Nr. 185 Erstes Blatt 184. Zahrgang Mittwoch, 8.August 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche UniorrfitSts Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Beginn der Tagung 11 Uhr vormil- a g s. 5. Alle Ortsgruppen- und Stühpunktleiter oder deren Propagandawarte. 6. Alle Gau- und Kreisredner. 7. SA.-Führer vom Standartenführer (einschl.) Kurz vor 11 Uhr rücken die Fahnen, gefolgt von der Fahnenkompanie, in den Denkmalshof ein. Die Fahnen rücken auf ein erhöhtes Podium zwischen dem Katafalk und dem großen Kreuz, das sich beherrschend in der Mitte des Denkmalshofes zu Ehren der Gefallenen erhebt. Unmittelbar, nachdem die Fahnenkompanie Aufstellung genommen hat, er- ....... Haupteingang der Führer. Die ikmalshof erheben sich ii aufwärts. SS.-Führer vom Standartenführer (einschl.) aufwärts. HI.-Fiihrer vom Oberbannführer (einschl.) aufwärts. BdM.-Führerinnen von den Gauführerinnen (einschl.) aufwärts. Tagung anläßlich der Volksabstimmung am 19. August 1934. Donnerstag, 9. August, findet in Frankfurt a. 2IL im Schumanntheater (am Hauptbahnhof) eine wichtige Tagung statt, an der teilzunehmen haben: denburgs. Der Führer erhebt grüßend die Hand in Richtung zum Feldherrnturm, wo der Sarkophag Hindenburgs feit einigen Stunden aufgebahrt ist. Oie Aufbahrung. mir gegeben; zu rühmen und zu preisen ist Gottes Gnade". Er st and unter dem Beseh sein, aus dem wir schöpfen, er wird uns stets neuen Mut verleihen und uns neue Kraft geben. Ein kostbarer, nie versiegender Quell wird dieses. Erinnern ein. Und schaut der greise Marschall auf uns herab, rann foll es ihm nicht gehen wie dem Kaiser Rotbart, in dessen Grabgewölbe nur leidiger Streit und Hader des deutschen Volkes drang. Dieses Erbübel unserer Nation ist seit dem Tage begraben, da Hindenburg unserem Führer Adolf Hitler die Hand reichte und ihn auf den verantwortungsvollsten Posten stellte. Niemals wird dieser Hader wiederkehren und die Kraft unseres Volkes \ chen, niemals wieder wird er der Verbündete rer Gegner sein! Das geloben wir am Grabmal des großen Heerführers, das geloben wir unserem Führer, der nun, nachdem der Marschall in Walhall eingegangen ist, mehr denn zuvor auf die Treue seines Volkes angewiesen ist, um das große Werk, das er sich zur' Lebensaufgabe gemacht hat, zur Vollendung zu bringen. Diefes Werk zu vollbringen ist das heilige Vermächtnis des Toten von Gottes: Sei getreu; er stand unter der Verheißung der ewigen Gnade: Ich will dir die Krone des Lebens geben. Das Leben, das hier im höchsten Alter zur Ruhe ging, war echtes Soldatentum, wurzelnd in preußischer Erde, entfaltet in drei Menschenaltern, geformt durch die Schule des alten Heeres, bewährt in unzähligen Feldschlachten. Sein Leben war Treue. Treue ist das feste Gepräge, das durch Vorbilder, Lebensschicksale, Lebenserfahrung, Selbstzucht, Anspannung des Willens auf das Gute hin errungen wird. Sie ist Hingabe, die durchhält bis zuletzt. Sie ist Liebe, die sich bewährt und ihre Proben besteht, wenn der Weg des Lebens steil und steinig wird und der Kampf des Lebens ernst und heiß. Sie hält sich frei von Verbitterung und Menschenverachtung; sie wagt, trotz aller Enttäuschungen, den Glauben an eine hellere Zukunft. Sie wagt den Einsatz des ganzen Lebens für die große Sache, für Volk und Vaterland. Sie ist Dienst bis hin zu dem Sichverzehren in der letzten Kraft. Das alles sagen wir im Hinblick auf das lebensvolle Bild und Vorbild unseres Generalfeldmarschalls. Aus der Ueberfülle der Einzeleindrücke feines Gesamtbildes tritt leuchtend heraus die Treue gegen haus und Heimat, gegen Kaiser und | Reich, gegen Volk und Daterland, die Treue Dus Betreten des Schumanntheaters geht nur kreisweise bzw. formationsweise vor sich. Die Teilnehmer versammeln sich vorher im Hose des Schumanntheaters (Karlstrahe; notfalls noch in der karlstrahe selbst) und betreten bann gemeinsam den Dersammlungsraum. Eingang: Haupteingang. Durch in alphabetischer Reihenfolge ausgestellte Schilder finden kreise und Formationen sofort ihre Sammelplätze. Ich erwarte, daß alle im Beruf befindliche Parteigenossen ohne Lohnausfall beurlaubt werden. Bei dringender Verhinderung sind die zuständigen Bertreter zu entsenden. heil Hitler! Gez.: Sprenger. Frankfurt a. 21L, 6. August 1934. j. curat!). Plötzlich geht eine Bewegung durch die Menge: Generalfeldmarschall v. Mackensen tritt an den Katafalk, um dort einen Kranz niederzu- Ernst August von tritt das D i p l o m a - Unter Mrschall in Walhall. Das Echo des dvöhnenden Trauersaluts ist verklungen, leise spielt der Wind mit den Trauerwimpeln auf den Türmen des Ehrenmals in Tannenberg, des Grabmals unseres unvergeßlichen Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Nicht rückwärts schauen, heißt es heute. Vorwärts, immer nur vorwärts. Der Feldherr in Walhall würde uns nicht verstehen, würden wir die Hände in den Schoß sinken lassen. Sein Leben ist für uns der Quell zu neuem Wirken. Ein Mann steht heute in dem Führer und Kanzler an unserer Spitze, der das ihm zugefallene Erbe nicht nur erhalten, sondern mehren wird, von dem wir wissen, daß der Geist des Verewigten Teil von seinem Geiste ist. Und dieser Geist wird uns alle beherrschen in unserem Willen, gemeinsam mit dem Führer unserem Volke den ihm zugewieseüen Platz an der Sonne zu behaupten. Wir werden ihn behaupten, mag kommen was da wolle! Heut' weilen unsere Gedanken noch in Tannenberg, sie werben stets von neuem dorthin zuruck- kehren. Dieses Erinnern aber wirb unser Kraftquell legen .Ihm folgt Herzog Ernst Augu Braunschweig. Zuletzt tritt das D i p tische Korps ein. Aus Berlin sind 100 Automobile des NSKK. nach Hohenstein geschafft worden, mit denen die Diplomaten vom Bahnhof zum Denkmal gebracht werden Minister Seldte betritt das Denkmal; ihm wird seine Standarte nachgetragen, und er begibt sich in den Hof zum Stahlhelm. Dann erscheint Ministerpräsident Göring. Von den Vertretern des Diplomatischen Korps werden Kränze niedergelegt, deren Schleifen die Farben der betreffenden Länder tragen. Immer mehr Kränze häufen sich und bedecken schon den ganzen Rasen. In ihren bunten Diplomatenröcken bringen die ausländischen Vertreter eine ganz besondere Note in das Bild. Nachdem die Diplomaten ihre Plätze eingenommen hatten, marschierte Musik ein. Ihr folgte eine Marinekompanie und dann das Ehrenbataillon der Reichswehr. Mit wundervollem Paradeschritt marschiert es über den Hof, um im offenen Viereck Aufstellung zu nehmen und mit den Flügeln den Katafalk zu flankieren. Als letzte erschienen die Angehörigen desFeldmarschalls und nahmen ihre Ehrenplätze ein. Auch die Enkelkinder des Reichspräst- den sind in weißen Kleidern erschienen. schwarze Vorhang geht zur Seite. Wiederum die Offiziere des Reichsheeres den Marschallstab und die Ordenskissen des Feldmarschalls voran. Es folgt, wieder getragen von sechs Offizieren, der Sarg Mit dem Führer grüßen Taufende innerhalb des Denkmals, grüßt die Reichswehr und die Reichsmarine, grüßt SA. und SS., grüßt das ganze deutsche Volk zum letzten Male den toten Feldmarschall. Selbst die Feuerwehrmänner, die in schwindelnder Höhe auf den Dächern der acht Türme Hindenburg . . . Sein treues Volk hat ihm dort, wo er in den türmischen Wochen vor zwei Jahrzehnten die russi- che Gefahr bannte, wo er einen überlegenen Feind teilte und in wahrhaft genialer Schlachtordnung die Knie zwang, eine Grabstätte bereitet, wie sie würdiger nicht sein konnte. Hier ruht der Feld- marschall inmitten der Gefallenen der Tannenbergschlacht, hier ist er mit seinen Kameraden, die unter Todesverachtung gegen die feindlichen Stellungen anrannten und ihr Herzblut vergossen, für alle Ewigkeit vereint. Geheiligte Erde hat seine sterbliche Hülle ausgenommen, Ostpreußen hat den Verewigten wieder erhalten, der als Retter in der Not erschien und durch seinen Sieg von Tannenberg sich selbst unvergängliche, durch die Jahrtausende leuchtende und nie verwelkende Lorbeeren flocht. (DNB.) Hohenstein, 7.August. Der letzte Gruß der Flieger. Den großen Hof des Tannenbergdenkmals umsäumen die Abordnungen der nationalen Verbände. Im rückwärtigen Teil des Hofes nimmt die Lande s p o l i z e i Aufstellung. Zwei Stürme der Leib standarte Adolf Hitler marschieren ein und nehmen neben der Schutzpolizei Aufstellung. Die Zuschauermenge erhebt sich von den Plätzen, um die Standarte, die mit einem Trauerflor behängt ist, zu grüßen. Dann rücken Abteilungen Reichsmanne in den Hof, die auf den Wehrgängen von zwei Mauerabschnitten Aufstellung nehmen; die übrigen Teile der Mauer sind von Reichswehr besetzt Plötzlich dröhnt Propellergeräusch auf lieber das Denkmal fliegt eine Staffel Flugzeuge, die an den Flügelenden schwarze Trauerbänder führen. Immer mehr füllen sich die Bänke, die rings um den Denkmalshof führen. Unter vielen anderen betritt Admiral Rae - der den Hof. Von der anderen Seite zieht ein Ehrensturm der SA. -Standarte Tannenberg ein. Der SA. folgt Stahlhelm und nimmt ihr gegenüber aus der rechten Denkmalsseite Aufstellung. Sie Ankunft der Trauergäsie. Nach 10 Uhr tritt die Reichsregierung in das Denkmal ein. Alle Augen richten sich auf das Tor. Man erkennt Dr. Goebbels, v. Papen, bis zum Tode in den Sielen der Arbeit, im Opfern und Dienen, die Treue bis in den Tod gegen den lebendigen Gott. Gott befiehlt bi? Treue und unsere Sache ist das Gehorchen. Das war für den, der hier schläft, Selbstverständlichkeit. Doch Gott erhält uns auch seine Treue. Die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Jesus Christus unserem Herrn. Das wußte und glaubte unser Generalfeldmarschall. Wer, wie er, die Schrecken des Schlachtfeldes kannte, wer, wie er, bei der Befehlsausgabe Opfer fordern mußte, und immer derjenigen Kameraden mit besonderer Innigkeit gedachte, die da vorn am Feinde standen, der kommt nicht aus mit einer Lebensdeutung vom Diesseits her, der greift glaubensvoll nach dem gott- gesetzten Siegerpreis des ewigen Lebens. Das ewige Leben fängt da an, wo ein Mensch im täglichen Gebet demütig vor seinem Gott steht und sich den Weg weisen läßt: „Sein Wille geschehe". Als Christ hat der Verewigte sich hindurchgebetet durch alle Wirren des vernichtenden Schicksals, durch alle Erdennot und alles Erden- leid. Sein knapper, klarer Wahlspruch stand täglich vor feinen Augen: „Bete und arbeit e". Sollte er nicht wieder Gemeingut unseres Volkes und unseres Heeres werden! Wer den wettgeschichttichen Tag von Potsdam erlebte, sieht ein unvergeßliches Bild: Am Schluß der Feier steht der getreue Ekkehard unseres deutschen Bottes am Sarge des großen Königs, bringt ihm den Kran; der Dankbarkeit scheint durch den _z , , Tausende im Denkmalshof erheben sich in andächtigem Schweigen und grüßen durch stummes Er- h-eden der Hände ihren Führer, den Führer des Volkes und desReiches. Der Führer begibt sich sofort zu den Hinterbliebenen des Generalfeldmarschalls und verneigt sich tief und ritterlich vor den Töchtern und der Schwiegertochter Hin- Unb ber folbatische Geist war es, ben ber Führer, ben ber Felbbischof rühmte, bieser Geist, ber eins war mit ber ehernen Pflichterfüllung. Gottes- . furcht unb Treue, Pflichterfüllung bis zum Letzten, ' Mannhaftigkeit unb Mut, Grobheit unb Aufrichtig- . text, Kamerabschaft und Volksverbundenheit, das waren die hervorragendsten Charaktereigenschaften dieses Mannes, der von uns gegangen ist. Für immer? Nein, nur im irdischen Sinne. Sein Geist lebt in uns fort, sein Heldentum bleibt unauslöschlich, er ist uns und unseren Kindern, unseren Enkeln und allen kommenden Generationen das Vorbild, das es nachzueifern gilt. So bleibt er denn für alle Zeiten bei uns, wenn er auch jetzt jm Jenseits steht. * Hindenburg — Leben und Name dieses Mannes, sein Wirken, sein Schaffen, feine nie ruhende Sorge um das Vaterland, werden die Marksteine unseres Volkes sein, wenn es nun unter der Führung Adolf Hitlers auf seinem vom Schicksal bestimmten Weg fortschreitet. Wir wissen, daß unsere Zukunft hart und dornenreich ist, wir wissen, daß man uns das nicht gönnt, worauf ein jedes Volk mit Recht Anfpruch erheben darf. Aber hat nicht der Verstorbene in seinem langen Leben die Täler kennengelernt, durch die das deutsche Volk immer wieder hindurch mußte? Hat er jemals den Mut verloren? Das Unglück war es, das ihn stark machte, und in diesem Unglück zeigte sich erst recht die ganze Größe des Mannes, den Gott nun zu sich nahm und der im Tannenberg-Mal von seinem Volke, dessen Verehrung für ihn keine Grenzen kannte, zur ewigen Ruhe gebettet worden ist. „Toter Feldherr, geh' nun ein in Walhall!" — das waren die Worte, die unser Führer dem Dahingeschiedenen nachrief, als man seinen Sarg aufhob unb ben großen Toten unter den Klängen bes Liebes vom guten Kameraben m feierlichem Geleit in ben Marschallturm überführte. Zur Großen Armee ist er gestoßen, bei ihr wird er bleiben. Dort weilt er, wo nur ber Sohn unseres Volkes einen Platz finbet, der kämpft unb im Kampfe nicht verzagt, ber feinem Volke alles gibt unb fein Leben als eine bem Volksganzen gehörende Gabe wertet. Ruhm brachte dem von uns (Begangenen bas Ringen mit dem Feinbe, Ruhm wußte er sich aber auch in frieblichem Wirken für seine Nation zu erwerben. Doch bieser Ruhm war der Ruhm unseres Volkes, aus dem er hervorgmg unb bem er für alle Zeiten treu blieb, mochten auch tiefe Schatten auf Deutfchlanb fallen. Noch stehen wir unter bem Einbruck ber gewaltig-erhabenen Beisetzungsfeierlichkeiten, wie sie jedes Volk nur seinen Besten unb Vorbilblichsten gewährt. Wir sehen vor unserem geistigen Auge noch einmal ben büster-feierlichen Trauerzug burch bas nächtliche Ostpreußen, bie rötlich glimmenden Fackeln, das wahrhaft königliche Geleit zum Ehrenmal. Wir sehen die Offiziere, die den mit der Reichskriegsflagge bedeckten Sarg trugen, wir sehen ie vom Feldmarschallturm in feierlichem Gleich- chritt zum Katafalk und von dort mit dem großen Toten zum Marschallturm, seiner letzten Ruhe- tätte schreiten. Soldaten waren um ihn von der Stunde an, da er bie Augen für immer schloß, Solbaten waren es, bie bie Trauerwache in Neu- deck hielten, Solbaten, bie ihn heimgeleiteten stehen, um bas Feuer in ben Rauchpfannen zu unterhalten, stehen hoch aufgerichtet mit grüßenbem Arm. Die „ßroka" fönt auf. Der Sarkophag wirb niebergefetzt, unb nun klingen mächtig unb bumpf bie gewaltigen, erschütternden Töne ber „Eroica" burch ben gewaltigen Raum bes Tannenbergbenkmals. Unwillkürlich schweifen bie Gebauten zur vergangenen Nacht zurück. Welch ein Gegensatz unb boch, welch ein Zusammenklang bieses hoppelten Lebens: In ber vergangenen Nacht in ber Einsamkeit von Neubeck ber büftere Abschieb im rötlichgelben Schein ber Fackeln, bas bumpfe Klirren ber Lafetten auf ben harten Lanbstraßen, unb heute unter strahlenbem Sonnenglanz an ber Stätte von Hinbenburgs größtem Sieg. Diese gewaltige, feierlich getragene Kunbgebung im Beisein bes Führers von Volk unb Reich unb im Beisein aller Vertreter bes neuen deutschen Volkes und der neuen Volksgemeinschaft, von der Wehrmacht bis zur SA. und SS., von ber Reichsmarine bis zu ben zahllosen Verbän- ben unb Ehrenaborbnungen, bie sich hier an historischer Stätte zusammengefunben haben Nach bem Verklingen ber feierlichen „Eroica" ergreift ber bas Wort zu seiner Prebigt über bas Wort ber i Schrift, bas nach dem letzten Willen des Entschlafenen über dieser Stunde stehen soll. ( „Sei getreu dis in den Tod, so will ich dir die . Krone des Lebens geben" (Offenbarung Johannes jjers 10) 3m Borlprud) verliest der F-ldbifchof die folgern , den Worte der Schrift: Pfalm 145 ®«s 8, Wm i 27 Vers 1; Psalm 77 Vers s und 14:erster (chron. , 28 Vers 20; 2. Tim. 1 Vers 1; 1- Kor. 13 Vers 13. । Dann führt der Feldbischof u. a. aus: , Weltaefchichte umfaßt ben Sarg, um ben wir . trauernb fteben. Zu einer Seierftunbe fmb» wir ter , versammelt, von ber bie ganze äelöb- ' «;• sr SSäKä: aUDie Ställe, auf der wir uns jufammenfinb^ gemahnt uns an die bis in Sen Xoö (Betreuen, die ihr Leben liehen für die deutsche Heimat- erde. Ausdrücklich hatte nufer Genera,feldmar- schall bestimmt, dah bei der für ihn ,u hallen- ben Irauerfeier mit befonöerer Dantbareeit der Gefallenen gcbadjt werbe. äFssäe ,x: aperes getan, als die Gaben angewendet, die Gott I dem der größte deutsche Soldat unserer Zeit nun Lob und Ruhm wollte er von seiner Trauer- seine Ruhestätte finden wird. Das Trutzlied ver- feier ferngehallen sehen, aber Dankbarkeit und I Hingt, die Menge verharrt in tiefer Ergriffenheit. Oer Führer und Kanzler spricht Das Echo im Ausland Oie Beisetzung im Marschallturm und Vaterland steht er dort, umflossen von Hellem Licht, das gleichsam die Ewigkeit deutet und hineinleuchket in die Zeit. Das ist Vollendung und Verklärung des getreuen Menschenlebens. Das ist schon ewiges Leben mitten in der Zeit. Der Segen des nun Vollendeten bleibt über unserem Volk, wenn es, seinem Beispiel folgend, die Verbindung mit Gott und die Kraft des ewigen Lebens im Gebet, Glaube, Hoffnung, Liebe, Treue festhält. Wir dürfen gewiß sein, daß Gottes Verheißung an ihm sich nun erfüllet hat. Wir alle beugen uns vor dem majestätischen Willen dieses Gottes. Im Angesicht dieses Sarges, den er als Opfer von uns gefordert hat. So nehmen wir Abschied von dem großen Toten unseres Volkes. Liebe kann er uns nicht verwehren. Er bleibt uns der Sieger von Tannenberg, der Retter von Ostpreußen, der große Feldherr des Weltkrieges, der Lenker unseres Staates in stürmischen Zeiten. In stolzer Trauer bringen wir zu Grabe sein sterblich Teil. Aber sein Gei st lebe in uns allen und helfe uns mit, zu bauen das Dritte Reich. Der Feldbischof sprach sodann das Vaterunser und erteilte den Segen des Herrn. Dann klingen, von der gewaltigen Trauergemeinde mitgesungen, die Klänge des alten Trutzliedes „Eine feste Burg ist unser Gott" empor. Sie brechen sich an den gewaltigen Mauern und Türmen dieses einzigartigen deutschen Denkmals, in deutsche Volk, so wie jeder einzelne von uns gdjen muh, gleich, ob er an entscheidender Stelle, oder in stiller Mitarbeit am großen Werk des Wiederaufbaues wirkt. An der S p i h e d e s R e i ch e s stehl nun unser ober st er Führer Adolf Hitler, der uns zu Ehre undFreiheit führen wird. Wir werden, wie bisher, in unwandelbarer Treue und in stetem Gehorsam unsere Pflicht getreu erfüllen. Wir werden kämpfen bis das vom Führer gefleckte Ziel erreicht ist. In diesem Sinne erneuern wir das Treuegelöbnis zu unserem Füh» rer mit einem dreifachen Sieg-Heil. Das Gedenken bei der Obersten SA.-Führung 3n unwandelbarer Treue und in stetem Gehorsam der Pflicht getreu! Ein ungarischer Armeebefehl. Budapest, 7. Aug. (DNB.) Das Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbüro meldet: Der Reichsverweser von H o r t h y hat am Dienstag an Die Königlich Ungarische Honved den folgenden Armeebefehl erlassen: Armeebefehl! München, 7. August. (DRV.) Die Oberste SA. - Führung versammelte am Dienstag um 10.45 Uhr an ihrem Amtssitz im ehemaligen Hotel Marienbad die Angehörigen ihrer verschiedenen Aemter und der Reichsführerschule, um gemeinsam vor dem Lautsprecher an der Trauerfeier in Tannenberg teilzunehmen. Rach Abschluß der Uebertragung richtete Oberführer v. Larlshausen folgende Worte an die versammelten: „Die sterblichen Ueberresie des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls v. Hindenburg haben im hindenburgturm in Tannenberg die letzte Ruhe gefunden. Vor uns tiegt der unerbittliche Weg des Lebens, den das Herr und Frau Oberst von Hindenburg! Generale, Offiziere und Soldaten der Wehrmacht! Verehrte Trauergäste! Zweimal in feinem Leben wird der Soldat zumeist in Ehren genannt: Nach einem Siege, nach feinem Tode. Als der Name des G-neralfeldmarschalls und Reichspräsidenten zum ersten Male im deutschen Volke erklang, da lag hinter ihm schon ein langes, abgeschlossenes Leben an Kampf und Arbeit. Als junger Offizier des großen Königs stritt der 17jährige Offizier auf dem Schlachtfeld von Königgrätz und erhielt die Weihe der ersten Verwundung. Vier Jahre später erlebt er als Zeuge die Proklamation seines königlichen Kriegsherrn zum Deutschen Kaiser. In den Jahren darauf arbeitet er mit an der Gestaltung der Kraft des neugefügten Deutschen Reiches. Als der Kommandierende General v. Hindenburg am 18. März 1911 seinen Abschied nimmt, blickt er zurück auf die abgeschlossene Laufbahn eines preußischen Offiziers in Feld- und Friedensdienst. Es war eine stolze Zeit. Rach jahrhundertelanger Ohnmacht, nach ewiger Wirrnis und Zersplitterung waren die deutschen Stämme durch die geniale Führung eines Mannes geeint. Die deutsche Ration war damit neu geschaffen worden. Das Bild der Schwäche, das die Deutschen in früheren Jahrhunderten so beschämend und oft geboten hatten, wich dem Ausdruck einer ungeahnten Kraft. Ein herrliches Gefühl, in dieser Epoche der Wiedererstehung eines Deutschen Reiches in immer gleicher Pflichterfüllung mitgeholfen zu haben in den Stürmen der Schlachten, wie in der unermeßlichen Arbeit der Erziehung und Vorbereitung im Frieden! Und doch war der Name dieses Mannes genau fo wie der unzählig anderer Offiziere dem deutschen Volke verborgen geblieben. Ein kleiner Kreis in der Nation nur kennt diese Namenlosen der stillen Pflichterfüllung. Als das deutsche Volk 3% Jahre später zum ersten Mal den Namen des Generalobersten Paul v Hinbenburg zu Gehör bekommt, da brausen die Wetter des Weltkrieges über Europa. In schlimmsten Stunden hat der Kaiser den General aus der Ruhe abberufen und ihm den Befehl über die Armee in Ostpreußen übertragen. Und sechs Tage später erdröhnten inmitten dieser schönen Landschaft des alten Ordenslandes die Kanonen, und drei Tage nachher läuteten es die Glocken durch Deutschland: Die Schlacht von Tannenberg war geschlagen! Ein Sieg war errungen worden, dem bie Weltgeschichte kaum einen zweiten 3ur Seite stellen kann. Ungeheuer die Folgen. Ein teures deutsches Land wird der weiteren Verwüstung entrissen. In ergriffener Dankbarkeit wiederholen sich im ganzen Reich Millionen deutscher Menschen den Namen des Heerführers, der mit feinen Gehilfen dieses wunderbare Rettungswerk vollzog. Welch ein Geschehen um- schließen die 20 Jahre vom 2. 21 u g u ft 1914 bis heute! Ein Krieg,' der alle Erinnerungen und Vorstellungen der Vergangenheit in ein Nichts vergehen läßt. Eine unerhörte Kampfund Schlachtenfolge! Nervenzerreißende Spannungen, furchtbare Krisen und einzigartige Siege lösen einander ab. Hoffnung kämpft mit Verzagtheit, Zuversicht mit Verzweif - 1 u n a. Immer wieder aber wird die Nation emporgerissen zum Schutze ihres Daseins, erfüllen in xreue unö Gehorsam Millionen deutsche Männer ihre Pflicht. Für das nächste Jahrhundert wird es das deutsche Volk nicht nötig haben, seine Waffen- 1 Eevdet Bey und Kemal Bey anwesend sind. , Finnland, das sich dankbar der Waffenhilfe । erinnert, bezeugt das durch die Teilnahme des Vertreters feiner Wehrmacht, des Generalmajors Heinrichs. Alle Berliner diplomatischen Missionen sind nicht nur durch ihre Leiter, sondern durch eine Reihe ihrer Mitglieder vertreten. So sieht man die Botschafter und Sonderbotschafter Aegyptens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, Japans, Polens, Spaniens, der Türkei und der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Unter den Berliner Gesandten bemerkt man auch den schweizerischen Gesandten D i n i ch e r t, der seinen Erholungsurlaub unterbrochen hat, um an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können. Auch die Armeen, gegen die Hindenburg das deutsche Heer führte, lassen sich vertreten. So hat Frankreich den General Renondeau entsandt, während für die englische Armee Oberst Thorne anwe- send ist. Die junge polnische Armee ist durch Oberstleutnant Szymanski vertreten. Unter den Trauergästen bemerkt man auch den Danziger Senatspräsidenten Rauschning, auch das deutsche Mitglied der Saarkommission K o ß - mann ist anwesend. Der Doyen des Diplomatischen Korps, der apostolische Nuntius Monsignore O r s e n i g o , hat darauf verzichten müssen, die Reise nach Ostpreußen zu unternehmen; doch hat er trotz seiner Krankheit an der gestrigen Trauerfeier des Reichstages teilgenommen. des Tages. fucher in ihre Heimat zu bringen. Die Reichswehr verlädt auf dem Bahnhof ihren Troß und die Batterie, die den Trauersalut geschossen hat. Bis Mittwochfrüh wird die Stadt wohl ziemlich geräumt fein. In der Frühe werden auch die beiden Stürme der Leibstandarte Adolf Hitler im Sonderzuge ihre Heimreise antreten. Noch fahren durch die engen Straßen Hohensteins die großen Berliner Omnibusse, aber auch für sie wird schon der Zug zusammen- gestellt, der sie wieder in die Reichshauptstadi bringen wird. Am Mittwoch wird Hohenstein wieder sein altes Leben aufnehmen, und doch wird der Strom der Menschen, zumindest in den nächsten Tagen, größer fein als bisher. Denn überall in der Provinz lebt in den Herzen der Wunsch, dem toten Feldmarschall noch einen letzten Gruß darzubringen. Darum wird auch das Denkmal und der Marschallturm während der ganzen vierzehntägigen Trauerzeit geöffnet fein. Während der ganzen Zeit werden auch von den Türmen die Pechpfannen lodern und ihren schwarzen Rauch gen Himmel senden. Oer Führer wieder in Berlin. Berlin, 7. Aug. (DRV.) Der Führer Reichskanzler Adolf Hitler ist im Laufe des Rach, mittags im Flugzeug von Ostpreußen nach Ber - linzurückgekehrt. Besonders in der Wilhelm-' ftrahe hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das den Führer bei feiner Ankunft begrüßte. ehre zu rehabilitieren. Riemals find Soldaten tapferer gewesen! Riemals ausdauernder! Riemals opferbereiter als in diesen 4% Jahren die Söhne unseres Volkes. Die Wunder dieser Leistungen, sie sind unbegreiflich, wenn man nicht die Kraft der Persönlichkeit abwägt und ermißt. Eine Zaubergewalt lag in dem Namen des Generalfeldmarschalls, der mit seinen Armeen im damaligen Rußland die größte Militärmacht der Welt endlich doch zu Boden zwang. Und als ihn — leider zu spät — der Ruf des Kaisers an bie Spitze des gesamten Feldheeres stellte, da gelang es ihm, mit seinen genialen Mithelfern, nicht nur die schwerste Krise für den Augenblick zu bannen, sondern den deutschen Widerstand im Angriff noch zwei Jahre später zu unerhörten Siegen mitzureißen. And selbst das tragische Ende dieses größten Ringens kann geschichtlich keine Betastung dieses Feldherrn, sondern nur eine Verurteilung der Politiker sein! • In gottbegnadeter Pflichterfüllung hat der greife Generalfeldmarschall unsere Regimenter, unsere Divisionen von Sieg zu Sieg geführt und unvergänglichen Lorbeeran ihre Fahnen geheftet. Als der Frevel der Heimat den Widerstand zerbrach, trat ein Führer zurück in den Ruhestand, dessen Name für ewige Zeiten eingeschrieben worden war in das Buch, das Weltgeschichte heißt. Es ist der letzte Triumph des alten Heeres, daß das nationale Deutschland im Jahre 1925 keinen besseren Repräsentanten fand, als den Soldaten und Generalfeldmarschall des Weltkrieges. Und es ist eine der wundersamen Fügungen einer rätselhaften weisen Vorsehung, daß unter der Präsidentschaft dieses ersten Soldaten und Die- ners unseres Volkes die Vorbereitung zur Erhebung unseres deutschen Volkes eingeleitet werden konnte und er selbst endlich noch das Tor der deutschen Erneuerung öffnete. 3n seinem Ramen wurde der Bund geschlossen, der die stürmische Kraft der Erhebung einte mit dem besten Können der Vergangenheit. Als Reichspräsident wurde der Generalfeldmarschall Schirmherr der nationalsozialistischen Revolution und damit der Wiedergeburt unseres Volkes. Vor nunmehr fast 20 Jahren läuteten von dieser Stelle aus zum ersten Male in ganz Deutschland die Glocken den Namen des Generalfeldmarschalls, heute hat die Nation unter dem Läuten derselben Zlocken den toten greifen Helden zurück zur großen Walstatt feines einzigartigen Sieges geführt. Hier, inmitten der schlummernden Grenadiere feiner siegreichen Regimenter, foll ber mübe Feldherr seine Nuhe f in d en Die Türme der Burg sollen trotzige Wachter sein dieses letzten Großen Haupt- quartters bes Dftens. Standarten und Fahnen halten die Parade. Das deutsche Volk aber wird zu seinem toten Helden kommen, um sich in Zeiten der Rot neue Kraft zu holen für das Leben, denn wenn selbst die letzte Spur dieses Leides verweht fein sollte, wird der Rame noch immer unsterblich sein. Toter Feldherr, geh' nun ein in Wallhall! Langsam tritt der Führer vom Rednerpult. Sem Gesicht ist gezeichnet von einem aufjerorbent* Ii$en (Ernjt, ber sich jedem unauslöschlich ins Ge- bachtms prägt. rücken nun ebenfalls ab. Von draußen her drängt durch das andere Tor das Volk herein, jene 200 000, die sich um das Denkmal gesammelt hatten und von denen noch viele einen Blick in den Marschallturm werfen mochten. Es wird' viele Tage dauern, bis dieser gewaltige Strom ber Menschen bünner wirb. Bis in bie Nacht hinein werben heute bie Menschen Gelegenheit haben, zum Sarge Hinben- burgs zu wallfahrten. Oie Vertreter der auswärtigen Mächte. Tannenberg - Denkmal, 7. Aug. (DNB.) Der Kreis der Vertreterberauswärtigen Mächte ist unübersehbar. Die starken biplomati- schen und militärischen Sondermissionen unserer ehemaligen Verbündeten aus dem großen Kriege fallen auf. So sieht man an ber Spike der Ungarn Außenminister Ka n y c», den Oberbefehlshaber der Königlich Ungarischen Armee von Korpathy, sowie den Kommandeur des vom Reichspräsidenten innegehabten 3. Honveb - Inf. - Regiments Oberst von Koos. Das stammverwandte Oesterreich ist durch feinen Gesandten Tauschitz vertreten, die österreichische Armee durch Generaloberst Fürst Schönburg - Harten st ein. Der König von Bulgarien hat den Kommandanten von Vhilippopel, Oberst Radeff, entsandt, während für bas türkische Heer die Oberstleutnants Oas Ende Hohenstein, 7. August (DNB.) Heber dem Tannenberg-Denkmal breitet der Abend feine Schwingen. Es ist Friede eingekehrt über dem Denkmalsplatz, nachdem die vielen Zehntausende abgezogen sind. Das Denkmal hat das große Tor geschlossen, und nur noch eine kleine Pforte steht offen, durch die andauernd ein Strom andächtiger Menschen in den Hof des Denkmals eintritt, um an dem offenen Marfchallturm vorbeizuziehen, um noch einmal den toten Feldmarfchall zu grüßen. In langsamem Schritt gehen die Trauernden an dem Sarge vorbei. Man hat Zeit, einen Blick hineinzuwerfen, man sieht die Orden auf dem Samt- fiffen und den Marschallstab, den die Hand des großen Feldherrn gehalten. In dem Denkmalshof ist von fleißigen Händen aufgeräumt worden, lediglich der Altan, auf dem bei der Beisetzungsfeierlichkeit der Sarg gestanden hat, ist stehengeblieben. Er dient jetzt dazu, einen Teil der zahlreichen Kränze aufzunehmen; der Rest der Kränze ist um den breiten Sockel bes bunflen Bronzekreuzes im Hofe bes Denkmals gelegt. Die Stabt Hohenstein ist immer noch gefüllt mit Militär, SS., Polizei unb Marine, bie noch feinen Zug gefunben haben, um aus ber Stabt gebracht : zu werben. Die Sonberzüge nach Berlin sinb abgegangen. Jetzt gehen lange Züge in bie Provinz ab, 40 unb mehr Achsen Güterwagen, in benen man provisorisch Bänke aufgeschlagen hat, fahren I nach Narben, Westen unb Osten, um bie vielen Be- ' Leise spielt bie Musik bas alte Solbatenlieb: „Ich 9rQrL61 QCn Kameraben", grüßenb heben sich bie Arme Zu gleicher Zeit beginnt ber Trauer- L?n U^nHer- m Nähe bes Denkmals aufgefahre- nen Sattenen. 2)03 ßteb geht über in bie Nativ- na l hymn e. Das Deutschlanblieb braust auf. Acht kaaen^hn6^11 7 Sarg, heben ihn an unb türm mnr sun !5"6sam hinüber zum Marschall- . r btei2-r-6ar8- Qei)en wieberum acht Offi- ziere, bie auf Kißen bie Orben unb ben Marschall- ftab tragen Hinter bem Sarge schreitet der h!,«dh9e Abende Feldmarschall bes beut fd) en Weltkriegsheeres, von f ,n«J)er ffriebensuniform, in ber ben Marschallstab. Hinter ihm tragen SS.-Gruppensuhrer unb ber Abjutant bes Führers Gruppenführer Brückner, ben ri esi g e n ftrana d e s Führers. Dann folgt ber Füh - fe r, um selbst im Marschallturm am Sarge bes ^ten Felbmarschalls, seines väterlichen Freunbes Kronz nieberzulegen. Es kommt bann mit bem Felbbischof bie bunte Folge ber Angehörigen, bie Reichsmimster, bie Reichsstatthalter, bie Länber- minifter, SA.-Führer, SS.-Führer, kurz alles drangt nun heran zum Marschallturm, um einen letzten Blick auf ben Sarg zu werfen unb Abschieb zu nehmen. Inzwischen wirb bas Horst-Wessel-Lieb gespielt, bas übergeht in ben Marsch bes Regimentes, aus bem Hinbenburg hervorgegangen, bes 3. Garderegimentes zu Fuß. Ws der Führer sich anschickt, langsam bas Denkmal zu verlassen, braust bas viermotorige Großflugzeug „Hinben- bürg heran, geschmückt mit schwarzen Wimpeln, um ebenfalls von bem Manne Abschied zu neh- men, ber ihm seinen Namen gab unb es taufte Q <° wie vorher eine Staffel des Deutschen tuftfportoerbanbes bas Denkmal überflog unb Abschied nahm. Oer Ausklang. Langsam verlassen nun bie Ehrengäste bas 2)enb mal; zunächst noch ber Reichsregierung bie Siplo= ÄI!'uUntcr ?enJ;nr "an den größten Teil ber Botschafter unb Gesanbten bemerkt, bann folgen öie anberen Trauergäste. Man sieht barunter ben Lt*rf*er preußischen, ber bayerischen unb ber vR^fH?r*P^rmeexbe5 Weltkrieges, sowie zahlreiche Persönlichkeiten bes alten Deutschlanb unb viele Borfampfer bes Dritten Reiches. Ministerpräsibent Goring ift in ©eneratsuniform erschienen, Vize- QHpnJro0 ° n Y apmn m. der Hlanenuniform feines Änegsregimentes. Gauleiter Oberpräfibent Koch, hna ^eglnn der Trauerfeier bie Angehörigen in ü l?/I^mal geleitet hatte, unb bann neben bem o"hrer ins Denkmal geschritten war, verläßt Monumpn^ ?e5 Angehörigen wieberum bas n treten aus bem Marschallturm am bSlatCnnfn^ahr %hUnb bie beiden Admirale, die slrAi« b» Ehrenwache gehalten und den Sarg bis zum Turm begleitet haben. ^Ä-s^°^längen verläßt bie Fahnenkompanie ber Reickswehr bas Denkmal. Nun beginnt ber Ab- marsch Ehrenformationen unb ber übrigen ©afte. Die Schilbwachen, bie, wie aus Erz gehauen breitbeinig auf bas Gewehr gestützt rings auf ben Wehrgangen zwischen ben Türmen stehen, eherne Wachter ber irbischen Ueberrefte bes großen Toten, (ge,> flortbo Msche Presse mrssff^icht ^ngÄ7nd7'Schich!run: S' ^enh uud zermalmenden Niederwerfung des Feindes durch den Generalfeldmarschall erinnerten 191/^lebenden Befehlshaber der Schlachten von 1914, darunter vor allem Feldmarfchall von Macken- ber einfachste Landsturmann, der unter Hindenburg gegen den Eindringling marschiert war. kein besserer Begräbnisplah hätte sich für den alten Krieger wählen lassen, als die Stätte, wo er, von seinem Herrscher aus dem friedlichen Ruhestand gerufen, einen Sieg errang, der im Verzeichnis der großen Schlachten der Wettge- fchichte seinen Platz finden wird. Es ist einer der Beweise von Präsident von Hindenburgs Große, daß sogar in den Ländern, die am meisten unter den deutschen Waffen gelitten haben, fein Rame geachtet wird und daß die feierliche Zurückweisung der deutschen Kriegsschuld, die er von einem der Türme des Kriegsdenkmals abgab, wo er jetzt begraben liegt, größeres Ge- wicht im Auslande hatte, als die besonderen Verteidigungsreden vieler Politiker und pro- fessoren. berten nnS 9 ßA'?ic gestern in London auf hun- öerten oon nicht amtlichenGebäuben weh- m ü t uTh T «Elch- Huldiuung °n d An nr odieVaterlanbsliebe biefes Sdlur/Vn enrr?ol?aten der alten preußischen Eharakter unoerborben burch Sieg unb Erschüttert burch Nieberlage blieb. 9 Tiefer Eindruck in Frankreich. ?UZ- (DNB, Funkspruch.) Di- fron. die Blätter Sonderberichterstatter entsandt hatten, kommt der g e ro a I ti g e Eindruck, unter dem sie standen, m ihren Berichten zum Ausdruck. Das alte und das neue Deutschland seien bei ver Totenfeier von Tannenberg zusammengekommen und hätten sich seht geschlossen hinter den Führer als den Fortseher von Hindenburgs Werk gestellt. Das ist der Eindruck, den die Berichterstatter gewonnen zu haben scheinen. Für den Berichterstatter des „I o u r n a V* steigerten sich die Beisetzungs- seierlichkeiten bis zur „Apotheose". Dem Berichterstatter des „M a t i n" ist angesichts der weiten o st preußischen Ebene eine besondere Erkenntnis aufgegangen. hier zeige sich Deutschland in seiner wahren Gestalt, in seiner Rolle als „Vorkämpfer Europas gegen die vom Osten drohende Gefahr". Daß einige linksgerichtete Blätter auch bei dieser Gelegenheit ihre vergifteten Pfeile gegen das neue Deutschland abschnellen würden, war zu erwarten. Daß der behördlichen Anweisung, anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg alle öffentlichen Gebäude in Frankreich halbmast zu flaggen, von zwei Gemeinden nicht nachge- kommmen wurde, nämlich von dem im alten Kampfgebiet gelegenen Ort Vitry-les-Reims und dem radikalsozialistisch regierten Les A r c s bei Toulon, darf festgestellt werden, als vereinzelter Fall in der allgemeinen Anteilnahme, die Frankreich und das französische Volk dem Nachbarlande bewiesen haben. Botschafter von Hoesch erzählt England von Hindenburg. London, 7. August (DNB.) Der deutsche Botschafter in London, von h o e s ch , sprach am Dienstagabend im englischen Rundfunk über den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Der Botschafter gab dem Dank für das große Mitgefühl und die tiefe Teilnahme Ausdruck, die die gesamte englische Oeffentlichkeit anläßlich des Todes Hindenburgs, mit dem das deutsche Volk einen seiner Besten verloren hat, an den Tag legte. Hindenburg, so betonte der Botschafter, hatte keine Feinde. Die ihm gezollte Verehrung war allgemein. Der Botschafter schilderte seine persönlichen Eindrücke, die er bei seiner Fühlungnahme mit dem Feldmarschall davon- trug, und gab ein überzeugendes Bild von der Würde und Autorität Hindenburgs, zugleich aber auch von den tiefen menschlichen Eigenschaften dieses geborenen Führers, der sein Volk betreute wie ein Vater seine Familie. Er unterstrich vor allem das große Interesse, das Hindenburg an allen außenpolitischen Fragen nahm. Zum Schlüsse hob der Botschafter die große Achtung hervor, die der verstorbene Feldmarschall für die Lei st ungen seiner Gegner im Weltkriege empfand, und erwähnte die bisher nicht bekannte Tatsache, daß Hindenburg, als Marschall F o ch im Sterben lag, sich nach dem Befinden Fochs erkundigen und ihm seine besten Wünsche für seine Wiederher st ellung übermitteln ließ. Foch war durch diese Teilnahme tief gerührt und entsandte einen General zum Botschafter, um sich für Hindenburgs Teilnahme zu bedanken. Oie Trauerfeiern im Ausland tleberall herzlichste Anteilnahme an der Trauer des deutschen Volkes treter des Königs General Kostitsch, die gesamte Regierung, Vertreter der Armee und der Behörden teil. Zu der Trauerfeier in Alexandrien waren als Vertreter des Königs Hofmarschall Sulfikar Pascha, Ministerpräsident Abdel Fatah Jachja Pascha, das gesamte Kabinett und der britische Oberkommissar mit seinem Stab erschienen. In Washington nahm Außenminister hüll als Vertreter der Regierung teil. Präsident Roosevelt, der zur Zeit auf einer Inspektionsreise im Mittelwesten weilt, hat einen großen Kranz übersandt. Die Feier wurde verschönt durch Darbietungen der Paradekapelle der Bundesarmee. In Mexiko fand die Feier auf dem Deutschen Friedhof vor dem Kriegsdenkmal statt. . In der Kathedrale in Kalkutta würdigte der Erzbischof von Kalkutta den verstorbenen Generalfeldmarschall als Soldaten, Staatsmann und Patrioten. An der Feier nahmen Vertreter der indischen Zentralregierung und der Provinzialregierung, sowie der Militärbehörden und der Geistlichkeit aller Konfessionen teil. Auch in China und Japan fanden zahlreiche Trauerfeiern statt. In Tokio wohnten Prinz und Prinzessin Tschitschibu und als Vertreter des Kaisers Ministerpräsident Okada dem Gottesdienst bei. Da hier die Reichstagsrede des Führers übertragen wurde, hörten viele Japaner zum erstenmal die Stimme des Führers und Reichskanzlers. Aehnliche Feiern fanden in Peiping, Schanghai, Kanton, Tfchingtau, Nanking und anderen Städten statt. Oer Trauergottesdienst in Wien. Wien, 7. Aug. (DNB.) Zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg fand heute in der evangelischen Stadtkirche ein feierlicher Trauergottesdienst statt, zu dem die deutsche Gesandtschaft eingeladen hatte. An der Trauerfeier nahmen der Bundespräsident M i k - las, Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Vizekanzler Fürst Starhemberg, sämtliche Mitglieder der Bundesregierung, das Diplomatische Korps, der erste Bürgermeister von Wien, Schmitz, die Generalität und die hohe Beamtenschaft teil. Die deutsche Gesandtschaft und die deutsche Presse, sowie die deutsche Kolonie waren vollzählig erschienen. Die Trauerrede hielt Oberkirchenrat Dr. Stöckel, der die Bedeutung dieses großen deutschen Mannes für das deutsche Volk, sein wahres Christentum, seine unwandelbare Treue zu $o!E und Vaterland in tiefbewegten Worten hervorhob. Der Staatschor begleitete die Trauerfeier mit kirchlichen Gesängen. Große Trauerfeier in Tieuyork. Ne un o r k, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Arn Dienstagabend veranstalteten die „F r e u n d e des neuen Deutschlands" im Madisons Square Garden in Long Island eine T r a u e r f e l e r für , den Reichspräsidenten von Hindenburg. An der Kundgebung nahmen eine Abordnung der American Legion und über 20 000 Pionen teil. Die Feier endete mit einem überaus ßmöruasool* len Fackelzug mit 1000 uniformierten Tellnehmern. Die Zuschauer ehrten stehend die mitgefuhrten Fahnen durch den deutschen Gruß. ... Die Morgenblätter bringen z a h l r e l ch e B l l 0 - telegramme von der Beisetzung Hindenburgs und eingehende Schilderungen der letzten Feierlichkeiten in Deutschland, sowie über die Gedenkkundgebungen in allen Weltteilen. An der Trauerfeler -in der Neuyorker St. James-Kirche beteiligten sch die Angehörigen des deutschen Generalkonsulats die konsularischen Vertreter von 22 Staaten, sowie . Abordnungen des amerikanischen Heeres, der Flotte, ! der Polizei und der deutschen Verelne Neuyorks. Der Gottesdienst wurde vom Präsidenten der gereinigten Lutherischen Kirchen Amerikas, Dr. K n u - bei, gehalten. ______ Das Agrement für von papen erteilt. Wien. 7. Aug. (B71B.) AmIIich wirb »erlauf- bart: Wie die politische Korrespondenz erfahrt, hat die österreichische Bundesregierung das angesuchte Agrement Ernennung des deutschen Vizekanzlers ^anz von Papen zum Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten W.nl ter des Deut- schen Reiches in Wien erteilt. Otto von Habsburg in Italien. London, 7. Aug. rogramm. Donnerstag, 9. August. 5.45 Uhr: Choral — Zeitangabe Wetterbericht. 5.50: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Früh. Meldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten.' 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Aus dem Festspiel- haus: Reichssendung: Der Ring des Nibelungen. Von Richard Wagner. Dritter Tag: Götterdämmerung. 22.30: Nachrichten. Freitag, 10. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der Frau. Die kleine Chronik der Anna Magdalena Bach. Eine Hörfolge. 15.20: Kunstbericht der Woche. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Zum Gedächtnis Berthold Ottos (geb. 6. August 1859). Von Dr. Gg. Friedr. Muth, Friedberg. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Stunde der Jugend. 18.25: „Don der Bedeutung und den heutigen Aufgaben der Handweberei". Ein Dreigespräch. 18.50: Griff ins Heute. 19: Lieder und Balladen. 19.45: Reichssendung: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15- Die kleinen Verwandten, Lustspiel von Ludwig Thoma. 21: Konzert. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Konzert. 23: Schleswig-Holstein, meerumschlungen. Hörfolge. 24 bis 1: Nachtmusik. Wettervoraussage. Da sich über Süddeutschland noch flache Störungen bewegen, bleibt zunächst das Wetter etwas unruhig, so daß vorübergehend Bewölkung aufkommt, die stellenweise auch Anlaß zu Gewitterstörungen geben dürfte. Durch die Südseite des über Südskandinavien lagernden Hochdruckgebietes erhält aber Deutschland meist östliche Luftzufuhr, wodurch nach Beseitigung der Störungstätigkeit im wesentlichen aufheiterndes und warmes Wetter zu erwarten ist. Ein neues bei Island erschienenes kräftiges Tief läßt aber eine Schönwetterlage auf längere Zeit nicht zu und wird späterhin eine Abschwächung des hohen Druckes herbeiführen. Aussichten für Donnerstag: Vorübergehend gewitterhafte Bewölkung und Neigung zu etwas Gewitterregen, im wesentlichen aber warm, trocken und sonnig. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen . Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sänstlich in Gießen. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erzeugnisse. 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Solche durch Wind und Wetter zerzausten und durch die Einwirkung der Sonne umgefärbten Plakate und Inschriften verschandeln in oft geradezu erschreckender Weise das Landschafts- und Straßenbild in Dorf und Stadt. 4586C Entsprechend einem Ersuchen des Herrn Reichs- mimfters für Volksaufklärung und Propaganda beauftragt das Kreisamt Alsfeld die Bürgermeistereien daher, Sorge dafür zu tragen, daß diese Ueberbleibsel nunmehr restlos verschwinden. Die Bürgermeistereien des Kreises wollen bis zum 10. August 1934 berichten, was und mit welchem Erfolg in dieser Angelegenheit veranlaßt worden ist. Kreis Schotten. Polizeiverordnung zum Schuhe der Bienen. Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, des Art. 37 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904, in der Fassung vom 27. Juni 1923 sowie des Art. III der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen, vom 6. Februar 1924, wird mit Zustimmung des Kreis- ausschuffes und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung la (Polizei) und Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) vom 14. Juli 1934 zu Nr. le 15 864 für den Kreis Schotten verar-net. § 1. Zum Schutze der Bienen ist es verboten, arsenhaltige Pflanzenschutzmittel unmittelbar in die offene Obstblüte jeder Art zu spritzen oder zu stäuben. § 2. Bäume, die in einer Entfernung bis zu 100 m von Bienenständen stehen, dürfen nur abends nach Beendigung des Fluges nach vorheriger Verständigung des Imkers mit arsenhaltigen Mitteln gespritzt oder bestäubt werden. § 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM., im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 14 Tagen, bestraft. § 4. Diese Polizeiverordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Amtsoerkündigungsblatt für den Kreis Schotten in Kraft. 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M. 183 Zweites Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzelger für Vberheffen) Mittwoch, 8. August Gießen im Zeichen der Trauer um den Reichspräsidenten. Unsere Stadt Gießen stand gestern ganz im Zei-ilischen Erlebnis der Volksgenossen kam das man» chen jenes Ernstes, von dem der Tag der Beisetzung nigfache äußere Bild, das wohl dazu beitrug, nie» des Reichspräsidenten GeneralseldmarschaU v o n manden vergessen zu lassen, welche Bedeutung den Hindenburg erfüllt sein mußte. Zum tiefen fee-!Stunden dieses Tages zu eigen war. Dankbar gedächten wir heute derer, die für das neue Deutschland ihr Blut gaben, bis dem Führer Adolf Hitler nach einem klar, zielbewußt und unbeirrbar geführten Kampfe der Sieg zuteil wurde. stück beschlossen hatte, folgte nach einer Pause zu« nächst die Rundfunkübertragung der feierlichen Ueberführung der sterblichen Hülle des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg von Neudeck nach dem. Tannenberg-Denkmal. Die Uebertragung wurde mit großem Ernst verfolgt. Mit nicht weniger großem Ernste hörte die große Zuschauermenge dann die Wiederholung der Rundfunkübertragung von der Trauerfeierlichkeit im Tannenberg-Denkmal. Die Trauerfeier der SA k andächtig lauschte man der Grabrede des Geist-l noch im Bild berichten. Die Trauerfeier der PO Dann und die ernste Stimmung vertiefen half. Teil Aus der Provinzialhauptstadt durch Oberbürgerden Beigeordneten Insgesamt hatten Tiefer Ernst beherrschte die Menschenmenge als i des eindrucksvollen Aufmar cyes zu i ' ; - die ersten Klange des Traurrmarfchrs ertönten ent- be,mar>ch bildete den Absch uh t’mOrg«n btößten Hauptes wurde das „Vaterunser gehört, «A. lieber den Vorbeimarsch weroe U Schon zu früher Stunde belebten viele uniformierte Angehörige der nationalen Verbände das Bild unserer Straßen. Der schwarze Trauerflor bedeckte die Armbinden. An ihren Sturmlokalen sammelte sich gegen 10 Uhr die SA. in Stürmen, um dann zum Landgraf-Philipp-Platz zu marschieren Dort wurden in feierlicher Form die Standarte und die Sturmfahnen übernommen. Dann setzte sich die gesamte Gießener SA. unter der Führung des Führers der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, und in Anwesenheit des Vertreters der Brigade, Sturmbannführer E i ck Bad-Rauheim), zum Trieb vor der Dolkshalle in Bewegung. Das Feldzeichen der Standarte 116 wurde vorangetragen. Die Sturmfahnen flatterten im Winde Die Fahnen fpitzsn trugen den Trauerflor. In einer großen Gemeinschaft, die sich dort oben zusammenfand, hörte man die Uebertragung der Trauerfeier vom Tannenberg-Denkmal durch den Rundfunk. Neben der SA. nahmen noch zahlreiche andere Verbände an der Feier teil. Der Arbeitsdienst war mit einer starken Abordnung vertreten, die Technische Nothilfe war erschienen, die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsoereine nahm teil; sämtliche Organisationen waren mit ihren Fahnen gekommen Der Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm), der der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine ungegliedert ist, trat Blick auf die riesige Menschenmenge bei der Trauerfeier an der Dolkshalle. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Die Nacht war inzwischen hereingebrochen. Im Lichte einiger Fackeln leuchtete mystisch das Rot der Fahnen Nachdenklich und in ernstester Stimmung machte sich wohl jeder auf den Heimweg. lenen Raum. Oie Llebertraqung her Veier. Als Mahnung und Leitstern für die Zukunft war gestern auch die Ansprache des Reichspräsidenten von Hindenburg, die er am 11. November 1933 an die deutsche Nation hielt, in einer Rundfunkübertragung zu hören. fremden Macht — Geschäftssorgen, ober wie man sie nennen mag — unterkriegen lassen. Das fühlst du auch, willst es aber nicht eingestehen. Deshalb müssen andere unter deiner schlechten Laune leiden. Du hast in einer wichtigen Minute nicht die rechte Antwort geben können, du bist stecken geblieben. Du hast vergessen, daß man seine Geschäftssorgen in dem Augenblick hinter sich lassen muß, sobald man die Flurtür aufschließt. Besser ist es noch, wenn es vorher geschieht, beim Verlassen des Büros. Mit einem hellen Gruß mußt du in den Streis deiner Familie treten und ein fröhliches Gesicht zeigen. Frau und Kinder sorgen dann schon für eine gute Fortsetzung. Beim Mittagsmahl soll es munter zugehen. Und wenn du dann nach dem Essen mit deiner Frau stille Zwiesprache halten willst, und du auf ihren Rat hörst, sieht die Sache wesentlich anders aus. Du findest hier in den meisten Fällen die beste Hilfe. Sorge also dafür, daß du im entscheidenden Augenblick den Kampf aufnehmen kannst, daß du Herr über dich selbst und deine Sorgen wirst, ein froher Nachmittag wird dich sicher dafür entschä- digen. Selbst wenn es in unserm Innern noch Zum Gedenken des verstorbenen Reichspräsidenten und der Gefallenen des Weltkrieges senken sich die Fahnen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Während des Gebets. Im Vordergrund links Standartenführer Lutter, ihm gegenüber (in Uniform) Oberburger, meister Kreisleiter z. b. V. Ritter, links daneben Beigeordneter Bartholomaus. (Aufnahme: Photo-Pfaff.) meister Ritter und durch Bartholomäus vertreten „ . sich schätzungsweise 5000 bis 6000 Volksgenossen eingefunden. Unmittelbar vor dem seitlichen Eingang der Dolkshalle hatten die Fahnenträger Aufstellung genommen. Das Feldzeichen der Standarte stand stir jeden Dolksgenossen sichtbar im freigehal- in starker Formation an Die Jugendorganisationen, Hitler-Jugend und BDM., nahmen ebenfalls teil. Zur Teilnahme an der Feier waren außerdem Beamte der Polizei erschienen Städtische und staatliche Behörden hatten ihren Beamten Gelegenheit gegeben, die Uebertragung anzuhören. Viele Volksgenossen, die die geschichtliche Stunde ebenfalls miterleben wollten, säumten den Platz. Die Stadtverwaltung war Im Anschluß an die Feier trat die SA. den Rückmarsch zur Stadt an. Die Standarte und die Sturm- sahnen wurden wieder vorausgetragen, und in langen Kolonnen folgten die Stürme und die Vereine. Der Marsch führte durch die Kaiserallee über den Ludwigsplatz, durch die Ludwigstraße und die Bleichstraße zum Seltersweg und durch die Son- nenstraße über den Brandplatz zum Landgraf- Philipp-Platz. Hier nahm der Führer der SA.- Standarte 116, Obersturmbannführer Lutt e r, den Vorbeimarsch ab, der die SA. in straffer Haltung und in vorbildlicher Disziplin zeigte. Waren schon die Straßen, die von den Kolonnen passiert wur- den, von zahlreichen Einwohnern dicht ge aumt, so hatten sich auf dem Landgraf-Philipp-Platz viele Hunderte von Volksgenossen eingefunden, um Zeuge des eindrucksvollen Aufmarsches zu sein. Der Vor- Nachdem das Orchester des Stadttheaters diesen der Feier mit einem weiteren ernsten Musik- schen Volkes erlebt. Das Wort „Die Treue ist das Mark der Ehre!" solle uns in dieser ernsten Stunde eingehämmert sein, wir sollten uns dessen bewußt sein, daß wir nicht Selbstzweck seien, sondern daß unser Leben im Dienste an unserem ganzen Volk stehen müsse, denn nur im Dienste des Volkes sei unser Leben lebenswert. So wollten wir Gott bitten, uns die Kraft zu geben, dem Führer helfen zu können an der Vollendung seines Werkes. Uns alle erfülle der Glaube, daß es dem Führer gelingen werde, die europäischen Völker zusammen- zuführen und ihnen zu helfen aus der Wirrnis der Gegenwart. So müßten wir das Bekenntnis erneuern, daß unser ganzes Leben dem Führer geweiht sei im Willen, dem Daterlande zu dienen. Oie Llebertraaung. Nachdem den Volksgenossen bereits zur Mittagsstunde Gelegenheit gegeben worden war, der Rundfunkübertragung von der Trauerfeier ^ Tannenberg-Denkmal vor den auf dem Landgraf-Philipp- Platz angebrachten Lautsprechern zu folgen, sand am Abend eine zweite große Uebertragung statt, die insbesondere für jene Volksgenossen gedacht war. die infolge ihrer beruflichen Inanspruchnahme keine Gelegenheit hatten, der ersten Uebertragung beizuwohnen. Die Kreisleitung der NSDAP, hatte hierzu ihre sämtlichen Gliederungen eingeladen Es nahmen die vwr Gießener Or s- gruppen, die Mitglieder der NSBO., der Arbeitsfront, der NS.-Hago, des NSLB. und der NS.- Beamtenschaft teil. Die SA stellte einen Ehrensturm, die SS. nahm teil, Hitler-Jugend war mit vielen Mannen aufmarschiert, der BdM. fehlte auch bei dieser Feier nicht. Das Arbeitsdienstlager war ebenfalls vertreten Viele Volksgenossen hatten sich außerdem eingefunden, so daß der Landgraf- Philipp-Platz eine große Menschenmenge vereinigte. Auch zu dieser Feier waren von den einzelnen Organisationen die Fahnen entrollt worden. Der Platz war der Bedeutung des Tages entsprechend würdig geschmückt. Unmittelbar vor dem Denkmal der gefallenen 116er war, dem Brand- platz zugewandt, eine hohe Wand aufgerichtet worden die mit Hakenkreuzfahnen bespannt war, deren jede einzelne mit einem breiten Trauerflor versehen mar Von vielen Masten flatterten die Fahnen, halbmast gehißt. Ein großes Podium und eine Rednertribüne waren erstellt worden Den Uebertragungen, die der Abend bringen sollte, ging eine Trauerfeier der NSDAP, voraus Diese Feier wurde eingeleitet mit der „Hamlet-Ouverture", die von dem Orchester des Stadttheaters hervorragend wiedergegeben wurde Kritische Augenblicke. Du kommst von deinem Büro oder aus deinem Geschäft nach Hause, noch ganz erfüllt von Geschäfts- und Berufssorgen. Irgend etwas hat heute wieder nicht geklappt Du schließest die Flurtur auf, wirfst die Aktentasche auf den Tisch des Vorplatzes Aus der Küche kommt zufällig der Geruch von angebranntem Fett. In deinem Aerger denkst du sofort an ein mißratenes Mittagessen und brummst: „Auch das noch!" Deine Frau bekommt kaum einen Gruß. Die Kinder toben im Zimmer. Du schreist sie an und forderst Ruhe. Dann sitzest du auf dem Sessel und überlegst noch einmal, wie man das Geschäft ordnen könne. Den Ruf zum Mittagessen überhörst du, bekommst dadurch eine kalte Suppe und eine unfreundliche Bemerkung von deiner Frau .. Und weiter? Der ganze Nachmittag ist dir verleidet. Du schiebst alles auf deine Familie, die nicht Anteil nimmt an deinen Sorgen, gehst mißmutig aus und kommst unfroh zurück ... Daß du aber selbst an allem schuld bist, willft du nicht einsehen. Und doch ist es so Du bist im kritischen Augenblick, als du heimkehrtest, nicht Sieger über dich selbst gewesen. Du hast dich von einer Ls sei Licht geworden in deutschen Landen, als sich der Reichspräsident und der Führer des neuen Deutschland die Hände reichten zu treuem Bunde. Noch stünden wir mitten im Läuterungsprozeß, aber schon seien viele Millionen Menschen zurück- aeführt worden zur Heimat und zum deutschen Boden. Der Verstorbene, der vor über 50 Jahren die Einigung der deutschen Stämme habe erleben dürfen, habe nunmehr auch die Einigung des deut- Hilfsbereite Sanitätsmannschaften bei den Feiern. Die große Wärme, die insbesondere gestern um die Mittagsstunde — zur Stunde der Feier an der Volkshalle — wie auch noch am Abend herrschte, machte es notwendig, daß umfangreiche Sanitäts- wachen gestellt werden mußten. Während der Feier an der Volkshalle versahen die Sanitäter der SA. den Hilfsdienst und die Mannschaften mußten in vielen Fällen (meist Ohnmachtsanfällen) helfend eingreifen. Während der Feier auf dem Landgraf- Philipp-Platz stand die Freiwillige Sanitätskolonne mit einem Zug von 36 Mann zur Hilfeleistung bereit. Auch hier mußte in zahlreichen Fällen ein» gegriffen werden. Die uns allen schon fast zur Selbstverständlichkeit gewordene stete Hilfsbereitschaft der Sanitäter, ohne deren unauffällige, stille und doch so energische Mitarbeit eine größere Veranstaltung nicht zu denken ist, verdient dankbare Anerkennung. sprach Oberbürgermeister Ritter. Er stellte feinen Worten den bekannten Ausspruch des verstorbenen Reichspräsidenten von S) 9 voraus' „Die Treue ist das Mark der Ehre! Nach diesen Worten habe der verstorbene R-'ch-pr->f^ bent stets gehandelt. Der in diesen Borten zum Ausdruck kommenden geistigen Haltung sei der ver- ftorbene Reichspräsident in fernem ganzen Leben gerecht geworden. Erschüttert trauere das ganze deutsch? Volk um diesen Mann, der uns zum Symbol der Treue und der Pflichterfüllung ge- worden sei Und wenn wir nun -uru-U.-.n, bann ^kennen wir die ^ugun« d f) • roerbeh„ immer wieder zu einem lasfen. e„nrmori Säken umrih der Redner In wenigen PP. verewigten. Selbstlos und dann das Leb für'sich beanspruchen zu FräSw&S“"- ber Krieg z < ^eer ,n völliger Ordnung N Heimat zu^ruckfuhN-. Jeder einzelne Mann h’^r^nud) fei hsein Handeln bestimmt gewesen soldatischen Denken. Leidenschaftslos Treiben ber Parteien beobachtet, selbst habe er das deutschen Volke ab- stets bem 9 » । . . rein ganzes Streben gerichtet BÄk?u'nbill'zu'°r,paren Un'd dann bade er als gereifter Mann auf der Hohe seines ßebens den Pulsschlag einer neuen Zeit verspürt. lichen, und gemeinsam wurde das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" gesungen Ergriffen lauschten die Zuhörer den Worten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der das Leben des Reichspräsidenten umriß und feine hohe, pflichtgetreu erfüllte Mission kennzeichnete. Mit zum deutschen Gruß erhobener Hand hörte man das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied in der Uebertragung, still hatte man beim Lied vom guten Kameraden des Heimgegangenen und der Gefallenen gedacht Beschlossen wurde die Feier durch den gemeinsam gelungenen Vers des Horst-Wessel-Lie- des Das Orchester unseres Stadttheaters spielte die Weise. Nach der Uebertragung der Feier hielt Standartenführer Cutter eine kurze Ansprache, in der er des verstorbenen Reichspräsidenten gedachte „Der Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist tot. Es lebe der Führer! Unserem Führer schwören wir aufs Neue die Treue nach dem alten nationalfozia- listischen Brauch mit einem „Sieg-Heil!" Glockengeläut — Verkehrspause. Punkt 11.45 Uhr begannen von den Türmen der Kirchen die Glocken zu läuten Gleichzeitig wurde für eine Minute jeder Verkehr in den Straßen unterbrochen und jedermann gedachte in einer Minute der Stille des teueren Toten und der Gefallenen des Weltkrieges. Isorbe marsch der (Statt »orte. t ' ' 4 kocht, muffen wir nach außen Ruhe und Selbst« sicherheit zeigen. Sich selbst bezwingen, mag schwer, unter Umständen sogar sehr schwer sein; aber schon das Bewußtsein: So schnell lasse ich mich nicht unterkriegen! ist allein viel wert. k. Tierschutz im Gommer. RVH. Verwehrt euren Tieren niemals, den Durst zu löschen. Sorgt durch ständige Bereitschaft von Wasser dafür, daß sie nie Qualen des Durstes erleiden müssen. Bei Fahrradausflügen sorgt, daß euer Hund zu Hause bleibt. Laßt ihn nicht hinter der Straßenbahn herlaufen. Laßt euren Kettenhund, besonders bei großer Hitze, einige Stunden frei. Pferde und andere Tiere, die warten müssen, führt an einen schattigen Ort. Wascht eurem Pferde nach jeder größeren Fahrt Augen und Nüstern mit einem reinen nassen Schwamme. Stutzt dem Tiere den Schweif nicht (es ist das eine Modetorheit), es verliert dadurch das natürlichste Mittel zur Abwehr der Insektenplage. Kanarien- und andere Vögel setzt nicht den unmittelbaren Sonnenstrahlen aus. Gold- und anderen Fischen gebt genügend Raum und haltet sie im Halbdunkel. Bei längeren Ausflügen übergebt eure Tiere anderen sorgenden Händen. Sommerfrisckler, nehmt euch auf der Reise der Sache des Tierschutzes an und weckt das Verständnis für das Recht der unterdrückten Tiere, barmherzig behandelt und nicht vernachlässigt zu werden. Bornonzen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mensch ohne Namen". * ** Finanzamtspersonalie. Steuersekretär Wilhelm Hahn vom Finanzamt Gießen wurde unter Beförderung zum Steuerinspektor an das Finanzamt Dieburg versetzt. Oer Reichsparteitag 1934. Das Gaupresseamt teilt mit: 1. Die Kreisleitungen bestimmen für den Reichs- Parteitag je einen Kreistransportfüh- r e r. Dieser hat eine entsprechende Armbinde während der ganzen Dauer des Reichsparteitages zu tragen. Derselbe ist für Ordnung und Disziplin der Teilnehmer aus seinem Kreis verantwortlich. Dieses Amt ist tunlichst durch den Kreisausbilder zu besetzen. 2. Die nachstehenden Kreisleitungen stellen je einen Zugbegleiter und einen Stellvertreter, und zwar: Kreis Worms für Zug Nr. 621 ee Frankfurt •• II n 732 Dillenburg II II n 733 Wiesbaden 734 ■ ■ Mainz II H ii 735 ,1 Frankfurt II ii 736 U Darmstadt II ii 737 II Limburg II H ii 738 ' II Gießen ii 739 Weilburg 740 II Offenbach II II ii 741 ,, Frankfurt M „ 742 Der Zugbegleiter ist während der Hin- und Rückfahrt für Ordnuna und Disziplin verantwortlich. Der Zugbegleiter und sein Stellvertreter tragen eine Armbinde nur während der Eisenbahnfahrten. 3. Marschteilnehmer haben im Dienst- anjug der PO. zu erscheinen, und zwar: Schwarze Stiefel, braune Hose, Bluse mit Dienstgradabzeichen, Tellermütze, Koppel, vollständige Rücken- ausrüstung (Tornister, Zeltbahn, Decke sdiese ist in die Zeltbahn einzurollenj, Kochgeschirr, Brotbeutel, Trinkbecher sEhbesteck ist mitzubringenj). Die Marschteilnehmer sind geschlossen bei der Hin- und Rückfahrt zum Bahnhof zu führen und auch geschlossen im Abteil des Zuges unterzubringen. Koffer, Pakete usw. dürfen nicht mitgenommen werden. Alkoholgenuß während der Eisenbahnfahrt ist untersagt. 4. Musikzüge: Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Kapellen, die mitgenommen werden, die vorschriftsmäßige PO.-Uni- form tragen müssen mit entsprechenden Schwalbennestern. 5. Die Armbinden mit entsprechendem Aufdruck werden vom Gauorganisationsamt den Kreisleitungen übersandt. 6. Die Kreisleitungen melden bis zum 12. August an das Gauorganisationsamt die Namen der Kreistransportführer, sowie der Zugbegleiter und deren Vertreter. Die Aufgabe derLandeshandwerksMer. Von dem Landeshandwerksführer Hessen wird uns geschrieben: Der Reichshandwerksführer hat im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister nach vorheriger Fühlungnahme und Bestätigung mit den Gauleitern der NSDAP, am 11. Mai 13 Landes- Handwerksführer ernannt. Die Landeshandwerksführer sind Beauftragte des Reichshandwerksführers. Ihre staats- und verwaltungsrechtliche Stellung und die Rechtsquelle ihrer Amtsausübung leitet sich aus dem Gesetz über den vorläufigen Aufbau der hand- werksorganifalion vom 29. November 1933 her. Die Aufgaben der Landeshandwerksführer sind wichtig und vielseitig. Zunächst haben sie als Beauftragte und Bevollmächtigte des Reichshandwerksführers die Perfonalpolitit handwerklicher Oraani- fationen und Körperschaften zu regeln. Die Aus» wähl der Führer und der Vorstandsmitglieder, sowie aller Mitarbeiter in leitenden Stellungen der handwerklichen Organisationen kann nur im engsten Einvernehmen mit der jeweils zuständigen PO.-Leitung erfolgen. Dieses Einvernehmen sicher- zustellen und die ganze Führungsfrage der örtlichen und bezirklichen Handwerksorganisationen immer unter die Parteiautorität der PO.-Leitung zu stellen, ist die vornehmste Aufgabe des Landeshandwerksführers. Die Landeshandwerksführer übernehmen auch gemeinsame handwerkspolitifche Aufgaben, die bisher über viele oder mehrere Körperschaften des Handwerks in allen Bezirken verteilt waren. So wird u. a. die Versorgung der Tagespresse mit Material über alle Handwerksfragen einheitlich vom Landeshandwerksführer geleitet. Diese Aufgaben gehen, soweit sich bisher andere Körperschaften des Handwerks damit befaßt haben, restlos auf den Landeshandwerksführer über, um die Einheit über alle grundsätzlichen Fragen nationalsozialistischer Aufbaupolitik, soweit sie das Handwerk betreffen, sicherzustellen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Landeshandwerksführers liegt auf dem Gebiete der Förderung der Handwerkswirtschaft und damit gleichzeitig der Arbeitsbeschaffung. Neuregelung der Bauwirtschaft unter Bereinigung aller liberal!stisch- kapitali- stischer Baufinanzierungsmethoden wird ebenfalls ein wichtiges Arbeitsgebiet darstellen. Dann wäre noch zu bemerken, daß alle wirtschaftlichen Aufgaben, soweit sie seither von den Handwerkskammern wahrgenommen wurden, auf den Landeshandwerksführer übergegangen sind. Für die Landeshandwerksführung Hessen gilt es nun, mit verstärkter Kraft und äußerster Aktivität den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf breitester Basis welterzu- führen, insbesondere dafür zu sorgen, daß auch für die Dintermonale Arbeitsplätze für die Handwerksgesellen sichergeslelll werden können. Dieser Kampf wird in enger Zusammenarbeit mit dem Gaukontrollamt für Arbeitsbeschaffung dek NSDAP, geführt werden. Die Landeshandwerksführung Hessen will niemals eine reine Interessenvertretung für einen Be- rufsstand darstellen, sondern in enger Zusammen- arbeit mit allen anderen schaffenden Ständen mit an dem Aufbauwerk zur Gesundung der deutschen Volkswirtschaft beitragen. S.jfxfport Das 1. Tennisturnier der DT. in Bad-Nauheim. Am 18. und 19. August führt die Deutsche Tur- nerschaft zum 7. Male ihr Tennisturnier durch, das diesmal in Bad-Nauheim abgewickelt wird. Im Mittelpunkt steht wieder ein Turnier der Gaumann s ch a f t e n, für das bereits am letzten Sonntag in Stuttgart, Hilden, Gotha und Stettin Ausscheidungsspiele ausgetragen wurden. Die „letzten Vier", die in Bad-Nauheim zur Vorschluß- und Endrunde antreten, sind die Gaue Württemberg, Niederrhein, Nordmark und Pommern. Ruhetag bei den deutschen Tennismeisterschaften. Am Dienstag wurde bei den Internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland, anläßlich der Beisetzung unseres Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, ein Ruhetag eingelegt. Vom Montag ist noch nachzutragen, daß im Gemischten Doppel die Titelverteidiger Frau Sperling - v. Gramm ihre Gegner Weber - Pachaly mit 6:3, 6:2 besiegen konnten. Im Dameneinzel wurde das am Sonntag abgebrochene Spiel Frl. Sander gegen Frl. Krüger zu Ende geführt. Frl. Sander gewann in zwei Sätzen 9:7, 7.5. Tennisländerkampf Deutschland-England. Die beiden Mannschaften. Arn 14. und 15. August findet in Hannover ein Tennisländerkampf zwischen Deutschland und England statt, für den jetzt die beiden Mannschaften namhaft gemacht wurden. Für Deutschland spielen: H. Henkel, H. Denker, W. Menzel und Tübben bei den Herren, für die Damenkämpfe sind vorerst Cilly Äußern und Marielouise Horn aufgestellt, zü denen noch zwei weitere Spielerinnen kommen. Die englischen Farben vertreten bei den Herren Tuckey, Tink- ler, Hare und Cooper und bei den Damen Scri- ven, Lyle, Hardwick und Dearman. 14. Gießener Herbstregatta. Am Sonntag, 26. Auaust wird die - Gießener Herbstregatta zur Durchsühruna gelangen. Die Herbstregatta, die Regatta des Lahn-Regatta-Ver- bandes, wird ausgerichtet durch den Verein Rudersport Gießen 1913 und Akademische Ruderabteilung und ist, wie üblich, offen für alle deutschen Rudervereine. Bereits vor einiger Zeit gelangten die Ausschreibungen zum Versand; die Meldungen sind zum größten Teil abaegeben, so daß am Abend des Tages des Meldeschlusses, am 15. August, die Startverlosung stattfinden kann. Für die Regatta sind 20 verschiedene Rennen aus- geschrieben und zwar folgende: Lahn-Jungmann- Vierer (Dritter Jungmann-Vierer), Zweiter Vierer, Jugend-Gig-Dierer (1000 Meter), Lahn-Vierer (Zweiter Vierer), Herbst-Jungmann-Einer, Herbst- Jungmann-Achter, Erster Jungmann-Vierer, Herbst- Vierer (Dritter Vierer), Junior-Dierer, Herbst- Einer, Vierer-Kurzstreckenrennen (600 Meter), Erster Vierer um den Hessischen Staatspreis, Herbst-Achter (Dritter Achter), Herbst-Anfänger- Vierer, Lahn-Achter (Zweiter Achter), Lahn-Einer, Zweiter Jungmann-Vierer, Ermunterungs-Vierer, Großer Achter, Schluß-Achter (Dritter Achter). lieber das Melde-Ergebnis und die Startverlosung werden wir zu gegebener Zeit berichten. Kurze Gportnotizen. Zw ei neue We ltrekorde gab es beim Amerikanersportfest in Oslo. Nach dem phantastischen Kugelstoß von Jack Torrance mit 17,40 Meter lief jetzt Beard die 110 Meter Hürden in 14,2, während die Amerikaner Peacock, Cane, Harbin und East- man in der Schwedenstaffel (400, 300, 200, 100 Meter) einen neuen Weltrekord mit 1:53,3 Minuten schufen. , Eine Hockey-Weltmeisterschaft soll künftig im Abstand von je vier Jahren, erstmals 1938 in Holland, stattfinden. Die Entscheidung über diese Frage fällt bei der internationalen Hockey- tagung im November. Großkampftage der europäischen Schwimmereliie Europameisterschaften in Magdeburg. Die diesjährigen Schwimm-Europameisterschaften finden vom 12. bis 19. August in Magdeburg statt. Wie der Magdeburger Arbeitsausschuß berichtet, steht bereits die Beteiligung von vierundzwanzig europäischen Nationen fest. Hundert ausländische Pressevertreter sind schon angemeldet. Am 11. August wird der Kongreß der europäischen Schwimmliga tagen. Tags darauf beginnen dann die Wettkämpfe, während am Nachmittag die feierliche Eröffnung mit dem Einmarsch der Teilnehmer vor sich gehen wird. Den Schluß der Veranstaltung soll am 20. August eine Harzfahrt für alle Teilnehmer bilden. Für die Damenwettkämpfe sind die holländischen Schwimmerinnen besonders aussichtsreich. Der hol- länbische Verband wird daher sämtliche Damenwettbewerbe doppelt besetzen. Ferner entsendet erfreulicher Weise Holland nun auch noch eine Wasserballmannschaft nach Magdeburg. Mit besonderer Erwartung sieht man der vielfachen Rekordschwimmerin Willie den Ouden und dem Kunstspringer S t o t y m entgegen. Der norwegische Schwimmerverband hat für Magdeburg vorerst die Kraulschwimmerin Edith Pete r f e n, den Brustschwimmer Norman und den Kraulschwimmer Gleiberg bestimmt. Die Zahl dieser Teilnehmer wird sich aber voraussichtlich noch erhöhen. Mit einem großen Aufgebot, nämlich mit nicht weniger als dreißig Schwimmern und Schwimmerinnen wird England vertreten sein. Die gesamte Truppe ist in London zu einem abschließenden Training zusammengezogen worden. Auch Dänemark hat zahlreich gemeldet, so für die 4 mal 200-Meter-Kraulstaffel, die Kraul- und Brustschwimmen der Herren, für die 4 mal 100-Meter-Damen-Kraulstaffel sowie für beide Kunstspringen. Um möglichst vielen Jugendlichen Gelegenheit zu bieten, diesen wichtigen internationalen Meisterschaftskämpfen beiwohnen zu können, hat man für sie ein großes Zeltlager, das Tausende beherbergen kann, errichtet. Meer. Von Waldemar Bonsels. Wie es ein Gespräch über das Leben und die Frauen so mit sich zu bringen vermag, fragte ick eines Nachts an Bord Cornell, weshalb er sich nicht verheiratet habe. Da erzählte er mir die Geschichte seiner Liebe, die vielleicht sonderbar ist, aber möglicherweise manches Mannes Geschick darstellt, das verborgene Schicksal mancher Menschen, die es verschwiegen oder halb bewußt im Unaussprechbaren bewahrt haben. Wir waren an Bord der Lutetia", eines nicht eben großen, aber tapferen Dampfers, der damals im Verkehr und Handel zwischen Hamburg und Nordbrasilien Dienste tat, einer Linie, die mit dem Krieg den deutschen Händen im Weltverkehr entglitt, wie so vieles andere auch. Cornell war geborener Engländer, jedoch von einer deutschen Mutter und in Deutschland erzogen worden. Er schwankte ein wenig im Wirkungsfeld der Anlagen und Aufgaben dieser beiden vetterlichen Völker umher, hier verpflichtet, die äußerliche Welt der Tat- fachen und Erscheinungen zu ordnen, dort, die Lichtgebiete der innerlichen Welt zu begreifen und die Erkenntnis höher zu werten als den Vorteil an oerganglicken Dingen. Wir schloffen uns einander ohne viel Worte an, und ich schätzte ihn sehr. J?^er ich lasse besser ihn selber seine kurze Geschichte erzählen. Wenn es mir gelingen sollte, mit meiner Wiedergabe etwas von seiner Art zu erhalten, so wird fein Gesicht deutlicher werden, als unter meinen Beschreibungen. Ihm lag wenig daran, seine Mittel, sich verständlich zu machen, einer besonderen Aussicht zu unterziehen, er sagte einfach, was er fühlte und sah und übertraf deshalb viele, die beim Erzählen über ihrem Willen zur Wirkung das Bild vergessen, das nur die geduldige Schau und die Andacht der Vorstellungskraft entwickeln. Er zündete die Pfeife an, und als das Flämmchen über dem Tabak aufleuchtete, sagte er: „Da betrachteten wir eben miteinander das Kreuz des Südens am Horizont über dem nächtlichen Meer, und nun hat die kleine Flamme in meiner Hand das gewaltige Sternbild des Himmels für eine Weile überstrahlt, so daß es unseren Augen unsichtbar geworden ist. Ist aber dies möglich, so möchte ich der Sinnenwelt und ihren Gaben nicht allzu hingegeben vertrauen, und doch sind wir im irdischen Gewese ohne dieses Vertrauen verlorene Leute. Da helfe uns Gott zwischen Zweifel und frommen Glauben, zwischen Einfalt der Hingabe und dem Zorn der Liebe. Ich glaube aber, den meisten hilft er deshalb nicht, weil sie ihm seinen Thron nach ihren Wünschen zurechtrücken." Das war viel auf einmal, und ich schwieg etwas! befangen. Das Kreuz des Südens war längst wie-1 der über dem Meer, am hohen Horizont aufge-1 taucht, dies schöne Himmelszeichen über den fernen Geheimnissen einer tropischen Welt. Das Meer lag so klar und ruhig, daß die Sternbilder sich darin spiegelten. Wir hörten in unseren Deckstühlen kein anderes Geräusch als das Rauschen des Einbruchs in Blau und Stille und Weite, den das Schiff auf seiner eifrigen und gleichförmigen Wanderung vornahm. Wenn man den aufgeworfenen Wellenbergen in ihrem Verlauf mit den Blicken folgte, so sah man, wie sie die Spiegelbilder der Sterne zuerst hoben und sanft und blank wiegten, um sie dann jählings in hellen Gischtbergen zu entstellen und ihre Gestalt zu vernichten. Alle gewohnten Verhältnisse und die alten Bindungen der Sinnenwelt hatten sich schon gelockert, eine neue Zuständigkeit der Dinge brach herein, die Fremde lockte und drohte. Nun hörte ich wieder Cornell: „Wir nannten die schöne Fremde „der Matrose", wir zehn Verschlagenen auf der „Bertha Almers", vor Gott weiß wieviel Jahren auf dem Atlantischen Ozean. Es waren außer ihr noch drei Weiber an Bord, die Frau des Kapitäns, ich glaube, er hatte sie mitgenommen, um sie bei Gelegenheit zu ertränken, und zwei junge dralle Frauenzimmer, die den Leuten in Küche und Kabinen halfen, bei allem. Wir segelten Gummi von Para, damals stand der Quark dort noch hoch im Wert, man raubte und baute noch nicht so ausgiebig in Afrika. Die Segel sollten dem Reeder Kohle sparen, aber die Zeit fraß den Vorteil wieder auf, und unsere Seelen dazu, die Zeit und die Aequatorsonne und die Untat der Windstille. „Der Matrose" war in Pernambuco zugestoßen, der Kapitän erklärte uns diesen weiblichen Passagier nur mit einem verlegenen Gebrumm, er schien selbst nicht recht zu wissen, wie er an den unerlaubten Fahrgast ge- raten war, der ihn mit merkwürdigen Kräften bestimmt haben mußte, eine Kabine herzugeben. JSie.rooKte in die Heimat, hatte aber keine, ähnlich wie wir alle Im Grunde kreisen wir nur um das Herz und kommen nicht in seine Tiefe, nicht zu seinem Wert. Die Menschheit ist noch zu jung, ich setze nicht viel auf sie. Wenn es mir vergönnt fein sollte, nach hunderttausend Jahren mal wieder vorzusprechen, werde ich sehen, da blüht vielleicht, was heute drängt und quält. Der „Matrose" saß allzeit allein an Deck, manch- mal lag ein Buch neben ihr, aber ich sah sie niemals lesen, sie nahm das Buch nur aus Schamgefühl mit sich, und hielt es in ihr Blickfeld, wenn I jemand an ihrem Liegstuhl vorüberkam. Zu Anfang I kreuzten sie allesamt bei ihr umher, später kam niemand mehr, denn ihr Gesicht hatte einen Ausdruck von solcher Traurigkeit, daß dir das Herz stillstand und du dich umschautest, als schautest du dich in der Welt um: Was war geschehen?! Mein Gott, was war hier geschehen? Es war ein wunderschönes Gesicht Da mich die Klage stärker lockt als der Jubel, hielt ich in ihrer Nähe aus, aber sie sprach nicht mit mir, und auf meine Anreden hin lächelte sie mich fort. Dies Lächeln hatte durch seine Absage eine solche Macht, daß ich Blut und Marter vergaß, aber zum ersten Mal in meinem Leben wollte, daß es einen Gott gibt. So saß ich denn stumm und still dicht bei Gottes Wiege, und meine Siebe wachte auf. Kam der Abend und das unbewegte Meer nahm die rote Sonne auf, ging die junge Frau langsam unter Deck und legte sich zur Ruhe. Heiland der Welt, welch eine Ruhe mag das gewesen sein! Warum wir sie „der Matrose" nannten? Vielleicht wegen ihres schlichten blauen Kleides, das sie nie wechselte, was weiß ich. Die Menschen retten sich gern in das Flachland der Albernheit, wenn Nähe und Ahnung einer großen Seele sie befällt. Und wie stand es denn mit mir? Ein Mann, der feine Kräfte fühlt, ist ein Narr, wenn er nach seinem Alter fragt. Das ist die Art der alternden Bürschchen, die sich pon den Weibern die Bestätigung ihrer Kraft erbetteln. Um die Vierzig herum muß ich gewesen sein, und mich quälte damals ein sonderbares Verantwortlichkeitsgefühl allem und jedem gegenüber. Das ging soweit, daß ich mich zuweilen bei den anderen entschuldigte, wenn schlechtes Wetter war. Torheit? Mag sein. Die ins Verwesliche verschlagene Liebe sucht oft abgelegene Heimwege. Aber es läßt sich vielleicht begreifen, wie solch ein Verantwortlichkeitsgefühl aufbrennt, wenn sich ein Hasen findet, wie dies zerstoßene Herz. Das war es bei dieser Frau, ich hatte es bald heraus: sie gehörte nicht mehr dazu, und war noch dabei. Da mußt du in grauen Haaren reisen, bevor du das begreifst; heiliger Vater, wo soll man da hin?! Derweil kochte und brodelte das Blut der Menschen auf unserer Dreimasterbark im Tropenfieber. Oft wußte ich nicht mehr, ob das Jaulen und Gezeter in den schwülen Nächten von einer Ziehharmonika stammte, die ein Irrer zerzerrte, von Raubtieren oder Menschen. Die Wache trug Karabiner, der Kapitän war Nacht für Nacht betrunken. Die Segel hingen wie Leichentücher über der Verwesung der Seelen. Unsere nackten Leiber beteten im Teufelsspuk der Nächte um Wind. Schnaps war verboten, aber immer vorhanden, als schwitze er aus den glühenden Teerplanken in die ausge- trockneten Mäuler. Der öde Singsang in der Dämmerung ging Nacht für Nacht in Gröhlen, Kreischen und Geraufe über, bis im Morgenlicht die liebe traurige Gestalt erschien. Ich hing mein Herz für immerbar an die Schweigende, und sie rettete meine Seele. Sicherlich hatte sie in ihrem zurückliegenden dunklen Schicksal die Schuld auf sich genommen, sie trug und trug die viel zu schwere Last. Als uns nach schrecklichen Wochen vor Biscaya der Südwest in die Nordsee trieb, war sie eines Morgens verschwunden. Wir suchten nicht lange. „Vergangen im Meer", sagten die Leute nach Art ihrer Sprache von See und Flut. Sie wollte fort ... Da wissen Sie nun meine Liebesgeschichte, andere t)ab’ ich nicht erlebt. Was noch kam, verging ohne Glanz, und niemand trug daran. Ich glaube, vorhin habe ich einmal du zu Ihnen gesagt. Entschuldigen Sie bitte. Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Vierteljährlicher Bezugspreis 2,50 NM.; Preis des Einzelheftes: 1 RM. Hugo Ber- mühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Die Naturschätze Rußlands behandelt Reichsbahndirektor Dr. Salier im Augustheft und zeigt, daß Rußland wohl das am meisten mit Bodenschätzen gesegnete Land der Erde ist, so daß sich hier noch ungewöhnliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten, lieber neue Versuche über den Verstand der Tiere berichtet Dr. Werner Fischei. Er stellte fest, daß Mäuse von vorhandenen Spalten den breitesten zum Durchnagen wählen; sie müssen also das Vermögen haben, deren Breiten aufzufassen. Andere reizvolle Versuche geben Aufschluß über das Lernoermögen von Ratten und Meerschweinchen sowie über Schluß- ketten von Affen. An Hand prächtiger mitrophoto- graphischer Bilder gibt Dr. F. Schwarz eine Üeber- sicht über die Bauformen bei der Entwicklung des Wirbeltierkörpers. Prof. W. Wunder in Breslau berichtet über Versuche, das Hochzeitskleid bei Fischen durch Einspritzungen hervorzurufen. Einen eigenartigen auf dem Kartoffelbovist fchmarotzenoen Röhrling zeigt uns Studienrat Br. Hennig. Von seinen jahrelangen erfolgreichen Bemühungen, dem Alpenschneehuhn photographisch beizukommen, berichtet A. von Boroviczsny. Von den zahlreichen kleinen Beiträgen seien die über die Zeichnungs- abänberung der Kreuzotter, über die Gefährlichkeit wildernder Wolfshunde, über die Entgiftung von Auspuffgasen der Kraftfahrzeuge, über die größte und kleinste Glühlampe, über Vergewaltigung in der Vogelwelt, über die Papageienkrankheit usw. erwähnt. Die gut ausgeftatete und hervorragend bebilderte Zeitschrift fei jedem Naturfreund nachdrücklich empfohlen. Aus der Wett des Mms. nem Sie ein deutscher Vauemsohn den Tonfilm erfand Ar Durch den Titel darf man sich nicht beirren lassen. Der Film ist besser als sein Name. Hollywood Gute Idee, schlechtes Geschäft. - „0aS Heideröschen" vom Jahre 1921. - Das erste Rundfunkmikrophon. stadt, wird mit ein paar Röllchen abgespeist und findet schließlich mit Hilfe von drei komischen Kerls doch ihren Weg. Dies alles wird mit Tempo, Witz und Charme gespielt, und die Einfälle wiederholen sich nie. Zugestanden, tiefere Wirkung hat der Film nicht, aber desto mehr wirkt er auf die Lach- muskeln. Ein neuer Star der Fox wird uns vorgestellt. Pat Patterson, ein liebes Mädel, das wahrscheinlich auch ernste Aufgabe bewältigen kann. Ihr Partner John Bolles bringt es fertig, feine eigene Männlichkeit ein bißchen zu verulken. Das komische Trio ist auf der Höhe und überbietet sich gegenseitig in sprühender Heiterkeit. „Carmen im Schattenritz." hinreiht, sobald es auftaucht. Rasmussen ist nicht mehr unter uns. Er hat seinen Erfolg nicht erleben dürfen und weiß nichts mehr von unserem Dank. „Der König der wilden Hengste." Ein Film ohne Menschen, so packend und vielseitig, daß man kaum begreift, warum man sich diese genialen Darsteller der Natur bisher hat entgehen lassen. Wild, frei und ungebunden lebten diese herrlichen Pferde im Westen der Vereinigten Staaten, geführt von einem neidlos anerkannten Herrscher. Es ist schlechthin großartig, wie dieser Hengst )ie Sorgen und Kämpfe für seine ganze Herde, auf sich nimmt und austrägt: jeden Augenblick bereit, sich selbst zu opfern. Immer wieder wird die Spannung auf das höchste gesteigert. Das Publikum zeigt seine Begeisterung durch spontane Beifallsstürme und erkennt, daß es nicht immer um menschliche Sensationen und um Liebe gehen muß, um gefesselt zu werden und einen Abend zu verbringen, den man nicht so schnell vergißt. „Wenn Mädchen träumen." Wenn man einen Deutschen fragt, was er über die Entwicklungsgeschichte des Tonfilms weiß, so wird er in den meisten Fällen antworten: „Der Tonfilm ist eine amerikanische Erfindung und kam vor ungefähr einem Jahrzehnt zu uns." Leider wissen nur die wenigsten, daß es der Sohn eines fränkischen Bauern war, dem die Menschheit jene epochemachende Erfindung verdankt. Hans Bogt, der am Rande der Reichshauptstadt in seinem kleinen Privatlaboratorium sein ab- geschlossenes Gelehrtendasein lebt, ist das Haupt einer dreiköpfigen Erfindergemeinschast, der es nach jahrelanger harter Arbeit gelana, den ersten tönenden Bildstreifen „publikumsreis zu machen. Im Rahmen der sommerlichen Aufführungen sah man als Vorprogramm einen Scherenschnitt-Bildstreifen von Lotte Reiniger. Entzückend, was Diese Frau aus dem spröden Material: weißes Papier, schwarzes Papier herausholt. 93en)egt und lebendig ist die Darstellung sowohl im Spiel wie im Landschaftlichen. Die Romantik blüht auf trotz der Parodie, die sich zum Schluß zum schallenden Lacherfolg steigert, als Carmen und der besiegte Die erste Frage des Besuchers angesichts dieser Kartei ist, ob denn nur und ausschließlich „gelernte" Schauspieler als Nachwuchs in Frage kämen. Der Abteilungsleiter bejahte das bedingungslos. „Seck der Entwicklung des stummen Films zum Tonfilm hat man tausendmal die Erfahrung gemacht und oft unter erheblichen Opfern an Zeit und Geld machen müssen, daß nur Schauspieler, die diesen Namen wirklich verdienen, die von der Pike auf gelernt haben, zu gebrauchen sind. Gewiß kommt alle Jahre unter hundert Fällen einmal vor, daß eine besondere Begabung sich durchsetzt. Aber dann handelt es sich erstens um einen Ausnahmefall von ausgesprochener Bühnenbegabung, die zweitens auch nur dann vorwärtskommen kann, wenn die fehlende praktische Ausbildung schleunigst nachgeholt wird." Als Beweis kann nichts besser dienen als ein kurzer Besuch im Vorführraum, wo eben Probeaufnahmen gezeigt werden: Unter den Gesichtern, die da zum erstenmal auf der tönenden Leinwand erscheinen, von der Kamera in allen Stellungen abgetastet und vom Mikrophon belauscht wurden, wie sie lachen und singen, sprechen und weinen — unter diesen Gesichern befinden sich auch die Köpfe bekannter Bühnenkünstler, die bisher im Tonfilm noch nicht beschäftigt waren. Auch an ihnen, die doch wirklich ihre Fähigkeiten hinreichend unter Beweis stellen konnten, ist dieselbe Unsicherheit zu bemerken wie an den anderen, noch nicht bkannten Schauspielern — die ganze Erfahrung langjähriger Bühnentätigkeit scheint sie vor den Aufnahmegeräten verlassen zu haben, ihre Stimmen sind verändert wie der ganze Ausdruck des Gesichtes, die Haltung und der Gang. Die Spielleiter werden auch mit ihnen Arbeit und Ge- duld haben müssen, bis sie allen Anforderungen genügen. Wie aber unterrichtet man sich über die Talente, die jahraus, jahrein auf den deutschen Bühnen kom- und gehen? Ganz einfach durch regelmäßige „Entdeckungsreise n", die ein paarmal im Jahr von dem Beauftragten der Ufa unternommen werden. Er besucht auf solcher Fahrt täglich eine an- dere Bühne. Zunächst streng inkognito, ohne vor- herige Anmeldung. Erst dann, wenn ihm irgendwo in irgendeiner Vorstellung ein Gesicht auffällt, nimmt er nach dem Theater Gelegenheit, den oder die Betreffende kennenzulernen und sich eingehend zu unterhalten. Wenn er alle notwendigen Aus- varodiert sich hier selbst seinen eigenen Msch, I Torero von dem Stier auf die Hörner genommen seinen ganzen seichten Betrieb. Ein kleines Mädchen! werden und vereint zur Arena hinausreiten. gerät über eine Schönheitskonkurrenz in die Film-' ——— Lächelnd erzählt der Forscher davon, wie kein Mensch zuerst die Tonfilmworte verstand, und wie immer wieder unermüdlich an dem Gelingen des Werkes gearbeitet werden muhte. Im Jahre 1921 erblickte dann der erste Kurztonfilm „D a s Heideröschen" das Licht der Welt. Und bereits im Herbst des nächsten Jahres konnte das erste abendfüllende Tonprogramm vorgeführt werden. Aber nicht nur die Herstellung der Tonfilme bereitete damals außer der Ausnahmetechnik noch allerlei Schwierigkeiten. Auch die Fachpresse betrachtete den Tonfilm als eine „zweitklassige" Angelegenheit. Etwas spöttisch liest man in einer Zeitschrift aus dem Jahre 1922: „Die Filmkunst darf den akustischen Film nie beachten. Denn des künstlerischen Films Wesenheit und Hauptstärke liegt in seiner Stummheit." Doch auch die Produzenten wagten sich nicht recht an die neue Sache heran. „Es war ja verständlich, daß sie dem Tonfilm skeptisch gegenüberstanden, da er einen völligen Umbau der Filmateliers bedingte," erklärt Hans Vogt dem Besucher und erzählt, wie er selbst die Wände einer Aufnahmehalle mit Kartoffelsäcken tapezierte, um so das Atelier überhaupt akustisch verwendbar zu machen, denn der Schall mußte damals bei den Aufnahmen stark abgedämpft werden. Ueberhaupt machte das gesprochene Wort den Tonfilmherstellern große Sorge, und man wird sich noch an jene ersten deutschen Filmstreifen erinnern können, die eigentlich mehr als Geräuschfilme, denn als tönende Unterhaltungsbildstreifen anzusehen waren. Man hätte sich wohl damals kaum vorstellen können, daß es ein Jahrzehnt später mit Leichtigkeit möglich sein würde, ehe- mals stumme Bildstreifen nachzusynchronisieren. Heute ist man bequem in der Lage, das Brüllen eines hungrigen Löwen nachzuahmen. Ein Fell, ein Wassereimer und eine Darmsaite genügen, um S. M. den Wüstenkönig zu hören. Hat auch Hans Vogt, der übrigens außerdem noch das erste Rundfunkmikrophon erbaut hat, keinen großen materiellen Nutzen von seiner Erfindung gehabt, so hat er doch das Bewußtsein, als deutscher Forscher ein Werk geschaffen zu haben, das seinen Siegeszug um den Erdball ruhmreich beendet hat. Und das genügt ihm. R. H. des Ringens bas dumpfe Schnauben eines heran- nahenden Zuges hören, oas mit der Steigerung des Geschehens zum lauten Dröhnen anschwillt und dann mit dem Abklingen der Handlung nachläßt. Die Musik wird hauptsächlich die Akzente unterstreichen, all- zu grelle Effekte dämpfen, über tote Stellen hinwea- helfen und das ausdrücken, was Bild und Wort nicht zu sagen vermögen. . Die Verwendung ist beim stummen und beim Tonfilm sehr verschieden. Man kann wohl sagen, daß der Tonfilm die musikalischen Gesetze, denen er unterworfen ist, noch nicht gefunden hat. Der stumme Film begnügte sich meist mit der „Illustrierung"; es wurde einfach ein Mischmasch von einzelnen Kompositionsfetzen zusammengerührt. Man hatte jene Verzeichnisse, die bestimmteMusikstücke für bestimmte Gelegenhei ten angaben, und da, nach wählte man die Tonbegleitung aus, je nachdem ob man sie für Hochzeiten oder Begräbnisse, für Orgien oder idyllische Szenen für geeignet hielt. Solche aus dem Zusammenhang der Musikwerke heraus- gerissenen Stellen waren allein sinnlos, wirkten aber auch in der oft grotesken Aneinanderreihung recht äußerlich. Der Tonfilm verlangt eine völlig andere Behandlung des musikalischen Teils, denn hier bildet das tönende Element einen untrennbaren Bestandteil des Gesamtwertes, und einzelne Musikfetzen lassen sich nicht ohne schwere Schädigung in das Gewebe hineinflicken. Versuche, wie die kaleidoskopischen Filme Oskar F i s ch i n g e r s, zeigen sehr deutlich, wie schwierig es ist, den Tonfilm in einzelne Teile zu zerlegen. Diese kühnen Experimente be- ruhen ganz auf dem Gesichts-Eindruck, in dem Ornamente ohne jeden gegenständlichen Inhalt vorübergleiten; die Musik soll zu diesen reinen Augen- Erlebnissen das seelische Gegengewicht bilden. Die Aufmerksamkeit wird hier durch keinen Inhalt von den Formen und Farben abgelenkt, und so vermag die Musik ihre besondere Sprache deutlich zum Aus- druck zu bringen. Diese Einheit läßt sich nn gewöhnlichen Tonfilm nicht Herstellen, da der Geist des Zuschauers durch Bild und Wort stark tn Anspruch genommen wird. Die Musik muß hier in erster Linie die Verbindung zwischen den einzelnen Vor- stellongs. und Stimmungsmomenten Herstellen. Drängt sie sich zu sehr in den Vordergrund, bann nimmt sie den Zuschauer mehr als erlaubt gefangen und lenkt ihn von den bildlichen Eindrücken ab, wo- durch der Gesamteindruck geschwächt wird. So stellt also die Filmmusik ein schwieriges Problem dar, dessen technische Seite noch weiterer Studien bedarf, bevor eine befriedigende Lösung gefunden sein wird. Gute und schlechte Drehbücher Von Jörg Alert. Mit Drehbüchern ist es so eine Sache, eine verteufelt schwierige Sache. Es hat gute Filme gegeben, von denen dann die Kritik schrieb, daß das schlechte Drehbuch trotz allem es nicht verhindern konnte, daß der Film gelang. Und es sind schlechte Filme ausgepfiffen worden, denen Drehbücher zugrunde gelegen haben, auf deren „Starke nicht nur der Autor, sondern auch der Produzent geschworen hatte. Es soll damit nun aber nicht behauptet werden, daß jedes schlechte Drehbuch zwangsläufig einen guten Film ergeben muß. Denn es geht noch immer durch die Büros der Fnedrich- traße ein sagenhaftes Geraune von einigen wunderbaren Fällen, bei denen es vorgekommen fein oll, daß aus einem guten Drehbuch auch em luter Film entstanden ist. Doch Gewißheit war larüber nie recht zu erlangen, weil einige Zweifler nicht zum Schweigen zu bringen waren, die ihr Wort dafür verpfändeten, daß auch hierbei em „schwaches" Drehbuch im Spiele gewesen sei Man sieht also, daß über die Gute und Beschaffenheit von Drehbüchern geteilte Memun^n existieren. Und man kommt auf den Verdacht daß es mit den Drehbüchern Glückssache ist. Daß alle Drehbücher, die das Glück hatten, tue zahlreichen Klippen der Dramaturgien, der Produktlons- und Verleiherbüros zu umschiffen und in Zelluloid- streifen umgewandelt zu werden, jenseits von gut und schlecht sind. Es wäre interessant, die Fragen zu klaren, wann und von wem denn nun ein Drehbuch als „gut bezeichnet wird. Ein Veteran des Films, ein routinierter Regisseur, der ein gutes Hundert von stummen und gesprächigen Filmen durch die verschiedensten Ateliers geführt hat, schwor einmal gelegentlich eines Gesprächs, ihm sei noch niemals ein Drehbuch in die Hand gelegt worden, das er für den Film, den zu dreien er den Auftrag hatte, ohne weiteres verwenden konnte. Seiner Ansicht nach verstünde jeder Berufsmensch mehr vom Film als gerade diese gewisse Sparte, die tfian als Filmautoren bezeichne. Wenn ein vom Autor als kur- belfertiq bezeichnetes Drehbuch — es versteht sich von selbst, daß es furbelfertige Drehbücher überhaupt nicht gibt — vom Regisseur nicht gründ- legend umgestaltet würde, dann gäbe es sicher eine Versucht man nun, zu erfahren, was ein Pro- sogar von nur vierzehn Tagen angeben. Und xur Entschuldigung wird er über die ewige Hetzpeitsche des Produzenten klagen. Fragt man ihn dann, wenn er seinen nächsten Film schreiben würde, so wird man staunend erfahren, daß er den bereits zur Hälfte fertig habe, da er ihn ja schon in acht Tagen abliefern müsse. Das ist der Grund, warum die meisten Drehbücher sich jenseits von gut und schlecht halten: man vertraut beim Film in den meisten Fällen zu sehr der in langer Praxis erworbenen Routine und bricht alles übers Knie. Die wenigsten Filme läßt man von selbst wachsen, die meisten werden aus dem überhitzten Brutofen ins Leben gezerrt. Würde sich ein Filmautor dieselbe Muhe machen, der sich jeder ernsthafte Romanschriftsteller unter- zieht — der freilich meist kein Großverdiener ist — einen Stoff Monate und Jahre mit sich herumtragen, ihn völlig ausreifen zu lassen, dann würden die Drehbücher ihre Zwittergestalt verlieren. Wenn jede Szene, jedes Dialogwort „sitzt", dann braucht der Regisseur keine Wunder zu tun und der Darsteller keinen Dialog zurechtzusprechen. Wann also ist ein .Drehbuch gut zu nennen? Wenn es so gekurbelt werden kann, wie es ge- schrieben ist, um einen künstlerisch einwandfreien Film daraus entstehen zu lassen. 0er Ginn der Film-Musik. Diejenigen, die gehofft hatten, daß die Musik durch den Tonfilm neue Möglichkeiten zur Entwicklung finden werde, sind bisher enttäuscht. Noch immer ist die Musik im Film nicht viel mehr als eine Beigabe, als das notwendige Uebel. Ja, durch die Herrschaft des gesprochenen Wortes im Tonfilm wird sie noch mehr zurückgedrängt, als dies beim stummen Film der Fall war. Der Film ist ja zunächst seinem ganzen Wesen nach ein Augen-Erlebnis, während die Eindrücke des Ohres erst in zweiter Linie kommen. Die Musik kann daher nur selten als selbständiger Faktor auftreten; dies geschieht vielleicht in einer Pause des dramatischen Geschehens, in der sie eine Stimmung untermalt, oder auch nach einem Höhepunkt der Spannung, wenn die zitternden Nerven des Zuschauers beruhigt werden sollen. Im Augen- blick der stärksten Steigerung des Konfliktes wirb die Musik sogar ganz ausgeschaltet oder durch das bloße Geräusch ersetzt. Ein gutes Beispiel dafür„ist die Kampfszene in Rens Clairs Meisterfilm „Unter den Dächern von Paris", bei der mir wahrend duzent unter einem guten Drehbuch versteht, so wird er als Beispiel die Bücher all der Filme aufzählen, an denen sich während der letzten fünf Jahre die jeweiligen Produzenten „ge und gestoßen" haben. Das waren Filme! Diese Autoren haben etwas gekonnt. Wollte Gott, es käme einmal solch ein begabter Autor mi so einem „starken Stoff"! Aber es gibt ja keine Autoren! Damit sind wir bei den Autoren. Wollte man ihren Worten trauen, so befände man ft$lefet oor der richtigen Schmiede. Und so ganz unrecht haben sie damit ja auch nicht, denn schließlich fangt der Film beim Autor an. Ohne ihn wird die Film- produktion wohl kaum auskommen können denn es wird ja wohl kein bloßer Aberglaube der Produzenten und Regisseure sein, daß nwn zum Drehen ein Buch benötigt. Auch das Verhalten d obenerwähnten Regisseurs spricht dag gen denn warum ließ er sich denn bei in bie mehr Filmen immer wieder em Drehbuch m d e Hand drücken, obwohl er es doch "vn vornherein für unbrauchbar hielt? Und warum geht aiM büros fortwährend ein brausend Rufen. „Es gibt keine Autoren!" — und niemals. „Es gibt keine ^e^ufben Autor kommt es schon an Zu- 7°in"°F°d°r Ä Buch lei im Melier ^borb^morben. oberer kur°Verfl°chung unb Verkitschung seines Buches g°. bte Seziernabel ber Hrmr: unu v Handlungsführung 0 charakterlose Ausflüchte in den meisten Fallen ajar machen unb fag • Ganblung burch geschickte »er Mim fertig ist, d°nnw,rb man («on „ten. nen, w->- lur -m gmes^ $ro, lem°"M°"n braucht in solchem Augenblick b-n selbstsicheren Autor nur zu fragen wie lang- er b elem Drehbuch gebraucht habe, wenn man * in Verlegenheit rotnben sehen will. Er wirb -L'Arbeitszett Bon brei bis oier Wochen, zuweüen „Palos Brautfahrt." . In den Abern bes beutschen Forschers Knud Rasmussen rollt Eskimoblut und zieht ihn mit unwiderstehlicher Gewalt zu den Ländern seiner mütterlichen Ahnen. Er fühlt sich ihnen zutiefst verbunden, er lebt mit ihnen, studiert ihre Sprache, ihre Sitten und Bräuche und aus der Summe seiner Erkenntnisse formt er den Film „Palos Brautfahrt". Es ist fast beklemmend, so zum Greisen nahe in ein fremdes Naturvolk hinein versetzt zu werden. Das Manuskript verbindet die Handlung äußerst geschickt mit dem wirklichen Leben der Eskimos. Eine neue Welt tut sich vor unseren Augen auf. Schon die Landschaft hat Wunder über Wun- ber. Es ist Sommer, das Wasser blaut und blitzt, Kinder werfen sich jubelschreiend in die Fluten unb mitten barin stehen ragenbe Eisberge, die der Sonne trotzen. Zwischen den Felsenplatten reifen dürftige Beeren, himmelhoch umsäumen die steinernen Berge die einsamen Fjorde. — Der Eskimo kennt fein festes Haus. Wenn der Herbst kommt, wird das Zelt abgebrochen, auf die schnellen, sicheren Boote geladen, und man sucht flußabwärts ein Winterquartier. Gespielt wird dieser Film nur von Grönländern, die vorher nie eine Kamera sahen. Sie find von einer herrlichen Frische. Ueberhaupt ist das ganze Volk von einer fast unwahrscheinlichen Heiterkeit. Die Frauen gütig und geschickt, die Männer stolz und tapfer. Zwei Manner kämpfen um Navarina, die ihre Bruder versorgt. Bei dem großen Sangesfest wird der Streit zwischen ihnen ausgetragen und endet mit einer schweren Verletzung. Der siegreiche Bewerber zeigt seine Kraft beim Bärenfang. Doch Liebe wird nicht allein durch Tapferkeit entschieden. Als Palo gesundet und die Stürme kommen, zieht er zwei Kajakpelze an, zum Zeichen, daß er keine Gewalt fürchtet und sich seine Frau holen wird, allen Hindernissen zum Trotz. Die Fahrt durch die brausenden Meeresstrudel ist hinreißend. Man zittert um das Leben der beiden Liebenden, und ist glück- lick, wie sie am Ziel sind. Bemerkt werden muß noch der große Lachssang, der das ganze Dorf auf die Beine bringt und em Kind, dessen Komik das Publikum immer wieder Berliner Filmbrief. .Ein Mann will nach Deutschland." Ein Thema, das in diesen Augusttagen wieder lebendig wird: Kriegsbeainn 1914. Für die Aus- landsdeutschen ist es selbstverständliche Pflicht, in die Heimat zu eilen und sich in das Heer einzu- reihen. Der deutsche Ingenieur Hagen, der in einem südamerikanischen Staat besckäftiat ist, wird durch eine Verwundung von der Abreise zurückgehalten. Er wird von einer jungen Spanierin gesund gepflegt und geht sobald als möglich mit sei- Kameraden, mit falschen Pässen versehen, auf ein englisches Schiff. Beide werden entdeckt und in ein Internierungslager auf Jamaika gebracht. Mit Hilfe zweier Landsleute gelingt die Flucht durch Urwald und übers Meer nach Kuba. Dort trifft Hagen wieder mit der jungen Manuela, feiner Pflegerin, zusammen, die eine tiefe Liebe zu dem Deutschen gefaßt hat und ihn auch ein paar Tage lang an sich fesseln kann. Dann fieat das Pslicht- bewuhtsein bei ihm, Hagen setzt mit seinem Freund die schwierige Reise nach Deutschland fort. Noch einmal droht, in einem englischen Hafen, die Gefahr des Entdecktwerdens, doch auf Manuelas Jacht gelingt es Hagen, über den Kanal zu den deutschen Sperrlinien zu kommen. Die schwarzweih- rote Flagge geht am Mast hoch, unter der der deutsche Ingenieur und die Frau, die ihm bis hierher gefolgt ist, von jetzt ab fahren wollen. Das Drehbuch versucht, vrivates Schicksal eines Heimkehrers mit dem typischen Geschick der Ausländsdeutschen zu verquicken. Daß das Private, Besondere an vielen Stellen überwiegt, ist schade. Davon abgesehen, ist der Film mit starker Eindringlichkeit und großer Spannung gestaltet. Paul Wegener führt hervorragend Regie und wird aufs beste von den Schauspielern Carl Ludwig Diehl, Brigitte H o r n e y und Hermann Speelmanns unterstützt. Die Kartei der tausend Gesichter. Bericht aus einem Besetzungsbureau in Neubabelsberg. Eines der wichtigsten Probleme des deutschen Films ist die Frage des Nachwuchses, die Frage nach dem neuen Gesicht und — der neuen, bisher noch ungenützten Begabung. Denn dies muß sogleich vorausgeschickt werden: Das Gesicht all in, und mag es noch so hübsch oder interessant sein (ober von seinem Träger und dessen lieben Freunden dafür gehalten werden), tut's nicht. Der Film ist in seinen Ansprüchen unerbittlich. Mikrophon und Kamera decken schonungslos jeden, auch den geringsten Mangel auf, und lächerlich wirkt in der schattenlos hellen, vergrößerten filmischen Wiedergabe auf der Leinwand das, was im Leben und auf der Bühne, vielleicht sogar unbemerkt, hingehen mag. Neubabelsberg ist auch in dieser Hinsicht lehrreich. Es gibt da draußen vor den Toren der Reichshauptstadt eine eigene Abteilung, die sich mit nichts anderem als der Pflege des Nachwuchses für den deutschen Film beschäftigt. In diesem Befetzungsbüro finden sich auf langen Tischen die großen Karteien der neuen Ge- sichter. Geordnet nach ihren Fächern, jung, alt, ernst oder komisch. Große Photos sind auf die Blätter dieser einzigartigen Kartothek geklebt, die oft schon auf den ersten Blick verrät, welche Möglichkeiten der Betref- sende hat. Seine Rollen, die er bisher gespielt hat, sind genau so sorgfältig verzeichnet wie seine An- schrift, sein Alter und Der Weg seiner Ausbildung zum Schauspieler. Das klingt ein wenig nach Sankt Bürokratius, ist aber in Wirklichkeit doch nur das registrierte Ergebnis einer sehr folgerichtigen, ständigen Beobachtung all der vielen Kräfte, die an den Bühnen des Reiches tätig sind. Gewiß werden sich die meisten unter dem Erfinder einen schwerreichen Mann vorstellen. Einen Mann, der prunkvolle Schlösser mit riesigen Gärten hat, über schnittige Autos verfügt und dem l die größten Ehren zuteil wurden. In Wirklichkeit ist es jedoch anders; wesentlich anders sogar. । Hans Vogt und seine Helfer, Dr. En gl und , der Physiker Masolle, haben mit ihrer Ersin- । düng knapp so viel verdient, daß sie ihre Unkosten । decken konnten. Während die amerikanische Film- , gesellschaft Fox jährlich zirka 50 Millionen durch den Tonfilm verdient, ist den wahren Erfindern allem die Genugtuung geblieben, der Menschheit ein großes Werk geschenkt zu haben. In einer freien Stunde plaudert man mit Hans Vogt über die Entwicklungsgeschichte des tönenden Bildstreifens. Er berichtet, welch starken Eindruck auf ihn jene lebenden, Bilder gemacht haben, die er in seiner frühesten Jugend in einer Schaubude zu sehen bekam. Vor Beginn des Krieges, als er einen besonders künstlerischen Wegener-Film sah, ist er dann auf den Gedanken gekommen, den gestikulierenden Menschen auf der Leinwand die Sprache zu verleihen. , . „In unserem kleinen „Laboratorium f u r Kinornatographie" begannen wir unsere ersten Studien, aus denen später der Tonfilm m seiner heutigen Form entstand," erzählt Vogt. Fünf Jahre wurde schwer gearbeitet, bis man schließlich aus einer für unsere heutigen Begriffe undenkbar primitiven Apparatur „Mikro empire , das erste Tonfilmwort, vernahm. .„Stellen Sie es sich nicht so leicht vor, damals so eme Apparatur zusammenzusetzen, denn die einfachste kleine Der-. stärkerröhre, die man heute m i^dem Radlogeschaft zu kaufen bekommt, mußten wir selbst Herstellen.^I h Oberheffen Herr des Krieges seine Augen geschlossen. Wir der, wobei Gefolgschaftsführer Schwa Wie immer. 4579 D 4578 A zurück 4588 D Elektrotechnik, Much.-.Aute- ■nd Flugzeugbau, Fliegerlager Uhftabrik Mir Praktikanten' ger als ein paar Stunden vor den Theaterleuten verborgen bleibt und schließlich doch jeder die stille Hoffnung hegt, auch noch „entdeckt" zu werden. Aber auch das Gegenteil kommt bemerkenswerter Weise vor: Daß nämlich der Film-Mann Künstlern begegnet, die ganz und gar keine Lust zeigen, „zum nen „Filmruhm" bei der unübersehbaren Masse des Filmpublikums haben. Dr. phil. Karl Silbereisen Ilse Silbereisen, geb. Äurger Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 9. August, 14.30 Uhr, vom Portale des Neuen Israelitischen Friedhofs aus. Blumenspenden dankend verbeten. Oie glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen in dankbarer Freude an Serlln-Stegllh (Ärentanostraße 20 II), 4. August 1934 03855 Nach schwerem Leiden verschied gestern meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Isabella Grünewald, geb. Jaffe im 52. Lebensjahr, Zahnarzt Dr. Geyer Hindenburgwall - Ecke Goethestraße Film zu kommen". Die von Berlin aus ergangene Bitte um Einsendung von Photographien wurde entweder überhaupt nicht beantwortet oder in leicht beleidigtem Ton glatt abgelehnt! Sehr wichtig ist die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Theaterdirektoren und dem Film. Die ständige Beobachtung des Schauspielernach- 4- Grünberg, 7. Aug. Auch in unserer Stadt wehen seit dem Sterbetag des Reichspräsidenten die Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden und sehr vielen privaten Häusern auf Halbmast. Am Sonntagvormittag fand ein stark besuchter Gedächtnisgottesdienst statt, an dem sämtliche nationalsozialistischen Verbände und die Vereine mit ihren Fahnen teilnahmen und in dem Dekan Schmidt eine eindrucksvolle Gedächtnispredigt hielt. Die Ortsgruppe der NSDAP, hatte Vorsorge getroffen, daß die Bevölkerung die Rundfunkübertragungen am Montag und Dienstag hören konnte. Die Trauerfeier im Reichstag wurde vom Rathaus aus auf den Marktplatz übertragen, die Beisetzungsfeierlichkeiten im Tannenbergdenkmal konnten in der Turnhalle angehört werden. Eine besondere Trauerfeier veranstalteten vor der Ucbertragung vom Tannenbergdenkmal die verschiedenen SÄ.-Formationen, die am Kriegerdenkmal bei der Kirche Aufstellung nahmen. Das Denkmal hatte die RS.-Kriegsopferversorgung mit Blumen und Eichenlaub überaus prächtig geschmückt. Oberscharführer Hugo Kumpf hielt eine kurze, eindrucksvolle Ansprache, wobei er Hindenburg als den getreuen Ekkehard des deutschen Volkes pries und auf seine Treue und sein Pflichtbewußtsein hinwies. Das Lied vom gutev Kameraden beendete Puf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden führender Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-Herdei 3. B. HXUSER, GIESS tri ______AM OS WAL DSG ARTEN Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hofrat Jacob Grünewald Gießen, den 8. August 1934. diese Feier, worauf sich die Formationen zur Rundfunkübertragung nach der Turnhalle begaben Rach dem die Uebertragung beendet war, marschierten die Formationen wieder zum Marktplatz. Hier fand unter dem Kommando des SA.-Sturmführers Wilhelm D a p p e r ein Vorbeimarsch an den gesenkten SA.-Fahnen, der Fahne des Kriegeroereins nebst Kyffhäuserfahne statt. Von der B ü r g e r m e i st e - rei Grünberg ging folgendes Telegramm an den Sohn des verstorbenen Reichspräsidenten ab: „Die Stadt Grünberg in Hessen betrauert aufs tiefste ihren Heimgegangenen Ehrenbürger, den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg. Bürgermeister Dr. M i l d n e r." ? L i ch, 7. August. Eine Uebertragung der B eise tz u ng s f e i e r l i ch k e i t e n für den verewigten Reichspräsidenten, Feldmarschall von Hindenburg, fand heute morgen als Trauerfeier in der M a r i e n st i f t s k i r ch e statt, um so den weitesten Kreisen der Bevölkerung Gelegenheit zu geben, diese Uebertragung zu hören. Es darf gesagt werden, daß es in unserer Stadt wohl keine würdigere und feierliche Stätte für die Uebertragung dieser Beisetzung gibt. Die Verbände, SA., Motorsturm, Hitlerjugend, BdM. usw. nahmen geschlossen an der Trauerfeier teil. Nach Beendigung der Uebertragung hielt Stiftspfarrer Draudt eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwie^, dem verewigten Reichspräsidenten, dem Vater des Vaterlandes, ein treues Gedenken zu bewahren. Der Beginn der Verkehrs- und der Arbeitspause zu Ehren des Feldmarschalls wurde in unserer Stadt durch einen Böllerschuß anqezeiqt. ch H u n g e n , 7. August. Unser Städtchen stand fünfte von dem Künstler hat und am nächsten Mor-f Wuchses hat In mehr als einem Fall dazu geführt, gen aus seinem Hotelzimmer kommt, dann erlebt er daß junge Kräfte, auf deren spätere Arbeit im zuweilen den Besuch des ganzen Theaterpersonals, Film gerechnet werden durfte, mit Hilfe verständ- weil die Anwesenheit eines Filmmannes nicht län-! nisvoller Theaterleiter auf besonderen Gebieten besonders sorgfältige Ausbildung erhielten. Es ist schon geschehen, daß eine junge Kraft, von der man sich viel verspricht, zwar bereits für den Film verpflichtet, aber noch für eine Spielzeit zur Vervollkommnung ihrer Fähigkeiten sozusagen „in die Lehre" an ein gutes Theater geschickt wurde. Trotz alledem: Von einer verhältnismäßig großen Zahl von Anwärtern bleiben schließlich jedes Jahr doch nur einige wenige übrig, die wirklich Aussicht auf künstlerischen Erfolg und den damit verbünde- Kreis-Betriebszellen-Abteilung Alsfeld. An die Orlsbelriebszellenwarle und Betriebszellen- obmänner des Kreises Alsfeld. Auf Grund eines Rundschreibens der Gauleitung hat sich ergeben, daß es außerordentlich zweckmäßig ist, HI.-Angehörige in der jeweiligen Betriebsgemeinschaft zur Unterstützung des Betriebszellenobmanns und des Ortsbetriebszellenwartes heranzuziehen. Diese Jgg. haben dann die wichtige Aufgabe, auf die Eigenheit der jugendlichen Betriebsangehörigen einzugehen und evtl, erforderliche Maßnahmen dem jeweiligen Betriebszellenobmann «md Ortsbetriebszellenwart zu melden. Insbesondere sind die Wünsche der HI. in Bezug auf Zeltlager, Ausbildungslager, Kundgebungen usw., die in die Arbeitszeit fallen, zu regeln und gegebenenfalls für den Ausgleich zu sorgen. Es wird empfohlen, Angehörige der Hitlerjugend heranzuziehen um für die spätere Zeit einen entsprechend ausgebildeten Nachwuchs für unsere Belange als Betriebszellenorganisation zu haben. Die Ortsbetriebs- zellenwarte und Betriebszellenobleute wollen sich sofort mit dem Standortführer der HI. in Verbindung setzen, der ihnen dann einen geeigneten Jgg. vorschlagen wird. Die Angelegenheit muß bis zum 20. August 1934 in jedem Betriebe und in jedem Orte durchgeführt sein. Ich bitte bis zu diesem Zeitpunkt um Mitteilung an die Kreisgeschäftsstelle der Kreisjugendleituna der DAF. des Kreises Alsfeld, Nieder-Ohmen, Kirschgartnerftrahe. Heil Hitler! Karl Erb, Kreisjugendleiter der DAF. des Kreises Alsfeld. Landtreis Gießen. * Lollar, 8. August. Am heutigen Mittwoch kann unser Zweitältester Einwohner, Philipp Geißler, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 3. Geburtstag begehen. Herr Geißler, der vor seinem Eintritt in den Ruhestand viele Jahrzehnte in den Buderusschen Eisenwerken beschäftigt war, verrichtet heute noch in großer Frische viele häusliche und landwirtschaftliche Arbeiten. * Alten-Buseck, 6. Aug. Am vergangenen Sonntag fand auch in unserer Kirche ein G e - dächtnisgottesdienst statt. Unser Pfarrer gedachte in ernsten Worten des Ausbruchs des Krieges vor 20 Jahren, der tapferen Männer, die zum Schutze der Heimat ins Feld zogen und der hin- gebenden Arbeit der Daheimgebliebenen. An dem gleichen Tage nach 20 Jahren hat der große Feld- Achtung I WALDESLUST Das große Ferien« Kinderfest morgen Donnerstag ab3Uhr Kinderbelustigung aller Art Richters Kasperltheater Konzert u.Tanz Kapelle Daubertshäuser-Weigand 4591 D 45830 Billigste Bezugsquelle f Gastwirte, Wiederverk und Private in Flaschenweinen aller deutschen VFeingebiete zu streng soliden Preisen - Empfehle ferner meine gemütlichenWirtschaftsräume (RheinischerArt), woselbst nur la. gepflegte Weine z. Ausschank kommen Heinrich Naafwaiitorstr.32 Weinstuben,,Naatys Häuschen“ BDM. legten am Kriegerdenkmal einen Kranz nie- Generalfeldmarschall v. Hindenburg In den Kor „„ho, -h - alb einige Vormittagsstunden hatten die SA. - Stürme des Standorts Hungen unter Führung des Sturwbann. führers B eh der an dem Kriegerdenkmal Aufstellung genommen, um die durch Lautsprecher übertragenen Beisetzungsfeierlichkeiten von Tannenberg miterleben zu können. Die Ortsgruppe der NSDAP, mit ihren Untergliederungen und viele Einwohner fanden sich abends wiederum vor dem Kriegerdenkmal ein, um die Uebertragung von der lieber- tührung nach Tannenberg und den Beisetzungs- feierlichkeiten daselbst in einer gemeinsamen Gedenkfeier, bei welcher Ortsgruppenleiter Kirchhöfer ehrende Worte des Gedenkens fand, in tiefer Anteilnahme entgegenzunehmen. Kreis Schotten. * Laubach, 7. August. Auf dem Schloß und auf den öffentlichen Gebäuden wehen seit dem Ableben des Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg die Fahnen auf Halbmast. Auch die Bevölkerung hat ihrer Trauer um das verewigte Reichsoberhaupt durch einen würdigen Häuserschmuck Ausdruck gegeben. In einem stark besuchten Trauergottes- d i e n st in der Stadtkirche predigte Dekan i. R. Valp und gedachte des großen Toten sowie der 20. Wiederkehr des Kriegsausbruches. Dem Gottesdienst wohnte auch eine Abteilung der aktiven SA. bei. Kreis Alsfeld. O 21 u s dem oberen Ohmtal, 7. Aug. Ueberall in den Orten brummen jetzt die Dresch- m a s ch i n e n. Die sommerliche Trockenheit hat sich, wie man an Hand der Druschergebnisse feststellen kann, ausschließlich auf den Halm ausgewirkt, während die Körner recht befriedigend „laufen" wie der landläufige Ausdruck lautet. Ein Ausfall ist nur mengenmäßig vorhanden, während die Beschaffenheit des vorhandenen Getreides oft sehr gut ist. Ober-Ohmen, 7. Aug. Durch die Futter m i t t e l k n a p p h e 11 sah sich die Gemeinde gezwungen, das Treiben von Weidevieh im losen Verband zu verbieten. Für die Folge muß alles Weidevieh beim Auftrieb aneinander gekoppelt sein, damit nicht etwaige Ausreißer zu beiden Seiten der Wege Schaden an Gärten usw. anrichten. Da es unmöglich ist, über lose laufendes Vieh bei der gegenwärtigen Futterknappheit Herr zu bleiben, ist diese Maßnahme nur zu begründet. Wissenschaft!. Werke Sondergebiet der BrühPschen Druckerei Tannensägemehl z. Streuen kann laufend kostenlos abgeholt werden Anmachholz im Sommer bill Bestell, v Post!. Tamvfsägewert Lollar B. Nuhn. A.-G. in Lollar. Worte sprach. Die Trauerfeier von Tannenberg wurde auf dem Anger übertragen; SA., SAR., HI., JV. und BDM. nahmen geschlossen teil. Bürgermeister Rebholz ermahnte die Trauergäste in seiner Ansprache, dem großen Verstorbenen in Wort und ‘Tat nachzueifern. wg. Großen-Buseck, 7. August. Während einer Hochzeitsfeier wurde eine hiesige Frau -von einer Wespe, die auf dem Kuchen saß, derart in den Mund ge st och en, daß sich die Frau sofort zur Behandlung in die Klinik nach Gießen begeben muhte. gibt’s oftmal etwas heißzumachen. Hier leistet der neuzeitliche Elektroherd von J. B. Häuser, dessen bedeutende Vorzüge man schon tagsüber so hoch zu schätzen weiß, besonders gute Dienste. Ohne jede Gefahr kann mühelos binnen weniger Minuten das Gewünschte heißgemacht oder zubereitet werden. 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Bebilderte Werbeblätter kostenlos. ’ Buchhand- Hugo Bermühler Verlag • Bin.-Lichterfelde trauern um den Heimgang unseres allverehrten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg. In der Predigt, der das Wort aus der Offb. Joh.: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben", zugrunde lag, wurde die Treue aufgezeigt, mit der unsere Soldaten ihr Leben für unser Volk und Vaterland eingesetzt haben, ebenso die große Treue, die Hindenburg im Krieg und im Frieden als Soldat und als Vater des Vaterlandes bis zu seinem Ende bewahrt hat. Diese Treue gilt es auch von uns zu halten, bei unserer Arbeit und jeglichem Dienst, einerlei an welchem Ort wir in unserem Beruf gestellt sind. Die Kraft, in der Treue stark zu sein und zu bleiben, die wir nun erst recht unserem Volk zu beweisen haben, empfangen wir von Gott. Er lohnt die Treue dereinst im Himmel, aber nicht erst dort, sondern schon hier in dieser Welt durch das hohe Gut des Friedens. Wir danken Gott, daß er unser Volk für würdig befunden hat, soviel leuchtende Vorbilder der Treue während des großen Ringens und insbesondere in dem Heimgegangenen das erhabenste Vorbild geschenkt zu haben. Die ganze Gemeinde hatte sich zahlreich am Gottesdienst beteiligt. Die Uebertragung der Beise tz u n g s f e i er für unseren hochehrwürdigen Herrn Reichspräsidenten wurde in unserer Kirche veranstaltet. In dankenswerter Weise hatte Bürgermeister Kahl seinen Radioapparat zur Verfügung gestellt, Frau Lehrer Sarg den Altar würdig geschmückt und ein schwarzweißrot umflortes Bild von Hindenburg davor aufgestellt. Alle Formationen, vom Jungvolk bis zürn Kriegerverein, aber auch ein großer Teil der übrigen Gemeinde nahmen an der Feier teil. Der Bund deutscher Mädel hatte zuvor am Kriegerdenkmal einen Kranz aus Eichenlaub, Jungvolk und Jungmädel ungezählte Blumen niedergelegt. In tiefer Andacht und Ergriffenheit lauschten die Zuhörer der Uebertragung an dem für diese Feier würdigsten Ort. wg. Großen-Buseck, 7. Aug. Auch in unserem Orte wurde der Trauer um den Heimgang des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls d? Hindenburg in würdiger Weise Ausdruck verliehen. Ueberall waren die Fahnen auf halbmast gesetzt. 3m Trauergottesdienst am Sonntag, an dem alle politischen Organisationen, der Kriegerverein und die übrige Einwohnerschaft teilnahmen, gedachte Ortspfarrer Müller des heimgegange- neuJR«d)sobevt)auptes und der Gefallenen des T öluulu,t„ ,1UH Weltkrieges. Der Posaunenchor spielte das Lied heute ganz im Zeichen der Trauerfeierlich- Kameraden. Hitlerjugend, Jungvolk und feiten für den verstorbenen Reichspräsidenten •Kl) >11/ lonion nvn f ___—1 _ ftl______rc.rv.. r r « ' r ' r L preutzen. Amerikanische Irontkämpferkapelle in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 7. Aug. Die sechzig Mitglieder umfassende Kapelle amerikanischer Front- kämpfer, Milwaukee American Legion Band, die sich zur Zeit auf einer Deutschlandreise befindet, traf gestern in Frankfurt ein. Nach dem Empfang durch den Adjutanten des Landesführers des Kyff- häuserbundes, Major o. Reckow, hielt der Lan- desführer Generalleutnant Fett eine kurze Ansprache, in der er die Gäste als ehemalige Front- kämpfer der tapferen amerikanischen Armee begrüßte. Die Frontkämpfer müßten den Frieden er- halten, da sie die Furchtbarkeit des Krieges kenn- ten. Im Namen der Stadt hieß Dr. T o e p e l l die Gäste willkommen. Im Namen der Amerikaner sprach deren Führer, Oberst Walker, die Hoffnung aus, daß dieser Besuch die Beziehungen der beiden Völker vertiefe. Abschließend schritten Generalleutnant Fett und Oberst Walker die Front der Amerikaner und der angetretenen Ehrenabteilung des Kyffhäuserbundes ab. Das Konzert der amerikanischen Kapelle wird am Mittwochabend in der Festhalle stattfinden und durch den Reichs- sender Frankfurt übertragen. taoholzudSlieoielil gibt laufend ab dl5tou Dampfsägewerk Abendstern, Tel. 3580 Donnerstag, Den 9. MM 1934, nadjmltniflsZllljr.uerfieigete im Im Körnen, üeuenmeg 28 Döhler, MiMivelse gegen Bariohlung: 1 Personenwagen, 1 Chaiselongue/3 Warenschränke, Mlaviere, 1 Registraturschrank, 1 Schreib- rnmchine, 3 Gläserschränke, 1 Badeofen m.Wanne-IWirlschaftsbü- feti, 2Sofas, 2 Vertikos, 2 Tische, 6 Stuhle, 1 Spiegel, 2 Grammophone, 1Wanduhr,1Blumengrip- ve, 1 Lederwalze, 1 Steppmaschine, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank, ferner mtCrt nndStell e,(Bekannt. gabe^erf. t. Versteigerungslokal) 1 Sessel, 1 Chaiselongue, 2 Vertikos, 1 Nähmaschine, 1 Cautsch, 1 Grammophon, 4 Schreibtische, 1 Trumeausviegel, 1 Bücherschrank, 1 Rauchtisch, 2 Diwane, 1 Warenschrank, 1 Registrierkasse, 3 Ladentheken, 1 Büfett, 1 Tisch, 3 Schreibmaschinen, 1 Eiskonservator, 40 Feldflaschen, 25 Wärm- Naschen, Sargbeschläge, Milch- köpfe,Kaffeekannen,Wasserschiffe usw.2Mcmtelkessel,1 PartieKet- ten, Drahtstifte, Butterkühler, Peitschen. 458oD Moll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 - Tel. 3239 iiiiiiiiiiiiiiiiinjiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Dießen, Bahnhofstraße 2—4. Schluß des Saison Schlußverkaufes: Samstag, 11.8. Jetzt Mengen Reste unserer bekannt guten Qualitäten. Eine große Auswahl der schönsten Stoffe liegen für Sie bereit. Es »ind viele Stücke von 4 m Länge dabei, ausreichend für Kleider. Kommen Sie frühzeitig, weil die am meisten gesuchten Maße immer schnell vergriffen sind. Rücksichtslos soll die Räumung sein, deshalb haben wir alle Reste, Restposten, Einzelstücke, zusammengestellt u. nochmals ermäßigt. Auch in der Nacht Nr. 183 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 8.August 193§ Die letzte Wri des Marschalls Hindenburg. ;vv.^h '4- $ i / MME <■ '■ K<; WÄR Abschied von Neudeck. Die vor ^»em Sststoß aufmarschierte Ehreneskorte in Erwartung der sterblichen Reste des verschiedenen Feldmarschalls. L! -- e '■& ■ ■ .... Hx H I -l' V'-Ä 4/W r M K § -MO Die letzte Fahrt beginnt. Der Drauerzug beim Verlassen von Neudeck» Auf dem Wege nach Tannenberg. Die Lafette mit dem Sarge, der den Helm und den Degen des ^ldmarschalls trägt, auf der Landstraße. 1 5 MD M..HM V i OM « Z .. M.I M • v- An der Spitze des Trauergefolges . ainqen Feldbischof v. Dohrmann (vorn), der die letzte Trauerferer m Neudeck abhrelt — dahinter Oberst von Hindenburg und (neben diesem, im Frack) der Sohn des Herrn von Papen — links hinter Oberst von Hindenburg der langjährige Kammerdiener des Reichspräsidenten, Karl Putz (mit schwarzer Schleife). M W o % ■ ?' €1 *1 • 4-Z i »/" • . .. ’ I Kundgebung des Landesbischofs. LPD. Frankfurt a. M., 7. Aug. Der H«r über Leben und Tod hat unseren Reichspräsidenten den Generalfeldmarschall von Hindenburg, in die Ewigkeit abberufen. An seiner Vahrtz trauert das deutsche Volk und senken die Armeen der Völker der ganzen Welt in Ehrfurcht ihre Fahnen. Es war ihm vergönnt, einen langen und wechselvollen Abschnitt deutscher Geschichte in seinen ent« scheidenden Wendepunkten persönlich mitzuerleben und mitzugestalten. Roch im Alter, schon am Abend seines Lebens stehend, wurde er zweimal der Retter seines Volkes; das erste Rial als er Ostpreußen vom Feinde befreite und den deutschen Waffen Sieg um Sieg errang, das zweile Mal, als er unserem .Wer in der Stunde der ti- en No« das Kanzleramt anoertraute. Dafür massen wir ihm aus tiesstem Herzen danken. rfft seinem Leben begegneten sich alte preußl- ,-he Pflichterfüllung und -oangelifches Arif ntum Gr hat m der Stille gewartet bis er gerufen wurde, und er hat sich ern Rufe wenn er °n 'hn erging, n.emals «erjagt Er hat Me Saft seines Volkes auf f.ch genon- men unö oftmals chwer baran getra. " „ Er ist dabei der einfache an^ruchslofe deutsche Soldat geblieben, obwohl die Augen der gan- gen Welt auf ihn gerichtet waren. wurden die Fahnen der Regimenter getragen, miAenen der Feldmarschall besonders eng verbunden war. i III W Echtz . W ' WW Am Ziel der letzten Fahrt. Der Trauerkondukt beim Einzug ins Tannenberg-Nationaldenkmal. In dem Wort der heiligen Schrift: „Mit einer Hand taten sie die Arbeit, und mit der anderen Hand hielten sie die Waffen" (Rehemia 4/11), war für ihn die Aufgabe, die ihm Gott für fein Leben gestellt hatte, zusammengefaßl. Seine letzte Kraft war das Evangelium von Christus, in dem er gelebt hat und in dem er gestorben ist. Gott d e r H e r r, der uns durch ihn so große Wohltaten erwiesen hat, segne uns auch durch seinen Heimgang. Er lasse uns nie vergessen, was wir dem großen Toten schuldig sind. Er segne auch unseren Führer, der nun das schwere Amt des Reichspräsidenten übernommen hat, daß er das Werk der Erneuerung tatkräftig fortführen kann. Der Landesbischof Lic. Dr. Dietrich. Oie Trauerparade der Reichsmarine. Kiel, 7.Aug. (DRV.) Die Reichsmarine erwies dem toten Reichspräsidenten die letzte Ehrung durch eine Trauerparade. Leuchtender Sonnenschein strahlte über dem Kasernenhof in der Wik, wo die Landmarinetruppenteile in tiefgestaffeltem Viereck Aufstellung genommen hatten. In der Mitte des weitgezogenen Vierecks war eine Kanzel errichtet, auf der das mit Lorbeer und Fahnen geschmückte, mit Trauerflor umwundene Bild des Reichspräsidenten stand. Als die lieber- tragung der Trauerfeier beendet war, nahm Konteradmiral Saalwächter den Parademarsch der Marinetruppenteil ab. Die Schiffe der deutschen Flotte, die am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen den Kieler Hafen zu Hebungen verließen, schossen a u f hoher See den Trauersalut für den verstorbenen Reichspräsidenten. Die SWsalsschlachl bei Tannenberg. Genie gegen Masse. — Rätsel und Wunder. — Spieler und Gegenspieler. Von Alfred H. Troß. (Urheberrecht: Dammert-Pressedienste, Berlin W 35) 1. Fortsetzung. Oer entscheidende Entschluß des Hauptquartiers. Der Gegner wundert sich, als am 21. der weitere Angriff der Deutschen ausbleibt. Was ist denn mit den Deutschen? Er findet sich nicht zurecht — rind er rührt sich nicht, er posaunt nur einen riesigen Sieg bei Gumbinnen nach rückwärts, in die Heimat, nach Petersbura. In Koblenz herrscht Unwillen und Verstörung über die im Gang befindliche Preisgabe Ostpreußens. Moltke meldet dem Kaiser: „Prittwitz hat den Kopf verloren, übersieht die Lage anscheinend nicht mehr. Ich schlage vor —" „Abberufen!" „— schlage vor als neue Männer: Oberkommandierender im Osten — General a. D. von B e - neckendorff und Hindenburg, Hannover. Chef des Stabes: General Ludendorff. Majestät erinnern sich: Lüttich —" „Veranlassen Sie das Weitere!" So wird Prittwitz mit seinem Stabschef Walder- see abberufen — werden die neuen Männer zur Rettung des deutschen Ostens entsandt. Und damit geschieht die große Wende; die größte Genietat der Kriegsgeschichte aller Zeiten, die Urn- gehungs- und Befreiungsschlacht von Tannenberg dämmert herauf. Oie neuen Männer. In der Nacht vom 22. auf den 23. August laufen in Marienburg, dem Sitz des östlichen deutschen Oberkommandos, dauernd Telegramme und Befehle ein. Zunächst wird der übereilte Rückzug, abgestoppt, die Truppen werden in die Gegend von Deutsch- Eylau dirigiert. Dann die Nachricht: , :uer Oberbefehlshaber und Chef des Stabes treifen morgen nachmittag mit Sonderzug im Fahrplan des Nord-Expreß in Marienbura ein." Und eine Telephongespräch Moltkes mit Den historischen Worten: „Es muß mit Kühnheit etwas Großes gewagt werden! Die neue Führung verbürgt mir einen Erfolg, sofern er noch möglich ist!" Immer wilderes Rätselraten beginnt bei den Kommandierenden Generälen und den Stäben —: wer werden die neuen Männer, sein, wer trifft da mor- aen im Nord-Expreß an der aufs schwerste gefährdeten Nordfront ein? Ob es ein Führer von der Westfront ist? Kaum; hier kann man niemanden unbeschadet herausnehmen, dazu sind die Dinge zu mächtig im Schwung. — Man kommt nicht auf die richtigen Namen; man weiß nur eins: es werden sicher die besten Männer sein, die Deutschland in dieser dunklen Stunde zu vergeben hat! — Die „neuen Männer" wissen während dieses Marienburger Rätselratens schon um ihre Bestimmung und um die ungeheuerliche Aufgabe, die ihnen gestellt ist. Ludendorff trifft als Ersten die Nachricht von seiner Versetzung an die Ostfront. Er hat die 14. Jnfanteriebrigade nach dem Tode ihres bisherigen Kommandeurs bei Lüttich geführt, mit ihr die Frontlinie durchstoßen unter Eroberung der wichtigsten Feste. Wie der Befehl k.ommt, ist er Oberquartiermeister bei der 2. belgischen Armee; sie steht an der Sambre. Niemand weiß, ob er ungern den Westen verläßt? wo in frischem Vorwärtssturm immer neuer Siegeslorbeer winkt. Befehl ist Befehl, und Ludendorff gehorcht. Im Auto, geht es nach, Koblenz. Hier wird er vom Kaiser empfangen. Er erhält ben Pour le- mstiie für seine KKT~~- III IM»I«IIIII 11II tu Heldentat bei Lüttich. Und hier erfährt er erst, wessen Generalstabschef er werden wird: der neue Oberkommandierende der bedrohten Ostfront heißt General Paul von Beneckendorff und Hindenburg. Hindenburg lebt als pensionierter General zu Hannover. Sein Sohn ist zu Beginn des Krieges mit der Garde ins Feld gerückt. Ihn selbst schien man vergessen zu haben, obschon er sich sofort dem Chef des Generalstabes, Exzellenz von Moltke, zwecks Verwendung an der Front zur Verfügung gestellt hat; er hat auf sein Angebot nichts gehört, bis zu diesem 22. August. Da trifft aus Koblenz das Telegramm ein, das anfragt, ob er bereit sei. Und bevor seine Antwort beim Hauptquartier sein kann, kommt die Marschorder: Nach dem Osten! In der Nacht wird ein Extrazug mit seinem Stabschef in Hannover halten; am nächsten Nachmittag wird er bereits in Marienburg sein und vor einer gigantischen Aufgabe stehen: die Russen schlagen, Ostpreußen retten. In jagender Eile wird gepackt, wird die Ausrüstung vervollständigt. In der Nacht gegen vier Uhr steht der General auf dem Bahnsteig zu Hannover und wartet auf den angekündigten Zug. Pünktlich trifft er ein. Elastisch springt ein General mit funkelndem Pour le m£rite aus dem Abteil, eilt auf ihn zu, stellt sich vor. Es geschieht der erste Händedruck zweier Männer, die in wenigen Tagen Weltgeschichte machen werden. Sie steigen ein. Die Räder rollen in die Nacht. Im Abteil wird kurz die Lage besprochen, die man im Osten vorfinden wird. Ludendorff berichtet von den ersten Anweisungen, die er nach Marienburg gegeben hat: die Kommandierenden Generale werden zu ernster Beratung anwesend sein; im übrigen sind die von Nordosten abtransportierten; Korps nach Süden zu leiten, um sich mit den bortj stehenden Truppenschleiern zu vereinigen; solange die beiden russischen Armeen noch getrennt marschieren, muß unbedingt zunächst einmal die füb= liche — Armee Samsonow — angegriffen und zurückgeschlagen werden; dann kann man sich mit der Nordarmee beschäftigen. — Hindenburg ist einverstanden mit allen Anordnungen; man begibt sich zur Ruhe; man wird von morgen an den letzten Gran Nervenkraft nötig haben. Wennenkamps, der Prahler. Inzwischen herrscht toller Jubel und Festestrubel in Insterburg, im Hauptquartier des Generals Rennenkampf. Sozusagen „soeben" noch war man bei Gumbinnen in eine heftige Schlacht mit diesen verfluchten Deutschen verwickelt; die wehrten sich wie die Teufel, man verlor eine Menge Gefangener, obgleich es daraus nicht so sehr ankam, denn Rußland hat Menschenmaterial genug, um noch ganz andere Lücken und Ausfälle auszufüllen; aber die Geschichte sah eigentlich gar nicht so recht nach einem Sieg der russischen Dampfwalze aus! Und einen Sieg erwartete doch Seine Kaiserliche Hoheit der Oberstkommandierende aller russischen Armeen, dieser gefährliche Großfürst Nikolai Nikolajewitsch, der nicht nur ein Onkel des Zaren, Gott segne seine Erhabenheit, sondern vor allem auch ein grauenerregend jähzorniger Herr ist. Heilige Mutter von Kasan, steh mir bei! Bekommt dieser Großfürst es nicht fertig, in seiner Wut einen hohen Offizier einfach mit der gleichen Reitpeitsche zu traktieren, mit der er einmal den jungen Wurf seiner Lieblingshündin in Gegenwart des erhabenen Neffen lachend totgeschlagen hat?!—. Selbst। der Zar fürchtet ja diesen jähzornigen Riefen; wie soll sich da ein einfacher General nicht fürchten, selbst wenn er Rennenkampf heißt, aus altem Baltenadel stammt und wohl doch, ich bitte, der fähigste Heerführer der ganzen russischen Armee ist, was er einmal gegen den chinesischen Boxer und nicht zuletzt bei der Niederschlagung der Revolution nach dem traurigen Krieg mit Japan bewiesen hat! Ja, einen Sieg will er unter allen Umständen haben, der Nikolai! Und wahrhaftig: wie die Sache reichlich beklommen aussieht, da tut Gott und tun seine sämtlichen Heiligen, ihr Name sei gepriesen in Ewigkeit, ein bares Himmelswunder: auf einmal sind d i e Deutschen weg! Im Namen des Höchsten: das ist ein Sieg! General Rennenkampf setzt sich und seinen Stab unter Sekt, daß es einfach eine balkenbiegende Wonne ist; gleichzeitig aber werden die Morsetaster auf und nieder bewegt, daß die Funken stieben und die Drähte zittern. Zunächst ist man noch bescheiden, man hat ja auch keine rechte Ahnung, was vor sich geht; darum meldet man an Väterchen Zar: „Der Feind wurde am 20. August auf der ganzen Front geschlagen, er ging einige Werst zurück und gräbt sich jetzt ein." Aber dann gefällt dem General diese Fassung nicht. Er hetzt neue Botschaften hinterher: „Riesensieg. Ein ganzes deutsches Korps vollständig niedergemetzelt. Ganze deutsche Armee auf wilder Flucht. Weg nach Berlin frei." So in diesem Sinne; das wird wirken! Und ob es wirkt . . . Gieqesjubel in pet rsf urg. Rennenkampf, der Sieger von Gumbinnen, der Vernichter der deutschen Armee, ist der Held des Tages. Der Zar schickt ihm einen Orden. Sein nächster Vorgesetzter, General S h i l i n s k i, dem die Armeen 'Rennenkampf und Samsonow unterstehen, trieft vor Vergnügen, besucht den Sieger, fällt ihm um den Hals, küßt ihn auf beide Wangen, bringt ihm die Anerkennung des Generalissimus, des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch — und bringt ihm noch etwas anderes mit ... sowohl der Großfürst wie Shilinski scheinen Rennenkampf besser zu kennen, als der Prahlhans denkt; drum der scharfe Befehl des Großfürsten: „Ich erwarte, daß Sie sofort die Verfolgung der geschlagenen Deutschen aufnehmen und sie gleich bis Berlin jagen!" Da wird Rennenkampf gleich unsicher. „Tja — man muß vorsichtig tasten; die Deutschen sind verdammt diszipliniert; vielleicht planen sie irgendwo eine Falle; für mich steht fest, daß das Wichtigste ist und bleibt der allerschnellste Anmarsch der Armee Samsonow, um die Deutschen in der Flanke zu packen! — Wo bleibt denn überhaupt dieser Samsonow mit seiner Armee?!" Damit hat Rennenkampf aus ganz besonderen Gründen zunächst einmal alle Verantwortung und kommende Aktion von sich auf Samsonow abgeschoben. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Nindermarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 588 Stück Großvieh, 173 Fresser und 163 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe ober hochtragende Kühe 1. Qual. 300 bis 390 Mark, 2. Qual. 200 bis 260, 3. Qual. 120 bis 170; b) Schlachtkühe 1. 150 bis 270, 2. 50 bis 110; c) Rinder, XH bis ^jährig, 50 bis 85, ’A bis 2jäh- rig 70 bis 160, tragend 170 bis 270; d) Kälber das Pfd. Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: Etwas lebhafter, geringer Ueberftanb. Schweinemarkt in Schotten. = Schotten, 7. Aug. Auf bem heutigen Schweinemarkt stauben runb 600 Ferkel unb Einlegschweine zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel bis zu 13 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 13 bis 16 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 17 bis 20 Mark, 10 bis 13 Wochen alte Tiere 21 bis 24 Mark, Einlegschweine 28 Mark pro Stück. Das Handelsgeschäft verlief flott. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 7. August. Der Gemüse- markt hatte starke Zufuhren von allen Gemüsearten zu verzeichnen. Gurken waren im lieber» angebot ba. Schöner Kopfsalat unb Eskarol blieb gefragt. Preise für Weiß- unb Rotkraut rückläufia, für Tomaten gestiegen, sonst unoeränbert. Geschäft nicht sehr lebhaft. Es erzielten: Blumenkohl 10 bis 40, bo. (Steige 12 St.) holl. 4/ bis 5, Buschbohnen grün 12 bis 14, bo. gelbe 12 bis 14, Stangenbohnen 16 bis 18, Eskarol 5 bis 10, Gewürze! Bb. 25 bis 30, Salat-Gurken 3 bis 20, Einmachgurken (Salz) 120 bis 150, bo. (Essig) 50 bis 90, Karotten 5 bis 6, Kartoffeln Erstlinge 6 bis 6V2, Kartoffeln Böhms 480 bis 525, Knoblauch (Ausland) 18, Oberkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 7 bis 10, Petersilie 15, Pilze (Pfifferlinge) 50, Steinpilze 50, Rettich 3 bis 7, Römischkohl 5, Roterüben 5 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, Spinat 12, bo. Neuseel 10, Schnittlauch 20 bis 25, Tomaten I 12 bis 15, II 8 bis. 10, holl. Tomaten 12 bis 14, Weißkraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 14, Zwiebeln 6% bis 6%, ital. bis 63A, Melone^ 20 bis 30, Melonen (holl.) 50 bis 100. Obstmarkt. Angebot von Birnen, Mirabellen, Reineklauben unb Zwetschen überreich. Preise allgemein weiter rückläufig. Geschäft langsam. Es erzielten: Aepfel I 12 bis 18, II 8 bis 10, Falläpfel 3 bis 4, Aepfel (Auslanb) 14 bis 16, Birnen I 12 bis 18, II 8 bis 12, Kochbirnen 4 bis 6, Birnen (Klapps) I 15 bis 16, II 10 bis 14, Birnen (Dr. Gouyet) I 16 bis 18, II 12 bis 14, Brombeeren 18 bis 25, Heibelbeeren 23, Mirabellen 10 bis 14, Pfirsiche I 16 bis 20, II 10 bis 15, ital. 20 bis 28, Pflaumen 7 bis 10, Preiselbeeren 25 bis 26, Reine- klauben 4 bis 8, Trauben (ital.) 22 dis 26, bo. (holl.) 70 bis 85, Zwetschen 7 bis 10. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt clTIL 6.August 7.August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Äriei Geld I Ärie Buenos Aires 0,638 0,642 0,648 0,652 Brüssel.... 58,90 59,02 58,94 59,06 Rio de Jan. 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 56,44 56,56 56,43 56,55 Danzig.... 81,74 81,90 81,74 81,90 London.... 12,645 12,675 12,64 12,67 HelsingforS. 5,584 5,596 5,574 5,586 Paris..... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien.... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan..... 0,750 0,752 0,750 0,752 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... 63,54 63,66 63,52 63,64 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,48 11,50 11,47 11,49 Stockholm.. 65,18 65,32 65,17 65,31 Schweiz .... 81,68 81,84 81,67 81,83 Spanien... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag...... 10,44 10,46 10,44 10 46 Budapest .. Neuyort... 2,512 2,518 2,502 2,508 Banknoten. Berlin, 7.August Geld Z?rlc Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. 2,455 58,78 56,38 12.595 16,46 169,31 21,46 63,35 65,01 81,49 34,18 2,475 59,02 56,60 12,655 16,52 169,99 21,54 63.61 65,27 81,81 34,32 Französische Noten . ....... .... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schweizer Noten................. ^finnische Note»................. aöaartiche Note» ..•■•••••••••••• M.U UM «ist. Vornan von Gert Gothberg. Urbeberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 9. Fortsetzung. Nachbruck verboten! Er wußte es! Unb wenn er hier alles stehen- unb liegenließ unb ihr folgte, sie fuchte, bann würbe er sich ihr nur verächtlich machen. Aufbringlich! Ob Nora wußte, was ihm ihr Fortgehen, ihr ewiger Abschieb von ihm für ein Leib gebracht hatte? Ob sie es wußte? Wieber schritt er ruhelos hin unb her. „Nora! Ich habe bich namenlos geliebt. Warum mußte uns ein hartes Schicksal trennen?" Der Brief! Doris Fellers Brief! Es gab keine Ausrebe. Es gehörte sich, baß er ging, wenn die beiden Damen feine Gesellschaft wünschten. Und da er jetzt völlig einsam geworden war, so viele, viele freie Zeit hatte, wenn er sie nicht am Abend noch bis in die späte Nacht hinein ausfüllte, so war es ganz gleich, wenn er ein paar Stunden hinüberging. Er sah nach der Uhr. Es war Zeit, wieder ins Büro zu gehen. Er aß jetzt immer gleich in der Kantine. Das Essen war billig, einfach, aber doch kräftig. Und die Leute waren peinlich fauber. Und ihm war auch alles gleich. Da er aber doch schließlich etwas zu sich nehmen mußte, so aß er eben dort. Weil es so bequem für ihn lag. Weil er nun nicht immer erst ins Dorf hinüberlaufen mußte. Farnhorst nahm den Brief und legte ihn in das linke Fach seines Schreibtisches. Er schloß dieses Fach nicht erst ab, da er noch etwas herausnehmen wollte. Aber bann war er boch so in Gedanken, baß er bas Fach nicht zuschloh. Er ging wieber ins Büro! Zwischen ben beiben Schränken im Schlafzimmer kam ein schlankes Persönchen hervor. „Briefe soll ich hier suchen! Er wirb sie gerabe so Herumliegen lassen. Wie bie Gnäbige sich bas nun wieber einmal.benft! Aber ich kann es ja versuchen." Unb Marie Katschet durchsuchte bie Sachen, die Briefmappe, bie unverschlossen auf bem Schreibtisch lag. Alles Sachen, bie nicht in Frage tarnen. Der Schreibtisch selbst? Natürlich verschlossen! Halt! Hier, bas linke Fach. Marie Katscheks lange, gelbe Finger wühlten eifrig, legten bennoch alles an ben rechten Platz zurück. Da — ein Brief! Von ber (Bnäbigen selber! Marie las, lächelte höhnisch. Das war ja sehr interessant. Die Gnäbige lockte ben jungen Doktor durch Vorspiegelung falscher Tatsachen in bie Villa Feller. Hm — bas Schreiben könnte man an sich nehmen. Das konnte einem selber noch einmal gute Dienste leisten. Unb Karl, ihr Liebster, ber hatte für so was immer Ver- roenbung. Vorläufig war so etwas nicht nötig. Bis jetzt war die Gnädige freigebig in jeder Beziehung. Da brauchte man den Spieß nicht gegen sie selber zu kehren. Aber für später war es sicherlich gut, eine Waffe in der Hand zu haben. Und Marie Katschek steckte den Brief ein. Ließ ihn vielmehr im Ausschnitt ihres schwarzen Kleides verschwinden. Dann sah sie sich noch einmal prüfend um. Aber es war wirklich nirgends ein Brief mit einer Damenhandschrift zu entdecken. Und wieder kicherte das Mädchen. Und eifersüchtig war die Gnädige auf den jungen Doktor? Sie wollte wissen, mit wem er verkehrte. Aber kein Mensch hatte eine Ahnung. Obwohl sie, Marie, schon immer im Auftrage der Gnädigen herumgehorcht hatte. Aber es wußte eben niemand etwas Bestimmtes. Hier im Hause hatte sie gesagt, der Herr Doktor werde manchmal von einem Auto abgeholt. Aber das sei jetzt auch schon länger nicht mehr vorgekommen. Man wisse nichts. Und einen Verkehr mit einem Mädel habe der Herr Doktor bestimmt nicht. So ein solider Mann, wie das fei.' Ein bißchen spät sei er ja manchmal in der Woche nach Weihnachten heimgekommen. Aber wer könne es ihm denn verdenken, wenn er auch mal fortginge? Die Gnädige hatte getobt, als sie ihr die negativen Nachrichten brachte. Und Marie hatte einen kleinen Schlüssel bekommen. „Wenn er nicht einen Sicherheitsschlüssel eindreht, dann können Sie mit diesem Schlüssel sofort in feine Wohnung. Bringen Sie mir einen ober zwei Briefe mit einer Damenhanbschrift. Aber nicht ben Schreibtisch beschäbigen. Das auf keinen Fall, Marie! Er würbe boch bann sofort Verbacht schöpfen. Sie haben mir schon wertvollere Dienste geleistet, bann werben Sie bieses also wohl mit Leichtigkeit fertigbringen. Den Brief legen Sie in seinen Briefkasten. Hier!" Das war ber Auftrag gewesen. Unb bie Gnädige hatte ihr, Marie, einen Brief übergeben. Marie hatte diesen Brief in den Briefkasten gelegt, damit ihn der Doktor sand, wenn er am Abend herüberkam. Und sie hatte dann, sich vorsichtig umsehend, die Tür geöffnet, war in die Wohnung des Direktors gegangen. Gerade, als sie anfangen wollte, nach diesen von der Gnädigen verlangten Damenbriefen zu suchen, war Farnhorst heimgekommen. Gut, daß sie sorgfältig zweimal den Schlüssel herumgedreht und abgezogen hatte. Sie hatte nur noch Zeit gehabt, schnell zwischen die Schränke zu schlüpfen. Wenn er ins Schlafzimmer kam, war sie verloren. Er kam wirklich herüber, wusch sich aber nur die Hände und ging dann wieder ins Wohnzimmer. Ein schöner großer Mensch! Kein Wunder, daß die Gnädige ihn an sich fesseln wollte! Sehr ernst, fast versteinert sah fein Gesicht aus. Was mochte ihm denn eigentlich passiert sein? Marie schlich zur Tür, lauschte. Alles ruhig draußen! Die Frauen mochten jetzt in ihrer Küche mit Aufräumen beschäftigt fein, unb bie Männer waren längst wieber, soweit sie überhaupt mittags nach Hause kamen, im Werk brüben. Auf ber Treppe begegnete eine Frau der Marie Katschek. Sie grüßten sich, unb bas Mädchen sagte: „Grab hab ich einen Brief für ben Herrn Doktor eingeworfen." Die Frau nickte. Marie Katscheks Anwesenheit hier im Hause war geklärt. Es konnte also ruhig bavon gesprochen werben, baß sie hier gewesen war. Unb * nach ber Uhr würbe bie Frau ja nicht sehen. Marie Katschek tänzelte bavon.-- Doris Feller war sehr ungehalten, baß das ganze Wagnis umsonst gewesen war. Aber ba in biesem Augenblick gerabe bas Telephon klingelte unb Doktor Farnhorst melbete, baß er sich pünktlich ein- finben würbe, so lächelte Doris zu ihrer Vertrauten hin. „Es ist gut, Marie. Nehmen Sie sich bas graue Tuchkleid aus bem Schrank, bas Ihnen so gut gefiel. Unb hier finb zwanzig Mark." „Vielen Dank, gnäbige Frau. Gnäbige Frau finb sehr gütig." Zehn vor acht! Warm unb gemütlich war es im Zimmer. Draußen war es ganz schwarz, unb ber Sturm wütete. Er rüttelte an ben Fenstern unb fegte burch ben Kamin. Die rotumschirmte Lampe warf ein mattes Dämmerlicht in ben Raum. Unb Doris Feller, in bem weiten, schwarzseidenen Haus- kleib mit gestickten roten Blumen unb weiten Spitzenärmeln, sah entzückenb aus. Die schöne blonbe Frau sah nach ber Uhr. Gleich war es so weit. Dann kam er! Unb sie würbe ihn auslachen, wenn er vielleicht gleich nach ber Frau Kommerzienrat Feller fragen würbe. Doris zuckte zusammen. Eine Tür war aufgegangen. Dann melbete bas Mäbchen: „Herr Doktor Farnhorst." „Ich lasse bitten, Marie." Farnhorst ftanb vor ber Frau, beren Augen ihm entgegenstrahlten. Gnäbige Frau, vielen Dank für die freundliche Einladung." Er küßte die entgegengestreckte Hand. Dann blickte er sich um. Sah das Gemachte. Sah die sehnsüchtigen Augen der Frau. Zorn schoß in ihm empor. Was glaubte sie von ihm? „Lieber Farnhorst, meine Schwiegermutter ist selbstverständlich nicht hier. Sie würde unter allen Umständen bei ihrem kranken Manne bleiben, selbst wenn ich sie gebeten hätte zu kommen. Ich bitte Sie, mir das nicht Übelzunehmen, aber Sie wären ja sonst nicht gekommen. Und ich mußte Ihnen doch endlich einmal von ganzem Herzen danken, daß Sie geschwiegen haben." „Gnädige Frau, ich bitte, mich zu entlassen. Ich eigne mich nicht zu der Rolle, die Sie mir augenscheinlich zugedacht haben." Sie sah ihn an. Minutenlang. Dann sagte sie langsam: „Ich will fort aus meiner Ehe. Ich liebe Richard Feller nicht. Und habe ihn nie geliebt. Sie habe ich damals gehaßt. Damals, als Sie mich mit kränken halfen auf jenem Abiturientenball. Als ich später durch meine erste Heirat reich geworden war, bie Vergangenheit begraben war, ba fjabe ich mir zuweilen gewünscht, mich einmal an Ihnen rächen zu können. Denn ich hatte bamals so große Hoffnungen auf Sie gesetzt. Ich wollte Max Blästen kränken. Nun, bas mochte alles mehr kinblich fein. An Blasken fjabe ich auch bamals in ben folgenben Jahren kaum nock gedacht. Sie aber Yja.be ich nie vergessen. Nun sah ich Sie im Hause meiner Schwiegereltern und war zuerst furchtbar erschrocken. Aber dann hab ich mich beruhigt, dann hab ich mir gesagt, daß Sie schweigen werden! Unb ich fjabe mich ja auch nicht in Ihnen getäuscht! Fritz Farnhorst, ich möchte mit Ihnen von hier fortgehen. Ich bin reich, bin vollkommen unabhängig von meinem Manne. Wir grünben uns irgendwo eine neue Existenz. Was sind Sie denn hier? Sie bleiben doch immer nur ein Angestellter in gehobener Stellung. Und mein Mann ist viel zu gern Ehes, als daß er seinem jungen Direktor Lorbeeren ließe. Ich liebe Sie — gehen Sie mit mir!" „Nein! Diese Komödie können Sie sich sparen. Ich will mit Ihnen nichts gemein haben. Am allerwenigsten werde ich Ihnen zuliebe Ehre und Treue gegen einen Menschen vergessen, der mir vertraut." Doris Feller stand regungslos. Und er dachte: So weit vergißt sich eine Frau! Die Frau eines ehrenwerten, geachteten Mannes! Was sollte jetzt geschehen? Fort mußte er! Fort, so schnell als möglich, so viel war ihm klar. Doris meinte. „Ich fjabe ihn geheiratet, weil ich eine schützende Hand brauchte. Aber ich habe nicht gewußt, wie es ist, wenn man einem ungeliebten Manne angehören muß." Es klang aufrichtig. Er blickte auf sie nieder, die ganz zusammengekauert im Sessel saß. „Sie waren mit einem alten Manne verheiratet. 3n erster Ehe. Haben Sie ihn geliebt?" „Nein! Aber ihm habe ich auch nicht gehört. Er wollte mich nur heiraten, um mit einer jungen Frau zu glänzen. Zudem war er schwer krank. Er hoffte immer auf Genesung. Aber ich wußte vom Arzt, daß er seiner Auflösung entgegenging. Deswegen nahm ich ihn, um aus der Armut herauszukommen. Er hatte mir immer versprochen, mich ZU seiner alleinigen Erbin einzusetzen, und er hat ja sein Versprechen auch gehalten. Diese Ehe war keine Ehe. Nur — Richard — da — ich kann nicht mehr bei ihm bleiben." (Fortsetzung folgt!)