Nr. 185 Erstes Blatt 184. Jahrgang 5rettag.lv. August 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - DieScholle MonatL-vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt 5ernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: grantfurt am Main 11086 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälrvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sieben. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrabe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text» anzeigen von70mm Breite 60Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/n mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemein- nützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B n 1 r, 1: se t» n» «f 1 e b-' *r« rt« 15’ er V He ie- n; ff' •n \\ e- n; r J v n« tn tze er« ro« fing, Ne« der Deutschland willZrieden Don unserer Berliner Redaktion. Verstaatlichung der Gilbervorräte in Amerika. Senator Thomas erklärt: „Sturz der Wettherrschast des Goldes" bereits Freitagabend nach Wien zurück. kehrt zenmuhlen, berufen. Die Bestell g ^upwereini- I Weiterreise zu seinem alljährlichen Kurgebrauch AnalerdeutschenGetreidewirtschaft bleibt vor» wird der russische Auhenkommissar auch Pans be» behalten. Ferner hat der Reichsminister für Ernah-1 rühren. Man muh also erwarten, daß die österreichische Re» gierung auch in Zukunft alles tun wird, was der Mission des deutschen Gesandten zu einem dauerhaften Erfolg verhelfen kann. Das Deutschtum, auf das sich auch die führenden Männer in Wien in ihren letzten Reden beriefen, bildet zwischen Berlin und Wien die Brücke, auf der sich die stamm» verwandten Völker zu ihrem Nutzen und dem ihrer Nachbarvölker zusammenfinden können und müssen. Schuschnigg besucht Gömbös Berlin, S. Aug. (DNB.) Der Außenkommifsar der Sowjetunion, L i t w i n 0 w , traf heute früh Gedeihen der Rüst uns. die ungezählten Blutopfer res Absatzgebiet erhalten und die Unterstützung Chinas, sei es auch nur, um die Japaner zu ärgern, das Dogma der amerikanischen Politik ist. Wo bleibt die „Prosperity"? Washington, Mitte Juli. Die kommenden Herb st wählen sind das Tagesgespräch der Amerikaner. „W erden die V e r° einigten Staaten für oder gegen die R 0 0 s e 0 e l t s ch e Politik st i m m e n ?" so lautet die Frage. Wird der gegenwärtige Kurs beibehalten, oder ist ein Umbruch in radikalsten Kollektivismus zu erwarten? Selbst derjenige, der mit der gegenwärtigen (Stimmung der amerikanischen Bevölkerung noch so vertraut ist, wird auf diese Frage keine hundertprozentig sichere Antwort geben können. Daß allerdings eine Radikalisierung in der individualistischen oder kollektivistischen Richtung zu erwarten steht, darf mindestens als wahrscheinlich bezeichnet werden. Denn die Politik, die Roosevelt nun schon seit über einem Jahr ver- rung und Landwirtschaft zu seinem Beauftragten bei den Zusammenschlüssen der deutschen Getreidewirtschaft Herbert Daß» ler, dessen Betrauung als Beauftragter bei der Wirtschaftlichen Bereinigung der Roggen- und Wei- zenmühlen daneben bestehen bleibt, und zu dessen Stellvertreter Georg Reichert, Abteilungsleiter im Stabsamt des Reichsbauernführers, ernannt. Macdonald in Neufundland. St. Johns (Neufundland), 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der britische Minister- Präsident und seine Tochter sind Donnerstagabend an Bord des britischen Kreuzers „Dragon hier eingetroffen. Macdonald ist der erste britische Ministerpräsident, der Neufundland einen Be- such abstattet. Litwinow auf der Durchreise in Berlin. Ungarische Ehrung der deutschen Gefallenen. Berlin, 9. Aug. ® j [ 31 r- fjaber b e rs „” "„ t bder in Begleitung des meß, v°n Karpa^yy fönig(i$ ungarische Majors von S 3 , ? t>en Beisetzungsfeierlich- Regierung und 21 mc* « (b arf$a([ von Hindern ketten für den Generals ^jreten hatte, legte bürg am Tannenbergdenrnm ^renmaI einen am Donnerstagmitt^g ^ll geschmückte Lor- Kranz medr. D ^^eihroten Schleifen die beerkranz tragt ^n»Kn Melden der ruhmreichen Inschrift. --Den 6 I königlich ungarische Honved." deutschen hatle -ine Kompanie des ^eIm>nrhreniment5 Aufstellung genommen. Berliner Wachreg ment i » h General. ^o"umnburflr, begrüßt- die ungarischen Wien, 9. Aug. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat sich Donnerstag nachmittag in Begleitung feiner Gattin und des Staatssekretärs für Unterricht Dr. Pernter und seines persönlichen Sekretärs im Flugzeug nach Szegedin begeben, um dort der Aufführung des ungarischen Nationalschauspiels „Die Tragödie des Menschen' von Nadach beizuwohnen. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg wird sich anschließend am Freitag nach Budapest begeben, um Ministerpräsident Gömbös einen Besuch abzustatten. Der Bundeskanzler Berlin, 9. August (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichs- bauernführer, R. Walther DarrS, hat zum Dor- sitzenden der Hauptvereiniaung der deutschen Getreidewirtschaft den Leiter der Reichshauptabteilung 4 des Reichsnährstandes, Karl Vetter, und zu dessen Stellvertreter Staatsrat folgt und die in ihrer Methodik eine Mittellinie zwischen Kollektivismus und Individualismus einzuhalten bemüht war, hat in keiner Hinsicht und in keiner Richtung zu dem Erfolg geführt, den man auf der einen Seite versprochen und auf der anderen Seite erwartet hat. Man bedenke zum Beispiel einmal, daß Roosevelt bei seinem Regierungsantritt die Arbeitslosigkeit als „den nationalen Feind" bezeichnete und daß er gleichzeitig versprach, in der Beseitigung dieses Hebels die Richtigkeit seiner Maßnahmen unter Be- weis zu stellen. Nun ist es gewiß keine Frage, daß Roosevelt sich eifrigst um Erfolg bemüht hat, daß er kein Experiment unversucht gelassen hat. Man bedenke zum Beispiel, daß Roosevelt im letzten Haushaltsjahr über vier Milliarden Dollar als Ar- deitsbeschaffungs- und Unterstützungsgelder an In- dustrie, Banken, Farmer und Notstandsarbeiter gegeben hat. Ader auf der anderen Seite ist es ebenso keine Frage, daß das Resultat der Rooseveltschen Maßnahmen in, keinem Verhältnis zu den Bemühungen steht und daß die Statistiken, trotz aller rech- nerischen Manipulationen, noch immer f a ft 11 Militärs, die in schlichter, grüngrauer Uniform mit Stahlhelm erschienen waren. In ihrer Begleitung befand sich der ungarische Militärattache in Berlin, Oberstleutnant von M i k l a s. Unter den Klangen des Präsentiermarsches schritten die ungarischen Offiziere die Front ab, um sich dann zusammen ,n das Ehrenmal zu begeben. Anschließend nahm der Oberbefehlshaber der königlich ungarischen Armee, von Karpathy, den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab. Oie Führung der deutschen Getreidewirtschast. Die Regierung Schuschnigg hat das Agrement für Herrn von Papen erteilt. In den nächsten Tagen wird Herr von Papen als Adolf Hitlers Sondergesandte nach Wien abreifen; unmittelbar darauf dürfte er vom österreichischen Bundespräsidenten M i f l a s zur Überreichung seines Be- glaudigungsschreibens empfangen werden. Der erste Schritt zu einer Neuregelung der deutsch-öfterreichi- fchen Verhältnisse ist getan. Der bisherige Vizekanzler geht einen schweren W e g. Wir wollen es als Tatsache unterstellen, daß die offiziellen Persönlichkeiten in Wien wirklich ernsthaft bestrebt sind, auch ihrerseits im Sinne der Sondermission alles zu tun, um der Rückkehr normaler Beziehungen zwischen den beiden Brudervölkern den Weg zu bereiten. Aber selbst diese Bereitwilligkeit als Voraussetzung angenommen, türmen sich die Schwierigkeiten zu Bergen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die innerpolitische Lage Oesterreichs schlimme Formen angenommen hat; nach den Aeußerungen maßgebender,Po- lititer in England ist das europäische Pulverfaß aus den Schluchten des Balkans zum Ballhausplatz in Wien transportiert worden. Die Wiener Regierung ist zur Zeit unter Anwendung ihrer äußersten Machtmittel bestrebt, ihre Autorität zu wahren. Man weiß aber, daß die Heimwehren ihre Aufgabe darin sehen, schrankenlos unter allen ihren Gegnern aufzuräumen, ganz gleichgültig, ob dadurch die Siedehitze des Dolkszornes immer mehr geschürt wird. Auch die wirtschaftlichen Zustände tragen dazu bei, die unübersehbare Reihe der Fragezeichen zu vermehren. Im Hintergründe lauert das Gespenst der internationalen Anleihe. Vor den Toren stehen italienische Heere. Die Legitimisten rüsten sich zum Staatsstreich. Frankreich und die Kleine Entente beobachten die Sachlage mit großem Mißbehagen. . .. Es wird unter diesen Umstanden der ganzen Yin- gebenden Geduld und des diplomatischen Geschicks des deutschen Sonderbeauftragten bedürfen, um durch dieses Dickicht von Wirrnissen einen schmalen Pfad zum Baume der Erkenntnis zu bahnen. Eines aber ist sicher, daß es uns an gutem Willen fürwahr nicht f e h 11, den Grenzverkehr nach drüben endlich wieder freundlicher zu gestalten, nicht zum wenigsten deswegen, um dem gemarterten Deutschtum Entlastung und Hilfe zuteil werden zu lassen. , Es ist zu begrüßen, daß das Kabinett Schusch - n i g g sich durch fremde Einflüsse, an denen es wohl nicht gefehlt haben mag, nicht hat bewegen lassen, das Agrement für Herrn von Papen zu verweigern. Otto von Habsburg in Kopenhagen. Kopenhagens. Aug. (DNB.) Erzherzog Otto von Habsburg, der am Mittwochabend völlig unerwartet in Kopenhagen aufgetaucht ist, wollte ursprünglich bereits Donnerstag morgen nach Schweden Weiterreisen. Inzwischen hat jedoch der Erzherzog, der von dem Grafen Heinrich von Degenfeldt und dem ungarischen Markgrafen Alexander Betlavicini begleitet wird, sich entschlossen, seinen Aufenthalt in Kopenhagen für unbestimmte Zeit zu verlängern. In der dänischen und skandinavischen Oeffentlichkeit hat der Aufenthalt des Erzherzogs in Kopenhagen großes Auf» sehen erregt. Besonders interessiert man sich auch in der hiesigen Presse für die Hintergründe dieser Reise. Im Zusammenhang damit wird eine Meldung aus London wiedergegeben, wonach die Reise auf den Rat der ö st e r r e i ch i s ch e n M o n a r ch i st e n und gewisser italienischer Kreise unternommen worden sei mit dem Zweck, daß der Erzherzog sich während der Erörterungen über eine Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen Thron an einem neutralen Orte aufhalte. In dem Hotel des Erzherzogs haben sich im Laufs des Donnerstag verschiedene in Kopenhagen lebende Oesterreicher emgefunben. Unter ihnen befand sich auch der österreichische Generalkonsul in Kopenhagen. Nur böser Wille und planmäßige Verhetzung vermögen aus den Friedenskundgebungen des Fü'hrers und Vvlkskanzlers Adolf Hitler am Sarge des toten Helden von Tannenberg den vergifteten Honig schamloser Verdächtigungen zu saugen. Einige Tage lang, während die Bahre des verewigten Reichspräsidenten noch über der Erde stand, haben die feilen Gazetten in Frankreich und Oesterreich geschwiegen. Auch sie konnten es sich nicht leisten, in die Teilnahmebezeugungen einer ganzen Welt die Brandfackeln ihres Hasses hineinzuschleudern. Sie mußten schweigen und mußten abseits stehen in diesen Tagen, die der Besinnlichkeit und der Rückschau geweiht waren. Kaum sind die 101 Salutschüsse von Tannenberg verhallt, kaum läuft wieder die Maschinerie der Diplomatie und Politik ihren üblichen Gang, da brechen sie wieder hervor aus dem Hinterhalt, da überschütten sie eine blindgläubige Leserschaft wieder mit ihren Märchen und Verleumdungen. Nichts war eindeutiger als der Friedensappell des Führers vor dem versammelten Reichstag, nichts war ehrlicher und überzeugender als die Unterredung Adolf Hitlers mit dem Reiseberichterstatter der großen englischen Zeitung „Daily Mail". Jedermann, der überhaupt die politischen Zusammenhänge kennt, weih genau, von welch tiefer Friedensliebe der dahingegangene große alte Mann gewesen ist, jeder weiß aber auch, daß der tapfere Frontkämpfer Adolf Hitler den Krieg als das größte nationale Unglück betrachtet, das überhaupt für Deutschland kommen könnte. v ri . Das „Hofiana" der Kriegsindustrien m aller Welt gilt der unablässig sich steigernden Aufrüstung; die Schwerindustrie in den hochgerusteten Ländern hat ein greifbares Interesse daran, eine Befriedung Europas und der Welt zu hintertreiben. Was liegt näher als das „Kreuziget ihn!" auszusprechen gegenüber einem Deutschland, das noch behaftet ist nut demi Makel der Krieasschuldlüge, den uns das Schanddiktat von Versailles aufdruckte. Man zehrt noch von der Greuelhetze der ersten Kriegsjahre, man setzt den Greuels eldzug fort, und das geduldige Publikum ist angewiesen auf die Leitartikel der Blatter, die offenbar im Solde machtvoller Jnteressenten- f t geplant scheint dem österreichischen von Habs- Papens Mission in Wien Don unserem Berliner H. W.-Milarbeiier. Auge haben, sondern nur W°hlergehen^und Oebeiben der R u^ungs$ J H^rie'ges um ,o leichter" wiegen als nur Me h^/und sie ihre einträglichen Geschähe gern« - - noch machen wollen. daß die Verstaatlichung der Silbervorräte eine internationale Währungsverständi- g u n g herbeiführen werde, die den Beginn eines neuen „Zeitalters der Prosperität" bedeute. Die Verstaatlichung der Silbervorräte in den Vereinigten Staaten bedeute, daß die st ä r k st e und reich sie Nation beschlossen habe, Silber in größerem vlaßstabe als Währungs- m e t a I l zu benutzen. Dies werde die anderen Völker veranlassen, eine ähnliche Politik zu befolgen. Thomas schätzt, daß die amerikanische Regierung auf Grund ihres Silberprogramms etwa sechs Millionen Kilogramm Silber übernehmen werde. Echo aus Paris. Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die 93er- taatlichung des Silbers in den Vereinigten Staaten hat in Paris, wo sie als neuer Schri11 zur Inflation angesehen wird, nicht überrascht. lieber die Gründe, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu seinem Schritt veranlaßt haben, stellt „Journal" folgende Mutmaßungen an: In drei Monaten werden die e r ft e n Wahlen nach der Amtsübernahme des Präsidenten ftatt- inden, und nun steht fest, daß trotz feines guten Willens und trotz aller Anstrengungen der amerikanische Staatschef nicht alle Wähler zufriedenge- stellt hat. Durch die Verstaatlichung des Silbers erfüllt Roosevelt die Wünsche der Bundesstaaten, die zu den größten Silbererzeugern der Welt gehören, und gleichzeitig auch die Wünsche der Farmer, da die Maßnahmen unmittelbar eine beträchtliche Steigerung der Getreide-, Baum- woll- und Kautschukpreise zur Folge haben müssen. In Wahlzeiten fallen derartige Beweismittel stark ins Gewicht. Das ist die politische Seite der DPC°nf inanziellen Standpunkt aus hat Roosevelt durch die Verbreite r u n aber M e tallbafis auf die er den Dollar stellen roirb, offensichtlich 'dessen Jnflationsmöglichkesten erhöht. Die Maßnahme will schließlich auch große Rückwirkungen aus gewisse Handelsmarkte des Fernen Ostens, namentlich auf den Wirtschaftsaustausch zwischen China und den verewigten Staaten haben. Die Rolle, die das Silber künftig in der amerikanischen Wirtschaft spielen wird, wird es China erlauben einer der wich- tigsten Abnehmer der Vereinigten Staaten zu werden. Auch das ist nicht zu unterschätzen, da die arnen- kanischen Erzeugnisse auf diese Welse g h aruppen stehen. .,, . Es ist dem Frieden in der Welt nicht damit gedient daß jede noch so eindringliche Geste des deutschen Staatsoberhauptes, daß jedes noch so konkrete Friedensangebot unbesehen ausgeschlagen und mit niederträchtigem Sophismus ms Gegenteil verdreht wird. Auf dem großen Weltkongreß der Baptisten, der soeben m Berlin taat haben die Vertreter von 60 Nationen aus allen Teilen der Welt immer wieder zum Ausdruck gebracht, wie überaus groß die freudige Ueber- raschung für sie alle gewesen »st. Deut ch land als ein Land friedlicher Arbeit kennen- xulernen Sie alle haben in Gesprächen mit führenden deutschen Politikern und Journalisten eindringlich zur Sprache gebracht, daß die Presse ihrer Länder die Zustände im Dritten Reich genau i n 5 Gegenteil verdreht habe, und daß die Behörden ihnen die größten S ch w i e r igle i t e n bereiteten, als sie sich aufmachen wollten, um nach Deutschland zu reisen. Wenn Manner wie Ward Price und andere Reporter großer ausländischer Pressekonzerne damit beginnen, der Friedenssthnsucht des deutschen Volkes uni) fernes Führers beredten Ausdruck zu verleihen, so mochten wir darin einen Lichtblick sehen; es wäre zu^hoffen und zu wünschen, daß recht viele objektw denkende ausländische Persönlichkeiten von Namen und Rang unser Vaterland besuchten, um sich an Ort und Stelle ein klares Bild zu schaffen und daheim ihre Erkenntnis zum Ausdruck zu bringen. Wenn man hort,daß der Führer O-sterre.ch- Unabhängigkeit erneut unterstrichen hat und haß er ben hohen ideellen und praktischen Wert einer deutsch-französischen Annahe- rung als unerläßlich bezeichnet, so sehen wir darin eine starke Garantie für die Frie- denspolitik des Reiches. Das Ausland aber bzw. feine übelgesinnte Hetzpresse geht hm und diskreditiert unsere wohlangebrachte Anre^ng, durch eine geheime Abstimmung den wahren Sinn der österreichischen Bevölkerung eindeutig zu er forschen Sie geht hin und phantasiert von geheimen deutschen Rüstungen, um die Anastpchchose im französischen Volke zu erhalten und zu Iteigern. Wa/ soll man aber davon denken, wenn gerade jetzt eine Zusammenkunf n zwischen Mussolini und dem Thronprätendenten Otto bürg? Was soll man davon denken, daß Mar schall^P Hain gerade in diesem Augenblick dazu aufgefordert wird, die Kriegsmacht Frank- r e i ch s, die „veraltet und unzeitgemäß geworden sei, auf einen „modernen Stand" 3" dringen, damit man in aller Zukunft „den deutschen Kommis- stiefel vor den Grenzen der heiligen französischen Republik zum Straucheln bringen könne? Die Hintergründe der Kriegshetze und der A n t i - F r i e d e n s h e tz e sind viel zu klar als daß man darüber lange zu debattieren brauchte. Deutschland will den Freden und braucht den Frieden; auch das französische, das engli che und das talienifche Volk, sie alle wollen den k r i e d e n. Kriegshetzer und Kriegstrompeter sind bie ©eneralTtäbe und die Rüstungsindu- NrieUen rings umher; Kriegsfansaren blasen nur die besoldeten Schreiber und Redner dieser ge- h°7m?n Machte, di- nicht das Wohl ihres Landes oder das Wohl des europäischen Kontinente im Washington, 9. August (DJiB.) Präsident Roosevelt hat am Donnerstag eine Verordnung über die Verstaatlichung der Silbervorräte in den Vereinigten Staaten bekanntgegeben. Danach muh alles Silber, das sich am 9. August in den Vereinigten Staaten befindet, innerhalb von 90 Tagen an das Schahministerium abgeliefert werden. Von der Ablieferungspflicht befreit sind Silbervorräte, die für gewerbliche oder industrielle Zwecke oder für die Erfüllung anstehender Kontrakte benötigt werden, ferner Silberbestände, die fremden Regierungen und fremden Zentralbanken gehören, oder verarbeitetes Silber und Silbermünzen der Vereinigten Staaten und des Auslandes. Die Regierung Hal die Ermächtigung erhalten, Silber aufzukaufen, bis der nationale Bestand an Währungsmetall das Verhältnis 25 v. £). Silber zu 75 v. h. Gold erreicht hat. Senator Thomas, einer der Führer des „Silberblocks" im Senat, begrüßte die Verstaatlichung der Silbervorräte als Sturz der Weltherrschaft des Goldes. Thomas erwartet. Millionen Arbeitslos? ausweisen. Die Wirtschaftsdepression ist ^b^üen und die viel berufene „Prosperity" schein! feiner denn je. Dazu kommt krisenverschärfend und stimmungsdrückend, daß die Menschen Die vor einem halben Jahre noch mit einer fast naiven Zuversichtlichkeit an den Erfolg Roosevelts und seines Programms glaubten, allmählich zu ver- zweifeln beginnen und von „Betrug" sprechen. Wie groß zum Beispiel die Unzufriedenheit in der amerikanischen Arbeiterschaft ist, offenbart die nun schon seit einigen Wochen über den ganzen Kontingent dahinstürmende Streikwelle, die allem Anschein nach Tag für Tag an Intensität und Gefährlichkeit zunimmt. Bemerkenswert ist allerdings in diesem Zusammenhang, daß die Streiks sich nicht gegen die Roosevelt-Politik unmittelbar wenden, sondern daß die Arbeiterschaft der Regierung lediglich oorwirst, daß sie gegenüber dem Industrie- und Finanzkapital zu schwach und nachgiebig sei. „Wenn wir streiken und die amerikanische Arbeiterschaft zum Streik aufrufen, so wollen wir damit nicht gegen das Roosevelt-Programm demonstrieren, sondern gerade umgekehrt das widerstrebende Kapital zwingen, die „Codes" der Ordnung, die im Zuge der „New Deal"-Politik geschaffen worden sind, einzuhalten. Wir kämpfen also nicht gegen, sondern für Roosevelts Aus dieser Erklärung des Führers eines eneit» rurnnee» gegi nur yeroor, daß die Arbeiterschaft bemüht ist, Roosevelt immer mehr auf die kollektiv i st i s ch e Linie zu drängen. Ganz anders ist die Kritik, die von feiten des „Kapitals" geübt wird. Hier wird Roosevelt mit seinem Aufbauproaramm grundsätzlich aboelehnt. Man ersehnt für das wirtschaftliche Leben wieder liberale Freiheit und lehnt Roosevelt und seinen „Gehirntrust" als radikal, sozialistisch und unamerikanisch ab. Hier möchte man zu den Idealen des Liberalismus zurück und den Staat erneut lediglich die Rolle des Nachtwächters spielen lassen. Wenn nicht alles täuscht, dürfte diese liberale Kritik, trotz der mit Eifer betriebenen Propaganda in den vom Kapital subventionierten Zeitungen, keinen Erfolg haben. Diese Schicht vermag sich zwar mit Hilfe ihres Geldes bemerkbar zu machen, aber sie hat in den ausschlaggebenden Massen der amerikanischen Bevölkerung keinen Einfluß. Wahrscheinlich ist darum, daß die Herbstwahlen keine grundsätzliche Entscheidung gegen Roosevelt bringen, sondern daß die Wählermassen von Roosevelt lediglich mehr Konsequenz und Härte in der Durchführung seiner Politik verlangen werden. Die Reichsregierung gewährt Amnestie. Berlin, 9. August (DBB.) Aus Anlaß der Bereinigung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers und des damit vollzogenen Ueberganges der bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat die Reichsregierung ein Straffreiheits- gefeh beschlossen, das heute im Reichsgesehblatt veröffentlicht wird. Das Gesetz enthält eine allgemeine Amnestie für bestimmte Gruppen politischer Verfehlungen. Durch die allgemeine Amnestie werden ohne Rücksicht auf die Art der Straftat alle Frei- heits st rasen bis zu sechs Monaten und Geld st rasen bis zu tausend Mark erlassen, wenn der Verurteilte bei der Begehung der Tat unbestraft oder nur unerheblich vorbestraft war. Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten und Geldstrafen bis zu 50 0 Mark werden auch Vorbestraften erlassen. Unter denselben Voraussetzungen, unter denen der Straferlaß eintritt, werden auch anhängige Verfahren niedergeschlagen, wenn die Tat vor dem 2. August 1934 begangen worden ist, dem Tage des Ablebens des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Ueberganges seiner Befugnisse auf den Führer. Die politischen Straftaten, für die Straffreiheit in Gestalt von Straferlassen und Niederschlagung gewährt wird, sind: Beleidigung des Führers und Reichskanzlers, Solche durch Wort oder Schrift begangenen Verfehlungen gegen das Wohl oder das Ansehen des Reiches, die nicht aus volks- oder staatsfeindlicher Gesinnung entsprungen sind, Straftaten, zu denen sich der Täter durch Ueber» eifer im Kampfe für den Nationalsozialismus hat hinreißen lassen, Sonstige Beleidigungen und Körperverletzungen im politischen Meinungsstreit. Auch hier ist als Stichtag für die Niederschlagung bestimmt, daß die Tat vor dem 2. August 1934 begangen sein muß. Ausgenommen von der Amnestierung politischer Verfehlungen sind Hochverrat, Landesverrat, Verrat militärischer Geheimnisse, alle Verbrechen gegen das Leben, Sprengstoffverbrechen, wenn ein INensch getötet oder verletzt worden ist, und schließlich alle Handlungen, bei denen die Art der Ausführung oder die Beweggründe eine gemeine Gesinnung des Täters erkennen lassen. Eine Ausführungsanweisung des Reichsministers für Justiz, die Vorschriften für die Strafanstalten, die Strafvollstreckungs- und Strafverfolgungsbehörden enthält, wird in der morgen erscheinenden Nummer der „Deutschen Justiz" veröffentlicht. Im Zusammenhang mit der Verkündung des Gesetzes über die Gewährung von Straffreiheit vom 7. August 1934 hat der Führer und Reichskanzler durch Erlaß an die Landesregierungen verfügt, daß auch sämtliche Fälle von Schutz- haft einer beschleunigten Nachprüfung unterzogen werden, wenn der Anlaß für die Verhängung geringfügig war, oder wenn nach der Dauer der Hast und der Wesensart des Häftlings erwartet werden kann, daß dieser sich dem nationalsozialistischen Staat und seinen Draanen gegenüber künftig nicht mehr feindselig verhalten wird. Dabei hat der Führer und Reichskanzler ausdrücklich betont, daß auch diejenigen Fälle, in denen die Schutzhaft im Zusammenhang mit der Aktion vom 3 0. Juni 1 9 34 verhängt worden ist, wohlwollend nachgeprüft werden sollen. Die Vorbereitung der Volksabstimmung. Oie großen Kundgebungen der nächsten Woche. Berlin, 9. August. (DNB.) Die Reichspro - pagandaleitung gibt bekannt: Die großen Versammlungen des W a h l k a m p f e s , die auf Einzelsender übertragen werden, sind nunmehr von der Reichs- propagandaleitung der NSDAP, festgelegt. Demnach sprechen: Am Hlonfag, 13. August: Pg. Reichsminister Dr. Goebbels in Berlin über den Reichssender Berlin und den Deutschlandsender (für die Gaue Groß-Berlin, Kurmark, Magdeburg, Anhalt, Pommern und Mecklenburg): Pg. Ministerpräsident Göring in München über den Reichssender München (für die Gaue München, Oberbayern, Schwaben, Mittelfranken, Unterfranken, bayerische Ostmark); Pg. Reichsminister D r. Frick in Köln über den Reichsfender Köln (für die Gaue Köln-Aachen, Koblenz-Trier, Düsseldorf, Essen, Westfalen-Süd, Westfalen-Nord, Weser-Ems); der Stellvertreter des Führers Pg. H e ß in Breslau über den Reichssender Breslau (für die Gaue Ober-, Mittel- und Niederschlesien). Am Mittwoch, 15. August: Der Chef des Stabes Pg. Lutze in Königsberg über den Reichssender Königsberg (für die Gaue Ostpreußen); Pg. Reichsminister Rust in Hannover über den Reichssender Hamburg (für die Gaue Hamburg, Süd-Hannover, Ost-Hannover, Schleswig- Holstein); der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Bg- Dr. L e y in Chemnitz über den Reichssender Leipzig (für die Gaue Sachsen, Thüringen, Halle- Merseburg); Pg. Reichsminister Kerrl in Frankfurt a. M., über den Reichssender Frankfurt (für die Gaue Hessen-Nassau, Kurhessen); Pg. Reichs- Minister Darre in Stuttgart über den Reichssender Stuttgart (für die Gaue Baden, Württemberg, Rheinpfalz). Am Freitag, 17. August: der Führer aus Berlin mit Uebertragung auf alle deutschen Sender. Die Reden, die auf Einzelfender übertragen wer- den, sollen von der Bevölkerung im Hausempfang obgehort werden. Lediglich für die Rede des Führers werden noch nähere Angaben der Reichspropagandaleitung, Abteilung Rundfunk, für den Gemeinschaftsempfang angeordnet. gez.: Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP. Aufruf Geldtes an alle Volksgenossen. Berlin, 9. Aug. (DRB.) Der Führer des RS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) Reichsarbeilsminister Franz Seldte erläßt zum 19. August folgenden Aufruf: Tiefbewegten Herzens haben wir den Reichsprä- fidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, den Vater des Vaterlandes, zur letzten Ruhe in Tannenberg geleitet. Mehr denn je heißt es jetzt für die ganze Ration einig wie ein Mann zusammenzustehen und so den willen des Verewig- ten zu verwirklichen. Am 19. August appelliert der Führer an das ganze deutsche Volk, ob es die von der Reichsregierung beschlossene Vereinigung der Aemter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers und den Aebergang der Amtsbefugnisse des dahingegangenen Reichspräsidenten General- feldmarschall von Hindenburg auf'den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler billigt. Das Schicksal hat dem deutschen Volk in Adolf Hitler den würdig st en Rachfolger unseres Marschall-Präsidenten geschenkt. Für uns, meine Kameraden des RS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), sieht es fest, wie wir am 19. August stimmen, wir übertragen, wie ich den Kameraden vom Ehrenbalaillon des Bundes am Tannenberg-Denkmal zurief, das Gelöbnis, das wir einst unserem Schirmherrn, dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg geleistet haben, auf den Führer. Aber über den Kreis des Bundes hinaus wende ich mich heute als alter Frontsoldat an alle deutschen Volksgenossen und ermahne sie im Geiste Hindenburgs: Seid einig, steht zusammen, sagt ja, sagt freudig ja dem Führer, auf dessen Schultern künftig alle Verantwortung für Deutsch- land gebürdet ist. Deutschlandkanninder Welt nur bestehen, wenn es einig ist. Deutschland wird in der Well bestehen, weil es einig Frontheil Hiller! Franz Seldte, Bundesführer des RS.-Deutfchen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). Lügenfeldzug gegen Or. Ley. Festnahme von üblen Schwätzern. B e r I i n, 9. Aug. (DNB.) Das Presse- und Pro- paganbaamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Ueber den Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley find seit einiger 3.cit die unsinnigsten Gerüchte im Umlauf, öte zum Teil von ausländischen Lügen- blättern, zum Teil von deutschfeind- llchen Ländern stammen. Da die Oeffentlich- feit über die stetige Arbeit des Pg. Dr. Ley durch seinen Propagandafeldzug für die Deutsche Ardeits- front unterrichtet ist, erübrigte es sich bisher, da- gegen Stellung zu nehmen. Während der letzten Tage haben diese Gerüchte an einzelnen Stellen des Reiches ein Ausmaß angenommen, daß es schon in Anbetracht der Volksbefragung vom 19. August nötig wurde, eine fo weitgehende Jrrefuh- rung der öffentlichen Meinung zu unter b t n b e n. Es mußte eine Reihe von Personen, bie böswillig ober leichtfertig solche Gerüchte wei- teroerbreitet haben, fe ft genommen werben. Die Hetze gegen das neue Deutschland. Weitere Oeutfchfeindlichkeit -er italienischen press«. Rom, 10. Aug. (DNB.) Die italienische Presse hält es weiter für notwendig, deutsch- f eindliche Meldungen aus Paris und London in möglichst großer Zahl und Umfang wiederzugeben. „Lavoro Fascista" und „G i o r n a l e d ' Italia" halten es nicht unter ihrer Würbe, aus bem bekannten, von Franzosen und Emigranten gegrünbeten deulschseinblichen Hetzblatt „Neue Saarpost" Lüaenmeldungen abzudrucken, in denen u. a. Die verleumderische Behauptung aufgestellt wird, daß die Nationalsozialisten einen Gewalt st reich im Saargebiet beabsichtigten. Ungünstige Blätterstimmen des Auslandes über die Erteilung des Agrements an Herrn von Papen werden von überall her zusammengeholt. Die Wiener Berichterstatter der italienischen Blätter bevorzugen als Quelle die Wiener Hetz- und Revolverblätter vom Schlage der „Stunde" und des „Telegraph". Dieies gewissenlose Verhalten verdient besonders festgenagelt zu werden bei einer Presse, die eine übergroße Empfindlichkeit und Reizbarkeit an den Tag legt, wenn sich ihr gegenüber im Ausland ein Hauch der Kritik erhebt. Verbot eines schwedischen Hetzblattes. Berlin, 9. Aug. (DNB.) Die schwedische Zeitung „Goeteborgs Handels - und Sjoe- farts - Tidning" ist für das Reichsgebiet auf Die Dauer von sechs Monaten verboten worden. Maßgebend für das Verbot waren zwei in der Nummer 177 vom 2. August erschienene Artikel, in denen anläßlich des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg der Führer und Reichskanzler, sowie auch andere Mitglieder der Reichsregierung in unerhörter Weise beschimpft wurden. Die Auslassungen des „Goeteborgs Handels- und Sjoe- farts-Tidning" haben auch in vielen schwedi - scheu Kreisen schärfste Ablehnung erfahren und werden z. B. von einem anderen Goete- borger Blatt als „Eigener Rekord an Rohheit und Widerlichkeit" bezeichnet. Der deutsche Gesandte in Stockholm hat am Mittwoch bei der schwedischen Regierung schärf st en Protest gegen diese Art der Verunglimpfung von Mitgliedern der Reichsregierung und des Führers des deutschen Volkes erhoben. Einprotest gerechtvenkenderSchweden in Berlin. Stockholm, 9. August. (DNB.) Die üblen Beschimpfungen des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und des Reichskanzlers durch die „Gotenburger Handelsund Seefahrtszeitung" haben nunmehr auch einen scharfen Protest von Schweden, die in Berlin ansässig sind, hervorgerufen. In diesem Protest, der unter der lieber- schrift „Das Maß ist voll" in der Stockholmer Zeitung „Nya Dagligt Allehanda" veröffentlicht wird, heißt es über die fraglichen Artikel des Gotenburger Blattes u. a. wie folgt: ,Hn diesen beiden Artikeln wird das Ableben des in der ganzen Welt geachteten Reichspräsidenten und Feldmarschalls von Hindenburg zum Anlaß genommen, in überaus perfiden und höhnischen Worten die führenden Männer des Deutschen Reiches zu schmähen. Diese Schreibweise, die in der übelsten marxistischen Hetzpresse der früher feindlichen Länder nicht ihresgleichen findet, ist ebenso lumpig, wie für unser eigenes Land und unser Ansehen schädlich und herabsetzend. Sie muß aufhören, denn sie entspricht in keiner Weise der Denkart des schwedischen Volkes. Darum wenden wir uns an unsere Landsleute und vor allem an unsere Regierung daheim, dagegen zu protestieren und diese Art von übler Schreiberei zu brandmarken." Gefängnis für einen Hetzer in Dänemark. Kopenhagen, 9. Aug. (DNB.) Der Leiter einer Arbeitslosenversammlung, in der eine Protestentschließung gegen das Deutsche Mörderregiment" angenommen worden mar, ist wegen Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Verfahren gegen ihn ist auf Veranlassung der hiesigen deutschen Gesandtschaft eingeleitet worden, der die Entschließung zugestellt worden war. Die Religionssemdschast der Kommunisten. Das russische Deispiel.-Adolf Hitler als Vorbild im Kampf für den Schutz der Religion. Berlin, 9. Aug. (DNB.) Der gegenwärtig in Berlin tagende Weltkongreß Der Baptisten befaßte sich heute mit zwei Berichten über die religiös« Lage in Rußland und die von dort ausgehende Gottlosenbewegung. Ueber das erstere Thema führte Direktor Füll - braubt (Deutschland) aus: Ein wahrer Wirbelwind von Leid, Tränen und Tod kennzeichnen gegenwärtig den geistigen Kampf im östlichen Teil unseres Kontinents. Der Ausgang dieses Kampfes werde über das geistige und seelische Schicksal nicht nur Rußlands, sondern der westlichen Zivilisation überhaupt entscheiden. Nach dem Sturz des Zarismus entfaltete sich das religiöse Leben des russischen Volkes vornehmlich in Sekten und in evangelischen Gemeinschaften. Es kamen Jahre, in denen ine Baptisten und die anderen evangelischen Kirchen in Rußland erstaunliche Erfolge hatten. Bald aber erkannte der Bolschewismus di« große Gefahr, die für ihn in dem Wachstum der evang-e- lischen Bewegung lag. Die Massen drohten seiner Kontrolle zu entgleiten. Lin grausamer Ausrottungsfeldzug fetzte ein. Kinder wurden ihren Eltern entrissen, eine religiöse Erziehung in Schule und Kirche an Personen unter 18 Jahren wurde verboten. Es erwies sich aber als unmöglich, Glaube, Liebe und Hoffnung aus dem Herzen auszurollen. Das Gesetz über Li« religiösen Verein,uungen vorn Jahre 1929 ließ nur örtliche religiöse Gemeinschaften mit höchstens 20 Mitgliedern zu, deren Namen außerdem registriert werden müssen. Der Baptistenführer ließ sich in diesem Zusammenhang auch über Deutschland aus. Die Schäden des K a - pita li smu 5 und die entscheidende Bedeutung einer wahren Arbeitsgemeinschaft, so erklärte er, habe vielleicht niemand so klar erkannt, wie die deutschen Nationalsozialisten. Adolf Hiller habe hier vom politischen Standpunkt aus Aufgaben in Angriff genommen und Probleme in einer weife gelöst, die die HUt- glieder der Kirchen beschämten. Was die Kirchen schon längst hätten tun sollen, habe ihnen ein Politiker aus der Hand genommen. Ueber die Gottlosenbewegung referierte E. A. Payne (England). Die russische Gottlosenbewegung nehme mit Entschlossenheit ihren Weg über die Grenzen Rußlands nach dem West en, Süden und O st e n. Als organisierter Feldzug gegen di« Religion gewinne sie beständig an Stärke. Nach einer (Erörterung der geschichtlichen und psychologischen Ursachen für die feindselige Stellung des Kommunismus zur Religion schloß der Redner mit einer Reihe von Forderungen zur erfolgreichen Abwehr der Oottlofenberoegung. Die Empörung des atheistischen Kommunismus gegen die ganze Welt sei ein Gericht über die ganze Christenheit. Wenn wahre Nachfolger Christi treuer zum Evan- gelium gestanden hätten, hätten die Lehren eines Marx wenig Macht gewinnen können. Wichtige Gesetze der Evangelischen Reichskirche. Oie Tagung -er Deutschen Evangelischen Ilationalsynode. Berlin, 9. Aua. (DNB.) Nach einem oorauf- gegangenen Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche trat am Donnerstagmittag im Sitzungssaal des ehemaligen Preußischen Herrenhauses die Deutsche Evangelische Nationalsynode zu einer wichtigen Tagung zusammen. Reichsbischof Ludwig Müller eröffnete die Nationalsynode mit einem Gebet und einem Dankeswort an den Heimgegangenen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg. Das Vermächtnis des Heimgegauge- nen an die Deutsche Evangelische Kirche fet zum Ausdruck gekommen in dem Auftrag an den Reichs- difchof: „Sorgen Sie dafür, daß Christus in Deutschland gepredigt wird!" Der Reichsbischof erklärte weiter, daß die gewaltige Aufgabe, vor der die Deutsche Evangelische Kirche stehe, dazu nötige, eine Grundlage für i h r äußeres irdisches Gewand zu schaffen. Diesem Zweck diene die heutige Nationalsynode. „Wir müssend, erklärte der Reichsbifchof, „dem Führer für die Aufgaben der Zukunft eine wirklich geschlossene und starke Evangelische Kirche bauen. Er hat sich Zu uns bekannt und er hat anerkannt, was bisher geschaffen ist und hat seine Zustimmung zu dem gegeben, wa» werden soll. Mein Wunsch geht dahin, daß wir uns unserer Verantwortung gegen Gott bewußt sind, daß wir auf seine Stimme, die wir aus dem Geschehen unserer Zeit erkennen, hören und alles tun für unser Volk, für unser Vaterland, für die neue Deutsche Evangelische Kirche." Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche Ministerialdirektor Jäger brachte dann die neue Geschäftsordnung her Nationalsynode zur Verlesung, die im wesentlichen bestimmt: „Der Reichsbischof eröffnet, leitet und vertritt die Deutsche Evangelische Nationalsynode. Er vollzieht gemeinsam mit bem Rechtswalter die Ausfertigung ihrer Beschlüsse." Die neue Geschäftsordnung wurde ohne Aussprache genehmigt, und die Mitglieder wurden Darauf durch den Reichsbischof auf die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche verpflichtet. Ministerialdirektor Jäger legte weiter in längeren Ausführungen dar, daß die Kirche an der Tatsache des deutschen Um- und Aufbruches nicht vorübergehen könne. Die Wandlungen im Leben unseres Volkes forderten mit innerer Rotwendigkeit auch die Reuformung in der äußeren Gestaltung der Evangelischen Kirche. Er ging dann ausführlich auf die Frage der Ein», alieberung der Landeskirchen ein und stellte fest, daß die Auffassung, das Leben der Gemeinden könne durch uniformierende Hemmungen von oben her zerbrochen werden, grundsätzlich fehlgehe. Die Kirche werde ihre Aufgabe im Dritten Reich nur erfüllen können, wenn es gelinge, sie zu einem lebensvollen Organismus auszubauen. Er gab die Zusicherung, daß die volksverbundene Deutsche Evangelische Kirche nicht daran denke, die Wurzeln ihrer Kraft dadurch zu zerstören, daß sie die Bedingungen einer wirklichen Entfaltung kirchlichen Lebens zerbreche. Nach einer längeren Aussprache, an der Ober- kirchenrat Koopmann- Hannover, Oberkirchenrat D r e i t • München, Professor Dr. Beyer- Greifswald, Bischof Zänker- Breslau, ein Vertreter des Landesbischofs Wurm (Württemberg), Oberkirchenrat Dr. Friedrich- Karlsruhe und der R e i ch s b i f ch o f selbst teilnahmen, wurden zunächst zwei wichtige Kirchengesetze angenommen. Das kirchengeseh über die Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche und der Landeskirchen bestimmt im wesentlichen: „Die Kirchengesetz- a e b u n g wird von der Deutschen Evangelischen Kirche allein ausgeübt. Soweit nur Bekennt» n i s und Kultus in Frage kommen, ordnen die Landeskirchen ihre Angelegenheiten selbst. Die Kirchengesetze der Deutschen Evangelischen Kirch» und der Landeskirchen werden vom Geistlichen Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche beschlossen. Das Geistliche Ministerium kann die Na- 3h.0etkeV» Neuer Ozeanflug von Kanada nach England. ein Aus aller Welt neu» Cristobal in der am den Obwohl diel es nicht verl 12jähriges und ein 23jähriges Mädchen verletzt. Mädchenmörder zum Tode verurteilt. Die englischen Flieger Farnes Aylin Leonhard Reid, die am Mittwoch in j an den Tag gelegt hatte. Dem eigenen Kinde beim Mähen beide Füße abgeschnitten. Hindenburg. Als tReü, bürg 1928 während seines Belm MWMriede zwischen Danzig und Polen Verständigung über den Gesamtkomplex. — Friedlicher Ausgleich. lin-Tempelhof und dessen Base. Werner selbst erlitt eine Halsverletzung, sein bjähriger Sohn eine Kopfverletzung. Don den Insassen des Hamburger Wagens erlitt der Kaufmann Wilhelm Wiese eine schwere Kopfverletzung, außerdem wurden Probieren Sic vauernfleisr Puddingpulver aus deutschen Rohstoffen in bewährter Oetker. Dualität ! vanille- tt Mandel-Se/chmack • 1 päckchra 8 pfg. e,n .iner der letzten Nächte sind na* einer Mel- düng der „NS.°Ryeinfront" an der elsasstsch-psälzi. s*en Grenze bei der Bienwaldmühle von jenfetts Schul!- gefallen. Es konnte nicht fest, gestellt werden, ob sie den Grenzbeamten oder Wild auf deutschem Boden gegolten haben. Die Staatsanwaltschaft Landau weilt zur Ermittlung über die Schießereien der letzten Zeit im Grenzgebiet. Zu den Ermittlungen waren auch französische Gendarmeriebeamte hinzugezogen worden, die sich bereitwillig zur Verfügung gestellt haben. Man vermutet, daß die Feuerüberfälle von Angehörigen dep Wildererbande ausgeführt wurden, zu der ein in Kandel inhaftierter elsässischer Wilderer gehört. folgenschwerer Irrtum eines Iagdpächters. Aus Godelhausen (Pfalz) wird gemeldet: Die beiden Jagdpächter S t e m m l e r und Braun begaben sich dieser Tage mit dem 17jährigen Fabrikarbeiter Ludwig Graff auf die Suche nach einem von ihnen am Vortage angeschossenen Rehbock. Dabei wurde Braun durch die braune Kleidung des Graff, der im Walde suchte, getäuscht und gab in der Meinung, den Bock vor sich zu haben, einen Schuß ab, durch den der junge Mann im Gesicht und am Kopf getroffen wurde. Der Verunglückte wurde sofort in das Evangelische Krankenhaus in Kusel gebracht. Sein Befinden hat sich bereits gebessert. Zwei lote, fünf verletzte bei einem Autounglück. An der Kreuzung der Straßen Braunschweig— Celle und Peine—Gifhorn stießen ein Berliner und ein Hamburger Personenkraftwagen zusammen. Beide Wagen wurden vollständig zertrümmert. Zwei Frauen wurden getötet und fünf Per- onen verletzt. Die Getöteten sind die Ehefrau des Generalvertreters Walter Werner aus Ber- i g und Wafaga Beach (Ontario) mit dem Zweidecker „Trail of the caribou“ zu einem Ozeanflug gestartet waren, haben am Donnerstag um 18.05 Uhr den Londoner Flugplatz Hendon erreicht. Die Flieger haben die Absicht, den Langstrecken-Rekord der französischen Flieger Cobos und Rossi zu brechen und ebenfalls nach Bagdad weiterzufliegen. Damit ist der erste direkte Fluo Kanada—England durchgeführt worden. Natürlich sind die beiden Flieger enttäuscht darüber, daß ihnen die Absicht, den Fernflugrekord zu brechen, nicht gelungen ist. Sie erzählten, daß sie landen mußten, weil infolge eines Motorschadens der Benzinverbrauch zu groß wurde. Unterwegs seien sie durch Nebel und Kälte sehr behindert worden. Eine Funkanlage hatten sie nicht an Bord. Die Flugstrecke von insgesamt 5900 Kilometer ist in 30 Stunden 51 Minuten zurück- Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn tra am Donnerstag auf ihrem Amerikaflug in San Jos6 de Costarica ein und wurde von der gesamten deutschen Kolonie begeistert empfangen. Aus allen Mittelamerikanischen Ländern trafen Zuschriften von Deutschen ein, in denen um den Besuch des ersten deutschen Flugzeuges in Mittelamerika gebeten wird. Am Dienstag nahm die deutsche Siegerin in Cristobal in der Kanalzone an einer Trauerseier der deutschen Kolonie anläßlich des Todes des Reichspräsidenten von Hindenburg teil, die außerordentlich eindrucksvoll verlief. Lin ehemaliger vurfche Hindenburgs gestorben. Wie der „Oberschlesische Wanderer" aus Ratibor- Hammer berichtet, starb dort am 3^. August der älteste Einwohner des Ortes, der Altveteran von 1866 und 1870/71, Franz Zwaka, im 91. Lebensjahr. Der Verstorbene war warend se ner Militär- dienstzeit Bursche des damaligen Leutnants d o n Hindenburg. Als Reichsprastdent von Hindenburg 1928 während seines Besuches in Oberschlesien in Ratibor und Lubowitz weilte feierte Zwaka mit seinem früheren Herrn ein herzliches Wiedersehen. Schüsse an der Grenze. - Racheakt elsässischer Wilderer? tionalsynode oder, wenn es sich um Kirchengesetze für die Landeskirchen handelt, die Landessynode beteiligen." Das Sirchengeseh zur Sicherung des reformierten Bekenntnisses besagt u. a.: „Ein Kirchengesetz für das Gebiet der Evangelisch-Reformierten Landeskirche der Provinz Hannover kann nur auf Antrag oder im sonstigen Einverständnis des Landeskirchenrates dieser Landeskirche erlassen werden. Soweit nur Bekenntnis und Kultus in Frage kommen, ordnet die Landes- kirche ihre Angelegenheiten selbst. Macht das reformierte Mitglied im Geistlichen Ministerium geltend, daß ein Deutsches Evangelisches Kirchengesetz nicht mit den Erfordernissen des reformierten Bekennt- nisses in Einklang stehe, so ist das Gutachten der beratenden Reformierten' Kammer der Deutschen Evangelischen Kirche als maßgeblich einzuholen. Das ■ Kirchengesetz ist alsdann dem Geistlichen Ministerium zur Beschlußfassung vorzulegen." Weiter gelangte zur Annahme das Kirchengesetz über den Diensteid der Geistlichen und der Beamten der Deutschen Evangelischen Kirche. Zustimmung fand ferner das kirchengeseh über die Rechtmäßigkeit von gesetzlichen und ver- wallungsmahnahmen, das u. a. bestimmt: „Die gesetzlichen und Verwal- tunasmaßnahmen, die der Reichsbischof oder das Geistliche Ministerium, oder der Reichsbischof als Landesbischof der Evangelischen Kirche der Alt- preußischen Union bisher, insbesondere zur Ordnung der Deutschen Evangelischen Kirche oder einzelner Landeskirchen und zur Regelung des Der- hältnisses der Deutschen Evangelischen Kirche zu glatt abgeschnitten wurden. Opfer des Blitzschlages. Ueber Klotzsche bei Dresden ging ein schweres Unwetter nieder. Um Schutz vor dem strömenden Regen zu suchen, hatten sich sechs Frauen unter eine Gruppe hoher Fichten gestellt. In diese Baumgruppe schlug ein Blitz und verletzte die darunterstehenden Personen teils schwer, teils leichter. Ein 20jähriges Mädchen erlag kurz dar- auf ihren schweren Verletzungen. Die beiden 19 bzw. 15 Jahre alten Schwestern der Getöteten wurden schwer verletzt, ebenso eine in mittleren Jahren stehende Frau aus Dresden; zwei weitere Personen erlitten leichte Verletzung. Die Verletzten wurden der Diakonissenanstalt Dresden zugeführt. ..Graf Zeppelin" in Rio zur Rückfahrt gestartet. Die Deutsche Seewarte in Hamburg teilt mit: Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist Donnerstag um* 11.10 Uhr MEZ. in Rio de Janeiro ge- landet und nach einem halbstündigen Aufenthalt zur Rückfahrt, zunächst nach Pernambuco, gestartet. Elly Beinhorn in San Jose de Loslarica. Das Schwurgericht in Halberstadt verurteilte Donnerstag nach viertägiger Verhandlung 36jährigen Josef Mosch aus Thale am Harz wegen Mordes in Zwei Fällen zweimal zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Mosch hatte im Mai und Juni 1934 in den Wäldern des Harzes die Lernschwester Inge- borg Rackwitz und die Hausangestellte Marie D i ck a r e ck, denen er sich akA Fremdenführer genähert hatte, ermordet. — In der Urteilsbegründung wurde betont, das Gericht habe keinen Zweifel daran gehabt, daß die Morde vorsätzlich mit Ueber» legung ausgeführt worden feien. Die Angaben des Angeklagten, die beiden Mädchen feien ihm zu Willen gewesen, seien unwahrscheinlich. Der Angeklagte nahm das Urteil mit derselben Kaltblütigkeit auf, die er während der ganzen Verhandlungsdauer Danzig, 9, Aug. (DNB.) Nachdem bereits vor Jahresfrist durch das Danzig-polnische Hafenabkommen der Anfang zu einer B e • r e i n i g u n g der zwischen den beiden Staaten vorhandenen Gegensätze gemacht worden ist, ist es nunmehr nach langwierigen Verhandlungen gelungen, eine Verständigung über den Gesamtkomplex der Danzig-polnischen Wirtschaftsbeziehungen herbeizuführen. Durch eine Reihe von Abkommen wird der Zoll- und Wirtschaftskampf zwischen Danzig und Polen beseitigt und endlich ein freier Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden durch eine Zollunion wirtschaftlich miteinander verknüpften Staaten ermöglicht. Zur Unterzeichnung dieser Verträge geben die Danziger und die polnische Regierung folgendes gemeinsame Communiquö heraus: Am 6. August wurde in Danzig eine Reihe von Abkommen zwischen dem Senat der Freien Stadt Danzig und der polnischen Regierung unterzeichnet, und zwar 1. das Abkommen über die Regelung verschiedener Zollangelegenheiten, 2. das Abkommen über die Beteiligung Danzigs an dem polnischen Einfuhrkontingent, 3. das Abkommen über den Verkehr mit Lebensrnitteln und Bedarfsgegenständen, 4. das Veterinärabkommen, 5. das Pflanzenschutzabkommen, 6. das Uebereinfommen über den Absatz polnischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Zusammenhang mit der Danziger Marktregulierung mit vielen dazu gehörigen Ausführungsprotokollen und Bestimmungen. Diese Abkommen, die nach mehrmonatigen Verhandlungen zustandegekommen sind, sind der Ausdruck des beiderseitigen Wunsches, eine engere Verflechtung und Zusammenarbeit des Danziger und des polnischen Wirtschaftslebens zu erreichen. Insbesondere verdient hervorgehoben zu werden, daß die Abkommen den freien Warenverkehr zwischen Danziger und polnischem Gebiet wiederherstellen. Durch die Anlehnung Danzigs an das Kontin- gentsystern Polens ist der Fortfall der bisher vorgenommenen Wirtschaftskontrolle erreicht. Bei dem Abschluß des Abkommens über die Zollangelegenheiten ist der Wunsch maßgebend ge- rvesen, durch die Regelung einer Reihe von Zwi» schenfragen die Atmosphäre des Vertrauens und die Einheitlichkeit des Wirtschaftsgebietes zu verstärken. Der Abschluß dieser Verträge wird trotz gewisser Zugeständnisse Danzigs auf dem Gebiet der Danziger Einfuhrkontingente und der Danziger Zollverwaltung in Danzig mit großer Befriedigung begrüßt werden. Es ist ohne Preisgabe Danziger Hoheitsrechte und unter Wahrung der selbständigen Organisation der Danziger Zollverwaltung gelungen, eine Regelung zu finden, die wirtschaftlich eine Belebung der Danziger wirtschaft im freien verkehr mit dem polnl- fchen Absatzgebiet erwarten läßt und die politisch den Schlußstein des friedlichen Ausgleichs zwischen Danzig und polen bedeutet. Don wesentlicher Bedeutung ist das Abkommen über die Zollverwaltung und das Abkommen über die Beteiligung Danzigs an den polnischen Kontingenten. In der Frage der Zollverwaltung bestanden ursprünglich außerordentlich weitgehende Forderungen Polens in personeller, wie in sachlicher Hinsicht, die auf völlige Eingliederung der Danziger Zollverwaltung in die polnische Zollverwaltung hinausliefen und daher für Danzig unannehmbar waren. Unter beiderseitigem Entgegenkommen ist nunmehr eine Vereinbarung getroffen worden, die für beide Teile befriedigend ist. Sämtliche Abkommen sind zunächst auf zwei Jahre abgeschlossen. Bei den Einfuhrkontingenten hat Danzig für die Dauer des Abkommens auf die ihm vertragsmäßig zustehenden Eigenbedarfskontingente verzichtet. Dafür wird Polen Danzig prozentual genau festgeletzte Anteile an den gesamten polnischen Einfuhrkontm- genten zubilligen. Außerdem ist vorgesehen, daß Danzig auf Waren, deren Einfuhr in Polen verboten ist, bestimmte Sonderkontingente erhält. Das Abkommen tritt bereits am 1. September in Kraft, Mit diesem Tage fallen sämtliche Beschränkungen fort, die an der polnischen Grenze den Danzig-polnischen Wirtschaftsverkehr bisher behindert halten, vor allem durch die von den polnischen Zollkontrolleuren ausgeübte Wirtschaftskontrolle, die eine Ausfuhr Danziger Waren nach polen bisher nahezu völlig unterband. Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Minister P a p e e, hat am 6. August ausdrücklich eine dahingehende Erklärung abgegeben, die in dem gemeinsamen CommuniquL nochmals wiederholt wird. Das Abkommen über die Danziger Markt- regulierung läuft darauf hinaus, daß Polen sich mit den Danziger Maßnahmen zum Schutz landwirtschaftlicher Erzeugnisse e i n d e r ft a n b e n erklärt, wofür Danzig sich zur Abnahme b e ft i m m t e r polnisch e r Lebensmittelkontingente verpflichtet. Die Einzelheiten darüber sollen durch Branchenabkommen zwischen den beiderseitigen Wirtschaftsverbän- den festgelegt werden. Dieses Abkommen tritt bereits am 10. August in Kraft. den Landeskirchen getroffen hat, werden in ihrer Rechtmäßigkeit bestätigt." Das kirchengeseh über die Beflaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden wurde schließlich noch verabschiedet, das u. a. besagt: „In allen Fällen, in denen die Beflaggung der Dienstgcbäude des Deutschen Reiches, oder der staatlichen Dienstgebäude angeordnet wird, find auch die Kirchen und die kirchlichen Gebäude entweder nur mit den beiden Flaggen des Reiches in gleicher Größe, ober baneben auch mit ber Lanbesflagge zu beflaggen. Anbere Flaggen bürfen in Zukunft auf den Kirchen unb kirchlichen Oebäuben nicht mehr gehißt werben." Die von ber Reichskirchenleitung auf Grunb ein» gehenber theologischer Erörterungen gemäß Anregung bes Derfassungsausschusses vorgelegten beiben theologischen Denkschriften über Kirche und B e» k e n n t n i s und über bas grunbsähliche Verhältnis von evangelischem Christentum und politischer Bewegung wurden von der Nationalsynode dankbar zur Kenntnis genommen in ber Hoffnung, baß sie zur weiteren Klärung ber theologischen unb kirchlichen Lage beitragen werben. Neichsbischof Ludwig Mütter schloß bie Nationalsynobe in ber Ueberzeugung, daß bie Tagung bazu beigetragen habe, zu einer brüber l i ch e n Gemeinschaft zu kommen, um bas hohe Ziel erfüllen zu können. Er brachte ein freubig aufgenommenes Sieg-Heil auf bas beutsche Volk unb Daterlanb unb auf ben Führer unb Reichskanzler aus. Aus Kappeln an ber Schlei wirb gemelbet: In Angeln lief bas breijährige Söhnchen eines Bauern unversehens in bie Mähmaschine bes Vaters. ......ser sofort bie Maschine anhielt, konnte er 'yinbern, bas bem Kleinen beide Füße In der Nähe von Plock ging dieser Tage ein schweres Gewitter nieder, das etwa sechs Stunden anhielt. Durch Blitzschläge sind zehn Personen getötet worden. In mehreren Ortschaften zündete der Blitz und legte zahlreiche Gebäude in Asche. Zwei deutsche Bergsteiger vor dem Absturz gerettet. Zwei junge Deutsche, die von Predazzo im Fleimsthal (Dolomiten) aus ohne Führung eine Besteigung der Stsilfelsen versuchten, kamen an einem Hang über Felsgeröll ins Rutscken und landeten unmittelbar vor einem [teilen Abgrund. An einem Felsvorsprung, konnten sie sich mit Mühe festklammern. Auf ihre verzweifelten Hilferufe hin bewaffnete sich ein junger Hirt, der in der Nähe seine Herde hütete, mit einem Seil unb rettete die beiben, deren Kräfte schon zu schwinden brohten, mit eigener Lebensgefahr vor dem sicheren Tode. Die Granate im Schmelztiegel. Wie bereits berichtet, ereignete sich auf der Katharinenhütte in Sosnowitz (OS.) beim Einschmelzen von Eisen eine Explosion, bei der vier Arbeiter durch das umherspritzende flüssige Eisen schwer verletzt wurden. Wie sich nun herausstellte, befand sich unter dem einzuschmelzen- den Eisen eine Granate kleinen Kalibers, die zur Entzündung gelangte. Wie das Geschoß in das Eisen geraten ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Schwere Strafen in italienischen Spionageprozessen. In der Zeit vorn 1. Januar bis zum 1. Juli 1934 sanden in Rom vor dem Sondergericht für bie Verteibigung bes Staates achtzehn Prozesse wetzen Verrates militärischer Geheimnisse statt, bie jetzt burch bie Verurteilung von 29 Personen ihren Abschluß fanben. Gegen bie Angeklagten, unter benen sich zwei Frauen unb vier Aus- länber befinben, würben sehr schwere Strafen Der- hängt. Einer ber Angeklagten würbe zu lebens- länglicher Zwangsarbeit verurteilt. Drei Angeklagte erhielten 25 Jahre Zwangsarbeit, einer 24 Jahre, bret 20 Jahre, einer 17 Jahre, einer 16 Jahre unb fünf 15 Jahre. Verheerende Wasserhose über Frankreich. In ber (Begenb von Charolles (Departement Saöne-et-Loire) ging eine Wasserhose nieber, bie untzeheueren Schaben anrichtete. In vielen Orten ftanb bas Wasser in ben Häusern 50 bis 60 cm hoch. Mehrere Gehöfte würben burch Blitzschläge in Branb oefteeft. Eine Menge von Rinbern unb Pferben ist umgekommen. Todesopfer eine» schweren Unwetter» in USA. In ben Ausflugsorten westlich von Denver (Co- lorabo) richtete ein schwerer Regen st urm großen Schaben an. Zwei Personen würben getötet, 18 Personen werben vermißt. Man befürchtet, baß sie von ber reißenben Flut, bie sich von ben Bergen ergoß, mitgerissen worben sinb. gelegt worden. Das Fluaze ^g ist ber vormalige „Seafarer“, in dem der Flieger M o l l i s o n und seine Frau Amy Johnson im vorigen Jahr ben Ozean von Osten nach Westen überflogen haben. Bei der Landung wurde die Maschine damals schwer beschädigt, aber wieder repariert und auf den Namen „Trail of the caribou“ umgetauft. Bei dem gestern beendeten Flug handelte es sich um die 24. Ueberquerung des Atlantischen Ozeans von Westen nach Osten. Eine Bettlerin mit 155 000 Work Vermögen. — An einem vergifteten Brötchen gestorben. Wie „bedürftig" oft Bettler sind, geht am besten aus einer Entscheidung des Neuyorker Erbschaftsgerichtes hervor, das das Vermögen einer Frau, die jahrelang gebettelt hat, auf über 62000 Dollar — gleich 155000 Mark bei dem gegenwärtigen Kurs des Dollars — festsetzte. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich die Bettlerin bestimmt den größten Teil ihres Vermögens in den Jahren zusammengeschachert hat, in denen der Dollar noch nicht abgewertet war. Man kommt dann zu dem Ergebnis, daß die Bettlerin es verstanden hat, sich die runde Summe von einer Viertelmillion Mark zusammenzuschwindeln, indem sie die Mildtätigkeit ihrer Mitmenschen aus- nutzte. Der Tod der Bettlerin ist einer der seltsamsten Fälle des an merkwürdigen Menschenschicksalen reichen Neuyorker Lebens. Vor Jahresfrist hatte sich ein Automechaniker in einem Automatenrestaurant dadurch das Leben genommen, daß er ein belegtes Brötchen vergiftete und einen Teil davon aß. Er starb kurz darauf im Waschraum des Restaurants. Die Bettlerin, die sich gewohnheits- mäßig in Automatenrestaurants Herumtrieb und dort Speisereste verzehrte, aß ahnungslos von dem vergifteten Brötchen und starb gleichfalls. Bei der Leichenschau rouroe festgestellt, daß die Todesursache bei beiden auf dasselbe Gift zurückzuführen war. Weitere Nachforschungen brachten die Ueberraschung, daß die von ben Resten lebenbe Bettlerin in Wirklichkeit eine Frau mitzehn Bankkonten war. Außerbem würben in ihrer Behausung einige Wertpapiere entbeckt. Eine Fran und zwei Männer in Amerika hingerichtet. Im Gefängnis von Sing-Sing würbe Frau Anna Antoni unb ihre beiben Helfershelfer hingerichtet. Frau Antoni hatte ihren Gatten e r m o r b e t, um Versicherungsgelber zu erhalten. Sie ist bie zweite Frau, bie in ben letzten 25 Jahren im Staate Neu- york hingerichtet würbe. Banditen überfallen ein mexikanisches Dorf und richten ein Blutbad an. Das Dorf Vista Hermosa im Staate Daxama wurde nach einer Meldung der Zeitung „La Prensa" aus der Stadt Oaxaca ber Schauplatz eines fürchterlichen Blutbades. Eine Räuberbande fiel über das Dorf her, brannte etwa 60 Häuser nieder, raubte alles, was irgendeinen Wert haben konnte, und ermordete insgesamt 43 Männer, Frauen und Kinder. Die herbeigeholten Regierungstruppen fanden an der Stelle, wo das Dorf gelegen hat, nur noch einen rauchenden Trümmerhaufen vor. Sie nahmen sofort die Verfolgung der Banditen auf, die in einem darauf folgenden Gefecht zwei Tote und einen Verwundeten verloren und sich schließlich in die Berge zurückzogen. Französische Flugpostmarken zur Erinnerung an Vl6r1ot» Kanalflug. Die französische Postverwaltung will zur Erinnerung an ben 25. Jahrestag ber Ueberquerung bes Aermelkanals durch ben französischen Flieger Bl 6 riot eine Flugpostmarke Herausgebern Sie wirb die französische und englische Küste, verbunden durch das Flugzeug Bl6riots, darftellen. Das Hungerleben im SowjeiparadieS Moskau, 9. Aug. (DNB.) Amtlich wird be» tanntgegeben, öafc der Plan ber Fleischbereit- ftellung für die erste Hälfte des Jahres 1934 nur z u 12,9 v. H. erfüllt ift Schlecht arbeiten bie Fleischbereitstellungsorganisationen an der mittleren Wolga, dem Schwarzerbegebiet, in Kirgisien unb in der Ukraine usw. Besonders schlechte Fleischbereitstellung wird von den Staatsgütern durchge- führt. In größeren Städten, außer Moskau, Leningrad und Charkow, macht sich der I e i f d) - ma n g e l schon jetzt bemerkbar. Wieder furchtbares Unwetter über Nierstein. Nierstein, 10. Aug. (DRV. Funkspruch.) Ueber Nierstein, da» vor etwa zehn Tagen von einem schweren Unwetter heimgesucht wurde, entlud sich in den gestrigen Spätnachmittagsstunden ein schwere», mit Wolkenbrüchen verbundenes Gewitter. Die Wassermasfen rissen in den Weinbergen zahlreiche Mauern ein. An vielen Stellen wühlte das Wasser drei bis vier Meter tiefe Löcher. 3n der Rheinstraße, die völlig verschlammt wurde, mußten die Keller ausgepumpt werden. Man ist noch damit beschäftigt, die nach Schwabs bürg führende Straße, die mit Schutt und Schlamm bedeckt ist, freizulegen. Der Schaden in den Weinbergen ist sehr erheblich, da ganze Reihen von Rebstöcken aus dem Vaden herausgerisfen wurden. Auch der Schaden auf den Feldern ist noch nicht zu übersehen. Das Wasser Hal die Weingarten an der provinzialstraße völlig überschwemmt, nur die Reben ragen noch aus dem wasser heraus. Der Bahnverkehr mußte gestern nachmittag für etwa zwei Stunden unterbrochen werden, da der Schlamm die Schienen fast zwei Meter hoch bedeckte. Arbeitsdienst und Feuerwehr arbeiten fieberhaft, um die fchlimmften Schäden zu beheben. Segelschulschiff „Gorch Fock" in helfingfors. Das deutsche Segelschulschiff „Gorch Fock" ist in Helsingfors eingelaufen. Das Schiff befin» bet sich auf längerer Reise unb wird erst im September nach Kiel zurückkehren. Oie Ltnruhen in Algier. Paris, 9. Aug. (DNB.) Don den bei den Unruhen in Constantine Festgenommenen sind bisher 14 4 Personen in Haft behalten worden, die der Plünderung, des Diebstahls, unerlaubten Waffentragens, der Hehlerei und des Mordes beschuldigt werden. Mit dem Verhör ist bereits begonnen worden, doch leugnen die meisten Beschuldigten ihre Mittäterschaft an den Unruhen. Obwohl die Ruhe in den Straßen Constantines wiederhergestellt zu sein scheint, bleiben die Truppen vorläufig noch in der Stadt. Seit zwei Tagen wird an der Aufräumung der Straßen gearbeitet, in denen sich die Zusammenstöße abgespielt haben. Ganze Lastkraftwagen voll zerbrochener Möbel, Glas, Kleidungsstücke usw. sind bereits fortgeschafft worden, und doch bleibt noch immer viel zu tun übrig. Die Beerdigung der 24 Todesopfer von Constantine fand im Beisein des Bürgermeisters und Vertreter der Behörden statt. Oie Verhandlung vor dem Wiener Militärgericht. Wien, 8. August. (DNB.) Die Verhandlungen gegen die neun Wachleute, die der Teilnahme an der Besetzung des Bundeskanzleramtes angeklagt sind, wurde heute vor dem Militärgerichtshof fortgesetzt. Sie erklärten, sie hätten nicht ge -1 wußt, daß sie an einer illegalen Aktion teilnehmen sollten, als sie am Mittwoch, 25. Juli, nachmittags aufgefordert worden seien, sich in ber | Bundesturnhalle in der Siebensterngasse einzufinden. Die Aufforderung hätten sie von einer u n - bekannten Person erhalten, die ihnen einen Dienstzettel übermittelt hätte. Nach Aussage zweier Angeklagter handelt es sich um den seit dem Aufstand flüchtigen Kriminalbeamten Steiner. Die Angeklagten erklärten ferner, sie wären das Opfer derer geworden, die die Sache durchführen wollten. ScharfeEingriffe in das Hochschulwesen Wien, 8. August (DNB.) Zu dem M i n i st e r - ratsbeschluß über das Hochschulwesen werden noch interessante Einzelheiten bekannt. Von besonderer Bedeutung ist die Ermächtigung des Bundesministers für Unterricht, im Wege von Re- organisations- und Ersparungsmaßnahmen o r - deutliche und außerordentliche Pro- fessoren ohne besonderes Verfahren in den Ruhe st and zu versetzen und Hochschulassistenten von ihren Posten zu entheben. Bezüglich der Hochschule für Bodenkultur hat der Ministerrat beschlossen, daß alle diejenigen Lehrkräfte, die bis zum 25. September 1934 nicht ausdrücklich amtlich bestätigt werden, als in den Ruhestand versetzt zu gelten haben. Alle Lehraufträge, die an Privat- und Honorar- Dozenten erteilt wurden, erlöschen mit dem 31. Dezember, das Dienstverhältnis wissenschaftlicher Hilfskräfte mit dem 31. Oktober 1934. Bezüglich der Wahl des Rektors dieser Hochschule wird bestimmt, daß die ministerielle Bestätigung dieser Wahl künftighin ohne Angabe von Gründen verweigert oder jederzeit widerrufen werden kann. Die SchilkWschlacht bei Tannenberg. Genie gegen Masse. — Rätsel und Wunder. — Spieler und Gegenspieler. Von Alfred H. Troß. 3. Fortsetzung. (Urheberrecht: Dammert-Pressedienste, Berlin W 35) Wennenkamps marschiert nicht. Mit Sorge blickt man dabei immer weiter nach Nordosten, nach der Armee des Generals Rennenkampf. — Unbegreiflich: er stößt nicht nach hinter den ausgewichenen, durch die Abtransporte nach Süden katastrophal geschwächten Deutschen! — Warum nicht? — Das ist eines der größten Rätsel der Schlacht bei Tannenberg; es wird wohl nie einwandfrei gelöst werden. Jedenfalls zecht der hohe Herr wacker im Hotel „Dessauer Hof" zu Insterburg, wo er sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Das ist ein herrliches Sybaritenleben, wie es dem Helden und Sieger von Gumbinnen gebührt. Widerlich nur, daß die Teufel des Großen Hauptquartiers, daß sowohl der Großfürst wie der General Shilinski immer wieder diese Gemütlichkeit stören müssen, die Pest über sie! Es trifft der Befehl ein: „Die Festung Lötzen ist zu nehmen!" Und diese Befehle häufen sich von Stunde zu Stunde mehr, unter allen Umständen soll Rennenkampf diese Festung erobern; sie trennt nämlich mit ihrem Seengelände die beiden Heere Rennenkampf und Samsonow. Sie ist ein zwar kleiner, aber ganz modern bewaffneter Platz, der tatsächlich an der wichtigsten Stelle in der masurischen Seenkette liegt. Das Hauptquartier hat schon recht. Darum entschließt sich Rennenkampf stöhnend zu einer „offensiven" Gelte —: Am 24. August um fünf Uhr morgens erscheinen ein Major, ein Adjutant und ein Trompeter als Parlamentäre, um die Festung zur Uebergabe aufzuforde rn. Das Schreiben an den Kommandanten, den Obersten Busse, ist deutsch abgefaßt. Es lautet wörtlich: „An Herrn Kommandant von der Feste Lötzen. Lötzen ist schon von den Truppen der russischen Kaiserlichen Armee ganz eingeschlossen. Unnützlich ist eine weitere Verteidigung der Feste. Mir ist befohlen, Sie zu beauftragen, die Festung freiwillig uns zu übergeben, damit kann man vermeiden unnützlichen Verluste. Sie haben zu Ihrer Verfügung 24 Stunden, um die unsere Bedingung zu überlegen. Wenn Sie nicht wollen mit dieser Bedingung zufrieden sein, so wird man mit offener Kraft die Festung nehmen und in diesem Falle dort kein Stein aufm Stein nicht gelassen wird." Lötzen wirt» nicht übergeben! Den russischen Parlamentären gegenüber ist ein Versehen geschehen; man hat auf sie geschossen und sie leicht verwundet. Darauf spielt die am gleichen Tage gegebene stolze Antwort des Kommandanten von Lötzen an: „Euerer Exzellenz bringe ich mein lebhaftes Bedauern zum Ausdruck, daß die von Eurer Exzellenz vorgeschickten Parlamentäre, ein Major, ein Adjutant und ein Trompeter, von meinen Truppen angeschossen worden sind. Ein vorgeschobener Posten hat sie von der Seite bzw. vom Rücken aus gesehen und will die Parlamentärflagge nicht bemerkt haben. Ich werde den Vorfall peinlich untersuchen und stelle strenge Bestrafung in Aussicht. Euere Exzellenz können versichert sein, daß von meinen Truppen streng nach den Gesetzen des Völkerrechts gehandelt wird. Die Verwundeten sind in das Lazarett ausgenommen, sie erhalten dort die beste Pflege und werden nicht als Gefangene behandelt. Sobald es deren Zustand erlaubt, werden diese ausgeliefert werden. Was Ihre Aufforderung anbetrifft, die Feste zu übergeben, so weise ich dieselbe für mich und meine tapfere Besatzung als im höchsten Grade beleidigend zurück. Die Feste Lötzen wird nur als Trümmerhaufen übergeben. Der Kommandant der Feste Lötzen. Buss e." Nach dieser Antwort seufzt Herr Rennenkampf schwer. Sinnend mault er vor sich hin: „Ein Pfahl in meinem Fleisch wird sie werden, diese vermaledeite Festung!" Im übrigen: Rennenkampf marschiert nicht; er pendelt ziellos hin und her droben im nördlichen Ostpreußen. Er läßt Samsonow im Stich — und Samsonow schickt sich gerade an, seine Front zu verlegen, damit den schwersten Fehler zu begehen, mit dem die deutsche Heeresleitung fiebernd berechnet hat, und blindlings in die Katastrophe hm- einzurasen. Bange Stunden, bange Tage. Die Gegner haben sich ineinander verbissen hier im Süden, die Truppen Samsonows haben Neidenburg erreicht, wo der General sein Hauptquartier ausschlägt. Wilde Kämpfe bei Orlau, bei Lahna, — und bange Stunden, bange Tage im östlichen Hauptquartier: Werden die Truppen durchhalten? Werden die Verbände aus dem Norden rechtzeitig heran sein? Was plant Rennenkampf? Will Samsonow von Südwesten her umfassen? Unterdessen marschieren die Deutschen in schier tödlichen Märschen zur Umklammerung heran, rollen Tag und Nacht, Zug um Zug die Truppen heran, die sich soeben 200 Kilometer nördlich von Rennenkampf lösten und nun südostwärts eingesetzt werden. Verbände, für die im Frieden zwei Stunden Ausladezeit vorgesehen war, werden in fünfundzwanzig Minuten und weniger entladen. Die Eisenbahnbeamten geben ihr Letztes. Schwerer als die körperliche und seelische ungeheure Anstrengung drückt sie oft, so betont Major von Stephani, ihr preußisches Beamtengewissen, wenn allen Eisenbahn-Vorsichtsmaßregeln zum Trotz die Züge auf freier Strecke ohne Beachtung der Signale dicht aufeinander aufsahren, um sofort an die Ausladerampe herangezogen zu werden, wenn der vorhergehende Zug entladen ist. Es ist auch ein Wagnis; das Versagen einer Bremse kann unabsehbares Unglück bringen. Und doch: es geht — das Wunder wird zur Wirklichkeit — die Truppen kommen, kämpfen, marschieren, kämpfen, arbeiten sich vor. . . Aufgefangene Funkfprüche. Das deutsche Hauptquartier wird in die kaum erhoffte Glückslage versetzt, mehrere Telegramme des Gegners auffangen zu können und so über dessen weitere Pläne unterrichtet zu werden. Vor allem hört man von Rennenkampf — der erläßt Befehle zur Eroberung einer Linie, die er in Wirklichkeit schon längst in Besitz hat ... er streut sich und seinem Vorgesetzten Shilinski und vor allem dem Oberstkommandierenden Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch Sand in die Augen, markiert ungeheure Tätigkeit, täuscht ständigen wilden Angriff vor — und rührt sich in Wirklichkeit kaum von der Stelle. Auch Samsonows Absichten erfährt man. Hier liegt die Gefahr vor, daß er in stetem Vorwärtsdrängen nach Nordwesten die Deutschen überflügelt, sie entweder einkesseln oder sie, dem ursprünglichen Plan gemäß, tatsächlich gegen Königsberg und ins Meer hinein abdrängt, bevor die deutschen Umgehungen vollendet sind. Und da erlebt Samsonow eine tödliche Ueberraschung. Man führt ihm deutsche Gefangene vor. Er erkennt an den Achselklappen, daß er plötzlich gänzlich fremde Verbände vor sich hat, die er einige hundert Meilen weiter nördlich im Kampf mit Rennenkampf wähnte — und neue Verbände, von denen er nicht weiß, woher sie kommen. Er vermutet ungeheure Truppenmassen gegen sich — und in dieser tödlichen Ueberraschung begeht er den wahnwitzigen Fehler, der seine und seiner Armee Existenz kostet —: um gegen die plötzlich zu unerkannter Stärke massierten Deutschen Feld zu gewinnen und sie zurück- zudrücken, ändert er seinen ganzen Schlachtplan — dirigiert seinen ganzen linken Flügel aus seiner Westrichtung um gegen Norden — nach Norden drängt jetzt die ganze Samsonow-Armee — und drängt in die Falle hinein ... Das ist schon die Entscheidung! So geschieht es am Abend des 25. August. Um fast die gleiche Zeit allerdings entscheidet sich auch etwas anderes: Jetzt ruft Oberst von Tap-. p e n, Chef der Operationsabteilung im Großen Hauptquartier, aus Koblenz an und teilt mit, daß l Moltke, wie vor einigen Tagen noch Prittwkß beantragt, drei Armeekorps von der W e st f r o n t abgezogen und nach Ostpreußen verfrachtet hat. Ueberraschung und Besorgnis bei Hindenburg und Ludendorff: „Wir brauchen keine Truppen! Wir haben nichts beantragt. Die Korps kämen sowieso zu spät! Wir erwarten, die im Gang befindliche Schlacht in wenigen Tagen siegreich zu beenden; dann werfen wir uns auf Rennenkampf! — Braucht man denn die Korps nicht im Westen?!" „Man braucht jeden Mann! Aber Prittwitz hatte doch Die drei Korps sind schon unterwegs — in die Schlacht bei Tannenberg greifen sie nicht mehr ein — aber in der Marneschlacht fehlen sie --und in der Marneschlacht schon entschied sich, cum grano salis, der Weltkrieg ... (Fortsetzung folgt.) Kirche und Schule. Synodalfest der Kreissynode Wetzlar O Wetzlar, 8. Aug. Im Pfarrhof zu Reis- k i r ch e n fand am vergangenen Sonntag das Synodalfest des Gustav-Adolf-Ver- eins der Synode Wetzlar statt. Eingeleitet wurde das Fest durch einen Gottesdienst am frühen Nachmittag, in dem Pfarrer Brauneck aus Mayen (Bezirk Koblenz), ein langjähriger Mitarbeiter im Evangelischen Bund und dem Gustao-Adolf-Verein die Predigt hielt. Der Geistliche gab zunächst einen Rückblick auf den 30jährigen Krieg, auf das Wirken Gustav Adolfs in Deutschland und seinen Tod auf dem Schlachtfelde zu Lützen. Er erinnerte ferner an die Gründung des Gustav-Adolf-Vereins, der im Jahre 1832 ins Leben gerufen wurde und der es sich zur Ausgabe gemacht hat, die Evangelischen in der Diaspora des In- und Auslandes zu betreuen. Immer habe der Verein seine Arbeit getan, getreu der Losung: „So laßt uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen". Der Gemischte Chor von Niederwetz brachte ein Lied zum Vortrag. Nach einer Kasseepause begann die Nachfeier, die durch Darbietungen der Posaunenchöre von Niederwetz und Weidenhausen, sowie durch gemeinsamen Gesang eingeleitet wurde. Redner waren Pfarrer B r a u n e ck und Pfarrer Kulte von Nieder- Kleen. Der Begrüßung schloß sich ein Gotteswort an: „Werde wach und stärke das andere, das sterben will!" Für die lebendigen Gemeinden im Wetzlarer Land gelte das Wort „Werde wach und stärke die Brüder in der Diaspora, die sterben wollen, weil es an äußeren Mitteln fehle". Nach einem Posaunenvortrag hielt Pfarrer B r a u n e ck die Festansprache, in der er sich mit Fragen des Bekenntnisses beschäftigte. Das Lied „Reich des Herrn" stellte die Verbindung zur Schlußansprache von Pfarrer K u l k e dar, der nochmals die schwierige Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins aufzeigte und dafür warb, in die Reihen des Vereins einzutreten. Wettervoraussage. Der hohe Druck ist von der Biskaya her nach dem Festland vorgestoßen und wird im wesentlichen freundliches Wetter bewirken. Da aber an der Südseite der nordischen Störung fortgesetzt ozeanische Luft ostwärts fließt, kommt es vereinzelt zu Gewitterstörungen, die mitunter auch Niederschläge zur Folge haben. Aussichten für Samstag: Teils aufheiternd, teils bewölkt mit Neigung zu Gewitter- ftörungen, schwül. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 8in neues (fefcfjenkßucfj für Naturfreunde AMUMOWS LstzK« Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Bon Karl Otto Bartels 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Or. Oeegener, Universität Berlin. Preis: karton. Reichsmark 3.90, gebund. Reichsmark 4.80. Jn meisterhaften Lichtbildern hat hier einer der feinsinnigsten Beobachter die wunderbarsten Jiatururtunden jener kleinen Tierwelt zusammengetragen, deren Lebensgewohnheiten im allgemeinen sehr wenig bekannt sind. Auch in den kleinsten Dingen offenbart die Natur ihre Schönheiten, die uns Menschen tief beglücken können, wenn wir sie zu sehen verstehen. Derlangen Sie kostenlos das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Ätta Anzeigen-Aktiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen - Gchulstraße 7 Versäumen Sie nicht, den herrlich gelegenen 46I7D Schiffenberg zu besuchen. V orzügl iche Verpflegung bei mäßigen Preisen. Der Omnibus verkehrt täglich nachmittags: ab Bahnhof.......3.25 Uhr ab Gasthaus Lamm, Horst-Wessel wall 3.27 Uhr ab Ludwigsplatz... 3.30 Uhr Rückfahrt.......6.00 Uhr Verreist bis 22. August Dentist Koch Hindenburgwall 20 4621 D UHL adio 46,9 D undfunk eparaturen Gießen, Plockstr. 12, Tel. 3170 T üditige Vertreter für sämtliche Oele u. Fette gegen Höchstprovision gesucht. «eisv Frankfurter Oelwerk Frankfurta.M.,Solinsstr.81 Schlafzimmer bester Qualität kaufen Sie zum denbkar billigsten Preis bei oaa-o Louis Vetter, Kaiserallee 19. Vermietungen Schöne 4-Zimmerwohnuiig mit Küche u.Bad (Neubau) zu vm. Zu erfr. i. d.Gst. d. Gieß.Anz. osssg Zwei Büroräume in bester Lage, am Seltersweg, zu vermieten. Zu erfrag, in der Geschäftsst. des Gieß. Anz.01,867 Werkstatt inmitten d.Stadt zu vermieten. Schrift!. Antrag, unter 4614V an denGieß.Anzeig. Garage frei Groß - Garage am Aulweg Ofl861 llllllllllllllllllllllllllllll «Stall inltCwrM zu verm. Näher, zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 03881 iiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiii Mietgesuche Beamter (3 Person.) sucht schöne geräumige 4-5-Zim.-WohDüng Schrift!. Angeb. unter 03863 an den Gieß. Anz, MöbliertesZimmer für 10-12 Mark sofort gesucht. Schr.3lngeb.unt. 03884 a.d.G.A. Kirmes in Waldgirmes im Saalbau Raabe am 12. und 13. August 1934 Es ladet freundlichst ein Gastwirt Hermann Schmidt. STRÜMPFE Socken•Söckchen Unsere Spezialität: Dame n-St rümpfe, Mattseide, besond. dehnba^.. 1.— Dito wie oben, fein eleg. u. haltbar, 1.75, 1.50, 1.30 Damen-Strümpfe, Mako, Seidenflor,Strapazierqualität 1.—, 0.75, 0.55 Damen-Söckchen.in weiß und farbig, 0.40, 0.30, 0.25 Herren-Socken Herren-Sportstrümpfe 1.95, 1.25, 0.95, 0.75, 0.50, 0.25 Darum denken Sie beim Einkauf an M.G.6R0DE Frankfurter Straße 4621A llllllllllllllllllllllllllllll Dauermieter! GutmöbliertesWohu- iidiI Schlafzimmer in ruh.Hause,mit Badegelegenheit u.Klavierbenutz., womögl. m. fev. Eingang,v,allein« stehender Dame z.mieten gesucht. Schrift!. Ang. u. 03875 a.d.G.A. llllllllllllllllllllllllllllll Stellenangebote Suche für sofort oder 15.Aug. ein i. Küche ».Hausarbeit erfahrenes fleißiges, ehrlich. MSdchen Bewerb, m.Bild und Zeugnisabschriften an 46uD Frdr. Wienold, Lebensmittel, Lauterbach i.H., Steinweg 17. Cafe Amend Zur Wiedereröffnung meines Cafti- hauses Bahnhofstraße 68 am Samstag, 11. August, nachmittags 4 Uhr, lade ich alle Freunde und Gäste höflichst ein. Die Erneuerung aller Caf6- und Konditorei - Räume ist beendigt! Musik durch Künstler-Kapelle Fritz Kuhl. W iiii Amend. 4613 0 Ehrliches Mädchen v. Lande für kleinen Haushalt u. Geschäft gesucht (Dauerstllg). 03886 Kaiserallee 7 Verkäufe Bauplatz in günstigster Wohn- und Geschäftslage z.ver- kaufen. Schrift!. Angeb. U.4615D an oenGietz.Anz. Verschiedenes Der Herr, der am Montag vor. W. zw.llu.lUhra. Papierstand im KarzentralBlock u. 1 Pack Umschl. kaufte, wird höfl. um seine Adresse gebeten. ossas Riegelvfad 94 v. ZwecksBekömpsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbenachweiieS ausgenommen werden. Verlag desGiebenerAnzetgers Wissenschaft!. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Vereine MMM Jmlet“ OrlsgrulweGietzen Sonntag, 12. d. M., nachm. 2.30 Uhr,sehrwichtige Monats-Versammlung in Gießen bei Hovfeld. 46160 Bo denkender. Druckschriften In Heftform In gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die Brühl’sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 Alle Schweine ÄÖÄ und solche mit steifen Beinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell wenn Sie durch iedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL^ mengen. Verlangen Sie nur echtes Rassol in Originalflaschen.und weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein Hersteller:EnaelavotbekeGießen. .3u baden in allen Avotbeken. m?a Nr. 185 Zweites Blatt Gießener Anzeiger(General-AnzekgerfürVberheffen)Zreitag, 10. August 1934 nur einen Finger zu rühren. Daß die internationale Diskussion über den Pakt, dessen Bestimmungen eine förmliche Ermunterung Sowjetruhlands zu einem schärferen Vorgehen gegen Japan bedeuten, auch in Tokio mit der größten Spannung verfolgt wird, ist selbstverständlich. Es kann vielleicht auch als eine Antwort auf diesen Paktentwurf angesehen werden, daß Tokio die Entsendung einer politischen Abordnung nach Washington vorbereitet, die die japanisch-amerikanischen Beziehungen verbessern soll. In einer Zeit, in der Roosevelt persönlich sich vom strategischen Wert Hawaiis überzeugt, in der bei Alaska im großen Stil die Manöver, der amerikanischen Flotte abqehalten werden und m der die USA. sich bemühen, auf jede Weise ihre militärische Stärke gegenüber Japan darzutun, wird die Stimmung in Amerika vielleicht für Annäherungsbestrebungen solcher Art nicht sonderlich empfänglich sein. Aber auch Amerika kann sich heute nicht ohne weiteres einen kriegerischen Konflikt mit Japan leisten, und wenn Roosevelt auch das japanische Angebot eines Nichtangriffspaktes abgelehnt hat, so hat man in Washington doch auf der anderen Seite den ernst gemeinten japanischen Vorschlag zur Kenntnis genommen, daß die USA. und Japan sich über die Aufteilung des Pazifik — der östliche Teil für Amerika, der westliche für Japan — verständigen mögen. — In diese Verhandlungen kommen die Angebote der Sowjets hinein, die bald in Tokio und bald in Washington den Abschluß von Nichtangriffspakten empfehlen und die trotz der Sicherung ihres europäischen Rückens erkennen lassen, daß sie an der Entspannung der Lage im Fernen Osten nicht weniger als Japan und Amerika interessiert sind. r ,, m Man kann über die Aussichten einer solchen Verständigung im Fernen Osten geteilter Meinung sein — Tatsache aber ist, daß unabhängig von den europäischen Paktverhandlungen die Bemühungen Die Möglichkeiten einer solchen Kolonisation und ihre Rückwirkungen auf das Mutterland sind außerordentlich groß und vielseitig und zahlenmäßig kaum abzuschätzen. Dor allem Ostafrika mit einer wechselvollen geographischen Natur könnte ür alle Zweige der menschlichen Betätigung in )er Tropenzone ein ausgezeichnetes Versuchsfeld ür Deutschland abgeben, was Tropenlandwirtschaft, Tropenmedizin, Tropentechnik usw. betrifft. Es wäre verhängnisvoll, die Kolonialfrage rein . inanzpolitifch nach der Rentabilität der Kolonialgebiete allein beurteilen zu wollen. Die gegen- wärtige Verdrängung der deutschen Arbeit in einem großen Teil der Welt wäre bei einem kolonialen Deutschland unmöglich. Hinsichtlich der Siedlungsfrage sind alle Vorschläge für deutsche Massen- und Kleinbauernsied- am Pazifik fortgesetzt werden, die der größtmöglichen Ausschaltung der Konfliktsursachen und einer Sicherung des Friedens dienen. Vielleicht ist die Moskauer Rechnung nicht irreal, daß unter den veränderten Umständen in Europa die Japaner zu der Herstellung eines gütlichen Einvernehmens geneigter denn je wären. — Wenn man aber diesen Fall setzt, so entsteht erst recht die Frage, welches Schicksal dem Nordostpakt bzw. seinen Teilnehmerstaaten zuteil werden wird. Eine, wenn auch nur vorläufige Ausschaltung der japanischen Gefahr für Moskau würde bedeuten, daß die Sowjets erst recht „nach Europa zurückkehren". Man male sich dies aus: Eine französisch-sowjetrussische Diktatur im Völkerbund, die großzügig über sämtliche vertraglichen Bedenken, Durchmarschklauseln usw. hin» weggehen würde, könnte mit Hilfe ihrer Bajonette die endgültige Friedhofsruhe in Europa für lange Zeit einkehren lassen. Im Fernen Osten hat Tokio das Spiel durchschaut. Ob dort der Friede gewahrt bleiben kann, ist eine Frage der Zeit. Aber für Europa ist entscheidend, daß der Nordostpakt nicht lediglich eine europäische Angelegenheit ist, sondern daß er auch am Pazifik eine neue Lage schaffen würde, deren Folgen sich aber wieder, und zwar mit wirklich entscheidender Wucht in dem gequälten und zerrissenen (Europa austoben würden. sich über die schlafheißen Wangen, und der blonde Kopf findet fein gewohntes Plätzchen auf dem braungebrannten Arm. Auch mein kleiner Besuch von vorhin liegt schlafend da, ein schokoladenes Bärtchen über dem zart- geschwungenen Mund. So, nun wird mich aber gewiß nichts mehr vom Schreiben zurückhalten. Da erwartet mich jedoch noch eine der kleinen Ueber- raschungen, an denen diese drei Wochen überreich waren: mitten auf dem polierten Deckel des großen birkenen Tintenfasses steht ein Kinderschuh Em „zuner" Schuh ist es, da er bis an das Gelenk zugeschnürt werden kann. Kleiner, rührender, verschrammter, breitmäuliger Schuh! Während ich den kleinen Eindringling betrachte, ziehen die letzten drei Wochen, die sich als etwas vollkommen Neues und Besonderes aus meinem Leben herausheben, an mir vorbei. Was habe ich gelernt, was gewonnen in diesen merkwürdigen Wochen? ., . . Und nun kommst du endlich zu deinem Recht, mein geduldiger Freund! Daß Lena schrieb: „Dir vertraue ich fie an", bedeutete mir Auszeichnung und Lob. Nachdem zwei Ferienwochen an der See mir das letzte Nestchen Schulstaub und Müdigkeit weggeblasen und weggeschwemmt hatten, kam ich schön ausgeruht her. Einen Tag lang wurde ich angelernt, das wichtigste war Marlenchens Überraschend reichhaltiger Speisezettel, und dann ging Lena an ihre — mehr als notwendige — Erholung. Daß ich nach drei Wochen die vier ihren Eltern fröhlich und gesund mrückgeben tarn, das macht mich stolzer, als wenn ich eine Klasse von vierzig ohne Unfall durch die Klippen und Strudel der Versetzung führte. Ich freue mich brennend auf die Überraschung morgen: Marlenchen steht! Sie richtet sich an den Stäben ihres Bettchens auf und ruft triumphierend: „Hä — hei!" Marlenchen, meine Herzenswonne, deren Augen von so wundersam reinem Blau sind, daß die Vorübergehenden an ihrem Wägelchen den Schritt verhalten und ihre Gesichter über ein Weilchen wieder jung werden und gut. Doch, was ich gelernt habe, willst du wissen, alter Getreuer? Ich weiß jetzt, nicht nur vom Hörensagen, daß alle die vielen kleinen, unscheinbar ober nett ober leicht aussehenben, immer wiederkehrenden, nie enD- qültiq fertigen Dinge bes Haushalts unb ber Kinderpflege sich zu einer gewaltigen Summe von Arbeitsleistung abbieren. Ich werbe nicht mehr um HI. stellt aus und zeigt ihre Arbeit für Deutschland. Eröffnung der großen Ausstellung am 19. August, vormittags 11 Ahr auf dem Frankfurter INessegelände. 1./2. September? Frankfurt a. IN.? 1OOOOO marschieren! hunderttausende sehen zu! Kochschuinacdncbten Ernannt wurden: der außerplanmäßige außer- ordentliche Professor an der Technischen Hochschule Darmstadt Dr. Paul Kn ip ping zum plan- mäßigen außerordentlichen Professor für Rvntaen- phvsik und Röntgentechnik; der Bibliothekar ber Hauptbücherei unb außerplanmäßige außervrdent- liche Professor an ber Technischen Hochschule Darm« stabt Dr. Friebrich L i st zum planmäßigen außer- orbentlichen Professor für Verwaltungsrecht, 93 er- kehrsrecht unb Recht ber Technik, beibe an ber Technischen Hochschule Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1934 an. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) । Moskau, 29. Juli. Nach dem Besuch des französischen Außenministers in London unb ber Unterstützung, bie Barthou ■ seitens ber britischen Regierung für den Nordost- 1 pakt fand, befanden sich das Moskauer Außen- kommifsariat gleichermaßen wie die sowjetoffiziöse Presse in einem Zustand der gesteigerten Erregung. Worum man jahrelang kämpfte, womit man die schweren moralischen Niederlagen der Komintern in Asien wieder wettzumachen hoffte, was das Fundament für ein neues unb fester gefügtes Ge- bäube ber Außenpolitik liefern sollte — bas schien greifbar nahegerückt zu fein. Zwar wäre bas marxistisch-kommunistische Rußlanb gezwungen, mit bem Eintritt in ben Völkerbund auch den Anschluß an die Gesellschaft der kapitalistisch-bürgerlichen Staaten zu vollziehen und sich damit der Jurisdiktion der bürgerlichen Welt zu unterwerfen, zwar würde es damit auch die Verpflichtung übernehmen müssen, Schiedssprüche und Gerichtsurteile anzuerkennen, bie von „bourgeoisen" Grunbsätzen unb von „kapitalistischen" Richtern gefällt werben, zwar müßte Stalin schließlich bie ganze kommunistische Weltanschauung verleugnen, bie ber tragenbe Pfeiler des „einzigen sozialistischen Staates der Welt" ist — aber im „Verbrennen dessen, was noch gestern angebetet wurde", hat er ja eine gewisse Uebung. Und dafür würde man eines eintauschen: Man hätte Frankreich „in der Tasche", die in Versailles begründete stärkste Europamacht stünde zur eigenen Verfügung, und Frankreich wäre der Sowjetgendarm in Europa, der den „bedrohten Rätestaat" vor allem anderen Schutz von den angeblich aggressiven Absichten des nationalsozialistischen Deutschland böte. Das ist das Moskauer Für und Wider. Inzwischen sind seit dem Londoner Besuch Barthous fast vier Wochen ins Land gegangen. Heute ist man in Moskau über die zunehmend nüchterne Beurteilung in Italien und England er» taunt, man sucht den Widerstand der Randstaaten, )ie noch durch das geschickte Operieren des polni- chen Außenministers Beck erhöht wird, zu neutralisieren, man ist über die hartnäckige Ablehnung, die der Gedanke und der Inhalt des Nordostpaktes in Deutschland und Polen gesunden hat, aber besonders in Wut geraten. Man stellt Zug um Zug die einzelnen Phasen der Verschlechterung der Paktaussichten fest, und Zug um Zug versucht man auch die verschiedenen Gegenmaßnahmen. Die Tatsache bleiet aber: Die Paktfront bröckelt zusehends ab. So ist heute der Moskauer Trommelklang nur noch sehr gedämpft. Die „Jswestija" gehen um bcu Pakt herum, wie die Katze um den heißen 93rc’ sie verzeichnen nur noch Meldungen aus französischer Quelle, und selbst der patentierte Rufer im Streit für Litwinow, Radek, hat völlig die Sprache verloren. Man tut das einzige, was man angesichts einer fo unsicheren Lage tun kann: Man wartet ab. , . Und dennoch ist der Pakt für Sowietrußland von ungeheurer, von lebenswichtiger Bedeutung. Nur durch die Propaganda der französischen Presse, m bereu Horn auch gelegentlich bie kommunistischen Zettunqen kräftig stoßen, ist er zu einer beutsch- sranzösischen Angelegenheit geworben. Von hier aus gesellen, hat ber Pakt aber ein völlig anberes Gesicht Seiner europäischen Beimengsel unb Anhängsel entkleibet, mit benen fertig zu werben Moskau Frankreich überlassen hat, bebeutet ber Norbostpakt für Moskau ein Garantieschein gegen frembe Einmischung bei ber früher ober spater zu ermartenben Auseinanbersetzung mit Japan. Auch seine einzelnen Bestimmungen sinb vom Blickpunkt des Fernen Ostens aus so präzise unb gründlich auf bie Sowjetinteressen zugeschmtten, baß em Blinber mit dem Krückstock in Moskau seinen Der Mahagonischreibtisch meiner Lerniahre hat sich in dieses kleine Fremdenzimmer verirrt. Oh, er ist sehr vertraut mit meinem alten Freunde! JTante",0 ruft eine Helle, etwas scharfe Stimme aus dem Zimmer der Mädels, „bestimmt? „Bestimmt!" „Ganz bestimmt?" „Ganz bestimmt!" „Kann ich mich daraus verlassen? „Du kannst dich darauf verlassen! „Na, denn is man schön!" Stille. „rnnn Es handelt sich nicht etwa um eine Verschwörung zwischen Ilse und mir, nein, ich soll nur H)r „Jto- janes" plätten; damit will sie morgen, bei ber Heimkunft ber Eltern, Staat machen. Ich glaube, ich plätte bas rosa Kleid gleich letzt noch. Denn morgen vormittag fmben sich tausenb anbere Dinge. So, bas Kleibchen hängt anziehfertig ba; so ganz schnell war es gar nicht gemacht, all bie galten 'tÄ'% mem grauer Freund auf ber warmleuchtenben Schreibtischplatte Heu^ freue ich mich auf bich; heute brauchs du mich nicht zu trösten unb nicht zu ermahnew Unb. nun- Aber, was ist benn im Jungenszimmer los?? „Rührt euch! — Still — gestanden! Augen — qerabe aus! — Im Gleichschritt — ^^rsch^ Das ift Lians Georgs bes Siebeniahngen, trompeten helle Stimme Er wird sich M nicht aus dem Bett fommanbieren? <7xnrf. di°b,°nst",u str°Snd°n Augm haben einen fernen, f“^nÄ ihm über das dichte Blondhaar und '°°Alİ-"?°nn d1r°M°nfch nich», kommt es °b- few- i° -in W Ansinnen an ihn gestellt zu haben. |(attern ejn paar, - »' - von K 3 siebenjährige Seele geworfen: “"^nnk9 mte kommt bas blasig daß di- schönsten StZ-Immer fo fchnell zu End' sind- bei Konzert '°D°ch d-/'kleine'PHUchopd worteii nicht auf Ant- wort Die dunklen Halbrunde dec Wimpern senken Aus meinem Schreibtisch sieht ein Kinderschuhchen. Von Maria Dehn. Jetzt enblid), am letzten Tage meines Hierseins, will ich mich bir wibmen, mein stiller, treuer, gebul- biqer Freund! . ri . . . Wozu hat sie mich mitgeschleppt, wirst du denken, wenn sie sich drei Wochen lang nicht um mich kümmert? Doch nein, ich tue dir Unrecht: me wahrend dreier Jahrzehnte hast du dich beklagt, daß ich dich zu viel oder zu wenig in Anspruch nehme, warst immer da, wenn ich dich brauchte, und hast es mir nie verargt, wenn ich dich und unsere Freundschaft ängstlich vor allen Menschen versteckte. Sie Hatten dich und mich ja ausgelacht, du mein vielbändiges Tagebuch, das sie so gern „stumm nennen. Stumm? Wie rauntest du, wenn ich in Leid und Enttäuschung zu dir stürzte, so tröstlich von altem Glück! Und wenn die Flügel, auch, so lahm hmgen, zeigtest du mit mahnendem Finger auf die Zetten des Aufschwungs und ließest nicht nach, bis endlich wieder auch Schwäche und Klagen em mutiges „Und dennoch" sein Haupt hob! Die vier Kinder schlafen. Jetzt endlich also Da schiebt sich sacht der Vorhang zum Nebern zimmer zurück, und in der dunklen Türöffnung steht wie aus einem Gemälde von Caspar David Fneb rich oder Philipp Otto Runge geschnitten, em vier- jähriges Geschöpfchen im langen weißen Nachtrock. Ueber dem altmodischen kreisrunden Stickereikragen leuchtet ein zartes, reizendes Gesicht. Langsam lost sich das Bild aus seinem Rahmen, nackte Fuße patschen zu mir her, kastanienbraune Ringettockchen flimmern auf, ein derbes Pfötchen nähert sich meinem Gesicht und eine durchaus jungenhafte Stimme Wist'n Happen haben, Tante? Da, stopp 'rin!" Mit gemischten Gefühlen mummle ich an dem Schokoladenstückchen. Diether sieht mir interessiert zu und meint gönnerhaft: „Schuklad is gesund für Kinder und für Menschen!" Zwar lächle ich zustimmend, scheine aber durchaus keinen Unterhaltungsstoff zu finden. Na denn wer'ch man wieder abhaun!" Eine leise Enttäuschung klingt durch seinen Baß. Und so dreht mir der unverhoffte Besuch seine weißwallende rückwärtige Front zu verweilt noch einen Augenblick mit zuruckgekandtem Köpfchen als schimmerndes Bild im Türrahmen unb ift ver- fchwunben. — — eigentlichen Zweck fühlt. Der Vertrag ist bazu geschaffen, ber Sowjetunion nicht nur als europäische Entlastung zu bienen, sonbern ihr auch völlig freie Hand gegenüber Japan zu lassen; ja, mehr als das: Frankreich übernimmt in bem Pakt bie Gewähr bafür, baß bie Teilnehmerstaaten bes Ostpaktes auch ihr ber Sowjetunion gegenüber gegebenes Versprechen einhalten, unb bieje Aufpasserrolle Frankreichs ift für Moskau in ber Tat Garantie genug, baß ben Sowjets in Europa auch wirklich niemanb in ben Rücken fällt, solange sie mit Japan beschäftigt sinb. Sämtliche bekannten Klauseln bes Paktes — Konsultationsrecht bzw. -pflicht, gegenfeitige Hilfeleistung, Eintritt in den Völkerbund usw. — sinb barauf berechnet, eine Einteilung zweier Kontinente in Interessensphären vorzunehmen: Frankreich-Europa, Sowjetrußlanb- Asien. Bei biefer Bebeutung bes Paktes für ben Fernen Osten unb bei biefer Funktion, bie ihm Angewiesen würbe, soll nach bem Willen seiner Schöpfer auch Deutschland eine bestimmte Rolle spielen. Gerät bie Sowjetunion als Vertragspartner in einen un- provozierten Konflikt mit Japan, kann sie auch bie deutsche Hilfeleistung in Anspruch nehmen — unabhängig davon, daß zwischen Deutschland und Japan keinerlei Reibungspunkte bestehen, daß die Beziehungen zwischen Berlin und Tokio durch eine Reihe von Verträgen, beginnend mit dem Versailler Vertrag, geregelt sind, daß uns ein derartiger Konfliktsfall keineswegs passen würde. Nicht nur indirekt oder passiv — direkt und aktiv würde Deutschland auf Grund dieses Paktes automatisch in einen russisch-japanischen Konflikt verwickelt werden. Wobei, um die inneren Unmöglichkeiten dieser Paktkonstruktion noch zu ergänzen, nur darauf hingewiesen zu werden braucht, daß natürlich im umgekehrten Fall eines sowjetrussischen Angriffs auf Japan keine der Signatarmächte befugt wäre, auch (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Johannesburg, 11. Juli 1934. Professor Carl Troll, der in den Jahren 1926 bis 1929 auf feinen Reisen in Südamerika als Biologe und Geograph die Lebensbedingungen in den tropischen Gebirgen studierte und seit dem Jahre 1930 mit der Vertretung der Kolonial- Geographie an der Universität Berlin beauftragt ift, faßte vor Jahren den Plan, diese Studien auf Afrika auszudehnen, um das deutsche Kolonialproblem wissenschaftlich zu unterbauen. Speziell die Frage der Siedlungsmöglichkeiten für Weiße in den tropischen Hochländern drängte immer stärker nach einer objektiven wissenschaftlichen Untersuchung, weil sie bislang stets widersprechend — entweder ablehnend ober übertrieben optimistisch — bargestellt würbe. Für biese Forschungsarbeit bot Ostafrika bas beste Betätigungsfelb. Dort hat sich feit ber Oeff- nung bes Manbcttsgebietes für bie beutschen Siebter im Jahre 1926 eine Zone junger deitt- scher Pioniersieblungen gebilbet, bie in bem gegenwärtigen Entwicklungsstabium bie ganzen Probleme aufzeichnen. Professor Troll hat, abgesehen von biefer speziellen Frage ber Sied- lungsmöglichkeiten, bas ganze beutsche Kolonialproblem zu erfassen versucht. Zu diesem Zweck hat er zusammen mit Dr. Wien zunächst brei Monate lang bas nordabessinische Hochlanb unb bie bärtige italienische Kolonisation ftubiert, bann in weiteren fünf Monaten Ostafrika; unb zwar vergleichen!) bas Manbcttsgebiet Tanganjika unb bie alte englische Sieblungsfolonie Kenya. Zuletzt führten ihn feine Forschungsarbeiten zu einem kurzen Besuch nach Sübafrika. Professor Troll wirb von hier über Kapstabt in bas Mandatsgebiet Deutsch-Südwestafrika reisen und sich von dort aus nach Deutschland einschiffen, wo er am 12. August eintreffen wird. Hier gewährte Professor Troll mir eine Unterredung über die Eindrücke auf feiner Expedition. Der deutsche Forscher führte dabei u. a. folgendes aus: Alle Probleme, die das Afrika von heute betreffen, müssen von einem vollständig neuen Gesichtspunkte aus angepackt werden und nicht von Den Erfahrungen der Vorkriegszeit aus. Die Stellung des Europäers dem Eingeborenen gegenüber, die Rolle des Eingeborenen und des indischen Einwanderers sind völlig verändert. Vor allem ist auch die Stellung der einzelnen Rassen in der wirtschaftlichen Produktion heute eine ganz andere und wird von den Kolonialregierungen in verschiedener Weise gefördert. In der Erziehung des Eingeborenen zur Zivilisation nehmen Regierung, Mission unb Pflanzer eine ganz verschiebene Stellung ein. Eine zukünftige beutsche Kolonialpolttik müßte einen Weg einschlagen, ber in ber schrittweisen Förberung bes Eingeborenen unb in ber zielbewußten, straff organisierten Ansieblung bes Weißen ben Anforderungen beiber gerecht wirb. Deutsche Forschungsarbeit in Ostafrika Prof. Carl Trott über das deutsche Kolonialproblem. Von unserem ständigen Dr. B.-Äerichterstaiier. lungen in ben tropischen Hochländern illusorisch, aus geographischen, wie aus sozialen Grünben. Die beutschen Neusieblungen in Ostafrika haben bei aller Schwierigkeit ber gegenwärtigen Lage nach Ueberroinbung ber Pionier- unb Lehrzeit eine Zukunft; aber ihre Ausdehnungsmöglichkeit ift be» schränkt, unb auf bie schwarze Arbeit wirb ber Pflanzer unb Farmer immer angewiesen bleiben. Aus biesem Grunbe ist auch eine gewisse Betriebs- gröhe ber einzelnen Sieblungen erforberlich. Der Wert bes beutschen Tropenpflanzers barf auf keinen Fall nach ber Zahl ber Siebter bemessen werben. Auch kleine Gruppen bebeuten in ben weiten afrikanischen Räumen wirtschaftlich, kulturell unb nationalpolitisch ungeheuer viel mehr als bie gleiche Zahl in ber Heimat. Deutsch-Ostafrika ist trotz ber völligen Enteignung beutschen Grunbbesitzes im Weltkrieg burch harte Arbeit beutscher Siebter aus allen Berufen und Bevölkerungsschichten in friedlicher Durchdringung zum großen Teil zurückgewonnen. Die Inder, deren Zahl in zehn Jahren englischer Verwaltung auf das Dreifache gestiegen ift, haben fast den gesamten Kleinhandel und eine Reihe großer Pflan- zungen in der Küstenzone in der Hand. Die wichtigsten Siedler nach den Deutschen, aber nur in den alten Pflanzungsgebieten, find die Griechen. Eine geringe Rolle fpielen im Verhältnis zu ihnen gläubig die Achseln zucken, wenn Lena sagt: „Ich komme einfach nicht zum Briefschreiben; ich bin abends immer todmüde ..." Ja, die müden Füße! Vier Schritte vorwärts, einen zur Seite, einen zurück ... das gibt eine andere, quälendere Müdigkeit als eine weite Wanderung in frischer Luft durch Wald und Feld. Ich weiß jetzt, daß es, abgesehen von der eigentlichen Arbeit, recht aufreibend ist, wenn von früh bis spät mehrere Menschen immer etwas von einem wollen. Und kein Schneckenhäuschen ist da und darf auch nicht da fein für eine rechte Mutter. Immer muß ihre Seele wach sein und offen für alle Fragen, Wünsche, Erzählungen und Klagen. Ich beginne jetzt zu ahnen, wie es kommt, daß ich da, wo ich eitel Freude und Wonne erwartete, manchmal einen unfrohen Zug sah: wehe, wenn ein Mensch so angestrengt ist, daß, trotz aller Liebe, zum Freuen keine Kraft mehr bleibt ... Und (Segen über alles, was einer vielgeplagten Mutter Erleichterung, Erholung und Ausspannung zu ver- schaffen bestrebt ist! Uebermorgen dann, mein treuer Freund, gehen wir in unser stilles, sehr stilles Heim zuruck. Auf meinem wohlaufgeräumten Schreibtisch wird fein Kinderschuhchen stehen. Doch das Gleichmaß froher Arbeitswochen wird mich, wie stets noch, in feinen Kreis bannen, in dem Grillenfängerei nicht ge- deiht. Glückes genug! Welchen Gewinn ich für mich selbst und meine Arbeit aus diesen drei Wochen Heimtrage, fragst du, du Gründlicher? Mehr Wissen um Kinder und Mutter habe ich — und darum mehr Liebe. Mit viel mehr Weichheit, Güte, Verständnis und Aufopferung will ich all den jungen Menschenwefen nachgehen; denn ein jedes ift einer Mutter sehr geliebtes Kind! Aordostpakl - von Moskau gesehen Von unserem ^.-Berichterstatter. europäische und südafrikanische Briten. Der Typus des Deutsch-Ostafrikaners ist heute der mit der Natur und mit der Mandatspolitik ringende Pflanzer. Der Typus des Engländers ist der Verwaltungsbeamte, der in freundlicher Stellung zu den Deutschen die Weisungen der Empire-Politik ausführt. In den wirtschaftlichen Nutzen, somit auch in das von deutschen Siedlern angelegte Kapital, teilen sich die japanische Industrie und der indische Händler. Der deutsche Neusiedler hat das Verdienst, im Inneren Ostafrikas oft in schlechter Verkehrslage und gegen den ursprünglichen Willen der englischen Verwaltung Land für die weiße Rasse erschlossen zu haben, wobei chm Erinnerungen aus dem Weltkriege und Siedler^nstinkt leitend gewesen sind. Die sechs deutschen Siedlungsgebiete Mbosi, Lupemba, Mufindi, Dabaga, Vabati und Oldeani sind in der gone ausgewählt, die augenblicklich allein dafür in Frage kommt: in der Uebergangszone zwischen dem feuchten Wald des Hochlandrandes und den Trockenwäldern des Inneren. Die deutsche Arbeit in Ostafrika in den letzten acht Jahren beweist, daß das deutsche Volk auch heute noch großer kolonialer Taten fähig ist, wie im Zeitalter der Ordensritter. Wirtschaft. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juli. Am 31. Juli 1934 wurden nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bei den Arbeitsämtern im Reich 2 426 000 Arbeitslose gezählt, und zwar 1 993 000 Männer und 43 300 Frauen. Damit ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat erneut um rund 54 000 zurück- gegangen. Da fast 70 000 Notstandsarbeiter zur Entlassung gekommen sind, weil eine weitere Einschränkung oder vorüvergehende Einstellung der Notstandsarbeiten zur Sicherung des Kräftebedarfs für die Ernteeinbringung geboten erschien, ist die Abnahme in dieser Größenordnung besonders bedeutsam. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den Großstädten und Jndustriebezirken hat weitere erfreuliche Erfolge gezeitigt. So ist die Arbeitslosenziffer in Berlin wieder um rund 30 000 zurückaegangen. Die übrigen Bezirke zeigen nur geringe Abnahme, einzelne sogar eine geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit, die im wesentlichen wohl auf die Entlassungen aus beendeten Notstandsarbeiten zurückzuführen ist. Von den Unterstützungseinrichtungen .ist insbesondere die öffentliche Fürsorge weiter e n t l a st e t. Nach einem Rückgang von 35 000 im Juli wurden am 31. Juli 1934 rund 762 000 anerkannte Wohlfahrtserwerbslose in der öffentlichen Fürsorge gezählt. Von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wurden demgegenüber rund 1090 000 Unterstützungsempfänger am gleichen Stichtag betreut. Die Zahl der Notstandsarbeiter betrug Ende Juli rund 318 000. Stand der Ernte zu Anfang August. Die zweite, zu Anfang August ds. Js. durchgeführte Erntevorschätzung für Getreide, die in diesem Jahre vielfach bereits auf Dreschboden beruhte, hat im gesamten Reichsdurchschnitt für alle Getreidearten etwas höhere Mengenerträge erbracht, als nach der Vorschützung zu Anfang Juli angenommen wurde. An der Besserung sind namentlich West- und Süddeutschland beteiligt. Bei Weizen und Gerste haben sich die Schätzungen vielfach auch in Norddeutschland erhöht. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes ergeben sich auf Grund der Meldungen der amtlichen Berichterstatter zu Anfang August 1934 am Reichsdurchschnitt folgende Hektarerträge: Roggen 16,3 Doppelzentner (gegen 16,2 Doppelzentner bei der Julischätzung), Weizen 18,6 Doppelzentner (18,0), Spelz 12,9 (12,1), Wintergerste 21,6 (21,1), Sommergerste 17,9 (17,1), Hafer 16,1 (15,7). Unter Zugrundelegung der zu Ende Mai festgestell- ten Anbauflächen errechnen sich nach der neuen Ernteschätzung zu Anfang August (gegenüber der Julioorschätzung) folgende Gesamterntemengen: Roggen 7,31 Mill. Tonnen (gegen 7,27 Mill. Tonnen bei der Julischätzung), Weizen und Spelz 4,23 Mill. Tonnen (4,10), Brotgetreide zus. 11,54 Mill. Tonnen (11,30), Wintergerste 660 000 Tonnen (641 000), Sommergerste 2,30 Mill. Tonnen (2,27), Hafer 5,06 Mill. Tonnen (4,95). Getreide insgesamt 19,64 Mill. Tonnen (gegen 19,24 Mill. Tonnen bei der Julischätzung). Trotz der höheren Schätzungsergebnisse bleibt die diesjährige Getreideernte auch nach den Augustmeldungen nicht unerheblich hinter der ungewöhnlichen Rekordernte des Vorjahres zurück; sie ist aber an Brotgetreide (Roggen, Weizen und Spelz zusammen) mit 11,54 Mill. Tonnen immerhin etwas höher, als die Mittelernte im 10jährigen Durchschnitt 1924/33 war, die sich auf 11,40 Mill. Tonnen stellte. Auch bei Gerste übertreffen die neuen Schätzungen mit nunmehr 3,04 Mill. Tonnen die Durchschnittsergebnisse der letzten 10 Vorjahre (2,93 Mill Tonnen). Einzig bei Hafer bleibt die neue Getreideernte gegenüber dem langjährigen Mittel (6,38 Mill. Tonnen) zurück, und zwar um 20,6 Prozent. Die Ernte an Frühkartoffeln ist infolge der langen Trockenheit gering ausgefallen. Im Reichsdurchschnitt ergibt sich ein Hektarertrag von 78,8 Doppelzentner gegen 120,3 Doppelzentner im Mittel der letzten 10 Vorjahre. Der gesamte Ertrag an Frühkartoffeln beziffert sich auf 1,87 Mill. Tonnen gegen 2,91 Mill. Tonnen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Auch der erste H e u s ch n i t t hat nach den Schätzungen zu Anfang August menhenmäßig geringe Erträge (im Reichsdurchschnitt 21,3 Doppelzentner je Hektar gegen 42,6 Doppelzentner im Mittel der letzten 10 Jahre) erbracht. Insgesamt wird der Ertrag der ersten Wiesenheuernte auf 11,69 Mill. Tonnen (gegen 23,37 Mill. Tonnen im langjährigen Mittel) geschätzt. Für Spätkartoffeln, die den Hauptbestandteil der Kartoffeln ausmachen sowie für die spätere Futtermittelernte haben sich die Ernteausfichten nach dem Eintritt ausgiebiger Nie- derfchläge überall erheblich gebessert. * * Verlegung der Dien st räume des Treuhänders der Arbeit für das Wirt- fchaftsgebiet Hessen. Die Diensträume des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen befinden sich ab Donnerstag, 16. Juli, in Frankfurt, Moselstraße 62. Sprechstunden für den Publikumsverkehr finden jeweils Montags und Donnerstags von 9 bis 16 Uhr statt. Am Mittwoch, 15. August, find die Dienfträume wegen Umzugs geschloffen. *Bedarfsdeckungsfcheine für unedle Metalle. Die Industrie- und Handelskammer Gieße weist nochmals auf die Anordnung 9 vom 30. Juli 1934 über Bedarfsbescheinungungen für unendle Metalle hin. Die Verordnung enthält u. a. die Bestimmung, daß Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn in Form von Rohmetall, raffiniertem Metall und Remelted-Metall, sowie ihre Legierungen im inländischen Geschäftsverkehr nur gegen Bedarfsbescheinigungen geliefert werden dürfen. Firmen, die im Monat nicht mehr als je 1000 Kilogramm Blei-, Kupfer- oder Zinkinhalt oder je 50 Kilogramm Nickel- oder Zinninhalt verarbeiten, haben ihren Bedarf, soweit sie industrielle Betriebe sind, bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer anzumelden. Die Anträge sind umgehend bei der Kammer einzureichen. Merkblätter und Antragsformulare stehen bei der Kammer zur Verte Beschäftigung in den Webereibetrieben von Kurheffen und Waldeck. Die Beschäftigung in den Webereien ist weiterhin befriedigend, nicht zuletzt auch dank des Arbeitsbeschaffungsprogrammes der Reichsregierung. Dadurch ist auch die Nachfrage nach deutschem Flachs und Flachsgarn lebhaft gestiegen. Die Flachsbestände der alten Ernte sind nunmehr restlos geräumt. Für die noch in zweiter Hand befindlichen kleinen Vorräte sind die Preise stetig. Die Aussichten für die neue Ernte sind anhaltend günstig. Die Anbaufläche mit Flachs in Kurhessen und Waldeck ist erstmalig in diesem Jahr bedeutend ausgeweitet worden, so daß auch von hier ein bedeutender Zuschuß an Rohflachsfaser dem Verbrauch zugeführt werden kann, zumal die Ernteaussichten in Kurhessen und Waldeck für Flachs sehr günstig beurteilt werden. * Frankfurter Börse. Wie bereits mitgeteilt, findet im August die Börse an Samstagen wie gewöhnlich statt. frankfurter Börse. rNitlagsbörse: Renten fest, Aktien ruhig. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die heutige Mittagsbörse überraschte bei Eröffnung durch ein sehr lebhaftes Interesse für den Rentenmarkt, an dem von interessierter Seite größere Käufe erfolgt sein sollen. Die Kulisse schloß sich mit Meinungskäufen an, so daß die variabel gehandelten Papiere neben lebhaften Umsätzen auch beachtliche Kursbesserungen aufwiesen. Im Vordergrund standen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 93,13 nach gestern abend 92,25 v. H., ferner AUbesitzanleihe mit 94,40 bis 94,90 nach 94,13 v. H. und Reichsmark-Obligatio- nen, die durchweg 1 v. H. anzogen. Kommunal-Um- fchuldungsanleihe ging gleichfalls um 1 v. H. fester um, Stahlverein-Bonds gewannen 0,50 v. H. Demgegenüber war der Aktienmarkt ziemlich vernachlässigt bei uneinheitlicher Kursbildung. Seitens der Kundschaft lagen nur noch wenig Aufträge vor, fügung. ©i während die Kulisse gegen Renten tauschte. Die .Stimmung des Aktienmarktes blieb aber unter dem Eindruck günstiger Wirtschaftsnachrichten freundlich. Der Stahlvereins-Abschluß allerdings hinterließ nur wenig Wirkung. Farbenindustrie eröffneten zunächst 0,50 v. H. leichter, konnten sich aber bald wieder auf 149 v. H. erhöhen, Scheideanstalt und Rütgerswerke biteben voll behauptet. Am Elektromarkt setzten Licht & Kraft 1 v. H., Siemens 1 o. H., Schuckert 0,40 v. H. niedriger ein, wogegen Gesfürel 0,50 v. H. und AEG. 0,25 v. H. anzogen. Montanwerte gaben in Reaktion auf die gestrigen Steigerungen fast allgemein etwas nach, so u. a. Mansfelder um 1 v. H., Rheinstahl und Ilse Genuß um je 0,65 v. H., Srahlverein um 0,25 v. H., Phönix und Harpener blieben behauptet. Sehr fest lagen erneut Zellstoff Aschaffenburg mit + 3,25 v. H., ferner gewannen Neichsbankanteile 1,25 v. H., Nordd. Lloyd 1 v. H., Hapag 0,13 v. H., AKU. 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. Daimler Motoren gaben 0,50 v. H. nach. Im Verlaufe wurde auch am Rentenm arkt das Geschäft etwas ruhiger, die Kurse waren aber meist nochmals mäßig höher. Späte Reichsschuldbuchforderungen fliegen bis auf etwa 93,50, Kom- munal-Umfchuldung + 0,25 v. H., AUbesitzanleihe unverändert 94,75 v. H. Der Aktienmarkt hatte auch späterhin nur kleine Umsätze zu verzeichnen und die Kurse, die später zur Notiz kamen, lagen überwiegend etwas schwächer, außer.Zellstoff Waldhof + 1,25 v. H., Elektr. Lieferungen + 0,75 v. H. und von Auslandsaktien Chade mit + 3 RM. Die An- fangskurfe lagen meist um 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger. Farbeninduftrie 148,50 bis 149 bis 148,50. Der Pfandbriefmarkt zeigte durchweg leichte Befestigungen, und zwar gewannen Gold- unb Liquidationspfandbriefe 0,25 bis 0,50 v. H., Kommunal-Obligationen 0,25 v. H. Stadtanleihen blieben meist unverändert, Mainzer allerdings + 1 v. H. Staatsrenten allgemein ruhig. Von fremden Werten bröckelten Anatolier und Goldmexikaner leicht ab, Rumänen und Schweizer Bundesbahnen blieben behauptet. Tagesgeld war zum .Satz von 3 v. H. unverändert und leicht. Abendbörfe: Renken weiter fest. Auch an der Abendbörse blieb der Rentenmarkt im Vordergrund des Interesses und verkehrte erneut in fester Haltung. Das Geschäft beschränkte sich indessen hauptsächlich auf Transaktionen innerhalb der Kulisse, während Kundenorders nur in kleinem Umfange Vorlagen. Bevorzugt waren weiterhin späte Reichsschuldbuchforderungen mit 93,75 bis 94,25 (93,65) und Altbesitzanleihe 95 bis 95,25 (95). Auch Kornrnunal-Urnschuldung und Reichs- bahn-VA. zogen bis 0,25 o. H. an, daneben blieben Reichsmark-Obligationen aus umgetauschten Dollar- Bonds bei Materialmangel gesucht. Pfandbriefe waren ebenfalls weiter leicht erhöht. Am Auslandsrentenmarkt galten 4proz. Schweizer Bundesbahn von 1912 194,75 (195) und Z^proz. 180 (179,50). Der Aktienmarkt zeigte im ganzen ein sehr stilles Aussehen und die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß etwa behauptet. Die Umsatztätigkeit war infolge der Umlagerung des Interesses auf den Rentenmarkt sehr klein. Die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffer und die neueste Entwicklung des Reichsbankausweises gaben etwas Anregung, was aber kursmäßig nicht zum Ausdruck kam. Später bröckelten einige Werte geringfügig ab. Fest lagen nochmals Bekula und Zellstoffpapiere. U. a. notierten: AUbesitzanleihe 95 bis 95,25, 6proz. Stahlverein-Bonds 79,13, Reichsbahn- VA. 112, 6proz. Stadt Frankfurt von 1926 81, 6proz. Frankfurter Hyp.-Bank Gold R 13 und 15 89,40, 6proz. do. Gold-Kommunal R II und III 83,25, Reichsbank 151,50, Gelsenkirchen 62,75, Harpener 105,50, Mansfeld 74, Phönix 49,50, Rheinstahl 91, Stahlverein 42,75, Aku 63,50. Frankfurter SchlachwicHmarkt. Frankfurt a. M., 9. Aug. Auftrieb: Rinder 51 (am letzten Donnerslagmarkt 106), davon 22 Ochsen, 6 Bullen, 23 Kühe. Kälber 1204 (995), Hümmel 51 (53), Schafe 56 (45), Schweine 566 (632). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 41 bis 44, b) 36 bis 40, c) 30 bis 35, d) 20 bis 29. Lämmer und Hämmel b2) 33 bis 35, c) 29 bis 32, Schafe e) 32 bis 33, f) 27 bis 30. Schweine a) 50 bis 52, b) 48 bis 51, c) 47 bis 51, d) 44 bis 50. Marktverlauf: Kälber ruhig, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft, Schweine mittelmäßig, geräumt. Schweinemarkt in Marburg. ][ Marburg, 9.Aug. Dem heutigen Schweinemarkt waren 748 Ferkel und 11 Läufer zugefahren. Bei flottem Handel kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 16, 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 20 und Läufer je nach Größe 20 bis 33 Mark. Me läge des Arbeitseinsatzes der Angestellten auch im Juli günstig. Nach den Beobachtungen der Stellenvermittlung der Deutschen Angestelltenschaft ist die Lage des Arbeitseinsatzes der Angestellten weiterhin günstig. Trotz der in der Hauptferienzeit erfahrungsgemäß geminderten Dispofitionsfreudigkeit von Betriebsführern hielt sich der Vermittlungserfolg etwa auf der Höhe der Vormonate. Günstig wirkte sich die starke Werbung für die Einstellung von Urlaubsvertretungen zur Vermeidung von Ueberarbeit aus. Unbefriedigend dagegen ist noch immer die Aufnahmewilligkeit für ältere Angestellte. Die zugunsten der Einstellung älterer Angestellter durchgeführte Werbung, der sich die Presse in vorbildlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte, brachte keinen nennenswerten praktischen Erfolg. Zahlreiche Besetzungaufträge — betroffen sind die Angehörigen ziemlich aller Berufe, hauptsächlich aber Werkmeister und landwirtschaftliche Angestellte für Molkereibetriebe (letztere waren erheblich aufnahmefähig) — führten einfach deshalb nicht zu Vermittlungen, weil die im Hinblick auf das Alter der Bewerber gestellten Anforderungen nicht erfüllt werden konnten. Für Kaufmannsgehilfen (männlich und weiblich), ebenso für Techniker, ergaben sich zusätzliche Schwierigkeiten, weil bei den noch vorhandenen Bewerbern jüngerer Altersklassen, die vorzugsweise verlangt wurden, unmöglich die Berufserfahrung vorhanden fein kann, die als Bedingung für Spezialkräfte verlangt wird. In regionaler Hinsicht war — abgesehen von den Hafenstädten, namentlich Hamburg — die Lage ziemlich gleichmäßig zusnedenstellend. Branchenmäßig waren hauptsächlich begün=, ftigt das Baugewerbe, die Unternehmungen der Maschinenindustrie, die Schwereisenindustrie, die Brauereien, die chemische Industrie sowie die Lack- und Farbenindustrie.' Bei den Kaufmannsgehilfen waren hauptsächlich gesucht: Buchhalter, Korrespondenten für Deutsch, auch geübte Kurzschriftler, Spezialkräfte für das Bank- und das Versicherungswesen, geprüfte Sparkassenangestellte und, ebenso wie bereits in den Vormonaten, Verkäufer, hauptsächlich für Lebensmittel-, Eisen-, Textil- und Haushal- tungsbedarfsgeschäfte. Verkäufer, die geübt im Dekorieren und Lackschriftschreiben sind, waren bevorzugt. An wirklich tüchtigen Kurzschriftlern herrschte Mangel. Für Behördenangestell» t e zeigte sich, sofern sie gewandte Kurzschriftler und Maschinenschreiber sind und in der Erledigung allgemeiner Büroarbeiten Erfahrung besitzen, eine gewisse Entlastung insofern, als für sie zum Teil Anstellungsmöglichkeiten in den Betrieben der freien Wirtschaft gegeben waren. Techniker fanden vorzugsweise Stellung im Maschinenbau, Brückenbau, vor allem aber im Baugewerbe und den ihm verbundenen bzw. verwandten Betrieben. In etwa gleicher Richtung entwickelte sich die Vermittlung für Werkmeister. Gesucht, teilweise kaum nachzuweisen, waren Schachtmeister, Bagger- meister und Lokomotivführer. Von den seemännischen Angestellten fanden vorzugsweise Jngenieuraspiranten für Großmotorschiffe Einstellung. Aeltere Schiffsoffiziere — Deck- und Ma- schinenpersonal — fanden anläßlich der Inbetriebnahme einiger aufgelegter Schiffe nicht in nennenswertem Umfang Stellung. Die Reedereien entnehmen nach wie vor ihre Offiziere für neue Dienststellen aus dem Aspiranten-Personal von in Fahrt befindlichen Schiffen. Don den weiblichen kaufmännischen Angestellten konnten hauptsächlich Stenotypistinnen, Buchhalterinnen und Kontoristinnen gut untergebracht werden. Im übrigen ist bei dieser Berufsgruppe das Problem der älteren Angestellten nicht minder ernst als bei der männlichen. Es wurden nur junge Kräfte angefordert von Betrieben der freien Wirtschaft sowohl als von den Dienststellenleitern der Behörden. Lediglich das Saisonschlußoerkaufsgeschäft führte in etwa zur Einstellung auch älterer Verkäuferinnen „zur Aushilfe". In der Gruppe der Haus-, Garten- und Landwirtschaft herrschte im Juli — saisonbedingt — noch stille Zeit. Wohlfahrtspflegerinnen fanden eine gebesserte Aufnahmemöglichkeit bei verschiedenen städtischen Behörden und neuerdings auch als Führerinnen für das Landjahr. Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen konnten etwas mehr als in den Vormonaten in Vertretungsund Saifonftellen vermittelt werden. Erstmalig in diesem Jahre fanden Angehörige dieser Berufsgruppe auch Stellung als Ernte-Kindergärtnerinnen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franktun a. 2)1. Berlin Schluß« hiri Schluß». Abend« börse Schluß, tert Schluß». Mittag, bflrfi Datum 8.8. 9.8. 8-8. 9-8. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 92,5 92,5 92,65 92,65 •% ehem.7% Dt. ReichSanI. v. 1929 — —— —— — bVi% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 89,5 89,7 89,75 90,5 AuSlos.-Rechten ............. 94,13 95,25 94,25 95 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... •% ehem.8% Hess. BoUSstaat 1939 (rückzahlb. 102%) ............ 91,5 91,5 90,75 90,75 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 89 89 89 89 6Vi% Hess. LandeS-Hhpotheken- bank Darmstadt Ltgut......... 88,75 89 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 95,5 96 — Deutsche Komm. Cammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten «% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 93,7 95,6 94 95,25 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bil 1936 89 89,4 89,25 89,75 — 89 ■■ — iKi% ehem. VA% Franks. Hyp^ Bank-Liqiu-Pfandbriefe....... 89,5 89,5 -__ IKi% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 90,25 90,13 — —- 6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Psandbrtefe R. 19 92 92 92 92 •% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 93 93 93 93 Steuergutsch. Verrechnungskurs.. 101,3 101,4 101,4 101,4 *% Oesterretchtsche Goldrentr..., 4,20% Oesterretchtsche Silberrentr 28 28,25 28,25 1,1 1,1 4% Ungarische Goldrente ....... 7,1 7,25 7 7,13 6,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7 7 V/i% bcägk Don 1913 ......... —__ 6,9 8,35 6% äbgest. Goldmexikaner von 99 8,5 8,5 — 4% Türkische Zollanleihe von 1911 ■— — MM 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 7,9 Gerte I ................... — — — Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß». Mittag- börse Datum 8-8. 9-8. 8-8. 9.8. 4% MflL Serie 11 ............. 8 — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,4 4,6 4,7 —— 4^%Rumän.veretnh.Rentev.lS13 6,75 7,5 — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,05 4,1 4,1 4,15 2%% Anatolier .............. 38,25 38 38 38,2 vamvurK-Amertka-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 26,5 26,65 26,65 23,5 26,75 25 Hansa-Dampfschtfs.........o — Norddeutscher Lloyd ......... 0 30,25 30,75 31 31,5 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 65,75 66 66 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 90,75 90,5 90,75 90,75 Commerz- und Privat-Bank ... 0 56 57 56 56,75 Deutsche Bank und Dtsconw« Gesellschaft................ o 62 63 62 63 Dresdner Bank............. o 64,75 66 64,75 66 Retchsbaak .............. 12 151,25 151,5 151,25 151 A.E.G....................... 24,65 24,13 24,65 24,13 Bekula................ 0 Dektr. LieferungSgesellschaft... 6 142,5 99 145 99,5 142,5 99,75 144,5 99,75 Licht und Kraft ..........g Felten & Guilleaume.........0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. ß Rheinische Elekttizttät ....... 5 112.25 68 111,25 67,65 112,5 69 111,5 68,4 108,5 98,9 108,25 109,25 99,75 108,9 Schuckert L Co............... 5 89,75 89,5 90 89,5 Siemens & Halske............ 7 Lahmever L Co............. 10 144 118 143 117,75 144 118.9 142,25 118 Buderus ....... 0 77,75 79 77,5 79,13 Deutsche Erdbl ............... 114,5 114,5 114,75 114,13 Gelsenkirchener.............. 0 63 62,75 63,4 63 Harpener .................. 0 105,5 105,5 105,25 105 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — 76,25 76 Alse Bergbau ...............< — 168,5 173,5 $l|e Bergbau Genüsse........8 129 128,4 129 128,75 Klöcknerwerke ...............0 78,4 77,9 78,25 68,75 87,75 ManneSmano-Rübre» ........ 0 69,13 68,75 69 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Minag- börse Datum 8-8. 9.8. 8.8. 9.8. Mansfelder Bergbau .. .......0 75 74 74,9 74 Kokswerie ........... .......0 — —— 93,25 92,75 Phönix Bergbau...... .......0 49,5 49,5 49,9 49,9 Rheinische Braunkohlen .....10 248,5 * 248 249,75 249 Rheinstahl ........... ....... 0 91,65 91 91,4 90,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43,13 14,5 42,75 43,25 43,13 Otavt Pfinen ........ .......0 14,75 14,75 14,25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 118 118 118 118,75 Kaliwerke Westeregeln . .......5 118,5 118 117,75 118 Kaliwerke Salzdetfurth .....1V1 159 159 160 159,5 3- G Farden-Jnvustrte .......7 149 148,5 149,4 148,75 Scheide an stall........ .......9 206 206 — Goldschmidt ......... .......0 82,5 82,5 82,5 81,75 Rütgerswerke ........ .......0 39,25 40 39 39,9 Metall geiellschast...... .......0 83,65 83 83,75 83 Philipp Holzmann .... .......® 66 66 67 67 Zementwerk Heidelberg ...... 0 105 105,25 — Lementwerk Karlstadt.. .......0 127,75 — Schultheis Patzenhofer .......0 — — 115,5 116,15 Aku ihrn die Schaffung von Helmen, von denen es heute drei gibt, in F r a n k f u r t am Main, Bonn und München. In den Heimen erhalten die Betreuten klinische Behandlung. Mit deü Krankenkassen ist ein Abkommen getroffen worden, daß diese ihre Hirnverletzten zur Behandlung in Zukunft nur in die Heime einweifen, so daß diese nicht mehr, wie es häufig geschehen ist, in Irrenanstalten untergebracht werden. Von den 25 000 hirnverlehlen, die wir in Deutschland haben, sind bereits 18 000 in der Organisation erfaßt. Aufgabe der Amtswalter wird es fein, auch den Rest zu erfassen. Die 'schweren Aufgaben der Frauen der Hirnverleh- ten würdigte der Redner besonders herzlich und betonte, daß sie genau wie die Hirnverletzten selbst dringend der Erholung bedürfen, weil sie m besondere Schwierigkeiten bei der Betreuung und Pflege der Hirnoerletzten haben. Einen kurzen, sehr instruktiven Vortrag über das Thema: Der Arzt in der Hirnverlehtenfürsorge hielt der Chefarzt des Hirnverletztenheimes, Frankfurt a. M., Dr. med. Fritz Kalberlah. Er fchil- derte, wie die Aerzte durch den Weltkrieg mit seinen zahlreichen Kopfverletzungen vor ganz neue Aufgaben gestellt wurden. Während in den früheren Kriegen fast jede Kopfverletzung tödlich verlief, gelang es diesmal der Kunst der Aerzte, nicht weniger als 30 000 Krieger zu retten. Lagen im Kriege Die Aufgaben der Aerzte in erster Linie auf chirurgischem Gebiet, galt es vornehmlich Operationen auch in den tieferen Gehirnpartien vorzunehmen, so sind heute die Aufgaben der Aerzte ganz andere geworden; sie bestehen in erster Linie darin, die Defekte, die durch Die Verletzung hervorgerufen wurden, zu beseitigen. Dann haben sie dafür zu sorgen, daß für die Hirnverletzten eine entsprechende Arbeit gefunden wird. Sie ermüden bekanntlich schneller als andere Arbeitskräfte, altern früher und bekommen leider oft Krämpfe. Die Behandlung in den Heimen ist unbedingt nötig. Zur Festsetzung der Rente gehört der Hirnverletzte in sein Heim, denn nur hier wird er sich so geben, wie er ist. Eine Unterbringung in Krankenhäusern ober Nervenheilanstalten ist unter allen Umständen zu vermeiden. Den jungen Aerzten muß Gelegenheit gegeben wer- öen, sich in den Heimen heranzubilden, weil sie sonst nirgends Gelegenheit haben, Erfahrungen auf die- fern Gebiet zu sammeln. Bezirksobmann Ziegler, überbrachte die Grüße des Gauamtes und betonte, daß das Band der Freundschaft heute stärker als je geknüpft sei und das in echt nationalsozialistischem Geist die Zu- sammenarbeit mit den Behörden erfolge. Unter den großen deutschen Industrien, deren Rohstoffe in der Hauptsache oder weit überwiegend aus Dem AuslanDe importiert roerDen müssen, spielt Die Tabakherstellung eine wichtige Rolle. AllerDings wird von der deutschen Tabakindustrie keineswegs ausschließlich ausländischer Tabak verarbeitet. Namentlich die Zigarrenindustrie hat in den letzten Iahren in steigendem Maße auch deutschen Tabak verwendet. Sie hat im Rechnungsjahr 1932/33 insgesamt 3,6 Millionen Kilogramm inländischen und 12,8 Millionen Kilogramm ausländischen Tabaks verbraucht. Wie man aus diesen Zahlen ersieht, überwiegen die Auslands- labake zwar beträchtlich; aber der Verbrauch von deutschem Tabak, der den Landwirten bestimmter deutscher Bezirke Beschäftigung und Einkommen schafft, ist keineswegs unbedeutend. Bei der Rauchtabakherstellung, die freilich gegenüber der Zigarren- und Zigarettenfabrikation immer mehr in Den Hintergrund tritt, ist Der Anteil Deutschen Tabaks an Dem Rohstoffoerbrauch sogar noch größer als bei der Zigarrenherstellung. Hier sind in dem gleichen Rechnungsjahr 5,1 Millionen Kilogramm deutschen und nur rund 4 Millionen Rotkraut- Der Leiter des Dersorgunasamtes Frankfurt, Oberregierungsrat Feldern, sprach für das Der. sorgungsamt Frankfurt und das Hauptoersoraungs- amt in Kassel. Die Eingliederung in die Arbeit werde stets in engstem Einvernehmen mit den Stellen erfolgen, die die Hirnverletzten betreuen. San» desinspektor Arnold überbrachte die Grüße des Landeshauptmannes. Mit einem kurzen Schluß- wort und einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler schloß Pg. Rohner die Versammlung, die in dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes ausklang. Die hirnverlehlen Krieger wollen sich melden! Sämtliche durch unmittelbare Gewalteinwirkung auf das Gehirn zu Schaden gekommene Krieger, die bisher noch keinen Fragebogen für Hirnoerletzte ausgefüllt haben, werden hiermit nochmals aufgefordert, sich bei der Ortsgruppe Gießen der NSKOV. Gruppe hirnverletzter Krieger, Ortsgruppenobmann Pg. Lehrer Müller, Lollar, Daubringer Straße 29 in ihrem eigenen Interesse zu melden. Kilogramm ausländischen Tabaks verarbeitet worden. Dagegen ist der Verbrauch der Zigarettenindustrie an Auslandstabak sehr groß. Diese hat in Dem Rechnungsjahr 1932/33 nur 50 000 Kilogramm Deutschen, Dagegen nicht weniger als 19,5 Millionen Kilogramm auslänDischen Tabaks verarbeitet. Vom nationalwirtschaftlichen StanDpunkt unb vom StanD- punkt sparsamster Devisenbewirtschaftung aus arbeitet also Die RauchtabakinDustrie am günstigsten, die ZigaretteninDustrie am ungünstigsten. Der große Verbrauch importierten auslänDischen Tabaks Durch Die hochentwickelte Deutsche Zigarettenindustrie stellt eine bedeutende Belastung der deutschen Devisen- bilanz dar. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß es in steigendem Maße gelungen ist, ausländischen Zigarettentabak im Wege des Tausch- ober Korn- pensationsgeschäft (3.23. aus Bulgarien) hereinzu- nehmen und auf diese Weise den ausländischen Rohstoff der Zigarettenindustrie ohne Inanspruchnahme der Devisen zu beschaffen. Der Gesamlbedarf der deutschen Tabakindustrle an ausländischem Rohlabak betrug im Rechnungsjahr 1931/32 rund 753 Millionen Kilogramm, im Rechnungsjahr 1932/33 rund 773 Millionen Kilogramm. In der gleichen Zeit stieg der Verbrauch an inländischem Rohlabak von 19,7 auf 20 Millionen Kilogramm. Im großen und ganzen läßt sich feststellen, daß Der Verbrauch an auslänDischern Tabak abnimmt, Der an Deutschem Tabak zunimmt. Wertmäßig ist die Verminderung des Importbedarfs natürlich noch viel größer. Während Deutschland im Jahre 1930 noch 259 Millionen Mark für die Tabakeinfuhr verausgabte, betrug der Wert der Tabakeinfuhr im Jahre 1933 nur noch 120 Millionen Mark. Das beruht freilich nicht allein auf dem starken Preisrückgänge des Tabaks. Außerdem mußte nämlich Die deutsche TabakinDustrie mit Rücksicht auf Die Schwächung Der Kaufkraft Der Konsumenten mehr unD mehr Dazu übergehen, billigere Tabaksorten zu be- Ziehen. Aber auch hier ist wohl jetzt Der Tiefpunkt erreicht. Einerseits beginnen Die Tabakpreise wieDer ZU steigen, anderseits ist es nicht möglich, noch geringwertigere Tabakqualitäten zu verarbeiten. Der Bedarf an Devisen zur Deckung des deutschen Tabakbedarfs ist also immer noch sehr bedeutend. Das Wiederansteigen Der Massenkaufkraft, die eine Folge der deutschen Wirtschaftsbelebung ist, führt naturgemäß auch zu einer Zunahme des Verbrauchs von Tabakwaren und damit auch von ausländischem Rohtabak. Zu den Aufgaben Der deutschen Devisensparwirtschaft gehört es daher auch, den Verbrauch ausländischen Tabaks nach Möglich- keit niedrig zu halten, soweit der Bedarf nicht auf Deutschlands Versorgung mit Tabak. Don unserem vollswirtschastlichen Mitarbeiter. Mir&bellen • Äpfe I • Pf lau me n uo < dem Wege von Tausch- und Kompensationsgeschäften ohne Inanspruchnahme von Devisen befriedigt werden kann. Man darf aber auch nicht unberücksichtigt lassen, daß die deutsche Tabakindustrie einen Teil ihrer Erzeugnisse exportiert und dadurch Devisen erwirbt Im Iahre 1933 betrug der Wert der aus- gesührten Zigarren 2 Millionen Mark, der der ausgeführten Zigaretten rund 1 Million Mark. Anderseits werden freilich auch fertige Zigarren, Zigaretten und Rauchtabake nach Deutschland eingeführt. Der Wert dieser Einfuhr betrug im Jahre Deutscher Volksgenosse! Deine Iugend erwartet Dich am „Tag der 100 000“ am 1. und 2. September in Frankfurt a. M. 1933 insgesamt 10,8 Millionen Mark. Rur der Export von Zigarren ist größer als der Import, wäh- renb Zigaretten und Rauchtabak in erheblich größeren Mengen importiert als exportiert werden. Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, daß ein kleiner Teil des nach Deutschland eingeführten Roh- tabaks in Gestalt von Zigarren, Zigaretten und Rauchtabak wieder ausgeführt wird. Rundfunkprogramm. Samstag, 11. August. 5.50 Uhr: Gymnastik. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Fruhmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mlttagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags- fordert III. 14.30: Wochenend! 15.10: Lernt mor- fen! 15.40: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 16: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsen- öung. 19: Sehnsucht nach der Heimat. Eine Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Um- schau. 20.15: Die Hochantenne. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Bericht von Den Frauenweltspielen. 1 bis 2: Tanzmusik. l 1 t i h 1, it :t I* e -c -f r t i 1 j 1 VM.MIkMMlsl. Roman von Gert Roihberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Doris Feller brachte diese ungeheuerliche Lüge, ohne zu stocken, über ihre Lippen. Richard Feller aber dachte: Doris erzählt mir ja alles. Dann war es also nur Die Furcht, Daß er mir etwas erzählen könnte? Dann ist Doris Doch unschulDig?! — „Doris, hast Du jetzt Die Wahrheit gesprochen in bezug auf Farnhorst?" „Ja! Es ist mir schwer genug gefallen, dir meines Vaters Vergehen zu beichten. Aber du mußtest alles wissen. Damit Du weißt, daß ich an allem unschuldig bin." Noch einmal flammte sein Verdacht auf. Warum war Doris daheim geblieben? $atte sie sich wirklich krank gefühlt? Die Frau kam näher, schmiegte Den blonDen Kopf an ihn, sagte leise: „Jag ihn fort, und alles ist gut!" Da nahm er sie in feine Arme. Küßte sie wie tafenö. ,^Ich glaube dir!" Die Tatsache, daß Farnhorst Doris von früher her kannte und doch geschwiegen hatte, das rechtfertigte nun auch alles andere. Und diesem Menschen hatte er rückhaltlos vertraut! War Denn so etwas nur möglich, daß man sich so in einem Menschen täuschen konnte? Feller sagte seiner Frau, daß er längst über ihren Vater orientiert gewesen sei. Aber es freue ihn, daß sie ihm nun auch noch alles wortgetreu erzählt hätte. • Doris Feller ließ sich küssen, küßte wieder und dachte doch dabei: Nun sehe ich Farnhorst nicht mehr wieder — nun nicht mehr! — Nach einer Stunde verließ Feller feine Frau. Ihm war elend zumute. Todelend. Er wußte nicht mehr, was gut und nicht gut war. Er fühlte nur ganz deutlich in dieser Minute, daß er an dieser Frau zugrunde ging, weil er ihr verfallen war! * Daheim in feiner Wohnung saß Farnhorst und wartete! Wartete auf eine Sacke, die so schnell und hastig und spielerisch kam, uno Die doch bestimmt ein Menschenleben kostete. Er würde es sein! Denn er wußte schon jetzt, daß er nicht treffen wollte! Nicht wollte! Mochte dieser Zweikampf ausgetragen werden, mit welchen Waffen, er wollte — er würde Den anDeren nicht verwunden! Noch viel weniger dachte er daran, dessen Leben zu nehmen. Ihn sollte es treffen! Ihn selber! Denn um ihn meinte niemand. Aber Richard Feller hatte noch seine Eltern! ' Die Stunden schlichen bleiern dahin. Draußen war eine naßkalte Luft, Die gleichzeitig aber Doch Das WerDen Der jungen Natur fühlen ließ. WerDen und Vernichtung! Stets war beides eng miteinander verbunden. Müde ließ Fritz Farnhorst den Kopf sinken. Wie ekelhaft doch das Leben war! Wenn andere Menschen es einem zur Qual machten! Doris Feller! Sie war daran schuld, daß zwei Männer, die einander immer hoch geachtet hatten, nun wie zwei Todfeinde einander gegenüberstanden! Aber Die Frau war es nicht wert, daß zwei Männer mit- einander kämpften um ihretwillen. Darum sollte es eine Komödie bleiben, weil der eine gar nicht daran dachte, um dieser Frau willen den alten Eltern Richard Fellers weh zu tun! Diese Stille ringsum war marternd und doch zugleich unendlich wohltuend. Langsam erhob sich Fritz Farnhorst. Er ging zum Fenster, sah hinaus. Stand lange, lange! Sah zu den großen Steinbrüchen hinüber, Deren ungeheure Ausdehnung in den letzten Monaten ihm die Lebensfreude gewesen war. Die Gedanken wanderten weiter. Suchten eine wunderschöne Frau. Das Herz zuckte schmerzhaft in letzter Entsagung. Dann richtete sich Doktor Farnhorst hoch auf. Letzten Endes bedeutete Doris Fellers Lüge doch noch eine gute Tat, weil sie Befreiung aus aller Qual brachte! Doris war allein. Ihr Mann war noch einmal dringend fort! Wenn sie geahnt hätte, daß er feine beiden Freunde in feiner Heimatstadt, Doktor Zasch- witz und Paul Verland, aufsuchte! Daß er mit Fritz Farnhorst em Duell haben würde! Ruhelos schritt sie hin und her. War sich ihrer Gemeinheit gegen Farnhorst vollkommen bewußt und konnte doch nichts mehr ändern, selbst wenn sie geahnt hätte, um was es ging. Sie hatte gelogen, um ihr Leben zu retten! In feiger Angst um ihr eigenes Leben hatte sie das von zwei wertvollen Mannern aufs Spiel 9^fOb S Hnb 1902' Sawall 1928 und 19% Moller 1930. Uebrigens wurde die Steher- ter schäft bis 1898 hinter Mehrsitzern, bis 1903 hinter Motortandems und erst seitdem hinter Solomaschinen ausgefahren. Nach 21 Jahren finden jetzt die Weltmeisterschaf- tan wieder auf der Bahn in Leipzig-Lindenau statt. Wird sie wieder die Stätte deutscher Welterfoh tragung bereits am Samstagnachmittag begonnen wirb; es sind dazu 19 Teilnehmer gemeldet. Von den zahlreichen übrigen Wettbewerben feien noch erwähnt das Hauptspringen der Turner- -N'ttelstufe mit 13 Teilnehmern und das 10 0- Meter-Kraulschwimmen der Turner-Oberstufe mit 10 Bewerbern. 3u den Staffeln haben gemeldet: 4X100 = Brust staffel, Turnerinnen: CT. Kassel, T.- u. Fechtkl. Hanau, Reichsbahn Gießen, Tv. 1846 Gießen, Tv. Wetzlar 4X100-Meter- Äraulftaf fei, Turner: T.» u. Fechtkl Fulda, Tv. Corbach, CT. Kassel. 4X5O-Meter- Brust st affel, Turner (Vereine ohne Winter- bad). Tv. Corbach. Tgm. Bad-Nauheim, T- u. Fechtkl. Hanau. 4X50-Meter-Kraul st gf- fel, Turnerinnen- Tv. 1846 Gießen, T. u. Fechtkl. Hanau, CT. Kassel. 4X100-Meter- B r u st st a f f e l, T u r n e r : CT. Kassel, Schwimm- uerem Fulda, Reichsbahn Gießen, Tv. 1846 Gießen, Tv. Wetzlar. ZXlOO-Meter-Lagen- stasfel, Turnerinnen: CT. Kassel, Tv. Wetzlar. 3X100-Meter- Lagenstaffel, Turner: Tv. 1846 Gießen, Tgm. Friedberg, T.- u Fechtkl. Hanau, Tv. Corbach, CT. Kassel. 1 0 X 5 0 - M e t e r - H e s s e n st a f f e 1 (Turnkreise). Turnkreis 6 (Waldeck), Turnkreis 8 (Lahn-Dill) Turnkreis 11 (Wetterau-Vogelsberg), Turnkreis 12 (Main-Kinzig). Ein Wasserballspiel wird zwischen den Bezirken 1 und 2 des Gaues ausgetragen. Leiter der Veranstaltung ist Gauschwimmwart Franz Sauer (Gießen), der die Organisation auf einer jahrelangen Erfahrung aufbaut. In den Bezirks- und Kreisschwimmwarten und in den 22 Kampfrichtern stehen dem Gauschwimmwart bewahrte Helfer zur Seite. Die Ortsleitung liegt in Händen von Fred Sch mitt diel (Nidda), des Schwimmwarts im Niddaer Turnverein. Gauleitung und Tu. Nidda haben die fchwimme- rische Großveranstaltung der Turnerschaft gut vorbereitet; ein eindrucksvoller, reibungsloser Verlauf ist gesichert, so daß das 1. Gauwettschwimmen des neuen Turngaues Nordhessen an seinem Teil wesentlich dazu betragen wird, dem Ziele. „J^der Deutsche ein Schwimmer!" wieder ein Stuck näher zu kommen. Für den Montag ist eine Turnfahrt in den Vogelsberg vorgesehen. Emer der aussichtsreichsten Teilnehmer, Deutschland Überhaupt im Wettbewerb hat, ist der Deutsche Amateurfliegermeister Merkens. Nach einer Reihe großer internationaler Triumphe steht er jetzt vor seiner größten Aufgabe, der Amateur- Bahnmeisterschaft. Wird es gelingen, die romanische Vorherrschaft m der Berufs-Fliegermeisterschaft zu brechen? Daß Richter dazu imstande ist, hat er durch feine wieder- holten Siege über die internationale Extraklasse — immer auf ausländischen Bahnen bewiesen, und erst in den letzten Wochen mußte er auch wieder einige Niederlagen einfterfen. Leicht wird es ihm in Leipzig nicht gemacht; denn der Weltmeister von 1932 und 1933, Scherens (Belgien), der vielfache französische Weltmeister M i ch a r d , der Däne Falck Hansen der Olympiasieger und vorjährige Amateur-Weltmeister van E g'm o n d (Holland) v 17404 18401 20606 31206 35665 36981 47426 48482 52959 60925 61680 67986 74083 74557 83546 91016 92334 92760 103840 108065 109337 123676 126283 128102 133304 134013 134942 140286 142000 142082 148959 149059 152697 161787 162013 165402 170454 175313 175869 182744 182854 183636 187852 191435 193532 200126 200438 202179 220272 221294 223808 241417 242534 244232 255857 256063 256497 264225 266312* 277102 282976 283255 285422 296983 297411 303277 307800 313563 314186 324171 326363 328040 334851 337516 339331 347887 348344 352798 359409 360360 360443 369798 372423 374067 381114 386334 387132 392377 392519 399895