Montag, b. August 1934 Nr.W Erstes Blatt 184. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, auher A -ygf A Hrniafcme ÜO« Sonntags und Feiertags W ▼ für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte JA ▲ Cä A -A A. AA K AA A jA A Ak jdk ▲▲ bis8-/.UHrd-sD°rm,tt°g- Metzener Familienbiatter IflAV AW W jfl A'ATg AHA Srundpreise sürlmmhohe 6=’.x?* IlliPKrllizT 71 |I<|7|4|P| kws Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Bjp ■ ■ UK ■ HK B B WT H K| B B BI WM. B B B Bk B anzeigen von 70mm Breite Ohne Illustrierte 1.80 M ■ H M B M ZU H EL W B A 6O Rps.,Platzvorschrift oder Zustellgebühr .. „ -.25 H B B B B B W schwieriger Satz 25°/0 mehr noUn4 einz-ln^Numm-m RJ ermäßigt* Grundpreise: infolge höherer Gewalt __ _ _ < ** Stellen-, Vereins., gemein- M-W 6eneral=anjeiger ur Gberhessen W--Z nc^*c"’ ® n behördliche AnzeigenllRpf. Sranffutt am main’11686 Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschiüste SiaffeiS Reichsminister Heß über Deutschland und Frankreich. Hindenburgs Tod und das Anstand. Anordnung des Gauleiters Die Vorbereitung der Veisehungsseier die die die die für für für für der den der Inspektion O st: Pg. Pehrnöller, Inspektion Nord: Pg. R o o s ch, Inspektion Süd: Pg. Wittmann, Inspektion W e st: Pg. B o e h l k e. feldmar challs. Der Eindruck aucy yrer t|i niaji jiei mu uei Hf;? , A Ä n(f minder groß wie jener im Deutschen Reich selbst, der Re ich sp rasld ent sch a ft durch Adolf Die Zeiten des Weltkrieges werden lebendig, be-1H i t l e r. Was für Märchen hatten noch m d gönnen von der Stunde, da die Kunde von Tannenberg über das Land wegbrauste, die Tage alle, wo sich Siege sondern Zahl an die Fahnen der verbündeten Heere hefteten. Ob die Truppen aus Deutsch-Oesterreich auf dem eisigen Wall der Alpen, in den Steppen Rußlands oder in den Sümpfen Albaniens kämpften, in ihren Herzen brannte der Glaube an Deutschland ebenso wie in den Reihen der Feldgrauen Hindenburgs. Sie alle fochten und litten um das deutsche Volk. In den furchtbaren Nooembertagen 1918 ward es still um Hindenburg. Als aber dann der Gene- ralfeldmarfchall in das Reichsprästdentenpalais einzog, erstrahlte feine Name auch hier wieder in dem alten mystischen Glanz, der ihn nun auch in seiner Sterbestunde umzittert. In welchem Lager der Deutsche in Oesterreich auch immer stehen mag, die Tage von damals find nicht vergessen. Der Tod des Allverehrten hat auch hier die Erinnerung an die große Zeit lebendig gemacht. Der Eindruck der Todesnachricht war im Volke groß, war es nicht minder in allen politischen Kreisen, zumal die Kunde von dem Sterben beinahe zusammen- fiel mit der Meldung von der Uebernahme Erschüttert steht das deutsche Volk in Oesterreich an der Bahre des Reichspräsidenten und General- feldmarschalls. Der Eindruck auch hier ist nicht schaftsempsang durchzuführen, so daß die Anlagen für Montag und Dienstag in Tätigkeit treten müssen. Für alle Gliederungen der NSDAP, findet gemeinsame Uebertragung der Traüerseier am Tannenbergdenkmal Punkt 20 Uhr auf öffentlichen Plätzen statt. Diese Trauerfeiern der NSDAP, sind k r e i s w e i s e oder o r t s - gruppenweise durchzusühren. Die Entscheidung hierüber haben die Kreisleiter. Da für SA. und SS. Trauerparaden angeordnet sind, haben die Kreisleiter sofort mit den für ihren Kreis zuständigen Führern von S2L und SS. zu vereinbaren, daß am 7. August, 20 Uhr, mindestens bei jeder Kundgebung eine Ehrenabteilung der betreffenden Formationen Aufstellung nehmen muh. I gez. Sprenger. Schwaben) Pg. Scheel. 4. Im NSDStB. werden anstelle der Kreisfüh- rungen vier Reichsinspektionen geschaffen. Mit der Führung werden kommissarisch beauftragt: Paris, 5. August (DNB.) Das „Petit Journal" bringt ein Interview, das der Vertreter des Blattes, Stanislaus de la Rochefoucauld, mit Reichsminister Heß im Laufe des Monats Juli hatte. Der französische Journalist erklärt eingangs, er halte Reichsminister Heh für aufrichtig, wenn er eine Annäherung mit Frankreich wünsche. Er frage sich nur, ob im unwahrscheinlichen Falle eines Sturzes Hitlers und Heß' die e i n g e g a n - genen Verpflichtungen gehalten würden und welchen Preis Deutschland für eine Annäherung verlange. In dem Interview, das in der Sonntagsnummer des „Petit Journal" zum Abdruck kommt, erklärt Reichsminifter Heß nach einem Hinweis darauf, daß nur ein ehemaliger französischer Frontkämpfer, Jean Renaud, auf seine Königsberger Rede durch ein Zeitungsinterview geantwortet habe, daß die „Diktatur in Deutschland" in ihren Friedensreden den Willen der Volksmassen sicher besser vertrete, als gewisse Vertreter des französischen parlamentarischen Regimes den Willen des französischen Volkes verträten. Reichsminister heh betonte dem französischen Journalisten gegenüber, dah die Volkstümlichkeit des Führers seit der notwendigen Säuberungsaktion des 30. Juni nur gestiegen sei und wies dann auf die Notwendigkeit einer deutschfranzösischen Annäherung hin, vor allem auch auf eine gegenseitige hilssstellung Deutschlands und Frankreichs, in wirtschaftlicher Hinsicht. Auf die Frage des französischen Journalisten, was der Reichsminister von der Regierungslage i n P a r i s denke, antwortete Rudolf Heß, er wolle darüber nichts sagen, denn er habe sich nicht in französische innerpolitische Angelegenheiten em- zumischen, ebensowenig wie die Franzosen das Recht hätten, sich in die innerpolitischen deutschen Fragen einzumischen. ■ . d e la Rochefoucauld schließt mit der Bemerkung: Jetzt hat die französische Regierung das Wort. Die Sprechweise Rudolf Heß' ist hart; es ist die Sprechweise eines Vorkämpfers und eines Soldaten. In meinen Augen hat die Sprechweise Rudolf Heß' das große Verdienst, geradeaus zu sein. Oie Neuordnung in der Studentenschaft. R o o s ch. Kreis Mitteldeutschland (umfassend die NSDAP.-Gaue Halle-Merseburg, Magdeburg-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Kurhessen) Pg. Wolff. 1. Als Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen und als NSDStB.-Führer ernennen wir uns gegenseitig zu Stellvertretern. 2. Die bisherigen Kreise der NSDStB. bzw. der D St. und der Deutschen Fachschulschaft werden aufgelöst. Mit der Abwicklung der Geschäfte sind die bisherigen Kreisführer der NSDStB. bzw. Der D. St. beauftragt. 3. Für die Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen wird nachfolgende neue K r e i s e i n t e i l u n g getroffen: mit der Führung der Kreise der D. St. werden die entsprechend angeführten Personen kommissarisch beauftragt: Kreis Ostdeutschland (umfassend tue NSDAP.-Gaue Ostpreußen, Danzig, Schlesien) Pg. Horn, Kreis Kurmark-Nord (umfassend tue NSDAP.-Gaue Berlin, Kurmark, Mecklenburg- Lübeck, Pommern) Pg. F e i ck e r t. Kreis Niedersachsen (umfassend die NSDAP.- Gaue Schleswig-Holstein, Hamburg, Hannover-Ost, Weser-Ems, Süd-Hannover, Braunschweig) Pg. Kreis Westdeutschland (umfassend tue NSDAP.-Gaue Westfalen-Nord. Essen, Dusseldor, Köln, Aachen, Hessen-Nassau, Rheinpfalz und Koblenz-Trier) Pg. B o e h l k e. Kreis S ü d d e u t s ch l a n d (umfassend tue NSDAP.-Gaue Baden, Württemberg, bayerische Ostmark, München-Oberbayern, Franken und Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Führer Reichsschaft der Studierenden an deutschen Hoch- und Fachschulen und NSDStB. - Führer haben in gegenseitigem Einvernehmen folgende Anordnungen getroffen: Der „Grand Old Man“ Deutschlands ist tot. Es gibt keinen Engländer, der beim Eintreffen der Nachricht vorn Ableben des Reichspräsidenten von Hindenburg nicht ein Gefühl tiefer Sympathie für den „alten Herrn" empfindet, dem er seit den Tagen des Weltkrieges höchste Achtung und Bewunderung entgegenbrachte. Zu diesem Gefühl rein menschlicher Art des Mannes auf der Straße trat in den Kreisen, die für die Formung der britischen Politik maßgebend sind, d. h. den Männern des Hofes, der Regierung, der Geistlichkeit, beider Häuer des Parlaments, der Parteimafchinen, sowie der Wirtschaft, der Finanz und der Presse der Gedanke, daß Hindenburg ein unerschütterlicher Fels im brausenden Meer politischer Leidenschaften und eine Bürgschaft für die Unerschütterlichkeit des deutschen Staatsgefüges war. Hindenburg war schon als eine bleibende Institution angesehen worden. Obwohl oft angesichts seines hohen Alters besorgte Fragen laut geworden waren, was nach seinem Ableben ge- chehen und wer die Lücke ausfüllen werde, schien die körperliche und geistige Widerstandskraft des Reichspräsidenten alle derartigen Sorgen überflüssig zu machen. Die Tatsache, daß nach dem Ableben des Reichspräsidenten von Hindenburg die Welt auch nicht einen Augenblick lang darüber im Zweifel gelassen wurde, in welcher Weise die Nachfolgeschaft des Reichspräsidenten geregelt wird, und daß gleichzeitig die Reichswehr, die geschlossen hinter Hindenburg gestanden hatte, sich ebenso geschlossen hinter Hitler teilt, hat sicher ihren tiefen Eindruck nicht verfehlt; ie wird bestimmt dazu beitragen, dem Führer feine Aufgabe gegenüber England zu erleichtern. Darüber, daß diese Aufgabe riesig ist und bei der augenblicklichen Einstellung' der öffentlichen Meinung gegenüber dem Nationalsozialismus in Deutschland noch ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden sein werden, wäre es verfehlt, sich irgendwelchen Illusionen hinzugeben. Die Haltung der Reichswehr in der Gesamtfrage ist in den Augen der englischen Oeffentlichkeit von um so größerer Bedeutung, als man im letzten Jahr begonnen hatte, sie im Gegensatz zu früher nicht als ein Werkzeug des Angriffes gegen die Nachbarn Deutschlands, sondern als ein Werkzeug der Abwehr und als ständiger Faktor der innerpolitischen Entwicklung Deutschlands anzusehen. Darüber, daß Hitler den ^rie’ Den will, ist in den maßgebenden Kreisen niemand im Zweifel. Dies ist letzten Endes die Kardinalfrage. Geschichtliches Ereignis von europäischer Tragweite. Don unserem ständigen G.-Äerichierstnsten • (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 2. August. Ehrenhof auffteUen. Am Katafalk wird eine Fahnenabordnung der Reichswehr mit 50 Regimentsfahnen der alten Armee, darunter auch die Fahnen der drei Hindenburg-Regimenter Aufstellung nehmen. Besondere Plätze vor dem Katafalk find vorgesehen für die Reichsregierung, die Landesregierungen und das Diplomatische Korps. Im Vordergründe befinden sich die Plätze für die Familienangehörigen und den Führer. Ein großer Teil der Plätze wird den Vertretern des alten Heeres, insbesondere den alten Offizieren, eingeräumt werden. Die Formationen der Wehrverbände nehmen hinter den Fahnenabord- nungen auf den Umgängen zwischen den Türmen Aufstellung. Während des ganzen Tages der Beisetzung werden aus drei großen Opferschalen Opferfeuer emporlodern. Nach der Trauerfeier wird der Sarg des Generalfeldmarschalls wiederum in den Feldmarschallturm zurücküberführt werden. Die Teilnehmer an der Feier werden dann am Sarg vorübergehen. Das Tannenbergdenkmal und der Marschallturm, dessen Türe herausgenommen worden ist, werden zunächst Tag und Nacht geöffnet bleiben. Offiziere und Unteroffiziere der Reichswehr werden zunächst weiterhin die Ehrenwache halten. Am Montag früh treffen in Hohenstein die Fahnen ein, die an der Schlacht bei Tannenberg teilgenommen haben. Es sind 53 Fahnen, die von einer Fahnenkompanie aus dem Prussia- Museum nach Hohenstein gebracht werden. In Hohenstein werden sie in die Gefallenen-Gedenk- kapelle an der alten Hohensteiner Ordenskirche gebracht, die besonders stimmungsvoll und schön ist. Am Tage der Beisetzung dee Reichs- pr äs identen werden diese Fahnen in den Hof des Denkmals übergeführt werden. Mit Abordnungen der Reichswehr werden auch Abordnungen der Verbände im Hofe des Denkmals aufmarschieren. Auf den Wehrgängen und auf den Mauern des Denkmals werden Soldaten Gewehr bei Fuß stehen. Für die Ausschmückung des Denkmals sind vom Arbeitsdienst 5000 Meter Eichengirlande geflochten worden. Rund 1000 Mann Arbeitsdienst find für die Vorarbeiten eingesetzt. Am Dienstag wird bereits morgens 6 Uhr der erste Sonderzug mit den Diplomaten aus Berlin in Hohenstein eintreffen, die sich sofort zum Denk- mal begeben werden. In steter Folge werden dann weitere Sonderzüge kommen. Man rechnet mit etwa 18 Sonderzügen aus Berlin und einer großen Anzahl von Sonderzügen aus der Provinz. Dis Teilnehmer an der Trauerfeier, namentlich aus der Provinz — es werden bis zu 200 000 Teilnehmer erwartet — werden um das Denkmal Aufstellung nehmen. Dort find 20 Lautsprecher aufgestellt, Rundstrahler, die die Trauerfeierlichkeit auf das weite Feld übertragen. Deutfch-Eylau, 5. Aug. (DNB.) Die Trauerfeier für den verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wird m Neudeck um 21 Uhr stattfinden. Daran schließt sich die Ueberführung des Sarges nach Tannenberg. Der Sarg wird auf eine Lafette gehoben und von dem unter Führung des Generals von Niebelfchuetz aus Allenftein stehenden Ehrenbataillon zwei Kilometer weit begleitet werden. Dort wird der Sarg auf die Lafette eines Motorgefchützes gehoben und von einer Motorbat- terte, die von zwei Schwadronen eines Reiterregimentes begleitet wird, bis kurz vor Hohen ft e i n gebracht werden. Am Morgen wird der Sarg dann wieder von einem Ehrenbataillon übernommen und in gleicher Weife, wie von Neudeck aus, zum Tannenberg-Denkmal gebracht. Auf dem ganzen Wege von Neudeck über Deutfch-Eylau, Osterode und Hohenstem werden SA, SS., HI. und andere Verbände mit Fackeln Spalier bilden, fo daß der Trauerkondukt sich durch ein einziges Fackelspalier bewegen wird. Ueberall find schon Girlanden mit schwarzen Schleifen gezogen. Die Straßen sind ein einziges Meer schwarz' verhängter Fahnen. Der Weg wird teilweise mit Eichenlaub, Tannengrun und Blumen betreut werden. Der Trauerkondukt soll morgens am Feldherrnhügel bei F r ö g e n a u, etwa zwei Kilometer vor Hohenstein, eintreffen. Von dem Hügel aus hat Generalfeldmarschall von Hindenburg von 20 Jahren die Schlacht von Tannenberg geleitet, lieber Tannenberg und Mühlen, wo der Kampf am heißesten getobt hat, geht es dann weiter nach Hohenstein und die Anhöhe hinauf zum Tannenbergdenkmal. Gegen fünf Uhr wird der Sarg dort eintreffen und zunächst in den Feldherrnturm gebracht werden, der mit Fahnentuch baldachinartig bespannt und dessen Boden nach ostpreußischer Sitte mit Tannenreisig belegt und mit weißem Sand bestreut worden ist. Vor Beginn der Feier werden Reichswehroffiziere den Sarg zum Katafalk tragen. Je zwei Generäle und Admiräle werden den Sarg begleiten. In dem großen Ehrenhof des Tannenbergdenkmals werden zwei Kompanien Infanterie und eine Marinekompame aus Pillau Aufstellung nehmen. Zur Trauerparade gehören ferner zwei Schwadronen eines Reiter-Regiments und zwei Reichswehrbatterien, die den Trauersalut von 101 Schuß vor Beginn der Feier abfeuern werden. Während der Ueberführung des Sarges aus dem Feldherrnturm zum Katafalk wird der Präfentiermarfch des Regiments des Reichspräsidenten, des 3. Garderegiments zu Fuß, gefpielt werden. Auf den Umgängen zwi- fchen den einzelnen Türmen werden die Fahnen, aborbnungen der SA., SS., PO„ des Arbeitsdienstes und des Kyffhäuferbundes Aufstellung nehmen. Die Polizei wird eine Ehrenformation tm Der schicksalsschwere Jahrestag des 2 August sieht das französische Volk gleichzeitig mit Deutschland in tiefer Landestrauer. D.e se't Mittwoch von Stunde zu Stunde erwartete Nachricht von dem Ableben des Reichspräsidenten traf m Paris ein, als ganz Frankreich sich anfchickte, einen Marschall Lyautey zur letzten Ruhe 3^ geleiten. Die Kirchenglocken von Nancy, die über die französischen Sender durch das ganze Land hallen, mischen sich mit den Trauerkundgebungen die von jenseits des Rheins durch den AetHer bis nach Frankreich ^dringen. Der Ministerpräsident D°u- üiurareiaj uiuiy • em Telegramm an den FüH?er im JtaUn der französischen R-pubttk fofort der Trauer Deutschlands angeschlossen, nach- L 'di/Meldung über den Tod °°n Hm enburgs MNZM n«> /k"/ mresie keine Zeit gefunden, zu der SÄ« in der Berufung unb wideren Reiches f ■ , n über die Nachfolgeschaft jpre$ent)en öurdAie Bereinigung der Funktio- Reichspräsidenten und des Reichskanzlers nen des Reichsprapv^ Staatsmann, Heer- k ^^Vatrio? und Mensch findet der greife Feld- füKc5' Frankreich lebhafte Anerkennung, die Schlüße li/ln den langen Nachrufen und zahl- ?eichen Bllbkrn aus seinem Leben zum Ausdruck kommt. Wie sehr Hat sich das Urteil geändert seit dem Tage, als Hindenburg zum ersten Mal zum deutschen Reichspräsidenten gewählt wurde! So sehr die französische Presse damals ihre Ablehnung auf die Spitze trieb, so sehr mußte sie in der Folgezeit anerkennen, daß Hindenburg in den Jahren des innerpolitischen Durcheinanders in Deutschland der ruhige Pol der Entwicklung blieb und sein Volk über alle Krisen hinwegführte, bis es im Zeichen Adolf Hitlers feinen neuen Inhalt fand. „Hindenburg hat bis zum Tode feinem Vaterlande gedient!" schreibt ein Pariser Abendblatt und bringt damit die höchste Anerkennung zum Ausdruck, Die ein Franzose zu zollen vermag. Glaube au Deutschland. Von unserem ständigen ch.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien, 2. August. Die erschütternde Nachricht von dem schweren Verlust, der Deutschland mit dem Tode des Reichspräsidenten traf, hat in der ganzen Welt wärmste Anteilnahme ausgelöst. Besonders stark ist natürlich das Echo in Europa gewesen. Wir haben deshalb unsere Korrespondenten in den wichtigsten europäischen Hauptstädten gebeten, uns in kurzen Artikeln einen knappen Querschnitt des Eindrucks zu vermitteln, den der Tod des Generalfeldmarschalls von Hindenburg dort hinterlassen hat. Unsere Korrespondenten in London, Paris, Wien, Rom und Warschau äußern sich hierzu in den nachfolgenden Beiträgen. D. Red. Don Hindenburg zu Hitler. Von unserem ständigen Ll.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, 2. August. 5 Eine Vereinbarung über die genaue Arbeitseinteilung zwischen NSDStB. und der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hock- und Fachschulen wird in kurzer Zeit abgeschlossen werden. gez. F e i ck e r t, Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- unb Fachschulen. gez. Berichsfeiler, NSDStB.-Führer. Bett.: Trauerfeierlichkeiten anläßlich der j Beisetzung des verstorbenen Reichspräsiden- ! ten Generalfeldmarschall v. Hindenburg. I 1. Die in der Presse bereits angedeutete Trauerfeier des Deutschen Reichstages am Montag, 6. August, 12 Uhr, wird von allen Sendern übertragen und am gleichen Tag um 20 Uhr nochmals wiederholt. Die Kreispropagandaleiter bestimmen fofort unter Heranziehung der Kreisfunkwarle, auf welchen öffentlichen Plätzen die Rede dem Publikum vermittelt werden kann. 2. Betriff: Dienstag, den 7. August. Die Trauerfeier der Reichsregierung am Tannenbergdenkmal wird um 11 Uhr, sowie Punkt 20 Uhr durch alle Sender übertragen. Für diese Trauerfeier ist in der gleichen Meise, wie unter 1. angegeben. Gemein-' letzten Tagen die jüdischen Blätter über die Möglichkeiten, die an den Tod des Herrn von Hindenburg knüpfen könnten, zu melden gewußt. Nun aber wurde man sich mit einem Male der überragenden Stellung des Reichskanzlers bewußt. Die Beurteilung der Stellung des Reichskanzlers ist sich einig über die imponierende Bedeutung seiner souveränen Machtstellung. Die neuen Tatsachen werden erst in den nächsten Wochen, die vermutlich durch die Bemühungen um die Beilegung des deutsch-österreichischen Konfliktes ausgefüllt fein wer- den, ihr volles Schwergewicht erlangen; dann, wenn im Reich die Grabglocken verklungen sind und wenn in Oesterreich, das noch immer stark unter dem Eindruck der Ereignisse der letzten Woche steht, die Wellen abgeebbt sind. Das nationale Oesterreich steht unter dem Eindruck, daß sich ein Leben erfüllt hat, das, rein menschlich gesehen, unersetzbar ist, dessen Ende aber ein unsagbarer Glückstrahl beleuchtet hat durch das Wissen, daß im Reichskanzler dem deutschen Volke der Mann geschenkt ist, die deutsche Sehnsucht, die auch die Sehnsucht des deutschen Reichspräsidenten war, zu verwirklichen. Führer zur Wiederbesinnung. Von unserem ständigen M.-Äerichierstaiier Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom, 2. August. Stark ist, trotz und wegen der Verstimmung der letzten Zeit, in Italien die Anteilnahme an deutschen Ereignissen. Stark ist deshalb auch der Eindruck, den der Tod Hindenburgs hier hinterläßt. Das Interesse an Deutschland ist womöglich noch gesteigert. Denn der Drang des Faschismus, moderne Staatsideen, als deren berufener Vertreter er sich betrachtet, in der Welt durchgesetzt zu sehen — und das geht nur m i t Deutschland — steht im innersten Kampf mit der Voreingenommenheit, in außenpolitische Dinge eingreifen zu sollen, die eine genaue entgegengesetzte Stellungnahme zum Deutschen Volk mit sich bringen und schon gebracht haben. Eine zwiespältige, inkonsequente Haltung Italiens am 2. August ist unverkennbar. Das „Trotz und Wegen" kommt deutlich zum Ausdruck. Trotz der Verstimmung betont man in Italien, daß die verehrungswürdige Gestalt des Feldmarschalls die besten Eigenschaften des deutschen Volkes verkörpert habe: Rechtschaffenheit, Gradheit, ritterliches Soldatentum, unerschütterliche Treue und Liebe zum Vaterland, Bescheidenheit und Maßhalten, Pflichttreue bis zum Aeußersten. Darüber hinaus aber heißt es, — und das wird von anderen Völkern weniger verstanden und geachtet wovden sein — er habe bei aller traditionellen Verankerung das Streben seiner Nation mit weitem Herzen und Verstand begriffen, er sei nicht bloß ein Hüter glorreicher Vergangenheit, sondern über trübe Nachkriegsjahre hinweg Führer zur Wiederbesinnung gewesen. Er habe die neue Zeit mit der alten vereinigt, das Dritte Reich mit dem ersten verbunden. Wegen der Verstimmung gegen Deutschland aber, deren Opfer Italien in diesen Tagen ist, vermeidet man hier kleinlich die Feststellung, daß mit den Deutschen fast die ganze Welt um diesen großen Deutschen trauert. Dieses alles ändert am tiefen Bewußtsein für die stille Größe des verblichenen Feldmarschalls nichts. Gerade aus den italienischen Nachrufen mit ihrem inneren Zwiespalt ist die Erschütterung zu verspüren, die das Hinscheiden dieses wahrhaft großen deutschen Mannes in der Welt hinterläßt. Garanten -es Friedens. Von unserem ständigen K.-Äerichieistaiter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Warschau, 2. August. Der verstorbene Reichspräsident von Hindenburg erfreute sich in Polen außerordentlichen Ansehens. Dieser aufrechte, immer pflichtbewußte Soldat und Staatsmann hat sich in wetten Kreisen des polnischen Volkes sogar sehr starke Sympathien erworben. Er befreite Polen vom russischen Joch, das das polnische Volk in mehreren Aufständen vergeblich abzuschütteln versucht hatte. Marschall P i l - sudski, der selbst ein überragender Soldat und Staatsmann ist und der 1920 die Rote Armee vor den Toren Warschaus schlug, äußert sich in seinen „Reden und Schriften" mit größter Bewunderung über den Sieger von Tannenberg, den er als das Symbol heroischer Kraft und militärischen Geistes bezeichnet. Als der greise Feldmarschall an die Spitze des Reiches trat, erblickte Polen in ihm denselben Retter Deutschlands, der während des Großen Krieges das deutsche Volk vom äußeren Feind befreite. Es erblickte in dem Reichspräsidenten von Hindenburg den Garanten des inneren und äußeren Friedens, an dem Polen selbst das größte Interesse haben mußte, weil es sich im Kampfe gegen den Kommunismus mit Deutschland einig wußte. Niemals gab es eine Pressestimme in Polen, die in pietätloser Weise das greise Reichsoberhaupt zum Mittelpunkt eines Angriffs gemacht hätte. Sein Tod legt die eminente politische Frage nahe, ob das Deutschland unter seiner neuen Führung dieselbe Gewähr für den Frieden und für ein friedliches Zusammenleben mit Polen bietet, wie das Deutschland unter dem greisen Feldmarschall. Darum i st man in Polen nicht besorgt. War es doch kein anderer als Adolf Hitler, der sich in dem Friedenswillen Deutschlands mit dem alten Reichspräsidenten so einig war, und der Polen die Hand zum Frieden bot, um die zugespitzten Nachbarbeziehungen nicht nur zu entspannen, sondern eine Atmosphäre zu schaffen, die ein ersprießliches Zusammenleben und Zusammenarbeiten zwi- schen dem deutschen und polnischen Volke erst er- möglichte. Daß von dieser Linie nicht a b ge w i ch e n w i rd, d a fü r sieht man in dem neuen Staatschef Adolf Hitler die beste Gewähr. Bemerkenswertes französisches Eingeständnis. Paris, 5. Aug. (DNB.) Die französische Presse hebt allgemein hervor, daß die V o l k s a b st i m - mung des 19. August ein voller Erfolg für Reichskanzler Hitler sein werde. „Ami du P e u p l e" schreibt, jeder, der aus Deutschland komme, bestätige, daß das Ansehen Hitlers niemals größer gewesen sei als jetzt. „Petit Journal" erklärt, Hitler laufe keine Gefahr, wenn er das deutsche Volk auffordere, seine Handlungen zu billigen. „E x c e l s i o r" führt aus, jeder wisse — und der 12. November fyabe das bestätigt —, daß ein Staatsmann niemals eine Volksabstimmung abhalten lasse, wenn er des Ausganges nicht sicher sei. Hitler werde also, wie bisher, eine überwältigende Stimmenmehrheit erhalten. Oie Trauer in den Kirchen. Trauergottesdienst in Berlin. B e r l i n, 5. Aug. (DNB.) In allen Berliner Kirchen hatte sich am Sonntag eine gläubige Gemeinde zusammengefunden, um noch einmal im Geiste Abschied zu nehmen von dem verewigten Reichspräsidenten. Besonders stark war der Andrang zum Berliner Dom, wo schon eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes der mächtige Raum so überfüllt war, daß schließlich Polizei zur Absperrung herangezogen werden mußte. Da nicht alle Kirchenbesucher im Schiff Platz fanden, verharrte ein großer Teil vor den Portalen, um von dort aus dem Gottesdienst zu folgen. Unter den Anwesenden sah man u. a. Staatssekretär Dr. Meißner, den nächsten Mitarbeiter des Reichspräsidenten, Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg und weitere hohe Offiziere des Heeres und der Marine, Vertreter des Luftfahrtministeriums und anderer Ministerien, der Landespolizei, der Stadt und der politischen Organisation. Reichsbischof Ludwig Müller, der den Gottesdienst abhielt, legte seiner Predigt das Apostelwort zugrunde: „Wie ein groß' Ding ist es doch um einen Freund und klugen Haushalter. So sucht man nicht mehr an den Haushaltern, als daß sie treu erfunden werden." In tiefster Dankbarkeit und mit stolzer Freude, so führte er aus, gedenke heute die Deutsche Evangelische Kirche ihres großen Sohnes. Die hehre Gestalt des greifen Reichspräsidenten sei für alle ein Symbol für das, was Deutschland war, ist, und was es in Zukunft sein soll. Ihm nachzueifern, jeder auf seinem Posten, alles für Volk und Vaterland, nichts für sich selbst zu schaffen, das sei die Mahnung des Verblichenen." Trauergottesdienst in Freystadt. F r e y st a d t, 5. August. (DNB.) In der hiesigen K i r ch e , wo Reichspräsident von Hindenburg von Neudeck aus regelmäßig dem Gottesdienst beizuwohnen pflegte, hielt Hofprediger D. Döring aus Berlin heute vormittag eine Trauerfeier ab. Dem Gottesdienst wohnte der Sohn des Feldmarschalls Ober st von Hindenburg mit seiner Gattin bei. Um ihn scharte sich wie eine große Familie das Gutspersonal von Neudeck. Hofprediger Döring sprach ergreifende Worte von der Treue, die zuerst und zuletzt im Himmel und auf Erden stehe. Er mahnte die Männer und Frauen der ost- preußischen Erde, niemals zu vergessen, was der Befreier Ostpreußens ihnen als Vermächtnis hinterließ: Tief ft es Verantwortungs- ?e f ü h l in jeder Lebenslage, tätige Vater- andsliebe und schlichte Frömmigkeit. Mit Hindenburg, so schloß Hofprediger Döring seine Predigt, geht ein Geschlecht zu Grabe, das drei Generationen sah. Denkt daran, was ihr im Gedenken an diesen Mann euren Kindern zu geben habt! Leise intonierte die Orgel das Lied vom guten Kameraden. Dann sang die Gemeinde das alte Trutzlied „Ein' feste Burg ist unser Gott". Zum Schluß sprach Hofprediger Döring ein Gebet, das in die Bitte um Gottes Kraft und Segen für den Mann, der als Führer von Volk und Reich Hindenburgs Erbe fortan verwaltet, und in das gemeinsame Vaterunser der Gemeinde ausklang. Hirtenbrief des Kardinal-Erzbischofs Schulte. Köln, 4. August. (DNB.) Der Erzbischof von Köln Kardinal Schulte hat an seine Erzdiözesanen folgenden Hirtenbrief gerichtet: Geliebte Erzdiözesanen! Einen überaus schweren und schmerzlichen Verlust bedeutet für unser Volk und Vaterland der Heimgang des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg. Mit inniger Wehmut wird im ganzen Reiche der Tod dieses ehrwürdigen Greises empfunden, der in den schweren Jahren der Kriegsund Nachkriegszeit der unerschütterliche Hort ü n d Hüter deutscher Ehre und Würde gewesen ist, und zu dem wie zum Vater des Vaterlandes das gesamte deutsche Volk einmütig seit 20 Jahren in guten und bösen Tagen mit d a n k bare r V e r e h r u n g aufschaute. Das durch Gottes gnädige Vorsehung bis zu den äußersten Grenzen menschlicher Jahre kraftvoll gebliebene Leben des hohen Verstorbenen war ein erhabenes Beispiel freudig sich in christlicher Gesinnung hin opfernder Berufstreue und Pflichterfüllung. lieber das Grab hinaus in die Ewigkeit folge ihm deshalb Eure Dankbarkeit in treuem Gebet. So erfüllt Ihr die Mahnung des Apostels und folgt zugleich dem Beispiele unserer heiligen katholischen Kirche, die allezeit für die Obrigkeit gebetet und die Gläubigen zu diesem Gebet angehalten hat. Bayerische Hirtenbriefe. Bamberg, 4. Aug. (DNB.) In dem Hirtenbrief des Erzbischofs Dr. Jakobus von Hauck anläßlich des Hinscheidens des Reichspräsidenten von Hindenburg heißt es u. a.: Mit den Volksgenossen aller deutschen Gaue stehen die bayerischen Katholiken in aufrichtiger Trauer an der Totenbahre dieses kerndeutschen, pflichttreuen und gottesgläu- b t g e n Mannes, der alle Tage seines Lebens bis zum letzten Atemzug dem deutschen Volke sowohl ^.^^ieg als im Frieden alle seine Kräfte weihte, l^^b^osident von Hindenburg wird in der beut» yn Geschichte weiterleben als Vorbild aller . seinem Volk zu dienen und diesem Dienst am Volk die persönliche Ruhe ..oUmTr-’jVe• !!ets nachzuordnen, als Vorbild treuester Pflichterfüllung, als Vorbild eines deut- J~?en Edelmannes, der gläubigen und frommen Sinnes in den Prüfungen seines persönlichen Lebens, wie in den Schicksalsstunden seines Volkes die Hand der Vorsehung sieht und auch in schweren Stunden das Gottvertrauen nicht verliert. Was Reichspräsident von Hindenburg in dem arbeitsreichen Leben für unser Volk im ganzen geleistet hat, ist auch den einzelnen zugutegekommen und verpflichtet auch den einzelnen zur Dankbarkeit. Würzburg, 4. Aug. (DNB.) Erzbischof Dr. Matthias Ehrenfried schreibt in seinem Hirtenbrief an seine Diözese anläßlich des Hin- scheidens des Reichspräsidenten u. a.: Dankbar erinnern mir uns dieses großen Mannes, dessen Name auf ewig in die Geschichte des deutschen Vaterlandes eingegraben bleibt. In hunderten von Schlachten hat er während des Weltkrieges für das Vaterland unvergänglichen Ruhm erworben, mit zähester Ausdauer und weisester Klugheit hat er Deutschland vom Untergang gerettet. Die schwerste Aufgabe übertrug ihm die göttliche Vorsehung, als er vor neun Jahren an die Spitze des Deutschen Reiches gestellt wurde. Aufrecht und treu hat er das Reich in diesen schweren Zeiten in Ruhe und Frieden erhalten. Sein ganzes Lebenswerk steht im Zeichen steter Opferbereitschaft. Alls seine Arbeit stellte er auf den Boden des mehren Christentums und tiefer religiöser Auffassung. Daraus zog er Kraft und Mut, Reinheit und Ausgeglichenheit seines vor- nehmen Charakters. Daraus entquoll das helle Licht, das sein Leben verklärte. Mainzer bischöfliches Ordinariat ordnet Trauerfeiern an. Mainz, 4. Aug. (LPD.) Aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg hat das bischöfliche Ordinariat angeordnet, daß am Sonntag, 12. August, in allen Pfarrkirchen der Diözese nach der Nachmittagsandacht eine Trauerfeier stattfindet. Die letzte Ruhestätte im Feldherrutunu. Oer Sarg geschlossen. N e u d e ck , 4. August. (DNB.) Die Leiche des Generalfeldmarschalls ist heute Dormittag ein» gesargt morden. Bei der Einsargung maren nur die engsten Familienmitglieder zugegen. Der Sarg ist geschlossen und im Arbeitszimmer des Reichspräsidenten aufgebahrt worden; auch die Offiziersehrenmache hat in dem Arbeitszimmer Aufstellung genommen. Der Sarg ist von Blumenschmuck reich umgeben. Oie endgültige Beisetzung Hindenburgs im Feldherrnturm. DNB. Berlin, 4. August. Im Einvernehmen mit der Familie von Hindenburg hat der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler angeordnet, daß die endgültige Beisetzung des Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg im Feldhermturm des Tannenbergdenkmals erfolgt, der als Gruftkapelle eingerichtet wird. Lleberfliegen des Tannenberg-National- denkmals am 1. August verboten. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Das Reichsluftfahrtministerium gibt folgende Verordnung bekannt: Um eine Störung der Beisetzungsfeierlichkeiten zu vermeiden, wird für Dienstag, 7.August, der Luftraum über dem Tannenberg-Nationaldenkmal einschließlich eines Umkreises von 10 Kilometer um das Denkmal als ßuftfperr» gebiet erklärt. Das UeberfHegen dieses Luftraumes ist daher verboten. Zuwiderhandlungen sind nach § 31 des Luftverkehrsgesetzes strafbar. Ostpreußens Flieger ehren den toten Reichspräsidenten. Königsberg, 4. Aug. (DNB.) Ostpreußens Flieger werden dem verewigten Reichspräsidenten eine besondere Ehrung zuteil werden lassen. Am Montag um 17 Uhr wird eine aus sieben Maschinen bestehende Staffel einen Strauß roter Rosen über Neudeck ab« werfen, dessen Schleife die Aufschrift trägt: „Dem großen Deutschen. D i e o st preußischen Flieger." Weiter wird eine Fliegerstaffel am Tage des Staatsbegräbnisses am Tannenbergdenkmal von 10 bis 10.40 Uhr über dem Denkmal kreisen. Die Maschinen werden lange Trauerwimpel an den Tragflächen führen. Eine Minute Verkehrsruhe. DNB. Berlin, 4. August. Der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach hat folgende Anordnung erlassen: Am Dienstag, 7. August, findet in der Stunde der Beisetzung des Herrn Reichspräsidenten eine allgemeine Verkehrsruhe von 11.45 bis 11.46 Uhr statt. Alle Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen haben anzuhalten und eine Minute in Gedenken an den Verewigten stillzustehen. Für die Deutsche Reichsbahngesellschaft sowie die Privat- und Kleinbahnen erlassen die Verwaltungen die näheren Anweisungen. Der Reichsverkehrsminister Freiherr von E l tz. Oie Llebertragung der Trauerfeier im Reichstag. Berlin, 6. Aug. (DNB.) Wie wir erfahren, wird die Trauerfeier in der Kroll-Oper am heutigen Montagmittag um 11.50 Uhr übernommen von den italienischen Sendern, vom dänischen Rundfunk, von der National Broadcasting Company, vom Columbia Broadcasting System, weiter von den beiden brasilianischen Sendern und den Sendern in Uruguay und Japan. Im japanischen Rundfunk wird im Anschluß an die lieber« tragung Dr. Kolb von der japanischen Botschaft in Tokio sprechen. lieber die Sender der British Broadcasting Corporation spricht Dienstagabend zum Tode Hindenburgs der Deutsche Botschafter in London. Anschließend gibt ein englischer Berichterstatter aus Deutschland einen Augenzeugenbericht von den Trauerfeierlichkeiten am Tannenberg-Denkmal. Oie Llebertragung der Trauerfeier am Tannenberg-Oenkmat. Berlin, 6. August (DNB.) Die llebertragung des Staatsbegräbnisses am Tannenberg-Denkmal wird Dienstag um 20 Uhr wiederholt. Anschließend bringt der Deutschlandsender für den gesamten deutschen Rundfunk die Worte des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, die er am 11. November v. I. über den Rundfunk an das deutsche Volk richtete. Alle Hörer werden so noch einmal die Stimme des großen Deutschen vernehmen können. Hindenburg-Gedenkfeiern auf allen Schiffen. DNB. Hamburg, 4. August. Der Führer der Deutschen Seeschiffahrt, Staatsrat E ß - berger, hat an alle deutschen Schiffe folgendes Telegramm gesandt: „Die Kommandos aller auf See und im Ausland befindlichen deutschen Seeschiffe werden ersucht, am Dienstag, 7. August, anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg in würdiger Weise eine Gedenkfeier zu veranstalten. Die Mttrauer -er Welt. Beileid des Königs von Schweden. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der König von Schweden hat an Oberst von Hindenburg am 2. August folgendes Telegramm gesandt: „Erfahre soeben mit großem Bedauern Heimgang des Reichspräsidenten. Spreche Ihnen und Familie meine herzliche und warme Teilnahme aus. G u ft a v." Beileid des Staatssekretärs Hüll. Washington, 4. Aug. (DNB.) Staatssekretär Hüll hat an den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath folgendes Telegramm gesandt: „Anläßlich des Todes Ihres geliebten und verehrungswürdigen Präsidenten spreche ich Ew. Exzellenz mein aufrichtiges Beileid aus. Meine Landsleute trauern mit mir um den Heimgang dieser großen Gestalt, dessen Verdienste um sein Vaterland die Hochachtung der Welt hervorgerufen haben. gez.: Cordell Hüll, Staatssekretär für Auswärtiges der Vereinigten Staaten. Der amerikanische Botschafter sprach Samstag im Auftrage des Staatssekretärs H u l l im Auswärtigen Amt in Berlin vor und brachte mündlich zum Ausdruck, wie sehr der Präsident, die Regierung und das Volk der Vereinigten Staaten an dem Verlust Anteil nehmen, den Deutschland durch den Tod des Herrn Reichspräsidenten erlitten habe. Der große Soldat und Staatsmann werde in unvergänglicher Achtung der ganzen Welt fortleben. Das Beileid der faschistischen Partei. Berlin, 4. Aug. (DNB.) Der Sekretär der Faschistischen Partei, Starace, hat an den Reichskanzler Adolf Hitler folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Im Namen der Faschistischen Partei drücke ich Ew. Erzellenz zum Hinscheiden des Feldmarschalls von Hindenburg mein tiefstes Beileid aus. Die überragende Erscheinung dieses großen Soldaten und Menschen und seine restlose Hingabe an das Vaterland werden allein ein Vorbild in des Wortes höchster Bedeutung bleiben. Achille Starace, Sekretär der Faschistischen Partei." OaS Beileid der französischen Wehrmacht. Berlin, 4. Aug. (DNB.) General Renon- heau, der französische Militärattache, hat am Samstag im Auftrage des Marschalls Pstain dem Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg das Beileid der französischen Wehrmacht zum Hinscheiden des Oberbefehlshabers Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg persönlich zum Ausdruck gebracht. Frankreich flaggt am Beisetzungstage Halbmast. Paris, 4.Aua. (DNB.) Die französische Regierung hat beschlossen, am Dienstag, 7. August, am Tage der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg aufallen öffentlichen Gebäuden in Frankreich die Flaggen auf halbmast zu setzen. Der französische Botschafter Francois Poncet wird den Präsidenten der Republik, Lebrun, bei den Beiisetzungsfeierlichkeiten für den Reichspräsidenten von Hindenburg als außerordentlicher Botschafter vertreten. Oie Teilnahme der Schweiz. Bern, 4. Aug. (DNB.) Der Bundesrat hat beschlossen, daß die in Bern anwesenden Mitglieder des Bundesrates am kommenden Dienstag dem im Münster stattfindenden Trauergottes d i e n st für den verstorbenen Reichspräsidententen von Hindenburg beiwohnen werden. Gedenkfeier des ungarischen Hindenburg-Regiments. B u d a p e st, 5. Aug. (DNB.) Der Kameradschaftsverband des ehemaligen K. K. Infanterieregiments Nr. 6 9, dessen Inhaber Generalfeldmarschall von Hindenburg war, veranstaltete am Sonntag vor dem Heldendenkmal in Stuhlweißenburg, am ehemaligen Sitz des Regiments, eine Trauerfeier. Etwa 200 ehemalige Offiziere und Mannschaften des Regiments hatten sich vor dem Denkmal eingefunden, dessen Sockel eine Büste des Generalfeldmarschalls trägt. Die Trauerrede hielt der ehemalige Bürgermeister-Stellvertreter der Stadt Stuhlweißenburg und ehemalige Reserveleutnant des Hindenburg-Regiments Alexander Simon. Anschließend bar an legte Regimentskommandeur Adalbert Leisz einen Kranz am Denkmal nieder. Das zur Teilnahme an der Beisetzungsfeier bestimmte Offizierskorps des Honoed- Jnfantere-Regiments Nr. 103, das Traditionsregiment des K. u. K. Infanterieregiments Nr. 69 ist, trat am Sonntag unter Führung des Regimentskommandeurs Otto Koos die Fahrt nach Tannenberg an. Oer Beisehungstag Hindenburgs schulfrei im Saaraebiet. Saarbrücken, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Direktion der Volksschulabteilung der Regierungskommission teilt mit, daß am Dienstag aus Amlaß der Veisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, in sämtlichen Schulen des Saargebiets der Unterricht ausfällt. Die Arbeitstagung vom Samstag Neichserziehungsminister Rufi Ziel ist große Volkes wurde erfüllt. Die Lehrerschaft hat sich hinter den Volkskanzler und den neuen Staat gestellt. Instinktiv erkannten die Lehrer: Das ist es, was wir gewollt haben, was unsere Sehnsucht war, das ist nun hundertprozentige Erfüllung geworden. Der Ministerpräsident wies dann auf die Schaffung des Staatsjugendtages hin. Der Verzicht auf einen Schultag bedeute keine Einschränkung in der Heranbildung unserer Jugend, sondern es sei Aufgabe der nationalsozialistischen Erziehungsreform, hier einen Ausgleich zu schaffen. Der Lehrer werde heute mitten hineingestellt in das Volk, des Staates stehen. Es gebe in Zukunft keine fenfchaft, die nicht eingestellt wäre auf ein und das heiße: Deutschland und seine Zukunft! Das 3 ch der Tod, das Volk ist das Leben! gende Obhut des Staates genommen. Das neue deutsche Heer werde, wie Adolf Hitler fagt, in Zukunft nicht mehr dem einzelnen Gehen und Stehen beibringen, sondern viel höheres: „In dieser Schule soll der Knabe zum Mann gewandelt werden, und in dieser Schule soll er nicht nur gehorchen lernen, sondern dadurch auch die Voraussetzungen zum späteren Befehlen erwerben." Heber „Hitlerjugend und Schule" sprach Die Lehrer im NSLB. hätten dafür zu sorgen, daß aus der Vermählung von Wissen, Arbeit und schöpferischer Kraft neue Werte emporwachsen. Voraussetzung hierfür sei die Bejahung der Ganzheit in unserem Volke. Aber nicht das Wissen vom Staat sei das Entscheidende, sondern der Wille zum Staat. Vom Lehrplan müsse das verlangt werden, was zum Leben und kämpferischen Mollen notwendig und bisher vergessen worden sei, wie Rassenforschung und Biologie. Es sei erfreulich, wenn die Kirchen nun mit der nationalsozialistischen Bewegung gingen, aber sie müßten die Tore weit aufmachen für Rasse und Volk. Von dem nationalsozialistischen Lehrer müsse er drei Eigenschaften verlangen: Güte, Klugheit und Heiterkeit. Die große Sehnsucht bleibe: Deutschland. Wenn alle Menschen in Deutschland Deutschland wollten, dann sei eigentlich das Deutschland schon geschaffen. Es sei das Ziel, auf den rassischdeutschen Manschen binzuarbeiten, der im Arbeiter seinen Schicksalsgenossen sehe. Der 7l$£B. stehe, wo die Fanatikerorganisa- tion unserer Weltanschauung siehe. Der NSLB. lehne es ab, sich mit den wirtschaftlichen Fragen der Lehrerschaft zu befassen. Die würden gelöst, wenn die geistigen Fragen gelöst seien. „Wir geben von dieser Tagung mit dem Entschluß heim: Mag kommen was wolle, den Teufel holen wir aus der Hölle um Deutschlands willen!" Langandauernder begeisterter Beifall dankte Reichsamtsleiter Sch e mm für feine tiefgehenden Ausführungen. Giabsleiier der PO. Dr. Ley überbrachte dann die' Grüße des Führers, feines Stellvertreters Rudolf Heß und der ganzen R e i ch s l e i t u n g. Er dankte dem Führer des NSLB., Staatsminister S ch e m m , für fein her» vorragendes Wirken um die deutsche Erzieherfront. Dr. Ley führte dann weiter aus: Wir müssen dem Schicksal immer wieder danken» daß es uns lichkeit gibt, nationalsozialistisches Gedankengut und wahrhaftes Soldatentum zum Nutzen des Gefamtvolkes der deutschen Jugend anzuerziehen. Das reine Verufssoldatentum, das uns heute noch aufgezwungen bleibt, könne diese Aufgabe nicht erfüllen, da der Umkreis seiner Wirkungsmöglichkeit zwangsläufig zu sehr beschränkt bleibe. Auf der großen Tradition des alten Heeres aufbauend, müsse das neue deutsche entstehende Volksheer geschaffen werden. Das neue deutsche Heer werde aber erstehen auf den Erziehungsidealen und Grundlagen des völkischen Staates, der die Erziehung der Jugend von Grund auf verändert Hal und noch verändern wird. Die körperliche Ertüchtigung der Jugend und daauch Deutschland stehen. Ministerpräsident Klagges-Braunschlveig u. a. aus: Während die deutschen Lehrer sich , pg. Bauer-München. Die Jugend im nationalsozialistischen Staat brauche eine Bildung, die mit den besten Methoden erreicht werden müsse. Der Lehrer der Zukunft müsse durch die Zucht der SA., des Arbeitsdienstes usw. hindurchgegangen sein. Wir brauchten freudige Mitarbeit der deutschen Erzieher. Der lebendige Kameradschafts- und Gemeinschaftsgeist, der in der HI. herrsche, müsse auch in der Erzieherschaft in bestem Sinne wirksam sein. Wie die deutsche Jugend an den Lehrer glaube, so müsse auch der Lehrer an die deutsche Jugend glauben. Solange die deutsche Jugend im Grifte Adolf Hitlers aufwachse, solange werde ' ....... Begrüßungsabend mit Saarkundgebung in der Iesthalle. Der Begrüßungsabend in der Festhalle stand unter dem Zeichen der Trauer um Deutschlands großen Toten, den Reichspräsidenten und General- seldmarschall von Hindenburg. Stumm marschierten die umflorten Fahnen des RS.-Lehrer- bundes ein, die von den Massen stehend gegrüßt wurden. Staatsminister S ch e m m gedachte des Reichspräsidenten. Rach der Ouvertüre zur Oper „Die heilige Linde" von Siegfried Wagner und dem Chor „Wach auf" aus den „Meistersingern" begrüßte der Amtsleiter des Gaues Hessen-Nassau im NSLB., Ministerialrat Ringshausen, die Versammlung. — Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs überbrachte die Grüße der Stadt Frankfurt und des Kreises Groß-Frankfurt der NSDAP. — Der Führer der saarländischen Lehrerschaft, Dr. Schweig, MdL., überbrachte die Grüße des Saardeutschtums. — Nach dem Gesang des Saarliedes schloß Staatsminister S ch e m m die Kundgebung. und das Leben. Die Grundlage unserer Erziehung sei die Rasse. Es muß durch den geeigneten Unterricht auf rassischem Gebiet das mitgegeben werden, daß keines der hinausgehenden Kinder eine Sünde wider das Blut begeht. Im Nationalsozialismus müsse das Volk und besonders der Erzieher auf den Wällen ------ Wis- listische Erziehung. Eine neue Schule kommt mit dem neuen Lehrer, wenn in der Schule der neue völkische Mensch erzieht und lehrt. Wir kommen damit zu der Frage: Haben Sie diesen Lehrer schon? Die deutsche Lehrerschaft hat sich in den 1A Jahren die beste Mühe gegeben und tut im großen und ganzen, was sie kann. Ich sehe die Aufgabe, die ich zu lösen habe, nicht als gelöst an, wenn ich eine Lehrerschaft habe, die mir versichert und das in ihrem Tun bestätigt, daß sie die neue Regierung nicht sabotiert. Wenn ein Erzieher es nicht fertig bringt, die deutsche Geschichte deutsch zu sehen, dann soll er nicht deutscher Lehrer werden. (Beifall.) Was geschichtlich geworden ist, das ist geworden. Es sind über Deutschland viele Weltanschauungen dahingegangen. Was ist denn nun das einzige? Es ist der ewige B l u t st r o m, es ist das ewige Volk! Wo einmal der Blutstrom verdorrt, vergehen die Kulturen für immer. Ein Volk auf seiner Scholle das ist die einzige Garantie der Ewigkeit auf dieser Erde. Meine Erzieher und Erzieherinnen, die deutschen Jugend wird Ihnen nie gehören, wenn Sie nicht mit der Jugend leben. Wir verlangen vom deutschen Lehrer, daß er Gemeinschafts- mensch ist, und daß er sich dahin begibt, wo man das lernt. Sie sind mit Ihren Kindern zusammen die Volksarmee, dann müssen Sie auch marschieren. Die junge Lehrergeneration wird das Führerkorps werden. Ich kann diese neue Erziehung nur mit neuen Menschen machen. Ich habe den NSLB. gedacht als ein Erziehungsinstitut, das mir von der kameradschaftlichen Seite die neue Lehrerschaft zu bilden hilft. Diese Organisation ist für mich maßgebend, keine andere in der Welt. Die Organisation Darf aber nicht glauben, daß sie alles erfassen muß Machen Sie das Tor eng, machen S i e sich rar. Don heute ab steht die HI. neben Elternhaus und Ihnen als Miterzieher. Die Lehrerschaft kann heute noch nicht sein, was sie einmal werden soll. Es sind in der Hitze des Kampfes Ausdrücke gefallen, die mit dem heutigen Tage vorbei find. Ich werde nicht mehr dulden, daß eine deutsche Erzieherschaft summarisch verurteilt wird. Lassen Sie mich unter Ihnen, als Ihr Kamerad, Deutschlands erster Erzieher fein und bleiben. Reichsamtsleiter Schemm dankte in seinem Schlußwort Reichsminister Rust und schloß mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf den Führer. Am Nachmittag fanden Besprechungen Der einzelnen Fachschaftsleiter über organisatorische Fragen statt. ©er Schluß am Sonntag. LPD. Frankfurt a. M., 5. Aug. Nach stark besuchten Gottesdiensten füllte sich um 11 Uhr die Frankfurter Festhalle zur Schlußfeier der Reichs- tagung des NS.-Lehrerbundes. Nachdem still und feierlich die umflorten Fahnen eingezogen und die ernsten Klänge Der Coriolan-Ouvertüre von Beethoven verklungen waren, eröffnete Der Gauamtsleiter des NSLB. Hessen-Nassau, Ministerialrat Bingshausen die Schlußtagung mit Worten der Begrüßung für Den Stabsleiter Der PO. Dr. Ley und Den Reichs- ftatthalter Gauleiter Sprenger. Wir wissen Diesen Besuch zu würdigen, so erklärte Pg. Rings- fer Tagung, der größten Lehrertagung, die jemals in Deutschland ftattfanD. lieber allem Widerstreit stehe heute die deutsche Lehrerschaft geschlossen in der vom NSLB. geführten Erzie- herfront. Diese Tagung habe auch eine geschichtliche Bedeutung, Denn sie stehe im Zeichen Der Trauer des ganzen deutschen Volkes um unfern Generalseldmarschall und Reichspräsidenten. Die Aufgaben der Zugenderziehung im Dritten Reich. Wegweisende Richtlinien der Ersten Reichstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes LPD. Frankfurt a. M., 3. August. Die erste Reichstagung des Nationalfozialisti- f cf) e n Lehrerbundes, zu der über 30 000 Lehrer aus allen Teilen des Reiches nach Frankfurt gekommen sind, wurde mit der Eröffnung der großen Lehrmittelaus ft ellung auf dem Festhallengelände durch Staatsmmister Gchemm, den Reichsamtsleiter des NSLB., eingeleitet. Der Redner führte u. a. aus, es solle dadurch offenbart werden, daß der deutsche Lehrer nicht nur ein schwärmerischer Idealist sei. Er wisse vielmehr, daß er wie jeder andere künstlerische Mensch Handwerkszeug brauche. Im Mittelpunkt Der Erziehungsarbeit stehe aber im nationalsozialistischen Staat nicht die Methode, die Form oder das Werkzeug, sondern das seelische Moment. Die Ausstellung stehe unter dem Motto: Wir wollen erziehen die deutsche Jugend zu rassisch bewußten deutschen Menschen. Hinter der Ausstellung stehe der Wille des Führers, der der größte und beste Lehrmeister der Nation fei. — ging in feiner Rede davon aus, daß sich feit lieber» nähme Der Macht Durch ADolf Hitler ein Prozeß Der UmroanDlung vollzogen habe. Aus einer Nation der Zerrissenheit fei eine Nation der Einheit geworden. Die drohende Linie am Main fei nahezu unsichtbar geworden. Mächtig stehe die zentrale Reichsgewalt da wie nie zuvor. Immer klarer werde das Bild der Deutschen. Im Lager und in der Kolonne bilde sich eine neue Gemeinschaft der Ordnung. Die Welt frage: Was soll das Marschieren dieses Volkes? Vielleicht sei dies die Stunde, um einmal einige Worte der Aufklärung über den Rhein und den Kanal hinüber zu richten. Seit Jahren haben Frankreich und England auch Stunden schwerer Entscheidungen erlebt, aber niemals ist ihre Nation vor die Frage ihrer Existenz gestellt worden. Sie wissen nicht, was sie Deutschland voraus haben. Als der Führer in Verantwortung für das Polk einige seiner früheren Mitkämpfer richten mußte, da sprach man Drüben vom brutalen Zustande des Mittelalters. Wir haben immer ringen muffen um die nationale Einheit, sie nicht. Wir tragen in Deutsch- land an dem schweren Schicksal, daß die Reformation nicht ausgepaukt worden ist. Und daher geht mitten durch das Volk die Demarkationslinie der Kirchen. Als am 9. November 1918 das Volk auseinderbrach, da war auch sofort der Versuch wieder lebendig, mit religiösen Parteien Parteipolitik zu machen. Wenn der Führer dieses Deutsche Reich gründet, vollzieht sich durch die Arbeit seiner Witkämpfer eine Kohäsionsbewegung durch das Volk. Immer näher komme der Augenblick eines Wir. Dies vollkommen durchzuführen sei die Ausgabe einer Generation. Löst sie diese Ausgabe, dann gut, wenn nicht, dann nie mehr. (Emig hat das Volk dafür zu sorgen, daß die künftige Generation ihr Brot findet. Aber dieser Generation ist die Aufgabe gestellt, ein Volk zu werden, und zwar so, daß es nie mehr zerfallt. Wir müssen uns so Zusammenleben, daß es m der Geschichte hält. Die Frage liegt auf Den Lippen Der alten Kämpfer: „Was wird aus Der Deutschen Wirtschaft, was mit Dem stänDischen Aufbau?" Darauf tonne man nur antworten: Die n a 11 o n a l so z lallst , sch e Wirtschaft kommt, wenn Die Menschen in Der Wirtschaft Nationalsozialisten geworben sind Und hier liege das Problem Der Deutschen Erzieher. „Ähr Deutschen Lehrer o führte Reichsminister Rust aus „die Aufgabe Der Deutschen Zukunft wird gelost, wenn wir den neuen deutschen Menschen geschaffen ha- ben (sTanaanba tenber B-isalU Und bamit tritt der d üifch- Erzieher an bi- Spitz- der Schaffung der hpu ^iHunft Die Völker sind Die einzigen R-7 W^-n in b-r G-schich^ Es ist, klar baß Darnit D e r 3 u g e n D e i n n e u es® es chlchts- h . (b überliefert werben muß. Das ist Die erste Säuberung zukünftiger Erziehung. Die srocite For- d-runa lautet: Völkisch-- Denken heißt nicht nur die G-W-Hte sehen. Deshalb muß bas erste fundamentale Gesetz leint wenn bu nicht bas deutsche Sebelhen tmmer voranstellen willst, bann kann Deutschland nicht gedeihen. Es werde immer g-sragt, wann endlich biefes 7n7ed°m Menschen mußten all- Kräfte ent- w ckett werdern nicht nur ber Intellekt sondern auch “er Mut. der Wille, nicht nur der Geist, sondern nm* Der Körper. Es andere sich der Lehrplan und es ^ndere sich bas Erziehungsprinzip An die Stelle der Allgemeinbildung trete die nationalsozia- Reichsstatthalier Gauleiter (Sprenger begrüßte hierauf die Parteigenossen des NSLB. und Die Mitglieder Der Deutschen Erzieherfront im Gau Hessen-Nassau und beglückwünscht? sie zu Die» Hausen, insofern, als wir wissen, Daß wir hier zwei Vertreter vor uns haben Der treuesten Gefo^lgschaft unseres Führers aus schwerster Zeit heraus. In diesen beiden Vertretern sehen wir vor uns die Verkörperung der Treue. Wir wissen diese Ehrung zu würdigen auch insofern, als sie für uns bedeutet die Anerkennung des Erzieherstandes und feine Bedeutung für die deutsche Zukunft. LPD. Frankfurt a. M., 4. Aug. Am Sams- tagoormittag um 9.30 Uhr wurde Die Arbeitstagung des NS.-Lehrerbundes eröffnet. Die große Festhalle war so Überfüllt, daß nicht alle Tagungsteilnehmer darin Platz finden konnten. Als erster Redner sprach der Gauobmann von Hessen-Nassau des NSLB., Ministerialrat Ringshausen, der u. a. ausführte: Die Reichstagung ist ein Markstein in der Geschichte des deutschen Erziehungswesens. Wir werden von nun an eine Richtung einschlagen, die zu verfolgen uns in der Vergangenheit nicht vergönnt war, da wir nicht das Glück hatten, eine einheitliche Nation zu fein. Die Tätigkeit des deutschen Erziehers wird nicht nur in dem Bewußtsein bestehen, er habe seine Schuldigkeit getan und die Bestimmungen und Verpflichtungen genau erfüllt, sondern der nationalsozialistische Erzieher schaut immer nach vom, auf das, was noch zu tun ist. Er ist sich dessen bewußt, daß er mit der Träger ist der deutschen Zukunft. Als Erzieher werden wir von dieser Tagung mit= nehmen das klare Ziel, das der Führer vorgeschrie- ben hat, und wir werden an die Arbeit gehen, um die deutsche Zukunft zu bauen. Heber „Vererbung und Erziehung sprach sodann Pg. Dr. Gerhard Dresel, Leipzig. Wir sind, so erklärte der Redner u. a., heute unterrichtet über die Regeln und Gesetze, nach denen sich die Vererbung der Eigenschaften bei Rassenkreuzungen und Paarungen Der Menschen abspielt. Wir wissen unumstößlich. Daß die auf den (Erbanlagen beruhenden Hnterschiede der Menschen Schicksal sind. Aber dieses Schicksal ist nicht absolut fatalistisch hinzunehmen, denn die Entfaltungsmöglichkeiten der Erbanlage sind in gewissen Grenzen der äußeren Bewirkung zugänglich. Diese äußere Bewirkung im Rahmen des Möglichen zu erreichen, ist das Kampfziel des Menschen mit nordischem Blut im Gegensatz zu anderen Rassen, die sich dumpf fügen, während das nordische Blut im Zwang seiner ererbten Begrenzung sich die Freiheit gestaltet. Voraussetzung dazu ist die Selbsterkenntnis und Selbstzucht. Damit hat jeder Erzieher bei sich selbst anzufangen. Der Aufbau der Schule muß so gestaltet werden, daß wenigstens nach der Pubertät eine Trennung eintritt nach den beiden großen Begabungsunterschieden des Gelehrsamkeits- und des Tatmenschen. Wir wollen keine gleichförmige Bildung, wir wollen harmonische Menschen im Ausmaß ihrer Anlagen. Dann wird jeder, Mann und Frau, seinen Platz in der Generationenfolge finden und sich aus freier Verantwortung entscheiden können, ob er wert ist ein Ahnherr oder eine deutsche Mutter zahlreicher Nachkommen zu sein, oder ob er auf dieses vornehmste Recht aus innerer Heberzeugung verzichten muß zum künftigen Heil seines Volkes. In seinem Referat „Lehrerbildung im nationalsozialistischen Staat" stellte Universitätsprofeffor pg. Dr. Krieck-Heidelberg für Die Lehrerbildung vier Grundsätze auf: Die Lehrerbildungsschulen sind auf die nationalsozialistische Weltanschauung zu gründen. Der erzieherische Aufbau ist gegeben mit der hündischen Lebensform (HI. usw.) Der weltanschaulich-wissenschaftliche Oberbau wird ereicht durch eine völkische Erziehungswissenschaft. Sie erst wird den kommenden Erzieher befähigen. Alle erzieherische Arbeit muß im Zusammenhang stehen mit unseren Le- bensgesetzem Der Grundsatz der nationalsozialistischen Weltanschauung, so führte der Redner weiter aus, besage nicht bloß, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe, sondern auch daß jedem das Seine werde. Das gelte auch für die Bildung. Wir könnten die Dolksschullehrer, die Berufsschullehrer und die Lehrer an den Hochschulen auf die gleiche weltanschauliche Linie bringen, aber nicht können wir, daß die Volksschule und die Unioerfität eine schematische Einheit werden. Oberstleutnant Gtemmermann vom Wehrkreiskommando V sprach anschließend über „W ehrmacht und Nationalsozialismus". Der Aufbau des Offizierkorps fei nur dem einen Grundgedanken untergeordnet, ein Führerkorps zu schaffen, das auf Grund hohen beruflichen Könnens und persönlicher Charakterwerte zu befehlen und zu gehorchen versteht. Aber nicht nur der Gehorsam tue es, er müsse auch mit Können gepaart sein. So suche das Heer durch sorgfältige Auswahl, durch iiyrner erneute Auslese die Spreu vom Weizen zu trennen und in leitende Stellen des Offizierkorps nur Leute hineinzunehmen, die lange Jahre in allen möglichen Lagen in Dienst und Selbstzucht sich bewährt haben. Es werde die große Aufgabe der Gegenwart und der nahen Zukunft fein, für Deutschland eine Wehrverfaffung und ein Wehrsystem zu finden, das der heutigen Wehrmacht die Mög- Diese Geschlossenheit trete aber auch vor aller Well in Erscheinung durch die treue Gefolgschaft des deutschen Volkes dem Erkärnpfer der deutschen Einheit, dem Führer Deutschlands, Adolf Hitler, gegenüber. Der Gauleiter gedachte dann des Gauobmanns Pg. Rings Hausen, der zu den ersten Rufern im Streit gehörte, und der der Organisator der Erzieherfront in Hessen-Nassau sei. Weiter wies er darauf hin, daß auch von Frankfurt aus der Gedanke der nationalsozialistischen Erziehung ins Volk hineingetragen worden sei, indem insbesondere Professor K r i e ck immer wieder positive neue Wege den deutschen Erziehern gezeigt habe. Im Rhein- Main-Gebiet, so fuhr Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger fort, haben wir eine uns aufgetragene schwere Aufgabe durchzuführen. Beim Reinemachen in Der Staatsverwaltung fjabe ich befonDeres Gewicht Darauf gelegt, Den Erzieherstand von Elementen zu reinigen, die nicht fähig sind, aus einem deutschen Kind einen deutschen Menschen z u machen. Ich freue mich auch, daß es uns möglich war, das erste Schulungslager für Erzieher in Deutschland einzurichten. Dieses Erziehungslager in Mainz wird für alle Zukunft das Lager für unsere Gegend bleiben. Die Wiege des NS.-Lehrerbundes steht in Bayreuth, im Quellgebiet des Mains, und hier in Frankfurt, vor der Mündung des Mains, ist der Anstoß ausgegangen, die Gesamtheit Der deutschen Beamtenschaft zusammenzuführen. Wit Genugtuung und Befriedigung darf ich feststellen, daß zwischen dem Leiter des NSLB., Pg. S ch e m m, und mir, als dem Führer der gesamten Beamtenbewegung, eine enge Zusammenarbeit stattgefunden hat. Wainquelle und Wainmündung sind somit symbolhaft für das Werden der deutschen Erzieherfront. Möge diese bedeutungsvollste aller Lehrertagungen Zeugnis oblegen von dem Wollen, die deutsche Jugend nach dem Willen Adolf Hitlers zu erziehen. Nerchsamisteiier Gchemm verlas dann zu Beginn feiner Ausführungen ein Telegramm, das der Führer an die Reichstagung des NSLB. nach Frankfurt a. M. gerichtet hat. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: „Ich danke für den Ausdruck Ihrer Anteilnahme am hinfcheiden unseres Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Wöge Ihre Tagung in dieser ernsten Zeit der großen Ausgabe dienen, die die Erziehung unseres Volkes zur Volksgemeinschaft und für den nationalsozialistischen Staat stellt. Wit diesem Wunsche begrüße ich Sie und Ihre Tagung. Adolf Hitler.- Danach führte Reichsleiter Sch e mm aus: Der Nationalsozialismus sei eine Erziehungsmacht, wie sie nie in unserem Volke gewirkt habe. Der Nationalsozialismus wolle, daß die Fundamente, auf denen die Einrichtungen der Erziehung beruhen, umgestaltet werden. Es müsse das Fundament deutscher Weltanschauung und deutscher Rasse gesetzt werden. Dafür sei die Weltordnung des nordischen Menschen bestimmend. Die Begriffe Bildung und Wissen müßten von Grund auf reformiert werden. Der nationalsozialistische Lehrer sehe nicht das Leben vom Fenster der Schule aus, sondern wolle das Leben in die Schule stellen. Der vornehmste und größte Erzlehungsfaktor aber sei der Staat. Damit sei gesagt, daß der Typ des politischen Wenschen entstehen müsse. Früher wäre so etwas unmöglich gewesen, da mit jedem Lehrer eine andere Partei durch die Tür hereingekommen sei. In der nationalsozialistischen Schule müsse Politik getrieben werden, weil es ja nur eine Politik gebe, die heiße Deutschland mit die Grundlage jeder militärischen Dienstlei-! rer roeroe gerne muien gineuigqieui m uu» -< ftung sei von Anbeginn der Schulzeit an in die sor- j damit er als wahrer Volkserzieher wirken kann. führte __________ _____ . , , . im Kampf verzehrten und ihr großes Ziel aus den Augen verloren, wurde die deutsche Einheit doch geschaffen. Sie wurde geschaffen durch den Führer ADolf Hitler. Die Sehnsucht unserer deutschen Lehrerschaft und des ganzen deutschen jenen gottbegnadeten gn Q n n geschickt hat, der in seiner einfachen klaren Sprache den Weg in die Herzen unserer deutschen Volksgenossen gefunden, das deutsche Volk aus Schande und Elend gerissen und diesem wundervollen Volk jenen Glauben gegeben hat, der dieses Volk über alles halten wird und vorwärts trägt. Adolf Hiller ist der erste Erzieher seines Volkes. Er lebt uns alles vor, was wir tun sollen. Er hat gerade in den letzten Wochen dem Volke gezeigt: Je größer die Not, umso größer der Führer! Mit einer Trauerkundgebung für den verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg und dem Lied vom guten Kameraden fand die Tagung ihr Ende. Litauen verbietet die Einfuhr deutscher Zeitungen. K o w n o , 4. Aug. (DRV.) Wie amtlich gemeldet wird, sind auf Beschluß des Direktors des Staatssicherheits-Departements 24 führende deutsche Zeitungen mit sofortiger Wirkung vom 3. August 1934 bis zum' 1. Januar 1935 für die Einfuhr und Verbreitung in Litauen verbaten worden. Begründet wird die Maßnahme damit, daß' die betreffenden Zeitungen dauernd beleidigende, die litauische Oeffentlichkeit aufreizende Nachrichten und Artikel veröffentlicht hätten und eine systematische Propaganda gegen die Autorität Litauens im Memelgebiet geführt hätten; der Inhalt der Zeitungen sei der „Aufbauarbeit des unabhängigen Litauen" schädlich. Von dem Verbot werden die nachfolgenden Zeitungen betroffen: Völkischer Beobachter, Preußische Zeitung, Königsberg, Königsberger Allgemeine Zeitung, Königsberger Tageblatt, Ermländische Zeitung, Braunsberg, Berliner Tageblatt, Berliner Lokalanzeiger, Berliner Illustrierte Nachtausgabe, Der Tag, Berliner Morgenpost, Kreuz-Zeitung, Frankfurter Zeitung, Hamburger Fremdenblatt, Hamburger Tageblatt, Berliner Börsenzeitung, Neue Leipziger Zeitung, Leipziger Neueste Nachrichten, Sonntagmorgen, Deutsche Wochenschau, Deutsche'Allgemeine Zeitung, Aufwärts, Bamberger Tageblatt, Preußische Lehrerzeitung. Eine größere Flotte für England. Forderungen des Admirals Beatth. London, 6.Ang. (DNB.) Der bekannte Führer der britischen Flotte im Weltkrieg Admiral B e a t t y forderte am Samstag in einer Rede in Portsmouth eine größere Flotte für Großbritannien und eine Befreiung von den „Fesseln des Londoner Vertrages". Die britische Flotte sei heute ungenügend, um den für die Sicherheit und Wohlfahrt des Britischen Reiches notwendigen Schutz zur See zu gewährleisten. Die britische Flotte werde ebenso wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft das wichtigste Instrument zur Wahrung des Weltfriedens sein. Heute sei die Unruhe in Mitteleuropa die gleiche wie vor zwanzig Jahren, „und dieselbe Macht verursache die Unruhe" (!). Während der letzten Wochen sei eine Entwicklung eingetreten, daß ein falscher Schritt ganz Europa in Brand setzen konnte. Unruhen in Algerien. Paris, 6. Aug. (DNB.-Funkspruch.) In Con - st a n t i n e (Algerien) kam es am Samstag zu ernst en Ausschreitungen, die durch das Verhalten eines betrunkenen Zuaven verursacht wurden. Nachdem 23 Personen in der Nacht zum Sonntag im Verlaufe der Zusammenstöße verletzt worden waren, glaubte man, daß die Ruhe endgültig wieder hergestellt worden sei. Die Zwischenfälle wiederholten sich aber am Sonntag. Wie jetzt feststeht, handelt es sich um schwere Zusammenstöße algerischer Einwohner und jüdischer Elemente. Algerier haben jüdische Läden .in Brand gesteckt und einige Häuser vollkommen zerstört. Aus Algier wurden eiligst Seneaaltruppen, Gendarmerieabteilungen und Feuerwehr nach Constantine entsandt. Am Sonntagabend soll die Ruhe wieder hergestellt gewesen sein. Einzelheiten fehlen, doch spricht man von zahlreichen Verletzten und sogar Toten. Weitere finanzielle Abhängigkeit Oesterreichs von Frankreich. Paris, 6. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der sozialistische „Populaire" will erfahren haben, daß die französische Regierung sich grundsätzlich für die Auflegung einer Anleihe von 3 5 0 Millionen Francs für d i e Stadt Wien ausgesprochen habe. Die Anleche sei von der Regierung Dollfuß vorbereitet worden, sie solle von einem Konsortium Pariser Großbanken ausgenommen werden. Die Auflegung sei für den Herbst oder Winter vorgesehen. Kunst und Wissenschaft. Schillers „Räuber" vom Heidelberger Festspielplan abgeseht. Wegen der Landestrauer hat die Leitung der Heidelberger Reichsfestspiele die vorgesehenen Aufführungen von Schillers „Räuber" vom Spielplan ab gesetzt. Aus aher Welt. „Graf Zeppelin" zur fünften diesjährigen Südamerikafahrt gestartet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Sonntagfrüh 5.35 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann zu seiner fünften diesjährigen Südamerikafahrt gestartet. An Bord befinden sich 15 Passagiere. An Fracht werden 111 Kilogramm, an Post 160 Kilogramm befördert. Ein Bursche Hindenburgs in Pforzheim. Wie der „Pforzheimer Anzeiger" mitteilt, lebt in Pforzheim (Baden) ein Bursche des verstorbenen Generalfeldmarschalls von Hindenburg, und zw.ar der am 12. Dezember 1845 geborene Robert Seiler, der mit seinen 89 Jahren nach seinen Aussagen noch der einzige Veteran von 1866 aus der Pforzheimer Gegend ist. Der alte Mann ist leider ziemlich kränklich und läßt sich nur mit Mühe etwas über die Jahre, die er mit Hindenburg zusammen war, entlocken. Danach hat er an der Seite „Hindenburgs, der damals „Seconde-Lieutenant" im 3. Garderegiment bei der zweiten Armee des Kronprinzen Friedrich war, die Schlacht bei König- grätz mitgemacht. Nach dem Friedensschluß blieb er weiter bei Hindenburg, als das Regiment nach Hannover versetzt wurde. Auch den ganzen Krieg 1870/71 hat Seiler mit Hindenburg mitgemacht. Einzelheiten aus seinem Zusammenleben mit Hindenburg weiß der Greis jedoch nicht mehr. Vater und Sohn lot aufgefunden. Aus Krefeld wird gemeldet: Am Sonntagnachmittag wurde der 13jährige Heyer in Orbroich bei Hüls im Bett erdrosselt aufgefunden. Der Verdacht lenkte sich auf den Vater des Erdrosselten, der seit der Tat verschwunden war. Am Sonntagnachmittag fand man ihn am Hülser Bruch e r - hängt aus. Ueber den Grund der Tat ist nichts Genaueres bekannt; jedoch wird angenommen, daß der Vater aus Gram über den vor einigen Tagen erfolgten Tod seiner Frau die Tat begangen hat. Wiesbadener Gotdwarenhändter von Franzosen verhaftet. Französische Zollbeamte haben auf dem Bahnhof Diedenhofen den Wiesbadener Goldwarenhändler Karl Krasnobowski verhaftet. Der Führer • des französischen Flugzeugs „Regenbogen" zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Der Führer des französischen Ueberseeflugzeuges „Regenboge n", M e r m o z , traf in Le Bour- get ein, wo er vom Luftfahrtminister General D e - na in persönlich empfangen wurde. Der Minister teilte ihm bei dieser Gelegenheit seine Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion mit. Eisenbahnunfall in Amsterdam. — Zwölf Personen verletzt. In der Nähe des Weesperportbahnhofes in Amsterdam überfuhr ein Dieselmotorenzug ein Haltesignal und stieß mit einem in voller Fahrt einlaufenden Dampfzug zusammen. Einer der Dieselmotorenwagen wurde in der Flanke von dem Tender der Lokomotive erfaßt und vollständig aufgerissen. Verschiedene Abteile wurden ineinandergeschoben und die Reisenden durcheinandergewirbelt. Zwölf Personen wurden verletzt, darunter sieben schwer. Die meisten der Verletzten haben Beinbrüche erlitten. Daß die Zahl der verletzten Personen nicht hoher ist und keine Toten zu beklagen sind, wird auf die solide Stahlkonstruktion des Dieselzuges zurückgeführt. Drei Italiener in Brüssel von Kommunisten überfallen. In Brüssel wurden drei italienische Staatsangehörige von Kommunisten überfallen und schwer verletzt. Die Italiener hatten als Mitglieder einer italienischen Wohlfahrtsorganisation eine Gruppe von italienischen Kindern, die zur Erholung an die belgische Küste geschickt worden lind, an den Bahnhof in Brüssel geleitet. Nach der Abfahrt des Zuges überfiel eine Bande von Kommunisten unter dem Geschrei „Nieder mit dem Faschismus" die drei italienischen Herren, die zur Stadt zurückkehren wollten. Als die Polizei eintraf, ergriffen die Kommunisten die Flucht. Die drei Italiener wurden in schwerverletztem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert. Steinlawine verschüttet den Schienenstrang. Auf der Eisenbahnstrecke Aosta—Turin ging in der Nähe von Arnaz eine Steinlawine nieder, । die den Bahnkörper in einer unübersichtlichen Kurve 1 in kurzer Zeit unter Felsblöcken, Steinen und Erdmassen völlig begrub. Wenige Minuten später näherte sich in voller Fahrt ein auf der Strecke verkehrendes Schienenautomobil, das stark besetzt war. Einige Meter vor der Unglücksstelle brachte ein Bauer den Wagen zum Halten und verhinderte so ein schweres Unglück. Der Steinschlag war durch dauernde Regengüsse der letzten Tage verursacht. Französische Ortschaft eingeäfchert. Die Ortschaft La Haie-en-Crossac in der Bretagne ist durch ein Großfeuer vernichtet worden. Die Feuerwehren konnten des Brandes nicht Herr werden, da kein Wasser zur Stelle war. Vier Personen wurden bei den Rettungsversuchen verletzt. Ein großer Teil des Viehbestandes und der Getrside- und Strohvorräte ist ein Raub der Flammen geworden. Die Feuersbrunst soll durch einen Schornsteinbrand entstanden sein, der sich auf das Strohdach des Hauses übertragen hatte. Eine Mutter mit ihren sechs Kindern verbrannt. In Graul in der spanischen Provinz Huesca singen mehrere Filmrollen in einem Wagen eines Wanderzirkus Feuer, das schnell den ganzen Wagen erfaßte. Eine Mutter mit sechs Kindern kam in den Flammen um, da die Tür versperrt war. Die Mutter hätte noch durchs Fenster flüchten können, doch bemühte sie sich um die Rettung der Kinder, bis auch sie ein Opfer der Flammen wurde. Unwetter über Dänemark. In verschiedenen Gebieten Dänemarks ging schwerer wolkenbruchartiger Regen nieder, der große Verheerungen und Ueberschwemmun- g e n anrichtete. Am stärksten ist die Stadt Nakskov in Laaland betroffen, wo in den niedrig gelegenen Stadtteilen die Straßen unter Wasser gesetzt wurden. Das Gaswerk sowie verschiedene andere Betriebe wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen. In Reidts-Iuftfdiutibiini DIES IST NATIONALE luftfdiuts LMlckutz! WERDE MITGLIED IM . einer Reihe von Geschäften sind große Warenmengen durch die Wassermassen unbrauchbar gemacht roorben. Riesige Ueberschwemmungen in Persien. — 300 Todesopfer? Die Londoner Blätter berichten aus Teheran über riesige Ueberschwemmungen in der Nähe von Firuzkuh an der Straße Teheran—Mesched. Heber 300 Menschen seien ums Leben gekommen. Ebenso seien in der Stadt Täbris große Verwüstungen zu verzeichnen. Große Ueberschwemmungen in China. — Bisher 200 Todesopfer. Der Fluß Pungting hat weite Gebiete der chinesischen Provinz Hupeh überflutet. Die erst? Totenliste ist nunmehr veröffentlicht worden. Danach wurden bisher 2 0 0 Leichen geborgen. Durch die Überschwemmung wurden 21 Städte unter Wasser gesetzt und insgesamt 100 000 Häuser zerstört. Bisher 16 Tote im amerikanischen Unwettergebiet. Die ungewöhnlichen Wolkenbrüche und G e - Witter st ürme haben in den betroffenen Gebieten Millionenschäden verursacht. Auch Verluste an Menschenleben sind zu betfagen. «In Ohio zählt man bisher 15 Todesopfer, in Wsstpennsyl- vanien einen Toten. Mehrere Städte sind ohne Licht. Wettervoraussage. Zwischen dem Polentief und der neuen Störung über den britischen Inseln befindet sich ein flacher Hochdruckrücken, der auch unseren Bezirk in seinen Bereich nimmt. Absinkende Luftbewegung führt daher zunächst noch zu aufheiterndem und warmem Wetter. Da aber die westliche Störung weiter fortschreitet und somit wieder kühlere Luft heranbefördert wird, ist späterhin mit dem Auftreten lokaler Gewitterstörungen zu rechnen. Aussichten für Dienstag: Teils aufheiternd, teils Bewölkungsaufzug, warm, meist trocken, doch Neigung zu Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 5. August: mittags 22,5 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 6. August: morgens 12,2 Grad. Maximum 23,3 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. August: abends 20,1 Grad; am 6. August: morgens 15,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Emst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den üorigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 'V.: ßin neues £efcfjenk6ucfj für cNaturfreunde LMKU Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Von Karl Otto Bartels 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Or. Oeegener, Universität Berlin. Preis: karion. Reichsmark 3.90, gebund. Reichsmark 4.80. 3n meisterhaften Lichtbildern Hai hier einer der feinsinnigsten Beobachter die wunderbarsten Aatururkunden jener kleinen Tierwelt zutammengeiraqen, deren Leben-igewohnheiien im allgemeinen sehr wenig bekanni sind. Auch in den kleinsten Dingen offen bürt die Natur ihre Schönheiten, die uns Menschen lief beglücken können, wenn wir sie zu sehen verstehen. Verlangen Sie kostenlos das bebilderte Werbeblatt Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Vermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Elektrotechnik, Match.-,Auto- und Flugzeugbau, Fliegerlager Lehrtabrik für Praktikanten Bekanntmachung Anläßlich der nationalen Trauerfeier am Dienstag, dem 7. August 1934, wird der Wochenmarkt um 10/4 Uhr vormittags beendet. 4558C ' Gießen, den 6. August 1934. Bürgermeisterei Gießen. 9.234 Batt^olomätf & Mietgesuche Ml.MM für 10-12 RM. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03833 an o. Gieß. Ans. Lichtspielhaus Gießen Heute Montag und Mittwoch (Dienstag bleibt das Theater geschlossen) Werner Krauß Deutschlands größterSchauspieler in dem Ufa-Großfilm M Mensch ohne Hamen mit Helene Thimig — Maria Bard Hertha Thiele — Max Gulstorff Regie: Gustav Ucicky Vorher: Gutes Bei-Programm und NeueUfa-Woche u.a. 2000-km-Fahrt Täglich 4, 6 und 8.30 Uhr. 4553 c iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Von jg., kinderl. Ehepaar (ruhige Mieter) p.1.10., evtl, früher, gut erhaltene 2-3-Zim.Wolin. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 03829 an d. Gieß. Anz. iiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiii Zuverläss., sleitz. Mädchen das auch in Zimmerarbeiten bewandert ist, zum 15. August oder später gesucht. Hole! Köhler Gießen. 4550V Stellenangebote Tüchtiger Maurerpolier nach Gießen ges. Schriftl. Bewerbungen u.03828 andenGieß.AnzU I Verkäufe | MsöüiWz auf der Baustelle Gaffkystr. 7 am Dienstag,7.d.M. von 9—10 Uhr vorm. gegen bar abzugeben. <5520 Hess. Hochbauamt Gießen. Dienstag, den ».August 1034 sind unsere Kassenräume geschlossen! SlÜgemeineSvtskvankenkasse füv den -KveiS Gießen Die Direktion I u n_g.__________4555D 4flamm. Gasherd, 1 Zimmerofen, kompl. Bade-Ein- riebt., wenig geb., (Jnnk. Gasbadeofen Antomat, Junkers Gashelsofen), Feuerton- Waschtisch und Zubehör, 1 Bett und Waschtisch, 1 Babywagen, ein Grammophon n, Platten wegen Umzug billig ab- zngeben. 03834 Landgrafenstr. 61 1 Brikett- Oauerbrenner wie neu, 1 klein. Gasofen, 1 eis. Flaschenschrank billig zu vk. 4554D Seltersweg 38 U | Kaufgesuche | Gut erhaltener waren UM m. Schiebetür u. Aufsatzregal Gesamthöhe 2 Mtr., Länge 2,50 Mtr., Tiefe 30 Ztm., f.Zig.-Geschäft z. kaufen ges. Schr. Ang. mit Preis u.03832a.d.G.A. Küchenherd klein,weiß emailliert, für Rechtskamin, gebraucht aber -gut erb., zu kaufen ges. Schr. Angeb. u. 03830 an 0. Gieß. Anz. | Empfehlungen] Sorgfältige Ausführung Ihrer <64 7 d Photos arbeiten garantiert Löwen-Drogerie und Photohaus W.KilbingerNachf. Seltersweg 69. TORPEDO nur RM. 188.- schon für 4ie9D 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausen« Co. Bahnhofstraße ^ßenfib.HotelSchflh Reste von Kleider- und Wäsche-Stoffen Restposten von Wäsche- u. Bade- Artikeln jetzt besonders billig bei C. RÖHR & CO. _____________________________________________________________________4549 A Wlimugeii SMK fenwirk.a.i.d.hartnäck.Fäll.todsich. u.Gar.innerh.5-6Tg.restl.m.Wurz. beseit, d. Hühneraugen-Rapid. Best, erh.: Lö wen-Drog.W.Kilbinger Nacht. Seltersw.69 Ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt eich HMlicli Dr. Schäffer wieder da die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Beschäftekarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deehalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7, Ruf 2251 Detektiv K. Gen Bad-Nauheim Kurstraße 17, erleb. alle vertrauliche Privat- und Geschäftsangele' genbeiten, wie Auskünfte,Beobachtungen , Ermittelungen,Beschaffung vonBe- weismaterial in Straf-und Zivil- vroz., streng diskret. Svrechst.: 9-12^uL-6Ubr. Mögl. Bundes- tracht,Trauerslov* ZwecksDelümpfungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange, bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Vorlage desGewerbenachweijeS aujgeuommen werden. Verlag desGiebeuerAnzeigees entflogen. Bitte Benachrichtig.an 2Ö. llbC 03831 Gnauthstraße 32 I.S.D.F.B. Stahlhelm OrtsgruppeGießen Dienstag 10.30 Uhr Antreten am Heim znrTranerseier. Kassenschränke, 1 Bandschleifmaschine m. Motor, Büfett, 80 Spaten f.S.A., 2 Beilpicken, Vertikow, 1 Warenregal, Rauch-, Schreibtische, Tisch m.4Stühle,lToiletten- garnitur, 1 Transparent, kompl, Schaufensterbauten, Spannrah» men, Ofenwand.. , „ Bestimmt rlRegiftrierkasse-ITHeke, 1 Flügel, 1 Warenschrank. Scharmann *miD Gerichtsvollzieher Gießen Walltorstr. 48, Tel. 3108 _______________________________4548 D Dienstag, Den 7. August 1934,14 Uhr. lallen im ..Eöroen" fiter, lieuenroeg 28. fie3ro.an9rtunh5lelle(Beranntgafiein ofig. Mut), zwangsweise gegen var- zafiiung versteigert werkten: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, Ladenkassen, Stoffe, Kleider- undWarenschränke, iNi- vellierinstrument, Radios, Näh-, Schreib-, 1 Roto- und 1 Bohrmaschine, Klaviere, 1 Motor, Eis-, Nr. 181 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Montag, b. August 1934 Aufrüstung statt Abrüstung. Wenn im September in Genf die alljährlich zu- fammentretende Bölkerbundsverfammlung tagt, will die Abrüstungskonferenz einen erneuten schwächlichen Versuch einer Weiterarbeit machen, oder wenigstens einer Vorbereitung dieser Weiterarbeit. Wenn nicht noch ganz besondere Umstände eintreten, so wird sich die Abrüstungskonferenz, sofern sie tatsächlich zusammentreten sollte, der gleichen ungeklärten Lage gegenübersehen, wie bei ihrem Auseinandergehen im Mai, als nur durch die Annahme der lahmen Kompromißent- schliehung der endgültige Zusammenbruch der Konferenz und des ganzen Abrüstungsgedankens überhaupt mühselig hinausgeschoben wurde. In den seitdem vergangenen Monaten sind in der Abrüstungsfrage nicht die geringsten Fortschritte erzielt worden. Von „Abrüstung" zu reden ist überhaupt völlig längst abwegig. Von einer Abrüstung der hochgerüsteten Staaten kann nicht mehr die Rede sein. Das Ziel ist ein wesentlich beschränkteres und begrenzteres geworden. Es kann sich höchstens nur noch — und die Verwirklichung die- es Gedankens ist auch schon sehr wenig wahr- cheinlich — um eine Begrenzung der 'Hütungen auf den gegenwärtigen Stand handeln. Selbst die Erreichung dieses kleineren Zieles ist von der Erfüllung des weitgehenden französischen Sicherheitswunsches abhängig. Die französischen Sicherheitsforderungen gipfeln in dem Abschluß der verschiedenen, von B a r t h o u angestrebten regionalen Sicherheits- und Nichtangriffspakte, die den alten Militärbündnissen der Vorkriegszeit wie ein Ei dem anderen gleichend, die Aufrechterhaltung der französischen Vorherrschaft in Europa, die Einkreisung und M achtlos - Haltung des Deutschen Reiches unter weiterer Vorenthaltung der ihm durch die Fünfmächteerklärung vom Dezember 1932 theoretisch zuerkannten Gleichberechtigung anstreben. In dem undurchdringlichen und engmaschigen Netz der von Frankreich propagierten Regionalpakte, Ostpakt, Nordostpakt, Mittelmeerpakt, verstärktes Locarno durch sowjetrussische Garantie — um nur die wesentlichsten zu nennen — finden sich kaum die zünftigen Diplomaten zurecht, geschweige denn ein gewöhnlicher Sterblicher. Italien und England haben sich für die französischen Ostpaktpläne unter der Voraussetzung eingesetzt, daß ihr Abschluß den Weg zur Rüstungsbegrenzung ebne. Frankreich aber bestreitet diese Bedingungen und will von solchen Abreden in London nichts wissen. Bei der unbedingten Ablehnung des französischen Ostpakt' planes in der vom Quai d'Orsay erstrebten Gestalt durch Deutschland und bei der zum mindesten nicht allzu großen Bereitwilligkeit Polens zum Abschluß eines solchen Ostpaktes scheint sein Zustandekommen wenig wahrscheinlich. Unter diesen Umständen entfällt auch der letzte Hoffnungsschimmer selbst auf eine Begrenzung der Rüstungen, und als notwendige Folge muß ein zügelloses und ungeregeltes Wett- und Auf- rusten einsetzen. In Wirklichkeit hat diese Aufrüstung bei den anderen Mächten aber schon längst begonnen. Die Landmächte rüsten auf, und die Seemächte rüsten auf. Beide Gruppen sind fieberhaft bestrebt, ihre Luftstreitkräfte auszubauen. Frankreich, das im Begriff steht, seine gesamte Armee mit Rücksicht auf die Fertigstellung der großen Grenzbefestigungen und die Einteilung der dort eingesetzten Verteidigungstruppen im Rahmen einer Dreiteilung — in eine Grenzarmee, bestehend aus aktiven imd Reservetruppen, eine motorisierte Truppe und die große Masse der verbleibenden Kräfte, auch mit dem Namen „mobilisierte Nation" bezeichnet — neu zu organisieren, plant eine völlige Verjüngung seiner gesamten Luftstreitkräfte. Lehrreiche Einblicke in die Luftrüstungen der europäischen Staaten gewährt Baldwins jüngste Unterhausrede, in der er die «.. w»; ■ W'.vv,>/' Ä Wefc&ü"' ' -,x '' z W 1 Die Totenmaske des Heimgegangenen Reichspräsidenten, die von dem Bildhauer Professor T h o r a k (Berlin) geschaffen wurde. Verstärkung der englischen Luftflotte durch den Bau von 41 Flugzeuggeschwadern — bei einer Verteilung des Bauprogramms bis zum Jahre 1938 — forderte, mit der vielsagenden Begründung, „daß seit den Tagen der Bezwingung der Luft die alten Grenzen geschwunden seien, so daß, wenn man an die Verteidigung Englands denke, man nicht mehr an die Kreidefelsen von Dover denke, sondern an den Rhein, wo heute Englands Grenze liege." Damit wird unumwunden dem englischen Volke Deutschland als der mögliche Haupt- feind der Zukunft hingestellt. Nach Baldwins Feststellungen hat Frankreich in den letzten vier Jahren seine Flugzeuge um zwei- bis dreihundert verstärkt, während es jetzt neue Rüstungen und Umorganisationen plant mit einem Kostenaufwand von 15 Millionen Pfund über die jährlichen Voranschläge hinaus. Italien hat — nach Baldwin — seine Luftflotte nur um 65 Flugzeuge vermehrt, doch seien bei einem Flugzeugbestand von 1100 Flugzeugen neue Umorganisationen vorgesehen, für die 2'//Millionen Pfund veranschlagt sind. Belgien hat seine Flugstärke um dreißig Prozent erhöht. Die Gesamtkosten für die von England vorgesehene Luftrüstung belaufen sich auf 20 Millionen Pfund Sterling. Die geplante Erhöhung der Luftrüstung wird die Hälfte der gegenwärtigen Stärke betragen. Die geplante Verstärkung der englischen Luftflotte löst in Japan das gleiche Bestreben aus. Das japanische Kriegsministerium soll einen neuen Plan zum Ausbau der japanischen Luftflotte aufgestellt haben, nach dem das Heer 800, die Flotte 288 neue Flugzeuge erhält. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wollen naturgemäß nicht Zurückbleiben. Nach dem Bericht des Luftfahrtausschusses des Kriegsministeriums braucht allein das amerikanische Heer 2320 Flugzeuge. Das Heer soll von 130 000 auf 179 000 Mann gebracht werden. Das einzige Gebiet, auf dem es nach dem Kriege zu einer praktischen Beschränkung der Rüstungen kam, war die Seerüstung. Das Washingtoner Flottenabkommen vom Jahre 1922, später ergänzt durch die Londoner Beschlüsse von 1930, sah gewisse Beschränkungen der Flottenrüstungen vor. Das Abkommen ist bis zum Jahre 1935 befristet. Zu diesem Zeitpunkt soll eine neue Flotten- konferenz ftattfinben. Die bisherigen Vorverhandlungen * haben zu einem positiven Ergebnis noch nicht geführt, so daß die Konferenz ernstlich in Frage gestellt zu fein scheint. Jedenfalls aber nutzen alle' Mächte des Washingtoner Abkommens vor Toresschluß noch die Möglichkeiten aus, die ihnen das Abkommen bietet. In den Vereinig- t e n Staaten von Nordamerika ist zur Zeit ein Flottenbauprogramm, die sogenannte Swanson-Bill, im Gange, nach dem die amerikanische Flotte die volle Stärke erreicht hat, die nach den Flottenverträgen zulässig ist. Italien hat den Bau von zwei Schlachtschiffen von je 35 000 Tonnen befchlofsen. Frankreich fühlt sich durch die italienischen Baupläne beunruhigt, so daß es ebenfalls den Bau eines 35 000 Tonnen-Schlacht- fchiffes erwägt unter dem Vorwand einer Bedrohung durch die Panzerschiffe der „Deutschland"- Klasse von 10 000 Tonnen. Japan ist mit dem Verteilungsschlüssel von Washington 5:5:3 im Verhältnis der beiden angelsächsischen Mächte zu Japan nicht mehr einverstanden', es verlangt Gleich- stelluna mit den angelsächischen Mächten und droht mit Kündigung des Washingtoner Abkommens. Gegenüber der in allen Ländern betriebenen Aufrüstung steht das Deutsche Reich fast wehrlos da. Trotzdem wird ihm auch weiterhin die Gleichberechtigung verweigert. Man will nicht einmal seinen Anspruch auf Verteidigungswaffen anerkennen. Scheitert eine Vereinbarung in der „Abrüftungsfrage", dann ist der Augenblick gekommen, da das Deutsche Reich sich gezwungen sehen wird, auch seinerseits die Folgerungen aus der Aufrüstung der anderen zu ziehen. Deutsche hungern in Rußland. Das deutsche Hilfswerk „Brüder in Not" hat bisher in Uebereinftimmung mit der fowjetruffifchen Regierung und der Organisation der staatlichen Läden in Rußland, „Torgsin", fortlaufend dir etwa 600 000 bis 800 000 deutsch stämmigen russischen Staatsangehörigen mit Geld und Lebensrnitteln aller Art unterstützt. Berge von Briefen liegen vor, die beweisen, wie ungeheuer groß die Not dieser verzweifelten Menschen immer noch ist. Unendlicher Segen ist durch die Ueberweisungen gestiftet worden, die bisher mit Hilfe der Reichsbank über die Torgfin-Läden geleitet wurden und die bis vor kurzem regelmäßig und zuverlässig dort eintrafen. Seit einiger Zeit hat sich nun bet den offiziellen Regierungsstellen in Rußland die fixe Idee verbreitet, daß dieses Hilfswerk geeignet fei, für die Regierung Hitler in Rußland Stimmung zu machen, und daß bei den russischen Staatsangehörigen deutschen Blutes der Eindruck erweckt werden könnte, als hätten sie außerhalb Rußlands noch ein deutsches Mutterland, auf dessen Hilfsbereitschaft immer zu rechnen wäre. Infolgedessen ist man dazu übergegangen, das Hilfswerk „Brüder in Not" zu boykottieren und mit den erschreckendsten Maßnahmen dagegen vorzugehen. Nicht nur, daß die bisherige gute Qualität der Waren, die auf Torgfin-Gutfcheine verteilt wurden, nachgelassen hat; nicht nur, daß in steigendem Maße Unterschriften auf den Quittungen gefälscht worden sind; nein, diejenigen, denen die Hilfsaktion zugute kommt, werden durch die GPU. verfolgt, verhaftet, verbannt und sonstwie auf sowjetrussische Manier gemaßregelt. Außerdem mehren sich die offenbar unter Zwang durchgeführten Mitteilungen der mit der Hilfsaktion Bedachten, nach denen diese weiterhin auf jede Hilfe verzichten. Sie hätten es nicht nötig, schrieben die nachweislich in schwerster Not lebenden Deutschen, sich vom Hitler-Regime unterstützen zu lassen. Sie verbäten sich jede weitere Hilfe. Andere Deutsche in Rußland, die nach einwandfreien Mitteilungen ihrer Angehörigen dem Verhungern nahe sind, schrieben an das Hilfswert „Brüder in Not" in zynischer Weise, daß sie sich für das Geld Branntwein, Gummiartikel und Toilettegegenstände gekauft hätten. Ein anderer wieder forderte höhnisch 1000 Mark an, um seiner Mutter (!) ein Motorrad zu kaufen. Aus diesen Ueberfteigerungen geht hervor, daß die Boykottaktion offenbar mit Gewalt und einheitlich durchgeführt wird, um das Hilfswerk unmöglich zu machen und damit die angebliche Aktion des Hitler-Deutschlands zu unterbinden. Es sind zwar Verhandlungen im Gange, um das Schlimmste zu verhüten. Anderseits wird man auch in England und Amerika darauf aufmerksam, was in Rußland zu Lasten der am Rande des Hungertodes stehenden deutfchstämmigen Einwohner Rußlands geschieht. Aber es fei jetzt schon auf das himmelschreiende Unrecht hingewiesen, das den bedauernswerten Menschen zugefügt wird, nur um jede Möglichkeit einer angeblichen Werbemaßnahme zu verhindern, die aus dem uneigennützigen Hilfswerk von bolschewistischer Seite konstruiert wird. Nichts warmen Ecke des Das bittere Ende. Eine Münchener Geschichte. 13on Michael Koh Haas. „Was tuat net glei am ersten Tag beim Spar- gel-Einputzen de unser", sagt der Herr Haslberger, ,de wo sich doch bei ihrem Einstand für a ferme Köchin ausgeben hat! Alle Spargel schneidt de Per- son radikal de Köpf ab und schmeißt s in Abfall- fübi! Ja Babett, schreit da mei Frau, wia s' dazukommt. Babett, was machen S' denn! D' Spargel- köpf in Abfallkübi! Ham denn Sie, eine ferme Köchin, no nia Spargel einputzt?" Der Trampel aber, net verlegen, sagt ganz einfach: „Ja no, sagt Vf Sie müssen bedenken: man kocht eben überall wieder anders." Brav!" sagt der Freund, der Herr Betzinger; „Respekt!" sagt er. „Da is doch unser Zenzi um ein paar Kerzenstärken heller. Sie hat einen Bräutigam ghabt", erzählt der Herr Betzinger, „und der is ihr kürzlich untreu morn, und ich muh sagen: aufrichtig hat das Madl dem Luftikus nachtrauert. Aber vorgestern hat's auf einmal d' Wut anpackt und in ihrer Wut zerreißt f die Photographie von dem Kavalier und wirft f ins Herdfeuer — vor meiner Frau. Aber Zenzi, sagt da, roia der saubere Kampel in den Flammen sich biagt und aufblaht, mein Frau, tut er Ihnen denn gar fein bißl ne leid, Zenzi, der fesche Kerl? Und was sagt de Zenzl drauf ganz kalt? A na, sagt s'; i hab ’n ja dvppit. Kannst da no reden? Ein solches Theater! Aber, wie gfagt, hochgradig intelligent. Ueberhaupts", sagt der Herr Betzinger, „könnt meine Emilie mit einer solchenen Schneegans, de wo d' Spargel- köpf wegschmeißt, net drei Tag lang Hausen. Aber bei Alte versteht si', scheint's, ganz guat damit." Die unvorteilhafte Parallele mit feiner Gattin unö die despektierliche Bezeichnung „bei Alte", wahrend Herr Betzinger von seiner eigenen Krampf- Henne als von seiner Emilie spricht, das erbittert ben Herrn Haslberger begreiflicherweise ganz außerorbentlich, unb er weiß in feiner Erbitterung bei ber britten Maß bas Gespräch recht unvermit- telt wie leiber feftgefteüt werben muß, auf em von ihm schon vor längerer Zeit bem HerrnsBetzin- ger gewährtes Darlehen zu bringen. Darob nun seinerseits aufs äußerte erbittert, stoßt plötzlich der lebenserprobte Freund die ungeheuerlichsten Jöe- Schöneres auf der Welt als an einem Frühsommer-Nachmittag in einer kühlen Münchener Hofbräuhauses zu sitzen, vor sich eine schäumende Maß unb neben sich einen lebenserprobten, unterhaltsamen Freunb. Beibes aber hat ber Herr Haslberger in biefem Augenblick. Unb beibe Freunbe behanbeln soeben an ber Hanb ihrer häuslichen Verhältnisse bie Dienstbotenfrage. schimpfungen gegen ben Herrn Haslberger aus unb entfernt sich bann rasch. Ein übergossener Pubel, triefend von allen nur benfbaren, mit Recht ober Unrecht ihm nachgesagten Charaktermängeln, bleibt Herr Haslberger zurück An bem Tisch fitzt inbes noch einer, em Frem- ber, ber ben Zusammenprall ber zwei Freunbe mit großer Aufmerksamkeit verfolgt hat. Das wirb bem narrischen Deifi a schäns Stück Gelb kosten", meint jetzt ber Herr Haslberger an ben Fremben hin. Der schweigt. „Denn baß man auf eine berartige Unverschämtheit hm sofort flogt bas ist boch selbftverstänblich." Der Frembe hüllt sich weiter in unnachgiebiges Schweigen. Aha, benft ber Herr Haslberger, bas ist einer lener Tapferen, bie lieber ben Nebenmenschen m ber größten Patsche sitzen lassen, als daß sie vor Gericht für ihn zeugen. Wart Bruberl dm will ich von beiner Schweigsamkeit schon helfen! Unb lau sagt er: „Ja, Herr Nachbar, so geht s m der Stabt her in zua. Da haben's Sie m Ihrem Starnberg schon ruhiger." „3?" sagt ber Schweiger. „I bin boch net von 6t“äberrnatürli dank Eahna^ wallen. Well larnat y notwendig als Zeugen für mei ^°S°^°"^darau7wi°d°r der Herr Hörgeist non wissen S le^v S' zeitweis fag i! — auf alle . «eis Estehnan S,^z ( jnfoIqe= 1 iro(?a „nn ffahnerna Unterhaltung vorhin nix, aber : be!fcnnn° ireoernanben hab? Net wahr, bös wissen rem garnix I . j’5 Eahna, bamit Sie in I Aa?eldknapp-n Zeit ® Zeugengetd net etwa um- ' f°Hf ^h^fierr Hörgeist geht. Unb auch bem Herrn ° r u"b b(-rr % unter ben obroaltenben Umftänben ! » ü'nd^terlust oergangen. Rheinflößer. Von Heinz Gteguweit Die vielen Flöße, beren propere, frisch geschälten Baumportionen nach gutem Essig buften, treiben feit Jahrhunberten schon ben Rhein als Pfanbstücke der Wirtschaft hinab bis nach Hollanb. Unterwegs lösen sich nur bie Sägewerke von Mannheim, Mainz, Köln unb Düsselborf ihre mehr ober minber großen Anteile ab, bie einstmals rauschenben Fichten müssen sich bann in Dachstühle, Nachtkommöbchen, Margarinekisten unb ähnliche Gegenstänbe verwanbeln, wer möchte unb könnte bas bebauern? Ja, man spricht vom sterbenben Wölb, doch ist ein Paradies wie ber Schwarzwald unsterblich; was in seinen Schonungen aufgeforstet wird, ist die „neue Generation", bie hier wie überall im rounberbaren Gefüge ber Natur auf bemfelben Platz heranwächst, ber von ben Alten geräumt würbe. Alles ßebenbige will werben unb vergehen, bas Fallende schafft Raum für dos Kommende, und auch die hölzernen Inseln der Flöße gehorchen nur diesen ewig gültigen Gesetzen. Binsenwahrheit. Im Stromgebiet des Rheins gehört aber das Floß zu ben Pointen ber Lanb- schaft, unb auch bie Menschen, bie jebes Floß begleiten, finb keineswegs nur Lohnempfänger im üblichen Sinne. Nein, ber Flößer ist ein Unikum, er gehört aus Familienüberlieferung auf bie treibenden Balken. Tradition spielt bei ihm eine dicke Rolle, wer das ändern will, ist ein Stümper vor dem Geheimnis einer Ordnung, bie sich nur mit bem Herzen unb dem Blut begreifen läßt. Hier erleben mir den Fall, ^aß unzeitgemäße Romantik durchaus zeitlos in ben Menschen rumoren barf, benn bie Flößer sind roeber Bürger noch Proletarier, finb nicht mal Schiffsleute herkömmlicher Prägung, nein, Flößer finb Flößer, bie ihre eigenen Lebensformen beobachten unb einen eignen Sprachschatz be- herrschen. Macht ber Rhein eine Biegung, unb kann ber Schleppbampfer ben treibenben Holzkoloß nicht selb- ftänbig bugsieren, bann springt bie Ruberwache an ihre riesenhaften Holme; bie Kommanbos kennen nicht Backdorb unb nicht Steuerborb, ber Flößer brüllt „Hesfelanb" unb „Frankelanb", wenn bas Ruder nach rechts unb links geworfen werden soll. Aus diesen Kommandos, die jeden Sprachschnüffler beglücken, läßt sich auch die Urheimat der Flößerzunft erkennen, die seit Generationen schon vom Oberrhein kommt. Das Leben „an Bord" hat wiederum seine eignen Formen: Floßführer, Koch, Vorarbeiter und War- schauer (kommt von Wahr-Schauer: so heißt der Mann, der dem Floß gleichsam als Schrittmacher und Meldereiter eine gute Ruberstunde vorausfahrt!) |mo die Meister, die sich beim Speisen unb Schlafen von den Mannschaften grundsätzlich absondern Das hat mit konventioneller Ueberheblichkeit nichts zu tun. man will nur den Ehrgeiz jener Jungen wecken, die vor dem Führen das Dienen lernen sollen, die also berufen und noch nicht auserwählt sind. Dennoch halten alle mit soldatischer Kameradschaft zusammen, wenn es um bie „Nation" bes Floßes geht. Welches Sinnbilb, welch gefunbes Exempel für bie Hanb- habung eines Staates! Gibt es Zwistigkeiten, bann tritt ber Koch als Schiedsrichter auf, unb alle fügen sich feinem Urteil. Man barf biefe Art gastronomischer Justiz freilich nicht allein mit bem Magen begreifen! Zur Seele bes Flößers noch bies: Jeden Morgen sammelt ber Floßführer feine Gefolgschaft um sich, spricht bas Frühgebet vor, und alle murmeln es entblößten Hauptes nach. So preisen sie ben Herrn unb fragen nicht, wie der einzelne unter ihnen von Rechts wegen getauft fei. Will es Abend und Nacht werden, dann ankern Floß und Schleppdampfer nur an solchen Stellen, bie von ber Strompolizei genau vorgeschrieben finb. Man setzt Warnungslichter in die kleinen Maste, spielt Ziehharmonika unb kocht Malzkaffee. So geht der Feierabenb bahin, fromm und friedlich, die Flößer haben ja ihre hölzernen Hütten, in denen sie wohnen, pennen ober kochen. Jawohl, man „pennt", denn diese Art bes Ruhens hat etwas be- fonberes an sich: Ein Reebereibesitzer schlummert, ein Kapitän schläft, aber pennen kann nur ber romantische Flößer! Vor ber Nachtruhe hockt man noch zusammen: bie Alten belehren die Jungen, man kaut Priem, strickt Strümpfe, raucht Krüllschnitt, ober ber Floßälteste darf Räuberpistolen erzählen, die in der Sprache andrer Zünfte dem Jägerlatein ober Seemannsgarn gleichzusetzen wären. Ja. vielleicht sind diese ' reitbrüftigen, stämmigen Flößer noch am rheinischsten unter den Rheinvölkern geblieben, bas Gewachsene des Holzes haftet auch ihrer Massivität an, bas Rauhe unb boch Gemütvolle bes Stromwetters feiert auch in ihrer Männlichkeit be- glückenbe Wieberkehr. Nie ist man tagsüber müßig: Die Ruberwachen haben ber Vielfalt eines Flusses zu begegnen, ber ebenso romantisch wie tückisch sein kann. Man löst sich ab wie bei richtigen Kameraben, unterwegs werden auch die einzelnen Stämme markiert und gemessen, so daß am Ziel der langen Wanderfahrt das genaue Kubikmaß des Holzes in den Listen steht. Und zwischendurch wird gehackt, gestemmt unb geschleppt, um der treibenden Fläche jene Form zu geben, die eine sichere Bergung bes der Mannschaft anvertrauten Gutes gewährleistet. Seit Jahrhunderten schon gondeln Flöße unb Flößer durch die Westmark des Reiches, unb immer wieder bleiben bie Menschen am Ufer mit Bewun- berung stehen: benn bie reifenbe Hol.zinsel ber schwimmenbe Walb ist mehr als ein wirtschaftlicher unb warenmäßiger Prozeß, hier geschieht ein Naturschauspiel, bem bie brutale Maschinisierung alles Wesenhaften noch nichts anhaben tonnte 1 Mq W < ' >,O ■-F? &$ ■ •J4I : W j»>'. W W K s - ■ W MU W- AM kti;„ =yy. P/ KÄ WBWS _■ Vor Schloß Neudeck steht ein Doppelposten der vom Roichsheer gestellten Ehrenwache. Rechts und links russische Geschütze, die in der Schlacht bei Tannenberg erbeutet und später dem Marschall geschenkt wurden. Der Ginn -es Arbeits-ienfies. Von Staatssekretär Konstantin Hierl, Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Die Ernennung des Reichsarbeitsführers zum Reichskommissar für den Arbeitsdienst läßt die nachstehenden Darlegungen besonders bemerkenswert erscheinen, die wir mit Genehmigung zuständiger Stellen der soeben im Verlag „Der nationale Aufbau", Leipzig, herauskommende Schrift „Arbeitsdienst ist Dienst am Volke", entnehmen. Der Arbeitsdienst ist nicht dazu berufen, den deutschen Boden zu bearbeiten, auf daß zwei Halme sprießen, wo vorher einer wuchs, der Arbeitsdienst soll auch den jungen deutschen Menschen bearbeiten, so daß in dieser Jugend alle guten Anlagen des deutschen Wesens entwickelt und gepflegt werden, damit auch dieser lebendige Acker doppelt reiche Frucht trägt. Für uns bedeutet Arbeit den Inhalt des Lebens. In der Arbeit erkennen wir eine Schwester des Kampfes. Ein Dasein ohne Arbeit und Lebenskampf erscheint uns als eine dumpfe Krankenstube. Liberalistische Auffassung wertete die Arbeit nach dem, was sie für den einzelnen eintrug, wir schätzen die Arbeit nach ihrem Werte für die Volksgemeinschaft. Der überhebliche Intellektualismus des liberalen Zeitalters sah mit Hochmut auf die Handarbeit herab. „Rur ein Arbeiter" war der Ausdruck bürgerlichen Denkens. Wir wollen dem deutschen Arbeiter seine Ehre geben, sie ist ihm unentbehrlicher als Tariflöhne, weil er ein Deutscher ist. Wir wollen das Wort „Arbeiter" zum Ehrentitel für jeden Deutschen machen, deshalb soll jeder junge Deutsche eine gewisse Zeit seines Lebens als Handarbeiter Ehrendienst tu'n für fein Volk. Gegenüber reaktionären Denken sei mit aller Entschiedenheit betont, daß es nicht nur einen Ehrendienst mit den Waffen, sondern auch mit dem Werkzeug gibt. Jeder uneigennützige Dienst am Volk ist Ehrenpflicht. Wir kennen auch nur eine Standesehre für alle Stände, sie steht und fällt mit der pflichtgetreuen Erfüllung der Standespflichten. Die persönliche Achtung, die dem einzelnen gebührt, hängt nicht davon ab, was einer arbeitet, sondern wie er seine Pflicht tut. Der materialistische Händlergeist des liberalistischen Zeitalters betrachtet alles als „Ware", auch den arbeitenden Menschen und den Heimatboden. Für uns ist der arbeitende Mensch die Krone der Schöpfung, und der Heimatboden ist uns etwas Heiliges, er ist uns Vaterland. Der Geist, den wir im Arbeitsdienst pflegen wollen, ist jener Geist, den unser Führer im deutschen Volk wiedererweckt, mit Hilfe dessen er die nationalsozialistische Bewegung ins Leben gerufen hat. Es ist der deutsche Geist, der aus den Urtiefen deutschen Wesens wieder in das Leben unseres Volkes durchgebrochen ist. Deutsch sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun — ein bekannter Ausspruch, der vom Liberalismus bespöttelt wurde, weil seiner um das Ich kreisenden Weltanschauung eine solche Auffassung unverständlich blieb. Eine Sache um ihrer selbst willen, d. h. um der mit der Sache verbundenen Idee willen tun — das ist deutscher Idealismus. Idealismus ist mehr als schwärmerische I Stimmung oder rasch aufflammende Begeisterung. M.MittieSeiM Vornan von Gert Gothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 7. Fortsetzung. Nachdruck oerbotcnl „Wir? Wirklich? Aber weshalb denn auf einmal?" „Ich habe geschäftlich dort zu tun. Dann muß ich noch nach Frankfurt am Main. Stuttgart können wir crud) mitnehmen. Du siehst also, langweilig wird diese Reise bestimmt nicht sein." „Sicherlich nicht!" Sie sagte es hastig und wußte doch schon jetzt, daß sie diese Reise nicht mitmachen, sondern hierbleiben würde. Sie liebte Fritz Farnhorst! Jetzt wußte sie es! Und sie wollte ihr Abenteuer mit ihm haben. Jawohl! Das wollte sie. Besiegen wollte sie ihn. Denn sie wußte ja, daß er ihr noch immer als Feind gegenüberstand. Eine Braut? Lächerlich! Fritz Farnhorst hatte keine Braut! Der wollte nur nicht Öfter, als unbedingt nötig war in das Haus seines Chefs kommen. Das war es! Doris dehnte ihre schöne Gestalt, die in letzter Zeit etwas üppiger geworden war. Sie würde krank sein und nicht mitreisen! Dieser Entschluß war fertig! Berlin! Natürlich! Nach Berlin konnten sie zum Silvester gehen. Da wurde es nett. Mochte hier der Dickkops dieser Fritz Farnhorst, ruhig allein sitzen. Vielleicht — liebte er sie und wollte den Wea versperren zu ihr? Wenn es das wäre?! Das lebhafte Mienenspiel verriet, daß sie über etwas Besonderes nachdachte. Und ihr Mann beobachtete sie scharf, aber nach außen hin mit einer gleichgültigen Miene. Doris wandte sich ihren Sachen wieder zu. Dann ist's gut, daß ich mir diese Kleider schicken ließ!" sagte sie leichthin. ' Er hatte sich gesetzt, während sie noch immer mit dem Karton beschäftigt war. Er sah ihr zu. Und etwas wie Haß kam in seine Augen. Warum war diese Frau nicht zufrieden, einen schützenden Hafen gefunden zu habend Einen Mann, der sie mit seiner Person und seinem ehrenhaften Namen gegen die Vergangenheit schützte? Er wußte alles? Ein geschicktes Auskunftsbüro hatte ihm alles berichtet. Es hatte ihn zuerst tief getroffen. Aber er liebte sie so sehr, daß er sie trotzdem diese Ver- aangenheit nicht fühlen ließ und darüber schwieg, daß er alles wußte? Und die Frau dankte es ihm so, daß sie nunmehr ständig Ausschau hielt nach einem Abenteuer. Ihr Vater hatte seinen guten Ruf und seinen Namen beschmutzt, indem er Gelder unterschlug und sonstige Betrügereien verübte. Wollte seine Tochter sich nun auch um Namen und Stellung bringen? Wenn auch auf eine andere Art als ihr Vater? Aber ganz gewiß war diese Art nicht weniger gemein! Daß sie Fritz Farnhorst von früher her kannte, wußte er nicht. Er wußte auch nicht, daß sie ein frühreifes Mädel gewesen war, das ein Verhältnis mit einem jungen Menschen gehabt hatte. Er wußte nur alles haargenau, was ihr Vater sich hatte zuschulden kommen lassen. Seine Eltern hätten diese Heirat niemals gebilligt, wenn sie auch nur eine Ahnung gehabt hätten, wessen Tochter Doris war! Das hatte er ganz allein mit sich abgemacht. Hatte es sie nicht entgelten lassen, daß sie ihm das alles verschwiegen hatte. Und nun dankte sie es ihm so, daß sie nunmehr darauf sann, sich in irgendein Abenteuer zu stürzen, das ihr Stellung und Namen ruinieren mußte. Fritz Farnhorst? Der gefiel ihr! Den hatte sie sich ausgesucht! Und der war anständig und ehrenhaft genug, sich darauf nicht einzulassen. Richard Feller übersah ganz klar die Lage. Und er dachte auch ganz ruhig und sachlich über die Zukunft nach. Wenn seine Eltern nicht mehr waren, dann wollte er ohne jedes Aufsehen die Trennung seiner Ehe herbeiführen. Nur ihnen wollte er all das ersparen und ließ sie bei dem Glauben, daß seine Ehe glücklich sei. Er selbst war innerlich fertig mit dieser Frau, die so schön und oberflächlich und leichtsinnig war. „Wo willst du in Berlin wohnen, Doris?" „Im ,Kaiserhost! Ich denke, daß man da schon Geselligkeit haben wird." „Gut! Dann werde ich also im ,Kaiserhost Zimmer für uns bestellen." "Ich freue mich sehr auf Berlin." „Das ist gut, Doris!" Sie sprach nun mit dem Gatten, trat dann auch 3u ihm, küßte ihn, strich ihm über die Stirn. "Was machst du da für häßliche Falten? Hu — weg damit? Ich mag das nicht." .R'chard Feller riß sie plötzlich an sich. Küßte sie wie toll. Dachte: Sie gehört mir ja vorläufig noch, und ihre Liebe ist berauschend. Ein verächtlicher Geselle bin ich- ab2 ,d)x .fa™ w'ch dem Bann dieser Frau noch nicht entziehen. Vorläufig wenigstens noch nicht! Dons Feller aber preßte die Lippen ganz fest ?hrQSTen rUnr-^Ie A"gen schloß sie auch, während hr Mann sie küßte. Sie sah im Geiste einen jungen, VE" Menschen, der sie heiß und leiden- lchaftlich küßte. Fritz Farnhorst! Ihr Feind! Ihr Geliebter! Siegerin würde sie sein über ihn! Silvester war noch ein einziger, unirdischer Traum gewesen! Aber nun sprach Nora Nordström davon, daß sie noch die Ankunft von Bruder und Idealismus ist tiefe, nachhaltige Glut, ist volle, selbstlose Hingabe an eine Idee. Diesen Idealismus wollen und brauchen wir im Arbeitsdienst, diesen Geist der Hingabe an den Arbeitsdienst als Ehrendienst am deutschen Volke. Aus solcher idealistischen Hingabe an eine Aufgabe entspringt d i e Treue zur Pflicht. Wir wollen im Arbeitsdienst dem deutschen Volke pflichttreue Menschen erziehen. Die Männer, die im Frieden ihrem Volke mit dem Spaten, der Waffe des Friedens dienen, sind seelisch auch bereit, zum Schutze der Friedensarbeit und der Ehre ihres Volkes ihr Leben einzusetzen. Wer die eigene Ehre hoch hält, der wird auch die Ehre der Kameraden nicht böswillia oder leichtfertig antasten. So kommt die Erziehung zum Ehrgefühl auch der Kameradschaft zugute, die eine weitere Aeußerung des Geistes ist, den wir im Arbeitsdienst pflegen wollen. Die Kameradschaft, die wir im Arbeitsdienst erstreben, ist etwas anderes als sentimentale Brüderlichkeit, als Brüderschaft bei Wein und Becherklang. Wir meinen damit d i e gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme und Hilfeleistung im gemeinsamen Lagerleben und bei der gemeinsamen Arbeit, wir verstehen unter Kameradschaft jenes Zusammengehörigkeitsbewußtsein, das sich für das Gelingen des gemeinsamen Werkes verantwortlich fühlt, jenen Korpsgeist, der über die Ehre der Gemeinschaft wacht. Eine solche Gemeinschaft bedeutet Einordnung in eine Arbeitsgemeinschaft unter Zurückstellung der rein persönlichen Belange, eine solche Kameradschaft ist wesensgleich mit Sozialismus. Diese Kameradschaft verbindet Führer und Gefolgschaft, sie verpflichtet gegenseitig. Der Führer sieht in seinen Untergebenen nicht das „Menschenmaterial" — wie jener abscheuliche Ausdruck heißt — mit dem er arbeitet wie mit einer toten Maschine, sondern Mitarbeiter am gleichen Werke und Pflegebefohlene, für deren Wohl er nach Kräften sorgt. Der Untergebene sieht im Führer nicht einen fremden Interessen dienenden Fronvogt, sondern den Führerkameraden, dem er feine verantwortungsvolle Aufgabe im Di-nst d-r p^mein» famen Sache nach Kräften erleichtert. So soll der Arbeitsdienst eine durch Kameradschaft verbundene große Arbeitsgemeinschaft darstellen. Fragebogen für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront. Das Presse- und Propaganda-Amt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Bis zum 1. Oktober wird die Deutsche Arbeitsfront entsprechend dem Vorbild der Partei neu gegliedert werden, und zwar in Blocks, Zellen, Ortsgruppen ufw. Bis zum 1. Oktober wird auch die Organisation der Verwaltungsstellen der DAF. vollendet fein. Um den Umbau der Deutschen Arbeitsfront durchführen zu können, wird in diesen Tagen allen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront über die Organisation der NSBO., über die Reichsbetriebsgemeinschaften, über die Reichshauptberufsgruppen und über den GHG. ein Fragebogen zugestellt werden. Wir bitten diese Mitglieder, die schwierige Arbeit der Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront dadurch zu unterstützen, daß sie diesen Fragebogen in allen Teilen sorgfältig ausfüUen.- Sollte den Mitgliedern die Ausfüllung des Fragebogens Schwierigkeiten bereiten, so ist die Dienststelle, die dem Mitglied den Fragebogen zugestellt hat, gern bereit, fyas Mitglied bei dieser Arbeit zu unterstützen. Die ausgefüllten Fragebogen sind möglichst umgehend dem zuständigen Betriebswalter oder, wenn ein solcher für das Mitglied nicht in Frage kommt, der zuständigen Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront einzureichen. Jedes Mitglied erhält für den abgegebenen Fragebogen von feinem Betriebswalter bzw. der zuständigen Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront eine Quittung. Diese Quittung ist dem Beitragskassierer bei der nächsten Beitragszahlung zu übergeben. Der letzte Gruß der Flotte an den abgeschiedenen obersten Befehlshaber der Wehrmacht. Der Kreuzer „Leipzig" feuerte — wie alle salutfähigen Schiffe der Reichsmarine — am 3. August einen Trauersalut von 21 Schuß. Schwägerin abwarten und dann noch zwei Tage bleiben würde, die den Verwandten gehören mußten. Sie selbst hatte am 10. Januar in Oslo ein großes Konzert zu geben. Sie mußte rechtzeitig dort eintreffen, um frisch zu fein. „Und ich?" Fritz Farnhorst faßte die schmalen, weißen Frauenhände, stellte diese Frage mit leidenschaftlicher Bitterkeit. Nora lächelte versonnen. Leise sagte sie nach einer Weile: „Ein Traum, Fritz! Ein Weihnachtstraum! Nimm es als bas!" „Ich kann nicht von dir lassen, Nora!" In ihren Augen stand das ganze, große, herrliche Glück der letzten Tage. Plötzlich küßte sie ihn. „Hast du nie an eine Trennung gedacht?" „Doch! Ich habe es gewußt, daß dein Weg fernab dem meinen geht. Und meine Stellung — was kann sie dir gelten? Zudem —" Er schwieg! Seine Stellung! Die konnte jeden Tag verlorengehen. Wenn Doris Feller sich nicht endlich beherrschen lernte. Trotzdem! Was war es, selbst wenn er seinen Posten behielt. Er hatte den unerhörten Luxus gesehen, der die berühmte Diva umgab. Und dieser Luxus befremdete nicht, gehörte einfach zu ihr! Zu ihrer strahlenden, blonden Persönlichkeit. Aber dieser Luxus kostete Geld! Viel, viel Geld. Niemals würde sich diese schöne Frau in einer einfachen, bürgerlichen Umgebung wohlfühlen können. Er sah das ein. Wußte das alles längst. Hatte es sich ja auch tausendmal gesagt! Dennoch! Die Trennung war unmöglich? Es durfte nicht fein. Sein Leben war wertlos, wenn dieser schöne, strahlende Stern daraus entwich. Aber wo gab es einen Weg? Noras wohllautende, klare Stimme klang dicht neben ihm: „Könntest du diese Stunden je verwünschen?" „Nora!" „Dann denke daran wie an etwas Köstliches! Ich werde auch einsam fein. Aber ich habe meine Kunst. Die ist meine Freundin. Meine Trösterin." „Ich habe auch meine Arbeit. Und ich werde immer an dich denken. Wann kommst du wieder, Nora?" „Meine Gastspielreise dauert zwei Jahre. Dann komme ich wieder." Grau, trübe, endlos war die Straße, die er vor sich sah, und auf der er allein fein würde. So lange allein! Aber Nora kam ja wieder. Kam wieder hierher. Plötzlich riß er sie in feine Arme. „Nora, wenn es eine Trennung für ewig wäre?! Wenn du niemals wiederkämst?! Nora, dann — ich weiß nicht, was dann geschieht, Nora!" „Du wirst an mich denken. Und ich werde dich nie vergessen Und morgen hast du einen Brief, der öir klarstellt, wie ich mir unsere Zukunft denke. Ganz klar und ruhig wird es dann in dir fein. Ich will mir heute nicht diese letzte Stunde mit Erklärungen und Besprechungen über die Zukunft stehlen. Kannst du mich verstehen, Fritz?" „Ja, ja, ich verstehe dich!" * In dieser Nacht ging Fritz Farnhvrst mit langsamen, schweren Schritten feiner Wohnung zu. Er schlief nicht. Er dachte nur immer: Nora, Nora, du mußt wiederkommen! Was soll denn werden, wenn du nicht wiederkommst?! Am anderen Tage hielt er ihren Bries in den Händen. Nora war schon fort! War nöch in der Nacht abgereift. Und er hatte es nicht gewußt! Hatte sie noch in feiner Nähe gewähnt für die nächsten Tage. Und nun war sie fort! Traf sich mit ihren Angehörigen in Berlin! Sie hatte das alles vorbereitet, hatte alles- klar und umsichtig erwogen. Und dann — „Fritz! Lieber, trotziger, stolzer Junge! Was soll Dir eine Frau, die vierundvierzig Jahre alt ist? Nun weißt du, weshalb ich die Frage nach meinem Alter überging! Das steht zwischen uns! Das allein! Ich hätte auf Ruhm und Luxus und Geld verzichten können? Aber ich kann es nicht ungeschehen machen, daß ich achtzehn Jahre älter bin als Du? Und nun sei vernünftig! Ein Zufall führte uns zusammen. Zwei Einsame am Weihnachtsabend! Und es war doch nur eine logische Folge, daß wir uns finden mußten. Ich war restlos glücklich. Treu, stark, ehrenhaft! Das bist Du? Und ich habe Dich geliebt, habe Dich lieben müssen, weil mein Mann, der weltberühmte Rennfahrer und vergötterte Liebling der Frauen, mir nicht eine Minute fang treu war! 3n dieser Tatsache lag mein Schicksal! Und nun fand ich Dich! Und hätten wir im Alter zusammengepaßt: nichts hätte mich je veranlassen können, von Dir zu gehen. Und Du, Fritz? Du nimmst Dir eines Tages ein junges Weib, bas Dich liebt, und dem Deine starke, treue Liebe vuch gilt. Glaube mir, der Tag kommt? Und dann wirst Du nur noch mit stiller Wehmut an rnid) denken? Ich bete jeden Abend für Dich! Denn Du warst noch einmal Jugend, Liebe und Erleben für mich! Nun kommt der Herbst! Darin wird nur meine Kunst die Sonne sein! Für Dich aber kommt das Leben! Der Frühling, der schöne, heiße Sommer! Leb wohl, Fritz Farnhorst! Nora Nordström." Regungslos saß Fritz Farnhorst vor diesem Brief? Waren es Minuten, waren es Stunden? Er mußte es nicht, als er endlich aufstand. ^R.vra — ich liebe dich! Nora — ich..." Fritz Farnhorst ging zum Ruhebett, warf sich darauf. Sein Körper zuckte. Fritz Farnhorst weinte. (Fortsetzung folgt!) Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 6. August M.(8f Dritter Blatt und Aus der Provinzialhauptstadt Umgang mit Einbrechern Sie Vom wahren Sinne der Jamilienforschung. Don Dr. Wilhelm Thöne. zugar der Sitten und Gebräuchen und den Taten der Ahnen, mit der Geschichte der Heimat wieder verwächst, der hat den wahren Sinn der Familienforschung erfaßt, und mit Gewißheit gilt von ihm das Dichterwort: „Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du!" Flieger. „Aber das liebste Blatt ist mir doch wohl das mit dem schönen Spruch von unserem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. Und so freundlich hat er mich empfangen — es war in Potsdam im Jahre 1923 — große Auffahrt war an Wagen, so viele Menschen warteten auf ihn. Aber er nahm sich doch Zeit für mich — zehn Minuten wurde mir vorher gesagt, aber dann ließ er sich viel länger von all meinen Kriegserlebnissen erzählen, und als er mir zum Schluß so freundschaftlich die Hand drückte — ich muß schon gestehen: da kamen mir vor Freude die Tränen." „Rein, leicht war es sicherlich nicht, all diese Autogramme unserer Berühmtheiten zusammenzubekommen. Man muß sich halt immer von einem zum anderen weiter empfehlen lassen, und immer vorher antelefonieren oder schreiben. Sonst geht es einem so, wie mir bei einem Musikprofessor: ich ging hin — das Mädchen öffnete — ich ließ mein Anliegen ausrichten. Sie kam wieder und drückte mir vom Herrn Professor statt des gewünschten Namenszuges ... eine blanke Reichsmark in die Hand! Nun, der Irrtum ließ sich aufklären, und ich bekam mein Autogramm. Aber, bei einem anderen Herrn, da öffnete sich, als ich klingelte, „nur ein Guckfenster, und er fragte': „Sie wünschen? — „Ich habe da eine sehr interessante Autogramm- Sammlung" begann ich. „Danke. Ich kaufe nichts Schwupp war mein Guckfenster wieder zu. Und dabei habe ich noch niemals irgendein Geschäft mit meiner Sammlung gemacht! Die Staatsbibliothek interessiert sich dafür und will sie vielleicht einmal kaufen. Sie dort für immer aufbewahrt zu wissen, wäre mir ein lieber Gedanke." M a r e i n. Autogramm-Sammlung fehlt. Nansen, Hedin, Filchner, Samoilowitsch und viele andere stehen auf dem „Forscherblatt" — obenan auf dem „Dichterblatt" prangt Gerhart Hauptmanns Name, gefolgt von Stehr, Halbe, Münchhausen, Bahr, Sudermann. Ricarda Huch, Isolde Kurz, Ina Seidel, Selma Lagerlöf und viele andere Dichterinnen und Dichter haben sich in Alois Jakob Blaschyks Buch eingetragen — Pfitzner, Reznicek, Siegfried Wagner, Kienzl, Richard Strauß, d'Albert, Weingartner, Mascagni, Respighi, Toscanini, Sinding, Sibelius und noch unaufzählbar viele Größen der Musikwelt sind vertreten. Ein Blatt zeigt Heerführer des Weltkrieges und unsere bekanntesten Zeitgeschichte in Stammbuchblättem. OaS Stammbuch, in bas auch Hindenburg sich eintrug. - Erinnerungen eines Rußland-Deutschen. alleinberechtigte Sinn der Familienforschung, bev zwar „der Väter gern gedenkt und froh von ihren Taten, ihrer Größe den Hörer unterhält", aber sich immer wieder bewußt ist, daß nur eigene Let• stung wahren Adel schafft und erhält, nicht des Vaters großer Geldsack, auch nicht die dekadente Herkunft von mittelalterlichen „edlen und gestrengen Herren", während man dabei den schlichten Mann als den schlechten verachtet. So handelt auch der praktische Engländer, der den Titel eines Lord vom Ahn zum Enkel nur dann übergehen läßt, wenn dieser Enkel durch eigene Leistungen sich des großen Namens würdig zeigt. Denn die Taten unserer Ahnen sollen uns selbst ein Ansporn sein zu eigener tüchtiger Arbeit. Wer stets getreu seine Pflicht erfüllt, sei es als Arbeiter der Stirn oder der Faust, ganz einerlei auf welchen Posten er immer gestellt sein mag, stets daran denkend, daß er seiner Familie keine Schande bereiten darf, dem ist in Wahrheit der Sinn der Familienforschung aufgegangen. Von ihm und seinem Geschlechte wird es dereinst heißen: „Wackere werden nur von Wackeren und Guten geboren." Die nützliche Fledermaus. Tode ängstigen." „ „Meine Frau weiß von nichts. „ „Natürlich, Sie sind ein anständiger Kerl! „Frollein", fragte der Mann unsicher, „machen Sie eigentlich sich über mich luftig?" „ „Gott bewahre", wehrte Teresa empört ab, „rote sollte ich wohl, der Fall ist gerade ernst genug, dächte ich." Sie schwieg einen Augenblick. „Versprechen Sie, daß Sie nie wieder durchs Fenster" forderte sie energisch. „Aber Frollein, wie sollte ich denn sonst? „Ueberhaupt nicht!" verlangte Teresa. „ „Ich möchte wohl, aber es geht nicht. „Warum nicht?" wollte sie wissen. „Wir müssen doch leben!" „Ja, gewiß, da haben Sie recht. Aber warten mal, ich habe da einen Bekannten, der lächerlich in mich verliebt ist, warum, ist nicht ganz raus. Doch", sagte der Einbrecher, „weil Sie das Herz auf dem rechten Fleck haben. Das ist wohl Grund Deutschland." r, , Sein Sammelbuch aber hat Herr Blaschyk nun in der alten Heimat so eifrig weiter geführt, daß es nicht nur ganz gefüllt ist, sondern sogar noch eine Erweiterung durch viele, sorgsam in Mappen geordnete lose Blätter erhalten hat. Da gibt es kaum einen bekannten Namen der Politik, Kunst Wissenschaft, der in dieser hochinteressanten Familienforschung tut not. Wie Flugsand sammengeweht aus aller Herren Ländern, hat mancher die Verbindung mit seiner Sippe und alten Heimat verloren und ist ein wurzelloser Nomade geworden. „In dunklen Gassen wachsen keine Lorbeeren", und in Mietskasernen keine Vaterlandsliebe. Da soll uns die Familienforschung zurückführen an die uralten Quellen unseres Daseins und unserer Kraft. Zurück zur Natur, zum fernen Vaterhause und zu unseren Blutsverwandten. Der Sinn für Zusammengehörigkeit wird wieder ge= weckt, wie es einstmals war, als die Sippe noch freundnachbarlich zusammen hauste, und die unsinnige Kluft, die sich zwischen Stadt und Land aufgetan hatte, verschwindet von selbst. Der Familienforscher hat den sozialen Aus gleich, um den man sich heutzutage so lebhaft muht, schon längst in seinen Kreisen hergestellt. Seit Jahrhunderten kennt man ja die enge Verbundenheit der Adeligen untereinander, die doch nur deshalb bestand, weil sie Verwandtschaft hochhielten, die viele Generationen alt war, und sich gegenseitig halsen, da sie sich als Glieder einer Sippe fühlten, ganz einerlei, ob der eine reicher, der andere armer war. Wer in diesem Sinne mit seiner Familie, mit den gardisten weiter, und an eine Heimkehr auf dem direkten europäischen Wege war nicht zu denken. „Bis nach Wladiw osto k bin ich Über Sibirien mit meiner Frau gekommen. Dort aber konnten wir mit unserem entwerteten Gelde nicht mehr weiter kommen, und so trat ich vorläufig einmal in ein russisches Büro als Buchhalter ein — und dann ging ich als Begleiter, der englisch und russisch sprechen konnte, nach Yokohama. Als Vertreter für Wein und Whisky mußte ich mich dort durchschlagen — Messer geschliffen habe ich bei einem deutschen Mechaniker — mit einer russischen Sängerin gab ich Zitherkonzerte, und dann ging sie mir mit dem eingenommenen Gelde durch! Aber drei interessante Albumblätter mit Malereien japanischer Künstler bekam ich in Yokohama und Tokio. Ja, meine Irrfahrten währten zwar nicht ganz so lange, wie die des Odysseus, sechs Jahre nur — aber erlebt habe ich genug! Dreimal wurde ich ins Gefängnis geworfen, einmal zum Beispiel, weil ich trotz des bestehenden Verbotes deutsch zu sprechen einem Landsmann, der mich etwas fragte, in der Muttersprache antwortete! — und dreimal stand ich dicht vor dem angedrohten Tode durch Erschießen, — das eine Mal nur, weil ich keine richtigen Ausweispapiere hatte — da rettete mich das schwedische Rotkreuz — aber schließlich bin ich doch glücklich heimgekehrt: mit zwei deutschen Offizieren, die Liebesgaben vom deutschen Roten Kreuz auf einem dänischen Schiff nach Wladiwostok brachten, fuhr ich als Dolmetscher von Yokohama wieder nach Wladiwostok zurück und dafür bekamen meine Frau und ich Gratisheimfahrt über Amerika nach Von Ellen Zechner. i Als Teresa in der Nacht plötzlich erwachte, hatte sie das deutliche Gefühl, nicht allem irn Zimmer 1 zu fein, ja, es war wohl hauptsächlich das Empfinden das sie geweckt hatte. Sie lag ganz still und versuchte die Schlaftrunkenheit abzuschütteln. Don ihrem Kleiderschrank her hörte sie leises Geräusch. In dem Schein der Laterne, der durchs Fenster fiel, bemerkte sie einen Mann, der vor dem Schrank stand und darin wühlte. Er hatte ruhig etwas rücksichtsvoller dabei verfahren können, fand Ein leichtes Rauschen und Knistern belehrte sie, daß eins ihrer langen seidenen Abendkleider vom Bügel geglitten sein mußte. ... „Natürlich", dachte sie gereizt, „der Kerl kann sich ia nicht vorsehen!" , , . . In dem lebhaften Merger, den sie empfand, gmg ihr Schreck vollkommen unter. 9 Bitte sehr", sagte sie mit ihrer Hellen Stimme, „wollen Sie vielleicht freundlichst aufhoren, m meinen Kleidern zu wühlen! Sie werden ste mir alle zerknüllen, und ich muß ste dann wiederglatten! Dazu habe ich aber weder Zeit noch Lust! Ich habe nämlich kein Mädchen", fugte ste erklärend ^",Jch vermute übrigens, daß es nicht weme Kleider sind, beretroegen Sie sich mitten m der Nacht herbemüht haben!" Bei der unerwarteten Anrede fuhr der Mann herum unti starrte Teresa halb verblüfft, halb er- schreckt an. _ . , . . Mechanisch tastete seine Hand nach der Rock- taft3d) vermute", sagte Teresa liebenswürdig, „daß Sie Ihren Revolver suchen. Ach bitte, bemühen Sie sich nicht, ich habe nämlich wie Sie bereits bemerkt haben dürften, nicht die Absicht zu schreien. Der Einbrecher schwieg noch immer, aber seine Hand sank langsam herab. „Vielleicht setzen Sie sich einen Augenblick schlug Teresa höflich vor, „wirklich. Sie sollten sich letten. Ich habe Sie erschreckt, fürchte ich. Dem Mann verschlug es die Rede. Sowas war ihm denn doch noch nicht vorgekommen Er machte Miene, sich willenlos in den von Teresa bezeichneten ^^ch" ^sacste ^Teresa, „einen Augenblick, ich mochte Sie oorher um eine Gefälligkeit bitten. Es schien mir vorhin, als sei mein schönstes Abendkleid auf in Petersburg" gewählt worden, leitete eine Sonntagsschule ... dies btaugolbene Ordensband hier in meinem Knopfloch, das ist das Zeichen für das „Große Goldene Kreuz für Förderung des Deutschtums im Ausland" — das überreichte mir unser Botschafter in Petersburg 1914 zwei Monate vor Kriegsausbruch." Und voller Stolz holt der alte Herr aus seiner schätzereichen Aktenmappe ein Pappschächtelchen hervor, in dem blankgeputzt aus Watte sein deutscher Orden ruht. „Aber mit Kriegsausbruch waren für uns Deutsche in Rußland die schönen Zeiten vorüber. Alle wurden nach entfernten Gouvernements verbracht — ich durfte dank meiner guten Beziehungen zum Ministerium zuerst in Petersburg bleiben, wo ich bis 1915 interniert war — und dann ging es gar bis nach Ufa am Ural, wo ich vier Jahre verbrachte. Nun, dort gab es viel zu tun für einen hilfsbereiten Deutschen: ich richtete zunächst eine dreiklassige Schule für die Kinder ein — suchte mir geeignete Lehrkräfte zusammen und leitete das Ganze als Direktor. Aber da waren keinerlei Lehrmittel vorhanden, aus einer einzigen Fibel sollten all die kleinen ^.LG-Schützen lesen lernen! Also setzte ich mich hin und zeichnete auf Stein mit chemischer Tinte jedes einzelne Fibelblatt ab und stellte so 300 Abzugs-Exemplare her." Wieder greift Herr Blaschyk in seine inhaltsreiche Aktenmappe und zieht eine solche im fernen Ufa mühsam hergestellte Fibel hervor, deren mit sauber gezeichneten Bildchen und klaren, großformatigen Schriftzeichen bedeckte Seiten ich voll Bewunderung für den hingebungsvollen Eifer des selbstlos hilfreichen Herstellers beschaue. , , , , ... Und mein Petersburger Gästebuch begleitete mich überall und war nun Zum Stammbuch ge- worden, in dos all die vielen Menschen d,e ich auf meinen Irrfahrten >m fremden Land trat mir ihre Namen fchrieben und Bilder malten. Sehen Sie, hier haben meine Schulkinder m Ufa mir eine schöne und liebe Erinnerungsseite gewidmet. Und auch die Erwachsenen trugen sich ein, denn sie waren dankbar dafür, daß ich mich um die Einrichtung von Gottesdiensten bemühte. Drei Jahre lang hatten sie ohne alle religiösen Einrichtungen gelebt — nicht einmal zu Beerdigungen fand eine kirchliche Zeremonie statt. Ich bin Katholik, aber ich habe katholische und evangelische Gottesdienste dort eingerichtet und auch beide selber abgehalten — einen Kirchenchor für beide Konfessionen ge- aründet und geleitet — man muß sich zu helfen wissen in der Not! Bei 40 Grad Kälte fuhren wir manchmal auf Schlitten zu Begräbnisfeiern — und ein schönes Harmonium gelang es uns anzuschaffen. Sehen Sie dies hübsche Albumblatt: das haben mir die Letten in Ufa gemalt und geschrieben! 9 Dann kam der Friedensschluß. In Rußland aber gingen die Kämpfe zwischen den Rot- und Weiß- Selten hat man Gelegenheit, in einem zeitgeschichtlich so inhaltreich bedeutsamen Stammbuch zu blättern — selten bekommt man eine so abenteuerlich ungewöhnliche Lebensgeschichte und eine so interessante Entstehungschronik einer Sammlung zu hören, wie von Herrn Alois Jakob Blaich y k. Mit liebevoller Behutsamkeit entnimmt iber stattliche, temperamentvoll frische Zweiundsechzigjährlge mit dem vollen grauen Haarschopf und i>en leb haftest blitzenden Blauaugen seiner dicken Aktenmappe bas sorgsam in ein weißes Tuch gehüllte rotlederne Sammelbuch. „Ja, sehen Sie, begonnen wurde mein Album in Petersburg als Gästebuch. Dahin war ich im Jahre 1897 von Bismarckhütte in Oberschlesien als kaufmännischer Korrespondent gegangen — hatte mich dort recht gut eingelebt — wir Deutschen hielten eng zusammen: ich war zum Vorsitzenden des „Deutschen Theatervereins sich händeringend bitten, Geld zu nehmen!" Sie lachte amüsiert. „Haben Sie? Na also, und nun addio." Der Mann näherte sich von neuem der Balkon tür. „Sie wollen doch nicht etwa dort hinaus , erkundigte sie sich drohend. „Muß ich Sie schon wie- der an Ihre Familie erinnern?" „Aber wie sollte ich denn sonst —" fragte er hilflos. „Mann Gottes, haben Sie denn noch niemals von der neuzeitlichen und überraschenden Erfindung des Hausschlüssels gehört? Also bitte, draußen auf dem Tischchen in der Diele liegt einer." „Frollein", sagte der Mann, und seine Stimme war ein klein bißchen unsicher, „es soll Engel geben hier auf der Erde, wessen Herz die anrühren, der muß gut fein, ob er will oder nicht." „Quatsch", entschied Teresa wohlwollend, „glauben Sie's nicht." „Doch", sagte der Mann, „seit heute nacht. Und er zog die Tür hastig hinter sich zu, als schäme er sich. „Den Schlüssel muß ich aber bis morgen mittag wieder haben!" schrie ihm Teresa ungerührt nach. 6od)fchnlnadtrid)ten. Der Lehrstuhl für Geburtshilfe und Gynäkologie an her Universität Köln ist bem ao. Professor Dr. Hans N a u j o k s, Oberarzt an der Frauenklinik in Marburg, angeboten worden. Der bekannte Heidelberger Geograph Geh. Hofrat Professor Dr. Alfred Hettner wurde dieser Tage 7 5 Jahre alt. Der o. Professor Dr. W. S ch a d e w a Id t an der Universität Freiburg i.Br. vft zum o. Professor der klassischen Wlologie an der Universität in Leip - z i g ernannt worden. Zur Wiederbesetzung des ordentlichen Lehrstuhls für Finanzwissenschaft, Statistik und Nationalökonomie an der Universität München ist em Ruf an den o. Professor Dr. F. Terhalle an der Universität Hamburg ergangen. Der ao. Professor und Oberarzt an der Kinder- flinif an der Breslauer Universität Dr. Joban- nes K n a u e r hat einen Ruf auf das Ordinariat der Kinderheilkunde an der Universität Bonn erhalten. Auf den an der Universität B r e s l au neu errichteten ordentlichen Lehrstuhl für Vor- und Früh- geschichte ist der Direktor des Schlesischen Landesamtes für vorgeschichtliche Denkmalspflege, Privat- dozenl Dr. M. Jahn berufen worden. Wir sitzen zu später Abendstunde nach einem heißen (Sommertage in kleiner Gesellschaft in der füllen Gartenhütte. Der süße Duft der Rosen und des Jasmins wirb durch die laue, frische Abendluft zu uns getragen. Da huschen gespensterhast in raschem Flug vogelartige Tiere durch die Luft, vom Wohnhaus her um das Gartenhaus, ubev die Gebüsche unter den Bäumen her und wieder auch 'durch die mit wildem Wein bewachsene Gartenhütte über unsere Köpfe hinweg. Es sind Fledermäuse, gewandte Flieger, die trotz der eingetretenen Dunkelheit nirgends im raschen Fluge anstoßen und die uns anfangs erschreckten. Das ist ein absonderliches Völkchen, diese kleinen, finstern Nachtschwärmer! Die Tiere scheuen und meiden sie, und die Menschen kennen ste kaum und haben ihnen in Furcht und Haß allerlei dustere Märchen angedichtet. Häßliche Geschichten von Untaten und blutigen Greueln, die trotz aller Aufklärung heute noch spuken. Was Unvernunft Bosheit und Aberglaube an finsterem Frevel ersinnen konnte, wurde an diesen kleinen, scheuen Tieren verübt. Wo sich eine Fledermaus zeigte, wurde sie verfolgt und gequält, lebendig gefangen, wurde sie mit ausgebreiteten Flügeln als warnendes Beispiel für ihre Genossinnen ans Tor der Scheuer genagelt, die sie durch ihren Fleiß, durch ihre unermüdliche, nächtliche Jagd füllen half. Scheu, flüchtig, angstvoll verbergen sich die Fledermäuse vor den Augen der Mitwelt und dem Lichte des Tages, und was sie in der Nacht zum Frommen und Segen der Erde vollbringen, wie tausende von schädlichen, nagenden Insekten ihnen zum Opfer fallen, wie Millionen von Blüten und Blättern durch sie dem Leben erhalten bleiben, davon weiß niemand zu erzählen, denn wenn der Morgen kommt, ist das dunkle, geschäftige Völkchen längst verschwunden und in seine einsame, düstere Schlafkammer geflüchtet. Wir unterscheiden neunzehn deutsche Fieder- mausarten, die bei oberflächlicher Betrachtung alle einander gleich sehen, die gleiche Lebensweise fuhren und alle recht nützlich sind. Die größte und häufigste der heimischen Arten ist die frühfliegende Fledermaus, auch große Speckmaus genannt. Sie ist gegen Kälte und rauhes Wetter wenig empfindlich und fliegt schon vor Sonnenuntergang im Walde, in Bäumgärten und Alleen umher. Wie nützlich sie ist, kann man daraus ersehen, daß ihre Nahrung aus Maikäfern, Nonnen-, Kiefer- und Prozessionsspinnern besteht, also aus den gefährlichsten Waldfeinden. Die kleinste einheimische Art, die Zwergfledermaus, ist ebenfalls gegen die Kälte wenig empfindlich, denn sie ist im Frühjahr die zuerst erscheinende und irn Herbst die letztbleibende Art. Sie ist für die Forst- wirtschaft und die Obstzucht gleich nützlich, weil ste Wickler und Motten fängt, in der Nahe unserer Wohnungen aber mehr Fliegen, Schnaken und Mücken erhascht. Die gemeine Ohrenfledermaus er- f’1®er Mann bückte sich mortlos, als er sich wieder aUfS'Ä,«eincs Frollein", fragte er in- einen Augenblick lang angestrengt nach. „Sonderbarerweise nein", gestand sie dann zo- Ser$erAeihen Sie, wenn Sie bas verletzen sollte, -SSÄ K" »SiSi ÄÄ* 'S. w p. s "Ä.®"«. -'S« ------ Sie ein Mensch &enfe es mir, nicht glücklicher dazu, vermutlich. J^ ^ster fremder sehr komisch, nacht u ch roürbe/ offengesagt, Wohnungen einzusteigen j' b willkommen d- ffedartt- sto^n daß mann^ = Passion betreiben, nehme ich an. Der Mann schüttete ^en .q nu ^der recht! „Ree, Frolteim o h schließlich leben, und wenn Aber der Mensch muß ^scho^^ er in Versuchung/' er keine ^rhcnt . öjtete Teresa, „das kann sich Raffen ® te"anf morgen ändern. Gott sei Dank, alles von heute f - _an^e Leben liegt vor Sie finb "°Anb 6te eigentüd) von Beruf?" Ihnen Was s Jahre arbeitslos, und „Autoschlosse, 3 eine vage Handbewegung. ^Lela^te^ernst und verständnisvoll. „Haben Sie eme pau?’ "®?™nn fa9“ Xctefo Mißbilligend. genug." Teresa überhörte den Einwurf. Also, besagter Mann hat eine Autovertretung, wenn ich Ihnen eine Empfehlung an ihn gäbe, so wäre es immerhin möglich —. Allerdings durften Sie ihm nicht sagen, woher wir uns kennen. Er würde es vielleicht nicht verstehen ober zum mindesten ungewöhnlich finden. Nun paffen Sie mal auf: jetzt gebe ich Ihnen die bewußte Adresse, und morgen früh rufe ich dort an, damit man im Bilde ist, wenn Sie kommen! Einverstanden?" ..... Und sie streckte ihm die Hand hin, die er kräftig schüttelte. Darauf näherte er sich der Balkontür. „Hallo", rief sie, „das Geld." „Welches Geld?" „Nun, das Geld, das Sie intelligenterroetfe vorhin unter meinen Kleidern suchten." Der Mann schüttelte den Kopf. „Sie halten mich doch für ein Schwein , sagte er tra/9an3 und gar nicht", verteidigte sich Teresa, „aber denken Sie gefälligst an Ihre Kinder. Also bitte, machen Sie mal den Schub dort auf. too, und nun nehmen Sie sich fünf Mark, die kann ich 9^,ßos,eilo5'\ Ermunterte sie ihn, als er unschlüssig zauderte. „Und joroas will Einbrecher fein. Laßt , die Erde gefallen; würden Sie die Güte haben, “ f den Bügel zurückzuhängen? Der S off ist nämlich so empfindlich", fügte ste entschuldigend Wie mancher einfache Bürger hat sich in diesen Tagen, wo er von allen Seiten zur Familienforschung genötigt wird, gewiß schon gefragt: „Was hat denn das Ganze für mich eigentlich für einen Zweck? Mein Großvater war ein biederer Schneidermeister, kein Graf und kein General, in dessen Ruhmesglanze ich mich sonnen könnte, unb au besten Taten es sich gut ausruhen ließe. Nem, bieser Stanbpunkt, baß bie Familienforschung zu bem Zwecke getrieben wirb, um festzustellen, baß der Ahnherr ber Familie Meier, Müller ober Schmitz ein reicher Graf gewesen wäre, ist burch- aus falsch. Mtt Recht sagte jüngst einer ber Führer, wenn unsere Ahnen alle hohe Herren vom Abel gewesen wären, unb wir säßen heute als Schwerarbeiter in ber Stabt, bann wären wir ein arg herabgekommenes Geschlecht. Fragte einst em stolzer Junker einen Marschall bürgerlicher Herkunft, ob er sich mit ihm in ber Zahl ber Ahnen messen könnte, unb erhielt barauf bie schladfertige Antwort: „Nein, aber ich selbst bin ein Ahnherr, der Ahnherr meines Geschlechtes, unb Sie sinb nur ein kleiner Enkel großer Leute!" . . Der Mann hatte recht. Das ist ber einzige unb da steigen Sie nachts burch frembe Fenster! Wenn Sie nun fallen unb sich was brechen! Ganz abgesehen von allem anberen, was passieren kann. Ich, an Stelle Ihrer Frau, würbe mich jebesmal zu scheint erst spät im Frühjahre und dann niemals vor Eintritt der Dunkelheit. Am Tage hält sie sich in Mauerritzen, unter Dächern, in hohlen Bäumen und zwischen Felsspalten auf. Nachts trifft man sie besonders auf dem Lande in der Nähe von großen Gebäuden, in Städten auf bepflanzten Plätzen, in Gärten und Anlagen. Sie fängt viele lästige Fliegen und schädliche Nachtschmetterlinge. Als Insektenfresser sind die Fledermäuse um so nützlicher, als die von ihnen getöteten Insekten weiter fast gar keine Feinde haben. Sie fressen hauptsächlich Nachtschmetterlinge, Eulenfalter und Spinner, welche im ausgewachsenen Zustande ihrer nächtlichen Lebensweise wegen nur noch vom Ziegenmelker (der Nachtschwalbe) gefangen werden. Mehrere Nachtschmetterlinge aber werden im Puppen- und Raupenzustande nur von ganz wenigen Tieren gefangen, weil sie tm erstgenannten Stadium in ein Gespinst eingeschlossen sind und im zweiten Zustande eine dichte Behaarung besitzen; denn es gibt unter den Vögeln nur sehr wenige (z. B. der Kuckuck), die stark behaarte Raupen fressen. Und so kann es vorkommen, daß in einer Gegend die Fledermäuse die einzige Kraft im Naturhaushalte sind, welche dem schädlichen Auftreten einer Jnsektenart vorbeugt. Tote Tiere und Speck verschmähen die Fledermäuse gänzlich, und es ist ein alter Aberglaube, der sich auf dem-Lande hie und da bis heute noch erhalten hat, daß die Fledermaus im Schornstein den im Rauche hängenden Speck angreife und ihn zerfresse. Diese Beschuldigung ist nach den vielen Beobachtungen, Versuchen und Erfahrungen der berühmtesten Naturforscher ungerecht. Kein Tier hat mehr Anspruch auf Schonung und Hegung als die Fledermaus. Die Fledermaus gehört auch zu unseren Frühlingsboten, gleich dsr Schwalbe, dem Rotkehlchen und hundert anderen Tieren. Sie kommt mit den Frühlingslüften, den ersten sich öffnenden Baumknospen, dem bunten Blumenheere, aber sie kommt nicht wie die vielen anderen im Hellen Tageslichte, ihr schmeichelt die lachende Sonne nicht, ihr jubeln die Menschen nicht entgegen, und damit ist ihr Schicksal, besiegelt; scheu, vorsichtig, flüchtig kommt sie im Dunkel der Dämmerung geflogen, scheu, vorsichtig, flüchtig geht ihr Leben dahin. Gr. Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. An alle Amtswalter der deutschen Arbeitsfront! Infolge der Volksabstimmung am 19. August 1934 findet das Landestresfen der deutschen Arbeitsfront an diesem Tage nicht statt. Der Zeitpunkt der Veranstaltung wird rechtzeitig bekanntgegeben. Da Sie dadurch mehr Zeit gewonnen haben, werden Sie angewiesen, die Abzeichen inzwischen zu vertreiben. Heil Hitler! Gez.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. Rundfunkprogramm des Reichssenders Berlin. Dienstag, 8. August. 6 Uhr: Morgenruf. 6.15: Wetternachrichten: 6.20: Morgenmusik des Berliner Fansarenbläserchors. 7: In der Pause Nachrichten. 8 bis 10: Sendepause mit gedämpftem Pausenzeichen. 10: Wetter- und Tagesnachrichten. 10.10 bis 10.55: Sendepause mit gedämpftem Pausenzeichen. 11: Reichssendung von Königsberg: Trauerfeier der Reichsregierung amTannenbergdenkmal. — Die Übertragung des „Siegfried" aus Bayreuth wird auf den 8. August verschoben. Freimachung von Arbeitsplätzen und Jugendliche. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. S y r u p, der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, der Führer der Wirtschaft Graf von der Goltz und der Reichsjugendführer Baldur v. Schirach geben folgendes bekannt: Bei der Freimachung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitslose sind in einer Reihe von Fällen auch junge Facharbeiter, die eben ihre Lehre beendet hatten, ja, sogar Jugendliche, deren Lehrverhältnis noch nicht abgeschlossen war, aufgefordert worden, den Arbeitsplatz zu verlassen und in den Arbeitsdienst oder in die Landhilfe einzutreten. Es wird nochmals daraus hingewiesen, daß die Auswechslung Jugendlicher gegen ältere und kinderreiche Erwerbslose keinesfalls unter Benachteiligung der Wirtschaft und unter Gefährdung des notwendigen Facharbeiternachwuchses vorgenommen werden darf. Es herrscht heute schon in einer Reihe von Berufen Mangel an qualifizierten Facharbeitern und an Nachwuchs hierfür. Es liegt daher im Interesse der deutschen Volkswirtschaft und des organischen Aufbaues der werktätigen Bevölkerung, daß die berufliche Ausbildung.der Jugend in keiner Weise gestört wird. Der vorzeitigen Beendigung des Lehrverhältnisses stehen schon die gesetzlichen Bestimmungen der Gewerbeordnung entgegen. Besonders bei qualifizierten Berufen ist die Ausbildung zum Facharbeiter keineswegs mit der Lehre abgeschlossen. Zum brauchbaren Facharbeiter reift der Jugendliche erst in den ersten Gehilfenjahren heran. Seine vorzeitige Auswechslung würde daher sein berufliches Fortkommen gefährden. Selbstverständlich ist die Teilnahme am Arbeitsdienst auch für ihn vaterländische Pflicht, nur muß versucht werden, sie auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Im übrigen weisen mir nochmals darauf hin, daß die Entscheidung für die Freimachung von Arbeitsplätzen, die bisher von Jugendlichen eingenommen wurden, in der Verantwortung des Führers des Betriebes liegt, der bei allen diesen Maßnahmen ausschließlich vorn Vertrauensrat beraten wird. Einführung eines Landhelferbriefes. Dem Appell der nationalsozialistischen Reichs- regierung an die arbeitslose Jugend, sich dem Lande zur Verfügung zu stellen und dem deutschen Bauern und Siedler bei der Feldbestellung und der Ernte als Landhelfer Dienste zu leisten, sind seit dem Frühjahr 1933 Hunderttausende von Jugendlichen gefolgt, trotzdem schwere und ungewohnte Arbeit von ihnen erwartet wurde. Als Nachweis ihrer Tätigkeit und zugleich als Anerkennung wird den Land- helfem künftig ein Landhelfer-Brief vom Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ausgestellt werden. Den Landhelferbrief erhalten Jugendliche, die mindestens sechs Monate als Landhelfer beim Bauern gearbeitet haben. Er ist bei allen Bewerbungen um einen Arbeitsplatz — besonders in der Landwirtschaft — bei der Anmeldung für landwirtschaftliche Schulen, bei der Bewerbung um Siedlerftellen und bei ähnlichen Anlässen vorzulegen. Auf seiner Vorderseite trägt er das Symbol der Landhilfe: ein Aehrenbündel, zusammengehalten durch ein Hakenkreuz und einge?ahmt von den Buchstaben L und H. Es ist in Aussicht genommen, den Landhelfern dieses Symbol auch in der Form einer Plakette als Bewährungsabzeichen zu verleihen. OieTrauerfeierlichkeiien in Gießen Die Kreisleitung Gießen der NSDAP, teilt mit: 3m Einvernehmen mit der Bürgermeisterei und dem Kreisamt Gießen sind aus Anlaß des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten folgende Veranstaltungen vorgesehen: Am Montag, 6. August, um 12 Ahr, Aeber- tragung der Trauerfeier der Reichsregierung aus der Krolloper in Berlin auf dem Landgraf-Philipp-Plah. Am Dienstag, 7. August, 10.30 Ahr vormittags, Trauerfeier in der Volkshalle. Es ist eine geschlossene Beteiligung der Behörden und Betriebe vorgesehen. Die Trauerfeier wird, unter Mitwirkung des Stadttheaterorcheslers und einer Ansprache des Oberbürgermeisters und Kreisleiters z. b. V. Ritter, mit der Aebertragung der Trauerfeierlichkeiten am Tannenbergdenkmal, durchgeführt werden. Die näheren Anweisungen werden im Laufe des- Monkagvormittag an Behörden und Betriebe noch durchgegeben werden. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen. Oie SA. bei der Gedenkfeier. Am Dienstag, 7. August, vormittags 10.25 Uhr, treten sämtliche SA-Einheiten auf dem Landgraf- Philipp-Platz zum Abmarsch nach der Volkshalle an. Marschstraßen: Senckenbergstraße, Moltkestraße, Kaiserallee, Trieb vor der Volkshalle. Reihenfolge: SZ., MZ., Fahnengruppe sämtlicher Formationen, 2/116, 4/116, 20/116, Pi 23/116, Mo- tor-SA., Marinesturm, Reitersturm, Fliegersturm, Sanitätssturm, SA.-Reserve, KWB., Techn. Nothilfe. Marschstraßen des Rückmarsches mit der gleichen Reihenfolge: Trieb, Kaiserallee, Ludwigstraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Landgraf-Philipp-Platz. Vorbeimarsch an dem Kriegerdenkmal vor dem Standortältesten. Anzug: Großer Dienstanzug (Braunhemd), Trauerflor am linken Arm. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. Gebührenfreie Rundfunkaufnahme der Trauerfeierlichkeiten. Die Errichtung und der Betrieb von Rundfunkempfangsanlagen zur Aufnahme der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Herren Reichspräsidenten am 6. und 7. August ist allen Volksgenossen ohne besondere Genehmigung gestattet. Gebühren werden von der Deutschen Reichspost nicht erhoben, wenn die Anlagen nach Beendigung der Ueber- tragungen der Trauerfeierlichkeiten sogleich abgebaut werden. Vorübergehende Einschränkung des Postschalterdienstes am 6.und I.August. Während der Rundfunkübertragungen der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Herrn Reichspräsidenten am 6. und 7. August werden die Schalter der Postämter vorübergehend geschlossen. Für den Telegrammannahmedienst bleibt bei jeder Postanstalt ein Schalter geöffnet. Auch im Fernsprech-, Luftpost- und Eilzustelldienst treten keine Einschränkungen ein. Die Postanstalten geben die vorübergehende Schließung der Schalter durch Aushang bekannt. Bei den Postscheckämtern ruht ebenfalls der Kassendienst. Trauergottesdienste in Gießen. Am gestrigen Sonntagvormittag sanden — wie überall im Reiche — auch in Gießen Trauer- gottesbienfte statt, die dem liebe- und verehrungsvollen Gedenken an den verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg galten. Oie Stadtkirche war im Hauptgottesdienst Überfüllt. Hier nahmen die Stürme der Gießener SA.-Reserve an dem Gottesdienst teil. Der oberste evangelische Seelsorger in Oberhessen, Propst Knodt, hielt die Gedenkpredigt auf Grund des Bibelwortes Johannis 14. Kapitel: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Glaubet an Gott und glaubet an mich." Er schilderte Hindenburg als ein Wort Gottes an uns. Uns war in Deutschland wohl, weil wir wußten, daß der Mann da war, schon in der Zeit, wo noch keine feste Hand das Steuer des Reiches ergriffen hatte. Das Geheimnis des Wesens dieses großen Deutschen war nichts anderes als das Wort: „Es war in ihm der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft". Dieser Friede Gottes war zusammen mit einer unendlichen Geborgenheit seines Herzens im Glauben die tragende Grundlage im Leben und Wirken Hindenburgs. Hindenburg, der so große Kriegstaten vollbrachte, war im tiefsten Sinne ein Mensch des Friedens, er war die Verkörperung des Gottesfriedens. Seine natürlichen Anlagen waren im Feuer des Kreuzes Christi geläutert, an ihm vollzogen sich die "großen Verwandlungen der im Menschen wohnenden guten Kräfte in der Glut der Gottesliebe in Jesu Christi. Das war ein Gottesgeschenk, eine göttliche Gnade, von chm bewußt empfangen und festgehalten. Daraus gewann er Christi Frieden, den Frieden des in Gott geborgenen Herzens mitten im tobenden Sturm. Hindenburg war niemals größer, als wenn er in den schlimmsten Verhältnissen ruhig und geborgen stand aus der allertiefsten gläubigen Geborgenheit seines Herzens heraus. Hindenburg war ein Mann von männlichster Art, und doch hatte er etwas unendlich Kindliches in der Art, rote er seinem Gottesglauben gelebt hat: unergründlich und unbezroeifelt, wie das Kind an der Hand seines Vaters dahingeht. Hindenburgs Worte an den Reichsbischof sollen wir uns als sein Vermächtnis alle merken: „Sorgen Sie dafür, daß in Deutschland immer Christus verkündigt wird". Aus diesem Wort spricht nicht nur eine Mahnung Hindenburgs an uns, sondern auch sein tiefer Dank, daß fein Leben unter das Zeichen des Christuskreuzes gestellt war, und die Gewißheit, daß die Zukunft unseres neu erwachten deutschen Volkes immer verbunden sein wird mit dem Kreuz Jesus Christus. Wir wollen niemals vergessen, daß Hindenburg, der größte deutsche Kriegsmann, dieses Wort als Vermächtnis seines Lebens uns allen gesagt hat. Ein Großer ist in Hindenburg heimgeganqen. Er hatte eine Berufung, wie keiner von uns. Demgegenüber ist unsere Berufung klein und begrenzt, aber in einem können wir groß fein wie Hindenburg: im Gottesglauben wie er, als der tragende Grund und der Friede, der unser Leben trägt. Dazu sind wir alle berufen. Das ist es, das mir erbitten und ersehnen als das Geschenk unseres Gottes in Gnaden. Im Gebet stellte Probst Knodt den in die Ewigkeit Heimgegangenen Reichspräsidenten von Hindenburg und unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler mit inniger Fürbitte an Gott den Herrn in den Mittelpunkt. 3n der Iohanneskirche fanden zwei Gottesdienste statt, in denen Pfarrer Bechtolsheimer predigte. Der Gottesdienst um 8 Uhr war hauptsächlich von aktiven SA.-Forma- tionen besucht, am Gottesdienst um 9.30 Uhr nahmen hauptsächlich Glieder der Lukas- und der Johannesgemeinde teil. Die Kirche war in beiden Gottesdiensten voll besetzt. Der Prediger hatte zum Text das Wort aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther aus dem 16. Kapitel gewählt: „Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und sind stark! Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!" Er erinnerte zunächst an die kirchlichen Geschehnisse in Gießen in den ersten Tagen des Weltkrieges, an die Abendmahlfeiern für die ausmarschierenden Gemeindeglieder und ihre Familienangehörigen, sowie für Mannschaften des 116. Regiments und an die Gottesdienste für die hier aufgestellten, sich zur Front begebenden Truppenteile. Dann ging er dazu über, ein Charakterbild des dahingeschiedenen Reichspräsidenten von Hindenburg zu entwerfen. Er schilderte hauptsächlich auf Grund der Lebenserinnerungen Hindenburgs dessen religiöse Grundanschauung. Der Feldherr und Staatsmann war ein überzeugter evangelischer Christ, in seiner Frömmigkeit schlicht und demütig; bis in feine letzten Tage hinein nahm er andächtig an den Gottesdiensten feiner Gemeinde teil. Im Wesentlichen war diese religiöse Eigenart eine Erbmasse von den Vorfahren her, ein neuer Beweis dafür, wie nützlich es ist, daß die Deutschen sich jetzt mehr als früher um ihre Vorfahren umtun. Der Mann, der so hohe Stellungen innehatte, war zugleich ein warm empfindender Mensch. Rührend ist die Art, wie er seiner Eltern, namentlich seiner Mutter gedenkt. Seinen Soldaten war er nicht nur der Vorgesetzte, sondern auch der Kamerad, seinem Herzen standen sie alle nahe. Aus feiner religiösen Gesinnung ging feine ethische Lebensführung hervor, namentlich seine Pflichttreue. Er war eine ernst veranlagte Natur, die über wichtige Lebensfragen nicht leicht hinweggleiten konnte. In feiner langen Lebenszeit hat er an den wichtigsten Begebenheiten der neueren deutschen Geschichte banber-:b Anteil genommen. Wie er das deutsche Heer im Kriege geführt hat, so hat er es auch nicht verlassen, als den deutschen Waffen der Erfolg versagt blieb. Eine ritterliche Natur, hat er auch dem Gegner nicht die Achtung versagt. In den Jahren, da er Reichspräsident war, haben die Deutschen wie zu einem Vater zu ihm aufgesehen, er war das Gewissen der Deutschen, unser getreue Ekkehart. Zuletzt verband ihn innige Freundschaft mit Adolf Hitler; so lag das Schicksal des deutschen Volkes in guten Händen. Lange durften wir von diesem frommen, tatkräftigen, sittlich so hochstehenden Manne Segen nehmen, nun hat Gott ihn zu sich gerufen; der alte Soldat ist zur großen Armee übergetreten, wie der für das Vaterland gefallene Mann feine weihevollste Ruhestätte da findet, wo er mit den Kameraden gekämpft hat, so wird nun dem Feldherrn die Rube- ftätte auf eine würdige Art im Tannenbergdenkmal bereitet. Das deutsche Volk wird feiner in Jahrhunderten noch gedenken. Wir wollen nicht hoffnungslos um ihn trauern, sondern seinem Beispiel nachfolgen, an dem die Mahnungen des Apostels, wachsam zu sein, im Glauben zu ffeben, stark, männlich und liebevoll zu sein, so harmonisch zu Tage treten. Dann wird uns auch wieder nach schweren Jahren neue Blüte und neues Gedeihen beschieden sein. Hausfrau und Obsttorte. Der mehlige, weißkleistrige Ueberguß auf Obsttorten hat schon so manch schöne Frucht verdorben. Heute jedoch kann die Hausfrau in kaum fünf Minuten einen köstlichen, rein nach Frucht schmeckenden Ueberguß Herstellen. Man belegt den Tortenboden mit frischen, ungezuckerten Pflaumen, Pfirsichen, Johannisbeeren oder anderen Früchten, evtl, gemischt, und verfährt wie folgt: Rezept: Man bringt 7 Eßlöffel Wasser ober 7 Eßlöffel ungesüßten Fruchtsaft ober 8 Eßlöffel gesüßten Fruchtsaft mit einem Beutel Trocken- Dptefta unter Rühren zum Kochen unb läßt eine Ttinute braufenb durchkochen. Dann gibt man sechs gut gehäufte Eßlöffel Zucker hinzu — keinesfalls weniger —, läßt nochmals aufkochen und nimmt ben Topf vom Feuer. Nachdem sich die Kochbläschen verzogen haben, abschäumen und die heiße Masse eilig über die Früchte gießen ober mit einem Löffel barüber verteilen. Bornotizen — Tageskalenber für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mensch ohne Namen". Daten für Montag, 6. August. 1870: Schlacht bei Wörth unb Spichern. — 1914: Kriegserklärung Oesterreich-Ungarns an Rußlanb unb Serbiens an Deutschland — 1915 (bis 20. 8.): Belagerung von Moblin. ** Schulpersonalien. Nach einer Bekanntmachung bes Personalamtes ber Hessischen Staatsregierung würbe mit Wirkung vom 23. Mai 1934 der zur Zeit kommissarisch an der Aufbauschule zu Friedberg tätige Turnlehrer Georg Reinhard zum Turnoberlehrer an der Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg ernannt. Dem Lehrer Karl M ö b s zu Heldenbergen wurde eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Neu-Psenburg (Kreis Offenbach) übertragen. Dem Oberreallehrer Wilhelm Stoll an der Realschule zu Vilbel, zur Zeit kommissarisch an der Volksschule zu Vilbel (Kreis Friedberg), wurde mit Wirkuna vom 1. August eine Lehrerstelle an dieser Schule übertragen. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Juli 1934 starben in unserer Stadt: 16. Juli: Will). Georg Ruhl, Kaufmann, 33 Jahre alt, Bahnhofstraße 15, Theodor Loos, Kaufmann, 56 Jahre alt, Kirchenplatz 13; 19.: Karoline Gör- lach, geb. Weinet, Wroe., 63 Jahre alt, Weser- straße 3; 21.: Heinrich Prinz, ohne Beruf, 63 Jahre alt, Seltersweg 31; 22.: Wilhelm Hormann, Kaufmann, 65 Jahre alt, Mäusburg 6; 25.: Käthe Hartmann, geb. Winter, 40 Jahre alt, Leihgesterner Weg 16. ** Straßensperrungen. Wegen Vornahme von Gleisarbeiten wird die Provinzialstraße Hungen —Rodheim unb Hungen—Villingen, Ortsdurchfahrt Hungen, am 9. August 1934 von 6 bis 16 Uhr für jeden Durchgangsverkehr gesperrt. Fußgänger unb Ortsfuhrwerke können den danebenliegenden schmäleren Uebergang benutzen. Die Umleitung erfolgt über Langsdorf—Nonnenroth—Villingen. — Wegen der Instandsetzung der Fahrbahn wird die Wegstrecke von Niederbiel bis Leun im Zuge des Landweges Wetzlar—Weilburg vom 13. August ab auf die Dauer von drei Wochen für den Krastfahrzeug- und Fuhrwerksverkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Braunfels oder Burgsolms. ** Verhängnisvoller Sturz. Die 55- jährige Ehefrau des Kaufmanns We i f e I, Wiß- marer Weg, glitt, als sie vom Garten aus das Haus betreten wollte, aus und stürzte fo unglücklich, daß sie einen Unterschenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. ** Frühzeitige Beendigung des Wochenmarktes. Aus Anlaß der Trauerfeier am morgigen Dienstag wird der Wochenmarkt bereits um 10.30 Uhr beendet. (Siehe heutige Bekanntmachung!) ** Die Allgemeine Drtstrantenfaiffe für ben Kreis Gießen ist am morgigen Dienstag geschloffen. (Siehe heutige Anzeige!) Oberheffen. Landkreis (Yjefterr. * Obenhaufen (Lumda), 6. Aug. In unserem Orte ereignete sich ein schwerer Unfall. Der 57 Jahre alte Landwirt Heinrich Bott von hier stürzte vom Scheunenboden und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der bedauernswerte Mann hatte einen Schädelbruch und außerdem Bru-ft- quetschungen erlitten. * Weickartshain, 6. Aug. Bei dem hiesigen Brauneisen st einwerk, Gewerkschaft Louise scheidet Bergwerksdirektor Karl Scheff - zick als Repräsentant aus. An seiner Stelle wurde ein Grubenvorstand, bestehend aus drei Mitgliedern, gewählt. Der Grubenvorstand besteht aus Dr. Hermann Wenzel in Dortmund als Vorsitzendem und den Herren Bergassessor Dr. Karl Bretz in Dortmund und Direktor Karl Scheff- z i cf in Nieder-Ohmen als Beiräten. Gesamtprokura haben die Herren Heinrich Theiß in Nieder- Ohmen und Ludwig Klinke! in Weickartshain erhalten. * Bellersheim, 6. Aug. In der Nacht zum Samstag wurde in der hiesigen Poststelle zum dritten Male innerhalb zweier Monate eingebrochen. Während dem Dieb das erste Mal zehn Mark und das zweite Mal 32 Mark in die Hände fielen, konnte er diesmal 36 Mark erbeuten. Das Geld wurde aus einem verschlossenen Behälter aestohlen. — An der Straßenkreuzung Hungen—Utphe ereignete sich dieser Tage ein Unfall. Ein Motorradfahrer fuhr zwei Radfahrer an, die beide von den Rädern geworfen wurden. Glücklicherweise erhielten sie keine ernsteren Verletzungen. 5 Rüddingshausen, 4. August. Ein bedauernswerter Unfall ereignete sich hier beim Fruchtabladen. Frau Katharine Scholl stürzte dabei so unglücklich von einem Gerüst in Der Scheune, daß sie sich einen Armdruch zuzog und in die Klinik zu Gießen übergeführt werden mußte. Der Fall ist um so schwerer, als auch der Mann der Frau gegenwärtig an einer Hüftgelenkentzündung im Krankenhaus liegt. — Vor wenigen Tagen verunglückte Frau Elise Schäfer hier beim Fruchtmähen: sie fiel in eine Sense. Als sie sich erhob unb aus ber unglücklichen Lage befreien wollte, stürzte sie aus Schwäche von neuem in die Sense hinein und zog sich weitere tiefe Verletzungen zu. Die bedauernswerte Frau mußte in die Gießener Klinik gebracht werden. Kreis Büdingen. * Dauernheim, 6. Aug. Der 53 Jahre alte Landwirt Carl Wolf von hier hatte sich, anscheinend durch einen Sturz, innere Verletzungen zugezogen und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen übergeführt werden. Preußen. Kreisfest der evangelischen Mädchenvereine. O Wetzlar, 3. Aug. Wenn der Wert eines Festes nach seinem Inhalt und nicht nach dem äußeren Glanz beurteilt werden muß, dann war sicher das Jugendfest vom Kreisverband des Jungmädchenbundes eins von denen, die durch Schlichtheit und religiösen Inhalt wertvoll sind unb den jungen Menschen Bleibendes für Geist und Seele boten. Am Tag des Festes, gegen 14 Uhr, versammelte sich die Jugend. Da der Kreisdirigent, Lehrer G i r v l d st e i n , erkrankt war, so vertrat ihn die frühere Dirigentin Frau Pfarrer H e i d e r bei der Generalprobe der gemeinsam eingeübten Chöre. Als die „Glocke des Walddomes^ läutete, versammelte sich die Schar unter den hohen Eichen und Buchen. Der Kreisleiter, Pfarrer Heid er, hielt die Liturgie. Sie wurde verschönt durch Lieder des Mädchenchors. Eindrucksvoll war, wie die ganze Schar den Glauben bekannte und gemeinsam Luthers Erklärung zum 2. Artikel sprach. Die Jugendgemeinde sang dann sinngemäß: „Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut." Pfarrer Essen, Volpertshausen, ber zugleich Jugenbpfarrer ber Synobe Wetzlar ist, hielt bie Festprebigt. Nach berselben sang roieber ber Mäbchenchor. Das Vaterunser würbe gemeinsam gebetet. Als Schlußoers klang bas erhebende: „Mein Herze geht in Sprüngen". Zu einer Kaffeepause gruppierte sich alles auf dem Rasen ober bei ben einfachen Bänken unb Tischen. Unterliessen hatten die Leiter und Leiterinnen eine Konferenz und besprachen wichtige Fragen. Nach dem Kaffee begannen einzelne Dorf- schäften und Gruppen unaufgefordert Rasenspiele, Reigen ufrp. zu zeigen. Sie hatten dabei große Freude. Die Sonne stand schon ziemlich tief, als die Waldesdomglocke zur Schlußfeier rief. Nach dem Liede: „Lobt froh ben Herrn, ihr jugenblichen Chöre", trug zunächst ber Verein Hochelheim einen gehaltvollen Sprechchor vor, Aßlar brachte ein Gedicht, Hochelheim fang: „Wer ein sonnig Leben will". Im Anschluß baran sprach ber Kreisleiter über das Wort Jesu: „Ich bin das Licht ber Welt", 15 m ir d n, V ir e >r ie er :e. r* m r, ie« >ie n« )ie ier in su« elt ier im [je: int ini» te« m en ert ie- en et l'i an der Jugendherberge Der„Tag des Soldalen"beimi5.Znf.M Der Sternhimmel im August des katholischen 0* Sonne S.Upori etwa nach am Dienstag morgen tadelloser Uniform mit mal, um 6.30 Uhr abends in Gießen an. Zur Trauerkundgebung treten 100 Hitlerjungen in J) IViertel @ Vollmond Q letztes Vierfei Merkur Venus Mars •Jupiter ^Saturn GROSZE BUCH-. STABEN Nachdruck verboten! Sonnenaufgang von 4.20 bis 5.10 Uhr. Sonnenuntergang von 19.55 bis 18.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: Letztes Viertel am 2. um 7 Uhr, erstes Viertel am 18. um 6 Uhr, Vollmond am 24. um 21 Uhr, letztes Viertel am 31. um 21 Uhr. Dieser Monat bietet sowohl bei den Fixsternen wie bei den Wandelsternen für den Morgen- und auch den Abendhimmel viel Bemerkenswertes. Der Nacht sichtbar. In der Abenddämmerung kann dann noch der Jupiter gesehen werden, aber mit seiner Pracht ist es nun vorbei. Es wird schon einige Aufmerksamkeit dazu gehören, ihn überhaupt zu entdecken. Ein sehr schönes Schauspiel bietet sich uns dagegen am Morgenhimmel dar. Der Mond, der in diesem Monat zweimal, am 2. und am 31., die Lichtgestalt des letzten Viertels zeigt, ist bis zum 7. und 8. begreiflicherweise schon recht schmal geworden, und seine feine Sichel streift alsdann über der als Morgenstern erstrahlenden Venus dahin, der er am 8. recht nahe kommt. Zunächst links neben der Venus und späterhin rechts über ihr erblicken wir den Mars; unter ihr, freilich wie gewöhnlich als unsichtbarer Kantonist, wandelt der Merkur, dessen Sichtbarkeit vielleicht am 7. am günstigsten ist. Wir bemerken aber: daß man früh aufstehen muß, um dieses immerhin recht beachtenswerte Himmelsschauspiel zu sehen, ist sicher. Ob man es sieht, wenn man früh aufsteht, ist jedoch unsicher. Trauerflor über die Armbinde um 9.45 Uhr an der Jugendherberge an. Abends 7.30 Uhr tritt der gesamte Unterbann an der Unterbann-Geschäftsstelle im Asterweg an. Heil Hitler! Der Führer des Unterbannes 1/116. E. Schäfer, Scharführer. Für die Richtigkeit: Fr. V ö l z i n g, Adjutant. Aufruf zur Anmeldung für die Volksabstimmung im Saargebiei. Angaben enthalten: 1 Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den ' Geburtsort und den Beruf des Antragstellers (im Falle einer Berufsänderung denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausübte) sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es si, um eine verheiratete Frau handelt, die Namen und Vornamen ihres Ehemannes (im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug); 2. die Gemeinde, in der er die Einwohnereigen- schäft am 28. Juni 1919 hatte; 3. den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zett des Soldaten! Zu einer ernsten Gedenkstunde stehen wir hier. Wir denken zurück an den Tag vor zwanzig Jahren, an dem das große Ringen um Zukunft und Bestand des deutschen Volkes gegen übermächtigen Feind begann; den großen Krieg, in den wir deutsche Soldaten mit reinem Herzen und reinen Händen eintraten, um Volk und Heimat zu schützen. Dir denken daran, daß an diesem 2. August 1914 mit gewaltiger Wucht die deutsche Volks- gemeinschaft entstand, die im Soldatentum des kämpfenden Heeres an der Front ihren schönsten Ausdruck fand. Wir wissen heute, daß aus diesem Soldatentum, aus der Opferbereitschaft für das Vaterland, aus dem Heldentod von zwei Millionen unserer Besten, die schlicht, treu und ohne große Worte ihr Leben opferten für die Zukunft des Volkes, die neue zerquetscht. Der junge Mann war sofort t o t. Dillkreis. * Eibelshausen, 6. Aug. In der Nacht zum Freitag ereignete sich in der Ortschaft Frohnhausen ein schwerer Motorradunfall, wobei der in den zwanziger Jahren stehende Wilhelm S ch w e h n von Eibelshausen, der auf dem Soziussitz fuhr, einen schweren Schädelbruch und außerdem schwere Gesichtsverletzungen erlitt. Schwehn, der sofort besinnungslos wurde, mußte vom Roten Kreuz Dillenburg in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden, wo er schwer darniederliegt. Der bedauernswerte junge Mann hat bis heute, Montag, das Bewußtsein noch nicht wiedererlangt. Der Führer des Motorrades erlitt nur geringfügige Verletzungen. Die Ursache des Unfalles konnte noch nicht völlig geklärt werden. Eilbefehl der Hitler-Jugend des Unterbannes 1/146. Die Ehrenabteilung des Unterbannes 1/116 Gießen der Hitlerjugend und alle Führer treten am Dienstag zur Kranzniederlegung am Kriegerdenk- deutsche Weltanschauung entstand, die Adolf Hitler aus Not und Zusammenbruch heraus dem deutschen Volke einhämmerte. Wir dürfen heute erkennen, daß der Opsertod der zwei Millionen nicht vergeblich war, daß aus ihrem Geist nach Elend und Schande die nationalsozialistische Erhebung erwuchs. Und nun hat es die Vorsehung gefügt, daß an diesem 2. August unser oberster Befehlshaber, unser Feldmarschall, der Sieger von Tannenberg, der große Führer des deutschen Heeres in seinem schwersten Ringen, der treue Schirmherr des Reiches von uns gegangen ist. Der Wann, dessen ganzes langes Leben Dienst am Volk und Vaterland, selbstlose Pflichterfüllung war. Wir gedenken in stiller Ehrfurcht, in dankbarer Liebe und Verehrung unseres Heimgegangenen Feldmarschalls. Wir geloben, daß wir seiner wert sein wollen. Und nun den Blick in die Zukunft! Von heute ab ruht auf den starken Schultern des Kanzlers des Reiches, des Führers des Volkes allein die Verantwortung für das Deutsche Reich. Er hat das deutsche Volk aus Elend und hader hochgerissen zur Einigkeit und Entschlossenheit des 2. August 1914. Er wird uns mit starker Hand in eine bessere Zukunft führen. Er soll sich auf uns deutsche Soldaten verlassen können. Wir kennen unsere Pflicht. Das geloben wir mit dem allen Soldatenruf: „Der Kanzler des Reiches, des deutschen Volkes Führer und unser geliebtes deutsches Vaterland Hurra!" die Stimmlisten enthält. Hiernach müssen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saargebietes wohnen, einen besonderen Antrag auf Eintragung in die Stimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausuben. Es liegt daher im eigensten Interesse aller im Reich wohnenden Stimmberechtigten, diesen Antrag mit tunlichster Beschleunigung einzureichen. Die Antragsfrisi läuft mit dem 31. August 1934 ab. Der Antrag, der an den „Gemeindeausschuß" des Bezirkes zu richten ist, in dem der Abstimmungsberechtigte am 2 8. Juni 1919 die Einwohnereigenschaft hatte, muh folgende Per die 24 Stundenzahlen von Mittel** nacht bis Mitternacht eines Tages ent• haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest» stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt* Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht- baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Beobachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der-gerade Pfeil Vj Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte */a Stunde später zu stellen* Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht- gestalt zeigt. Antrages; _ 4. die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu richten sind. ...... Die vorhandenen Bewei s st ü cf e für die Einwohnereigenschaft im Saargebiet sind dem Antrag beizufügen; befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen der Antragsteller, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebietes diese Unterlagen erhältlich finb. Sämtliche Abstimmungsberechtigten im Reich werden hiermit aufgefordert, ihren Antrag auf Eintragung in die Stimmliste bis spätestens 31. August 1934 an den zuständigen Gemeindeausschuh im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle bei der Anmeldung zu berücksichtigenden Gesichtspunkte stehen den Stimmberechtigten die Saarmeldestellen lhres jetzigen Wohnortes (das Einwohnermeldeamt in den Städten die zuständigen Polizeireviere) zur Verfügung. Es wird jedem Abstimmungsberech- tigten d r ingenb empfohlen, °°r A -ndung ;or- seiner Anmeldung die vorgenannten Stellen zum sichIZwecke der Beratung in Anspruch zu nehmen. Gefallenen des Weltkrieges sprach, marsch leitete über zur Ansprache , Militärgeistlichen. Auch er gedachte in seinem Gottesdienst des Feldmarschalls und der Toten des Weltkrieges. Nach dem Lied vom guten Kameraden hielt der Regiments-Kommandeur Oberst Kienitz folgende Ansprache: Die Reqierungskommission des Saargebietes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über ine Aufstell u n g der >Stimmlisten für die Volksabstimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volksabstimmungskommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsberechtigung und über die Anmeldung der Stimmberechtigten zur Ausnahme m Sternschnuppenschwarm der Perseiden, der vom 10. bis 13. herum am stärksten ist und dem Laurentiustag am 10. auch Laurentiusschwarm genannt wird, zählt dem Wesen der Sache nach zu den Wandelsternen; denn der Weltraumstaub, der ihn veranlaßt, umkreist die Sonne wie ein Wandelstern, wenn auch in einer langgestreckteren Bahn als diese; aber wegen der Regelmäßigkeit, mit der die Erscheinung in jedem Jahr beobachtet werden kann und auch wegen ihrer Beziehung zum Sternbild des Perseus, aus dem scheinbar die Sternschnuppen hervorbrechen, wird man sie vom Standpunkt des Beobachters aus doch wieder zum Fixsternhimmel rechnen dürfen. Dieser macht sich dann weiterhin durch das Auftauchen der Milchstraße bemerkbar, die gegen Ende des Monats in überraschender Schönheit erstrahlt. Beim Deneb im Schwan teilt sie sich in zwei Aeste, deren höherer, nördlicher, sich, zum Albireo hinzieht, diesem schönen Doppelstern im Schwan, während der untere vom Atair im Adler begrenzt wird. Links unter dem Preise eine neuerliche Besserung um 2 bis 4 Mark. Nach lebhaftem Geschäft wurde ausverkauft. H ä m- melund Schafe wurden nach regem Handel bei um 1 bis 2 Mark bzw. unveränderten Preisen geräumt. Der Auftrieb war mit 86 (49) bzw. 44 (45) wenig verändert. Das Fleischgroßmarkt- g e s ch ä f t war ebenfalls^lebhaft. ♦ Allgemeine Börsenruhe im Reich am Montag und Dienstag. Die deutschen Börsen schließen sich dem Vorgehen der Berliner Börse an und schließen ihre Märkte am kommenden Montag und Dienstag für jeden Verkehr. Frankfurter Schlachtvielimarkt. Frankfurt a. M., 6. Aug. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage. Vorauftrieb: 1461 Rinder (508 Ochsen, 95 Bullen, 340 Kühe, 497 Färsen), 508 Kälber, 61 Schafe (30 Hümmel), 4186 Schweine. Es wurden folgende Preise genannt: Rinder: Ochsen 22 bis 34 Mark, Bullen 23 bis 30, Kühe 12 bis 30, Färsen (Kalbinnen) 23 bis 34, Kälber 20 bis 44, Hümmel 32 bis 34, Schafe 26 bis 32, Schweine al) fette Speckschweine über 350 Pfund Lebendgewicht 51 bis 52, a2) Fettschweine über 300 Pfund Lebengewicht 48 bis 50, sonstige Schweine 40 bis 52 Mark. — Marktoerlauf: Rinder ruhig, Külber, Hümmel, Schafe und Schweine mittelmäßig. Mit dem Dank des Kreisleiters an die beiden Redner, an Pfarrer Gütigen, der das Freizeitheim wieder zur Verfügung gestellt hatte und mit dem Liede: „Ich bete an die Macht der Liebe" schloß die Feier. Dann zogen die Gruppen, 18 Vereine und Dorfschaften waren vertreten, nach Hause, lange aber noch schallten ihre Lieder durch das Grün des Waldes und klangen im Echo zurück. Furchtbarer Tod in der Dreschmaschine. LPD. Usingen, 4. August. Heute ereignete sich in Grävenwiesbach bei Usingen ein furchtbares Unglück. Der Sohn des Dreschmaschinenbesitzers Heinrich Rühl, der etwa 25 Jahre alte Paul Rühl, wollte unter der Strohpresse einen Schaden untersuchen, versäumte aber, die Strohpresse abzustellen. Infolgedessen wurde sein Kops von dem Strohtransporteur erfaßt, und Der „Tag des Soldaten" (2.August) wurde von unserer Garnison aus dem Truppenübungsplatz Heuberg im Verband des 15. Infanterie ° Regiments begangen. Nach dem einleitenden Choral sprach der evange- ttsche Militärgeistliche. Als er seine Predigt mit der Mitteilung des soeben erfolgten Ablebens des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v. Hindenburg begann, ging es wie ein Ruck durch alle Reihen. Tief erschüttert hörten alle dem Geistlichen zu, der von den zwei Millionen ‘ ' Ein Trauer- Adler steht das Tierkreissternbild des Steinbocks, das seiner tiefen Lage wegen selbst in dieser für ihn günstigen Jahreszeit wenig auffällt; diesmal erhält es aber vielleicht durch die Nähe des Saturn einen gewissen Nachdruck, da der Saturn als einziger am späten Abend sichtbarer Wandelstern er- > strahlt. Dieser immerhin in leidlicher Helligkeit leuchtende Wandler gerät am 18. in die Gegen- I stellung zur Sonne und ist infolgedessen die ganze Sterne: Kleine Buchstaben w \n\ 2 % ^Aaur Wirtschaft. Oie Lage der Eisenindustrie im Oillgebret. Heber die Lage der Eisenindustrie im Handelskammerbezirk Dillenburg, insbesondere der großen Fabrikbetriebe, wird von gut unterrichteter Seite mitgeteilt, daß auch im ab gelaufenen ersten Halbjahr 1934 eine Ausbreitung und Entwicklung zu verzeichnen ist, wie sie auf keinem anderen Industriegebiet anzutreffen sei. Der Absatz hat zwar in den letzten Wochen, jahreszeitlich bedingt, etwas abgenommen, trotzdem sei es möglich gewesen, den Arbeiterbestand aufrechtzuerhalten, ja sogar noch um einige Prozent zu erhöhen. Man ist in den letzten Wochen mehr dazu übergegangen, aus Kager zu arbeiten in der bestimmten Erwartung einer günstigen Konjunktur und eines guten Herbstgeschaf- tes, das erfahrungsgemäß anfangs September ein- zufetzen pflegt. Eine starke Belegschaftszunahme in den Betrieben der Buderus-Jungschen Handelsgesellschaft ist kennzeichnend für die allgemeine Entwicklung der eisenverarbeitenden Industrie im Dill- gebiet. Nimmt man den Stand der Belegschaft der Buderus-Jungschen Handelsgesellschaft am 31. Marz 1933 mit 100 v.H. an und vergleicht damit den Stand vom 31. Juli 1934, so ergibt sich eine Belegschaftssteigerung um 144 v.H. Auch im Erzbergbau hält die günstige Entwicklung an. Während 1933 bie Belegschaft nur 453 Mann betrug, ist diese bis zum Juli 1934 auf 932 Mann gestiegen. Also auch hier ist eine Beschäftigtensteigerung um über 100 v. H. festzustellen. Oie preise für Frühkartoffeln. Für die Zeit vom 6. August bis auf weiteres gelten für den Absatz von Frühkartoffeln folgende Preise die nicht unterschritten werden dürfen: a) Für geschlossene Anbaugebiete bet Abgabe der Bezirksvertriebsstelle an die Verteiler L Große 4 Mark. b) Für nicht geschlossene Anbaugebiete bei Abgabe durch den Erzeuger an die zugelassenen Der- tCi& für 50 Kilogramm °^wird'1.uTrMlich nochmal- darauf hing-wie- (en, datz die Abfatzbewirtfchaftung der Kartoffeln vorläufig in der bisherigen F 15. August 1934 verlängert worben tft. Der Gebietsbeauftragte S)e(fen^a an ur b,e Regelung des Matzes von Frühkartoffeln. Wochenbericht tom Frankfurter Schlachtviehmarkt Das Schlachtoiehgefchäft nen Woche im allgemeinen 8:16,8 Min.; 2. Sp.-Vgg. 1900 Gießen 8:23 Min.; 3. Postspv. Frankfurt 8:33,2 Min. Die Gießener Staffel mit Bepperling, Peters und Baumstieger 80 0 Meter, Klasse I: 1. Lang, VfR. , bronn, 2:00,8 Min.; 2. Blind, Darmstadt 98, 2:02,2 Min.; 3. Peters, Gießen 1900, 2:03,2 Min. Peters erinnerte in dem Rennen an feine besten Tage und war weit geringer hinter dem Darmstädter, als das Ergebnis besagt. Der Sieger Lang, der zur deutschen Mittelstreckler-Elite gehört, ge- Mehrkampftag des Kreises Gießen. Für den Kreis Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Schotten) kommen gemäß Anordnung des Gausvortwartes die Mehrkämpfe am Sonntag, 12. August 1934, zur Durchführung. Ausrichter ist die Spielvereinigung 1900 Gießen. Meldungen sind zu richten bis spätestens 11. August 1934 an Herrn Willi Schmidt in Gießen, Grünberger Straße 54. Gleichzeitig ist ein Einsatz von 10 Rpf. pro Teilnehmer einzusenden. Es kann jeweils nur ein Mehrkampf bestritten werden. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr. Zum Austrag kommen: Für Aktive: Ein A ch t k a m p f, bestehend aus 100-m-Lauf, 800-m-Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen und Speerwerfen. _ _ „ , Ein Fünfkampf, bestehend aus 100-m-Lauf, 400-m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen und Diskus- ^Ein^Dreikampf, bestehend aus 100-m-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen. Für Alte Herren (Altersklasse I und II): Ein Dreikampf wie vorstehend. Für Frauen: Ein Fünfkampf, bestehend aus 100-m-Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen. A _ Ein Dreikampf, bestehend aus 100-m-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen. Außerdem werden eine 10 X -Runden- staffel für Aktive und eine 10 X 5 0-m- St a f - fei für Frauen gelaufen. Richtberg, Krois-Leichtathletikfachwart. Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. Erfolge bei den Oranlenkampffpielen in Diez. Obwohl die 1900er nicht in der vorgesehenen Besetzung an den Start gehen konnten — es mußte 'n* auf fieini Jung sowie alle etatsmaßigen totaffei mit »epperimg, »"u x,uuuM»^v Sprinter verzichtet werden — mar in Diez ein I lief eine hervorragende Zett, und es war feine Schande, den 98ent aus Darmstadt, die neben den Stuttgarter Kickers über das beste süddeutsche Mittelstreckler-Material verfügen, zu unterliegen. 4X100-Meter für Frauen: Hier holten sich die 1900erinnen den Wanderpreis. Im Rennen war noch eine gemischte Staffel (Bonner FV. und Mto. Gießen). KurtStöpel-OeutscherStraßenmeister Mit dem Straßenrennen „Rund um Berlin" wurden die zwölf Meisterschaftsläufe der deutschen Berufs-Straßenfahrer abgeschlossen. Sieger dieser über 230 Kilometer führenden Fernfahrt wurde der Berliner Kurt S t ö p e l, der damit auch auf Grund seiner vorangegangenen Erfolge in den übrigen Rennen den Titel eines Deutschen Straßen- Meisters errang. Wanderlust-Frankfurt Bezirksmeister im Rasenradball. In Frankfurt a. M. gelangte am Sonntag die Frankfurter Bezirksmeisterschaft im Rasenradball zum Austrag. Dieser Meisterschaft kam deswegen eine besondere Bedeutung zu, als Wanderlust und Oberrad zu den besten deutschen Mannschaften zählen und am kommenden Sonntag in Leipzig an der deutschen Meisterschaft teilnehmen. Wahrscheinlich wird aus diesen beiden Mannschaften auch die Nationalmannschaft gebildet, die an den Weltmeisterschaftskämpfen teilnimmt. Wanderlust Frankfurt zeigte sich feinen Gegnern klar überlegen und schlug Oberrad überraschend hoch. Ergebnisse: Germania Wanderlust—RVC. Oberrad 7:1; Wanderlust—Opel Rüsselsheim 5:1; Oberrad—Opel Rüsselsheim 2:1. Gesamtergebnis: 1. Wanderlust 4 Punkte, 2. RBC. Oberrad 2 Punkte, 3. Opel Rüsselsheim 0 Punkte. Deutsche Erfolge beim Clausenpaß-Hermen. Eine der wichtigsten Sport-Veranstaltungen des Sonntags ging im Ausland vor sich, erfreulicherweise gab es hier schöne deutsche Erfolge. Beim internationalen (Haufenrennen in der Schweiz fielen die beiden ersten Plätze in der schweren Rennwagenklasse an deutsche Fahrer. Rudolf C a r a c c i o l a vermochte den vor zwei Jahren beim gleichen Rennen aufgestellten Rekord zu verbessern und hinter ihm blieb Hans Stuck ebenfalls unter der alten Rekordzeit. Caracciola fuhr auf feinem Mercedes-Benz mit 15:22,4 Min. (83,930 Stundenkilometer) einen absoluten Streckenrekord, Hans Stuck auf Auto-Union erzielte mit 15:25,4 Min. (83,580 Stdkm.) die zweitbeste Leistung des Tages. Auch er Überbot damit den alten Rekord Caracciolas, der auf 15:50 Min. (81,450 Stdkm.) stand. Die Veranstaltung brachte auch in den übrigen Klassen der Wagen und bei den Motorrädern einige schöne deutsche Erfolge. 11.-19. August: Curopa- Gchwimmeisterschasteu in Magdeburg. Der Schauplatz der Europa-Schwimmeisterschaften. < Oie letzten Tage der XV. Rhön. Samstag — ein ruhiger Tag. Am 14. Wettbewerbslage des XV. Rhön-Segel- flug-Wettbewerbes fand auf der Wasserkuppe infolge der regnerischen Witterung keinerlei Wettbewerbs-Tätigkeit statt. Der Führer des Deutschen Luftsport - Verbandes, Fliegerkommodore Bruno Loerzer, traf am Nachmittag im Fliegerlager ein, wo er die Wettbewerbs-Teilnehmer und Segelflieger begrüßte und ihnen für ihre glänzenden Leistungen dankte. Glanzvolier Abschluß. Mit einem großen Flugtag, dessen Ge- famtftrerfenfumme diejenige der bisherigen Wettbewerbstage übertrifft, fand dann am Sonntag der 15. Rhön-Segelflugwettbewerb einen glänzenden Abschluß. Wieder waren große Zuschauermassen Zeuge eines unentwegten Wettbewerbs-Betriebes mit herrlichen Flugbildern. In Anwesenheit des Führers des Deutschen Luftsportverbandes, Cornrnodore Loerzer, setzte der Flugbetrieb an zwei Startplätzen um 11 Uhr ein. 3n ketten- und Alleinflügen ging die TNehr- Zahl der Wettbewerbsteilnehmer, die nach den beiden Vortagen wieder vollzählig am Start erscheinen konnten, nach schönem höhengewinn sofort zu Ueberlandflügen über, die in der bis seht vorliegenden Endsumme eine Gesamtstrecke von 2200 Kilometer zeitigten. Insgesamt rour- 34 Streckenflüge ausgeführt, darunter 22 Flüge bis zu 50 Kilometer. Die Nachwuchs-Piloten waren hieran stark beteiligt. Aber auch eine Reihe der Jung-Segelflieger wartete mit Glanzleistungen auf, fo der Württemberger Siegfried Holzbauer-Stuttgart, der mit dem „Musterte" 52 Kilometer bis nach Sohl zurücklegte und damit die letzte Bedingung zum Leiftungs- ab Zeichen erflog und mit 18 Jahren der jüngste Träger dieses Abzeichens wird. Der Bremer C a r i u s flog auf der „Günther Grönhoff" 70 Kilometer und landete wie auch Fischer- Darmstadt, der 75 Kilometer mit feinem „Windspiel" zurücklegte, in der Nähe von Koburq. Bauer- Stuttgart auf „Fledermius" flog 61 Kilometer bis Waldau und P e r n t h a l e r' 95 Kilometer bis in die Nähe von Kulmbach. Der Ber- liner Philipp auf „Klettermaxe" verbesserte seine Gesamtstreckensumme erneut durch einen 125-Kilo- meter-Flug. Hahn- Gelsenkirchen legte erstmalig mit einem Fluge von 118 Kilometern bis Langenbach einen größeren Ueberlanbflug zurück. Unter den Streckenfliegern mit größerer Entfernung be« finden sich auch wieder U t e ch - Darmstadt mit 147 Kilometern bis Bayreuth und Wiegmeyer- Darmstadt, der auf dem Flugplatz Hof i. B. landete und damit 140 Kilometer zurücklegte. Die überragendste Leistung vollbrachte der Mannheimer Pilot Ludwig Hoffmann, der einen batten Flug über die deutsche Reichsgrenze und einen zweiten Flug nach der Tschechoslowakei ausführte. Hoffmann landete in der Rahe von Marienbad und bewältigte eine Strecke von 190 Kilometern. Große Beachtung fand der erste Start des schwanzlosen Segelflugzeuges der Gebrüder Horten (Bonn), deren Neukonstruktion vorzügliche Flugeigenschaften bewies. Die heute ausgeführten Starts werden die Zahl 100 erreichen. Sämtliche Maschinen flogen anläßlich des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg mit schwarzem Trauerflor an den Tragflächen. Punkt 18.30 Uhr verkündete die Sirene des Fliegerlagers Wasserkuppe den Schluß des Jubiläums-Wettbewerbs und der größten Segelflugveranstaltung der Welt. Mit Rücksicht auf die Leistungen des Sonntags, die das Gesamtergebnis der einzelnen Piloten noch zum Teil wesentlich verschieben, findet die Preisverteilung erst Montag vormittag statt. Kurze Sportnotizen. 15 Nationen haben zu den Frauen-Weltspie- len, die am 9. und 11. August in London stattfinden, ihre Meldungen abgegeben. Neben Deutschland haben England, Südafrika, Italien, Holland, Kanada, Tschechoslowakei, Oesterreich, Japan, Palästina, Polen, Schweden, Belgien, USA. und Ungarn gemeldet. * Fußballspiele kamen am Wochenende im Hochschwarzwald zum Austrag. In Villingen unterlag der einheimische FC. 08 dem roürttembergü scheu Gaumeister Union Böckingen mit 2:4 (1:1), die Böckinger wurden dann im zweiten Spiele von dem badischen Gaumeister Waldhof mit 2:1 (0:0) geschlagen. Die Spvg. Schramberg verlor gegen den Freiburger Fußball-Club mit 1:7 (0:1). B e i der Polizei-Sternfahrt trafen 1300 Teilnehmer mit 1000 Motorrädern und 300 Wagen am Ziel in Nürnberg ein. Die Teilnehmer der Fahrt, die zum Teil feit Donnerstag unterwegs waren, hatten sehr unter dem schlechten Wetter zu leiden und vollbrachten glänzende Leistungen. * Das Straßenrennen „Rund um Stuttgart" über 150 Kilometer gewann der Stuttgarter Stütz in 4:25:50 Stunden vor dem Schweinfurter Heller und den Stuttgartern Kie- daich, Koch, Lähr und Deck. Steherrennen wurden nach langer Pause am Sonntag vor 2000 Zuschauern im Frankfurter Stadion ausgetragen. Im Gesamtergebnis des Rennens über 80 Kilometer siegte der Frankfurter Schäfer, der beide Läufe gewann, überlegen vor seinen Landsleuten Sieh! und Zaun und dem Krefelder Damerow. Die Frankfurter Regatta. Regen beelnlrächttgl den ersten Tag. Die 43. Frankfurter Ruder-Regatta hatte nicht die Bedeutung ihrer Vorgänger gefunden. Der spät gewählte Termin — nach Der deutschen Meister- schaftsregatta — führte dazu, daß die Meldeziffern früherer Jahre nicht erreicht wurden. Auch qualitativ stand die Regatta hinter den früheren zurück. Das regnerische Wetter führte noch dazu, daß nur wenige Zuschauer erschienen waren. Von den 17 für den ersten Tag vorgesehenen Rennen kamen 14 zum Austrag. Es gab dabei auch einige Überraschungen, so den Sieg des Frankfurter Ruder- oereins von 1865 über den Mainzer Ruderverein im Ersten Achter. Die Frankfurter lieferten den berühmten Mainzern einen sehr harten Kampf und gewannen mit einem Vorsprung von dreiviertel Längen. Die Mainzer hatten auch im Ersten Vierer einen schweren Kamps zu bestehen, hier war die Frankfurter „Germania" der Gegner, der aber zum Schluß doch niedergerungen wurde. Das erwartete nochmalige Zusammentreffen zwischen dem Frankfurter Germania-Doppelzweier P a u l/H ü l l i n g - hoff mit dem vorjährigen deutschen Meisterpaar Gebrüder Arenz-Godesberg kam leider nicht zustande, da die Rheinländer ihre Meldung zurückgezogen hatten. Paul sand auch im Ersten Einer keinen Gegner. Von den Gästen aus dem Reich konnte sich der Bremer RV. im Vierer „ohne" aus- zeichnen, während die Norddeutschen im Zweier „ohne" dem Mannheimer Paar Eichhorn/Zahn nicht gewachsen waren. Der Berliner Skuller Futh gewann den Zweiten Einer und wurde im Junior-Einer Zweiter. Im Gastvierer gab es einen harten Bord an Bord-Kamps zwischen „Saar" Saarbrücken und dem Limburger Club, den die Saarländer im Ziel für sich entscheiden konnten. Spannende Kämpfe am zweiten Tag. Die Rennen des zweiten Tages der Frankfurter Regatta wurden bei wesentlich besserem Wetter als am Samstag und bei leichtem Gegenwind ausgefahren. Der Besuch war gleichfalls besser, leider gab es aber zahlreiche Abmeldungen, so daß einige Rennen in Alleingängen entschieden wurden. Im Ersten Vierer gewann der Mainzer RÄ) nach hartem Kampfe gegen die Limburger Rudergesellschaft. Im Ersten Vierer ohne Steuermann lag nur eine Meldung vor, hier ging noch der Bremer RV., der am ersten Tage den Zweiten Vierer „ohne" gewonnen hatte, an den Start. Die Norddeutschen fuhren ein feines Rennen und verwiesen die Frankfurter Germania auf den zweiten Platz. Im Junior-Einer holte sich der Berliner F ü t h nach seinem guten Abschneiden vom Samstag einen weiteren Sieg. Im Einer lag der Frankfurter Paul bald nach Beginn hinter dem Mainzer Hoffmans Paul gab dann mehrfach auf, ruderte wieder weiter und streckte kurz vor dem Ziel endgültig bie Waffen. Im Ersten Achter gab es eine Wiederholung des (Samstagsrennens zwischen dem Mainzer RV. und Frankfurter RV., das diesmal bie Mainzer gewannen. Bis 1500 Meter führte Frankfurt, dann holte Mainz auf und gewann mit einer Länge. Der Bremer RV. holte sich im Zweiten Achter einen zweiten Preis. Gießener Zungruderer erfolgreich. Wie schon berichtet, starteten die Jungruderer ber GRG 1877 unb ber Renngemoinschaft GRG. 1877- Verein Rubersport 1913 auf ber Frankfurter Re^ gatta. Bei bem ersten Start, bem II. Jungmanna vierer, mußte bie Mannschaft ohne ihren etatsmäßigen Steuermann antreten, trotzbem qualifizierte sich bie Mannschaft ins Hauptrennen, aber hier gab bie Mannschaft infolge öfteren Kollabieren* bas für sie aussichtsreiche Rennen auf. Im III. Achter (Preis vom Fischerfelb) gab es vom Start ab ein erbittertes Rennen, aus bem bie erfahrenen Senioren bes Offenbacher Rubervereins sich langsam in Führung schoben. Um ben zweiten Platz kämpften Renngemeinschaft Gießen unb Frankfurter Rubergesellschaft Fechenheim. Bei 1200 Meter setzte Gießen zum Mittelspurt an unb ging an Fechenheim vorbei, bas gleich barauf abstoppte. Leider brach darauf 200 Meter vorm Ziel den Gießenern auf Nr. 6 bie Stellschraube am Fußbreit unb stoppte bie Mannschaft. Im Preis von Sachsenhausen siegten bie starken Kasteler Junioren. Als zweites Boot folgte Frankfurter Ruberverein. Luftkastenlänge zurück Gießen. Im Preis vom Müllermain, zu bem 13 Boote gemelbet waren, qualifizierten sich Mainz- Kastel, Frankfurter Ruberverein, Renngemein- schäft Gießen unb Rudergesellschaft Speyer zum Hauptlauf. Nachdem Mainz-Kastel durch Sieg ausschieb, lagen drei Boote am Start. Nach dem Startkommando übernahm zuerst Frankfurter RV. und dann Speyer bie Führung. Das sollte aber nicht von langer Dauer fein. Ein plötzlicher Vorstoß ber Gießener brachte biefe eine halbe Länge in Front unb bie Mannschaft ließ sich bie Führung trotz verzweifelter Anstrengung ber beiden anderen Boote nicht nehmen unb vergrößerte ftänbig ben Abstand. Die Mannschaft ber Renngemeinschaft (Hans Rübsamen, Heinrich Seipp, Julius Justin, Kurt Münch, Steuer Heinz Loh) siegte mit VA Bootslängen gegen Rubergesellschaft Speyer unb weiteren zwei Längen vor Frankfurter RV. 3m Zeichen der fünf Ringe. Olympia-Umschau. Oie Aufgabe des Sports in der Welt. „Man wirb begreifen müssen, baß bie Olympischen Spiele nicht eigens für eine kleine Gruppe ausgelesener, hochgezüchteter Athleten geschaffen finb, bamit sie eine Gelegenheit haben. Die Welt burch ihr Können in Erstaunen zu setzen. Die Höchstleistung ist einer ber Götzen unserer heutigen Zivilisation. Es ist höchste Zeit, zur Breitenleistung zurückzufinben. Mit Hilfe ber Behörben, ber internationalen Sportverbänbe unb ber nationalen Olympischen Komitees müssen wir uns bemühen, ben Spielen ihren erzieherischen Charakter zu bewahren, auch bann, wenn biesem Jbeal Re- korbe geopfert werben müssen unb auf bie Teilnahme solcher verzichtet werben muß, bie mehr von ber Sucht zu siegen als von ber Liebe zum Sport angezogen werben. Neue Anstrengungen werben neue Erfolge bringen, unb ber von Coubertin neu belebte Olympismus wirb ben kurzen Waffenstillftanb, ber wäh- renb ber Feier ber Olympischen Spiele bes Altertums Regel war, in eine lange Friebenszeit ver- roanbeln. Die junge Generation, von unseren Grunbsätzen burchbrungen, wirb ihrerseits dazu beitragen, unter ben Völkern jene Atmosphäre von Herzlichkeit unb Ritterlichkeit zu schaffen, bie unter ben olympischen Mannschaften herrscht. Unter ber Aegibe bes Olympismus hat ber Sport bie ihm von ber Welt gestellte Aufgabe erfüllt unb wirb sie weiter erfüllen." (Aus ber Rebe bes Präsibenten bes Internationalen Olympischen Komitees, bes Grafen Bail- let-Latour, bei ber Feier bes vierzigjährigen Bestehens ber mobernen Olympischen Spiele, am 20. Mai 1934 im Stabion zu Athen.) Oer Zeppelin als olympischer Herold. Wenn im alten Hellas bie Zeit ber Festspiele von Olympia herannahte, so pflegten bfe Eleer, in deren Stammesgebiet der Festplatz der Spiele lag, Herolde durch bie griechischen Gaue zu fenben unb den heiligen Monat verkünden unb alle freien Griechen zu ben Spielen einlaben zu lassen. Man benke sich biefe Art ber griechischen Einlabung auf bie mobernen Verhältnisse übertragen: unsere olympischen Herolbe müßten Ozeane unb Kontinente überqueren. Wir sind prosaischer und senden die Einladung als eingeschriebene Drucksache mit der Post. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele von Los Angeles hat darüber hinaus auf seinem offiziellen Werbeplakat einen jugendlichen Herold barstellen lassen, ber mit einem Lorbeer- gewinbe in ben Hänben die Welt zu den Spielen aufruft. Deutschland hat für 1936 statt dessen das Symbol einer Glocke mit der Inschrift gewählt: Ich rufe die Jugend der Welt! Außerdem hat aber das Berliner Drganifationstomitee jüngst die einzigartige Gelegenheit gehabt, aus der Luft über bem Sübatlantik von Borb bes Zeppelins anläßlich einer Rundfunkübertragung während einer der regelmäßigen Postfahrten nach Südamerika die Einladung für die Schwesterrepubliken dieses Kontinents zu erneuern. Herr Direktor Schmidt von der Radio Prieto in Buenos Aires veranstaltete diese Uebertragung, in deren Rahmen er eine kurze Botschaft des olympischen Organisationskomitees übermittelte, einen kurzen Ueoerblick über das Programm gab und von bem geplanten Fackellauf Olympia—Berlin, von bem Welttreffen ber Jugenb, der Tagung der Sportschulen usw. erzählte. Die Sendung soll von den Hörern in Südamerika mit Begeisterung ausgenommen worben sein. Wir aber halten einen Augenblick im Tagesgeschehen inne unb empfinben bas Wunberbare ber Gegenüberstellung über zweitausenb Jahre hinweg: bie Senb- boten von (Eüs unb ber Zeppelin als Derkünber bes olympischen Friebens unb Ruser zu bem Wettkampf. Oie Afghanen kommen? Der Ehrensekretär bes Afghanischen Olympischen Komitees, Colonel Sardar Abbul Wahib Khan in Kabul, hat bem Organisationskomitee für bie XI. Olympiabe mitgefeilt, baß fein Lanb bie (Einlabung annehme unb eine Mannschaft für Hockey unb Leichtathletik zu ben Spielen senden werbe. Afghanistan, bieses an ben Pamir, bas „Dach ber Welt" angelernte Berglanb, bas umschlossen wirb im ©üben unb Osten von Britisch-Jndien unb Bri- tisch-Belutschistan, im Westen von Persien unb im Norben von ben russischen Republiken Turkmenistan unb Usbekistan, gehört zu ben Neulingen in ber olympischen Welt. Sein olympisches Debüt, wenn man so sagen barf, gab es anläßlich ber ersten Westasiatischen Spiele, bie am 2. unb 3. März bes Jahres im Irwin Amphitheater zu Neu-Delhi unter bem Patronat bes Internationalen Olympischen Komitees unb nach bem olympischen Zeremoniell ftattfanben. Weitaus bie meisten Siege auf biefen Spielen fielen Indien zu, und neben Indien erscheint in der Siegerliste nur noch Ceylon. Es ist doch aber sehr bemerkenswert, daß die indische Hockeymannschaft, deren überragendes Rönnen durch ihre hohen Siege über bie besten europäischen Mannschaften bekannt geworben ist, kein besseres Ergebnis als 5:0 gegen bie afghanische Hockeymannschaft erzielen konnte. Das beutet barauf, baß auf jeden Fall im Hockeyturnier Afghanistan 1936 ein sehr ernsthafter Konkurrent fein wirb. Oie Olympischen fünf Jtingc unter gesetzlichem Schutz. Olympische Spiele sollen als Weltfest bes Sportes bie von der Jugend der ganzen Welt anerkannten Ideale zum Ausdruck bringen: Kameradschaft, Kampfesfreude, Ritterlichkeit, Vaterlandsliebe. Als ein Fest ber Jbeale bürfen sie nicht zum Objekt hänblerischer Interessen gemacht werben. Um eine Kontrolle darüber zu behalten, daß das Symbol ber Olympischen Spiele nicht in einer bem Sinn ber Spiele roiberftreitenben Weise von ber Jnbustrie verwanbt wirb, hat ber Präsibent bes Werberats ber beutfchen Wirtschaft folgenbe Verorbnung erlassen, bie mit bem Datum vom 28. Juni 1934 im Reichs- unb Staatsanzeiger Nr. 148 veröffentlicht ist: Das Zeichen ber Olympischen Spiele (fünf mein- anbergreifenbe Ringe, vom Beschauer aus von links nach rechts in ben Farben blau, gelb, schwarz, grün unb rot) barf zur Wirtschaftswerbung mehrfarbig ober einfarbig nur mit ausbrücklicher unb schriftlicher Einwilligung bes Propaganbaausschusses für bie XI. Olympischen Spiele, Berlin W 9, Doßstr. 9, ober einer von biesem bestimmten Stelle verwenbei werden. Das gilt auch für Personen »der Gesellschaften, denen die Verwendung dieses Zeichens in mehrfarbiger ober einfarbiger Ausführung geschützt ist. Gegenstänbe, bie vor Veröffentlichung biefer Bestimmung zum Zwecke ber Wirtschastswerbung mit bem Zeichen ber Olympischen Spiele versehen worben finb, können noch ohne bie erforberliche Einwilligung bis zum 31. Dezember 1934 zur Wirt- schaftswerbung verwenbet, insbefonbere in Verkehr gebracht werben." Die Sportwelt wirb bem Werberat ber beutschen Wirtschaft bafür bantbar sein, baß er burch bie geschilberte Verorbnung bem Mißbrauch bes Olympischen Symbols für kommerzielle Zwecke einen Riegel vorgeschoben hat. Es wäre zu wünschen, baß auch in anderen ßänbern ähnliche Maßnahmen ergriffen würben, bamit bas Symbol ber Spiele nicht nur in Deutschland fonbern auf ber ganzen Wett vor Mißbrauch geschützt ift