Aarkt, Mng Men >gs. le unfe. 'N. Samstag ** ’« 106 Slu Lei^pera, ttirb es >etl re^ °lkt und T- nachs 3m lve« 9e. ^9 Trach ■gens 9,3 •? Tra'd, 11 abends Celsius Anschein. ne! lemehme gaststätte «s n, meinen eichen. — und Um- 02422 rau zuverläss» dchen norm. biS nachmitt. r.-Linden .Schnitt« i.Lohnam u. 02430 M t*'d as L $r» den/ irt kreei «W ÜhigeB^ Wen :em- M ^idda» Vetzlar sofort e>n Wl i,S» m Kocben tl! Angeb. Ä aus- idien Älindig HausbK tonn/ tr. 2.181 Hr. 107 Srftes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, y. NM von einzelnen Nummern WM infolge höherer Gewalt Ermäßigte Grundpreise. MM General-Anzeiger für Oberhessen MW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf Zrankfurt am Main 11688 Druck und Verlag: vrühl'sche Universttatr Buch- und Zteindruckerel R.Lange in Sieben. 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Wenig von der europäischen Öffentlichkeit beachtet, hat hier vor einigen Wochen eine Konfe- renz stattgefunden, die deutlicher als alles andere zeigt, wie sehr man auch in Indo-China mit der Wahrscheinlichkeit eines baldigen Konfliktes in O ft a s i e n rechnet: die sogenannte Flotten- konferenz in Singapur hatte die Aufgabe, festzustellen, ob diese Festung im Ernstfälle zu halten sein würde, welche Flottenbasis bei einem etwaigen Verlust der Seefestung sonst in Frage kommen könnte, und was zu geschehen habe, um die Seefeste — wohl zur Zeit die stärkste der Welt — noch uneinnehmbarer zu machen als sie ohnehin schon ist. Wenn die immer vorsichtigen, allerdings auch äußerst kaltblütigen Briten an derartige Maßnahmen denken, dann muß, so schließt jedenfalls auch der Laie, die Lage ernst sein — selbst wenn der Krieg noch nicht vor der Tür steht. Und in der Tat, ein Rundblick von Singapur aus, der sich mit der politischen Lage und den Vorgängen in Oer näheren und weiteren Nachbarschaft beschäftigt, zeigt, wie stark es im asiatischen Hexenkessel brodelt und wie sehr auch die nur am Rande betroffenen Länder von der allgemeinen Unruhe ergriffen sind. Man braucht von Singapur aus dazu gar nicht bis nach China und Japan zu reifen; man hat die Konflikte schon in allernächster Nähe und spürt die Rückwirkungen der verschiedenen Vorgänge sozusagen täglich. Zwar ist es in den Straits Settlements, dem südlichen Teil der Malaischen Halbinsel, auf der Singapur liegt, verhältnismäßig ruhig. Die kluge britische Verwaltung ist hier politischen Konflikten aus dem Wege gegangen und nur die Verheerungen der Weltkrise sind weiter spürbar geblieben, dafür geht es aber um so lebhafter in Birma und Siam, in Französisch - I n d o ch i n a und in $ ü n n a n, in Hollänoisch-Jndien und den Indischen Grenzmarken zu. Das liegt nicht nur daran, daß fast überall die wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der schlechten Preise für die Standardprodukte dieser Länder: Reis und Kautschuk, sehr groß sind, sondern darüber hinaus auch an den Folgen der Europäisierung der Ein- Seborenen, die nicht mehr gewillt sind, das och einer Rasse zu tragen, der sie sich ebenbürtig dünken. Was die Engländer hier z. T. bewußt versäumt haben, nachdem sie in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts so schlechte Erfahrungen mit der Erziehung der Inder gemacht haben, haben die Franzosen mit ihrer dem europäischen Standpunkt so schädlichen Erziehung und Gleichstellung mit den fremden Rassen zuwege gebracht. Man kann geradezu sage, daß es die verspäteten Auswirkungen der Lehren der großen französischen Revolution sind, die wir hier zu spüren bekommen, da es überall Französifch- Erzogene oder unter dem Einfluß der Franzosen stehende Eingeborene sind, die in dem allgemeinen Wirrwarr eine so entscheidende Rolle spielen. Das gilt z. B. für die Vorgänge in Siam, die ja wohl noch immer nicht abgeschlossen sind und noch zu weiteren Revolutionen führen können. Der Führer der siamesischen Radikalen, L u a n g Pradit, ist in seinen Reden geradezu von echt französischen Vorstellungen erfüllt, und das gleiche kann man von den Führern der Radikalen Jugend in Französisch-Jndochina selbst behaupten. Aber diese Erscheinung reicht noch viel weiter. In ganz Südchina, in Tibet, ja selbst in Britisch-Jndien und Holländisch-Jndien gibt es Persönlichkeiten, die an der Sorbonne in Paris erzogen worden sind und dort zugleich mit den Lehren von der „Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit" — kommunistische Propaaan- d a eingesogen haben, die ja nirgends so blüht als in Paris. Die Sympathie der Engländer und Holländer für die Franzosen rächt sich bitter, denn der Geist des Aufruhrs und der Empörung, der den jungen Asiaten auf französischen Hochschulen eingetrichtert wurde, setzt sich nach ihrer Rückkehr eben in radikale Propaganda, in politische Aufstände, kurz in die ganze Unruhe um, die sich hier bemerkbar macht. Das spüren die Franzosen nach der erfolgreichen, gegen die absolute Macht des Königs gerichteten Revolution in Siam übrigens am eigenen Leibe. Denn auch in Jndochina selbst gärt es immer mehr. Nach dem Tode des auf so tragische Art und Weise verunglückten Generalgouverneurs P a s q n i e r , der während eines Heimaturlaubes im Flugzeug abstürzte und verbrannte, haben sie keinen Verwaltungsbeamten mehr, her in her Lage wäre, die Probleme zu meistem, die in Annam, Tonking usw. zu lösen find. Die Ueberführung aller dieser Eingeborenenstaaten aus dem Zustand des Feudalismus in moderne, „konstitutionelle" Monarchien rft eben nicht so einfach, besonders wenn noch dazu die wirtschaftliche Not groß ist, und man selbst die Eingeborenen gelehrt hat, daß sie ihren „Herren' gleichberechtigt seien. Dazu kommt, daß von China her sich in wachsendem Maße Einflüsse bemerkbar imachen, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen; idie rassischen Bande, die zwischen der südchinesischen kund der tonkinesischen Bevölkerung bestehen sind ja iüberdies ganz außerordentlich stark, und die 'Franzosen haben diese Art von einheimischer 'Propaganda noch dadurch erleichtert, daß sie so viele Südchinesen haben französisch erflehen lassen. Es ist kein Zweifel, daß die aus iFranzösisch-Jndochina stammenden Intellektuellen, Die wegen kommunistischer Umtriebe fliehen muß- „Arbeitsdienstpflicht - Ehrenpflicht!" Aufruf! Es ist Pflicht jedes jungen Deutschen, sich freiwillig Volk und Staat im Arbeitsdienst zur Verfügung zu stellen. Ebenso aber ist es Pflicht des Staates wie jedes Volksgenossen, sich für die bevorzugte Unterbringung ausscheidender Arbeitsdienst williger im Berufsleben einzusehen. Ich begrüße es lebhaft, daß sich der Arbeils- d a n k die Aufgabe gestellt hat, diesen Gedanken in die Tat umzusehen und erwarte von Staatsund Kommunalbehörden, von der Wirtschaft wie von allen Volksgenossen weitestgehende Unterstützung und Mitarbeit. Frankfurt a. 7N.-Darmstadt, den 8.2Hai 1934. Gez.: Sprenger, Reichsstatthatter in Hessen und Gauleiter in Hessen-Nassau. Aufruf! Nach dem Willey des Führers ist es unsere unbedingte Pflicht, den Arbeitsdienftgedan- k e n nach allen Kräften zu fördern. Arbeit ist die höchste Ehre! Millionen von deutschen jungen Menschen sollen nach dem Willen des Führers durch den Arbeitsdienst die Bedeutung des deutschen Bodens wieder erkennen und schätzen lernen. Jeder Unternehmer ist verpflichtet, seine jugendlichen Mitarbeiter im Atter von 17 bis 25 Jahren in den Arbeitsdienst zu entsenden. Die dadurch frei werdenden Arbeitsplätze werden durch die Arbeitsvermittlungsstelle des Arbeitsdienstes, den Arbeitsdank, sofort wieder mit Arbeitsdienstwilligen beseht werden, so daß jeder, der in den Arbeitsdienst eintritt, die unbedingte Gewißheit hat, daß nach seinem Ausscheiden aus dem Arbeitsdienst ein freier Arbeitsplatz für ihn wieder vorhanden ist. Ich fordere daher die Unternehmer einerseits und alle jugendlichen Arbeiter der Stirn und der Faust andererseits auf, s i ch sofort beim Arbeitsdienst zu melden, damit der Wille des Führers restlos in die Tat umgefeht wird. Alle Organisationen der Partei haben sich für diese Aufgabe voll und ganz einzusehen. Frankfurt a. M.-Darmstadt, 8. Mai 1934. Gez.: Sprenger, Reichsstatthatter in Hessen und Gauleiter In Hessen-Nassau. Wohin soll England steuern? Teilhaber einer neuen Gleichgewichtslage Europas oder Rückzug auf einen angelsächsischen Mächteblock. London, 9. Mai. (DNB. Funkspruch.) In einem Brief an die „Times" sagt Lord L o.t h i a n : Europa, befindet sich gegenwärtig in einem Zustand des Ueberganges von einem System der Stabilität durch das militärische Uebergewicht Frankreichs und seiner Verbündeten zu einem System der Stabilität durch Gleichgewicht. Sobald dieses Gleichgewicht erreicht sei, werde es keinen Rüstungswettbewerb geben, wenn nicht und solange nicht eine Großmacht versucht, die bestehende Ordnung gewaltsam zu stören. Die praktische Frage sei heute, ob Großbritannien fortfahren solle, das französische Uebergewicht zu unter stützen, oder ob es Teil eines neuen europäischen Mächtegleichgewichtes bleiben solle. Nach Ansicht des Verfassers sind beide Kurse falsch, da sie automatisch Verpflichtungen mit sich bringen würden, die nur zu ernsten Verwicklungen Großbritanniens mit den Dominien und den Vereinigten Staaten führen könnten. Großbritannien müsse den Keiloggpakt zur Grundlage seiner Politik machen und sich mit den Vereinigten Staaten ins Benehmen setzen. Hierzu sagt „Times", wenn das Gleichgewicht hergestellt sei, müsse England bereit fein, seinen Teil zur Erhaltung dieses Gleichgewichtes beizutragen. Das Blatt vermag keinen Grund zu entdecken, warum nicht ein Abkommen erreichbar sein sollte, das sich auf die Ausbildungszeit der Truppen, auf die allmähliche Beseitigung der schweren Waffen und auf die Kontrolle der Rüstungen der halbmilitärischen Verbände beziehen könnte. Frankreich werde vielleicht Schwierigkeiten wegen der Abschaffung der schweren Waffen machen, aber auf jeden Fall habe Deutschland sich bereit erklärt, in den nächsten fünf Jahren keine solche Waffen herzustellen. Der gegenwärtige Augenblick sei kritisch. Ein kurzfristiges, ganz einfaches Abkommen fei unendlich viel besser als gar keines. Wenn die jetzige Gelegenheit einer wesentlichen Vereinbarung bezüglich einiger Punkte versäumt werde, dann sei nicht abzusehen, wann sie wieder eintreten werde. England erwartete, daß die britische Regierung in den kommenden kritischen Wochen seine Rolle restlos spielen werde. Frankreichs Vertrauen in eine englische Unterstützung schwindet. Paris, 9. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Das „Oeuvre" beschäftigt sich mit der Krise der Abrüstungsverhandlungen. Das ganze seit Friedensschluß mit so großer Begeisterung aufgebaute internationale System gehe stückweise verloren, ohne daß sich bisher etwas Neues an seiner Stelle zeige. Bei den ersten Besprechungen mit Doumergue und Barthou dürfte der neue englische Botschafter in Paris, Sir George Clerk, zu verstehen gegeben haben, daß die ablehnende letzte französische Note in der Abrüstungsfrage die englische Regierung i n eine peinliche Verlegenheit gebracht habe. Man habe den britischen Botschafter wahrscheinlich aber darauf aufmerksam gemacht, daß Frankreich englische Sicherheitsgarantievorschläge aufmerksam und günstig aufnehmen würde, auch wenn es am 17. April die sogenannten Erfüllungsgarantien abgelehnt hatte. Das „Echo de Paris" glaubt, daß Frankreichs Haltung in der Abrüstungsfrage sich nur ändern könnte, wenn England als Sicherheitsgarantie ein Bündnisve r f p rechen machen würde. Wenn Frankreich die Gewißheit hätte, England an seiner Seite zu wissen, um der Gefahr zu begegnen, würde es leicht bereit sein, die „vollendete Tatsache der deutschen Aufrüstung zu legalisieren", vorausgesetzt, daß es Frankreich sowohl hinsichtlich der Effektivstreitkräfte als auch hinsichtlich des Materials freistehe, nach eigenem Ermessen f ü r sei ne eigene Landesverteidigung zu sorgen. Es wäre aber absurd, so schließt das Blatt, derartige englische Vorschläge zu erwarten. ten, gerade bei solchen Leuten Aufnahme finden, die in Frankreich studierten. Der Versuch, auf die Erziehung her Jugend Einfluß zu gewinnen, schlägt hier langsam in eine Gefahr um, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, um so mehr, als die Japaner bewußt das Feuer schüren und die An- sprüche der chinesischen Nationalisten unterstützen. Denn, so merkwürdig es klingt, es spielen in diesem Hin und Her in Jndochina auch die Japaner eine wichtige Rolle: sie sind die ungebetenen © ä ft e , die es überall fernzuhalten gilt. 'Die merkwürdigste und in ihren Folgewirkungen noch nicht übersehbare Erscheinung in ganz Ostasien ist die stille, aber sich immer mehr beharrlich durchsetzende Bildung chinesischer und japanischer Auslands- Kolonien rings am Rande des Stillen Ozeans und damit auch in den großen Hafenstädten Jndo- chinas. Früher hat man diese Einwanderungen gern gesehen, weil man meinte, friedliche und fleißige Bevölkerungsgruppen, die einen starken Anteil an dem Aufblühen der Kolonien nehmen würden, zu bekommen. Seit einigen Jahren ist das jedoch anders geworden. Man läßt Chinesen nur noch ungern und Japaner nach Möglichkeit überhaupt nicht mehr hinein, so daß sich überall in Jndychina ein zäher Abwehrkampf gegen das Eindringen von Japanern bemerkbar macht, das z. B. in Singapur zu sehr scharfen Ueberwachungsmaßnahmen geführt hat. UeberaU, wo die Japaner aufgetaucht sind, ist man eben die Beängstigung nicht wieder losgeworden, daß sie andere als friedliche Ziele verfolgten. Wenn anderswo der Gegensatz zwischen Franzosen und Japanern und Engländern und Japanern nicht so deutlich in Erscheinung tritt — hier kann man ihn täglich mit Händen greifen, wenn man sieht, wie rigoros z. B. die Hafenpolizei die Japaner behandelt, die sich nach Singapur einschmuggeln wollen. Und der Erfolg ist denn auch, daß der unterirdische Kampf zwischen Japan auf der einen und den Engländern und Franzosen auf der andern Seite nirgends so heftig tobt, wie hier. Ob es wahr ist, daß die Javaner eine antienglische B e - wegunginTibet unterstützen, wissen wir nicht. Sicher ist aber, daß überall, wo es hier zu brennen beginnt, ob in Siam oder Annam oder Tonking ober auch auf den holländischen Inseln, japa-- nische Agenten ihre Hand im Spiel haben, und daß über Nacht der schwelende Brand zur hellen Flamme aufschießen kann — zwischen Mächten, an deren Rivalität man sonst nicht denkt: nämlich auch zwischen Frankreich und Japan oder Holland und Japan, die sich vielleicht der ganzen unterirdischen Arbeit der Japaner eines Tages nicht mehr anders zu wehren wissen, als mit gepanzerter Faust. Weiß man nun, warum die britischen Admirale in Singavur so sorgenvoll beraten haben, und warum in Ostasien Engländer und Franzosen sich so stark nähern? Herr uni) Geist der Gemeinde. Gedanken znm Himmelfahrtsfest. Man hat behauptet, das Himmelfahrtsfest fei in feinem ursprünglichen religiösen Kerngehalt volksfremd geworden. In. der Tat durfte es viele Jahrs hindurch so scheinen. So wurde dieser gesetzliche Feiertag vor Pfingsten im ganzen mehr weltlich als religiös gefeiert. Er war zum Tag der Herrenpartien geworden. Man nahm ihn dankbar wahr als willkommene Unterbrechung des restlosen Arbeitsprozesses, in dem wir Deutschen als Kinder unseres Klimas und unterer wirtschaftlichen Gegebenheiten auch im blühenden Frühjahr stehen. Inzwischen hat sich das Verhändnis für dis ewigen und religiösen Hintergründe alles zeitlichen Geschehens in unserem Volkes wieder vertieft, überraschend für jeden, der es mit feiner Aufgeschlossenheit für die Welt des Wissens schon rettungslos einem unreligiösen Vernunftglauben verfallen wähnte. Auch dies ist eine Begleiterscheinung des neuen Aufbruchs. Sie rührt an die letzten Hintergründe alles Seins und bricht von da aus das Wesen der Nation bis in feine Tiefen um. — In diesem geschichtlichen Augenblick ergibt sich auch ein neues Verständnis für den eigentlichen Gehalt des Himmelfahrtsfestes der christlichen Gemeinde. Es ist das Gedächtnis an jene Begebenheit, von der aus es zu dem Bekenntnis kam: Christus ist der Herr. Vom ersten Himmelfahrtstag an weiß die Gemeinde des Glaubens, daß Christus ihr himmlischer Führer ist. Das ist bei allem Geheimnis, das für alle Zeiten sich um den „Heimgang zum Vater" für das natürliche Erkenntnisvermögen webt, für das Werden, Sein und Erwarten der Gemeinde von höchst konkreter Bedeutung geworden. Man hat zeitweilig — auch in unseren Tagen geschieht es wieder — das Gewicht der Persönlichkeit Christi wesentlich in seinem Lebenswerk allein gesehen. Die heroische Haltung, die überwältigende Liebes- und Helferkraft, die unbefleckte Reinheit feines Wesens, die unerreichte Tiefe und Weisheit feiner Verkündigung, sein bedingungsloses Gottvertrauen u. a. mehr ist für viele das Entscheidende. Schon bei seinem Kreuzestod hebt das Fragen nach Sinn und Zweck an. Und das, was darnach noch von ihm gesagt wird, ist für viele etwas, das sie auf sich beruhen lassen. Aber gerade hier stehen wir an der Entscheidung, an der die Besonderheit der christlichen Gemeinde im Unterschied von jeder anderen religiösen Genossenschaft deutlich wird. Man kann religiöse Anregungen schließlich von hier oder da, von dieser oder jener geschichtlichen Persönlichkeit oder Erbmasse empfangen und aufnehmen. Ob irgendwo eine christliche Gemeinde ist, das entscheidet sich daran, ob sie mit der Heiligen Schrift bekennt, „daß Jesus Christus der Herr fei zur Ehre Gottes, des Vaters". Die christliche Kirche ist an das Bekenntnis zu dem erhöhten Christus gebunden, oder sie ist nicht christliche Kirche. Dies Bekenntnis allein gibt ihr die Glaubenshaltung, durch die sie für Pfingsten, für die Gabe des heiligen Geistes aufgeschlossen ist, durch die allein sie sich ständig erhält und erneuert. Auch hier steht der natürliche Verstand wieder vor einem Geheimnis. Wir haben aber heute gelernt, das Wesen der Erscheinungen an den in ihnen liegenden und wirkenden Kräften zu prüfen, auch wenn ihre Metaphysik ober Uebernatürlichkeit uns verstandesmäßig rätselhaft bleibt. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die Lebens- und Wirkungskraft der Kirche ganz allein davon abhängt, wieviel an Geist der Wiedergeburt und Erneuerungen, mit einem Wort wieviel heiliger Gvttesgeist in ihr vorhanden ist. Und das ist nun die Erfahrung der Kirche: Je stärker sie zu ihrem ewigen Führer Christus steht und ihm gehorsam ist, je ernster sie die Erhöhung ihres Heilandes zu ihrem ewigen Herrn nimmt, je mehr also Christus die segen- und kraftspendende Mitte ihres Ledens ist, desto stärker und lebendiger wirkt der Geist ihres Führers in ihr. Darum ist der Himmelfahrtstag, als Feiertag der gehorsamen und vertrauenden Gefolgschaft des ewigen Führers begangen, von unermeßlicher Bedeutung für Gemeinde und Kirche des Glaubens. In der Unbedingtheit und Einzigkeit dieses Führers liegt auch allein die Sicherheit, daß die Kirche in ihrem Volk ihre religiöse Aufgabe erfüllt. Em sreiesVolk auf freiem Grunde Zehn Jahre deutsche Bauspar-Eigenheim- Bewegung. In Stuttgart fand die Zehnjahresfeier der Deutschen B a u s p a r - E i g e n h e i m - Bewegung statt. — Was die Bausparkassen in den wenigen Jahren ihrer Tätigkeit geleistet haben, ist bekannt, 60 000 Bausparern wurden 600 Millionen Reichsmark Vertragssummen als B a u • gelb für ihr Eigenheim bereitgeftellt, und im Laufe ber nächsten Jahre werben von den jetzt schon vorhandenen Bausparern weitere zwei Milliarden Reichsmark auf dem Wege der Selbsthilfe gemeinsam gespart. Die Erweckung des Sparwillens Hunderttausender Volksgenossen, die in erster Linie durch eigen- Kraft sich ihr Eigenheim sichern wollen, ist eine ungeheure Leistung. Die Stärke der Bausparkassen beruht darauf, daß sie auch dem „kleinen Mann" die Möglichkeit zum Erwerb eines Hauses geben, indem sie erststellige Hypo- theken-Beleihungen der Einfamilienhäuser eingeheu. Es hat sich erwiesen, daß - Geldanlagen auf solchen Objekten zu den sicher st en Anlaaen gehören. Die soliden Bausparkassen haben sich daher auch in der Julikrise 1931 als krisenfeste Finanzierungsinstitute erwiesen. Darüber hinaus bedeuten die deutschen Baufpar- taffen, die ja jetzt unter Rsichsaufsicht stehen, die wirtschaftliche Grundlage zur Verwirklichung der Absicht, den deutschen Menschen wieder mit der deutschen Erde vertraut zu machen. Des württemberaischen Ministerpräsidenten Mergen- t h a l e r s Worte an die Bausparer sind dafür besonders bedeutungsvoll. Sie lauten: „Wir brauchen zur Erneuerung Deutschlands ein bodenverbundenes Volk mit ausgeprägtem Heimatsinn, denn Blut und Boden sind die tragenden Pfeiler des Dritten Reiches. In den Mietskasernen der Großstädte sind diese Grundlagen zerstört worden. Eigenheime mit Licht und Luft und Sonne in Gottes freier Natur müssen mithelfen, ein heimatverbundenes, an Leib und Seele gesundes Geschlecht zu schaffen." Oer Neichsfinanzminister zur künftigen Steuerreform. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Vor dem Hauptausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages sprach Reichssinanzminlster Graf S ch w e - r i n - K r o s i g k über Gegenwartsfragen der Finanzpolitik. Der Minister führte dabei u. a. aus: Finanzpolitik muß in erster Linie aktive W i r t - schafts- und Konjunkturpolitik sein. Das bedeutet, daß die noch vorhandenen Reserven, nämlich der Kredit der öffentlichen Hand in Dienst gestellt werden müssen. Allerdings ist das ein Vorgriff auf die Reserven der Zukunft, da wir Reserven aus der Vergangenheit infolge der fehlerhaften Politik dieser Vergangenheit nicht besitzen, aber durch diese aktive Konjunkturpolitik wecken wir die Selbsterhaltunas- k r ä f t e der Wirtschaft, die sich fortwirken sollen, und schaffen dadurch die Reserven in der Zukunft, aus denen wir die Vorgriffe zurückzahlen. v Dlevorbelastungdernächsien Jahre aus alledem, was auf dem Gebiete der aktiven Kredit- und Konjunkturpolitik in den letzten anderthalb Jahren geschehen ist, beläuft sich auf ungefähr vier Milliarden Al a r k. Dazu treten zwei Milliarden Mark Fehlbetrag im Reich, den wir seit 1928/29 mit uns schleppen. Die Gesamtbelastung beträgl also sechs Milliarden, die nach dem bisherigen Plan in fünf Jahren a b g e d e ck t werden sollen. Eine solche Politik der Vorbelastung hält sich durchaus im Rahmen einer möglichen und gesunden Politik. Durch die aktive Konjunkturpolitik wird im Augenblick und mit fork- schxeitendor Belebung das Umgekehrte als bisher eintreten: die Ausgaben für die Arbeitslosenfürsorge sinken und die Einnahmen steigen. Im Jahre 1932 wurden für die Arbeitslosenfürsorge 2,7 Milliarden ausgegeben, im Jahre 1933 rund 2 Milliarden und wir rechnen 1934 mit rund 1,3 Milliarden Mark. Von 1929 bis 1932 trat ein Rückgang der Steuereinnahmen im ganzen Reich einschließlich Länder und Gemeinden von 3Vr Milliarden Mark ein, obwohl neue Steuern und Steuererhöhungen eine Mehreinnahme von 3 Milliarden bringen sollten, so daß wir tatsächlich einen S t e u e r r ü ck g a n g von 6V2 Milliarden Mark gehabt haben. Das, gibt einen Eindruck von der Konjunkturbedingtheit,' unter der wir in der Zeit des Niederganges gelitten haben, aber auch von den Reserven, die nun bei ansteigender Wirtschaft der Einnahmeseite zu fließen. Seit der Machtübernahme durch die Regierung Hitler ist eine S Reihe von E n t l a st u n g e n auf steuer- l Gebiete eingetreten. Wir sind aber noch nicht an eine Steuerreform herangekommen. Bei der Steuerreform sind zwei Dinge zu unterscheiden: die technische Reform und der materielle Inhalt. In dem Ziel einer technischen Vereinfachung, um nach Möglchikeit zu einheitlichen Steuerzuständen zu kommen, sind sich alle einig und dieses Ziel ist nicht allzu- schwer erreichbar. Es kommt aber natürlich dem einzelnen Steuerzahler im wesentlichen darauf an, was er effektiv zahlen muß. 1 Ein Sleuertarif, der dazu führt, daß rund 50 v. H. des Einkommens an den Staat abgeführt werden muß, muh sich stumpf laufen. Wir müssen zu einer Lösung kommen, die uns von den überhöhten Sähen, an die wir uns in der Nachkriegszeit gewöhnt hatten, langsam wieder zu vernünftigen Sähen bringt. Die zunehmende Steuerehrlichkeit wird uns ein stärkeres Steueraufkommen gewährleisten, so daß auch eine wesentliche Herabsetzung im Tarifder Einkommens st euer das Effektivaufkommen an Steuern nicht beeinträchtigen wird. Auch eine allmähliche B e s e i t i - gung der Hauszins st euer muß kommen. Wir müssen uns hinsichtlich der Steuerreform im übrigen an die Möglichkeiten halten, die uns die Rücksicht auf die künftigen Haushaltsjahre vorschreibt. Der Minister stellte fest, daß die Selbsthei- lungskräfte in der Wirtschaft sich ver- stärkt haben, daß aber immer noch das Ertragsverhältnis der Wirtschaft unter Störungen leide. Mit einer wirklichen Selbstheilung könne nur gerechnet werden, wenn fürneue Kapital- aufwendungen eine angemessene Verzinsung gewährleistet sei. Für die Belebung der Wirtschaft sei es entscheidend, n e u e Kredite zu einem billigen Zinssatz zu bekommen. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit einer Zins- Politik hinsichtlich der alten Zinssätze, wie sie der Reichskanzler am 21. März als notwendig bezeichnet habe. Die Vorbelastungen durch die Auftrags- Politik und durch die Steuerpolitik ließen sich nur ertragen und nur rechtfertigen, wenn man entschlaft sen sei, in künftigen Jahren eine absolut drakoni- fche Sparpolitik durchzuführen. Man müsse die Ausgaben weiter zurückhalten, um die steigenden Einnahmen für die Abdeckung der Vorbelastungen zu benutzen. Erst wenn das geschehen sei, könnten auf der Ausgabenseite allmählich Härten wieder ausgeglichen werden, die in der Krise entstanden seien. Das führe zu der absoluten Notwendigkeit, auch die Kreditpolitik im ganzen Reiche unter einen einheitlichen Ge- s i ch t s p u n k t zu bringen. Es sei eine einheitliche Pflege und einheitliche Kontrolle notwendig. Es könne nicht zugelassen werden, daß die öffentliche Hand einschließlich der Organe der Sozialversiche- rung und der Gesellschaften des öffentlichen Rech- tes in der Frage der Anlage von Geldern und der Aufnahme von Geldern eine Sonderpolitik treiben. Es müsse vielmehr eine von oben geleitete, einheitliche Anlage- und A n l e i h e p 0 l it i k im Reiche getrieben werden. OasGaarregimeimWiderspruchzurVolksmeinung Ein überflüssiger Hilferuf des Präsidenten Knox an den Völkerbund. Genf, 8. Mai. (DNB.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den Mitgliedern des Völkerbundsrates zum Zwecke der Information einen Brief des Präsidenten der Regierung s k 0 m m i s s i 0 n des Saargebietes, Knox, vom 30. April 1934 zugeleitet, in dem es u. a. heißt: In einer Entschließung wendet sich die Vereinigung der staatlichen Polizeibeamten von Saarbrücken — ohne übrigens besondere Gründe anzuführen — gegen die kürzlich erfolgte Einstellung von Polizeibeamten deutscher Nationalität und wendet sich zugleich gegen die etwaige Herbei- rufüng ausländischer Hilfskräfte, um die Aufrechterhaltung der Ruhe und öffentlichen Sicherheit im Saargebiet zu garantieren. Es muh gleichzeitig festgestellt werden, daß der Berliner Sender in der Lage war, schon am 21. April 1934 die erste Nachricht dieser Entschließung zu verbreiten. Die Regierungskommission, die nicht dulden kann, daß Polizeibeamte sich zu solchen Verfehlungen gegen die Disziplin hinreißen lassen, hat die notwendigen Strafmaßnahmen, teils disziplivarder, teils verwaltungsmäßiger Art, ergriffen. Dieser bezeichnende Zwischenfall kann die Bedenken nur verstärken, welche die Regierungskommission schon mehrmals ausgedrückt hat. Seine möglichen Folgen scheinen ihr umsomehr einer aufmerksamen Beachtung durch den Dölkerbundsrat wert zu sein, als seit einiger Zeit im Saargebiet Gerüchte umlaufen, die von der Möglichkeit eines Hand- st reiches gegen das gegenwärtige Saarregime sprechen. Diese Gerüchte weisen auf extreme Elemente hin und stammen einmal von dieser politischen Richtung, einmal von jener. Die Gerüchte werden der Regierungskommission durch die verschiedensten Kanäle zugetragen und werden insofern auch konkreter, als sie sich in Projekte umsetzen, die vielleicht extravagant erscheinen, deren Verwirklichung aber, wenn man die Umstände bedenkt, nicht mehr in das Reich der reinen Phantasie verwiesen werden können. Die Regierungskommission hat allerdings keinen sicheren Beweis, oaß diese Pläne wirklich existieren. Wie dem aber auch sei, und wenn derartige Pläne jemals gefaßt sein sollten, ist sie der Ueberzeugung, daß es eines der wirksamsten Mittel ist, um ihre Verwirklichung zu verhindern oder diese Gerüchte zum Schweigen zu bringen, die eine schon erregte öffentliche Meinung noch weiter erregen, den Völkerbund öffentlich darüber zu unterrichten, den die Saarregierung im Saargebiet vertritt. * Ausgangspunkt des Briefes war der zwar psychologisch durchaus verständliche, aber vielleicht nicht genügend überdachte und daher von der Deutschen Front in dieser Form nicht gebilligte B e - schwerüeschritt einer Gruppe von P 0 - lizeibeamten bei der Regierungskommission wegen Einstellung von deutschen (Emigranten in die SaarPolizei. Es ist nun bezeichnend, daß Herr Knox gerade diesen Tatbestand zu ve r s ch l e i e r n für notwendig hält, denn er spricht lediglich von der Entschließung der Polizeibeamten von Saarbrücken gegen die Einstellung von „Polizeibeamten deutscher Natio- n a l i t ä t", ohne das Peinliche der Tatsache zu enthüllen, welch Gei st es Kinder diese Polizei- beamten sind. Wenn Herr Knox sodann auf Gerüchte hinweift, die von der MöglichkeiteinesHandstrel- ch e s gegen das gegenwärtige Saarregime sprechen, so übergeht er bewußt die bündigen Versicherungen maßgeblicher deutscher und saarländischer Politiker, daß Derartiges unter gar keinen Um» ständen in Frage kommt. Wie Herr Knox selbst zugibt, hat die Regierungskommission allerdings keinen sicheren Beweis dafür, daß diese Pläne wirklich eriftieren, obwohl er sicherlich nichts unversucht gelassen hat, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln diesen Dingen nachzugehen. Offen bleibt also nur die Frage, weshalb Herr Knox eigentlich diesen Brief geschrieben hat. Zur Aufhellung eines Tatbestandes kann er nicht dienen, da Herr Knox selbst die Putschgerüchte bezweifelt. Oder sollte Herr Knox mit diesem neuen Alarm tatsächlich seine eigenenLieb- lingspläne — die Heranziehung internationaler Polizeikräfte — fördern zu können glauben, von denen allmählich die Welt weiß, daß sie bei der ©aarbeDÖIferung nur die Un- ruhe und das Mißtrauen gegen das letzige Regime zu steigern imstande wäre. Paris greift das Stichwort auf. Internationale Polizei soll das deutsche Volk an der Saar an der unverfälschten Willenskundgebung hindern. Oie Angst vor der Wahrheit. Paris, 9. Mai (DNB.-Funkspruch). Das Schreiben des Vorsitzenden der Regierungskommission an den Völkerbundsrat wird von der französischen Presse nahezu einheitlich unter der Ueberschrift ge- brackt: „Ist im Saargebiet ein Gewaltstreich in Vorbereitung?" Der „Petit Parisien" schreibt, ein Völkerbundsausschuß werde in Saarbrücken Ermittlungen über die Bedingungen einer unabhängigen und gesicherten Abstimmung anstellen, so daß der Völkerbundsrat selbst erst in seiner Septembersitzung Zeitpunkt und Bedingungen der Abstimmung festsetzen werde. Bei dieser langsamen Methode, erklärt das Blatt, könne der von Knox geschilderte Zustand noch monatelang andauern. Das wäre sehr nachteilig. Die Saarabstimmung bedürfe eines wirksamen internationalen Schutzes, damit sie vor jeder lieber» raschung geschützt vorbereitet werden und dann normal vonstatten gehen könne. Das „Petit Journal" erklärt, das Schreiben Knox an den Völkerbund und die Rede Dr. Goebbels in Zweibrücken zeigten den Ernst der Lage in einer Gegend Europas, Die als Bindeglied zwischen zwei großen Nationen hätte dienen können und aus der die „deutsche Heftigkeit einen Brandherd" zu machen drohe. Der „Figaro" fordert die Schaffung einer genügend starken internationalen Polizei. Man muß, schreibt er, bie Macht zeigen, damit man sie nicht einzusetzen braucht. Aus der ganzen französischen Presse hebt sich nur der Leitartikel von Gustave H e r v 6 in der „Victvire" durch sachliche Beurteilung der wirklichen Lage heraus. Es heißt darin u. a.: Als Hitler Frankreich eine freundschaftliche Regelung der Saarfrage Vorschlag, hat sich Frankreich taub g e ft e II t und pharisäerhaft geantwortet, daß das den Völkerbund angehe, gerade als ob nicht in Wirklichkeit nur Deutfchländ und Frankreich an der Saarfrage interessiert wären. Frankreich will also lieber in einem Jahr eine schallende Ohrfeige einstecken, wenn die Saarländer in Massen ihrer Liebe zu Deutschland Ausdruck geben. Der Artikel schließt: „Ich werde in den Augen einiger französischer Journalisten als schlechter Franzose gelten, weil ich mich weigere, meinen Lesern etwas vorzumachen, so wie sie das tun." Das Echo der Saarkuudgebuug von Zweibrücken. Obwohl die französische Presse bei der Saar- tunbgebung in Zweibrücken stark vertreten war, zeichnet sich ihre Berichterstattung nicht burch Objektivität aus. Trotz ihrer Bemühungen, ben (Ein- bruck bes Tages zu verkleinern, müssen bie Pariser Zeitungen aber boch zugeben, baß bie Kunbgebung einen mächtigen Umfang angenommen hatte. Umso unfreunblicher ist bie Kritik an ber Rebe bes Reichsministers Dr. Goebbels, aber auch hier fällt bie illoyale Haltung ber Franzosen ins Auge: sie kritisieren ben Inhalt ber Rebe, ohne sie auch nur in ben wichtigsten Stellen wörtlich abzubrucken. Der „Temps" spricht von einem „Zynismus", ben beut- schen Willen zur Gewalt zu verkünben. Dabei ist a n keiner einzigen Stelle ber Ministerrebe von irgenbeiner Gewaltanwendung bie Rebe gewesen, sie ging in ihrem ganzen Inhalt vom Stanbpunkt bes Rechts unb ber Einhaltung verbriefter Verträge aus. Wenn ber „Figaro" bie französische Regierung aufgeforbert hat, auf bie Rebe von Dr. Goebbels eine Antwort zu erteilen, fo kann man bas nur unterstreichen, benn aus biefer Antwort müßte wohl hervorgehen, ob tatsächlich bie französischen Staatsmänner baran benfen, sich in irgenbeiner Form ben Verpflichtungen zu entziehen, bie mit ber Lösung ber Saar'frage burch eine gerechte unb unbeeinflußte Volksabstimmung Zusammenhängen. Tatsächlich bringt es auch jetzt roieber ein anberes Blatt, „Echo be Paris", fertig, eine Aufschiebung ber Volksabstimmung zu forbern, wenn sie 1935 „nicht regelrecht unb frei oonftatteten gehen könnte." Wer sollte im Saargebiet bie Freiheit ber Abstimmung hindern? Doch höchstens nur bie französischen Bergbehörden unb bie vom Völkerbunds«- gime in maßgebenbe Stellungen berufenen Marxist^ schen Flüchtlinge! Auch bie „Bebingungen für bie Wahl", von benen ber „Temps" spricht, scheinen auf bunkle Pläne hinzubeuten. Das Saar- ftatut hat ganz bestimmte Regeln für bie Volksabstimmungen festgelegt, an bie keine willkürlichen „Bebingungen" geknüpft werben bürfen. Die linfs- stehenbe Zeitung „Notre Temps" kommt ber Wirklichkeit schon näher, wenn sie ber Ansicht Ausbruck gibt, Deutschlanb unb Frankreich sollten schon vor ber Wahl ein Abkommen über bas (Saargebiet schließen. Diesen Gebauten hat Abolf Hitler schon vor Monaten in seiner Rebe in Rübesheim aufgeworfen, bie französischen Stimmen aber Hangen ablehnenb, inbem sie sich hinter bie Befugnisse bes Völkerbunbes verschanzten. Allerbings wirb man sich in Paris barüber klar sein müssen, baß bas Saargebiet kein Objekt für Kompromisse ist, bie an bem Anspruch bes beutschen Volkes etwas änbern könnten. Das hat Reichsminister Dr. Goebbels in Zweibrücken unzweibeutig ausgesprochen. Heue Richtlinien für die Handhabung der preffepoM. Anweisung des Neichspropagandaniinisiers an Regierungen und Parteistellen. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Das Schriflleilergefetz vom 1. Januar 1934 ist von ber Reichsregierung zu dem Zweck erlassen worben, um ben beutschen Schriftleiter in seiner schöpferischen Arbeit für ben nationalsozialistischen Aufbau unter eigener Verantwortung möglichst frei unb selbstänbig arbeiten zu lassen. Nachbem nunmehr eine gewisse lieber- g a n g s 3 e i t zur Einspielung biefes Gesetzes vergangen ist, hat Reichsminister Dr. Goebbels, als ber verantwortliche Minister für bie Gestattung ber Presse, an bie Reichs- unb Cänberregie- rungen sowie im Benehmen mit bem Reichs- Pressechef ber NSDAP. Dr. Dietrich an bie Parte i st e l l e n eine Anweisung über bie hanb- habung ber Pressepolitik unter folgenben Gesichtspunkten erlassen. 1. Wenn nicht gewichtige Grünbe eine anbere Regelung erforbern, ist bie Berichterstattung über öffentliche Veranstaltungen ben Zeitungen selbst zu überlassen. In ber Regel soll baoon abgesehen werben, bie Veröffentlichung von Reben im amtlichen Text vorzuschreiben. Soll aus besonderen Grünben ein amtlicher Text herausgegeben werben, so soll biefer möglich st kurz abgefaht fein, vor allen Dingen soll b a 0 0 n abgesehen werben, bie Berichterstattung über Veranstaltungen burch hetz ö r b l i ch e Referenten unb parteiamtliche Pressestellen vorwegzunehmen. Der Ausschluß rebaktioneller unb freier journalistischer Mitarbeiter von ber Berichterstattung, ins- befonbere auch von Provinz-, kreis- unb Ortsver- ansialtungen, soll unterbleiben. 2. Soweit es bie Staatserforbernisse gestatten, soll von einer Nachrichten- unb Bericht- erstattungssperre abgesehen werben, wobei zu prüfen ist, ob unb inwieweit bereits verfügte Sperren aufgehoben werben können. Die Verhängung einer Berichtssperre über ben Staub bestimmter öffentlicher Fragen, Vorgänge, Vorkommnisse, Anweisungen usw. soll als Ausnahme, nicht aber als Regel betrachtet werben. 3. Für bie rebaktionelle Arbeit ber beutschen Zeitungen soll künftig als Richtlinie gelten, bah ihr innerhalb ber Grenzen, bie sich aus bem Schrift- leitergeseh ergeben, ein möglichst weiter Spielraum zu lassen ist. Der freien Kommentierung nach eigenen Gesichtspunkten ist ber Vorzug zu geben. Es soll baher auch möglich st für alte Fragen bie eigene Stellungnahme freigegeben werben, wobei erneut barauf hingewiesen wirb, bah Auflagen nur von behördlicher Stelle erfolgen können. Durch bie vorstehenbe Behanblung von Fragen, bie bie Presse angehen, soll erreicht werben, bah burch bie Presse bie nationalsozialistische Welt-, Staats- unb Kulturauffassung Im Volke vertieft wirb. auf die Berichterstattung, bringen soll. Mit seiner Rede vor den deutschen Journalisten habe er eine gewisse Kritik herausfordern wollen und diese Kritik gefordert, indem er der Presse zugerufen habe: „Mehr Mut!" Unmöglich sei aber eine Kri- t i k um ber Kritik willen. Ein Mensch, ber es als seinen Beruf auffasse, andere zu kritisieren, ohne selbst Positives aufzuweisen, übe einen Beruf aus, vor dem man wenig Achtung l)abcn könne. Kritik müsse sich immer mit p 0 ssitiver Leistung verbinden. Der Kritik seiner Ausführungen habe er freien Lauf gelassen, wenn sie von jemandem geschrieben sei, der es ehrlich meine und ehrlich um die Probleme ringe, die cs heute zu lösen gelte. Er habe auch andere Meinungen als seine gehört und sei gegen die Männer nicht eingeschritten, die diese Meinung vertreten hätten. Wenn aber Menschen, die bisher grundsätz- lich gegen den Nationalsozialismus eingestellt gewesen seien, jetzt in plumper Vertraulichkeit die ihnen gegebene Freiheit dazu mißbrauchten, Mißtrauen zwischen Volk und Führung zu säen, bann könne man dem natürlich nicht untätig zusehen. Er begrüße es sehr, wenn die bürgerliche Presse mit der nationalsozialistischen Presse um die Lösung der Aufgaben der Zeit ringe und kämpfe. Die' weltanschaulich überlegene« Zeitung dabei sei aber immer die nationalsozialistische Zeitung. Am Nachmittag sprachen Hauptschriftleiter Dr. Winkeinkemper (Köln) uni) Gaupressewart W 0 weries , Vorsitzender des Landesverbandes Rhein-Main der Deutschen Presse, über die Schulung des nationalsozialistischen Journalistennachwuchses. Zum Thema „Arbeiter und Presse" nahm der Leiter des Amts für Berufsständifche Presse in der Deutschen Arbeitsfront B i a l l a s das Wort. Den Höhe- punkt ereichte die Tagung mit dem Erscheinen des Führers, der in eineinhalbstündigen Ausführungen zu den Männern der nationalsozialistischen Presse sprach. Der Führer gab der nationalsozialistischen Presse praktische Anregungen auf fast allen Gebieten ihrer Arbeit. Die Männer der nationalsozialistischen Presse bereiteten dem Führer am Schluß seiner Ausführungen eine begeisterte Kundgebung. Der Reichspressechef der NSDAP, brachte den Dank der Versammelten zum Ausdruck mit dem Gelöbnis, daß die nationalsozialistische Presse im Geist und im Sinne des Führers wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft schaffen und arbeiten werde. Litauische Willkür in Memel. Dor einigen Tagen hat der litauische Gouverneur des Memelgebiets einfach den Landtag des Memellandes geschloffen, weil ihm die Haltung der deutschen Mehrheit nicht paßt. Wenn man sich einen Begriff von der Bedeutung dieses neuen Willküraktes machen will, muß mcm Der Führer und Reichsminisier Dr. Goebbels auf der Reichspreffelagung der ASDAP. Berlin, 8. Mai. (DNB.) Jrn Hotel Kaiserhof begann bie erste Reichspressetagung der NSDAP., zu der über 400 nationalsozialistische Journalisten, darunter auch die Gau-Pressewarte und die Presse- referente der SA., SS., HI., der Arbeitsfront usw. aus allen Teilen des Reiches erschienen waren. Reichspressechef Dr. Dietrich eröffnete die Ta- gung mit begrüßenden Worten für die Ehrengäste und einem Gedenken an die» 86 Opfer der Arbeit, die 45 SA.-Karneraden, die sich unter diesen Opfern der Arbeit befinden und in der Grube Buggingen gestern ihr Leben auf dem Schlachtfelde der Arbeit gelassen haben. Nach seinen längeren grundsätzlichen Ausführungen erschien Reichsminister Dr. G 0 e b - bei s, um einen Erlaß bekanntzugeben, der eine gewisse Auflockerung der Presse, besonders in bezug sich die Bestimmungen des Memek-Statuts vor Augen halten. Demnach besitzt der Gou- verneur nicht das Recht der Auflösung des Landtags, sondern nur ein bedingtes Deto - Recht, er hat auch nicht das Recht die Aushebung bestimmter Vorlagen zu verlangen, solange sich diese im Rahmen der Autonomie bewegen. Nach dem Memelstatut darf der Landtag nicht ohne Zustimmung des Memel- Direktoriums geschlossen werden, lieber alle diese Bestimmungen glaubt sich der Gouverneur eigenmächtig Hinwegsetzen zu können.. Man darf wohl die Frage aufwerfen, wie lange die Signatarmächte des Memelstatuts diesem Treiben noch zuschauen wollen. Achtung! Gaar-Abstimmung! Ein Aufruf der Reichsregierung. Berlin. 3.Mai. (DRV.) Die Reichsregierung erläßt folgenden Aufruf: Der Zeitpunkt, an dem die Saarbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal entscheiden soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt fleht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I u n i 1919, i m Saargebiet gewohnt hat und am Abstimmungstage wenigstens 2 0 Jahre a l t ist. An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 19 19 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 1915 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mal, bis Samstag, den 12. Mai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt), in den Städten auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon f r ü h e r als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich, Nachweise ü b er den Wohnsitz am 2 8. Juni 19 19 (An- und Abmeldebescheinigungen, Beschäf- tigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Wo und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben. Kleine politische Nachrichten. Die Reichsjugendführung teilt mit: Die Geheime Staatspolizei hat den ehemaligen Verein „Deutsche Jugend", jetzt „Deutsch-Gottgläubige Iugen d", für den Bereich des Freistaates Preußen aufgelöst und verboten und das Vermögen des Vereins beschlagnahmt, weil er sich im Sinne des bereits aufgelösten Tannenberg-Bundes betätigt hat. * Am Sonntag traf eine Gruppe französischer Persönlichkeiten in Berlin ein, die besonders am deutsch-französischen Verständigungsproblem interessiert sind und mit gleichgerichteten Persönlichkeiten in Deutschland in Meinungsaustausch treten wollen. Die Deutsche Gesellschaft für Dölkerbundsfragen hat ihre Räume für diese Aussprache zur Verfügung gestellt. * Die italienische Regierung hat der Sowjetregie- rung mitgeteilt, daß die Reife des Staatssekretärs Suvich nach Moskau nicht statt- findet. Kunst und Wissenschaft. Oer Kampf um die Schachweltmeisterschaft. Arn Dienstagmittag wurde im Schachwelt- meisterschaftskampf die 14. Partie in München begonnen. Bogoljubow, der die schwarzen Steine führte, wollte in der orthodoxen Verteidi- a des Damengambits die Cambridge-Springs- ante wählen, als Dr. A l j e ch i n mit dem sehr selten gespielten sechsten Zuge Dame b 3 die Partie in ein ganz anderes Fahrwasser lenkte. Doch konnte sich Schwarz ohne weitere Schwierigkeiten , entwickeln. Erst als der Weltmeister im 12. Zuge nach der Damenseite rochierte, ergaben sich für beide Spieler schwierige Probleme. Bogoljubow schien zunächst etwas besser zu stehen, hatte aber nach dem Abtausch der Türme Mühe, die eingedrungene feindliche Dame zu bewachen. Das Endspiel von Dame und Läufer (weiß) mit Dame und Springer (schwarz) steht wohl auf schlicht, bie Stellung gestattet jedoch noch andere Unternehmungen. Die Partie, der auch Kultusminister S ch e m m beiwohnte, wird am Himmelfahrtstage zu Ende gespielt werden. Am Mittwoch findet eine Massensimultanvorstellung der beiden Meister an 100 Brettern statt. Wilhelmine von Kaulbach f. In einer Münchner Klinik starb im Alter von 85 Jahren die erste Gattin des berühmten Münchner Malers Fritz August von Kaulbach, Wilhelmine von Kaulbach. Aus aller Welt. Geheimnisvolle Mordtat aus einer einsamen Jarm. Eine schreckliche Mordtat ist auf dem Gutshof Kerdennec bei Lorient entdeckt, worden, wo der 23 Jahre alte Michel Henriot eine Silberfuchszucht betreibt, nachdem er diese Zucht in Deutschland studiert hatte. Michel Henriot fand seine 19 Jahre alte Frau nach der Rückkehr von einem Jagdausflug im Hause tödlich verwundet vor. Sie hatte fünf Schüsse, zwei in den Kopf und drei in den Körper erhalten, die aus einem im Hause befindlichen Karabiner — anscheinend von einem abgewiesenen Bettler oder Land st reicher — abgegeben worden waren. Michel. Henriot hob seine Frau auf und brachte sie aufs Bett, wo sie starb, bevor ihr Mann um Hilfe telephonieren konnte. Da der Apparat umgeworfen war und keine Verbindung hergestellt werden konnte, mußte Henriot bis zum nächsten Haus 800 Meter weit laufen, traf aber unterwegs einen Nachbarn mit einem Fahrrad, der die Polizei benachrichtigte, die bald darauf eintraf. Die Ermittlungen haben bisher über die Persönlichkeit des Mörders noch keine Anhaltspunkte zutage gMirdert. Das junge Ehepaar bewohnte erst seit zwei Wochen das einsam gelegene Gut Kerbennec und hatte nur noch ein junges Dienstmädchen bei sich. Michel Henriot ist bet Sohn eines Staatsanwalts aus Lorient, feine grau bie Base des Abgeordneten Henriot, der sich auf der Kammertribüne durch seine Enthülllung über den Stavisky- skandal hervorgetan hat. Hakenkreuzfahnen auf Prager Sportplätzen. Zum ersten Male überhaupt wehte am Sonntag bas Banner des neuen Deutschland auf Prager Sportplätzen. Anläßlich der Internationalen len« nismeisterschaften der Tschechoslowakei, die aus der Hetzinsel in der Moldau stattfanden und an denen auch der deutsche Meister Gottfried von (Tramm sich erfolgreich beteiligte, wurde die Hakenkreuzfahne gehißt. Auch bei dem Rugby-Länderspiel Tschechoslowakei — Deutschland, der auf dem Spartaplatz am Sonntag ftattfanb, am Eingang zu bem größten Fußballplatz Prags, wehte neben ber tschechischen Fahne bas schwarzweißrote Banner, unb über ber seinerzeit abgebrannten, burch einen Notbau ersetzten Haupttribüne sah man bie Hakenkreuzfahne flattern. Den deutschen Gruß und das dreifache Sieg-Heil! der siegreichen deutschen Mannschaft nahmen die Zuschauer, unter denen sich viele deutsche Studenten befanden, mit großem Beifall auf, woran sich auch die Tschechen lebhaft beteiligten. Fünfzig Bauernhäuser in der Dobrudscha ein Raub der Flammen. Das Dorf Hadrnandgea in der Dobrudscha wurde von einer riesigen Feuersbrunst heimgesucht. 50 Bauernhäuser brannten vollständig nieder. Der Schaden ich sehr erheblich. Die Bevölkerung ist vollkommen verzweifelt, da ihre gesamten Habseligkeiten und Erntevorräte ein Raub der Flammen geworden sind. Schneefall im Allgäu. Die Gewitter, die am Montagabend im Allgäu niedergangen sind, haben eine starke Abkühlung gebracht. In den Bergen fiel bis zur Waldgrenze Neuschnee. Am Dienstagvormittag setzte auch im Tal starkes Schneetreiben ein, das bis in den Nachmittag hinein anhielt. Kesseltreiben auf zwei Kindesentführer in Mexiko. In Cananea im Staate Sonora wurde festgestellt, daß sich zwei Männer mit ber vor einiger Zeit entführten sechsjährigen Juni Nobles bis vor zwei Tagen dort aufgehalten hatten. Es wurde sofort eine Suchaktion eingeleitet in einem Umfange, wie sie seit den Zeiten der Räuberverfolgungen in Mexiko nicht mehr zu verzeichnen war. Mexikanisches Bundesmilitär mit aufgepflanztem Bajonett, schwerbewaffnete Gendarmerie und Grenzpolizei umzingelten den ganzen Bezirk, sperrten alle Land- straßen ab und durchsuchten sämtliche Häuser. Man ist überzeugt, daß sich die Entführer des kleinen Mädchens noch in dem Bezirk aufhalten. Jnsull im Gefängnis. Samuel Jniull ist in Chikago dem Bundesgericht vorgefüyrt worden. Er wird der betrügerischen Benutzung der Post und der Verletzung des Bankrottgesetzes beschuldigt. Da er die verlangte Bürgschaft in Höhe von 200 000 Dollar nicht stellen konnte, wurde er nicht wieder auf freien Fuß gesetzt, sondern in das Gesäng - n i s üb er geführt. Wald- und Heidebrände auf Jüttand. Infolge der anhaltenden Trockenheit der letzten Tage finb in verschiedenen Teilen Jütlands Wald- und Heidebrände ausgebrochen. Unweit Aalborg ist ein Gebiet von etwa 1000 Morgen Heide vom geuer erfaßt worden. Ein starkes Ausgebot von Löschmannschaften war damit beschäftigt, den Brand durch Ausheben von Gräben auf seinen Herd zu beschränken. Man rechnet damit, daß es bis zum Erlöschen des Brandes geraume Zeit dauern wird. — Bei Kjulstrup brannte es auf einem hauptsächlich mit Wacholder bestandenen Gebiet von 25 Morgen Größe. Es gelang jedoch, das Feuer rasch zu bekämpfen. Eine pfingslfahrt des „Graf Zeppelln- über Deutschland. Der Deutsche Luftsportverband veranstaltet am Pfingstsamstag und -sonntaa eine 36 Stunden dau- ernde große Deutschlandfahrt mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin". Am Pfingstsamstag um 5.30 Uhr erfcklgt der Start in Friedrichshafen, von dort geht es u. a. über Ulm, Stuttgart, Frankfurt a. M., Bochum, Dortmund, Hannover nach Berlin. Das Luftschiff wird gegen 19 Uhr auf dem Tempelhofer Feld landen. Nach etwa einer Stunde Aufenthalt startet das Luftschiff zur Weiterfahrt. Der „Graf Zeppelin" wird hier erstmalig ein S e g e l f l u g - zeug an Bord führen, das nach einer kurzen Schleife über dem Flughafen abgeworfen wird. Das Segelflugzeug wird von dem Piloten Wieg- m e y e r geführt werden. Don Berlin aus fährt das Luftschiff über Stettin mit Schleifenfahrten über Rügen, pommersche Küste und Ostsee nach Königsberg, wo es Pfingstsonntag gegen 6.30 Uhr landet. Um 7 Uhr geht es über Elbing, Danzig, Frankfurt a. O., Dresden, Hof, Ulm nach Friedrichshafen. Die angegebene Strecke ist noch nicht endgültig. Die Luftschifführung wird nach Möglichkeit durch Funksprüche während ber Fahrt bas Eintreffen vorher antünbigen. Auf den drei Fahrtetappen können jeweils zwölf zahlende Passagiere mitgenommen werden. Wettervoraussage. Obwohl sich ein Rücken recht hohen Druckes über Mitteleuropa befindet, ist immer noch kühle Ozeanluft zugeflossen, die Niederschlagstätlgkeit hervorrief. Da das Barometer aber weiterhin steigende Tendenz zeigt, wird sich der hohe Druck mit der Zeit durchsetzen und bei absinkender Lust mehr Aufheiterung bewirken. Die Temperaturen steigen da- bei tagsüber infolge der Sonnenstrahlung an. Aussichten für Donnerstag: Wolkig unb roieber mehr aufheiternd, tagsüber wärmer, meist trocken. Aussichten für Freitag: Fortschreitende Wetterbesserung. Lufttemperaturen am 8. Mai: mittags 15,7 Grab Celsius, abends 10,4 Grad; am 9. Mai: morgens 8,3 Grad. Maximum 16,3 Grad, Minimum 7,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Mai: abends 15,3 Grad; am 9. Mai: morgens 12,1 Grad. — Niederschlag 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 6,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G-, sämtlich in Gießen, dv DER STAAT DER ARBEIT UND DES FRIEDENS RAMSES CIGARETTE ohne Mundstück, dick rund. Bekanntmachung. Betr.: Sperrzetten für Ladengeschäfte. Nachdem bie am 15. Dezember v. I. erfolgte Herabsetzung ber Sperrzeiten nicht bas erwartete Ergebnis gezeitigt hat, find mir leiber gezwungen, bie Sperrzeiten wieder auf den früheren Zeitpunkt zu bringen. 2791D Mit Wirkung vom 15. Mai d. I. enbigen die Sperrzeiten wieder um 22 Ahr. Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. Braubach. Bekanntmachung. Am Montag, dem 14„ Dienstag, dem 15-, und erforderlichenfalls Mittwoch, dem 16. Mai d. 3., jedesmal von 13 Uhr an, werden im Hofe des Anwesens Asterweg 27 eine große Anzahl, teilweise sehr gut erhaltener, aus Nachlässen herrührender Gegenstände wie: 2794V Möbel, Küchengeräte, Porzellan, Gläser, Spiegel und Bilder, Sofas und Chaiselongues usw. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). Der Forstmeister des Forstamtes Marburg-Süd zu Marburg, Bismarckstrahe 16 b, verpachtet Freitag, den l.Junl 1934 10 Uhr, im Geschäftszimmer des Forstamtes die Fischerei in der Zwester Ohm von der Brücke der Landstraße Roßberg—Heskem bis zur Einmündung in die Lahn außer den vorhandenen Mühlbächen für die Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1946. Bedingungen liegen im Geschäftszimmer aus. Vor Pachtbeginn find 100 RM. Bietungskaution an die Kreiskasse Marburg einzuzahlen. 2802V Karl Haardt Dillenburg Telefon 247 Büro, Lagerhaus u. Werkstätte am Güterbahnhof DUlenburg. Größtes Lager der Branche in Arbeitsgeräten für Bergwerke u. 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Am Dormittaa hatten Muschanoff und Jestifch die politischen Unterredungen fortgesetzt, über die ein amtlicher Bericht ausgege- ben wurde, in dem es u. a. heißt: Hinsichtlich der Fragen, die ihre Länder im besonderen interessieren, konnten die beiden Minister mit besonderer Genugtuung entdecken, daß die Maßnahmen, die bei ihrer Zusammenkunft in Belgrad grundsätzlich festgelegt worden waren, in ihrer Durchführung eine erfolgversprechende Entwicklung genommen haben, lieber die Eisenbahntarife konnten Vereinbarungen erzielt werden. Augenblicklich verhandeln bulgarische und südslawische Vertreter mit Aussicht auf baldigen Abschluß eines Handelsvertrages und eines Veterinär- abkommens. Eine Untersuchung der praktischen Möglichkeiten für eine Vereinfachung der Paß Vorschriften und eine Erleichterung der Beziehungen zwischen den beiden Völkern zeigte Wege zu einer befriedigenden Lösung. Die beiden Minister sind ferner übereingekommen, alle Fragen, die noch schweben oder die in Zukunft zwischen Bulgarien und Südslawien entstehen könnten, in einem Geiste zu behandeln, der dazu angetan ist, d i e ehrliche Fr e u n d s ch a f t zwischen den beiden Völkern zu befestigen und eine dauerhafte und nutzbringende Zusammenarbeit sicherzustellen. Bei den Empfängen des südslawischen Außenministers I e f t i t s ch in der bulgarischen Hauptstadt sind außerordentlich herzliche Trinksprüche gewechselt worden. Der bulgarische Ministerpräsident M u s ch a n o f f feierte in einer Ansprache an feine Gäste die Südslawen als „Brudervolk". Zugleich wurde von beiden Seiten mit starker Betonung die Hoffnung ausgesprochen, daß ein v o l l st ä n d i g e s Einvernehmen zwischen Bulgarien und Südslawien hergestellt werden könne. Es sind in der Tat nicht allein wirtschaftliche ober diplomatische Gründe, die den harmonischen Klang dieser Wechselreden und auch des gemeinsamen Kommuniques bestimmten. In den Adern beider Völker fließt slawisches Blut, beide Völker gebrauchen eine Sprache, die sich so sehr ähnlich sieht, daß sie eine mühelose Verständigung auch des einfachen Mannes auf der Straße ohne weiteres ermöglicht, und beide Völker lernten sich im Weltkriege, der sie auf verschiedenen Fronten sah, als tapfere Soldaten und ehrliche Gegner kennen. Der große Krieg war es aber auch, der jene Bedingungen für eine Entfremdung schuf, um deren Beseitigung sich die Staatsmänner in Sofia und Belgrad in letzter Zeit so lebhaft bemüht haben. Bulgarien, das mit dem Friedensvertrag ein Drittel feiner Bevölkerung an die feindlichen Nachbarstaaten verlor, hatte auch dem neuentstandenen Nachfolgestaat der Serben und Kroaten seinen Tribut in Form von Volk und Land bezahlen müssen. Und es mußte gerade auf jenen Volksstamm verzichten, der durch seine Tatkraft, seine Klugheit und sein starkes Nationalgefühl von jeher eine hervorragende Rolle auf dem Balkan gespielt hat — d i e Mazedonier. Sie sind heute auf drei verschiedene Staaten verteilt, und ihre nationale Sehnsucht bildet ein dauerndes Moment der Unruhe und der Störung der politischen Beziehungen zwischen Griechenland, Südslawien und Bulgarien. Dies alles wäre nicht so schlimm, wenn sich nicht gewisse europäische Großmächte die Lage zunutze machen würden, um aus fremdem Streit Kapital zu schlagen. Die Geschichte Südosteuropas nach dem Weltkriege ist eine einzige Kette von Verbuchen des einen oder anderen Großstaates, die rivalisierende Macht mit Hilfe von Pakten und Blocks aus dem Felde zu schlagen. Das letzte Glied in dieser Kette war der am 9. Februar dieses Jahres abgeschlossene „Pakt der B a l k a n e n t e n t e", der diesen Namen um so weniger verdiente, als der einzige Staat, der ganz und gar ein Balkanstaat ist, von diesem Abkommen ausgeschlossen blieb: Bulgarien. Die Rumänen und Südslawen aber haben es stets entrüstet abgelehnt, sich als reine Balkanvölker zu bezeichnen, während die beiden anderen Unterzeichnerstaaten, Griechenland und die Türkei, das Schwergewicht ihrer Politik auf die Küsten des Mittelmeeres gelegt haben. Noch sinnwidriger aber war es, wenn die interessierte Presse die Unterzeichnung dieses Paktes in Athen mit dem Jubelruf begleitete: „Der Balkan den Bal - k a n v ö l k e r n I" Denn dieser Vertrag, der überdies mit verschiedenen Geheimprotokollen ausgerüstet war, und der jede Revifionsmöglichkeit und damit eine wahre Befriedigung der balkanischen Deutschlands Trauer. Wieder einmal hat sich das Wort furchtbar bewahrheitet, daß mit des Geschickes Mächten kein ewiger Bund zu flechten ist. Wir leben in einer Zeit, in der die Technik ungeheure Fortschritte gemacht hat. Wir leben in einer Zeit, in der in immer verstärktem Maße wiederum mit den Hilfsmitteln der Technik alles getan wird, um Unglücksfälle größeren Ausmaßes zu verhindern. Aber die Gewalt der Natur ist oft stärker als die größten technischen Errungenschaften, als die Kräfte der Menschen und deren bester Wille, Unglück zu verhüten. Sv stehen wir auch hier wieder vor einer Katastrophe, die in ihren Ausmaßen geradezu furchtbar ist, vor einer Katastrophe, die in fast hundert Familien größten Kummer gebracht hat. Da« menschliche Gefühl sträubt sich dagegen, sich auszudenken, was diese 86 braven und treuen Arbeiter im Kalibergwerk empfunden haben mögen, als der Verbrennungstod immer näher kam und eine Rettung sich als unmöglich erwies. Mit tiefster Erschütterung lesen wir, wie ein Arbeiter auf dem Wege zur Schicht von einem Auto angefahren wurde, wie ihm sein Fahrrad zertrümmert wurde, während er selbst unverletzt blieb, wie er dem Besitzer des Autos gegenüber die Sorge äußerte, nicht mehr rechtzeitig zur Einfahrt in den Schacht zu kommen, und wie ihn der Besitzer des Autos daraufhin zum Bergwerk mitnahm; so fuhr er, der eben noch unverletzt blieb, mit den Arbeitskollegen hinab, um nie mehr wiederzukehren. Das ganze deutsche Volk nimmt wärmsten Anteil an dem Geschick der Verunglückten. Was an menschlicher Hilfe für die Hinterbliebenen getan werden kann, wird getan werden. Deutschland trauert, die Fahnen wehen auf Halbmast und unsere Anteilnahme gilt den Frauen und Kindern, den Vätern und Müttern der 86 treuen Bergknappen Reichspräsident von Hindenburg hat an den Reichsstatthalter in Baden folgendes Telegramm gerichtet: „Tief erschüttert durch die Nach- Verhältnisse auslösen sollte, setzte sich nicht für etwas ein, sondern er wandte sich gegen etwas. Seine Grundzüge entstanden unter der Oberaufsicht der französischen Diplomatie, und als Südslawien sich als letzter Staat endlich zum Beitritt bereitfand, geschah es unter dem Druck Frankreichs, das bei dieser Aktion die italienisch-südslawische Spannung billig in sein Spiel einsetzen konnte. Um so mehr ist es zu begrüßen, wenn man nun in den beiden am meisten beteiligten und für den friedlichen Ausgleich auf dem Balkan ausschlaggebendsten Hauptstädten den Versuch macht, a u f dem Wege direkten Meinungsaustau- sches und unter Ausschaltung fremder Einflüsse zu einer gegenseitigen Verständigung zu gelangen. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß bei dem Besuch Jeftitschs in Sofia schon greifbare Ergebnisse herausspringen werden, so ist doch die kulturelle und wirtschaftliche Annäherung beider Völker, die sich schon jetzt bemerkbar macht, ein wichtiges Zeichen der Entspannung und des Fortschritts. Für ein politisches Entgegenkommen stehen zwei Mittel zur Verfügung: erstens der von Bulgarien vorgeschlagene Nichtangriffspakt und zweitens der von Südslawien gewünschte Beitritt Bulgariens zum Valkanpakt. Ob es auf einen dieser beiden Wege zur Einigung kommt, das ist eine Frage, deren Beantwortung wir der Zukunft überlassen müssen. richt von der Grubenkatastrophe im Kalibergwerk Buggingen bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung in so bedauerlicher Weise ums Leben gekommenen Bergleute die Versicherung meiner tiefempfundenen Anteilnahme zu übermitteln. Reichskanzler Adolf Hitler hat an die Verwaltung des Kaliwerkes Buggingen folgendes Telegramm gerichtet: „Die Nachricht von dem schweren Unglück, das durch den Brand im Kaliwerk Buggingen verursacht ist und so vielen braven Bergleuten das Leben gekostet hat, hat mich tief ergriffen. Ich bitte, allen von dem Unglück betroffenen Familien meine herzliche Anteilnahme auszusprechen." Weitere Telegramme aus dem ganzen Reich bezeugen die große Anteilnahme, die ganz Deutschland an dem schweren Unglück nimmt. Hilfsmaßnahmen für hie Angehörigen der Verunglückten wurden sofort durch den Landesleiter der NS. - Volkswohlfahrt in Angriff genommen. Die Stiftung für Opfer der Arbeit hat den Hinterbliebenen der Verunglückten als erste Hilfe den Betrag von 50 000 RM. zur Verfügung gestellt. Oberregierungsrat Dr. Ziegler hat sich persönlich nach Buggingen begeben, um an Ort und Stelle den Witwen und Waisen eine vorläufige Unterstützung zuteil werden zu lassen und die Frage der weiteren Unterstützung durch die Stiftung zu prüfen. Die zuständigen Sozialoersicherungsträger haben zur Linderung der ersten Not an jede Hinterbliebene der verunglückten Bergleute bereits als Vorschuß auf das Sterbegeld den durchschnittlichen Betrag von 120 RM. ausbezahlt. Ebenso wird spätestens am 9. Mai ein angemessener Vorschuß auf die Hinterbliebenenrente geleistet werden. Die beschleunigte Feststellung der Renten aus der Unfallknappschaftsversicherung ist eingeleitet. Die verunglückten 86 Bergleute haben 65 Witwen und 107 Kinder unter 15 Jahren hinterlassen. Die S A. • Gruppe Südwest spendete 20 000 RM. Die „Basler Nachrichten" veröffentlichen einen Aufruf zur Sammlung zur Unterstützung der Hinterbliebenen. In dem Aufruf wird auf die enge Volksverbundenheit der Schweiz mit dem benachbarten alemanischen Baden hingewiesen. Der deutsche Kalibergbau. Das schwere Grubenunglück bei Buggingen in Oberbaden ist die größte Katastrophe, die den deutschen Kalibergbau bisher betroffen hat. Das Werk Buggingen ist eine verhältnismäßig neue Schachtanlage, da der Kalibergbau erst nach dem Verluste der oberelsässischen Betriebe, hervorgerufen durch das Versailler Diktat, auf dem rechten Ufer des Oberrheintals eingesetzt hat. Einen anderen Bergbau, als die neuen und daher modernen Kalibergwerke, besitzt Baden in nennenswertem Umfange nicht. Die ersten Kalilager in Deutschland — wie überhaupt in der Welt — wurden 1856 in Staßfurt gefunden. Die Erkenntnis von ihrer wirtschaftlichen und insbesondere landwirtschaftlichen Bedeutung fußt auf den Arbeiten Justus von Liebigs. Von Staßfurt aus hat die Kaliindustrie Das Kalibergwerk Buggingen. Hü MWPXfX- W Die Grubenkatastrophe von Buggingen. Richard Euringer an £>r. Goebbels O er Dank des Stesan-George-preisträgers Richard Euringer, der für sein Werk „Deutsche Passion 1933" bei der Festsitzung der Reichskulturkammer am 1. Mai d. I. mit dem Stefan- George-Preis ausgezeichnet wurde, hat an Reichsminifter Dr. Goebbels folgenden Brief geschrieben. Dieser Brief ist so typisch für die Denkungsart eines modernen nationalsozialistischen deutschen Dichters, daß wir ihn der Öffentlichkeit nicht vorenthalten wollen. Die Veröffentlichung geschieht mit Genehmigung des Absenders und Empfängers. Richard Euringer. Effen-Ruhr, den 3. Mai 1934. Hochverehrter Herr Reichsminister! Während der Schriftsteller R. E. mit Zehntausenden Volksgenossen auf das Essener Maifeld zog, hielt die Reichskulturkammer ihre Ehrensitzuna ab. So war es ihm versagt, ihr auch nur am Lautsprecher anzuwohnen; er hätte sich aus Reih und Glied stehlen müssen, eine Ausnahme zu machen. Er mußte sich schon damit trösten, Dr. Goebbels' große Rede in der Presse nachzulesen. Der Abmarsch hatte sich so verzögert, daß, ehe unsere Kolonne auf dem Mülheimer Flugplatz eintraf, der historische Akt vorbei war. Dafür überfiel mich nun im Angesicht der Tausende plötzlich ein wildgewordener Kamerad mit Veitstanzgesten: „Euringer, Mensch, wissen Sie denn gar nicht, was passiert ist? Wir suchen Sie schon durch den Ausrufer!" Da erfuhr ich denn, was passiert war. Lassen Sie mich, Herr Reichsminister, das, was passiert war, in die Worte fassen, mit denen Hans Heydt seine Freude ausdrückt: „Inmitten mancher Bitterkeiten trifft mich heute die Nachricht vom Buchpreis Ihrer „Passion" wie eine große helle Beglückung: ein breiter Strahl Zuversicht steht wie- der am Himmel! Wirklich, ich empfinde dies Urteil wie eine Erlösung aus vielerlei Dunkel; es erfüllt mich mit tiefer Genugtuung ujio mbem ja) Ihnen allerherzlichst die Hand drucke, beglückwünsche ich uns zu diesem Durchbruch!! „Wir sind es, die in Ihrer „Passion" zu Wort und letzt zu Weitklang gekommen sind, und wenn ich heute in besonderem Sinne auf S i e stolz bin, bann bin ich es auf uns." So schreiben mir all die Karneraben, die ich die Mannschaft ber Kämpfer um ein neues Schrifttum nenne. . * ... Sie haben einen biefer Männer als typisch für alle beim Namen genannt unb fo metbe ich mich zum Dank. Ich tue bies spät, ba ich bie Bestätigung der Presse abgewartet und nicht recht wußte, wie mich benehmen. Ich tue es mit wenig Worten, da ich die riesige Arbeitslast kenne, die auf Ihre Kräfte einstürmt. So wiederhole ich nur das Wort, das ich Ihnen heute gedrahtet habe: Den Dank Ihnen, dem Schöpfer und Spender, die Ehre dem geliebten Führer, die Verpflichtung uns, der Mannschaft! Ich werde weiter mein Leben verschleißen, Ihres Aufrufs wert zu werden. Heute abend aber werde ich mit meiner lieben Frau und den getreusten Kameraden in der Ufa-Tonwoche den Augenblick doch noch erleben, da Sie einen der unbekannten Soldaten des Schrifttums beordern in die geistige SA. So werden wir unter Ihren Augen den heißen Dank zufammenfaffen in den Heilruf auf den Führer, der Sie in feiner Mannschaft ehrt. Hochverehrter Herr Dr. Goebbels — erlauben Sie mir zum Schluß das Volkswort! — ich danke Ihnen mit Heil Hitler! Gott erhalte uns den Führer und die Treusten seiner Treuen! Gez.: Richard Euringer und Frau Trude zugleich für Kind und Kindeskind. Sternennacht. Von Josef Magnus Wehner Das Meer ruht schwarz in seiner Tiefe. Kaum sichtbar wölben sich die Massen der Kraterberge um mein Landhaus auf der Spitze von Salvatore. Immer schwächer wird die leise Brandung des Unten aangslichtes im Westen. Unendliche Stille auf dieser Insel. Nur aus der Pyramide des Stromboli blutet eine rote Feuersonne, Herzblut der Erde, das zum Lichte will. Ich gehe in den Garten zu meinem Mandelbaum. Er schläft in tausend Blüten und schimmert nach im Traume. Dann gehe ich auf die Pergola, die mit Weinreben überspannt ist ... sehe den Saft des Weinstocks, der gestern beschnitten wurde, zur Erde tropfen ... Da auf einmal: lieber dem Monte Guardia, dem uralten Wachberg, glänzt magisch ein Stern. Weiße Strahlen schießen von ihm aus und erhellen den Westen. Er steht gerade über der Kappe des Berges, die die Form einer sarazenischen Kuppel hat. Ruhig brennt der Stern im Magnesiumlicht, Jupiter, mein Geburtsstern, und ich denke an all die Toten, die unter dem schwarzen Boden dieser Insel schlummern, an die Griechen, die verborgenen Sarkophage der Etrusker, an die Mauren und Römer, die um ihre Insel kämpften und starben. Und nun wird im ganzen Himmel dunkelblauer Samt. Allüberall dieses tiefe, lustvolle Blau, das den Raum, den unendlichen, körperhaft fühlen läßt. Es wogt und ruht wie Meer über mir. Und in diesem Grunde erlebe ich das Wunder der südlichen Sternennacht: die vertrauten Sternenbilder treten goldbraun und stark aus dem Himmel, einzelne fühlbar und nahe, als hingen sie unmittelbar über meinem Haupte. Sie haben nicht die Gradlinigkeit nordischer Bilder, sondern schwingen in süßer Unregelmäßigkeit der Kontur zueinander und bilden nicht Flächen, sondern körperhafte Gestalten, als seien sie eben von bebender Künstlerhand geschaffen. Und das zweite Ungeheure dieses Himmels: Es gibt keine Milchstraße mehr. Wo sich im Norden jener fabelhafte Nebelstreifen hinzieht, brennen Milliarden goldbrauner Blüten; in Schwärmen, funkelnd und glühend, rollen sie, einzeln erkennbar in ihrem Raum und machen das Auge trunken mit ihrem bräunlichen Golde. Das dritte Ungeheure offenbart sich nun den wieder erwachenden Sinnen: der dunkle Raumsamt ist nicht ein Tuch, an dem Sternenflammen haften — geheimnisvoll flutet es auch noch hinter den Sternen, pulst heran und läßt unerschöpflichen Raum ahnen hinter dem goldenen Leuchten. Kein Riß klafft mehr zwischen hier und dort, keine Wand steht mehr zwischen dem Unendlichen und mir: meine Brust hebt sich warm in dieses Blau und Gold, und könnte ich jetzt hinuntertauchen in die hohe Tiefe, dann würde ich Götter sehen in goldener Vielgestaltigkeit, die Kuppeln tragen, in Kugeln ruhen und kreisen in Bildern um den ungeheuersten Lichtgrund, den ich erst jetzt, aus dem Antlitz dieser Nacht, sehnend ahne. Wer gebraucht die meisten Worte? Wir alle bedienen uns nur eines kleinen Teils des gewaltigen Wortschatzes, den uns unsere Sprache zur Verfügung stellt, lieber die größte Auswahl an Worten verfugt der Dichter, dessen Sprachkunst Bezeichnungen für die feinsten Schattierungen ans Licht bringt. Oft hat man die ungeheure Menge von Ausdrücken hervorgehoben, die Dichter wie Goethe ober Shakespeare angewendet haben. Aber wie ist es beim täglichen Gebrauch? Darüber stellt eine englische Wochenschrift interessante Betrachtungen an. „Die englische Sprache", so heißt es da, „besitzt über 400 000 Worte. Kein Mensch kennt natürlich alle. Man hat früher behauptet, daß der durchschnittliche englische Landmann mit etwa 400 Worten auskommt. Das mag vielleicht vor sechzig Jahren der Fall gewesen sein. Aber heute erhält der Bauer eine ebenso gute Erziehung wie der Städter, lieft Zeitungen, hört Rundfunk und hat daher einen Wortschatz, der mindestens drei- bis viermal so umfangreich ist, wie der feines Großvaters. Handwerker und alle Arbeiter, die auf einem Spezialgebiet tätig sind, kennen etwa 5000 Worte, die sie verwenden; Geistliche, Juristen und Aerzte etwa 10 000 Worte. Die Fachschule, die z. B. der Arzt beherrschen muß, umfaßt eine Menge von Ausdrücken, die sonst nicht gebräuchlich sind. Aber derjenige Beruf, der die häufige Benutzung des größten Wortschatzes erfordert, ist der des Journalisten. Seine Arbeit bringt ihn mit allen Zweigen ber Wirtschaft unb Technik, ber Wissenschaft unb Kunst, mit allen Klassen ber Bevölkerung in Berührung, unb er muß in ber Lage sein, Fachausbrücke und Sonderbezeichnungen jeder Art zu beherrschen. Aber auch der wortgewandteste Journalist wird kaum mehr als 20 000 Worte kennen und in seinem Beruf anwenden." Sochschulnachrichten. Professor Dr. Gerhard Husserl, Ordinarius für römisches und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Kiel, ist in die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt versetzt worden. Der Münchener Extraordinarius Professor Dr. R. Perwitzschky wurde als Nachfolger des verstorbenen Professors Viktor H i n s b e r g auf den Lehrstuhl für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an der Universität Breslau berufen. Der emeritierte Würzburger Unioerfitätspro» feffor Geheimrat Dr. Friedrich Oetker feierte am 6. Mai feinen 8 0. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sind dem hochverdienten Rechtsgelehrten u. a. ein Anerkennungs- und Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg, Telegramme des Reichsjustizministers Dr. Gürtner, des Reichsjustizkommissars Staatsminister Dr. Hans Frank und der Akademie für Deutsches Recht zugegangen. Von seinen Arbeiten seien genannt: „Rechtsgüterschutz und Strafe", „Strafe und Lohn", Abhandlungen über Militärstrafrecht, konkursrechtliche (Erörterungen, zahlreiche Abhandlungen über alle Gebiete des Strafrechts. In Anerkennung feiner großen Verdienste um das deutsche Rechtsleben wurde er vom Reichskommissar Dr. Frank zum Mitglied der Akademie für Deutsches Recht ernannt. nach Entdeckung neuer Kalilager ihren Wirkungskreis immer mehr ausgedehnt. Ihre Standorte sind jetzt das Magdeburg-Stahsurt-Hallenser-Gebiet, die Provinz Hannover mit dem nördlichen Harzvorland, das Südharzgeblet, das Werragebiet und Südbaden. Aus nationalwirtschaftlichen Gründen war es in der Nachkriegszeit notwendig, die Kaliförderung auf den abbauwürdigsten Vorkommen zusammenzufassen. Der Schwerpunkt der deutschen Kaliindustrie ist von Staßfurt nach West und Südwesten verlegt worden. Heute stehen rd. 40 modern ausgestattete Werke in Betrieb. Die von diesen geförderten Mengen betrugen 1929 13 Millionen t Kalirohsalze. Entsprechend der allgemeinen Wirtschaftslage sank die Kaliförderung in den folgenden Jahren. Sie betrug 1932 nur 6 Millionen t Rohsalz, erholte sich aber 1933 wieder auf 8 Millionen t Rohsalz. Aus den Kalirohsalzen werden eine Reihe von Nebenprodukten hergestellt. Die wichtigsten davon sind Glaubersalz, Bittersalz, Chlormagnesium und Brom. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kaliindustrie ist durch den Krieg und seinen Ausgang in besonderem Maße beeinflußt worden. Nachdem Frankreich in den Besitz der im Elsaß gelegenen Kaliwerke gekommen war (die ein Fünftel der deutschen Erzeugung ausmachten), gab es heftige Wettbewerbskämpfe zwischen der so erstandenen französischen und der deutschen Kaliindustrie auf dem Weltmarkt. Sie führten schließlich zu einem Vertrag, der den Weltabsatz an Kali im Verhältnis von 70 (Deutschland) zu 30 (Frankreich) aufteilte. Kurz vor, während und nach dem Kriege wurden auch in anderen Ländern Kalisalze in abbauwürdiger Form festgestellt. In der Folge wurden so in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, in Spanien, Polen, Rußland, Palästina und anderen Ländern Kaligewinnungsstätten erstellt, die jetzt auch in mehr oder minder großem Umfange Kalisalze fördern und auf den Weltmarkt bringen. Die kalihaltigen Salze werden in Gruben von 300 bis 1100 Meter Tiefe mittelst Sprengstoffen gewonnen und durch Schächte zu Tage gefördert. Dort findet eine Vermahlung und bei dem größten Teil der geförderten Salze ein Anreicherungsprozeß in sogenannten Chlorkaliumfabriken statt, um Salze von hohem Kaligehalt zu schaffen. Die Kalisalze dienen bekanntlich in der Hauptsache dazu, der deutschen Landwirtschaft ein Düngemittel zu liefern, durch das dem Boden das ihm durch die Bebauung entzogene, für die Ernährung der Pflanzen notwendige Kali wieder zugeführt wird. Aus aller Welt. Die Beisetzung der Todesopfer in Winterbach. Unter stärkster Beteiligung der Behörden und der Bevölkerung wurden die Toten des Schulhauseinsturzes in Winterbach zu Grabe getragen. Die Feier in der Kirche nahm einen tief ergreifenden Verlauf. Es sprachen nach Trauer- gefängen Pfarrer Streitberger und Prälat Gauß- Heilbronn im Namen des Landesbifchofes. Der Trauerzug zum Friedhof war von ungeheurem Ausmaß. Voran marschierten das Hitler-Jungvolk und die Schüler. In 6er Mitte der acht Totenschreine wurde der Sarg des toten Lehrers Kohnle getragen. Am Grabe nahm Ministerpräsident und Kultusminister Mergenthaler das Wort zu einem Nachruf für die Opfer des Unglücks und »der Gemeinde wie den Angehörigen die hste Anteilnahme aus. Er teilte dann mit, daß der württembergifche Staat durch Errichtung eines neuen Schulhauses das Unglück zum Segen kommender Geschlechter wenden wolle. Er legte im Auftrage der württembergischen Staatsreglerung einen Kranz nieder. Hierauf sprach der stellv. Gauleiter Schmidt im Auftrage des Reichsstatthalters, ferner Oberbürgermeister Strölin - Stuttgart. Mit Der Trauermusik „Himmelan, nur himmelan" fand die erschütternde Feier ihr Ende. Eine Tote und drei verletzte bei der Explosion von Feuerwerkskörpern. In einer Halle der Feuerwerkskörperfabrik F. G. Sauer in München ereignete sich aus noch ungeklärter Ursache eine Explosion, durch die Die Halle in Brand geriet. Dabei trug die 26jährige Arbeiterin Ella Holzner tödliche Brandwunden davon, eine andere Arbeiterin erlitt schwere, zwei weitere Arbeiterinnen leichtere Brandwunden. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus eingeliefrt Die Feuerwehr löschte mit zwei Schlauchleitungen den Brand. Staubexplosion in einem amerikanischen Getreidespeicher. Im Elevator eines Getreidespeichers in St. Louis (USA.) erfolgte eine heftige Staubexplosion. Ein Arbeiter wurde getötet, 10 verletzt, davon 5 schwer. Die Gewalt der Explosion war so stark, daß der obere Teil des Speichers auseinandergerissen wurde. Gleichzeitig brach ein Brand aus, der eine große Getreidemenge vernichtete. 23 Rinder von einem Blitz getötet. Bei einem Gewitter über dem Meggerkoog schlug, wie aus Rendsburg gemeldet wird, ein Blitz in den Draht der Koppel einer größeren Weidefläche. Von rund 50 Stück Rindvieh hatten 23 unmittelbare Berührung mit dem Draht. Sie wurden durch den Blitz getötet. Zwei Riesenbrände in Ostoberschlesien. — 21 Anwesen eingeäschert. In dem Dorfe Ozarowicz im Kreise Bendzin (Ostobrrschlesien) brach aus bisher unaufgeklärte Weife ein Brand aus, der infolge des starken Windes in rasender Geschwindigkeit um sich griff. Dem Elemennt fielen 10 Gehöfte mit 20 Gebäuden mit totem und lebendigem Inventar zum Opfer. Der Schaden beläuft sich nach den bisherigen Schätzungen auf 60 000 Zloty. In dem Dorfe Buchalowicz, gleichfalls im Kreise Bendzin, legte eine Feuersbrunst 11 Anwesen in Schutt und Asche. Bei den Löscharbeiten erlitt eine Person schwere Verletzungen. Der Sachschaden beläuft sich auf 50 000 Zloty. Riesenbrand in einer altrumänischen Stadl. In der Stadt Kampolung in Altrumänien brach ein Brand aus, der sämtliche Telephon- und Telegraphenleitungen vernichtete, so daß keine Verbindung mit anderen Orten möglich war. Heftiger Wind und starker Wassermangel förderten die Aus- breitung des Feuers, so daß bis zum Abend im Zentrum der Stadt fünfzig Häufer in Flammen standen, darunter die wichtigsten historischen Gebäude: ein Museum wurde vollkommen vernichtet, ebenso ein Krankenhaus. Unter den Kranken brach eine Panik aus, doch konnten alle gerettet werden. Erst später konnte ein Sonderzug mit Feuerwehren von Bukarest nach Kampolung geschickt werden. Allerlei aus Familiengeschichten. Neues Leben in alten llrkunden. Von Walter Sieding. In die Familienforschung ist ein ganz neuer und frischer Zug hineingekommen. Sippenforschung ist heute nicht mehr eine trockene akademische Angelegenheit, sondern sie ist Bedürfnis und Verpflichtung. Demgemäß sind auch die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht mehr trocken und ledern, sondern blutvoll und gestaltend. In alten Bindungen, die verdorrt erschienen, pulst neues Leben. Alte Fäden, die zerrissen waren, werden wieder angeknüpft, und immer offenbart sich Neues, aber immer offenbart sich die Bindung an das Volk, offenbart sich der Zusammenhang mit dem Werden des Volkes. ♦ Als das Muster einer Familiengeschichte ist die der Neubulacher Ess ich anzusehen, die von Professor Adolf Essich verfaßt wurde. Der Familienname hat nichts mit dem Essich zu tun, das Geschlecht leitet seinen Namen vielmehr aus dem Althochdeutschen ab, aus „Esiko" und „Äsen", Wortformen für die nordgermanischen Lichtgottheiten. Diese Familiengeschichte liefert aber auch ein Beispiel dafür, welch ein Leben in den alten Urkunden steckt. Ludwig Essich, der aus dem Schwarzwald stammt, erlebte einen Roman mit seiner zweiten Frau. Diese zweite Ehe war nicht glücklich. Die Frau geriet in den Verdacht, eine Hexe zu sein: die Anschuldigungen häuften sich: auch die Frau des Vogtes war unter den Belastungszeugen. Barbara Essich wurde gefangen gesetzt in den Hexenturm in Wildberg, der noch heute vorhanden ist. Obwohl zwei Pfarrer bezeugen, daß sie ihr Amt gewissenhaft versehen und ihre kirchlichen Pflichten pünktlich erfüllt habe, wurde die unglückliche Frau aus das Gutachten der Universität hin, nachdem sie nach Anwendung des zweiten Grades der F o l t e r zugegeben hatte, mitdem Teufel ei nBünd- n i 5 zur Ausübung ihres schädlichen Treibens geschlossen zu haben, am 27. September 1621 in Wild- berg lebendig verbrannt. Auch Ursula Essich, die am 6. Mai 1607 in Wildberg heiratete, erlitt ein trauriges Schicksal. Obwohl sie in den Prozeßakten, die im Staatsarchiv zu Stuttgart vorhanden sind, nur zweimal erwähnt wird, wurde sie zwei Tage nachher mit dem Schwert hingerichtet. * Luthers Nachkommen haben die Forschung seit langem beschäftigt. „Svenska Dagbladet" zu Stockholm hat vor kurzem einen Aufsatz veröffentlicht, wonach in Schweden und in Finnland mehr als 1200 Nachkommen Luthers leben sollen und der Trauring von Catharina Lutber soll sich dort int Privatbesitz befinden. Diese Angaben wurden dem Schriftführer der Lutheridenvereinigung, Pastor Otto Sartorius, zur Prüfung zu- gesandt. Wenn diese Mitteilungen richtig wären, so würde die Zahl der nachweisbaren Nachkommen Luthers von 900 auf über 2000 steigen. Um der geschichtlichen Wahrheit willen erklärt allerdings der Pastor Sartorius zu diesen Behauptungen, daß ihm die schwedischen Angaben sehr zweifelhaft seien. Es wird da zunächst behauptet, ein Urenkel von Martin Luthers Sohn, „Paul-Hans", der Kaufmann Johannes Luther, fei im 17. Jahrhundert von Hol- stein nach Göteborg in Schweden gezogen. Martin Luther hatte keinen Sohn Paul-Hans, sondern zwei Söhne, von denen der älteste Hans, der jüngste Paul hieß. Daß gewisse Familien in direkter Linie von Martin Luther abstammen, kann nicht als Beweis gelten, da solche auf Familienübertteferungen beruhenden Behauptungen sich in einer Reihe solcher Fälle finden, wo der Name Luther vorhanden war. Man nahm früher fast allgemein an, daß jeder, der Luther heiße, vom Reformator abstamme. Bei der Lutherseier in Wittenberg im Jahre 1883 ist es geschehen, daß Herren, die Luther hießen, als Nachkommen des Reformators gefeiert wurden, obgleich sie aus der Seitenverwandtschaft des Reformators stammten, und einer von ihnen aus England überhaupt nicht mit Luthers Familie verwandt gewesen ist. Der Dichter Gottfried Benn hat vor kurzem auf den familiengeschichtlichen Wert und die erbbiologische Bedeutung des evangelischen Pfarrhauses aufmerksam gemacht. Es hat sich herausgestellt, daß von 1600 Biographien berühmter Deutscher 861 dieser großen deutschen Männer aus evangeli- schen Pfarrhäusern stammten. . Auch Felix Dahn hat schon in früheren Jahren die Behauptung aufgestellt, daß seit der Reformation kaum ein bedeutender Mann in Deutschland erstanden sei, der nicht mit dem evangelischen Pfarrhaus zusammenhinge. Nachstehend folgen eine Reihe von Namen, bei denen diese Abstammung nachzuweisen ist: Gellert, Wieland, Lessing, Bürger, Matthias Claudius, Theodor Körner, der Kunsthistoriker Burkhardt, der Baukünstler Schinkel, der Naturforscher Brehm, der Historiker Mommsen, die Philosophen Schelling, Nietzsche, Wundt und Daihinger, die Generale von Porck, von Clausewitz, der Kriegsminister vom Stein, der Armeeführer von Scholz und der Admiral von Scheer, der Sieger vom Skagerrak. Ludwig F i n ck h , ein Vorkämpfer der Sippenforschung, hat schon vor geraumer Zeit den Vorschlag gemacht, daß die Bürger in Schwennin - g e n am Neckar mit besonderem Nachdruck Familienforschung und Familienkunde treiben möchten, da eine Reihe von Schwenninger Familiennamen in der Schweiz sehr häufig abzutresfen find. Es bestehen auch tatsächlich gewisse Verbindungen zwischen Schwenningen und der Schweiz, die wohl bis zu jenen Zeiten zurückreichen dürften, wo mancher Schwenninger sich eine Schweizerin zur Frau nahm. Das muß eine Zeitlang in ausfallend starkem Maß der Fall gewesen fein. Man kann.nämlich heute noch in Scyaffhausen von dem „Raub der Sabinerinnen durch die Schwenninger" erzählen hören. Dieser „Weiberraub" fand in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg statt. Während des Krieges hatten viele Schwenninger Bürger Zuflucht im nahen Schweizer Kanton Schaffhausen, auch im Kanton Thurgau gesucht und gefunden. Manche haben sich dort mit Schweizerinnen verheiratet. Später ist bann ein Teil wieder in die Heimat zu- ruckgewandert; andere sind in der Schweiz, vornehmlich in den beiden eben genannten Kantonen, geblieben. Es entspannen sich verwandtschaftliche Beziehungen hin und her. Noch mancher Schwen- ninger hat sich später — und bas bis in die Gegen- wart herein — seine Frau in der Schweiz geholt. * Zum Schluß sei auf eine erdkundliche Tatsache hingewiesen, auf die Professor Scheidt aufmerksam gemacht hat. Manche emsigen Leute ruhen nicht. Sie schreiben sich die Finger krumm um einen Vorfahren, der zwischen 1500 und 1530 geboren sein muß. In einer Ahnengalerie sah ich die Bilder von 14 Trägem des erlauchten Namens. Heber den ältesten las ich 213 Seiten in der gedruckten Chronik. Aber der Hausherr wußte von seiner eigenen Mutter nichts als Namen, Geburts- und Sterbedatum, und daß sie schön war. Vom vierzehnten Ahnherrn hat ber Mann, einer einfachen Rechnung nach, wahrscheinlich den achttausendeinhunbertzweiundneunzigsten Teil,, von der Mutter aber die Hälfte seiner Erbanlagen. .. §JL-'5povi Hervorragendes Meldeergebnis für die XII. Nationalen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 am 13. Mai. Die XII. „Nationalen" der Spielvereinigung 1900 Gießen haben eine ausgezeichnete Besetzung gefunden. Im Mittelpunkt des Interesses steht natürlich Zehnkampfmeister und Weltrekordmann Hans- Heinz Sievert (Hamburg). Es dürfte für jeden Sportmann und Sportfreund ein Erlebnis bedeuten, Sievert arbeiten zu sehen. Allzu leicht wird ihm das Siegen nicht gemacht werden, dafür ist das Meldeergebnis zu gut ausgefallen. Alle tonangebenden Vereine der Gaue Südweft und Nordhessen sind vertreten. Es seien hier genannt: Eintracht Frankfurt mit Geerlina, Mährlein u. a., JG.-Sportverein Frankfurt mit Berg, Maier, Hehnle u. a., Post- sportverein Frankfurt mit Hassinger, Siegel, Kaufmann u. a. Polizei Frankfurt und Polizei Darmstadt (Schneider), ASC. Darmstadt (Stepp), Hessen- Preußen Kassel (Danz, Wilhelm, Krück u. a.), VfB. Kurhessen Marburg (Stein, Herrmann u. a.), ein Westfalenvertreter: VfB. Wissen (Obelode, Adorf u. a.), von der unteren Lahn VfB. Diez und Nas- sovia Nassau. Daß auch die enaere Heimat, der Kreis Gießen, sowohl aus dem Lager der DSB., als auch aus dem Lager der DT. äußerst stark vertreten ist, ist kein minder erfreuliches Zeichen. Hindenburg-preis für einen Darmstädter Flieger. Der Hindenburg-Preis zur Förderung des Segelflugs ist für das Jahr 1933 auf einstimmigen Beschluß des Preisgerichtes dem Diplomingenieur Peter Riedel-Darmstadt in Anerkennung seiner sportlich und wissenschaftlich gleich hoch zu bewertenden Leistung zuerkannt worden. Peter Riedel hat sich auch in diesem Jahre insbesondere durch hervorragende Flüge auf der Südamerika- Expedition des Deutschen Luftsportverbandes ausgezeichnet. Der glückliche Gewinner ist am Dienstag aus. Südamerika nach der Heimat mrückge- kehrt und wurde im Auftrage des Reichsluftfahrt, minifters Göring beim Verlassen des Dampfers in Cuxhaven von Der hohen ihm zu teil gewordenen Anerkennung benachrichtigt. Ein Tag der Turnerführer. In allen Turnkreisen des Gaues Nordhessen fanden am Sonntag Tagungen der Vereinsführer statt, in denen vielfach auch die Dereinspresse- und Werbewarte teilnahmen. Die kommenden Veranstaltungen in den Kreisen und im Gau waren u. a. Gegenstand der Besprechung. Klare Richtlinien für die Arbeit wurden herausgestellt. Besuch und Verlauf der Versammlungen brachten zum Ausdruck, daß man bis ins letzte Gebirgsdorf unseres Hessengaues einsatzbereit hinter dem Reichssportführer und feinen Plänen und damit hinter dem Führer des deutschen Volkes steht. , FETeutonia" Watzenborn-Steinberg Die 2. Mannschafte des VfR. Lich weilte am Sonntag zum fälligen Gesellschaftsspiel in Steinberg. Hier trafen sie eine durch die 1. Mannschaft etwas verstärkte Elf, die Ausgezeichnetes leistete. Die erste Halbzeit sah man völlig im Angriff der Einheimischen, und so kam es auch, daß nach regelmäßigen Abständen 5 Tore fielen. In der zweiten Hälfte tarnen die Licher auch manchmal vor das Tor der Steinberger und tarnen durch einen schönen Flachschuß zu ihrem Ehrentor. Das Resultat entspricht 6em Spielverlauf. Die Jugendmannschaft siegte diesmal wieder hoch gegen die Licher Jugendmannschaft. Das Spiel war fair. Die Steinberger waren immer im Angriff. Dem Spielverlauf nach war dieses Resultat noch etwas niedrig. Die Schüler weilten in Großen-Buseck und konnten gegen die dortige körperlich stärkere Schülermannschaft nicht mehr machen, als sich 3:2 schlagen lassen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Der FC. 1926 Großen-Buseck hatte für den oer- gangenen Sonntag die zweite Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen zu einem Gesellschafts-Rückspiel verpflichtet. Die Einheimischen konnten auf Grund guter Leistungen die im Vorspiel in Gießen erlittene 6:4-Niederlage durch einen überlegenen 7:2-Sieg wieder gutmachen. Die Gäste sowohl, als auch die Einheimischen mußten mit Ersatz antreten. Aus beiden Seiten sah man manche gute Einzelleistung, doch fehlte es an dem nötigen Zusammenhang. Das Spiel begann sofort mit gefährlichen Angriffen der Gäste, die 6as Fehlen Des elften Spielers der Einheimischen auszunutzen verstanden. Es stand denn auch bald 2:0 für 1900. Nachdem sich Großen-Buseck auf elf Spieler ergänzt hatte, wurde das Spiel etwas lebhafter. 1900 versuchte mit aller Energie den einmal erzielten Vorsprung zu sichern, doch konnten sie die schußfreudige Stürmerreihe der Einheimischen nicht halten. Es war denn auch bald Ausgleich und kurz vor der Pause das Führungstor gefallen. Nach der Pause kam vorübergehend 1900 wieder etwas auf, doch langte es nicht zu einem Treffer. Großen-Buseck legte ein weiteres Tor vor. Als dann die bis dahin gut abwehrende Verteidigung der 1900er in den Sturm ging, fielen noch kurz hintereinander drei Tore für die Einheimischen. x Sportverein 1920 Heuchelheim. Sportverein 1920 Heuchelheim I. — Raunheim L 2:6 (0:0.) Das Spiel begann mit einem verheißungsvollen Anfang für die Einheimischen. In der ersten Spielhälfte wurde Angriff auf Angriff vor das Tor des Gegners getragen. Der Sturm verstand es jedoch nicht, sich genügend freizuspielen, so daß zählbare Ergebnisse nicht erreicht werden konnten. Die zweite Halbzeit stand im Zeichen der Naunheimer. Der Torreigen wurde durch einen Elfmeter eröffnet. Zwei Minuten darauf konnten die Heuchelheimer durch einen schönen Kombinationszug den Ausgleich erzielen. Das zweite Tor für die Naunheimer wurde durch ein Handspiel des Heuchelheimer Mittelläufers eingeleitet. Hierauf konnten die Gäste in kurzen Zeitabständen noch viermal erfolgreich sein, was in der Hauptsache auf die ungenügende Abwehr der Heuchelheimer Verteidigung und Läuferreihe zurückzuführen ist. Die Einheimischen erzielten noch einen weiteren Treffer. Die Naunheimer haben bei diesem Spiel bewiesen, daß sie ihre alte Form wieder erreicht haben. Nach dem Spiel der ersten Mannschaft verloren die Heuchelheimer Schüler gegen die gleiche von Krofdorf 3:4. Sportabteilung des Tv. Wieseck. Spv. Wehlar (Reserve) — Wieseck I 3:1. Zum fälligen Rückspiel war die erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck am vergangenen Sonntag in Wetzlar zu Gast. Gegner war die Ligareserve des Sportvereins Wetzlar, verstärkt durch mehrere Spieler der Liga. Wieseck mußte zu diesem Spiel wieder mit Ersatz antreten. Von Spielbeginn an sah man ein flottes Spiel, bei dem Wieseck vorerst tonangebend war unb auch in ber neunten Minute bie Führung übernahm. Dann stellte Wetzlar bis Halbzeit den Ausgleich her. In ber zweiten Spielhälfte sah man ebenfalls völlig ausgeglichenes Spiel, bei dem Wetzlar etwas mehr vom Glück begünstigt wurde und noch zu zwei Treffern kam, während Wieseck auch die sichersten Sachen vermasselte oder neben die Pfosten setzte. Lollar II — Wieseck II 1:1. In Wieseck standen sich die Mannschaften im Rückspiel gegenüber. Man sah ein flottes, scharfes Spiel. Wieseck ging bald in Führung. Alle Anstrengungen der Gäste blieben jedoch vorläufig erfolglos. Halbzeit 1:0. Nach Seitenwechsel wurde das Spiel härter. Hierbei wurde der Hüter der Gastgeber verletzt, so daß er vorübergehend ausscheiden mußte. In dieser kurzen Spanne gelang es Lollar, den Ausgleich zu erzielen. wieseck Jugend — 1900 I. Jugend 1:3. Wieseck war durch unvorhergesehene Umstände gezwungen, mit nur neun Mann anzutreten, erber auch die Gäste erschienen mit nur zehn Mann. Das Spiel wurde flott und fair ausgetragen und war während des ganzen Verlaufs völlig ausgeglichen. Bei Halbzeit stand die Partie 1:2 für 1900. Nach Seitenwechsel wurde ein hinter der Torlinie ab- gewshrter Ball vom Schiedsrichter nicht als Tor anerkannt, so daß Wieseck um den verdienten Ausgleich kam. 1900 kam dann noch zu einem Tor, das in dem Gedränge von dem Hüter der Platzbesitzer nicht verhindert werden konnte. VfB. Krofdorf-Gleiberg. VfV. Krofdorf-Gleiberg I — Riedergirmes 2:3 (0:2). Die 1. Mannschaft des VfB. Krofdorf-Gleiberg lieferte am Sonntag gegen die spielstarken Nieder- girmefer einen spannenden und schnellen Kamps. Niedergirmes hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel, konnte aber bie gute Hintermannschaft des Platzoereins nur zweimal schlagen. Nach Wiederanstoß erzielte Krofdorf-Gleiberg, ohne daß ein Spieler des Gegners den Ball berührte, ein Tor, kurz daraus stellte der Rechtsaußen den Ausgleich her. Der Rest des Spieles brachte beide Tore noch öfters in Gefahr, aber nur Niedergirmes war es vergönnt, noch ein Tor zu erzielen. Die zweite Mannschaft weilte in Hermannstein unb mußte eine 3:1-Niederlage hinnehmen, ebenfalls mürbe die Jugend auf eigenem Platze von ber Heuchelheimer Jugend 2:1 geschlagen. Die Schüler weilten in Heuchelheim und brauten einen 4:3-Sieg mit nach Hause. Fußball im Turnv. Ailendorf (Lahn). Mendorf I. — Waldgirmes I. 6:0 (1:0) Die Mannschaften trafen sich am Sonntag zu einem Freun6schaftsspiel in Allendorf. In der ersten Halbzeit plan- und lustloses Spiel, in dem Allendorf durch einen Schnitzer eines Gästeverteidigers in Führung gehen konnte. Nach der Halbzeit erscheint Allendorf mit veränderter Aufstellung, die sich sehr gut bewährte. Der Gastgeber konnte noch weitere fünf Tore vorlegen, denen der Gast keines entgegensetzen konnte. Das längst verdiente Ehrentor blieb ihm versagt. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. To. Kinzenbach Jugend — Tv. Wißmar Jugend 4:6 Tv. Kinzenbach Schüler — Tv. Wißmar Schüler 2:0 Die Jugend mußte sich den körperlich weit überlegenen Gästen beugen. Wißmar spielte vor allem schneller und sicherer und hatte eine gute Hintermannschaft zur Stelle. Die Kleinen konnten in ihrem ersten Spiel einen schönen Erfolg erringen, indem sie die Gäste knapp schlugen. Deutsche Handball-Meisterschaft. Die Spiele der Zwischenrunde. Von ber Handballspielleitung wurden die Paarungen für die Meisterschafts-Zwischenrunde am Sonntag, 13. Mai, festgelegt. Der Spielplan hat im einzelnen folgendes Aussehen: Männer: in Fürth: Spvg. Fürth — SV. Waldhof-Mannheim (Schiedsrichter: Grobe-Leipzig): in Darmstadt: Polizei Darmstadt — Tura Barmen (Marquardt-Eßlingen); in Berlin: Askanifcher Tv. — Polizei Hamburg (Deuticka-Leipzig); in Leipzig: Sportfreunde Leipzig — Polizei Magdeburg (Müller-Wiesbaden). Frauen: in Fürth: Spvg. Fürth — VfR. Mannheim (Illgner-Leipzig); in Kassel: Hessen-Preußen Kassel — Mül- Heimer SV. (Rosenbaum-Hannover); in Berlin: SC. Charlottenburg — Eimsbüttel Hamburg (Schramm-Dresden); in Leipzig: Fortuna Leipzig — Frauen-SC. Magdeburg (Büge-Stettin). Brandenburgs Meister haben an diesem Spieltag den Vorteil, ihre Gegner daheim empfangen zu können. Beide Spiele werden auf dem Platze des Berliner Sportclubs ausgetragen und beginnen um 15 bzw. 16 Uhr. Hr. 107 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, 9. Mi 1954 Aus der Provinzialhauptstadt, tleberm Sternenzelt. Von Pfarrer £)r. Bergsr-Oarmstadi. „Brüder, überm Sternenzelt muß ein lieber Vater wohnen!" So singt Schiller in seinem Lied an die Freude. In seinem idealistisch begeisterten Herzen möchte er die ganze Welt umarmen und sich gleichzeitig zum Himmel emporschwingen. Es liegt darin jene Zweipoligkeit alles Menschenlebens beschlossen, das mit seinem ganzen Sein dem Diesseits verhaftet, doch zugleich sich immer wieder in Sehnsucht und Hoffnung dem Jenseits zuwendet, in dem es Erhöhung, Vollendung und Ewigkeit sucht. Gerade so geht es uns am Himmelfahrtstag. Ganz besonders gern halten die Christen an diesem Tage ihre Gottesdienste im Freien. Die in diesem Jahre besonders herrliche Frühlingsnatur lockt mit ihren tausend Wundern und Schönheiten, gibt uns eil) neues physisches Lebensgefühl, zeigt uns wieder, wie sehr wir dies Stück Erde lieben, das unsere Heimat ist. Und doch verleiht das gleiche Lebensgefühl der Seele Schwingen, daß sie sich über dies Irdische erheben muß. Der Blick geht nach oben, als ob er das Sternenzelt durchdringen und bis zum Himmel selbst gelangen wollte. Die Erde wird ihm zu eng. Das ganz Große, das er erleben möchte, muß höher und größer sein als das Diesseitige. So kommt der Gottesdienst im Freien dem am besten entgegen, was die Christenheit am Himmel- sayrtstage bewegt. Don allen christlichen Festen ist leins — sowohl in seinem geschichtlichen, als auch dogmatischen Inhalt — so umstritten und schwierig. Und doch ist zugleich keines so volksnah, wei(, es symbolhaft das ausdrückt, was alle empfinden. Denn auch Christus steht unter diesem doppelten Destimmtsein. Er ist uns dort ganz nah, wo er sein Angesicht dem Menschen zugekehrt, sich hinunterbückt zu den Niedrigsten und Elendesten, mit ihnen leidet, in ihre Winkel, Ecken, Gassen geht,' ihnen hilft und sie heilt. Zugleich aber wendet er sein Angesicht dem Himmel zu, von dem er ist, zu dem er geht, für den er eigentlich lebt, wenn nicht, wäre er ja nicht mehr als irgend ein menschlicher Wohltäter, deren es viele gab und gibt. Aber sein Leben ist mehr? Als seine irdische Aufgabe erfüllt, ist es selbstverständlich, daß er für das Bewußtsein derer, die seine messianische Kraft geprüft und an ihn geglaubt, nicht ein menschliches irdisches Ende haben konnte. Sie erlebten und bekannten: „Er ist aufgefahren gen Himmel". Die Linie seines Lebens endet nicht in dieser Welt, sie führt geradeaus dorthin, wo Gott ist, übers Sternenzelt. Auch wir tun gut, unfern Blick zu heben zu dem, der sich lebendig erweist in einer Kraft, die Himmel und Erde verbindet. Wenn uns Himmelfahrtstag nichts ist, als eine Gelegenheit, eine — wenn auch noch so schöne — menschliche Naturfreude zu genießen, dann bleibt diese Freude schal und leer. Auch wir wollen etwas erfassen von dem Glauben an den, der überm Sternenzelt lebt und regiert in Ewigkeit. Heiliges Hüteramt. -13on Elli Heese. „Im Hause muß beginnen, was leuchten soll im Vaterland." In einer Zeit deutschen Aufbruchs, in der Zeit der Freiheitskriege, wies der Turnvater Jahn mit diesen Worten auf die innere Gemeinschaft zwischen Volk und Familie hin. Das Leuchten, das vom Haus der deutschen Familie ausstrahlt in das Vaterland, in das Haus des deutschen Volkes, erinnert uns an das Urbild germanischer häuslicher Gemeinschaft, an das Herdfeuer und seine Hüterin, die Hausfrau und Mutter. Nicht nur den Bedürfnissen des Tages soll der häusliche Herd dienen, Wiedereröffnung des Kameradschaftshauses der Gießener Studentenschaft. Gestern morgen wurde für das Sommersemester 1934 das Kameradschaftshaus der Gießener Studentenschaft eröffnet. lieber 70 junge Studenten haben in diesem Semester das Kameradschaftshaus der Studentenschaft bezogen, das sich durch einige Erneuerungen, die während der Semesterferien ausgeführt wurden, noch zweck- mäßiger gestaltete. Die großen Schlasräume wurden in einzelne Stuben aufgeteilt, so daß je eine Kameradschaft von 12 Mann ein Zimmer bewohnt. Sämtliche Stuben sind in sinnvoller Weise mit bestimmten Namen bedacht worden (Lettow-Dorbeck-, Jmmelmann-, Elsa-Brandström-, Weddigen-, Eupen- Malmeüy-, Memelland- und Nordschleswigstube), die Ausschmückung dieser Zimmer durch die einzelnen Kameradschaften hat diesen Namen Rechnung zu tragen, lieber dem Eingang zum Kameradschaftshaus stehen, gleichsam als Mahnung, die Worte „Manneszucht — Kameradschaft — Dienst- bereitschast". lieber dem Ganzen steht die Losung der Gießener Studentenschaft „Erst in der Tat erweist sich die Gesinnung". 8.15 Uhr trat die ganze Belegschaft vor dem Kameradschaftshaus zur ersten Flaggenhissung in diesem Semester an. Oer Führer des Kameradschaftshauses cand. theol. Paul Seipp sprach in Gegenwart des Führers der Studentenschaft zu seinen Kameraden. U. a. führte er aus: „Nach zweimonatiger Unterbrechung wollen wir heute wieder unsere schwarze Fahne mit Schwert und Schaufel aufziehen und damit symbolisch ein neues Semester beginnen. Damit stellen wir uns auch äußerlich wieder unter die Forderung, die diese Fahne an uns stellt. Diese Forderung heißt: Arbeit und Kampf. Wir wollen uns dabei von neuem bewußt werden, daß immer und zu allen Zeiten Kampf und Arbeit zusammengehörten und recht eigentlich verschiedener Ausdruck für ein und dieselbe Sache waren. Schon im Niibelunaen- lied haben wir einmal den heldischen Kampf und daneben im gleichen Sinne die „große Arbeit", das hohe Lied der Arbeit als des Kampfes um Volk und Zukunft. Und so wollen auch wir in dieses neue Semester gehen mit dem festen Willen, fleißig zu arbeiten und ehrlich zu kämpfen, um die Pflicht unserem Volke gegenüber erfüllen zu können. War das letzte Semester das Semester der Unruhe, die mit allem neuen Werden verbunden ist, so wollen wir im kommenden Semester gemeinsam die ersten festen Grundlagen finden, auf denen die studentische Kameradschaftserziehung aufgebaut werden kann. Und besonders die neuen Kameraden, die später von uns aus als Führer in ihre Wohnkameradschaft zurückkehren, bitte ich, sich bei uns nicht nur als Publikum zu fühlen, sondern als Mitarbeiter. Auch das neue Semester wird nicht ohne Spannungen und Konflikte vorübergehen. Und das muß so sein. Denn das Kameradschaftshaus mit seinen Konflikten, Reibungen und Spannungen ist für den jungen Studenten die Front, wo er sich zu bewähren hat, oder wo er versagt. Ein Kameradschaftshaus ohne Konflikte ist eine Etappe mit allen ihren üblen Erscheinungen. Wir aber im Gießener Kameradschaftshaus wollen nicht Etappe sein mit Ruhe und Behaglich- jfeit und Vergnügen und Selbstsucht, sondern wir wollen Front sein, Front mit Kampf und Arbeit und Leben, mit Manneszucht, Kameradschaft und Dienstbereitschaft. Diese Fronthaltung werde ich stets rücksichtslos von euch verlangen, ebenso wie ihr sie stets rücksichtslos von mir verlangen sollt. Mit dieser gegenseitigen Verpflichtung wollen wir die Fahne hissen und das neue Semester beginnen." Mit dem Lied „Volk, ans Gewehr" war die Eröffnungsfeierlichkeit geschlossen. Das Gießener Kameradschaftshaus, das sich durch seine Veranstaltungen und Kameradschaftsabende schon im letzten Semester einen Namen gemacht hat, wird auch im kommenden Semester wieder in der alten Weise tätig sein. Wir werden unsere Leser über die Praxis der Kameradschaftsergiehung, -wie sie im Gießener Kameradschaftshaus durchgeführt wird, auf dem laufenden halten. auch die Kerzen der Liebe zum Vaterland soll er entzünden, hell wolle sie in den Herzen brennen und sie zu Taten der Gemeinschaft entflammen. Aus der Frühzeit unseres Volkes wissen wir, daß das Amt der Frau als Hüterin des Herdes fast als ein priesterliches Amt aufgefaßt wurde, — die Verantwortung dafür, daß die Jugend in der Liebe und Treue zur Sippe und zur Heimat aufwuchs, lag in der Hand der Mutter. So ist es auch heute. Die Frau und Mutter ist verantwortlich für den Geist des Hauses. Die unlösliche Familiengemeinschaft gibt dem jungen Menschen die Erkenntnis ins Leben mit, daß er genau so seinem Volk wie der Familie gehört. Diese Erkenntnis aber kann nicht allein die Mutter lehren, sondern das Bild gemeinsamen Wirkens für andere gibt ihm die sich ergänzende Werk- und Lebensgemeinschaft von Vater und Mutter, die Familie. Schon aus den überlieferten Zeugnissen germanischer Frühzeit wissen wir, daß Mann und Frau gleichgeachtet und gleichberechtigt ihren Platz in der Familie einnahmen, — vielleicht liegt hierin das Geheimnis, daß die Familie immer wieder der Erneuerungsquell unseres Volkes gewesen ist. Daher liegt ein tiefer Sinn darin, daß der Nationalsozialismus den Tag, der in früheren Jahren den Namen Muttertag führte, den Tag der Familie nennt. In feinen Bildern der deutschen Vergangenheit hat uns Gustav Freytag gezeigt, wie nach der beispiellosen Verwüstung Deutschlands durch den Dreißigjährigen Krieg Zucht und Ordnung allein wieder erwuchsen aus der fleißigen Arbeit der Familie. Freilich ging die Entwicklung damals den umgekehrten Weg wie heute: im Bauern- und Bürgerhaus schloß man sich in den engen vier Pfählen des eigenen Hauses gegen das Leben der Oeffentlichkeit ab, — man hatte den Kampf als brutalen Kampf um die Erhaltung des nackten Lebens zu bitter spüren müssen und war gegen die Werte der Volksgemeinschaft blind und taub geworden. Daher konnte die Selbstverwaltung der stolzen mittelalterlichen Städte, die Gemeinschaftsarbeit an der Dorfflur aus diesem zwar fleißigen, aber engherzig denkenden Geschlecht nicht wieder erblühen. Der Nationalsozialismus hat in brüderlicher Gemeinschaft den Boden erkämpft, auf dem die deutsche Saat wieder wachsen kann, den Baugrund uns gegeben, auf dem wir das deutsche Haus errichten sollen. Auch der nationalsozialistische Staat will die Familie Grundstock dieses deutschen Hauses sein lassen, doch nicht so, daß sie sich abschließe vom Leben der Gemeinschaft, sondern daß sie Hüter sei des Geistes einer wahren Volksgemeinschaft. Nicht in den eigenen vier Wänden, nicht in enger Selbst- Der Neichömütterdienlt im Deutlchen Frauenwerk veröffentlicht zum Muttertag als Symbol seiner Mütterschulungsarbeit diese Radierung Albrecht Dürers. genügfamteit sollen wir einen spießbürgerlichen Tag leben: Familiengeist, das bedeutet heute zugleich das lebendige Bewußtsein, daß dieser Geist gemeinsamer Arbeit und blutsbedingter Gemeinschaft das ganze Volk bindet, daß Deutschland die Kraft jeden Mannes, jeder Frau braucht. Familientag, der aus dem Muttertag erwuchs, erinnert die Mutter an ihr heiliges Hüteramt am Geiste der Volksgemeinschaft. „Kraft durch Freude." Vurgenrundfahrl am himmelfahrlslag. Alle gemeldeten Teilnehmer treffen sich morgens 8 Uhr am Oswaldgarten vor der Unterführung am Omnibus. Das Fahrgeld (pro Person 2.—) ist mitzubringen. Jeder gemeldete Teilnehmer ist zur Zahlung verpflichtet, auch dann, wenn er aus irgend einem Grunde die Fahrt nicht mitmachen sollte. Ersatzleute können in einem solchen Falle natürlich teilnehmen. gez. Christ Kreiswart „Kraft durch Freude" Abteilung höhere Schule. Fachschaft für neuere Sprachen. Die erste Sitzung findet am Freitag, 11. Mai, um 16 Uhr in der Oberrealschule (Seminarzimmer) statt. Krauß, Fachschaftsleiter. Der Verkauf von Hackfleisch. Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt: Nach § 5 der Polizeiverordnung über den Verkehr mit Fleisch und allen übrigen voN Tieren herstammenden Fleischwaren vom 18. Oktober 1924 darf Ltnd nun, Ellen? Zfiomon von Käthe Metzner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sprachlos starrte Frau Ehlers dem Mieter nach. Seine wohldurchdachten Worte hatten ihre Wirkung auf ihr ängstliches Herz nicht verfehlt. Nun mußte sie sich Ellen gegenüber Luft machen. „Unsinn, Muttchen! Ich kann es nicht glauben. So spricht nur ein gehässiger Mensch." Sie waren nebenan in der kleinen, schmalen Kammer, die Ellen jetzt als Schlafraum diente. Drüben auf der Chaiselongue hatte man den Verletzten zur Nacht gebettet. „Du beleidigst geradezu Herrn Holm!" „Beleidigen, Muttchen? Wer in den Augen der Menschen ein wenig zu lesen versteht, kennt bald ihre Seele. Herr Rakenius ist wahrhaftig kein leichtsinniger Mensch." „Aber er reift doch viel, wie er selber zum Arzt sagte?" „Und daraus zieht Herr Holm den Schluß, daß er leichtsinnig ist?" „Du ergreifst Partei für einen Fremden, den du zum ersten Male in deinem Leben siehst?" Frau Ehlers Stimme verriet ein leichtes Zittern. Ellen ahnte wohl, die Mutter würde die ganze Nacht keine Ruhe finden. Nun erst recht hatte sie die Pflicht, ihre wahre Meinung über den Fremden zu äußern. Doch Frau Ehlers wurde mit der mahnenden Vorsicht ihres Mieters nicht fertig. „Kommt hier ein fremder Mensch in unser Haus, trägt Unruhe und vielleicht auch noch Unfrieden herein und du... verteidigst ihn. Wir hatten ihn nicht halten sollen, nachdem der Arzt keine ernsten Verletzungen festgestellt hatte." „Muttchen! Das wäre ja Sunde gewesen. Bedenke Ellens Auaen waren schreckgeweitet. Sie erkannte den unheilvollen Einfluß, den Ernst Holm m den wenigen Wochen auf ihre Mutter ausubte. Mit seltsamen Gefühlen legte sie sich schlafen. Doch ruhelos verging die Nacht. Sie schreckte auf aus dem Halbschlaf, hörte immer wieder das ohrenbetäubende Krachen des splitternden Holzes, und sah wieder das feine, gütige Gesicht des Fremden, das sie fo dankbar anschaute. Wer mochte er nur fein, dieser Rakenius? Ach, wäre er doch ein einfacher Mensch! >jrgeno ein kleiner Angestellter!" Ellen fühlte, wie ihr Herz feit der Minute, als ha5 Gesicht des Fremden im Schein der Lampe zum ersten Male erblickt hatte, in hastigen Schlägen hämmerte - War das Liebe? Jene große Liebe auf den ersten Blick, die dem Menfchen zum Schicksal wird, wenn sie ihm begegnet? Zweites Kapitel. Am nächsten Morgen, als Holm schon lange im Dienst war, saß sie dem Fremden auf der Veranda gegenüber. „Sie fühlen sich also wieder ganz wohl, Herr Rakenius?" „Durch Ihre gütige Hilfe, mein Fräulein — ja!" Wunderbar weich war die Stimme des Fremden. Man hätte sekundenlang die Augen schließen und dem Klang dieser Stimme lauschen können. Seine Art, sich auszudrücken, ließ Ellen sofort erkennen, daß sie einen feingebildeten Menschen vor sich hatte. „Ich tat meine Pflicht. Nichts anderes." „Nein, nein — Sie taten viel mehr! Ich weiß, daß ich tief in Ihrer Schuld stehe, gnädiges Fräulein! Wie kann ich diese Schuld abtragen?" „Herr Rakenius!" Ellen begehrte auf. „Wie können Sie so sprechen. Selbstverständliches bedarf doch keines solchen Ausgleichs." Der Fremde stützte den Kopf in die hohle Hand und schien nachzudenken. Frau Ehlers, die eben das Frühstück hereinbrachte, schien nicht sehr erbaut, daß Ellen sich mit dem Unbekannten in eine Unterhaltung eingelassen hatte. Doch was sollte sie dagegen tun? So siegte auch ihre Neugier, und mütterliche Sorge zwang sie, von dem Fremden während des Frühstücks mehr zu erfahren. „Sie reisen viel, Herr Rakenius?" „Ja, sehr viel, gnädige Frau!" Also ist er doch Reisender. Ellen und ihre Mutter dachten es gleichzeitig. Bei Frau Ehlers löste die Bestätigung von Holms Vermutung einen Schauder aus. Ellen aber durchrieselte ein unbekanntes frohes Gefühl der Erleichterung. Er war also wirklich nur ein kleiner Angestellter. „Ihren Wagen hat Herr Holm abschleppen lassen!" Frau Ehlers versuchte, dem Gespräch eine gleichgültige Wendung zu geben. „Es wäre nicht nötig gewesen. Er hätte dort .liegen bleiben können. Es war nicht mein eigener. 2ch hatte ihn nur gemietet", erwiderte der Fremde sorglos, liebenswürdig. „Und da wollten Sie ihn einfach stehen lassen? Wenn er doch nicht Ihr Eigentum war?" So entsetzt war Frau Ehlers über den Leichtsinn des Fremden, daß sie sich diese Frage nicht verkneifen konnte. Auch Ellen konnte diesmal ihre Verwunderung kaum verbergen, und ihre Blicke ruhten fragend auf dem noch immer bleichen, durchgeistigten Gesicht des Mannes. Rakenius aber lächelte ahnungslos: „Warum nicht, er hätte ihn sich doch holen fönnen/ „Aber Herr Rakenius!" Frau Ehlers war froh, als das Frühstück zu Ende war. Sie begriff nicht, sondern fühlte nur, daß sie Ellen irgendwie mahnen mußte. Holm hatte natürlich wieder einmal nur zu recht. Beim Abservieren benutzte sie draußen in der Küche sofort die Gelegenheit, um Ellen zu sagen: „Er sieht dich obendrein mit einer Kühnheit an, die ich geradezu herausfordernd fände, wenn ich nicht schon lange bemerkt hätte, daß dieser leichtsinnige Mensch auch dir nicht gleichgültig ist. Nun hast du ihn unverständlicherweise auch noch zum Mittagessen eingeladen, was er in feiner Unverfrorenheit natürlich auch angenommen hat. Unbegreiflich überhaupt, daß er nicht einmal sagt, wer er eigentlich ist und woher er stammt. Du siehst wieder einmal, wie recht Herr Holm hatte!" „Was hat das alles nur immer mit Herrn Holm zu tun?" Ellens Gesicht hatte eine purpurne Röte übergossen. „Was?" Frau Ehlers zweifelte in diesem Augenblick an dem klaren Verstand ihres Kindes, das sie sonst über alles liebte. „Ich versteh dich nicht! Ausgerechnet diesem Fremden begegnest du mit einer ausgesuchten Liebenswürdigkeit, während du Ernst Holm gegenüber geradezu unhöflich bist. Holm muß dir mehr wert sein!" „Muß? Muttchen!" Zum ersten Male in diesem Augenblick erkannte Ellen, daß die Mutter mit Ernst Holm eine Absicht verband, die wähl nur aus der völligen Ungesichertheit ihrer gegenwärtigen Lage kommen konnte. Auf ihren Wangen erlosch alle Glut. Mit aller Kraft beherrschte sie sich. Nie, das wußte sie schon jetzt, würde sie für Holm auch nur die geringste Neigung aufbringen können. Alles in ihr war Abwehr gegen den Meschen, der ihr feines, mädchenhaftes Empfinden schon am ersten Abend so schwer verletzt hatte. Doch davon ahnte ja die Mutter nichts. Mit schweren Schritten ging sie hinaus in den Garten. Die Erregung in ihr mußte langsam verebben. Plötzlich aber fühlte sie einen leisen, ziehenden Schmerz in der Herzgegend. 'Dort stand Rakenius. Er mußte ihre Schritte auf dem knirschenden Kies gehört haben. Denn augenblicklich drehte er sich um. Mit langsamen Schritten kam er auf sie zu. Seite an Seite gingen sie über die schmalen Wege. Unbewußt lenkte Ellen die Schritte zu ihrem Lieblingsplatz und ließ sich in Gedanken versunken auf die kleine Bank nieder. Der-Fremde sah sie lange an. In feinem regelmäßigen Gesicht war eine glückliche Zufriedenheit. „Sie sind stellungslos, Fräulein Ehlers?" „Ja! Bis gestern noch war ich Laborantin in den Levnawerken." „Laborantin?" Rakenius' Augen zeigten sekundenlang hellste Ueberraschung. „Wenn Sie es wünschen, können Sie es morgen wieder sein ..." „Sie scherzen!" Ellen grub ihre weißen Zähne in die Unterlippe. Ein leiser Schatten huschte über ihr schönes Gesicht. Sollte der widerliche Holm doch recht haben? „Sie scherzen ' geheimnisvoll wie mit Ihrem Namen, Herr Rakenius!" lächelte sie mühsam. Da grub sich eine tiefe Falte zwischen Rakenius' Brauen, und während seine Augen die des Mädchens festhielten, sagte er fast schmerzlich: „Es ist seltsam, Gnädigste. Manchmal geht es einem wohl so im Leben, daß man aus einer bestimmten Empfindung des Herzens heraus fremd fein und bleiben muß." „Müssen Sie?" „Ja! Ich denke — ja!" Sie schwiegen. Rakenius kämpfte die aufkeimende Liebe zu dem Mädchen gewaltsam nieder, obgleich alles in ihm ihn zu ihr zwang, deren Herz sich ihm in zitternder Seligkeit zuneigte. „Sehen Sie, warum ich es muß — wie alle es müssen. Wir Menschen unterstehen gewissen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen der Konvention. Empfindungen haben nur bann zu sprechen, wenn der andere es wünscht." Kaum verstand Ellen die Worte. Sie hörte nur die warme dunkle Stimme, die so viel Zärtlichkeit und Geborgenheit ausströmte, und wußte nur, daß dieser Mann noch an dem Tage von hier fortgehen würde — für immer. Rakenius ließ sich infolge feiner Verletzungen noch etwas vorsichtig auf der Bank neben Ellen nieder. Um die beiden flammte der junge Maitag mit all feinem Licht und der Glut feiner Düfte. „Ich könnte Ihnen viel erzählen von mir. Doch wozu? Bitte verstehen Sie mich recht. Ich gehe noch heute fort. Lasse Sie in einem Glück und Frieden zurück, um den ich Sie beneide. Von allen Stunden meines Lebens gaben mir diese eine Ahnung von wahrhaftem Glück." Da schlug Ellen die Augen voll zu ihm auf. Ihre ganze junge, reine Liebe lag in dem hilflos fragenden Blick. Wieder durchströmte sie eine Glut der Empfindung für diesen fremden Menschen, die sie sich nicht erklären konnte. Verräterische Röte brannte auf ihrem bleichen Gesicht. Sie schämte sich, so unbeherrscht zu fein. Doch warum und immer wieder warnte der Fremde? Warum sprach er von den geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen der Konvention? Hatte er Rücksicht zu nehmen auf irgend etwas? Auf eine Frau etwa? Auf seine Frau? Vielleicht war er bereits verheiratet und trug nur keinen Ring. (Fortsetzung folgt.) 4 Hackfleisch während der warmen Jahreszeit nicht vorrätig gehalten werden, sondern ist bei Bedarf stets frisch herzustellen. Die während der Sommermonate infolge Genusses nicht einwandfreier Lebensmittel, besonders aber nicht frischen Hackfleisches, häufig auftretenden Erkrankungen haben Beranlas- sung zu dieser Maßnahme gegeben. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Durchführung der Anordnung zu überwachen. Gleichzeitig wird auch die Bevölkerung auf die Gefahren, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches — besonders Pferdehackfleisches — verbunden sind, aufmerksam gemacht und ihr empfohlen, stets nur Hackfleisch zu kaufen, das in Anwesenheit des Käufers stets frisch zube- reitet wird. Das Schulungslager der Juristischen Fachschaft auf der Burg Gleiberg. Lin Rückblick. Wie wir vor einigen Tagen berichteten, fand in der vergangenen Woche auf dem Gleiberg ein Schulungslaaer für Juristen statt, an dem 25 Studenten und Referendare teilnahmen. Nach dem Eröffnungsabend wurde gleich am nächsten Morgen die Arbeit ausgenommen. Das erste Referat hielt der Gaugruppenleiter Hessen im BNSDJ. Regierungsassessor Pg. D e n z e r. Er sprach über die Grundlagen der nationalsozialistischen Rechtsauffassung. Am Nachmittag wurde unter Leitung von Professor Bley- Gießen das Thema „Staat und Recht" behandelt. Die beiden letzten Tage, die von den Professoren Bötticher und Gallas bestritten wurden, hatten insbesondere zum Gegenstand der Schulung „Das neue Arbeitsrecht", „Erbhofrecht" und „Strafrecht". Bei allen Referaten, an die sich jeweils eine lebhafte Aussvrache anschloß, stand im Vordergrund die neue Rechtsgestaltung und die Rechtsanwendung. Vor dem Kameradschaftsabend am Freitag sprach noch Professor D u k e n. „Nationalsozialismus und Weltanschauung" behandelte der Hochschulgruppenführer des NSDStB., Edler von Graeve, in seinem Referat. Diesem schloß sich ein Vortrag des Amtsleiters für Wissenschaften K. G. Hartung- Gießen über „Die Wirtschaftspolitik im nationalsozialistischen Staate" an. Am Samstagabend wurde das Lager mit der feierlichen Einholung der Flagge geschlossen. Dabei richteten Professor Bötticher, Direktor Men- ken und der Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Heinz-J. Adam, der für die Gesamtleitung des juristischen Lagers verantwortlich zeichnete, zum Abschluß dieses ersten juristischen Lagers in unserem Gebiet noch kurze Abschiedsworte an die Lagerteilnehmer. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse 8 10%, Klasse 10, Klasse 8 9%, Klasse C 9, Klasse D 8%, Spinat, das Pfund 8 bis 10, Spargel 25 bis 45, Tomaten 45, Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 20, Rhabarber 8, Kartoffeln, das Pfund 3% Pf., der Zentner 3 bis 3,30 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Tauben, das Stück 50, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 Pf. Vornotrzcn. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr „Die Förfterchriftl". — KDAJ., Bezirksleitung Gießen, 18.30 Uhr, Caf6 Ebel, Schulungsabend mit Vorträgen von Stadtbaurat G r a v e r t und Architekt Völker (Gießen). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Roman einer Nacht". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — BO. Gießen, 20.15 Uhr, „Hindenburg", B.-O.-Abend. — Tageskalender für Himmelfahrt: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Roman einer Nacht". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, Ausstellung. — Bergschenke, 16 und 20.30 Uhr, Künstlerkonzert. — EinKünstler-Konzertin derBerg- s che n k e am morgigen Himmelfahrtstag wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Näheres in der Anzeige. ♦ ** Straßensperren. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Daubringen der Landstraße Gießen—Londorf vom 11. Mai ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Lollar—Staufenberg. — Die Provin- zialstraße H o m b e r g—Bühfeld wird vom 11. Mai ab wegen Ausführung von Pflasterarbeiten für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Schadenbach —Deckenbach — Gontershausen — Homberg * Silberne Hochzeit. Am heutigen Mittwoch, 9. Mai, kann das Gastwirtsehepaar August Lamm und Frau Anna, geb. Bergmann, Gastwirtschaft „Zum Lamm" am Horst-Wessel-Wall, in bester Frische das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Herr Lamm und Frau konnten im vorigen Jahre bereits ihr 25. Geschäftsjubiläurn begehen. Seit 26 Jahren ist der Jubilar treuer Bezieher des Gießener Anzeigers. ** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage kann Frau Marie Schnabel (Wiefeck) auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma I. B. Roll, Zigarrenfabrik, Gießen, zurückschauen. Der Jubilarin wurden viele Glückwünsche zuteil. ** Maienblasen. Bei dem heute vom Turme der Johanneskirche um 19 Uhr stattfindenden Maien- blasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Bringt her dem Herren Lob und Ehr: 2. Gott grüße dich: 3. Von des Rheines Strand. Morgen Frühgottesdienst auf dem Schiffenberg. Am morgigen Himmelfahrtstag findet, wie in den letzten Jahren, in der alten Kapelle auf dem Schiffenberg wieder Frühgottesdienst statt. Der Gottesdienst beginnt um 8.30 Uhr. Es wirken mit der Frauenchor Hausen und der Po- saunenchor Watzenbotn-Steinberg. Für die Besucher aus Gießen steht um 8 Uhr am Ludwigsplatz ein Postauto abfahrbereit. Man beachte die heutige Anzeige. ** Christliches Waldfest findet am morgigen Himmelfahrtstage an der „Dicken Eiche" bei Bubenrod von 15 Uhr ab statt. Der Ortsgeistliche von Rodheim a. d. Bieber, Pfarrer V ö m e l, lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu der Deran- staltung ein. ** D ie Sperrzeiten für Ladenge- s ch ä s t e betrifft eine Bekanntmachung des Elektrizitätswerks in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Geschäftsinhaber besonders aufmerksam machen. ** Von einem Motorradfahrer umgefahren wurde gestern nachmittag in der Bahn- Hofstraße der 19 Jahre alte Weißbinder Ernst H o f- mann von Großen-Buseck. Der bedauernswerte junge Mann mußte mit einer Fußverletzung nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. ** D i e durchgehende Arbeitszeit bei der Bezirkssparkasse Gießen wird ab 16. Mai eingeführt. In unserem heutigen Anzeigenteil wird die Neuregelung der Kassestunden bekanntgegeben. ** Die Hessische M i s s i o n s k o n f e r e n z findet am 30. und 31. Mai in Gießen statt. Die erste Versammlung am 30. Mai gilt dem Gedächtnis des Vaters der Missionswissenschaft W a r n e ck. Oberkirchenrat Zentgraf wird den Vortrag zu Warnecks 100. Geburtstag halten. Am 31. Mai wird Missionsinspektor Dr. K e y s e r über das Thema „Unsere missionarische Verkündigung" sprechen. Die Mitglieder-Dersammlung wird einen Bericht des Gießener Oberbibliothekars Professor Dr. Hep- d i n g über den Stand der Missionsabteilung der Universitätsbibliothek und ihre Benutzung bringen. Am Abend wird ein Missions-Gemeindeabend in der Stadtkirche folgen, bei dem Missionsinspektor Dr. K e y s e r von seiner Missionsarbeit auf Neu- Guinea berichten wird. Auswärtige seien auf die Möglichkeit der Benutzung von Sonntagskarten aufmerksam gemacht. ** Aenderung der Gebühren für Fernsprech-Nebenftellenanlagen. Am 10. Mai werden für Fernsprech-Nebenstellenanla- gen der Deutschen Reichspost neue Gebühren in Kraft treten. Um die Einrichtung neuer Nebenanschlüsse zu erleichtern, wird künftig auf die Zahlung von einmaligen Apparatbeiträgen ganz verzichtet. Für die Einrichtung von Nebenstellen sind nur noch die Kosten für die Leitungen beim Fernsprechteilnehmer, für die Anbringung der Apparate und den Aufbau der Vermittlungseinrichtung zu erstatten. Für die vorhandenen Nebenstellenanlagen treten keine Aenderungen ein. lieber die Gebühren und Bedingungen aller Art von Neben- stellen-Einrichtungen geben die Vermittlungsstellen Auskunft. Amtsgericht Gießen. Der Hausverwalter im Stahlhelmheim unterhielt am 21. September 1933 dort einen Wirtschaftsbetrieb, indem er Getränke gegen Entgelt verabreichte, ohne im Besitze der dazu erforderlichen be- hördlichen Erlaubnis zu fein. Das Gericht verurteilte ihn wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Gaststättengesetz zu 25 Mark Geldstrafe. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Wegen Verstoß gegen das Reichsoiehseuchengesetz erkannte das Gericht gegen einen Viehhändler auf 100 M.a r k Geldstrafe. Der Angeklagte stellte eine Kuh, von der er wußte, daß sie tuberkulös war, in seinen Händlerstall zu anderem dort nur vorübergehend untergebrachtem Vieh. Der Antrag des Vertreters der Anklage lautete entsprechend. Große Strafkammer Gießen. Wegen Notzucht erhielt der H. R. aus Wieseck ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte brachte von der Kirmes ein Mädchen nach Hause und Berging sich dabei an ihm. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Die Kammer nahm sodann die Einziehung von Falschgeld vor. Ausruf an alle Arbeitgeber der Stadt Gießen. Arbeitgeber, beweist euern Sozialismus, zeigt, daß Ihr den Nationalsozialismus in Euch ausgenommen habt! Seid Sozialisten der Tat! Gebt den Jungarbeitern, die in der Hitlerjugend kämpfen, frei, wenn sie in der Woche vom 19. bis 27. Mai an dem Pfing st lager der Hitlerjugend am Gederner See teilnehmen wollen! Denkt daran, wie die Sehnsucht eines jeden jungen Deutschen hinaus geht, die Schönheit der Heimat zu schauen und in sich aufzunehmen. Denkt daran, daß schon vor Jahrhunderten der junge Gesell hinauswanderte, um in der Fremde Neues zu lernen und nie Gekanntes zu erfahren. Laßt sie sich ausspannen von der Arbeit des Alltages, draußen in der freien Natur, laßt sie Kraft schöpfen, auf daß sie dann mit frischem Eifer und neuer Freude zurückkehren an ihre Arbeitsstätte. Sie werden es Euch zu danken wissen. An alle deutschen LebensmilielgeWsle in Gießen. Die Hitlerjugend hält in der Pfingstwoche am Gederner See ein Lager ab. Um ganz besonders den weniger gutgestellten Junggenossen die Teilnahme am Lager ermöglichen zu können, wurde der Preis für die Teilnahme am Lager auf eine Mark für die ganze Woche festgesetzt. Daß mit diesen geringen Mitteln in keiner Weise die Verpflegung beschafft werden kann, wird wohl jedem, der weiß, was Jungens wegputzen können, klar sein. Wir bitten Euch deshalb um Eure tätige Mithilfe. In dieser Woche werden Hitlerjungen aus d'en einzelnen Gefolgschaften zu Ihnen kommen und um eine Spende bitten. Wir können ganz besonders Dauerwaren gebrauchen, z. B. Speck, Erbsen, Bohnen, Nudeln, Salz, Zucker, Tee, Kakao, Kaffee usw. Wir danken Euch jetzt schon und versichern Euch, daß alles mit „gutem Hunger" verzehrt werden soll. Heil Hitler! Der Führer des Unterbanns 1/116. M. d. F. b.: Clarius. Oberheffen alsdann noch einen Vortrag über die Mitwirkung der Bürgermeistereien bei der Ernteflächenerhebung, die für die Reichsregierung und die von ihr zu treffenden Maßnahmen hinsichtlich des Ex- bzw. Importes sehr wichtig sei. — Mit einem „Sieg-Heil" auf Führer, Volk und Vaterland schloß der Vorsitzende die Versammlung. — Vorgeschichtliche Funde bei Lauterbach. LPD. Lauterbach, 7. Mai. Bei Arbeiten in einer nahegelegenen Sandgrube fanden Arbeiter in einer Höhlung unter einer Steinplatte einen ziemlich gut erhaltenen Topf, sowie eine Anzahl Scherben und Kohlenreste. Die ganze Anlage befand sich 20 Zentimeter unter dem Waldboden und läßt nach sachkundiger Ansicht auf ein Brandgrab aus der Zeit der Urnenfelder stufe schließen. Sollte sich das durch die eingeleitete wissenschaftliche Untersuchung bestätigen, so würde man in der hiesigen Gegend erstmals auf Reste aus dieser vorgeschichtlichen Periode gestoßen sein. Landlrcis (xHcbcil X Wieseck, 8. Mai. Die Ortsgruppe der NSDAP, hatte ihre sämtlichen Organisationen am Montagabend im Saal von Gastwirt Braun zu einem Schulungsabend versammelt, der sehr starken Besuch aufwies. Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Karl Euler sprach als Redner des Abends über das Judenproblem und war in der Lage, an Hand von Zeitungsberichten und sonstigen zahl- reichen Unterlagen interessante Aufschlüsse über das Wesen der jüdischen Lehre zu geben. Den Begriff „Religion" lehnte er für bas Judentum ab, denn für uns Deutsche ist Religion die Lehre des Wahren, Guten und Idealen, während die israelitische Scheinreligion schon den Hinweis auf den Mammon und das materialistische Denken in sich birgt. Nachdem der Redner Worte Luthers gegen die Juden zitiert hatte, kam er ausführlich auf den Talmud und die Ritualgesetze mit ihrer Bedeutung zu sprechen. In den Seiten, als Deutschland noch ausschließlich Agrarstaat war, setzte die Tätigkeit des Juden ein. (Handel mit Vieh, dem Ertrag der Ernte usw.) Und als mit dem Aufblühen der Industrie die auf fester nationaler Grundlage stehenden Arbeiterorganisationen entstanden, verstand es der Jude in beispielloser Art, sie unter der falschen Parole „Kampf dem Kapitalismus" unter seinen Einfluß zu bringen und damit zum willenlosen Werkzeug zur Errichtung seiner Weltmacht zu machen. In Wirklichkeit saß der Jude ja uiroerbrängbar auf dem Kapital. Gefordert wurde biete Entwicklung durch die fianb- flucbt und das Anwachsen der Städte; die Ver- fünoung des marxistischen Manifestes im Jahre 1847 war nur der sichtbare Ausdruck der jahrzehntelangen Zerstörungsarbeit, deren Sinn der Gegensatz zur bestehenden Gesellschaftsordnung war, unbewußt gestützt vom schwachen Bürgertum. Hier geißelte Ortsgruppenleiter Euler scharf die marxi- siische Wahnidee von der Gleichheit aller Menschen. Auf die eng mit dem Judentum verbundenen internationalen Logen eingehend, behandelte der Redner deren Einfluß auf bas Weltgeschehen vor, während und nach dem Kriege und schloß seinen Vortrag mit den Worten Hitlers: Mit dem Juden gibt es kein Paktieren, sondern nur ein „Entweder — Oder"! Allendorf a. d. L d a.. 6. Mai. Gestern nachmittag wurde der zweitletzte Kriegs- Veteran aus 18 7 0/ 7 1 unserer Stadt, der Schäfer und Landwirt, Johannes Damm III. zu Grabe getragen. 32 Jahre lang hat er die hiesigen Schafe gehütet. Seit Kriegsausbruch 1914 versah er die Landwirtschaft seines auf dem Felde der Ehre gefallenen Schwiegersohnes, und hierin war er noch bis vor einigen Wochen tätig. Außer den Tagung des Kreisverbands Schotten des Hessischen Gemeindetags. m Schotten, 7. Mai. In dem Rathaussaal zu Schotten fand unter Leitung des Vorsitzenden, Bürgermeister Menge! (Schotten!, eine Tagung des Kreisverbandes Schotten statt. Erschienen waren vom Kreisamt Schotten Kreisdirek- tor Zürtz, Regierungsassessor Denzer, Verwaltungsinspektor Müller, von der politischen Leitung Kreisleiter Kr o mm und kommissarischer Fachberater B u ß. Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vorsitzenden sprach zunächst Kreisarzt Medizinalrat Dr.Koch über die Mitwirkung der Standesbeamten zur Beschaffung der statistischen Grundlagen für Todesursachen, über die Jmpslisten und über bas Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Auf mancherlei Punkte der gemeinblichen Verwaltung wies sobann Kreisdirektor Zürtz hin. Das Funbament jeder Verwaltung sei ein ordnungsmäßiger Eingang von Steuern, Umlagen und Gebühren. Gegen nachlässige und böswillige Steuerzahler müsse vorgegangen werden. Preissteigerungen müsse entgegengewirkt werden. Für die alten Kämpfer der Bewegung sei zu sorgen. Die Lehrmittel der Schule seien auf der Höhe zu halten, man dürfe nicht in den Fehler einer rückschrittlichen Primitivität verfallen. Regierungsassessor D e n z e r besprach eine Reihe weiterer Punkte. Gegen die umherziehenden, schwer kontrollierbaren Zirkusse und dergleichen Unternehmungen sei einzuschreiten, sie belasten, wie sich kürzlich wieder gezeigt hat, erheblich die Oessentlich- keit, sie sind abzuschieben. Ein Beitritt zu dem Heilstättenverein in Hessen, der gegen einen Jahresbeitrag von 20 Mark nicht versicherte Lungenkranke in Behandlung nehme, ist sehr zu empfehlen. Für die Polizeiorgane der Gemeinden sind auch die Hoheitsabzeichen eingesührt. Alle Theateraufführungen sind zu überwachen, lieber bie neue Eier-, Milch-, Butterund Käseverordnung sprach der Referent, desgleichen über die Bedeutung des Reichsluftschutzbundes. Hierüber wird in der nächsten Versammlung nochmals eingehend verhandelt. Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. List, hielt sodann einen Vortrag über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Ein erfreulicher Rückgang sei in unserem Bezirk Oberhessen zu verzeichnen, hierzu hat auch die öffentliche Arbeitsbeschaffung beigetragen. Rentable Anlagen, Drainagen, Bodenverbesserungen, Wegeherstellungen sind vorgenommen worden, welche Arbeiten sich bezahlt machen werden. Unser Binnenmarkt steht im Vordergrund, die Landwirtschaft ist besser lebensfähig geworden, sie muß auch mithelfen, manche Landhelferfamilien, die ietzt noch ohne Arbeit sind, roieber zu beschäftigen. Im Bau- geroerbe ist ein starker Rückgang der Arbeitslosig. reit eingetreten, es muß nun dafür gesorgt werden, daß der Bauindex nicht weiter steigt und damit wieder manches Bauvorhaben nicht durchgeführt wird. Auch im Kreis Schotten ist eine erfreuliche Besserung zu verzeichnen, wenn auch die Schwierigkeit, die Erwerbslosen in privaten Betrieben unterzubringen, größer ist als sonst. Die öffentliche Hand und die Gemeinde müssen hier noch helfen. Die ge« nehmiaten Notstandsarbeiten werden weiter durchgeführt, für die Holzabfuhrwege und dergleichen sind auch wieder weiter Mittel zur Verfügung gestellt. Kreisdirektor Zürtz und der Vorsitzende sprachen noch zu diesem wichtigen Problem der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Eine Reihe von Ausschreiben des Hess. Gemeindetages wurden noch bekannt gegeben. Herr Breu - n i g vom Landesstatistischen Amt in Darmstadt hielt zahlreichen Verwandten, Freunden und Bekannten gab auch der hiesige Kriegerverein seinem verdienten Ehrenmitglied bas letzte Geleit und feuerte am Grabe eine Ehrensalve ab. Der Führer des Kriegeroereins, Lehrer Strack, legte im Namen des Vereins am Grabe einen Kranz nieder und widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. — Gelegentlich der gestrigen Gemeinberatssit- z u n g wurde der infolge der Altersgrenze aus dem Amte scheidende Polizeidiener Friedr. Damm II. feierlich entlassen. Bürgermeister Schneider hab in einer Ansprache den Diensteifer und die Gewissenhaftigkeit des Scheidenden hervor und überreichte ihm als sichtbares Zeichen der Anerkennung und des Dankes für die der Stadt geleisteten treuen Dienste einen Ruhesessel. Polizeidiener Damm dankte in bewegten Worte für die Ehrung. Anschließend wurde der neue Polizeidiener Heinrich Weiß, nachdem er tags vorher durch das Kreis- amt Gießen verpflichtet worden war, in fein Amt eingewiesen. Auf besondere Einladung nahmen auch die hiesigen Gemeindebeamten an den Feiern teil. Der amtlichen Sitzung folgte sodann noch eine kleine gemütliche Nachfeier. <£ Allendorf a. d. Lumda, 8. Mai. Heute früh ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Der Landwirt und Dreschmaschinenbesitzer Heinrich Damm II. von hier war mit anderen Personen in dem Nordecker Steinbruch mit dem Brechen von Mauersteinen, bie zur Erbauung seiner neuen Scheune bestimmt waren, beschäftigt. Beim Umwälzen eines sehr schweren Steines geriet der Bedauernswerte mit dem rechten Bein unter diesen Stein, wobei durch bie Wucht des Steines das Bein oberhalb des Knies gebrochen wurde. Der telefonisch zur Unglücksstelle gerufene Dr. A u g ft von hier leistete die erste Hilfe, worauf der Schwerverletzte mit dem Sanitätsauto nach der chirurgischen Universitätsklinik Gießen verbracht wurde. t Treis a. b. Lda., 8. Mai. Heute durfte unser ältester Einwohner, der Landwirt Philipp W'ill II. in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der Zweitälteste unserer Gemeinde, der Landwirt Konrad O p p e r, wird im Oktober b. I. ebenfalls 85 Jahre. (D Sersrob, 5. Mai. Am Tage ber Nation a l e n Arbeit versammelte sich am Vormittag die Schuljugend zu einer gemeinsamen Feier nachdem voryer bie Hakenkreuzflagge auf bem Adolf-Hitler-Platz gehißt worden war. Mittags fand auf dem Adolf-Hitler-Platz Festgottesdienst statt. Anschließend marschierte unter Vorantritt des Jungvolks und der Schuljugend ein stattlicher Festzug durch bie Ortsstraßen zum Mols - Hitler - Platz, wo bie Kunbgebung durch einen Chor des Gesangvereins eingeleitet wurde. Ortsgruppenleiter Hofmann hielt die Festrede. Sprechchöre, Vorträge von Liedern und Gedichten der Schulklassen bereicherten bie Feier. Nachmittags versammelte sich die Einwohnerschaft wiederum, um bie Hebertragung des Staatsaktes in Berlin zu hören. Der Rest des Tages war froher Geselligkeit gewidmet. * Burkhardsfelden, 9. Mai. Gestern stürzte hier der Arbeiter Karl W e h r u m in seiner Wohnung so unglücklich bie Treppe herab, baß er mit schweren inneren Verletzungen (wahrscheinlich Beckenfraktur) der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden muhte. u. Klein-Linden, 6. Mai. Der Spar- und Darlehnskassenverein Raiffeisen hielt in der Gastnsirtschaft „Zur deutschen Eiche" seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Direktor, Lokomotivführer Karl Lotz, leitete die Versammlung. Den Geschäftsbericht für das verflossene Geschäftsjahr erstattete der Rechner, Kaufmann Wilhelm Fourier. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Jahres 169 mit einer Haftsumme von 84 500 Mark. Die Höhe der Spareinlagen bezifferte sich am Bilanztag auf 36 040,97 Mark, das sind 1014,20 Mk. mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Sparer betrug 114. Die Einlagen wurden mit 4 v. H. verzinst. An Darlehen, alle kurzfristig, waren verausgabt 20 417,81 Mark. Der Zinsfuß für Darlehen mit Hypothekeintrag betrug 5,5 v. H., für solche gegen Schuldschein mit Bürgschaft 6 v. H. Der Umsatz belief sich auf 43 434,22 Mark. An Warenschulden der Mitglieder stehen 1821,83 Mark aus. Dividende wurden 3 v. H. ausgeschlagen. Der Reingewinn, der zum Reservefonds bzw. Rück-. stellungskonto geschlagen wird, beträgt 488,39 Mk. In den Derwaltuntzskosten erscheinen die Umsatz-, Grund-, Sondergebäube-, Körperschafts- unb Gewerbesteuern mit 743,28 Mk. An die Sparer wurden für Einlagen 2445,25 Mk. Zinsen ausbezahlt, an Schuld zinsen gingen ein 2581,22 Mk. Der Raiff- eisenverein ist beteiligt an ber Genossenschaftlichen Zentralkasse in Frankfurt a. M. mit einem Geschäftsanteil von 1000 Mk. und an der bäuerlichen Hauptgenossenschaft mit einem Geschäftsanteil von 500 Mark. Von der bäuerlichen Hauptgenossenschaft wurden im Geschäftsjahr rund 136 Zentner Düngemittel, 504 Zentner Futtermittel und 90 Zentner Saatgut bezogen. Der Verein stiftete für das Winterhilfswerk 60 Mark in bar und 15 Mark Wert in Waren. Aus Antrag des Aufsichtsratsvorfitzen- den, Lokomotivführer i. R. Karl Hock, wurden dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt. Eine geplante Satzungsänderung brauchte nicht vorgenommen zu werden, da die Sondersatzung des Reichsverbandes ber deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften in absehbarer Zeit zur Einfüh- ung gelangen wird. Der Vorstand, an dessen Zusammensetzung nichts geändert wurde, besteht aus folgenden Personen: Direktor Lokomotivführer Karl Lotz, Stellvertreter Wagenmeister Friedrich L u h, Beisitzer Krankenwärter Otto Hahn, Schreiner Wilhelm Stein und Eifenbahnarbeiter Wilhelm Klingelhöfer, Rechner und Lagerhalter Wilhelm Fourier. Zum Aufsichtsrat gehören Lokomotivführer i. R. Karl Hock als Vorsitzender, Reichsbahnbetriebsafsistent i. R. Heinrich Ufer als Stellvertreter und Eisenbahnarbeiter Ludwig Volk IV., Monteur August Naumann, Arbeiter Friedrich Klein IV. und Reichsbahnschaffner i. R. Christoph Böcking als Beisitzer. 00 Klein-Linden, 8. Mai. Der Orts- g r u p p e n s ch u l u n a s a b e n d am Montag im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" war aus unserem Dorfe wie auch aus der Zelle Allendorf a. d. Lahn stark besucht. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann eröffnete den Abend. Pg. Schulrat Nebeling- Gießen sprach über die Bedeutung des Feiertages der nationalen Arbeit am 1. Mai und über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Der diesjährige 1. Mai habe den Beweis erbracht, daß in Deutschland ein geeinigtes Volk marschiert, das von dem einen Willen beherrscht sei, wieder auswärts zu streben nach ber Stelle, die ihm gebühre. Pg. Nebeling behandelte ferner bie in Angriff genommene Reichsreform unb die Losung ber Judenfrage vom rassischen Standpunkt aus. Er schilderte tm besonderen die Schädigungen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet tn Der Nachkriegszeit, dis wir den Juden zuzuschreiben hätten. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner über bie Hauptaufgabe der Reichsregierung, sämtlichen Erwerbslosen Arbeit zu schaffen. Wenn die Arbeitslosen erst alle untergebracht wären, würde auch daran gedacht werden, den Lebensstandard des ganzen Volkes zu heben. Leider machten sich jetzt Miesmacher breit, denen die Aufwärtsentwicklung zu langsam gehe. Diese Menschen hätten aber ganz vergessen, in welch furchtbare» Lage sich unser Volk befunden habe. Alle müßten unserem Führer Adolf Hitler dafür Dank zollen, daß er uns vor dem furchtbaren Zusammenbruch gerettet habe. Der unerschütterliche Glaube an unser deutsche Volk und seinen Führer dürfe nicht verloren gehen. Trotz der Miesmacher werde unser Volk unter seinem Führer Adolf Hitler den rechten Weg zur besseren Zukunft finden. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen. Der Ortsgruppenführer sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus, gedachte noch des Jahrestages des Amtsantritts unseres Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und würdigte dessen Verdienste um unsere enge Heimat. Mit dem „Sieg-Heil" auf den Gauleiter und unseren Volkskanzler und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied klang der Abend aus. (T) Grüningen, 5. Mai Ein großes Erlebnis war für unseren Ort der Feiertag der nationalen Arbeit. Nach einem Umzug der Jugend am frühen Vormittag folgte um 10 Uhr Festgottesdienst der ganzen Gemeinde. Nach dem Festzug am Nachmittag, der sehr starke Beteiligung aufwies, hielt der Ortsgruppenleiter M a r st e l l e r eine zündende Ansprache, in der er den gewaltigen Wandel in Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers eindrucksvoll schilderte. Ein Sprechchor der Hitlerjugend und turnerische Darbietungen der Mädchenriege des Turnvereins leiteten über zu einer Ansprache des NSBO.-Vertreters Heinrich Hofmann und zu einer weiteren Rede des Ortsgruppenschulungsleiters Bender. Anschließend hörte man die Uebertragung der Rede des Führers. Der Gesangverein der Adam Jsheimschen Stiftung umrahmte die Feier mit guten Chorvorträgen. Abends fand sich die Einwohnerschaft zu froher Geselligkeit zusammen, wobei die Mädchenriege des Turnvereins neuzeitliche Bodenübungen darbot. Mit Gesang und Tanz wurde der Tag beschlossen. )( Lich, 7. Mai. Bei schönstem Wetter unternahm die Evangelische Frauenhilfe 1 (Frauenkranz) einen Ausflug nach Marburg. Noch herrlicher Fahrt durch die in schönstem Frühlingsschmuck prangende Landschaft wurde der Gottesdienst in der EKsabethkirche besucht. Am Nachmittag wurden unter sachkundiger Führung des Verkehrsvereins die Elisabethkirche, das Schloß, die Freilichtbühne und Universität besichtigt. Hochbefriedigt von allen Eindrücken traten die Frauen gegen Abend die Heimfahrt an. — Seit vielen Jahren wird in unserer Gemeinde das Himmelfahrtfest als M i s s i o n s f e st gefeiert und am Nachmittag in der „Meilbach" ein Missionsfest abgehalten. In diesem Jahre wird der neuernannte Basler Missionsinspektor für die Heimatgemeinde H a n n l ch zu der Missionsgemesnde sprechen. Bel sehr schlechtem Wetter findet das Missionsfest am Nachmittag in unserer Stiftskirche statt. Kreis Schotten. § Ulrich stein, 7. Mai. Am Sonntag versammelten sich hier Bauern aus mehreren Orten der Umgebung, um einen Vortrag des Pg. Rühl aus Schotten über Viehverwertungsgenossenschaften zu hören. Anschließend ergab sich Gelegenheit, durch Anfragen diese für den Vogelsberger Bauern so bedeutsame Frage weiter zu klären. Gerade auf diesem Gebiete gilt es noch Erziehungsarbeit zul eisten. Kreis Alsfeld. ll. Nieder-Ohmen, 4. Mai. An der hiesigen Feier des Tages der nationalen Arbeit beteiligten sich neben unserer Einwohnerschaft noch die deutschen Volksgenossen aus 13 Dörfern der Umgegend. Am Vorabend wurde ein Maibaum feierlich eingeholt und aufgestellt, wobei Kreis- oetriebs^ellenobmann Hartmann eine zündende Ansprache hielt. Anschließend folgte Feldgottesdienst, bei dem Pfarrer A l b predigte. Der Abend brachte dann Volkslieder und Volkstänze. Am Feiertag selbst faitd morgens die Kundgebung der Jugend statt, wobei die Feier in Berlin übertragen wurde. Mittags bewegte sich ein großer Festzug durch die Ortsstraßen, an dem neben der SA., HI., Arbeitsdienst usw. alle Vereine teilnahmen. Auf einem Festwagen wurde die Maikönigin gefahren. Auf dem Festplatze hielt Kreisbetriebszellenobmann Hartmann eine Ansprache, sodann wurde die Uebertragung der Rede des Führers gehört. Die Feier schloß mit einer begeisterten Huldigung für den Führer. st. Kirtorf, 4. Mai. Der Feiertag der nationalen Arbeit wurde hier zu einem Tag schönster Volksverbundenheit. Am Vorabend brannte die Jugend in der Nähe der Horst-Wessel-Anlage einen riesigen Holzstoß als Maifeuer nieder. Ge- folgschaftsfuhrer Hipp- Lehrbach hielt hierbei die Ansprache. Am Feiertagmorgen veranstaltete die Jugend auf dem Marktplatz eine Kundgebung, bei der wiederum Gefolgschaftsführer Hipp die An- St hielt. Sodann hörte man die Uebertragung erlin. Am Nachmittag bewegte sich der große Festzug durch die Straßen zur Horst-Wessel-Anlage, wo eine eindrucksvolle Kundgebung stattfand. Hier sprachen Betriebszellenobmann Schombert, Ortsgruppenleiter und Bürgermeister L a t h e r sowie Lehrer R ö h rl g - Arnshain. Gedichtvorträge vom BdM. und Darbietungen der NS.-Frauen- schäft und des Männergesangvereins bereicherten die Veranstaltung. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes wurde die Feier geschlossen. Nachmittags hörte man auf dem Marktplatz die Uebertragung der Rede des Führers. Ortsgruppenleiter L a t h e r schloß hierauf die Veranstaltung. Der Rest des Tages war der Geselligkeit gewidmet. Höhenfeuer der Hitler-Jugend im Unterbann 2/116. Gefolgschaft 1 Lollar. Die Jugend des Dritten deutschen Reiches hat eine fast in Vergessenheit geratene schöne altdeutsche Sitte wieder eingeführt. Wenn es gilt, den Tag der Sonnwende öder einen Tag nationalen Ereignisses festlich zu begehen, so tut die Hitler-Jugend das meist auf ihre besondere Art. Sie geht hinaus aus dem Häusergewirr der Städte und den engen Gassen der Dörfer in die freie Natur und gedenkt am Feuer, den von den Germanen geheiligten Zeichen, der Feierstunde. So hatte sich am Abend des 30. April die Hitler- Jugend überall in Deutschland auf Bergeshöhen zusammengefunden, um den 1. Mai zu feiern, als den Tag des Erwachens in der Natur. Die Feuer, die alle gleichzeitig angezündet wurden, sollten Zeugnis ablegen von der Einheit und Geschlossenheit der deutschen Jugend. Die Gefolgschaft Lollar war auf dem Mainzlarer Sportplatz aufmarschiert. Während die Flammen zum Himmel emporloderten, wies .Gefolgschaftsschulungsleiter W. Müller in einer kurzen Ansprache daraufhin, daß sich eine Jugend versammelt habe, die nicht unterscheide zwischen Arbeiter, Bauer und Bürgern, sondern die nur Kameraden und deutsche Volksgenossen kenne. Die Hitlerjugend, so fuhr er fort, betrachte es als ihre Aufgabe, die Volksgemeinschaft und Kameradschaft in ihren Reihen zu verwirklichen und Männer heran- aubilbcn, die fähig und würdig seien, dereinst das dritte Reich zu führen. Nach der Verlesung der Botschaft des Reichsjugendführers folgte die Totenehrung. Aus allen Richtungen erschallten die Namen der 21 Hitlerjungen, die im Kampf um Deutschland fielen, und denen es nicht vergönnt war, die neue Zeit mitzuerleben. Die Versammelten ehrten ihre Toten durch eine Minute des Schweigens. Trommelwirbel und das Lied der Hitlerjugend beschlossen die Feier. H. P. Gefolgschaft 2 Großen-Buseck. Abendruhe ist in dem Dorfe eingekehrt. — Eine Kolonne schweigender Hitlerjungen zieht hinaus auf einen, nahe dem Dorfe gelegenen Berge. In einem Rechteck steht das junge Deutschland um den Holzstoß herum, um den 1. Mai zu feiern. Alles aufrechte und zukunftsfrohe junge Menschen. Ein HI.- Lied schallt in das Dunkel der Nacht hinein. Die Flammen des Holzstoßes schlagen zum Himmel empor und werden von dem warmen Frühlingswind fortgetragen. In weiter Ferne sieht man am Horizont den Feuerschein von Maifeuern unserer anderen HJ.-Kameraden. Während die Flammen hoch emporschlagen, steht der Unterbannführer Schneider inmitten des Kreises nahe dem Feuer und beginnt zu sprechen. Seine kurzen, klaren Sätzen springen in die Reihen der lauschenden Jugend und was er sagt, das fühlt ein feder dieser jungen Menschen, die Meinung der neuen deuttchen Jugend, die Sprache der Zukunft. — Die Volksgemeinschaft ist zwar äußerlich hergestellt, aber die Jugend ist heute bereit, sie auch innerlich zu verwirklichen. Es wird der Hitlerjugend ihre yöchste und größte Aufgabe sein und bleiben, den Kastengeist und Klassenkampf der.seither in dem deutschen Volke in großem Maße herrschte, ganz auszutreiben. Wir, die Hitlerjugend, so fuhr er fort, unterscheiden nicht Arbeiter, Bauer und Bürger, sondern wir kennen nur Kameraden und deutsche Volksgenossen. Wir kennen nur ein Volk, einen Führer und eine Jugend. — Nachdem der Gefolgschaftsführer Schwalb' die Botschaft des Reichsjugendfüyrers verlesen hatte, folgte die Ehrung unserer toten Kameraden, die im Kampf um Deutschland für uns gefallen sind. Alles steht still. — Dumpfer Trommelwirbel ertönt — die Fahnen der HI. senken sich. — Aus allen Himmelsrichtungen hört man die Namen der 21 Märtyrer der HI. aufklingen. Trommelwirbel — eine Minute des Schweigens. — Mit dem Kampflied der Hitlerjugend „Vorwärts, vorwärts" und einem „Sieg-Heil" auf Führer und Reichsjugendführer wurde die Feier beschlossen. E. V. Gefolgschaft 4 Grünberg. Dumpf und schwer dröhnt der Marschschritt schweigender Kolonnen auf den Straßen. Dumpf und schwer hallt es wider von den Häuserfronten. Deutsches Jungvolk und Hitlerjugend ziehen hinaus in den warmen Frühlingsabend, der Abend vor dem 1. Mai. Auf dem Berge draußen vor der Stadt zeichnet ein letzter Schein die Umrisse eines mächtigen Holzstoßes an den abendlichen Horizont. Und dann stehen sie im weiten Ring um den Holzstoß herum. Trommelwirbel und ein trotziges Lied Sus den fungen Kehlen schmettern tn die Nacht hinaus. „Flamme empor!" — Prasselnd schießt eine Flammengarbe auf. Nun flackern auch da und dort schließlich überall am Horizont Feuer auf. Das sind die Flammenzeichen der Jugend, die hinausleuchten in einen neuen Mai. Sie leuchten und winken in dieser Nacht von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt und immer weiter durch das ganze Land bis auf die entfernteste Grenze. Allmählich sinkt die Flamme mehr und mehr ab, und die Stimme des Sprechers übertönt das schwächer werdende Geprassel des brennenden Holzstoßes. Die Stimme malt, von Trommelwirbel begleitet, in die rote Loh der Vision dreier Totenheere: Die Gefallenen des Weltkrieges, die Märtyrer der NSDAP, und SA. und die Blutzeugen der Hitlerjugend, deren 21 unsterbliche Namen aufklingen und vom Frkihlttigswlnd fortgewtzht werden. — Und weiter spricht die Stimme vom neuen Mai der Natur und vom Mai des Volkes, bis schließlich, während im verglimmenden Feuer die letzten RestK eines von der revolutionären Jugend leidenschaftlich bekämpften Spießertums symbolisch verbrennen, jugendlich begeistertes „Sieg-Heil!" erschallt. „Vorwärts, vorwärts." Das mutvolle Kampflied der HI. braust auf. Dann Trommelwirbel und Kommandos. Die Kolonnen ordnen sich und marschieren wieder hinab in die Stadt zurück. Nur eine schlichte Feier der Jugend zu Ehren und als Auftakt zum 1. Mai, wie sie wohl zu hunderten sich zugetrogen haben, aber trotzdem eine Offenbarung des vorwärts gerichteten Zeitgeistes, der siegreich sein wird, solange er die Jugend als Vorkämpfer hat. R. G. Preußen. Kreis Wetzlar. <£ Wißmar, 5. Mai. Am Feiertag der nationalen Arbeit war unser Ort überall mit Hakenkreuzfahnen und frischem Grün festlich geschmückt. Am Morgen hörte die Jugend die Uebertragung von Berlin, am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch den Ort. An der Spitze des Zuges marschierte die SA., ihr folgte eine stattliche Fahnengruppe, auf vier Feftwagen zeigten die Landwirtschaft und das Handwerk ihre berufliche Tätigkeit. Auf dem Adolf Hitler-Platz hielt Stützpunktleiter Haibach eine eindrucksvolle Ansprache an die Menge, in der er das frühere System und den Stand von heute einander gegenüberstellte und dabei die Aufbauarbeit im Dritten Reich gebührend hervorhob. Die Rede schloß mit begeistertem Sieg-Heil auf den Führer. Anschließend wurde Die Uebertragung der Rede des Führers aehört. Danach folgte frohgeftimmtes Volksfest, bei dem Jung und Alt viel Freude erlebten. (D Krofdorf, 8. Mai. Auf Anordnung der ßanbe&gruppe. Frankfurt des R e i ch s l u f t schütz- bundes sind die bisherigen Ortsgruppen Krofdorf- Gleiberg, Vetzberg, Rodheim-Bieber und Fellingshausen vereinigt worden mit dem Sitz der Führung in Krofdorf (Leiter: Apotheker Habich). Untergruppenführer sind: in Vetzberg Lehrer Bürbach, in Rodheim-Bieber Bürgermeister B e p le r und in Fellingshausen Bürgermeister Wagner. Bis zum Herbst gedenkt man die Unterrichtung der gesamten Bevölkerung in Luftschutzfragen durchzuführen. p. Bieber, 4. Mai. Am Feiertag der nationalen Arbeit nahm untere Bevölkerung starken Anteil. Vormittags wurde die Fahne an Der höchsten Stelle der Schlierbach'schen Steinbrüche gehißt, wobei Stützpunktleiter Lerch eine Ansprache hielt. Anschließend-fand die Kundgebung der Jugend im Schulhofe statt, wo Pg. Lerch abermals sprach. Die Hissung der neuen Schulfahne und Gedichtvorträge bereicherten die Stunde. Nachmittags fand auf dem Schulhofe Feldgottesdienst statt, bei dem Pfürrer V ö m e l die Ansprache hielt. Anschließend sprach noch Pa. Lerch. Sodann wurde die Rede des Führers gehört. Rodheim a. d. Bieber im Zeichen des Kyffhänserbunbes. <£ Rodheim a. d. Bieder, 6. Mai. Alle Miesmacher und Skeptiker haben einen argen Rein- fall erlebt: Der Wettergott ist mit den alten Fahnen! Herrlich strahlt die Sonne auf das Meer von Fahnen, das heute dem Straßenbhld unseres Dorfes den Stempel des Festtages aufdrückt. Alle Häuser finb festlich geschmückt, Ehrenpforten grüßen die Kameraden von nah und fern, die zu Fuß, mit dem Bieberlieschen, per Autobus ufw. nach Rodheim kamen, um hier die erhebende und unvergeßliche Stunde der Weihe der neuen Kyffhäu- serbundesfahnen der Kreisgruppe' Wetzlar des Kyffhäuserbundes rnitzuer- leben und frohe Stunden echter alter Frontkameradschaft zu verleben. Um 10 Uhr begann im Denderschen Lokale die Iührertagung die geleitet wurde von dem verdienstvollen Führer der Kreisgruppe Major d. R. a. D. Schütz (Wetzlar). Die Tagung wies ein außerordentlich reichhaltiges Programm auf und konnte angesichts der kurz der zur Verfügung stehenden Zeit nur mit Mühe und Not zu Ende geführt werden, lieber die wich, tigsten Beschlüsse wird später noch zu berichten sein. Anschließend an die Tagung fand Essen- ausoabe statt, pro Portion würzig duftender Ersensuppe ä la „Küchenschrnor" 50 Reichspfennige. Mancher bemooste Krieger schlich sich nach dem „zweiten Schlag" — und dachte vielleicht voll Wehmut an die Zeit, wo ihm der „zärtliche Küchenchef" den erflehten zweiten Hieb mit der Schöpfkelle schmackhaft machte. Inzwischen stauten sich in den Straßen die Massen. Alte Kameraden feierten langersehntes Med ersehen. Grüße wechselten herüber und hinüber, Kriegserinnerungen wachten auf und wurden ausgetauscht, dem schmachtenden Gaumen wohltuende Labuna dargeboten. Dann riefen die Trommeln zum Antreten. Auf dem festlich hergerichteten Schulhofe sollte die feierliche Bannerweihe vor sich gehen. Um 14 Uhr mar der geräumige Schulhof bis zum letzten Platz gefüllt. In liefen- kolonnen angetreten, nahmen die Vereine vor dem Portal, das als Tribüne hergerichtet war, Aufstellung, in langgestreckter vorderster Linie die noch verhüllten neuen Bundesfahnen, links und rechts vom Portal Spielmannszug (aus Wetzlar) und Musik (SA. - Reserve aus Gießen) und Ehrenkompanie unter Gewehr. Wie eine Mauer stand die Menge in Achtung, als Lt. Dr. Witte (Wetzlar) dem Kreisführer Meldung erstattete und die Feierlichkeit ihren Anfang nahm. Sie wurde eröffnet durch F e l ü g o 11 e s d i e n st, in dem der Ortsgeistliche, Pfarrer V ö m e l, der Kamerad zum Kameraden sprach und Gottes Segen auf die neu zu weihenden Fahnen heraberflehte. Der Gottesdienst klang aus in dem Choral „Ich bete an die Macht der Liebe". Dann betrat der Kreisführer Major d. R. a. D. Schütz (Wetzlar) das Rednerpult, um. die Weihe der neuen Bundesbanner vorzunehmen. Seine von echtem Soldatengeist getragenen und durchdrungenen Ausführungen waren allen ehemaligen Frontsoldaten aus dem Herzen gesprochen, zumal der Redner Worte fand, wie man sie selten hört. Er führte etwa aus, daß in den Jahren nach dem großen Kriege die Frontgeneration, zunächst noch unter der im Frontleben ihr anerzogenen Bescheidenheit stehend, im Hintergründe stand, später vielfach übersehen, immer unbeirrt den soldatischen und kameradschaftlichen Geist sich zu erhalten wußte. Nicht Militarismus war und ist es, was im deutschen Volke lebte und auch noch lebt, sondern der Deutsche ist Soldat. Besondere Pflegestätten der »Kameradschaft, der Opfevbereitschast war sowohl nach dem siegreichen Kriege von 1870/71, wie auch nach dem Weltkriege der Kysfhäusevbund. Der deutsche Frontsoldat hat auch die deutsche nationale Revolution gewollt und begrüßt. Die Frontgeneration, die sich im Kyffhäuserbund sammelt, fühlt sich mit dem deutschen Volke und seinem großen Kanzler verbunden, der unser Mitkämpfer und Frontkamerad war. Wir stehen zu ihm und halten ihm die Treue, die Frontsoldatentreue. Heute wollen wir unsere neuen Banner weihen. Nicht, daß wir unsere ehrwürdigen alten Banner verachten wollen. Sie sind und bleiben uns heilig. Aber sie sind in ihrer Verschiedenartigkeit Abbild des einst so verschieden gearteten alten Deutschland, während unsere neue einheitliche Fahne dem einheitlichen, geeinten neuen Deutschland entspricht. Sie sind uns geschenkt durch den Opfergeist der Kameraden, deshalb uns besonders wertvoll. Als die Hüllen fielen, die neuen Fahnen unter dem Präsentier mansch sich hoben, da schlugen die Soldatenherzen einen Taktschlag schneller. Der Kreisführer weihte die Fahnen mit folgenden Worten: „Ihr Fahnen, ich weihe euch im Glauben an Deutschland, ich weihe euch im Geiste deutschen Kriegertums und deutschen Soldatentums, ich weihe euch mit Gott für unfern großen Führer und unser deutsches Vaterland. Zum Zeichen, daß ihr geweiht seid, schmücke ich euch mit dem hoffnungsvollen (Brün unseres deutschen Waldes!" Mit den Worten: „Das erste Gedenken mit den neuen Fahnen gilt unseren Reichspräsidenten und unferm Führer", forderte der Redner die angetretenen Kameraden auf zu einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil, worauf die Nationalhymnen gesungen wurden. Damit war der Weiheakt beendet. Es folgte noch die Verleihung von zwei Krieger- vereins-Ehrenkreuzen 1. Klaffe und 13 Kreuzen 2. Klasse an verdiente Kameraden, sowie einiger Jubiläumsabzeichen. Die Namen der Dekorierten werden wir später melden. Anschließend Aufstellung zum Festzug. An der Spitze die hiesigen SA.-Formationen, Spielmannszug, Musik, Ehrenkompanie, Führerstab, Dekorierte, UnserZiel,der Allgemeinheitzudienen DEUfMHCB Krahn & Comp., Gießen, Frankfurter Straße 82. entspricht der jahrzehntelangen FORD-Tradition. Unsere neuen, aus deutschem Material und mit deutschen ArbeitskrSftenher gestellten Wagentypen bieten ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit, Leistung u.Prelswürdigkeit.Unsef straff organisierter Kundendienst sichert Ihnen alle erdenklichen Vorteile. Wir bauen: 1 Liter 21 PS „VOLKSWAGEN" RM 1990. ModeM „KÖLN" 1 Liter 21 PS • Modell „RHEINLAND" 3,24 Uter 50 PS LAST- und LIEFERWAGEN von 600—3300 kg Chassis-Tragfähigkeit. Die Credlt-A.G. für Ford-Fehrxeuoe finanziert Ihren Ankauf. 2815V bann ein Wald von 62 Fahnen, anschließend tn endloser Reihe die Vereine, an der Spitze der Kriegerverein Rodheim, bewegte sich der Zug durch die reich geschmückten Straßen. In der Nähe der Kirche mit dem Kriegerdenkmal hält der Zug. Stillge- ftanden! Das Lied vom guten Kameraden ertönte, eine Abordnung bewegte sich unter dem Geläute der Kirchenglocken zum Denkmal, um dort zum Gedächtnis und zur Ehre der im Ringen um Ehre und Heimat Gefallenen einen Kräng niedergulegen. „3m Gleichschritt — Marsch!" Weiter bewegte sich der gewaltige Zug. Hell leuchteten in der Sonne die neuen Banner. Alte Soldaten marschieren. Schmetternde Marschmusik: So möchte man noch Stunden marschieren. Doch die Zeit drängt. Im Benderschen Garten löst sich der Zug aus. Roch winken frohe Stunden kameradschaftlichen Beisammenseins. Und als die Musik erneuter klingt, da quillt hier und dort aus den gefüllten Hallen manch frohes Lied aus vergangenen Tagen im bunten und im feldgrauen Rock. Aber auch diese Stunden werden vergehen und die Kameraden, sie ziehen von uns fort. Mögen sie alle die Gewißheit mitnehmen, daß Rodheim es an nichts hat fehlen lassen, ihnen allen den Ausenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Und wenn über Jahr und Tag der Ruf ertönen wird „Auf nach Rodheim!", dann kommen sie wieder, kommen gern, denn die Eindrücke der Feierstunden am Sonntag werden so leicht nicht verwehen. Erstes NG.-Gchulungslager für Lehrer LPD. Mainz, 7. Mai. Hier wurde in der ehemaligen Generalfeldzeugmeister-Kaserne das erste nationalsozialistische S chu - lungslager für. Lehrpersonen im Beisein von Ministerialrat Ringshausen- Darmstadt und Kreisleiter Dr. Barth- Mainz eröffnet. Um den Fahnenmast waren 184 Kursus- teilnehmer, drei Gruppenleiter und der Leiter des Kurses, Oberstudiendirektor Dr. Ratz, versammelt. Dieser wies auf die Bedeutung des Lagers hin. Dieser Kurs solle Kameradschaftssinn und Gemeinschaftsempfinden in der deutschen Lehrerschaft stärken. In diesem Sinne hieß er die Lagerteilnehmer, die größtenteils im Braunhemd erschienen waren, herzlich willkommen. Ministerialrat Ringshausen umriß die Ausgaben, die die Kursteilnehmer zu erfüllen hätten. Jeder einzelne müsse das, was er von dieser Stätte mit» nehme, in die Jugend hineintragen, damit das große Ziel unseres Führers erreicht werde. An Neichsstatthalter SprSngek würbe ein Telegramm gesandt. Hierauf übergab Ministerialrat Ringshausen als Gauobmann des Nationalsozialistischen Lehrerbundes dem Laaerleiter Oberstudiendirektor Dr. Ratz den Kurs. Als die Fahne am Mast hochging, sangen die Versammelten das Horst-Wessel-Lied. „Schönheit der Arbeite LPD. ÜJlainA, 8. Mai. Unter dem Titel „Schönheit der Arbeit" wird in der städtischen Kunsthalle am kommenden Freitag eine Ausstellung eröffnet, die in der Hauptsache in anschaulicher Weise die Unterschiede der Arbeitsplätze von früher und jetzt veranschaulichen soll. Unfallverhütung, Siedlung, Sport und dergleichen mehr wird in der Schau, die von der NSBO. gemeinsam mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" vorbereitet wird, ein weiter Raum gewährt. Die ReichsbahndTrektion Mainz und andere große industrielle Werke haben ihre Archive geöffnet und zeigen viel Sehenswertes. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 10.2Hai. 6.15 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Dampfer „Wangoni" der Woermann-Linie. 8.25 aus dem Stadtgarten Konstanz: Chorkonzert, veranstaltet von der Deutschen Arbeitsfront, NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude". 8.45: Evangelische Morgenfeier. 9.30 von Stuttgart: Von dem Tänzer Unserer lieben Frauen. 10 aus der St. Georgskirche, Stuttgart: Katholische Morgenfeier. 10.45: Stunde des Chorgesangs. 11.30 von Leipzig: Reichssendung: Johann Sebastian Bach „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden" (Kantate G. A. Nr. 37). 12. Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II, Verdis „Requiem". 14.30: Kinderstunde. 16 von Stuttgart: Nachmittagskonzert. 18: Fröhliches Zwischenspiel. 18.30: Das deutsche Himmelreich, Hörspiel von Dr. Wilhelm Fraenger. 19.30: Sportnachrichten. 19.45: Unterhaltungskonzert I, Albert Lortzing. 20.15: Unterhaltungskonzert II. 20.45 von Stuttgart: Palestrina, 1. Akt, musikalische Legende von Hans Pfitzner. 22.40: Kleine Unterhaltung. 23: Nachtmusik, Deutsche Lieder und Volksmusik. 24 bis 2 von Stuttgart: Nachtmusik. Freitag, 11. Mai. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10 von Stuttgart: Früh- konzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10.10: Schulfunk- Sondersendung „Die Frankenfurt". 11: Werbekon- Deutscher Rann! Deutsche Frau! Bistdu schon „Förderndes Mitglied" derSS ? Denke zurück an die Zeit der Schmach und Er- niedrigung unseres Volkes! Denke zurück an die schweren Opfer, die die nationalsozialistische Freiheitsbewegung im Kampfe um den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes brachte! Sei daher auch du deiner Pflicht deinem Vaterlande gegenüber bewußt und helfe auch du, das große Werk der SS. vollenden, indem du sie in ihrer Organisation weiter ausbauen hilfst. Es muß eine besondere Ehre für dich sein, „Förderndes Mitglied" der SS. zu werden, und dieses kleine Opfer auf dich zu nehmen. Die Parole muß tauten: Jeder Deutsche „Förderndes Mitglied" der SS.! Der Mindestbeitrag betragt 1 Mark, der Beitragsfreudigkeit ^ind natürlich nach oben hin keine Grenzen gefetzt. Jedes „Fördernde Mitglied" erhalt vonoMüucheu ein Mitgliedsbuch ausgestellt, welches nur allein zum Tragen des F.-M.-Abzeichens berechtigt. Anmeldungen werden von jedem SS.-Mann, sowie auf der Dienststelle des SS.-Sturmbanns IV/33 im Polizeiamt, Gießen, Landgraf-Phttlpp-Plah, jederzeit entgegengenommen. zert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II „Othello" von Verdi. 14: Mittagskonzert III Virtuose Volksmusik. 14.40: Stunde der Frau: Die deutsche Frau 1934. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: „Die schöne Stadt am Mittelmain", Vortrag von Rudolf Cuno. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend. 18.25: „Die Arbeitsschlacht im Bezirk des Landes-Arbeitsamts Hessen", Rückblick und Ausblick, ein Bericht von Oberregierungsrat H. Kühne, Präsident des Landes-Arbeitsamts Hessen. 18.50: Griff ins Heute.- 19 von Mannheim: Mandolinenkonzert. 19.30: Virtuose Violin- musik. 20: Politischer Kurzbericht. 20.15: Stunde der Nation: Ein Trupp SA., Hörspiel von Waldemar Glaser. 21.25: Suite severa von Julius Weißmann. 22.40: Kammermusik. 23: Vom Schicksal des deutschen Geistes: Stimmen der Nacht. 24 bis 1: Nachtmusik, Komponisten unserer Zeit. MrKstcke 7Ia*rtd)feit Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 10. Mai. Christi Himmelfahrt, Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrvikar Balz. — Johan- neskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 11: Kinderkirche für die Petrus« gemeinde; Pfr. Trapp. — wieseck. 9.30: Gottes« dienst. — Grohen-Vufeck. 10.30: Gottesdienst. —« Oppenrod. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 10. — Albach. 8.45. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 10: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottes« dienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottes« dienst; 11: Kinderkirche. — Alte Klosterkirche auf dem Schiffenberg. 8.30: Gottesdienst; Pfr. Steiner (Hausen); Mitwirkung des Frauenchors Hausen und des Posaunenchors Watzenborn. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10.30: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Missionsinspektor Hannich; Kollekte; 10.45: Kindergottesdienst; Kollekte; 15: Missionsfest in der Meilbach; Missionsinspektor Hannich. Bei sehr schlechtem Wetter in der Kirche zu Lich. — Kloster Arnsburg. 10: Stiftsdechant Kahn. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; anschließend Kindergottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst; anschließend Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahls; danach Hausabend- mahle. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 9. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Donnerstag, den 10. Mai. Christi Himmelfahrt. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Feierliche Vesper. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. Malech, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Engelapotheke. ks lacht immer .. . „ ß nz c ■ ■ MMWMLas! Statt Karten! Vermählte 65 CARLNowanx GIESSEN SELTERSWEG81 ZamVereleln! 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Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden führender Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-Herde! versündigt sich an dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Die deutsche Hutindustrie fct Schlüsselindustrie für weite Bezirke der Seiden band-, der chemischen, Färb-, Maschinen-, Leder-, Papier-Industrie u. s. f. In Industrie, Groß- end Einzelhandel sind an hunderttausend Menschen zum Fefern verurteilt, wenn die Unsitte des Hutlosgehens um sich greift. Der Preuß. Pressedienst der NSDAP hat das Wort geprägt: Hutlos macht brotlos ! Zum Anzug auf der Straße gehört der Hut öfliinetaugen fenrvirk.a.i.d.hartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.innerh.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erb.: Löwen-Drog.W.Kilbinger Nacht. 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Zipfel nach Zipfel wird von dem darüber liegenden Schleier gelüftet werden. und wenn dies geschieht, wird die Technik immer auf dem Fuße folgen. Die technische Entwicklung aber geht heute viel rascher vor sich als früher und braucht zur Ausnutzung von Erkenntnissen statt Jahrzehnten nur Monate. Vorbedingung ist aber der unerschütterliche Glaube an den Erfolg. Diesen Glauben darf man daher nicht untergraben, wie es durch Veröffentlichungen geschieht, die das Vorliegen und die Erreichbarkeit großer technischer Ziele leugnen. Es muh vielmehr allen Deutschen die felsenfeste Ueberzeugung eingehämmert werden, daß uns die Technik noch Gewaltiges bescheren wird. Die Aeußerungen aber müssen unterbleiben, die die Fortschritte der Technik durch Erschütterung des Vertrauens mindestens verzögern. Vom Vohlendamm zur Reichsautobahn. Aus der Chronik der Landstraße. Im Herbst wird.in München eine Ausstellung eröffnet werden, die die Entwicklung des Straßenbaues und seiner Probleme d-arstellen wird. Im Berliner Verkehrsmuseum liegen einige altersgeschwärzte, zugehauene Balken: ein meterlanges Stück der meilenlangen Bohlendämme, die von unseren Vorfahren durch Wälder gezogen und über Sümpfe gelegt wurden, eine sehr einfache Art des Straßenbaues, zu der wir im Weltkrieg -wieder zurückgekehrt find, wenn wir die morastigen Waldwege Rußlands mit einfachen Knüppeldämmen überbrücken mußten. Damals hatten die Römer schon ihr vielverzweigtes Straßennetz ausgebaut: achtundzwanzig Hauptstraßen strahlten von Rom aus und durchzogen die unterworfenen Provinzen, darunter die berühmteste, die Via Appia, die „Königin der Straßen", die als älteste und schönste alle anderen übertraf. Als Prokop, der Historiker des ostgotischen Krieges, sie nach achthundert Jahren betrat, zeigte ihr fugenloser Fahrdamm no den Glanz seines basaltenen Belags, von dem heute noch Reste südlich von Rom zu sehen sind. Eine technische Leistung waren auch die siebzehn A l p e n st r a ß e n, die von Mailand ausgingen und in weiten Kehren das Gebirge erstiegen; sie erlaubten meist nur einem Maultiergespann den Uebergang, aber auch die römischen Legionen sind auf diesen Paßwegen über die Alpen gezogen. Die römischen Straßen formte Karl der Große übernehmen, aber di- germanischen Teile seines Reiches stellten ihn vor die Aufgabe, neue Straßen zu bauen: der Raum mußte überbrückt werden, wenn er seine Herrschaft behaupten wollte. Es ist sein Verdienst, ein mittel- europäisch-deutsches Verkehrsgebiet geschaffen zu haben; er baute die Donaustraße über Regensburg und Lorch, die Regnitzstraße nach Böhmen, die Straße an die Saale und die Magdeburger, die an die mittlere Elbe führt und eine niederelbische Straße, um nur einige von seinen „Königswegen" zu nennen. Sie alle führten von Westen nach Osten und entsprechen so der Vortriebsrichtung unseres Volkstums. Via calciata hieß eine solche Straße, weil ihre Steine der Haltbarkeit wegen in Kalk gebettet wurden; hieraus entstand das Wort „Chaussee", ein Begriff, der sich heute wohl im Aussterben befindet, lieber die damaligen Straßenbauten berichtet ein Mönch von St. Gallen: „Wenn in jenen Zeiten etwas auszurichten war nach kaiserlichem Befehl, wie Brücken und Schiffe zu bauen, Fähren her^urichten oder schlammige Wege zu reinigen, so besorgten das die Gaugrafen durch ihre Untergebenen, wenn die Sache nicht von Belang war. Bei wichtigen Arbeiten oder neuen Unternehmungen durfte sich aber kein Herzog oder Graf, kein Bischof oder Abt ausschließen ... Da -kommt alles Volk zusammen und baut den breiten und festen Weg. Er wird mit Baumzweigen, Steinen und sonstigem Material bei dem sehr feuchten Terrain gegründet. Das zusammengeströmte Volk tut sich nach Verwandtschaften zusammen, und so wird die zu bauende Straße heraestellt, daß jede Verwandtschaftsgruppe den ihr übertragenen Teil ausführt." Hier werden die Brücken erwähnt, die einst ihrer Wichtigkeit wegen wie ein Heiligtum geachtet wurden; wer zu ihrer Unterhaltung eine Gabe in den Opferstock tat, der auf der Brücke aufgestellt war, meinte, ein Gott wohlgefälliges Werk getan zu haben. Noch in späteren Jahrhunderten galt die Weisung: „Wer dieser Brücke Freiheit bricht, dem wird sein frevelnd Hand gericht'." Was die Städte an Abgaben durch die Märkte einnahmen, floß zunächst Dem Bau der eigenen Stadtmauer, sodann aber der Wegoerbesserung zu. Auch Straßen können geschichtliche Bedeutung haben. Ein geschichtliches Ereignis war die Erschließung des St. Gotthard durch einen Paßwea um das Jahr 1225. Hier schuf das vor- bringenoe Deutschtum viele Jahrhunderte vor der Eisenkettenbrücke den ersten Kettenzug und eröffnete bamit bie historisch wesentliche Verbindung zwischen bem westlichen Deutschlanb unb Italien. Um bie Wenbe vom 13. zum 14. Jahrhunbert gal> es noch keine regelmäßige P o st. Daher benutzte man schon früh bie Metzger bazu, die regelmäßig zu Viehkäufen über Land ritten, ihnen Briefe unb Bestellungen anzuvertrauen. Da aber auch ihre Ritte alles anbere als regelmäßig waren, bürgerte sich ber Brauch ein, baß sie ihre Ankunft in einer Stabt burch bas Blasen eines kleinen Jagbhornes anfünbigten: bas erste Posthorn, bas später von ber Thum- unb Taxisschen Post übernommen wirb, das durch die Jahrhunderte beibehalten wurde, auch als es schon längst sinnlos geworden war. Ader noch heute führen manche süddeutschen Metzgerinnungen in ihrem Wappen ein kleines Jagdhorn. Das Posthorn aber hat einer ganzen Zeit die romantische Idylle geschaffen. Es war die Biedermeierzeit, in der der „Schwager P o st i l l o n" auf dem Bock saß unb sein Horn blies, ohne zu ahnen, baß seine Weisen für bie Landstraße bas Sterbelieb bebeuteten, benn schon erftanb in Lon- bon ein Dampfwagen, ber „Invicta" hieß: bie Urform ber Lokomotive. In biesen Jahren hatte bie Lanbstraße aber noch einmal ihr großes Erlebnis. Friedrich L i ft war es gewesen, ber „Deutsche ohne Deutschlanb", der zuerst den Gedanken eines freien Wirtschaftsverkehrs verfochten hatte. Nach feinem Tode, 1833, ging feine Hoffnung in Erfüllung durch die Gründung des „D e u t f ch e n Zoll- und Handels- Verein s", der alle Zollschranken innerhalb Deutschlands aufhob. Man kann es heute kaum noch nachfühlen, wie freudig die erste Stunde des Jahres 1834, damals begrüßt wurde. Lange Wagenzüge standen auf den Hauptstraßen, die bis öer Höhepunkt der Technik erreicht? Don Max Nscher. (Nachdruck verboten!) Ueberall raunt es, die Technik habe ihren Höhepunkt erreicht, ja überschritten, und große Erfindungen seien nicht mehr zu erwarten. Es wird ausgeführt, wir hätten in unvorstellbar kurzer Zeit die Erfindung der Dampfmaschine und damit der Eisenbahn und des Dampfschiffs verwirklicht, ja, die kelteren unter uns hätten die Erfindung des Telegraphen, des Fernsprechers, des elektrischen Lichts und der elektrischen Kraftübertragung, des Kraftwagens, des Luftschiffs unb bes Flugzeugs erlebt. Die Funkerei unb bas Laufbilb feien gewaltige Wunder der Technik, die kaum noch zu übertreffen feien. 3lllle diese Dinge hätten nun aber einen gewissen Abschluß erreicht, und es gebe deshalb auf dem Gebiete der Technik eigentlich nichts mehr zu tun. Man müsse sich deshalb daraus beschränken, das Erreichte festzuhalten und es möglichst vielen Volksgenossen dienstbar zu machen. Diese Aeußerungen sind nicht nur falsch, sie sind auch sehr bedenklich. Falsch sind sie deshalb, weil unsere Technik ja zwar auf gewissen Gebieten Höchstleistungen erreicht hat, die an sich kaum zu überbieten sind. Hier können nur noch kleine Verbesserungen langsam Fortschritte bringen, aber keine großen mehr. Auf anderen Gebieten aber steckt die Technik noch vollkommen in den Kinderschuhen: Die Energie, die wir brauchen, gewinnen mir aus zweiter und dritter Hand und schürfen dabei nur an der Oberfläche. Spätere Geschlechter werden es uns vorwerfen, daß wir die Kohlenschätze der Erde durch Verbrennen vernichtet haben, und sie werden am Fehlen dieser uns jetzt zur Verfügung stehenden (Energiemengen elend zugrunde gehen, wenn es der Physik uno der Technik nicht gelingt, neue Energiequellen zu erschließen. Ungeahnte Energiemengen, gegen die die in unseren Kohlenschätzen aufgespeicherten ein Kinderspiel sind, umgeben uns überall und zu jeder Zeit, aber wir können sie heute noch nicht erfassen. Wenn es aber gelingt — und es muß gelingen —, sie in unseren Dienst zu zwingen, so geht die Menschheit einer Wohlfahrt entgegen, von deren Größe wir uns heute kaum eine Vorstellung machen können. Diese kommende Zeit wird uns technische Errungenschaften bringen, gegen die die der letzten Jahrzehnte vollkommen verblassen werden, so groß sie uns heute auch erscheinen möaen. Man kann sich auch ungefähr eine Vorstellung davon machen, wie die Lösung dieser gewaltigen Aufgaben wirken wird: Die Umwandlung von Energie in die Form, in der wir sie brauchen, wird in kleinen und kleinsten Einheiten geschehen: Jeder wird sich in seinem Hause seine Energie selbst um- wandeln; die großen Kraftwerke werden sterben unb mit ihnen bie Ueberkmbleitungen. Jebes Fahrzeug wird von fremden Energiequellen unabhängig werden. Was das alles bedeutet, ist unschwer zu ermessen. Bedenklich aber erscheinen diese Aeußerungen deshalb, weil sie schließlich zu einem Lehr- unb Glaubenssatz werben unb bahin wirken, daß das Verständnis für die Technik allmählich nachläßt. Die Folge wäre, daß wir infolge dieses Vorurteils rückständig würden, während andere Völker, die sich von einem solchen Bann frei halten, weiter fortschreiten und uns überflügeln. Das aber können wir uns nicht leisten. Wir müssen im Gegenteil den festen Glauben aufrechterhalten, daß uns gerade die Technik noch einem goldenen Zeitalter entgegenführen wird, denn nur dieser Glaube kann die Erfinder dahin bringen, daß sie unbeirrt Weiterarbeiten, bis eines Tages der große Wurf gelingt. Wir dürfen uns dadurch nicht irreführen lassen, daß in einer Notzeit die Mittel zu großen Versuchen fehlen, so daß sich dadurch die Fortschritte verlangsamen. Das sind vorübergehende Triumph der Licht-Giguale. 23cm Or. Franz Kittier. Auf dem Gebiete des Signalwesens ringen gegenwärtig zwei Gegner miteinander, der Schall und das Licht. Solange man zurückdenken kann, waren sie beide gleich beliebt, wurden sie gleichmäßig gebraucht, ja nach Lage des Falles wurde ein akustisches ober ein optisches Signal gegeben. Das begann mit einfachen Armbewegungen, Muken unb Zurufen unb würbe entsprechend den Fortschritten der Technik weiter verbessert und ausgebildet. Sowohl in Bezug auf akustische wie auf optische Signale verfügen wir gegenwärtig über vorzügliche Einrichtungen. Wo auch immer eine Signalgebung nötig wird, kann sie bald in der einen, bald in der anderen Weise gegeben werden. Bewegliche Lichtsigna 1 e. Mit der Zeit wuchs aber alles mehr und mehr ins Gigantische, darunter auch der Lärm und die Geschwindigkeiten. Damit scheinen wir nunmehr auch in Bezug auf bie Verständigung an einem Wendepunkt angelangt zu fein. Wirb sie in Zukunft mehr, burch bas Licht ober durch den Schall erfolgen? Mit Hilfe des Mikrophons, von Verftärker- einrichtungen unb Lautsprechern finb wir imftanbe, auch die schwächste Stimme bis zum Donnergebrüll zu steigern. Dem akustischen Signal sind daburch neue Möglichkeiten erschlossen. Aber auch ber Lärm hat zugenommen, Lärm jeglicher Art. Da darf es vielleicht als ein bemerkenswertes Zeichen gebeutet werben, daß man nunmehr da, wo der Lärm störend wirken und zu Mißverständnissen führen kann, von der Akustik zur Optik übergegangen ist. In Amerika wurde ein Verfahren ausgearbeitet, das jeden Zuruf vermeidet, ganz gleich, ob dabei die Schallübertragung unmittelbar von Mund zum Ohr oder mittelbar durch den Fernsprecher ohne ober mit Verstärkung erfolgt. Wo unter Lärm gearbeitet wirb, sei es im Verkehr der Straße ober bei ber Errichtung eiserner Funkmasten, bei der Herstellung großer eiserner Brücken, wo die Niethämmer dröhnen, da kann bas Verfahren Anwendung finden. Ein Aufseher trägt an einem Riemen über bie Brust gehängt ein kleines Kästchen, an dem sich zwei Hebel befinden. Das Kästchen ist durch ein Kabel mit ber Stelle verbunben, wohin bie Signale gegeben werben sollen. Dort befinbet sich ein vorne offener Kasten, in dem verschiedenfarbige Glühlam- Den angebracht sind. Durch Verstellen der Hebel kann die eine ober andere Farbe ober es können Farbenzusammenstellungen zum Aufleuchten gebracht werben. Dieses mehr als einfache Signalsystem, bas wir hier nur in seinen Grunbzügen gekennzeichnet haben, läßt sich den mannigfachsten Verhältnissen anpassen. Es gibt je nach Bedarf bald Warnungen, bald übermittelt es Anordnungen, was geschehen soll. Jedenfalls ist es ein Zeichen dafür, wie man den Einfluß des Lärms auf die Verstänbigung bekämpft. Der Geisterarm der Reichsbahn. Bei ber Eisenbahn hat man schon vor einer Reihe von Jahren begonnen, auf einer Anzahl von Verschiebebahnhöfen Lautsprecher aufzustellen, die auch beim Rasseln vorüberfahrender Züge noch vernehmbar finb. Lokomotiven wurden mit drahtlosen Einrichtungen ausgestattet, die der Verständigung nach entfernteren Stellen dienen. Aber draußen auf freier Strecke, wo die Fahrgeschwindigkeit ständig anwuchs, sind die Maßregeln, bie man zur Erhöhung der Sicherheit traf, in der Hauptsache optischer Art. Nicht nur ber Zug selbst hat seine Schnelligkeit vergrößert, auch bas Auto mit seiner gegenüber bem Pferbewagen erhöhten Geschwindigkeit muß berücksichtigt werben. Auf je weitere Entfernung es die Annäherung des Zuges erkennt, desto besser ist es. Aus diesem Grunde hat man neuerdings in Deutschland an einzelnen Stellen eine neue Schrankenbeleuchtung eingeführt. Die Schranke ist schon früher im Interesse der größeren Sichtbarkeit weiß angestrichen worden. Außerdem aber hat sie nunmehr noch eine sehr wirkungsvolle optische Kennzeichnung erhalten. Sobald der schief nach oben emporstehende Schrankenbaum herabgelassen wird, schaltet sich selbsttätig ein Scheinwerfer ein, ber ihn aufblendet. Wie ein heller Gei- fterarm ragt er aus der Dunkelheit hervor und senkt sich langsam nieder. Der Lichtkegel des Scheinwerfers folgt jeiner Bewegung und liegt bann auf der offenen Schranke, die dadurch weithin zu erkennen ist. Er verlischt auch nicht während des Deffnens ber Schranke. Erst wenn ber hohe Balken wieder in seiner Endstellung nach oben ragt, wird ber Scheinwerfer ausgeschaltet. Das Lichtbündel in der Höhe. Um aber den Zug selbst schon auf sehr weite Entfernung erkennen und bie Geschwindigkeit bes Autos rechtzeitig mäßigen zu können, hat man jetzt verschiedentlich auf einen älteren Gedanken zurück- gegriffen. Die Scheinwerfer ber Lokomotive sollen in erfter Linie dazu bienen, auf den Zug aufmerksam zu machen. Bei Krümmungen der Strecke und insbesondere in Einschnitten sind sie aber oft nicht sichtbar. Deshalb hat man schon früher vorgeschlagen, auf der Lokomotive einen Scheinwerfer anzubringen, dessen Licht als heller Strahl senkrecht nach oben geht. Einen solchen Strahl sieht man schon von weitem. Die Einführung derartiger Scheinwerfer scheiterte vor allem auch daran, daß das Licht des Strahls von dichtem Nebel zu stark verschluckt wurde. Bei tiefen Einschnitten war es oft gar nicht zu sehen. Inzwischen hat aber die Be- leuchtungstechnik ganz erhebliche Fortschritte gemacht. Wir verfügen über Lampen, die bei verhältnismäßig geringem Stromverbrauch ganz erhebliche Mengen von Licht ausfenben. Damit ist die technische Möglichkeit gegeben, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Bereits sind einige Schnelltriebwagen verschiedener Bahnen mit Scheinwerfern ausgerüstet worden, die einen kräftigen, blendend hellen Lichtstrahl senkrecht in die Finsternis emporschicken. Diese durch das Dunkel sich dahinbewegende Lichtsäule muß die Aufmerksamkeit auch aus weiter Entfernung auf sich ziehen, sie kann nicht so leicht übersehen werden. Vlnmenausnahmen im Frühling. Von Walther Appell. Nun kommt wieder die Zeit, da der Photosportler, der immer zugleich Naturfreund sein soll, gerne Blumenaufnahmen macht. Dabei ergeben sich einige Schwierigkeiten, deren Behebung geschildert werden soll. Es ist unsinnig, eine im Schatten von Gestrüpp wachsende Blume zu photographieren, wenn dann im Bilde unerklärliche Schattenbänder die Pflanze mit einem Netz überziehen. Es müßte wenigstens erkennbar fein, woher sie kommen. Aber das wird immer dann schwer zu ermöglichen sein, wenn es uns auf ein „Blumenporträt" ankommt, d. h. die Aufnahme einer Blume, Pflanze oder Pflanzengruppe, die aus möglichst großer Nähe ausgenommen wird und alle aufbauenden Einzelheiten zeigen soll. Auch Farne, Moose, Schachtelhalme unb anbere, scheinbar schmucklose Kinber des Waldbodens eignen sich gut für solche Aufnahmen. Wir brauchen ein Stativ mit Schwenkvorrichtung, die auch einzeln überall billig zu haben ist. Und wer keinen doppelten Bodenauszug an seiner Kamera hat, geht immerhin so nahe wie möglich heran. Das ist in fast allen Fällen noch etwas näyer, als die kürzeste Ent- dahin durch die Zollgrenzen durchschnitten wurden. Als die Mitternachtsstunde schlug, öffneten sich alle Schlagbäume, unb unter lauten Jubelrufen fuhren bie Wagen über bie Grenzen, bie sie fortan in aller Freiheit überschreiten sollten — „man war von bem Gebauten bewegt, baß etwas Großes erreicht worben sei", schreibt ein Chronist. Damals schien noch ber Frachtwagen das einzige Mittel zur Güterbeförderung — aber schon ein Jahr später, am 7. Dezember 1835, wurde bie „Lubwigsbahn" eröffnet, die e r ft e deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg unb dem benachbarten Fürth. Würde sie nun darangehen, den Wagen ihre Frachten abzunehmen? Man kam zunächst gar nicht auf diesen Gedanken. Erst im Sommer bes folgenben Jahres, als die neue Bahn Anklang gefunden hatte, machte man den Versuch, die Bahn auch zur Güterbeförderung zu benutzen. Zwei Fässer Bier waren es, die von einer Nürnberger Brauerei nach Fürth verladen wurden, gegen eine Vergütung von je sechs Kreuzern. Ein Direktorialkommissar hatte eigens dafür zu sorgen, daß diese Beförderung in gehöriger Ordnung vor sich gehe — man war sich offenbar noch nicht bewußt, daß aus diesem kleinen Anfang der gewaltige Güterverkehr der Reichsbahn entstehen könnte. War damit aber die alte Landstraße ausgestorben? Keineswegs. Aber sie mußte sich auf die neue Zeit und den Kraftwagenverkehr umstellen. Die Autostraßen entstanden: die Berliner Avus und der Nürburg-Ring in der Eifel, heute wohl die beste und landschaftlich schönste Autostraße Deutschlands. Heute noch. Aber schon eilen die Dinge so dahin, daß eine Schilderung dieser Entwicklung kaum noch möglich ist. Vor einem Jahre verkündete der Reichskanzler bei der Eröffnung der Berliner Automobilausstellung das große Projekt der Reichsautobahnen, mit deren Bau schon in allen Teilen Deutschlands begonnen worden ist. Neue Fragen technischer und wirtschatflicher Art ergeben sich, die Aussicht auf ein neues Zeitalter des Verkehrs tut sich auf. Neues vom Funk. Jedem sein eigener Lautsprecher. Die Fortschritte im Bau von Großlautsprechern mit einwandfreier Wiedergabe ermuntern immer mehr, sich ihrer bei Veranstaltungen großen Ausmaßes zu bedienen. Aber auch die beste Konstruktion kann da nicht.helfen, wo die akustischen Verhältnisse schlecht sind, wie das oft in Kirchen, großen Räumen, Versammlungssälen der Fall ist. Das Ergebnis ist dann nur, daß sich die gesprochenen Laute überdecken, so daß man einige Worte wiederholt und dreifach hört, andere aber gar nicht. In solchen Fällen sind also Großlautsprecher nicht am Platze. An ihrer Stelle verwendet man besser eine entsprechende. Anzahl kleiner Lautsprecher, die man möglichst günstig und geschickt verteilt in der Nähe der Zuhörer anbringt. Neuerdings benutzt man als Lautsprecher röhrenförmige Trichter, die versteckt an Einrichtungsgegenständen, wie Stühle, Bänke und andere Möbel, befestigt werden können. An dem Platze eines jeden Zuhörers werden diese Trichter mit Deffnungen versehen, die die Schallwellen nach außen leiten, so daß also jeder sozusagen feinen eigenen Lautsprecher hat. Neues Klangbild durch Doppellautsprechcr. Der Frequenzbereich, den bas menschliche Ohr aufzunehmen vermag, liegt bei 15 000 bis 20 000 Hertz. Die bisherigen Lautsprecher waren nur für einen Frequenzbereich von etwa höchstens 5000 Hertz eingerichtet. Das war immerhin ein außer- orbentlicher Fortschritt gegenüber den ersten Lautsprechertypen, gegenüber jenen Trichterlautsprechern der Anfangsepoche, die auf günstigenfalls etwa 800 Hertz ansprachen. Im Heinrich-Hertz-Jnstitut ist nun- mehr von Diplomingenieur Walter Willms eine Lautsprecher-Versuchsanlage gebaut worden, die noch für Schwingungen um 12 000 Hertz empfänglich ist. fernungsmarfe der Einstellskala angibt. Mattscheibenprobe ist eigentlich nie zu entbehren, sonst bleibt das Wagnis ein Glücksspiel. Der einfache Auszug gewährt dafür den Vorteil, daß eine breit auslaufende, verzweigte Pflanze eher in ihrer ganzen Ausdehnung scharf ins Bild kommt. So sind z. B. für Walderdbeeren und andere bie Ranken- bilbung unb jungen Triebe am Ende der Ranken charakteristisch. Wir werden sie also zusammen mit der Mutterpflanze photographieren wollen. Dazu brauchen wir wegen der sonst mangelnden Tiefen- schärfe ein Abblenden. Es ist erwünscht, das Haupt- Blumenmotiv scharf unb den ftörenben Hintergrund in manchem Falle unscharf zu bekommen. Aber auch, wenn wir bis Blende 9 gehen, wird das noch erreicht. Anderseits ist dann der scharf zeichnende Bildteil schon weniger 'eng begrenzt. Ein noch weiteres Abblenden würde die Schwierigkeiten um so mehr erhöhen, da aus vielfacher Erfahrung geraten wird, solche Blumenaufnahmen möglichst nicht bei hellem Sonnenschein zu machen. Zerstreutes Licht ist besser. Am besten eignet sich eine Stunde, zu der zwar die Sonne scheint, unser Motiv aber im nicht zu schweren Schatten liegt. Dann hat der ganze Himmel genug Helligkeit, um mit guten Platten, Blende 9 und Filter 2 eine Belichtungszeit von V .......... 0 129,25 132 129,25 132,25 182,5 183 —— —— 60 61,5 60 90,5 54 55 54,4 55 80 81 80 81 62 62,5 62,5 63,5 103 103,75 - 115,5 115,5 - _ _ 102,65 104 59,5 60,25 59,25 60,25 66,5 66,5 67 67 47,5 39,75 47 48,75 40 40 40,13 40,25 —* — 123 124,75 44,5 47 44,5 46,9 56 56,5 56,5 56 —— ■— 62 64,9 17 18,65 17,5 18,9 — 158 — 158,5 168,75 168,5 168 168,5 145 146,5 146,5 Gritzner............. 01 — Mainkrastwerke Höchst a,WL... 41 — Süddeutsch« Sud« ......— l| 170,6 25,25 I 1701 170 25 173 Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a M 7.Mai 8-Mai Amtliche Notierung (S'elh | Arie> Amtliche Notierung Geld | Brie Helsingf-«.. Prag....... Budapest ... Sofia ...... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Brüssel..... Italien..... Paris ...... Schweitz.... Spanien.... Danzig..... Japan ...... Rio de Ian.. Jugoslawien. Utiiatwe .... 5,634 47,20 10,42 3,047 169,53 64,04 56,89 65,73 12,745 0,563 2,494 58,38 21,30 16,50 81,04 34,22 81,64 0,755 0,211 5,664 11,61 1 5,646 47,30 10,44 3,053 169,87 64,16 57,01 65,87 12,775 0,567 2,498 58,50 21,34 16,54 81,20 34.28 81,80 0,757 0,213 5,676 11,63 öantnoten 5,634 47,20 10,42 3,047 169,53 64,04 56,89 65,68 12,745 0,568 2,497 58,39 21,30 16,50 80,99 34,24 81,62 0,755 0,211 5,664 11,61 5,646 47,30 10,44 3,053 169,87 64,16 57,01 65,82 12,775 0,572 2,503 58,51 21,34 16,54 81,15 34,30 81,78 0,757 0,213 5,676 11,63 Serlin, 8-Mai Geld Ertof___ Amerikanische Norea.............. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten .............. Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, tz 100 Schwing Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note» ............. Ungarische Not» •••••» 2,45 58,23 56,84 12,70 16,46 169,11 21,23 63,87 65,52 80,81 34,10 2,47 58,47 57,06 12,76 16,52 169,79 21,31 64,13 65,78 81,13 34,24 5 ff l C 8 in ku Di fiel & kll Cr Jn