tauberbischofsheim, Bad- Mergentheim, Rothenburg o./T., Ansbach, Würzburg, Bad Kissingen,Bad Brückenau, Fulda. Alsfeld, Mk. 38.— (incl. Unterk. und Verpfleg.) 20., 21. Mai 2täg. Rheinfahrt nach Königs wint., Bonn,Godesberg, Maria Laach,Koblenzu.zur. üb.BadEms durchs Lahntal (incl.Unterk.,Verpfl.)Mk.22.- Ausführl. Prospekte durch Postamt Gießen Büro, Lagerhaus u.Werkstätte am Güterbahnhof Dillenburg. Größtes Lager der Branche in Arbeitsgeräten für Bergwerke u. Steinbrüche, Tief bau, Eisenbahn-n.Straßenbau u.Melioration Prompte Lieferung. Billige Preise. Liste zu Diensten. 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