Nr. 186 Erstes Blatt 184. Jahrgang Zamtag, 11. August 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnunzmer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zwnlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Gießen. 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Sowohl das Gleichgewicht zwischen Stadt und Land, wie auch der Rückgang seiner Bevölkerung ersparen ihm manches von diesen Nöten. Dafür ist aber die Finanzkrise nicht gering (siehe den Kampf um das Defizit im Staatshaushalt, der z. B. bei den Pensionen zu Kürzungen um 30 v. H. geführt hat). Die Deflation ist für Gehälter, Löhne, Pensionen durchgeführt, aber sie hat bisher ihre Wirkung noch nicht auf die Preise erstreckt. Daher sind die Lebenshaltungskosten nach wie vor sehr hoch geblieben. Und daher die Unruhe in den Kreisen der Festbesoldeten, der Beamten und auch der Arbeiter, die nun ihrerseits in die politische Spannung hinüberleitet, dieser letzteren immer neue Kraft zuführt. Zunächst erscheint der Sta - visky-Skandal nur als eine Korruptionserscheinung. Aber er ist weit mehr. Mit Recht ist schon öfter der Vergleich mit der berüchtigten Halsbandgeschichte zu Beginn der großen französischen Revolution laut geworden. Ununterbrochen geht der Kampf daran weiter, bald schwelend, bald, wie im Februar und im Juli wieder, zu Flammen emporschlagen. Er trifft dabei immer und immer wieder denselben Punkt: das parlamentarisch-demokratische Regime, das auch hier zu Ende geht. Niemand glaubt, daß, wenn, wie jetzt wieder, em alter routinierter Staatsmann den Stoß Tardieus gegen die sogenannte „Nationale Union" abgewendet hat, das etwas Endgültiges fei. Das ist eine Phase im großen Kampf zwischen rechts und links, in den immer entscheidender und organisierter die Frontkämpferorganisationen und die Beamten eintreten. Diese, wenn die nicht mehr ganz passenden Ausdrücke gestattet sind, von rechts, und dagegen wieder hat sich — ein sehr bedeutungsvolles Anzeichen! — am 16. Juli die Verschmelzung zwischen der Zweiten und der Dritten Internationale, zwischen Sozialisten und Kommunisten auf der Linken, vollzogen. So treten die Fronten heraus und zeichnen sich klar ab: die Rechte und die Linke, dazwischen der Kampf unter den Radikalsozialisten — die ja keine Sozialisten, sondern Bürgerliche sind —, ob sie für sich weiter lavieren wollen, oder ob sie mit der neuen sozialistisch-kommunistischen Einheitsfront Zusammengehen sollen und damit das sogenannte Linkskartell verwirklichen würden. Das aber würde zur offenen Krise, d. h. zur Kammerauflösung, zu Neuwahlen führen, in die nun eben die neuen Kräfte, die Jungen, die Kriegsteilnehmer, die Beamten usw., eintreten würden. Deren Programme, Zeitungen usw. nehmen immer mehr zu und setzen sich durch, durch die großen Zeitungen hindurch, die immer noch tm alten Stil weiter das wahre Bild der inneren Auseinandersetzung Frankreichs verhüllen. Sie ist da, sie wird immer scharfer werden. Auch Frankreich kommt um diese zentrale Frage der Innenpolitik nicht herum. Man wird beinahe sagen können: was ihren Ausbruch zurückhält, ist weniger das taktische Geschick des Herrn Doumergue, als Herr B ar - thoit und die Außenpolitik, die er anstrebt, für die er, Tardieu näherstehend als Herriot, doch mit letzterem zusammengeht, weil er Sowjetruhland m sein System ziehen will, gegen das Tardieu ist. Letzterer hat in einem Buche: „L heure de la däcision“, über den Tageskampf hinaus die Reformforderungen gestellt, die den Kern der Krise be= zeichnen: Recht zur Auflösung der Kammer durch den Ministerpräsidenten und Referendum, also dee Umgestaltung der vergötterten Verfayung von 1875. Das ist die Atmosphäre, das ist der SUett, und wie gesagt, das wird gebremst und noch guruck- gehalten, indem Barthou die „Nationale Union erfolgreich für seine Außenpolitik, für das Schlagwort der Sicherheit Frankreichs ausspielt- Dafür ist nicht entscheidend, aber hoch wichtig, das Ver- ^g.'anÄi ->°u Tiefpunkt der Kris- übe. wunden zu haben. Man hat das Gefühl, daß es wirtschaftlich aufwärts geht und freut sich« des Gleichgewichts im Staatshaushalt und der Steuerherabsetzung, der Wiederaufnahme der Schulden, tilgung und indirekten Sicherung des Pfundkurses, was freilich arg bedroht wird, wenn die angetan- bigte Aufrüstung beginnt. Allier auch die Knse ist ja nicht zu Ende: hier das Arbeltsbeschaffungs- programm des Ministers Young, das Programm des Landwirtschaftsministers E l l i o t, der Kampf um die Frage, ob England wieder ein Bauernland werden solle oder könne, der über die Binnenwirtschaftskrise gleich in die großen Reichs- fraaen: große Kolonien und Mutterland m dem bekannten wirtschaftlichen Austausch Reichszoll und Empire-Freihandel" hinüberleltet. Schon das rein Kritische also Arbeitslosigkeit, Preisschere und Agrarnot, ist nicht überwunden. Aber alles das führt auch hier der innenpolitischen Spannung ununterbrochen noch neue Kraft zu. Schwerlich ist die „Britische Union der Faschisten" so wenig man sie als unbedeutend binstellen darf, schon einem großen Erfolg nahe. Daaeaen regt sich noch vieles in dem alten Parte - wesen und Parlamentarismus. Näher liegt die oft beobachtete und immer starker dem Ausbruch zu- Wohin geht Oesterreich? TMe italienische Politik der Heimwehr Gtarhembergs im Hintergründe. Die österreichische Frage ist ein europäisches Problem überhaupt nur durch jene Regierungskünste geworden, die, von römischen Belangen beeinflußt, jedes Sicherheitsventil verstopften und dadurch Explosionen fast naturgefetzlich Hervorrufen mußten. Nach dem Tode des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß ist nicht Starhemberg, wie dessen Heimwehren verlangten und wofür sie beinahe erneut geputscht hätten, Bundeskanzler geworden. Dazu kann man das österreichische Volk nur beglückwünschen, denn die letzte Rede des Fürsten Starhemberg war im Ton nicht nur völlig vergriffen, sondern Starhemberg, dessen Heimwehr geradezu der Schrecken Oesterreichs geworden ist, erlaubte sich von Barbarei zu sprechen, die aus dem Reiche käme. Wenn eins barbarisch ist, dann bleibt es die Art und Weise, in der die Heimwehr- Söldlinge Oesterreich malträtieren, weil Fürst Starhemberg gerne nur auf das Land blickt, in dem die Zitronen, aber nicht immer die wohlabgewogenen Worte blühen ... Der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg war nach Ungarn gereift. Er hat dort der Aufführung der „Tragödie des Menschen" von Madach beigewohnt, und er mochte an die Tragödie des österreichischen Menschen denken, den Dollfuß erfand. Der Vertreter der österreichischen Wehrmacht bei den Trauerfeierlichkeiten für unseren Hindenburg, Generaloberst Für st Schönburg - Hartenstein, hat in einer Unterredung mit einem deutschen Schriftleiter sich als guter Deutscher vorzüglich und warmherzig über das deutsch-österreichische Verhältnis ausgesprochen; er hat sich besonders darüber gefreut, daß Herr von Papen nach Wien gesandt wurde, er anerkannte die großen Leistungen Adolf Hitlers und sein Bemühen, den Konflikt zweier Brudervölker beizulegen, denn, sagte der General: „Wir Deutschen Oesterreichs werden nie und nimmer unsere gesamtdeutsche Mission vergessen, niemals werden wir unser Schicksal in nichtdeutsche Hände legen." War aber nicht eine der Brunnenkammern der Unglücksflut in Oesterreich das Bestreben gewisser Regierungsmitglieder, nichtdeutschen Händen einen allzu großen Wirkungskreis in Oesterreich zu geben? Fürst Starhemberg hat sich mehr als einmal feine Weisungen aus Italien geholt, und es wäre wirklich nicht der Beginn einer Entspannung, wenn die Wiener Regierungsmänner nicht nur in diese Richtung und nicht nur allein auf Oesterreich blicken würden. Fürst Schönburg-Hartenstein hat den jetzigen Bundeskanzler als aufrichtigen, die Gefamt- mifsion bewußten Deutschen hingestellt. Schuschnigg gab aber jetzt Grundzüge eines Regierungsprogramms, das doch noch sehr befangen von den alten, verhängnisvollen Vorstellungen ist. Das Programm eines autoritär geführten Staates ist geblieben, es taucht auch wieder die Wendung auf, die Autorität solle nicht von oben für Blinde besohlen werden, sondern aus dem Volke entspringen. Soll das bedeuten, daß Schuschnigg endlich das österreichische Volk zur Wahl auf- treibende direkte Spannung därin. Will sagen: der Druck aus der Konservativen Partei, von der tatsächlichen Mehrheit im Unterhause Gebrauch zu machen, indem man eine dementsprechende Regierung schafft, also das Kabinett Macdonald beseitigt. x Hier aber ist nun in allerletzter Zelt Innen- und Außenpolitik auf das stärkste zusammengegangen. Nicht die Außenpolitik im Sinne der Reichsfragen, man wundert sich über das geringe ^uteresse heu in England an diesen Dingen, an Aegypten an Indien, auch an Irland, dessen „.Devolution man eben so laufen läßt. Außenpolitik heißt vielmehr Abrüstung oder Aufrüstung, und das hängt wieder eng zusammen mit dem Verhältnis ^Dah^in^di^sem Zusammenhang von Annen- und Außenpolitik nun die Dinge ^r Entscheidung treiben und daß damit die jungen übe hinweggehen könnten, das hat der al Taktter Baldwin erkannt. Darum sind seine be den Erklärungen vom 19. und 30 Juli, daß England die Luftaufrüstung nun durchfuhren wolle, innen- und außenpolitisch so bedeutsam ( das Ä."S, SSÄÄJä»*; *‘4™ Namen nach noch Aiacdon f lagen hat Abrüstungsprogramm aus. An b->d fein Vertreter Bawwinerklt.^^^ $ng= Abrüstung doch mch^oorw^t Luftrüstung land zunächst die Lf Geschwadern ausfüllen mit 41 neu zu schüttenden W|(9 Flottenpaktwolle (über die 5 , die Landarmee ist für Der^anö^ungenJ^^^eutunQ). Die Oberhaus- England von ger 9 $uIi, irt her das Miß- verhandlungen Arbeiterpartei abgelehnt wurde, trauensvotum de lehrreich, die Unterhauswar für all das schon darauf den Stempel mU^nef^bflimmung: dafür 404, dagegen 60 Stimmen! immer als den zu erwartenden » ”e =iSen. Das bedeutet den Ent. Mu^Englan^ aufzurüsten. Das verlagert ganz gien, Kanal und Frankreich. Nein, er braucht dies bedenkliche Wort von Englands Grenzen am Rhein und spricht damit ganz von selbst eine enge Verbundenheit mit Frankreich aus, die auch dementsprechend in der Pariser Presse begeistert ausgenommen worden ist. Der „Manchester Guardian" (27. Juli) erinnerte Baldwin an dessen Wort vom Oktober 1933: „Wenn Wiederaufrüstung in Europa begänne, dann können Sie jeder Wiederherstellung, jeder Steuerherabsetzung für ein Menschenalter Lebewohl sagen. Psychologisch würden wir wieder zurück fein im Jahre 1914. Und mit mehr Erfahrung als wir damals hatten. Und ich habe niemals meine Ansicht verschleiert, daß ein neuer Krieg in Europa das Ende unserer Zivilisation wäre." Derselbe Baldwin sprach jetzt von der Grenze am Rhein und von der Lustausrüstung, woraus sich alles weitere von selbst ergibt: d. h. die Verbundenheit mit Frankreich. Das braucht kein Bündnis zu sein. Daß man militärisch sich unterhält, bezweifelt schon niemand. Das ergab Englands Zustimmung zu dem O st p a k t und der Politik Barthous. Nun fragt man sich immer wieder, was England mit dieser Entscheidung für sich, als G e - genleistung erhält. Frankreichs Entgegenkommen in der Flottenfrage? Eigentlich ist es nicht viel, was England von diesem Bunde hätte, außer neue Risiken, neue Gefahren von Verwicklungen, dje es selbst mit verschuldet. Damit fällt aber auch die Ablehnung aller Beteiligung an europäischen Dingen. Die wird immer wiederholt, noch zuletzt bei dem Ostpakt, aber so, wie man z. Zt. vorwärts geht, ist es England ganz unmöglich, sich von den kontinentaleuropäischen Fragen fernzuhalten. Wir können nicht in bas Innere der englischen Staatsmänner, die all dies verhandeln und tun, hineinschauen. Wir wissen nicht, wie weit ihr Wille geht und wie weit ihre Klarheit darüber. Aber mir täuschen uns schwerlich, wenn wir von einem bedeutungsvollen Durchbruch und von einer großen Wand- In n g und Entscheidung Englands in den letzten Juliwochen sprechen, in einem Zusammenhang von Innen- und Außenpolitik, durch den diese Entscheidung nur noch mehr Kraft gewann. Eine Entscheidung, in der sehr Schweres für die Zukunft liegen kann! rufen will? Denn es gibt nur einen Weg, um Willen und Meinung des Volkes zu erkennen, und nur eine Art, einer Regierung die nötige Autorität zu verleihen, nämlich die Volksbefragung! Was in Deutschland s e l b st v erst ä n d l i ch ist, in Italien angewandt wird, hat die Regierung Dollfuß nicht tun wollen, und es war merkwürdig, daß gerade italienische Blätter immer wieder eine Volksbefragung für unrichtig hielten. Aber ohne solchen Willensausdruck des Volkes bliebe auch die Regierung Schuschnigg nicht eine Regierung durch das Volk, sondern eine Regierung, geboren aus dem Kuhhandel einiger Machthaber ohne Rücksicht auf das Volk selbst. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat in dem Bemühen, vor allem nicht bei den römischen Freunden anzuecken, eine merkwürdige Aeußerung getan. Er hat gemeint, es könne in Oesterreich niemals eine nationale Frage in kulturellem, sondern nur im eng ft en politischen Sinne geben. Wenn die italienische Nachrichtenagentur diese Aeußerung richtig wiedergegeben hat, dann besagt sie, daß Schuschnigg die Volkheit s e l b st nicht als Grundlage für eine Regierung ansieht, denn eine Volkheit umfaßt alle kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Komplexe; sie ist ebensowenig zu zerlegen wie man dem Deutsch- Oesterreichertum nur eine politische Funktion unter Vernachlässigung seiner deutsch-kulturellen Funktionen, die doch allerwegen sichtbar sind, zuweisen könnte. Denn volkstümliche Politik erwächst auf der Volkskultur. Hier hat Dr. Schuschnigg auf Kosten der Logik der alten Dollfuß'schen Theorie eine Konzession gemacht, die ins Nebelland führen könnte. Bei feinem Besuch in Budapest hat der Bundeskanzler auch Gelegenheit gehabt, die Auffassung der Budapester Regierung über die Frage der Restauration der Habsburger zu verneh- men. Die ungarische Regierung treibt eine kühle Wirklichkeitspolitik; ihr Perhältnis zu Deutschland ist nach wie vor gut und durch keinerlei Hetze beeinflußt worden. Die ungarische Presse hat sich durchweg bemüht, die deutschen Verhältnisse sachlich zu beurteilen, und sie ist für eine deutsch-österreichische Entspannung eingetreten. Die Budapester p o - litischen Kreise haben bisher jedes habsburgische Experiment mit Fug und Recht abgelehnt und sich auch der in Der letzten Zeit verstärkten Agitation der Legitimisten gegenüber eisig verhalten. Man weiß, daß Dr. Schuschnigg überzeugter Legitimist ist, aber was für Ungarn gilt, gilt noch mehr für Oe st erreich: eine Restauration der Habsburger würde Konflikte schaffen, die nicht nur die Gegensätze in Oesterreich selbst vertiefen würden, sondern auch außerhalb der österreichischen Grenze aufflammten, denn die Nachfolge- st a a t e n der ehemaligen k. u. k.-Monarchie sehen in der habsburgischen Idee die Verneinung ihrer staatlichen Daseinsberechtigung. — Schuschnigg über sein Regiernngsprogramm. Wien, 10. Aug. (DNB.) Bundeskanzler Schuschnigg hat vor seiner Abreise nach Ungarn dein Wiener Vertreter der S t e f a n i - Agentur eine Erklärung über sein weiteres Regierungsprogramm gegeben, in der er u. a. folgendes ausführte: Die österreichische Regierung werde den Aufbau des ständisch gegliederten, nach christlichen Grundsätzen autoritär geführten Staates vollenden. Die Autorität solle nicht blindlings von oben her kommen, sondern im Volke verwurzelt fein, so wie auch die vollende Autorität Mussolinis von der überwältigenden Mehrheit des italienischen Volkes getragen werde. Ueber den autoritären, christlich gegliederten Staat wolle die Regierung zum inneren Frieden kommen. Nur über eine Epoche des inneren Friedens könne der wirtschaftliche Wiederaufbau gelingen. Die Regierung wolle eine Regierung d e's ganzen Volkes, eine Regierung der Arbeiter, Bauern und Bürger sein. Sie wolle die Bevölkerung vor allem davon überzeugen, daß Not und Arbeitslosigkeit nicht mit Gewalt oder Aufruhr gemildert werden könnten, sondern nur durch Eintracht und friedliche Zusammenarbeit. Das sei ein Programm des inneren Friedens. Frieden bedeute aber nicht Schwäche. Wer den inneren Frieden mit Gewalt ober durch andere Umtriebe stören wolle, werde die Regierung zur gegebenen Stunde hart finden. 3n der Außenpolitik werde die Regierung den österreichischen Kurs des Bundeskanzlers Dollfuß nicht verlassen. Sie werde vor allem jene Wirtschaftspolitik, die in den römischen Protokollen ihren Ausdruck gefunden habe, ganz im Geiste der Männer durchführen, die diese Protokolle unterschrieben hätten. Die Erhaltung der vollen Selbständigkeit und Unabhängigkeit Oesterreichs übernehme die Regierung als den unverrückbaren Grundsatz ihrer Außenpolitik. Die Regierung könne sich mit einer theoretischen Anerkennung der Unabhängigkeit nicht begnügen, sondern sie müsse darauf dringen, daß jeder Versuch einer illegitimen oder gar gewaltsamen Einflußnahme auf die inneren Angelegenheiten unterbleibe. Die Regierung habe nicht die geringste Sorge um den deutschen Charakter des Landes, denn niemand denke daran, dem österreichischen Volk seine Art und sein nationales Wesen zu neh- von selbst das Schweegewicht in Kabinett und Parlament nach rechts, auf die Konservativen, und das kann natürlich im Herbst auch zu einer Neuwahl und großen innenpolitischen Auseinandersetzungen führen. Damit aber in diesem, wie wir meinen, klar hervortretenden Zusammenhang zwischen Jnnen- und Außenpolitik, der eben dem Durchbruch die entscheidende Bedeutung verleiht, ist für Deutschland die Sache noch nicht erledigt. Die Verhandlung am 3 0. Juli war ganz planmäßig, ja regiemäßig mit der Spitze auf Deutschland gerichtet, Baldwin und Simon, die Anfragen aus dem Haus und natürlich Churchill, alles eine Melodie, ein Thema: Deutschland, Deutschlands angebliche Luftrüstung, die angebliche Bedrohung von Deutschland her! und dem gab nun in einer bezeichnenden, ja gefährlichen Art gerade Baldwin die epigrammatische Formel: „Seit der Entwicklung des Flugzeuges sind die alten Grenzen verschwunden. Wenn jetzt die Rede vom Schutz Englands ist, denken wir nicht mehr an die Kreidefelsen von Dover, sondern uns kommt der Gedanke an den Rhein, wo sich unsere heutige Grenze befindet." Ausgerechnet am Rhein! In diesem Wort, das sich so leicht einprägt und deshalb lebendig bleiben wird, drückt sich eine ungeheure Wandlung aus, im allgemeinen und — täuschen wir uns nicht! — eine große Entscheidung Englands im besonderen. Uns fällt bei dieser Formel Balduins ein Wort aus den deutsch-englischen Verhandlungen um die Wendd des Jahrhunderts ein. Da sagte der damalige Ministerpräsident, auch ein Konservativer, Lord Salisbury, zu dem deutschen Botschafter bei den Erörterungen über die englisch-deutsche Verständigung, daß die Sicherheit Englands beruhe auf den Kreidefelsen der Küste und auf feiner Flotte. Das Wort ist ohne weiteres verständlich. Es besteht heute nicht mehr zu Recht! England ist mit der Entwicklung des U.-Bootes und namenb lich des Flugzeuges keine Insel mehr! Das wußten viele Engländer längst. Wie gewöhnlich aber sträubte man sich lange gegen eine Erkenntnis, die nicht zu bestreiten war. Jetzt sprach sie Baldwin aus, und er hat sicherlich dabei im Sinne der ganzen Nation gesprochen. Das hält ihm keiner entgegen, daß er darüber alte, aber bleibende geopolitische Lagen beiseite schiebt: Antwerpen, Bel-^ 1 ) ig. (DNB. Funkspruch.) Der Weltkongreß fand am «viel ob e r Das „Za" für den Führer und Kanzler! Der amtliche Stimmzettel Ja Nein enger wlrd. mühungen. Litauen die in Richtung seine Hände hat der Reichspräsident an der Großen das Schicksal Er schuf damit die die erste Frucht unserer Beliefern Jahre machte auch langem erwartete Bewegung eine engere Zusammenarbeit. getreue Ekkehard und Gruft Friedrich des Deutschlands gelegt. Berlin, 11. 2Iui 5. Baptisten - \ ist In seit auf Der Reichskanzler ■ »elf einer Oer Führer dankt Frankreich. Paris, 10. August (DNB.) Ministerpräsident D o u m e r g u e hat auf sein Beileidstelegramm zum Tode des Reichspräsidenten, Generalfeldmar- günstig oder ungünstig lautet, das Ende der st e n Phase Der Verhandlungen darstellen. Nachdem die baltischen Staaten bereits ihr grund- London, 11. Aug. (DNB.'Funkspruch.) Der Pariser Vertreter der „Time s" berichtet: Die Verhandlungen über einen Sicherheitspakt in Dfteuropa nähern sich einem entscheidenden Abschnitt. Die französische Regierung erwartet eine baldige Mitteilung der polnischen Regierung über ihre Haltung gegenüber dem Vorschlag. Sie hat die polnische Regierung darauf hin- gewlesen. wie wichtig es fei, noch vor dem Zusammentritt der Völkerbundsversammlung im September Stellung für oder gegen den Pakt zu nehmen. Fürst Schönburg-Hartenstein gegen den Bruderstreii. Hettnnnft Du, deutscher Mmm, und Du, brntfd Der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zur Brücke vom Gestern zum Morgen, zum einigen Deutschland. Vn jedem Mann des Kyffhäuserbundes erwarte ich, daß er dieses Vermächtnis unseres Schirmherrn hochhält, und daß er deshalb grade in diesen Tagen mit soldatischem Bekenntnis das Dertr-auen aller Kreise des Volkes zu unserem Führer Adolf Hitler sichert. Es ist dies die erste große nationale Aufgabe, die eder Mann des Kyffhäuserbundes im Gedenken an semen Schirmherrn und Marschall zu erfüllen hat. Sie gilt dem Deutschland der Ehre, der Freiheit und des Friedens, für das Hindenburg fein Leben lang gekämpft hat. Wer !e n „Ja nicht gibt, handelt gegen den Willen Hindenburgs. w?8r?rb^?eiV^Ianb und der Führer Adolf Hitler!" Englische Erkenntnisse. London, 10.August. (DNB.) In der Wochen- schnft „Spectator" schreibt Powys Green- wood aus Berlin, wenige Leute hätten gedacht, Oie Freiheit der Abstimmung gewährleistet. Berlin, 10. Aug. (DNB.) Der Reichs- mini ft er des Innern hat angeordnet, daß bei der Abstimmung am 19. August für den Schutz der Stimmlokale und der Ab- stimmenden unbedingt zu sorgen ist. Die zuständigen Stellen sind ferner angewiesen worden, jede mögliche Vorsorge zu treffen, daß die Stimmberechtigten entsprechend der ausdrücklichen Anordnung des Führers und Reichskanzlers ihren Willen Aeues Verständnis für Deutschland. Deutschlands Gleichberechtigung ist die Voraussetzung für wahren Frieden. Die polnische Antwort wird, ie günstig oder ungünstig lautet, das daß die Uebertragung aller Macht auf Hitler so rasch und mit so wenig Getue vor sich gehen werde Unter Bezugnahme auf die Vereidigung der Reichswehr unterstreicht Greenwood, d i e preußische Tradition sei eine Tradition des Gehorsams und der Treue. Für Männer, die in dieser Tradition auferzogen sind, sei ein Treueid nicht bedeutungs- l o s. Ueber die bevorstehende Volksabstimmung bemerkt Greenwod: Nach den zahllosen hakenkreuzflaagen zu urteilen, mit denen tue früheren „marxistischen" Kreise Berlins weiterhin geschmückt sind, hat kein großer Meinungswechsel unter den Massen stattgefunden. großen Marschalls Hindenburg forlzuführen, als Adolf Hitler. 3n Paris Hal Eile mit dem Aordostpakt. Rußland brauchtSicherheit imWesten.-ImSeptemberEintritt in denBölkertunö Deutsches Sängerfest im Saargebiet verboten Vom natürlichen Bekenntnis zum leidenschastlichen Protest. Beschluß der Reichsregienmg zur Herbeiführung einer Volksabstimmung. vom 2. August 1934. a-fTpm^rt tat WmW). r*. flODrcr. erb UdMenjlrr. MbW tu M««ntftnR. a> eoeeUfl. Mn 19 Hufluft 1934, rtni VeaeeMHeöM Uo bu MdAKito ms I Vuast •934 0Ui4)^r1.prtftt>ratra Hf ba gtbre ob *dd>.MnjlCT ebolf fctilrr ÜbCT. «r MfHamt (dir, etrtOCTtrrtCT- —® 9—Nb SdeMntirtftcr bn 3nn eU btr te«ftbnn| Wkf» TliMMf i BaM. ba 2.1togBp 1934 Die Reich,reglervu» gestrigen Freitag in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm seinen Abschluß. Unter den sehr zahlreichen Anwesenden bemerkte man u. a. den amerikanischen Botschafter Dr. D o d d, der selbst Baptist ist. Dr. Gray (Amerika) dankte in einer Ansprache der Stadt Berlin für ihre Gastfreundschaft und dem R e i ch s b i s ch o f für den Empfang einer Abordnung, vor allem aber für seine Erklärung, daß eine zwangsweise Eingliederung derBaptistengemeinden indie Reichskirche nicht in Frage komme. Dadurch werde es den etwa 1400 versammelten Auslandsvertretern leichter gemacht, in ihren Ländern für die deutschen Belange einzutreten. Wetter sprach Dr. Gray der Reichsregierung Dank aus für die den Deltkongreßlettnehmern gewährte Versammlungs- und Redefreiheit. Der Redner betonte, daß die Vertreter von 60 Rationen während ihres Aufenthaltes neues Verständnis für Deutschland gewonnen hätten. Lr schloß mit der feierlichen Erklärung, daß es in der Wett nicht eher wahren Frieden geben werde, bevor nicht Deutschland Gleichberechtigung gewährt sei. I Wir können optimistisch sein, da die Stellung Lettlands unter seinen Nachbarn stark ist uno d i e Gesamtlage an den Gestaden des Baltischen Meeres keinerlei Furcht rechtfertigt. Die baltischen Staaten stehen auf dem Standpunkt, daß die Lage in Osteuropa soweit gereift ist, daß man eine dauerhafte Verstär- kung durch einen den bestehenden Beziehungen entsprechenden Vertrag ins Auge fassen kann. Japan und Rußland. Erklärungen des japanischen Ministerpräsidenten. Tokio, 11. Aug. (DNB.) Ministerpräsident O k a b a äußerte der Presse gegenüber, es liege kein Grund für eine Krise in den forofet- russisch-mandschurischen Beziehungen vor. Okada meinte, daß sich Grenzzwischen- fälle zwischen der Sowjetunion und der Mandschu- rei, die ja eine gemeinsame Grenze hätten, nicht vermeiden ließen, aber nicht zu einer Zuspitzung der Lage zu führen brauchten; denn es gebe keine Frage zwischen der Sowjetunion und der Mandschurei, die nicht auf friedlichem Wege ge- löst werden könne. Auch zwischen Japan und der Sowjetunion gebe es eine Reihe von Streitfragen, z. B. die Frage des Kurses bei Sowjetrubels und die Frage des Ankaufs der Ost- ch i n a b a h n. Aber auch diese Fragen könnten friedlich bereinigt werden, und man brauche nicht zu den Waffen zu greifen. Wenn ein Staat einen Krieg beginne, müsse er sich darüber klar sein, daß er sein Dasein aufs Spiel setze. Saarbrücken, 11. Aug. (DNB.) Die „Saarbrücker Zeitung" meldet: Wie wir erfahren, ist das ür den 7. und 8. September angesetzte Sänger- est des Saar-, Mosel - und Nahe-Gaues verboten worden. Zu dem Fest wurden einige zehntausend Sänger aus dem Reich erwartet. Um- angreiche Vorbereitungen waren bereits getroffen, da nach den Angaben maßgebender Stellen der Re- gierungskommission aufgrund der früheren Erfahrungen mit den Sängern keine Bedenken gegen das Fest bestanden und seine Genehmigung daher als eine Frage von lediglich formaler Bedeutung angesehen werden konnte. Die Formalität, wenn wir genau unterrichtet sind, hat in der Zustimmung der Abstimmungskommission bestanden. Offen- bar ist sie nicht erfolgt. Das von der Volksabstimmungskommis- 10 n irn Saargebiet verbotene Gaufest )es Deutschen Sängerbundes ist nunmehr nach Trier verlegt worden. Die „Saarbrücker. Zeitung" oeröffent» schalls von Hindenburg, vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm erhalten: „Ich danke Ew. Exzellenz lebhaft für die An- teilnahme, die Sie in Ihrem Namen und im Namen der französischen Regierung an der National- trauer Deutschlands genommen haben. Gez.: Adolf Hitler, Reichskanzler." Außerdem wird das Telegramm veröffentlicht, das der Präsident der Republik, Lebrun, auf fein Beileidstelegramm von Oberst von Hindenburg erhalten hat. Es lautet: „Ich lege Wert darauf, Ew. Exzellenz meinen tiefempfundenen Dank für die warme Anteilnahme zu versichern, die Sie an dem schweren Verlust genommen haben, den ich durch den Tod meines Vaters erlitten habe. Gez.: Oberst von Hindenburg." licht heute den Schriftwechsel zwischen der Gausüh- rung des Deutschen Sängerbundes und den behördlichen Stellen. In dem ablehnenden Bescheid der Abstimmungskommission heißt es, sie (die Abstimmungskommission) sei der Meinung, daß derartige Veranstaltungen, welche eine große Menge von auswärtigen Besuchern'in das Saargebiet bringen würden, angesichts der bevor- stehenden Abstimmung grundsätzlich unterbleiben sollten. Die Saarbrücker Zeitung" schreibt dazu u. a.: Für die negative Entscheidung ist also trotz des Drängens der Gauführung ein Vierteljahr gebraucht worden. Sie erfolgt einen Moua t v o r dem Fest und macht fo die geleistete große organisatorische Vorarbeit zu- nicht e. Sie stellt darüber hinaus aber auch bei der Größe des Festes ein Außerachtlassen wirtschaftlicher Gesichtspunkte für das Saargebiet dar, das bei dem Charakter gerade dieser Veranstaltung heute doppett unverständlich ist. Oer baltische Staatenblock. Riga, 11. Aug. (DNB.-Funkspruch.) In einer Rede in ß i b a u (Liepaja) führte der lettländische Ministerpräsident und Außenminister U l m a n i 0 aus: Wir müssen für eine Zusammenarbeit der Länder am baltischen Meer nachdrücklich eintreten. Die Aufgabe Lettlands besteyt an erster Stelle darin, seine Kräfte mit denjenigen seiner Nachbarn zu vereinigen, wo die geschichtlichen, geographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse den leichtesten Erfolg ermöglichen. Wir verfolgen diese Aufgabe vom ersten Tage unserer Unabhängigkeit an. Die tettländifcheftländische Union, die immer men. In diesem Zusammenhang will Schuschnigg einen scharfen Unterschied zwischen politischen und kulturellen Aufgaben machen: Es könne in Oesterreich eine nationale Frage niemals im kulturellen, sondern nur im engsten politischen Sinne — genauer gesagt, nur im parteipolitischem Sinne — geben. Zum Schluß erklärte Schuschnigg, er werde sich besonders freuen, wenn er in absehbarer Zeit Gelegenheit haben werde, die Grüße seines Landes und den Ausdruck feiner Sympathie auch persönlich Italien überbringen zu können. Schuschniggs Besuch in Ungarn. B u d a p e st, 10. Aug. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, der am Don» nerstagnachmittag im Flugzeug m Szeged in eintraf, um auf Einladung des ungarischen Kultusministers an der Freilichtaufführung von Madachs „Die Tragödie des Menschen" teil^unehmen, ist Freitagvormittag mit seiner Gemahlin und seinen Begleitern in Budapest eingetroffen, wo er von dem ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös und Mitgliedern der ungarischen Regierung empfangen wurde. Erlaß des Reichskanzlers zum Vollzug des Gesetze» über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reich» vom l. August 1934 lReichsgesetzbl. IS. 747). Dom 2. August 1934. tun Mdd)el»erneta!flCTl t* toW fen MUbMln UiglQdtt«, d— ewfCT tM grtreflm be, erfreu»* Mcedöfl Nr ffriflc bn eiogleebaDeuptn »ninlggi nid) ,» folfln>Nr e«rr6ju*,: I. tXz ®r»k bn Beblnitttltban Ml bra Cid Md4)»praflbm die dnetig« Mxurung etflrta. 6r Ifl m* Ufo enrr 6mpflnbce In 6cm, «x» CT um fegt«, myrtr rauft* oct» benbn mH ba> Main bn grola lot«. Od) bitte batzs, Verfergt trrla je oedra, bet Id) M eelll*a unb aufrramlUdxn tkrkrtr ete bl.Mr ur eto $übrn e» Md*tkujla eigrfprodKn »erbt tMcfr «tflrtunfl foU für für 3uku*fl «tttte. 2. 3d) mifl, bet Mr Dom «»Mort» brWMcer nb cnfifTafertd)«* BCTtbubbj ■dun Vrrfon uob bemU bn WrKMMnjtCTnnrtn en fl* mH bn teibdeen bn frtUfCTn Md*«prMbCTitn Mr lUfOrüdUid* ernktisa bn brutfdxa ttotXn crbUL f«t bwdjbnn________ t- k.t, ; t,™ x;« cR*l! DiUkreis. , Roth (Dillkreis), 10. Aug. (LPD.) Der Blitz andere Gebäude. und r der Stadt besuchen! Können sie Natur unserer Heimat in all sehen! Um das Erleben braucht Landes, unserer Landschaft? Laßt sie sehen, wie unsere Bauern arbeiten müssen, wie sie dem Boden danken für seine Gaben, wie sie um die Ernte ringen, wie sie sich freuen, wenn alles wohlsteht. Dann werden die Kinder das Brot achten und lieben lernen! Zeigt ihnen die Tiere auf der Weide, wie sie in Freiheit freudig leben, und die Liebe zur Kreatur wird in ihnen erwachen. Dann geht mit ihnen aufs Land, in den Wald, wo er frei und hoch wächst, geht mit ihnen durch die Kornfelder, wenn der Wind darüber hinweht, laßt sie Seen und Teiche, Berge und Täler, Sonne und Sterne wirklich ][ Marburg, 10. Aug. Als Anfang November v. Js. die Marburger Bank in finanzielle Schwierigkeiten geriet und eine Sanierung durch Reichszu- chuß vorgenommen werden mußte, stellte der mit dieser Aufgabe betraute neue Bankdirektor fest, daß die Geschäftsführung dieser Bank in vieler Hinsicht Mängel aufwies. Besonders auffällig erschien ihm der hohe Kredit an die hiesige Ortsgruppe des Vaterländischen Frauenvereins. Bei näheren Nachprüfungen ergab sich, daß der seit vielen Jahren an der Bank tätige Bankdirektor Ruef, der nebenbei noch die Kasse des Vaterländischen Frauenvereins verwaltete, diese Kasse und mehrere Privatpersonen durch schwere Verfehlungen mit einem Betrag von etwa 50 000 Mark geschädigt hatte. Kurz bevor er einer Kommission Rede und Antwort stehen sollte, brachte sich Ruef in selbstmörderischer Absicht mit seinem Jagdgewehr zwei Schüsse in die Herzgegend bei. Der beabsichtigte Selbstmord Oie Wählerliste einsehen muß jeder, der am 19. August bei der Volksabstimmung wahlberechtigt, d. h. im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte und 20 Jahre alt ist. Wer nicht in der Wählerliste steht oder unrichtig eingetragen ist, hat kein Stimmrecht! Diesen Nachteil müssen alle Stimmberechtigten verhüten! Nur die richtige Eintragung in die Wählerliste sichert das Stimmrecht! die aufopfernde Löscharbeit der Wehren verhinderte das Uebergreifen des Feuers auf das Wohnhaus 5 Zähre Zuchthaus für ungetreuen Bankdirektor. 50 000 Mark veruntreut. Wie tief wird jedes Kindes Herz erfüllt sein von dem Geschehen, seine Seele, stets offen, wird alles Neue, Schöne doppelt gierig aufnehmen! Laßt es ruhig zwischen fremden Menschen leben, sie werden ihm bald nicht mehr fremd sein. Es wird sie lieben, um ihrer Einfachheit und Naturnähe willen, weil es selbst noch einfach und naturnah ist, es wird ihre Arbeit kennenlernen und sie ehren. Ihm selbst unbewußt wird die Liebe zur Heimat, zum Vaterland doppelt stark erwachsen, die Bindung zwischen ihm und dem Mutterboden wird unzerreißbar fest werden. Ihr könnt es dann ruhig wieder in die Stadt tun, denn die Erinnerung wird bleiben, tief wird sich das Erlebnis eingegraben haben in die Seele des Kindes. In ihm wird die Sehnsucht nach dem Erlebnis wiedererwachen, es wird dieses Erleben suchen und finden, es wird immer wieder danach streben und die Freude wird in ihm bleiben. Das Kind ist nicht nur äußerlich, es ist innerlich gesund, blühend, stark geworden. Seht euch die Augen des Kindes an, das dieses Erlebnis hatte, und ein Teil der Freude, die es selbst empfindet, wird euch geschenkt! Willi H a i n b a ch , Kreispropagandawart der NS.-Volkswohlfahrt. ein festes Hindernis und die Kreis« säge. Dabei wurde ihm das Bein fast völlig durchgeschnitten. Nachdem dem bedauernswerten Mann erste ärztliche Hilfe zuteil geworden war, mußte er sofort in das Mathildenhospital nach Büdingen gebracht werden. Wie wir hören, ist sein Befinden den Umständen entsprechend gut. * Dauernheim, 10. August. Auf dem Schleiselder Hof kam es gestern zwischen zwei dort bediensteten Knechten zu einem heftigen Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Der Karl Schmidt stieß dabei dem Tagelöhner Otto Wolf mit einer dreizinkigen Mistgabel in den Rücken, so daß dieser schwer verletz t zusammenbrach. Er mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden. Einer der Stiche v e r l e tz t e d i e L u n g e. Der bedauernswerte Mann liegt in bedenklichem Zustande darnieder. Karl Schmidt wurde Der- Seht euch die Kinder der Großstadt an! Mitten im Verkehr, im Gehaste und Gerase, im Lärm und Getöse der Straße, haben sich die Kinder die eigene Welt erhalten, und wenn sie auch noch so oft gezwungen sind, ihr Spiel zu unterbrechen, wenn sie auch noch so oft gerufen, gewarnt, gescholten werden, die Straße gehört ihnen, ist ihr Reich! Dort haben sie ihre Rollergaragen in den Häusereingängen, in den dunklen Hinterhöfen, wo die Sonne nicht hinkommt, sitzen sie auf den Treppen und tauschen die Bilder. Die Mädchen spielen Ball an den Häuserwänden, malen sich Himmel und Hölle auf den Asphalt, die Jungen exerzieren, üben den Paradeschritt, verhauen sich. Im Sommer, wenn der Staub dick auf der Straße liegt, im Winter, wenn der Schnee schmutzig zerfließend an den Rinnsteinen klebt, immer sind sie da, spielen ihre Spiele, vom Morgen bis zum Abend, um dann in wer weiß für welche Hinterhäuser, kleine, sonnenlose, freudenlose Wohnungen zu verschwinden. Seht sie euch an, diese Kinder! Wir klein und schmal sie sind, wie blaß! Denn sie wachsen ohne Sonne auf. Weil sie Kinder sind, sind sie zufrieden, auch kennen sie es nicht anders, sie wissen selbst nicht, wie schwach sie sind. Ihre Welt ist begrenzt von roten Ziegelmauern, von hohen Häuserwänden, ihr Leben spielt sich ab zwischen den Rinnsteinen der Straße, auf den Höfen der Aermsten. Laßt sie einen Blick tun in die Well, die dem Kinde eigentlich zukommt, laßt sie ein Leben kennenlernen, das sie froh und glücklich macht, vor allem aber ein Leben, das sie stark, gesund und fest werden läßt! Das in ihnen die Liebe zu Heimat, Vaterland weckt, daß sie schon als Kinder Verbundenheit fühlen mit dem Boden der Heimat! Die nationalsozialistische Regierung schickt jährlich Tausende von Stadtkindern auf das Land, zu unseren Bauern, damit sie ein neues, schönes Leben kennen und lieben lernen. Es darf nicht so sein, daß ein Kind eine Kuh nur aus dem Bilderbuch kennt, daß es eine Getreideart nur in den Naturkundebüchern sieht, daß es den Wald, die Berge, Felder und Wiesen nur auf Landschaftsbildern findet. Was heißt es schon, wenn die Eltern ab und zu, oh, so selten, die Ausflugsorte der Umgebung, der allernächsten Umgebung, die Parks, Anlagen kaufend Meter Breite ebene Stoppelfeld. Aus dem Granatfeuer waren wir heraus. So kamen wir mit verhältnismäßig geringen Verlusten bis an unsere Schützenlinie in Deckung heran. Vor uns i [aa ein tiefes Terrain mit See und Bach. Nur ein l Landweg führte hindurch. Drüben war die stark be- < feftiate russische Stellung. Im Bau von Befestlgun- ' gen 9 Deckungen und in der Anlage von Schutzen- ' ständen und Schützengräben haben sich die Russen i als Meister bewiesen. Die Landstraße war für uns das Einbruchstor in die russische Stellung. Hier stauten sich die Züge aller Regimenter. Unterstützt von dem Feuer aus unseren Deckungen gingen die Züge durch die Schlucht vor. Es war ein Höllentor, das von russischem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer gedeckt wurde. , Entsetzlicher Anblick —: Geschichtet zu Haufen lagen hier unsere braven Kameraden, alles Landwehrmänner ... v „Nicht zur Seite sehen — die Augen nach dem Feind — marsch, marsch!" Und im Laufschritt ging es auf den Engpaß zu. Kein Aufenthalt. Im schnellsten Tempo durch bis an die schützende Höhe. Noch einmal, trotz aller Hitze, der Schweiß floß in Strömen, lief ein Frösteln über meinen Rücken — da war ich drüben; ich lebte noch; ich konnte es nicht fassen; und doch war es so. — Ich sah mich um. Unsere Reihen waren gelichtet, stark gelichtet — und noch war es nicht zu Ende. Wir mußten uns eine halbe Stunde in der Deckung verschnaufen. Jeder von uns war durch den Lauf erschöpft, zu Tode ermattet. Nach einer halben Stunde führte ich den Rest meines Zuges an die Höhe heran, um freies Schußfeld zu haben. Neues Grauen mußten wir schauen. Mann an Mann lagen die Stürmer, die das Höllentor glücklich passiert hatten, auf dem Gesicht. Die Erde sog ihr kostbares Blut auf. Nur Kopf- und Schulterschüsse. Das konnten nur Maschinengewehre gewesen fein. Wir konnten nicht weiter, ehe die Feste an der Landstraße, eine aus Feldsteinen erbaute Feldscheune, an die sich zehn bis zwölf Meter hohe und fünfundzwanzig Meter breite Erdwälle anschlosfen, erreicht war. Hier waren vier Maschinengewehre und ungefähr fünfzig Scharfschützen eingegraben, die den Höhenrand der Schlucht dauernd bestrichen. Wir blieben liegen, bis die Erlösung nahte. Die schwere Artillerie rettete uns. Nach drei wohlgezielten Schüssen flog die Stellung in die Luft. Jetzt ging's vorwärts. Unter dauerndem Feuer unserer Artillerie stürmten wir immer näher an die feit unter den Kameraden herrschte und dabei keine Zeit zum Nörgeln gewesen sei. So wie damals, sagte er, wollen wir weiterkämpfen, unseren jüngeren Kameraden als wahre Nationalsozialisten zum Vorbild. Die Erziehung der jüngeren Kameraden zu Nationalsozialisten sei eine der wichtigsten Aufgaben, denn diese sollten ebenfalls treue Mitkämpfer werden in restlosem Vertrauen auf den Führer. Mit einem Gelöbnis der Treue zum Führer, mit einem „Sieg- und Kampf-Heil!" beschloß der Redner seine eindringlichen Worte. Sodann sprach Sturmführer H o r n (Gießen), der seine Verbundenheit mit den alten Kameraden zum Ausdruck brachte. Mit Blut, so sagte er, seien die „Alten" zusammengeschweißt. Eine besondere Freude wurde den alten Kämpfern zuteil, als plötzlich und sehr unerwartet der Gaupresseleiter Pg. W o w e r i e s im Saal erschien, der in der Umgebung gewesen war und davon gehört hatte, daß die Kameraden des Sturmes 54 Wiedersehen feierten. Pg. 2ß o m e r t e s , Der auch in der hiesigen Gegend gekämpft hatteund zu den „Nednerkanonen" zählte, wurde herzlich begrüßt. Sturmführer Becker forderte ihn zu einer kurzen Ansprache heraus. Der Gaupresseleiter Pg. W o w e- ries führte u. a. aus, daß die Zeit der großen Reden vorbei fei. Heute werde gehandelt mitge- arbeitet an der Großtat des Führers an der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Unser deutsches Vaterland stehe mit diesem Willen zur Bekämpfung der # Ober-Ohmen, 10. Aug. Gestern wurde hier das F r Ü h o b st von den Gemeindebäumen d e r ft e i g e r t. Infolge geringer Nachfrage blieben die Preise äußerst niedrig; der Korb Aepfel stellte sich durchschnittlich auf noch nicht eine Mark. Birnen waren noch billiger. # Vom Vogelsberg, 10. Aug. Eine begrüßenswerte Maßnahme stellt der behördliche Erlaß zurDefeitigunglängstüberholterPla- k a t e dar. Diese sehr oft in Fetzen herunterhangen- den, von Regen und Sonne gebleichten Papierreste, boten tatsächlich kein erfreuliches Bild. Damit aber keine fjalbe Arbeit geleistet wird, muß dafür Sorge getragen werden, daß auch an Zäunen und Wänden die alten Reklameplakate verschwinden, die nicht weniger die Landschaft verschandeln. Die Gemeinden sollten große Tafeln aufstellen, an denen gegen Gebühr Plakate für eine bestimmte Zeit auf» gehängt werden können. Dann verschwindet von selbst das unschöne Bild, das Scheunen- oder Hoftore häufig bieten. die ihnen allen heiß in Sie Herzen gefahren seien. Ortsgruppenleiter Wenzel (Lang-Göns) gedachte im weiteren Verlaufe der Feier mit den Kameraden des verstorbenen Gauleiters Peter Gemein- der. Kamerad Wehrum (Butzbach) versetzte die Kameraden mit humorvoll dargestellten Erinnerungen in die frühere Zeit zurück und unterhielt damit vortrefflich. Ein Kamerad aus Gießen verschönte mit einigen Gedichtvorträgen die Feier. Gemeinsam gesungene Kampflieder halfen das Band der Kameradschaft erneut festigen. Der Abend wird * Lorbach, 10. Aug. In unserem Orte ereigt nete sich am Donnerstag ein schwerer Unfall« Der 34jährige Karl Schäfer von hier, der einS Kreissäge fuhr, geriet aus bisher noch nicht völlig geklärte Weife mit einem Bein zwischen Kameradschastsabend des ehemaligen Sturmes 54/116. Z Großen-Linden, 9. Aug. Der ehemalige Sturm 54/116, Standort Großen-Linden, der in den Jahren 1930 bis 1932 in der Umgebung von Greßen-Linden tätig war, veranstaltete eine Wiedersehensfeier im ehemaligen Sturmlokal „Zur Linde" in Großen-Linden. Der Sturm war einer der ältesten Stürme Oberhessens. Ungefähr 50 Kameraden hatten sich zu diesem Wiedersehen zusammengefunden und nur einzelne, die durch Krankheit oder durch berufliche Inanspruchnahme verhindert waren, feylten. Mit Händedruck und großer Freude begrüßten sich die „Alten", so, als ob sie sich Jahre hindurch nicht mehr gesehen hätten. Sie arbeiten heute ja auch getrennt in der großen Bewegung. Einige sind zur SS. übergegangen, andere wieder haben führende Stellungen in der PO. inne. Aber auch heute kennen sie keinen Unterschied unter sich, sondern fühlen sich zusammengehörig in einer Bewegung, im Deutschland Adolf Hitlers. Sie fühlen sich in Not und Tod zusammengeschweißt. Der ehemalige Sturmführer Becker begrüßte die alten Kameraden als Parteigenossen, denn früher, so führte er u. a. aus, habe es ja nichts anderes gegeben, als daß der SA.-Mann gleichzeitig auch Parteigenosse war. Er erinnerte an die Tage gemeinsamen schweren Kampfes, sprach davon, wie der Sturm zusammengehalten habe, Einig- der Ueberfluß des Bornes der Wetter zu. Gegenwärtig ist Dr. Müller mit Hilfe von Arbeitsfreiwilligen, die ihm vom Denkmalspfleger für Oberheffen, Herrn Dr. Richter (Gießen), be- reitwilligft aus dem Lager Glauburg zur Verfügung gestellt wurden, damit beschäftigt, die zu den früher gefundenen Abfallgruben gehörigen Wohngruben durch Grabungen zu suchen, eine Arbeit, die aufs neue den Beweis erbringen soll, da unsere Wetterau ihrer Fruchtbarkeit wegen lang vor Christi Geburt (2000 bis 3000 Jahre) reich besiedelt gewesen ist. Dankenswerter Weise haben sich mehrere Familien unserer Stadt bereitfinden lassen, die Verpflegung der Arbeitsfreiwilligen kostenlos zu übernehmen, während die Stadt die geringen Kosten der Unterbringung trägt. Interessenten ist es jederzeit gestattet, den Grabungen beizuwohnen. Es märe erfreulich, wenn recht viele Bewohner unseres Städtchens Gebrauch davon machen wollten, um auf diese Weise einmal ihre Anteilnahme an der Arbeit zu bezeugen, bann aber auch um die Schwierigkeiten und die Vorsicht kennenzulernen, mit der die Ausschachtungen zur Wiedererweckung vergangener Kulturen vorgenommen werden müssen und endlich, um auf solche ihnen dort die ihrer Schönheit zeigen, offenbart sich ihnen dort die Stille und Einsamkeit die mannigfaltige Herrlichkeit unseres ArbettskosigkeU an Ber Spitze Ser Volker. An Ben' alten Kameraden liege es, die neuen Kameraden so zu erziehen, daß sie für den Führer brauchbare Kämpfer würden. Nicht nur der fei Führer, der Litzen und Sterne trage, sondern ein jeder einzelne der alten Kämpfer sei Führer. Sturmführer Becker dankte für diese Worte, - ■ - " - • tz;? Herzen gefahren feien. z e l (Lang-Göns) gedachte russischen' Schützenlinien heran. Das Infanterie- ■ euer tat uns nur wenig. Die Rusien schossen schlecht, > lauernd zu hoch. Vereinzelt bekamen wir aus der , Flanke und im Rücken Feuer. Sanitätsleute, die die Kranken transportierten, wurden erschossen. Nach genauer Beobachtung bemerkte ich, daß diese Schüsse aus den Kronen der Chausseebäume kamen. Wir feuerten gruppenweise auf die Bäume; siehe da, von jedem Baum fielen ein bis zwei Mann herunter. Mittlerweile war es drei Uhr geworden. Die Sonne brannte unerträglich. Wasser hatten wir nicht mehr in der Feldflasche. Wir waren der Erschöpfung nahe. Unsere schwere Artillerie hatte die ganze feindliche Schützenlinie unter Feuer genommen. In bestimmten Abschnitten schlugen die gefürchteten Granaten ein, und überall sah man die Russen aus den Deckungen herauskriechen und davonlaufen. Da plötzlich stieg eine ungeheure Staubwolke hinter zwei gewaltigen Strohdiemen auf der Höhe auf. Die russische Kavallerie wollte uns attackieren Aber unsere Artillerie, obwohl vier Kilometer entfernt, batte ein wachsames Auge. Ehe der Aufmarsch beendet war, war die Kavallerie ein Trümmerhaufen von Menschen und Pferden. Da erschienen auf den Schützengräben weiße Flaggen —: Oie Russen ergeben sich! Es wird „Halt!" geblasen. Ein brausendes „Hurra!" zieht über das Schlachtfeld hinweg. Das Seitengewehr wird aufgepflanzt, und im Schritt geht es auf die Stellungen zu. In Scharen kommen fie angelaufen mit hocherhobenen Händen und bitten und flehen, daß uns wahrhaftiges Mitleid in die Adern gejagt wird ... Zu Haufen und Scharen und unübersehbaren Kolonnen werden die Gefangenen schnell geordnet und zum Bahnhof Mühlen gebracht. Unterdessen versuchen die Russen nach »allen Seiten zu entweichen. Ueberall ereilt sie das gleiche Schicksal: Zerschmettert oder gefangen ... Als die Nacht ihre Fittiche über das Blutfeld senkte, da lagen wir uns weinend in den Armen, Ja, mir schluchzten, und unsere Tränen vermischten sich mit dem Blut unserer erstarrten Kameraden, auf die der Mond fein fahles Licht ergoß. ,,Wir treten zum Beten... —: „Nun danket alle Gott!" • So beschloß die Landwehr den Bluttag von Müh- - len, Neidenburg und Hohenstein, beschloß die Schicksalsschlacht bei Tannenberg (Schluß folgt.) allen Kameraden lang in Erinnerung bleiben. Neolithe Siedlung bei Lich festgestellt. * Lich, 10. Aug. Trotz feiner fast 79 Lebensjahre ist der feit 1911 im Ruhestand lebende Fürstlich Pfenburg-Büdingische Forstmeister und spätere Kammerdirektor Dr. K. Th. Chr. Müller als eifriger Straßen- und Bodensorscher bekannt, unermüdlich für Wissenschaft und Volksbildung tätig. Schon vor vier Jahren brachte er uns im hiesigen Volksbildungsoerein einen aufklärenden Vortrag mit Lichtbildern über die Ergebnisse seiner Forschungen in der hiesigen Gemarkung. Durch vor - genommene Grabungen und gestützt auf alte Arnsburger Urkunden, vornehmlich die von 1239, konnte er verschiedene vor- und frühgeschichtliche Straßenzüge, insbesondere aber auch die Lage des ausgegangenen Dörfchens und Festungsoorwerkes W e st w i g unzweifelhaft feststellen. Dabei kam zutage, daß an der Stelle dieses wichtigen Beobachtungspostens sogar schon lange vor Christi Geburt menschliche Siedlungen bestanden haben. Vorgefundene Scherben aus Abfallgruben ergaben eine neolithische Niederlassung an der Südostseite und eine Hallstattsied- I u n g an der Nordseite des Hügels unmittelbar über dem verlassenen Steinbruch an der Butzbach- Licher Eisenbahn unweit Colnhausen. Und zur Bestätigung, daß Menschen hier gewohnt haben, fand sich unmittelbar vor dem sogenannten Forellenteich „im Frankenrit" ein gemauertes Brünnchen, dem schon in alter Zeit durch handgeformte konische Tonröhren das aus der Hardt absickernde Wasser zugeführt wurde. In alten Urkunden — Ackerbüchern und Grenzbeschreibungen — wird dieses den Waldarbeitern schon lange bekannte Brünnchen, das gegenwärtig wegen der das Wasser abnehmenden, den Bahnkörper begleitenden Gräben trocken liegt, „der beschlossen Born" genannt. Vorrichtungen zur Aufnahme eines Deckels sind vorhanden. Vor dem Bau der oben erwähnten Eisenbahn ging Mit dem Motorrad in den Tod. LPD. Alzey, 10. August. Ein folgenschwerer Motorradunfall ereignete sich auf der Straße zwischen Steeten und Flomborn. Der 45jährige Uhr« macher Jakob Kampf aus Albisheim a. d. Pfrimm, der die 36jährige Frau Sophie Becker auf dem Soziussitz mitfuhrte, stürzte mit seinem Motorrad, wobei er selbst einen Knöchelbruch erlitt Frau Becker stürzte so unglücklich auf die Straße, daß sie mehrere schwere Schädelbrüche erlitt, an deren Folgen sie bald daraus verstarb. lung verkündete das Gericht, Dem Antrag der Staatsanwalt entsprechend, folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen erschwerter Untreue in zwei Fällen und Betrugs in einem Falle z u fünf Jahren Zuchthaus, 4000 Mark Geldstrafe oder 100 Tage Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Von der Untersuchungshaft kommen vier Monate in Anrechnung. Strafmildernd war nur die seitherige Straffreiheit des Angeklagten. Neunjähriger Zunge beim Spielen 1 tödlich verunglückt. LPD. N e u e n t) a i n (Taunus), 10. August. Bei dem Spiel mehrerer Jungen ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Die Jungen hatten auf dem Rummelplatz der augenblicklich stattfinden- den Kirchweih einen Boxkampf veranstaltet. Dabei erhielt der neunjährige Josef Dreiser plötzlich einen so unglücklichen Schlag, daß er bewußtlos zusammenbrach und bereits nach drei Minuten t o t war. Kreis Wetzlar. führen zu können, erfüllten sich nicht. Der Angeklagte betonte, daß man sämtliche fehlenden Gelder hätte abdecken können, wenn der Selbstmord geglückt wäre. In diesem Falle hätte seine Lebensversicherung in Höhe von 85 000 Mk. ausgezahlt werden müssen. Die zweifelhaften Manipulationen waren nur möglich, weil man Ruef unbeschränktes Vertrauen schenkte und die Kassen- reoifionen nur oberflächlich handhabte. Die Marburger Bank gedenkt einen Teil des Schadens dadurch zu decken, daß sie die Lebensversicherung für Ruej aufrechterhält. Nach sechsstündiger Vechand- Weste Immer mefn? mit der Geschichte und Vok* geschichte ihres Heimatdorfes bekannt zu werden^ Landkreis Gießen. * Annerod, 10. Aug. In unserem Orte ereig* nete sich heute ein Unfall. Der 38 Jahre alte Metzger Otto Loofen geriet mit der linken Hand in die Dreschmaschine und mußte mit einer schweren Verletzung der Hand in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. * Steinbach, 10. Aug. Unser bisheriger Bürgermeister Jakob Krämer wurde mit Wirkung vom 1. August durch seinen Nachfolger, Bürgermeister Rink, abgelöst. Der bisherige Bürgermeister Jakob Krämer hatte das Amt 23 Jahre lang inne. Kreis Büdingen. ' sters. Er genoß größtes Vertrauen, so daß ihm die Vereinsvorsitzende Vollmacht darüber ausstellte, x--------„ x. r über das Vermögen des Vereins frei verfügen zu schlug am Donnerstag gegen 14 Uhr in das Ankönnen. Ruef ist feit 1920 auch Kassierer der hiesigen, wesen des Landwirtes Hermann Georg ein. VDA.-Ortsgruppe, welche um 900 Mk. geschädigt Schnell verbreitete sich das Feuer, so daß bald die wurde. Der Angeklagte gab seine Veruntreuungen Scheune des Anwesens in lichten Flammen stand, im Wesentlichen zu und führte als Ursache ver- Trotz der Anstrengungen der sofort erschienenen fehlte Wertfpekulationen an. Durch den Feuerwehren brannte d i e Scheune vollgewaltigen Sturz der Wertpapiere habe er etwa kommen aus, auch der Dachstuhl wurde ein 60 000 Mark verloren. Er deckte die Verluste durch Raub der Flammen. Die starken Brandmauern und wiederholte Abhebungen von den Kassenbüchern des' r r v ... <».l------ Vaterländischen Frauenvereins in den Jahren 1925 bis 1932. Seine Hoffnungen, bei wiederansteigenden Kurswerten der Papiere einen Ausgleich herbei- *ÖS Hinblick auf die großzügigen Bestrebungen Deutschen Arbeitsfront und des Reichs- I eine Sonntag, -en 19. August bekennt sich das deutsche Volk zu seinem Führer Adolf Hitler Stimmberechtigt ist nur tag! hobl Oberhessisches Oamenhelm e.V Statt Karten. Familie Lenz. Zeigen ihre Verlobung an Gießen, den 11. August 1934. Ruttershausen 4645 D August 1934 Treis a. b. Lba. 4640 V Statt Karten! 4636 v Gießen 03835 Ihre Vermählung zeigen an Waagen u. a. m. Anfragen sind zu richten an 03917 4643 V Hansa AG., Zeil 90 *" Geheimes £ B^Mrith-SahL 3m der wer in die Wählerlisten eingetragen ist oder sich außerhalb seines Wohnortes (in Ferien und auf weisen) im Besitze eines Stimmscheines befindet Emma Herbst Heinrich Theiß Zu einer Miiglieder-Versammlung lade ich auf Donnerstag, den 16. August, abends 6 ühr in den Lukassaal ein. Bruno Heilmann Hilde Heilmann, geb. Reitz der asylierungsbedürftigen Lungenkranken ist dagegen etwas zurückgegangen. Die Zahl der verpflegten Patienten betrug: Kehlkopfkranke 204 (174), Lungenkranke (zur Asylierung) 28 (42), Hals-, Nasen-, Ohrenkranke (Infektionsabteilung) 222 (185), insgesamt 454 (401). Die Zahl der Verpflegunqs- t a g e betrug im Jahr 1933 23 703. Die Heilstätte war 1930 mit 312, 1931 mit 501, 1932 mit 401 und 1933 mit 454 Patienten belegt. Was die Behandlung anlangt, so haben sich die in Seltersberg angewandten Grundsätze der Verbindung der allgemeinen konservativen Heilstättenbehandlung mit lokalen Behandlungsmethoden durchaus bewährt. tägliche Nebenkostenpauschale von RM. 1,50 erhoben. In der Infektionsabteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke wird der Kliniksatz RM. 5,00 einschließlich Nebenkosten berechnet. An Jnstandsetzungsarbeiten ist zu erwähnen, daß zwei Gartenhäuser vollendet wurden; die Gartenhäuser hatten sich für den Aufenthalt der Patienten im Garten als dringend notwendig erwiesen. Sonst wurden nur unbedingt nötige Ausbesserungen vorgenommen. Alles konnte mit eigenen Kräften durchgeführt werden. Tuberkulose-Ausschusses, die Lupuskranken möglich vollkommen zu erfassen, und die Behandlungsbedürftigen der Behandlung zuzuführen, fleht zu erwarten, daß die Belegung sich nunmehr wieder heben wird. Dabei hofft man, daß der Lupusheilstätte nicht nur chwere und schwerste Fälle, sondern auch vor allem solche Lupuskranke in größerer Zahl zugehen werden, bei denen der Beginn der Erkrankung nicht viele Monate und Jahre zurückliegt, und unzweckmäßige Behandlungsmethoden nicht schon schwere Entstellungen verursacht haben. Heilstätte Geltersberg in Gießen für Tuberkulose der oberen Lustwege. Der ärztliche und der wirtschaftliche Betrieb in der Heilstätte Seltersberg haben sich im großen und ganzen im Rahmen des Vorjahres bewegt. Die Zahl der aufgenommenen Kranken ist ange st Legen, und zwar find es die Kehlkopfkranken und die Hals-, Nasen-und Ohrenkrankheiten der Infektionsabteilung, die in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben; die Zahl Danksagung. Für die wohl tuenden Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns bei dem so schmerzlichen Verluste unseres teuren Entschlafenen durch Wort, Schrift, Blumenspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Aus einer Tour vom Watzmann-Haus zum Hof. eck wurden 14 Bergsteiger von einem Gewit- ter überrascht. Die Touristen konnten zwar die knapp unter dem Gipfelkreuz stehende Unter- kunftshütte noch erreichen, hatten aber hier bange Minuten durchzumachen. Mehrmals schlug der Blitz in das Kreuz und in die Hütte ein. Ein Berliner Herr wurde von einem Blitzstrahl an der linken Körperfeite gestreift. Der Tourist Ferdinand Haß- l o ch aus Nürnberg wurde gleichfalls vom Blitz getroffen, aber nur unbedeutend an den Füßen verletzt. Die Bergsteiger erreichten später das Watzmann-Haus. Der jüngste dieser Touristen, ein Saarländer, ist erst 18 Jahre alt. Die Zwangsversteigerung im Schloß des Fürsten Pleß. Die bereits angekündigte Zwangsver steige- rung von Teilen der Inneneinrichtung des Schlosses des Fürsten von P l e ß wurde vom Leiter des Finanzamtes in Pleß mit drei Beamten durchgeführt. Versteigert wurden die Möbel und sonstige Emrichtungsgegenstände aus zwei Stockwerken. Die Versteigerung der im dritten Stockwerk befindlichen Gegenstände, die der Fürstin gehören, wurde auf Grund einer Jnterventionsklage vom Bezirksgericht Kattowitz abgesetzt. Dagegen ist ein Versteigerunas- termin im fürstlichen Jagdschloß in Promnitz angesetzt. Am gleichen Tage sollen auch die Holzvorräte der Pleßschen Sägewerke versteigert werden. Die polnische Telegraphenagentur teilt mit, daß die Steuerbehörde das Konto des Fürsten Pleß bei der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft in Katto- Witz von der Pfänd u n g befreit hatte. Haben Sie schon einen Stimmschein? Wenn nicht, dann ist es Ihre pflicht, -en Stimmschein sofort bei Ihrer zuständigen Ortsbehörde anzufordern 3m großen und ganzen kann die Heilstätte Seltersberg nach den Erfahrungen des vergangenen 3ahres mit Zuversicht der weiteren Entwicklung entgegensehen. Sie hat ihre Daseinsberechtigung voll erwiesen. 3hre vorbildlichen Einrichtungen werden von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt besichtigt und anerkannt. Eine Denkschrift über die Erfolge der Behandlung der Kehlkopftuberkulose ist von Herrn Professor Dr. Bruggemann in allerletzter Zeit fertiggestellt worden und in einer führenden medizinischen Zeitschrift erschienen. BerlimZehlendorf Argentinische Allee 182b 11. August 1934 Ln Waldgirmes ckAvnies am Sonntag, dem 12., und 4634d Montag,dem 13.Aug.,bei Gastwirt LVeimev. Tagesordnung: 1. Rechnung für 1932 —1934. 2. Auflösung des Vereins. 3. V.: Äechtolsheimer. 3in5ftcic unMorelilMöorletieii zur Entschuldung von Zinsbyvo- tlieken, Ankauf v. Maschinen, landwirtschaftlichen Geräten, Möbeln usm. Unverbindl. Beratung durch "oans Ma hr, A nn ero d bei Gießen Gr.-Busecker Straße 22 Bezirks-Agentur der „Patria", Darlehens- und Kreditversorgung G.m.b.^). - Dem Reichsaufsichts- amt f. Bwecksparunternehmungen unterstellt. 4639v Aus aller Wett. Deutsche Hilfe für die Hochwassergeschädigten in polen. Wie von amtlicher polnischer Stelle mitgeteilt wird, hat die Reichsregierung durch Vermittlung des deutschen Gesandten in Warschau dem Zentralhilfskomitee für die polnischen Hochwasser- geschädigten mitteilen lassen, daß sie 10 420 Emaillegeschirre für den Hausgebrauch, 1000 lackierte Stahlbetten mit Federmatratzen und 2400 Ackergeräte zur Verfügung stellt. Die gesamte Ladung umfaßt vier bis fünf Waggons. Der Stahlhelm bei der Trauerfeier am Tannenberg-Denkmal. Zu den Trauerfeierlichkeiten anläßlich der Bei- fetzung des Herrn Reichspräsidenten Generalfeld- Marschalls von Hindenburg im Tannenberg- Denkmal hatte der NS. Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm), dessen Ehrenmitglied der Verewigte war, zwei Bataillone entsandt. Sämtliche 26 Landesverbände waren überdies mit Fahnenabordnungen bei der Trauerfeier vertreten. Vom Landesverband Hessen nahm, wie man uns mitteilt, der komm. Landesführer Kamerad General a. D. von Mayer (Kassel) teil. Von Frankfurt nahmen die Kameraden Acker, Görn und Schöne, drei Mitglieder aus dem Jahre 1924, mit der ältesten Frankfurter Stahlhelmfahne an der Trauerfeier teil. Verkauf des früheren deutschen Kreuzers „Königsberg" in Brest. Der frühere deutsche Kreuzer „Königsberg", der nach der Auslieferung an Frankreich in der französischen Kriegsflotte unter dem Namen „Kreuzer Metz" Dienst tat, ist im Hafen von Brest für 301 000 Franken verkauft worden. Von den ausgelieferten Schiffen der alten deutschen Kriegsflotte steht nur noch her umgearbeitete und modernisierte Kreuzer „Straßburg" im Dienst. Es handelt sich bei der „Königsberg" um den Ersatzbau für den bald nach Kriegsausbruch nach hartem Kampf gegen feindliche Üebermacht an der ost- afrikanischen Küste untergegangenen Kreuzer gleichen Namens. 14 Bergsteiger am Wahmann vom Unwetter überrascht. Ihre Vermählung geben bekannt Erich Stahl Tilly Stahl, geb. £d)r Die Pflegesätze blieben unverändert. Der Pflege- geldsatz in der Tuberkuloseabteilung beträgt RM. 5,00 (Sonderklasse RM. 7,50). Bei Heilftätten- patienten (nicht bei Asylierungspatienten) wird Für die vielen Beweise herzlicher Teil nähme und die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Frau Marie Krall und Kinder. Gießen, den 11. August 1934. 03911 Theken, Tische, Stühle, Hocker, Schränke, Regale, Glasvitrinen, Ausstellungsschränke, Anproben, Spiegel, Tischaufsätze, Beleuchtungskörper Kontrollkassen llllllllllllllllllllllllllllll SM»«« Stlimolte- Avkvliilllkll durch 4532D Hermann Kirchner Fernruf 4167 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii schränkt werden. Die Stelle des Hausverwalters ist ganz und die der Gartenschwester vorübergehend in Wegfall gekommen. Ende 1933 fetzte sich das Personal wie folgt zusammen: 1 Direktor (Chefarzt), 2 Assistenzärzte, 2 Medizinalpraktikanten, 1 technische Assistentin, 7 Schwestern, 1 Kontoristin, 3 Heizer, 3 Hausmädchen, 3 Küchenmädchen, 1 Hausbursche, 1 Näherin, 1 Wäscherin. Der tägliche Verpflegungssatz für Erwachsene betrug im Jahre 1933 5 Mark, für Kinder 3,50 Mark. Patienten, die nach einem Aufenthalt von 6 Monaten noch länger dauernden Aufenthalt benötigen, wurde unter Umständen der Satz für „Heimpatienten" von 3 Mark zugebilligt. Größere Reparaturarbeiten und kostspielige Neuanschaffungen find im Jahre 1933 nicht notwendig gewesen. Lupusheilstätte und Heilstätte Geltersberg im Lahre 1933. Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstät- tenoerein) hat jetzt für das Jahr 1933 feinen Geschäftsbericht herausgegeben. Der Schrift feien besonders die Ausführungen entnommen, die in Gießen und in unserer engeren Heimat vor allem interessieren. Es sind dies die Berichte über die Tätigkeit der Lupusheilftätte und der Heilstätte Seltersberg. Oie Lupusheilstätte Gießen. Im Jahre 1933 standen in der Lupusheilstätte Gießen 166 Patienten (68 Männer und 98 Frauen) in Behandlung; aus dem Vorjahr waren übernommen 57, zugegangen 109, darunter 10 Patienten, bei denen es sich nicht um tuberkulöse Hauterkrankung gehandelt hat. Von den 166 Patienten sind im Jahre 1933 136 zum ersten, 24 zum zweiten, 4 zum dritten, 2 zum vierten Mal bei uns zur Behandlung gekommen. Von den 166 Patienten waren 75 versichert (39 Männer und 36 Frauen) und zu Lasten von Krankenkassen und Landesversicherungsanstalten eingewiesen, während 91 (29 Männer und 62 Frauen) nichtversichert waren und auf Kosten von Wohlfahrtsoerbänden behandelt wurden. Abgänge erfolgten im Jahre 1933: 123; in das Jahr 1934 wurden 43 Patienten übernommen. Die Zahl der Verpflegungstage betrug 20 771 (irn Vorjahr 29 533). Interessant ist eine Uebersicht über die Belegung der Lupusheilftätte in den letzten zehn Jahren: 1924 290, 1925 263, 1926 273, 1927 385, 1928 579, 1929 384, 1930 402, 1931 331, 1932 206, 1933 166. Die geringe Belegung der Heilstätte im Jahre 1933 und die seit dem Jahre 1931 fortschreitende Verkleinerung der Belegzahlen hat ihre Ursache in erster Linie in den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen und in den großen Schwierigkeiten, mit denen die Wohlfahrtspflege zu kämpfen hatte. Die schlechte Finanzlage der Gemeinden und Krankenkassen hat sich im Jahre 1933 in der Belegung unserer Heilstätte noch schlimmer ausgewirkt, als im Jahre 1932. Es kam nicht nur vor, daß Patienten, die von den Aerzten oder von uns selbst eingewiesen werden sollten, wegen fehlender Mittel nicht ausgenommen werden konnten, es mußten sogar Patienten, die in Behandlung standen, auf Weisung der Kostenträger ihre Kur abbrechen und entlassen werden, ohne die Kur zu Ende führen zu können, weil die Mittel versagten. Dazu kommt, daß infolge der Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt die Zahl derjenigen Lupuskranken, die erwerbslos find und keinen Anspruch auf Hilfeleistungen seitens der Krankenkassen und Landesversicherungsanstalten erheben können, immer größer geworden ist. Der Fürsorgetätigkeit aber der Wohlfahrtsämter, charitativen Verbände usw. find immer engere Grenzen gezogen worden. Ganz besonders schlimm steht es um die mittellosen oder mit nur sehr geringen Mitteln versehenen Lupus- kranken aus den Kreisen des Mittelstandes; dabei hat es den Anschein, als ob gerade in diesen Kreisen die Lupuskrankheit sich ausbreite. Eine andere Ursache für den Velegungsrück- gang ist die: Ursprünglich war die Lupusheil- slätle Gießen die einzige Heilstätte ihrer Art in Deutschland. Jetzt gibt es mehrere Lupus- Heilstätten, und neben den Lupusheitstätten sind Lupusstationen oder Lupusabteilungen in Kliniken und Krankenhäusern eingerichtet worden. Außerdem gibt es Landkrankenhäuser, die errichtet worden sind, ohne einem dringenden Bedürfnis . abzuhelfen und jetzt, um sich halten zu können, । „alles" aufzunehmen. Angesichts der geringen Belegung mußte auch im i Jahre 1933 der Personalbestand weiter einge-1 i Gießen 11. August 1934 Friedberg Hochzeit: Friedberg, Hotel Trapp Wir verkaufen die Einrichtung des früh. Hauses Hermann Wronker, Frankfurt/M., Zeü 101 Druckschriften i:^"Bog,n In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Bewerbe, Landwirtschaft und Behörden. «Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die BrühPsche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Freihändiger Verkauf täglich von */a9 bis 1 Uhr im früheren Wronkerhaus, Eingang Holzgraben Sorgenlose Darlehen SU Kauf' u. Entschuldungszwecken, Existenzgründungen/ bei günstigen Bedingungen. 4mD gweckspar A.-G., Mainz General-Agentur: Otto Wagner, Groffen-Buseck,AdottHitlerStr.4, Heinrich Müller, Ober-Olimen üb. Atticke, für den nördl. Vogelsberg. Vorträge und Kursus des Psychologen ».Schriftstellers Walter Thiele aus Hagen im Kur- und Erholungsheim Falkeneck, Braunfels vom 13. bis 18. August, über die Wunderwirkunyen vernünftiger Rohkost nut Fragenbeantwortung und Kostproben. — Der Redner weist hin auf viele Fehler, die beim Uebergang zurRohtost gemacht werden und beleuchtet in treffender Weise den Wert der Er- nährung in Krankheitsfällen. 4649d die Welt setzen, die am Abend vor ihren Türen sitzen und rauchen, am Sonntag in den Grotto gehen und Boccia spielen, und in den Gemeinde- rat gewählt werden. Alle diese Häuser und Hütten gehöret irgend jemandem, jemand wohnt darin, ißt und schläft und sieht die Kinder heranwachsen, verdient Geld oder macht Schulden. Und auch alle die Gärtchen und jeder Baum und jede Wiese, jeder Weinberg und Lorbeerstrauch gehört irgend jemandem, wird verkauft, wird geerbt, macht Freuden, macht Sorgen. In das große neue Schulhaus geht die Jugend, lernt das Notwendigste, hat im Sommer drei Monate Ferien und geht dann tapfer und hungrig aufs Leben los, baut, heiratet, reißt Mauern ein, macht Schulden, schickt neue Kinder ins Schulhaus. Was diese Menschen in chren Häusern und Gärten sehen, das sehe ich nicht, oder sehr wenig davon. Daß hier Wasser im Keller ist und der Speicher voll Ratten, daß dort der Kamin nicht zieht und daß im Garten die Bohnen zu viel Schatten haben, das und tausend ähnliche Dinge sehe ich nicht, es freut mich nicht, noch macht es mir Sor- aen. Aber das, was meine Augen hier im Dorfe sehen, das sehen nun wieder die meisten Dorfleute nicht. Keiner sieht, wie die bleiche, bröcklige Kalkwand dort hinten den Ton des Blau aus dem Himmel herüberzieht und auf Erden weiterschwingen macht. Keiner sieht, wie sanft und warm das verschossene Rosa jenes Giebels zwischen dem wehenden Grün der Mimosen lächelt, wie feist und prall das dunkle Ockergelb am Haus der Adamini vor dem schweren Blau des Berges steht, und wie witzig die Wellingtonie im Garten des Sindaco das Laubgekräusel der Obstbäume überschneidet. Keiner sieht, daß die Musik dieser Farben gerade in dieser Abendstunde ihre reinste, bestgespannte Stimmung hat, daß das Spiel der Töne, die Stufenfolge der Helligkeiten, der Kampf der Schatten in dieser deinen Welt zu keiner Stunde dieselben sind. Keiner sieht, wie unten in der bläulichen Muschel des Tales der abendliche Goldrauch einen dünnen Streifen zieht und die jenseitigen Berge tiefer in den Raum zurücktreibt. Und wenn es Menschen geben muß, welche Häuser bauen, Häußer einreißen, Wälder pflanzen, Wälder abhauen, Fensterläden anstreichen und Gärten einzäunen, dann wird es wohl auch einen Menschen geben müssen, der dies alles sieht, der all diesem Tun und Treiben ein Zuschauer ist, der diese Mauern und Dächer, ihre Farben und Schatten in sein Auge und Herz einläßt, der sie liebt, der sie zu malen versucht. Ich bin kein sehr guter Maler, ich bin ein Dilettant; aber es gibt keinen einzigen Menschen, der in diesem weiten Tal hier die Gesichter der Jahreszeiten, der Tage und Stunden, der die Falten des Nr. 186 Dritter Blaff geerntet sind und der Wind ungehindert über die Kinder nicht statt Kordel Draht verwenden, der für Stoppeln fährt, zieht die Jugend nun wieder mit den elektrischen Strom als Leitung wirkt und zu ihren selbstgefertigten Drachen hinaus, um sie steigen schweren Unfällen der Anlaß sein rann. zu lassen. Dieses kindliche und harmlose Spiel ist SJL-tfpoti Kleines Idyll: Auf dem hochbeladenen Erntewagen. Linie, und Fläche mir so lang und genau bekannt Bilder von der Arbeit des Bauern in unserer obe die letzten Garben geborgen. Rechts oben: D> Eine Garbe nach de reise nach Brasilien. ** Die Zeit der Drachen — Vorsicht Hochspannung! Nachdem nun die Felder abmanchmal abek nicht ganz ungefährlich, insbesondere, wenn sich Kinder mit ihren Drachen in der Nähe von Hochspannungsleitungen aufhalten. Dor allem müssen Eltern mit darauf achten, daß die Ich ging denn also am Spätnachmittag aus, den Rucksack mit dem Malzeug auf dem Rücken, den kleinen Klappstuhl in der Hand, und suchte den Platz auf, den ich mir am Nachmittag gemerkt hatte. Es ist ein steiler Abhang über unserem Tessiner Dorfe, früher von dichtem Kastanienwald bedeckt, im letzten Winter aber kahl geschlagen. Dort zwischen den noch ein wenig duftenden Baumstrünken hatte ich schon mehrmals gemalt. Don hier aus sah man die Ostseite unseres Dorfes, lauter dunkle, alte Dächer aus Hohlziegel, auch ein paar hellrote neue ein Gewinkel von nackten Steinmauern, überall schneiden müssen. Lmie, und Fläche mir so lang uno genau oeianni Nun aber ist der größte Teil der Arbeit geschafft, ist: Formen, welche ich schon so oft mit dem Auge Nur noch vereinzelt stehen Weizen und Hafer in studiert, mit dem Stift nachgezeichnet .habe. Em kleinen Stücken auf den Feldern. In den höheren großes Dach, früher dunkelbraun mir „ELpur Lagen unserer oberhessischen Heimat hat die Ernte mortuum“ zu malen, war neugedeckt. es war das etwas später eingesetzt; sie ist aber nun auch in Haus von Giovanni, mit den breiten, offenen ^en- vollstem Gange. In den tiefer gelegenen Gebieten sterbögen unterm Dach, wo im tferbft Die; goltenen wird das Bild der Getreidehausten immer seltener. Maiskolben aufgehängt werden. Da hat er;nun sein Dafür erwächst dem Bauern nun eine andere, nicht großes Dach neu decken lassen! Vor Mo- weniqer wichtige Arbeit, denn der Kreislauf von naten ist sein Vater gestorben der älteste Mann 6aat9unb Ernte muß von neuem beginnen. Schon im Dorf, nun hat er geerbt und ist r«ch und^legt werden die Stoppeln umgebrochen. Nach einem be- sich insZeug, verbessert und und malt, kannten bäuerlichen Sprichwort heißt es ja, daß und weiter hinten im Dorf das huschen des klei- an den Erntewagen der Pflug angehängt sein nen Cavadini ift neu Sematt, ®enigftens auf einer soll. So sieht man jetzt, wägend9 bie Ernte" Seite will heiraten, ^ kleine ^rh und gegen wagen beladen heimwärts schwanken, den Bau-den Garten hat er eine Tur her usgebrochen. em ober den Knecht mit Kühen ober Pfer- Natürlich muß es Leute geben, welche Hauser den unb mit dem Pflug an ber Arbeit, beim bauen und besitzen, welche heiraten unb Kinder m Bau daraus werben kleine mönchische Bilderhandschriften, die ich manchmal an Freunbe verschenke ober die manchmal von Liebhabern aparter Dinge bei mir bestellt werden. Häufig sind diese Bestellungen nicht, das muß ich zugeben, man weiß ja, wie die Leute sind! Sie suchen, sammeln und überzahlen diese Sachen dann eine Weile nach unserem Tode. Lebende Künstler, daran haben sie keinen Spaß. Uebrigens habe ich, um zu zeigen, daß mir das Malen mehr am Herzen liegt als die Literatur, sogar zweimal die Bücher anderer Autoren als Illustrator mit Bildern geschmückt. Diel schöner aber als alle diese Arbeiten ist das sommerliche Malen draußen vor der Natur, in der Sonne und im Winde. Rodriguez in den Kurzstrecken. Die erstmalig startenden Jugendlichen Huppert, Möll, Nies, Weber, Rinn, Laubon unb Schneiber können ebenfalls zu Erfolgen kommen, wenn sie es fertig bringen, tm Wettkampf ihre Ttainingsleistungen zu erreichen. Das 13. Schwimmfest der Deutschen Turnerschast. In Brunn (Dogtlanb) wurden am vergangenen Freitag, am Samstag unb am Sonntag große schwimmsportliche Wettbewerbe ber Deutschen Turnerschaff burchgeführt, an der sich auch verschobene Schwimmer bes Gaues XII (Norbhessen) beteiligten. Nachstehenb sei ein Ueberblick über die Erfolge ber Schwimmer unb Schwimmerinnen bes Gaues XII (Norbhessen) gegeben: Im schwimmerischen Mehrkampf ber Turnerinnen (Neunkampf), dem am höchsten bewerteten Wettkampf, wurde Frida Henkel vom Turn- und Sportverein Marburg mit 156,8 Punkten 1. Siegerin vor der Meisterin Anni Kapp (Frankfurt a. M.) mit 154,10 Punkten. Den 5. Sieg im gleichen Wettbewerb erhielt die Turnerin Emmi Steinens vom Tv. Eschwege. Im Mehrkampf ber Turner (Zwölfkampf) mit 116,2 Punkten erhielt ben 5. Sieg Wilh. Schäfer, Tgm. Friedberg, unb ben 8. Sieg Fritz Werner, To. 18 4 6 Gießen, mit 105,65 Punkten. Im 50-Meter-Bru st schwimmen und im Streckentauchen ber Jahresklasse über 40 Jahre konnte der Turner Renz (Kassel) jeweils den 2. Platz belegen. Die guten Springer G 0 etsch (Marburg) unb <51 ü b e r e r (Wetzlar) konnten sich im Kunstspringen leider nicht durchsetzen, da sie in ber neuen Sprungart noch feine Wettkampferfahrungen besaßen. Vor dem Ausklang in Hamburg. Gottfried von (Tramm und Lilly Äußern siegen. Bei den internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland in Hamburg geht es jetzt den Entscheidungen entgegen. In den beiden Einzelspielen wurden bereits die Teilnehmer ber Enbrunben ermittelt, im Damenboppel steht bereits eine Mannschaft für bie Enbrunbe fest, im Herren- boppel finb Die Spiele bis zur Dorschlußrunbe gebieten, unb im Gemischten Doppel wirb auch ber Samstag bie letzten Vorentscheibungen bringen. Im Herreneinzel sicherte sich Gottsrieb von (Tramm nach einem Fünfsatzkampf mit 6:2, 3:6, 6:3, 3:6, 6:3 über ben Australier Quist ben Eintritt in bie Schlußrunbe. Der Deutsche trifft hier auf ben Amerikaner Burwell, ber nach seinem Sieg über Henkel II nun auch ben Italiener Sertorio 7:9, 6:2, 6:3, 6:3 ausschaltete. Im Enb- kamps erwartet man nun einen klaren Sieg bes Deutschen, ba roeber Burwell noch Sertorio in ihrem Können an von Gramm ober Quist heranreichen. Bei ben Damen gab es einen erfreulichen Sieg von Cilly Äußern über bie junge Engländerin Peggy Scriven. Die Kölnerin lieferte ein sehr gutes Spiel und gewann verdient 6:1, 3:6, 6:3. Ihre Gegnerin in der Schlußrunde ist die frühere deutsche Spitzenspielerin unb jetzige Dänin Frau Sperling, bie über bie Schweizer Meisterin Payot 6:4, 6:3 klarer als das Ergebnis besagt, triumphierte. Im Herrenboppel steht unser Nachwuchspaar Henkel-Denker unter ben „letzten Vier". Die jungen Deutschen hatten einen schweren Strauß Reichsminister Dr. Frick dankt dem Reichssportführer. Der Reichsminister bes Inneren Dr. Frick hat am 9. August an ben Reichssportführer von Tschammer unb D ft e n ben nachstehenben Brief gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichssportführer! Im Frühsommer bes vorigen Jahres habe ich als ber für bie Betreuung bes beutschen Sports Auftänbiae Reichsminister Sie mit ber Führung ber beutschen Turn- unb Sportbewegung beauftragt unb Sie gleichzeitig mit ber Ausgabe betraut, bie vor ber Machtübernahme bestehenbe nachteilige Zersplitterung in ber Organisation ber Leibesübungen burch einen einheitlichen Aufbau im ganzen Reichsgebiet zu überroinben. Der erfolgreiche Verlauf ber Deutschen Kampfspiele 1934 hat nach ber grunbsätzlichen Seite gezeigt, daß die von Ihnen geleistete deutsche Turn- und Sportbewegung bie ihr im neuen Staat ob- liegenbe Hauptaufgabe erfüllt, im Geist bes Dritten Reiches in ber Kraft unseres Volkes eine bauernbe Grunblage zu schaffen. Die bei ben Kampsspielen erzielten Leistungen haben erwiesen, baß bie vom Nationalsozialismus in ben Dorbergrunb gerückten Wege bes Gemeinschaftsgebankens bie auf bem Gebiete bes Sports unentbehrliche Erzielung guter Einzelleistungen in keiner Weise hindert. Der im Namen ber Kampfspiele von Ihnen einberufene erste Kongreß bes Reichsbunbes für Leibesübungen hat bie Grundlage dafür geschaffen, bei aller Betonung einer einheitlichen straffen Führung durch entsprechende fachliche unb räumliche Gliederung eine organische Entwicklung der deutschen Turn- unb Sportbewegung im Sinne bes neuen Staates zu sichern. Ich nehme ben erfolgreichen Abschluß ber Deutschen Kampfspiele 1934 zum Anlaß, um Ihnen meine befonbere Anerkennung für bie bisher geleistete Arbeit auszusprechen. Gez. Dr. Frick." Oer Sport am Abstimmungstag. Line Verfügung des Reichssportführers. „Anläßlich ber Volksabstimmung müssen auch sämtliche Turner unb Sportler ihrer Wahlpflicht genügen. Deshalb muß ber Zeitpunkt aller Veranstaltungen so gelegt werben, baß bie Teilnehmer ausreichenb Gelegenheit zur Abstimmung haben. Er- forberlichensalls haben sie sich rechtzeitig vorher mit Stimmscheinen zu versehen. Für bie Befolgung bie- ser Anorbnung mache ich bie Vereins- unb Mann- schaftsführer verantwortlich." i. V. gez. Breitmeyer. DfB.-Reichsbahn-Leichtathletik. Start in Frankfurt a. 7N. Die VfB.-Reichsbahner starten am tommenben Sonntag beim großen Treffen ber Reichsbahn- Turn- unb Sportvereine in Frankfurt a. M. Veranstalter ist ber bekannte Verein Rot-Weiß-Reichs- bahn Frankfurt a. M. Der Veranstaltung kommt erhöhte Bebeutung zu, ba gleichzeitig bie Deutsche unb Kampfspielmeisterschaft im 20-Kilometer-Bahn- gehen ausgetragen wirb. Die Gießener stehen also roieber einmal erstklassiger Konkurrenz gegenüber. Hoffentlich flackert ber Kampfgeist an diesem Tage noch einmal auf, um auch bei dieser Groß-Veranstaltung zu Erfolgen zu kommen. Besondere Aussichten haben Luh im Kugelstoßen, Pieh im Speerwerfen, Sobezak unb Pfaff über 1500 Meter, 1. l dringend junge deutsche Mädchen vor einer Aus- ks reife nach Brasilien. Die vergangenen Wochen waren für unsere Bauern ausgefüllt mit Arbeit vom frühen Morgen bis zum späten Abenb. Es galt, die Ernte zu bergen, bie in biesem Jahre früher einsetzte, als sonst. Das heiße Wetter hatte die Reife — bes Kornes zunächst — sehr beschleunigt, unb ber Bauer mußte, wenn er nicht eines Teiles seiner Ernte verlustig gehen wollte, rasch bei ber Hanb sein. Die Arbeit wurde ihm in diesem Jahre aber sehr erleichtert, denn fast nirgends gab e^ Lagerfrucht. Es war überall möglich, bie Erntemaschinen einzusetzen. So ratterten in ben letzten Wochen bie Mähmaschinen Über bie Felber, schnitten bas (Betreibe unb legten es in gleichmäßigen Haufen aus. Unter ben Strahlen einer manchmal allzu üebensroürbigen Sonne trockneten bie Halme unb bie Aehren halb vollenbs, so baß im Zeitraum von zwei Tagen bas Korn eingebracht sein konnte. Wer in biefen Tagen über d°- F-ld ging, (ab bie Oetreibetjauften in langen säume“urt‘l3ärt*en“ba3mii5 Min. v. Bad Brückenau, rub. waldr. Gegd.Wiese m.Liegey^,sm. Frerndz.,eig.Landwirt., vorz.Ver» pfteg.,49Nahlz.,crstkl.Ref.Nräß.Pr. Luft-u. Kneippkurort Heigenbrücken,Spess. Hotel Hochspessart.siasD fI.Wass./kaltu.warm,Zenn-.-Heiz., Blk.-Zirn., herrl.Terr., m Blick ins Gebirge, wunderb. Berggart mit Liegestühl. Idyll des Svess. Hier find - Sie, was Sie suchen. Pens.» Preisb.best Berns!., Butterküche, Borsais.v. 3.80 an. Sie sind entzückt und komm, mied- Besitzer Jak- Nöckinq. Tel. 35. Borbestell. I Pension Sonnenhügel, Amorbach,Odenw. Schönste.ruh.,staubfr.Höhenl.a. Pl.Herrl.Femsichtjdeal.Haust Erhol.-Touristen-Wochenende, Pens.4 Mahlzeit. v.BvÄan.Balkon. Autoh. Tel. 72. Prosp. frei. smD Honffrthf Odenwald, Gasthaus u. lllril|IUul Pens. Breuberger Hof. Sonn., herrl. Lage a.Fuhe d.Burg Breuberg, ringsum Wald, gr. schatt. Gart. m. Hall. u.Saal, g. eing. Irem» denz., Liegewiese a. der Mümling, Schwimmbad u. Badi.H. Hausschl., ausgezeichn.Vervft., v. Tag 3-^ bet 4 Mahlzeiten. Bei. H. 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Bald befinden wir uns mitten auf dem Strome, passieren die Riesendocks mit ihren Gerippen von Helligen. Aus dem Morgendunst steigen Hamburgs schlanke Türme. Im Hafen tummeln sich Herden von Ewern, Jollen, Motorbooten. Fischerboote gleiten vorbei. Don der Deutschen Werft dringt lautes Hämmern und Dröhnen. Brunsbüttel mit der Einfahrt zum Kaifer-Wil- helm-Kanal wird passiert. Bon See weht eine angenehme Brise. Gegen 1 Uhr sind wir bereits in Cuxhaven. Nach wenigen Minuten geht es mit Volldampf hinaus auf die lockende Nordsee. Schmeichelnd umkosen die grünen Wogen das schone Schiff. Wenn sie am Buae zerschellen, überschütten sie ihn mit Millionen glänzender Smaragde und Edelsteine. Auf den Wogen tanzen die Elbfeuer- schiffe. Dumpfe Signale von See zeigen die Ankunft in die Elbe einlaufender Dampfer an. Noch grüßt eine Zeitlang der Leuchtturm der Insel Neuwerk. Dann befinden wir uns mitten auf der Nordsee. Die Sonne wirft ihre Feuer auf die grünen Wogen, zaubert auf sie eine schimmernde Straße, auf der unser Schiff still dahin zieht. Plötzlich taucht wie ein lichter Frühlingstraum die Felsenfeste Helgoland empor. Umspült von tiefgrünen Wogen, die roten Felsen, erglühend im strahlenden Sonnenlicht, ein Märchen. Die Anker rasseln in die Tiefe. Schon tauchen in ihren Motorbooten die wettergebräunten Gestalten der Helgoländer Schiffer auf. Kurz darauf sitze ich im Fenster meines gemütlichen, blitzsauberen Zimmers am F a l m, der am Rande des Felsens hinlaufenden Hauptstraße des Oberlandes, lieber die kleinen I Fischerhäuschen des Unterlandes und die weiße Düne überblicke ich die schäumenden, ei na über überstürzenden Wogen der Nordsee. Gewitterstimmung lag über der Insel, als ich! die Wanderung um das Felsenplateau begann. Der Seewind jagt spielend weiße Wolken wie Riesenballons vor sich her, ballt sie zu dräuenden Gewöl- ken, zu phantastischen Gebilden. Tiefer Frieden ringsum. Kein Mensch weit und breit. Auf grünen Wiesen weiden große Schafe. Aus der Ferne klingt die Glocke des Kirchleins, vereinigt sich mit dem Murmeln der See und hem Brausen des Seewindes zu einer friedvollen Meeressymphonie. Lange fitze ich auf der Bank am Rande einer steil ins Meer abfallenden Plattform. Links und rechts schieben sich zerrissene, rote Felsenmassen vor. Die untergehende Sonne zaubert einen blitzenden Steg von der Insel zum dunkelnden Horizont. Eine erfrischende Brise weht vom Meere. Schmeichelnd umarmen die grünen Wogen das rote Eiland. Ihr leises Plätschern klingt zu mir hinauf. Ringsum stürzen die vom Meere zerfressenen Felsen jäh ab. Ihre glutroten Trümmer umspielt die See. So gelange ich zum Lummenfelsen. Schwarzweiße Summen, eine Art von Taucherenten, umflattern ihn krächzend, nisten brütend in den steilen Felsen. Ihre Flügel blitzen in der Sonne. Ihr wildes Gekreisch mischt sich mit der Brandung der See. Am Horizont dämmert ein zarter, rosa Schimmer. Die blaugrüne Fläche der Nordsee leuchtet weit hin. Eine blutrote Scheibe neigt sich die Sonne dem Meere entgegen. Einen Augenblick ist es windstill. Dann bricht der Sturm mit neuer Gewalt los. Schäumend schlägt die weiße Gischt an die rotglühenden Felsen. Ringsum rauschen die Wogen der Nordsee. Das Meer leuchtet jetzt blau, ins tief-grüne spielend. Die Sonne ist in blutroten Wogen verschwunden. Dunkle Gewitterwolken fliegen über das Eiland. Als ich die ersten Häuschen erreiche, zucken aus dem Gewölk vereinzelte Blitze. Aus dem nahen Lokal „Nordseeluft" klingt lustige Musik. Die Iu- fträuben. Seegeschichten vom Klabautermann und Namenlosen' Die Nordseewogen rau- Wol- unken- Wanderfahrten Großfeuer durch Blitzschlag. •e« entnommen, darauf die pittoresken Häuschen, die Kirche und der Leuchtturm. Steil stürzen die Fel- aus den i Gehen und Kommen. Im Ober- und Unterlande Der Stimmschein für die Reise lsi am Tage der Volksabstimmung, am 19. August, ebenso wichtig wie die Fahrkarte! 7Mt diesem Stimmschein kann man überall zur Wahlurne gehen! Wer am 19. August verreisen will, läßt sich den Stimmschein schon jetzt von seiner Heimatbehörde ausstellen, wer sich bereits in Urlaub befindet, veranlaßt die umgehende Zusendung des Slimmscheines. Diese Sicherung des Stimmrechts darf nicht vergessen werden! „Slirnrn mien moderten, slim mien moderten, Js mien moderten noch so stimm . . . (Schlimm ist mein Mütterchen, schlimm ist mein Mütterchen, Ist mein Mütterchen noch so schlimm, geh ich doch szum Tanze hin." dem Fliegenden Holländer wechseln mit Erzählungen von Strandungen und Schilderungen von Begegnungen mit der Sekschlange. Ich trete hinaus in den tiefen Friede der Nacht. An der Landungsbrücke brechen sich brandend die Wogen. Der Sturm heult in allen Tonarten. Aus der Ferne blinken die Leuchtfeuer. Vom Oberlande grüßen die hellerleuchteten Häuschen. Als ich die ten die Schiffslaternen im Hafen. In der Ferne erglühen die Feuerzeichen der Elbfeuerschiffe. Im Süden blinkt das Leuchtfeuer von Wangerooge. Weiterhin das feste weiße Feuer des Rotenfauo- Leuchtturms. Heber der Nordspitze der Düne erblickt man das weiße Feuer des E.iderfeuerschiffes. Bei klarem Wetter kann man sogar das 32 Seemeilen entfernte Feuer von Amrum und das Leuchtfeuer von Hörnum sehen. Die Lichtwogen des Helgoländer Leuchtturmes huschen über die dunkle See, erhellen sekundenlang die weiße Düne. In der Ferne, zwischen Elbe- und Wesermündung, zuckt Blitz auf Blitz. An der Küste geht ein schweres Wetter nieder. Bald steht die schwarze Wand in hellem Feuer. Dann wieder wird die Nacht noch im Zickzack herabfahrenden Blitzen grell beleuchtet. Seewind und plätschernde Wogen singen mir das Schlummerlied. Am Morgen weckte mich strahlender Sonnenschein. Wenige Minuten später eile ich die große Treppe zum Unterlande herab, springe an der Brüpe in ein soeben abstoßendes nach der Düne fahrendes Segelboot. Wir gleiten hinaus in die sonnenübergossene See. Nach märchenhaft schöner Fahrt durch die smaragdfarbenen Fluten knirscht der Kiel auf dem Sande. Ich gehe die Düne bis zur äußersten Spitze entlang. Von beiden Seiten umbrandet mich die Nordsee. Spielend werfen mir Schaumwogen blankgeschliffene Steine, seltene Muscheln vor die Füße. Dann liege ich im Sande, lasse mich von der Sonne rösten, vom Winde kühlen. Die Düne hat den idealsten Badestrand, den man sich denken kann. An der Nordseite lebhaften Wellenschlag, kühlende Winde, an der Südseite glatte See bei oft völliger Windstille. Amöneburg. Von der mit einer schönen Kirche überragten Ruine bietet sich eine großartige Rundsicht über das Ohmtal bis zu den Höhen des Taunus, Westerwalds, Vogelsbergs und der Rhön. Auf der Nordseite des Basaltkegels absteigend gelangen wir alsbald nach unserem Endziel Kirchhain. Gesamtdauer der Wanderung etwa fünf Stunden. Göbelnrod — Wirberg — Winnerod — Bersrod — Großen-Buseck. Don der Station Göbelnrod durchschreiten wir den Ort und folgen blauen Dreiecken, die uns auf hübschem Weg hinauf zum Kirchspiel Wirberg — 310 Meter hoch — bringen. Von dem ehemaligen Kloster, das im Dreißigjährigen Kriege zerstört wurde, und von dem noch Reste der Umfassungsmauern vorhanden sind, haben wir eine weite Fernsicht. Unser Zeichen führt uns hinab durch das Dörfchen Bollnbach und hierauf durch prächtigen Waldbestand auf einsamen Wegen nach Winnerod, wo wir das alte efeuumrankte Kirchlein bewundern und sodann auf guter Landstraße nach Bersrod. Hier verlassen wir unser seitheriges Zeichen und folgen blauen Punkten, die uns zumeist durch Wald nach unserem Endziel Großen-Buseck leiten, das wir nach insgesamt vierstündiger Wanderung erreichen. alle Läden bis zum späten Abend hell erleuchtet. Aus den Lokalen bringt Musik. Ich gehe meinen Freunden, den alten Schiffern im „Fährhaus", der gemütlichen Alt-Helgoländer Fischerkneipe, Lebewohl zu sagen. Da sitzen sie bei ihrer „Welle", dem beliebten Helgoländer Nationalgetränk, einem Weingrog, der aus sehr wenig Wasser, etwas Rotwein, aber recht viel Arrak, nebst reichlich Zucker die Nachrichten mit fernen unsichtbaren Schiffen tauschen. Mit dem Motorboot fahre ich nach Helgo- land zurück, während aus schwarzen Wänden flammende Blitze herabzucken. Schnell lacht die Sonne wieder. Vor dem Kurhause sitzend atme ich in vollen Zügen die frische Seeluft. Helgoland, heiliges Land, gefegnete Stätte der Gesundheit und der Lebensfreude! Mir erscheint der aus der salzigen Flut ragende grünrotweiße Felsen wie ein Riesenschiff von ungeheuren Dimensionen, das mitten in der Nordsee fest verankert liegt. Der Aufenthalt auf ihm bringt alle klima- tifchen und sonstigen Vorteile einer Seereise, während man von der Kehrseite der Medaille, Seekrankheit, Beschränkung der Bewegungsfreiheit usw. verschont bleibt. In der Tat, die Gesundheitsverhältnisse auf Helogland find infolge des vortrefflichen Klimas die denkbar günstigsten. Die meisten Inselbewohner ereichen ein hohes Alter. Manchen 70er und 80er findet man unter den Fischern, die noch rüstig mitarbeiten. Reinere Luft wie auf dem meerumwogten Helgoland gibt es wohl in der ganzen Welt nicht mehr. Hier muß man gesund werden. Gesundheit und Lebensmut kehrt in der kräftigen Seeluft bald wieder und mit ihm das Gefühl vollkommensten seelischen und körperlichen Wohlbefindens. Noch einmal durchwandere ich abends abschiednehmend die stillen Straßen. Im Oberland an der Mauer des Falms stehen die alten Fischer und „kieken" mit dem Fernglas nad) dem Horizont. In den engen Gäßchen die kleinen typischen Giebel- Fischerhäuschen. In jedem Fenster Blumen von seltener Farbenpracht. Fische hängen zum Trocknen auf Leinen. Auf der großen Treppe ein lebhaftes gend ergötzt sich an dem Helogländer Nationaltanz, l Gegenüber steigt das stolze Felseneiland dessen Worte lauten: Wogen. Wie einer Nürnberger Spielzeugschachtel Burg- und Nieder-Gemünden — Homberg — Schweinsberg — Amöneburg — Kirchhain. Diese Wanderstrecke ist, da sie wenig Schatten bietet, mehr für die kühlere Jahreszeit geeignet; sie kann jedoch auch durch die Nebenbahn wesentlich gekürzt werden. — Von der Station Burg- und Nieder-Gemünden wandern wir auf guter Landstraße am Ufer der Ohm entlang, vorbei am Hofgut Wäldershausen hinauf zu dem auf einer mächtigen Bergkuppe liegenden, von einer gotischen Kirche gekrönten Homberg. Homberg bietet noch eine Reihe altertümlicher Sehenswürdigkeiten, so die teilweise wohlerhaltenen Ringmauern mit einem Wehrturm, das alte Rathaus, die Stadtkirche, den Schloßberg mit gewaltigen Ringmauern usw. Sana entzückend ist die Aussicht in das Ohmtal, auf Amöneburg, Ulrichstein und die Höhen des Vogelsbergs. Von Homberg gehen wir blauen Dreiecken nach über Ober- und Rieder-Ofleiden nach Schweinsberg, das noch eine Anzahl prächtiger Fachwerkshäuser besitzt und von einem schönen Schloß überragt ist. Von hier erreichen wir über Rüdigheim und die Brucker- mühle (im Hofe eine Steinpyramide zur Erinnerung an den Friedensschluß des Siebenjährigen Krieges) das auf mächtigem Basaltkegel sich erhebende sen in die Nordsee. Donnernd werfen sich die Wo- I gen auf die Düne. Wie sie einander überstürzend ' anrollen, überschüttet sie die Sonne freigebig mit i funkelndem Geschmeide. I In der Nähe schlummern die „Namenlosen", die Treppe emporsteige, verneigen sich wie abschiednehmend die Aeste der hohen Bäume. Der Nachtwind flüstert mir „auf baldiges Wiedersehen" zu. An einem lachenden Sonntagmorgen fuhr ich zurück. Die Insel hatte ihr schönstes Festkleid angelegt. Unter fröhlichen Zurufen der Zurückbleibenden ging das Einbooten von statten. Noch einmal grüßt abschiednehmend von dunkelgrünen Wogen umspült die rote Felsenfeste, als unser Schiff von schäumenden Wellenrossen verfolgt wendet und auf die hohe See hinaus gleitet. Helgoland verschwindet. Bald ist es nur noch ein kleiner Punkt am feinen Horizont. Wir passieren das Elbfeuerschiff. Das Meer wird belebter. Von allen Seiten streben große Dampfer der Eldmündung zu. Dann geht es in großem Bogen nach Cuxhaven hinein. Die „alte Liebe" ist voll von jubelnden Menschen. Wohin das Auge blickt, tauchen immer neue Dampfer auf. Schon begleitet uns die grüne Küste. Der Süllberg grüßt zu uns hinab. Aus tiefem Grün lugen weihe Dillen, die Ruhesitze der Hamburger Großkaufleute. Glühender Rotdorn, blauer Flieder, üppiger Goldlack in den Gär- ten, eine berauschende Farbensymphonie! Die Schiffswerfte ragen auf. Bald liegen wir wieder an der Landungsbrücke von St. Pauli. Vorbei die schöne Helgolandfahrt! Aber die Erinnerung an das rote Felseneiland, von Sonnen- licht umgossen, von grüner Flut umspült, von sal- zigen Seewinden umschmeichelt, wird immer in mir leben. — LPD. Erbach, 10. Aug. Bei dem gestrigen schweren Gewitter schlug der Blitz hier in den G e m e i n d e ft i e r st a l l, der bald eingeäschert war. Durch den starken Wind griff das Feuer auch auf das anliegende Anwesen des Landwirtes Heinrich K e tz t e r über, das ebenfalls m i t Scheune und Stall ein Raub der Flammen wurde. Bei dem Brand gingen fast die getarnten Erntevorräte und das Mobilar verloren. Le- diglich das Vieh konnte gerettet werden. Dicht dabei haben sich auf dem kleinen Friedhof > -v* w .............. , — , r;r , ■ q..ry „ all' die Helgoländer Geschlechter zur letzten Ruhe die See an die Düne gespült, die barm^r^e ( begeben, die sich einst zu denselben Klängen im Hände hier zur letzten Ruhe gebettet haben. Lange mulch ^'^inander und „Finnen ihr Garn Tanze geschwungen. ! stehe ich sinnend in dem kleinen Friedhöfe. Sie! daß sich der Landratte vor Entsetzen die Haare Ergriffen stehe ich vor dem Häuschen, in dem der fanden ihren Frieden hier, die Dichter Hoffmann von Fallersleben am schlummern wohl ruhiger, wie die von der Groß- 26. August 1841 das Gedicht „Deutschland, Deutsch- stadt umbrandeten Toten. D" ----:------ land, über alles", niedersch ieb. i scheu ihnen das Schlummerlied. Tiefes Dunkel liegt über der Nordsee, als ich von! Dumpfes Grollen aus der Ferne kündete,„daß der Falm Ausblick halte. Aus schwarzer Nacht1 neue Gewitter im Anzuge waren. Schwarze leuchtet das rote Licht der Hafenboje. Vor der Düne' Een ballen sich über der See. Aus der Fi warnen helle Lichter. Gleich Glühwürmchen leuch-; ftntion zucken tanzende Flämmchen, Morsezeichen, Ihre Geschäftsdrucksachen die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen,Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen Brühl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Sonniger Luftkurort, 3G3 bock, HmöneW Kreis Marburg la Pension, Person vroTag 3M. (Kinder b. 12$. 2 Mark). Auskunft Schwester Oberin, Kathol. Schwesternhaus IIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIHIIIl Pension Mich frbl.3imm.aonn. staubfr. Höhen!., dir.a.Wald,i.schö- ner Spess.-Geg., Liegew.,4reichl. Mahlzeit., Mk.3. Keine Nebenkost. Mönchberg imSvessart.42sov UMWUNV bei Boppard / Pension Wirth Bolle Verpflegung 3.25-3.50 Mk. 4 Mahlzeiten. Keine Nebenkosten. Herrliche Lage. - Rbein-Terraste. Bad und WC im Hause. 14139V Erzeugnissen. Man bietet Ruhe in schönster Lage, grossen Kurpark, preiswerte Unterkunft Pauschal-u. Vergünstigungskuren. 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Neue Scyiffsformen wurden geschaffen, bei denen tiefe, im Schiffsrumpf angebrachte Furchen, die von vorne bis hinten durchgehen, in Verbindung mit Schlingerkielen dazu dienen, die Schiffsbe- wegungen im Wasser abzudämpfen. Der Schiffskreisel beeinflußt durch das Beharrungsvermögen seiner Achse auch die Bewegungen des Schiffs und beruhigt seinen Gang. * Diesen Maßnahmen haben sich die „Schlingertanks" hinzugesellt. An beiden Schiffswandungen liegen Behälter, die nach außen zu mit Oeffnunaen versehen sind. Je ein Behälter an der rechten Schiffswand ist mit je einem an der linken durch einen Kanal verbunden. Das von einer rechts ankommenden Welle getroffene Schiff neigt sich nach links und pendelt wieder zurück. Es schlingert also. Sind aber im Schiff Schlingertanks angebracht, dann hat sich der Behälter, gegen dessen Oeffnung die Welle prallt, schon in dem Augenblick erheblich mit Wasser gefüllt, in dem sich das Schiff zu neigen sucht. Er ist schwerer geworden als der an der anderen Schiffswand, mit dem er durch einen Kanal verbunden ist. Seine Schwere wirkt dem Stoß der Wellen entgegen und richtet das Schiff auf. Der Kanal führt' den nötigen Ausgleich zwischen rechts und links herbei. An diesen Schlingertanks hat man bei dem vor kurzem in den Dienst gestellten deutschen Motorschiff „Königin Luise" eine neuartige Steuerung angebracht. Die Wassermassen, die der Neigung des Schiffs dadurch entgegenwirken, daß sie sich in-den Tanks hin- und herbewegen, sind, wie aus einem Bericht von Oberingenieur B l e i ck e n in der „Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure" hervorgeht, nicht mehr sich selbst überlassen. Sie werden vielmehr derart gesteuert, daß ihre Bewegung in ganz bestimmter Weise erfolgt. Sie verläuft nicht so, wie sie sich von selbst ergeben würde, sondern so, wie sie sich am günstigsten auswirken muß. Sie geht also im vorteilhaftesten Takt zur Schiffsbewegung vor sich. Um diesen Takt hervorzubringen, ist ein kleiner Kreisel vorgesehen, der auf elektrischem Wege betrieben wird. Er wirkt derartig auf die Steuervorrichtung für die Wassermassen des Tanks, daß ihre Bewegung genau im richtigen Augenblick erfolgt. Außer diesem Kreisel ist aber noch ein Gebläse vorhanden. Dieses kann nach Bedarf gleichfalls verwendet werden, um die Wirkung der Wasserbewegung weiterhin zu verstärken. Der Antrieb dieses Gebläses erfolgt durch einen Elektromotor. Schon durch die vom Kreisel beherrschte Wasserbewegung wird eine kräftige Beruhigungswirkung für das Schiff erzielt. Schaltet man aber noch das Gebläse hinzu, so kommt die beruhigende Wasserbewegung noch stärker zur Auswirkung. Eine weitere Neuerung, die auf diesem Schiff eingebaut wurde, ist die Verwendung von zwei Rudern. Sie dient dazu, die Beweglichkeit und Lenkfähigkeit zu erhöhen. Das Schiff hat zwei Wellen. Die Ruder sind so gelegen, daß die Wirkung jedes einzelnen durch den unmittelbar auf ihn treffenden Propellerstrom erheblich verstärkt wird. Der deutsche Schiffsbau hat also mit diesem Schiff verschiedentlich ganz neue Wege beschritten, die wesentliche Verbesserungen darstellen, und die weiterhin zur Erhöhung der Beliebtheit deutscher Schiffe beitragen werden. ♦ Ob es sich bei den bisher gebräuchlichen Arten von Theatern um allerseits geschlossene Gebäude oder ob es sich um Freilichtbühnen handelte, jedenfalls standen bei beiden sowohl Bühne wie Zuschauerraum auf festem Grund. Schauspieler und Besucher hatten Boden unter den Füßen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß in Zukunft noch eine dritte Art, das schwimmende Theater, hinzukommt. Bei ihm fallen der feste Grund und der Boden weg. Die ganze Theateranlage schwimmt auf dem Wasser. Aber nicht so, daß sie in ein Schiff eingebaut ist. Auch auf Schiffen kann man Theater spielen oder Lichtspiele vorführen. Dazu wird dann irgendein gerade vorhandener Raum benutzt. Das Schiff ist Hauptsache. Ob man darin irgendwo etwas aufführt, Nebensache. Das schwimmende Theater hingegen ist nur Theater, ist Selbstzweck. Wie ein solches Theater in technischer Hinsicht durchzubilden wäre, zeigt das wohl erste seiner Art in Chikago. Davon, wie es angelegt ist, wird man sich vielleicht am besten eine Vorstellung machen können, wenn man sich einen geöffneten Fächer oder ein in ähnlicher Weise geschnittenes Brett auf das Wasser gelegt denkt. Also ein Riesen- floß, dessen Schwimmfähigkeit noch durch darunter angebrachte Schwimmkästen erhöht werden kann. Der äußere Teil, der Bogen dieses Kreisausschnittes, enthält Aufbauten, in denen sich die Zugänge, die Kassen und sonstige Räumlichkeiten befinden. An der Seite, auf den beiden Halbmessern, erheben sich, etwa bis zu ihrer Mitte reichend, weitere Aufbauten mit Erfrischungsräumen. Hier kann man sich während der Pausen auch unter freiem Himmel ergehen. Zwischen diesen Aufbauten, und von ihnen hinten und seitlich eingeschlossen, erstreckt sich, nach hinten zu ansteigend, der Zujchauerraum. Er faßt 1700 Personen. Vor ihm dehnt sich das Wasser. Die vorderste Reihe der Zuschauer ist nur durch einen schmalen Gang von ihm getrennt. An der Spitze des Kreisausschnitts, also da, wo die ausgebreiteten Blätter des Fächers zusammenlaufen, steht, von einem Dach überwölbt, die Bühne. Das Dach wirkt ähnlich der Kuppel über einer im Freien stehenden Musikhalle, als Schallwerfer, der den Schall über das Wasser hinüber gegen den Zuschauerraum wirft. Technisches Allerlei. Sender werden müde. Schon seit langem ist in Fachkreisen eine merkwürdige Erscheinung bekannt, die vorläufig noch keine Erklärung gefunden hat: das Ermüden, das Nachlassen drathloser Sendestationen. Wenige Wochen oder Monate nach der Inbetriebnahme neuer Stationen werden die Sendungen allmählich immer leiser und können oft überhaupt nicht mehr oder nur noch mit großen Schwierigkeiten empfangen werden. Man kennt dieses Phänomen seit mehr als zwanzig Jahren. Alle Stationen, ob Telegraphen- oder Rundspruchsender, gleichgültig welcher Wellenlänge, werden von ihm ereilt. Es steht fest, daß die Empfangsstärke zur Eröffnungszeit eines Senders nach dem Ablauf einiger Monate nicht mehr zu erreichen ist, falls nicht irgendwelche Aen- derungen in der technischen Einrichtung des Senders vorgenommen wurden. Jeder Sender hat zwei schwache Seiten, die nicht ständiger Kontrolle unterliegen: die Oberflächenverhältnisse des Sendedrahtes und der Zustand des Erdbodens. Die Veränderung der Sendedrähte ist das kleinere liebel Anders ist die Bodenbeschaffenheit zu beurteilen. Gewöhnlicher Boden verträgt es kaum, daß ihm unablässig große Stromleistungen von vielen Kilowatt Sendeenergie eingepumpt werden. Schon nach wenigen Wochen einer solchen Behandlung treten im Boden gewisse elektrolytische Vorgänge auf. Bis heute konnte noch nicht festgestellt werden, in welcher Weise diese Umsetzungen in der Erde vor sich gehen oder wie sich die Eigenschaften des Bodens in unmittelbarer Nähe der Schwimmende Znfel oder Müerschiff als Stützpunkt für den lleberfeeflug? Von Max Fischer. (Nachdruck verboten!) Das Fliegen von Europa nach Amerika oder umgekehrt ist zwar in einzelnen Fällen gelungen, aber diese Flüge haben nur sportliche Bedeutung. Die Flugzeuge müssen eben zur Ueberwindung der großen Strecke so viel Brennstoff mitnehmen, daß sie keine Nutzlast mehr befördern können. Es ist deshalb schon frühzeitig der Gedanke aufgetaucht, auf dem Weltmeer große schwimmende Inseln etwa im Ab stand von 1500 Kilometer zu verankern, auf denen die Flugzeuge landen und von denen sie abfliegen können. Man dachte sich solche Inseln als große Plattformen, die von vielen so tief eintauchenden Schwimmkörpern getragen werden, daß der Seegang keine erheblichen Schwankungen verursacht. Zweifellos wäre das eine sehr gute Lösung, aber leider stehen ihrer Verwirklichung zwei triftige Gründe entgegen, nämlich die ungeheuren Kosten und die große Schwierigkeit ihrer sicheren Verankerung in den großen Meerestiefen. Als deshalb die Deutsche Lufthansa einen lieber« seedienst von Deutschland nach Südamerika einrichtete, hat sie einen anderen Weg gewählt: Sie befliegt die 3400 Kilometer lange Seestrecke mit Wasserflugzeugen und hat in der Mitte dieser Strecke den Dampfer „Westfalen" aufgestellt, den sie als Mutterschiff eingerichtet hat. Es hat sich gezeigt, daß die Wasserflugzeuge vom Muster des Dornier-Wal auch bei starkem Seegang auf dem Wasser niedergehen können. Die „Westfalen" fährt dann dem auf dem Wasser schwimmenden Flugzeug langsam voraus und schleppt dabei ein Segel im Wasser nach, aus das das Flugzeug auffährt. Indem dann die „Westfalen" ihre Fahrt beschleunigt, wird das Segel samt dem Flugzeug durch den Fahrstrom bis aus die Wasseroberfläche gehoben und dann durch einen aus dem Heck der „Westfalen" stehenden Kran auf eine Verschiebebahn auf dem Schiffsdeck gesetzt. Auf dieser Derschiebebahn wird es dann bis über die Schiffsmitte vorgeschoben und hierauf aus der Schleuderbahn mit einer Flugzeugschleuder wieder abgeschleudert, nachdem es seinen Betriebsstoff ergänzt hat. Da die Flugzeuge nachts nicht fliegen, wird der Flugplan so eingerichtet, daß das Flugzeug abends bei der „Westfalen" ankommt, die dann in der Nacht samt dem Flugzeug in der Richtung auf das Flugziel fährt. Wenn das auch nicht so schnell geht wie das Fliegen, so wird doch etwas an Zeit gewonnen und die Flugsicherheit durch die Vermeidung des Nachtfluges erhöht. Dieses Fahren des Schiffes mit dem Flugzeug ist natürlich ein Vorteil vor der schwimmenden Insel. Zur Ablösung der „Westfalen" hat die Deutsche Lufthansa neuerdings das Motorschiff „Schwarzenfels" gekauft, das zur Zeit zum Flugstützpunkt umgebaut wird. Bei ihm schleudert die Flugzeugschleuder das Flugzeug nach hinten ab, nachdem der Kran, der es aus dem Wasser herausgehoben hat, in das Schiff hinein versenkt worden ist. Man spart dann die Beförderung des Flugzeugs über das Deck hinweg, die sehr unbequem ist. Das Flugzeug muß nämlich zunächst mit seinem Schwanz voraus auf der seitlich liegenden Verschiebebahn gefahren werden. Ist dabei der rechte Flügel am Schiffsmast an- gefommen, so wird der Schwanz zwischen Mast und Schornstein hindurchgedreht und das Flugzeug wird so weit nach vorn verschoben, daß der linke Flügel nun unter ^Drehung vor den Schornstein kommt und das Flugzeug somit mit der Spitze nach vorn steht. Das ist zwar bisher ohne Unfall verlaufen, aber es ist doch bei Sturm und Seegang ein sehr unangenehmes Verfahren. Dank der ausgezeichneten Funkpeileinrichtung der „Westfalen" und der Flugzeuge hat das Auffinden der „Westfalen" durch die Flugzeuge bisher keinerlei Schwierigkeiten gemacht und wird auch sicher weiterhin keine machen. Diese Flugverbindung von Deutschland nach Südamerika mit Flugzeugen ist natürlich nur ein Vorläufer eines Ueberseeverkehrs nach allen anderen Weltteilen. Man wird auf dieser Linie weiterhin Erfahrungen sammeln und diese Erfahrungen dem weiteren Ausbau des Ueberseeflugdienstes nutzbar machen. Durch diesen Ueberseeflugverkehr werden die Weltteile wieder einmal mehr aneinandergerückt, und die Erde wird ganz erheblich kleiner werden. Erdungsplatten ändern. Für die Richtigkeit der hier vermuteten Zusammenhänge mag die Tatsache gelten, daß man während der jahrelangen drahtlosen Verständigung mit seegehenden Schiffen noch nie bemerkt hat, daß die Empfangsstärke der Schiffsstationen nach den ersten Wochen oder Monaten der Inbetriebnahme nachließ. Und die gleich- bleibende Leistung der Schiffssender erklärt sich wahrscheinlich daraus, daß die Erdverbindung eines Schiffes ständig erneuert wird.H Die sichere Gasmaske. Die Verwendbarkeit der Gasmaske ist uns in den letzten Monaten vertraut geworden durch die Propagierung des Luftschutzes. Die Gasmaske ist aber nicht nur als Abwehrgerät gegen planmäßige Vergiftung der Luft anzusehen. Sie Hilst vielmehr im täglichen Arbeitskampf die Gesundheit des Werkmannes schützen. Nach einer Arbeit von zwei Jahrzehnten hat man jetzt eine neue Gasmaske fertiggestellt, mit der zum Beispiel siegreich gegen die verheerende Bleivergiftung vorgeschritten werden kann. Wenn man bedenkt, daß vor Einführung dieses Hilfsmittels in die Betriebe drei Prozent der Belegschaft an Bleivergiftung zugrunde ging, kann man erst den Wert des Gerätes ganz ermessen. Von außen unterscheidet sich die neue Maske, die 5-Maske, von den bisher bekannten nur durch ihre größeren Filtereinsätze. Wegen des Filterwiderstandes ist die Zweiwege-Atmung gewählt worden, d. h. man führt die Ein- und Ausatmung über verschiedene Wege. Das Filter absorbiert zuverlässig sowohl Gase wie auch Nebelstoffe, nur gegen Kohlenoxyd kann es nichts ausrichten. Die Giftgase werden durch das Filter aufgesogen, Schwebestoffe, Rauch und giftige Nebel werden zurückgehalten, und so gelangt schließlich nur atembare Luft in die Lunge. Ein damit in Verbindung stehendes Gerät sorgt für Sauerstoffzufuhr, die durch die eigene Atmung des Menschen geregelt wird. Von einer Patrone wird die ausgeatmete Kohlensäure cif» genommen und ferngehalten, so daß die aue geatmete Luft immer wieder verbraucht werden kann, wobei jedesmal ein kleiner Schuß Sauerstoff neu hinzukommt. Die 8-Maske ist seit dem 1. April d. I. behördlich vorgeschrieben und hat sich bisher bestens bewährt. Rund um die Schallplatte. Viele akustische Störungen beim Sprechapparat sind auf die unzweckmäßige Lage der Nadel auf der Platte zurückzuführen. Eine Aenderung ist in den meisten Fällen sehr wohl möglich, wenn auch der Tonabnehmer unverrückbar am Haltearm befestigt ist und sich der Arm selbst um einen festen Drehpunkt bewegt. Als normalen Neigungswinkel der Nadel gegen die Plattenoberfläche nimmt man 50 Grad an. Wird der Tonabnehmer über die Platte hinweggeschwenkt, dann soll die Nadelspitze ungefähr einen Zentimeter über den Drehzapfen des Tellers Hinwegragen. — Bei der Wiedergabe der einzelnen Vertiefungen in der Tonrille bringt die Nadel nicht bis zum Grund der Rille, sondern berührt beide Seiten. Es ist nun festzustellen, ob sie tatsächlich auf beiden Rillenwänden gleichmäßig ruht. Berührt sie nur die eine Wand, dann wird diese durch das Gewicht schnell abgenutzt. Dieser Seitendruck muß natürlich vermieden werden. Er kann dadurch entstehen, daß der Tonabnehmer nicht winklig am Haltearm sitzt oder die Drehachse des Armes nicht parallel zur Tellerachse steht. Bei Kofferapparaten spricht auch die Lage der ganzen Maschine auf der Unterlage mit. Wird der Apparat zum Beispiel ins Freie mitgenommen, dann sucht man sich eine ganz horizontale Stelle am Boden aus. Treten bei Beachtung aller dieser Vorschriften dennoch Fehler auf, so untersuche man die Führung der Nadel ganz genau. Zuerst wird sie mit Vorsicht auf den Außenrand der Platte und bann auf ben Jnnenranb gesetzt. Hat ber Arm bas Bestreben, nach außen gebrückt zu werben, bann legt man unter bas Ärmlager von rechts ober hinten her ein paar Streifen ober Keile aus Papier ober Pappe. Läuft ber Arm nach innen, dann schiebt man die Keile von links oder von vorn her unter das Armlager. Ist es nicht möglich, die Keile unter den Lagerfuß selbst zu bringen, so findet die Korrektur unter dem Sprechmaschinengehäuse statt. photo-Iagd auf Tiere. Von Walther Appell. Die Photographie hat vieles sichtbar gemacht, was der Mensch vorher noch nicht wußte. Es sei nur an das Beispiel des galoppierenden Pferdes erinnert, dessen Bewegungen wir erst genau kennen, seit es eine Momentphotographie mit winzigsten Sekundenbruchteilen gibt. Neuerdings haben die nächtlichen Blitzlichtaufnahmen von Tieren, etwa den Bau verlassenden Hamstern, ein weiteres Feld erschlossen. Für den Liebhaber, der viel Zeit hat und ein großer Bastler auf allen möglichen Gebieten ist, kommen auch solche schwierige Aufnahmen in Frage. Doch soll er zunächst lernen, Tageslichtaufnahmen so zu machen, daß jeder Naturkenner sie anerkennt. Fast nie werden wir auf der Photo-Jagd nach Tieren erfolgreich zum „Schuß" kommen, wenn wir mit aufnahmebereitem Apparat durchs Gelände pirschen und auf das 'Heraustteten des weißen Hirsches aus dem Walde warten. Wir müssen uns vielmehr die Listen des Jägers zu eigen machen. Vielleicht manchmal noch in höherem Maße. Denn wir wollen nicht ein totes Wild als Beute mit heim- bringen, sondern ein lebensgetreues Bild des leben- den Tieres. Dazu gehört aber, daß sich das Tier von uns in gar keiner Weise beobachtet oder gar von unserem Photo-Gerät bedroht gefühlt hat, als wir es knipsten. Der Naturphotograph wird also z u - nächst Naturfreund und -kenner sein müssen. Genau so, wie wir eine Blume dort photographieren, wo sie ihren natürlichen Standort hat, und nicht dort, wo vielleicht ein Wind sie hintrug — genau so soll das Tier in seinen Lebensgewohnheiten belauscht werden. Dazu gehört nicht nur das Studium von Büchern, sondern dazu gehört ein Einfühlungsvermögen in die Dinge und Vorgänge der Natur. Und es gehört dazu ein großer Respekt. Selbst bei einfachen und scheinbar dummen Tieren (Reptilien zum Beispiel) kann es uns passieren, daß sie uns nie wieder an jener Stelle ein gutes Motiv bieten, wo wir sie einmal erschreckt und verscheucht haben. Zwei Photographen sehen in gewissem Abstand voneinander, jeder eine Eidechse, die sich auf einem flachen Steine sonnt — mit uberhängenden Farnwedeln ein schönes, naturhastes Bild, zudem von wissenschaftlichem Wert. Der eine reißt den Apparat aus der Tasche, schnappt ihn auf, zieht den Balgen aus, spannt den Verschluß, stellt die Blende, aber alles das, und das Einstellen auf der Mattscheibe wie das Einschieben der Kasette kann er sich ersparen. Die hastige Bewegung, als er nach dem Apparat langte, hat bereits das Tier verscheucht. Vielleicht kommt es auch andermal nicht wieder. — Der zweite dagegen hat sich auf leisen Sohlen zurückgezogen, weit genug, um das Tier nicht zu stören, wenn er an seiner Kamera hantiert. Er hat auf eine bestimmte Entfernung eingestellt, etwa zwei Meter, die er abschätzen kann. Und versucht dann, langsam auf diese Entfernung an das Tier heranzukommen. Gelingt es ihm, hat er es im Blickfeld des Suchers, dann wartet er, bis irgendwo ein Zweig knackt oder ein Wind pfeift, oder dürres Laub raschelt. In diese dem Tier geläufigen Geräusche hinein sucht er seinen Schuß anzubringen. Oft wird es ihm gelingen. Ist daß Tier aber doch vorher schon geflohen, so roirires bestimmt nicht so argwöhnisch und ängstlich geworden sein wie im anderen Falle, da es einen Angriff vermuten mußte. Es wird wiederkommen — und wenn der Photograph andern Tages in Buschwerk versteckt sich einen „Anstand" baute, ehe die Sonne jenen Stein traf und das Tier wieder heranlockte, kann er vielleicht Bilder von einer Eidechsenmahlzeit ober dem Familienleben bei Eidechsens bekommen. Dieses Beispiel läßt sich auf alles andere Getier der freien Flur anwenden. Wichtig ist vor allem, was schon erwähnt wurde: daß der Tier-Photograph lernen muß, auch bei Plattenkameras ohne Mattscheibeneinstellung auszukommen. Die Notwendigkeit kürzester Belichtung bringt ihn oft in Widerspruch mit der anderen Forderung, farbige Tiere möglichst tonrichtig zu bekommen. Er wird aber doch nie vergessen dürfen, daß die flinken Bewegungen mancher Tiere selbst für Vioo und gar V250 Sekunde zu rasch sind, um scharf erfaßt zu werden. Deshalb muß oft mit ganz offener Blende photographiert werden, um den Derlcingerungsfaktor der Gelbscheibe auszugleichen. Das zwingt erst recht zu haarscharf genauem Einhalten der eingestellten Entfernung. Oie Glockenspiele leben ans! (Nachdruck verboten!) In letzter Zeit haben sich viele Städte teilweise auf Kirchtürmen, zum Teil auch auf ihren Rathäusern Glockenspiele eingerichtet. Die Glockenspiele waren immer volkstümlich und sind in letzter Zeit dadurch noch volkstümlicher geworden, daß das Glockenspiel auf der Potsdamer Garnisonkirche eine besondere Bedeutung erlangt hat; das Pausenzeichen des Deutschlandsenders sorgt ja alltäglich Dafür, daß wir daran denken. Es ist in den Jahren 1721 bis 1734 gebaut worden und zählt 40 Glocken von zusammen 10 000 Kilogramm Gewicht. Das Spielwerk besteht aus einer Spielwalze aus Bronze von 1,85 Meter Durchmesser, in die Stifte eingesetzt sind, die die von innen gegen die Glocken schlagenden Hämmer bewegen. Auf dieser Walze sind zwei Lieder festgelegt, nämlich „Lobe den Herren", das zur vollen Stunde gespielt wird, und „lieb immer Treu und Redlichkeit", das zur halben Stunde ertönt. Das Spielen dieses Glockenspiels ist ziemlich anstrengend, weil der Spielende die Kraft zum Anschlägen der Klöppel selbst hergeben muh. Neuere Glockenspiele, wie sie z. B. 1925 auf dem Rathausturm in Stuttgart, 1926/27 auf dem alten Rathaus in Eßlingen und 1928/29 im Ehrenhofe des neuen Bochumer Rathauses eingerichtet worden sind, werden deshalb elektrisch betrieben. Eine Spielwalze aus Messing von 40 Zentimeter Durchmesser und 65 Zentimeter Länge trägt für jeden Ton Stifte, die im Zeitmaß der Tonfolge wie bet jeder Spiel- uhr auf den Trommelumfang verteilt sind. D»: Walze wird über ein Schneckengetriebe von einem kleinen Elektromotor langsam gedreht, wenn sie durch die Uhr eingeschaltet wird. Die Stifte bewegen dabei Stromschließhebel, deren Gegenstück eine große Kohlenwalze ist, die sich ebenfalls langsam dreht; dadurch kommen immer neue Berührungsstellen aufeinander, und sie reiben sich auch etwas bei der Berührung, so daß ein sehr guter Stromübergang gewährleistet ist. Die so ausgelösten Stromreize durchfließen die Spule eines Elektromagneten, wie er in jeder Glocke angebracht ist, der den Klöppel anschlägt. Für jebe£ Stück muß sich die Spielwalze einmal ganz herumdrehen und bann stehenbleiben. Das ist so gemacht, baß bas Uhrwerk ben bas Spielwerk auslösenden Strom so lange geschlossen hält, bis bie Walze ein Stück weit angelaufen ist; bann hält eine Stromschliehe auf ber Walze ben Strom so lange geschlossen, bis sich bie Walze wieber in bie Nullstellung gebreht hat. Sollen gleich zwei Stücke hintereinanber gespielt werben, wie dies bei einigen Glockenspielen geschieht, so hält ber Stromschließer am Uhrwerk ben Motorstrom bis einige Zeit nach bem Beginn bes zweiten Stückes geschlossen, so baß bann bie Stromschließe an ber Walze biesen Stromschluß bis zum Ende bes zweiten Stückes aufrecht erhält. Eine Walze kann ungefähr fünf Stücke enthalten. Die Stifte für jeben Ton bes zweiten Stückes sitzen babei immer unmittelbar in einer Reihe neben ben Stiften bes ersten Stückes usw. Wenn ein Stück gespielt ist, mürben bie Schließhebel im Ganzen um so viel seitwärts verschoben, baß sie nunmehr von ben Stiften bes nächsten Stückes bewegt werben. Nach bem zweiten Stück werben sie abermals verschoben usw. Für einige Glockenspiele hat man mehrere Walzen, bie von Zeit zu Zeit ausgewechselt werben, so baß bie Uhr immer wieber anbere Stücke spielt. Außerbem haben alle biese Glockenspiele einen Spieltisch mit Klaoiertasten, mit benen man jeberzeit beliebige Stücke spielen rann. Diese Tasten gehen sehr leicht, ba sie ja nur elektrische Berührungsstellen zu schließen haben. Glockenspiele sind seit bem 15. Jahrhundert bekannt. Bartolomäus K m e i k in Alost in Flandern soll das erste Glockenspiel erfunden haben. Der Italiener D a n 0 c c i 0 und der Franzose M e r s e n n e verbesserten das Glockenspiel. Der Holländer H e m 0 n y stellte im Jahre 1645 in Zütphen an ber Mel ein aus 26 Glocken bestehenbes Glockenspiel her. Zu ben berühmtesten Glockenspielen in Deutschland zählt bas ber Danziger Marienkirche. Diese alten Glockenspiele sinb schon sehr schön, aber bie neuzeitlichen elektrischen stehen ihnen in keiner Weise nach. Sie bringen zahlreichen Menschen immer wieber Freube, und deshalb sollte man diesen alten Brauch, auf Kirchen und Rachäusern Glockenspiele anzubringen, mehr und mehr wieder aufleben lassen, wie es ja viele Städte bereits getan haben. M. F. Wirtschaft. Verwendung von inländischem loggen und inländischem Weizen. Die R e i ch s st e l l e für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschäftsabteilung, hat eine Anordnung über die Verwendung von inländischem Roggen und inländischem Weizen erlassen, die am 18. August in Kraft tritt. Darin heißt es: Inländischer Roggen und inländischer Weizen darf auch insoweit, als er vor dem Inkrafttreten der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft von einem Erzeuger, Deputatempfänger oder einem Empfänger eines- Leibgedinges verkauft oder geliefert worden ist, nur für Zwecke der menschlichen Ernährung oder für technische Zwecke weiterverkauft oder weiterveräußert, sowie nur für diese Zwecke verarbeitet oder verwendet werden. Die vorstehende Anordnung gilt nicht in den Fällen, in denen der inländische Roggen oder inländische Weizen bereits an Verbraucher geliefert ist und sich im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Anordnung in deren Besitz befindet, insoweit verbleibt es bei der Regelung in den Vorschriften der Getreideordnung mit der Maßgabe, daß - die Verbraucher solchen Roggen und Weizen für andere Zwecke als für Zwecke menschlicher Ernährung ober für technische Zwecke nur im eigenen Betriebe verwenden dürfen. Als Verbraucher im Sinne des vorstehenden Satzes gelten auch Hersteller von Mischfutter und Schrotmühlen, jedoch nicht sonstige Mühlen. Die Reichsstelle behält sich im übrigen vor,- von den Bestimmungen Ausnahmen im Einzelfalle auf besonderen Antrag zuzulassen und vor dem 16. Juli 1934 von einem Erzeuger, Deputatempfänger ober einem Empfänger eines Leibge- dinges verkauften ober gelieferten inländischen Roggen oder inländischen Weizen zu Futter- ober zu Saatzwecken freizugeben. Dahingehende Anträge sind an sie zu richten. Die Reichsstelle trifft ihre Entscheidungen nach ihrem pflichtmäßigen Ermessen. Llebergangsregelung für den Verkehr mit miändischem Hafer. Auf Grund der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft vorn 14. Juli dieses Jahres wird eine im Reichsanzeiger Nr. 104 veröffentlichte Uebergangsregelung für den Verkehr mit inländischem Hafer getroffen. Hiernach werden Kaufverträge über inländischen Hafer der Ernte 1933, die ein Erzeuger vor dem 16. Juli 1934 abgeschlossen hat unb bie bis zum 25. August 1934 von ihm durch Lieferung des Hafers erfüllt werden, von der Vorschrift des § 37 Abs. 1 der Getreideverordnung ausgenommen. Nach der Bestimmung der Getreideverordnung hätten Kaufverträge der vorerwähnten Art, wenn ein anderer als der festgesetzte Preis vereinbart war, gleichwohl als zu dem Festpreis abgeschlossen zu gelten. Durch die neue Uebergangsregeluna verbleibt es jedoch in dem vorliegenden Falle bei den von den Beteiligten vereinbarten Preisen. Die Verwendung des Hafers, der auf Grund solcher Kaufverträge nach dem 31. Juli 1934 geliefert wird, unterliegt mcht der Vorschrift für Saatgut der Getreideoerordnung. Kaufverträge, die ein Verteilungshändler oder eine Verteilungsgenossenschaft vor dem 16. Juli 1934 über den Einkauf von inländischem Hafer der Ernte 1933 abgeschlossen hat und die bis zum 25. August 1934 durch Lieferung erfüllt werden, werden gleichfalls von der Festpreisbestimnrung (§ 70 Abs. 1) ausgenommen, falls der Verkäufer nachweislich den Hafer selbst vor dem 16. Juli 1934 gekauft und den ursprünglich vereinbarten Kaufpreis bezahlt hat. Entsprechend sind auch Kaufverträge zu behandeln, die ein Verbraucher abgeschlossen hat. Wird inländischer Hafer der Ernte 1933, der vor dem 16. Juli 1934 geliefert und eingekaust, aber bis zu diesem Zeitpunkt nicht verkauft ist, nach dem 15. Juli verkauft, so gelten die Vorschriften des 5. Abschnittes der Getreideverordnung, wenn die Lieferung nach dem 31. Juli 1934 erfolgte. Ist solcher Hafer als Saatgut verkauft und geliefert, so darf er nur zu Saatzwecken weiterverkauft und verwendet werden. Die Reichsstelle behält sich vor, eine besondere Regelung für den Absatz von inländischem Hafer der Ernte 1933 zu treffen, der vor dem 16. Juli 1934 geliefert oder gekauft, aber nach dem 15.Juli 1934 verkauft und nach dem 31.Juli 1934 geliefert ist. Betriebe können einen Antrag auf Sonderregelung schriftlich bei der Reichsstelle für Getreide dis zum 16. August 1934 einreichen. Für inländischen Hafer der Ernte 1933, der vor dem 16. Juli verkauft, aber nicht durch den Abschluß eines Einkaufsvertrages bis zum 16. Juli 1934 gedeckt worden ist, sowie für inländischen Hafer der Ernte 1934 wird keine Ausnahmeregelung getroffen. In Fällen, bei denen die Reichs- jtelle auf Antrag eine Ausnahmeregelung im Emzel- fall zuläßt, ist ein Abweichen von den Vorschriften der Getreideoerordnuna erst erlaubt, wenn die Entscheidung der Reichsstelle vorliegt. Wochenbericht vom Frankfurter probuktenmarkt. Arn Getreidegroßmarkt kommt das Geschäft auch weiterhin nur schleppend in Gang, die Umsätze beschränkten sich auch in der abgelaufenen Berichtswoche, die übrigens durch das Ableben des Herrn Reichspräsidenten nur auf einen Markttag angewiesen war, auf ein Minimum. Obschon die Landwirtschaft mit der Einbringung der Ernte alle Hände voll zu tun hat, sind die Anlieferungen in neuem Getreide in dieser Woche stärker geworden. Insbesondere neues Brotgetreide kommt in großem Umfange an den Markt, während die Kauflust der Mühlen sehr gering ist. Diese verweisen darauf, daß sie immer noch genügend alte Bestände haben. Hier und da werden von den kleinen Binnenmühlen einige Partien Korn gekauft, während Weizen fast nur in alter Ware gefragt ist. Preisveränderungen gegenüber der Vorwoche traten nicht ein, es blieben weiterhin die Festpreise in Geltung, so für Roggen im Gebiet IX, XIII und XV. Weizen wurde unverändert 207 RM. per Tonne notiert. Das Geschäft wird allgemein etwas gehemmt dadurch, daß die Qualitätsbeftimmungen noch nicht festgesetzt sind. Am H a f e r m a r f t ist aus der neuen Ernte nur sehr wenig Ware vorhanden, indessen ist die Nachfrage gleichfalls nur mäßig. Die seit dem 1. August gültigen Festpreise blieben unverändert. Alter Hafer wurde nur noch in ganz geringfügigen Mengen an- geboten und gehandelt. Auf dem M e h l m a r k t ist es in Erwartung neuer Bestimmungen sehr ruhig geworden und es wird nur der laufende Bedarf gedeckt. Die Abrufe auf die alten Kontrakte sind weiter befriedigend. Am Futtermittelmarkt herrschte stärkste Zurückhaltung. Man erwartet sehr bald auch für Kleie die Einführung von festen Preisrelationen. Dafür wurden Kartoffelflocken und andere Futterstoffe etwas lebhafter gehandelt. In ölhaltigen Artikeln zeigten sich die Mühlen etwas abgabeluftiger, nachdem wochenlang kaum Ware zu haben war. Die Nachfrage der Landwirte ist aber sehr gering geworden, offenbar ist die Verwendung wirtschafts- eigener Futterstoffe stärker geworden. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Frankfurter Viehmarkt hatte in dieser Woche allgemein stärkere Zutriebe, die jedoch ohne größere Mühe geräumt werden konnten. Der Großviehmarkt zeigte mit insgesamt 1516 (in der Vorwoche 1315, i. V. 1245) eine stärkere Beschickung. Trotz der höheren Zufuhr war die Stimmung am Rin- bermorft gut. Bullen und Kühe erzielten eine Besserung von je 1 Mark, während Ochsen und Färsen die letzten Preise behaupteten. Die Qualität des Viehes war wiederum nur mittel. Nach ruhigem Handel wurde der Markt nahezu ausoerkauft, wobei 51 v. H. des Auftriebs wieder in die umliegenden Versorgungsgebiete ausgeführt wurden. Am Kälbermarkt standen 1712 (1571 bzw. 1766) Tiere zum Verkauf, die bei ruhigem Geschäft und gleichbleibenden Preisen ausverkauft wurden. Lediglich geringe Kälber gaben um 3 Mark nach. Der Schweinemarkt war mit 4746 (4497 bzw. 4506) reichlich befahren. Zunächst setzte das Geschäft ziemlich rege ein, um aber später etwas zu verstauen. Am Wochenschluß war die Nachfrage bann roieber besser, so baß kein Ueberftanb verblieb. Die Preise ber Vorwoche blieben unverän- bert. Der Auftrieb an Hämmeln war mit 86 um 5 Stück geringer unb würbe bei mittelmäßigem Geschäft unb mweränberten Preisen geräumt, während Schafe mit 87 um 43 Stück stärker beschickt waren. Trotzdem nahm das Geschäft bei um 1 Mark anziehenden Preisen einen günstigen Verlauf. * * Neue unverzinsliche Reichsschatzanweisungen. Nachdem die bisherige Tranche der sogenannten unverzinslichen Reichsschatzanweisungen, insbesondere durch verstärkte Abnahme, in den letzten Tagen ausverkauft ist, wurden gestern neue Abschnitte per 15. Januar 1936 zum Diskontsatz von 4,25 v. H. aufgelegt. Frankfurter Börse. ffiiftagsbörfe: Renten freundlich, Aktien uneinheitlich. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Frankfurter Börse wies bei Eröffnung nur sehr geringe Umsätze auf und erfuhr auch während der ersten Stunde keine Belebung, ganz im Gegensatz zu Berlin, wo sehr lebhaftes Geschäft gewesen sein soll. Infolgedessen herrschte bei der Kulisse starke Zurückhaltung und die vorliegenden günstigen wirtschaftlichen und politischen Momente kamen nicht zur Auswirkung. Auch das Rentengeschäft war er- yeblich stiller als gestern, wenn auch hier weitere Kursbefestigungen zu verzeichnen waren. Neben späten Reichsschuldbuchforderungen, die um 0,40 v. H. auf 94,50 v. H. anzogen, waren Altbesitzanleihe beachtet und zum ersten Kurs um 0,40 v. H. fester. Auch Kommunal-Umschuldung gewann etwa 0,40 v. H. und Reichsmark-Anleihen aus umgetauschten Dollar-Bonds waren bei Materialmangel erneut höher gesucht. Reichsbahn-VA. und Stahlverein- Obligationen blieben gut behauptet. Die Aktienmärkte wiesen eine recht uneinheitliche Kursbildung auf, wobei infolge der Gefchäftsftille und der Umlagerung des Interesses auf den Rentenmarkt kleine Abschwächungen überwogen. Etwas mehr gedrückt waren erneut Montanpapiere, insbesondere Har- pener (—2 v. H.), ferner verloren Klöcknerwerke 1,13 d. H., Mannesmann und Phönix bis 1 v. H., die übrigen Werte gaben bis 0,75 v. H. nach, Mans- felber Bergbau blieben gehalten. Am Elektromarkt eröffneten Bekula 1 o. H., Licht & Kraft 0,65 v. H. und Schuckert 0,25 v. H. höher, Chade Lit. A—C gewannen 2,50, Lit. D 3 Mk., wogegen Siemens, Gesfürel und AEG. bis zu 1 v. H. nachgaben. Farbenindustrie notierten 148,25 bis 147,50 (148,50), auch Deutsche Erdöl und Th. Goldschmidt bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Schiffahrtsaktien und Daimler Motoren lagen bis 0,75 v. H. niedriger, während Kunstseide AKU. 0,75 v. H., Löwenbräu München und Canti Gummi je 2 v. H. gewannen. Reichsbankanteile, Zellstoffaktien und Cement Heidelberg setzten mit behaupteten Kursen ein. Auch in der zweiten Börsenstunde hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an. Am Renten- markt bröckelten die Kurse auf Gewinnmitnahmen hin durchweg um 0,25 bis 0,40 v. H. ab, später zeigte sich bann wieder mäßiges Interesse. Am Aktienmarkt ergaben sich keine Veränderungen von Belang. Montanwerte lagen, nachdem sie zunächst weiter etwas schwächer tendierten, etwas gebessert. Am Elektromarkt blieben Tarifwerte voll behauptet. Farbenindustrie schwankten zwischen 147,25 bis 147,75 v. H. Der Pfandbriefmarkt lag auch heute fest und die Kurse konnten sich fast überwiegend für alle Kategorien um 0,25 bis 0,50 v. H., teilweise bis zu l v. H. erhöhen. Preuß. Landespfandbries-Anstalt wurden mangels Materials gestrichen, die Taxen lauteten etwa 1 bis 1,50 v. H. höher. Von Stadtanleihen erhöhte sich die Taxe für Mainzer auf 79,75 bis 80 nach zuletzt amtlich 77,40 v. H., auch Darmstädter und Heidelberger sowie Mannheimer waren fester, während Frankfurter unverändert lagen. Staatsanleihen zeigten nur unwesentliche Veränderungen. Am Auslandsrentenmarkt lagen Silbermexikaner im Zusammenhang mit der Verstaatlichung der amerikanischen Silberoorräte bis 0,25 v. H. fester, Rumänen und Anatolier blieben behauptet. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse: Geschäftslos. Der Mangel an Publikumsaufträgen ließ die Abendbörse in sehr stiller Haltung verkehren. Die Kulisse zeigte keine rechte Unternehmungslust, vielmehr schritt sie hier und da noch zu kleinen Glattstellungen, sodaß das Berliner Schlußniveau meist nur etwa behauptet blieb. Vereinzelt traten geringfügige Erhöhungen ein, so bei Rheinstahl, Klöckner und Nordd. Lloyd, während Kunstseide, AKU. 0,75 d. H. und Farbenindustrie unter Schwankungen 0,40 v. H. verloren. Im Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung und auch die Kurse waren nicht mehr verändert. Der Rentenmarkt lag ebenfalls außerordentlich still, wobei zunächst noch etwas höhere Kurse genannt wurden, die aber gegen Börsenschluß nicht aufrechterhalten blieben. Don fremden Werten zogen 4prozentige Schweizer Bundesbahn auf 196 (195,50) und ZVrprozentige auf 182,25 (181) an. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 95, 4prozentige Ungar. Gold- rente 7,60, 4prozentige Einheitsrumänen 4,07,50, vv-Bank 63,25, Reichsbank 151, Gelsenkirchen 62, Harpener 103,50, Klöckner 77, Phönix 48,75. Frankfurter Obst- und Gemnfernarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Gemüse: Zufuhren ausreichend; Gurkenangebat sehr stark. Preise für Gurken, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln rückläufig, Bohnen etwas höher. Geschäft sehr schleppend. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 20, do. (Steige 12 St.) holl. 6, Buschbohnen (grün) 13 bis 16, do. (gelbe) 13 bis 16, Stangenbohnen 18 bis 20, Eskarol 5 bis 10, Gewürzei Bdl. 25 bis 30, Salat-Gurken 3 bis 18, Einmachgurken 40 bis 80 do. Salz 80 bis 110, Karotten 5 bis 6, Kartoffeln (Erstlinge) 550 bis 575, Kartoffeln (Böhms) 480, Knoblauch holl. 18, Oberkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 12, Petersilie 15, Pilze (Pfifferlinge) 40 bis 45, Steinpilze 40 bis 45, Rettich 3 bis 6, Römifchkohl 5, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Schnittlauch 20 bis 25, Tomaten I 10 bis 12, II 7 bis 8, Weißkraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 14, Zwiebeln 6 bis 6%, Zwiebeln (itaL) 6, Perlzwiebeln (holl.) 16 bis 18, Melonen 20 bis 30, do. (holl.) 80, Melonen (itaL) 16 bis 18. Obst: Starke Zufuhren von allen Obstsorten. Preise fast durchgehend rückläufig. Absatz äußerst unbefriedigend. Es erzielten: Tafeläpfel I 16 bis 18, II 6 bis 10, Falläpfel 3, Tiroler Gravensteineräpfel (Ausland) 14 bis 16, Bananen (Jam.-Ausland) 6, Birnen I 12 bs 14, II 7 bis 10, Kochbirnen 4 bis 6, Klappsbirnen I 10 bis 12, Dr.-Gouyot- Birnen I 10 bis 14, Brombeeren 18 bis 20, Heidelbeeren 23, Mirabellen 6 bis 10, Pfirsiche I 18 bis 23, II 10 bis 16, Pflaumen 5 bis 10, Preiselbeeren 25, Reineklauden 5 bis 10, Trauben (itaL) 18 bis 23, do. (holl.) 60 bis 75, Zwetschen 6 bis 9. Frankfurter ^rermarkt. Frankfurt a. M., 10. August. Die feste Stimmung im Frankfurter Eiergroßhandel hielt während der ganzen Woche an. Das Angebot ist allgemein knapp. Neben den nur geringen Zufuhren von deutschen Eiern sind auch Holländer und Flandern kaum am Markt. Für die angelieferten Mengen wurden daher höhere Forderungen glatt bewilligt, so daß die Preise weiter anzogen. Größere Veränderungen nach oben dürften indessen in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sein, da schließlich die Reichsstelle über genügende Bestände von Kühlhauseiern verfügt, um damit einer unerwünschten Preissteigerung engegenzuwirken. Der Absatz an den Konsum war bisher noch gut, zumal die Erhöhungen im Kleinhandel noch nicht überall eingetreten sind. Die Verkaufspreise des Großhandels an den Kleinhandel stellten sich in Pfg. pro Stück frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Markeneier Kl. 8 10 bis 1014, Kl. A 9%, Kl. L 8% bis 9, Kl. C 8 bis 8%, Kl. D 7% bis 7%. Holländer Kl. 8 10 bis 10%, Kl. A 9%, Kl. 8 9 bis 91/». Flandern Kl. 8 9%, Kl. 8 8%. Frankfurter Butterrnarkt. Frankfurt a. M., 10. Aug. Das Angebot in deutscher Butter war sehr knapp, insbesondere vermißt man weiterhin ausreichende Mengen in der besten Qualität, wogegen mindere Qualitäten reichlicher vorhanden sind. Holländische Butter konnte nur in kleinen Mengen eingeführt werden, da die Uebernahmescheine infolge der Knappheit an bester deutscher Butter bereits jetzt schon restlos aufgebraucht sind. Das Geschäft war lebhaft und es könnte weit mehr Ware verkauft werden, wenn das Angebot entsprechend wäre. Die Preise haben teilweise weiter leicht angezogen. Die Großhandels- Verkaufspreise an den Kleinhandel wurden in dieser Woche wie folgt festgesetzt: Deutsche Markenbutter 143 bis 145, deutsche feine Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 120 bis 125, Holl. Markenbutter 143 bis 145 Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Im jeroeligen Höchstpreis ist der Aufschlag für ausgeformte, also gepackte Ware enthalten. Mainzer Getreidegrotzrnarkt. Mainz, 10. Aug. Es notierten (Großhandels- Einstandspreise) je 100 Kilogramm loko Mainz in Mark: Weizen 20,70, Roggen 16,50, Hafer 15,90, Braugerste 20,25 bis 21,25, Malzkeime 15,50 bis 16, Weizenkleie fein 11,15, grob 11,55, Roggenkleie 12,50 bis 13, Weizenfuttermehl 13, Biertreber 17 bis 17,25, Soyafchrot 16 (Fabrikpreis). Allgemein- tendenz: In Braugerste ist das Geschäft noch unent- wickelt, Futtermittel kleines Geschäft. Raubüberfall in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 10. Aug. Heute vor- mittag wurde gegen 9.30 Uhr in der Hochstraße von drei Männern ein Raubüberfall auf Am ei Kassenboten der Frankfurter K r e i s k a s s e verübt. Die Räuber hatten zunächst den älteren der beiden Boten beiseite gestoßen und dann den anderen mit einer Pistole eingeschüchtert und ihn schließlich mit einem Knüppel zu Boden geschlagen. Den Räubern fiel eine Aktentasche mit 640 Mark in Silbergeld in die Hände. Die Täter sprangen sofort nach dem Ueberfall in ein bereit- stehendes Auto und konnten sich in Richtung Kaiserhofstraße unerkannt entfernen. Die (Ermittlungen haben folgende Ergebnisse gebracht: Die drei Täter sind in einer viertürigen dunkelblauen Limousine mit Rolldach, dessen Farbe etwas von dem der anderen Wagenteile abweicht, geflüchtet. Die Kennummer des Wagens lautet nach Zeugenaussagen IT 47114. Doch steht jetzt schon fest, daß es sich um eine gefälschte Nummer handelt. Von den Tätern wird folgende Beschreibung gegeben: Der erste Täter ist etwa 36 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, ist schlank und hat ein schmales Gesicht. Bei der Tat trug er einen hellgrauen oder beigefarbenen Mantel, einen hellen rauhaarigen Filzhut mit dunklem Band, eine graue, hellgestreifte Hose. Der zweite Täter dürste 1,65 bis 1,70 Meter groß sein. Er ist schätzungshalber 30 bis 35 Jahre alt, trägt langes, schwarzes Haar. Während der Tat trug er einen dunkelblauen Anzug. Der dritte Täter, der etwa dem zweiten gleichaltrig ist, hatte ebenfalls dunkles Haar und trug während der Tat einen dunklen Anzug. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Berlin Frankfurt o.M. 10. August 9. August Schluß!. börse 9.8. 9-8- j 10 8- 8 4,6 26,65 147,75 148,75 o 66 I 67 I z| 66,75 Philipp Holzmann ••••• 01 Zementwerk Heidelberg •••••• 0 Lemeutwerk Karlstadt.........O| 105 0 131,75 26 25,9 75,25 0 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl o 0 12 0 0 0 0 0 0 6 30,75 65,75 90,5 57 46,25 58,5 63.65 65,5 49-9 62 21,75 227 172 133 81,75 39,9 83 81,9 39,25 65,01 81,49 34,18 o 0 6 6 0 1 e o o 0 148,5 206 82,5 40 83 63,5 66 49,5 61,75 116,15 63,9 65,5 49 62 125 46,25 58,5 76,25 22,13 223 173 132,5 2,44 58,83 56,38 12,595 16,46 169,31 21,46 63,35 2,46 59,07 56,60 12,655 16,52 169,99 21,54 63,61 168,5 128,4 77,9 68.75 24,13 145 99,5 111,25 67,65 108,25 65,27 81,81 34,32 63 66 151,5 Gchluß- furd 79 114,5 62,75 105,5 58,75 59 22 224,5 147,4 205 82 39,25 82,5 116,5 64,4 65,25 50 61,5 124,75 46,13 59 76 21,9 226,75 172,25 132,75 89,5 143 117,75 66 105,25 4,1 38 Gesellschaft.. Dresdner Bank Reichsbank ‘ . A.E.G.................. Bekula Elektr. Lieferungsgesellschaft Licht und Kraft Selten & Guilleaume Buderus ..... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener ................. Hoesch Eisen—Köln-Neuessea Alse Bergbau ............. Alse Bergbau Klöcknerwerke ManneSmann-Röbrev...... g. e. Karden.Iaoustrte Scheideanstalt........ Goldschmidt .... RütgerSwerke Metallgesellschaft Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckert & So............. 6 Siemens L Halske............ 7 Lah me ver & So............. 1° Hamdurg-Amerika-Pakei ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa-Dampfschiff........... “ Norddeutscher Lloyd A G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Disconto» ... & CU/luci. Schluß- Abend, kurs Schultheis Patzenhoser 0 Aku (Allgemeine Kunstseide» .. 0 Bemberg.................0 Estoss Waldhos 0 stoss Aschaffenburg 0 au er S aS ...............7 Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Orenstein L Koppel 0 Leonhard Tietz ...... 0 khade......................10 Serumulatoren-Fabrü 0 tonMhnnml............... 0 Datum 4% besgi. Serie II .......... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 «^%Rumän.oereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente -. 2%% Anatolier Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. an. — Reichsbankdtskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H Grttzner ..... °| 26,25 Moinkraftwerke Höchst cl®L... 4 75,5 SüddeuÜcher Zucker ........ 8| 185 I Schlußk. Mittaq- börse 10-8. Amerikanische Wüten.............. Belgische Noten,................. Dänische Noten ••••........ Englische Noten ................. Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ........•■■■■. Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Note» Schweizer Noten................. Spanische Note».... . .. Ungarische Note» • Frankfun a. DI. Berlin Gchluß- kurS Schlußk. Abend- b5rje Schluß- kurs Schlußk. Mlnag- börse Datum 9-8. 10-8. 9-8. 10-8. Mansfelder Bergbau .. .......0 74 74,25 74 74,9 K:' werke ..... .......0 — 92,75 91,9 Ph. ;ir Bergbau...... ....... 0 49,5 48,75 49,9 49,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 248 245 249 245 Rheinstahl . .......0 91 90,65 90,75 90,4 Bereinigte Stahlwerke. ....... o 42,75 42 43,13 42,25 Otavi Minen ... .......0 14,75 15 14,25 14,9 Kaliwerke Aschersleben. .......6 118 118,75 118,75 118 Kaliwerke Westeregeln. .......6 118 117 118 118 Kaliwerke Salzdetiurtb ..... IV» 159 157 159,5 158,5 Frankfuri a. 2)1. Äerlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß» kur» Schlußk Mittag- b-L. Datum 9.8. 10-8. 9-8. 10-8- •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 92,5 92,5 92,65 93 6% eljetn.7% Di. Reichsanl. v. 1929 6Yx% Doung-Anleihe oon 1930 .. 89,7 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mU 95,25 95 95 95,13 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte...... — — — — •% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .. ......... 91,5 92 90,75 91,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12............... 89 89,25 89 89,25 6%% Hess. Lander-Hypotheken- bank Darmstadt Ltaut........ 89 89 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ........... 96 96 Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 95,6 — 95,25 95,75 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 89,4 89,4 1% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 89,25 89,4 — — iy,% ehem.