Iir.184 Erster Blatt 184. Zahrgang Donnerstag, 9. August 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krantturt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vriihl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Unter dem Eindruck der nationalen Trauerfeier für den Heimgegangenen Generalfeldmarschall in seiner Ruhestätte, dem - - ' ' ■ ? siegte- Saarbrücken, 8. August (DNB.) Die K e - gierungskommisfion des Saargebiets hat heute eine Verfügung erlassen, in der sie sich weigert, der gemeldeten heutigen Entscheidung des Untersuchungsgerichtes entsprechend die beschlagnahmten Akten der Landesleitung der Deutschen Front und der „Saarkorrespondenzfrei zugeben. Sie begründet ihre Ablehnung mit der Berufung auf das allgemeine Landrecht als Präventivmaßnahme. Wenn irgend noch ein Zweifel daran möglich war, daß die Regierungskommission des Saar- gebietes die Geschäfte landfremder Elemente besorgt und gegen die saardeutsche Bevölkerung parteiisch eingestellt ist, so ist dieser Zweifel nunmehr beseitigt. 3n ihrer von Emigranten einseitig bestimmten Einstellung Oie innerpolitische Spannung in Frankreich. Eine Erklärung Doumergues. Oer Terror der Litauer im Memettand. Erklärungen des Justizministers. gesandt: „Für die herzlichen und teilnehmenden Worte, mit denen Sie Ihrer und der freien Stadt D a n - ■ ' ' : anläßlich des Hinscheidens Ihres —.seres altverehrten Reichspräsidenten, zum Ausdruck brachten, spreche ich Ihnen meinen wärm st en Dank aus. gez. Adolf H 1 t l e r. hat. ll..„-, ... , aber Beunruhigung der Offener Rechtsbruch der Saar-Regierung. Oie Deutsche Front erfährt Gerechtigkeit durch richterliche Entscheidung, die Saar Regierung verweigert die Ourchsührung des Urteils. Oer Führer dankt Oanzig. Danzig, 8. .Aug. (DNB.) Reichskanzler Adolf i t l e r hat an den Danziger Senatspräsidenten r. Rauschning folgendes Danktelegramm des Volkes. Obwohl Hitler durch die national- ozialiftische Revolution und durch die tatsächliche Macht es nicht notwendig hätte, versäumt er doch nicht, das Volk in jeder bedeutenden ' genheit um seine Meinung zu Gerade deshalb hat dieses zu seiner Füh- Eine ernste Frage stellt sich immer dringender an Herrn Knox: Ist man gewillt, derartige Greue lphantasien und Schmähungen weiterhin zu dulden? Ist es mit den sonst so strengen Ansichten über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung vereinbar, wenn man Darstellungen und Beleidigungen ungeschoren läßt, die offensichtlich die Auspeitschung und ~ Bevölkerung be- Saarbrücken, 8.Aug. (DNB.) Der Untersuchungsrichter des Saargebietes hat auf die Beschwerde der Landesleitung der Deutschen Front und der Saarkorrespondenz eine Verfügung erlassen, nach der die von der Regierungskommifsion veranlaßte B e - schtagnahme der Akten am 24. Juli z u Unrecht erfolgt und sofort aufzuheben sei. Zum allgemeinen Befremden der Saarbevölke- rung hatte sich die Regierungskommission bekanntlich am 24. Juli veranlaßt gesehen, mit schärfsten und einschneidendsten Maßnahmen gegen Pie Landesleitung der Deutschen Front und die Nachrichtenbüros, DNB. und Saarkorrespondenz, vorzugehen. An diesen Stellen fanden unter Heranziehung eines beträchtlichen Polizeiaufgebots, das auf Fahndung nach Verbrechern schließen ließ, am 24. Juli Haussuchungen statt. Sämtliche Akten wurden beschlagnahmt. Diesem Vorgehen war der ungeheuerliche, völlig unbegründete Verdacht der Aufreizung zum Morde und die Vermutung einer Mittäterschaft an dem Attentat auf den Emigranten - Kommissar M a ch t s zugrunde gelegt. Drei Bürohäuser der Deutschen Front wurden sogar für sechs Tage versiegelt, so daß die gesamten Arbeiten der fr a g e n. Gerade deshalb hat dieses zu seiner Führung tiefstes Vertrauen." In Gegensatz dazu stellt das Blatt die österreichischen Verhältnisse, wo Dollfuß zwar auch unumschränkt zu regieren hatte, wo es aber allein im Verlauf dieses Jahres zwei heftige Revolutionen gab, die nicht weit vom Bürgerkrieg entfernt waren. Wörtlich schließt das Blatt: „Es ist daher eine bedeutsame Belehrung, daß in den Angelegenheiten der internationalen Politik, die natürlich auch unsere Außenpolitik betrifft, die Welt nicht nur mit Hit- l e r zu tun hat, sondern stets auch mit dem gesamten Deutschen Reich und dem Volk, das in sich denselben Geist hegt als sein nunmehr unumschränkter Führer Adolf Hitler." denskabinetts geübte Kritik und gleichzeitig als Stellungnahme zu der allenthalben sich geltend machenden innerpolitischen Spannung anzusehen sind. Der Ministerpräsident scheint ganz bestimmte Pläne zu verfolgen, über die er sich jedoch erst äußern will, wenn er nach reiflicher lieber- legung eine Entscheidung getroffen hat. Im übrigen führte er aus, von gewisser Seite werde behauptet, daß das von ihm unternommene Werk noch keine großen Ergebnisse gezeitigt habe. Man brauche sich darüber nicht zu wundern. Er habe sich stets gegen die Anmaßung verwahrt, Wunder vollbringen zu können. Jeder Neuaufbau erfordere eine gewisse Zeit. Diese Zeit könne je nach den Begleitumständen kurz oder lang sein. Sie werde kurz sein, wenn man es nicht darauf absehe, die Bedeutung der unternommenen Anstrengungen herabzusetzen und zu kritisieren und das wachsende Vertrauen zu vernichten. Sie werde lang sein und könne sogar zu einem Mißerfolg führen, wenn man, statt zur Geduld zu mahnen und m i t z u h e l - s e n, das Vertrauen zu stärken, beides zerstöre. In diesen schwierigen Zeitläufen fielen die Geduld und das Vertrauen für das Gelingen entscheidend ins Gewicht. Neue Unruhen in Algier. 11 Tote. P a r i s, 9. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Nicht nur in Constantine, sondern auch an anderen Orten von Algerien ist es zu neuen judenfeind- ljchen Ausbreitungen gekommen. In Ain-Beda büßten dabei, wie der „Matin" berichtet, 11 jüdische Bewohner, sechs Frauen und fünf Männer, das Leben ein. Sämtliche Leichen weisen, wie in Constantine, Halsschnitte auf. Gerüchtweise verlautet, daß Truppen nach einer Stelle in Inner-Algerien abgegangen sind, wo man Unruhen zu befürchten scheint. Der in Sonftantine angetommene Generalgouverneur von Algerien, C a r d e, hat im Laufe des Mittwoch lange Unterredungen mit Abordnungen der muselmanischen und der jüdischen Bevölkerung gehabt. Tannenberg-Denkmal, hat die r u n g beschlossen, am 2 6. Augu hielten Erinnerungsfeiern an Schlacht von Tannenberg ftattfinben zu lassen. Kowno, 8. Aug. (DNB.) Außer dem Landtagspräsidenten Dreßler werden jetzt noch drei weitere führende Persönlichkeiten im Memelgebiet durch den Untersuchungsrichter von Schaulen verhört und bis zum Ablauf des Versah- rens unter Polizeiaufsicht gestellt. Der litauische Ju st i z m i n i st er erklärte in einer Unterredung zur Frage des Verfahrens, daß bisher 1237 Personen verhört worden sind. Von diesen wurden 142 als beschuldigt zur Verantwortung gezogen. 15 von ihnen sind geflüchtet, einer ist ermordet worden. 86 befinden sich in Gefängnissen, gegen das nakionalbewußle Deutsch- tum hat sie sich nun schon zu einer offenen Nichtachtung richterlicher Autorität hinreihen lassen. 7Nit dieser Entscheidung hat sie sich in bewußten Gegensatz zu den im Saatgebiet geltenden R e ch t s g r u n d s ä h e n gestellt. Die Lage ist damit eindeutig geklärt. Saarseparatisten schänden Kriegergräber. Saarbrücken, 9. August (DNB. Funkspruch). Anläßlich der 64. Wiederkehr des Jahrestages der Erstürmung der Spicherer Höhen waren die Kriegergräber in ^-absterdick mit Kränzen und Schleifen geschmückt worden. Mittwochmorgen rissen nun drei separatistische Rowdys die Schleifen ab und traten sie unter den Rufen „Frei Saar!" in den Schmutz. Saarbrücken, 9. 2lug. fd>ulnod>rid>ten. Der Göttinger Privatbozent Dr. E. Hoffmann erhielt einen Lehrauftrag für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Marburg. Der ordentliche Professor der Geographie an der Universität FrankfurtDr. Walter B e h r m a n n ist von der Geographischen Gesellschaft in Hannover dum Ehrenmitglied ernannt worden. $u ordentlichen Mitgliedern der Sächsischen Aka- demie der Wissenschaften in Leipzig wurden gewählt: die Professoren Dr. van der Waerden (Leipzig), Dr. Heinrich Schmitthenner (Leipzig) und Dr. Robert König (Jena), zu korrespondierenden Mitgliedern bie Professoren Dr. Herbert Meyer (Göttingen), Claudius Freiherr von Schwerin (Freibura i. Br.), Dr. Moritz Wlas» sa k (Wien) und Dr. Forsten Car leman (Stockholm). rw So sdurJLteln. KURMARK'RAUCH ER „KURMARK Ist wieder da, ? Das war eine Freude; als ich3hre Bekanntmachung ober die neue KURMARK 2u,3ilfe.las. 3d t ging sofort Tu, einem» die Fackung ist aussergewöhnlich, schon, und dann,—die Ggaretfe selbst ! 3ch, als alter Gganetienraucher muss 3hnen, gestehen,.dass ich, etwas soWundei volles noch, nickt geraucht habe. 3dt beglückwünsche Sie Tu. dieser unübertre^lidien, Meisterleistung. AlhcitKURMARK "heisst nunmehr meine Devese. 72 -3 3 WW i 5 - He it. irisch ?in Ze- )ie sie 16. ien iur or- er« ine im Kämpfe im Kernen Osten unfein: nächstens werden Flug^ wartet. In einigen kleinen (Si Aus aller Welt nach über Bahia. gegen den jetzt bestehenden Zustand wesentlich erweitern. Eine weitere Vorlage betreffe den Diensteid Angriff gegen die kommunistischen Stellungen ternehmen. Gowjetrußland im Hintergrund. Sirnla, 8.Aug. (DNB.) 400 chinesische und 2000 muselmanische Soldaten marschierten, wie Reuter meldet, unter dem Kommando des Generals Kun - Elly Beinhorn vor dem Start zum großen Amerikaflug. Aus Colon (Panama) wird gemeldet: Elly Beinhorn hat ihre Probeflüge beendet. Der Start zu ihrem großen Fluge durch Mittel- und Nordamerika ist vorläufig auf Freitag festgesetzt. Die deutsche Fliegerin wurde von den amerikanischen Militärfliegern auf das herzlichste ausgenommen. Sie ist Gast des kommandierenden Offiziers, France Field, in Colon. In der letzten Woche regnete es sehr stark, und es wären drei leichte Erdbeben zu verspüren. Der amerikanische Zeitungskönig Hearst in Deutschland. Der amerikanische Zeitungskönig Hearst weilte dieser Tage in Heidelberg und fuhr von dort in die Schweiz weiter. Er wird aber in nächster Zeit wieder nach Deutschland zurückkehren, um in Bad-Nauheim eine Kur zu gebrauchen. Besuch aus Holland in München und Oberammergau. In München traf eine Gesellschaft einer holländischen Tageszeitung, bestehend aus 130 Personen, unter Führung des Direktors Rudolf Fliffers ein, von wo die Reife nach Oberammergau zum Chinesischer Lleberfall in Mnkden. Schanghai, 8. Aug. (DNB.) Wie China Preß meldet, haben 500 chinesische Auf st än - dische versucht, in die Stadt Mukden einzu- dringen, um den von den Japanern verhafteten Hauptmann Tenzenmei zu befreien. Die chinesischen Aufständischen, die sich in kleinen Gruppen gesammelt hatten, haben versucht, das Gefängnis zu stürmen, wurden aber sofort von japanischer Infanterie mit Maschinengewehren und Minenwerfern auseinandergetrieben. Bei den Kämpfen sind auf beiden Sei - ten viele Tote und Verwundete zu verzeichnen. Der Versuch, den verhafteten Anführer zu befreien, ist jedoch mißlungen. In Mukden wurde daraufhinß der kleine Belagerungszustand verhängt. Oie Kommunisten regen sich. Nanking, 8. Aug. (DNB.) Die erbitterten Kämpfe, die zwischen chinesischen Regierungstruppen und kommunistischen Aufständischen in der Nähe von Fut -- schau im Gange sind, haben insgesamt etwa 10 000 Tote und Verwundete gekostet. Die kommunistischen Truppen, die das ganze Gebiet im Nordwesten der Stadt Futschau besetzt haben, werden von dem kommunistischen Agitator Ts chude geführt, der seine militärische Ausbildung in Moskau erhalten hat und als einer der eifrigsten Anhänger Trotzkis bekannt war. Tschude hat sich später mit Stalin versöhnt und ist in seine Heimat zurückgekehrt, wo er unter den chinesischen Kommunisten eine führende Stellung erringen konnte. Angesichts des unaufhaltsamen Vormarsches der Äommuniften wurde in Futschau der Belagerungszustand verhängt. Die chinesische Regierung hat Verstärkungen angefordert, um die Stadt Futschau zu retten. Chinesische Flugzeuge sollen bereits am Donnerstag einen entscheidenden Mandschurisches Munitionslager explodiert. TIchangtIchun, 8. Aug. (DNB.) In San- fin bei Kirin explodierte ein mandschurisches Munitionslager. Nach den bisher vorliegenden Meldungen hat das Unglück 22 Todesopfer gefordert. 18 Tote bei einem Autobusunglück in polen. Lin Autobus der Linie Warschau—Bialystok stürzte. wahrscheinlich infolge Platzens eines Reifens, von einer Brücke in den Bug. Dabei sind 18 von 21 Fahrgästen ertrunken. Drei Personen konnten rechtzeitig abspringen. Sie zogen sich aber dabei schwere Verletzungen zu. Feuerwehrleute aus dem benachbarten Dorfe Sa- downe arbeiteten mit aller Kraft, um den Autobus zu bergen, es gelang ihnen jedoch nur, ihn an eine seichtere Stelle des Flusses zu ziehen. Infolge mangels an technischen Hilfsmitteln konnten die Arbeiten nicht fortgesetzt werden. Marinetaucher werden an der Unglücksstelle erwartet. „Gras Zeppelin" fliegt nach Rio. Das Luftschiff „Graf Zeppelin tft zwölfstündigem Aufenthalt in Pernambuco am Mittwochmittag zu seiner Weitersahrt nach Rw de Janeiro aufgestiegen und stand nach Mitteilungen der Deutschen Seewarte um 19.30 Uhr MEZ. Die Reform der Evangelischen Kirche Der Ginn und die Bedeutung der Nationalsynode. gchenhan, Leiter der Friedensabordnung von Urumchi, in Kaschgar ein. Die Besetzung der Stadt brachte für das britische Konsulat eine große Erleichterung, denn seit der Niederlage und dem Rückzug der tunganesischen Rebellen war die Lage in Kasch gar sehr heikel. Während der Zwischenregierung hatten Diebesbanden zu plündern begonnen. Weitere aus Weißrussen gebildete Truppen sollen schon in Aksu und Maralbashi eingetroffen fein; nächstens werden Flugzeuge in Kasch gar erwartet. In einigen kleinen Garnisonen sind von den Chinesen Züge in Richtung nach Parkand ab gelassen worden. Es scheint, daß d i e Chinesen stark auf sowjetrussischen Beistand rechnen können. Es verlautet gerüchtweise, daß der russische Generalkonsul als Vermittler in den Verhandlungen auftritt, die nach der Niederlage der Tunganen von General Machungy ing geleitet werden; dieser selbst soll von der russischen Konsulatswache über d i e russische Grenze ge« bracht worden sein. Im Augenblick scheint die Lage ruhig, doch deuten gewisse Anzeichen darauf hin, daß Uneinigkeiten zwischen Kungchenhan und dem Befehlshaber der muselmanischen Abteilung neue Wirren herbeiführen können. Gründe die nötigen Schlußfolgerungen zieht. Der Vekenntnisstand und der Kulturstand, wie Gesangbuch, Gebete usw.» würde nach der Hebung erhalten bleiben, so wie es in den einzelnen Gemeinden oder Landschaften geschichtlich geworden ist. Ein Sondergesetz werde für die Reformierte Kirche vorgelegt. Gegen den Willen der Reformierten Landeskirche solle ein Bekenntnisgesetz nicht ergehen dürfen, um jede Gewissensverwalti- gung zu verbieten. Das Gesetz werde den Zustand und die Sicherheit des reformierten Bekenntnisses Berlin, 8. Aug. (DNB.) Die Nationalsynode der Deutschen Evangelischen Kirche tritt am Donnerstagmittag im Preußen- Haus zu einer außerordentlich wichtigen Tagung zusammen. Die Beschlüsse und Auswirkungen dieser Tagung werden, wie der Rechts- roalter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jaeger, am Mittwochabend in einer Pressebesprechung ausführte, von entscheidender Bedeutung für die' Befriedung der Kirche sein. Ministerialdirektor Jaeger gab einen Ueberblick über das Entstehen und die Entwicklung der einzelnen Landeskirchen. Mit dein Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution sei die Erkenntnis wachgeworden, daß alles, was innerhalb eines Volkes vor sich gehe, in lebendigem Zusammenhang miteinander stehe, und daß eine evangelische Kirche nichts anderes fein könne, als ein Organismus, der Organ und Glied des Volks- ganzen fei. Der Kern aller Fragen fei: Was muß eine evangelische Kirche, die an sich den Grundsatz hat, mit dem Volkstum zu leben, tun, um mit den Veränderungen, die innerhalb des Volkstums vorsichgegangen find, in Einklang zu stehen? Den wichtigsten Vorgang des letzten Jahres hätten die Eingliederungsgesetze gebildet. Die Aufnahme der Landeskirche in ein noch innigeres Verhältnis zur Reichskirche bedeute praktisch, daß die Gesetzgebung der einzelnen Landeskirchen nunmehr auf die Reichskirche übergegangen sei. Der Zug zur Zusammenfassung habe es nötig gemacht, auch in der evangelischen Kirche eine E i n- 5 e i t hervorzubringen, die die Basis und das Werkzeug fein sollte, daß sich wirklich die Kräfte entfalten und die Aufgaben gelöst werden können, die man einer evangelischen Kirche in ihrer Stellung zum Volksganzen zumuten müsse. Es gibt, wie Ministerialdirektor Jäger weiter ausführte, heute nur noch drei kleine Kirchen, die noch nicht eingegliedert sind: Bayern, Württemberg und die Reformierte Landeskirche Hannover mit dem Sitz in Aurich. Für die Aufnahme der letzteren werde der Synode ein besonderes Gesetz vorgelegt, das dazu führen werde, daß alle törichten Angriffe verstummen, es sei gegen Gesetz und Recht gehandelt worden. Es handele sich nicht um eine formale, knöcherne Anwendung des Rechtes, sondern um die Benutzung des Rechtes der lebendigen Fortentwicklung der Sache. Damit das Gerede von Verfaffungsbruch und Rechtswidrigkeit verschwinde, würden der Rationalsynode alle bisherigen Maßnahmen gesetzmäßiger und verwaltungsmäßiger Art zur Beschlußfassung unterbreitet. Die Rationalsynode solle ihr Votum abgeben, daß diese Maßnahmen in ihrer Rechtmäßigkeit bestehen. Nachdem dieser legale Schlußstrich gezogen sei, werde es weiter daraus ankommen, bie E i n glie- berung z u vervollkommnen unb auf bas ganze Gebiet b er Reichskirche auszu- behnen, also auch auf bie L ä n b e r k i r ch e n , bie sich bisher noch oppositionell gestellt haben. Das werbe dadurch geschehen, baß bie Gesetzgebungsgewalt fortan allein bei b er Reichskirche ausgeübt werbe. Dabei werbe bie Bestimmung getroffen, daß der Zeitpunkt und der örtliche Bereich, wann dies bezüglich der noch nicht eingegliederten Länderkirchen der Fall fein soll, erst burd) ben Rechtswalter ber Deutschen Evangelischen Kirche bestimmt werben. Es werbe also badurch Raum zu einer Besinnung gegeben. Die kirchenpolitische Linie werde nicht mehr von parlamentarischen Sitten bestimmt sein, sondern von der Reichskirchenleitung im Einklang mit der Gesamtführung des Volkes bestimmt werden. In einem neuen Gesetz werde deshalb die Bestimmung getroffen, daß in Zukunft in der Synode nicht mehr abgestimmt wird, sondern daß in brüderlicher Aussprache die Meinung festgestellt werden soll und die Lirchenleitung aus dem Schwergewicht der ber Geistlichen unb ber Kir ch enb e am- t e n. Hauptpunkte bei bem Eid seien Anerkennung des Führers, Anerkennung des VÄkstumes und Opferbereitschaft dafür, sowie Einsetzen für den speziell kirchlichen Dienst. Schließlich beschäftigt sich ein Gesetz mit der Beflaggung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden. Die kirchliche Beflaggung sei roeoer eine Bekenntnisfrage, noch eine Kulturfrage, sondern eine Frage im irdischen Raum unb eine Frage bes Zusammenhangs mit ber Volksgemeinschaft. Die Kirchen- unb Kirchengebäude dürften daher keine anderen Flagaen mehr zeigen, als die allgemeinen Flaggen der Volksgemeinschaft. Weitere wichtige organische Fragen würden voraussichtlich auf einer neuen Nationalsynode :~ September ober Oktober behanbelt werden. Besuch des Passionsspieles fortgesetzt wurde. Anschließend unternehmen bie Holländer eine Autotour durch das bayerische Alpengebiet und treffen nach einer Besichtigung des Schlosses Neuschwanstein wieder in München ein, wo die Sehenswürdigkeiten der Stadt in Augenschein genommen werden. Dann geht die Reise über Mainz und Köln nach Holland zurück. Hinrichtung eines kuabenmörbers. Im Landgerichtsgefängnis Weiben (Oberpfalz) wurde der wegen Mordes an dem 12jährigen Knaben Joseph Fischer aus Großsterz verurteilte Alex Schicker von Mitterteich hingerichtet. Der Hinrichtung wohnten die Vertreter des Stadtrates, der zuständigen Behörden und einige wenige Pressevertreter bei. Vergiftungstob eines Moselwinzers. Aus Nvvian (Kreis Bern kastel an der Mosel) wird gemeldet: Als der Winzer Karl Clemens die Spritzbrühe zur Bekämpfung der Rebschädlinge bereitete, muß er durch einen unglücklichen Zufall Rohnikotin in den Mund bekommen haben. Die Angehörigen gaben ihm sofort Milch zu trinken und holten einen Arzt. Die Vergiftung war aber so schwer, baß der Mann noch vor Eintreffen des Arztes verschied. Explosion in einer oberschlesischen Eisenhütte. — Vier Arbeiter schwer verbrannt Auf ber Katharinenhütte in Sosnowitz (D. S.) ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall. Als vier Arbeiter bamit beschäftigt waren, mehrere Eisenblöcke zum Einschmelzen in den Schmelztiegel zu werfen, erfolgte plötzlich aus bisher unbekannter Ursache eine Explosion. Von der aufspringenden, weißglühenden Eisenmasse wurden alle vier Arbeiter schwer verbrannt. Sie wurden ins Krankenhaus geschafft, wo sie hoffnungslos darnieder* liegen. Dammbruch in Oberösterreich. Der Damm des Klausteiches am Naarn-Fluß bei Königswiesen in Oberösterreich ist geborsten. Das Teichwehr ist das größte Oesterreichs. Die Gewalt der lieberflutung war so ungeheuer stark, daß viele Bäume entwurzelt und mächtige Felsblöcke fortgeschwemmt wurden. Wiesen unb Fluren wurden verwüstet und die am Flußlauf liegenden Mühlen und Sägewerke zerstört. Außerdem wurden bie im Teiche gehaltenen Fische mit ben Wassern abgetrieben. korruptionsskandal in Sübslawien. Die halbamtliche Agentur Avala in Beigrab veröffentlicht eine Erklärung über eine Kvrrup» tionsangelegenheit, bie schon seit einigen Wochen großes Aufsehen erregt. In ber Erklärung heißt es, daß bei einigen Unternehmungen Mißbräuche festgestellt wurden, die sich zum Schaden der Staatskasse ausgewirkt hätten. Es habe sich gezeigt, baß biefe Mißbräuche mit Beihilfe einzelner Privat-Angestellten burchgeführt worben feien, unb bie Behörden hätten infolgebeffen in Effeg unb auch in anberen Stäbten mehrere Verhaftungen veranlaßt. Die über bie Angelegenheit verbreiteten Gerüchte feien jeboch, sowohl was bie Schabenssumme als auch bie in bie Aegelegen- heit verwickelten Persönlichkeiten betreffe, falsch. Nach Abschluß ber Untersuchung werbe eine zu- sammenfasfende Darstellung aller Erhebungen erscheinen. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, bezieht sich biefe; Erklärung ber Avala auf bie slavonische Holzinbustrie-Gesellschaft Maschitza, ber I Steuerhinterziehung unb aktive Beam- ■ tenbeftedjung vorgeworfen wirb. Die in ber ' Erklärung erwähnten Gerüchte über bie Schadens- I summe finb phantastisch, ba sie bis zu brei Mil- i starben Dinar (171 Millionen Mark) gehen. Die Ge- ! rächte über bie in bie Angelegenheit verwickelten i Persönlichkeiten betreffen ehemalige Minister unb i aktive Abgeorbnete. Man sieht baher mit großer i Spannung bem angetünbigten amtlichen Bericht entgegen, ber bie Zusammenhänge ber Angelegenheit, mit ber sich bereits ber Ministerrat einige Male befaßt hat, erhellen soll. , Eisenbahnunglück in Bulgarien. — Fünf lote, elf Verletzte. Infolge falscher Weichenstellung ereignete sich : auf ber Strecke Sofia—Küstendil ein schweres Eisenbahnunglück. Ein Wagen eines Personenzuges entgleiste in der Nähe des Bahn- * Hofs Radomir und stürzte um. Fünf Reisende wur- - den getötet, während elf weitere verletzt , wurden. Von den Verletzten hatten acht so schwere i Verletzungen erlitten, daß sie ins Krankenhaus ge- i bracht werden mußten. Die übrigen drei konnten nach Anlegung von Verbänden in ihre Wohnunaen entlassen werden. Der Verkehrsminister und der Direktor der Bulgarischen Eisenbahnen haben sich sofort an die Unglücksstätte begehen. Italienische Mischer im Kampf mit Delphinen. In Spezia sah sich eine italienische Fischerflotte, die am frühen Morgen ausgefahren war, plötzlich von einem Schwarm von Delphinen umringt. Diese griffen ein Boot an, das seine Netze bereits ausgeworfen hatte. Um ein Kentern des Bootes zu vermeiden, stürzten sich die Fischer mit Messern ins Meer und töteten nach erbittertem Kampfe drei Delphine von je 90 Kilogramm Gewicht. Drei Kinder in einer Kiesgrube erstickt. In Holbäk auf Seeland erstickten, einem Funkspruch aus Kopenhagen zufolge, drei Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren beim Spielen in einer Kiesgrube. Plötzlich kamen die Kiesmassen in Bewegung und verschütteten die Kinder. Als das Unglück entdeckt war, waren sie bereits tot. Neue Hitzewelle über Amerika. Eine neue Hitzewelle hat, wie aus Neuyork gemeldet wird, fast den ganzen Mittelwesten heimgesucht und verursacht stellenweise den größten Schaden und unbeschreibliche Qualen. Im Staate Iowa sind bereits vier Menschen infolge der Hitze ums Leben gekommen. In Kansas City stieg das Quecksilber auf 43 Grad Celsius und in Springfields (Illinois) auf über 40 Grad. An vielen Orten wird die Hitze durch außerordentlich heißen Wind ins unerträgliche gesteigert. Die Qualen, die das Vieh auszustehen hat, sind geradezu entsetzlich. Präsident Roosevelt, der gegenwärtig durch die von der Dürre besonders heim- gesuchten Landstriche reist, erklärte nach einer Fahrt durch Nord-Dakota, daß die Regierung alle nur möglichen Maßnahmen ergreifen werde, um den Folgen der Dürre zu begegnen. * Aus dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten werden Rekordtemperaturen gemeldet. So zeigte in Ottumwa (Iowa) das Thermometer 46 Grad Celsius, in Quincy (Illinois) 43,3 Grad Celsius. In den letzten 53 Jahren waren als Höchsttemperatur nur 45 Grad Celsius gemessen worden. Auf Anordnung der amerikanischen Regierung sind bereits eine Million Stück Vieh aus den Dürregebieten geschlachtet worden, um ein Verdursten und Verhungern der Tiere zu verhindern. 850 000 Stück Vieh sind weiterhin zur Not- fchlachtung aufgekauft worden. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß weitere 5 000 000 Stück Vieh geschlachtet werden müssen, ehe die Lage auf dem Viehmarkt wieder normal ist. Gasexplosion verursacht Panik in einem Neuyorker Wolkenkratzer. Eine gewaltige Panik entstand durch eine Gasexplosion in einem Neuyorker Wolkenkratzer. Das Gebäude, das 22 Stockwerke zählt, ist nur für Wohnzwecke bestimmt und in lauter Kleinwohnungen aufgeteilt. Durch die Gasexplosion wurde das Dachstockwerk vollständig vernichtet, sämtliche Zwischenwände, Türen und Fenster wurden eingedrückt. In den darunter gelegenen Stockwerken ergriffen die Bewohner hals über Kopf die Flucht, da sie mit einem Einsturz des Gebäudes rechneten. Glücklicherweise waren durch die Explosion die Fahrstühle nicht außer Betrieb gesetzt worden. Im Hause selbst wurde niemand verletzt. Dagegen gab es auf der Straße eine ganze Anzahl ernstlicher Verletzungen durch herabfallende Glasscherben und Trümmer. Mehrfach wurden Autodächer von Ziegelsteinen durchschlagen. Eine Bewohnerin des Hauses wurde mit schwerer Gasvergiftung aufgefunden. Die Explosion ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß ein Hausbewohner, der auf Ferienreise gegangen ist, seinen Gashahn offenstehen ließ. Ruhr-Masienerkrankungen in USA. In Jersey City und Umgebung find 160 Personen an Ruhr erkrankt. Sechs Krankheitsfälle verliefen tödlich. Die Behörden halten es für möglich, daß die Krankheit durch den Genuß von nicht einwandfreiem Speiseeis und anderen Genußmitteln, die von Straßenhändlern verkauft worden find, eine solche Ausbreitung erfahren hat. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Von den Krankenhäusern sind der Bevölkerung Vorbeugungsmaßnahmen empfohlen worden. V/2 Milliarden Dollar vor Erdbeben gesichert. Gold im Werte von l1/2 Milliarden Dollar wurde aus der Münze in San Franzisko nach Denver im Staate Colorado übergeführt. Die Maßnahme wird vom Schatzamt damit begründet, daß eine solche Goldmenge nicht in einem häufig von Erdbeben heimgesuchten Gebiet aufbewahrt werden dürfe. Feuersbrunst im Eingeborenenviertel von Singapur. In Singapur wurden Tausende von Eingeborenen durch ein Feuer obdachlos, das große Teile des Eingeborenenviertels zerstört hat. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Textilarbeiterstreik in Neuyork. Neuyork, 8. Aug. (DNB.) Etwa 21000 Arbeiter der W i r k w a r e n i n d u st r i e sind in der Stadt Neuyork, sowie in verschiedenen Nachbarstädten im Staate Neujersey am Mittwoch in den Streik getreten. Die Arbeiter verlangen u. a. die Einführung der 35-Stundenwoche und die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Insgesamt sind von dem Streik über 300 Fabriken betroffen. Kunst und Wissenschaft. Die Anthropologen-Tagung in Speyer. Die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte in Speyer brachte am Hauptsitzungstage eine Anzahl interessanter Vorträge. Professor Dr. T u ck e r m-a n n - Mannheim sprach über den geographischen Raum des Saargebiets. Professor Dr. Roche-Leipzig sprach über das schwierige Thema der Rassenkunde der Kelten. Professor Dr. Behrens-Mainz behandelte die Germanisierung des linken R h e i n u f e r s. Er kam zu dem Ergebnis, daß zum Schluß der germanischen Völkerwanderung die Germanen den südlichen Teil des linken Rheinufers, die Franken den nördlichen Teil in Besitz nahmen. Professor Dr. Krause-Leipzig sprach über die kulturgeschichtlichen Beziehungen der westlichen Grenzmark. Gerichtsassessor Dr. Grote n, St. Wendel beleuchtete die Saarfrage vom rechtlichen Standpunkt aus. Das deutsche VolksSildungswerk. Durchführungsbestimmungen des Amtes für Ausbildung. Die NSK. veröffentlicht die vom Amt für Ausbildung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" erlassenen neuen sehr umfangreichen Durchführungsbestimmungen, in denen es u. a. heißt: Das Amt für Ausbildung stellt sich bewußt hinein in die Feierabend-Organisation des Werkes „Kraft durch Freude". Damit setzt es sich bestimmte Grenzen. Wir wollen dem deutschen Menschen außerhalb seines Berufes — am Feierabend — die Möglichkeit schaffen, sich eine gediegene zusähtiche Allgemeinbitdung zu erarbeiten. Damit schließen wir bewußt alle Fach- und Berufsausbildung, als nicht in den Rahmen unseres Werkes gehörig, aus. Wir werden den gesamten Dolksausbildungsapparat in Deutschland (Dolkshochschulwesen) für unsere Organisation erfassen und erneuern. Um dies erfolgreich durchzuführen, ist es dringend notwendig, dem Bildungsbegriff einen neuen Inhalt und eine neue Richtung zu geben. Wir bauen das Amt für Ausbildung (und darin also die Organisation der das ganze Volk erfassenden zusätzlichen Allgemeinausbildung) in enger Z u- sammenarbeit mit der Nordischen Gesellschaft in Lübeck auf, deren ungeheuer wichtige, mühsam erarbeitete Erkenntnisse wir weitgehend zu verwerten gedenken. Daneben stellen wir die gesamte Durchführung von Vortragskursen,' Ferienlagern, Arbeitsgemeinschaften usw. auf das Fundament der nationalsozialistischen Weltanschauung, weil uns in ihr der Schicksalsweg des deutschen Volkes aufgezeigt ist. Von dieser Grundhaltung aus vermögen wir den Bildungsbegriff in völlig andersartiger Weise, als das bisher geschehen ist, neuen Inhalt und neue Richtung zu geben. War bisher jede Aneignung von Bildung lediglich eine Möglichkeit, Wertunterschiede, damit aber Mißtrauen und Verachtung zwi- sch den deutschen Menschen aufzurichten, hfo wollen wir nun ganz im Gegensatz dazu das umfassende Gebiet von Wissen und Bildung so auswerten, daß es zu einem tragfähigen Fundament einer deutschen Volksgemeinschaft wird, in welcher sich das Hochgefühl einer deutschen Arbeitsgemeinschaft ausprägt. Die von uns gewollte und gepflgete Allgemeinbildung erfaßt drei Bildungsgebiete von unabsehbarer Wichtigkeit: sie gestaltet sich als weltanschauliche, charakterliche, künstlerische Bildung und Erziehung. Der Unterricht darf nichts Schulmäßiges, Langweilendes an sich haben, darf auch nicht lediglich in einer Häufung von Wissen und Bildung bestehen. Nicht Lehrstunden sollen geboten werden, sondern Kraft durch Freude soll vermittelt werden. Anschauung und Lebendigkeit sind die Grundforderungen, um Interesse zu gewährleisten. Neben Vortragskursen, die packend und einfach, lebendig und begeisternd zu gestalten sind, richten wir Ferienlager und Arbeitsgemeinschaften zum Zweck der Erweiterung und Vertiefung auf allen Bildungs- und Wisfengebieten ein. Um die nationalsozialistische Grundhaltung in allen Veranstaltungen zu gewährleisten, bedürfen wir besonders geeigneter und geschulter Lehrkräfte. Wir brauchen zwei bis drei Schulungsburgen, in hervorragend schöner für unser Volkstum charakteristisch gelegener Gegend, die nach Art der Gauschulen einzurichten sind. Dort ist in etwa vier- bis sechswöchigen Kursen ein Stab von Lehrkräften heranzubilden. Von der restlosen Zuverlässigkeit der geeigneten Lehrkräfte hängt der Erfolg unserer Arbeit ab. Diese besonders geschulten Kräfte find zunächst einmal in den einzelnen Unterrichtsanstalten als Prediger unseres Wollens einzusetzen, um so Zellenarbeit Innerhalb der einzelnen Lehrkörper zu treiben. Ein sicheres und durchschlagendes Propaganda- mittel für unser Bildungswerk wird eine eigene Monatsschrift fein, die wir zu möglichst billigem Preise als Organ des Amtes für Ausbildung (welches sich mit der Bildungsorganifation im großen und ganzen deckt) herausgeben werden. Wir werden die vorhandenen Einrichtungen des deutschen Volkshochschulwesens nicht etwa zerschlagen, sondern unserem Kulturwerk in weitestem Maße dienstbar machen. Das gesamte Volkshochschulwesen wird zentral zusammengefaht und dem Reichsschulungsamt der NSDAP, und der DAF. als deutsches Volksbildungswerk angeschlossen. In den Großstädten sind mehrere Bildungsanftalten, in den Mittel- und Kleinstädten je eine Bildungsanstalt zu errichten. Auf dem Dorfe hat der Lehrer in Abendkursen, Arbeitsgemeinschaften usw. Bildungsmöglichkeiten entsprechend dem Charakter seines Dorfes zu gestalten. Wir werden einerseits geeignete Dorflehrer im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung schulen, andererseits ihnen unsere Lehrkräfte zur Verfügung stellen. Es ist dem Unwesen Abhilfe zu schaffen, daß die einzelnen Kurse sich in verschiedenen Schulklassen einmieten. Es sind Gebäude zu schaffen oder zu mieten, welche rein äußerlich schon unser Werk gegebenermaßen darstellen. In großzügiger Weise wird so das Dolkshochschul- und Allgemeinbildungswesen, welches den Namen „Deutsches Volksbildungswerk" erhält, durchzuorganisieren sein. — An den Volkshochschulen sind Volksbibliotheken und Volkslesehallen anzugliedern. Die Kurse werden im allgemeinen von Oktober bis Mai jedes Jahres durchzuführen fein. Neben den Winterkursen sind Sommer- und Ferienlager einzurichten. Hervorragend befähigte Kurfusteilnehmer sind den Schulungsburgen zuzuweisen, um in ihnen so einen zuverlässigen Lehrernachwuchs heranzubilden. Der Unterricht wird in dringenden Fällen unentgeltlich zu erteilen fein, während im allgemeinen ein Teilnehmerhonorar zu erheben ist. Wettervoraussage. Da sich das neue Tief recht schnell vorgearbeitet hat, ist das Hochdruckgebiet wesentlich zusammengeschrumpft und verliert feinen Einfluß. Wohl steigt von der Biskaya her das Barometer wieder an, doch erhalten wir zunächst unter den gegebenen Druckoerhältniffen Luftzufuhr von Westen her, so daß sich das Wetter etwas wechselhaft gestalten wird und vereinzelt mit leichten Niederschlägen zu rechnen ist. Auch werden die Temperaturen vorübergehend leichten Rückgang erfahren. Aussichten für Freitag: Wolkig und vorübergehend aufheiternd, noch warm, doch etwas kühler, vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 8. August: mittags • 25,6 Grad Celsius, abends 16 Grad-, am 9. August: morgens 16 Grad. Maximum 25,8 Grad, Minimum 11,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abends 22,7 Grad, am 9. August: morgens 18,8 Grad. — Niederschläge 0,8 Millimeter. — Sonnenscheindauer 10,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Todesanzeige. gestern abend um 11 Uhr im Alter von 75 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. 03868 Heuchelheim, den 8. August 1934. 4606 D Die Beerdigung findet Freitag, den 10. August, nachmittags 6 Uhr. vom Sterbehause Gießener Straße 16 aus statt. Heute morgen 4.15 Uhr entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Heinrich Rinn XII., Landwirt im Alter von 67 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen : Frau Marie Bräuning, geb. Heß Familie Otto Bräuning Karl Walter und Frau Margarete, geb. Bräuning Karl Seipp III. und Frau Marie, geb. Bräuning Ludwig Herzberger und Frau Anna, geb. Bräuning Heinrich Schomber II. und Frau Elise, geb. Bräuning Emma Bräuning Kolbenmühle, Ober-Bessingen, Harbach und Ettingshausen, den 8. August 1934. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. August, nachmittags 2 Uhr, von der Kolbenmühle aus statt In tiefer Trauer: Katharina Rinn, geb. Sack Familie Albert Rinn Familie Wilhelm Rinn Familie Ernst Rinn. Herr fei: uns. Zigarren an Wirten.Private. H.Jürgenseu&Co. Hamburg 22. 4G08v Versieh. - Trager der^Ltadt Gießen sucht für2-3Mon. ^-2 Aushilfskräfte zum Kleben von Jnvalidenmark. Fachkenntnisse envunscht. Schr. Angeb. u. 4607V andenGieß.Anz. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager, Onkel und Paten Herrn Philipp Bräuning Müller und Landwirt Ehrliches,fleißig. Mdchen mit Kochkenntnissen für kleinen Haushalt per 15. August gesucht. Schrift!. Ang. u. 03866 a.d.G.A. Wk oder AUW für 2-3 Lastwagen per sofort zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote u. 03872 andenGieß.Anz. 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Anläßlich des Hinscheidens des Herrn Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten d. Hindenburg fand am Sonntag ein Trauergottesdienst in der überfüllten St. Markus- kirche statt, bei dem Pfarrer Lindenstruth die Predigt hielt. Am Montagmittag versammelten sich auf dem Marktplatz anläßlich der UÜbertragung der Trauerfeier aus dem Reichstag die Angehörigen der hiesigen Betriebe und Behörden, der Schulen und ein großer Teil der Bevölkerung usw., um der Rede des Führers zu lauschen. Am gestrigen Dienstagvormittag trat die hiesige SA. mit ihren Stürmen auf dem Marktplatz an, um die Uebertragung der Trauerfeier von Tannenberg zu hören. An die Uebertragung schloß sich ein Marsch durch die Wei- seler Straße und ein Parademarsch vor ö-en Führern an. Abends fand eine dringliche Stadtratssitzung unter Vorsitz des Beigeordneten H. Weick - Hardt statt, bei der Ortsgruppenleiter Forstaffessor Schneider die Gedenkrede auf den verstorbenen Ehrenbürger unserer Stadt Reichspräsidenten von Hindenburg hielt. Der Stadtrat beschloß an Oberst ft .t. ■y V y* ; ' Die Trauerfeler der PO. auf dem Landgraf-Philipp-Platz während der Ansprache von Oberbürgermeister, Kreisleiter z.d.V. Ritter. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) v. Hindenburg und unseren Führer folgende Telegramme abgehen zu lassen: Herrn Oberst von Hindenburg R e u d e ck. Tieferschüttert von der Nachricht über das Hinscheiden ihres Ehrenbürgers, des Herrn Reichs- . Präsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg, sprechen Verwaltung und Rat der Stadt Butzbach herzliches Beileid und innige Anteilnahme aus. Mit allen Deutschen trauert unsere gesamte Stadtgemeinde um den getreuen Ekkehard des deutschen Volkes. In seinen Taten, geboren aus selbstloser Hingabe für das Vaterland, wird er in den Herzen aller Deutschen ewig fortleben. Verwaltung und R a t der Stadt Butzbach. An den Führer, Berlin. In feierlicher Trauerstunde stehen heute am Begräbnistage unseres verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg, des hohen Ehrenbürgers unserer Stadt, Verwaltung und Rat der Stadt Butzbach in schmerzvollem Gedenken zusammen. Ein Leben voll treuester Pflichterfüllung für das deutsche Vaterland ist dahingegangen. Wir aber erflehen mit dem gesamten deutschen Volk die Hilfe des Allmächtigen, und finden uns unter einer einzigen Führung zusammen mit dem glühenden Wunsche um Kraft für unseren Führer. In Treue Verwaltung und Rat der Stadt Butzbach. Hieran schloß sich nach Schluß der Ratssitzung die Uebertragung der Ueberführung vom Sterbehaus Neudeck nach Hohenstein. Ortsgruppenleiter Forst- assessOr Schneider hielt eine Ansprache und richtete Mahnworte an die Trauerversammlung. Ein Vorbeimarsch der Verbände usw. vor Standartenführer Schäfer beschloß die eindrucksvolle Feier. Die Uebertragung fand auf dem Marktplatz statt. l’cwfctmö (tzics;en 00 Klein-Linden, 8. Aug. In dem Gottesdienst, der am Donnerstagabend stattfand, war unter Glockengeläut in schweigendem Gebet des Heimgegangenen Reichspräsidenten und der Gesalle- nen des großen Krieges gedacht worden. Pfarrer Bremmer sprach von dem gewaltigen Ernst des Krieges und ferner davon, wie die Front die ewige Verantwortung vor Gott erlebt hatte. — Am Sonntag wurde der von der Kirchenbehörde angeordnete Trauergottesdienst für den verstorbenen Reichspräsidenten gehalten. Es beteiligten sich sämtliche NS.-Gliederungen und der Kriegerverein geschlossen daran. Der Posaunenchor leitete die Feier mit Trauermusik ein und begleitete die gemeinsam gelungenen Lieder. Auf Grund des Bibelwortes „Leben wir, so leben wir dem Herrn..sprach Pfarrer Bremmer über das Christenleben des verstorbenen Reichspräsidenten und über den Sieg des Christen über den Tod. Das Wort unsere^Hindenburg an den Reichsbischof „Sorgen Sie dafür, daß in Deutschland Christus verkündigt wird", wurde als fein hohes Vermächtnis und als ein Appell an die christliche Kirche aufgenommen. Nach dem „Vater unser" erklang in die Stille der Gemeinde das Lied vom guten Kameraden. — Am Dienstagabend wurde von der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, mit all ihren Gliederungen eine Hindenburg-Gedenkfeier veranstaltet. Die beiden Männergesangvereine „Nationale Sänger- Vereinigung" und „Arivn" verschönerten die Feier | mit passenden Chorvorträgen. Ortsgruppenleiter Dr. iCrößmann sprach von Hindenburg als dem großen Deutschen. Alsdann erfolgte die Uebertragung der Feierlichkeiten von Neudeck. Danach sprach Sturmführer Becker und schloß mit einem „Sieg- Heil" auf den Führer des deutschen Volkes. Die Feier hinterließ tiefen Eindruck bei allen, die ihr beiwohnten. t Treis a. d. Lda., 8. Aug. Bei. überfüllter Kirche fand am Sonntagvormittag die Trauer» feier für den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Der Pfarrer gab ein packendes Lebensbild des Heimgegangenen und forderte zur Nachfolge feiner Treue, feines Pfltcht- gefühls und feines Glaubens auf. Der Männer- gefangnerem Liederkranz und der Kirchenchor fangen je einen Trauerchor. Der Posaunenchor begleitete die Orgel. — Die D r e s ch a r b e i t e n gehen in unserer Gemeinde rasch vonftatten, da wir hier zwei Dreschmaschinen haben, die beide in Tätigkeit sind. — Da der hiesige Kirchenrechner Heinr. Klein II. wegen seines Alters am 31. März dieses Jahres sein Amt niedergelegt hatte, wurde dieser Tage der vom Kirchenvorstand vorgeschlagene Landwirt' Heinrich Leinweber vom Kreisamt als Kirch en rechner bestätigt und in seinen Dienst eingewiesen. Das Haus im park. Bon Walter perfid) Himbeerrot und weiß tanzen im leichten Wind des frühen Sommers die Kerzen auf und ab in den gewaltigen Kastanien. Die Sonne breitet ihren jfchimmernden Teppich über die sattgrünen Flächen des Rasens und tupft auf gelbe Wege — und dort hinten blickt es weiß und würdig durch wiegende Büsche: das größte und schönste Haus in der kleinen Stadt. Zwischen den beiden Laternen links und rechts von der geschnitzten Tür mit dem blinkenden Messinggriff lieft man die Jahreszahl 1734. * Ja, damals gab es noch Baumeister! Sie bauten nicht für einen Mann. Sie bauten für eine Sippe — und mochte sie sich stolz ausbreiten, das Haus war so, daß jeder von ihnen einmal in seinem Leben zurückkehren mußte und jeder Platz finden konnte. * Als der „Dreißigjährige" mit Mord, Brand, Vergewaltigung, Seuche und Hunger durch die Lande raste, hauste an dieser Stelle auf weltvergessener Hofstatt der Bauer Jochen Dübel. Sommer glühte übers Land, dörrte den morschen Wiesen die letzte Kraft aus dem Boden, den kein Stuck Vieh mehr betraut. Die Frau lag hinten in der Scheune. Er hatte sie noch nicht einscharren können — ihre Haut war zerfressen von Seuche. Im Alkoven chlummerten kraftlos die beiden Jungen, denen Jochen Dübel kein Stück Brot mehr reichen konnte. Kamen die Schweden. „Brot, Fleisch, Wew Bauer! Schaff an!" Dübel rührte sich nicht vom Lager der Knaben. Die Bande suchte, fand nichts, warf den Brand aufs Dach und zog johlend weiter. Als der letzte Balken zu Asche verglimmt und es Abend war, saß Dübel mit den Jungen unter den Kastanien und starrte in die Weite. Legte ihm einer leine Pranke auf die Schulter: Jan Rinsch vom nächsten Hof. „Bei mir", sagte der Alte zu ihm, haben die Mörder auch alles abgebrannt. Komm, Dübel Lieschen ist mit. Sie hat junge Arme und sinen 'jungen Leib. Du brauchst ein Weib und eine Mutter für deine Jungens.^ Drüben im Wald steht Holz. Wir bauen zu dritt!" * Das Haus stand hundert Jahre. Dübels Aeltefter 1 baute eine große Getreidemühle dazu und wurde der wichtigste Mann ringsum. Hinter feinem Haus, nm Fluß,' hatten immer mehr gebaut, und als er 11734 das alte Haus abriß und seinen zehn Kindern ?in neues baute, das schönste und größte, das man |e im Land gesehen, war schon die kleine Stadt lten‘ unb das Volk aufstand — .renze gegangen. Dpr iünafte Dübel hatte auf dem Rathaus die $ (?in Telegramm berief ihn zum Fahne gehißt. Qeer ftanb das Haus. Es ver- neuer' Bürgermeister.A«r&^ Sitzung, das fiel. Da ß hen zur'ückzugeben. Es koste ^“rinh^nur unnütz Geld und ein einzelner Mann JSÄ Ä eine schwere nenuttunn. Vom Ausländer taufte b«® Schuldverschreibungen, das Haus. ant>erter aermeifter ein aus der Großstadt Zugewanoerier, wollte darin wohnen. Und er 3°9 IC^ r°üb Landeshauptstadt u neuen Fahnen durch mer größere Schulden. Als die neu J die Straßen mögt war er über die G ringsum entstanden und Dübel wurde Bürgermeister. * Die Franzosen ' richteten eine Kommandantur darin ein. Dübel mußte im Dachzimmer wohnen und zusehen, wie die Möbel seiner Väter zerschlagen und vermistet wurden. Als erster hißte er heimlich die Flagge und wurde als letzter von den abziehenden Truppen Bonapartes erschossen. Unter den großen Kastanien. Fritz Dübel, der Sohn, in Hamburg Kaufmann mit einem Kontor am Jungfernstieg, ein heller Kopf, kehrte sogleich heim. Er ging gewichtig durch die Stadt, schüttelte männliche Händedrücke, saß ig den weißgescheuerten Stuben. Er roch die Zukunst — und kam auf die Idee, eine Papierfabrik auszumachen. Papier wurde gebraucht, das Unternehmen wuchs; mit ihm blühte die Stadt empor. * Nach 1870/71 bekam das Haus einen Anbau, der Park wurde erweitert und die Bürger, Bauern und Arbeiter grüßten die Herren aus dem Burger- meifterhaus. Zwanzig Jahre später schon mit dem ersten Grimm, denn es hatte die ersten Streiks gegeben und der Jüngste der Dübels, der setzt daran war, war ein harter Kerl. Unbarmherzig gegen andere, großzügig gegen seine Pläne. * Auch den Weltkrieg überdauerten Familie, Haus und Fabrik — aber im Strudel der Inflation war der jetzt alte Hausherr nicht flink genug Alles am an einen Ausländer und die Dübels durf halterarbeiten in ihrem eigenen Kontor machen Verzweifeln? Das war noch keinem Dube! passiert — warten! Arbeiten, einerlei, wie und wo... ♦ Handwerker marschierten an. Farbe wurde in Kübeln verbraucht. Der Park mußte in wochen- langer Arbeit von allem schrecklichen Kitsch und seinen Verunstaltungen befreit werden. Im Früh- jommer wurde die Stadt aufgerufen, zur Einweihung des alten neuen Hauses zu erscheinen. Die Menschen drängten sich vor dem Park, neugierig, die feierliche Uebernahme des Familienbesitzes durch ihren jungen Bürgermeister zu erleben. Vom kleinen Bahnhof her näherte sich ein seltsamer Zug, voran Dübel: abgehärmte, bleichwangige Frauen, müde Kinder mit allzu wissenden Augen, mager und seltsam verkrampft im Nichtwissen ihres jetzigen Schicksals. „Einer soll in diesem Hause wohnen?" fragte Dübel in der schweigenden Runde. „Ein Park, wie geschaffen zum Spiel! Sonne! Licht! Luft! Es ist Ehrenpflicht unserer kleinen Stadt, Mütter und Kinder aus der Großstadt zu gesunden, freudigen Menschen zu machen. Sie werden hier einziehen, verweilen und gekräftigt zurückkehren, um anderen Platz zu machen. Und darum wird jetzt die Inschrift über der geschnitzten Tür stehen: Den Müttern und ihren Kindern." * Auch Dübel geht zuweilen am Gitter des Parks vorüber. Himbeerrot und weiß tanzen im leichten Wind die Kerzen auf und ab in den gewaltigen Kastanien. Die Sonne breitet ihren schimmernden Teppich über die sattgrünen Flächen des Rasens und tupft Gelb auf die Wege und über das luftige Reigentänzen und Jagdspiel lachender Kinder. Mutter sonnen sich in der Vorhalle des großen weißen Hauses, und wo zweihundert Jahre das Sckicksal ein- und ausmarfchierte, blüht heute die Zukunft. Whistler mall Carlyle. Whistlers berühmteste Bildnisse sind die von feiner Mutter und dem großen Philosophen und Historiker Thomas Carlyle. Der Einsiedler von Chelsea, wie Carlyle genannt wurde, ließ sich nur durch das Porträt Whistlers von seiner Mutter dazu bewegen, ihm zu sitzen. James Greig erzählt in neuen Erinnerungen, die er in einem Londoner Blatt veröffentlicht, wie ängstlich Whistler darauf hielt, daß Carlyle bei den Sitzungen ganz still sah. Immer wieder rief er in beschwörendem Ton: „Um Gottes willen, nur nicht bewegen!" Er hatte nur um zwei bis drei Sitzungen gebeten; als sie aber kein Ende zu nehmen schienen, begann der Philosoph sich energisch zu weigern. Er meinte, dem Maler liege ja doch nur bar an, Die Kleidung möglichst fein zu behandeln, das Gesicht fei ihm gleichgültig, und als Kleiderftock könne auch ein anderer dienen. Whistler zwang nun einen Kollegen, Phil Moris, weiter zu posieren. Car» lyles Ungeduld wurde dadurch erhöht, daß Whistler ganz kleine Pinsel benutzte, und um ihn zu beruhigen, tat der Maler so, als wenn er große nähme. Als Carlyle erlöst war und der Ersatzmann für ihn eintrat, betrachtete er diesen mit Bedauern und rief immer wieder aus: „Armer Kerl! Armer Kerl!" Wenn Whistler geglaubt hatte, daß die englischen Museen sich um das Bildnis des großen Mannes reißen würden, so täuschte er sich. Die Nationale Bilder-Galerie, der es angeboten wurde, lehnte den Erwerb ab, weil der Direktor erklärte, „solch ein Werk sei überhaupt keine Malerei." Einige Jahre später wollte man das Bild, als es in Edinburgh gezeigt wurde, für die Schottische Nationalgalerie ankaufen. Der geforderte.Preis von 500 Guineen (10 500 Mark) sollte durch eine Sammlung aufgebracht werden, und man hatte auch schon beinahe das Geld beisammen, als Whistler hörte, daß die Geldgeber von ihm und seinem Werk abfällig sprächen. Er schickte Darauf ein Telegramm: „Der Preis des Carlyle ist auf 1000 Guineen gestiegen. Hört lieber den Dudelsack!" Nach diesem Telegramm, das das nationale Musikinstrument der Schotten verspottete, mußte Whistler weitere sieben Jahre warten. Im Jahre 1891 beschloß man in Glasgow endlich, das Bildnis des schottischen Weisen zu erwerben. Aber 1000 Guineen waren für die sparsamen Schotten eine harte Nuß, und so begab sich eine Abordnung der Glasgower Galerie zu dem Maler, um mit ihm zu handeln. Wie das Geschäft bann abgeschlossen würbe, hat er selbst erzählt. „Ich empfing die Herren natürlich sehr freundlich. Der Sprecher fragte mich, ob ich nicht auch dächte, daß 1000 Guineen doch für ein Bild recht viel seien. Ich antwortete: „Vielleicht, aber nicht zu Diel, wenn Sie es haben wollen." Er sagte, die Figur fei nicht einmal in Lebensgröße. Das gab ich ihm zu unb erroiberte: „Das stimmt, aber wie wenige Menschen finb in Lebensgröße!" Das war alles. Sie sagten mir, sie würben sich bie Sache überlegen unb am nächsten Tage roieberfommen. Unb sie kamen. Unb bann sagten sie: „Haben Sie sich bie Sache mit ben 1000 Guineen überlegt, Herr Whistler?" Darauf antwortete ich: „Aber, meine Herren, was benfen Sie? Wie konnte ich an etwas anberes benfen, als an bas Vergnügen Sie roieber- zusehen?" Und da sie ©entlemen waren, verstanden sie das unb gaben mir einen Scheck über 1000 Guineen." So kam Glasgow in ben Besitz bes Meisterwerkes, bas heute eine feiner größten Sehens- würbigkeiten ift Wichtig für die Volksabstimmung! „£>ie Wählerliste liegt auf!" Vom (Samstag, 11. bis einschl. Sonntag, 12. August, liegt im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 13, die Wählerliste für d i e Volksabstimmung zur Einsicht offen. Personen, die bis zum 19. August 1934 das Wahlalter von 20 Jahren erreichen, Wahlberechtigte, die in letzter Zeit ihre Wohnung gewechselt haben, oder erst zugezogen sind, oder durch Verheiratung einen anderen Namen führen usw., mögen nicht versäumen, sich von der richtigen Eintragung in die Wählerliste durch Einsichtnahme zu überzeugen. (Siehe Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil.) Stimmscheine rechtzeitig besorgen! DNB. Wer sich am 19. August außerhalb seines Wohnsitzes aufhält, lasse sich rechtzeitig durch die Gemeinoebehörde seines Wohnortes einen Stimmschein ausstellen. Besonders wichtig ist die Besorgung von Stimmscheinen für Seeleute, für die Besatzung der Binnenschiffe, für Angehörige der Reichsbahn, der Reichspost, wie aller Verkehrsunternehmungen. Auf Grund des Stimmscheines kann in jedem Stimmbezirk des Deutschen Reiches abge- stimmt werden. Der Stimmschein ermöglicht auch die Stimmabgabe im Reiseverkehr, auf den größeren Durchgangsbahnhöfen, sowie an Bord der für die Abstimmung in Betracht kommenden Seeschiffe. Erleichterungen für die Stimmabgabe der Kranken. DNB. Von verschiedenen Seiten gehen bei den Behörden Anträge ein, daß für die Kranken ein erleichtertes Abstimmungsverfahren in der Wohnung zugelassen werden möge. Dies ist jedoch nicht möglich, da nach dem geltenden Abstimmungsgesetz die Stimmzettel nur in den von der zuständigen Behörde bestimmten öffentlichen Abstimmungsräumen vor einem Abstimmungsvorftand abgegeben werden können. Nur für Kranken- und Pflegeanstalten ist ein vereinfachtes Verfahren vorgesehen. Gegenüber den Wünschen nach erleichterter Stimmabgabe durch Kranke kann nur darauf hingewiesen werden, daß durch die Ortsgruppen der NSDAP, weitgehende Transportmöglichkeiten für Kranke' geschaffen werden, und daß auch das deutsche Rote Kreuz sich und seine Einrichtungen zu diesem Zweck voll zur Verfügung stellen wird. Aus der provinzialhauptstadi. Erntebräuche in deutschen Landen. Wie der Anfang der Ernte, so ist auch das Ende ein besonders bedeutsamer Abschnitt, dem zahlreiche Bräuche gewidmet sind und der im Erntefest gipfelt. Der Fruchtbarkeitsgeist, der sich mit der Mahd immer weiter zurückzieht, flüchtet nach dem Volksglauben schließlich in die letzten Halme, die letzte Garbe, denen man infolgedessen magische Kräfte zuschreibt. Die letzten Halme werden deshalb nicht abgemäht, sondern bleiben stehen; man windet sie auch mit bunten Bändern und Blumen zu einer Garbe zusammen oder gestaltet sie zu einer Puppe. Die letzten Halme wie die letzte Garbe gelten als Opfer für den Fruchtbarkeitsgeist, der die verschiedensten Namen führt, so Wodan, Fru-Gaue, die Alte, Kornmutter oder nach den Tieren, unter denen man sich den Dämon vorstellt, Bock, Hahn, Hase usw. Die letzte Garbe wird recht groß gebunden, damit die nächste Ernte gut ausfalle; sie wird mit allerlei Dingen ausgestattet, wie Brot, Bierflaschen usw., und ans Scheunentor genagelt, im Hause aufgehängt oder ihre Körner werden bei der nächsten Saat mitverwendet. Ein Zaubermittel, durch das die Kraft der letzten Garbe gesteigert wird, ist der sog. Ernte-Mai. Wie die Griechen beim Erntefest einen reich mit Spenden behängten Zweig herumtrugen, so schmückt man heute die letzten Halme mit grünen Reisern oder Blumen, steckt auch eine belaubte Birke aufs Feld, und da der Hahn besonders häufig als Fruchtbarkeitsgeist verwendet wird, so hängt man eine tote Henne in den Ernte-Mai und verzehrt wohl auch einen Hahn beim Erntemahl. An seine Stelle tritt gelegentlich ein hölzernes Abbild, das bunt bemalt und geschmückt ist. Diese Fruchtbarkeitssymbolik gipfelt im Erntekranz, der zum schönen Sinnbild des Ernte- Endes geworden ist. Der Erntekranz wird am Tage des letzten Schnittes oder bei Einbringung des letzten Wagens feierlich gewunden und ist die Hauptzier des Erntefestes. Er ist zumeist eine Art Krone, an der über dem Kranzreifen zwei Bogen in Kreuzform aufsteigen, und besteht aus den Aehren aller Getreidearten, wozu noch Laub und Moos, Blumen, Bänder, Flitterwerk, manchmal auch kleine Puppen, Schnitter und Binderinnen darstellend, hinzukommen. Seine Bedeutung als Fruchtbarkeitszauber wird durch Ausputzung mit einem Hahn ober anderen Vögeln noch unterstrichen. Für den Lichtzauber sorgen die in der Krone angebrachten Kerzen, die abends angezündet werden. Manchmal haben die Schnitter einen Erntekranz, die Binderinnen eine Erntekrone. Dieses Zeichen des Ernteglücks wird mit langen Sprüchen dem Gutsherrn überreicht; ein Bindezauber ist es, wenn ihm der Kranz um den Hals gelegt oder die Krone auf den Kopf gefetzt wird, und wird die Gutsherrschaft bei Überreichung des Kranzes begossen, so ist das ein Regenzauber. Während des Erntemahles liegt der Kranz auf dem Tisch, wird beim Erntetanz an der Decke aufgehängt und bleibt wohl bis zur nächsten Ernte in der Stube, auf der Diele ober an ber Haustür. Auch die Körner bes Erntekranzes werben bei der neuen Aussaat verwendet oder in den Zipfel des Säetuches gebunden, um den Acker ertragreich zu machen. Beim Erntetanz hängt ein Pantoffel unter dem Erntekranz, wenn die Mädchen die Burschen wählen und das Kommando beim Fest übernehmen. Auch beim kirchlichen Entefest spielt der Erntekranz eine Rolle, indem er geweiht wird; Kinder ziehen mit brennenden Kerzen zum Gotteshaus und legen ihn auf dem Altar nieder. Bei den Erntedank-Umzügen wird der Kranz vorausgetragen, und so entfaltet sich unter diesem freudigen und zugleich feierlichen Zeichen die ganze Fülle der dankbaren Freuden und Feste, mit denen der Landmann den Abschluß der Erntezeit begeht. B. WUMMW Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Das ist ganz allein Ihre Sache. Ich helfe Ihnen dabei bestimmt nicht." Hart, grausam klang es. Die Frau blickte ihn entsetzt an. Fragte: „Wohnt in Ihnen denn kein Mitleid?" „Doch! Ich bemitleide Sie, weil Sie stets falsche Wege gehen. Wäre es nicht besser, Sie blieben in dem schützenden Hafen, den Sie hier gefunden haben?" Doris Feller erhob sich. Neigte sich ganz nahe zu ihm. „Sind Sie mir ein Freund, Fritz Farnhorst? Dann werde ich hierbleiben!" „Das war das Schlimmste, was Sie sich antun konnten, gnädige Frau. Ich bin kein Objekt für diese Rolle, die Sie mir zugedacht haben. Darf ich mich verabschieden?" Sie ballte die Hände, sah, daß sie gegen ihn verlor. „Fürchten Sie nicht, daß ich Sie das heutige Gespräch entgelten lassen kann?" fragte sie, und ihre Augen sprachen mehr als Worte, daß sie fähig war, sich zu rächen. Er sah sie an; um feinen Mund zuckte es verächtlich. „Gnädige Frau meinen das Würfelspiel um meine Stellung? Ich werde diese Stellung sowieso nicht mehr behalten. Sie ist unhaltbar geworden, ich sehe das ein." Sie sah, daß sie keinerlei Macht über ihn hatte, und sie dachte verzweifelt darüber nach, was sie ihm wohl noch sagen könne. „Leben Sie wohl, gnädige Frau! Ich werde Ihrem Herrn Gemahl sagen, daß ich aus Familiengründen von hier fortgehe." „Farnhorst bleiben Sie! Ich will Sie nicht um Ihre Stellung bringen. Was sosi dann werden? So schnell finden Sie nicht wieder etwas." „Das spielt keine Rolle. Ich werde ja auch etwas finden. Leben Sie wohl, gnädige Frau!" Er ging zur Tür, nachdem er sich noch einmal fun verbeugt hatte. Da hörte er einen dumpfen Fall. Er wandte sich um. Noch eine Komödie? Nein! Doris Feller lag am Boden, und ihre Augen verdrehten sich. Fritz Fckrnhorst dachte an gar nichts weiter, als daß er der Frau helfen mußte. Denn das war keine Verstellung, so viel sah er nun doch trotz allen Zornes und aller Verachtung. Daten für Donnerstag, 9. August. 1839: Der Augenarzt Karl Theodor, Herzog in Bayern geb. (gest. 1909). — 1896: Der Flugtechniker Otto Lilienthal bei Rhinow gest. (geb. 1848). — 1919: Der Naturforscher Ernst Haeckel in Jena gest. (geb. 1834). — 1933: Neues Strafvollzugsund Gnadenrecht in Preußen. Gieüener Woncnnrarktpreise. * Gießen, 9. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 Mk., Landbutter 1,30 bis 1,35 Mk., Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10^, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Römifch- kohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25, (gelb) 25, Erbsen 25, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln (neue) 6 bis 6% Pf., der Zentner 5 bis 5,50 Mk., Frühäpfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 20 bis 45, Brombeeren 30, Preißelbeeren 30 bis 35, Aepfel 15 bis 20, Birnen 20 bis 35, Pflaumen 12 bis 15, Zwetschen 12 bis 15, Mirabellen 20, Reineclauden 15 bis 18, junge Hähne 80 bis 90, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich, 5 bis 10, Radieschen, das Bund 8 Pf. Hüllten. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Töchter Ihrer Exzellenz". — Waldeslust: ab 15 Uhr Ferienkinderfest, Konzert und Tanz. — Das Jahresfest des Gustav-Adolf- Zweigvereins findet am kommenden Sonntag statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * * * Seinen 82. Geburtstag kann am morgigen 10. August Herr Lokomotivführer i. R. Christian Hoerster, Crednerstraße 6 wohnhaft, in erfreulicher voller Frische begehen. ** E i n Brand im Transformatorenhaus entstand gestern gegen 15 Uhr durch Blitzschlag auf dem Schiffenberg in dem dort an eine Scheune angebauten Transformatorgebäude. Die sofort alarmierte Gießener Feuerwache rückte schleunigst aus, fand aber bei ihrer Ankunft auf dem Schiffenberg gegen 15.15 Uhr den Brand bereits gelöscht vor. Der Pächter des Schiffenbergs, Herr Er hob die Frau auf. Ihr weicher Körper ruhte an feiner Brust. Er sah sich um. Dorthin, auf das Ruhebett. Da hörte er neben sich eine zornbebende Stimme: „Also doch, Farnhorst! Ich hätte es Ihnen nicht zugetraut." Richard Feller stand neben ihm. Die beiden Männer maßen sich mit zornigen, heißen Augen. Und auf den Armen des Jüngeren ruhte noch immer die Frau. Und sie war wirklich ohnmächtig! Farnhorst legte Doris Feller auf das Lager, sah sich nach Feller um. Der sagte ruhig: „Sie sind entlassen, Farnhorst. Das ist das erste, was ich vorläufig tun kann." „Sehr wohl. Ich hätte meine Entlassung sowieso eingereicht, auch wenn Sie nicht gekommen wären. Aber wollen Sie Ihrer Frau Gemahlin nicht vorläufig ein Glas Wasser... ?" „Nennen Sie diese Dirne nicht so! Sie ist meine Frau nicht mehr. Und wenn Sie Wert darauf legen, dann können Sie die Frau gleich mitnehmen!" „Sie sind im Irrtum. Vollständig. Aber ich bin mir zu gut dazu, noch Erklärungen abzugeben." „Ich würde Ihnen auch nicht glauben", sagte der andere verächtlich. „Mir genügt nämlich diese Situation vollkommen." „Dann bleibt nur eins übrig, Herr Feller!" Hoch aufgerichtet stand Farnhorst vor feinem Chef. Der lachte verächtlich. „Eigentlich — die Frau ift's nicht mal wert. Aber es soll fein. Ich schicke Ihnen meine Zeugen." „Danke! Bis Samstag stehe ich zur Verfügung." Fritz Farnhorst ging. Ging aufrecht, gerade, im Bewußtsein eines Unrechtes, eines Schickfalfchlages, der ihn unverschuldet traf, und den er dennoch begrüßte. Hoffentlich fiel er! Dann war alles gut! Alles! Dennoch! Neben der Lebensmüdigkeit regte sich ein starrer Trotz. Warum weichen? Wenn man nichts getan hatte? In feinem Schreibtisch lag der Brief, mit dem Doris Feller ihn für den Abend bier^er bat und worin sie mitteilte, daß er ruhig kommen könne, da ihre Schwiegermutter auch mit anwesend sei. Er brauchte diesen Brief dem beleidigten Ehegatten nur vorzulegen. Aber wozu? Dieses sogenannte Schicksal hatte es verhindert, daß Juajarb Feller eine halbe Stunde eher gekommen war. Denn dann hätte er alles mit angehört, was gesprochen wurde. Nun, das hatte nicht fein sollen! Er, Farnhorst, mußte als em Mensch gelten, der ein in ihn gesetztes Vertrauen schnöde brach! Und — eine Frau stellt man doch auch nicht bloß! Auf Kosten einer Frau wusch man sich nicht rein. Und — vielleicht war Doris Feller jetzt noch imstande, sich den sicheren Hafen zu erhalten und alle Schuld auf ihn, Farnhorst, zu schieben? Dann durfte er ihr diesen sicheren Hasen doch nicht Lyncker, hatte geistesgegenwärtig und kurzentschlossen die Tür zu dem Transformatorhaus aufgebrochen, um dadurch an den Brandherd heranzukommen. Die Flammen hatte er durch Aufschütten von Sand gelöscht, so daß erfreulicherweise die Gefahr für die Gebäude des Schiffenberg rechtzeitig und wirksam abgewendet werden konnte. ** Fünf Minuten vor Toresschluß macht die Intendanz des Stadttheaters die Alt- Abonnenten, die sich bis heute noch nicht zum Abonnement für die Spielzeit 1934/35 entschieden haben, darauf aufmerksam, daß am 11. August die Meldefrist für die alten Stammplätze abläuft. (Siehe heutige Anzeige.) ** Verkauf von Fallobst. Wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, findet auf dem städtischen Obstbaumstück am Kugelberg täglich Verkauf von Fallobst statt. ** Vorsicht bei der Behandlung von Wunden. Dieser Tage mußte ein 30jähriger Zimmermann aus Büßfeld (Kreis Alsfeld) eine schlimme Erfahrung machen. Er hatte sich in der Ausübung feines Berufes eine Verletzung zu gezogen, die ihm nicht wesentlich erschien und die er infolgedessen nicht weiter beachtete. Inzwischen hatte sich aber eine Entzündung eingestellt, die ein solches Ausmaß erreichte, daß sich der Verletzte zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen begeben mußte. Der Fall ist kennzeichnend dafür, daß man auch unbedeutend erscheinende Wunden nicht vernachlässigen darf! Schöffengericht Gießen. Der O. R., geboren in Wieseck, zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde wegen eines schweren und eines einfachen Diebstahls, sowie wegen vollendeten Betrugs in zehn Fällen und eines versuchten Betrugs zu einer ©efamtgefängnisftrafe von einem Jahr und zwei Monaten, sowie zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Fünf Monate erlittener Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Der Angeklagte, der Angehöriger des Arbeitsdienstlagers in Homberg war, verstand es durch Vorspiegelung ausgezeichneter wirtschaftlicher Verhältnisse von zu Hause, den Kantinenverwalter, sowie Gastwirte in Homberg, die ihm erhebliche Kredite gewährten, zu schädigen. So gab der Angeklagte, der geschieden und dessen Vater vermögenslos ist, an, seine Schwester reite morgens aus. Er scheute nicht danehmen? Was lag denn an ihm? Nichts! Nicht das geringste! Farnhorst ging wie ein Träumender seiner Wohnung zu. Droben aber in der Villa wühlten Richard Fellers Hände in dem rotgoldenen Gelock der Frau. „Oh, du! Wenn ich doch den Mut fände, dich zu töten! Aber ich will es ja.gar nicht. Ich will es nicht. Ich — liebe dich, und ich hasse dich." Doris war noch immer ohnmächtig. Der Mann ging hinaus, verständigte draußen das Mädchen. Dann saß er regungslos in feinem Arbeitszimmer, während sich Maria Katschet um die ohnmächtige Herrin bemühte. Endlich schlug Doris die Augen auf. Eine Weile lag sie still. Die weit aufgerissenen Augen blickten an die Zimmerdecke, wo die Lampe weiße Kringel malte. Plötzlich richtete sich Doris auf. „Marie, hier war doch — mein Gott» was ist denn? Hab ich geträumt?" „Gnädige Frau, ganz still! Wir müssen leise reden." Vertraulich beugte sich Marie zu der Herrin: „Doktor Farnhorst war hier. Und bann kam ganz unverhofft der gnädige Herr hier an und ging gleich hierher. Die beiden Herren haben zusammen gesprochen. Waren die gnädige Frau denn da schon ohnmächtig?" Lüsterne Neugier stand in den Augen des Mädchens. Doris strich sich mit der Hand über die feuchte Stirn. „Mein Mann? Marie, was sprechen Sie da? Mein Mann?" „Ja, der gnädige Herr war wirklich hier und ist jetzt drüben in seinem Arbeitszimmer. Der gnädige Herr hat mich doch hierher geschickt, nachdem Doktor Farnhorst fort war." „Ich werde ja noch irrsinnig. Mein Mann hier? Er ist doch nach Hamburg abgereist?" „3a, jetzt ist er aber hier." Doris erhob sich. Mein Gott, wie wirr ihr im Kopfe war? Was war nur gewesen? Farnhorst war hier! Und er blieb stolz und kühl ihren Bitten gegenüber. Er ging. War bereits an der Tür. Da — wußte sie nicyts mehr. Richard hier! Nun war alles verloren. Was nun? Doris wanderte hin und her. Der Kopf brannte ihr, und sie fühlte einen sonderbaren Durst. Sie hatte das Mädchen ganz und gar vergessen. Einmal stolperte sie über ein Stückchen zusammengerollten Teppich. Mechanisch glättete ihr Fuß die Stelle. Dann schritt sie wieder hin und her. Es klopfte kurz. Gleich darauf trat der Hausherr über die Schwelle. Er winkte kurz. Marie Katfchek verschwand! Aber draußen lauschte sie an der Tür. Sie mußte alles wissen. Denn ihr Karl hatte ihr erst vorhin, als sie ihm vor zurück, Briefe, dke seine angebliche ausgezeich, nete Lage bestätigten, an sich selbst in das Lager zu schicken. Der Angeklagte erwarb sich bald großes Vertrauen. Im Februar dieses Jahres ließ er sich Urlaub geben, angeblich um seinen kranken Vater zu besuchen. In Wirklichkeit fuhr er jedoch zu einem angeblichen Freund nach Groß-Auheim. Er wohnte in einer Wirtschaft, dessen Inhaber und Hausangestellte ebenfalls durch Hingabe von Darlehen geschädigt wurden. In Hanau veranlaßte der Angeklagte einen Taxenchauffeur, indem er sich diesem gegenüber als Beauftragter einer höheren Persönlichkeit im Arbeitsdienst ausgab, ihn nach Gießen und schließlich nach Homberg zu fahren, ohne daß der Chauffeur zu feinem Geld kam. Im Arbeitslager Homberg erbrach der Angeklagte nachts eine Schublade in der Kantine und entwendete größere Mengen Zigaretten und einen Geldbetrag. In einer hiesigen Wirtschaft wurde er, nachdem er auch einen Chauffeur aus Gießen, fo- wie einen Gastwirt schädigte, schließlich feftgenom- men. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig, was bei der Strafzumessung strafmildernd in Betracht kam. Wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung vom 21. März 1933 wurde der Alfons Budenbender aus Wetzlar zu der Mindest- ftrafe von drei Monaten Gefängnis und den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte machte in einer Wirtschaft in Lauterbach abfällige Bemerkungen gegen die Reichsregierung. Schulungslager der rhein-mainischen Fachschulstudentinnen. LPD. Darmstadt, 8. Aug. Zwischen Aumenau und Villmar an der Lahn sind die Führerinnen der weiblichen Fachschuljugend unseres Rhein-Main-Ge- bietes zu einem zehntägigen Schulungs- lager zusammengekommen, um aus dem Rahmen kameradschaftlicher Beratungen heraus die praktische Arbeit der Fachschulschaft zu gestalten. Die Erkenntnis, daß durch die Verschiedenheit der Arbeit die Fachschule keine andere studen- tenschaftliche Organisation zu erhalten hat als die Hochschule, hat dem Zusammenhalt zwischen der Studentin der Hochschule und Fachschulstudentin keinen Abbruch getan. Im Gegenteil versicherte Fräu- lein Else H v r st m a n n, Referentin bei der Reichsführung der Deutschen Fachschulschaft, „besteht unsre Aufgabe darin, die Arbeit aller Studentinnen dadurch auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, daß wir die Grundforderungen mit den praktischen Möglichkeiten der Fachschule in Einklang bringen". Die Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen bilbet das Gerüst, um das sich die weiblichen Fachschulschaften aufbauen können. Im Rhein- Main-Gebiet sind es etwa 1000 Mädels, die bei dem augenblicklichen Aufbau der Deutschen Fachschulschaft in diese eingegliedert werden. Und unter ziel- bewußter Leitung erhalten ihre 20 Führerinnen jetzt die Schulung, »die sie befähigt, die Arbeitskraft der Schülerinnen schon im kommenden Semester zu voller Entfaltung zu bringen. So wechseln in dem Lager ernste Referate mit Volkstanz und Wanderungen ab, wird durch Heranziehen der Deutschen Arbeitsfront die Verbindung mit den schon im Beruf stehenden Volksgenossinnen hergestellt, und als Abschluß der Tagung werden alle Lagerteilnehmerinnen noch in einem Lager des weiblichen Arbeitsdienstes zu Gast fein, um and) diesen wichtigen Teil der Jugenderziehung in bie Gesamtarbeit einzugliedern. Fräulein H o r ft m a n n als Vertreterin der Reichsführung und Gauamtsleiter W a l ch e r als Kreisführer der rhein-mainifchen Fachschulschaften gäbe beide der Erwartung Ausdruck, daß dieses erste Schulungslager der rhein-mainischen Fachschulstudentinnen auch der Arbeit im ganzen Reich Richtung weisen wird und somit von grundlegender Bedeutung ist. sein Essen hinbrachte in den alten Schuppen, in dem er hauste, um in ihrer Nähe zu sein, gesagt, daß sie jetzt aufpassen müsse. Jetzt ginge es ums Ganze. Jetzt müßte sie sehen, eine Menge Geld von der Gnädigen zu erpressen. Diese Gelegenheit käme nicht wieder. Die beste Gelegenheit sei immer die, wo ein Ehegatte vor dem anderen etwas zu verbergen hätte. Und er hätte das Dreckleben satt. Wenn sie nicht bald Geld schaffe, dann rücke er ab von ihr. Und warum er eigentlich nicht einen netten kleinen Einbruch hätte ausführen sollen, während der Herr in Hamburg fei? Dann hätte er sie irgendwo erwarten können. Aber mit ihr sei ja nichts los in solchen Sachen. Sie hätte da schon längst etwas arrangieren können, wo sie doch nun einmal die Vertraute der Gnädigen sei. Das sei sehr hübsch, sei aussichtsreich. Und jetzt müßte es sich endlich einmal lohnen. Marie, über beide Ohren verliebt in den verwegenen, wenn auch stets ehrlicher Arbeit abgeneigten Burschen, hatte ihm versprochen, endlich etwas zu unternehmen. Denn verlieren durfte sie ihn nicht. Und Marie Katfchek lauschte angestrengt. Sechstes Kapitel. Die Hände in den Taschen feines Beinkleides, näherte sich Richard Feller feiner Frau. Seine Augen hatten einen eigenartigen Glanz. Und als er immer näher kam, merkte Doris, daß er stark getrunken hatte. Sie erschauerte in Furcht. Was wollte er von ihr? „Siehst du, ich hätte dich eigentlich hinter ihm herwerfen sollen. Aber sieytst du, ich liebe dich. Aber ich hasse dich auch. Nimm dich in acht, Doris! Wie kam der Mensch hierher? Sag es mir, oder es geschieht etwas, Doris!" Die Frau sah nach der Tür. Kam denn niemand, um ihr zu helfen? Wo war Marie? Wo Friedrich? Feller packte feine Frau an den Händen: „Wie der Farnhorst hierherkam, will ich wissen!" „Ich — weiß es nicht. Er war plötzlich da", log sie in feiger Angst um ihr Leben. „Er war noch gar nicht lange im Zimmer, als mir von der Aufregung schlecht wurde. Ich war wohl ohnmächtig, denn ich weiß nichts davon, daß du plötzlich in meinem Zimmer warst. Marie sagte es mir. Richard, glaubst du wirklich, dieser junge Mensch hätte für mich Interesse? Aber ich will dir etwas gestehen: Er kannte mich von feiner Primanerzeit her. Und er wußte, was mein Vater getan. Ich will dir erzählen, Richard. Höre zu!" Fieberhaft berichtete sie ihm, was er ja schon wußte. Nur von ihrem Verhältnis zu Max Blasken schwieg sie. Sie stellte es nur fo hin, als seien die Primaner mit* ihr und ihren Freundinnen in der Tanzstunde gewesen. Und natürlich habe nun Fritz Farnhorst auch gewußt, was ihr Vater getan. Und das feien feine Drohungen an sie gewesen. (Fortsetzung folgt) . Mitgliederversammlung derZezirkcharkasse Gießen Die Nachstehend beantworte ich auch einmal einige Wer darf an den Fahrten teilneh gegen 22 Uhr. Stu> refe' Ueber 3000 Personen hat die NS.-Gemeinschaft .Kraft durch Freude" des Kreises Gießen im Laufe Haut Oberheffen Gesek zur Ordnung der nationalen Arbeit in den u I r. • 1_____L. Lfl — <7\av> Pnn a AOritrPf pg. Oenzer-Gchotten gehaltenen folgendes tKis vor allem den Gemeinschaftsgedanken in den 11.08 Das kaffe eine hundertste Geschäftsjahr der Bezirksfpar- Giehen. das Jahr 1933, hat auch dieser erfreuliche Entwicklung, insbesondere des Spareinlagengeschäftes, gebracht. Auf die Liquidität hat die Verwaltung, wie in früheren Jahren, besonderen Wert gelegt. Heber zwei Millionen RM. erstklassiger flüssiger Mittel find vorhanden. Einschließlich der lombardfähigen Wertpapiere ufw. stellt sich die Liquidität auf rund 20 v. h. der der Sparkasse ten Ueberblick über das bereits in Schrift niedergelegte neue Recht. Inzwischen waren der Reichsfachgruppenleiter der Deutschen Studentenschaft Pg. Schoch und Pg. Dr. C r i s o l l i erschienen, die auf einer Durchreise von Heidelberg unser Lager besuchen wollten. Reichsfachgruppenleiter pg. Schoch hat keinen Grund, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer trotzdem den Wunsch hat, die Ferienfahrt der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" kennenzulernen, kann mitfahren, wenn er nach seinem Gehalt Vs bis V- des Fahrpreises mehr bezahlt, Schutz den Ausgrabungen amGlauberg * Büdingen, 8. Aua. Das Kre i s amt Büdingen hat eine Polizeiverodnung er- lassen, durch die den Ausgrabungen auf dem Glauberg besonderer Schutz Mell wird. In der Verordnung heißt es: „Zum Schutze der Ausgrabungsarbeiten auf dem Glauberg ist das Betreten des Glaubergs innerhalb des Ringwalles und das Betreten des Ringwalles selbst nur mit Genehmigung der Ausgrabungsleitung gestattet. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft." lager." Dann wurde die Fahne eingeholt. Kamerad Adam sagte allen ein herzliches Lebewohl, indem er jedem noch einmal fest die Hand drückte. — lichkeit gegeben ist, an einer Fahrt teilzunehmen. Können Beamte teilnehmen? Antwort: die Hauptzüge des neuen Strafrechts auf, wie sich das Strafrecht vom „Vergeltungsstrafrecht" zum „Willensstrafrecht" verschoben hat, da es dem Staat keine Beschränkung im „Strafen" auflegt, wie das Vergeltungs-Erfolgsstrafrecht, da hier nur nach dem eingetretenen Erfolg bestraft werden kann. Der Gedanke der Spezialprävention wird in den Vordergrund gestellt. Daneben ist der Rechtsgüterschutz erweitert. Neue Maßnahmen der Siedlung, Besserung, Erziehung sind eingerichtet und einzelne Sondertypen, wie der Gewohnheits-Sittlichkeitsverbrecher, herausgearbeit. Zum Schluß gab Professor res Rechtslebens und zur Vertiefung des Kamerad fchaftsgeistes in der Studentenschaft. i. August. 1. bis 11. September: Samländische Küste erkennung. , . ,, Ziegen, 3 Jahre und älter: 1. Heinrich Munster, Hattenrod, la; 2. Christian Scheld IV., ®ro= ßen-Buseck, Ib; 3. Heinrich Münch I., Grohen-Bu. Ich mache es allen B e t r i e b s g e m e i n - s ch a f t s w a l t e r n und Amtswaltern der ---- ' owie sämtlichen Ortswarten >. - Gemeinschaft „Kraft durch Ja, bis zur Gehaltsgrenze von 250 RM. Können Kinder mitgenommen wer- den? Antwort: Jawohl, jedoch in Ausnahmefällen und bei frühzeitiger Anmeldung. Welche F e r i e n f a h r t e n kommen für die nächste Zeit in Frage? Antwort: 18. bis 26. August: Schleswig-Holstein. Ziel Seebad Büsum, St. Peter Ading mit gemein- samer Fahrt nach Helgoland. Bei der Rückfahrt Aufenthalt in Hildesheim. Kosten 40 RM. Anmel- An alle Velriebsgemeinschaflswaller und Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront, Betriebs- und Ortswarte der RS.-Gemeiufchaft „Kraft durch Freude" chen Professoren und Studenten. Nach dem Abendessen erfolgte diums. Am Abschluß des ersten Schulungslagers rierte pg. (Erifolli gab einen Ueberblick über die neue Prüfungsord- nung der Juristen und umriß die zukünftige Aus- bildungsform und Gestaltung des juristischen Stu Studentische Gemeinschafisarbeit Rückblick auf das zweite Schulungslager der juristischen Fachschaft auf Burg Gleiberg. fand eine s,-------- Böcke und Ziegen statt. Die Prämiierung hatte über „Nationalsozialistisches Rechtsdenken im . delsrecht", wobei er zwei Forderungen stellte, einmal genaueste Kenntnis des Gesetzes und dann Hm- einarbeiten eines neuen Geistes in die bestehenden Gesetzesnormen. An zahlreichen Beispielen zeigte er altes und neues Rechtsdenken (Ausprägung des Führerprinzips im Aktienrecht, Beseitigung der Anonymität des Grundkapitals, Haftung der Großaktionäre usw.). Es komme nur auf den Geist an, mit dem man an die Rechtsauslegung gehe. Wir sollten unser Denken am Recht nicht zu einem Warenhaus machen, sondern zu einem Dom. An das Abendessen schloß sich ein Begrüßung s a b e n d an, auf dem Kam. Adam die Erschienenen begrüßte, vor allem Gaugruppenleiter D e n z e r und den Gauführer des Jurist enb unoes, Pg. Am end. Im Verlaufe des Kameradschaftsabends sprachen noch Pg. Denzer, Pg. hurend und Direktor M e n k e n, der Führer des Gleiberg- zeigte dann die Grundzüge -des Arbeitsrechts auf, wie es neben dem Betrieb, der heute durch das Ergebnis: Böcke, 2 Jahre und älter: 1. Gemeinde Lau- bad) la; 2. Großen-Buseck Ib; 3. Großen-Buseck Ila; 4. Watzenborn-Steinberg Ilb; 5. Obbornhofen III. Böcke, 1 Jahr alt: 6. Gemeinde Hattenrod la; 7. Holzheim Ib; 8. Laubach Ila; 9. Watzenborn- Steinberg Ilb; 10. Großen-Buseck Illa; 11. Harbach Illb; 12. Obbornhofen; 13. Harbach je An- AS.-Gememschast „Kraft durch Freude" Kreis Gießen. «HIVEA ___ Spareinlagen sind von 13 284 073,97 RM. huf 14 277 257,32 RM. gestiegen, haben also eine Zunahme um 993183,35 RM. erfahren. Die Rechnung 1933 schließt ab in Einnahme mit 44 483 280,43 RM., in Ausgabe mit 44 094 769,20 Reichsmark. Der Rechnungsrest beträgt 388 511,23 fteichsmark. Nach der vorgelegten Bilanz beträgt die Bilanzsumme 17 675 956,08 RM. Nach der vorgelegten gewinn- und Derlustrechnung sind im Jahre 1933 starke Abschreibungen auf Grundbesitz und Mobilien rorgenommen worden. Nach Vornahme dieser Ab- chreibungen verbleibt für 1933 ein Reingewinn ton 88 913,98 RM. Der Gesamtumsatz auf beiden Seiten des Hauptbuches beträgt 88 578 049,63 RM. ifür gemeinnützige Zwecke wurden insgesamt k015,01 RM. aufgewandt. Das Ausleihgeschäft der Sparkasse bewegte sich infolge der strengen Liqui- Hitätsvorschriften des Ministeriums ttn Jahre 1933 in engen Grenzen. Der Bestand der Gesamtaus- isihungen Ende 1933 einschl. 2 297 922,37 RM. Kontokorrent-Kredite betrug 17 277 443,85 RM. Vor einigen Tagen fand, wie man uns berichtet, diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung L. Bezirkssparkasse Gießen statt. Erschienen waren ft sämtliche Vertreter der Stadt Gießen und der Sandgemeinden des Bezirks, außerdem von der Aufsichtsbehörde Herr Oberregierungsrat Dr. Schön hals, sowie der Vorsitzende des Sparten- und Giroverbandes, Herr Oberbürgermeister , D Rahn (Darmstadt) und als Vertreter der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt, Herr Direktor Henkel. Nach einleitenden Begrühungsworten des Vor- ktzenden, Direktor Z a ch e i s , an die Erschienenen, leilt dieser mit, daß in der Zeit vom 14. November lis 14 Dezember 1933 die gesetzliche Revision der Sparkasse stattgefunden habe. Die Prüfung hat sich ruf alle Teile der Geschäfte der Sparkasse erstreckt, ^ach der in den Zeitungen veröffentlichten Bekanntmachung sind Beanstandungen, die die gesetzliche cder satzungsmähige Sicherheit beeinträchtigen können, nicht erhoben worden. Der Direktor trug hierauf den Rechenschaftsbericht 1933 vor. Vorgelegt wurde der Rechnungsabschluß, die Bilanz nebst Gewinn- und Verlust- iechnung 1933, sowie die Aufwertungsrechnung und Vilanz 1933, ebenfo die endgültige Auswertungs- filanz von 1932. Mit der Uebernahme der Regierung durch den Dolkskanzler Adolf Hitler hat mit dem Jahre 1933, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, der Beginn der Wirtschaftsgesundung eingesetzt. Gallas seiner Befriedigung über die geleistete Schu- Wir gehen nun hinaus mit dem Bewußtsein, lunasarbeit Ausdruck. Er glaube, daß eine solche schöne und wertvolle Stunden auf dem ehrwurdt- Form der Gemeinschaftsarbeit die ideale Form der gen Gleiberg verlebt und unseren Teil beigetragen Studienarbeit sei, eine enge Zusammenarbeit zwi- zu haben zur Erneuerung und Ausgestaltung unse- , keit, in den Ferien Deutschland kennen einer Zeit, wo die ersten Trauben reif sind, eine zu lernen, aufmerksam z u machen, dritte Rheinfahrt zu veranstalten. Zirka 300 An- Nachstehend beantworte ich auch einmal einige melbungen sind hierzu schon ohne besondere Be- Fragen, die immer wieder an uns gestellt werden: tanntgabe eingegangen. Die anderen Teilnehmer Wer darf an ben Fahrten teilneh- wollen sich bis spätestens Samstag, 25. August, men? Antwort: Jedes Mitglied der DAF. ober auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft Familienmitglieder eines DAF.-Angehörigen. durch Freude", Schanzenstraße 18, melden. Sind für die Ferienfahrten derNS.- Die Fahrt geht wieder von Gießen nach Mainz- G e m ein schäft „Kraft b u r d) r e u b e - - - • ■ «• ~ 'irr '^esheim. G e h a 11 s g r e n z e n angegeben? Antwort: Rüdes- Jawohl, 250 RM. monatlich. Wer mehr verdient, §JL-'5port Me sind die großen Strerken-SegeWge möglich 6 ifrl. Kap; Dearman, * die .fiottä © Rodheim a. b. 23., 8. Aug. An der allgemeinen tiefen Trauer über den Tob bes Reichs- präfibenten unb Generalfelbmarfchalls von Hinden- burg nahm auch unsere Gemeinbe herzlichen An- Deutscher Volksgenosse! Deine Jugend erwarlel Dich am „lag ber 100 000“ am 1. unb 2. September in Frankfurt a. 211. 200 000 Lire stehen als Gesamtpreise bei bem am 9. September in Monza zur Entscheidung gelangenben Auto-Preis von Italien zur Verfügung. Der Sieger erhält 50 000, ber Zweite 40 000 Grenze ber 80 Kilometer reicht. Nur so konnten in einer Zeit von fünf Stunben berartige Strecken erflogen werben. Die Technik ber Durchführung bieser Flüge ist ungefähr fol- genbe: Das Flugzeug fliegt nach bem Start mit Hilfe bes starken Hangwinbes eine Wolke an unb schraubt sich unter ihr auf große Höhe. Mit Rücken- winb geht es bann in großer Geschwinbigkeit auf Strecke, bis es erforderlich wirb, erneut unter einer Wolke Höhe zu gewinnen. Diese Flugmethobik er- Jm Jahre 1930 stellte Günther G r o e n h o f f mit einer Strecke von 275 Kilometer bie Höchstleistung im Streckenflug für Segelflugzeuge auf. Vier Jahre lang bemühten sich unsere tüchtigsten Segelflieger vergebens, biese Leistung zu überbieten. Es gelang ihnen aber nicht, sie auch nur an- nähernb zu erreichen. Die ihr am nächsten kommen- ben Leistungen waren ber als Weltrekorb anerkannte Flug bes Darmstäbter Fischer mit 240 Kilometer unb ber bes Amerikaners Dupont mit 247 Kilometer. Der 15. Rhön-Wettbewerb brachte infolgedessen eine große Ueberraschung, als es gelang, die Leistung Groenhoffs nicht nur einmal, sondern an zwei Tagen viermal zu überbieten. Dabei liegt der Flug Heini Dittmars sogar 100 Kilometer über der Groenhoffschen Leistung. Es steht außer Zweifel, daß diese vier Streckenflüge von über 300 Kilometer keinem Glückszufall zu verdanken sind. Dies beweist ihre planmäßige und überlegte Durchführung: Der Groenhoffsche Flug war ein reiner Gewitterflug. Gewitterfronten im Wettbewerb aber sind Zufallserscheinungen. Dazu ziehen diese Fronten mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 bis 50 Stundenkilometer, so daß also ein Segelflugzeug mindestens 6 bis 7 Stunden braucht, um die Leistung von 275 Kilometer zu überbieten. Zeitlich müßte dann ein derartiges Gewitter um bie frühe Mittagszeit auftreten. Diese Erscheinung tritt aber nur in seltenen Einzelfällen auf, so baß eine Ueberbietung bieser Streckenleistung unter Ausnutzung von Gewitterfronten sehr erschwert ist. Die Erfolge der diesjährigen Wettbewerbs- flöge find allein auf die Kombination guter Thermik und gleichzeitiger stürmischer Winde zurückzuführen, so daß das Segelflugzeug eine große Reisegeschwindigkeit bekommt, die an die Ein weiterer Verzicht auf bie Teilnahme an ben Ausscheidungsspielen zum Daoispokalwett« bewerb 1935 ist jetzt von Oesterreich eingegangen. Daburch kommt Griechenlanb kampflos in bie britte Runbe. Hier treffen bie Griechen auf Polen, bas in ber 2. Runbe Eftlanb 5:0 besiegte. D i e Meisterschaften ber beutschen Tennislehrer werben vom 19. bis 23. September in Berlin ausgetragen. Weltmeister Hans Nüßlein, ber auch beutfcher Meister ist, wirb feinen Titel oerteibigen. Man rechnet auch bamit, baß einige gute auslänbifche Spieler teilnehmen. lieb unb Horst - Wessel - Lieb zum Abschluß ber Trauerfeier erklangen. Der Ortsgruppenleiter ber NSDAP., Karl Keller, forberte dazu auf, bei ber Volksabstimmung am 19. August mit „Ja" zu stimmen, um dadurch einen Teil bes Dankes ab« zutragen, ben wir unferm Führer Abolf Hitler schulben für bas ungeheure Maß von Verantwortung unb Arbeit, bas er — nun noch vermehrt durch die Geschäfte des Reichspräsidenten — auf feine Schultern lud, nicht um feiner selbst willen, sondern aus tiefer Liebe zu unferm deutschen Volke, das für ihn Zweck und Inhalt des Lebens geworden fei. Damit war die offizielle Feier beendet, und die Formationen rückten ab — tief bewegt, schweigend, ernst, aber voll Vertrauen auf die Zukunft und auf den Führer Adolf Hitler. * Wißmar, 8. Aug. Die Trauerfeier des Stützpunktes Wißmar anläßlich der Beisetzung des verstorbenen Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall o. Hindenburg fand auf dem Adolf- Hitler - Platz statt. Sämtliche Formationen der NSDAP, traten vor dem Parteilokal Wolf in der Langgasse an, um dann geschlossen zum Adolf- Hitler-Platz zu marschieren. Fast die gesamte Bevölkerung hatte sich dort eingefunden, um in an« dachtsvoller Stille die Uebertragung der weihevollen Trauerfeierlichkeiten von Neudeck unb Tannenberg anzuhören. Stühpunktleiter unb Ortsbürger, meister Best dankte am Schluß in kurzen Worten ben Partei- unb Volksgenossen für die geschlossene Teilnahme an ber Feier unb rief zu hingebungsvoller Mitarbeit auf, damit die Ziele des Führers und der Wunsch des verstorbenen Reichspräsidenten erreicht und erfüllt würden. Kreis Bieverrkops Biedenkopf, 8. Aug. (LPD.) Auch im hiesigen Kreisgebiet gibt es noch immer Leute, bie ihre böse Zunge nicht im Zaum halten können. So werben über ben Reichsjugenbführer Balbur von Schirach auch in einigen Orten bes Kreises Biebenkopf bie tollsten Gerüchte verbreitet, obwohl in ber Presse ber Schwindel aus« limbischer Sendernachrichten längst wiberlegt worben ist. Nun wirb gegen bie Serieumber vor- Die Internationale Alpenfahrt für Wagen, bie in diesem Jahre unter der Federführung Deutschlands vonstatten geht, nahm am Dienstag in Nizza bei schönstem Sommerwetter ihren Anfang. 125 Wagen wurden von ben frühen Morgenstunden an in Minuten-Abständen auf die Reise geschickt.Die erste Etappe von Nizza nach Aix les Bains führte durch die südfranzösischen Alpen und stellte an die Fah. rer größte Anforderungen. Besonders die mit Geröll bedeckten, engen unb kurvenreichen Paßstraßen waren dazu angetan, von den Fahrern größte Auf- merksamkeit zu fordern. Trotzdem konnten die Durch- schnittsgeschwindig'keiten eingefallen werden, vor allem bie beutsche Mannschaft absolvierte ihre Auf- gäbe glänzend. Drei Fahrer schieden aus. Leider auch ein Deutscher, und zwar der Kölner Pätzold auf Ford, der in einer Kurve zu weit hinausgetragen wurde. Während ber Wagen schwer beschädigt wurde, kam Pätzold mit leichteren Verletzungen davon. Ferner schieben noch die beiden Holländer Dr. Sprenger van Eijk (Hotchkiß) unb van der Meuleil (Ford) aus. Deutschlands Frauen gegen Japan. Der Deutsche Leichtathletik-Verbanb hat für den am 15. August in Elberselb ftattfinbenben Frauen- ßänberfampf Deutschland) — Japan folgenbe Mannschaft ausgestellt: 100 Meter: Kraus-Dresben, Kuhlmann-Hamburg: 200 Meter: Dollinger- Nürnberg, Dörfeld-Berlin; 8 00 Meter: Radtke« Breslau, Selle-Berlin: 4 mal 100 Meter: Kuhlmann, Kraus, Dollinger, Dörfelb: 8 0 Meter Hürden: Engelharb-Berlin, Pirsch-Berlin: Weitsprung: Kraus-Dresben, Bauschutte-Osnabrück; Hochsprung: Grieme-Bremen, Kaun-Kiel: D i s- kuswerfen: Mauermeier-München, Kraus-Dresben: Speerwerfen: Fleischer-Frankfurt, Kuhlmann-Hamburg. Englands Segelflieger im Kommen. In England hat der motorlose Flug in der letzten Zeit einen großen Aufschwung genommen, benn immer wieder machen englische Segelflieger durch beachtliche Leistungen von sich reden. Neuerdings konnte der Londoner W i 11 s in ber Nähe von Thirsk in ber Grafschaft Port mit einem Höhenflug von 1530 Meter über Startstelle einen neuen Landesrekord auffteüen. Eine weitere Höchstleistung gelang dem Londoner Collins, der von Dunstable in der Grafschaft Bedford bis zur Holkham-Bucht in die Nähe von Norfolk flog und in Luftlinie 152 Kilometer zurücklegte. Kurze Sportnotizen. gegen Harbwick 6:3, 6:1; Ullstein — Abamosf 6:1 3:6, 6:4; Scriven — Schneiber 2:6, 6:4, 6:4. Herrendoppel: Hauß - Bruns — Heyden. reich-Uhl 6:2, 12:10, 5:7, 6:3; Hopman-Turnbull gegen Sertorio - Taroni 6:0, 6:2; Hebba - Palada gegen Menzel-Lorenz 3:6, 6:4, 6:1, Burwell-Jones gegen Deffart-Nourney 3:6, 7:5, 6:3, 7:5; Henkel II gegen Desfart-Nourney 3:6, 7:5, 6:3, 7.5; Henkel II. Denker — Kiß-Pethö 4:6, 6:3, 6:1,11:9; Kleinschroth. Lunb — Frenz-Kuhlmann 6:2, 2:6, 5:7, 6:2, 6:2; Maier-Quist — Hauß-Bruns 6:3, 6:4, 6:2; Hen. kel II - Denker — Mackenthum - Eberstein 6:2, 6:2, 5:7, 14:12; Vobicka-Casca — Tinkler-Tuckey 7:5, 6:4, 1:6, 6:4; Hopman-Turnbull — Jänecke-Schie. ber 6:0, 6:2, 6:2; Tinkler-Tuckey — Hartz-Gott, schewsky 6:3, 7:5, 6:2; Burwell-Jones — Gustke- Stephanus 6:4, 6:2, 6:3; Kiß-Pethö — Stalios- Bräuer 6:3, 6:3, 2:6, 9:7; Frenz-Kuhlmann gegen Walch-Hilbenbranbt 6:3, 6:3, 5:7, 6:4; Maier-Quist gegen Siba-Cernoch 6:2, 6:1, 9:7; Hebba-Palaba gegen Schomburgk-Heybenreich 6:3, 6:1 zurückge- zogen, ba Schomburgk verletzt. Damenboppel: Sperling-Horn — Payot« Sauber 6:2, 6:2; Golbschmibt-Carnatz — Galoao- Trebe 6:4, 6:2; Außem-Schneiber — Abamosf« Couquerque 4:6, 9:7 abgebrochen. Start zur Internationalen Alpenfahrt Erste Etappe. — Wenig Ausfälle. gibt ben Vorteil weniger Haltepunkte bes Segelflugzeuges, um neue Höhe zu gewinnen im Gegensatz zu ben Flügen in reiner Thermik, bei benen man sich immer wieber von einem Thermikschlauch 3um nächsten weiterarbeitet unb nur langsam vor- wärtskommt. Bisher hatte man biese Kombination dou Wind unb Thermik, bie sogenannte Wind- thermik, noch nicht ausnutzen können, weil bie Methobe bes thermischen Segelfluges erst zwei Jahre alt ist unb man glaubte, baß bei starkem Winb kaum Thermik vorhanben sei. Man nutzte bie vorhanbene Thermik nur bei ruhigem Wetter aus, währenb man sich ihrer bei stürmischem Winb nicht bebiente. heute ist ber Thermikflug in der Segelfliegerei nun soweit entwickelt, bah man ihn auch bei starken Winden zu meistern versteht und damit eine neue Möglichkeit ausnuht, die mit einem Schlage dem Segelflug weite Strecken ermöglicht. Die grenzen ber Segelfliegerei sind gewachsen unb es ist benfbar, baß bei gleicher Wetterlage zehn Stunben für Streckenflüge zur Verfügung stehen unb bamit Streckenleistungen über bie heutigen Spitzenleistungen hinaus erzielt werben. Daß hier- burch ber Segelflug vorn Gewitterflug zur Erzielung großer Strecken losgelöst wirb, ist kein Fehler. Professor G e o r g i i. Deutsche TenniSmeisterschasten. Die „Letzten Acht“ auch bei den Damen. Bei ben Deutschen Tennismeisterschaften am Mitt- bie Versammlung fang bie Trauergesänge mit, hob bie Hänbe zum beutschen Gruß, als Deutschland- Damen-Einzel: Sperling — v. Enbe 6:2 6:4; Dearman — Schomburgk 6:3, 3:6, 9:7; F? . . . Frl. Payot — Käppel 6:4, 5:7, 6:4; Horn — Lyle 6:3 6:2, Couquerque — Sauber 3:6, 6:1, 6:4; Außen! 6:1, 6:4 auszuschalten. Im Herren-Doppel ist be. sonbers ber Sieg von Henkel II- Denker über Mackenthum-Eberstein mit 6:2, 6:2, 5:7, 14:12 zu erwähnen. Ergebnisse. I teil. Fast alle Häuser zeigten Trauerbeflaggung. Am gestrigen Vormittag hielt bie hiesige Schule leine roürbige Trauerfeier ab. Anschließend würbe die Uebertragung ber Beisetzungsfeierlichkeit gehört. Hieran nahmen auch trotz ber Dringlichkeit ber Erntearbeiten zahlreiche Gemeindeangehörige teil. Für ben gestrigen Abenb hatte bie Ortsleitung ber NSDAP, zu einer weiteren Trauerfeier ein« geloben. Punkt 20 Uhr marschierten bie Kolonnen ber hiesigen SA.-Formationen, HI., bes BbM., die NS.-Frauenschaft, bie Vereine unb Organisationen unb eine große Anzahl von Ortsbürgern auf bem Schulhofe auf, um nochmals bie Radioübertragun- gen von ben Beifetzungsfeierlichkeiten in Neubeck unb am Tannenbergdenkmal zu hören. Schweigenb lauschte bie Menge bem Worte bes Sprechers, nahm bie Ausführungen bes Geistlichen am Sarge bes großen Toten in sich auf unb vernahm bie ehrenben, von tiefer Liebe unb Dankbarkeit getragnen Worte bes Führers unb Reichskanzlers Adolf Hitler. Zum Gebete entblößten sich bie Häupter, gegangen. So würbe bereits in Sinkershausen e i n Einwohner in Haft genommen, ber unwahre Gerüchte über ben Reichsjugenbführer verbreitet hatte. felbmarfchalles: „Meine Seele ist stille zu Gott, ber mir hilft". In Albach war ebenfalls ber gewohnte Frühgottesbienft zum Trauer- unb Gedächt- nisgottesbienft umgeftaltet worben. Der Gesangverein, unter Leitung von Musikmeister Schleuse- Steinbach wirkte babei mit unb sang zwei Chöre; bie Gemeinde zeigte ihre Anteilnahme durch starken Besuch ber Feier. Am Dienstag fanb Gemeinschaftsempfang aller Parteiorganisationen auf bem Rathausplatz statt. Nach Schluß ber Uebertragung zogen SA., SAR., BbM., Hitlerjugend unb bie ganze Gemeinbe zum Ehrenbenkmal beim Gotteshaus. Hier legte bie Führerin bes BbM., Frl. E. Häuser, einen Kranz nieber. Der stellvertretenbe Ortsgruppenleiter, Heinrich Lubwig G e r h a r b , hielt eine Ansprache, in ber er besonbers bie Jugenb auf« forberte, so zu werben, wie es bas Vorbilb bes Heimgegangenen unb ber Gefallenen forbert. < Reiskirchen, 8. Aug. Anläßlich der Uebertragung der Trauerfeier für ben verstorbenen Reichspräsibenten von Hindenburg fanb am Vormittag auf bem hiesigen Adolf-Hitler-Platz eine Trauerparabe bes hiesigen S A.- Sturms statt, bem anschließend bie Uebertragung ber Feierlichkeiten und ein Vorbeimarsch vor dem Sturmführer folgten. Am Abend trat die aktive SA. an, um mit allen Parteigliederungen im Saale des Parteilokals Fritzels die Rundfunkübertragungen zu hören. Anschließend fanb, von ber Ortsgruppe ber NSDAP, veranstaltet, eine kurze, würdige Trauerkunbgebung statt, in ber ber Ortsgruppenschulungs- unb Propaganbaleiter Pg. H e ß sprach. Er gedachte nochmals ber Taten bes großen Entschlafenen in Kriegs- unb Friedenszei« ten. Ortsgruppenamtsleiter Pg. <5 ad schloß bie Kunbgebung mit einem Treuegelöbnis zum Führer unb Kanzler, auf besten Schultern jetzt bie ganze Verantwortung für Deutschland allein liegt. D Linden struth, 8. Aug. Vor ber Uebertragung ber Trauerfeierlichkeiten in Tannenberg gestern abenb sprach in einer kurzen, aber roürbi« gen Trauerkunbgebung vor allen Partei- glieberungen Pg. Heß- Winnerob. Er sprach von dem Leben unb Sterben unseres großen Toten, von seinen Taten unb seiner Arbeit in schweren Kriegs- unb Nachkriegsjahren. Voll Dankbarkeit müssen wir bieses Mannes gebenfen, ber im Januar 1933 bem jungen Führer Deutschland bie Hanb reichte zu einem unzertrennlichen Bunb, ben nur ber Tob scheiden konnte. Anschließend hörten die Besucher im Rundfunk die Wiederholung der Trauerfeierlichkeiten. ,Urcid Schotten. # Ulrichstein, 7. Aug. Während in den Tälern die Getreideernte so gut wie beendet ist, steht in ben höheren Lagen bes Vogelsberges bas Som- mergetreibe, insbesondre Hafer, noch zum großen Teil auf bem Halm. Auch Weizen ich noch nicht reif. Hafer ist stellenweise noch grün. Immerhin ist bie Reise in biefem Jahr weiter fortgeschritten wie in Jahren normaler Witterung. oo Sellnrob , 7. Aug. Der zwischen hier unb Larbenbach am Abzweig nach Groß-Eichen gelegene ehemalige Freiherrlich Riebeselsche Walbkomplex „Buchholz" ist nunmehr restlos verschwunben unb zum größten Teil schon als Ackerlanb ber landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Auf dem restlichen Teil des ehemaligen Wal- des sind gegenwärtig Arbeiter mit dem Schälen des Fichtenholzes beschäftigt, welches zu Zelluloseholz bestimmt ist. Das gewonnene Land ist als käufliches Siedlungsland an landarme Bewerber abgegeben worden, nachdem der Verkauf des Waldes an bie Gemeinbe Groß-Eichen ftattge« funben hatte. Kreis Aisield. # 21 u 5 bem oberen Ohmtag, 7. Aug. Die Kartoffeln blühen in diesem Jahre zweimal. Die erste Kartoffelblüte geriet in bie trockene Witterungs- periobe unb konnte sich nur schlecht entwickeln. Die Blüten fielen schon vielfach als Knospen ab. Die ergiebigen Regengüsse ber letzten Zeit haben auf ben Kartoffelfeibern aber Wunber gewirkt. Die Sträucher haben in kurzer Zeit kräftige Seitentriebe geschoben, unb biese Triebe zeigen burchweg neue Blütenknospen, zum Teil brechen bie Blüten schon auf. Die Ernte »htnu«» Pension von 6 Mk. an. Fließendes V öc” Glaube und volksiumr" Nachm. 2 Uhr: Festgottesdienst (Pfarrer H e i n r, Mainz-Kastell). Nachm. 4 Uhr: Nachversammlung mit Bildern aus der hessischen Diaspora und Bericht über „Glaube und Volkstum" im Ausland. Jedermann ist herzlich eingeladen. Für den Kirchenvorstand Alten-Buseckr Naumann, Pfarrer. Für den Zweigverein Gießen der Gustav-Adolfe Stiftung r B e ck e r, Pfarrer. kaltes und warmes Wasser. 459öv Hotel-Prospekt i. d. Geschäftsst. des Gieß. Anzeig, und direkt frei. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Frischer Thunfisch Filets u. Kochfische Fischhaus „Cuxhaven“ Marktstr. 23 4602A Tel. 2417 n'iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinwriiiiiiiiiiiHiHiiiiiiiiiiiiii Ur. 184 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Donnerstag, 9. August M4 Hindenburgs Beisetzung im Tannenberg-Denkmal. ■ | H M ySLK * UW t s W M j / /•=■ - * “(ikll* 'XsäV-'-kX&v Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bei seiner Gedenkrede für den Heimgegangenen Reichspräsidenten im Tannenberg-Denkmal. Links oben: Die Familienangehörigen des Heimgegangenen Reichspräsidenten beim Betreten des Tannenberg-Denkmals. Links unten: Am Ende der Fahrt: Der Trauerzug kurz vor dem Tannenberg-Denkmal. erste B e r a t u n Propaganoa au, 1 » Atmosphäre geschaffen, die Verleugnung eines privaten Interesses von lym losgelassen und oaou a) bie Dauer friedlich gefordert werden muß. in der die Welt unmofli - Die inneren Aufgaben, die der kommende Winter wird atmen können. jft M - ^Selt ist bringt, werden dieselben oder noch größere! An- Deutschlands Stellung mm Selbst- forderungen an den Gemeinsinn und d.e Opfer- Nutung, der Wahrung seiner Freiheit und Ehre Willigkeit des einzelnen sur das Ganz- stellen. Der >en Begründung dieser gefahr- Ausland mit nur wenigen dem Kriege her einige innerliche Hemmnisse zu uberwlnoen: man weiß nicht viel von den neuen Männern; dazu wurde der General Prittwitz auf etwas sehr schroffe Art abberufen; das färbt ab. Und die neuen Männer verlangen Unngeheures von den im Werden, manches anzugreifen, zu erproben und dann zu entscheiden. Ein- ung-h-urLast der beit und der Verantwortung g erschwert und '-in°n der" in?rnatio^nalen^Po>iLk in durch den Verlaus .rn2, nllpn Leuanens dieser Absicht n^cht «noers 11^ einer Gin= laßt, denn als emen neu 1^ DQn ^ünd- kreisung Deutschlan ch . Vereinbarungen nissen und Vertragen, Pläne sur den Krngsf n Charakter einer ständigen der Veneralftabe den yur Rechtferti- ®eng‘’Ä ang-Ä-n '»--ünduna dieser «esahr- rEmlich^n^Ausn^ahmen^^den^aus^^^^ Pr°^°^°>us --ts^and und seine Führung Die Schitksalsschlachl bei Tannenberg. Genie gegen Masse. - Rätsel und Wunder. - Spieler und Gegenspieler. Von Alfred H. Troß. bekräftigt und beglaubigt! Rach dieser Bekundung der Einigkeit und des aeschlossenen nationalen Willens aber muß die Parole heißen: „A n d i e Arbeit!" Auf allen Gebieten des Staatslebens steht Deutschland vor schwierigen und für die Zukunft entscheidenden Aufgaben Von den vier Jahren, die sich der Führer und Kanzler beim Antritt seiner Regierung an Zl'it ausbedungen hat, qpi die Grundlagen eines neuen und glücklicheren ^Deutschland zu legen, ist kaum mehr als ein Jahr vergangen. Vieles ist m dieser Zeit schon geschehen, vieles erreicht, einiges kann nur mit äußerster Ruhe und Nervenkraft festgehalten werden. Diese Voraussetzungen sind in unserer heutigen Führung gewährleistet. Die Gesamtheit des Volkes kann fie nur dadurch unterstützen, daß sie dem Ausland das Bild einer einigen mit der Regierung fest verbundenen Nation bietet, die jeden Eingriff in ihre heiligen Lebensrechte auch bei Ungleichheit der Kräfte zu einem gefährlichen Wagnis macht. Das Ausland muß wissen, daß die Zeiten der Spekulation auf die historische Uneinigkeit der Deutschen vorbei sind. Dazu kann jeder Volksgenosse in seinem Verhalten täglich und in seiner Stellung zu allen Dingen des öffentlichen Lebens beitragen, nicht durch kluges oder überkluges Mitreden in den äußerst komplizierten Fragen der auswärtigen Politik, sondern einfach durch Erfüllung jeder nationalen Pflicht und durch Bewahrung der Disziplin auch dort, wo die Verleugnung eines privaten Interesses von ihm (Urheberrecht: Dammert-Pressedienste, Berlin W 35) 2. Fortsetzung. General Samsonow. Rennenkamps und Samsonow sind seit altersher Rivalen und Todfeinde. Zu Beginn des Krieges hatten sie beide einige Anwartschaft aus den Oberbefehl der gesamten russischen Streitkräfte. Diesen Oberbefehl erhielt ein anderer, ein völlig Unfähiger, aber immerhin ein Onkel des Zaren. Den beiden Generälen wurde sogar noch die Sphinx Shilinski übergeordnet. Damit hatte man sich abzufinden. Und Samsonow fand sich bescheiden ab; Bescheidenheit war der Grundzug seiner Natur im Gegensatz zu dem BramarbasRemlen- kampf, der seine öffentliche Geltung durch Bluff und sein ständig wachsendes Vermögen durch Rie- senschiebungen bezog. Der Grund zu dnstr scheidenheit lag in der Tatsache, daß Samsonow sehr wohl wußte, wie verhaßt er in den Kreisen seiner Standesgenossen war, weil er Blut in seinen Adern rollen hatte. Da war Vorsicht und Zurückgezogenheit am -Platz. , Während des mandschurischen F°ldzugs hatten sich di- beiden Rivalen Samsonow und Rennen kamps einmal um -in Haar in to,°.nfkhr feit aebackpseist. Samsonow muhte bei Lmuyang angeblich vor den Japanernzuruckwe.chen weil Rennenkamps ihm nicht zu Hstse -üte. obgleich der Schlachtplan das vor,ah. Als st- s^ d°nn °ist einem Bahnhof trafen, wollte Samsonow dem Zauderer an die Gurgel; gottlob ^^Sckrecküchste jutant dazwischen und verhinderte das Schrecklichste. Aber die beiderseitige Zuneigung wurde durch die sen Vorfall nicht gefördert, wenn sich die alten Gegner auch bei Kriegsausbruch auf Befehl des Großfürsten offiziell versöhnen mußten. — Samsonow führte nun die russische Südostarmee, die Richtung hierbei vom deutschen Standpunkt aus gesehen. Er befand sich im Anmarsch gegen Johannisburg und Lyck mit dem Willen, die Seenplatte um Lötzen zu erreichen — diese Seenplatte, die alsbald sein Verderben sah — und darüber hinaus gegen Königsberg zu rücken und der Armee Rennenkampf zur festen Vereinigung die Hand zu reichen. Seine Truppen kämpften sich durch böses Sandgelände bis zur Grenze, waren schon vor der Erreichung der Grenze zu Tode erschöpft, aber unerbittliche Befehle aus Petersburg und aus Baranowitschi, wo der jähzornige Großfürst Nikolai Nikolajewitsch sein Hauptquartier aufgeschlaaen, hetzten sie unablässig weiter — in Tod und Vernichtung hinein: Denn inzwischen schmiedeten Hindenburg und Ludendorff an der Riesenzange, die, angesetzt und zugedrückt, der gesamten Armee Samsonow den Garaus machen sollte. Hauptquartier: Marienburg. Truppen — sowohl von den nördlich Stehenden wie von den rückwärtigen Verbänden: Es heißt nun marschieren, marschieren und abermals marschieren! —: „Wir werden das letzte Bataillon und jede schwere Batterie, die irgendwie entbehrlich ist, von Norden her und aus den Weichselfestungen nehmen, um der 2. russischen Armee — Samsonow! — einen vernichtenden Schlag beizubringen. Wir sind entschlossen, alles zu wagen und östlich der Weichsel zu bleiben, auch wenn dieser Schlag gegen die Russen mißlingt. Der feindliche Plan der Umgehung und der Vereinigung beider Armeen scheint weniger gefährlich durch seine Kühnheit, mit der er erdacht ist, als durch die Stärke, mit der er aus- geführt werden kann. Es handelt sich insgesamt um 500 000 Russen, meine Herren; wir wer- den insgesamt nur 200 000 Mann stark sein. Also dürfen wir dem Gegner keine Zeit mehr lassen. Bis zum 26. August muh alles aufmarschiert sein. Das ist die denkbar schnellste Leistung, die von den Truppen verlangt werden kann. Und sie wird verlangt! — Wir persönlich, meine Herren, bitten um letztes Vertrauen!" Die Korpsführer erkennen den eisernen Willen, der die beiden neuen Männer beseelt, und erahnen den genialen Plan, der sich hier zu ent- wickeln beginnt. Das Vertrauen ist da; Hindenburg und Ludendorff haben durch die Macht ihrer Persönlichkeit den ersten Sieg errungen! Sie sehen allerdings auch die schwere Gefahr, die den Deutschen bei diesem Plan droht: werden die Truppen nach Süden geworfen gegen Samsonow und marschiert Rennenkampf im Norden weiter, so kann man den Gegner in den Rücken bekommen und selbst umklammert werden, statt zu umklammern. Also: schärfstes Tempo! Marschieren, marschieren, marschieren! Man kommt sich näher. Trotz der Gigantenarbeit, die nun jede Stunde erfordert, wurden im Hauptquartier die persön- An die Arbeit! Der Schmerz und die Trauer um das Hinscheiden des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg hat den politischen Atem nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt ganze Tage lang festgehalten. Es war, wie wenn eine Blutstockung plötzlich die normale Funktion der Beziehungen und Gegensätze unter den Völkern unterbrochen hätte und alles Geschehen und Denken unwillkürlich an dem noch offenen Sarge des großen Mannes Haltmachte. Die Haßwelle, die Deutschland in den letzten Wochen wie nie seit den Tagen des Weltkrieges umbrandet hatte, ebbte zurück, wie von einer Naturgewalt angezogen durch den Ablauf eines Lebens, in dessen Betrachtung auch die geschickteste und skrupelloseste Propaganda in scheue Verehrung umschlug. Das deutsche Volk hat die Kundgebungen des ausländischen Mitgefühls und die Anerkennung der großen deutschen Eigenschaften, die der Tote verkörperte, mit der schuldigen Dankbarkeit entgegengenommen und in dieser letzten Ausstrahlung einer Heldengröße das Vermächtnis gesehen, bae Hindenburg seinem Volke noch durch seinen Tod geben konnte. Aber eine Täuschung darüber ist nicht am Platze, daß, wenn sich der Sarg geschlossen hat, diese loyale Stimmung der Trauer bald verfliegen wird und daß wir wenig Bereitschaft erwarten dürfen, die großen Eigenschaften des deutschen Vorbildes auch dann verstanden und gewürdigt zu sehen, wenn das lebende Volk und seine Führer sie in ihrer Politik zur Wiederaufrichtung Deutschlands, zur Wiederherstellung seiner Freiheit und Gleichberechtigung zu bestätigen und fortzusetzen versuchen. Die lärmende Musik der Verhetzung und der Verkennung aller guten und ehrlichen Absichten der deutschen Politik, die uns in den letzten Wochen besonders grell und mißtönend an die Ohren schlug, wird bald wieder an die Stelle der gedämpften Töne der Trauerparade treten, an der sich soeben die ganze Welt beteiligt hat. Die Lehre dieser illusionsfreien Erkenntnis fuhrt zum festen und unerschütterlichen Vorsatz, das begonnene Werk der deutschen Erneuerung, auf dem der Segen und die Billigung Hindenburgs ruht, fortzusetzen und durch die Geschlossenheit und den zähen Willen des einzelnen und des ganzen Volkes gegen alle Widerstände zum guten Ende zu bringen. Das äußere politische Zeichen dieses Gelöbnisses, mit dem jeder gute Deutsche das Gedächtnis Hindenburgs in sich beschließen soll, ist die A b - stimmung am 19. August. Dem Ausland gilt es zu zeigen, daß die ganze Nation die im Gesetz getroffene Regelung der Nachfolge Hindenburgs mit einem lauten und einmütigen: „So sei es!" Pünktlich am Nachmittag des 23. August treffen Hindenburg und Ludendorff in Marienburg em. Die Korpschefs sind versammelt. Man tritt m die - "Beratung der Lage ein. Noch sind innerliche Hemmnisse zu überwinden: man Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, dieses Grundübel und die tiefste Ursache des moralischen und politi- scheu Zerfalls der Nachkriegsjahre, geht weiter. Er kann erst als beendet und gewonnen angesehen werden, wenn die Decke der Arbeit sich wieder über alle Volksgenossen gleichmäßig erstreckt. Die Hoffnung, daß dieser Prozeß durch eine schnelle Auflockerung der wirtschaftlichen Weltdepression beschleunigt wird, ist vorläufig noch nicht gerecht- fertigt. Deutschland muß sich, so gut es geht, selbst helfen, und so muß jeder, der „zween Rocke hat, dem geben, der keinen hat", jeder an seinem Platz etwas rücken, daß der andere auch noch Platz findet. Wir wissen, daß die Augen der ganzen Welt auf uns gerichtet sind. Die meisten nut dem gierigen Ausdruck, den ihnen die Hoffnung auf das Der- sagen der deutschen Kraft und des deutschen Menschen verleiht. Sie wollen es immer noch nicht glauben, daß es bei uns feit Adolf Hitlers Regierungsantritt anders geworden ist. Sie haben sich bereitgefunden, die großen deutschen Eigenschaften in Hindenburg anzuerkennen, weil sie glauben, daß sie mit ihm gestorben seien. Zeigen wir ihnen, daß Hindenburg in uns lebt! Wirtschaft Die rhein-maillische Wirtschaft im Juli zur bisherigen Bestimmung kann das Lieferungs- kula mit plus 3,25 v. H. stärker hervor, daneben gebiet für einen Käufer auf das gesamte Gtzbiet I gewannen Gesfürel 2 v. 5)., Schuckert 1,75 v. H., Backschrottypen 1370 und 1800 dürfen nach wie vor hergestellt werden. Die Abschläge sind neu festgesetzt. Entsprechend den neugeschaffenen Typen ist die Aschengrenze höher gezogen worden. Im Gegensatz Llchk und Straft 0,50 v. $. und AEG. 0,13 v. H., während Lahmeyer 0,75 v. S). niedriger einsetzten. Stärker befestigt waren außerdem Aschaffenburger Zellstoff mit plus 4 v. H. und Conti-Gummi mit plus 3,50 v. H. sowie Kunstseide Aku mit plus 3,75 d. 5). Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich durchschnittliche Erhöhungen von 1 bis 1,50 v. H. Auch der Rentenmarkt war fest, jedoch bei wesentlich ruhigerem Geschäft. Es eröffneten Altbesitz 0,50 v.H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,50 v.H., Stahlverein-Bonds 2 v.H. und Reichsmark-Obligationen von 0,25 bis 0,50 v. $). fester. Im Verlaufe blieb die Börse fest und meist ergaben sich nochmals Erhöhungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 o. H. Gelsenkirchen gewannen 1 v. 5)., Rheinstahl 0,75 v. 5). Farbenindustrie 149 nach 148,50 v. $). Die Umsätze waren, abgesehen von einigen Montanwerten, klein. Bon später zur Notiz gekommenen Werten sind Rhein. Braunkohlen mit plus 6 v. $)., Buderus mit plus 2,50 v.H., Mansfeld mit plus 2 v.H., Reichsbank mit plus 2 v. S). und Holzmann mit plus 1,75 v. H. zu erwähnen. r , P1,„ Der Rentenmarkt lag auch späterhin sehr still und ohne größere Veränderung. Goldpfandbriefe blieben behauptet, auch Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen lagen nur wenig verändert. Dagegen waren Liquidationspfandbriefe uneinheitlich, wobei Meininger zirka 1 v. H., andere 0,25 v. H. verloren, andere wieder zirka 0,25 bis 0,50 v. H. gewannen. Staatsrenten lagen ruhig. Abendbörse gut behauptet. An der Abendbörse blieb das Geschäft mangels neuer Anregungen und Aufträge eng begrenzt, die Stimmung war jedoch weiter fest. Seitens der Kulisse beobachtete man etwas Zurückhaltung. Etwas Interesse erhielt sich für Montanwerte, wobei Gerüchte, die von 3 bis 4 v. H. Dividende bei Klöcknerwerke wissen wollten, etwas angeregt haben dürften. Hier lagen die Kurse auch größtenteils noch etwas über dem sehr festen Schluß von Berlin, während die Mehrzahl der übrigen Aktienpapiere nur knapp behauptet lagen, gegen das Frankfurter Schlußniveau aber noch etwas darüber notierten. Im Verlaufe blieb das Geschäft an allen Marktgebieten bei kaum veränderten Kursen klein. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Aug. Infolge allgemein vorherrschender Zurückhaltung waren die Umsätze am heutigen Getreidegroßmarkt minimal. In Brotgetreide haben sich die Anlieferungen seitens der Landwirtschaft verstärkt, während die Mühlen nur sehr geringe Aufnahmeneigung bekundeten, insbesondere für Weizen. In Hafer und Futtergerste be* steht kaum Angebot, auch die Nachfrage ist nur Der monatliche Bericht des Rhein - M a i n i ° scheu Industrie - undHandelstages teilt mit, daß im Juli die Aufwärtsbewegung im E is e n st e i n b e r g b au sich fortsetzt; Vie Leistungsfähigkeit des Bergbaus ist allerdings nicht voll ausgenutzt. Mit Bohrarbeiten im Lahn-Dillkreis wurde begonnen. Die B a f a l t i n d u st r i e im Westerwald, in Oberhessen und im Fuldaer Bezirk ist ungenügend beschäftigt. Der Bau der Reichsautobahn wirkt sich bisher nur schwach aus; die Aus- fichten für den Monat August werden günstiger beurteilt. In der K a l k i n d u st r i e ist das Geschäft saifonmäßig ruhig. Der Bedarf nach Erzeugnissen des Tonbergbau ist stark und scheint anzuhalten. Dagegen hat die Nachfrage in der Granit- und Syenit-Industrie des Darmstädter Bezirks plötzlich und stark nachgelassen. Die Ziegeleien im Limburger Becken und im Taunus verzeichnen eine nicht unerhebliche Absatzsteigerung, während die Betriebe im Fuldaer Bezirk Absatzrückgang mitteilten. Im Metallgewerbe konnte sich bei der Hütten- und Eisenindustrie der Absatz einigermaßen auf der bisherigen Höhe halten, doch mußten wegen des Anwachsens der Lagerbestände in einigen Betrieben Feierschichten eingelegt werden. Im Maschinenbau hat sich die Beschäftigung der Werkstätten gegenüber Juni gehoben. Die gegenüber dem Vorjahr lebhaftere Umsatztätigkeit in der Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen hielt an; ebenso hat sich der Exportumsatz gehalten; Bingen berichtet über schlechten Zahlungseingang au» der Landwirtschaft. Der Export von Gerbereimaschinen ist gestiegen, der Jnlandabsatz zurückgegangen. Die Beschäftigung in der Automobilindustrie ist nach wie vor zufriedenstellend. Aus der M a - schin en Industrie im Darmstädter Bezirk wird ein Anziehen berichtet. In der Elektrotechnischen Industrie ist, außer in der des Binger Gebietes, das Jnlandgefchäft etwas zurückgegangen; das Auslandgeschäft ist weiter still. Die Betriebslage der Optik hat sich im Juli nicht verändert, die der Feinmechanik jäh verschlechtert. Der Umsatz in der chemisch - pharmazeu- tischen I n d u st r i e ist zufriedenstellend. Die den linken Flügel des Korps herangeführt. Das I. Armeekorps wurde über Königsbera-Elbing-Ma- rienburg und über Wormditt nach Deutsch-Eylau und Bischofswerder abgedreht, um dort zum Flankenstoß gegen die Russen entladen zu werden. Zum erstenmal in der Gefchichte wurde die Eisenbahn in großzügiger Weise als strategisches Hilfsmittel benutzt. Das XVII. Armeekorps und das I. Refervekorps marschierten in südwestlicher Richtung aus Allen- ftein zu. Diese beiden Korps hatten ungeheure Gewaltmärsche zurückzulegen, um rechtzeitig zur Stelle zu sein. Teile von ihnen legten i y vier Tagen über 200 Kilometer zurück! — Was das zu bedeuten hat in sengender Augusthitze mit dem „Affen" auf dem Buckel, in.neuen Uniformen, kaum einmarschierten Stieseln, mit Reservisten, die jahrelang nicht des Königs Rock getragen, vielleicht jahrelang im Büro gesessen und als längsten Marsch den bis zur nächsten Haltestelle der Elektrischen geleistet — das vermag nur der zu bewerten, der selbst mit schwerem Gepäck marschiert ist, den Feind auf den Fersen oder dem Feind entgegen! — Am Abend des 24. nahm das Hauptquartier seinen Sitz in Riefenburg. Der Stabschef des XX. Armeekorps telephonierte —: die Lage des Korps wurde immer schwieriger, da die Russen — Armee Samsonow — ständig neue Kräfte zum Sturm gegen die Front heranführten, aber auch den linken Flügel der zäh ihre Stellung Verteidigenden zu umklammern drohten; der Korpschef machte Bedenken geltend aegen weiteres Ausharren in der gefährdeten Stellung. Die Antwort: „Das Korps muß halten bis zum letzten Mann!" Und das Korps hielt. — Hätte es nachgegeben, so wäre eine Schlacht südlich Deutsch-Eylau — wäre die Schlacht von iannenbera unmöglich geworden und es nicht gelungen, die im Marsch von allen Seiten her befindlichen Teile der deutschen Armee noch zu ^nheitlicher Verwendung und zu der geplanten großen Umklammerung und Zange zu sammeln. Das war der kritischste Augenblick der ganzen Operation! Durch den eisernen Willen der „neuen Männer", den einmal begonnenen Plan auf Gedeih oder Verderb durchzuführen, tritt die Wendung zum Guten ein. (Fortsetzung folgt.) Scheideindustrie konnte infolge ungenügender Rohstoffzufuhren nicht den gesamten Bedarf befriedigen. Die Beschäftigung im Baugewerbe ist mit Rücksicht auf die Beendigung der Zuschuß-' aktion zurückgegangen. Günstiger liegen die Verhältnissen im Tiefbau, bei denen sich das Fortschreiten der Arbeiten für die Reichsautobahn auswirkt. Im Bekleidungsgewerbe war der Ordereingang erwartungsgemäß gering. Die Textilindustrie berichtet übereinstimmend, daß die Beschäftigung sehr gut war, die Läger restlos geräumt sind und darüber hinaus Aufträge vorliegen; die Kundschaft neige zur Voreindeckung. Rohstoffverknappungen wirkten sich in der Oberhessischen Leinenindustrie und in der Darmstädter Tuchsabri- kation aus. In der Offenbacher Lederindustrie ist sowohl der Jnlandabsatz, als auch, trotz aller Bemühungen, das Auslandgeschäft zurückgegangen; dasselbe wird von der Darmstädter Leder- Fabrikation berichtet. Die Beschäftigung der Möbelindustrie ist unverändert günstig. Die Konservensabrikation hat unter schlechten Ernteergebnissen zu leiden. Die Belebung in der S ch a u m w e i n i n d u st r i e hat sich nicht fortgesetzt. Der Absatz an Zigarren ist bei den Großbetrieben im Steigen, bei den Mittel- und Kleinbetrieben jedoch im Rückgang begriffen. Die Brauindustrie klagt über noch vollkommen ungeklärte Verhältnisse in steuerlicher Beziehung. Im Großhandel war das Geschäft in betreibe, Mehl und Futtermitteln ruhig, ebenso saison- gemäß im Weinhandel; die Geschäftslage im Kohlen- handel gestaltete sich befriedigend, besonders im Platzgeschäft. Im Einzelhandel besserten sich die Umsätze in Lebensrnitteln, Textilien, Photvartikeln und verschlechterten sich erstmals nach einem Jahr im Büro- bedarfs-Geschäft. Die Lage in der Mainschiff, f a f) r t ift nach wie vor außerordentlich schwierig, der Wasserstand erreichte an einigen Stellen Rekordtiefstand. Im Wiesbadener Hotelgewerbe hat der Besuch keine Verschlechterung erfahren. lichen Beziehungen nicht vernachlässigt. Ein ehe- maliger Generalstabsoffizier im Stabe Hindenburgs, W. von Stephani, erzählt: Vor dem Eintreffen Hindenburgs und Luden- dorffs war der Stab nie vereinigt. Den Oberbefehlshaber und seinen Chef des Stabes sah man selten und nur zufällig. Jeder suchte sich seine Mahlzeit, so gut und schlecht es ging, und wann die Zeit es gerade erlaubte. Man lernte die Offiziere und die Beamten des Stabes nur kennen, wenn man dienstlich oder durch Zufall mit ihnen für kurze Zeit in Berührung kam. Daß solches Verfahren dem großen Ganzen nicht nützlich war, bedarf feiner Erläuterung. Es wurde auch sofort geändert, sobald Hindenburg und Ludendorff den Oberbefehl übernommen hatten. Wenn es Zeit und Gelegenheit irgend gestatteten, wurde abends gemeinschaftlich gegessen, wozu der Verpflegungsoffizier ein einfaches Essen zu besorgen hatte. In der Mitte der Tafel nahm der Oberbefehlshaber, rechts von ihm der Armeechef Platz. Im übrigen wurde nicht etwa streng nach dem Dienstalter eine Sitzordnung ausgegeben, sondern man fetzte sich, w i e man kam, und der Jüngste konnte neben dem Armeeführer sitzen, der für alle stets ein freundliches Wort hatte und selbst in diesen mit ungeheuerlichen Entscheidungen gelaßenen Tagen immer d i e gleiche Ruhe bewahrte. Durch solch menschlich-kameradschaftliches Verhältnis, das sich naturgemäß auf den ganzen Stab übertrug, wurde der Dienst außerordentlich erleichtert. Oie Vorbereitungen zur 'Uiesenfchlacht. Am 24. August begab sich das Armee-Oberkommando im Auto über Elbing-Osterode nach Tan- nenberg, wo eine längere Besprechung mit dem Kommandierenden General des XX. Armeekorps, nunmehr in den Mittelpunkt der kommenden Entscheidungen gerückt, mit dem General der Artillerie v. Scholtz stattfand. Das Korps ttotzte in ver- fchanzter Stellung zwischen den masurischen Seen bei Waplitz und ©ilgenburg schon zwei Taae den wütenden Angriffen von drei bis vier russischen Korps. , Zu seiner Unterstützung wurde die m Angerburg verladene 3. Reserve-Division mit der Bahn hinter der Bezirksgruppe, in der er seinen Sitz hat, ausgedehnt werden; es ist gestattet, Teile desselben auszuschließen. Zu der Anordnung Nr. 10 der Wirtschaftlichen Vereinigung und zum Reichsmühlenschlußschein sind den Bedürfnissen des Verkehrs entsprechende Aende- rungen getroffen worden. Unter Weizenmehl ist die neue Type 2000 (das dunkle Weizenbrotmehl) hin- zugefügt. Bei den Typen 502, 563, 630 und 790 ist die Latitude erhöht. Bei den Typen 630 und 790 ist die Höchstminderwertgrenze erhöht worden. Unter Roggenmehl sind die fortgefallenen Typen 610, 700 und 815 fortgelassen. Die neue Type 997 ist dafür eingesetzt worden. Frankfurter Börse. Hliffagsbörfe fest. Frankfurt a. M., 8. August. Die erste Börse nach der langen Unterbrechung durch die Trauerfeierlichkeiten um unseren verstorbenen Reichspräsidenten eröffnete in fester Haltung und wies zu den ersten Kursen auf den meisten Marktgebieten recht lebhafte Umsätze auf. Während der langen Pause haben sich auf Grund der günstigen politischen und wirtschaftlichen Momente bei den Banken eine ganze Anzahl von Kauforders angesammelt, die nunmehr zur Ausführung kamen und bei der herrschenden Marktleere ziemlich starke Kursbefestigungen im Gefolge hatten. Das nunmehr erteilte Agrement für Herrn v. Popen, sowie die Berufung Dr. Schachts zum Reichswirtschafts, minifter und eine ganze Reihe günstiger Jndustrie- abschlüffe und Mitteilungen veranlaßten auch die Kulisse zu einigen Deckungen und Meinungskäufen. Nach Erledigung der ersten Kauforders wurde das Geschäft jedoch wesentlich ruhiger, es schien aber weitere Nachfrage zu bestehen. Am Chemiemarkt gewonnen Farbenindustrie 4 v. H., Deutsche Erdöl 3,13 v. H., Goldschmidt 3 v. H. und Metallgesellschaft 1 v. H., während Scheideanstalt nur knapp behauptet lagen. Größere Kursgewinne verzeichnete außerdem der Montanmarkt, wo Klöcknerwerke und Kali Westeregeln mit plus 4,25 bzw. plus 5,50 v. H. an der Spitze standen. Gelsenkirchen, Harpener, Mannesmann und Rheinstahl zogen von 2,50 bis 3 v. H., Phönix und Stahlverein je 1,50 v. H. an. Am Elektromarkt traten Siemens und Elektr. Lieferungen mit je plus 4 v. H. sowie Be- Sortierung von Großvieh nach Schlachtwertktaffen. Der Makktbeaustragte des Frankfurter Viehmark- tes teilt mit: „Auf Anordnung des Herrn Reichs- kommisfars für die Milch-, Vieh- und Fettwirtschoft sind die Agenten, Kommissionäre und Händler von Großvieh und Kälbern verpflichtet, die von ihnen aufgetriebenen Tiere nach Schlachtwertklassen sortiert aufzustellen. Die Reihenfolge der Tiergattungen beim Großvieh ist: Bullen, Ochsen, Rinder, Kühe. Innerhalb dieser Reihenfolge sind die Tiere so zu gruppieren, daß die Tiere der Schlachtviehklasse a zuerst stehen und dann folgend solche der Klassen b, c und d. Die Richtigkeit der Einteilung wird von einer hierfür bestimmten Kommission nachgeprüft." Anordnungen der Wirtschaftlichen Vereinigung der loggen- und Weizenmühlen. Die Wirtschaftliche Vereiniaung der Roggen- und W e i z e n m ü h l e n hat die Anordnungen Nr. 13 und 14 herausgegeben, die am 8. August in Kraft treten. Sie schließen eine andere endgültige Regelung durch die Hauptvereinigung der Deutschen Getreidewirtschaft nicht aus. Es werden die Zahlen des zulässigen Höchstaschegehaltes zum Teil neu festgesetzt. Die Type 2000 (Weizenbrotmehl), welche etwa von 65 v. H. bis 78 v. H. ausgemahlen werden Fann, wird mit einem Abschlag von 7 RM. eingeführt. Die bisherige Bestimmung über die Herstellung von Weizenmehl mit 15 und 30 v. H. Auslandsweizenbeimischung ist dahingehend geändert, daß mit Inkrafttreten dieser Anordnung nur noch Weizenmehl mit 20 und 10 v. H. Auslandsweizenbeimischung hergestellt werden darf. Die Aufschläge für diese Mehle sind in den jetzigen Preisen entsprechend neu festgesetzt. Da die Roggenmehltypen 610, 700 und 815 nicht mehr hergestellt werden können (Verordnung vom 14. Juli 1934) wurde die neue Roggenmehltype 9 9 7 als Basistype eingeführt. Die beiden mäßig. Angesichts der Ungewißheit über bevor- stehende Festpreise für Kleie herrschte am Futtermittelmarkt stärkste Zurückhaltung. Man erwartet in diesem Zusammenhang auch für andere Futtermittel bzw. Mühlenabfälle neue Verordnungen. In ölhaltigen Futtermitteln zeigten sich die Oelmühlen etwas abgabefreudiger, nachdem wochenlang kaum Material zu haben war; inzwischen ist aber die Nachfrage der Landwirtschaft sehr gering geworden. Die heute notierten Preise zeigten im Vergleich zum letzten Markttag keinerlei Veränderung. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in RM.: Weizen 207, Roggen R 9 157, do. R 13 161, do. R 15 165, Futtergerste G 9 159, G 11 162, G 12 164, Hafer H 13 157, H 14 159, Weizenmehl W X 28,90 plus 0,50 RM. Frachtausgleich, do. W VII 28,60 plus 0,50, Roggenmehl Type 997 R 9 23 plus 0,50, R 13 23,35 plus 0,50, R 15 23,75 plus 0,50, Weizenmehl IVB 17 bis 17,25, Weizen- nachmehl 16,50 bis 16,75, Weizenfuttermehl 12,75, Weizenkleie fein 11, grob 11,50, Roggenfuttermehl 13,25, Roggenkleie 12,25, Soyafchrot 15,80, Palrn- kuchen 15,70, Erdnußkuchen 17,20, Treber 17 bis 17,10, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,80 bis 2,90. Kartoffeln: runde gelbfleischige Frühkartoffeln 4 RM. pro 50 Kilogramm ohne Sack ab Station. Schweinemarkt in Lauterbach. Lauterbach, 8. Aug. Der heute hier abgehaltene Schweinemarkt war sehr gut beschickt. Das Angebot war groß. Es waren 163 Ferkel aufgekrie- ben. Die Preise lagen etwas unter denen früherer Märkte. Der Handel vollzog sich ziemlich schleppend, so daß Ueberftanb verblieb. Die Preise: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 11 bis 13 Mark, 8 bis 11 Wochen alte Tiere 13 bis 15 Mark. Besonders schone und große Tiere erzielten entsprechend höhere Preise. Allgäuer Käsemarkt. Kempten, 8. Aug. Rahmeinkauf bei 42,50 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 120 (zuletzt 120). Weichkäse mit 20 v. H. Fettgehalt, grüne Ware 21 (21). Allgäuer Emmenthaler mit 45 v. H. Fettgehalt 1. Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), 2. Sorte 65 bis 67 (65 bis 67). Tendenz: Weichkäse bessere Nachfrage, Emmenthaler normale Nachfrage. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 9. Aug. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 51 Rinder (22 Ochsen, 6 Bullen, 23 Kühe), 1204 Kälber, 107 Schafe (51 Hümmel), 566 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 44 Mark, Hämmel 32 bis 35, Schafe 26 bis 32, Schweine 42 bis 51 Mark. — Marktverlauf bei allen Diehgattungen ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Franliuri a. M Berlin Frankfurt a.M. Berlin • Aranksuri a. M. Berlin Schluß» turS Echlußk. Abend» börfe Schluß» fur4 Schluß! Mittag- dörse Schluß» turs Schlußt. Abend- börsc Schluß» furd Echlußk. Mittag» dörse Schluß- furd Schlußk. Abend« börse Schluß» hud Schlußk. Minag» börse Datum 7-8. 8.8. 7-8. 8-8. Datum 7-8. 8-8. 7-8. 8-8- Datum 78- 8-8. 7-8. 8-8. •% Deutsche ReichSanleihe v 1927 •% ehem.7°/o Dt. Retchsanl. v. 1929 bVi% Doung.'Anlethe von 1930 . Deutsch, Anl.-Ablüs.-Schuld mtt AuSlos.-Rechten DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehern.8% Heft. Bollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ..... 6% Heft. Landesbank Darmstadt Gold M. 12........... 6y?% Heft. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqul Oberheften Provinz-Anleih» mit AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten «% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935 •% ebent. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 VYt% ehern. 4«4% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfandbrtefe. .. 6 K% ehern. 4 Rheinische Hhp..Bank-Ltqu.-Goldpse. 6% ehern. 8% Pr LandeSpfant» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehcm. 7% Pr. LandeSpsand- oriefanflalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch Verrechnungskurs 4% Oesterrelchtiche Goldrenle. . 4,20% Oesterreichtsche Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4>4% desgl. von 1913 . ... 6% abgesl Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdad bah »-Anleihe Mil..................... 92,5 89,4 92,75 91,5 89 88,75 95,5 89 89 89,25 89,9 2 93 101,3 29 1,2 7 7 8,75 7,9 92,5 89,5 94,13 91,5 89 88,75 95,5 93,7 89 89 89,5 90,25 92 93 101,3 28 7,1 7 8,5 7,9 92,65 92,9 89 93,75 88,5 92 93 101,3 29,25 1,2 7,15 6,9 6,9 8,75 92,65 89,75 94,25 90,75 89 94 89,75 92 93 101,4 28,25 1,1 7,13 6,75 8,5 4% deSgl. Serie II ...... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier ............... Yamdurg-Amerika-Paket ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Hansa-Dampfschiff..........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 A G. sür Berkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz- und Prioat-Bank .. 0 Deutsche Bank und Dtsconto» GeseUschast................ o Dresdner Bank..............0 Reichsbank ....... 12 A.G.G...................... Sekula................. 0 «leltt. LieferungSgefellschafi... 6 Licht und Kraft . g Felten & Guilleaume........ 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmllng. 6 Rheinische öletotjüäi ........ 5 Schuckert S Co. ............ 5 Siemens & Halske............ 7 Lahmeyer »Co............. 10 öUdeNH ......... 0 Deutsche Srdll ............... Gelsenkirchener..............( Haroener .................0 Hocsch Eisen—SSin-Reveftea .. 0 Alse Bergbau ............ 6 alle Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............< Mannesmann-Röder» ........ 0 8 4,4 6,75 4 38,25 26 29,25 62.25 90,5 55.75 60 64 148 23,5 138,75 95 110,75 65,75 106 87,5 140 118,5 75 111 59,5 103,5 127,25 74 66 8 4,4 6,75 4,05 38,25 26,5 30,25 90,75 56 62 64,75 151,25 24,65 142,5 99 112 25 68 108,5 98,9 89,75 144 118 77,75 114,5 63 105,5 129 78,4 69,13 4,5 7 4 38 26,25 23 29,65 62,9 90,75 55,75 60,5 64,5 148 23,5 139,25 95,25 111,25 65,5 106,5 96 87,5 140,5 117,75 75,25 111,5 60 103,75 73,75 167 127,5 74,25 66,25 4,7 7,5 4,1 38 26,65 23,5 31 66 90,75 56 62 64,75 151,25 24,65 142,5 99,75 112,5 69 109,25 99,75 90 144 118.9 77,5 114,75 63,4 105,25 76,25 173,5 129 78,25 68,75 toanefelbCT Bergbau......... 0 KokS werke 0 Phvntr Bergbau.........«... 0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl 0 Bereinigte Stahlwerke........ 0 Olavi Minen 0 Kaliwerke Ascheröleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth..... I G. Yarden-Jndustrte.......? Scheideanstalt......... 9 Goldschmidt ...... 0 MetaUgeieUschast........ 0 Zementwerk Heidelberg ...... 0 Zementwerk Karlstadt.........® Schultheis Patzenhoser .......0 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ...........0 Seilstoss Waldhos ..........0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............ 7 Daimler Motoren ............ 0 Deutsche Linoleum...........0 Lrenstein L Koppel...... 0 Leonhard Tietz ...... 0 Thade....................10 Aerumulawren-Fabrkk........0 Lonti^Summi............... 0 Grttzner....................0 Matnkraftwerke Höchst a-BL... 4 Süddeutscher Zucker ......... 8 72,75 47 242,5 88 40,25 14 112,75 113 157,5 144,5 206,5 77 38 81 63,5 103,25 124 60,9 65,25 45,25 54 44,25 57,5 20,75 219 170,5 127 25,13 74 I 179,25 75 49,5 248,5 91,65 43,13 14,5 118 118,5 159 149 206 82,5 39,25 83,65 66 105 127,75 63,75 66 47,75 58,5 46,5 58,5 22 219,5 175,25 130 24 184,25 72,5 89,75 47,25 242,5 88,25 40,5 14,25 113,5 113 155 145,13 77 38 80 l - 112,75 60,25 65 45,5 54,4 120,75 44,5 58,13 73 217 172 127,5 I 24,75 1 180 74,9 93,25 49,9 249,75 91,4 43,25 14,75 118 117,75 160 149,4 82,5 39 83,75 115,5 64,5 66,75 47,75 126,75 46,25 58 76,65 22,5 219 174,5 129,75 1 24,25 1 185 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 7.August 8. August Amluche Notierung Amtliche Notierung 0Vi Brie' Geld Brie Buenos Aires 0,648 0,652 0,648 0,652 Brüssel_____ 58,94 59,06 58,94 59,06 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,43 56,55 56,43 56,55 Danzig..... 81,74 81,90 81,74 81,90 London ..... 12,64 12,67 12,64 12,67 HelsingforS.. 5,574 5,586 5,574 5,586 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan ...... 0,750 0,752 0,750 0,752 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 63,52 63,64 63,52 63,64 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,47 11,49 11,47 11,49 Stockholm... 65,17 65,31 65,17 65,31 Schweiz .... 81,67 81,83 81,67 81,83 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10.46 Budapest ... Neuyork... 2,502 2,508 2,502 2,508 Banknoten. Berlin, 8.August Geld Brie' Amerikanische Noten.............. 2,455 2,475 Belgische Noten.................. 58,78 59,02 Dänische Noten ................. 56,38 56,60 Englische Noten ................. 12,595 12,655 Französische Noten ............... 16,52 Holländische Noten ............... 169,99 Italienische Noten................ 21,54 Norwegische Noten .............. 63,35 63,61 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling •— Rumänische Noten............... — — Schwedische Noteu............... 65 01 65,27 Schweizer Noten................. 81,49 81,81 Spanische Noteu................. 34,32 Ungarische Note» eeeM.eeeee.eeee