M- Jahrgang Giehener Anzeiger Zweibrücken (Pfalz) 6. Mai (DNB) Die -roße Kundgebung der Saardeutschen ist von herr- kchstem Wetter begünstigt. Die Turn- und Festhalle, ivn deren Balkon Reichsminister Dr. Goebbels Gegen die falschen Propheten Treue um Treue! Entspannung zwischen Danzig und Polen. Wiederaufnahme der Wirtschaftsverhandlungen. Danzig, 7.Mai. (DRV. Funkspruch.) Die Pressestelle der Danziger Regierung teilt mit: „Die Zoll- und Wirtschaftsoerhandlungen zwischen Danzig und Pgten werden am Dienstag, dem 8.7Nai, in Warschau fortgesetzt werden. Am Freitag Halle ein Vertreter der Danziger Regierung dem diplomatischen Vertreter Polens, Minister Papse, eine Denkschrift überreicht, die begründete Beschwerden Danzigs wegen verschiedener Zwischenfälle enthielt, die sich in den ersten Maitagen in Danzig ereignet hatten. Daraufhin suchte am Samstag Minister Papee den Danziger Senatspräsidenten Dr. R a u s ch n i n g auf, der ihn zu einer längeren Aussprache empfing, worin die Beschwerden zur beiderseitigen Befriedigung geklärt wurden. Aus dem Wiederbeginn der Danzig-polnischen Dirtschaflsverhandlungen, der in der Aussprache verabredet wurde, ist ersichtlich, daß sich Möglichkeiten für eine Weiterführung der bisherigen Danzig-polnischen Politik ergeben haben. Eine Seheimklausel des Balkanpaktes gegen Bulgarien. Sofia, 5. Mai (DNB.) Das Blatt „Makedonien veröffentlichte ein Geheimprotokoll zum Balkanpakt, das am 17. März in Belgrad in Gegenwart von Vertretern der General ft äbe der vier Dertragsländer unterzeichnet worden Das Reich erwartet von euch, daß ihr in den wenigen Monaten des Kampfes nicht die Verven verliert, besonnen bleibt und davon überzeugt seid, daß das Volk hinter euch fleht. Schenkt den falschen Propheten kein Gehör, gebt vielmehr den Landesverrätern und Emigranten die Quittung eurer Verachtung. Und dann seid überzeugt, daß die kurze Duld- nerzeit, die noch vor euch liegt, überwunden wird, und die Stunde nicht mehr fern ist, wo ihr heimkehrt ins große, einige, deutsche Vaterland! Die Regierung kennt eure Rot und steht ihr nicht untätig gegenüber. Deshalb stehe ich in dieser Stunde hier, um euch den Mut zu stärken und Glauben und Zuversicht über die Grenzen, die Willkür gezogen hat, mitzugeben. Man mag euch die Zeitungen verbieten — das deutsche Wort sieht in euren Herzen geschrieben! (Langanhaltender Beifall.) Man mochte euch am 1. Mai die Teilnahme am Rationalfeiertag eures Volkes und eures Reiches zu unterbinden versuchen — es wehten doch aus jedem Haufe die Fahnen Adolf Hitlers, es wehten doch die Standarten der nationalsozialistischen Revolution! Man mag Abstimmungsberechtigte mit kleinlichen Schikanen zu hemmen suchen und demgegenüber zugewanderten Enllgranten und Landesverrätern jede Möglichkeit zu agitatorischer Auswirkung geben — es nutzt ihnen nichts! Sie kommen zu spät, ihre Zelt ist vorbei. Das Saarvolk will heim zum Reich! (Stürmischer Beifall.) Und das Reich breitet seine Arme aus, um das Saarvolk wieder an sein Herz zurückzunehmen. Das deutsche Volk an der Saar tritt in Treue zum Reich. Eine gewaltige Treuekundgebung der Saarländer in Zweibrücken. — Reichsminisier Dr.Goebbels gelobt den deutschen Brüdern an der Saar: Treue um Treue! Einige von ihnen haben eine gute Witterung gehabt und gingen ein paar Stunden vor dem Eklat unter Mitnahme Licker Bankdepots über die Grenzen. Nun beglücken sie euch! (Lebhafte Zurufe.) Und ihr seid in der Tat wenig darum zu beneiden. Wenn aber eine hohe Regierungskommision diese Emigranten zu ihren politischen Beratern macht, so kann man ihr nur zurufen: Es tut mir in der Seele weh', daß ich dich in der Gesellschaft seh'! (Stürmischer Beifall.) Die Emigranten haben im Saargebiet als Zu- gewanderte gar nichts zu suchen und es ist schon eine freche Provokation, daß sie dort überhaupt das Wort ergreifen können. Trotzdem aber dürfen sie im Schuhe des Völkerbundes arbeiten, reden und agitieren. Sie stellen sich gar vor die Welt hin mit dem Anspruch, daß sie das deutsche Saarvolk repräsentieren. (Gelächter.) Die deutsche Regierung hat vorläufig kein Mittel, diesen schimpflichen Tatbestand zu beseitigen. Es gibt nur eine Instanz, die darauf eine wirksame Antwort geben kann und diese Instanz se>id ihr! Ihr könnt die Antwort geben, indem ihr den Emigranten mit Verachtung den Rücken kehrt, (Zuruf: Das tun wir auch!) um ihnen dann bei der Wahl einen Denkzettel zu verabreichen, der sie der allgemeinen Lächerlichkeit der Welt preisgeben wird. Sieger fein, wenn ihr tapfer und zäh, besonnen, klar und zielbewuht euren Weg geht. So wollen wir denn in dieser feierlichen Stunde, da das ewige Deutschland sich mit euch und ihr euch mit ihm verbindet, die Hände und die Herzen heben, wollen rufen und schwören, daß wir zum Reich halten und niemals vom Deutschtum lassen werden. Die Parole für die kommenden Monate sott heißen: Saarland, Tritt gefaßt! Saarland, einig und geschlossen, marschiert in die Zukunft, die nach Rot und Bedrängnis auch wieder die Sonne über dieser ewigen deutschen Provinz aufgehen lassen wird. Einig und geschlossen treten wir den Marsch ins ewige Deutschtum an. Deutsch die Saar immerdar! Zurück zum Reich! Des Saarlandes Treueschwur. Als der Reichsminister geendet hatte, überreichten ihm junge Mädchen im Namen des Saar- volkes eine Schale mit saardeutscher Erde. Dann verlas der Landesleiter der Deutschen Front des Saargebietes, Joseph Pirro einen Aufruf der Deutschen Front in dem es hleß: Wir sind entschlossen, alle Versuche, das Saarland zu einem politischen Handelsobjekt zu machen und fine Ansprache hielt, liegt quer vor dem Gelände, (uf dem sich die Teilnehmer an der Kundgebung lersammelt haben, lieber die ganze Breite der Festtolle ist ein riesiger Adler mit aus- pebreiteten Schwingen angebracht. Darunter stehen ri meterhohen Buchstaben die Worte „Deutsch ist die Saar!" Links und rechts von der t»alle wehen die Fahnen des Deutschen Reiches an hohen Masten. Der große Platz U von den Teilnehmern Licht übersät. Im Gegensatz u ähnlichen Kundgebungen im Reich überwiegt iie Zivilkleidung; die von der Reichsdeutschen SA. imb SS. gestellten Ordner heben sich durch ihre |Ü niform von den Teilnehmern ab. Seit Stunden □ar das deutsche Saarvolk ununterbrochen nach Zweibrücken zur Kundgebung marschiert. — Zu Beginn der Veranstaltungen sang nach dem Bayesschen Avanciermarsch die Menge gemeinsam die fünfte Strophe des Saarliedes. Nachdem der Badenveiler Marsch verklungen war, begrüßte der Gau- piter der Pfalz, Joseph B ü r ck e l, Reichsminister br. Goebbels, der von den Anwesenden mit großem peifaU willkommen geheißen wurde. Reichsminister Goebbels spricht zu den Gaardeutschen. Der Minister überbrachte zu Beginn seiner Ausführungen unter brausenden Heilrufen der Menge iie Grüße des Reichspräsidenten und !es Führers, darüber hinaus aber zugleich cuch biß Grüße bes ganzen beutschen j Holkes, bas sich, wie er betonte, mit ben Saar- I länbern verbunden fühlt und in dieser Stunde vor I c Her Welt bekennt, daß die Menschen an der 'Baar (Bei ft vom deutschen G e i st e sind. <)ie Zeiten sind vorbei, so fuhr der Minister fort, laß die deutsche Nation der Welt das schimpfliche Beispiel innerer Zerrissenheit und parteipolitischer Zerklüftung bot. Deutschland ift wieder eine ■Nation geworden. Ihr, meine Volksgenossen und Volksgenossinnen, die ihr hier zusammengekommen seid, um das Bekenntnis zum deutschen Volkstum abzulegen, macht das Wort wahr: Deutsch die Saar, immerbar! (Brausenbe Heilrufe.) Einig und geschlossen stehen wir auf dem VodenunseresRechlsund bekennen vor aller Welt, daß keine Willkür und keine Gewalt uns von diesem Recht und seiner Verfechtung jemals abbringen kann! Gewalt und Willkür konnten nur zum Ziele kommen in einer Zeit, da Deutschland feine innere Geschlos- fenheit verloren hatte. Die Zeiten aber find vorbei, daß Deutschland nur Objekt der internationalen Weltpolitik war. Wenn die Emigranten behaupten, wir hätten eine Willkürherrschaft gegen ben deutschen Arbeiter aufgerichtet, so möchte ich dem nur entgegenhalten, daß mir Sozialistische Arbeiterpartei nicht nur heißen, sondern es auch sind. Wir haben vier Millionen im Reich wieder in Arbeit gebracht und bann sollten wir es nicht fertig bringen, 40 000 Arbeitslosen von der Saar wieder Arbeit zu geben? Das ist für uns eine Frage der Selbstverständlichkeit und eine Frage des nationalen Prestiges! Das ift nach Rückkehr der Saar zum Reich unsere allererste Aufgabe! Wir wissen, Laß man, wenn das Saargebiet zu Deutschland kommt, die Probleme, die dadurch aufgeworfen werden, ganz großzügig anfassen muß. Und dafür find wir, glaube ich, in der Welt bekannt, Laß wir nicht kleinlich sind, daß wir die Courage haben, etwas zu riskieren. Unsere Stunde kommt! (Stürmischer Beifall.) Wir haben in unserem Programm ohne Bindung an ein bestimmtes Bekenntnis proklamiert, daß wir auf dem Boden eines positiven Chri- ft e n t u m 5 stehen. Der Staat leiht den Kirchen, wenn sie christliche Gesinnung verfechten, seine starke, schützende Hand und betreibt selbst Christentum d e r Tat, wenn wir im letzten Winter 320 Millionen für das Winterhilfswerk aufbrachten, so- glauben wir, im Sinne unseres göttlichen Lehrmeisters gehandelt zu haben. Wenn wir erklären, daß der Priester auf die Kanzel, nicht aber auf die politische Tribüne gehört, so tun wir damit nicht nur dem Staat, sondern auch der Kirche einen Dienst. Wenn das von den mar- xi st ischen Emigranten umgelogen wird, so kann ich euch nur sagen: Schaut euch die an, die im Schafspelz umhergehen, inwendig aber reißende Wölfe sind! Wir wissen ja, daß diese „tapferen" Arbeiterführer nicht beim Volk bleiben, wenn sie es ins Unglück geführt haben. Wir planen große Maßnahmen: Erschtte- ßung des Warndt-Kohlengebietes durch Neu - anlegung von Gruben, Instandsetzung der alten Gruben, technische Verbesserungen, Schaffung ausreichender Absatzmöglichkeiten für die Saarkoh 1 e. Die Saar wird in diesem Regenerationsprogramm bewußt eingegliedert in das große Arbeitsbeschaffungsprogramm des Reiches. Die saarländische Landwirtschaft werden wir gleichfalls durch Beschaffung ausreichender Absatzmöglichkeiten wieder lebensfähig zu machen suchen. Das gesamte Saaroolk werden wir eingliedern in das große und umfassende Siedlungswerk des Reiches, unter besonderer Berücksichtigung der im und beim Saargebiet liegenden Möglichkeiten. So seid denn, Ihr Männer und Frauen von der Saar, gegrüßt von Eurem Volk, von Eurem Führer und von der großen stolzen Volksbewegung, die nicht nur das Volk zu sich selbst zurückführte, sondern auch das Saarvolk zu Deutschland zurückführen wird. Die Fahnen dieser Bewegung sind auch für Euch getragen worden, die 400, die sterbend über diesen Fahnen hinsanken, starben auch für Euch, und die Zehntausende, die die Fahnen mit ihrem Blut benetzten, haben auch für Euch gelitten und geduldet. _ Als Vertreter des deutschen Volkes, als einer von denen, die euren Kampf mit durchgemacht haben, fage ich euch; Ihr werdet die (Lebhafte Zurufe: Niemals!). Man möge heute mit französischem Geld den saarländischen Grubenarbeiter von sich abhängig zu machen versuchen, möge sich bemühen, seine Kinder unter wirtschaftlichem Druck in französische Schulen.hineinzupressen — die Tatsache läßt sich nicht leugnen, daß vor dem Kriege nur ein halb pro Tausend im Saargebiet ine französische Sprache sprach und daß selbst der ehemalige italienische Ministerpräsident Nitti über die Vergewaltigung des Saargebietes sagte, daß auf 700000 Deutsche noch nicht 100 Franzosen kommen. (Lebh. Hört, Hört!) Da gehen Männer im Lande herum, die euch Saarländern weismachen wollen, daß im Reich der Terror herrsche und es deshalb das Beste sei, d i e Fremdherrschaft des Völkerbundes auch für die Zukunft freiwillig auf sich zu nehmen. (Lebh. Pfuirufe.) Ich erspare es mir, diese schimpfliche Begründung näher zu charakterisieren. Ich entnehme aus euren Zwischenrufen, wie ihr über Liese Sorte Landesverräter denkt. Ihr schlechtes Gewissen hat sie nun ins Sa a r - gebiet getrieben und Lort versuchen sie, sich eine Domäne zu schaffen. Seit jeher waren sie keine Freunde der Wahrheit und so wie die Katze nicht vom Mausen läßt, so läßt der Sozialdemokrat nicht von der Lüge. (Stürmischer Beifall.) Nach denselben Methoden wie früher im Reich suchen sie jetzt im Saargebiet zu kämpfen. Kämen sie heute ins Reich zurück — die Regierung braucht sich gar nicht mit ihnen zu befassen, sie würden von ihren eigenen früheren Genossen totgeschlagen werden. die einbeutiae Zugehörigkeit des Landes und Volkes zu Deutschland anzuzweifeln zunichte zu machen. Das Versailler Diktat stellt an uns die unerhörte Zumutung, im Jahre 1935, über die Frage abzustimmen, zu welcher Nation wir Saarländer uns bekennen wollen. Wir wissen alle, daß diese Frage überflüssig und heute mehr denn je mit einem einstimmigen „I a" für Deutschland entschieden ist, und auch jeder Franzose, der einmal an der Saar gewesen ist, weiß genau so, wie wir, daß es nur eine Saarbevölkerung gibt, die rein deutsch denkt, und ist sich klar darüber, daß die Abstimmung mit einer eindeutigen Niederlage Frankreichs enden wird. Diese Gelegenheit, in Uebereinstimmung mit dem ganzen deutschen Volk durch diese Abstimmung zu zeigen, daß das Saarstatut des Versailler Vertrages auf falschen Voraussetzungen beruht, ist uns willkommen. Wir bedauern aber, daß der uns auf- gezwungene Kampf um die Rückgliederung nicht zugunsten einer direkten Verständi - g u n g von Land zu Land überflüssig geworden ist und nach den Worten des Führers das letzte Hindernis einer wahrhaften Verständigung bleiben wird. Der Wille, zum angestammten Vaterland zurückzukehren, beseelt alle deutschen Menschen an der Saar. Dieser Wille wird durch blutsmäßige und völkische Verbundenheit aller derjenigen, deren Vorfahren feit Jahrhunderten Deutsche waren, bestimmt. Das Saarvolk gehört seit über einem Jahrtausend zur deutschen Nation, und so soll es ewig bleiben! Vor aller Welt bekennen wir: Dieses Land bleibt deutsch!" Der Treueschwur zur Mutter Germania klang in das Deutschlandlied aus. Zum Schluß sangen die Hunderttausende begeistert das Niederländische Dankgebet, sowie sämtliche Strophen des Saarliedes. Große Beachtung in Paris. P a r i s, 7. Mai. (DNB.-Funkfpruch.) Die Pariser Presse schenkt der gewaltigen deutschen Saarkund- gebung in Zweibrücken die Beachtung, die dem Ereignis zukommt, auch wenn sie zum Teil versucht, die Kundgebung zu verkleinern. Trotzdem geben sachliche französische Berichterstatter zu, daß der Zustromzur Kundgebung groß war und der Ordnungsdienst tadellos war und daß der Saartag eine großartige Kundgebung war. Die Rede des Reichsminifters Dr. Goebbels wird vor allem in den Ueberschriften der Berichte kommentiert. „Matin" und „Echo de Paris" kennzeichnen die Rede Dr. Goebbels als „heftig". Der „Petit Parisien" erklärt, die Rede habe nur aus Angriffen gegen die Regierungskommission und gegen die Emigranten bestanden. „Echo de Paris" verlangt, die Volksabstimmung möge aufge- schoben werden, wenn sie „im Jahre 1935 nicht regelrecht und frei vonstatten gehen könne". Der „Figaro" schreibt: Nach der gestrigen Kundgebung habe die französische Regierung etwas zu sagen. Die nationalistische „Liberia" spricht von der Eröffnung der großen nationalsozialistischen Offensive an der Saar. — Das „Journal des Dubais" bemerkt, daß Deutschland mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Abstimmung vor- bereile. — Der „Jntransigeant" erklärt, daß alle Kundgebungen an der französischen Haltung, die bereits feft gelegt sei, nichts ändern könnten. Frankreich wolle, daß die Abstimmung ohne jeglichen Druck vonstatten gehe und habe außerdem berechtigte Interessen zu verteidigen. — „Paris Midi" hat sich von einem Mitglied der Deutschen Front erklären lassen, daß alle Mitglieder der Deutschen Front, deren es über 200 000 gebe, sich für eine Rückkehr z u Deutschland entschieden hätten. Das Blatt bestätigt, daß diese Auf- fassung wahrscheinlich richtig sei, da es sich auch davon überzeugen konnte, daß die Menge in Zweibrücken von Vaterlandsgeist beseelt gewesen sei. ttr.105 Srftes Blatt M. Zchrgang Mittag, 7.MIM« tzeimat im Bild-Die Scholle ■ Wg'BM ■ M W HZ M W W W M M ■ MW W W X M ▼ W M W M V W für Anzeigen von 22 mm Monatr-vezugspreis: W W W W MM |Z W W W / I II ^M WWW W Breite 7 Rpf., für Mit 4 Beilagen RM.1.95 MM W W M W MM W W M W ^W W W MM W M W M». . W anzeigen von 70 mm Breite Ahne Illustrierte „ Wf ■ ■ W W M^^< W EL W WWÄ W 60Rpf.,Platzvorschrift oder Zustellgebühr .. „ ■ W W ▼ W M W ▼ schwieriger Satz 25°/« mehr KJ V Wt W-L General-Anzeiger für Merhesfen UM ndjten: Anzeiger Siehe» v W I • behördliche Anzeigen 6 Rpf. grantt?rt?mmainii686 Druck unbVerlag: vrühl'sche lluiverfitätrvuch. und Steinbruderei R.Lange in Sieben.Schriftleitung unb Geschäftsstelle: Schulftrohe 1 M-ng-nabschlüff-Staffelb Sicher ist, daß alle anderen Staaten uns an Was- en überlegen sind. In einer Beziehung aber laßt iie deutsche Nation sich von keiner anderen uber- reffen: in der Entschlossenheit, mit allen Kräften md allen Mitteln ihr nationales Leben der Welt gegenüber zu verteidigen. Dieses Deutschland der Volksgemeinschaft hat seinen inneren Glau- len wiedergefunden, und deshalb ist auch iie Frage eurer Heimkehr ins Reich nicht mehr eine Sache der Parlamente, der Parteien ober der Kabinette, die heute kommen und morgen wieder gehen müssen, sondern sie ist die Sache des ganzer) r o ß e n 6 6 M i 11 i 0 n e n - V o l k e s d e u t s ch e r Ration geworden. Wir haben deshalb allen Grund, in Beruhigung und in gesammelter Krast- eserve der kommenden Entwicklung entgegenzu- ehen. Vor allem ihr saarländischen Ar- »erter, die ihr trotz allen behördlichen Drucks lieber gekommen seid, könnt davon überzeugt sein, neben euch und hinter euch steht nicht etwa nur di° teutsche Intelligenz, st-h-n nicht etwa nur die Adligen oder die Kapitalisten — es steht hinter euch das Millionenheerder de u t s ch e n Arbeiter, di-, da sie wieder zum Deutsch, tum zurückqefunden haben, wie alle anderen guten Deutschen -ntschlosien sind, euch zum R-.ch zurück- zuholen und eure Sache zu der eigenen.zu machen. Wir alle kennen zu euch nur em Gefühl bruöer ltcher Verbundenheit, und wir wollen euch gegenüber vor aller wett bekennen: Soweit man in anderen Fragen der Außenpolitik auch gehen mag. will oder kann, in der Saarfrage kennen wir kein Zurückweichen und keinen Kompromiß. (Brausende Heilrufe.) Saarland ist deutsch! Saarland wird deutsch bleiben! Wir werden nicht ruhen und rasten, bis die Schran- ken der Willkür, die uns heute noch tnnnen, niedergerissen find und ihr wieder als Bruder des Blutes in den Verband des Reiches zuruck- kehren könnt. Denn Willkür hat euch vom Wutterlande weggerissen. R,emand glaube, daß Schikane und Neinliche Quälerei einem deutschen Wann oder einer deutschen Frau das deutsche Gefühl und Bewußtsein aus der Brust heraus- reißen könnten. sein soll. In dem Geheimprotokoll erklären sich die vertragsschließenden Staaten Südslawien, Rumänien, Griechenland und die Türkei damit einverstanden, gegen Bulgarien die Bestimmungen des Art. 2 des Londoner Abkommens vom 3. und 4. Juli 1933 über die F e st st e l l u n g des Angreifers anzuwenden, falls die bulgarische Regierung sich nach Aufforderung eines der interessierten Staaten weigert, die „bewaffneten Organisationen", die nicht aufhören, vom bulgarischen Gebiet in das der vertragsschließenden Staaten einzudringen, a u f z u l ö s e n. In diesem Falle werden die vertragsschließenden Parteien innerhalb von 24 Stunden mit entsprechenden militärischen Kräften Bulgarien ßanz oder teilweise besetzen. — Die Enthüllungen der „Makedonia" haben in Bulgarien größte Erregung hervorgerufen. Die Grundsteinlegung des neuen Reichsbankgebäudes in Anwesenheit des Meers. Berlin, 5. Mai. (DRB.) Die weihevolle Grundsteinlegung zum Reichsbankerweiterungsbau erfolgte auf historischem Boden, mitten im ältesten Berlin. Das große Baugelände, an dessen Rändern noch die Reste der niedergerissenen alten Häuser sichtbar sind und das nahe heranragt an das Ufer des einen Spreearmes, bot ein bunt bewegtes festliches Bild. Auf den großen in Holbkreisforrn her- gestellten tannengeschmückten Tribünen drängten sich schon lange vor Beginn der Feier Kopf an Kopf die Gäste. Man sah u. a. fast sämtliche Reichsmini st er. Ferner den Kommandanten von Berlin, Generalmajor Schaumburg, den Staatskommissar von Berlin Dr. Lippert, Oberbürgermeister Dr. Sa hm, den Präsidenten S y r u p, den Polizeipräsidenten v. Levetzow, den Beauftragten des Führers für Wirtschaftsfragen Keppler, die Rektoren der Berliner Hochschulen und zahlreiche andere. Im Hintergrund der Mitteltribüne waren drei haushohe weiße und tannenum- kränzte Pylonen aufgestellt, zwischen denen man die Farben des Reiches über den weiten Neubauplatz leuchten sah. Davor zwei kleinere Säulen, auf denen aus Schalen Flammen emporstiegen. Ein Kette von Fahnen, die an hohen Masten wehten, umgab den Bauplatz. Um 15 Uhr kündeten Heil-Rufe schon aus der Ferne die Ankunft des Führer an. Am Grundstein überreichte ihm ein Hitler-Junge einen herrlichen Strauß dunkelroter Rosen und auch ein kleines Mädchen grüßte ihn mit tiefem Knix. Das von der Kapelle gespielte Lied „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" leitete die Feier ein. Dann trat Mchsbankprüsidenl Dr. Schacht an den Grundstein und nahm von dort aus das Wort zu seiner Weiherede, in der er einen Rückblick auf die Entwickelung des Bankwesens in Deutschland gab. Es ist altpreußischer G e i st, aus dem das Zentralnoteninstitut des Reiches erstand und altpreußischer Geist hat im Hause der Reichsbank geherrscht von Anbeginn bis zur Stunde. Unbeirrbares Pflichtgefühl, Aufopferung des einzelnen für das Wohl des Volkes und Staatsganzen, hingebende Arbeit, Treue zur Sache und zu sich selbst, waren und sind die Richtlinien, die den Geist der Reichsbank gebildet haben. Der Reichsbankpräsident wandte sich mit Nachdruck gegen das Nichtverstehen des Geld- und Bankwesens in breiten Volksschichten und betonte, daß keine vorgeschrittene Volkswirtschaft und keine höhere Zivilisation denkbar sei ohne ein geregeltes Geld- und Bankwesen. Aber so wenig man dem Marodeur erlaube, den Beruf des zuchtgewohnten Soldaten zu beflecken, so wenig sollte es den Spekulanten möglich gemacht werden, den Beruf des ehrbaren Bankherrn zu beschmutzen. Der Reichsbankpräsident wandte sich dann a n den Reichskanzler und sagte: Sie haben die Güte gehabt, mir den Auftrag zu erteilen, die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Reichsbank zu vollziehen. Ich danke Ihnen dafür und werde, solange Sie mir Ihr Vertrauen schenken, keinen höheren Ehrgeiz kennen, als das deutsche Geld- und Kreditwesen in Ordnung zu halten, eine Aufgabe, groß genug, um das Leben eines Mannes auszufüllen. Mein und unser aller Gelöbnis, das ich Ihnen, Herr Reichskanzler, hierdurch ablege, ist, daß wir uns ausrüsten wollen mit allem Wissen, das unsere Aufgabe erfordert, auf daß unser Können diese Aufgabe meistere und unser Wille soll stets nur eine Richtung haben: Das Wohl des deutschen Volkes und Reiches; und dieses Gelöbnis soll jeden binden, wer immer jetzt oder in Zukunft im Dienste der Reichsbank steht. Der Reichsbankpräsident nannte dann die Urkunden und Zeitdokumente, die in dem Grundstein eingeschlossen wurden, darunter auch die vom Reichspräsidenten, vom Reichskanzler und vom Reichsbankdirektorium unterzeichnete Grundsteinlegungsurkunde. Dann weihte er den Grundstein durch drei Hammerschläge und sprach dazu folgenden Spruch: Laß Weisheit Deine Mauer sein. Und Können sei der Pfeiler Dein, Und deutscher Wille Dein Fundament! Das Uebrige stell' in Gottes Händ'! Im Anschluß an seine Weiherede rief der Reichsbankpräsident aus: Alle unsere Gefühle, alle unsere Wünsche und Hoffnungen fügen wir zusammen in ein Siegheil für unseren ehrwürdigen Reichspräsidenten und unseren geliebten Führer. Brausend erschollen die Heilrufe über den Platz. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst Wessel-Liedes begab sich Dr. Schacht zum Führer, der ihm für seine Worte dankte. Noch einmal brausten die Heilrufe auf, als der Führer dann den Platz verließ. Damit hatte die Feier der Grundsteinlegung zum Reichsbankerweiterungsbau ihr Ende gefunden. Die MchsMrerlagung des ÄS.-Deusschen Zronlkäinpserbnndes in Magdeburg. Magdeburg, 6. Mai (DNB.) Der Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpserbund (Stahlhelm) hielt am 5. und 6. Mai in der Gründungsstadt des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, im Beisein des Gründers, des Reichsarbeitsministers Franz S e l d t e, seinen ersten Führertag ab. Samstagnachmittag fand eine Tagung der Bundesführer statt, aus der in schlichter Weise die formelle Umgründung des Bundes vorgenommen wurde. Der Sonntagvormittag vereinigte alle Teilnehmer zu einem Gottesdienst verbunden mit Heldengedenkfeier im Magdeburger Dom. Das weite Kirchenschiff war bis auf den letzten Platz mit Andächtigen gefüllt. Vor dem Altar hatten die Fahnen- abordnungen Aufstellung genommen. Die Festpredigt hielt Pastor Friedrichs- Dessau. Nach dem Gottesdienst traten die Kolonnen auf dem Domplatz an und mit klingendem Spiel setzte sich der Zug nach der Stadthalle in Bewegung, überall in den Straßen von der Menschenmenge freudig begrüßt. Der große, reich mit Hakenkreuz- und schwarzweißroten Fahnen geschmückte Saal der Stadthalle, wo um 10.30 Uhr die eigentliche Führertagung ihren Anfang nahm, konnte die Menge der Teilnehmer kaum fassen. Bundesführer Seldte wurde bei seinem Erscheinen mit lauten Heilrufen begrüßt. Zunächst ergriff der Landesführer Mitte, H u h o l d, das Wort, der die Vertreter aus allen Gauen in der Gründungsstadt des Stahlhelms herzlich willkommen hieß, unter ihnen ganz besonders die Führerkameraden des Saargebietes und aus Danzig. Oer Bundesführer Reichsarbeitsminister Seldte hielt dann eine Ansprache, in der er von der Vereinbarung vom 28. März 1934 ausging, durch die der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, sich in den Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer- bund (Stahlhelm) umgründete. Die Reichsführer- tagung, so fuhr dann der Minister fori, fei nach Magdeburg berufen worden, weil dort die Wurzeln des Bundes liegen. Aus dem gleichen Empfinden heraus, wie München der Sitz der nationalsozialistischen Bewegung geblieben ist, habe sich der Bundesführer entschlossen, daß die alte Gründerstadt Magdeburg auch der Sitz des neuen Bundes, des NS.-Deutfchen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) bleibe. Nach einem Rückblick auf die zwanzigjährige Geschichte des deutschen Frontsoldatentums fuhr der Bundesführer fort: Eine alte weise Philosophenforderung lautet: E r - kenne dich selbst! Ich mochte hinzufügen: Werte dich selbst — und dann fordere als echter Soldat so viel Raum und Möglichkeit für dich, daß du dich als Träger des Frontsoldatentums und des Leistungsprinzips im Deutschen Reich auswirken kannst. Das wollen wir jetzt tun und wir dürfen es mit vollem Recht tun. Der Minister erklärte dann, er fei froh darüber, daß durch den NS.-Deutschen Frontkämpferbund dasFrontsoldatentum feinen b e - ftimmten P la tz in der großen nationalsozialistischen Bewegung erhal- ten habe. Mit aller Kraft halte dieser Bund im nationalsozialistischen Deutschland die Tradition des Frontsoldatentums hoch. Alle Kameraden feien überzeugte Soldaten und Staatsbürger, seien politische Soldaten und Soldaten des Friedens. Keiner wisse besser und keiner erwähne es auch stärker, daß die deutsche Nation den Frieden zum Aufbau brauche. Diesen Frieden wolle man aber nicht nur in der Arbeit, sondern in der ganzen großen nationalsozialistischen Front „und darum können wir alte Kameraden mit ruhiger Kraft sagen, daß der NS.-Deutsche Frontkämperbund (Stahlhelm) kein Gefühl der Konkurrenz, der Rivalität oder des Neides zwischen sich und den anderen Teilen der nationalsozialistischen Bewegung ober zwischen sich und den anderen deutschen Soldatenbünden ober Soldatenvereinigungen wünscht. Im Gegenteil erhoffe ich, baß eine Arbeitsgemeinschaft bald alle Bünde erfasse unb vereinige." Die Parole heißt Einigkeit. Auch weiterhin bleibt der Leitspruch, daß auf den Opfern und aus den Waffen der Sieg beruhe. — Die alten Ideale und die alten Symbole bleiben bestehen; nunmehr wird aber zum Stahlhelm das siegreiche Symbol des Hakenkreuzes sowohl im Abzeichen, als auch- in der Fahne hinzugefügt. Der Stahlhelm wolle mit allen in bester Kameradschaft stehen. Er wolle, daß zwischen den Kameraden der grauen, braunen. und der schwarzen Front Kameradschaft und Zutrauen bestehe. Er wolle keinen Zwang und keine Zwangszugehörigkeit zu seinem Bunde, sondern Mitkämpfer aus Freudigkeit. Zugunsten der Jüngeren hätten die alten Frontsoldaten bewußt auf die Aufgabe der körperlichen Betätigung und des Wehrsportes verzichtet. Geblieben seien die hohen geistigen Aufgaben der Frontsoldaten. Nachdem der Bundesführer seine Kameraden aufgefordert hatte, auf die neue Treuformel, die der Bundeskanzler verlas, zu schwören, ging er auf die Aufgaben des NS.-Deutfchen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) ein, die zunächst in der Pflege der Fronttradition, des Frontgei st es und der Frontkameradschaft bestünden. Neben dieser geistigen Arbeit werde der Bund aber noch eine Reihe anderer Aufgaben anfassen und fördern müssen. Da sei zunächst e i n würdig, heroisches Reichsehrenmal zu errichten; dann scheine es wichtig, neben dem Tag der Arbeit, dem Tag des Bauern, künftig auch einen Tag des Frontsoldaten einzurichten. Endlich müsse der Bund sein Augenmerk darauf richten, in welcher Form das Reich den Frontsoldaten besser als im früheren System den Dank des Vaterlandes abstatten könne. Kein Land der Erde sei reich genug, seinen Söhnen, die für feinen Be- ftanb geblutet haben, die Opfer durch materielle Entschädigung aufzuwiegen; Deutschland aber fei arm uns es könne oft nicht einmal dort Mittel begeben, wo sie zur Behebung der bittersten Not gebraucht würden. Trotzdem müsse man immer wieder versuchen, Wege zu finden, um die Frontkameraden oon staatswegen besser zu versorgen. Neben der materiellen Frage bestehe aber noch die Aufgabe einer ideellen Anerkennung unb Ehrung der Frontkämpfer. Man werde also der Frage eines Reichs- Schreckliches Einsturzunglück in einem würiiembergischen Dorf. Das Schulhaus während des Unterrichtes zusammengebrochen. - Ein Lehrer und sechs Kinder getötet, fünf Kinder schwer verletzt. 3n Winterbach (Oberamt Schorndorf) stürzte am Samstagvormittag kurz nach 10 Uhr während des Unterrichts unter donnerähnlichem krachen der Mittelteil des alten Schulhauses zusammen. 3n den Schulzimmern befanden sich die Lehrer und Kinder, die nicht mehr alle den Ausgang gewinnen konnten. Von allen Seiten rannte die bestürzte Einwohnerschaft herbei, um die erste Hilfe zu leisten. Der Schorndorfer Autolöschzug sowie die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz waren schnell zur Stelle, ebenso die Aerzte. Unter größter Lebensgefahr mußte an die Bergung der Verschütteten gegangen werden. Lehrer Kohnle, der mit seinem Körper noch zwei Kinder deckte, wurde f o t aus den Trümmern gezogen. Von den Getöteten konnten ferner die Schüler Renz (12 3ahre alt), Beute 15 f p a d) e r (10 3ahre), Schlierer (9 3ahre), Günther (9 3ahre), Maria Ueuh (10 3ahre) und Lore Käfer (10 3ahre) geborgen werden. Vermißt wird der Schüler E i s e tn a n n, von dem angenommen werden muh, daß er noch unter den Trümmern liegt. Außerdem sind fünf Kinder, von denen eins im Sterben liegt, schwer verletzt worden. Zwölf leichter verletzte Kinder befinden sich in ärztlicher Behandlung. Von dem alten Schulhaus, das in der Mitte durchgebrochen scheint, stehen noch die beiden Giebel. Die Ursache des Einsturzes scheint nicht in der vorgeschrittenen Baufälligkeit des Gebäudes begründet zu fein, sondern, wie vermutet wird, in Kanalisationsarbeiten, die in der Rahe des Hauses vorgenommen werden und durch die eine Senkung des Untergrundes eingetreten zu fein scheint. 3nsgesamt waren in dem Schulhaus 20 Schulkinder und drei Lehrer untergebracht. Ein Augenzeuge berichtet. Zu dem furchtbaren Einsturzunglück in Winterbach gab ein Augenzeuge, ein junger Mechaniker, der sich von Anfang an an den Bergungsarbeiten beteiligt hatte, dem an die Unglücksstätte entsandten DNB.-Berichterstatter folgende weitere Einzelheiten, die in ihrer Unmittelbarkeit einen Eindruck geben von dem Ausmaß dieser Katastrophe, die das stille und werktätige Dorf im Renstal betroffen hat. Als die Mauern unter großem Getöse und rieft« ger Staubentwicklung durchbrachen und der mittlere Teil des Hauses einstürzte, suchten sich die Kinder dadurch zu retten, daß sie aus ben Fenstern sprangen. Während dies den Schülern, die im Erdgeschoß waren noch gelang, wurden diejenigen, die aus den Fensteröffnungen des oberen Stockwerkes herausfprangen, von den unten stehenden Erwachsenen in den Armen aufgefangen. Aus diese Weise konnten sich noch zahlreiche Kinder vor dem sicheren Tode retten. Vor der Unglückstätte hatten sich herzzereißende Szenen abgespielt. Schreiende und weinende Mütter suchten nach ihren Kindern, die zum Teil in ihrer Verwirrung den Platz verlassen und sich irgendwo versteckt hatten. Die Kinder waren durch den Schreck so erschüttert, daß sie am Anfang weder sprechen noch meinen noch irgendeine Auskunft über den Hergang des Unglücks geben konnten. Der Augenzeuge berichtete weiter, daß er unter dem Klavier drei Kinder hervorgezogen hatte, zwei von ihnen waren t o t, das dritte konnte er noch lebend bergen. Es war mit dem Schreck davongekommen. Wie wir noch erfahren, haben sich Reichsstatthalter Murr sowie die Vertreter des roürttembergi- schne Kultusministeriums sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe an die Unglücksstätte begeben. frontkämpferabzeichens das Augenmerk zu schenken haben. Das sei aber nur ein erster Ausschnitt aus dem Aufgabengebiet, das vor dem NS.- Deutfchen Frontkämpferbund (Stahlhelm) liege. Nachdem Minister Seldte auf die Bedeutung dieser ersten Gründungsoersammlung hingewiesen hatte, schloß er mit folgenden Worten: Noch niemals haben die alten Frontsoldaten den Appell versäumt. Keiner versteht besser den Schicksalsruf unseres Führers, und darum tritt der NS.-Deutfche Frontkämpferbund feinen neuen Weg in Magdeburg an, und auf den Appellruf unseres Führers Adolf Hitler klingt ihm als Meldung zur Kampfbereitschaft und Arbeitsbereitfchaft von uns allen der starke Ruf entgegen: Hier find mir zur Stelle, hier treten wir an und hiermit marschieren wir los zum Wohle von Volk und von Vaterland. Huldigungstelegramm an Hindenburg und Hitler. Aus Anlaß der Reichsführertagung des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) wurden folgende Begrüßungstelegramme ab» gesandt: „An den Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, Berlin. — 8000 Führer-Kameraden des NSDFB., die zur Reichsführertagung in Magdeburg versammelt sind, grüßen ihren verehrten Führer aus dem Weltkriege und aus Deutschlands schwerster Zeit und geloben dem verehrten Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten unverbrüchliche Treue. — Front Heil! (gez.) Franz Seldte, Bundesführer." „An den Herrn Reichskanzler Adolf Hit- l e r, Berlin. — Die zur Reichsführertagung versammelten Führer des NSDFB. (Stahlhelm) senden ihrem obersten Führer Adolf Hitler kameradschaftliche Grüße und versichern unverbrüchliche Treue und Gefolgschaft. — Front Heil Hitler! (gez.) Seldte, Bundesführer." Weitere Telegramme wurden gesandt an Ministerpräsident General der Infanterie Hermann Göring, Vizekanzler von Papen .(Ehrenlandesführer Westfalen), Reichswehrminister Generaloberst vonBlomberg, Stabschef der SA. Reichsminister Ernst Röhm, Generalfeldmarschall von Mackensen. * Der Reichspräsident hat an den Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) auf ein Huldigungstelegramm mit folgendem Telegramm geantwortet: „Haben Sie herzlichen Dank für Ihr freundliches Meingedenken anläßlich Ihrer heutigen Reichsführertagung und das mir ausgesprochene Treuegelöbnis, daß ich gern entgegennehme. Ich erwidere Ihre Grüße in alter kameradschaftlicher Verbundenheit. Ein Telegramm des Ministerpräsidenten Göring lautet: „Für die mir übersandten Grüße danke ich Ihnen und allen Kameraden mit den besten Wünschen für einen erfolgreichen Verlauf der Reichsführertagung. Heil Hitler! Vizekanzler von Papen übersandte folgendes Telegramm: „Ihnen und allen Kameraden im NSDFB. treueste Grüße. Ich weiß, daß die alten Frontkämpfer den Weg, den sie der nationalen Revolution bereitet haben, im Geiste des Führers Schulter an Schulter mit allen denen marschieren werden, die ein neues Deutschland der Gerechtigkeit, der Ordnung, der Disziplin und des Friedens wünschen." Hohe Strafen für Veruntreuungen beim Winterhilfswerk. In Halberstadt wurde vom Erweiterten Schöffengericht das Urteil im Prozeß gegen die ehemaligen Leiter und Mitglieder der Halberstädter Zentrale des Winterhilfswerkes gefällt. Es erhielten gemäß dem Anträge des Staatsanwaltes unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren: der bisherige Bezirksamtswalter Alfred Winter zehn Jahre sechs Monate Zuchthaus, Kafsenwalter Wooge zehn Jahre Zuchthaus, Wilhelm Großmann sieben Jahre Zuchthaus, Walter Seeburg und Walter Bufchikowsky je fünf Jahre Zuchthaus. Die Anklage warf den Angeklagten Untreue, unberechtigte Aneignung und Ausgabe von Zuweisungen und Bedarfsdeckungsscheinen, Beiseiteschaffung von Kon- tenbüchern unb Veruntreuung von 332 Mark aus dem Ergebnis des Winterhilfswerkes vor. Hoher japanischer Marine- besuch in der Reichshauptstadt. Berlin, 7. Mal. (DNB. Funkspruch.) Der Chef des zur Zeit im Mittelmeere weilenden japanischen Schulschiffgeschwaders Vizeadmiral M a t u f i t a traf heute gegen 9 Uhr auf dem Bahnhof Friedrichstraße zu einem offiziellen B e - such in Berlin ein. In seiner Begleitung befan- ben sich die Kommandanten der Schulkreuzer „Asama" und „Jwata" sowie mehrere Herren seines Stabes. Zu seiner Begrüßung hatten sich der japanische Marineattachs in Berlin y e n ö o, sowie zahlreiche Mitglieder der japanischen Kolonie eingefunden. Von deutscher Seite bemerkte man Kapitän Brückner von der Marineleitung des Reichswehrministeriums sowie Admiral B e h n ck e und Dr. Hack als Vertreter der Deutsch-japanischen Gesellschaft. Die japanischen Gäste werden um 12 Uhr vom Reichspräsident en Generalfeldmarschall von Hindenburg empfangen werden, um 14 Uhr folgen sie einer Einladung des Chefs der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder, zu einem Frühstück. Am Abend findet ein Essen beim japanischen Botschafter statt. Dienstagvormittag werden die japanischen Seeoffiziere vom Reichskanzler Adolf Hitler empfangen. Es folgen Besuche beim Reichsaußenminister und beim Reichsluftfahrtminister, woran sich eine feierliche Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden anschließt. Nacy einem Tee-Empfang treten die Gäste abends die Weiterreise nach London an. . Das Ende der rumänischen Offiziersverschwörung. In B u k a r e st wurden die Teilnehmer der Offiziersverschwörung Oberstleutnant Pre- cup und sieben andere Stabs- und Subalternoffiziere in Gegenwart der Bukarester Garnison öffentlich degradiert. Den zu je 10 Jahren Zuchthaus verurteilten acht Offizieren, die einen völlig gebrochenen Eindruck machten, wurde der Dekradierungsbefehl vom Festungskommandanten bekannt gegeben, worauf unter präsentiertem Gewehr der aufmarschierten Garnison die eigentliche Degradierung erfolgte. Mit der umschriebenen Formel „Unroürbig, die Uniform zu tragen, degradiere ich Dich im Namen des Königs", riß der Artillerie- oberft Marinescu dem Oberstleutnant Precup die Treffen ab und zerbrach den Degen. Ein zweiter Stabsoffizier degradierte dann die "übrigen Offiziere. Jedesmal wenn ein Degen zerbrochen wurde, bliesen die vereinigten Trompeterkorps Fanfaren. Unmittelbar darauf wurden die Verurteilten, die sich während der ganzen peinlichen Aktion kaum aufrecht erhalten konnten, mehr tot als lebendig in die bereit- gestellten Polizeiautos verladen und unter starker Bewachung, begleitet von dem Pfeifen und den Der- wünfchungen einer vor der Kaserne zahlreich versammelten Dolksmasse in das Zuchthaus von V a k a r e st i überführt. Kunst und Wissenschaft. 3ahresversammlung des Deutschen Museums. — Gedenkfeier für Oskar von Miller. In München hielt das Deutsche Museum seine Jahresversammlung ab. Unter dem Eindruck des schweren Verlustes, den das Museum vor wenigen Wochen durch den Tod seines genialen Schöpfers Oskar von Miller erlitten hat, wurde von jeder Feierlichkeit abgesehen. Den Auftakt zu der Jahresversammlung gab die Gedenkfeier im Ehrensaal des Deutschen Museums. Eine große Versammlung oon Freunden und Förderern des Museums, von Vertretern der Behörden und der Kunst mit Ministerpräsident Siebert an der Spitze füllte den Raum. Die Gedächtnisrede hielt Geheimrat Dr. Zenneck, der den großen Toten als Elektrotechniker, als Schöpfer des Deutschen Museums und als Menschen würdigte. Musik schloß die eindrucksvolle Weihestunde. Eine große Volkskundgebung aus dem Marktplatz Möglichkeiten f fixier»' )on Kon. stark aus von jeden Dingen in Gemeinden sind vollkommen frei Fehlbeträgen, ebenso der kreis Rheinhessen. Die Hessische Regierung hat alle sstatthal- tmbergi« ntmerben den. V Lebt(t sinter. Dechant. Angr. ^sstötte weitere L ^n. Strophe ‘Stal bei Oer Ehrentag des Reichsstatthalters in Hessen Oer Dank des Heffenlandes. — Eine Kundgebung der Verbundenheit von Volk und Führung. standen, die Verwaltung im nationalsozialistischen Geiste zu führen. In unermüdlichem Streben haben sie sich rasch in die ihnen bisher fremde Tätigkeit, die Verwaltung, eingearbeitet; sie konnten dies, weil sie in der Kampfzeit der NSDAP, zu verantwortungsbewußten und verantwortungsbereiten Männern erzogen waren. So ist denn auch das Ergebnis der Verwaltungstätigkeit im allgemeinen ein sehr erfreuliches. Der Voranschlag des hessischen Staates ist ausgeglichen. Dies war allerdings nur möglich unter großen Opfern und unter Zurückstellung mancher berechtigter Wünsche. Auch die Zahl der Gemeinden, deren Voranschläge noch nicht ganz ausgeglichen sind, hat sich stark verringert. Es seien nur folgende Zahlen genannt, um zu beweisen, daß auch die Finanzlage der Gemeind.en sich wesentlich gebessert hat: Die hessischen Städte Mainz, Offenbach, Worms, Darmstadt hatten im Zähre 1933 noch ein Defizit von insgesamt 12,5 Millionen Mark aufzuweisen. Die Voranschläge für das Jahr 1934 der genannten Städte schließen mit einem Fehlbetrag von nur 5,4 Millionen Mark ab. Don den etwa 1000 Gemeinden Hessens wiesen 150 Gemeinden im Jahr 1933 Fehlbeträge von etwa 19 Millionen Mark auf. Im Jahre 1934 ist die Zahl der Gemeinden mit Fehlbeträgen auf 80 mit einem Gesamtfehlbetrag von 8 Millionen Mark zurückgegangen, einschließlich der obengenannten Städte. Die fünf oberhessischen kreise Alsfeld, Lauterbach, Gießen, Schotten und Büdingen mit ihren "d riesj. " mitt, me Kin- nstern ' die im Wenigen, rtockwer. den Er- M diese vor dem e hatten vgespielt. ld) ihren Pn9 den i hatten, schultert, " noch den her- -lenzeuge ner drei n waren W Es hmer der lant Pre> Subaltern- Garnison . 10 Iah' die einen ourde der nandanten ertem eigentlW enen For' degradiere Artillerie' lre«P d" in 3®«“ , Öfflift ÄS ' sich njaö1 lufrecht tv die bere^ ter stärket ibe> «lreich Der ausD°n ast- seulns- " [er- S au.;. iP Ä hne tische und sportliche Erziehung in die Hand zu nehmen, habe ich jede Förderung zuteil werden lassen und werde versuchen, in Zukunft diese Förderung noch zu überbieten. Es kann in Deutschland nur eine deutsche Jugendorganisation geben, ohne Unterschied des Standes, der Klasse, der Herkunft, der Konfession, die Hitlerjugend. Die Organisation zu anderen gesonderten und von der Regierung geduldeten Zwecken wird hierdurch nicht berührt. Ich bin stolz darauf, daß es mir vergönnt war, die zahlreichen Kulturstätten, die im Hessenland vom deutschen Werken Kunde geben, der Oeffent- lichkeit zugänglich zu machen. Die Glauburg in Oberhessen führt uns in Jahrtausende zurück, in Rheinhessen und im Odenwald fanden wir vielfach Kunde von der hohen Kultur unseren Altvorderen. Gar nicht zu reden von Mainz, Worms Lin Zahr nationalsozialistischer Regierung in Hessen. Oer Tätigkeitsbericht des Htaatsministers Jung. erschöpft, um mit Hilfe der von den verschiedenen Anstalten des Reiches zur Verfügung gestellten Mitteln, aber auch mit eigenen Mitteln die wirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen einer Besserung entgegenzuführen. Als eines der wichtigsten und wesentlichsten Arbeitsprogramme der Hessischen Regierung ist das große Projekt der Meliorations- und Feldbereinigungs- arbeiten in der Provinz Starkenburg, sowie in anderen Teilen Hessens zu erwähnen. Die Arbeiten, die in vollem Gange sind, werden in ganz Hessen etwa 5 0000 Morgen Land freimachen, die zum Zwecke der Anliegersiedlung, der Schaffung neuer Bauernhöfe und der Kleinsiedlung dienen werden. Allein im ersten Arbeitsgebiet sind es 4000 Hektar, deren Ueberweisung bereits im Herbst 1935 erfolgen wird. Auch auf kulturellem Gebiet hat der Hessische Staat mit Hilfe des Reiches Arbeiten in Angriff genommen, die dafür Beweis liefern, daß der Nationalsozialismus nicht bereit ist, Kulturgüter des gesamten Volkes verkommen zu lassen. Ich erinnere an die erheblichen Mittel, die für die Erhaltung der Katharinenkirche in Oppenheim, die Neugestaltung des Domplatzes zu Worms und den Ausbau der Schulburg in Friedberg zur Verfügung gestellt wurden. Dieser Rückblick auf die Arbeit der nationalsozialistischen Regierung in Hessen im Jahre 1933 wird uns nicht dazu veranlassen, die Hände in den Schoß zu legen. Wir werden nicht in den einmal gewonnenen Stellungen einschlafen, sondern wir werden wach bleiben und diese Stellungen ausbauen. Wir sind bereit, anzuerkennen, daß das, was wir getan haben, nichts ist im Vergleich mit dem, was wir noch zu tun haben. Wir kennen unsere Verantwortung vor dem Volke, deshalb muh Nanu! Schon braun? A- Bewunderung fragen, wenn Sie schon setzt im Mai nach einem einzigen Sonnenbad braungebrannt nach Hause kommen. Sie wollen wissen, wie sich das erreichen läßt? Ganz einfach: reiben Sie beim Sonnenbaden Ihre Haut gründlich mit Leokrem ein. Leokrem hilft schneller bräunen, weil er Sonnen-Vitamin enthält! Dank seinem Fettgehalt verringert Leokrem zugleich die Gefahr schmerzhaften Sonnenbrandes. Dosen schon von 22 Psg. ab in allen Ehlorodont-Verkaufsstellen erhälllich. Wortes deutschester Bedeutung. Wenn wir so wie in diesem.einen Jahr weiter zusammenstehen, werden wir allen Aufgaben, die uns der Führer stellt, gewachsen sein. Er war unser Rufer, er wird st e t s unser Führer sein. Ihm wollen wir uns verschreiben mit Leib und Leben. Adolf Hitler Heil! An das dreifache Sieg-Heil der Anwesenden schloß sich unter Vorantritt einer Kapelle und der Fahnenabordnung der gemeinsame Marsch nach dem Marktplatz, wo sich bereits eine unübersehbare Menschenmenge versammelt hatte. und den bekannten Brennpunkten deutscher Geschichte im Gau. Ein Jahr, meine lieben Volksgenossen, ein Jahr nur war erforderlich, um das deutsche Volksleben zu heben und aufwärtsslreben zu lassen, die Wirtschaft in Gang zu bringen, ein Jahr hat genügt, dem verfall Einhalt zu tun und den Staat seiner Bestimmung wieder zurückzugeben. Was will es dagegen besagen, wenn konfessionelle Hetzer, Miesmacher und Reak- tionäre versuchen, das Aufbauwerk des Führers au stören. Mögen sich die Staatsfeinde, die Feinde des Volkes sind, und sich da und dort unter Mißbrauch der Kirche in den Konfessionen zu sammeln versuchen, warnen lassen. Unerbittlich werden wir getreu dem Punkt 18 unseres nationalsozialistischen Programms den rücksichtslosen Kampf aufnehmen gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeininteresse schädigen. Der Führer hat sich zu Beginn seiner Regierungstätigkeit an das Volk ge- wandt. Das Volk hat sich zu ihm bekannt und hat zu ihm gestanden, das Volk wird auch in Zukunft treu zum Führer stehen, weil seine Taten seinen Worten und seinem Wollen entsprechen. Besonderer Dank aber gebührt denjenigen, die aktiv hier an meiner Seite gestanden haben, den politischen Leitern, der SS., der SA., der HI., sie alle waren, jeder für sich, bewußter Garant des nationalsozialistischen Programms und damit fühlte sich jeder von ihnen als treuer Hüter des Programms des Führers. So wollen wir denn zusammen- stehen als Deutsche, uns ganz fühlen als Volksgenossen, bann werden wir das Hiel erreichen, das Adolf Hitler sich und uns gesteckt hat. Deutschland soll werden ein germanischer Staat deutscher Nation! Die Ausführungen des Reichsstatthalters fanden den lebhaften Beifall der auf dem Marktplatz versammelten Menge, aus deren Mitte spontan ein dreifaches Heil auf den Reichsstatthalter ausge- bracht wurde. Dann nahm Staatsminister Jung das Wort zu einem eingehenden Tätigkeitsbericht, in dem er u. a. ausführte: Franken, Chatten, kurz allen Stämmen, die ihre Namen hineintragen in die heutige Zeit, sind durch die nationalsozialistische Bewegung selbst Deutsche geworden, und nur Deutsche! Die Vorbereitung zum neuen Deutschland lag im nationalsozialistischen Kampf; die zielsichere Hand des Führers kann hier, wenn immer er den Zeitpunkt für gekommen erachtet, ordnend eingreifen. Hessen-Nassau, Rhein-Main, ist ein st a r k e r Kern, ein Magnet in der Hand Adolf Hitlers! Das alles haben wir erreicht als Kampfgenossen. Aus Kampfgenossen sind Freundschaften erwachsen in des Der Herr Reichsstatthalter schritt die Front der Ehrenhundertschaft der Schutzpolizei ab, neben der auch der Fliegersturm, SA. und SS. aufmarschiert waren, und nahm dann nach herzlicher Begrüßung durch Oberbürgermeister Kreisleiter W a m b o l d t das Wort zu einer großen Rede, die durch Lautsprecher über den weiten Platz verbreitet wurde. Magisch wuchs hinter der mit Hakenkreuzbanner und Blumen geschmückten Rednertribüne das in Flutlicht getauchte Massiv des Schlosses mit der Ehrengalerie aus dem Dunkel, in das mehrmals die Maanesiumblitze der Photographen einschlugen. Und schon hallte die allen Hessen wohlbekannte Stimme des Gauleiters über die Taufende hin, der u. a. ausführte: Oer Reichsstatthalter spricht. Deutsche Volksgenossen und -genossinnen! Ich bin der Vorsehung dankbar, daß es mir ermöglicht ist, heute unter euch sein zu können. Ein Jahr nationalsozialistischer Regierung, aber auch ein Jahr praktischer Erfahrung liegt hinter uns. Wir hatten im Kampf die Besten des Volkes gewonnen, nicht etwa nur, um Macht auszuüben, sondern wir haben ihnen zum Bewußtsein gebracht, daß das deutsche Volk zurückkehren muß zu der Erkenntnis von dem Eigenwert des deutschen Menschen, um auf dieser Erkenntnis aufzubauen die nationalsozialistische Weltanschauung und ihre Verkörperung im Staate. Die Abwärtsbewegung im alten System war in der Zwischenzeit in ein derartiges Tempo gekommen, daß entweder das System gesklirzt werden mußte oder Deutschland war verloren. Aus dieser Erkenntnis wurde Adolf Hitler, und das wird dem ehrwürdigen Herrn Reichspräsidenten das deutsche Volk ewig danken, zum Kanzler des Reiches berufen. Adolf Hitler, von der Ueberzeugung durchdrungen, daß alles, was politisch bestehen soll, dem Willen bc: Volkes entsprechen muß, wandte sich an das Volk. Das war damals das lieber» raschendste für die ganze WeltI daß er, von dem man glaubte, daß er ein Regiment des Terrors ausüben werde, mit seinem ganzen Sein auf das Vertrauen des deutschen Volkes aufbaute. So war denn der Ausgang der Wahlen im März 1933 im ganzen vorauszusehen. Im Lande Hessen allerdings sah es damals noch recht trübe aus. Die hessische Sysiemregierung verschaffte sich noch im letzten Augenblick, schon unter der Kanzlerschaft des Führers, Waffen und sonstige Machtmittel, um sie gegen die nationalsozialistische Volksbewegung einzusehen. Ein gütiges Schicksal bewahrte sie vor diesem Wahnsinn. Wie oft habe ich in jenen Tagen der Regierung erklärt, daß sie sich darauf vorbereiten soll, am Tage nach der Wahl abzutreten, da Paragraphen und überlebte Gesetze keine Regierungsstühe sein könnten, sondern daß das Volk hinter uns, hinter Adolf Hitler stehe. In diesen Tagen schon habe ich angesichts der frevelhaften Haltung dieser Regierung wiederholt um die Uebertragung der Polizeigewalt beim Reichsinnenminister nachgefucht. Am 6. März, am Tage nach der Reichs- und Landtagswahl, wurde endlich mein längst begründetes Verlangen erfüllt. Die Machtmittel des Staates standen uns nun zur Verfügung. Ich kann aber auch sagen, daß, wenn uns Widerstand entgegengesetzt worden wäre, Vorsorge getroffen war, dem Willen des Führers, der zum Willen des Volkes geworden war, restlos Geltung zu verschaffen. Die Durchführung der Kommunalwahlen am 12. März war dann der Schlußstein in dieser Entwicklung. In der Woche bis dahin hatte ich die weitere Gestaltung klar festgelegt. Arn 13. März war für den gesamten Gau die endgültige Regierungsübernahme geplant. Jeden Versuch des Einmischens, gleichgültig von welcher Seite er auch kam, habe ich zurückgewiesen. Der entscheidende Schritt im Zuge der Ereignisse war dann die Einsetzung der Reichsstatthalter in den Ländern als Garanten des Willens des Führers im Reich. 2HU dem 5.Zttai begann dann das programmatische Dirken der hessischen Staatsverwaltung, deren oberstes Ziel nach dem Willen des Führers sein mußte, den Arbeitslosen Brot zu schaffen und der Bauern Existenz zu sichern, heute können wir sagen, der hessen-nassauische Bauernstand steht fest! Die erwerbslosen Volksgenossen sind zu 55 Prozent an die Arbeitsstätten zurückgekehrt, und unser oberstes Bestreben muh weiter sein, auch den Rest dieser Unglücklichen alsbald an die Arbeitsstellen zurückzubringen; denn nur wenn Arbeiter und Bauer festen Nährboden haben, kann das Volksleben blühen. Die Staatsverwaltung wurde getreu dem Punkt 6 des nationalsozialistischen Programmes gesäubert. Mancher mag es hart empfunden haben, aber jeder wird zugeben müssen, daß die Verwaltung des Staates nur treuen und erprobten Staatsbürgern anoertraut werden kann. Heute hat es dank der Milde und Güte unseres Führers Adolf Hitler noch jeder in der Hand, feine Bewährung als Staatsbürger unbeschadet seiner früheren Haltung zu beweisen. Der Förderung der Jugenderziehung galt mein unaufhörliches Bemühen. Die behördliche Schulung ruht in guten nationalsozialistischen Händen. Der Hitlerjugend, die bestimmt ist, die ganze staatspoli- Die erste nationalsozialistische Regierung in Hessen, die am 13. März 1933 gebildet wurde, mußte sich von Anfang an darüber klar sein, daß ihre Arbeit die organische Umgestaltung des gesamten staatlichen Apparates zum Ziele haben müsse. Allerdings durfte auch die Ueberlegung, daß die Reichsreform den Föderalismus beseitigen werde, in den Plänen der. Regierung nicht unbeachtet bleiben. Denn jeder Nationalsozialist war sich darüber klar, daß die Zeit vorbei sei, in der die Länder für ihre sogenannten Lebensbelange eine Politik führen konnten, die sich schädlich für das große Ganze, für das Reich auswirken mußte. Es ist auch selbstverständlich, daß zunächst die neue Regierung es als dringendste Aufgabe ansah, den nationalsozialistischen Staat gegen feine inneren Feinde zu schützen. Mit der Ernennung des Gauleiters zum Reichsstatthalter von Hessen am 5. Mai 1933 bahnte sich sofort und klar eine neue Entwicklung an. Der Reichsstatthalter vertrat die Auffassung, daß das von der NSDAP, und auch von ihm in zahlreichen Reden propaganbierte Einminister- system in Hessen eingeführt werden müsse. Nunmehr konnte auch im übrigen die Neuorganisation der Zentraloerwaltung vorge- nommen werden. Die Ministerialverwaltung erfuhr eine wesentliche Vereinfachung. Ein Minister, Darunter ein Staatssekretär, dem ein Personalamt unterstellt wurde, die Abteilungen I, II, III, mit der Untergliederung der Abteilung I in Polizei, Innere Verwaltung, Justizverwaltung, Finanzverwaltung und Landwirtschaft. Dieses System hat sich durchaus bewährt, wenn man auch zugeben muß, daß damit an den Einzelnen sehr erhebliche SInforberungen gestellt werben. Dank bes technisch sehr gut arbeitenben Beamtenapparates war es auch möglich, die Vorstände der Ministerialabtei- lungen so zur verantwortlichen Arbeit heranzuziehen, daß auch Aufgaben von höherer Bedeutung ihrer selbständigen Entscheidung unbedenklich überlassen werden konnten. Es wurde dadurch auch der Wille, Verantwortung zu übernehmen, und damit auch die Arbeitsfreudigkeit weitgehendst gesteigert. Innerhalb ganz kurzer Zeit war es auf diesem Wege gelungen, in Hessen eine Vereinfachung der Zentraloerwaltung in einer Weise herbei- zuführen, die als vorbildlich bezeichnet werden darf. Diese organisatorischen Maßnahmen hatten natürlich auch weitgehende Personalveränderungen zur Folge: Am 1. März 1933 waren vorhanden: 1 Staatspräsident, 2 Minister, 5 Ministerialdirektoren, 5 Staatsräte, 33 Ministerialräte, 27 Vortragende Räte, 12 Regierungsräte. Der Stand am 1. April 1934 ist folgender: 1 Minister, 22 Ministerialräte, darunter der Landforstmeister, 27 Vortragende Räte, 20 Regierungsräte. Es sind also weggefallen: die Ministerialdirektoren, die Staatsräte und 11 Ministerialräte. So wie die Zentraloerwaltung des Landes eine Vereinfachung erfuhr, so wird auch der sonstige Behördenaufbau, insbesondere, was die Verwaltung und die Justiz betrifft, eine Vereinfachung erfahren. Zum Teil ist dies bereits — ich erinnere an das Vermessungswesen — geschehen. Andere Maßnahmen sind noch in der Durchführung begriffen. Auch die Gemeindeverwaltungen haben eingehende Veränderungen erfahren. Die großen Städte haben ihren Behördenapparat einer Prüfung unterzogen, und zwar — ich bitte, mir das nicht zu verübeln, wenn ich das sage — nach dem Vorbild der Si,adt Mainz, der es in geradezu glänzender Weife gelungen ist, ihre Verwaltung zu vereinfachen. Die Städte haben ihre Reform an der Spitze der Verwaltung begonnen, indem sie die Zahl der Beigeordneten reduzierten. Auch im übrigen haben sie, z. T. auf Anregung des Staatsministeriums hin, ihre Verwaltungsorganisation wesentlich vereinfacht und dadurch erhebliche Ersparnisse erzielt. In den Landgemeinden war es zunächst notwendig, die Bürgermeistereien in zuverlässige Hände zu legen. Ich freue mich, auch hier an dieser Stelle aussprechen zu können, daß die neu bestellten Männer ihre Pflicht in vollstem Maße getan haben. Unbelastet mit der Vergangenheit, haben sie es ver- Die ITC a i n l i n i e , eine besondere Domäne der früheren hessischen Regierung, war zwar politisch durch die Partei und durch die Vereinigung der Gaue Hessen-Darmstadt und hessen- Rasfau-Süd in den Gau Hessen-Nassau schon überwunden; es galt nunmehr aber auch, die Folgerungen aus diesem politischen Vorgang zu ziehen. Industrie und Handel, die in diesen Tagen sich noch mit Konkurrenzneid gegenüber» standen, fü h r t e i ch zusammen. Die Städte, die sich gegenseitig den Rang abzulaufen versuchten, wurden zu gemeinsamem H a nd e l n unter ihre neuen nationalsozialistischen Führer gebracht. Die Landesplanung wurde einheitlich gestaltet und die Leiter des gesamten Verkehrswesens in Fühlung gebracht, um ein einheitliches Wirken zum Wohle Aller herdei- ')Uführen. Die Schaffung der Landesbauern- schäft für das gesamte Gebiet unter einheitlicher Leitung gehört zu den hervorragendsten Ereig- rtiffen dieses Jahres. Die Handwerker reichten sich im Rhein-Mainischen Handwerkertag die Hand. Die Theater des gesamten Gebiets laten sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen unb die Schaffung des Reichsbundes für Volkstum und Heimat schlang ein einigen» bes Band um die verschiedenartigen Stämme und Gegenden. Kurz, Politik, Wirtschaft und Verkehr und das gesamte Kulturleben wurde zur Zu- iammenarbeit, zum Zusammenklang gebracht. Gan; besonders hebe ich hervor, daß es gelungen ist, mehr als die hälfte der arbeitslosen Volksgenossen, insbesondere aber die Alle Garde, die mir nahezu restlos persönlich als Mitkämpfer bekannt find, in die tätige Volksgemeinschaft zurückzuführen. Die vom Führer gesteckten Grundziele, die er am 1. Mai 1934 wieder klar heraushob, sind in meinem Gau in. einem Maße zur Wirklichkeit geworden, daß ich stolz sagen kann, wir stehen in edlem Wett- \ bewerb mit an der Spitze der Gaue. Eine Ehrenpflicht ist es mir, Ihnen, die Sie hier vor mir stehen, meinen besonderen Dank abzustatten. Ohne Eure letzte Einsatzbereitschaft, meine Mitkämpfer, hätte das Werk in diesem Ausmaß nicht gelingen können. Der Grundstein des nationalsozialistischen Staates ist gelegt. Gemeinsam wollen wir nun auch D a s Jaus bauen. Der Parteigenosse Goring hat vor kZrzer Zeit der Oeffentlichkeit bekanntgegeben, day e- berufen ist, dem Führer Vorschläge zur Angliederung Preußens zu machen. Wir in Hessen st e he n bereits auf diesem Wege. Aus Hessen, me- stadi. Der Ches Jen japa- jeabmiral m Bahn- en Belg besau- lulfreuyr en sei« der j(p wie M' »ingefun- ßapitän le und i VIW maM eben. Um Chiis )r. kc nö fi« itW ipaniM Ad°Ü iche beim -lllstfahii' berleguna eßt. Nach benbs die Darmstadt, 6. Mai. (LPD) Der Reichsstatthaltertag begann in Darmstadt mit einer Parade der S ch-u tz p o l i z e i im Hofe der Polizeikaserne, wobei Hauptmann Spatz in einer Ansprache die großen Verdienste des Reichsstatthalters und unbeirrbaren Kämpfers der Bewegung Adolf Hitlers umriß und die Kameraden zu einsatzbereitem Kampf für das neue Deutschland aufforderte. An die Platzkonzerte der Kapellen der Schutzpolizei, SA., SS., HI. schloß sich am Nachmittag ein Besuch bes Herrn Reichsstatthalters mit betn Gaustab unb ber hessischen Regierung, an der Spitze Staatsminister Jung, sowie den Gästen aus Partei, Wirtschaft, Kultur unb Sport der Freilichtfpiele im Fürstenlager Auerbach an. Die Feier im Landlagsgebciude. Des Reichsstatthalters Dank an seine Mitarbeiter. Vor dem Landtagsgebäude in Darmstadt hatte sich am Samstagabend eine riesige Menschenmenge eingefunben, bie bem Reichsstatthalter bei seinem Eintreffen lebhafte Ovationen bereitete. SA. und SS. bildeten Spalier. Der Plenarsaal des Landtags prangte in prächtigem Fahnen-, Grün- und Blumenschmuck. Von der früheren Präsidententribüne grüßte vor einer Blumenwand die lebensgroße Bronzebüste des Führers. Im dicht besetzten Plenarsaal hatten sich die Mitarbeiter des Herrn Reichsstatthalters und der hessischen Re- gierung, die Kreisdirektoren, die Amtsleiter der (Bauleitung Hessen-Nassau, die Kreisleiter der NSDAP, und die Kreisbetriebs^ellenobmänner in Hessen, die Führer der Spitzenstäbe der SA., SS. unb HI., bes Arbeitsdienstes und der Flieger im Lande Hessen (auch der gerade in Darmstadt weilende Führer des Deutschen Luftsportoerbandes, Hauptmann Loerze'r, war anwesend) sowie die Spitzen aller wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Verbände versammelt. Als der Herr Reichs» ftatthalter mit Staatsminister Jung und seinen engsten Mitarbeitern eintrat, begrüßte ihn ein jubelndes „Heil Hitler". Infolge seiner eben erst überstandenen Krankheit nahm der Herr Reichsstatthalter nur kurz das Wort zur Begrüßung, wobei er erklärte: „Ich drücke jedem, der mir in der Vergangenheit zur Seite gestanden hat, die Hand". Oie Botschaft des Reichsstatthalters. Darauf verlas Regierungsrat Reiner eine Erklärung des Reichsstatthalters, in der es u. a. hieß: Parteigenossen und Mitkämpfer? Ich begrüße Sie, meine Mitkämpfer, und an Ihrer Spitze Sie, Herr Staatsminister, nach einem Jahr nationalsozialistischer Regierung hier in Darmstadt. Wir können heute mit Befriedigung auf dieses arbeitsreiche Jahr zurückblicken, und die Grundlage, die wir in diesem Jahr geschaffen haben gibt uns die Zuversicht, .baß es gelingen wirb, bie nationalsozialistischen Ziele in bie T a t umzusetzen. Zur Sicherung unb Erhaltung bes deutschen Volkes hat unser Führer Abolf Hitler als vorbringlichste Aufgabe bie Erhaltung und Festigung des Bauernstandes, die Eingliederung des Arbeiterstandes in die Volksgemeinschaft und seine soziale Rehabilitierung vorgezeichnet. In Hessen ist dieses Wollen des Führers in die Tat umgesetzt worden. Als Voraussetzung hierzu mußte vor allen Dingen der hessische Staats- und Verwal- lunasapparat in Ordnung gebracht werben. unsere ganze geistige und körperliche Kraft dem Wohle des Volkes gewidmet fein. Keiner von uns darf sich vergeuden, feder muh wissen, dah das strenge Auge des Führers dauernd auf ihn gerichtet ist, dah wir alle jederzeit ihm Rechenschaft erstatten müssen, wir sind nichts als feine getreuen Gefolgsmänner, für die es nur eins gibt: der Dille des Führers! — Oer Ausklang. Oberbürgermeister Kreisleiter Warnboldf schloß die Kundgebung mit einem Treuegelöbnis zum Führer und zum Reichs st atthalter und mit einem dreifachen Hitler-Heil. Brausend stieg das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lieü zum nächtlichen Himmel aus, worauf sich die Tausende langsam zerstreuten. Der Herr Reichs- statthalter, der sich anschließend zur Festauf- führung von Wagners „Rheingold" ins Hessische Landestheater begab, war auf dem Wege erneut Gegenstand lebhafter Huldigungen. Im Union-Theater startete im Rahmen einer Festvor- stellung die Urausführung des Filmes „Hessen begrüßt seinen Reichs st atthalter", ein überaus eindringlicher Bildbericht von der vorjährigen Reichsstatthalterfahrt durch Hessen. Kunst und Wissenschaft. Oie 13. Partie im Schachweltmeisterschaftskampf. Der Wettkampfabschnitt München im S ch a ch - Weltmeisterschaftskampf wurde unter starkem Publikumsandrang mit der 13. Partie eröffnet. Der Weltmeister, die schwarzen Steine führend, behandelte eine königsindische Verteidigung wieder recht bizarr. Bogoljubow geriet bei der sorgfältigen Behandlung seiner Partie bald in Zeitnot, traf aber im Augenblick, als Dr. A l j e ch i n auf Verwicklungen abzielte, doch die besten Züge, so daß nach fünfstündiger Sitzung das äußerst interessante Ringen in etwa gleicher Stellung a b - gebrochen werden mußte. Die Wiederaufnahme der Partie, der man mit großer Spannung entgegensieht, erfolgt am Montagabend. Ausstellung im Kunsthistorischen IHufeum in Marburg. Der Gießener Kunstmaler Hans-Ewald Kleine isi, wie man uns mitteilt, vom Kunsthistorischen Museum in Marburg zu einer Sonderausstellung seiner Theaterkunst ringelnden. Die umfangreiche Schau befindet sich in Verbindung mit einer Kollektivausstellung des bekannten Graphikers Alfred Kubin und umfaßt eine Anzahl von Szenenentwürfen, Figurinen, Zeichnungen ufw. Aus aller Welt. 1000 Studenten fahren zum Osifemester nach Königsberg und Danzig. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße traten die rund 1000 Studenten und Studentinnen, die zum Ostsemester nach Königsberg und Danzig fahren, die Reise an. Sie leisteten damit der Aufforderung ihres Führers Folge, sich ein Semester l^ing in den Dien st des deutschen Ostens zu stellen, um die in ihrer Existenz bedrohten ostdeutschen Hochschulen zu unterstützen. Zn Grenzlandlagern, Schulungslagern, in gemeinsamer politischer Erziehungsarbeit soll der Student aus dem Westen und Süden, aus der Reichshauptstadt und Mitteldeutschland die Röte des Ostens kennenlernen und seinen ostdeutschen Volksgenossen helfen, sie zu überwinden. Der Reichsschaftsführer der Deutschen Studentenschaft, Standartenführer Dr. S t a e b e l, schritt die Front ab. An den Mützenauschlägen der SA.-Uniformen konnte man erkennen, daß alle deutschen Gaue, besonders auch Bayern, vertreten waren. — Die Studenten und Studentinnen trafen am Samstagabend in Marienburg ein, wo sie das historische Ordensschloß besichtigten. Feuer in den Bayerischen Motorenwerken. In München entstand in den Bayerischen Motorenwerken ein Brand. Der Holzschuppen einer Betriebsanlage im Ausmaß von 10 mal 50 Metern stand in Flammen. Die Feuerbekämpfung war nicht nur wegen des Umfanges des Brandes, sondern hauptsächlich wegen der zahlreichen, in dem Schuppen befindlichen vollen Bezinfässer, von denen auch einige zerknallten, sehr schwierig. Zur Bekämpfung des Brandes wurden im ganzen 13 Strahlrohre und eine Schaumleitung eingesetzt. In kurzer Zeit waren die Löscharbeiten soweit durchgeführt, daß die Gefahr als beseitigt gelten konnte. Mit anerkennenswertem Eifer beteiligte sich eine SA.-Mannschaft von Oberwiesenfeld an den Löscharbeiten. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Riefenfeuer in einer polnischen Kleinstadt. Das polnische Städtchen Wlodzimircean an der sowjetrussischen Grenze ist durch eine Feuers- b r u n st fast völlig eingeäschert worden. Rur einige Verwaltungsgebäude konnten gerettet werden. Insgesamt sind 200 Wohnhäuser mit Nebengebäuden in Asche gelegt worden. Heber 2000 Personen sind obdachlos. Der Brand konnte erst nach 24ftün= diger Dauer endgültig gelöscht werden. Das Feuer konnte nur deshalb einen so großen Umfang annehmen, weil die meisten Häuser aus Holz gebaut waren. Eine kleine französische Insel als Asyl für Trotzki. Dem „Petit Parisien" wird aus Rochefort-sur- Mer berichtet, daß die französische Regierung die! Insel Aix als Wohnsitz für Trotzki bewilligt hat. Diese Insel mißt nur 2 bis 3 Quadratkilometer, beherbergt einige hundert Bewohner und kann von einem Leuchtturm aus leicht übersehen werden. Auf diese Art hofft man offenbar, dem ehemaligen Generalissimus der Roten Armee jede geheime politische Tätigkeit unmöglich zu machen, da ihn Frankreich angesichts der Weigerung sämtlicher Staaten, ihn bei sich aufzunehmen, auf eigenem Boden behalten muß. Der Gelsenkirchener Knabenmord aufgeklärt. Der Mord an dem 13jährigen Jungvolk-Ange- hörigen Fritz W a l k e n h o r st hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Als Mörder wurde der noch nicht 14jährige Mitschüler des Ermordeten, Heinz C h r i st e n , ermittelt und festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen gestand Christen ein, Fritz Walkenhorst in einer Sandgrube ermordet und verscharrt zu haben. Christen wurde zum Tatort geführt.' Er legte nicht die geringste Reue an beii Tag. Als man ihn darauf hinwies, erklärte er, Walkenhorst habe ihn oft genug geärgert. Dorfbrand in Mitlelserbien. — 25 Gehöfte eingeäschert. Im Dorfe Kostozo in Mittelserbien brach ein Brand aus, der in kurzer Zeit 25 große Wohnhäuser mit allen Nebengebäuden e i n ä s ch e r t e. Das Feuer wurde durch spielende Kinder verursacht. Der starke Wind und die Dürre begünstigten die Ausbreitung des Brandes, durch den eine Anzahl reicher Bauern an den Bettelstab gebracht wurde. Zwei Todesstürze beim Marienberger Dreiecksrennen. Der erste Lauf zur Deutschen Motorrad-Straßen- meisterschaft, das Marienberger Dreiecksrennen, ging, einer Meldung aus Chemnitz zufolge, ebenso wie das Eilenrieder Rennen, leider nicht ohne tödlichen Unglücksfall ab. Im Rennen der Lizenzfahrer verunglückten der Kasseler Bertram R ü b s a m e n auf DKW. und Hans Z e u n e (Heilbronn) tödlich. Kleine politische Nachrichten. Der Rechtswalter der Deutschen Evangelischen Kirche, Ministerialdirektor Jäger, hat als Referenten für die Fragen des Gemeindeaufbaues Pastor Walter Birnbaum in die Kirchenkanzlei berufen. Birnbaum war seit 1924 Direktor der Wichern-Ver- etnigung am Rauhen Haus. Hier wirkte er in der Arbeit am Gemeindeaufbau, in der Evangelisation und vor allem in der Abwehr des bolschewistischen Freidenkertums mit großem Erfolg. In Ansbach fand bte feierliche UÜbernahme der Leitung der Regierung von Mittel- und Oberfranken durch den Gauleiter Julius Streicher statt. * Die Sowjetregierung ist davon unterrichtet worden, daß der italienische Staatssekretär S u v i ch beabsichtige, demnächst nach Moskau zu kommen. Die Sowjetregierung hat in Rom mitteilen lassen, daß sie den Besuch begrüßen würde. Außenminister Litwinow hatte im Jahre 1933 in Rom einen Be- such gemacht. e Reichspräsident von Hindenburg empfing am Samstagvormittag den Reichskanz- l e r zu einer Besprechung schwebender politischer Fragen. * Der Chef der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch hält vom 7. bis 9. Mai in Bad-Nauheim eine Besprechung mit den höheren Führern des Reichsheeres, ab. Wettervoraussage. Da im Westen kräftiger Barometeranstieg eingesetzt hat, ist die britische Störung nordwärts zurückgedrängt worden, ohne auf dem Festland besonderen Einfluß zu gewinnen. Mit steigendem Druck gelangt wohl von Westen her kühlere Luft nach Deutschland, so daß mit lokalen Gewitterstörungen zu rechnen ist; im allgemeinen wird sich aber der hohe Druck durchsetzen und zu aufheiterndem und warmem Wetter führen. Aussichten für Dienstag: Abgesehen von lokalen Gewitterbildungen mit vorübergehender Abkühlung meist aufheiterndes und warmes Wetter. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer des im ganzen freundlichen und warmen Wetters. Lufttemperaturen am 6. Mai: mittags 22,3 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 7. Mai: morgens 13,6 Grad. Maximum 23,2 Grad, Minimum 8,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Mai: abends 20,1 Grad, am 7. Mai: morgens 15,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 11 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Existenz! Vereine Gießen Rpf. Gießen 2743 D 0,6 3,4 Lichtspielhaus ■ Gießen 1,2 6,4 0,4 2,7 6 34 9,15 Dl mei. Maria Stamm mit 2740 C stündigen Grundbesitz. Rpf. 14,805 31,725 2 Schiebetüren. 2736D gaben erhebt. C. Röhr & Co 2734 A Ein gut mit Aufträgen versehenes kleineres Industrie - Unternehmen sucht tätigen oder stillen Teilhaber mit ca. 5000 Reichsmark. Offerten erbeten nach Herborn (Dillkreis) Schließfach Nr. 9. Truus van Alten Szöke Szakall 35,25 2,5 24 wirkt auch in veralteten Fällen d. auffalld. schleimlösende Kemni- Asthma-Tee. Zu hab. in allen Apoth., bestimmt Pelikan-Apotheke Kreuzplatz. 27mv llllllllllllllllllllllllllllll 41,175 35,95 Kreisgemeinden des Kreises Rpf. Ma linjeigrollttiengefenfflifllt Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschristen GleW.SWWtzevr.7 Scharmann Gerichtsvollzieher k. A., Gießen Walltorstraße 48, Telefon 3108. 1. Auf je 100 Mark Steuerwert 8er Gebäude und Bauplätze 2. Auf je 100 Mark Steuerwert des landw. und gärtnerisch genutzten Grundbesitzes 3. Aus je 100 Mark Steuerwert des Wald- besitzes 4. a) auf je 100 Mark des Gewerbekapitals b) auf je 100 Mark des Gewerbeertrags 5. auf je 1 Mark des staatlichen Sondergebäudesteuersolls 1931 (unter Senkung des vollen Jahresbetrags für das Rj. 1931 um 20 v.H.) von den Steuerwerten: a) bis 7000 Mark b) über 7000 Mark 5-3im.-Wohng. mit Nad, Heizg. und Zubehör zu vermleten. 02343 1. Auf je 100 Mark Steuer- wert der Gebäude und Bauplätze 2. Auf je 100 Mark Steuerwert des land- und forfhn. genutzten Grundbesitzes 3. a) auf je 100 Mark des Gewerbekapitals b) auf je 100 Mark des Gewerbeertrags 4 Auf 1 RM. des staatlichen Sonder gebäude steuer falls 1932 (unter Senkung des vollen Jahresbetrags für das Rj. 1931 um 20 v. H. von den Steuerwerten: a) bis 7000 Mark b) über 7000 Mark 2,3 2 Amtliche Bekanntmachung des Kreisamts Gießen. Befr.: Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer des Kreises Gießen für das RRj. 1934. Der Kreistag hat folgende Steuersätze festgesetzt, die von dem Herrn Minister des Innern genehmigt wurden: 2738C A. Für die in den Gemeindegemarkungen gelegenen Steuerwerke. Für die Stadt Für die Land- ein hübsches Sportkleid aus unseren netten ____ Indanthren Frauenstoffen erfreut jedes Herz ab heute Montag Jenny Jugo Fritz Schulz llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Berliner bei den industriellen Betrieben der dortigen Gegend nachweislich sehr gut eingeführt, zurnvrovisionswei- senVerkaufvontechnischenGumrni' waren, Asbestartikeln, Packungen, DichtungenvonalterSvezialfabrik gesucht. Gute Verdienstmöglichkeit für den richtigen Herrn. Ausführliche Angebote erbeten unter 2741V an den Gießener Anzeiger. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mittwoch, 9. 5-, abends8.15Uhr, i. „Hindenburg" B.-O.-Abend. Wichtige 2745V Besprechung. K.H.NO. Bitte Adresse angeben. 02114 Dienstag, den8.Mai 1934,14Uhr, sollen im „Löwen", hier, Neuenweg 28 bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- u. Büromöbel aller Art, 1 Bohner-, 1 Schuhmacherausputz- und Schreilnnaschine-n, Kassenschränke, Stoffe, Klaviere, 1 Nivellierinstrument, 1 Friseur- Ladeneinrichtung, 1 Pritschen- wagen, 1 Pelzjacke, 1 Pelzmantel, Badeöfen, Pelzmützen, 1 Motor, Radios, 1 Bandschleifmaschine mit Motor. Bestimmt: 1 Dampfrnaschinchen 1? 2 Nachttischlampen,! Elektro- lux-Wascher, 1 Kassenschrank, eine Registrierkasse, 1 Ladenregal (5 m lang, mit 6 Schiebetüren und Aufsatz), 1 Ladentheke, 1 Warenregal, 1 Warenschrank mit 2 Glas- und dütineraügen*8"*?,',,80^“! fenwirk. a.i.d. hartnäck.Fäll.todsich u.Gar.mnerh.5-6Tg.restl.m.Wurz beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erb : Löwen-Drog. W.Kilbinger Nacht, Seltersw.69 Haifa jung. Honen- Met (Hündin). 274eD Abzugeben geg. 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Zubereitung: Den Spinat verlesen und waschen, in sprudelnd kochendem Wasser schnell abkochen, jedoch eine Handvoll rohen Spinat zur Ditaminanreicherung zurückdehalten. Aus Sutter und Mebl eine Helle Einbrenne bereiten, mit Kochbrühe auffüllen, den gekochten und dann feingehackten Spinat beifügen, einige Minuten durchkochen und vom Feuer nehmen. - Run den restlichen rohen Spinat auch hacken, mit dem gekochten vermischen, nach Salz abschmecken und Maggi's Würze gut darunterrühren. Reines Riel durch eine Kur mit 02175 Moltalt BKränterhaas JUNG in d. Schulstraße llllllllllllllllllllllllllllll BeiKatarrh.Hust. in der entzückenden Tonfilm-Operette | KopiüberinsGlück Der Ausschlag und die Erhebung der ____ umlagen erfolgt wie bisher gemeinsam mit den Gemeindeumlagen. Die Umlagen werden in 6 Zielen, jeweils zum 25. der Monate Mai, Juli, September, November 1934, Januar und März 1935 erhoben. Auf die Steuerschuld, die sich auf Grund der demnächst zur Zustellung kommenden Steuerbescheide ergibt, werden die für das Rj. 1934 geleisteten Vorauszahlungen auf Kreisumlagen aufgerechnet. Bei verspäteter Zahlung der Kreisumlagen werden dieselben Zuschläge erhoben, wie sie der hessische Staat bei verspäteter Zahlung von Steuern und Ab- stnöttueßtei Gießen. 27i8D Dienstag, 8. 5 20—23 Uhr 29. Dienst. - Ab Gewöhnt. Prelle (Schülerkarten) DleVerschwörnng des Fiasko zu Genua. Trauerspiel in 10 Bildern von Schiller. ' 2749V £ ks schmocki wirklich besser Ml mit MAGGP würze loder 2 Räume für Möbel unterzustellen, zu vermieten. Schriftl. Angeb. u. 02419 an 0. Gieß. Anz. | Mietgesuche | 4'7-31«' Muulig gesucht. Schriftliche Angebote u. 02412 an den Gießen. Anzeia. | Stellenangebote! Leistungsfähiges Kreäitunterneh- men(keine Zwecksparkasse) sucht Mitarbeiter b. lohn. Verdienst. Ang.u.K.E.3352 bef. Westag, Köln Rh., Hohestr.52 58. Tüchtiges WSMWN gegen hob. 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Mai 1934 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Abf. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile. Gießen, den 26. April 1934. Hessisches Amtsgericht. '4)lt Hr.105 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, 7. Mai 1934 ’jQn J ^kicher D°rbth 1 beah, ‘'Weit Wt len Bb Mpre. rn bes le9 ein. Swarts Festland !l9enbem ere Luft -ewitter. xdsich Heitern- bgesehen 'ergehen, warmes ortbauer Wetters. 2,3 Trad morgens num 8,9 6. Mai: 5,4 Trab Lange. Wilhelm für ben genleiter: der An- 00. Druck uch- und i Gießen. ffel atf, fen >och ten. ühe lenden en, en. ng iubt(teuer 1934. festM qener 21t gelegen r die Loü imeiniKH s KreP M 3,4 6,4 2,7 34 9,15 8 hingen? rtung# le* 14,8« der 35,Ü 24 10. s Id- ils gs ?r* ng Ri- m: Großraumwirtschast. Von Or. W.lhelm Grotkopp. Weltwirtschaft bedeutete in der Vorkriegszeit Kampf umden Absatz. Die hiermit verbundenen typischen Kampf-Verluste konnten getragen werden, weil fast ununterbrochen von Jahr zu Jahr die Welthandelsumsätze stiegen, so z. V. von 82 Milliarden RM. im Jahre 1900 auf 160 Milliarden im Jahre 1913. Es genügte, wenn die einzelnen Exporteure bzw. Länder den relativen Anteil behaupten konnten. Zunächst schien es so, als ob in der Nachkriegszeit die Weltwirtschaft sich auf einen ähnlichen Zustand einspielen würde, dafür schien das Steigen der Welthandelsumsätze von 189 Milliarden RM. im Jahre 1921 auf 284 im Jahre 1929 zu sprechen. Der Zusammenbruch des Welthandels, der Rückgang der Welthandelsumsätze von 284 auf 98 Milliarden RM. im Jahre 1933 hat UNS jedoch gezeigt, daß wie überall in der Wirtschaft auch im Welthandel Strukturwandlungen vor /ich gegangen sind, daß ein Beschreiten der alten Wege zum Wiederaufbau nicht genügt, sondern neue Wege gegangen werden müssen. Vor allem haben uns die letzten Jahre gezeigt, daß sich die Welt nicht mehr den Luxus eines frischfröhlichen Kampfes um den Weltmarkt erlauben kann, daß wie überall so auch im Welthandel a n ' Stelle des Kampfes die Zusammenarbeit : treten muß. Milderung der Gegensätze, stärkeres Abstimmen der Interessen der einzelnen Länder, mehr Ordnung, mehr Planung, das sind die großen Auf- j gaben, die uns in bezug auf einen Wiederaufbau des Welthandels gestellt sind. Einst genügte den Exporteueren und sonstigen Interessenten am Welt- j handel, daß alle überall gleich behandelt . würden. In Handelsverträgen sicherten die einzelnen ' Staaten in der Form der M e i st b e g ü n st i - gungsklausel ihren Bürgern diese Behandlung auf gleicher Basis, als Meistbegünstigte. Doch schon • mit der starken Erhöhung der Zollsätze in der ersten Nachkriegszeit hatte diese Klausel ihren Sinn ver- I loren. Aus der Meistbegünstigung war eine Meist- I beungünstigung geworden. Es erwies sich als not- । wendig, neben die Meistbegünstigung andere Klauseln zu setzen, die ein Abstimmen der Interessen der Volkswirtschaften, die miteinander Zusammenarbeiten wollen, ermöglichen. Als Sammelbegriff für diese neuen Wege hat sich der der G r o ß r a u m w i r t s ch a f t durchge- | setzt. Großraumwirtschaft besagt also, daß bei der i raumwirtschaftlichen Ordnung der Wirtschaft nicht nur an den nationalbegrenzten Raum gedacht werden soll, sondern zugleich an die Zusammenarbeit mit den Ländern, mit denen engere Verbindung ge- j geben oder möglich ist. In den verschiedensten For- ; men ist eine solche Politik der Großraumwirtschaft I möglich. Die radikalste und konsequenteste Form ist die der Zollunion. Die Voraussetzung für eine Zollunion ist eine weitgehende politische Interessengemeinschaft, die zur Zeit nur für einige wenige Länder gegeben erscheint. Wenn somit auch crjts politischen Gründen eine Zollunion wenig aktuell ist, so muß man sich doch darüber im klaren sein, daß eine Politik der Großraum- wirtschaft auf eine Zollunion hinsteuert. Heute muß man sich aber mit Zwischenlösungen begnügen, wie in der Form von Präferenz-, Kontingent- und Monopolabkommen. Durch derartige Abkommen verpflichten sich die Staaten, die gemeinsam eine Politik der Großraumwirtschaft führen wollen, sich gegenseitig im Vergleich zu dritten Staaten b e - v o r z u g t zu behandeln. Diese Politik läuft daraus hinaus, daß diese Staaten ihre Im- und Export- wie auch ihre Produktionsinteressen immer mehr aufeinander abstimmen. . Begünstigt werden derartige Abkommen durch bestehende enge politische Bindungen, wie z. B. zwischen Nachbarländern und vor allem zwischen Mutterland und überseeischen Besitzungen. Vorbild einer solchen Politik der Großraumwirtschaft ist die durch die Ottawa-Verträge des Jahres 1932 fest- gelegte Politik zwischen England und den anderen Teilen des Empire. Diese schon vorher durch andere Vereinbarungen eingeleitete Politik hat zu einer Intensivierung der Handesbeziehungen geführt. Sehen wir von den englisch-irischen Beziehungen ab, die durch den gegenwärtigen Konflikt gestört sind, dann ergibt sich, daß der Anteil der anderen Länder des Empire am englischen Export von 35,8 v. H. im Jahre 1924 auf 38,3 v. H. im Jahre 1932 und 39,4 v. H. im Jahre 1933 gestiegen ist. Noch stärker ist die Steigerung des Anteiles der Länder des Empire am englischen Import, nämlich im gleichen Zeitraum von 26,2 auf 31,6 und 33,6 o. H. Die Gewinner dieser Politik der Großraumwirtschaft sind vor allem die überseeischen Teile des Empire, dagegen nicht so sehr England, das die Vorteile dieser Politik mehr auf politischem Gebiet sieht. Dagegen hat Frankreich die politische Abhängigkeit außereuropäischer Gebiete von Frankreich sehr stark wirtschaftlich zu seinem Vorteil ausnutzen können. Der Anteil der französischen Kolonien und Mandatsgebiete am französischen Export stieg von 1927 bis 1933 von 15 auf 33 v. H., der Anteil am französischen Import nicht ganz so stark, nämlich von 12 auf 24 v. H. Es war für Frankreich ein großes Plus, daß es in der Zeit der Weltkrise seinen Export nach den Kolonien und Mandatsgebieten erhöhen konnte. Auch sonst kann überall die Bildung von Großraumwirtschaften beobachtet werden. Der Anteil der Mandschurei, Ko/eas und Formosas an der japanischen Ausfuhr stieg z. B. von 1931 bis 1933 von 30 auf 34 v. H. Diese drei Gebiete sind gewissermaßen der erste Ring der japanischen Großraumwirtschaft, der zweite sind die Grenzgebiete am pazifischen Ozean. Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß das gewaltige russische Reich als eine Großraumwirtschaft anzusehen ist, daß die Politik der USA. gegenüber mittelamerikanischen Staaten eine solche der Großraumwirtschaft ist, daß in s ü d a m e r i - konischen Staaten der Plan der Schaffung einer südamerikanischen Großraumwirtschaft diskutiert wird. Im Hinblick auf diese sich überall bemerkbar machenden Tendenzen einer Politik der Großraumwirtschaft ist es eine der wichtigsten Aufgaben deutscher Handelspolitik, Möglichkeiten einer deutschen Großraumwirtschaftspolitik zu erschließen. Für eine deutsche Politik der Großraumwirtschaft kommt vor allem eine Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbar st aaten in Frage. Sehr richtig hat Gesandter D a i tz vom Außenpolitischen Amt der NSDAP, diese Aufgabe kürzlich wie folgt formuliert: „Die kontinental- europäische Großraumwirtschast zu organisieren, den Warenaustausch zunächst in Kontinentaleuropa durch Deutschlands geographische Lage als Mittler auszuweiten und geschickt zu kombinieren". Doch leider rofrb im Gegensatz zu England und Frankreich Deutschland politisch dies Streben nach einer Großraumwirtschaft nicht erleichtert, sondern erschwert. Es fehlen nicht nur die Gebiete, mit denen Deutschland enger verbunden wäre, sondern Deutschland muß auch mit dem Einwand rechnen, daß diese Politik der Großraumwirtschast eine neue Form des „Imperialismus" wäre. Doch trotzdem sind in wirtschaftlicher Hinsicht Möglichkeiten einer Politik der Großraumwirtschast gegeben, vor allem im Hinblick auf eine Zusammenarbeit mit den Donau st aaten und mit denen Nordeuropas. Diese Politik der Großraumwirtschast ist durch verschiedene Verträge der letzten Zeit erfolgreich eingeleitet worden, so vor allem durch die Verträge mit Dänemark, Finnland, Estland, Ungarn und Südslawien, denen sicherlich bald weitere folgen werden. Während in den letzten Jahren ständig Deutschlands Handelsverkehr mit diesen Ländern zurückging, sind jetzt die Möglichkeiten für einen Ausbau der Handelsbeziehungen gegeben. Doch falsch wäre es, diese Möglichkeiten einer Politik der Großraumwirtschast zu überschätzen. Zwar kann viel erreicht werden, wenn es zu einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten kommt, aber wir dürfen nie vergessen, daß daneben das Wort des Hamburger Exporteurs: „Mein Feld ist die Welt" seine Geltung behält. Durch die Politik der Großraumwirtschaft soll nur ein Ausgleich dafür geschaffen werden, daß Deutschland infolge der Politik der Großraumwirtschast seitens anderer Länder auf einigen überseeischen Märkten gewisse Einbußen erleiden wird. prima Frühling gefällig? Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. Von Or. Theodor Riegler. Jeder Berliner Hai seinen Balkon. In Berlin verbringt der kleine Mann sein Weekend auf dem Balkon. Wfr ein richtiger Berliner ist, ist ohne einen solchen kleinen Balkon unglücklich. Der Balkon ist gewissermaßen die Riviera und die Ostsee des kleinen Mannes. Auf dem Balkon versammelt sich die Familie am Abend. Aus dem Balkon strickt die blonde Claire einen weißen Pullover für ihren Bräutigam. Auf dem Balkon wird beim freundlichen Schein einer kleinen Tischlampe die traditionelle „Weiße" getrunken oder ein gemütlicher Skat gedroschen. Der Balkon ist eine Welt für sich. Die Berliner haben augenblicklich keine größere Sorge, als Blumenerde zu kaufen. Viele Familien leben in diesem Monat nur vom Verkauf von Blumenerde und Balkonpflanzen. Wilder Wein und Efeu, Waldrebe und Pfeifengriffel, rankendes Geißblati und japanischer Hopfen gehören zu den Balkongewächsen, die besonders stark gefragt sind. Wenn man an einem einsamen Abend durch die stillen Seitenstraßen wandert, gerät man in einen Zustand holder und liebenswürdiger Verzauberung. Wo ist das glühende und brausende Berlin geblieben? UeberaU leuchten gemütliche Lampen aus dem dichten Grün üppiger Rank- und Kletterpflanzen. Alte Herren fitzen in Hemdärmeln behaglich auf dem Balkon, ziehen mit verklärtem Gesich an ihrer langen Pfeife und lesen die Zeitung. Es ist, als ob die Zeit eingeschlafen wäre. Nur von Zeit zu Zeit bringt gebämpftes Hupen wie eine vorüber- gehenbe Sinnestäuschung in ben abenblichen Frie- ben. Der Berliner ist in seinen Balkon vernarrt, weil er sich, selbst ba seinen Frühling zurechtschnei- bern kann, einen Frühling nach Maß sozusagen. Prima Frühling gefällig? Llnheimliches Erlebnis mit happy end. Als ich biefer Tage nach Mitternacht in einem bunflen unb ausgestorbenen Viertel Berlins spazierenging, hatte ich ein unheimliches Erlebnis. Ich mürbe nicht überfallen, nicht niedergeschlagen unb ausgeraubt, aber trotzdem hatte biefes Erlebnis für mich etwas Grauenvolles. Zuerst glaubte ich, meine Nerven seien überreizt unb ich sei bas Opfer einer Sinnestäuschung geworben. Als ich an einer Kneipe vorbeikam, blieb ich erschrocken stehen. Aus Oberhessischer Kunstverein. V.Jahresausstellung: Aquarelle und Zeichnungen Dresdener Künstler. Das ist bie letzte Ausstellung des Kunstvereins vor der Wiedereröffnung im Herbst. Einige zwanzig Dresdener Künstler, bekannte und unbekannte, stellen Aquarelle und Zeichnungen aus: die verschiedenartigsten Temperamente und Stilarten sind hier versammelt. Aus der großen Fülle des Materials kann dieser Bericht naturgemäß nur im Ueberbltd einiges herausgreifen und andeuten. Die Arbeiten von Erich Fra aß beispielsweise sind durch starke, ziemlich trockene Farben gekennzeichnet, die sich im Gesamteindruck nicht immer überzeugend zusammenschließen; koloristisch am glücklichsten scheint uns die „Heimkehr vom Felde . Weicher und lockerer im Auftrag, auch zarter in Konturen und Uebergängen, geben sich die Blumenstöcke von B i r n st e n g e l. Ein farblich sehr empfindlich behandeltes Blumenstück in fast japanischer Manier findet man von Hans Iüchser. Ludwig von Hofmanns Aktfiguren zeugen von der oft bewährten Meisterschaft dieses Malers. .Wilhelm L a ch n i t gelangt in fernen Kmderbild- niffen bei ziemlich hartem Strich und schroffen Konturen zu einem intensiv lebendigen Ausdruck. Hermann Theodor R i ch t e r bringt eine aquarellierte Akt-Studie, die um ihres feinen farblichen Zweiklanqs besondere Aufmerksamkeit verdient. Erne starke, porträtmäßige Geschlossenheit zeigen die beiden Bildni se von Josef H e genb arth. Fast lyrische Empfindsamkeit äußert sich in den av-V fließend gemalten Blumenstücken von Paul Wilhelm, wobei trotzdem etwa tn der ,Mohnblume" die charakteristischen Merkmale von Stengel und Blumenblatt sicher ersaßt sind. Em hübsches, ruhiaes Stödtebild: die „Hauser am Niederrhein non Georg Neugebauer. Rolf T i l l m a n n: er- üelt in leinen 'Aquarell-Porträts eine plastische Rundung, die man sonst nur bei Oelbildern findet interessant auch der „Blick auf Pirna aus der und . —ng steckt in den Bildern von Heinrich Burkhardt, sehr bemerkenswert wie er etwa-m,Herbsttag fnft geometrisch genauen, sachlichen Stil oer ünqfün STr“ auf bie Aqu°r°ll.T-chnik über räa ®on Wilhelm Eller notieren mir eme iparte kleine Landschaft ans 6er sächsischen Schweiz. P©a5 beste Bild der Ausstellung ist Jur unser ifmofinben das Apfelstilleben von Erich Linse n a u, ausgezeichnet gemalt, malerisch und plansch zugleich; mit empfindlichem Auge und sicherer ^and'^ abgewandelte Variationen über em Thema in Grün. Ein Aquarell, das den Begriff des Still- lebens der flachen und gefälligen Schablone entrückt und eine Erinnerung an das noble und unerreichte Vorbild von Schuch gestattet. Von Fritz Tröger nennen wir die blonde Frau und eine Landschaft mit Kiefern. Die Studienköpfe von D i x verraten die seit langem bekannte Handschrift dieses Malers. Von B ö ck st i e g e l finden wir die Tierskizzen kaum wesentlich genug für eine Ausstellung, das Knabenporträt koloristisch mißglückt; jedenfalls hatten wir bei seiner früheren Gesamtausstellung weit stärkere Eindrücke. Wir nennen ferner von Kretzschmar ein Dresdener Stadtbild, von Winkler eine Folge impressionistischer Tusch-Skizzen, von Rudolph einen kräftigen Männerkopf, von Arno Drescher ein zartes Knabenporträt, von Grundig ein fast karikaturistisches Bleistiftbildnis, von Sperling die Landschaft mit Windmühle, von Paul Cassel eine gute Federzeichnung (Mädchenbildnis). — Ganz phantastisch, wie gemalte Traumerinnerungen, wirken die Aquarelle von Kesting („Pflügende Bauern"; „Nächtliches Dorf ). — Die Ausstellung wurde am Sonntagoormittag eröffnet. Ein besserer Besuch wäre sehr zu wünschen. —y— Turnier unter Pinien. Von unserem römischen E-Korrespondenten. Rom, Anfang Mai. Was wohl die Gäule denken? Don den Reitern, die zum erstenmal oder zum viertenmal diese Arena sehen, wissen wir's ja: sie sind jedesmal baff. Und die Zuschauer, die sich im „Salon von Rom" einfinden, stehen Jahr für Jahr zunächst einmal mit offenem Mund da. Und wenn in München ober Honolulu, in Bern oder Hammer- fest ein Farbenfilm von der Piazza Siena vorgeführt werden würde, geschähe ein allgemeines Schütteln des Kopfes: Gibt es ja gar nicht? Theater! Trick! Die Arena, der römische Salon ober bie Piazza Siena — kein Name kann einen auch nur annähern- ben Begriff von ber konzentrierten Schönheit bes Amphitheaters vermitteln — bilbet bas Herz ber Villa Borghese auf bem Pincio, bem achten Hügel von Rom. Wer ben ©üben erleben will, wie ihn bie romantische Malerschule komponiert unb kombiniert haben würbe, wenn sie einmal ben Auftrag erhalten hätte, alle Reize, alle Träume und Zaubereien in einem einzigen Bild zusammenzufassen, der muß sich im Mai unter diese Pinien setzen. Dann ist er. im Kopsumdrehen 1. o. Gar nicht zu ertragen! Hier kann ein Gangster elegisch werden. Lyriker seien gewarnt. Hm — und die Gäule? Für sie hat das also ein Turnierplatz zu sein wie ein anderer. Sie sollen den Oxer zwischen rot= wogenden Azaleen nach Punkten nehmen und über die Rhododendren auf Zeit springen. Die immer siegenden Hannoveraner sind, wenn man dem Ge- tuschel glauben darf, gar keine richtigen Pferde, es sind mechanisch-automatische Gebilde, teuflische Sprungmaschinen. Wie wäre sonst die Geschichte mit dem dreimal hintereinander gewonnenen Mus- solinihumpen zu erklären? Sagen Sie, Signora! Geben Sie es zu, Madame! Habe ich nicht recht, Fräulein? (Fräulein, nein, das richtig auszusprechen bringen nicht einmal die Elegants unter Pinien fertig.) Oder die deutschen Gäule haben ein „Geheimnis wie der Rih des guten Old Shatterhand oder Kara Ben Nernst (wenn ich noch sattelfest bin im Karl May), wahrscheinlich wird ihnen jeden Abend eine Sure ins Ohre geflüstert, und wenn man es nüchtern wie ein Sportberichterstatter betrachtet, bann liegt bie ganze Hexerei eben im Mangel an Ge- schwindigkeit. Sie pfeifen auf bie Zeit, nur um strafpunktfrei über bie Hindernisse zu kommen, benn bas Turnier ist ja kein Rennen. Zick-zock ... zock-zick geht bas, hinauf unb hinunter wie über ein Vene- biger Kanalbrückchen. Was ist bagegen zu tun? Es gibt nur ein Mittel: bie Arena entsprechen!) umzubauen, bie Mauern „echt" zu machen, ben vierbeinigen Teufelsmaschinen bie Gelegenheit zur Ausübung ihres Geheimnisses zu nehmen. Als Deutsche finb sie in ber Technik nun einmal überlegen, schön, zwingen wir ihnen also einen Wettkampf auf Elan und Slancio auf! Raus mit dem Chronometer! Dann siegt der romanische Schwung über die germanische Bedächtigkeit ... Und Oberleutnant Brandt eröffnet das Turnier, indem er in einem Höllentempo über Azaleen und Rhododendren binroegfegt und mit feiner Sprungmaschine auf Zeit siegt. Per bacco! Trotz des Umbaues. Die ältesten Pinien haben ben Kopf geschüttelt. Daraufhin rissen sich aber die andern Nationen zusammen und machten der Hannoveraner Schule das Leben sauer. Prachtvoll, wie die Schweizer aufholten. Die Italiener ritten sozusagen auf ben mit= reißenben Wogen ber nationalen Begeisterung. Ein viertesmal die Ducetrophäe für Deutschland? Nein, wissen bie Propheten vom grünen Rasen, diesmal nicht, denn siehe, Wotan ist nicht mit ihnen, der Wunderschimmel der letzten Jahre wird nicht mehr antreten zum letzten entscheidenden Gang. Schwache Gemüter haben sich tatsächlich bei seinen Sprüngen umgedreht, so riß bie Spannung an ihren Nerven. dem Lokal drang ein wahrhaft höllischer Lärm. Ein wildes, zügelloses Gegröhle ließ mit erbeben. Es schien, als ob im Lokale eine wüste Keilerei im Gange wäre. Von Zeit zu Zeit hörte ich ein merkwürdiges Klirren, als ob Gläser an die Wand geschmettert würden. Schon überlegte ich mir, ob es nicht am vernünftigsten wäre, das Ueberfall- fommanöo zu benachrichtigen, aber bann entschloß ich mich, weiter zu gehen. Als ich an ber nächsten Kneipe vorüberkam, wieberholte sich genau das gleiche Spiel: wilde, gröhlende Stimmen, dazwischen lautes Gelächter und wieder dieses unheimliche, nervenausreizende Klirren von Gläsern, ein unheimliches Splittern. Das gleiche Erlebnis hatte ich beim dritten, vierten und fünften Lokal. Es gab nur zwei Möglichkeiten: entweder hatte sich in diesem Viertel wirklich eine Verbrecherbande eingenistet, die hier ihre Orgien feierte, oder ich war verrückt geworden. Ich nahm mir ein Herz und entschloß mich, in eines dieser unheimlichen Lokale einzutreten. Selbst auf die Gefahr hin, daß mir schon auf der Schwelle ein Bierglas an den Kopf fliegen würde. Meinen Augen bot sich aber ein sonderbarer Anblick: um einen großen runden Tisch war eine Horde gröhlender Männer versammelt, die jedes Glas, sobald sie es ausgetrunken hatten, mit ohrenbetäubendem Getöse an die Wand schmetterten. Bald erfuhr ich des Rätsels Lösung: die Wirte hatten die seit dem 1. April verbotenen und aus dem Schankverkehr gezogenen Gläser ihren Stammgästen zur Verfügung gestellt. Diese Gläser wurden nun von den feuchtfröhlichen Zechern nach der alten Devise, daß Scherben Glück bringen, eines nach dem andern an die Decke geworfen ... Die Strümpfe Karls des Großen. Ja, Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Da ist zum Beispiel vor vielen Jahren ein sehr origineller Herr auf den gewiß nicht alltäglichen Einfall gekommen, Strümpfe zu sammeln. Dieser Mann hat als Vertreter großer Strumpf- firmen weite Reisen unternommen und hatte dabei Gelegenheit, seine Strumpfkenntnisse zu erweitern unb zu vertiefen. Wenn er einen seltenen Strumpf zu Gesicht bekam, geriet sein Blut sofort in Wallung. Ruhelos wälzte er sich nachts auf seinem Lager: wie mochten wohl die Strümpfe der alten Pharaonen ausgesehen haben? Welche Strümpfe trug beispielsweise Karl ber Große? Wenn Julius Cäsar in die Schlacht zog und sich auf die Socken machte, was mögen das für Socken gewesen sein? So zog Herr Holz, der Strumpfforscher von Berlin, durch alle Lande und studierte sämtliche Strumpfforten von Adam und Eva bis auf die heutige Zeit. Seine Sammlung zählt 2800 Strümpfe. Darunter befinden sich ein armenischer Pontisikalsstrumpf aus Ziegenhaar, den um das Jahr 1100 nach Christus ein Bischof trug; ein englischer Bischofsstrumpf aus derselben Zeit, rot und mit goldener Verzierung, eine Nachbildung des Krönungsstrumpfes ber Hohenstaufen und die Beinbekleidung Karls des Großen. Die Sammlung enthält u. a. Hochzeitsstrümpfe aus der Mark Brandenburg, aus weißer Baumwolle, mit eingestricktem Namen und Perlenverzierung, Strümpfe der Bewohner des Himalaya-Gebietes. Wer zählt die Länder, nennt die Strümpfe? Alle Sorten von Strümpfen, die jemals ein Irdischer über seine Waden streifte, sind bei Herrn Holz zu finden. Die einzigen Strümfe, die er nicht auf Lager hat, sind Glühstrümpfe... Ein Rad rolli durch Berlin. In Bad Warmbrunn lebten zwei biedere Handwerker, die in saurer Arbeit ihr Brot verdienten. Als sie an einem Frühlingsabend des Jahres 1934 friedlich bei ihrem Dämmerschoppen saßen, warf einer von ihnen einen Blick in die Zeitung. Er las, daß in Berlin eine große Ausstellung vorbereitet würde, die den Namen trug „Deutsches Volk — Deutsche Arbei t". In dieser Ausstellung sollte auch das deutsche Handwerk vertreten fein. Diesmal lächeln die Franzosen. Die Schweizer fragen den Kopf hoch. Die Italiener tippen auf Sieg. Polen und Portugiesen arbeiten schweigend und ernsthaft wie am Prüfstand. Die Deutschen freilich haben es insofern am schwersten, als sie allein zu verlieren haben. Alle anderen können schließlich nur gewinnen. Die Hannoveraner müssen Ruhm und Erfolg, eine allzusteile Höhe verteidigen. Diese Sensation Tag für Tag im Pinienfalotto! Ganz Rom ist da. Man zeigt sich den Kronprinzen, den Jnfanten von Spanien, Fürstinnen und Prinzessinnen, es kommt der König, es kommt der Duce, man sieht drei Maharadschas auf einmal, darunter einen Großmaharadfcha von Kapurtala, noch nie hat eine internationale Konferenz so viele Botschafter unb Gesandten unb Geschäftsträger und Militärattaches gezählt, hundertzwanzig ausländische Pressevertreter bedienen fünftausend Zeitungen. Uniformgewimmel. Reihenweise blitzen die Achil- lsehelme auf den Stufen. Es gibt eine Sonnenfeite und eine Schattenseite wie bei Stierkämpfen. Fahnen und Nationalhymnen. Das klassische Oval ist ein einziger Farbenrausch unter intensivem Blau. Die Schwalben flitzen hindurch wie Meteore, sie stoßen bockigen Fluges unerwartet herab bis zu den Nüstern der Springer, sie legen sich — Allah ist groß! — tatsächlich mit durchdringendem Riiiiiii- riiiiiiiihhhh! zwischen bie Ohren bes Vollbluts, baß es ben Bruchteil einer Sekunbe stutzt, um bann loszupreschen wie ein Grashüpfer. Nun soll einer sagen, bas sei nichts für schöne Frauen. Auf bas Turnier hin haben sie ihre Sommerkleiber bestellt, ach, was heißt Kleiber bei solchen Duftgeweben unb Organdi-Gespinsten! Niemand wandelt unkritisiert unter Pinien, sie wissen es. Da blassen die rotrauschenden Azaleen, da verstecken sich die geschlagenen Kamelien, die Gänseblümchen empfinden es als Ehre ober süßes Opfer, von so rassigen Pumps plattgetreten zu werben. Nirgends ist „bas Betreten des Rasens verboten". Man schlürft den Eiskaffee auf jungem Gras, es gibt raffinierte Neuheiten an Gelati und Cassate, Gefrorenem in allen Parfüms und Farben. Nein, die Zypressen- fäulen stehen nicht auf einem Rennplatz, hier ist kein Geschäftslokal für Buchmacher, die Mädchen blühen nicht für ein Modehaus. Hier ist taffächlich das Stelldichein der Grazien. Halbgötter die Cavalieri, die Reiter. Kein Wunder, wenn auch ein Campionato Amazzoni und ein Premio Amazzoni ausgeschrieben sind. Die dänische Baronessa Varvara H a s s e l b a ch , die Ungarin Lukacs, die Herzogin von Morignano, die Contessina Macchi di Cellere — was haben sie alle Chancen! Bleibt nur die Frage: Was sagen eigentlich die Gäule dazu? Der schlesische Stellmachergeselle grübelte eine Zeitlang vor sich hin und gab dann seinem Kollegen einen Rippenstoß. „Wie wär's, wenn wir zusammen ein riesiges Wagenr-ad bauen und noch Berlin rollen würden?" Gesagt, getan. Die beiden machten sich sofort an die Arbeit und bauten einRadvon 2,40 Meter Durchmesser. Als das Werk beendet war, rollten sie das Rad von Bad Warmbrunn nach Berlin. Manchmal schien es, als ob sie den Mut verlieren würden, denn es war keine leichte Arbeit, das schwere Rad über die holprigen Landstraßen zu rollen. Aber wenn der eine mutlos wurde, flöhte ihm der andere neue Kraft ein. Und so kamen sie endlich glücklich in Berlin an, nachdem sie neun Tage lang marschiert waren. Die beherzten Handwerker haben mit dem Rad und mit hundertfünfundzwanzig Kilogramm Gepäck insgesamt 300 Kilometer zurückgelogt. Wie's eben kommt: der eine schlägt sich, der andere rollt sich durchs Leben. Berlin am Wasser. In den letzten Tagen hatten die Berliner Vorortbahnen Mühe, den riesenhaften Verkehr zu bewältigen. Am vergangenen Sonntag ist eine Armee von Berlinern in Een Frühling marschiert, ausgerüstet mit „Stullen", gemahlenem Kaffee und Thermosflaschen. Zn Werder häuften sich schon die ersten Obstleichen.Die Lokale in der Havelaegend, weit und geräumig wie eine unübersehbare Arena, sind voll- aepropft von Menschen. Wie ein Kellner vom äußersten Ende bis zum andern das Bier herbeischleppen müßte, würde es warm ankommen: so groß sind diese Lokale. Die Kellner servieren den Kaffee mit einem Lächeln, als ob sie sagen wollten: prima Frühling gefällig? Kaffee mit Kuchen, einem milden Frühlingslüftchen und dem sanften Geplätscher der Wellen, das sind die Dinge, nach denen sich die Berliner Familien sehnen. Wenn es finster wird, erhebt sich auf den Straßen ein Höllenlärm. Karawanen wandernder Familien, Hupen von rasenden Autos, ohrenbetäubendes Geknatter von Motorrädern, jubelnde Kinderstimmen, Scherzen und Lachen: alle diese Laute vereinigen sich zu einer brausenden und verwirrenden Frühlingssymphonie. Buntes Allerlei. Oer Kampf mit dem Wolf. Die Hirten des herdenreichen Balkans müssen immer darauf gefaßt sein, die ihrer Obhut anvertrauten Tiere gegen gefährliche Raubtiere verteidigen zu müssen. Aber zumeist gelingt es ihnen, die Räuber durch Rufe und Drohungen zu verscheuchen. Um so mehr ist der Mut und die Standhaftigkeit eines jungen Hirten aus Solveo in Südserbien, des erst 15jährigen Jdris Aslan, anzuerkennen, der sich in einen erbitterten Kampf mit den Bestien einließ, in dem er trotz schweren Verletzungen das Feld behauptete. Als er die Ziegenherde feines Vaters von der Weide nach Haufe trieb, wurden drei der Tiere von einem blutdürstigen Wolf getötet. Jdris schlug mit seinem Stock wütend auf den Räuber ein, der sich nun gegen ihn wandte, ihn anfiel und ihm sofort schwere Verletzungen im Gesicht und an den Händen zufügte. Trotz dieser schweren Verletzungen überließ der Knabe dem Wolf nicht das Feld, sondern schlug weiter auf ihn, fortwährend laut um Hilfe rufend. Sein älterer Bruder kam ihm aus dem Haus mit einer Axt zu Hilfe, aber nunmehr wurde dieser von dem reißenden Wolf angegriffen. Obwohl Jdris über und über von Blut überströmt war, stand er nun seinem Bruder bei. Erst nach längerem Kampf gelang es den beiden, den Wolf durch einen gewaltigen Schlag auf den Kopf, der seinen Schädel zertrümmerte, zu töten. Die beiden Brüder mußten ins Krankenhaus gebracht werden, aber das ganze Dorf nimmt an ihrem Schicksal Anteil und freut sich darauf, die beiden Helden, vor allem den jungen Jdris, bei seiner Rückkehr ins Dorf nach feiner Gesundung gebührend feiern zu können. Gemälde auf Briefmarken. In den Vereinigten Staaten trägt man sich mit dem Gedanken, Briefmarken mit einem der berühmtesten Bildnisse ihres Malers und Graphikers James Mc. Reill Whistler herauszugeben. Man denkt an die schöne Studie von seiner Mutter, die ganz in grau und schwarz gehalten ist. Dieses Kunstwerk ist zwar Eigentum des Louvre in Paris, befindet sich aber seit einiger Zeit als Leihgabe im Besitz des Metropolitan-Museums in Neuyork. — Die Absicht der Amerikaner hat jetzt auch in den Kreisen französischer Kunstsachverständiger und Briefmarken - Kenner den Wunsch rege werden lassen, daß die französischen Marken ebenso den Ruhm der Kunstschätze von Paris in alle Welt trage. In einer neuen Serie hat man bereits eine Reihe kennzeichnender Landschaftsbilder gewählt und möchte nun die Kunst sprechen lassen. Der Louvre besitzt so viele Meisterwerke, daß es nicht schwer fallen wird, eine Gruppe hervorragender Vorwürfe zu finden, so z. B. das schöne Bildnis der Mona Lisa. Man ist sich jedoch darüber klar, daß es nicht ganz einfach sein würde, diese Meisterwerke in einer würdigen Weise wiederzugeben. Die Fachleute haben verschiedene Ansichten. Die einen glauben, daß Frankreich seine Kunstschätze auf diese Weise weltbekannt machen sollte, während die anderen die Auffassung vertreten, daß man von diesem Vorhaben lieber Abstand nehmen sollte, weil die Wiedergabe eines Meisterwerkes auf einer Briefmarke nur einen sehr unzulänglichen Eindruck der Gemälde vermitteln und deshalb keineswegs werbend wirken würde. Wirtschaft. Allgemeine Belebung des ganzen deutschen Inlandsgeschäftes im April. Während in den Vormonaten eine mehr oder weniger saisonbedingte Frühjahrsbelebung der einzelnen Wirtschaftszweige zu verzeichnen war, hat der Monat April, wie in den „Wirtschafts- Nachrichten" auf Grund von Berichten der deutschen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Wirtschaftsverbände fest- gestellt wird, eine generelle Belebung im ganzen Znlandgefchäft gebracht. Die Regierungsmaßnahmen und -aufträge wirken sich weiter günstig aus.. Das Auslandgeschäst allerdings hat noch keinen Umschwung aufzuweisen. Der Kohlenbergbau hat ttotz der vorgeschrittenen Jahreszeit den Stand des Vormonats gut gehalten. Nur im Braunkohlenbergbau machte sich ein Rückschlag bemerkbar. In der Groß- eisenindustrie ist eine weitere Belebung und Festigung der Beschäftigungslage festzustellen. Die Aufnahmefähigkeit des Jnlandmarktes hat zugenommen. Ein sehr günstiges Bild zeigt die Automobilindustrie. Auf dem Metallmarkt herrscht lebhafte Nachfrage bei festen Preisen, insbesondere nach Altmetallen. Günstige Entwicklung in Auftragserteilung und Beschäftigung meldet die elektrotechnische Industrie. Normal entwickelte sich die Textilindustrie. Der Holzmarkt war belebt, insbesondere hat Ostpreußen über eine lebhafte Geschäftslage berichtet. Der Getreidemarkt ist unverändert, ebenso di-e Nahrungsmittelindustrie. Der Verkehr auf den Wasserwegen litt teilweise unter dem schlechten Wasserstand, unter der trockenen Witterung und der damit verbundenen Einschränkung der Abladetiefe für die Bergfahrt. Der Hamburger Hafenverkehr hat eine nicht unerhebliche Belebung erfahren. Die Börse bewegte sich in ruhigen Bahnen trotz allgemeiner Geschäftsschrumpfung. Der Rentenmarkt war auffällig still. Am Geldmarkt ist nach dem Vierteljahrstermin eine weitgehende Erleichterung eingetreten. * Dr. ßüer Vorsitzender des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller. Auf der ordentlichen Jahres-Hauptversammlung des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller mit dem Sitz in Frankfurt a. M. legte der bisherige verdienstvolle und langjährige Vorsitzende Dr. Waldemar Braun sein Amt nieder. Auf seinen Vorschlag hin wurde der Präsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, Dr. Carl ßüer, einstimmig von der Mitgliederversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Frankfurter Börse. Frankfurter Börse schwächer. Frankfurt a. M., 5. Mai. Die Börse verkehrte auch am Wochenschluß in schwächerer Haltung, da dem in kleinem Umfange herausgekommenen Angebot mangels jeglicher Anregung keine Aufnahme gegenüberstand und andererseits die noch laufenden Transfer-Verhandlungen jegliche Unternehmungslust lähmen. Eine gewisse Verstimmung bereitete auch der abermalige Rückgang der Neubesitzanleihe von 15,75 auf 15,13 v. H. Bei fast vollkommener Stagnation betrugen die durchschnittlichen Verluste von 0,50 bis 1 v. H. Farbenindustrie eröffnete 1 v. H. niedriger, Scheidean- ftalt waren behauptet. Montanwerte wiesen durchweg Verluste von 0,25 bis 0,75 v. H. auf, nur Har- pener lagen 0,50 v. H. höher. Von Kaliwerten Aschersleben 1,50 v. H. schwächer, Westeregeln 1 v. H. höher. Am Elektromarkt waren AEG. um 1,25 v. H., Schuckert um 1 v. H., Gesfürel um 0,75 v. H. und Siemens um 0,50 v. H. gedrückt. Zellstoff- und Kunstseideaktien verloren bis 0,65 v. H. Von Schifffahrtswerten lagen Nordd. ßloyd 1,25 v. H. schwächer, Hapag waren 0,25 v. H. gebessert. Holzmann, die bereits gestern abend auf den Dividendenausfall gedrückt waren, gaben zunächst um 1 v. H. auf 63 o. H. nach, später gingen sie bis auf 60,50 v. H. zurück. Gement Heidelberg lagen gut behauptet. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 1 v. H., Daimler und Deutsche ßinoleum je 0,25 v. H., Westdeutscher Kaufhof 0,75 v. H. niedriger. Im Verlaufe hielt die Gefchäftsstille zwar an, doch erwies sich das Kursniveau als widerstandsfähiger. IG. Farben unterlagen Schwankungen 127,50 bis 127,13 bis 127,50 bis 127,25 v. H., AEG. waren 0,13 v. H., Hapag insgesamt 1,50 v. H. hoher, andererseits gaben Klöcknerwerke nochmals 0,75 v. H. nach und von später notierten Werten verloren Accumulatoren Berlin 4,50 v. H. (168,50). Am Rentenmarkt waren Neubesitz auf 15,25 v. H. erholt, schlossen mit 14.95 v. H. aber matt. Altbesitz blieben wie anfangs 95 v. H., späte Schuldbücher bei 94,25 0,25 v. H. niedriger, 6prozentige Stahlvereins-Bonds minus 0,50 v. H. Der Pfandbriefmarkt lag uneinheitlich bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 v. H., wobei Abschwächungen überwogen. Preußische Landespfandbrief-Anstalt Berlin aber nach wie vor gut behauptet. Stadtanleihen lagen meist niedriger, besonders Mainzer (77 — Id. H.) und 6 v. H. roertbeft. Frankfurt v. 19H6 (76,50 —2 v. H.). Staatsrenten lagen ruhig und unverändert. Fremde Werte hatten nur wenig Geschäft bei kaum veränderten Kursen. Am Kassamarkt büßten DD.-Bank 1 v. H., Commerzbank 0,50 v. H. ein. — Tagesgeld blieb zu 3,50 v. H. unverändert. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 5. Mai. Die savsonmäßig großen Zufuhren hielten an, während der Absatz auch nach dem Monatswechsel keine nennenswerte Belebung aufwies. Billige Sorten sind jedoch laufend gesucht, die Nachfrage wird hauptsächlich mit Balkanware befriedigt. Holländer und Flandern waren kaum am Markt. Die Preise blieben gegenüber der Vorwoche unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Frisch- eier S 9%, A 9%, B 8% bis 9, C 8 bis 8V2. Bul- garen und Rumänen B 8%. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 5. Mai. Infolge des zur Zeit stärkeren Frischmilchoerbrauchs haben die Anlieferungen in deutscher Butter eine Verknappung erfahren, auch in ausländischer Butter waren die Zufuhren klein. Daher konnten die ßäger leicht geräumt werden, zumal die Nachfrage des Konsums sich in der laufenden Woche erheblich gebessert hat. Die Preise blieben unverändert. (Großhandels-Einstandspreise per 50 Kilogramm in Mark): Deutsche und holländische Markenbutter 127, feine deutsche Molkereibutter je nach Qualität 123 bis 125. Frankfurter Schlachwreffmartt. Frankfurt a. M., 7. Mai. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1244 Rinder (469 Ochsen, 108 Bullen, 341 Kühe, 294 Färsen), 541 Kälber, 31 Schafe, 3716 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 26 bis 36 Mark, Bullen 25 bis 32, Kühe 14 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 26 bis 36, Kälber 30 bis 32, Hämmel 37 bis 39, Schweine: al) fette Speckschweine über 350 Pfund ßebend- gewicht 50, a2) Fettschweine über 300 Pfund, gl) fette Specksauen g2) andere Sauen 32 bis 43 Mark. — Marktverkauf: Rinder, Hämmel und Schafe sowie Schweine mittelmäßig, Kälber lebhaft. Oie Bauproduktion an der Spitze. Jm Tiefbau der Stand von 1929 bereits überschritten. Die ßage der Bauwirtschaft ist, wie die Deutsche Bau- und Bodenbank in einer Sonderschrift über die Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft in 1933 berichtet, im Jahre 1933 durch die Arbeitsbeschaffungspolitik der Reichsregierung entscheidend beeinflußt worden. So hat sich die wirtschaftliche ßage des Baugewerbes nach dem außerordentlichen Tiefstand vom ersten Halbjahr 1932 und nach der ersten leichten Erholung vom zweiten Halbjahr 1932 im Berichtsjahr rasch gebessert. Für das Baugewerbe insgesamt ist der Beschäftigungsgrad von seinem Tiefstand im Februar 1932 — 12,1 v. f). der Arbeitsplahkapa- zität — auf 37,6 v. h. im Oktober 1933, also auf das Dreifache gestiegen. Der dann eingetretene Rückschlag auf 26,9 v. h. im Dezember war lediglich durch die Witterung bedingt. Im Wärz 1934 sind die Oktoberzahlen bereits beträchtlich Überschritten worden. Insgesamt ist also der Rückgang in der Beschäftigung und in der Produktion während der Wintermonate nur verhältnismäßig schwach und nur von kurzer Dauer gewesen. Im Durchschnitt der drei Wintermonate Dezember bis Februar waren im Baugewerbe über 400000 Arbeiter mehr beschäftigt, als im Winter vorher. Die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe war schon Anfang März dieses Jahres hoher als zum gleichen Zeitpunkt in den Hochkonjunkturjahren 1928 und 1929. Das Jahr 1934 wurde mit einem Bestand von etwa 70 000 vollendeten Wohnungen begonnen, gegen rund 54 000 im Jahre vorher. Während in den letzten Jahren die Schrumpfung der Bauproduktion erheblich stärker war als die der industriellen Gesamterzeugung, ist jetzt die umgekehrte Erscheinung eingetreten: die Bauproduktion hat sich rascher entwickelt als die industrielle Erzeugung insgesamt. Die Zunahme der Beschäftigung entfällt vor allem auf den Tiefbau, in dem Anfang dieses Jahres bereits die Befchäftigungszahlen des Hochkonjunkturjahres 1929 überschritten worden • sind. Im Jahre 1932 war der Anteil der Bauproduktion an der industriellen Produktion auf nur 6 v. H. gesunken. Für 1933 wird dagegen der Anteil wieder auf fast 8 v. H. berechnet. Insgesamt wird der Bruttowert der baugewerblichen Produktion für das Jahr 1933 auf 3,1 Milliarden Mark geschätzt, gegen nur 2,2 Milliarden Mk. im Jahre 1932. Die kräftige Steigerung entfällt fast ausschließlich auf den öffentlichen Bau, der auch die durch die Arbeitsbeschaffungsprogramme geförderten Tiefbauarbeiten umfaßt. Die Produktion wird hier auf 1,7 Milliarden Mk. geschätzt, gegen 0,9 Milliarden Mk. im Vorjahre; sie ist also fast auf das Doppelte gestiegen. Dagegen war der Wert des gewerblichen Baues mit rund 600 Mill. Mk. nur ebenso hoch, der des Wohnungsbaues mit rund 800 Mill. Mk. um 100 Mill. Mk. höher als im Vorjahre. Lehrerveteranen treffen sich in Lich. A Lich, 3. Mai. Seit vielen Jahrzehnten ist es in hessischen ßehrerkreisen löbliche Sitte, daß die Abiturienten der Seminarklassen sich zu Wiedersehensfeiern zusammenfinden. Zuerst geschieht dies meist nach zehn, später nach fünf, drei oder zwei Jahren und zuletzt alljährlich. Je nach dem individuellen Bedürfnis finden diese Zusammenkünfte an verschiedenen Orten statt; der zentralen ßage wegen oft in Frankfurt a. M., meist aber in den früheren Seminarorten, weil dort die meisten Erinnerungen haften. Der Jahrgang 1889 Friedberg, dessen Angehörige bereits zu den ältesten ßehrern Hessens zählen und die bis auf ganz wenige sich sämtlich im Ruhestand befinden, will zu Pfingsten erstmalig an d e m Orte Zusammenkommen, an dem sich die meisten von ihnen zum erstenmal in ihrem ßeben sehen und kennen lernten, wo sich Freundschaftsbande knüpften, die ein ganzes ßeben lang hielten: in dem schönen Städtchen ß i ch, in dem sie vor 50 Jahren zum Eintritt in die Großherzogliche Präparanden- schule sich zusammenfanden. Ein halbes Jahrhundert ist seitdem verflossen, aber gern und freudig gedenken die heutigen Veteranen ihrer einstigen Bildungsstätte, weil sie wissen, daß sie ihr in mancherlei Hinsicht viel zu danken haben, und das wollen sie durch diesen Besuch sichtbar zum Ausdruck bringen. Mögen andre Jahrgänge diesem ersten Vorgehen folgen; sie werden alte Erinnerungen auffrischen und dazu mancherlei Neues in sich aufnehmen können. Alle sollen uns herzlich willkommen fein! Rundfunkprogramm. Dienstag, 8.2Nai. 6.05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Frühkonzert (S(fjaff- platten). 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 10.10: Schulfunk. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Miftugskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II: Moderne Operette (Schallplatten). 14: Mittagskonzert III: Bauernmusik (Schallplatten). 14.40: Stunde der Frau: Hausfrauen sehen sich die erste große Rhein- Mainische Braune Messe an. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunk- orchestes. 17.30: Die Madonna vom Breidenbacher Hof, Novelle von Walter Perfich. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: „Junge Mädchen im kaufmännischen Beruf." Zwiegespräch zwischen Emma Diehl und Sid ßift, Frankfurt a. M. 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Das ßeben spricht (soziale Funkberichte). 19: Unterhaltungskonzert. 20.10: Alexander von Humboldt. Zum 75jährigen Todestage des großen deutschen Naturforschers. 21: Variationen über ein eigenes Thema für Klavier (zweite Fassung), Opus 29, 2 von Johann Fr. Hoff. 21.15: Instrumental-Kabarett. 22.40: „Der Blütengarten der Vorderpfalz", Plauderei von Wilhelm Michel. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. 19 20,75 93 93 92,9 92,9 91,25 91 91,25 90 90,5 129,25 128 o 94 94 93,2 93,4 93,5 93,75 91,25 91 91 62 91,25 91 90,5 90,25 90,25 90,75 Banknoten. 94,25 94,25 94,25 94,25 24 0 7,5 7,2 136 22 o 9,651 6,65 170,51 170,5 170 94,9 15,8 94 97,9 94,13 100 94 97,9 o 0 0 0 0 52,5 58 87,5 132 115 19,4 21 7 9 0 0 0 17,5 158 173 140,5 43 55 94,5 99,9 90,25 94,9 15,75 94 97,9 94,75 99,9 90,5 94,9 100 90,5 0 c 12 0 0 0 6 23 62,5 84,5 40 23,4 128,4 96,25 101,75 53,5 96,5 22,65 128,13 95,5 101 52,5 95,75 24 62,5 85 40 16,75 158 168.5 141 58,5 63 46,5 39,5 95 14,95 24,25 63 85 40,5 95 15,13 59 63,25 47,13 40 127,25 182 58 52,4 79,5 43 54,75 100,25 59,25 63,75 47 39,75 122 43,75 54,75 62 17,65 158,5 172,5 140,25 60,25 53 80,5 58,9 52,75 80 72,13 110,75 59,75 88 59,65 62 90,25 131 116,25 Mainkrastwerke Süddeutscher Zucker 71,5 109,5 59,5 87,75 70 136 110 60 62,75 21,25 20 128,5 182 60,75 53 80 86 132,25 115,25 51,5 58 147,25 71,5 109,75 59 88,5 23,65 128,25 96 101,75 54 96,75 22,65 128 96 101,25 54 96 92,5 87 131,5 52,5 58 147,25 51,75 58 147,75 98,5 58,9 62,75 47 39,75 119,25 43,13 55 60,25 16,65 157 168,5 141 24 63 85 40,5 24 0,90 7,5 7,35 7,35 A.C.G. Bekula 7,3 7,15 7,13 8,13 6,75 24 0,90 7,3 7,2 7,25 8,05 6,75 PhUtPP Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Xementoeri Ratißabt.. o 0 0 6 I. G. Farben-Industrie ScheideanstaU........ Goldschmidt RülgerSwerke .. Merallgese lischest vamvurg-Amerika-Paker Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschifs........... Norddeutscher Lloyd 21.®. für Verkehrswesen Alt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Prioat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ Dresdner Bank Reichsbank ...............‘j Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M 71,51 110,25 59,65 88,25 ! 70,13 | 137,51 110,51 60,25 I 62,75 1 4% Oesterretchtsche Goldrrnte.... 4,20% Oesterrelchische Sstberrente 4% Ungarische Goldcente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yt% desgl. von 1913.......... 6% adgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe ZÄsi,,^^ügsHschast Licht und Kraft Selten & Guilleaume o »^^Ik^'^^HErnehmung. 5 Rheinische Elektrizität .. s Schuckert L Co. .. 6 Siemens8 Halske... ....... 7 LahmeverLLo.........^'.io 94 97,9 O| 64 | O| 102,25 i 1151 110,65 61 i 63 I Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg gstoss Waldhof .... stoss Aschaffenburg auer Gas Daimler Motoren .. Deutsche Linoleum . Orenstetn & Koppel Leonhard Tietz .... Thade Sctu mul atoren-Fabrik Lonri-Gummi Buderus Deutsche Srdbl " Gelsenkirchener............. barpener ............. Voesch Sisen-Köln-Neueffen ' Nie Bergbau ........... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke .............. Mannes m auu-Rödren 60,5 I 65,13| 102,5 — 115,5 - Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., ßombardzinsfuß 5 o. H. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% ehem.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. BoUSstaal 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 13.................. 6Yi% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Ltqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyv.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6y*% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank.Liqu..Pfandbriese....... 6K% ehem. 4Yt% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ebcm. 7% Pr. LandeSpfand- briesanNalt, Pfandbriefe R. 10 Gteuergutsch. Verrechnungskurs.. O 0 0 0 0 7 Ci O O O ,10 0 0 Franksuri a. M. ZJerlin Schluß- turs Schlußk. Abendbörse Schluß- knrs Schlußk. 2JllHog» börse Datum 4.5. 5.5- 4.5. 5.5. Frankfurt a.M. Serlln Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- kurö Schlußk. Mittag- börse Datum 4.5. 5.5. 4.5. 5-5. 4% desgl. Serie 11 ............. 6,6 6,6 6,6 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,25 4,25 — 4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 7 7 7,25 7 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,65 3,6 3,8 3,75 2%% Anatolier ............... 30,13 30,25 30 30,13 Frankfun a. M. ZJerlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schluß- furd Schlußk. Minag- börse Datum 4.5. 5-5. 4.5. 5.5. ManSselder Bergbau .. .......O — 66,5 67,25 67,5 Kokswerke .......... .......0 — — 92,25 91,4 Phönix Bergbau...... .......0 47,25 47 47 47,25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 218 218 218,4 218,65 Rhetnstahl ........... .......0 90,5 89,75 90,25 90 Bereinigte Stahlwerke. .......0 40 39,5 40,25 39,75 Otavi Minen ........ .......0 13,65 13,75 13,65 13,4 Kaliwerke Aschersleben. .......5 105,5 104 105,5 104 Kaliwerke Westeregeln . .......5 105,5 105,5 107 Kaliwerke Salzdetfurth .....iy» 136 137,9 136,5 4. Mai 5-Mai Amtliche Geld Notierung Lriet Amtliche Notierung Geld 1 Erie Helsingfoe».. 5,644 5,656 5,634 5,646 Wien....... 47,20 47,30 47,20 47,30 Prag....... 10,42 10,44 10,42 10,44 Budapest ... — 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,53 169,87 169,53 169.87 ÖSlo....... 64,19 64,31 64,04 64,16 Kopenhagen. 57,04 57,16 56,89 57^01 Stockholm... 65,88 66,02 65,73 65,87 London ..... 12,775 12,805 12,745 12,775 Buenos Aires 0,578 0,582 0,563 0,567 Neuyork.... 2,495 2,499 2,493 2,497 Brüssel..... 58,44 58,56 58,39 58,51 Italien..... 21,31 21,35 21,30 21,34 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16 54 Schweiz.... 81,08 81,24 81,00 8l"j6 Spanien.... 34,25 34,31 34,25 34,31 Danzig..... 81,64 81,80 81,64 81,80 Japan...... 0,755 0,757 0 756 0 758 Rio de Ian. . 0,21 i 0,213 0,211 0,213 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 Ltiiatzo» .... 11,63 11,65 11,61 11,63 Serlin, 5-Mai Geld Sn7TL Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. 2,445 58,23 56,84 12,70 16,46 169,11 21,23 63,87 65,57 80,82 34,11 2,465 58,47 57,06 12,76 16,52 169,79 21,31 64J3 65,83 81,14 34,25 Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Note»................. Ungarische Note» § Nr. 105 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für vderhesien)Montag, 7. Mai 1954 Ml. 7« (46. 1 bls 3f. c*- 3M ^chweink ! W Nb, gi 43 yQie iowii Nnb öoh onnen, ge. enb in ben Ptobuftior nellen Qi. Meinung Äscher em', gesamt, fällt oor >g biefes llen des i worden Obechessischer Appell des ASDW. in Gießen. Am gestrioen Sonntag hielt der National» sozialistische Deutsche Frontkämpfer» bund (Stahlhelm), Kreisoerband Ober- Hessen, seinen ersten Appell ab. Schauplatz des Treffens war die Provinzialhauptstadt Gießen. Zur Begrüßung der alten Soldaten waren viele Däuser unserer Stadt mit Hakenkreuzfahnen und mit schwarzweißroten Fahnen geschmückt. Dazu brachte arr Vormittag und am Nachmittag eine große Menschenmenge den Formationen des NSDFB. bei den Märschen durch die Stadt großes Interesse entgegen. Vormittags gegen 9 Uhr marschierte ein Ehrensturm mit klingendem Spiel zum Bahnhof, um hier und Gros, Oberst a. D. K l e i n h a n s, Seine Magnifizenz der Rektor Prof. D. Bornkamm. Nachdem Kamerad Petri dem Kreisverbandsführer Dr Dehner die aufmarschierten Formationen gemeldet hatte, schritt dieser in Begleitung seiner nächsten Mitarbeiter, des Bataillonskommandeurs und der drei vorgenannten Generäle die Front ab. Hierauf nahmen die Fahnengruppen rechts und links von der Feldkanzel Aufstellung, wo sich die Fahnen der Militäroereine bereits befanden. Dann begann der Gottesdienst mit dem Gesang der ersten Strophe des Chorals „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren". Die erste Ansprache hielt der evangelische Militärgeistliche Pfarrer V * Lr» t 4Ür ! f v '4*1 Kreisoerbandsführer Dr. Dehner und Ehrengäste schreiten die Front ab. Bauprobul. nur 6 n.fy iteil wied« wird dn ion für da- hätzt, gegen ausschlietz. er auch iii gefördert, i wird hi« 0,9 MM >f das Ly )es nur ebc: ) 800 ?. irjahre. Neues in > Ijerjliä) ft. ,ert W >.10: $• ilbienfl.. II: M^ konzert - stunde k rohe M > Wirtsch^ 3lunbk-' iteibenb^ 7.45: | fauhnän' ; smma Italiens richt W tert. 2(W 'igen S*| "1'chers- für M' mn Fr- ' Der W-' - ion W den Landesführer abzuholen. Dieser war jedoch — was hier zu spät bekanntgeworden war — durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhindert, so daß die Formation am Bahnhof dem Kreisverbandsführer Dr Dehner gemeldet wurde. Nach dem Abschreiten der Front wurde mit flotter Marschmusik der Marsch zum Oswaldsgarten angetreten. Gegen 9 Uhr war auch ein langer Sonderzug aus Alsfeld und Grünberg angekommen, der viele Abteilungen des NSDFB. »md eine große Menge von Angehörigen aus dieser Gegend brachte. Unter den Klängen ihrer Kapellen und Spielmannszüge rückten diese Formationen zum Oswaldsgarten ab. Auf dem weiten Platz des Oswaldsgarten stellten -sich die Abteilungen, die zum Teil zu Fuß, zum Teil noch in weiteren Sonderzügen hierhergekom- imen waren, zum Marsch nach dem Trieb bereit. Gegen 10 Uhr erfolgte der Abmarsch durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, «Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee zum Trieb. Hier marschierten die Abteilungen zum Feldgottestienst ouf der großen Triebfläche neben dem 1900-Sport- platz auf. Als Ehrengäste waren u. a. erschienen das Mitglied der Gauleitung der NSDAP. Pg. B u l l m a n n als Vertreter der Polizeidirektion Gießen, Major und Bataillonskommandeur von Wachter mit mehreren Herren seines Offizierkorps, die Generalmajore a. D. Mohr, Fritz Unö nun, Ellen? Roman von Käthe Mehner. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Nachdruck verboten. Erstes Kapitel. Hinter den kleinen, zierlichen Butzenscheiben, die dem Siedlungshauje das friedlich-romantische Aus- sehen gaben, stand Ellen Ehlers und sah hinaus im den warmen Frühlingstag. Seltsam. Hier in der Heimat hatte der Frühling doch wenigstens noch etwas von seinem stillen Zauber urfb seiner hoffnungsvollen Ruhe. Oder schien das Ellen Ehlers nur so? Plötzlich fuhr sie auf. Sie hörte Schritte. Das dlasse, schöne Gesicht der Neunzehnjährigen nahm überraschend den Ausdruck gekünstelter Sorglosigkeit an und wandte sich dem Innern der Stube zu. ij-5 i i „Du bist doch wohl ein wenig verbittert, Ellen? Sieh einmal, andere werden doch auch abgebaut. Jnb bei uns geht es noch eher, glaube ich, Wie gut, daß ich wenigstens zwei Zimmer an Herrn Öolm vermieten konnte So geht s schon. Die Zinsen für die Hypothek bringt es doch." „Verbittert, Muttchen?" Ellen Ehlers wandte die Haren Augen voll der Mutter zu und lächelte. , Sieh mal, es ist nur nicht so leicht, sich miteinem Rale untätig zu wissen, nachdem man Jahre hin- burch nichts als Arbeit kannte. Na... es wird schon verden. Verbittert-bin ich Nicht Ich habe ,a auch (leid) einige Bewerbungen geschrieben. 3$. Wicht doch unternommen. Jetzt mache .ch erst nal Ferien " Ricsttia Gutes! Nur nicht traurig fein! Doch run omm' Wir wollen decken Gleich kommt fierr tostu zu Tisch Hast du etwas dagegen, wenn er au» wettert) n mit uns ißt? Ich war |a immer so «n und Ernst Holm ist wirklich em prächtiger ^°W-"du denkst. Warum sollte ich etwas dagegen mie fd,roer der Mutter damals der ß-nHdMuft aewordcn war, einen fremden Menschen iSL “n*«n zu müssen. Sie selber kannte nn* nicht Sie war ja erst einen Tag zu fÄ und wußte nur, daß Ernst Holm Diplom- iiuaenieur und Betriebsleiter der Automobilwerke Dar, die hier außerhalb der Stadt am Ende der | ' 0,5® I > I tf.51 > flj ) 16,5* ) 01,15 1 3*iJ , > ui I o,fl I 5 0,g 1 ! 4 1 Ausfeld auf Grund des Briefes an die Römer Kap. 8, Vers 31 und 32: ,Zst Gott für uns, wer mag wider uns fein". Die Feldpredigt schloß mit dem Vaterunser und dem Segen. Nach dem Choral „Wachet auf ruft uns die Stimme" sprach der katholische Pfarrer Dr. H e m m e s. Mit dem Choral „Großer Gott wir loben dich" fand der Gottesdienst feinen Abschluß. Die Choralmusik stellte die Gießener Stahlhelmkapelle. Im Anschluß an die Predigt formierten sich die Kolonnen zur Parade. Der Aufmarsch und der Vorbeimarsch standen unter dem Kommando des Kameraden Petri, den Vorbeimarsch nahm der Kreisverbandsführer Dr. Dehner ab, bei dem auch die Ehrengäste Aufstellung genommen hatten. In strammem Paradeschritt zogen die Formationen noch den Klängen der schneidigen Märsche vorüber. Damit schloß die Veranstaltung auf dem Trieb. Für die auswärtigen Kameraden wurde dann Feldküchenverpflegung auf dem Trieb ausgegeben. Gegen 15 Uhr versammelten sich die feldgrauen Kolonnen auf Oswaldsgarten, um von hier aus den Morsch durch die Stadt zur Volkshalle, anzutreten. Die Kolonnen marschierten vom Oswaldsgarten durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Neuenweg, Neuen Bäus, Gartenstraße, Ludwigs- „Diplomingenieur Holm", hatte er sich mit Betonung seines akademischen Titels oorgestellt. Ellen Ehlers fand das einigermaßen belustigend. Doch das Lächeln, das dieses kleine Intermezzo unbewußt bei ihr auslöste, erweckte den Eindruck angenehmster Ueberraschung bei Ernst Holm. „Haben Sie schon Pläne für die Zukunft, gnädiges Fräulein? Ich meine bezüglich einer neuen Stellung?" „Pläne?" Unwillkürlich wiederholte Ellen das Wort und sah mit ihren großen blauen Augen auf ihr Gegenüber. „Die Zeit ist nicht danach, Pläne zu schmieden, Herr Holm! Zunächst heißt es abwarten. Hoffnungen freilich. Doch Hoffnungen sind Träume, aus denen man schnell erwacht, und dann kann man bitter enttäuscht werden." „Nun, so ganz trübe sehe ich das denn doch nicht. Ich glaube bestimmt, daß es mir leicht fallen würde, Sie irgendwo zu placieren. Ich habe eine Anzahl Bundesbrüder in der Stadt, die sämtlich in leitenden Stellungen sitzen, und würde gern ein Wort einlegen, wenn Sie es gestatten!" ,Das würden Sie tun, Herr Holm?" Die Freude von Frau Ehlers perlte überschnell in die Unterhaltung. „„„ ..... Merkwürdig! Ellen ersehnte die Möglichkeit einer baldigen Wiederbeschäftigung wohl, und doch lehnte sie mit einem verbindlichen Lächeln ab Ernst Holm hatte eine Art zu sprechen, die an gewisse Lebemänner erinnerte. Ganz instinktiv warnte das junge Mädchen etwas vor diesem Menschen. „Wie Sie denken. Gnädigste! Noch haben Sie den unbeweglichen Optimismus der Jugend auf Ihrer Seite. Doch ich glaube, jetzt ist es fast umgekehrt, Sie sehen die heutigen Zeitverhältnisse leichter als ich. Ich stehe doch immerhin in leitender Stellung eines bedeutenden Werkes und habe daher einen gewissen Ueberblid. Na, es war nur gut gemeint meinerseits. Mir ist klar, daß Sie ohne Verbindung kaum wieder unterkommen werden. Ich weiß. Sie haben sich beworben. Doch hoffen Sie nicht auf Bewerbungen..." Fast drohend klangen die letzten Worte, die Ernst Holm warnend in das zaghafte Herz von Frau Ehlers senkte. „Entschuldigen Sie meine Tochter bitte, Herr Holm! Sie ist wohl noch zu unerfahren. Mir selbst würden Sie einen großen Dienst erweisen, wenn Sie ..!" Ernst Holm, der kein Auge von Ellen gelassen hatte, unterbrach die ängstliche Hausherrin. „Mit dem größten Vergnügen, Frau Ehlers! Ich weiß zudem, daß Ihrem Fräulein Tochter jede Absicht, meine Hilfe abzuschlagen, fern liegt. Es ist ja alles nur die natürliche Reaktion auf die plötzliche Daseinsveränderung." „Möglich!" gab Ellen kurz zurück und bemühte sich, während der übrigen Zeit des Essens Ernst Holm mit zuvorkommender Freundlichkeit zu be- £ l 4 * >. i S Feldgottesdienst: Ganz rechts Kreisverbandsführer Dr. Dehner: dann nach links hin: Generalmajor a.2). Mohr, Major und Bataillonskommandeur o. Wachter, Generalmajor a.D. Fritz, Generalmajor a.D, Gros, Oberst a.D. Kleinhans; NSDFB.-Kam. Petri, Hauptmann von H e r f f, Hauptmann Hofmann, Oberleutnant Voigtsberger. platz, Kaiser-Allee zur Dolkshalle. Auf dem Marsche bekundeten große Menschenmengen ihr starkes Interesse an den alten Frontsoldaten durch aufmerksame Besichtigung des Zuges. Die Formationen zogen in guter Marschordnung der alten Soldaten ihres Weges und machten allenthalben einen vortrefflichen Eindruck. Mittlerweile hatte sich in der Volkshalle bereits eine große Menschenmenge eingefunden, um dem Festakt beizuwohnen. Die Volkshalle war nach der Ankunft der Marschkolonnen bis auf den letzten Platz besetzt. Nach dem feierlichen Einzug der Fahnengruppen, bei dem die Menge die Fahnen mit dem Hitler» grüß ehrte, entbot Kamerad Platho im Namen des Kreisoerbandes Oberhessen des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) der großen Versammlung herzlichen Willkommensgruß. Sein besonderer Gruß galt den Ehrengästen, u. a. dem Mitglied der Gauleitung der NSDAP. Pg. B u 11 m a n n als Vertreter der Polizeidirektion Gießen, den Generalmajoren a. D. M o h r, Fritz und Gros, Oberst a. D. Kleinhans, Major und Bataillonskommandeur von Wachter und mehreren Offizieren des Bataillons sowie Vertretern des Unteroffizierkorps unserer Garnison. W s L* U *< Ta .* A Der Vorbeimarsch der Gießener Fahnengruppe bei der Parade. handeln, die dieser sich allerdings wieder auf feine Art auslegte. Als er sich endlich zum Dienst erhob, summte er schon draußen hinter der Gartentür leise vor sich hin. „Verdammt nettes Kerlchen, die filia hospitalis! Nett! Noch ein wenig dumm und stolz. Doch das legt sich, wenn die Not mit gebieterischer Strenge an die Speisekammer klopft. Noch bin ich derjenige, der euch euer Haus halten hilft. Niemand würde hier draußen in der Einöde zwei Zimmer mieten." Mit seinem breiten Seemannsgange schritt er dicht an der breiten Autostraße, die ins Thüringische führte, dahin und verschwand bann in dem großen Tor der Werke. Wie dumm, daß er auch gerade an dem Abend die Unterredung mit Olaf Olsen hatte! Den ganzen Nachmittag war er in heiterster Stimmung und fuhr dann vom Dienst aus in die Stadt. In dem kleinen Cafö der Altstadt schritt er durch den schmalen Gang auf einen einsamen Herrn zu. „Sie kommen spät, Holm! Bitte ..." Der große blonde Holm sah auf fein Gegenüber und bewunderte im stillen das gepflegte Aeußere des Dänen, der in jeder Geste, in jeder Haltung ganz und gar Gesellschaftsmensch mar. „Was wollen Sie von mir, Doktor?" „Arbeit, Holm! Nichts als Arbeit. Machen Sie nicht ein so verächtliches Gesicht!" Holm lachte breit. „Ich habe es heute eilig — die schöne Tochter meiner Wirtin ist heimgekommen. Also, fassen wir uns kurz, Doktor!" Der sah Holm ernst an. „Für Abenteurer wie Sie können die Frauen leicht zum Verhängnis werden, Holm! Ich warne. Lachen Sie nicht. Kein Scherz." „Und Sie selbst, Olsen?" „Ich bin Großindustrieller." „Durch bezahlte Werkspione!" scherzte Holm frech. Der andere überhörte bas geflissentlich. „Der Coup mit ben Autowerken gelang gut und hat Ihnen noch die Stellung als Betriebsleiter ein» gebracht, Holm! Aber... jetzt gilt es, mehr zu verdienen." Holm zuckte auf. Wie mit seltsamer Magie bannte ihn das Wort „Verdienen". Jetzt war er ganz Ohr. Geld brauchte er immer, und jetzt... er dachte an Ellen Ehlers und deren trostlose Lage ... erst recht. „'raus mit der Sprache, Doktor!" „Also... es handelt sich um das Entgiftungsverfahren des Leuchtgases. Ich habe vorerst noch friedliche Verhandlungen. Das heißt, ich will beim Erfinder selber ergründen, ob die Sache tatsächlich bereits spruchreif ist. Sie hören bann noch von mir." Holms Gesicht zeigte glatte Enttäuschung. „Dazu brauchten Sie mir wahrhaftig nicht bie kostbare Zeit zu nehmen, bie ich besser in Gesellschaft meiner filia hospitalis verbracht hätte." Holm war es ernst mit biefer Meinung. Der anbere ignorierte sie, zog statt dessen seine Brieftasche. „Ich glaubte, Sie brauchten einen kleinen Vorschuß; aber offenbar reicht jetzt endlich einmal Ihr Verdienst." Holm reichte lächelnd die Hand über den Tisch. „Gehen Sie nur... auf mich ist Verlaß. Also, wann höre ich ...? Und ... was wird verdient?" „Einverstanden!" Holm hatte sich schon erhoben, strich das Geld ein und ließ seine Eile, zum Erstaunen des Dänen, deutlich merken. Eine knappe Stunde später stand Holm daheim auf der Veranda des einstöckigen Siedlungshauses und blickte in den abendlichen Garten, in dem Ellen der Mutter gießen half. Blumenschön in ihrem buntgestreiften Leinenkleid, dessen kurze Aermel die ebenmäßigen Farmen der weißen Arme blendend freigaben, schritt Ellen Ehlers, unbekümmert um den Mieter, durch Beete von blühenden Nelken und buntfarbigen Stiefmütterchen. „Die Arbeit des Gießens können Sie sich sparen, Frau Ehlers! Wir werden Regen bekommen. Sehen Sie doch, wie sich die Abendsonne so milchig im Asphalt der Straßen drüben spiegelt", sagte Holm von der Veranda herüber. Er hatte kurz vor seinem Weggang aus der Fabrik die Wettermeldungen durch das Radio abgehört. Nun prahlte er auf feine Art, als verstände er sich tatsächlich auf Prophezeiungen. Er zog den hellgelben Gürtel feiner Sporthose enger und warf einen wohlgefälligen Blick über das blütenweiße Leinen seines Sporthemdes. „Meinen Sie wirklich?" fragte auch Ellen zurück, die auf der Mutter ausdrücklichen Wunsch sich freundlicher als am Mittag gegen den Mieter einzustellen beabsichtigte. „Unbedingt, gnädiges Fräulein! Auf einen Mann von der Waterkant können Sie sich wenigstens in bezug auf das Wetter eine Prophezeiung gefallen lasten.. auf Arbeitsaussichten haben Sie sie ja wohl abgewiesen." Ernst Holm war die Treppe hinuntergeschritten und stand nun lachend neben Ellen. „Sie können es mir also nicht vergessen, Herr Holm? Auch nicht, wenn ich mich nachträglich noch einmal entschuldige?" Die grauen scharfen Augen Holms blinzelten. Sein etwas breiter Mund verzog sich sekundenlang. Sofort aber war er wieder beherrscht. „Ich wüßte nicht, daß ich Ihnen schon jemals böse gewesen wäre... oder überhaupt sein könnte." „Jemals? Wir kennen uns doch kaum einige Stunden! Und die Zukunft wird Sie anders denken lehren, Herr Holm! Ich bin durchaus nicht so leicht genießbar!" (Fortsetzung folgt.) Bullmann als Vertreter -er Polizeidirektion Gießen und Vertretern des Unteroffizierkorps unserer Garnison. Noch einem flotten Marsch der Stahlhelmkapelle hielt der Ortsgruppenführer der Ortsgruppe Gießen Kamerad Loppe eine Ansprache. Er wies dabei auf das große Fronterlebnis unserer Feldgrauen der alten ruhmreichen Armee, auf das selbstlose und hingebungsvolle Einsetzen des echten deutschen Soldaten zum Schutz der Heimat und des deutschen Volkes hin und stellte dem gegenüber die ganze Jämmerlichkeit, die sich den feldgrauen Kriegern nach dem furchtbaren Zusammenbruch im November 1918 bei der Rückkehr in die Heimat darbot. Nachdrücklich betonte der Redner, daß der Frontsoldat, der die deutsche Ehre und die deutsche Fahne bis zum bitteren Ende hochgehalten hatte, gar nicht anders konnte, als den Kampf gegen das volksfeindliche und fremdrassige Gesindel aufzunehmen, das sich daheim im Rücken der deutschen Heere breit gemacht hatte, groß geworden war und nach dem Dolchstoß in den Rücken der deutschen Front glaubte, seine Zeit sei nun gekommen. Der Frontsoldat habe draußen nicht gefragt, ob der Nebenmann auf dem Marsche, im Graben, im Unterstand und bei den Kämpfen Handwerker oder Jurist, Kaufmann oder Bauernknecht, Protestant oder Katholik, Mecklenburger oder Badener gewesen sei, für ihn sei nur eins maßgebend gewesen, ob der Mann im feldgrauen Rock ein guter Soldat, ein rechter Kämpfer und ein ganzer und anständiger Kerl war. Der Redner betonte dann eindrucksvoll die schöne Frontkameradschaft draußen vor dem Feind, die auch das letzte Stück Brot, den letzten Trunk oder die letzte Zigarette mit den Kameraden teilen ließ, und erklärte unter dem starken Beifall der Versammlung, daß an der Front im wahrsten Sinn des Wortes sozial gehandelt wurde und unter dem Stahlhelm in der vordersten Linie der Nationalsozialismus des alten Preußentums wiedererstanden sei. Dieser Frontgeist und diese gute Kameradschaft habe Deutschland vor der Vernichtung gerettet. Sodann wies der Redner auf die Entstehung des Stahlhelm durch den Sammelruf Franz S e l d t e s, auf die Kämpfe des Stahlhelms gegen das frühere schwarz-rote System und auf die Zielsetzung dieses Bundes der alten Frontsoldaten hin. Er bezeichnete das Programm des Stahlhelm, das heute noch gelte, als Nationalsozialismus reinster Prägung und stellte sodann den Kernpunkt der Stahlhelm-Organisation in ihrer Arbeit heraus: das Frontsoldatentum in seiner zukunftweisenden Einsatz - und Dienstbereitschaft für das deutsche Volk. Er knüpfte daran ein rückhaltloses Treuebekenntnis zum Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, denn der Frontsoldat Adolf Hitler verkörpere durch seine Leistungen und seinen Charakter als Führer des deutschen Volkes das Deutschland, für das der Stahlhelm immer eingetreten sei. Deshalb habe sich der Stahlhelm auch vorbehaltlos dem Befehl Adolf Hitlers unterstellt. Sodann erinnerte der Redner an den in Hannover gefchlofe- nen Treuebund zwischen Adolf Hitler und Franz Seldte, durch den neben SA. und SS. auch dem Stahlhelm seine Aufgabe im neuen Reich als vollwertiges und vollberechtigtes Glied in der großen nationalsozialistischen Front, entsprechend seiner Herkunft und Zielsetzung, zugewiesen worden sei. Nachdrücklich betonte er, die alten Soldaten des Weltkrieges sollten und wollten, sie würden aber auch allezeit den deutschen Volksgenossen das echte deutsche Soldatentum vorleben, jenes gute Soldatentum, durch das Preußen-Deutschland groß geworden sei und durch das der Aufbau des neuen Reiches seiner Vollendung entgegengeführt werde. Das Leben und Wirken nach diesen alten Soldatentugenden im Geiste Friedrichs des Großen und Yorcks, die ritterliche und makellose Lebens- führung von Führer und Gefolgsmann müßten immer die Grundlage bleiben, die im besten Sinne konservativ, aber nie reaktionär sei. Die im NSDFB., dem früheren Stahlhelm, vereinigten Frontsoldaten würden, wie bisher, allen Volksgenossen mit dem guten Beispiel der alten Soldaten im freiwilligen Gehorsam und Sich- beugen unter den Willen des Führers Beispiel und Vorbild sein. Als Richtschnur hierfür wies der Redner u. a. auf das Wort Adolf H i t - lers hin: „Wer fein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses Volk zu bringen bereit ist." Der Wert des Opfers bestehe darin, daß es schwer sei. Die alten Soldaten seien bereit, mit ihrem ganzen Denken und Tun, mit ihrem Leben sich immer einzusetzen und zu opfern für Deutschland. (Starker Beifall.) Ein weiterer Marsch leitete dann über zu der mit allgemeiner starker Aufmerksamkeit verfolgten Ehrung der alten Kameraden und Freikorpskämpfer. Kreisverbandsführer Dr. Dehner, der diese Ehrung vornahm, schickte ihr eine Ansprache voraus, in der er u. a. das vorbehaltlose Bekenntnis und Sichverpflichtetfühlen der alten Frontkämpfer zum deutschen Vaterlande betonte, dann einen Rückblick auf die Jahre des Weimarer Systems mit der damaligen Gesinnungslosigkeit und Charakterlosigkeit in weiten Kreisen des deutschen Volkes gab und demgegenüber den Geist des deutschen Frontsoldatentums als wertvollstes Fundament des deutschen Aufbaues schilderte. Anschließend verlas der Redner eine Liste von rund 200 alten Kämpfern des Stahlhelm und von Freikorpskämpfern, die in den schweren Jahren der Nachkriegszeit in selbstloser Hingabe dem Vaterlands ihre Kraft widmeten und den Aufstieg des neuen, besseren Deutschland tatkräftig mit vorbereiten halfen. Die alten Kämpfer ließ der Redner dann aus der Bühne aufmarschieren, wo er herzliche Worte des Dankes und der Anerkennung an sie richtete, ernst mahnend und Ermahnend aber auch zu der Versammlung sprach, der er das gute alte deutsche Soldatentum als leuchtendes Vorbild eindringlich zum Nacheifern empfahl. Die Versammlung ehrte die alten Kämpfer mit dreimaligem Front-Heil. Anschließend wurde das Stahlhelm-Bundeslied gesungen. Das Schlußwort sprach sodann Kamerad P l a t h o , der als Leitgedanke des NSDFB. verkündete: „Nichts für uns, alles für Deutschland", und zur Bekräftigung dieses Gelöbnisses auf den dritten Vers des Deutschland-Liedes hinwies, dem die alten Soldaten als Parole weiterhin treu bleiben würden. Anschließend sang die Versammlung gemeinsam den ersten Vers des Deutschland-Liedes und des Horst Wessel-Liedes. Da der Redner nun vom Rednerstand zurücktrat und die Versammlung offensichtlich dadurch den Schluß der Kundgebung für gekommen hielt, begab sich Kreispropagandaleiter Schmelz von der Kreisleitung der NSDAP, zum Rednerstand auf der Bühne und brachte auf den Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler dreimalige, mit großer Begeisterung aufgenommene Sieg-Heil- Rufe aus. Sodann folgte der feierliche Ausmarsch der Fahnengruppen als Abschluß der Veranstaltung. Gestern abend fand in der Volkshalle als Ausklang des Tages kameradschaftliches Beisammensein statt. sie stets unverkürzt gebraucht werben können. Ab. gekürzte Namen oder Zeichen sind nur ein künst. licher Notbehelf und vor allem dann eine Gefahr für das Leben einer Sprache, wenn sie als wirkliche Wörter behandelt und in den täglichen Sprachgebrauch übergeführt werden. Sie sollten daher nur angewandt werden, wenn die Amtsstelle mit einem knappen, natürlich gebildeten Namen nicht hinreichend genau bezeichnet werden kann und der längere Name für den Sprachgebrauch unge- eignet ist. Bei der Wahl und beim Gebrauch der verkürzten Namen werden folgende Gesichtspunkte besonders sorgfältig zu beachten sein: 1. In vielen Fällen wird der volle Name in der Weise verkürzt werden können, daß ein oder mehrere seiner Bestandteile in ihrer natürlichen Sprachform als Kurzname verwendet werden. Solche Kurznamen fetzen sich in der Regel schnell als genau und unverwechselbare Bezeichnung der Stelle durch (Beispiel: Austauschdienst = Deutscher Akademischer Austauschdienst). 2. Nur wenn der Weg zu 1 nicht gangbar und eine Abkürzung nicht zu umgehen ist, können die Anfangsbuchstaben des zu langen Namens zu einem Buchstabenzeichen vereinigt werden. Solche Buchstobenzeichen dürfen aber nicht als wirkliche Wörter behandelt werden. Die einzelnen Buchstaben sollten daher nicht zu einem Wort zusammengezogen, sondern stets sämtlich großgeschrieben oder durch Punkte voneinander getrennt werden. 3. Die Schaffung von Abkürzungswörtern ist zu verbieten. 4. Kurznamen und Buchstabenzeichen sollten möglichst nur im inneren Dienstbetrieb gebraucht, in der Oefsentlichkeit jedenfalls nur dann beendet werden, wenn hierfür ein dringendes Bedürfnis besteht und wenn die Stelle durch den abgekürzten Namen unmißverständlich bezeichnet ist. Die Gesichtspunkte für die Wahl und den Gebrauch von verkürzten Namen für Amtsstellen gelten auch für alle sonstigen Fälle, in denen Sachen oder Einrichtungen verkürzt bezeichnet werden. Wir empfehlen, die vorstehenden Grundsätze einheitlich anzuwenden und alle Stellen ihres Amts- bereiches anzuweisen, nach ihnen zu verfahren. Ringshausen. Oie Gewährung von Schulfreistellen. Das Kreisschulamt Gießen gibt in einer Derfü- gung an die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises Gießen folgendes bekannt: Das Hessische Staatsministerium, Ministerialabtei- lung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat angeordnet, daß mit Wirkung vom neuen Schuljahr an Freistellen nur an solche Schüler und Schülerinnen verliehen werden dürfen, die sich außerhalb der Schule in solchen Organisationen betätigen, die die besondere Förderung des Staates genießen. Ausnahmen können nur bei Vorliegen besonderer Umstände, insbesondere bei solchen Schülern und Schülerinnen zugelassen werden, die durch amtsärzt- llches Zeugnis nachweisen, daß sie zu dieser Betäti- einfolge körperlicher Gebrechen nicht in der sind. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Aml für Volkswohlfahrt. Lindert die Not der wirklich bedürftigen Volksgenossen! Gebt reichlich bei der morgigen Lebensmittelsammlung der Ortsgruppe Mitte. Die Spenden werden ab 9 Uhr durch Frauen der NS.-Frauenschaft abgeholt. Wahl, stellv. Ortsgruppenamtsleiter. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 20 Uhr, Stadt- theater, „Schneider Wibbel". — Ortsgruppe Gießen- Sud und Gießen-Nord: 20.30 Uhr, Cafe Leib Schulungsabend: Redner: stellv. Kreisleiter Pg.' H o p f e n m ü l l e r. — Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr, Liebigshöhe, Schulungsabend: Redner: Pg. Hummel. — Ortsgruppe Gießen-Mitte: Zelle 1 bis 3, „Neue Welt", Zelle 4 bis 6: „Bürgerhof", 20.30 Uhr, Zellen-Verfammlungen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kopfüber ins Glück". — Männer- und Frauenvereinigung der Matthäus- Aus der Provinzialhauptstadt. Ein Haus wird abgeriffen... Zerstören geht bedeutend rascher als Aufbauen. Das ist eine Regel mit allgemeiner Gültigkeit, und nirgendwo findet sie sich so überzeugend bestätigt wie beim Abbruch eines Hauses. Ganz in meiner Nähe spielt sich nämlich solch ein Vorgang ab. Und wenn ich auch nicht beim Ausbau der betreffenden Wohnlichkeiten dabei war, so weiß ich doch aus anderen Erfahrungen, daß dieselbe Zeitspanne, die zum Errichten einer anständigen Wand nötig ist, genügt, um ein ganzes Dutzend Wände, Fußböden, Decken und Gänge dem Erdboden gleichzumachen. Womit bei Leibe nichts gegen das Tempo eine Wand aufrichtender Maurer gesagt sein soll. Gewiß muß alles einmal sterben. Aber dieser Trost pflegt im persönlichen Anwendungsfall zu versagen. Und so erklärt es sich, daß auch das häßlichste Haus, von uns vielleicht im Vorübergehen oft mit abfälligen Kritiken bedacht, im Augenblick seines Ablebens Sympathien auch in der verhärtesten Brust zu erzeugen weiß. Der Tod verschönt mit rückwirkender Kraft, und nun bereut man plötzlich alle gedachten oder gesprochenen Herabsetzungen, ja man stellt fest, daß dieses Haus schließlich in einer Art doch ganz nett gewesen sei. Irgendwie fühlt man sich an der jetzt offensichtlich vollzogenen Hinrichtung des von uns so häufig Verdammten verantwortlich, und in das Aechzen ausgebrochener Balken und das klagende Rumpeln niederbrechenden Gesteins sprechen wir unsere mildernden Umstände nachträglich in edler Vergeblichkeit aus. Die Spitzhacke läßt sich nämlich durch unsere gütigen Nekrologe durchaus nicht stören. Sie beißt sich ingrimmig in die Mörtelfugen, und erbarmungslos poltern gewaltige Brocken wie Lawinen zu Tal. Riesige Balken lösen sich aus den Fugen, und im Nu ist da, wo bisher die Vorderfront war, ein gähnendes Loch. Auf Autoausstellungen findet man oft Querschnitte durch ein komplettes Automobil. Diese nette Methode, die Eingeweide bloßzulegen, ist zwar etwas rücksichtslos, aber als Demonstration sehr lehrreich und deutlichsten Einblick gewährend. Aehnliches tut man diesem alten Hause. Ein unfreundlicher Riese scheint sich mit schartigem Taschenmesser eine Scheibe abgeschnitten zu haben. Die ganze bauliche Anlage, die Stuben und Korridore sind der geheimnisvollen Sphäre ihrer Verborgenheit auf das Ent- schiedenste entrückt. Was die Frontmauer, die verhangenen Fenster bislang verhüllten, liegt nun nackt uor allen Blicken, zartfühlende Beschauer empfinden es direkt als Indiskretion, jetzt in das bloßgelegte Innere zu schauen, wo noch die Tapeten den Geschmack des Besitzers verraten und sinnlos in das Chaos leuchten. Wieviele Schicksale beherbergten wohl diese Wände, dse nun in wenigen Augenblicken sich zu Schutt verwandeln. Der Geist erlebnisreicher Jahrzehnte, jener berühmte genius loci, scheint über den bröckelnden Trümmern greifbar zu schweben. Ausgerissene Röhren und Kabel schlängeln sich anklaaend in die Lust. Zerbrochenes Glas, zersplitterte Bretter. Und mitten in der traurigen Wüstenei, zwischen Schutt und Staub, liegt ein zerschmetterter Blumentopf, aus dem eine Geranienblüte unbekümmert und durchaus symbolisch in den Himmel lacht. Der Staub übrigens verdient einen Sondervermerk. Als dicke Wolke entsteigt er der Szenerie und lockt so von weither sämtliche Kinder der Umgebung. Die begleiten jeden herausgerissenen Stein mit beifälligem Geschrei, und an ihrem fröhlichen Optimismus richtet sich die mitleidig-bedauernde Betrachtung der Erwachsenen wieder auf. Das Alte fällt, doch neues Leben wird aus den Ruinen blühen ... H. C. v. M. Pflege der deutschen Sprache. Die Ministerialabteilung für Blldungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die unterstellten Behörden folgende Verfügung gerichtet: Wir haben erneut Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß alle amtlichen Aeußerungen in einer schlichten, klaren, allgemein verständlichen Sprache abgefaßt werden. Die amtlichen Stellen sollten daher auch mit besonderem Eifer das Eindringen von Sprachsünden in die Amtssprache verhindern. Dieser Forderung widerspricht der zunehmend beobachtete Gebrauch von Abkürzungswörtern (Beispiel: Grohag = Großglockner-Hochalpenstraßen- Aktien-Gesellschaft) und von Buchstabenwörtern (Beispiel: R. M. d. I. — Reichsminister des Innern), besonders als Namen für Amtsstellen. An sich wird das Bestreben verstanden, die zahlreichen Stellen, -die beim einheitlichen Neuaufbau des Reichs neu gegründet oder umbenannt werden, fo knapp wie möglich zu bezeichnen. Die straffe Neugliederung des deutschen Lebens durch den Nationalsozialismus spricht sich auch in der Wahl kurzer Namen aus. Hierbei darf jedoch die lebendige Sprache nicht verdorben werden. Daher wird grundsätzlich dahin zu streben sein, die Namen in der natürlichen Sprache so knapp zu wählen, daß Das Lied an die Freude. Zur ersten Aufführung der IX. Symphonie am T. Mai 4824. Von Robert Braun. Die Zeit, da Beethoven an der IX. Symphonie arbeitet, ist für ihn eine Zeit der Verbitterung. Er glaubt, vollends in Vergessenheit geraten 3U sein und ist verstimmt über den Undank seiner Landsleute. Da er den Plan aufgab, noch in Wien öie Aufführung seines größten Werkes zu erleben, wandte er sich nach Berlin an den Grafen Brühl, wo er sogleich eine zustimmende Antwort erhielt. Doch erfuhren davon seine Gönner und Freunde und beeilten sich nun, ihn von diesem Vorhaben ab- zubrmgen: sie richteten ein Huldigungsschreiben an Öen IReifter „Noch ist seinen (Oesterreichs) Bewoh- nern der Sinn nicht erstorben für das, was im I Schoße 'hrer Hennat Mozart und Haydn Großes und Unsterbliches für alle Folgezeit geschaffen", heißt es da, „und mit freudigem Stolze sind sie sich bewußt, daß die heilige Trias, in der jene Namen unö der Ihrige als Sinnbild des Höchsten im Gei- ftefrec^^lIoüxe.erftra^cn' stch aus der Mitte des vaterländischen Bodens erhoben hat." Sie baten den Meiste^ Wien die Ehre der Erstaufführung nicht zu Beethoven zeigte sich befriedigt. Als ihn Schind- sind er ihn gerade mit der Erklärung beschäftigt. Er reichte sie Schindler hin, trat dann ans Fenster und blickte hinaus. Nach einer Weile fagte er: .Es ist doch recht schön! - Es freut mich!" Und als der Besucher auch seinerseits seiner Freude Ausdruck gab: „Gehen wir hinaus ins Freie." Freilich kam erst nach monatelangen und mühe vollen Verhandlungen eine Einigung zustande- er war em schwieriger, mißtrauischer Partner. Einmal schickte er sogar drei Billetts an die Veranstalter mit der lakonischen Bitte, ihn von nun an ungeschoren zu lassen: „Akademie findet nicht statt" Dann wieder war es die Wahl des geeigneten Raumes, die viel Aergernis dracyte. Schließlich erwies sich das Kärntner-Tor-Theater als am meisten allen Wünschen entsprechend. Die denkwürdige Aufführung wurde für den 7. Mai 1824, sieben Uhr abends, angesetzt. Hen- nette Sonntag und Karoline Unger — die „fajonen Hexen", wie sie der Meister 'nannte —, Haitzlnger und Seipelt sollten die Soli singen. Der Programmzettel versprach überdies, daß „S)err Ludwig van Beethoven an Der Leitung des Ganzen Anteil nehmen werde". Die Leute rauften an der Kaffe um die letzten Karten. So kam es, daß das Theater dicht gefüllt war — mit Ausnahme der Hoflogen: die Mitglieder des kaiserlichen Hauses, die Beethoven Durch persönliche Schreiben eingeladen hatte, weilten.nicht in Wien. Grauhaarig, in schwarzem Frack, mit weißer Halsbinde, weißer Weste, kurzen schwarzen Beinkleidern aus Satin, ebensolchen dunklen Strümpfen und Schnallenschuhen erscheint er an einem Dirigentenpult. Er ergreift den Taktstock und dirigiert auch, wie es der Programmzettel verhieß, aber es geschieht nur — zum Schein. Er ist ja fast taub und es wäre unmöglich, ihn diese Vielzahl von Instrumenten und Stimmen leiten zu lassen. Die Musiker haben auch den geheimen Auftrag, nur auf den Kapellmeister Umlauf zu achten. Beethoven unterzieht sich aber mit flammendem Elfer seiner Aufgabe. Er „fuhr wie ein Wahn- smmger hin und her", lautet ein zeitgenössischer Bericht. „Bald streckte er sich hoch empor, bald kauerte er bis zur Erde, er schlug mit Händen und DÜßen herum, als wollte er allein die sämtlichen Instrumente spielen, den ganzen Chor fingen." Dabei blickt niemand von den Ausführenden auf ihn. Wie ein Gespenst steht er da, wie der allen sichtbare Geist seiner selbst, und beschwört das Spiel. Die Begeisterung des Publikums war an diesem Dag gewaltig. Wiederholt wurden die Sätze unterbrochen. („Ich habe nie im Leben einen so wütenden und doch herzlichen Applaus gehört als heute ... Das ganze Volk ist zerdrückt, zertrümmert über die Große Ihrer Werke!" schreibt später Schindler dem Meister in das Conversationsheft.) Doch er ^wst bleibt einzig mit seiner Arbeit beschäftigt, er hort kein Klatschen und Rufen. Als er nach dem Scherzo ohne Ahnung des brausenden Beifalls b'nter seinem Rücken in der Partitur blättert, zieht wn Die Sängerin Unger am Aermel und dreht ihn dem Publikum zu. Da erst gewahrt er das begeistert applaudierende Haus: die stürmischste j)uiüigung, Die sich jemals hier ereignete, bleibt für üjn em fast lautloses Gebärdenspiel. Er verbeugt sich mehrere Male sehr linkisch. bixfc- Unbaren Erfolges vermag keine E,Sube '".'hm aufzukommen. Ja, die schwerste nii PnmAUnh9, ?rl<\ e,9ent[id) durch ein Mißverständ- nerÄ folgte.erst. Als ihm Hüttenbren- ?aDD0?t ^hprhr^ffubrun9 ben vorläufigen Kassen- h?PPf? 6 $-te Z" e5 waren vierzig Taler —, imh ^ekhoven die Summe für das gesamte Geld Ä b°Lber s" erbittert, daß er äugend f,eL Die Freunde rafften ihn auf nüfü mphrensnbnt baS Sofa, doch erwachte er m^t mehr, „^g fpaf jn die Nacht hinein verweilten ww an ferner Seite: kein Verlangen nach Speise oder anderes, kein lautes Wort war mehr hörbar. Endlich, nachdem wir merkten, daß Morpheus ihm sanft die Augen zugedrückt, haben wir uns entfernt. Schlafend, noch in der Konzerttoilette, fanden ihn am anderen Morgen auf derselben Stelle seine Dienstleute." Das hohe Lied von der Freude, das, solange -5 auf dieser Erde Musik gibt, die Herzen der Menschen zum Edelsten erheben wird, endete, als es zum erstenmal gespielt wurde, mit einem Ver- zweiflungsanfall seines Schöpfers. Blick auf Straßburg. Zwischen Straßburg und Kehl strebt der Rhein m behenden Sprüngen durch die Ebene. In seinen Wasiern ist noch die herbe Kühle von Bergbach und Schnee und Eis. Vor allem jetzt im Frühling, wäh- renp an den Ufern schon die blühende Pracht des Frühlings aufsteht und in anmutiger Gebärde über Die satten Wiesen schreitet, die das Land um die neme badische Amtsstadt Kehl in einen fruchtbaren Garten verwandelt haben. Die hochragenden Pap- peln, das Wahrzeichen der Oberrheinischen Tiefebene, tragen das zarte Grün, das noch die schöne Aederung den aufwärtsstrebenden Zweige durck- schimmern läßt. J Wunderbare Erde zwischen Schwarzwald und Vogesen. Der Blick verliert sich in den Abendstun- pen am westlichen Himmel, gleitet nieder zu den blauen Limen der Berge und bleibt an einem r.^len Schatten haften, der spitz in den Himmel fteigt. ’Rucffefyr aus Traum und Ferne: da drüben das ift das Straßburger Münster, und nach weni- gen Metern beginnt die Grenze. Hoch oben kreisen ^wei Flieger, die kühne Bogen auf den dämmernden Himmel schreiben. gedeckten Tischen und blinzeln behaglich in die Sonne. ♦ Mit einem Male steht der ziellos Schlendernde vor der gewaltigen Fassade des Münsters, des gotischen Wunders unter den Kirchen des deutschen Mittelalters. Dieses Meisterwerk, an dem künstlerische Inbrunst und handwerkliches Können durch Jahrhunderte gearbeitet haben, ist auch heute noch Mittelpunkt der Stadt, so sehr sich das Antlitz der Umgebung auch gewandelt hat. Es scheint eine geheime Anziehungskraft auszuftrahlen, denn immer wieder gerat der Fremde auf feinen Entdeckungsfahrten durch Straßburg auf den Donl-Platz und hebt den Blick auf zu dem machtvollen Bau. An den reich geschmückten Portalen sind Gestalten der biblischen Geschichte und Zeichen der christlichen Lehre, Christus, die Propheten, die Kardinal- tagenden und die sieben Barmherzigkeiten, das jüngste Gericht, die törichten Jungfrauen und die klugen Jungfrauen zu edlem Stein geworden und haben die Zeit überdauert. Es gibt wohl keinen Raum, in dem fo feierliche Stille ist wie im Innern des Straßburger Münsters. Die Weite kennt keine Grenzen und halt doch allen Lärm und alle Unruhe der Welt von diesem Ort fern, in dem die Gewalt der deutschen Mystik, demutvolles Versunkensein und Himmelsflug, ewige Sprache gewinnt. Durch das große Rundfenster gegenüber dem Hauptaltar, dessen Farben wie schwerer dunkler Samt sind, wagt das Tageslicht nur gedampft und leise einzufalken. Der Besucher ist eingehullt von der Weihe des Raumes und sieht ganz in der Ferne Gestalten, unbeweglich knieende, lautlos huschende, die von einer Seite kommen, bann einige Augenblick in frommer Haltung verharren und auf der anderen Seite in das Dunkel zuruckgleiten. . Der Besucher betritt di- Stabt, über di- das deutsche Volkslied fo viel Wehmut ausgebreitet hat mit seltsam-zwiespältigem Gefühl. Fremde Hoheitszeichen und Uniformen, dann französische Inschriften neben deutschen. Em Gemisch, das verwirrt bis die drollig-zierlichen Klänge der elsäßischen Mund- art an das Ohr klingen und die Straßen und Gäßchen mit ihren Giebeldächern und versonnenen Winkeln heimatliche Erinnerungen wecken an alte Reichsstädte im Schwäbischen und Fränkischen, am Neckar und am Rhein. — Am Kleberplatz, den der siegreiche General der französischen Revolutions- Heere mit stolzer Geste beherrscht, entfaltet sich in den Verkaufsständen die erste Blumenpracht des Frühlings. Die Menschen fluten sorglos durchein- m”?xrr;-xDrI den Kaffeehäusern, die dem bewegten Bild südlichere Farben verleihen, sitzen sie an bunt- * Beim Besteigen des Turms muß sich das Auge erst wieder an die Tageshelle gewöhnen. Von der Plattform genießt der Betrachter nicht nur einen Der berühmtesten, sondern auch einen der schönsten Rundblicke, und Goethes Worte über das fünfter und seine weite Sicht gewinnen neues Leben. Tief unten liegen die Wellen schwarz-rot- brauner Dächer, die sich um den Dom zusammen- drangen, em Zeichen für die schutzspendende Kraft »er mittelalterlichen Kirche. Jn der Ferne breiten uh die Rheinebene, der Schwarzwald und die Vogesen, der Kaiserstuhl und der Jura aus. — Im matteren Glanz des späten Nachmittags schließen sich die schmalen Ketten des Schwarzwaldes und der Vogesen zu einem bläulich schimmernden Ring zusammen. Und das Münster ragt hoch empor. doe. Ausruf an alle Arbeitgeber der Stadt Gießen An alle deutschen Lebensmittelgeschäfte in Gießen hoben. ♦ Arbeilsbeschaffungssragen im KDAZ Hitlerjugend vom 19. bis Bei dem Schulungsabend des KDAJ. (Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure) Bezirk Gie- zen hielt Bürgermeister Dr. H a m m (Gießen) einen Vortrag über Grundfragen der Arbeitsbeschaffung. Der Redner behandelte in großen. Zügen die außerwirtschaftlichen und die wirtschaftlichen Beweggründe bei der Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten und zog aus der Betrachtung dieser beiden Gruppen die Schlußfolgerungen für paßt werden müssen. Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Dortrag entspann sich eine Aussprache, Arbeitgeber, beweist euern Sozialismus, zeigt, daß Ihr den Nationalsozialismus in Euch ausgenommen habt! Seid Soziali- st en der Tat! Hauptversammlung der Oberhessischen ViehverMerungs-Anstalt Gebt den Jungarbeitern, die in der kämpfen, frei, wenn sie in der Woche 27. Mai an d e m Pfing st lager der Hitlerjugend am Gederner See teilnehmen wollen! Denkt daran, wie die Sehnsucht eines jeden Am Samstagnachmittaa fand im Hotel Hopfeld die Hauptversammlung der Oberhessischen Vieh- versicherungs-Anstalt statt. Direktor Dr. van Bentheim erstattete nach kurzer Begrüßung der Erschienenen den Jahresbericht. Er betonte zunächst, daß die Oberhessische Dieh- versicherungsanstalt in diesem Jahre 90 Jahre bestehe. Sie habe manche Stürme durchlebt, besonders nach dem Krieg, in der Inflation und bei den sonstigen Nacherscheinungen des Krieges, sie habe aber gut durchgehalten. Aus kleinen Anfängen heraus habe sich die Oberhessische Dieh- oersicherungsanstalt außerordentlich günstig entwickelt, sie stehe heute an der Spitze aller hessischen Einrichtungen gleicher Art. Das Jahr 1933 fei bos Jahr Adolf Hitlers, Wir verdankten ihm Ret- jungen Deutschen hinaus geht, die Schönheit der Heimat zu schauen und in sich aufzunehmen. Denkt daran, daß schon vor Jahrhunderten der junge Gesell hinauswanderte, um in der Fremde Neues zu lernen und nie Gekanntes zu erfahren. Laßt sie sich ausspannen von der Arbeit des Alltages, draußen in der freien Natur, laßt sie Kraft schöpfen, auf daß sie dann mit frischem Eifer und neuer Freude zurückkehren an ihre Arbeitsstätte. Sie werden es Euch zu danken wissen. auf diese Weise jenen durch das anlagesuchende Kapital vernachlässigten Wirtschaftsgebieten neuer Antrieb zugeführt und dadurch für viele Arbeitskräfte Platz zum Schaffen erschlossen werde. In diesen Maßnahmen der öffentlichen Arbeitsbeschaffung liegt keine Erzeugungspolitik, sondern eine Verteilungspolitik, bei der möglichst viele Menschen aus dem Ertrag ihrer Arbeit sich und ihre Familie auf die Dauer erhalten können. In diesem Zusammenhänge wies er als vorbildlich und beispielgebend auf die Schaffung der Autobahnen hin, die nicht nur unmittelbar den am Bau beteiligten Menschen Nutzen bringt sondern auch vielen anderen Wirtschaftszweigen Befruchtung bietet. Selbst wenn Maßnahmen in landläufigem Sinne im Augenblick nicht „rentabel" sind, können sie doch befruchtend wirken und einen mittelbaren Ansporn zur Blüte geben. Nachdrücklich sprach sich der Redner für die weitere Hilfeleistung zum Nutzen unserer Landwirtschaft, wie auch für die Förderung der Bauwirtschaft und der Siedlung aus, wobei er aber hinsichtlich der Bauwirtschaft (z. B. Tiefbau) die Forderung aufstellte, daß bei diesen Arbeiten in der gegenwärtigen Zeit der Ersatz von Menschen durch Maschinen vermieden werden sollte, um eben möglichst vielen Menschen Arbeit und Derdienstmöglichkeit zu erschließen. Da sich der private Unternehmer hierin keine Vorschriften machen lassen kann, und eine gesunde Entwicklung der Technik (Erfindung von Maschinen usw.) nicht verhindert werden darf, so werden es die Arbeiten der öffentlichen Körperschaften sein müssen, die nach dieser Richtung den rein „arbeitsschaffenden Erfolg" in den Vordergrund stellen müssen. Weiter sind gegenwärtig Lohnsenkun- gen zu vermeiden, weil diese nur zu einer Minde- rung der Kaufkraft führen, auch die Arbeitsstreckung hat ihre volkswirtschaftlichen Grenzen. Zu begrüßen sind die von der Regierung gewährten Steuerver- günftigungen. Das Ergebnis der Ausführungen über die Grundfragen der Arbeitsbeschaffung faßte der Redner dahin zusammen, daß die Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung niemals nur vom Gesichtspunkt der R e n t a b i l i t ä t aus zu entscheiden oder zu beginnen sind, sondern stets an die allgemeine Wirtschafts. und Sozialpolitik ange- Die Hitlerjugend hält in der Pfingstwoche am Gederner See ein Lager ab. Um ganz besonders den weniger gutgestellten Junggenossen die Teilnahme am Lager ermöglichen zu können, wurde der Preis für Die Teilnahme am Lager auf eine Mark für die ganze Woche festgesetzt. Daß mit diesen geringen Mitteln in keiner Weise die Verpflegung beschafft werden kann, wird wohl jedem, der weiß, was Jungens wegputzen können, klar fein. Wir bitten Euch deshalb um Eure tätige Mithilfe. In dieser Woche werden Hitlerjungen haften und langweiligen Film gesehen zu haben. Es war ein Film, der das hohe Lied der deutschen Arbeit und des deutschen Fleißes pries. In bunter Reihenfolge wechselten Bilder deutscher Gaue und Landschaften, die mit zu den schönsten unseres Vaterlandes gezählt werden. Allbekannte herrliche Partien aus dem Schwarzwald, mit tiefbedachten Schwarzwaldhäuschen, wechselten mit dem eindrucksvollen und geschichtlich bekannten Bauland, dem Hegau, mit seinem trutzig aussehenden Hohentwiel. Inmitten dieser schönen Gegend liegt Singen, die Stadt der Maggi-Werke. — Hier schaffen Menschenhand und Menschengeist. In sinnvoller Weise zeigte der Film den Werdegang der einzelnen Maggi-Erzeugnisse. — Von den Rohstoffen, die von Braunschweig, Ostpreußen, aus dem Frankenland und aus dem schönen Thüringer Wald kommen. Jede einzelne Phase der Verarbeitung läuft im Filmstreifen abwechselungsvoll vorüber. Immer wieder zeigt sich die hervorragende Ordnung und Disziplin. Arbeiter und Arbeiterinnen verrichten mit großer Sorgfalt und Hingabe ihre Aufgabe. So werden aus den Rohstoffen die Erzeugnisse, die jede Hausfrau zu schätzen weiß. Die ganze Fabrik ist ein Prototyp für deutsches Arbeiten und Schassen. Man kann sagen, daß die Maggi-Gesellschaft ihr gut Teil dazu beitragen wird, im Dritten Reich die deutschen Interessen im Wettkampf der Nationen würdig zu vertreten. — Die Leitung des Regisseurs B o e h l e n und des Aufnahmeleiters C. Wienecke find hervorragend. Zweck und Kunst find in diesem Film in glücklicher Form verbunden. ** Inden Ruhestand versetzt wurde der . Ministerialrat Heinrich Diehl bei dem Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung), auf sein Nachsuchen unter Anerkennung der dem Staate geleisteten Dienste und unter Würdigung seines im nationalen Interesse bekundeten Opfersiinns mit Wirkung vom 1. August 1934 an. ** Die Nationalsozialistische Kriegs- opferversorgung e.V., Bezirksgeschäftsstelle Gießen, hat ihre Geschäftsräume von Gartenstraße Nr. 3 nach Bahnhofstraße 38p verlegt. Sprechstunden sind, wie seither, jeden Vormittag von 10 bis 12 Uhr. ** Störungen der Ruhe und Ordnung durch Musizieren usw. sind strafbar. Die Polizeidirektion weist darauf hin, daß anhalten- : Des Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spielenlassen von mechanischen Musikapparaten (Grammophon, Radiolautsprecher und dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche Belästigung der Nachbarschaft bildet und häufig den Tatbestand des § 360, Ziffer 11, des Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erregung ruhe störenden Lärms oder Verübung groben Unfugs) erfüllt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, einzuschretten., ** Kein Geld In gewöhnliche Briese einlegen! Die einzig richtige Art, Geld mit der Post zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, dem kann nur oringend die Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werden. Er hat dann nur notig, eine kostenlose Ueberroeifung ober einen Scheck auszuschreiben und den gelben Scheckbrief mit 5 Pfennig frankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen und sicheren Geldoersendungsarten werden aber leider von einem großen Teil des Publikums nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briefen wird dringend gewarnt. Für kn Verlust geratene Einschreibbriefe werben höchstens 40 RM. Ersatz geleistet, für beraubte EmMe b- briefe besteht bagegen keinerlei Haftung. Bei Derlus ober Beraubung gewöhnlicher Briefe haben Absen, der und Empfänger immer den Schaden zu tragen, weil die Post nicht haftet. ** Großer Brieftaubenflug vom G ü t e r b a h n h o f. Gestern vormittag gegen V&Ä £ »E'Smi ’- Köln und Umgegend beheimatet fmb, im hiesigen Güterbahnhof ein. Zwischen 8 unb 9 Uhr wurden die Tauben etwa 20 000 Stuck, aus ihren Käsigen befreit und flogen fast alle ohne längeres Suchen in me[t.norbn>e9ftticf)er Richtung Emz-ln- der Tiere kreisten aber noch nach Stunden Weno in der Lust herum. Der interessante Aufslug hatte Sei ^utoauer aus unserer Stadt und den Nach- bardMn angelackt. Die wahrend der tangeren faU. Dort kam wi ^säune so unglücklich zu D r u mm mit feiner -£aUreiJmgena Sanitäts- k°L° °°m°R°ien Kreuz nach d» Chirurgien « dem Stur,, davangetragem w * I *e n93n*ber hiesigen Chirurgischen Klinik SäV " “«ä"!:1 L «SS Ammen war. Dabei bem bedauerns^ 5U1Hnn' erlebt hatte, der rechte Arm schwer zer- putiÄ werden. Leider ist der arme Junge m der die Praxis. Er bezeichnete u. a. Arbeitsleistungen als volks- wirtschaftlich falsch, in deren Gefolge durch Neueinstellung von Arbeitern an anderer Stelle Entlassungen zu verzeichnen sind. Ebenso falsch ist eine verbrauchende Arbeitsbeschaffung, die mit dem Wirt- schaftsplan des Ausgebenden nicht vereinbar ist. Grundsätzlich sind auseinanderzuhalten: private und öffentliche Wirtschaft. Kapitalanlagen, die vom einzelwirtschaftlichen Standpunkte aus als verständlich und richtig anzusehen sind, können volkswirtschaftlich schädlich wirken, weil durch sie, auf die Dauer gesehen, die Arbeitsplätze verringert werden, anstatt sie zu vermehren (negative Rationalisierung): z. B. stehen, volkswirtschaftlich gesehen, der starken Rationalisierung durch Anschaffung von Maschinen die schwerwiegenden Folgen der sinkenden Kaufkraft der nach dem Einsatz von Maschinen überflüssig gewordenen menschlichen Arbeitskräfte gegenüber. Diese Erkenntnisse bezeichnete der Redner heute als besonders wichtig, weil die letzte Hochkonjunktur durch das Uebermaß an arbeitsparenden Einrichtungen große Nachteile gebracht hat, deren Ergebnis von dem Redner mit folgenden Worten gekennzeichnet wurde: „Es füllten sich scheinbar die Taschen der Unternehmer und gleichzeitig die Wartezimmer der Wohlfahrtsämter". Der Unternehmer gewann nur scheinbar, weil die erhöhten Wohlfahrtslasten erhöhte Steuern bedingten und ihm den Gewinn wegsteuerten Da aber der privaten Initiative des privaten Uniernehmers keine Fesseln angelegt werden sollen, so griff die Regierung ein. Sie betrachtet es als ihre Aufgabe, als wirksamstes Mittel im Interesse Der gesamten Volkswirtschaft, die Ausschreitungen einer ungesunden, rasch einsetzenden Hochblüte beizeiten zu verhindern. Das Mittel dazu ist das Festhalten der Preise auf einem angemessenen Stand, weil dadurch „der steigenden Konjunktur der Stachel der überhöhten Gewinne genommen wird". s^ür die Arbeitsbeschaffung mit öffentlichen Mit-, .......... ------'n—■ - ---- . • — - teln zum Nutzen der Landwirtschaft, zur Durchfüh- in deren Verlauf die Versammlung Gelegenheit rung^der Siedlung und zur Belebung der Bauwirt- hatte, aus berufenem Munde noch wettere Gesichts- schäft sprach sich der Redner mit Nachdruck aus, weil I punkte der Arbeitsbeschaffung zu vernehmen. aus den einzelnen Gefolgschaften zu Ihnen kommen und um eine Spende bitten. Wir können ganz besonders Dauerwaren gebrauchen, z. B. Speck, Erbsen, Bohnen, Nudeln, Salz, Zucker, Tee, Kakao, Kaffee usw. Wir danken Euch jetzt schon und versichern Euch, daß alles mit „gutem Hunger" verzehrt werden soll. Heil Hitler! Der Führer des Unterbanns 1/116. M. d. F. b.: Clarius. Nacht zum Sonntag an den Folgen seiner schweren Verletzung gestorben. ** Schwerer Verkehrsunfall in Klein-Linden. An der durch viele Vekehrs- unfälle berüchtigten Straßengabeluna Frankfurter Straße — Wetzlarer Straße in Klein-Linden stießen gestern Sonntag gegen 17 Uhr zwei Motorradfahrer mit großer Wucht aufeinander. Der aus Gießen kommende, in Hanau am Krankenhaus beschäftigte und von Garbenteich stammende Arzt Dr. Burk rannte mit einem aus Wetzlar stammenden Motorradfahrer, der aus der Wetzlarer Straße in die Frankfurter Straße einbog, so heftig zusammen, daß beide Fahrer mit schweren Verletzungen liegen blieben. Dr. Burk erlitt einen Unterschenkelbruch, der aus Wetzlar stammende Fahrer einen Bein- und einen Armbruch. Die auf dem Soziussitz des letzteren mitfahrende Dame kam mit leichten Bein- verletzungen baoon. Ein mit seinem Wagen zufällig vorüberfahrender Arzt leistete die erste Hilfe. Beide Motorräder wurden völlig demoliert. Die Verunglückten wurden von der Gießener freiwilligen Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik in Gießen bzw. ins städtische Krankenhaus nach Wetzlar übergeführt. ** „Von der deutschen Scholle zur deutschen Hausfrau." Unter diesem Titel wurde gestern vormittag im Lichtspielhaus ein Jndustrie- film der Maggi-Gesellschast aufgeführt. Die zahlreich erschienenen Besucher erlebten eine angenehme Stunde. Wer wohl mit gemischten und vorurteilsvollen Gefühlen das Lichtspielhaus betrat, mußte am Schluß doch zugeben, nicht einen schablonen- tung vor dem Untergang. Er habe mit Recht anerkannt, wie wichtig ein gesunder Bauernstand sei. Auf das Wort unseres Führers könne man sich verlassen. Die Oberhessische Diehversicherungsanstalt habe sich selbstverständlich hinter Adolf Hitler gestellt. Sie werde oft mit geschäftlichen Dersiche- rungseinrichtungen verwechselt, sie sei aber nie ein Geschäft gewesen, sondern kenne nur die Sorge um den Landwirt und das Bestreben, ihm zu helfen. Die Aufgaben der Oberhessischen Viehversicherungsanstalt seien nicht leicht. Dank gebühre allen Mitarbeitern. Besonderes Augenmerk sei auf die Pflege der Tiere zu richten, zumal hier nationale Werte in Frage kämen. Grundbedingung für günstige Verhältnisse bei der Anstalt sei unbedingte Ehrlichkeit der Versicherten. Wer versuche, unrechtmäßig Geld zu erlangen, betrüge seine Berufs- kollegen. gemeinde: 20 Uhr, Saal der Matthäusgemeinde, Haupt-Versammlung. — NSG. „Kraft durch Freude": Zu der heutigen Aufführung im Stadttheater („Schneider Wibbel") sind heute von 19 Uhr ab an der Abendkasse noch Eintrittskarten zu haben. — Aus dem Stadttheaterbüro: Morgen, Dienstag, 20 Uhr, Trauerspiel „Fiesko" von Schiller. (Siehe heutige Anzeige.) KOAZ., Bezirksleitung Gießen. Der KDAJ. (Kampfbund der Deutschen Architekten und Ingenieure), Bezirksleitung Gießen, hält am kommenden Mittwoch, 20,30 Uhr, im Cafe Ebel wieder einen Schulungsabend ab. Es sprechen Stadtbaurat G r a v e r t und Architekt Völker- Gießen über „Die Aufgaben der Architekten im nationalsozialistischen Staat, Arbeitsbeschaffung durch Siedlung usw." Der Abend beginnt pünktlich und dauert bis etwa 20,30 Uhr. Gäste sind willkommen. Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt und Erholungsheim Waldkatzenbach. Zu der in unserer Nr. 83 vom 10. April veröffentlichten Zuschrift des Vorsitzenden der Allg. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt erhalten wir von dem Direktor der Verwaltung der Allg. Ortskrankenkasse die nachstehende weitere Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung. D. Red. „Zu dem Artikel vom 10. April 1934 muß be- ridjtigt werden, daß außer der Allgemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen die Allgemeine Ortskrankenkasse für Die Stadt und den Landkreis Offenbach a. M. und die Allgemeine Ortskrankenkasse Bensheim als Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Genesungsheims Waldkatzenbach an dem Hause K ö b l e r in Waldkatzenbach im Vertragsverhältnis gestanden haben und heute noch stehen. Die drei Kassen haben sich gemeinsam um die Aenderung der untragbaren Verhältnisse bemüht und haben gleichen' Anteil an dem Erfolge. Die Führung der Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Erholungsheims Waldkatzenbach hat die Allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen inne. Weiter muß berichtigt werden, daß sich die beabsichtigte Schadenersatzklage in Höhe von 27 300 Mark gegen die Arbeitsgemeinschaft, mithin gegen die Drei Kassen gerichtet hat. Erwähnt sei noch, daß bis zum Jahre 1936 ein Vertrag mit Köbler besteht, welcher die Arbeitsgemeinschaft verpflichtet, die Regelfälle in das Erholungsheim Waldkatzenbach zu legen. Die unhaltbaren früheren Verträge, welche eine enorme Belastung für die Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb des Genesungsheims Waldkatzenbach bedeuteten, wurden, wie bereits erwähnt, aufgeOie Unwetterkatastrophe bei Brand- oberndorf. Am Freitagnachmittag ging — wie am Samstag schon kurz berichtet — über den Taunusdörfern Brandoberndorf und Griedelbach ein Wolkenbruch nieder, wie er nach der Erinnerung der ältesten Leute seit 1870 sich nicht ereignet hat. Am schlimmsten ist das Dorf Brandobern- dors betroffen, in dessen Dorfstraße das Wasser etwa ein Meter tief dahinströmte, die Keller füllte, Gärten verwüstete und Mauern umriß. Ein Schaden, der in die Hundert- tausende geht, ist in den Feldgemarkungen durch das Fortspülen Des Mutterbodens bis auf den festen Untergrund verursacht. Unmittelbar nach der Katastrophe waren der Kreisleiter, Landrat G r i l l o , Regierungsrat E n g f e r und der Kulturamtsvorsteher, Oberregierungsrat Pferdekämper zur Stelle. Eine umfassende Hilfsaktion, besonders für die schwer betroffenen Kleinbauern, ist notwendig und noch am selben Abend eingeleitet worden. Wahrscheinlich wird der Einsatz des freiwilligen Arbeitsdienstes für die Aufräumungsarbei- t»n auf den Feldern notwendig fein, damit vielleicht noch eine zweite Bestellung vorgenommen werden kann. Eine Vorstellung von den Waffermaffen erhält man, wenn man erfährt, daß in der Zeit von 15 dis 17 Uhr Der Regenmesser in Brandoberndorf einen Niederschlag von 53 Millimeter anzeigte. Der Jahresniederschlag beträgt in Brandoberndorf monatlich 44,9 Millimeter. Im Jahre 1933 hat der höchste Tages niederschlag nur 21 Millimeter betragen, während am Freitag in zwei Stun- d e n mehr niederging, als' fonft in einem ganzen Monat zusammenge- nommen. Die Behörden werden besorgt sein, für die schwer betroffenen Gemeinden, zu denen neben Brand- Oberndorf und Griedelbach auch Laufdorf, Aus dem statistischen Material des Jahresberichts ist folgendes erwähnenswert: Die Zahl der Mitglieder betrug am Anfang des Berichtsjahres 3381, am Ende des Jahres 3577. Es waren versichert am 1. Januar 1933 4673 Pferde, 1061 Rinder, am 31. Dezember 1933 4737 Pferde, 1226 Rinder. Das Versicherungskapital betrug am 1. Januar 1933 für Pferde 2 930 260, für Rinder 347 905, am 31. Dezember 1933 für Pferde 3 223 090, für Rin- der 398 940 Mark. Die Prämieneinnahmen betrugen in 1933 167 781,46 gegen 170 032,92 Mark im Vorjahre. An Schäden wurden bezahlt: 1932: für 311 Pferde 157106,25 Mark, für 70 Rin- der 17727,50 Mark, für 10 Leibesfruchtversicherungen 925 Mark, zusammen 391 Fälle mit 175 758,75 Mark Entschädigungen. 1933: für 286 Pferde 121 762,50 Mark, für 71 Rinder 16 873,75 Mark, für 10 Leibesfruchtversicherungen 1082,50 Mark, zusammen 367 Fälle mit 139 718,75 Mark Entschädigungen. Der Durchschnittswert der entschädigten Pferde betrug in 1933: 415 Mark, der Rinder 238 Mark. Nach dem Jahresbericht des Direktors erfolgte die MchnungSablage. Aus dem Bericht des Steuerberaters Jäger ging hervor, daß die Einnahmen und Ausgaben in 1933 = 231 621,11 Mark betrugen. Das Jahr 1933 chließt ab mit einem Gewinn von 12 789,94 Mark, welcher dem Reservefonds zugeführt wird. Dieser betrug am Ende des Jahres 1933: 25 266,95 Mark. Die Aussprache. In der Aussprache gab A. Balzer- Gießen seiner Freude darüber Ausdruck, daß das Jahr 1933 mit einem Ueberschuß abschließe, der durch Umstellung und Abbaumaßnahmen ermöglicht worden sei. Der Vorsitzende des Ausschusses, Hofmann - Lollar, dankte den Schätzern für ihre Tätigkeit. Erfreulich sei, daß sie auch der Pferde- und Viehpflege weitgehende Aufmerksamkeit geschenkt hätten. Trotz des Uederschusses dürfe keine Reduzierung der Prämien eintreten, da weitere Kapitalansammlung notwendig sei, um den Versicherten eintretendenfalls schnell helfen zu können. Dr. v a n Bentheim wies besonders darauf hin, daß im allgemeinen keine Ueberversicherung stattfinden dürfe und daß Ehrlichkeit Grundbedingung für eine günstige Entwicklung der Versicherungsanstalt sei. Wenn der Tod des Tieres für den Versicherten vorteilhafter sei, wie das Leben, sei das Verhältnis schon ungesund. Der Redner wies dann noch auf die Prämienrückstände hin und betonte, daß pünktliche Zahlung zur Vermeidung von Nachteilen dringend notwendig sei. In besonderen Fällen seien auch Ratenzahlungen zulässig. Durch das Verhalten von Vertretern einzelner Privatoersicherungen bestehe oft auch Mißtrauen gegen die Oberhessische Vieh- versicherungsanstalt, das um deswillen unberechtigt sei, weil es sich hier um kein geschäftliches Unternehmen handele. Der Redner zeigte bann noch an Hand von Beispielen die Vorteile der Oberhessischen Viehversicherungsanstalt gegenüber anderen Versicherungen, besonders bezüglich Höhe der Prämien und Leistungen. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde der § 35 der Satzungen nach Empfehlung des Reichsaufsichtsamts für Privatoersicherung dahin geändert, daß alle Ueberschüsse solange dem Reservefonds zugeführt werden, bis dieser 1 Prozent der Versicherungssumme beträgt. Kreisbauernführer Dörrschuk brachte seine Freude über den günstigen Abschluß von 1933 zum Ausdruck. Von der Landesbauernschaft seien von den sämtlichen gleichartigen Versicherungen die drei letzten Jahresabschlüsse verlangt worden, um Prämien und Leistungen in Einklang zu bringen. Für die Folge müsse sich jeder Landwirt versichern, und zwar erfolge Die Versicherung nach einheitlichen Prämien. Die Abgaben Des Land- wirts für Versicherungen seien außerordentlich hoch. Die Einnahmen an Versicherungsprämien seien wesentlich höher, wie die Ausgaben für Leistungen, deshalb müsse etwas für den Landwirt geschehen. Es sei mit einer Vereinheitlichung des Versicherungswesens zu rechnen. Seiner Auffassung nach bestünde bezüglich des Weiterbestehens Der Oberhessischen Viehversicherungsanstalt keine Gefahr, zumal sie in Hessen Die größte derartige Einrichtung sei. Direktor Dr. van Bentheim schlug vor, den seitherigen Ausschuß und die Mitglieder des Schiedsgerichts vorerst im Amt zu lassen. Auf Vorschlag von Kreisbauernführer Dörrschuk stellen die Ausschuß- und Schiedsgerichtsmitglieder ihre Aem- ter zur Verfügung, führen die Geschäfte aber bis zur nächsten Generalversammlung weiter. Am Schluß der Verhandlungen brachte Dr. o a n Bentheim auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. X 'V^r V- 4# ■« M 3 E • ■ % L See. 1 • V< r‘* WU i i W . W b?< wir Dr. Radrennen in Gießen . Oben links: Mebus (Gießen) während des Mannschaftsrennens ItnP«-: nnt- dn/iA*- c*t^g r* a ..... \ 11 , J. _ 1 _ . vierjährige Hampel Spielen i e Lahn. den Gruppen Südwest und Mitte werden 99 Prozent Wahrscheinlichkeit der Dresdner bzw. der SV. Waldhof als Sieger durchs gehen. Viktoria 89 Berlin ist in der Gruppe b r u cf) von der Sanitätskolonne der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Kreis Btedenkopf. K. B. Biedenkopf, 5. Mai. Der Sohn Klaus des Kaufmanns Karl von hier fiel heute Nachmittag beim in der Nähe des Zimmerplatzes i n d Ehe die mitspielenden Kinder Hilfe herbeiholen konnten, war das bedauernswerte Kind von der Strömung abgetrieben worden. Die Leiche wurde etwa 2 Kilometer unterhalb am Seewasen gelandet. mit SC. Ziel Ost Bonbaden und Oberdorf gehören, alles zu tun, um in wirtschaftlicher Hinsicht zu helfen, lieber die zunächst zu treffenden Maßnahmen wird Beschluß gefaßt werden, sobald im Laufe des Vormittags nach der Katastrophe nähere Feststellungen über Umfang und Art der Verwüstungen getroffen sind. (Duisburg 99); Läufer: Janes (Fortuna Düsseldorf), Goldbrunner (Bayern München) Und Grämlich (Eintracht Frankfurt); Stürmer: Lehner (Augsburg), L a ch n e r (1860 München), C o - n e n (FD. Saarbrücken), Noack (Hamburg), K o - b i e r s k i (Fortuna Düsseldorf). Ein Kommentar über diese Mannschaft erübrigt sich. Der Deutsche Der fünfte Spieltag der Fußball-Endspiele in den vier Gaugruppen hatte keine besonders interessanten Paarungen auf dem Proaramm, man erwartete darum auch — abgesehen von einem Fall — keine Klärungen. Nun haben aber doch einige unerwartete Ergebnisse in zwei weiteren Gruppen die Vorentscheidung gebracht. Lediglich in der Gruppe N o r d w e st ist der Ausgang der Kämpfe noch völlig offen. Die Gruppe Ost hat in Viktoria 89 Berlin bereits ihren Meister und in VflHöfrctö Mienen. • Garbenteich, 7. Mai. Die 24 Jahre alte Schneiderin Anna Schäfer von hier stürzte gestern nachmittag mit ihrem Fahrrad so unglücklich, daß sie mit einem Unterschenkel- Fußball-Bund hat das Beste ausgewählt, was zur Zeit auf die Beine stellen können. Auslosung zur Fuhbal1-Wel-neisterschaff. Deutschlands erster Kampf gegen Belgien. Vor der Entscheidung im Kußball Oer vorletzte Sonntag der Iußball-Endkcimpfe in den Gau-Gruppen. — Viktoria Berlin bereits Meister der Gruppe Ost. Deutscher Reitersieg in Rom. Oblt. Hasse gewinnt den Capitol-Preis. Nach der knappen Niederlage in der Coppa Mussolini wurden die deutschen Reiter durch einen schönen Sieg am vorletzten Tage des Internationalen Tourniers in Rom entschädigt. Es fiel uns nicht nur der Sieg, sondern auch der zweite Platz in dem am Samstag zur Entscheidung anstehenden schweren Jagdspringen um den Preis vom Capitol zu. 54 Be- werber ritten in die Arena ein, aber die große Schar lichtete sich bald, denn nur 17 Teilnehmer kamen über den mit sechs Hindernissen, darunter zwei Weithochsprüngen, ausgestatteten schwierigen Kurs, ohne Fehler. Ein heftiger Gewitterregen hatte den Boden des Turnierplatzes auf der Piazza Siena schwer und schlüpfrig gemacht, was sich für die deutschen Pferde sehr günstig auswirkte. Sie gingen mit der gewohnten Ruhe und Sicherheit, während eine ganze Anzahl von unseren Gegnern ihre Aussichten durch allerdings glimpflich ablaufende Stürze begruben. Zum ersten Stechen über die auf 1.70 Meter erhöhten Sprünge traten vier Deutsche, Oblt. H a s s e auf Olaf, Rittm. a. D. S a l- viati auf Großfürst, Oblt. Brandt auf Thora und Oblt. Baade auf Wange, weiterhin sieben Franzosen, fünf Italiener und ein Pole an. Unter den ausgeschiedenen befandten sich auch Bkand und Baade, so daß nunmehr neben drei Franzosen, einem Italiener und einem Polen nur noch Hasse und Salviati zum zweiten Stechen über die jetzt 1.90 Meter hohen Sprünge antraten. Oblt. Hasse vollbrachte eine Glanzleistung, denn zum dritten Male konnte er am Tage den treuen Olaf fehlerlos über den Kurs dirigieren. Ausgezeichnet hielt ich auch Rittm. a. D. Salviati, dem zwar mit Großfürst vier Fehler unterliefen, aber dennoch den zweiten Platz knapp gegen Lt. Maupeou-Frankreich auf Caftagnette mit 41/« Fehlern behaupten konnte. Lt. Maupeou besetzte auf dem etwas langsameren Trevoux mit der gleichen Fehlerzahl noch den vierten Platz. Neuer deutscher Gchwimmrekord. Im Berliner Stadtbad erzielte am Freitagabend die Charlottenburger „Nixe" Hilde Salbert einen neuen deutschen Rekord im 400 Meter Freistilschwimmen. Fr. ©albert schwamm die Strecke in 6:06,4 Minuten. Kurze Sportnotizen. 20 000 Menschen wohnten im Frankfurter Stadion dem großen Werbesportfest bei. Es gab gute Ergebnisse Im 1500-Meter-Laus siegte Dr. Otto P e l tz e r noch einmal in 4:09.1 vor Helber (Stuttgart) und D e h m (Frankfurt). Im Fußball- kampf siegte der Deutsche Meister Fortuna Düffel- (4 r 0) über Reichsbahn-Rot-Weiß Frankfurt 5 : 3 ♦ G inen Mitgltederzuwachs von 120 000 Mitgliedern tjat die Deutsche Turnerfchaft im abgelaufenen Jahre zu verzeichnen. Die Gefamtmit- gliederzahl beträgt jetzt nach der Bestandsaufnahme vorn 1. Janugr 1934 1 710000 Mitglieder wobei bic rund 20 000 Mitglieder des Kreises Ausland nicht eingerechnet find. dauerte nicht lange, 6ts der Ausreißer wieder ein, geholt war. Ganz besonders gut gefielen hierbei die Gießener, besonders M e b u s, der immer wieder zu entweichen suchte. Stets gleichmäßig und immer in der Dorhut und gefährlich waren die Kölner, die Gebrüder Schorn und Koch. Ebenso glänzten die beiden Koblenzer, die durchweg frisch und schneidig fuhren. — Im Verlauf des Rennens gab die Mannschaft Schwarz und Bartel (Kas. sei) auf. Die Mannschaften Frank und Kant, Becker und Roth, Pfeffermann und Weiß wurden überrundet und fielen somit für eine gute Placierung von vornherein aus. Erster Sieger wurde die Mannschaft Gebrüder Schorn aus Köln, die die 50 Kilometer in der guten Zeit von 1 Stunde 27 Min. 11,7 Sek. zurück- legten. Sie erzielten ebenfalls die höchste Punktzahl mit 23 Punkten. Zweiter wurden die Koblenzer Zacharias und Müller mit 13 Punkten. Dritten Sieger die Gebrüder Koch aus Köln. Vierter der Gießener M e b u s mit dem Kasseler G o ß m a n n. Den fünften Platz belegten ebenfalls zwei Gießener, Preis und Faust. Den Siegern wurde jeweils ein schöner Flieder- strauß überreicht und auf sie ein kräftiges Sieg-Heil gebracht. Der Gießener Radfahrer-Verein kann stolz fein, ein so schönes Eröffnungsbahnrennen auf die Beine gebracht zu haben. alänzende Revanche für die Niederlage im Vorspiel. Schalke 04 bezwang Werder Bremen 3:0. Ernst Kuzorra war wieder dabei! Die Entscheidung fällt nun am nächsten 'Sonntag im Duisburger Stadion beim Spiel Benrath — Schalke. Wenn Benrath, das ja noch einen Punkt Vorsprung hat, ein Unentschieden halten kann, dann ist der Niederrheinmeister auch Gruppenmeister. Im Falle eines Sieges von Schalke aber wird der Westfalenmeister an den Schlußkämpfen des DFB. mitteilen. Den acht Gruppenspielen wohnten diesmal insgesamt 80 000 Zuschauer bei. Beginn im Gan Nordheffen. Knappe Ergebnisse in den ersten Spielen. Mit xmei Spielen begannen am Sonntag die Aufstiegspiele im Gau Nordhessen. Germania Fulda landete einen knappen Sieg mit 2:1 (1:0) über den FV. Wallau, während das Treffen zwischen der Spvg. Langenselbold und dem SV. Bad-Nauheim unentschieden mit 1:1 (1:1) endete. Hier gingen die Gäste vor 1000 Zuschauern durch ihren Linksaußen Will in Führung, die in der 15. Minuten Kraft durch einen Foulelfmeter ausglich. Nach der Pause war Langenselbold überlegen, die meisten Angriffe scheiterten aber an dem guten Können des Nauheimer Torhüters. In Anwesenheit der deutschen Vertreter Bapwens und Dr. Schricker wurde in Rom die Auslosung der 16 an den Endspielen um die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien beteiligten Mannschaften vorgenommen. Deutschland hat dabei in der ersten Runde gegen Belgien in Bologna zu spielen. Weniger günstig ist dann das Los in der zweiten Runde. Nach einem Siege über Belgien trifft unsere Vertretung auf den Sieger des Treffens Argentinien — Schweden. Der Spielplan zeigt im übrigen das folgende Bild: 1. Runde am 27. Mai: a) in Florenz: Italien — USA. oder Mexiko; b) in Trieft: Tschechei gegen Rumänien; c) in Neapel. Ungarn — Aegypten; d) in Genua: Argentinien — Schweden; e) tn Rom: Brasilien — Spanien; f) in Mailand: Holland — Schweiz; g) in Turin: Oesterreich — Frankreich; h) in Bologna: Deutschland — Belgien. 2. Runde am 31. Mai: a) Sieger h (Deutschland — Belgien) — Sieger d (Schweden — Argentinien); b) Sieger f gegen Sieger b; c) Sieger g gegen Sieger c; d) Sieger e gegen Sieger a. Vorschlußrunde am 3. Iun i: Sieger a gegen Sieger b, Sieger c gegen Sieger d. Das Endspiel kommt am 10. Juni im neuerbauten Stadion „Partito Nazionale Fascista" in Rom zur Durchführung. Auch Tommy Loughran, Cameras letzter Gegner im Weltmeisterschaftskampf, war dem immer mehr nach vorn drängenden Westdeutschen Walter Neusel nicht gewachsen. Der Bochumer belegte am Freitag in Neuyork feinen amerikanischen Gegner über zehn Runden verdient nach Punkten, und man rechnet nun damit, daß Neusel zum Titelkampf um die Weltmeisterschaft zugelassen wird. Am gestrigen Sonntagnachmittag veranstaltete bei herrlichem Wetter der Gießener Radfahrer- Verein 18 8 5 e. V. sein Eröffnungs-Bahnrennen. Das sportliche Ereignis nahm in jeglicher Beziehung einen harmonischen Verlauf. Nur schade, daß der gute Fahrer Drumm aus Kassel beim Ausscheidungsfahren so unglücklich stürzte, daß er. nach der Klinik gefahren werden mußte. Hassent» lich ist ihm nichts ernstliches passiert. Die Aschenbahn der Spieloereinigung 1900 war sorglich hergerichtet. Eine SA.-Kapelle inmitten des Platzes spielte zur Einleitung gute Unterhaltungsstücke. Der Führer des Radfahreroereins führte unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Rennfahrer ein, die im ehrlichen Wettkampf ihre Kräfte messen wollten. Sie grüßten mit dem deutschen Gruß, ein herzliches Erwidern der großen Zuschauermenge, und — der Kampf begann. Es waren 20 Rennfahrer zusammengekommen. Besonders Köln und Koblenz waren durch ganz hervorragende Fahrer vertreten. Ebenso entsandten Kassel und Fulda mit ihre besten Leute. An den Start gingen: Zacharias, Müller (Koblenz), Chr. Koch, Wilh. Koch (Köln), G o ß - mann, Drumm (Kassel), Frank, Kant, Becker, Roth ((Tronsberg), Pfeffermann, Weiß (Fulda), Schwarz, Bartel (Kassel), I. Schorn, L. Schorn (Köln), Preis, F a u st, Mebus, Goßmann (Gießen). Das Rennen begann mit dem Hauptfahren von 1000 Meter. Durch die stattliche Anzahl der Teilnehmer mußte mit vier Vorläufen begonnen werden. Jeweils die beiden ersten Sieger kamen in den Zwischenlaufs. Davon die beiden ersten in die Vorentscheidung. So wurde der beste Fahrer herausgesucht. Am Schlüsse waren nur noch vier Fahrer im Rennen, die um die vier ersten Preise kämpften. Durchweg waren die Rennen sehr spannend. Erster Sieger wurde der Kölner Fahrer I. Schorn, der im anschließenden 50-Kilo- meter-Mannschaftsrennen noch ein gewichtiges Wort mitredete und zusammen mit seinem Bruder das überaus spannende Rennen gewinnen konnte. Den zweiten Sieg errang der bekannte junge Gießener Mebus, her nur ganz knapp von seinem Kölner Mitkämpfer geschlagen wurde. Den dritten Preis holte sich Weiß aus Fulda, den vierten Koch, Chr., aus Köln. Hierauf folgte das Ausscheidungsfahren. Im wilden Tempo ging es gleich los, da jeder letzte Fahrer bei jeder Runde ausscheiden mußte. Die drei übriggebliebenen Fahrer entschieden unter sich in drei Runden das Rennen. Sieger wurde hierbei Zacharias von Koblenz, Zweiter L.Schorn aus Köln, Dritter der Kasseler Goßmann. Ein sehr interessantes Rennen war das anschließende Verfolgungsrennen. Wieder glänzte hier L. Schorn aus Köln, der zwei Mitfahrer einholte und mit einem fabelhaften Endspurt durch das Ziel ging. Als den Clou des Tages konnte man das große Mannschaftsrennen über SO Kilometer bezeichnen. An den Start gingen nur neun Mannschaften, da leider die Kasseler Mannschaft durch den Sturz von Drumm ausfiel. In stärkstem Tempo ging es über die Aschenbahn. Der schwarze Staub flog nur so in dichten Wolken. Immer schwärzer und unkenntlicher wurden die Fahrer, die sich getreulich aneinander ablöften. Wie eine wilde Meute jagten sie geschlossen um die Bahn. Bis dann einige sich loslösten und mit kolossalem Energieaufwand davonstoben. Doch die anderen folgten, wie von einer magnetischen Kraft an gezogen, und es auch am fünften Spieltag ungeschlagen geblieben. Den Punkt, der den Berlinern zur Sicherstellung der Gruppenmeisterschaft noch fehlte, holten sie sich in Danzig, wo sie die „Preußen" 3:0 schlugen. Die Berliner haben in den Gruppenspielen eine ständig ansteigende, zum Schluß sogar recht stabile Form gezeigt. Man wird sie in den Schluh- kämpfen nicht unterschätzen dürfen. In der Gruppe Mitte braucht der Dresdener SC. aus dem letzten Spiel gegen den 1. FC. Nürnberg (in Dresden!) nur noch einen Punkt, um Gruppenfieger zu fein. Ja, selbst eine knappe Niederlage würde den Sachsen bei gleicher Punktzahl mit dem Club noch das bessere Torverhältnis lassen. Die Dresdener siegten diesmal in Halle über Wacker glatt 4:2, während der 1. FC. Nürnberg zu Hause gegen Borussia Fulda nur zu einem 1:1 kommen konnte und so nun mit zwei Punkten hinter Dresden rangiert. Aehnlich wie in der Gruppe Mitte liegen auch die Dinge in der Gruppe Süd west. Der SV. Waldhof konnte zwar in Köln gegen den Mülheimer SV. nur unentschieden spielen (1:1), aber, sein gefährlichster Konkurrent, die Offenbacher Kickers, verlor in Bückingen bei einem 3:6 sogar beide Punkte, Waldhof hat nun nicht nur Zwei Punkte Vorsprung, sondern auch das bessere Torverhältnis. Daß die Waldhöfer am nächsten Sonntag im Mannheimer Stadion gegen Bückingen zumindest ein Unentschieden erreichen werden, daran kann wohl kaum gezweifelt werden. Unverändert ist die Lage in der Gruppe Nvrdwest geblieben. Der VfL. Benrath besiegte hier Eimsbüttel 4:1 (3:0), hatte also eine 3um Mittelstreckler- und Werfertag. Die Suche nach dem unbekannlen Sportsmann. Der Mittelstreckler- und Werfertag, die zweite Etappe bei der Suche nach dem unbekannten Sportsmann, wird im Kreis Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Alsfeld, Schotten und Wetzlar) wie der ßangftrecflertag in fünf Gruppen durchgeführt. Die Meldungen find bis spätestens 10. Mai an die nachgenannten Herren zu richten: Gruppe Alsfeld: Johs. Geisel IV., Alsfeld. Gruppe Schotten: Wilh. Z e s ch k y , Schotten. Gruppe Wetzlar: Arth. Kuhlmann, Wetzlar, Moritz-Budge-Straße. Gruppe Grünberg: Heinrich Theis V., Flensungen. Wegen der am 13. Mai stattfindenden XII. Nationalen Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 Gießen muß der Mittelstreckler- und Werfertag in der Gruppe Gießen auf den 2 7. Mai verlegt werden. Näheres hierfür wird noch bekanntgegeben. , Es wird noch darauf hingewiesen, daß die Vereine allen denjenigen, die bei den Veranstaltungen der Suche nach dem unbekannten Sportsmann an den Start gehen wollen, vorher ohne irgendwelche Verbindlichkeit Gelegenheit zum Training zu geben haben. Für den 13. Mai bzw. 27. Mai kommt Vorbereitung in Frage im 500-Meter-Lauf, 800-Meter- Lauf, 1500-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Steinstoßen, Diskus- und Speerwerfen sowie im Weitsprung. R i ch t b e r g, Kreis-Leichtathletik-Fachwart. Deutschlands Zußball-Elf für den ersten Kampf gegen Derby County in Frankfurt a. 2tt. Die deutsche Fußballelf, die am 10. Mai im Frankfurter Stadion zum ersten Spiel gegen die englische Ligamannschaft Derby County antritt, hat folgendes Aussehen: Tor: Jakob (Jayn Regensburg); Verteidiger: H a r i n g e r (Bayern München), Busch links der Sieger Job. Sch"orn^(Küln)" —'Unten' I in ‘ Start zum Endlauf für das Fliegerrennen; rechts Mebus (Gießen) runde. - Unten recht-. „Der erste Schritt", Rennen über 30