nr. 104 Erster Blaff 184- Jahrgang ' Samstag, 5. mal 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Sranffnrt am Main 11686 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnilk und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. fange in Sietzen. 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Damit trat auch formell und vor aller Oeffentlichkeit ein Mann an die Spitze des Hessenlandes, der schon Fahre hindurch vorher als einer der ersten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung im Rhein—Main- Gebiet und später als Bezirks- und Gauleiter nicht nur der Vertrauensmann des Führers, sondern auch in gleichem Maße der Vertrauensmann seiner Volksgenossen gewesen war, deren Sorgen und Nöte er während der Kampfzeit an der Quelle kennengelernt hatte. Sprenger, der am 24. Juli sein 50. Lebensjahr vollenden kann, ist geborener Rheinpfälzer, trat nach Besuch des Progymnasiums in Bergzabern in den Dienst der Reichspost und kam bald nach Frankfurt am Main. Den Weltkrieg hat er als Leutnant der Landwehr in den Reihen des 18. bayrischen Infanterieregiments mitgemacht, eine Reihe von Ordensauszeichnungen und eine besondere Erwähnung in der Kriegsgeschichte des Regiments zeugen davon, ibafc Sprenaer auch im Felde seinen Mann gestan- den hat. Die demoralisierenden Folgen .der Novemberrevolte führten den damaligen Frankfurter Dberpostinspektor bald in die Reihen der national« »sozialistischen Bewegung, der er seit 1922 unentwegt die Treue hielt. Sprenger wurde während der Zeit Des Parteiverbots als Leiter der Verbotsgruppe „Deutsche Partei" die Seele des Widerstandes «gegen die Unterdrückung und der Kern für den "Neubau der Partei im Rhein-Main-Gebiet. So war es nur eine Selbstverständlichkeit, daß Spren- «ger auf der Stufenleiter der Parteiorganisation sschnell aufrückte, vom Ortsgruppenleiter zum Bezirks- und Gauleiter und schließlich zum Landesinspekteur Süd-West. Seit 1925 trat Sprenger auch in der Kommunalpolitik aktiv hervor. Besondere Aufmerksamkeit hat er jederzeit seinem eigenen Berufsstande zugewandt. Die Neuorganisierung der deutschen Beamtenschaft ist zu einem guten Teil {fein persönliches Werk und seine Standesgenossen erkannten dies Verdienst durch die Uebertragung des Ehrenpräsidiums im neuen Bund gerne an. So stand Sprenger im politischen Kampf stets iin vorderster Front, mitten im pulsierenden Leben Deiner Zeit, dem er nicht müde und verzagt aus- Wich, sondern dessen große und vielseitige Probleme er, gestützt auf die fest in ihm gegründete nationalsozialistische Weltanschauung, mutig und auf- geschlossen anpackte, wo sie sich ihm boten. Sprenger hat schon in den Jahren der Kampfzeit Kultur und Wirtschaft des dann später seiner Obhut anvertrauten Hessenlandes in ihrer durch geschichtliche Entwicklung, Boden, Klima und Bevöl- kerungsstruktur bedingten Mannigfaltigkeit kennengelernt und das in gründlichem Studium Erworbene am immerwährend fließenden Born der praktischen Erfahrungen vertieft. Schon aus der Kampfzeit stammen ja auch seine genauen Kenntnisse der besonderen politischen Verhältnisse, wie sie sich aus der Mittellage Hessens zwischen Nord und Süd, aus der Verschiedenartigkeit in der geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Landesteile und der daraus auch resultierenden konfessionellen Mischung und nicht zuletzt auch aus der Gemengelage fast Das Gaupresseamt teilt mit: Darmstadt und das ganze Land Hessen feiert mit der heutigen Wiederkehr des Tages der Einsetzung des Gauleiters Sprenger als Reichsstatthalter unter den wehenden Fahnen des Dritten Reiches gleichzeitig auch die offizielle und praktische Uebernahme b e r R e - gierungsgeschäfte durch den Nationalsozialismus. Besonders in Darmstadt werden einige größere Veranstaltungen dem Tag ein seiner Bedeutung entsprechendes Gepräge verleihen. Bereits in den Vormittagsstunden marschieren Kapellen der SA., SS., HI. und Polizei durch die Straßen, um anschließend zwischen 12 und 13 Uhr an geeigneten Plätzen Standkonzerte zu geben. 3n allen hessischen Kreisen wird durch die NS.volkswohlfahrl einer Anzahl bedürftiger Volksgenossen eine besondere Freude bereitet. In Darmstadt hat der Reichsstatthalter 10 0 tÖai- senkinder und bedürftige Schulkinder zum Kaffee eingeladen. Sämtliche hessischen Schulen sind für den 5. Iftai schulfrei. 3n Darmstadt werden um 14.15 Uhr ab Adols- Hitler-Platz Omnibusse bereitgestellt, die zum Preise von 1,10 Mark nach Auerbach zur Freilichtaufführung im Fürstenlager fahren. Diese Ausführung, zu der der Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, mit allen Leitern und Führern der rein landwirtschaftlich genutzter Provinzen mit den großen Industriezentren des Rhein-Main-Gebiets ergeben. Diese Stichworte deuten« schon an, welche ungeheuer schwierige und vielseitige Aufgabe Sprenger bei seiner Berufung zum Reichsstatthalter in Hessen erwartete. Sie wurde erleichtert durch das ihm gewährte unbedingte Berttauen des Führers und seiner Mitkämpfer in der nationalsozialistischen Partei wie durch die Autorität des Reiches, die hinter^ ihm stand. Seine Aufgabe wurde ihm indessen auch erschwert durch die schlimme Erbschaft des von der nationalsozialistischen Revolution beseitigten Systems und die Fesseln der wirtschaftlichen Rot, die 3um Teil seit der Rheinlandbesetzung, zum Teil durch die Arbeitslosigkeit in den benachbarten großen Industriestädten dem Hessenlande besonders Partei und ihrer ©lieberyngen, sowie die Spitzen der Behörden, Wirtschaft, Kultur und Sport teit- nehmen werden, beginnt pünktlich um 15.30 Uhr. Ls wird erwartet, daß an dieser Veranstaltung die hessische Bevölkerung und vor allem die 3ugend weitgehend teilnimmt. Um 19.30 Uhr findet im festlich geschmückten Sitzungssaal des Landtagsgebäudes eine Begrüßung statt, und im Anschluß daran wird sich der R e i ch s st a 11 h a 11 e r zu Fuß an der Spitze der Erschienenen unter Vorantritt einer Kapelle und Fahnenabordnungen zum Marktplatz begeben, um hier in einer gewaltigen Kund g e bung zu der hessischen Bevölkerung zu sprechen. Nachdem auch Staatsminister 3 u n g das Wort ergriffen hat, findet abschließend im hessischen Landestheater eine Festaufführung bet Vagnerschen Oper „Rheingo 1 d" statt. Karten zu 1 Mark und 1,50 Mark sind an der Abendkasse erhältlich. Hessen wird am heutigen Tage in einmütiger freudiger Geschlossenheit seinem Gauleiter und Reichsstatthalter für die selbstlos aufopfernde erfolgreiche Regierungstätigkeit Dank a b ft a t t e n und auch für die Zukunft treue Gefolgschaft geloben. tiefe Wunden gerissen Haden. Alles in allem fordert« die dem neuen Reichsstatthalter in Hessen gestellte Aufgabe eine im politischen Kampf gereifte Persönlichkeit von zielbewußter Energie, von großen wirtschaftspolitischen Erfahrungen, von Erkenntms der geschichtlichen Zusammenhänge und Bedingtheiten, von Umsicht, Festigkeit und Wagemut. Daß Sprenger diese Persönlichkeit war und mit ihm der rechte Mann an den rechten Platz gestellt wurde, davon legt das erste Jahr seines Wirkens als Reichsstatthalter in Hessen beredtes Zeugnis ab. Wie Sprenger schon nach den Märzwahlen als Gauleiter auch in Hessen entschlossen eingegriffen hatte, als ihm Kunde wurde, daß der nationalsozialistischen Machtübernahme Widerstand geleistet werden sollte, so schuf er als Reichsstatthalter die Voraussetzungen für eine finanzielle und wirtschaftliche Gesundung des Landes. Die Verwaltung Hessens wurde durch die Einführung des Einmannministeriums von der Spitze aus vereinfacht, übersichtlich gestaltet und verbilligt. Dann konnte an die dringendste, aber auch schwerste Aufgabe herangegangen werden, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Wieder und wieder betont der Reichsstatthalter, daß vor der Notwendigkeit, Arbeit zu beschaffen, vorerst alles andere zurückzutreten habe. Und dem persönlichen Einsatz des Reichs- ftatthalters und Gauleiters — beide Aemter sind ja gerade bei dieser Aufgabe am wenigsten zu trennen — seiner nie erlahmenden Tatkraft, seiner immer neue Wege und Möglichkeiten aufspürenden Umsicht ist es in erster Linie zu verdanken, wenn Hessen in der ersten Arbeitsschlacht mit den erfolgreichsten Gauen im Wttbewerb stand und nun voll froher Zuversicht die zweite Arbeitsschlacht begonnen hat. In engstem Zusammenhang mit der Arbeitsbeschaffung steht des Reichsstatthalters Fürsorge für die Verkehrswege, insbesondere die Reichsautobahnen, deren Frankfurt- Mannheimer Strecke ja auch Hessen berührt. Nicht minder gilt sein Interesse der Förderung des Außenhandels in der richtigen Erkenntnis, daß die Qualitätserzeugnisse der verarbeitenden Industrie des Rhein-Main-Gebiets den Absatz auf dem Weltmarkt brauchen, um den tausenden mit ihrer Herstellung beschäftigten Qualitätsarbeitern ausreichenden Verdienst zu geben. Einzelhandel, Gewerbe und Handwerk erfreuen sich der steten anregenden Förderung des Reichsstatthalters. Sein besonderes Augenmerk gilt der Landwirtschaft und mit ihm eng verbunden der Siedlung. Die Grünlandwirtschaft im Oie Feier in Darmstadt. Zentnerschwere Blumenpracht im wagen Sprengers als Zeugen der Verbundenheit von Volk und Führung. 8m Wagen langjährige Mitarbeiter Sprengers. Von links nach rechts: Ministerialrat Rings« hausen, Regierungsrat Reiner, Vortragender Adjutant W. H e f e, M. d. R. > d tj NW „Das erste von vielen ...“ Dor dem elterlichen Bauernhaus erhält Sprenger Glückwünsche zur Verleihung des ersten Ehrenbürgerrechts, welches ihm feine Heimatgemeinde als erste der später zahlreich folgenden Gemeinden verlieh. Oberhessens Bevölkerung tzricht begeistert ihren Reichsstatthalter mit dem Heil auf den Zührsk, Bei der Arbeit. Sprenger mit dem Staatsminister Jung, Reichsbahnpräsidenten Dorpmüllex Md dsg ütttsM der Autobchrrrs bä SchlsMig de, Nsrd-Süd-Strgh« hMchey GMÄA Vogelsberg fand des Reichsstatthalters lebhaftes Interesse. Der rheinhessische Weinbau verdankt der Initiative des Reichsstatthalters die Beseitigung der Schaumweinsteuer und damit gerade für die billigeren Lagen der kleinen Winzer die Aussicht auf vermehrten Absatz in einer für den deutschen Weinbau so überaus schweren Äeit. Die Riedentwässerung, die hunderttausende von Morgen besten Landes in klimatisch bevorzugter Gegend dem Pflug unterwirft und mit der friedlichen Arbeit von Hacke und Spaten ganze neue Dörfer dem Reich erobert, diese wahrhafte Großtat des Siedlunaswerks in Hessen hat von der Mitarbeit des Reichsstatthalters immer neue Impulse empfangen. Alle kulturellen Bestrebungen im Hessenland finden in der Person des Reichsstatthalters einen warmherzigen und verständnisvollen Förderer. Insbesondere haben unsere Landesuniversität und die nationale Erziehungsarbeit ihrer Studentenschaft bei mehrfachen Besuchen die lebhafte Anteilnahme des Reichsstatthalters gefunden. Aber bei all dieser anregenden und befruchtenden, aufbauenden und organisierenden Arbeit stand dem Reichsstatthalter von Anbeginn an die klare Erkenntnis vor Augen, daß das Rhein-Main- Gebiet unbeschadet der aus den Zufälligkeiten einer vielfach rein dynastisch bestimmten geschichtlichen Entwicklung herrührenden Berwaltungsab- arenzung eine wirtschaftspolitische Einheit ist, deren Teile nur gedeihen können, wenn das Ganze in gesundem Blutkreislauf alle schaffenden Kräfte zu regen vermag. Diesem grundlegenden und zukunftsträchtigen Gedanken erwuchsen die Anregungen des Reichsstatthalters zu den großen o r - ganifatorifchen Zusammenschlüssen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens im rhein- mainischen Wirtschaftsbereich, dessen Abgrenzung zum ersten Mal bei der am 15. Juni 1933 erfolgten Ernennung von Dr. Lüer zum „Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen" erfolgt war. In diesem gebietsmäßigen Rahmen wurden dann die Einheitsorganisationen geschaffen für Industrie, Handel und Verkehr, für Handwerk, ländliches Genossenschaftswesen und Bauernschaften, für Haus- und Grundbesitzer, Presse, Gebirgs- und Wandervereine. Aus jedem einzelnen Gebiet wurde so eine Vielfalt bis dahin oft widerstrebender und meist verzettelter Kräfte zusammengeballt zu einer einzigen, in einer Richtung mit vielfacher Stoßkraft wirkenden Energie. „Ein Volk, das eine Sprache redet, eine Kultur besitzt, nur in einer gemeinsamen Geschichte die Gestaltung seines Schicksals erlebte, kann nicht anders, als auch in feiner Führung eine Einheit anstreben ..." „So wenig wir dulden, daß irgendein Geist der Zwietracht die Einheit der Nation bedroht, unverständige Eigenbrötelei die Kraft des politischen Willens schwäche, so sehr hängen wir an der Eigenartderdeutschen Lande und wollen pflegen den Reichtum der Vielgestaltigkeit unseres inneren Lebens." Zwei Worte des Führers vom Nürnberger Parteitag und vom Tag der deutschen Kunst, die zusammengenommen nebeneinander und sich ergänzend als Leitsätze für die Arbeit Jakob Sprengers während des ersten Jahres feines Wirkens als Reichsstatthalter in Hessen gelten mochten. Bürge für die einheittiche politische Führung, für die Durchdringung des ihm anvertrauten Landes mit einem einzigen politischen Willen und der nationalsozialistischen Weltanschauung des Dritten Reichs, aber in Wirtschaft und Kultur Heger, Schirmer und Förderer der geschichtlich gewachsenen, vielfältig bedingten Eigenart Hessens im größeren Ganzen des Rhein-Main-Gebiets, so tritt heute der Reichsstatthalter geleitet von den Segenswünschen des Hessenlandes über die Schwelle des zweiten Jahres seiner Amtsführung. Der Veamte im nationalsozialistischen Staat. Reichsjustizkommissar Dr. Frank vor den Berwaltungsjuristen. Berlin, 5. Mai. (DNB.) Als Einleitung zu einer Tagung des Fachgruppenrates der deutschen Derwaltungsjuristen sand in der Kroll-Oper eine Kundgebung statt, auf der Reichsfustizkommissar Dr. Frank u. a. erklärte: Auch die Beamten des nationalsozialistischen Staates seien, da ja der Staat nur das Mittel zur Verwirklichung des Nationalsozialis- mus darstelle, verpflichtet, sich zu dem revolutionären geistigen Gehalt des Nationalsozialismus mit allem Nachdruck zu bekennen. Die Beamten mögen sich bewußt sein, daß sie den Vorzug ihrer Stellung auch unausgesetzt durch Leistungen neu verdienen müßten. Die kleinen Zirkel im Lande, die do glaubten, sie könnten ihre Oppositionsmethoden fortsetzen oder neue aufziehen, sollten gewarnt sein. Der Riese Nationalsozialismus werde, wenn es Not tue, diese Wühlmäuse zertreten. Beamte und E>A. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Der Stellvertreter des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Stabsleiter Reu sch wurde von Stabschef Röhm empfangen. S^absleiter Reufch erklärte namens der Beamten- schäft, daß sich die Beamten eins wüßten mit den Tragern des Braunhemdes, der SA., in der Gefolg- fchaftstreue zum Führer. Der Kern des gesunden Beamtentums, das in seiner großen Tradition der Disziplin in den Jahren des vergangenen Systems innerlich gesund geblieben sei, habe Schulter an Schulter mit der SA. gekämpft. Aus diesem einheitlichen Einsatz um ein gemeinsames Ziel sei eine innige Verbundenheit zwischen SA. und Beamtenschaft erwachsen. Stabschef Röhm gab seiner Freude über den Willen der Beamtenschaft, gemeinsam mit der SA. an der Erneuerung des Reiches zu arbeiten Ausdruck. Er betonte, daß er stets bemüht gewesen sei, eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Verbänden und der SA herbeizuführen. Die große Anteilnahme, die die Beamten der nationalsozialistischen Oberschule Feldafing entgegenbringen, beweise, daß bedingungsloses Vertrauen zum Führer und feste Kameradschaft heute wieder in der gesamten Beamtenschaft lebendig seien. Weiterer Ausbau -er Eierwirtschaft. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die Neuordnung der Eierwirtschaft wird nunmehr weiter ausgebaut durch eine zweite Verordnung vom 3. Mai, die in ihren Grundsätzen eine starke Angleichung an die neuen Marktformen in der Milch-, Butter- und Käsewirtschaft findet. Alle in der Eiererfassung und Verteilung tätigen Betriebe werden zu E i e r o c r» «ertungsverbänden zusammengeschlossen. Die- Eieroerwertungsverbände werden ihrerseits zur Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft in Berlin zusammengefaßt. Vom 1. Iunl ab können nunmehr sowohl Genossenschaften als Händler, soweit sie im Besitz eines Uebernahmescheins für Jnlandseier sind, Eier beim Erzeuger aufkaufen und nach erfolgter Kennzeichnung durch die Kennzeichnungsstelle an den Verbraucher oder Verteilungshandel a b g e b e n. Dabei sind sie hinsichtlich der Aufkaufsund Absatzmengen und Preise an die Vorschriften gebunden, die der Vorsitzende des Eierverwertungsoerbandes und der Bezirksbeauftragte erlassen. Soweit Eier nicht innerhalb des Wirtschaftsbezirkes des Eierverwertungsverbandes abgesetzt werden können, müssen sie der Bezirkszentrale des Eieroerwertungsoerbandes zugeleitet werden. Dieser meldet den ihm zugeleiteten Ueberschuß bzw. seinen Berlin, 4. Mai. (DNB.) Im Europahaus hat der Landesverband der preußischen Jäger vom 5. bis zum 13. Mai die Deutsche Jagdausstellung 1934 geschaffen, die heute mittag durch den Ministerpräsidenten feierlichst eröffnet wurde. In dem Kreise der Gäste bemerkte man Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Darr6, Seldte, Graf Schwerin-Krosigk, den preußischen Finanzminister P o p i tz und Vertreter der meisten ausländischen Missionen. Generalforstmeister von K e u d e l l begrüßte den Ministerpräsident und die Ehrengäste uni) gab dann dem Ministerpräsidenten das Wort zur Eröffnungsansprache. Die Bedeutung der ersten Jagdausstellung des Dritten Reiches, so führte der Ministerpräsident aus, sei so in die Augen springend, daß man darüber keine Worte zu verlieren brauche. Das Wild habe eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Das deutsche Wild gehöre in den Wald hinein und der Mensch solle sich erfreuen am Anblick der Tiere, die Gott in den Wald gesetzt habe. Wir müßten Lebewesen erhalten, die mit einer ganz bestimmten Voraussetzung geschaffen wären. So müsse auch die Jagd angesehen werden, nicht als ein Vergnügen, nicht als Tötung der Geschöpfe, sondern als die große Verantwortung, weniger Jäger, desto mehr aber Heger zu sein. Der deutsche Wildbestand sei noch stark und groß. Es sei Aufgabe der Jägerei, nicht sinnlos Massen zu züchten, sondern die Auswahl zu vollenden. Die Hege habe dort ihre Grenze zu finden, wo die Sorge um die Landwirtschaft und die Ernährung bestehe, die allem voranstünden. Unsere landwirtschaftlichen Wissen- ch a f t e n mußten stets einen gewissen Zusammen- lang mit der landwirtschaftlichen Praxis behalten, trotzdem waren auch hier erschreckende Ansätze zur Spezialisierung der einzelnen Fachrichtungen zu verzeichnen. Wir waren teilweise schon o weit, daß der Pflanzendauer nichts mehr von den Bedürfnissen der Betriebslehre, daß der Betriebslehrer sich nicht mehr um die Voraussetzungen des Tierzüchters kümmerte usw.. Diese Entwicklung hätte weiter zur Folge, daß sich die einzelnen Institute einer Arbeitsrichtung nicht genügend untereinander kümmerten und daß es zu planloser Nebeneinanderarbeit kam. Ja, es war so, daß, wenn ein Institut eine größere Arbeit in Angriff nahm, auch das Institut der Nachbaruniversität dieselbe Arbeit in Angriff nehmen mußte. Kleine Ansätze zur Besserung zeigten sich in den letzten Jahren.Es wurden Arbeitsgemeinschaften der Pflanzenbauinstitute, der Tierzuchtinstitute usw. gebildet, die den Zweck haben sollten, diese Entwicklung aufzuhalten. Sie haben es aber selten zu wirklich fruchtbarer Arbeit bringen können. Es ist notwendig, daß sich in der großen Organisation des Reichsnährstandes auch die landwirt- chaftlichen Wissenschaften wieder da einfügen, wo ie der Bauer braucht, nämlich in den Dien st der Praxis und in die Forschung für den Hof. Der Reichsnährstand hat den landwirtschaftlichen Wissenschaften jetzt die Gelegenheit gegeben, sich unter seinem Schutz zusammenzuschließen und sich wieder den Aufgaben zu widmen, die der Bauer von ihm erwartet. Vor kurzem wurde die Eröffnungssitzung der „Arbeitsgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Wissenschaften" unter dem Vorsitz des Reichshauptabteilungsleiters II, Freiherrn von Kanne, abgehalten. An ihr nahmen die führenden Vertreter aller London, 5. Mai. (DRV. Funkspruch.) Die beiden bekannten englischen Historiker Sir Raymond Deazely und William harbutt Dawson äu- zern sich in einer Zuschrift an den „Daily Telegraph" über die Lage im Saargebiet. An Hand orgfältiger, an Ort und Stelle angestellter llnter- uchungen sind sie in der Lage, „die vielfach in der englischen Presse ausgestellten Behauptungen, daß die Saarländer in ihrer Ansicht über die Rückgliederung an Deutschland geteilter Meinung eien, ober daß irgendeine Vorliebe für ein verbleiben der Saar unter dem Völkerbundsregime bestehe, richtig zu stellen." Rach unseren eigenen Beobachtungen ist, so agen die beiden Historiker, die Saarbevölkerung owohl rassenmäßig wie dem Gefühl nach überwältigend deutsch. Dies ist keineswegs überraschend, da das Saargebiet in politischer Hinsicht seit über tausend Jahren germanisch ist und in rassenmäßlger Hinsicht sogar noch bedeutend länger. Wir stellten keiner- l e i irgendwie bedeutende oder überhaupt erwähnenswerte Stimmung zugunsten einer Verlängerung des Völkerbundsregimes an der Saar fest. Dir bezweifeln sogar sehr, ob fünf oder gar nur vier vom hundert der Saarländer die Fortdauer dieses Regimes wünschen. Bedarf der Haupi Vereinigung der deutschen Eierwirtschaft, die bann durch bie Reichs- eierverwertungs-G. m. b. H. den täglichen Ausgleich innerhalb des Reiches regelt. Der Ausbau der Marktordnung bringt somit eine Regelung, Me bei sinnvoller Anwendung genügend Lebensraum für Genossenschaften und Handel bietet und vor allem den Bauern (Hühnerhaltern) die Gewähr des laufenden Absatzes der in seinem Betriebe erzeugten Eier gibt. Es wird dafür gesorgt werden, daß die bisherige vorläufige Regelung der Eierwirtschaft ohne Störungen in die endgültige einmündet. Das Land dürfe nicht durch ein Uebermaß von Hege bedroht werden. Äer Ministerpräsident wandte sich bann dem von ihm geschaffenen neuen Jagdschutzgesetz zu, dessen wesentlicher Punkt die Regelung des Abschusses sei. Durch die Abschuhregelung werde verhindert, daß Pächter ihre Jagd ausschießen. Jägern, die nichts anderes wollten, als das Fleisch, die aus der Jagd ein Geschäft machten — diesen Aasjägern werde in Zukunft das Handwerk gelegt. Der Minister gab dann von feinem Entschluß Kenntnis, in solchen Revieren, die über zahlreichen Rotwildbestand verfügen, Wildsänge vornehmen zu lassen und Rotwild i n Reviere zu bringen, bie feit Jahrhunderten ohne Rotwild seien, aber doch Möglichkeiten für die Aufzucht und Fortpflanzung des Rotwildes böten. Es sei sein Bemühen, auch die Urwildarten wieder auHeben zu lassen, Elch-Reviere zu schaffen und alles daran zu setzen, um langsam den Elch von Ostpreußen in andere größere Reviere zu verpflanzen. Das gelte auch vom Wisent, bei dem wenigstens versucht werden soll, die Gefahr des restlosen Aussterbens zu verhindern. Die Ausstellung solle alle anregen, aus der Großstadt in den deutschen Wald zu gehen, um neue Lebenskräfte zu schöpfen. Es folgte dann eine Führung durch die Ausstellung, die in malerischer Anordnung etwa 1600 Trophäen aus deutschen Revieren, davon über 1000 aus dem Besitz der preußischen Forstämter und etwa 500 von privater Seite zeigte. Des ferneren sind eine Reihe exotischer Trophäen ausgestellt. Zweige der landwirtschaftlichen Wissenschaften teil. Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Roemer- Halle a. d. S. wurde die erste Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft begonnen, an der Professor Dr. Golf- Leipzig teilnahm, der dem Vorstand des Reichsbundes deutscher Diplomlandwirte angehört. Der Zweck dieser Arbeitsgemeinschaft ist vor allem, die agrartechniscye Frage planvoll in Angriff zu nehmen und den Bedürfnissen des Nährstandes anzupassen. Es sollen also vor allem vordringliche Aufgaben mit praktischer Zielsetzung gelöst werden, ohne daß dadurch die freie Forschung beeinträchtigt wird. Es müssen in dieser schweren Zeit die praktischen Bedürfnisse der Landwirtschaft vorgehen. Ein weiteres Ziel der Arbeitsgemeinschaft wird es fein, die Ergebnisse der Versuche und Forschungen in gemeinverständlicher Form der Praxis zunutze zu machen, damit sie nicht in Fachzeitschriften verkümmern. Der zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Professor Dr. C. M e y e r, sprach dann eingehend über die Einstellung der Wissenschaft im nationalsozialistischen Staate und zum deutschen Bauern. Hierauf wurden in Wechselrede von den Obleuten der einzelnen Fachrichtungen die vordringlich erscheinenden Aufgaben vorgetragen und von den betreffenden Fachreferenten des Reichsnährstandes ergänzt. Diese erste Tagung der verschiedenen landwirt- schaftlichen Fachrichtungen zeigte, wie notwendig es ist, daß in planvoller Zusammenarbeit aller die Aufgaben gelöst werden, die vordringlich einer Lösung harren. Die Sitzung zeigte vor allem auch, welche Möglichkeiten und Reserven in unseren landwirtschaftlichen Wissenschaften stecken, die, richtig geleitet, Größtes leisten und in Zukunft im Reichsnährstand und beim Bauern wieder die Stelle einnehmen können, die sie beanspruchen müssen. Wünsche an denJunstenausschuß- Die Negierungskommission sucht für sich Stimmung zu machen. Bern, 4. Mai. (DÄB.) Der „Bund" setzt in einer Zuschrift aus Saarbrücken seine Mitteilungen über die Beschlüsse des Juri st en aus- schuss es über bie Saarabstimmung fort. Die Befugnisse der Abstimmungskommission, so wird ausgeführt, müßten von denen der Regie- rungskommission scharf abgegrenzt werden. Die Abstimmungskommission dürfe nicht in die Regierungsgefchäfte eingreifen, dagegen gehöre alles, was unmittelbar mit der Abstimmung selbst Zusammenhänge, in das Gebiet der Abstimmungskommission, so z. B die Aufstellung der Wahllisten, die Festlegung der Wahl- methoden, die Einsetzung von Wahlkontrolleuren, die Entgegennahme von Protesten und anderes mehr. Ihre Sache seien auch alle Prozesse, die durch den Wahlgang notwendig werden könnten. In dem Bericht heißt es dann weiter, daß oie Vorbereitungen für die Volksabstimmung nach dem Urteil der zuständigen Stellen m i n b e ft e n s Zehn Monate bauern mürben. Man müsse erwägen, baß bie Ausstellung ber Wahllisten unb die Ueberprüfung berfelben minbeflens fünf bis acht Monate in Anspruch nehmen werbe. Der Wahlakt selbst könne nicht eher vorgenommen wer- ben, als bis ber letzte Zweifel behoben sei. Die Saarbevölkerung werde sich daher gemeinsam mit Deutschland, Frankreich und dem Völkerbund i n Geduld fassen müssen. (Es erscheint außerordentlich fraglich, ob ber Abstimmungsausschuß sich wirklich für eine mit den vertraglichen Be. [timmungen nicht zu vereinbarenden Verzögerung der Abstimmung ausfpre» chen wird, die mit technischen Schwierigkeiten keinesfalls begründet werden könnte. D. Red.) In der „Zuschrift aus Saarbrücken", die, wie es scheint, von einer Stelle ausgeht, die der Regie, rungskommission nicht fern steht, wird eine Lanze für den Präsidenten Knox gebrochen, der in ungerechtfertigter Weise verdächtigt werde. Knox sei mit Recht der Meinung, daß die aus dem Saargebiet rekrutierte Polizei für die Aufrecht- erhaltung der Ruhe und Ordnung nicht genüge. Allerdings fei die Saarregierung hinsichtlich der Rekrutierung eines internationalen Polizei- und Gendarmeriekorps geteilter Meinung. Völlig abwegig fei die deutsche Ansicht, die Ruhe und Ordnung lediglich durch ein Zusammenarbeiten ber Saarregierung, ber Abstimmungskommission und der politischen Parteien sicherzustellen. (Wichtiger erscheint es, daß außer den an einem reibungslosen Verlauf ber Abstimmung interessierten Abstimmungsberechtigten keine irgend einer Partei angeyörenden Persönlichkeiten in der saarländischen Polizei beschäf- t i g t werden. Franzosen ro i e Emigranten werden nicht den Anspruch auf Ob- j e f t i o i t ä t erheben dürfen und wären daher, ebenso wie nicht abstimmungsberechtigte Reichs- deutsche, auf alle Fälle von jeder polizeilichen Tätig- feit im Saargebiet a u s z u s ch l i e ß e n. D. Red.) Zum Schluß wird ausgeführt, daß der Abstimmungskommission und Dem Abstimmungsgericht schwere Aufgaben zustünden. Es wäre die Frage zu prüfen, ob man nicht allen nicht stimmberechtigten Parteien die Beteiligung am Wahlkampf untersagen wolle. In der Presse seien heute eine große Anzahl von Schriftleitern tätig, die zum erheblichen Teil erst in jüngster Zeit aus Deutschland geschickt worden seien. Allen eingereiften Agitatoren müsse das Recht abgesprochen werden, in ben Wahlkampf einzugreifen. (Hier scheint ber Verfasser biefes Berichtes, der in seiner Gesamttendenz gegen die Deutsche Front gerichtet ist, einen Augenblick zu vergessen, daß es gerade bie aus D e u t s cb- lanb zugereisten Emigranten finb, die das Land nicht zur Ruhe kommen lassen und daß der Führer der Saarverräter, Matz Braun, ebenfalls nicht abstimmungsberechtigt ist. D. Red.) Achtung! Gaar-Absiimmung! Ein Aufruf der Reichsregierung. Berlin, 3.2Hai. (DNB.) Die Reichsregie, r u n g erläßt folgenden Aufruf: Der Zeitpunkt, an dem die Saarbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Ver- träges lm Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal ent- scheiden fotf, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I uni 19 19, im Saargebiet gewohnt hat unb am Abstimmungstag wenig st ens 2 0 Jahre a l t ist. An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 19 19 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 19 15 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. 2Uai, bis Samstag, ben 12. 2Uai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt), in den Städte« auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saar- abstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich, Rachweise über den Wohnsitz am 2 8. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Veschäf- tigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Do und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben. „Saarländische Freiheitsmiliz." Eine Schutzgarde des Separatismus. Berlin, 4. Mai. (DNB.) Die Berliner Börsen- Zeitung ist in der Lage, den landesoerräterischen Plan zur Bildung einer „saarländischen Freiheits- Miliz" zu veröffentlichen, den die der Negierungs- kommiffion sehr nahestehende saarländische Wirtschaftsvereinigung bereits im Fe- bruar d. I. der Regierungskommission unterbreitet und auch an die Saarkommission in Genf geschickt hat. In dem Plan wird u. a. darauf hingewiesen, daß in die Miliz, die aus 5000 Mann bestehen soll, nur unbescholtene antifaschistische Saarländer ausgenommen werden können. Politische Vorstrafen zählen nicht. Nach dreimonatiger Ausbildung haben die Prüflinge den Eid auf die R e g i e r u n g s k o m m i s s i o n und den Völkerbund zu leisten. Die vorläufige Führung wird durch zuverlässige Polizei- und Landjägerbeamte geregelt. Die Verwendung erfolgt a) zum Schutze einer freien, geheimen Abstimmung, b) zum Schutze der antifaschistischen Bevölkerung, c) zum Schutze der Regierungskommission und der antideutschen Beamten, d) zum Ausfüllen der durch Entlassungen freiwerdenden Polizei- und Landjägerposten, e) zur Bekämpfung der nationalsozial i st i s ch e n T e r r o r i st e n (!) und f) zur Gewährleistung, daß die Verordnungen der Regierungskommission befolgt werden. Die Regierungskommission trägt bis auf weiteres Zweidrittel des Etats. Für besondere, nicht vorge- sehens Ausgaben werden von den Mines domi- nales sowie von Gönnern des autonomen Staates der Saar regelmäßig Spenden geleistet. Sachverständige für die Saarabstimmung. Genf, 4. Mai. (DNB.) Das Völkerbunds- sekretariat gibt bekannt, daß der Saarausschuß des Völkerbundsrats auf fei' ner Tagung in Rom vom 10. bis 20. April beschlossen hat, die Ausarbeitung von Gesetzesoor- schlügen für die Abstimmungsmodalitäten und für den Wahltag Sachverständigen anzuvertrauen. Als Sachverständige sind ernannt worden: Prof. Bindo Galli (Italien), erster Vorsitzender des Appella- tionsgerichtes von Genua; L. A. N y p e l s (Hol' land), Mitglied des Obersten Gerichtshofs der Niederlande; Miß Sarah Wambaugh (Vereinigte Mehr Heger, als Jäger! Ministerpräsident Göring eröffnet die Deutsche Zagdausstellung 1934. Nauer und Landwirtschastswiffenschaften. Von Or. H. Krohn, Hauptabteilung II des Reichsnährstandes. Das Saarland kennt nur einen Wunsch: Zurück zum Reich. Ein objektives Urteil englischer Historikerüber die wahreStimmung an der Saar. )ar das Reitturnier in Ma ein Erfolg für uns? i f hat sich noi mit einem evölke. illler B m mun, il end ZeilpU' ostimim [f auch si als 5ac atgebieto l tu ot ten ft Zeit vn S a nw meinbi -n 5läd! ine Unlr Unlerze 28.3t l hat: enV % e n tooüt, ie Anzah! lchen Teil hickt wor atore° in her. Derfchi enz gegen tlugenbtid deutsch sind. 2 und das u n, eben, tigt i(t i), Aait 28. 3uo n, Befdjff L mo uni i entgegen1 einte Der König von Demen in großer Bedrängnis. Ibn Sauds Truppen bereiten den Angriff auf die yemenitische Hauptstadt vor. regelmäßigen Abständen wurden bisher nicht weniger als sechs junge wertvolle Pferde an verschiedenen Stellen auf der Weide e r st o ch e n a u f g e f u n d e n. Weitere Pferde wurden mit ge- fährlichen Stichwunden aufgefunden. Bei den ge- töteten Pferden wurden jeweils ein tiefer Stich in die Brust festgestellt. Die Bauern des betroffenen Gebiets haben einen Selbstschutz eingerichtet. Man vermutet, daß der Täter ein guter Perdekenner ist. Kaffee IDEE veredelt und leicht bekömmlich Außenministers an die Gesandschaft Ibn Sauds m Kairo wird erklärt, daß die Regierung Ibn Sauds sich als verantwortlich für die Verwaltung der bereits besetzten Gebiete betrachtet. Die Maßnahmen der Jbn-Saud-Regierung werden jedoch den Ausländern in den besetzten Gebieten jeden Schutz gewähren. Der Wahabitenkönig hat seinen Truppen befohlen, die Plünderungen einzustellen. König Ibn Saud hat als Bedingung für die Einstellung der Feindseligkeiten in Arabien die Abdankung des Imams Jachya von Jemen gefordert. Ibn Saud gibt in London beruhigende Erklärungen ab. London, 5. Mai. (DRB.-Funkspruch.) Der Vertreter Ibn Sauds in London erklärte m einer Unterredung mit dem „Daily Telegraph", daß d a s englische Protektorat Aden in keiner Weise berührt werde, falls Ibn Saud den Jemenstaat dem Wahabitenreich angliedere. Dies würde im Gegenteil geringere Reibungen als bis- her an der Grenze zur Folge haben. Italienische Kriegsschiffe nach Hodeida unterwegs. nungi ing. Stegh- Rom, 4. Mai. (DNB.) In Anbetracht der kriegerischen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel und mit Rücksicht auf die Int er« essen Italiens im Roten Meer sind ‘ italienische K r i e g s s ch i f^f e nach Schwerer Kampf zwischen Polizei und Verbrechern in Nenyork. — Zwei Polizisten gelötet, mehrere verletzt. Gegenwärtig führt die Rewyorker Polizei einen verschärften Kampf gegen die Unterwelt. Dabei kam es in den letzten lagen zu einem Kugelwechsel, bei dem ein Polizist getötet und mehrere verwundet wurden. Polizeiliche Verstärkungen riegelten darauf einen großen Teil der Stadt ab in der Hoffnung, die Verbrecher fest- zunehmen. Dabei wollte ein Polizist einen verdächtigen Kraftwagen anhalten. Die Insassen des Wagens schossen jedoch sofort und töteten den Po- ng- IÄ" zmus. «t $6* 'träte# i greift Regteru* tänbilj1 fs im K uickrbns lenf M >Ä" I01 , Saar . HJoIitiW 6 auf11 ben M j wird M nie S-«?' her««1' u-fi'!-"Z fuH oriste'u,' erorbn«^ den. Spe"° Mit dem Auto in die Arktis Norwegische Autobahnprojekte im hohen Norden. & Ä ^usretz Uli 9'W- tul)e uf: a lt,en in eschös, •Stan. M Ob. -N baljet ! Reich, D. Red ’ Abstii^ Bedeutung ist. Aus aller Welt. Derksludententum im Auslande. Vor der Abreise des früheren deutschen Generalkonsuls in San Franzisko, von Hentig, der i,um deutschen Gesandt - n in Co l um- o i e n ernannt worden ist, veranstaltete die „Ver- -inigung ehemaliger Amerika-Werkstudenten m Berlin eine Abschiedsfeier. Gesandter von Hentig iat sich während seines Aufenthaltes in Amerika «m die Förderung des Amerika-Werk- studententums besondere Verdienste erworben. Der Auslandsaufenthalt hat den Amerlka-Werk- »udenten, unter denen sich stets auch eine größere Unzahl von Diplomlandwirten befand, durch (wie Arbeitstätigkeit und den Existenzkampf im Aus- iianbe ein besonderes Erlebnis gebracht. Gerade hemalige Werkstudenten fühlen sich deshalb verpflichtet, auch heute die Beziehungen zum Aus- >ande besonders zu pflegen und den anderen Vol- 1 ern das neue deutsche Ideengut naherzubringen. Der Abend erhielt durch die Anwesenheit einiger »er deutschen Auslandsarbeit nahestehender Per- iönlichkeiten eine besondere Note. Anwesend waren u a. Dr. R a u s ch n i n g , Senatspräsident vor Danzig, Gesandter Daitz, stellvertretender Che »es Außenpolitischen Amtes, Dr. Jlgner, Präsident der Bereinigung Karl Schurz, Dr. S w a i n e, Präsident der Universität Stanford in Kalifornien, >owie der frühere deutsche Generalkonsul von Neu- vork, Dr. Streit vom „Deutschen Studentenwerk Dresden. Großfeuer im Hirschberger laL In bester sportlicher Kameradschaft ist das internationale Nizzaer Reitturnier zu Ende gegangen. In der Gesamtheit hat es ein recht erfreuliches Bild für die deutsche Pferdezucht gegeben, insbesondere, wenn man die Schwierigkeiten berücksichtigt, die die deutschen Vertreter zu überwinden hatten. Der herrliche Platz in Nizza mit seinem hervorragenden, etwas zur Härte neigenden Geläuf und einer Lange von etwa 200 Metern ist. außerordentlich geeignet, die Schnelligkeit und das Galoppiervermögen der Pferde zur vollen Entfaltung zu bringen. Die Reiter hatten die Möglichkeit, den ganzen Parcours mit fast unverminderter Schnelligkeit zu absolvieren. Ein Zeitgewinnen durch Bodensparen war allerdings vollkommen ausgeschlossen, so daß d e r G e - b o r f am und die größere Rittigkeit der deutschen Pferde nicht voll ausgewertet werden konnten. Die deutschen Reiter haben in acht Konkurrenzen, die Deutschland bestritt, zwei Sieger ( Der Moyr" und „Olaf"; Reiter Obltn. Kurt Hasse) gestellt. Ferner war „Tora" (Obltn. Brandt) zweimal Beste im Einzelklassement, und zwar im , Zweipferde-Springen" und im „Mannschaftspreis oroie Dritte im „Großen Preis von Nizza"; Olaf einmal Zweiter und Zweitbester hinter Tora im ,Preis der Nationen". Baccarat, Winzige, Baron Wie aus Hirschberg (Riesengebirge) gemeldet wird, .st im benachbarten Bobenröhrsdovs ,em Grotz- e u e r ausgebrochen. Bisher sind vier landwirtschaftliche Besitzungen niedergebrannt. Bei der großen Trockenheit und dem Wassermangel gelang es Der Feuerwehr und dem Arbeitsdienst erst nach har- er Anstrengung, eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Aus den durchdas Feuer vernichteten Gebäuden konnte fast nichts gerettet werden. Die Brandgeschädigten sind nur gering, wm Teil gar nicht versichert. Bei den Loscharbetten wurden mehrere Feuerwehrleute leicht verletzt. Der Brand ist durch einen Funken aus einem Schornstein entstanden, der aus em Strohdach fiel. Immer neue Brandfackeln über den rumänifchen Wäldern. Die Waldbrände in Rumänien nehmen immer «öfteren Umfang an, zum Teil stnd sie von den Bauern selbst angelegt worben bi. d°- »urdi Weidegelegenheit s u r d a s T51 e y schaffen wollen, das unter der Trockenheit schwer zu Äden hat. Im Bezirk Kronstadt stehen wieder vier Wälder in Flammen. 50 Bauern wurden verduftet. Sie sind geständig, die Brande angelegt zui haben. Bei Targ'ul Jiu steht der Wald in emer Ausd.h- nung von zehn Quadratkilometern tn Zlammen. ? Sieben Waldbrände, die zumeist auf Selbstentzündung ober Unvorsichtigkeit ber Hirten zunickzufuhren ?inb, wüten im Bezirk Campulang. ^e Loscharbei ien gestalten sich infolge ber Unzugänglichkeit ber Gebirgswälder sehr schwierig. Ueberall würben i'tarke Militärkräfte eingesetzt Infolge ber ungewöhnlichen Trockenheit ordnete das Landwirtschafts- Seit Wochen sitzen nun also schon die italienischen, sterreichischen und ungarischen Sachverständigen nit heißen Köpfen am Verhandlungstisch. Sie nühen sich ab, den wirtschaftlichen Rahmenvertrag uszufüllen, stoßen aber dabei auf schier unüberwindliche Schwierigkeiten. Alles, was bei Abschluß les Wirtschaftsvertrages verheißungsvoll verkündet wurde, hat sich jetzt als unendlich schwer durchführ- ti ar erwiesen. Wir hatten damals schon auf die natürlichen Gegensätze hingewiesen, die Mischen den drei Wirtschaftskörpern bestehen. Jetzt inuß man also auch in Wien feststellen, daß sowohl i b»ie österreichischen als auch die ungarischen Wünsche bisher nicht erfüllt worden sind, eben weil Italien, wenn es nicht seine eigenen wirtschaftlichen Interessen opfern will, gar nicht in der Lage ist, nennenswertes Entgegenkommen zu zeigen. Das italienische Wunder, auf das man in Wien hoffte, st ausgeblieben, es wird sich wohl auch nicht ein» itellen. Denn was schließlich bei den Verhandlungen erausspringen wird, dürfte nicht ausreichen, Oesterdeich und Ungarn merklich Luft zu verschaffen. Es xeht eben nicht, im Donauraum wirtschaftlich Ordnung zu schaffen, dabei aber den Staat glatt zu übergeben, der für diesen Raum von allerhöchster übergeben werden. Eine Autobahn in die Arktis — das heißt also, man fährt in seinem Wagen aus Oslo, dreht das Gas auf und gelangt nach 1500 Kilometer schnür- renber Fahrt an bas Weiße Meer. Vorbei geht es an Trontheim, ber alten Krönungs- ftabt bev norwegischen Könige, entlang an bem chönen Fjord von Trontheim, abwechselnb zwischen tiefen Tälern unb steilen Bergeszügen bis hoch tn die Tunbren, wo schon bie Lappen in ihren höhlen- artiqen Häusern wohnen, unb immer weiter, entlang an Bergesriesen, beren Häupter im ewigen Schnee ruhen unb in bie hinein sich hef bie eisigen Gletscher gefressen haben. Unb zum Schluß in bem sich stets gleichen fahlen Schein ber Mitternachtssonne — bas verspricht eine genußreiche Fahrt zu werben, wenn erst einmal bie letzten „Hammerschläge" getan sein werben. Die Norweger wollen ihre Autostraße in bie Arktis mit allen Schikanen ber mobernen Straßenbautechnik burchführen. In Oslo nimmt bie Straße ihren Ausgang unb wirb in ber kleinen Küstenstabt Vabsö am Daranger- Fjorb, fast in gleicher Höhe mit Hammerfest, ihr Enbe finben. Sie wirb nach ben neuesten Erfahrungen angelegt, in einer Breite von acht Meter, Dem Auto bie Straße! Das ist eine Parole, ber in Europa bie Inangriffnahme breier gewaltiger Werke gefolgt ist. Der Bau ber Reichsautobahnen in Deutschlanb macht Schule: die Franzosen wollen auf eine Strecke von 13Kilometer den Mont Blanc untertunneln unb bie Norweger eine moberne Autobahn bis in bie Arktis vortreiben. Ueberall regen sich schon eifrig Spitzhacke unb Löffelbagger, überall singt bas Lieb ber Arbeit, bei Berlin unb (Stettin, bei Frankfurt unb München, brunten in ber französischen Alpenwelt unb hoch oben im Narben in dem welligen und herben Hügelland bei Oslo. Schon sind hier und da die ersten Teilabschnitte im Werden begriffen und sollen bald dem Verkehr Benno und Bianka wurden ein ober mehrmals placiert, bzw. erhielten Schleifen, was ausbrücklich registriert würbe. Die beutfchen Pferbe haben sich also ausgezeichnet geschlagen, wenn man berücksichtigt, baß bie französischen Reiter auf ihrem eigenen Platz nur zwei Siege aufzuweisen haben. Wenn wieberholt bavon bie Rebe gewesen ist, bah bie beutfchen Pferbe ben höher im Blute stehenben französischen Halbblütern bezügl. Schnelligkeit nicht gewachsen waren, so muß bemgegenüber festgestellt werben, baß bieses Urteil nicht ben Tatsachen entspricht. Sowohl in ber französischen wie in ber irischen unb in ber beutfchen Pferbezucht gibt es schnelle unb weniger schnelle Pferbe. Die Entfernungen bei bem Turnier finb so kurz, baß * e bes Warmblutpferb bie verlangte Schnelligkeit auf biefe kurze Entfernung erreichen kann, wenn es über eine genügenbe Mechanik, verfügt unb weit genug aus» gebUbet ist. Pferde, wie Derby, Benno, Tora, Egly und Ahnherr, vor allem aber Schwabensohn, sind ganz halbblutmäßig gezogen, haben nur sehr wenig Vollblut in sich und gehören doch zu den schnellsten Springpferden des Internationalen Tourniersports. Die Schwierigkeit im Internationalen Turniersport liegt darin, die höchstmögliche Schnelligkeit mit größter Springsicherheit zu verbinden. worden sind. Schon wieder ein angebliches Seeungeheuer. — 3m Hafen von Penang. Wie aus Penang (Malaiische Halbinsel) gemeldet wird, werden die gegenwärtig im Hafen von Penang durchgeführten Bergungsarbeiten an dem im Oktober 1914 von dem deutschen Kreuzer „Emden" versenkten russischen Kriegsschiff „Jemtschug" dauernd auf geheimnisvolle Weise gestört. Die Bergungsmannschaften sind überzeugt, daß die Störungen durch ein großes Seeungeheuer hervorgerufen werden. In einem Falle wurde der Luft- schlauch eines Tauchers plötzlich abgetrennt; der Taucher konnte gerade noch rechtzeitig an Deck gezogen werden. Er berichtete, daß kurz vor der Abtrennung des Schlauches ein riesiges Wassertier auf ihn zugeschwommen sei. Die Sprengarbeiten auf dem Meeresboden wurden ebenfalls öfter unterbrochen. Das Ungeheuer soll mehrere Male Sprengladungen fortbewegt haben. Die Besatzung des Bergungsdampfers hat jetzt Fallen aufgeftellr in der Hoffnung, das „Ungeheuer" zu fangen. Dillinger auf einem englischen Dampfer? In sensationeller Aufmachung meldet „Daily Heralb', daß sich der berüchtigte, feit Wochen von der amerikanischen Polizei verfolgte Gangster Dillinger möglicherweise an Bord des britischen Dampfers „Duchess of York befinde, der am Sonntag in Liverpool eintrifft. Die Polizei von Chikago hat drahtlich die Polizei aller Häfen in Großbritannien gewarnt. Dillinger sei angeblich mit einem Begleiter aus den Dereimgten Staaten geflüchtet und befinde sich an Bord der „Duchess of York". Hierauf sei angeordnet worden, sämtliche Fahrgäste des Schiffes bei der Ankunft in England genau zu untersuchen. Eine entsprechende Weisung sei auch an die Behörden ber irischen Häfen ergangen, bie von bem Dampfer angelaufen werden. lizisten. Ein weiterer Polizist und eine Frau wurden verwundet. Später versuchte die Polizei, zwei berüchtigte Brandstifter in einer Mietskaserne zu verhaften. Als die Brandstifter sich eingekreist sahen, machten sie sogleich von ihren Schußwaffen Gebrauch und verletzten zwei Polizeibeamte schwer. Riesiger Jinan^tanbal in Griechenland. Ein riesiger F i na n zs ka n ba l in den Privat-Transitzollagern vom Piräus, der bereits vor etwa zwei Jahren bekannt wurde, ist nach einer langen Untersuchung nunmehr in ein entscheidendes Stadium getreten. Eine große Anzahl von Kaufleuten hat aus den Zollagern, angeblich ohne Wis- en der Zollbehörden, Waren entnommen und dadurch die griechische Staatskasse um 15 0 0 Millionen Drachmen (etwa 37,5 Millionen Mk.) geschädigt. Der griechische Finanzminister hat die Angelegenheit nunmehr nach Abschluß der Untersuchungen, auf Grund deren zahlreiche Zollbeamte stark belastet wurden, dem Obersten Kontrollausschuß übertragen und strengste Bestrafung der verantwortlichen Zollbeamten angekün- bigt. Vier hohe Zollbeamte würben bereits ihrer Aemter enthoben. In den Skandal sind über 2000 Kaufleute aus Athen und Piräus verwickelt. Sie werden wegen "Schmuggels zur Verantwortung gezogen werden. Gegen den Athener Kaufmann Papathanafiu, der den Staat auf diese Weise um sechs Millionen Drachmen betrogen hat, wurde ein Haftbefehl erlassen. Ein anderer Kaufmann, gegen den ebenfalls Haftbefehl erlassen worden war, hat den hinterzogenen Zollbetrag von 70 000 Drachmen schnell bezahlt. Die Untersuchung soll auf sämtliche Zollämter in ganz Griechenland ausgedehnt werden, da man vermutet, daß auch an anderen Orten ähnliche Betrügereien begangen so daß sich der Verkehr bequem abwickeln kann. Für den Bau dieser riesigen Straße, der sich auf lange Jahre hinaus erstrecken wird, waren für die Regierung vor allem wirtschaftliche Gründe maßgebend. Die M a t e r ia11r a n s p o r te aus bem hohen Norden mußten unbebingt beschleunigt werben. Das gilt in erster Linie für die Fischtransporte, bie großen Lieferungen von Kabeljau unb Heringen, von Dorsch und Hummern und nicht zuletzt auch von Walen. Denn der Daranger-Fsord ist einer der Hauptorte des norwegischen Walfangs, unb nicht weniger als 12000 Tiere werden hier verarbeitet und in den verschiedenen Erzeugnissen in alle Welt versandt. Hier oben am nordöstlichsten Zipfel Norwegens, dicht an der finnischen Grenze, liegen auch die großen Umschläge- Plätze für russisches und finnisches Holz. Don Osten her geht der Verkehr mit Schiffen bis in den Varanger-Fjord hinein, aber in der westlichen Richtung braucht der Weg um bas Wotbfap herum nach Hammerfest unb weiter nach bem Süden einen enormen Aufwand an Zeit und Kosten. Die moderne Landverbindung der Auto-Großstraße vermag da also schon erheblich Wandel zu schaffen. Schließlich nimmt auch die Fremden- u n d Verkehrs Industrie Norwegens an diel em Bau einer Autobahn in die Arktis ein lebhaftes Interesse. Wenn auch die Fahrt über die ganze Strecke etwa vier Tage in Anspruch nehmen wird, so bietet sie gleichwohl so unendlich viel land- schaftliche Reize, daß sie jeden Besucher reichlich entschädigen wird. Größere Schwierigkeiten werden kaum entstehen, da bei den Anlageplanen von vornherein darauf Bedacht genommen wurde, natürliche Hindernisse in großzügiger Weise zu überwinden. Berge wird man untertunneln und Flusse werden in großen Brückenzügen überschritten werden, so daß große Kehren und schwierigere Wegstrecken vermieden bleiben. Staaten). Beratende Sachverständige der peruani- ljhen Regierung für die Volksabstimmung von facna und Arica. Oie Negierungskommission verbietet kirchliche Morgenfeiern am 6. Mai. Trier, 4. Mai. (DRV.) 3m Rahmen der großen Kundgebung in Zweibrücken am 6. Mai war eine «oangelische und eine katholische Morgenfeier in Saarbrücken vorgesehen, geistliche wollten von ihren Gotteshäusern aus im Einblick auf die Saarkundgebung eine -steigt (•alten, die zugleich über alle deutschen Sender übertragen werden sollte. Trotz Der iiolitisch einwandfreien Texte hat die Regierungs- brnmiffion die Morgenfeiern kurzerhand v e r • Boten. Sie werden daher auf andere Weise ab- -.chalten und von 9 bis 11 Uhr als Reichs- iienbung vom Rundfunk übertragen werden. Unerfüllte Hoffnungen. Schwierigkeiten bei den österreichischitalienischen Wirtschaftsverhandlungen. Wien, 4. Mai. (DNB.) Das Wiener Mittags- iHatt „Die Stunde" bringt einen bemerkenswerten Bericht über den Stand der wirtschaftlichen iSerhandlungen zwischen Oesterreich und Italien in jüom. In dem Bericht heißt es: Es haben sich bei jten Wirtschaftsverhandlungen in Rom Schwierigkeiten hinsichtlich der Erfüllung gewisser tunkte des österreichischen Wunschprogramms erge° Ien. Das betrifft in erster Linie bie ^orbetun? en der österreichischen Schwer-, Medial l - und E l e k t r o i n d u ft r i e. Da zeigt sich ämlich, daß Italien den österreichischen Wünschen u r in sehr geringem Maße entgegen» emmt, selbst dann, wenn Oesterreich die italienischen Aegenforderungen in bezug auf einzelne Jndustrie- rtikel bis zu einer Gre^ize erfüllen sollte, die durch lie Aufnahmefähigkeit des österrei- .-zischen Marktes gezogen ist. Auf der anderen Seite sind die italienischen Forderungen bezüglich : ieier Jndustrieartikel, insbesondere der Textil- ii n d Kraftwagenbranche sowie der ch e m i - ch e n Industrie sehr umfangreich. Angesichts dieser Sachlage ist es auch wahrscheinlich in feiner Warengruppe zu einem endgültigen A b - ch lu ß gekommen. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenletter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen- Theodor Kümmel. DA.IU.34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Geheimnisvoller englischer Segler in Flammen. — Sieben Fischer ertrunken. Bei Bayona (Nordwestspanien) geriet ein engli- -ches Segelboot in Brand und ging unter. Die Insassen wurden verhaftet, da weder das Boot matrituliert, noch die meisten dieser Engländer im Besitz von Pässen waren. Geheimnisvoll wird diese Angelegenheit noch dadurch, daß einer der Segler einen Paß des englischen Auswärtigen Amtes be- aß. — Im Fischerhafen von Moras wurde em Fischerboot von einer riesigen Welle erfaßt und umgeworfen. Alle Insassen ertranken. Sieben kusis durch Vlihschlag gelötet. Während eines schweren Gewitter sturmes wurden in einer Gummiplantage in (Singapur sieben Kulis durch Blitzschlag getötet. Vier weitere Kulis wurden schwer verletzt. Kleine politische Nachrichten. Die T ra n s f e r k o n f e r e n z zwischen den Vertretern der Gläubiger der lang- und mittelfristigen deutschen Auslandsschulden und den Vertretern der Reichsbank beschloß, einen kleinen A u s s ch u ß, dem von jeder Gläubigerabordnung und von der Reichsbank je ein Mitglied angehört, einzusetzen, um die Möglichkeit zu prüfen, wie der gegenwärtigen Lage begegnet werden kann. Wettervoraussage. Obwohl nach heftigen Gewitterstörungen mit ergiebigen Niederschlägen über dem Festland das Ba- rometer kräftig angestiegen ist, bleibt die Wetterlage vorerst noch nicht beständig. Eine Storung über ben britischen Inseln schiebt feuchte und kühlere Luft- massen vor, so daß bei ihrem Zusammentreffen mit ber stark erwärmten kontinentalen Luft vereinzelte Oemitterbilbungen zustanbe kommen, bie stellenweise auch Gewitterregen bewirken. Im allgemeinen wirb sich aber bas Wetter ziemlich freunblich gestalten. , r f , Aussichten für Sonntag: Wechselnb-wol- kig unb aufheiternb, schwül, vorübergehenb etwas kühler, noch Neigung zu Gewitterstörungen ober ge- wittrigen Nieberschlägen. Lufttemperaturen am 4. Mai: mittags 17,1 Grab, abenbs 12,5 Grad; am 5. Mai: morgens 12,2 Grad. Maximum 18,9 Grad, Minimum 10,3 Grad. — Erd- temperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Mai: abends 15,5 Grad; am 5. Mai: morgens 13,6 Grab. — Mixerschläge 15,9 mm. ______________________ Ministerium eine Bestandaufnahme der tn den Mühlen und bei den Kaufleuten und Landwirten lagernden ©etreibeoorräte an. Die Präfekten würben angewiesen, bie Bestänbe zu rationalisieren unb bie Bevölkerung zur größten Sparsamkeit im Verbrauch anzuwelfen. Gleichzeitig würbe ein Verbot erlassen, Zuckerstroh wie bisher als Brennmaterial zu oerroenben. Die staatlichen Wälber sollen als Weibeplätze zur Verfügung gestellt werben, um bie eigentlichen Dieh- roeiben zu schonen, von benen nur bas allernot- wenbigste für bie Fütterung verwenbet werben darf. Weitere Anweisungen regeln die neue Aussaat an Stelle der durch Hitze vernichteten. In erster Linie sollen Mais, Wicken, Hirse verwendet werden. Die Nachricht, daß die Regierung beabsichtige, die G e - treideausfuhr überhaupt zu d er b t e t en, -- ich nicht bestätigt, möglicherweise ist aber ............. Teilverbot zu rechnen. Der Schrecken ber Schleswig-Holsteiner Pferde- Züchter. Seit einigen Wochen werden bie Bauern ber Umgebung von Neumünster burch einen un- betannten Pferbemörber in Aufregung versetzt. In Kairo, 4. Mai. (DNB.) Die Nachricht von ber Ermorbung bes Imam Iachya von Jemen hat sich nicht bestätigt. Der Imam hat an König Fuab von Aegypten telegraphisch bie Bitte um Friebensvermittlung gerichtet. Zweifellos befindet sich Imam Jachya aber in einer sehr bebrängten Lage. Er hat eine Bot - chaft an bie gesamte muselmanische Welt gerichtet, bie aufgeforbert wirb. Ibn Saub zur Einstellung bes wetteren Vormarsches zu bewegen. Ibn Saubs Truppen unter ber Führung bes Emir Feisal bereiten einen Angriff auf (Sana, die Hauptstabt des Imams, vor. Obwohl Imam Jachya 70 Jahre alt ist, hat er im Kronrat erklärt, baß er sich selber an bie Spitze seiner Truppen stellen unb seine Haupt st abt bis zum letzten Blutstropfen oerteibigen werbe. Unter ben Gefangenen, bie ber geschlagenen Jemen-Armee abgenommen worben sinb, sollen sich einige türkische Offiziere befinben. Die Armee Ibn Saubs bagegen weist in ihren Reihen eine Anzahl sehr erfahrener syrischer Militärs auf. Es wirb erneut gemelbet, baß bie Hafenstabt Hvbeibah ohne Kampf von ben Truppen Ibn (Saubs besetzt worben sei. Die Strecke zwischen Hobeidah unb Sana ist jeboch von (Gebirgszügen burchsetzt, bie bis zu 2000 Meter hohe Gipfel auf roeifen ; es ist baher möglicherweise mit langwierigen Operationen zu rechnen, ba bie Jemeniten im Gebirgskrieg ben Waha- biten überlegen sinb. Die letzten hier eingelaufenen Berichte bestätigen, Drei .. « -...... w - ----- o < hah der aröfite Teil ber jemenitischen Truppen nach Hobelba beorbert worben, um Leben unb dem siegreichen Vormarsch Ibn Sauds gemeu» Eigentum der dort lebenden Italiener zu schützen, tert hat. In einem Telegramm des wahabittschenl | Vermietungen^ 1 Gut möbl. [02380 U__M___Zi :u alt. kranken 111111111111111111111111111111 >ame wird WM» Im Zentrum der Stadt eine mit 1 od.,2 Bet- l.Juli zu mieten llllllllllllllllllllllllllllll Wohnungstausch 1. 3. Die kleine Ameise 4. | Mietgesuche | LmLuMchutzdrenft (Ring' kostet nur s Oßennis! strafe. 287sP Kontor. [Stellenangebote! füPMällLllkII desGieß.Anzeig. 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(?rsahrungen, die Sie verlangen.Sie ersvoren dadurch den Arbeitsuchenden unnötige und tür viele nur schwer tragbare ^ahrtouslogen u. Zeitverluste. Die Stellen Suchenden benöti- gen auch die ihren Ae- Werbungen beigefögten Lichtbild.usw.dringend; c« wird ihnen sonst die Möglichkeit genommen, sich aus andereAnaebote 1 u melden. Deshalb emp- iehlt sich in allen Hallen chnellste IftüSsen- >ung nicht benötigter Dewerbungs- unterlagen n. dgl. Kreis Gießen. Betr.: Forst- und Jagdschutz; hier: die Mitnahme von Hunden in Felder und Wälder. Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, betref. send die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen vom 8. Juli 1911 in Verbindung mit der Verordnung über die Vermögensstrafen und Geldbußen vom 6. Februar 1924 wird zum Schutze des Wildes für den Kreis Gießen auf die Dauer von vier Wochen bei Meidung einer Geldstrafe bis zu 90 Mark für jeden Fall der Zu- llllllllllllllllllllllli 11111111111111111111 um SkiAUM Gießen. 2?i8D Sonn tag, 6. 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In nicht geschlossenen, in den Feldgemarkungen liegenden Gehöften sind die Hunde festzulegen, so daß fie die Gehöfte nicht verlassen können. Hirtenhunde, Jagdhunde und Polizeihunde un- liegen den gleichen Vorschriften, sofern fie nicht in ihrer besonderen Eigenschaft benutzt werden. Die Anordnung tritt am 1. Mai d. I. in Kraft. Kreis Alsfeld. Etagenhaus zu kauf, gesucht. Schriftl. Angeb. unter 02351 an den Gieß. Anz. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIII KaufeHans mit Garten und 3-od.4x5-Zirn.- Wohn. u.Badez. Anz. 15 000 RM. Schr. Ang. unt. 02369 a.d.G.A. lillllllllllllllllllllllllllll Betr.: Unterbringung entlassener Arbeitsdienftwil- tiger. An die Bürgermeistereien des Kreises. Schon bald wird eine große Anzahl Arbeits» dienstfreiwilliger aus den Sagern des freiwilligen Arbeitsdienstes entlassen werden, weil fie die höchst- zulässige Dauer von 52 Wochen im Arbeitsdienst beschäftigt waren. Ein großer Teil der zur Entlassung kommenden Dienstwilligen stammt aus größeren Städten, die zur Unterbringung von weiteren Arbeitslosen nicht in der Sage sind. Es muß daher unter allen Urnständen versucht werden, die Dienstwilligen auf dem Sande in Arbeit zu bringen. Neben der Vermittelung von Sandarbeit, die aus Gründen der Dolksernährung in allererster Sinie gefördert werden muß, stehen Arbeitsdienstwillige aus allen handwerklichen Berufen zur Verfügung, so daß die Möglichkeit besteht, daß jedes Handwerk Dienstwillige aus seinem Fach einstellen kann. Die Arbeitsämter haben die Pflicht, solche Dienstwilligen bevorzugt in Arbeitsstellen zu vermitteln, die sich ein Jahr freiwillig für den Aufbau des national- sozialistischen Staates zur Verfügung gestellt haben. Jeder ländliche Handwerker, der bereit ist, in nationalsozialistischem Geiste am Aufbau unseres Staates mitzuarbeiten, muß es als Ehrenpflicht betrauten, diesen jungen Seuten Arbeit und Brot zu geben, zumal er die Gewähr hat, gutgezogene und handwerklich vorgebildete Arbeitskräfte zu erhalten. Es ist nicht damit getan, den Arbeitsdienst zu loben, durch die Tat muß die Verbundenheit mit ihm bewiesen werden? Wir weisen Sie deshalb an, sofort mit den Hand- wertem Ihrer Gemeinde sich ins Benehmen zu setzen und festzustellen, wieviel Arbeitskräfte noch eingestellt werden können. Ende April erfolgen größere Entlassungen aus dem Arbeitsdienst. Sie wollen deshalb dem zuständigen Arbeitsamt bis spätestens 5. Mai mitteilen, wieviel Arbeitskräfte in den handwerklichen Betrieben der Gemeinden untergebracht werden können. Weiter wollen Sie den Handwerksmeistern aufgeben, jede offene Stelle dem Arbeitsamt zu melden. Die Stellenbesetzung wird nach fachlicher und persönlicher Eignung vorgenommen, wobei aus die Wünsche des Arbeit- gebers Rücksicht genommen wird. ten, m. od. ohne Pension, in gut. Hause zu verm. NeuenBäue22». Freundl. heller Laden zu vermieten, in sehr guter Ge- schäftslage.Schr. Ang. unt. 02376 an den Gß. Anz. Ehrliches,fleißig. Mädchen nicht unt. 18 I., kinderlieb,das etwas nähen kann, in bürgerlichen Haush. gesucht. Vorzustellen bei Schlich O29ot Hmdenburgw. 7 Sauberes 02377 Schöne ZM.Mll. mit Zentralhzg., i.sehr gut. Sage, geeignet für einzelne Dame od. sehr ruh. Miet., zu nenn. Schr. Ang. unt. 02384 an den Gß.Anz. 2-3im.-lDohn. mit Wohnküche int Zentrum der Stadt p. 15. Mai zu vermiet. 02374 Baubüro H. W. Rinn vitlerwall 12 Aelt., erfahrenes IHrtniäcta od. einfache Stütze f.Villenhaushalt (2 Damen mit 4- jähr.Kind) f. sofort od.spät. gesucht. Bewerbg. nur m. Zeugnisabschriften a.Fr. 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Jii nstwilligei n, bie fi$ national, ellt haben ist, in im- i unser« 'Pflicht 6» b Brot zr ogene uri i erhalten t zu loben it ihm t* den N lernen: röste r il erfot bienst.?, nt bis» strafte i ■/r^/z IK See Öen e TteÄe tiimg w es ÄiKb M eßen, nit 1.30 Uh: Abonnm ne Preise -2.50 M UkllVM Mi.3R )uchbinde^ i.GZarne. >tag' 8.» -23 Uhr rschwflrni! Fl eiko Genua. , ütfec MlM “2211V obittfon iebtiterbtt tag. 2130 Ubk> öditM Kr.M Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)8amstag,5.Mai 1934 Kamerun-Reise. VIII. Fahrt ins Kameruner Grasland. Von Or. Paul Rohrbach. Kaffeefarm Foumbot, Samum, März 1934. Wo immer man ins eigentliche Afrika hinein will, überall findet man, daß die küstennahen Gebiete nicht soviel wert sind, wie die tiefer im Innern gelegenen. Wenn das Bild nicht zu kühn wäre, könnte man sagen: Afrika kehrt eine Stachelhaut nach außen. Das eine Mal, im Süden, ist es die Namib, die große Sand- und Felswüste, hinter der das gute Weideland liegt; das andere Mal, weiter nach Nord'en, ist es die Urwald- z 0 n e. Sie beginnt schon südlich der Kongomündung und begleitet «lle Küsten des Golfes von Guinea. Der Urwald mit all seiner Ueppigkeit ist eindrucksvoll, prächtig, wenn man ihn auf einer guten Straße im Auto oder von der Eisenbahn aus genießt. An sich ist er lebensfeindlich, besonders für den Menschen. Im afrikanischen Waldland leben die schwachen Stämme, die von stärkeren hineingedrängt wurden und nur Planten (Mehlbananen), Maniok und sonstiges Wurzelwerk, höchstens durch Palmöl verbessert, zur Nahrung haben. Hirse und Mais gedeihen erst auf dem inneren Hochland. Dort gibt es auch Vieh und reichlich Wild, im Urwald nur Affen, Vögel und Insekten. Der Elefant wird selten und ist kein leicht zu erlangender Braten. Auch an eßbaren Früchten ist Mangel. Der Weiße kann mit einer guten Büchse und vollem Patronengurt im Urwald doch Hunger leiden. Die Eisenbahn von Duala nach Jaunbe durchzieht den hier etwa 300 Kilometer breiten Urwaldgürtel. Bei Jaunbe, das etwa 700 Meter hoch liegt, hört das zusammenhängende Waldkleid auf. Wir fuhren mit unserem Mercedes-Benz, der aber bald anfing Spuren feiner Altersschwäche zu zeigen, zunächst 70 Kilometer bis an den breit daherströmenden S a n a g a, den Hauptfluß von Kamerun. Die Gegend ist unglaublich reich an Oelpalmen. Eine Fähre, die aus vier zusammengebundenen Kanus, großen Einbäumen, ruht, kreuzt den Sanaga dicht unterhalb der Nachtigalschnellen. Schneeweiße Katarakte leuchten durch das Grün der bewaldeten Inseln, die hier den Flußlauf durchsetzen. Die Waldstücke werden immer seltener und hören allmählich auf. Wir kamen nicht bis ans vorgesetzte Ziel des ersten Tages, sondern mußten an einem Platz mit dem etwas schwierigen Namen N d i k i n i m 0 k i übernachten. Ein Rasthaus war hier nicht vorhanden, aber der französische Beamte war so liebenswürdig, uns ein großes leerstehendes Beamtenhaus als Quartier anzuweisen. Ein schwarzer Korporal und der eingeborene Hauswart wurden beordert, für Feuerholz und Wasser zu sorgen. Das sind immer die ersten Erfordernisse, wenn man in Afrika ins Quartier rückt. Unser Schwarzer Peter, Koch und Diener in einer Person, der schwarze Chauffeur mit seinem Gehilfen, der Korporal, die Wasser- und Holzträger bewegten sich mit ihren Laternen wie Glühwürmchen durch die stockfinstere Nacht. Unsere Feldbetten wurden aufgestellt, Würstchen, Brot, Bananen und Tee aus unserem kleinen Reisevorrat aufgetragen, und während wir aßen, machten wir uns unsere Gedanken darüber, wer wohl in diesem Riesenhaus mit umlaufender Veranda, so breit wie eine Reitbahn, gewohnt haben mochte. Die Franzosen bauen offenbar gut, aber sie reduzieren in ihrem Kameruner Mandatsanteil den anfangs überreichlichen und immer noch sehr hohen Beamtenbestand, um Geld zu sparen. Der Chef der Subdivision von Ndikinimoki war ein „Cafe au lait", das heißt ein heller Mischling irgendwoher aus Madagaskar oder Westindien, mit einem zutraulichen kleinen Töchterchen, auch niedlicher heller „Milchkaffee". Der Mann hatte gute Formen. Ain nächsten Tag kam der hohe Aufstieg ins Grasland, wo kein Wald mehr wächst, sondern statt dessen Elefantengras, das so hoch ist, daß ein Reiter darin verschwindet. Für den Anbau von Feldfrüchten wird es gerodet. Fast unsere ganze Tagesfahrt führte durch das dicht bevölkerte B a - milkeland, das im Durchschnitt 1400 Meter hoch liegt. Man stelle sich ein Stück Jnnerafrika vor, so gut wie restlos in kleine viereckige, von lebenden Zäunen eingefriedigte Ackerstücke geteilt. Zwischen Bananen und Kolabäumen sehen die hohen spitzen Grasdächer der viereckigen Hütten hervor; winzige Hühner, kleine schwarzbunte Schweine und schwarze Ziegen, auch nur Taschenformat, rennen beharrlich dicht vor dem Auto über den Weg; alte und junge Frauen tragen Wasser, schleppen Feuerholz und andere Lasten und sind bis auf eine dünne Perlenschnur um die Hüfte splitternackt. Die Männer tragen mindestens einen Lendenschurz, manche auch Hemd und Hose. Die Erklärung für die weibliche Unbekleidetheit ist etwas brutal. Der Mann kauft sich eine Frau ober auch mehrere, wenn er wohlhabend genug ist, im Durchschnitt für 200 Mark das Stück, in bar und in Sachen. Je mehr Frauen er hat, desto mehr kann er für sich arbeiten lassen, aber er denkt nicht daran, auch noch Geld zu Kleiderstoffen für fein Arbeitsvieh auszugeben. Erft wenn die Frau gestorben ist, wird sie in ein großes Stück Kattun gewickelt und darin begraben. Don einer Ansiedlung Weißer auf diesem Teil des Kameruner Hochlandes zu sprechen, ist unmöglich. Das Klima ist gesund, der Boden frucht- bar, aber es gibt absolut keinen Platz. Mittags in einem Marktort namens Bafusam kamen wir durch eine Menge, die ich auf mindestens 3000 Köpfe schätze. Wir wollten etwas Eßbares kaufen, aber in drei schwarzen „Faktoreien" gab es nicht einmal eine Schachtel Sardinen. Hinter Bafusam senkte sich die Straße zum Nun, dem Grenzfluß gegen die Landschaft Samum. Eine Tafel mit der Aufschrift „descente rapide!" mahnte zum vorsichtigen Fahren. Die Straßen sind glänzend imstande. Vor jeder Brücke steht ein Signal, vor jeder Kurve ein Schild mit der Aufschrift „Tournant dangereux!" Der Nunfluß war früher ein Flußpferdepara- dies, jetzt sollen nur noch Krokodile da sein. Es gibt sie in allen Kameruner Gewässern, aber man be- kommt sie schwer zu sehen. Nicht weit hinter der Nunsähre wußten wir unser Ziel, die Kaffeepflanzung Foumbot. Sie gehört einem Elsässer, Herrn Wilhelm, in dessen schönem Hause wir jetzt die afrikanische Gastfreundschaft genießen. Die ganze Gegend hier ist zukunftsreiches Kaffeeland, auch schon ziemlich stark bepflanzt. Das wäre nicht möglich, wenn die Eingeborenenbevölkerung hier ebenso dicht wäre, wie im Bamilkeland, aber wir sind gerade im Grenzland zwischen Bamilke und Samum, und bevor bie europäische Verwaltung herkam (um 1905 wurde die deutsche Autorität in Bamilke und Bamum aufgerichtet), gab es, wie in allen Grenzstrichen, ständigen Kriegszustand. Daher die Entvölkerung. Die französische Verwaltung tut viel für den Kaffeebau in Kamerun. Für jedes Kilo gewährt sie eine Prämie von 75 Centimes, dazu in Frankreich eine starke Zollermäßigung gegenüber allem fremden Kaffee. Nach der Klassifizierung in Le Havre ist die Qualität der Kameruner Arabica-Bohne gleich Costarica Superior, also gleichwertig dem a m höch sten bewerteten Kaffee der Welt. Der Gewinn der Kameruner Kaffeepflanzer — meist Fran- zosen, aber auch einige Schweizer und Deutsche — von ihrem Produkt ist bedeutend größer, als der unserer deutschen Pflanzer in Dftafrifa, die weder eine Prämie bekommen, noch Zollerleichterungen genießen! Es ist aber nicht richtig, wenn die Franzosen glauben, sie hätten den Kaffeebau ins Land gebracht. Den elften Kaffee in Kamerun pflanzte bie deutsche Firma Lanz am Endpunkt der von ihr gebauten Kameruner Nordbahn in Nkong- famba. Die Lanzsche Pflanzung ist die Urgroßmutter aller heutigen Kaffeeplantagen in Kamerun. Der Betrieb bei unseren Gastfreunden ist viel versprechend, eine Aufbereitungsanlage eigener Erfindung ist im Bau. Herr Wilhelm hat sie uns selbst erklärt. Eben erfreut er uns durch die Zusage, uns morgen nach (j umbau zu begleiten. Fumban ist die Landeshauptstadt, die Residenz des kürzlich verstorbenen berühmten Häuptlings N j 0 j a, den ich schon 1907 besuchte. Neue Gemeindeleitee im Kreise Wehlar. * Wetzlar, 4. Mal. Der Herr Landrat hat die nachstehenden Berufungen zu Leitern der Gemeinden (Bürgermeister) vörgenommen: K a tz e n f u r t: Stützpunktleiter Willi Hagener, daselbst; W e r d 0 r f: Stützpunktleiter Fritz Küster, daselbst; Niederbiel: Stützpunktleiter Wilhelm Süß, daselbst; Hörnsheim: Stützpunktleiter Heinrich Volk, daselbst; Am Sonntag, 6. Mai, wird Reichsminister Dr. Goebbels auf einer gewaltigen Saar- kundgebung in Zweibrücken sprechen. Unter den künstlich aufgeworfenen Problemen, die eine sogenannte Friedenskonferenz der Nachwelt zu dem ausgesprochenen Zwecke hinterlassen hatte, den Krieg mit anderen Mitteln gegen das blutende Deutschland fortzuführen, nimmt die selbst im Versailler Vertrag zeitlich begrenzte Trennung des deutschen Grenzgaues an der Saar vom Mutterlande eine besondere Stellung ein. Trotz des Märchens von den „150 000 Saarfranzosen", das Clemenceau erfunden, mit dem er den unwissenden Wilson übertölpelt und sogar den sonst so pfiffigen Waliser Lloyd George breitzuschlagen verstanden hatte, trotz der mehr oder minder unverhüllten bru- Lützellinden: Beigeordneter Fr. E n g e l, daselbst; Dutenhofen: Beigeordneter H. G e r l a ch , daselbst- Den bisherigen Leitern dieser Gemeinden sprach der Herr Landrat seinen Dank für ihre Dienste aus. Deutsche Arbeitsfront. An alle Velriebszellenobmänner, Kreisbetriebs- zellenämter und an sämtliche Firmen! Mitte Mai wird in Mainz die erste Ausstellung eröffnet, die sich mit der Schönheit und würdigen Ausgestaltung des Arbeitsplatzes befaßt. Es ergeht an alle obengenannten Stellen die Bitte, durch zur Verfügungstellen von geeignetem Material, Lichtbildern, Modellen usw. an der Ausstellung mitzuwirken. taten Annexionsabsichten des damaligen Frankreichs, trotz der zahllosen Lügen, mit denen die deutschfeindliche Propaganda versucht hat, den deutscyen Charakter von Land und Volk an der Saar zu verfälschen, konnten selbst die Giftküche von Versailles die Wahrheit nicht hundertprozentig leugnen. Wäre es nach dem „Tiger" gegangen, so hätte Frankreich damals das Saargebiet gewaltsam an sich gerissen. Wenn dieser Schlag vereitelt werden konnte, so war dies nicht zuletzt auf das Deutschdewußtsein der Bevölkerung zurückzuführen, deren heroischer Abwehrkampf gegenüber allen Oallifierungsbeftrebungen schon damals seine Schatten vorauswarf. Während Frankreich kein Mittel unversucht ließ, das deutsche Saarland seinen Grenzen einzuverleiben, während DasneueVerlinerHauptgebäudederReichsbank. Ein Modell des neuen Reichsbank-Gebäudes, zu dem am 5. Mai der Führer den Grundstein legen wird. Eherne Krönt. Gaardeutscher Witte zu Reich und Volkstum. Von Joseph Breh. Barockpalast über der Saar. Von Dr. H. Reumeister. Wie die Mosel sanfter,, zärtlicher, mehr voll warmer einfacher Hingabe ist, als die große unbestimmbare Weite der Rheinlandschaft, so ist noch einmal weicher, offener, süßer, gegenüber der Mosel die Landschaft der kleinen Saar. Hellrosa und golden hängt zu allen Tageszeiten der Sonnendunst über den leicht geschwungenen flachen Weinbergen der unteren Saar. Man reift über das malerisch um die Wasserfälle feines Leukbaches gestaffelte Saarburg, vorbei an der auf jähem Felssturz hoch über der Saar gegründeten „Klause". Bei Taben, Dorf und ehemaliger Propstei, welche im Stil eines behäbigen barocken Gutshofes mit ihrer Kapelle hoch über dem Fluß liegt, hört der Wein auf, tief bewaldete Berge rücken eng an den Fluß heran, wild zerklüftete Schieferabftürze bilden das Landschaftsdild der mittleren Saar. Später öffnet sich das Tal wieder ein wenig. Inzwischen hat man, ohne daß ein Wechsel der natürlichen oder der Kulturlandschaft dies glaubhaft machte, eine politische Grenze überschritten; in einer kleinen Breite des Flusses zwischen blühenden Qbstbäumen und im Weiten umkranzt von weichen Waldbergen liegt M e 111 a ch , es ist die erste Stadt des durch den Versailler Vertrag von Deutschland abqetfennten und unter Völkerbundsverwaltung gestellten „<5 a a r g e b i e t e s". Noch liegt der Siegel der Abstimmung von 1935, obgleich deren Ausgang bei einer reindeutschen Bevölkerung des Gebiets nicht Zweifelhaft sein kann, vor seiner Rückkehr in den Gesamtverband des deutschen Reiches. Man muß wohl mit der P 0 l i t i k beginnen in diesem Grenzland, auch wenn man von der Kunst sprechen will. Denn die Politik für bie dieses kleine, an Bodenschätzen reiche Gebiet seit Jahrhunderten umkämpft ist, hat auch das Gesicht seiner Kultur entscheidend beeinflußt. Nicht zum Guten. Vieles, was der baufrohe Sinn früherer Jahrhunderte dort aus frommem Herzen, hier mit der Absicht glanzvoller fürstlicher Repräsentanz geschaffen hat, wurde zerstört und verfiel in Krieg und Gegenkrieg, durch Raub und Brand. Anderes, las blieb, wurde über dem politischen Kampf und ler dominierenden Rolle, welche im neunzehnten Jahrhundert die aufblühende Wirtschaft auch in liefern Gebiet übernahm, vergessen. Sehr Z" unrecht: noch zeugen große dunkle Kirchen und kleine helle Adelssitze auch hier allenthalben von dem großen Zug rheinisch-süddeutscher Bautradition, der auch die Kunst des Saargebiets in erster Lime g Aber Mettlach bestand und steht als großer leidenschaftlicher Auftakt vor der Kunst des Saargebiets. Ländlich anspruchslos liegt das Städtchen um die leise offene Biegung der Saar, kleiner grauer, kaum wahrgenommener Trabant um den prunkvollen Mittelpunkt, die Abtei. Ja, es war wirklich eine Abtei. Kunst- und lebensfroh wie alle barocken Fürsten, auch die geistlichen, hat Kur- t r i e r im Beginn des achtzehnten Jahrhunderts mit dem Bau begonnen, fein Architekt war Christian Kretzschmar aus Sachsen. War es die auf den schweren gediegenen Prunk des Qstens aus- gerichtete Tradition dieses Baumeisters, war es das für jeden Bau in dieser Saar- und Mosel- Landschaft sich anbietende herrliche Material, zartrot — oder goldschimmernden Sandstein — es entstand ein Bauwerk, das freilich „eher einem Königspalast als der Wohnung welterstorbener Or- densgeistlscher" zu dienen bestimmt schien. So vermerkt schon eine alte Mettlacher Chronik und der Eindruck besteht noch heute. Dicht an dem schimmernden Fluß, nur durch eine sanfte Brüstung von ihm getrennt, wölbt sich die schwungvoll bewegte vielfenstrige Palast-Fassade. Doch die große barocke Bewegung bricht nirgends zur Regellosigkeit aus, sie ist gedämmt und gebündelt durch den klaren Rhythmus der drei in weit vorgezogenen Pavillons mündenden Achsen. Auch die übergroße Frontlänge von 112 Meter erscheint durch sie gesammelt und gegliedert. Blühend und reich ist auch der Schmuck der drei Portale, besonders des mittleren: zart geschliffener Juwel aus hellgelbem Sandstein, der sich licht gegen das warmrote Gestein des Gesamtbaus absetzt. Die Fenster gemessen und regelmäßig gerahmt aber mit hellen, weich sich biegenden Bekrönungen und lustigen Schlußsteinen. Von diesen verdient es besonders gesprochen zu werden. Denn nicht ein einfacher glatter Stein wie anderwärts oder ein leichtes Rokokozierrat hat dem Erbauer dieses fürstlichen Sitzes als Krone und Abschluß jeden Fensters genügt, sondern Köpfe verschiedenster Art: Fratzen von Kroaten, Negern, Bauern, Handwerkern beleben die symmetrische Flucht der Fenster. Und an den Fenstern zweier Hofflügel begibt sich folgende und für einen geistlichen Bau gewiß beachtliche Merkwürdigkeit: „Die Mitte der Fensterreihe des einen Flügels ist durch den behaglichen Kopf eines Paschas in den besten Jahren geziert, an welchen, über den zu beiden Seiten folgenden Fenstern, seine Dlalisfen bis zum Kindesalter abnehmend sich anschließen, während die Schlußsteine des anderen Flügels ähnlich belebt werden, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Mitte ein kahler mit vier Hörnern besetzter alter Mannskopf einnimmt, von dem feine Frauen ab gewandt noch dem anderen Flügel hinüberschauen." (Zitat nach Lohmeyer, Johannes Seiz). Heiterer weltoffener Sinn jener Zeit, der das Natürliche ohne Bruch in den Kreis auch des geistlichen Lebens mit ein- bezog. Mit der Geduld der Alten baute das ganze achtzehnte Jahrhundert an der Vollendung der Abtei. Zuletzt ereilte sie das Geschick vieler barocker Kloster- und Kirchenbauten jener späten Zeit. Unversehens überkam sie die Welle der Säkularisierung und führte sie, bevor sie ganz vollendet war, einer andern Bestimmung zu. 1809 wurde hier die keramische Fabrik Villeroy & Doch begründet, an den rückwärtigen Flügeln entstand mancher An- und Umbau, und las Saartal füllen in die Breite heute viele kleine Arbeiterhäuser. Die schöne Palastfront über der Saar blieb aber erhalten. Die Abtei ist nicht die einzige Merkwürdigkeit dieser entlegenen Stadt Mettlach. In ihrem einstigen Park steht, efeubewachsen, umflossen von dem verzaubernden Glanz tiefer Vergangenheit, der „alte Tur m". Es ist aber in Wirklichkeit kein Turm, sondern die Ruine einer uralten Kapelle, Zeuge der frühesten Anfänge dieser Abtei, die schon im siebenten Jahrhundert begründet wurde. Fern und zärtlich entrückt, erscheint die helle Landschaft durch das schöne Maßwerk der gotischen Bogen gesehen, die das Erdgeschoß tragen. Doch diese stammen aus späterer Zeit, weiter oben öffnet sich die strenge Rundung rhythmisch sich wiederholender früher romantischer Bogen, die las hohe Alter les kleinen Bauwerks verraten. Man steht auf dem niederen Umgang vor Rundbogen, Säulchen und Blattwerk und fühlt plötzlich sehr deutlich, die Verwandtschaft lief es malerischen Restes mit ler ebenso pracht- wie maßvollen großen romantischen Architektur des Nheinlandes überhaupt. Worms und Speyer und Aachen und Köln spiegeln sich schwach, doch ganz deutlich in diesem kleinen ländlich-abseitigen Kirchenbau an der Saar. Sie beziehen ihn wiederum ein in ihren Kreis — wie es die große deutsche Barockkunst für las spätere Abteigebäude tat. Der große deutsche Kulturstrom pulst eigenwillig und kräftig ebenso wie in diesen beiden Bauten in Mettlach in ler ganzen reichen uni reizvollen Baukunst des Saargebiets. Die Frau, die im Auto einschlief... Einem Londoner Taxi-Chauffeur erschien es nicht verwunderlich, als er gegen Mitternacht in ein Hotel in der Aldergate-Straße bestellt wurde, wo eine nervöse Dame seinen Wagen mietete, um nach Westend hinaus zu fahren. Sie gab ihm kein bestimmtes Ziel an, und als er an der Piccadilly noch einmal nach den Wünschen seines Fahrgastes fragte, bat sie, ihn solange weiterzufahren, bis sie ans Fenster klopfe. Und sie lehnte sich müde zurück, während der Fahrer den Wagen langsam aus London hinauslenkte und durch die Vorstädte auf die stillen nächtlichen Landstraßen fuhr, auf denen außer dem rhythmischen Ticken des Taxameters kaum ein störender Laut zu vernehmen war. Erst als der Wagen nach Stunden in die Nähe von Oxford kam, machte sich die Dame bemerkbar, und nun erlebte der getreue Wagenführer eine sehr unangenehme Ueberraschung. Die naturliebende, von Schlaflosigkeit gepeinigte Dame gestand wütend ein, daß sie schon vor längerer Zeit eingeschlafen sei und machte ihm die heftigsten Vorwürfe, daß er sie nicht geweckt habe. Auf keinen Fall werde sie den hohen Fahrpreis bezahlen, der sich, als der Chauffeur sie wieder vor ihrem Hotel ablieferte, noch fünfstündiger Fahrt auf 45 Mark belief. Dem Fahrer blieb nichts anderes übrig, als feine Ansprüche auf den Fahrlohn vor Gericht geltend zu machen. „Ich dachte, daß die Dame so lange in der Frühlingsnacht herumfahren wolle, und wenn sie nicht geklopft hätte, hätte ich die Dame bis nach Nord- Wales gefahren", sagte er treuherzig. Das Gericht erkannte seine Forderung als zu Recht bestehend an. Die „Schlaflose" war sehr ungnädig darüber. Nun wird sie wohl wiederum Nacht für Nacht wachliegen und sich über die Fahrsumme grämen, statt dankbar zu sein, daß sich in jener Frühlingsnacht Morpheus, der sie sonst so hartnäckig flieht, einmal zu ihr neigte. Zeitschriften. — In her Mainummer von Westermanns Monatsheften verdient her Aufsatz von Prof. Dr. Konrad Hahm, hem Direktor der Staatlichen Sammlung für deutsche Volkskunde in Berlin, über „Uralte Sinnbilder in her heutschen Bauernkunst" Beachtung. Die vielen Abbilhungen sinh Beweise hafür, haß es sich bei triefen Volkskunstmotiven nicht um leeren Zierrat, sondern um inhaltvolle und gläubig bewahrte Zeichen und Formeln handelt. Interessant ist die Untersuchung: „War Lederstrumpf ein Deutscher?" Das Ehepaar Alfred und Anne Seeger schildert die Eroberung einer Seeräuberinsel in der Adria mit dem Faltboot, lieber „Das neue Gesicht des deutschen Arbeiters", wie es bie soziale Neuordnung durch bie Arbeitsfront, bie NSBQ., bie NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und vor allem bas Gesetz zur Orbnung der nationalen Arbeit herausgebildet hat unb weiter durchsormen wirb, spricht Oskar Krüger, her Propaganbaleiter bet NSBO. Es sei auch auf ben Beginn eines neuen Romans hingewiesen, bas erste Werk, bas aus eigener Erfahrung im Freiwilligen Arbeitsbienst entftanben ist. man in Versailles um die einzelnen Kapitel des Saarstatuts feilschte, war bereits — von den politischen Hasardeuren unbemerkt — die Vorsehung den dunklen Mächten in den Arm gefallen, die unter, von lauter Egoismus eingegebener, satanischer Gier sich anschickten, den Völkern Europas einen Frieden aufzuzwingen, von dem jeder objektive Kritiker schon damals genau wußte, daß der Zustand, der für alle Zeiten festgelegt werden sollte, mit echtem Frieden nicht das gering st e zu tun hatte. Was das Friedensdiktat im ganzen und großen sein sollte, davon noch in besonderer Weise zu zeugen, blieb dem Saarstatut vorbehalten. Und so, wie sich der Versailler Vertrag selbst ad absurdum geführt hat, so haben sich im Ablauf der Jahre auch die Schlingen von selbst gelöst, die auf Frankreichs Geheiß in den Bestimmungen des Saarstatuts nie- dergleegt worden waren. Die Gerechtigkeit und die Logik der Tatsachen haben durch sich selbst gewirkt und das Lügengebäude von Versailles zum Einsturz gebracht. Sie waren die beste und die schärfste Waffe im Freiheitskampf des deutschen Volkes. Wenn heute Regierungen und Diplomaten damit beschäftigt sind, aus der Tatsache der inneren Haltlosigkeit eines sogenannten Friedensoertrages die Konsequenzen zu ziehen, wenn unter der Führung des neuen Deutschlands eine Epoche wahrhaft a u f b a u e n d e r Politik auf der Basis der gegenseitigen Achtung, der Verständigungsbereitschaft, vor allem aber der Ehre und der Freiheit deutschen Volkstums eingeleitet werden konnte, so bedeutet diese Situation, auf das Saargebiet projiziert, nichts anderes, als daß die schließlich doch nur formalrschtlich zuständigen Instanzen des Völkerbundes ebenso die Schlußfolgerungen zu ziehen haben. Aber leider ist diese Erkenntnis nicht überall vorhanden. Oder: sie ist da, aber man versagt sich ihr bewußt, nimmt den alten Annexionstraum wieder auf und versucht, Komplikationen und Schwierigkeiten in teuflischer Weise zu konstruieren, um so den normalen Ablauf der Dinge zu verhindern. Das ist die Perspektive, aus der wir die kommenden Beratungen der Völkerbundsgremien über die Volksabstimmung zu erfassen und zu beurteilen haben. Denn daran gibt es nun einmal nichts zu deuteln und zu drehen, daß die im Saarstatut vorgesehene Zeit der Trennung des deutschen Saargrenzgaues vom großen Vaterlande im Januar des nächsten Jahres endgültig ab lau ft und daß unmittelbar darauf die Saarbevölkerung s e l b st über ihre Zukunft zu entscheiden hat. Und daß diese Bevölkerung nichts sehnsüchtiger wünscht, als heimzu kehren in das große und starke Reich, ist eine selbst von ausländischen Beobachtern heute nicht mehr bestrittene Tatsache. Warum also in aller Welt versteift man sich in Paris und anderwärts, wo stets deutlich die unehrlichen Methoden französischer Drahtzieher mit Leichtigkeit zu erkennen sind, auf Manöver aller Art, die nur dazu dienen sollen, eine so eindeutig wie nur irgend mögliche Situation zu erschweren oder gar zu vergiften? Warum zieht man wenigstens nicht in letzter Stunde freiwillig die Konsequenzen, denen man auf die Dauer doch nicht aus dem Wege gehen kanti? Was soll das Kesseltreiben gegen eine glatte und loyale Durchführung der Volksabstimmung, was sollen die Bestrebungen, die darauf abgestellt sind, daß sich Frankreich immer wieder an der Festsetzung des Abstimmungstermins oorbeimogelt? Die Antwort auf jede dieser Fragen ist leicht. Frankreich setzt zu einem neuen Vorstoß gegen die deutsche Saar an, und es bedient sich dabei der Hilfe aller Faktoren, die ihm zur Verfügung stehen, weil sie dem Einfluß von Paris unterliegen. Auf die Regierungskommission des Saargebiets, die ja gerade in den letzten Wochen und Tagen so sichtbar wie kaum je zuvor die Geschäfte Frankreichs besorgt, ist keine Hoffnung zu setzen. Jeder Appell an den Gerechtigkeitssinn ist nicht nur verhallt, sondern er wird immer wieder mit Maßnahmen beantwortet, die deutlich zeigen, wie gründlich die Herren Kommissare vergessen haben, daß nach dem unmißverständlichen Wortlaut des Saarstatuts ihre erste Aufgabe es sein soll, über d i e Woylfahrt der Bevölkerung zu wachen. Was eine objektive Ausübung dieses Mandates bedeuten müßte, ist uns allen klar. Aber die Regierungskommission nimmt nun einmal das Recht für sich in Anspruch, dieses Mandat nach ihrem Gustus zu interpretieren, und so ist es schon gar kein Wunder mehr, daß die Methoden des ersten Präsidenten der Saarregierung, des inzwischen verstorbenen französischen Staatsrats Ra ult, unter dem Engländer Knox ihre Neuauflage erleben und demgemäß Unterdrückungstendenzen der Mandatare die Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung in Frage stellen und bedrohen. Wenn es mit rechten Dingen zuaehen würde, so müßte in Genf demnächst über diese Zusammenhänge gesprochen werden. Es wäre ja längst nötig, die Regierungskommission in aller Form zurOrd- n u n g z u rufen. Man hat ja schließlich nicht umsonst im Januar dieses Jahres in Genf einen besonderen Ausschuß eingesetzt, dessen Aufgabe es gewesen ist, die Vorbereitung der Volks' abftimmung einzuleiten. Angesichts der vorbildlichen nationalen Disziplin, die die deutsche Saarbeoölke- rung trotz aller Schikanen und förmlichen Unrechts bewahrt hat, ist dem Völkerbundsrat die Entscheidung über die Festsetzung des Termins der Volksabstimmung und über gerechte Modalitäten denkbar leicht gemacht. Er braucht wirklich nur zu handeln, um dadurch viel Elend und Not, die seine Beauftragten verschuldet haben, wieder gutzumachen. Inzwischen macht sich allerdings eine Unklarheit breit, die uns ein Beweis dafür zu sein scheint, daß wieder einige Leute mit Sprengpatronen zur Genfer Ratssitzung unterwegs sind. Es sind die gleichen Elemente, die auch sonst in der hohen Politik das Rad der Weltgeschichte zurückzudrehen versuchen, die sogar nicht davor zurückschrecken, „Problemstellungen" gewaltsam zu erzwingen, wenn sie sonst durch übelwollende Geschäftigkeit hinter den Kulissen nicht zu erreichen waren. Um ein offenes Wort auszu- sprechen: Man versucht allenthalben, Sand in den feinen Mechanismus des Abstimmungsapparates zu jchmuggeln, man versucht die reibungslose und stö- rungsfreie Abwicklung des Abstimmungsgeschäftes zu Hintertreiben, indem man von langer Hand, noch ehe es zur Beschlußfassung über den Abstimmungstermin in Genf gekommen ist, nach den Vorbildern, wie wir sie vor allem auch in Oberschlesien erlebt haben, zum Schlage gegen das Deutschtum an der Saar ausholt, mit dem man das ganze 66-Millio- nenvolk treffen und schädigen will! Es ist notwendig, diesen dunklen Kräften gegenüber zu erklären, daß mir Deutsche, an der Saar und im Reich, dieses Spiel erkennen, daß wir aus dem Bewußtsein unseres Volkstums und aus den heiligen Pflichten der Volksgemeinschaft heraus schärfste Abwehrstellung bezogen haben. Hinterlistigkeit und innere Verschlagenheit sind unseren Vorfahren auch schon an der deutschen Saar begegnet. Mag sich auch die Maske geändert haben, — das Gesicht, das sich hinter ihr verborgen hält, ist das gleiche geblieben. Und das deutsche Saarvolk weiß ein Lied davon zu fingen, daß sich die Sendboten des republikanischen Frankreich im Grunde genommen durch nichts unterscheiden von den Horden, die einst der Sonnenkönig über deutsches Land jagte. Aber ebenso wissen wir auch, daß die Widerstandskraft des gesamten Saardeutschtums gegen zynischen Uebermut, gegen Fremdländer, die in gleicher Weise auf geschäftliche und politische Vorteile erpicht sind, heute, da das deutsche Saamolk in einer ehernen Heimatfront zur Verteidigung seiner Rechte und seiner Scholle zusammengeschlossen ist, so stahlhart ist wie das Produkt der Walzstraßen der mächtigen Hochofenwerke auf saarländischer Erde. Mögen sich die Wölfe mit Genfer Schafspelzen umgürten, — das deutsche Saarvolk erkennt den Rachen, der sich ja nicht erst seit gestern vor ihm immer wieder öffnet Das Saardeutschtum läßt sich in der doppelt heroischen Haltung seiner stillen, auf die verdichtete innere Ablehnung alles Fremden, auf die engste Verbindung der Herzen aufbauenden Abwehr von seinen unveräußerlichen Lebensrechten nichts rauben, von denen es weiß, daß sie identisch sind mit den Rechten des gesamten deutschen Volkstums. Es wird nur ein einiges Zusammen stehen geben, eine Gemeinschaft im Abwehrkampf, die sich allen Anfechtungen gegenüber behaupten und durchsetzen wird, weil sie auf dem Reichtum patriotischer Herzen und auf der Erkenntnis fußt, daß allen Stürmen zum Trotz deutsches Land und deutsches Volk sich erhalten, weil sie einig sind. Oie fiausfrau verwaltet Oos Volksvermögen Von 100 RM, die der Familienvater nach Hause bringt, gibt die Hausfrau aus: DLD Kolonialwaren Gemüse Bäckerei iiiiiiuiiiniinufuiii'miuiuiin «UllUUH.UIIiUUIU.llUtti| I II n M I" .......... inillMüllMIIIUMUIII il ;nilinillDHOüiUliniituuibrti-iiuyn 48,o RH Für Nahrungsmittel ■■■■■■■ Verrmefungs Büro hIhiiI 12,70 rm für 1O,o rm 3,60 rm für Kleider u.Wäsche Für Miete Gas u. Elektrisch Konfektion Wäsche 3,90 RM für Wohnunqs- einrichtungs- gegen stände 21,20 RM bleiben dem Mann Zum Muttertag. Der Nationalsozialismus ist bemüht, das Familienleben in Deutschland wieder innerlicher zu gestalten. Es war eine der Sünden des Liberalismus und Marxismus, daß die Hausfrau und Mutter, die am stillen Herde für das Wohl und die Gesundheit der Familie zu sorgen hatte, nicht so geehrt wird, wie es ihr zukommt. Die Mutter ist der Hort der Familie, vor allem verantwortlich für die Erziehung der Jugend, darüber aber hinaus auch verantwortlich für die Verwaltung des Vermögens der Familie. Beinahe zwei Drittel des Volksvermögens gehen durch die Hände der Hausfrau und Mutter. Dafür kauft sie ein. Sie sorgt für Nahrung und Kleidung der Familie, für die Wohnung und alles, was sonst mit dem täglichen Leben zusammenhängt. Es ist sicherlich nicht zu niedrig geschätzt, wenn man annimmt, daß von dem Volkseinkommen von insgesamt nahezu 60 Milliarden RM im gesamten Deutschland 40 Milliarden von der Hausfrau ausgegeben werden. Man kann aus diesen Zahlen erkennen, welche volkswirtschaftliche Aufgabe die deutsche Mutter und Hausfrau hat. Daran sollen alle Kinder am Muttertage 1934 denken. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bom Knaben, der sich selbst entführen wollte. (rt) Philadelphia. Es klingt zwar ein wenig unglaubhaft, aber es ist Tatsache: in Philadelphia wollte sich ein junger Mensch selbst entführen. Weil er keine Lust mehr hatte, sein Gehirn auf der Schulbank mit viel Wissen zu beschweren. Er klagte seiner Mutter sein Leid, die aber für diese Faulheit ihres Sohnes wenig Verständnis hatte und ihm kurz und bündig erklärte: „Du bleibst auf der Schule. Es sei denn, daß sie dich entführten. Dann kannst du ja nicht mehr hingehen. Aber sonst — gehst du hin!" Das mit dem Entführen sollte natürlich ein — wenn auch etwas verunglückter — Witz sein. Immerhin, zwei Tage später traf bei der Mama ein Brief ein: „Zahlen Sie uns 5000 Dollar — oder wir entführen Ihren Sohn. Joe, der Mann mit der schwarzen Hand." Die Mutter lief mit dem Brief zur Polizei, die ihn untersuchte und dem Fall nachging. Nach zwölf Stunden erhielt die Mutter die Nachricht, der Entführer sei verhaftet. Das fei ein großes Glück — meinte die Mama — und wer es denn fei? — Ja, es fei der eigene Sohn ... Er sei überführt und habe auch ein Geständnis abgelegt, daß er die Absicht gehabt habe, sich selbst zu entführen. Damit sei ein strafbarer Tatbestand gegeben. So kommt es, daß in Philadelphia ein junger Mann hinter Gittern sitzt und dem Paragraphen nach abgeurteilt werden kann, weil er sich selbst entführen wollte. „Beefsteakkrieg" in London. (—) London. Ein heftiger Meinungsstreit tobt feit einiger Zeit in der englischen Presse darüber, ob das „rote" oder das durchgebratene Beefsteak für den Menschen bekömmlicher sei. An diesem Kampfe der Meinungen und Ansichten beteiligen sich Köche, Hoteliers, Wissenschaftlicher, Hausfrauen und „Verbraucher" mit einer Leidenschaft, die im Hinblick auf die Iat= 'sache, daß das Beefsteak eine Spezialität der englischen Küche darstellt, nicht ganz unbegreiflich ist. Hervorgerufen wurde dieser Streit durch Untersuchungen, die die Nahrungsmittelchemiker am Londoner Kings College-Krankenhaus in ihrem Laboratorium vorgenommen haben, um den Unterschied der Nährkraft an rohem und gebratenem Fleische «feftzustellem Sie find dabei zu dem Ergebnis ge> kommen, daß das völlig durchbratene Beefsteak im Gegensatz zu dem sog. .englischen" oder „Beefsteak .Tatare", das bekanntlich nur leicht angebraten wird und im Innern fast roh bleibt, weit bekömmlicher ist. (Diese Feststellung hat übrigens auch schon Justus v o n Liebig gemacht. D. Schriftltg.) Diese in einer großen Londoner Zeitung zum ersten Male veröffentlichte wissenschaftliche Ansicht hat im traditionsgetreuen England einen wahren Sturm der Entrüstung hervorgerufen. „Die Erfahrungen eines Jahrtausends erprobter Kochkunst", so schreibt der Küchenchef eines der ersten Londoner Hotels, „können durch ein wissenschaftliches Experiment nicht umgestoßen werden! Die Tradition einer ganzen Rasse steht auf dem Spiele!" schwört ein als Feinschmecker bekannter Lord des Oberhauses. „Wir lassen uns von einer internationalen (!) Wissenschaft nicht vorschreiben, wie wir unsere Nationalgerichte zubereiten wollen!" ereifert sich sogar ein Bischof ... Der erschrockene Bürgermeister. (z) 21 m ft e r b a m. Der Herr Bürgermeister des kleinen holländischen Kustenstädtchens Loosdrecht, das sich als Seebad bei den Amsterdamern und Utrechtern großer Beliebtheit erfreut, saß dieser Tage nichtsahnend und mit ernsthaften kommunalpolitischen Problemen beschäf- hgt an seinem Schreibtisch, als sich plötzlich seine Buroture öffnete und eine junge reizende Dame eintrat, um Verzeihung bat und eine Frage wegen des Parkplatzes für ihr Automobil stellte. Der Bürgermeister war über ben unerwarteten Besuch so verblüfft, daß er die von ihm erbetene Auskunft nur stammeln konnte, als der Besuch wie ein reizender Spuk mit schelmischem Lächeln auch schon wieder die Tür von draußen zugemacht hatte. Was den guten Vater der Stadt aber so aus der Haltung gebracht hatte — war die Tatsache, daß die hübsche Besucherin nur — mit einem sehr knapp- fltzenben modernen Badeanzug bekleidet war Ganz abgesehen davon, daß auch in Holland noch recht wetterwendisches Wetter herrscht, hielt es der Herr Bürgermeister mit seiner Amtswürde nicht recht vereinbar, so immerhin spärlich bekleideten Besuch in seinen geheiligten Amtsräumen zu empfangen Nachdem er sich von seiner Verblüffung und von seinem Schrecken erholt hatte, berief er alsbald eine Gememderatssitzung ein, schilderte in den lebendigsten Farben sein Erlebnis und bat um sofortige Beschlußfassung über eine neue städtische Polizeiverordnung, wonach es Personen beiderlei Geschlechts bei hohen Geldstrafen verboten sein solle in Badekostümen, Schwimmhosen ober mit noch weniger angetan, das Bürgermeisteramt zu betreten. Oer jüngste Sieger im Reichsverufs« wettkamvf. Der 15jährige Karl W o s n i a k aus Marienwerber, ber in der Gruppe „Holzbearbeitung" ben Siegespreis errang. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen und dem braven Bürgermeister in einer spontanen Vertrauenskundgebung des Gemeinderats ein Lob dafür ausgesprochen, daß er die Ehre des Rathauses gerettet habe. Mario und Marietta. (d) Rom. Die Liebesgeschichte, in deren Mittelkunkt Mario und Marietta stehen, ein Knecht und eine Bauerntochter in zwei benachbarten Dörfern der Provinz Emilia, ist in ihrer Art uralt, so alt wie die Liebe selbst. Aber die Art, wie der dramatische Knoten dieser Geschichte am Ende gelöst worden ist, dürfte doch wohl zu den Seltenheiten und zu den merkwürdigsten Launen des Schicksals gerechnet werden können. Der 22jährige Mario liebte schon seit mehreren Jahren die hübsche und fröhliche Bauerntochter Marietta. Zu jeder Stunde, die ihm seine schwere Arbeit beim Bauern zur Muße gönnte, eilte er „auf ben Flügeln ber Liebe" zu seiner Angebeteten ins benachbarte Dorf, um mit ihr, bie seine Neigung erwiderte, die Zukunftsaussichten zu besprechen. Diese waren alles andere als rosig, denn Mariettas Vormund — sie war Waise wie ihr Romeo — weigerte sich, dem armen Knecht die Hand seines Mündels zu bewilligen, das, wie er sagte, in kurzer Zeit von einem in Amerika weilenden Onköl eine größere Erbschaft zu erwarten und bann bas Recht auf höhere Ansprüche habe. Der Dormunb war burch nichts, auch nicht burch bie aufrichtigen Gefühle Mariettas für Mario, zu erweichen, unb ber Liebenden bemächtigte sich am Ende schon bie Verzweiflung. — Da erschien auf ber Szene, genau wie rm Film, ber Onkel aus Amerika, als ein gewichtiger älterer Herr, der drüben seine Dollars gemacht hatte und in das Vaterland zurückgekehrt war, um den Lebensabend in der Heimat zu verbringen. Sein erster Besuch galt der Nichte Marietta, ber er, wie er in ber ersten Stunde des Zusammenseins schon mit- teilte, bie Hälfte seines immerhin fünffteUigen Dol- larvermögens im Testament ausgesetzt hatte. Die anbere Hälfte war für den Sohn seiner Schwester bestimmt. (Marietta war bie Tochter eines ©tief- brubers bieses Onkels.) Unb als nach einigen Tagen ber Dollar-Onkel Nachforschungen nach dem Aufenthalt seines Neffen anstellte, enthüllte sich zur grenzenlosen Verblüffung aller Beteiligten die Tatsache, baß dieser Neffe kein anderer war als Mario. Den beiden Liebenden, die also Vetter und Base waren, war es vorher gar nicht in ben Sinn gekommen, sich gegenseitig nach ihren Familienver- hältnissen zu erkunbigen. Ja, Marietta wußte nicht einmal ben Vatersnamen des Freundes, viel weniger aber den seiner Mutter, der ihr vielleicht die Wahrheit verraten hätte. — Der erste übrigens, ber bie beiden Liebenden schluchzend umarmte und ihnen seinen Segen erteilte, war der gestrenge Vormund. Die Erzwerke Peters des Großen. (n) Moskau. Diesmal hat man nicht mit Bohrmaschinen unb durch geologische Untersuchungen Erze gefunden, onbern — durch das Studium der Geschichte. Da fand nämlich ein Historiker eine Notiz, daß die Erzgruben bei Saposchkow Peter dem Großen praktisch das gesamte von ihm benötigte Metall geliefert hätten. Aber man habe die Erzbergung aufgeben müssen — weil die Wälder abgeholzt waren... Damals ein vollwertiger Grund, denn bie Erze würben nach uraltem Rezept nur mit Holzkohle bearbeitet. Als man um die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts die Erzadern fand, standen dort chöne Wälder, deren Holz bie nötige Kohle lieferte. Man arbeitete und arbeitete und mußte eines Tages ben Betrieb einftellen, weil keine Holzkohle mehr vorhanden war unb ber Antransport mit ben damaligen Mitteln unmöglich schien. Sofort machte man sich also jetzt auf bie Suche, hatte auch bald die Adern wiedergefunden unb noch Neste der alten Werke, die zu anderer Zeit hier auf- gerichtet worden waren, primitiv, aber zweckentspre- chenb. Auch eine ber Spezialminen Peters des Großen entdeckte man, bie er betrieb, als er feinen ersten energischen Versuch machte, Rußlanb zu zivilisieren. Die Forbergeräte unb Werkzeuge sind in bas historische Museum von Moskau gewandert, die Erze aber, bie man aus den alten Minen nun mit modernen Maschinen birgt, kommen in bie Hochofen unserer Zeit. Hier müssen selbst bie Sowjets einen Zaren loben, weil er so tatkräftig war, so sorgsam Notizen machte und bie Geschichte seiner Zeit aufschreiben ließ. Unb chon grabt man weiter nach Metallschätzen — in den Archiven... . Köpenickiade am Comer See. bi. Mailand. Bei Herrn Giuseppe Peppino, Bürgermeister eines kleinen Dörfchens am Comer See und Besitzer des Gasthofs „Zur goldenen Sonne" dortselbst, herrschte kürzlich große Aufregung. In eiliger Fahrt war ein schweres Motorrad herangebraust gekommen und hatte vor dem Amtssitz des Bürgermeisters Halt gemacht. Ein Herr kletterte aus dem Beiwagen, chölte sich aus seinem blaugrauen Automantel und warf diesen dem Fahrer zu. Unb bann zeigte sich, daß ber eilige Ankömmling ein Mann in ber oor- chriftsmäßigen Uniform eines Leutnants ber Pioniere war, ber sich lässig eine Zigarette anzündete, nervös mit feiner Reitpeitsche auf seins schwarzen Schaftstiefel klopfte unb bann auf bas Amtshaus zusteuerte, wo bem Bürgermeister Peppino des „Leutnant bei ben Pionieren Franz Lopez io Werder, Sieges. len und en Der. Üob da. Hauses dringender dienstlicher Angelegenheit gemeldet wurde. .Pionierleutnant Lopez wurde bereitwilligst empfangen, Lopez eröffnete dem Herrn Bürgermeister mit höflichen, kurzen Worten, daß er den Befehl bekommen habe, für 200 Soldaten und 20 Offiziere. Quartier zu machen. Man wolle in den nächsten Tagen schon einmarschieren.und einige Monate hindurch bleiben, um geheimnisvolle radiotelegraphische Experimente zu erproben. Das leuchtete dem Bürgermeister durchaus ein (— und übrigens gab es ein Geschäft für das Dörfchen, und die Offiziere würden in seinem Gasthof wohnen, und, überhaupt, Soldaten seien immer ein lustiges Völkchen —), und so rief er den Herrn Amtssekretär und den Landjägervorsteher, und gemeinsam machten sich alle drei mit Pionierleutnant Lopez auf die Suche nach Quartier, das bald gefunden war. Später kehrte Leutnant Lopez mit seinem Begleiter in der „Goldenen Sonne" ein; er aß und trank gut und bestellte ein Zimmer für die Nacht. Im Dorf herrschte währenddessen eitel Freude. — Am späten Abend aber hatte Leutnant Lopez plötzlich noch in der einige Kilometer entfernten Kreisstadt zu tun, „in dienstlicher Angelegenheit". Also trieb man ein Automobil auf, und der Leutnant fuhr mit seinem Begleiter in die Kreisstadt. Ein des Weges kommender Milizsoldat begleitete das Automobil auf Besohl des Leutnants mit dessen Motorrad. Bürgermeister Peppino ober rieb sich schmunzelnd die Hände und dann stieg er, ein fröhliches Liedchen pfeifend, in sein Schlafgemach, wo ihm die Stimmung erst umschlug, als er bemerkte, daß seine Geldkassette erbrochen und 5000 gute Lire verschwunden waren. Nur der „Leutnant" war im Hause gewesen! Sollte er ...? Schon stürzte der Bürgermeister ans Telephon und informierte die Landjäger an all den Stellen, die das Auto auf der Fahrt zur Kreisstadt zu passieren hatte. In San Giovanni stellte sich dem Auto Polizei in den Weg. Sichtlich verlegen vor dem hohen Herrn, dessen Auto gar von einem Milizsoldaten begleitet wurde, machte man Mitteilung von der Nachricht des Bürgermeisters. Doch Herr Leutnant wehrt lächelnd ab und sagt, man solle sich weiter keine Mühen machen; er selbst sei es ja, der den Anruf übermittelt habe, und er sei dem Diebe bereits auf der Spur. Worauf man unter vielen Entschuldigungen den Weg freigab! Vor der Kreisstadt eine neue Postenkette. Die Geschichte wird brenzlich; denn der Leutnant verwickelt sich in Widersprüche, wird verlegen; sein Begleiter entfernt sich und kommt nicht wieder. Darauf durchsucht man die Taschen des Leutnants und entdeckt — genau 5000 Lire, wie sie Herrn Peppino fehlen! Trotz aller Proteste fährt man da Herrn „Leutnant" Lopez ins Gefängnis. Und da stellt sich heraus, daß der Herr Leutnant ein Mann ist, der in seinem Leben noch keine Uniform getragen hat, der aber seit langem von der Polizei schon gesucht wird wegen Verweigerung der militärischen Dienstpflicht und vieler Schwindeleien. In dem Dörfchen am Comer See aber weinen die Mädchen, daß die Soldaten des feschen Leutnants nun nicht einziehen. hm. i Maris Bauern- Provinz e Liebe Knoten i, dürfte n merk, werden neueren iter Ma- )ere Ar- er „aus eten ins Neigung sprechen, iarietts; - weiss Münder Zeit - größere :ed)t aui ar durch Gefühle : Lieben- Serjwer- mßilr r alter :e uni Leb.' in erst ie er in m mit* ri Dal« r. Dir chwefter !5 !N Tvst i AM' jur gif Tatst rio. rind & Sinn J nilieM ißte B liel wen» ileicht di! igens, du und ihM Vormund en. skau. linen ® gesunder, lichte- !- ; die fa \ prallt geliesst aufgeiu' en - ■ die W HolzkB Äste » nden M lies W rhle M t den ss die und W I hier * leientfP* leters «= . er I«"1: 6 W* it nun * t hoch^ .rcn I# äi Die Mumie im Cissarg. Im vergangenen Herbst waren zwei Pelzjäger nach Alaska gezogen, um chrer Jagdleidenschaft zu fröhnen. Sie verbrachten gemeinsam den Winter und durchstreiften auf Schneeschuhen die endlosen, von riesigen Felsen zerklüfteten Eisgefilde. Es gehörte eine unglaubliche Härte und Energie dazu, um die fürchterlichen Strapazen des Winters zu ertragen, aber die beiden Männer waren durch ihren Beruf, den sie schon viele Jahre lang ausübten, an die größten Entbehrungen gewöhnt. Ihr einziger Gedanke war, mit einer möglichst reichen und wertvollen Beute wieder in die Heimat zu gelangen. Nach langem Suchen fanden sie endlich einen geeigneten Platz, an dem sie ihre Zelte aufschlagen konnten. Sie bauten einige Meilen vom Fuß des höchsten Gebirges Nordamerikas ein kleines Blockhaus und fingen an, sich häuslich einzurichten. Die beiden Pelzjäger hatten Glück. Es verging kaum ein Tag, an dem sie nicht ein paar kostbare Felle von ihrer Jagd mitbrachten. Selbst die fürchterlichen Winterstürme, die unaufhörlich tobten und heulten, vermochten ihnen nicht die Freude an der Jagd zu rauben. Eines Tages jedoch erlebten sie eine Ueberraschung, die selbst den beiden unerschrockenen Männern so ungewohnt war, daß sie ihre Nerven und ihre Beherrschung zu verlieren drohten. Die Lebensmittelvorräte waren zu Ende gegangen. Es war nötig, sich nach frischem Proviant umzusehen. Die Jäger schnallten ihre Schneeschuhe an, schulterten die Gewehre und begaben'sich auf die Jagd. Sie liefen schweigsam nebeneinander her, ein eisiger Wind fegte heulend und pfeifend über die Landschaft. Müde und erschöpft hielten die Männer inne. Sie beschlossen zu rasten und zündeten ein großes Feuer an . Plötzlich wurde der eine von beiden von einer seltsamen Unruhe befallen. Er blickte angestrengt in eine bestimmte Richtung, als ob er eine merkwürdige Entdeckung gemacht hätte. Schließlich zeigte er mit ausgestreckter Hand auf einen Eisblock, der sich in einiger Entfernung befand. Im Innern des Eises war ein eigenartiger Schatten zu sehen. Die Jäger erhoben sich, um den Eisblock näher zu betrachten. Zu ihrem maßlosen Erstaunen bemerkten sie mit aller Deutlichkeit die Umrisse eines menschlichen Körpers. Es bestand kein Zweifel: ein Mensch war hier vom Eis eingeschlossen worden. Wer weiß, wie lange er schon in diesem grauenvollen Gefängnis lag. Die Jäger nahmen schweigend ihre Aexte zur Hand und zertrümmerten den Block. Sie hatten sich nicht geirrt. Eine menschliche Gestalt kam zum Vorschein. Das Eis hatte es verhindert, daß der Leichnam des Bedauernswerten in Verwesung überging. Das unglückliche Opfer irgend eines fürchterlichen Schneesturmes war durch die konservierende Hülle des Eises vollständig unversehrt geblieben. Die Jäger fanden zu ihrer Ueberraschung einen schweren Beutel, der ein Säckchen mit echtem Goldstaub enthielt. In der Seitentasche des Mantels fanden sich die Dokumente des Fremden. Der Mann, den das Eis gefangen hielt, hieß Andreas Koljukin. Aus einer Zeitung, die bei ihm gefunden wurde, konnte man schließen, daß er vor dreißig Jahren erfroren sein mußte. Die beiden Männer begruben den unheimlichen Toten und meldeten den rätselhaften Fall bei der nächsten Polizeistation. Sie hatten schon manches sonderbare Abenteuer erlebt, aber dieser Fund war das aufwühlendste Erlebnis ihrer Jägerlaufbahn. Aus aller Welt. Reichsnährstand und Deutsche Studentenschaft. Durch ein zwischen Reichsnährstand und Deut- -scher Studentenschaft getroffenes Abkommen ist der landwirtschaftliche akademische Nachwuchs ständisch -im Reichsnährstand verankert worden. Diese stän- -dische Erfassung übernimmt der dem Reichsnährstand angegliederte Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte (RDL). Die Reichsfach- "schaft „Landwirtschaft" der DSt. wird korporatives Mitglied des R D L. Dieser löst seine Studentengruppen auf. Die DSt. ernennt im Ein- nernehmen mit dem RDL. an jeder Landwirtschaftlichen Hochschule und jedem Landwirtschaftlichen Universitäts-Institut einen Obmann, dem die berufsständische und sozialpolitische Betreuung der Landwirtschaftstudierenden nach den Anordnungen Les RDL. obliegt. Die weltanschauliche Schulung des akademischen Nachwuchses verbleibt weiterhin bei der DSt. Künftig werden nur diejenigen aus dem akademischen Nachwuchs als Einzelmitglieder ides RDL. ausgenommen, die während des Studi- rims den Anforderungen der DSt. gerecht geworden find. Anläßlich dieses Abkommens hat der Reichsführer der DSt., Pg. Dr. S t ä b e.l, den Reichs- geschäftsführer des RDL., Pg. Dr. K r a e m e r, Reichsunterabteilungsleiter im Reichsnährstand, zum „Reichsfachgruppenleiter für Landwirtschaft im Amt für Wissenschaft der DSt." ernannt. Mit der Uebernahme und Wahrnehmung der Arbeiten der Reichsfachschaft „Landwirtschaft" tst von diesem der Schulungsleiter im Rasse- und Siedlungsamt SS., Pg. Dr. Theel, Leiter der sozialpolitischen Abteilung des RDL., beauftragt worden. Lehrer und zwei Schüler auf einem Ausflug ertrunken. Der Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Uelzen ^Provinz Hannover): Am Freitag ereignete sich in dem Ort Brockhöfe ein schwerer U n gluck s- f a l l. Ein Lehrer, der mit seiner Schulklasse einen Ausflug unternahm, kam bei dem Versuch, einen ins Wasssser gestürzten Knaben zu bergen, ums Leben. Zwei Schüler, die ihren Lehrer retten wollten, fanden ebenfalls den Tod. Der Lehrer Ufte mit seiner Dorfklasse einen Ausflug nach den ’n der Nähe von Brockhöfe gelegenen Fischteichen unternommen. Trotz des Verbots des Lehrers ent- ileideten sich die Knaben in einem unbewachten Augenblick, um zu baden. Beim Spielen im Waper (dnq ein zwölfjähriger Schüler plötzlich unter. Der Lehrer stürzte sich in das Wasser. Es gelang ihm iruch, den bereits besinnungslos gewordenen Knaben in packen und über Wasser zu halten. Andere Schu- ler zogen ihren Kameraden ans Land. In diesem Augenblick verließen den Lehrer die Kräfte, und er l>ing unter. Nachdem Rettungsversuche nut langen Stangen vergeblich geblieben waren, gingen zwei Schüler ins Wasser, um dem Ertrinkenden zu Hi.fe ;u kommen. Dabei verloren sie den Grund und ertranken. Erst nach längerer Zeit gelang es Landjägern, die Leichen des Lehrers und der beiden 12= und 14jährigen Knaben zu bergen. ' "vermißter Jungvolkangehüriger tot aufgefunben. Dle Nachforschungen der Mordkommission Gelsen- liirchen nach dem seit dem 21. April dieses Jahres rerschwundenen 13jährigen Jungvolkangehörigen Fritz Walkenhorst haben jetzt überraschend zur Auffindunb der Leiche des Knaben geführt. Drei Arbeiter fanden am Rande eines Roggenfeldes eine frisch gegrabene Stelle, an der ein Schuh herausragte. Sie machten sich mit Spitzhacken an der Stelle zu schaffen, stellten aber vorsichtigerweise ihre Arbeit ein, als ein Fuß zum Vorschein kam. Die sofort gerufene Mordkommission hat dann die Leiche ordnungsmäßig geborgen und in die Leichenhalle des Westfriedhofs übergeführt. Der Stiefvater des Jungen hat ihn sofort einwandfrei wiedererkannt. Ob ein Sexualverbrechen vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Badische Papierfabrik niedergebrannt. Am Freitagabend brach in der Papierfabrik Metzger in Bruchsal Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit auf den dreistöckigen langgestreckten Bau ausdehnte und ihn in kurzer Zeit vernichtete. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit zwölf Schlauchleitungen, mußte sich aber hauptsächlich auf den Schutz der Nachbargebäude beschränken. Das Fabrikgebäude brennt langsam aus. Die Maschinen in den unteren Räumen sind vernichtet. lieber die Ursache des Brandes ist bisher noch nichts bekannt. Erbschaft von fast 200 Millionen Reichsmark. Das Vermögen des im Mai 1931 verstorbenen Aussichtsratsoorsitzenden der First Nationalbank, George F. Baker, beträgt, wie jetzt bei der Testamentsvollstreckung festaestellt wurde, 7 7,5 Millionen Dollar (rund 194 Millionen Reichsmark beim gegenwärtigen Dollarkurs). Don dieser Summe gehen über 11 Millionen Dollar für die Erbschaftssteuer ab. Außerdem bestimmte Baker drei Millionen Dollar für wohltätige Zwecke, so daß jetzt der Rest im Betrage von 63,5 Millionen Dollar unter den Sohn und zwei Töchter verteilt wird. — Eine ebenfalls große Erbschaft, die sich jedoch mit vorstehender nicht messen kann, hinterläßt Frau Alice Gwynne V a n d e r b i l t, die vor zwei Wochen verstorben ist. Ihr Vermögen beträgt 6,25 Millionen Dollar Bargeld und Wertpapiere. Außerdem hatte sie noch einen großen Grundbesitz und viele Kostbarkeiten. Dies alles fällt jetzt an ihren Sohn, General Cornelius Vanderbilt, und zwei Töchter. Wahnsinnstat eines Arbeitslosen in USA. — Die ganze Familie vergiftet. Wie aus Sapulpa (Oklahoma) gemeldet wird, hat dort der Arbeitslose Chester Barret sich, seine Frau und seine sieben Kinder mit Rattengift Der» aiftet. Drei Kinder sind bereits g e st o r b e n. Alle anderen liegen schwer krank danieder. Barret hatte seiner Frau und den Kindern eingeredet, es handele sich um ein Chinin-Präparat gegen Fieber. Barret selbst war schon seit langem krank. Er hat den Behörden gegenüber seine Tat eingestanden. Schweres Unwetter in Texas. Nach einer Meldung aus Alfurna (Texas) wütete dort ein heftiges Unwetter. Ein plötzlich auftretender Wirbelwind, der von Wolkenbrüchen und Hagel begleitet mar, richtete großen Schaden an. Mehr als ein Dutzend Häuser wurden zerstört. Zwei Personen sind getötet worden. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Unterschlagung war ein Mann aus Friedberg vom dortigen Amtsgericht zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte, der den seiner Firma gehörenden Betrag von 218 Mark an sich nahm und für persönliche Zwecke verwandte, legte gegen das Urteil Berufung ein, die mrückgewiesen wurde. Dem 2Inaeftagten wurde je- )och die gesamte Untersuchungshaft m Anrechnung gebracht. Ein Autofahrer aus Frankfurt a. M. fuhr beim Ueberholen eines Motorrads und eines Kraftwagens den Motorradfahrer um, so daß dieser leicht verletzt wurde. Das Amtsgericht Friedberg erkannte gegen ihn wegen Verstoß gegen das Kraftsahrzeug- gesetz und fahrlässiger Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 50 Mark. Die dagegen Der» olgte Berufung wurde kostenpflichtig zurückgewiesen. Das Amtsaericht Herbstein oerurteilte einen Mann aus Zahmen wegen Körperoerletzung zu drei Oie ASÄ. rüst! Kämpfe mit für Mutter und Kind! Wochen Gefängnis. Der Angeklagte sollte einen Jungen, der Kühe hütete und diese auf des Angeklagten Acker laufen ließ, mit Steinen geworfen haben Die Beweisaufnahme ergab, daß keiner der Zeugen den Vorgang bemerkt hatte. Das Gericht sprach den Angeklagten unter Würdigung dieser Umstände mangels Beweises frei. Amtsgericht Gießen. Ein Fuhrmann aus Wißmar fuhr im Dezember Dorigen Jahres mit einem Pferdefuhrwerk oon Großen-Linden nach Gießen, ohne feinen Wagen mit einer brennenden Laterne oersehen zu haben. Im Walde hinter Großen-Linden sah ein Personenkraftwagenführer, der aus Richtung Frankfurt kam, plötzlich den Angeklagten mit seinem Fuhrwerk oor sich. Als er diesem ausweichen wollte, kam der Kraftwagen zu nahe an den Straßengraben und überschlua sich. Dadurch trug der Führer des Kraftwagens schwere Verletzungen daoon. Der Angeklagte ließ den Verletzten hilflos liegen und jagte mit feinem Fuhrwerk daoon. Lediglich dem Umstand, daß er noch nicht vorbestraft und sonst ein einwandfreier Mann ist, hat es der Angeklagte zu verdanken, daß er mit einer Geld st rase von 6 0 Mark daoonkam. Rundfunkprogramm. Samstag. 5.7Nai. 12 Uhr: Mittagskonzert I. „Ehrt Eure deutschen Meister!" Earl Maria von Weber. 13.20: Von Stuttgart: Mittagskonzert II der Stahlhelmkapelle. 14: Don Stuttgart: Mittaaskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend. Franz Renner und fein Orchester spielt. 15.10: Von Stuttgart: Lernt morsen! 15.50: Quer durch die Wirtschaft. 16: Vom Deutschlandsender: Nachmittagskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Der Polizeipräsident fpricht. 18.30: Stegreiferzählung. 19: Pfitzner-Lieder. Zum 65. Geburtstag. 19.45: Eine Viertelstunde Heiteres. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15: Schwäbische Volksmusik. 20.30: Einführung in „Manon Lescaut" von Giacomo Puccini (anläßlich der folgenden Uebertragung aus der Mailänder Scala). 20.45: Don Mailand: „Manon Lescaut", Oper von Puccini. Aufführung der Mailänder Scala. 22.15: Du mußt wissen... 23: Nachtmusik. Sonntag, 6.2Ral 6 Uhr: Don Frankfurt: Reichssendung: Weckru oon der Saar. 6.15: Don Hamburg: Reichssendung Hafenkonzert. Frühkonzert auf dem Dampfer „Hamburg" der Hamburg-Amerika-Linie. 8.25: Von Stuttgart: Gymnastik. 8.40: Von Stuttgart: Bauer, hör zu! Die Saar. Ein Dreigespräch zwischen Josef Al- bicker, Bauer Stauß und Ernst Stockinger. 9: Von Saarbrücken: Evangelische Morgenfeier. Aus der Schloßkirche, Saarbrücken. 9.30: Glockengeläute alter saarländischer Kirchen. 9.35: Aus Frankfurt: Reichssendung: „Feierstunde der Schaffenden an der Saar". 10.15: Katholische Morgenfeier. Aus der Christkönig-Kirche, Saarbrücken. 10.50: Aus Frankfurt: Reichssendung: Allerlei Musik. 12: Blasmusik der Völklinger Bergwerks-Kapelle. 13: Don Stuttgart: Kleines Kapitel der Zeit. Das Märchen von den 150 000 Saarfranzosen. 13.15: „Schallplatten- Automat". 1. Wunschprogramm. 14.15: Don Stuttgart: Kinderstunde: „Kasperl bei den Kindern an der Saar". 14.45: Reichssendung: Weckruf. Sinfonisches Dorspiel für Orchester op. 9 zum Tag der Saar komponiert von Albert Jung aus St. Ingbert- Saar (Uraufführung). 15: Aus Frankfurt: Reichssendung: Uebertragung der großen Kundgebung aus Zweibrücken. 16.30: Von Frankfurt: Sinfonie Nr. 8 in bl-Moll (Unvollendete) von Franz Schubert. Don Stuttgart: Volksmusik. Don Köln: Soldatenlieder. 18: Ausländer sprechen über die Saar. 18.20: Fröhliches Zwischenspiel. 18.45: Heiter und froh durch Völker und Groh! 19.15: Sportnachrichten. 19.30: Von Stuttgart: Festliches Konzert. 20.45: Von Köln: Reichssendung: Jakob Johannes. Ein Schicksal an der Saar. Hörspiel von Willi Schäferdiek. ITlonfag, 7. 2Uat 6.05 Uhr: Von Stuttgart: Gymnastik. 7.10: Von Stuttgart: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Von Stuttgart: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Von Stuttgart: Mittagskonzert I. Der Mai ist gekommen! 13.20: Von Stuttgart: Mittagskonzert h Le: Kapelle Otto Kermbach (Operettenmelodien). 14: Don Stuttgart: Mittagskonzert III der Kapelle Otto Kermbacb (Tonfilmschlager). 14.40: Stunde des Liedes: Deutsche Mädchenlieoer. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Don Stuttgart: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: „Das Drama des Dritten Reiches", Dortrag von Dr. Arthur Pfeiffer. 18: Stunde der Jugend: Neue Jugendbücher. 18.25: Von Stuttgart: Französischer Sprachunterricht. 18.50: Griff ins Heute. 19: Don Stuttgart: Mandoline und Ziehharmonika. 19.20: Von Freiburg: „Frühjahr im Schwarzwaldtal", Hörfolge aus dem Glottertal. 20.10: Aus dem Großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: 6. Montagskonzert des Frankfurter Orchester-Der- eins: „Der Barbier von Bagdad", komische Oper in zwei Akten von Peter Cornelius, nach der Ori- ainalpartitur bearbeitet von Felix Mottl (Konzertfassung). 22.15: Von Stuttgart: Du mußt wissen ... 22.30: Vom Deutschlandsender: Danzig ruft! Der stellvertretende Führer der Deutschen Turnerschaft spricht über die Vorbereitung der Turner für das Ostland-Turnfest. 23: Don Stuttgart: Allerlei Tanzmusik, Kapelle Otto Kermbach. 24 bis 1: Nachtkonzert Claude-Debuffy-Stunde. D M •TV I Die Zigarette braucht eine Hülle aus Papier, denn sonst könnte ihr Tabak nicht verbrennen. Aber das Papier muß dem Tabak wesensverwandt sein wie die Schale dem Apfel. Die Oberst hat im Neutra-Papier die richtige Hülle und schmeckt daher fast so, als ob sie überhaupt kein Papier habe. 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Er lächelte traurig, fragte: „Was wollte er denn überhaupt hier?" Die Frage klang so, als fragte er: Warum bestelltest du ihn denn hierher? Regina ließ sich, immer noch erschöpft, in einen Sessel fallen und erzählte, aus welchem Grunde Peter Konstantin gekommen war und wie sich alles zugetragen hatte. Holm war maßlos empört. „Wie kann sich nur ein sonst überkorrekt scheinender Mensch so weit hinreißen lassen! Ich stehe vor einem Rätsel." „Er behauptete, mich zu lieben", gab sie zurück, „und da packte er mich und küßte mich. Es war gräßlich! Wenn das die Liebe ist —" Sie hatte ganz vergessen, daß sich Holm und sie ja nur ein paar Tage lang mit dem Vornamen und dem vertraulichen „Du" angesvrochen hatten, beides schien ihr jetzt selbstverständlich. Er aber nahm das hin wie ein unerwartetes, großes Geschenk. Er blickte sie nachdenklich an. „Ich glaube, die Liebe kann auch anders sein. Du hast ihn jedenfalls nicht wirklich geliebt, Regina, denn hättest du das getan, konnte dich sein Wesen nicht so erschrecken." Er nahm ihre Rechte: „Armes Ding! Dem Himmel sei Dank, der mich heute hierher geschickt hat! Ich wollte dich mahnen, mit mir zusammen die hinterlassene Arbeit Jobst Freeses wieder aufzunehmen." Sie neigte den Kopf. „Gern, Holm, gern! Morgen können wir beginnen." Er lächelte sie an: „Ich freue mich darauf. Und für dich ist's auch angenehmer, wenn wir recht bald beginnen, um so eher sind wir fertig. Dann kannst du mit deiner Vorbereitung für das Abitur anfangen." Sie trocknete sich die letzten Tränen ab, erwiderte etwas abgerissen: „Ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt tue; vielleicht ist's wirklich schade um die Jahre, die ich brauche bis zur Vollendung des ganzen Studiums." Ein scheu fragender Blick traf ihn. Er fühlte ein seltsames Erbeben. Durch seinen Körper lief es, bis in die Fingerspitzen hinein spürte er es, und ein glückliches Ahnen ließ sein Herz fast stillstehen. Er fragte leise: „Willst du den Plan, zu studieren, meinetwegen fallen lassen, Regina?" Sie neigte kaum merklich den Kopf, und da war er auch schon bei ihr, der große, schlanke Mann, kniete vor ihr nieder, drückte seine heißen Lippen auf ihre Hände und stammelte überselig: „Wiedergefunden habe ich dich. Liebste, wiedergefunden mit freiem Herzen. Mein schönes Weib mit dem hellen Flammenhaar wird keines anderen Mannes Bild in ihrem Herzen tragen." Regina strich leise über sein Haar, sprang überschnell auf, eilte zur Tür, rief von dort her: Warte, bitte, auf mich im Arbeitszimmer, ich werde sogleich wiederkommen." Er erhob sich von den Knien, dachte etwas verwundert: Weshalb lief sie nur gerade jetzt fort? Gerade jetzt! Aber er ging hinüber in das hohe, dunkel getäfelte Arbeitszimmer, und ein glückliches Lächeln lag um feine Lippen. Er schritt dann in dem großen Raum hin und her, und wartete ungeduldig auf Regina. Sagte mehrmals laut vor sich hin: Ich liebe dich! Ich liebe dich! Er fand, das waren die schönsten Worte der Welt. Nack; ungefähr zehn Minuten trat Regina wieder ein; sie sah noch etwas bleich, aber wunderschön aus. Das herrliche Haar war frisch gebürstet, die letzten Tränenspuren waren mit Wasser weggespült worden. Sie stand nun vor Holm Meerhold, lächelte ihn an, hob den Kopf, und die weichen, frischen Lippen boten sich dem Manne dar, der die seinen darauf preßte und beseligt den Gegendruck der anderen Lippen spürte. Regina schmiegte sich noch fester an Holm Meer- hold, raunte ihm leise wie ein Geheimnis zu: „Dein Kuß bedeutet Glück für mich. Holm, d i ch liebe ich, dich!" Sie dachte jetzt daran, daß ihr Doralies letzhin bei ihrem Besuch geraten hatte: Verliebe dich in den anderen! Der andere war Holm. Nun liebte sie ihn. Zwei strahlende Augenpaare tauchten ineinander, und Regina sagte mit frohbewegter Stimme: „Es war doch gut, daß ich damals auf den tollen Plan von Doralies einging, als ihre Stellvertreterin nach Berlin zu reifen, sonst säße ich noch jetzt stellungslos in Mooshausen, so aber fand ich hier das ganz große Glück." Er drückte sie an sich, als wollte er sie nie mehr lassen. „Ich liebe dich über alles, du mein wunderschönes, goldhaariges Mädel!" Draußen schneite es jetzt in dichten, schweren Flocken; sie fielen leise und sanft nieder auf das frische Grab eines Vorstadtfriedhofes, und zwei glückliche Menschen dachten an ihn, der darunter ausruhte — an ihn, durch den sie sich gefunden hatten. Sie dachten an den gütigen alten Herrn, der sie beide freundschaftlich und väterlich geliebt hatte. Sie blickten in das Flockenmeer, das vor den Fenstern hin und her zu mögen schien, und Holm sagte nachdenklich: „Ich werde ein Rechtsberatungsbüro für ganz Arme einrichten, und du hilfst mir, wirft meine kluge Sekretärin fein." Sie sah strahlend zu ihm auf: „Alles will ich dir sein, Holm! Alles: deine Frau, deine Geliebte, deine Kameradin und deine Sekretärin — alles!" Er lächelte: „So soll es werden, und so wird es richtig sein." Regina mußte an ihren Traum denken, den sie in der ersten Nacht hier in Berlin gehabt hatte. Sie zog den (Beliebten auf das Le der so fa nieder und erzählte ihm den Traum. Erzählte: 9 „Ich träumte, ich stand neben einem Herrn, dessen Gesicht sich hinter einer Maske verbarg; er kam mir bekannt vor, und ich wußte doch nicht, wer er war. Er hängte mir ein talarähnliches Kleidungsstück um; es konnte eine Anwaltsrobe sein. Dann nahm er meine Hand und sagte etwas, was ich nicht verstand, und dann küßte er mich." Sie schloß: „Der Maskierte ähnelte Peter Konstantin; dich kannte ich doch damals noch gar nicht. Aber d u warst der Mann im Traum, und der Talar, den du mir umhängtest, bedeutete, daß du mich in deinem Beruf zur Gehilfin nehmen willst, mir zutraust, dir zur Seite stehen zu können. Jetzt erst kann ich den seltsamen Traum richtig deuten. Frau von Stäbnitz riet mir damals, mir zu merken, was ich in der ersten Nacht in ihrem Hause träumen würde, denn es ginge in Erfüllung, was man in so einer ersten Nacht unter fremdem Dach träume." Er sah ihr tief in die wundervollen, dunkelblauen Augen. „Wirklich ein seltsamer Traum. Aber noch seltsamer scheint es mir, daß ich dich finden durfte, du Schöne, Liebe, Kluge!" Sie ließ sich küssen und lachte: „Inzwischen habe ich auch begriffen, daß zu einer Verlobung überhaupt zwei Ringe gehören, und daß weder unser guter alter Freund noch ich auf das eine Ringlein reinfallen durften." Er lachte auch: „Die zwei Ringe besorge ich noch heute, Regina!" * Ein paar Jahre verflogen. Längst war Lutz Gärtner aus Indien heimgekehrt und hatte Doralies zum Altar geführt, wohnte mit ihr in Frankfurt am Main. Längst war Regina Grauen Frau Meerhold geworden Glück und Zufriedenheit aber waren hier wie dort daheim. Manchmal besuchten sie sich gegenseitig, die beiden jungen Paare, und manchmal, zur Sommerzeit, trafen sie sich im Schlößchen, das in dem kleinen württembergischen Städtchen Mooshausen steht. Fritz Wolfram freute sich stets über den Besuch. „Hänschen" aber tischte auf, was Küche und Keller hergaben. Jedesmal wurde dann von einem tollen Plan gesprochen, der anfangs unter sehr ungünstigem Stern gestanden, und doch so gut ausgegangen sei, und dem sie beide ihr jetziges Glück verdanken: die echte und die falsche Doralies. BeiMagenbeschwerdenu Sodbrennen BullrichSalz Tab^HP/g. Ihre Vermählung zeigen an Dipl.-Hüllening. Dk. rer. pol. Wilhelm Völker und Frau Dörie Völker, geb. König Gießen, den 5. Mai 1934 -27021' Dr. med. Waller Birk Hildegard Birk, geb. Schaffer geben ihre Vermahlung bekannt Mainz Gießen Rheinallee 30 Fohännesstraße 15 5. Mai 1934 269 D „Kraft durch Freude“ Montag, den 7. Mai, 20 Uhr, im Stadttheater „Schneider Wibbel“ Eintrittskarten zum Preise von 60 Pfennig sind noch zu haben: bei den Betriebszellenobmännern den Ortsgruppenbetriebswarten auf der Geschäftsstelle der Kreisbetriebszellenabteilung. Schanzenstraße 18 der Oberhessischen Tageszeitung der Deutschen Angestelltenschaft, Lonystraße und bei dem Kreiswart der NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude“, Wetzsteinstraße 8. 2733l gez.: Christ, Kreiswart „Kraft durch Freude“ Geschäfts-Übernahme Mit dem heutigen Tage habe ich das Flughafen-Restaurant und Cafe übernommen und bitte um geneigten Zuspruch. - Es wird mein ernstes Bestreben sein, für aufmerksame Bedienung und für Verabreichung von erstklassigen Speisen und Getränken meine werten Gäste in bekannterWeise zufrieden zu stellen 2699 U Carl Pfeil Anmut und Schönheit durch Cardy Hautcremeseife tu haben in allen einschlägigen Geschäften .......................................................................................................................... Ihre Verlobung geben bekannt Anneliese Goltermann Gustav Loichinger Hannover Gießen 6. Mai 1934 27060 Klünnev und Lvauenveveiuigung dev MatthSussemeinde Gietzen. Montag, den 7. Mai 1934, abends 8Uhr, findet im Saale der „Mattbäusgemeinde" die diesjährige Versammlung der Männer- und Frauenvereinigung sowie der „Hilfe im Sterbefall" statt. 26seD Tagesordnung: 1. Wahl des Führers - 2. Neuaufstellung der Satzungen- 3. Rechnungsablage 1933; 4. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen ist dringend erwünscht! Die neuaufgestellten Satzungen liegen ab 7 Uhr im Matthäussaal zur Einsicht offen. Tcr Vorstand. Im Ausschank: 27040 Gießener Brauhaus-Biere Spezialität: Aepfelwein und Handkäse Bei schönem Wetter nur zur Pulvermühle mit ihrer ausgeb. Terrasse am Lahnufer! MWWMlWll! Sonntag, den 6. Mai, nachmittags ab 3.30 Uhr ausgeführt vom Hlüflllorpü Oes 1. Hess. erenaöler-Balolll. unt.Leitung von Herrn ObermusikmeisterKrauße uiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiu I NkgsWk! I ällllllllllllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIIIIIIlR Kinder frei! 02344 Eintritt 50 Pfennigs Bei ungünstiger Witterung in den Säten. Familien- Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählung aan zeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Geburtsanzeigen OberhessischerKunstverein V. Jahres-Ausstellung vom 6. bis 27. Mai 1934 im Turmhaus am Brandplatz Aquarelle und Zeichnungen Dresdener Künstler Besuchszeiten: Sonntags 11—13 Uhr Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags 16 — 17 Uhr 2692 D*1 Waldeslllst am Flughafen Morgen Sonntag ab 7 Uhr Tanzmusik „„ Zierlich für Gärten u. Gräber i.groß. Auswahl auf Lager Torfmull in Ballen und Kleinpackung. Torfstrcn Tungkalk ,687d Thomasmehl Kalidünger Stickstoffdünger Gebr.Kahl Telefon 2287 Wiederverkäufer bitten besondere Angeb. f. Klein- und Waggonbe- zug zu verlangen Anmachholz Bestell, erbitten wir direkt an uns, möglichst v.Postkarte. 5838D DamplsägewerkLollar B. Huhn. 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M Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen) Samstag, 5. Mi 1934 Aus der Provinzialhauptstadt. Singende Soldaten. Frühmorgens, kaum daß der Tag erwacht, werden die Soldaten aus dem Schlafe geweckt. Wenn so mancher Zivilist sich noch einmal gähnend im weichen Pfühle herumdreht, dann heißt es schon in den Mannschaftsstuben: Aufstehen! Und bald darauf stehen die Mannschaften auf dem Kasernenhof, um sich für den höchsten Dienst, den Dienst am Vaterland von neuem oorzubereiten. Vielleicht sind Beine und Muskeln von den Anstrengungen des vorangegangenen Tages, vom Exerzieren, vom Marschieren und vom Felddienst noch müde. Da und dort mag noch manch einer ein Gähnen unterdrücken. Ein Treten von einem Bein aufs andere, vielleicht gar ein leichter Anpfiff des vorgesetzten Kameraden, vertreibt die letzte Müdigkeit. Ein Wunder, wenn es bei dem taufrischen Morgenwind anders wäre. Das Kasernentor öffnet sich. Die Mannschaften marschieren in geschlossener Formation daher. Leichten Schrittes ziehen sie dahin. Das ist nicht mehr der vierschrötige Bauernbursche von einst, dem noch die lehmige Erde an den Stiefeln klebt, das ist auch nicht mehr der bebrillte Stubenhocker der letzten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts, in denen die leidige Ueberbürdungsfrage der höheren Schuljugend ein höchst unliebsames Kapitel war und Grammatik und Syntax die Hauptsache, nein, das ist heute frische, sportgewohnte Jugend, ihr Schritt und Tritt ist Gleichklang und ihre Sehnen und Muskeln gleichen geschnellten Pfeilen. Schon singt die Jugend. Sie hat das Recht zu fingen, zu fingen, was sie will. Zum Marsch gehört das Lied, das Lied von der Liebe zum Försterstöchterlein, das Lied vom Reitersmann, von der Seeräuberei, vom Kriege, vom Siege in der blutigen Schlacht. Singende Soldaten sind etwas besonders Schönes auf deutscher Erde. Wir wissen, die Singenden sind unsere beste Jugend, der ein Herz von eigener Art in der Brust schlägt, ein Herz, das die Gefahr nicht kennt, nicht kennen will und nicht achten wird, wenn das Spiel der Kräfte zum heiligen Ernst wird. Singende Soldaten sind dem Griesgram ein Dorn im Auge. So war es von jeher. Soldaten lebeck nicht von der Luft. Gewehre kokten Geld. Geld will der Spießer nicht zahlen. Gelogeklimper ist ihm lieber als Gesang. Hat er schon vergessen, daß 1914 in der Not des Vaterlandes die Soldaten fingen ins Feld zogen, daß es aber deren Hunderttausende zu wenig waren, das Vaterland zu schützen und zu verteidigen, weil Pazifisten und Börsianer jeglicher Spielart im schwätzenden Reichstage dem bedrohten Reiche die nötigen Mittel verweigerten? Auch heute gibt es noch Menschen von sturer Gesinnung, philosophierende Beherrscher der Grammatik und Syntax im Gelehrtenberufe und verbissene und verbitterte Könner in der Werkstätte, die sich über singende Soldaten ärgern, die an ihnen vorüberziehen — im Dienste am Vaterlands und, so es einmal nötig werden müßte, im Dienste fürs Vaterland. Singende Soldaten sind jedoch für die allermeisten deutschen Volksgenossen, die ihr eigenes Ich erst au allerletzt kennen, dafür aber die Gesamtheit stets in den Vordergrund stellen, wie Lied und Gesang etwas Herrliches. Man muß die Singenden — nur recht verstehen! Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Stadttheater, 20 bis gegen 23 Uhr, „Fiesko" (Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Rakoczy- Marsch". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Eine Razzia in Paris" und „Endkampf". Oberhessische Diehoersicherungs-Anstalt, 15 Uhr, Hotel Hopfeld, ordentliche Mitgliederversammlung. — Deutsche Stenographenschaft, Ausflug nach Restaurant Flughafen, Treffpunkt: 20.15 Uhr Perfiluhr. — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, „Hesiischer Hof", Pflichtversammlung. — Tageskalender fürSonntag: Stadttheater, 19 bis nach 21.30 Uhr, „Förfterchriftel". — Oberheffifcher Kunftoerein, Turnchaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, 5. Jahres-Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Rakoczy-Marfch". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Eine Razzia in Paris" und „Endkampf". — Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpferbund (Stahlhelm), Kreisverband Oberhessen), 1. Appell. — Bergschenke, 15.30 Uhr, großes Militarkonzert. — Gießener Radfahrverein 1885, 15 Uhr, Sportplatz Spielvereinigung 1900, Eröffnungs-Bahn-Radrennen. — Aus dem Sta-dttheaterbüro. Morgen, Sonntag, 19 Uhr, die Operette „Die Wrster- christl. — Dienstag, 8. Mai, das Trauerspiel „Fiesko" von Schiller. — Mittwoch, 9. Mai, Operette „Die Försterchristl". — Freitag, 11. Mai, „Robinson soll nicht sterben" von Burggraf-Förster. — E i n Militärkonzert unsrer Gießener Bataillonskapelle unter Leitung von Obermusikxnei- ster Krauße findet am morgigen Sonntagnachmittag in der Bergschenke statt. (Siehe heutige Anzeige.) — D i e Männer - und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde hält am kommenden Montagabend ihre Hauptversammlung im Matthäusfaal ab. Es handelt sich um eine außerordentlich wichtige Tagesordnung, die das Erscheinen aller Mitglieder erforderlich macht. (Siehe heutige Anzeige.) Unser neuer Roman. In der Heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beenden wir den Abdruck des Romans „Die echte und die falsche Doralies" von Anny von Panhuys; am Montag werden wir mit der Veröffentlichung eines neuen Romanwerkes beginnen, an dessen Erwerbung wir ganz besondere Erwartungen geknüpft haben. Handelt es sich doch darum, die Bekanntschaft mit einer Autorin zu erneuern, deren Arbeiten sich bei einem großen Leserkreise ständig zunehmender Beliebtheit erfreuen, und deren kürzlich im Gießener Anzeiger veröffentlichter Roman „Rosemarie, Rosemarie ...." sich zu einem unserer schönsten Abdruckserfolge gestaltete. Der neue Roman betitelt sich „Llnd nun, Ellen?" von Käthe Metzner. Es handelt sich um das erst vor kurzem vollendete jüngste Werk der hochgeschätzten Autorin, die sich mit einem Schlage einen Namen gemacht und sich einen festen Platz in der deutschen Zeitungsleserwelt erobert hat. „Und nun, Ellen?" ist ein ergreifender Liebesroman, die zu Herzen gehende Geschichte eines jungen Menschenkindes, das nach vielen schmerzlichen Erfahrungen und herben Schicksafsschlägen endlich das große Glück seines Lebens findet. Besonders unsere Leserinnen werden diesen außerordentlich spannend und packend geschriebenen Roman mit tiefer Anteilnahme verfolgen. Käthe Metzner hat ja mit ihrem ersten Roman „Rosemarie, Rosemarie..." bewiesen, wie überaus fesselnd und lebenswahr sie zu schildern versteht, und so dürfen wir gewiß sein, daß unser neuer Roman die gleiche herzliche Aufnahme und ebenso allgemeinen Beifall finden wird wie jener erste. Oie Träger des Buch- und Filmpreises. Richard Eunnger und Gustav Llcicky. Der nach dem Kriege einsetzende Wirrwarr deutschen Denkens und Empfindens hatte weniger seine Ursache in der Verarmung des Landes, er war vielmehr die furchtbare Folge jahrelanger bewußter Zersetzungsarbeit. Man vergaß, daß der Geist stets an eine Heimat gebunden ist, daß er aus ihr seinen Gehalt, sein Leben empfängt. Zu den deutschen Schriftstellern, die dies am frühesten erkannten, gehört Richard E u r i n g e r, dessen erste Arbeiten bereits ihre Herkunft aus dem Bodenständigen zeigen. Am 4. April 1891 wurde er in dem alten Augsburg, der Fuggerstadt, geboren, und es ist zu verstehen, daß die reiche und vielgestaltige geschichtliche Vergangenheit dieser Stadt auf den Werdegang des jungen Dichters von besonderem Einfluß gewesen ist. Im Jahre 1913 wurde er Flieger und ging im Weltkriege als solcher an die Westfront, wo er in zweijähriger Tätigkeit Erfahrungen und Erlebnisse für eine spätere Arbeit sammelte, die unter dem Titel „Fliegerschule vier" anerkennende Würdigungen und viele Leser sand. In den letzten Kriegsjahren leitete er eine Fliegerschule in München und begann nach dem Zusammenbruch mit kunstgeschichtlichen und volkswirtschaftlichen Studien, die er jedoch in den schwierigen Nachkriegsjahren zurückstellen mußte. Seine zwischendurch geschriebenen kleinen markanten und packenden Erzählungen veröffentlichte er in dem Buche „Tummelpack", die aus fast derselben Zeit stammenden männlich-herben Vagantenweisen in dem Buche „Landsknechtsliede r". Neben ernsten lyrischen Dichtungen gab er noch mehrere Erzählungen heraus, von denen „D a g e l Bun t", ein Buch voller kräftiger, herzhaft zufassender Schwänke, das die besondere Art Euringers, etwas klar, knapp und damit eindringlich zu gestalten, verrät. . _ Wie sich Richard Euringer tm Lande Utopia auskennt, beweist sein humoristischer Roman „Pinkepottel und die Seinen". Em amerikanischer Zeitungskönig und Milliardär sucht für seine Nordpolexpedition Mitfahrer aus allen Ländern und erreicht tatsächlich den Pol, aber unter unglaublichen Abenteuern. Die grausigsten Gefahren werden mit einem Wortwitz oder mit Lachen überwunden, der Amerikaner will eben mit Humor .allein das „Morgen-, Mittag- und Abendland vor idem Untergang retten. Aus Euringers Humor wird oft bitterste Groteske: .manches aus der damals dahintaumelnden „Goldrausch"-Epoche hat er mit feinem Sarkasmus treffen wollen. In den schlimmsten Nachkriegszeiten schlug der Dichter sich als Holzknecht und als Arbeiter in einem Sägewerk durch, ging als Lehrling in eine Bank und wurde nun, weil ihm das Schreiben Notwendigkeit geworden war, freier Schriftsteller; in diesen Jahren erlebte er die Schicksale seines Romans „Die Arbeitslose n", in dem alles, was dem sozial eingestellten Verfasser in der Seele brannte, seinen kraftvollen Niederschlag fand. Zwischenher hatte er noch Zeit, in temperamentvollen Zeitungsartikeln gegen die damals herrschenden Li- teratengruppen „östlicher Prägung" zu Felde zu ziehen; in fein formulierten Aphorismen gab er den Extrakt feines gesunden, volkhaften Denkens. Ganz aus dem Geist unserer Zeit heraus wuchs feine „Deutsche Passion 193 3". Diese grandiose Vision ist die Brücke aus dem düster-tragischen Weltkriegsgeschehen in eine hellere Zukunft, lieber den Drahtverhau reckt sich der unbekannte deutsche Soldat, sieht die Verheerung um sich und hört die klagenden Stimmen des Hungers, des Elends und des Bruderhasses. Da hat er nur den einen Wunsch: „... Ihr Toten, tut die Gräber auf! Deutschland will sterben. Nehmt uns auf!" Die Erde öffnet sich, der Gefallene kehrt wieder ins Leben zurück, um den Weg des Leides noch einmal zu aehen. Das Buch, als Band 24 der „Schriften an die Nation" im Verlage Gerhard Stalling, Oldenburg, erschienen, klingt in die zukunftkündenden Worte aus: „Selig sind die Lebendigen, denn ihrer ist die Zeit!" Erst auf Deutschlands neuen großen Thingplätzen wird Euringers „Deutsche Passion 1933" ihre zeitlose und tiefste Wirkung erweisen, denn sie ist unserer Zeit Sinnbild und Sinngebung zugleich! Mit den Filmen „Flötenkonzert von Sanssouci", x„9) o r k" und „M o r g e n r o t" trat Gustav Ucicky in die vorderste Reihe der großen Filmregisseure. Er wurde im Jahre 1899 in Wien geboren, kam in jungen Jahren als- Kameramann in das österreichische Kriegspressequartier, ging dann als Operateur zu einer großen Filmgesellschaft und befaßte sich seither fast nur mit Filmregie. Eines Tages fiel ihm Gerhard M e n - zels Novelle „Heimkehr" in die Hände, und was man aus diesem zusammengeballten Schicksal Auslandsdeutscher filmisch machen kann, bewies er in seinem Film „Flüchtlinge". Die der Wirklichkeit entwachsene Novelle bot einen unerhört packenden Stoff: die Begegnung des russischen Expreß der chinesischen Ostbahn mit dem von räubernden Soldaten geführten Gegenzug auf eingleisiger Strecke. Man erlebt die wecken asiatischen Ebenen, erfährt erschauernd, wie die beiden Zuge kaum zwanzig Meter von einander entfernt zum Halten gebracht werden, wie die halb Verdursteten nach jenem Rest von Wasser schreien, der zur Anheizung der Lokomotive so nötig ist. In der größten Not wächst einer zum Führer auf, verteidigt mit dem Revolver in der Faust bas Wasser, zwingt die Männer, die aufgerissenen Schienen Die Feierabendstunde am 5. Mai verlängert. Das Regierungsorgan, die „Darmstädter Zeitung" teilt mit: „Aus Anlaß der einjährigen Wiederkehr des Tages der Ernennung des Herrn Gauleiters Sprenger zum Reichsstatthalter in Hessen wird die Polizei st un de in der Nacht vom 5. auf ben 6. Mai allgemein auf 4 Uhr gebührenfrei verlängert. Ortsgruppe Gießen-Mitte. Amt für volkswohlfahrk. Am Dienstag, 8. Mai, führen wir innerhalb unseres Ortsgruppengebiets (Alicenstraße, Am Pfarrgarten, An der Johanneskirche, Bahnhofstraße, Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Burggraben, Erlengasse, Goethestraße, Grabenstraße, Hindenburg- wall. Hinter der Westanlage, Horst-Wessel-Wall, In Löbers Hof, Johannesstraße, Kaplansgasse, Katha- rinengasse, Kleine Mühlgasse, Kornblumengasse, Kreuzplatz, Löberstraße, Löwengasse, Lonystraße, Ludwigstraße bis Nr. 56 bis 47, Mäusburg, Mai- aasse, Marktplatz, Marktstraße, Mühlstraße, Neuen Weg, Neustadt, Plockstraße, Rittergasse, Sandgasse, Schanzenstraße, Seltersweg, Teufelslustgärtchen, Tiefenweg, Wagengasse, Weidengasse, Wettergasse und Wolkengasse) wieder eine Lebensmittelsammlung durch. Wir bitten, auch diesmal reichlich zu spenden und die P f u n d p a k e t e ab vormittags 9 Uhr bereitzuhalten. Die Spenden werden durch Frauen der NS.-Frauenschaft, die mit einem Ausweis versehen sind, abgeholt. Wahl, stellv. Ortsgruppenamtsleiter. Aus parteiamtlichenBekannünachungen Am kommenden Montag, 7. Mai, 20.15 Uhr, findet im Eafä Leib für die Ortsgruppen Gießen- Süd und Gießen-Nord ein Schulungsabend statt. Der stellvertretende Kreisleiter, Pg. Hopfen» m ü 11 e r, spricht über das Thema „Die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Judentums". Allen Parteigenossen sowie den Mitgliedern aller Untergliederungen der Partei ist 'bas Erscheinen zur Pflicht gemacht. Die Schulbücher in den hessischen Schulen. Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die Kreis» und Stadtschulämter folgende Verfügung erlassen! Wie wir feststellen mußten, maßt sich der Verlag Emil Roth in Gießen das Recht an, in Aus» schreiben Verfügungen an die hessischen Schulleitun» gen herauszugeben. Um Irrtümer zu vermeiden, weisen wir darauf hin, daß derartige Rundschreiben keinerlei Beachtung verdienen, auch soweit in ihnen auf Anordnungen anderer Behörden verwiesen Die Entwicklung der Schweinefleischpreise. Ein Aufruf des hessischen Staatsministers. Mit der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Regierung und oer von ihr veranlaßten Neuordnung der Fettwirtschaft hatten die Schweinepreise im vergangenen Jahr eine Entwicklung genommen, die dem Bauerntum nach jahrelangen Verlusten einen gerechten Preis sicherten, ohne daß dadurch der Verbraucher eine wesentliche Mehrbelastung erfuhr. In den letzten Wochen ist dieser für den Bauer gerechte Preisstand durch eine rückläufige Entwicklung der Schweinepreise abgelöst worden, die zum Teil durch Umstände veranlaßt wurde, die mit na» tionalsozilistischem Denken und Handeln nicht in Einklang stehen und als Sabotage, des nationalsozialistischen Aufbauwerkes zu betrachten sind. Der Bauer, als die Grundlage der Nation, darf nicht der Spielball einzelner gewisfenloser Elemente werden, die unter Ausnutzung feiner Notlage und ohne Rücksicht auf ihren eigenen Berufsstand zu unzureichenden Preisen einkaufen und einen erheblichen Zwischengewinn für sich einheimsen. Um diesen und ähnlichen Mißständen abzuhelfen, habe ich soeben u. a. eine Bekanntmachung betreffen den Handel mit Vieh auf dem Schlachtviehmarkt in Mainz erlassen, wonach zukünftig nur solche Personen zum handel auf dem größten hessischen Schlachtviehmarkt zugelassen werden, die als ehrbar und zuverlässig anzusehen sind und einen bestimmten Jahresumsatz nachweisen. Darüber hinaus erwarte ich von dem Rlehgergewerbe und dem handel, daß sie möglichst bei ihren Aufkäufen auf dem Lande die gleichen Preise für Schlacht- schweine zahlen, wie sie sich auf Grund der amtlichen Marktnotiz abzüglich der tatsächlichen Marktunkosten ergeben. Insbesondere gilt dies für diejenigen Fälle, in denen der Landmetzger am Wohnort oder einem Nachbarort einkauft. Ich kann nicht zulaffen, daß z. B. draußen auf dem Lande Preise gezahlt werden, die ganz erheblich unter den amtlichen Marktnotizen abzüglich der tatsächlichen Marktunkosten liegen. Auf Grund besonderer Vereinbarung zwischen Metzgergewerbe und Bauernschaft ist auch bei Direktkäufen, die auch nach Lebendgewicht erfolgen dürfen, auf dem Land der Schlußschein zuläsfig. yd) erwarte, daß die Vereinbarung streng eingehalten wird. Im übrigen bin ich gesonnen, gegen alte diejenigen mit unerbittlicher Strenge einzuschrei- fen, welche die Notlage des Bauern in eigensüchtiger Meise für sich ausnühen und damit das Aufbauwerk der Reichsregierung schädigen. Auch kann ich nicht zulassen, daß Schweine aus niedrigen Qualitätsklassen zu den Fleischpreisen für höhere Qualitätsklaffen verkauft werden und die Gewinnspanne in ungerechtfertigtem Ausmaß erhöht wird. Hier darf und kann nur der Grundsatz gelten, daß der Bauer den gerechten Preis erhält und der Verbraucher die entsprechende Qualität bekommt. An die gesamte Bevölkerung richte ich die ernste und dringende Bitte, daß jeder einzelne den geordneten Ablauf der Vieh- und Fleifchversor- gung unter dem Gesichtspunkt, daß auch dem Bauer der gerechte Lohn zuteil werden muh, überwachen hilft und mir alle diejenigen Fälle zur Kenntnis bringt, die ein Einschreiten meinerseits erfordern. Jung. zu reparieren und erreicht es, daß der Expreß unter Führung des Deutschen dennoch den Räubern entkommt. Der starke Wille des Führers rettet nicht nur die deutschen Flüchtlinge, sondern weckt in ihnen, und das ist das wichtigere, kameradschaftlichen Geist und den Gemeinschaftssinn, dieser durch Not und Schicksal verbundenen Menschen. Die Wandlungen und Vorgänge filmisch gestaltet zu haben, ist der große idelle Wert dieses Filmes. H. St. Gießener Gtadttheaier. Buchbinder u. Jarno: „Die Förfterchriftel". Die Operette ist bereits im Jahre 1907 entstanden und 1926 zum letzten Mal in Gießen auf dem Spielplan erschienen; es entspricht ihrem musikalischen Charakter und ihrem textlichen Aufbau, daß man heute wieder auf sie zurückgreift, und es erwies sich 'auch, daß das Stück noch immer seinen Platz im Operetten-Repertoire behauptet und nichts von seiner ursprünglichen Anziehungskraft verloren hat. Die Musik von Jarno deckt sich mit dem Libretto vollkommen. Sie ist keineswegs modern und verträgt auch keinerlei Retusche in Form von unangebrachten Aktualisierungen; sie setzt sich zusammen aus den bewährten Bestandteilen der österreichischen Partitur älteren Stils, dem die typische Wiener Operette ihre großen und dauerhaften Erfolge verdankt. Die Grundlage der sauberen und melodiösen Instrumentierung bildet natürlich der Walzer; der ungarische Csardas gliedert sich stilistisch und landschaftlich zwanglos ein. Anklänge an Vie heitere Musik des 18. Jahrhunderts betonen die rokokohafte Einkleidung der Fabel, die vom österreichischen Klangcharakter der Operette sehr sinnfällig ausgedeutet wird. Besonders der zweite Akt läßt diese geschickt erzeugte Uebereinstimmung angenehm auf den Zuschauer und Hörer einwirken. * Die Handlung — Text van Bernhard Buchbinder — spielt 1764, also ein Jahr nach dem Frieden von Hubertusburg, und ist wohl noch allgemein in Erinnerung als ein Walzertraum im Wiener Wald, als eine liebenswürdige, bittersüße Liebesgeschichte im Rokokokostüm. Die Gegenüberstellung der bürgerlichen und der höfischen Sphäre ist ebenso wirkungsvoll wie das Harun al Raschid-Motiv, daß der gute Kaiser Josef als einfacher Jäger und unbegleitet durch den Wald geht und von einem resoluten Kind aus dem Volke ganz unverblümt die Meinung gesagt bekommt. * Noch wirksamer, wenn sich die Begegnung im Schloß wiederholt und das arme Mädchen mit Entsetzen erkennen muß, wem sie so freimütig die Leviten gelesen hat. Ein wenig überraschend wirkt demgegenüber die Geschichte vom desertierten Liebhaber, um dessentwillen die Christel die Reise an den Wiener Hof gemacht hat, obwohl der Komponist auch von diesem Motiv her einige bühnenmäßig brauchbare und unmittelbar ausgewertete Anregungen erhielt. * Der Schlußakt ist ebenfalls ausgesprochen wienerisch in seiner etwas überbetonten Gefühlsseligkeit, und die Operette gerät hier stellenweise ein wenig in die Abschiedsstimmung von „Alt-Heidelberg", obwohl die gute Christel in ihrer Verwirrung nicht genau weiß, wo sie mit ihrem Herzchen hin soll, Aber als der Kaiser gegangen ist, erscheint aufs Stichwort der Csardas-Liebhaber aus Ungarn und gibt dem Abenteuer schnell die einzig mögliche Lösung. — Die Neuinszenierung bestätigt, wie lohnend es ist, von Zeit zu Zeit auf die älteren und vielfach bewährten Bestände des Repertoires zurückzugreifen. Die Aufführung unter Wredes Regie war gefällig und flüssig und brachte sowohl die volkstümlich heiteren wie die gefühlvollen Partien des Spiels vollauf zur Geltung. Besonders der Mittelakt des an sich nicht übermäßig ergiebigen Handlung war theatralisch geschickt und stimmungsvoll in Szene gesetzt. Die Tanzeinlage „Das Staatskleiä", choreographisch erdacht von Paul W r e d e, musikalisch arrangiert von Albert Krämer, einstudiert von Theo Bä ulke, gefiel allgemein; nicht minder die Spieluhr-Parade der kleinen Mohrenbuben und der Hofdamenreigen, die ebenfalls von Herrn Bäulke geleitet wurden. Kapellmeister Cuj 6 dirigierte sauber und taktsicher. Die Herren Löffler und Keim hatten für eine hübsche Ausstattung Sorge getragen. * Die Titelrolle wurde von Fräulein Erna Renz mit einer zwanglosen Mischung aus unverbildeter, mundfertiger Naivität und herzhaftem Humor gespielt und mit großer Frische gesungen. Wilhelm D i e t e n gab den Kaiser Josef sehr nobel und ohne Uebertreibung als einen gütigen und leutseligen Landesherren, der aus vollem Herzen seine Untertanen glücklich machen möchte. Alfred F i e r m e n t spielte und fang mit Temperament und selbstsicherer Männlichkeit den csardas- beschwingten Gutsverwalter Földessy, dem die kaiserliche Gnade zu unvermuteter Erfüllung seiner Wünsche verhilft. Hub als galanter Obersthvfmeister, Wrede in der volkstümlich-wienerischen Possenrolle des Walperl, Frau Schubert-Jüngling und Herr Geiger rundeten das Ensemble angenehm ab. Der Beifall, besonders nach dem zweiten un> dritten Akt, war groß. Die übermäßig lange erste Pause wird sich wohl in den späteren Aufführungen abkürzen lassen. hth. Weisse und gesunde Zähne Zu G e - t Oie Lag- im Mai Das Ziel wird erreicht, wenn der eine danke weiteste Förderung findet: ertönen: Evangelische Männer schließ euch zusammen zu tätigem Männer werk, zu Gemeinschaften oder trete ein in schon vorhandene Männer v er einigungen! Das neue Dundeszeichen des Reichsbundes der Kinderreichen. sich alle kirchlich gesinnten Männer zu einer festen Front zusammenschliehen und die Schwankenden und Irrenden stützen und beraten. kann die große Gefahr, die unsrer Kirche und damit allem christlichen Leben und aller Kultur droht, abgewendet werden. „Zurück zu Gott!" sei deshalb die Losung und Parole der Gegenwart; „einen anderen Grund kann niemand legen", und auf diesen Grund gilt es aufbauen, was gottlose Hände und Herzen niedergerissen haben unb noch niederreißen wollen. Wir müssen den Dienstgedanken und den Gemeinschaftsgedanken, die Kräfte des Evangeliums, die ewigen Heilswahrheiten in unsere Vereinigungen und Gemeinden hineintragen und wirken lassen, nach dem Vorbilde unseres Herrn und Heilandes. Nur dadurch werden wir unserer Kirche und der Sache Gottes zum endlichen Siege über alle finsteren Mächte und bösen Geister verhelfen. Vor allen Dingen muh unsere Aufgabe fein, alle Volksgenossen, hoch und niedrig. Intellektuelle wie Arbeiter, wie im politisch-nationalen Leben, so auch für unsere Kirche zu aktivieren, zu einer Volksgemeinschaft christlicher Kultur zu verschmelzen, die sich gründet auf die drei Grund- und Eckpfeiler: Liebe zu Gott, Liebe zum Nächsten, Liebe zum Vaterland, hierin liegt unser ganzes religiöses, nationales und kulturelles Leben für Gegenwart und Zukunft beschlossen. Es ist deshalb vornehmste und wichtigste Aufgabe der Kirche und ihrer Organe, hier die Brücke zu schlagen; wehe, wenn sie die Zeit unbenutzt verstreichen läßt; Das Wort Luthers muß zur Wahrheit werden: „Deutsch sein heißt fromm fein!" „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!" Darum muß der Ruf immer wieder von neuem Der das Stadtlheater Gießen nicht kennt, kennt seine Heimat Oberhessen nicht, und wenn alle Oberhessen an seiner Erreichung mit« helfen. Drum wird als Auftakt die Oberhesfifche Mil- turwoche durchgeführt, und darum sollen die Theaterfreunde unserer engeren und weiteren Heimat diese Bestrebungen durch zahlreichen Besuch fördern. Es ist Ehrenpflicht und Ehrensache, während der Kulturwoche vom 13. Mai bis einfchl. 2 0. Mai wenigstens einmal Besucher des Stadttheaters Gießen gewesen zu sein. Die Eisenbahndirektion hat in entgegenkommender Weise für alle Tage der Kulturwoche Sonntags« karten mit eintägiger Gültigkeit von allen Stationen, die auch für den Mittwoch-Theaterbesuch Sonntagskarten ausgeben, genehmigt. H. König, Intendant des Stadttheaters Gießen. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit befaßte stch das Gericht mit dem in Gießen wohnhaften Karl Schäfer wegen Blutschande, begangen an seiner jetzt verheirateten Tochter. Der Angeklagte hatte eit 1917 sträflichen Verkehr mit seiner Tochter und etzte sein Treiben noch fort, nachdem die Tochter chon verheiratet war. Das Gericht erkannte gegen Schäfer auf drei Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. Die Tochter wurde *** einem Jahr Gefängnis verurteilt. Christentum der Tat! Ein Notschrei der Gegenwart. Von Zrih Frank, 1. Vorsitzendem des Hess. Landesverbandes Ev. Männervereinigungen. Oberhessische Kulturwoche Aufruf des Intendanten des Stadttheaters. „Der Mai ist gekommen" und mit ihm ein Grünen und Blühen, ein Singen und Jubilieren in Wald und Feld, über die der Maiensonne Licht ausgegossen ist und Leben weckt, wohin es auch kommt. In frischem Grün steht die Wiese, und Schaumkraut und Hahnenfuß weben bunte Blüten in den grünen Teppich. Der Wald ist dieses Jahr bereits schon überall ergrünt, und bald blühen Sauerklee, Maiglöckchen und Waldmeister in seinem Schatten. Der Vögel vielstimmiger Chor erfüllt seine weiten Hallen, als wolle er den Schöpfer all dieser Herrlichkeit preisen. Der Jäger aber pirscht vor Tau und Tag oder sitzt still, wenn der Abend sich herniedersenkt, am Waldesrand oder auf verschwiegener Kanzel und nimmt mit offenem Auge und offenem Ohr all die Schönheit in sich auf,, die ihn umgibt. Die Büchse, die ihn begleitet, will ihm nur helfen, sein Wild zu schützen gegen seine Feinde. Denn diesen Schutz hat es jetzt mehr nötig denn je. Wald und Feld sind balb eine große Kinderstube. Junghäschen sieht man schon in allen Größen, bald wird auch die Ricke ihre weißgefleckten Kitze führen, und in Hecken und Feldern brüten Rebhuhn und Fasanenhenne. Die Zeiten, wo der Jäger am 1. Mai hinauszog, um seinen ersten noch grauen Bock des Jahres au die Decke zu legen, sind vorüber. Den ganzen Monat hindurch genießt der Waldfreiherr, der R e h b o ck, noch den Schutz des Gefetzes. Die meisten Böcke haben gefegt, und nun hat der Jäger die beste Gelegenheit, unbehelligt durch seine Jagdleidenschaft, in aller Ruhe seine Böcke zu bestätigen und anzusprechen, um dann sich darüber klar zu werden, welche der Kugel verfallen sein sollen. Es würde dem Wollen der neuesten Jagdgesetzgebung völlig zuwiderlaufen, wenn dabei nur den auten Böcken das Urteil gesprochen würde. In den Abschußplänen wird ausdrücklich der Abschuß einer gewissen Zahl von geringeren Böcken verlangt. Es kann ja auch kein Zweifel darüber bestehen, daß in den meisten Revieren der Abschuß falsch gehandhabt worden ist. Das alleinige Ziel wär der gute Bock, und der vielversprechende Zukunftsbock lag dann auf der Decke, aber der alte Abschußbock, der schon längst geschossen ein mußte, mogelte sich durch von Jahr zu Jahr und half den Rehstand qualitativ so herunterzubringen, wie es in vielen Revieren anerkanntermaßen der Fall ist. Da das Ziel der neuen Jagdgesetzgebung ein zahlenmäßig nicht zu großer, aber onst gesunder, körperlich hochstehender Wildstand mit guter Geweihbildung ist, werden die Jagdbehörden diesem Gesichtspunkt bei der Feststellung der Abschußzahlen besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Es wird gut Jein, wenn jeder Revierinhaber die kommenden Maiwochen dazu benutzt, um sich selbst darüber klar zu werden, was er demnächst zum Abschuß vorschlagen will. Es sei dabei bemerkt, daß vermutlich in aller Kürze ein Reichsjagdgesetz erscheinen wird (man spricht von Mitte Mai), das auch für die Länderjagdgesetze (wenn es olche dann überhaupt noch gibt) richtunggebend ein wird. Rot-, Dam- und Rehwild setzt im Mai- Juni. Die größte Gefahr sind in dieser Zeit jagende Hunde. Haben wir in den letzten Monaten zu Genüge erfahren, wie sehr sie zu allen Jahreszeiten elbst ausgewachsene Stücke gefährden, so trifft dies auf Jungwild natürlich ganz besonders zu. Aber auch Mutterwild, das kurz vor dem Setzen steht, kann durch das Hetzen allein schwersten Schaden nehmen. In zahlreichen hessischen Kreisen sind mit Rücksicht auf das Jungwild zeitlich begrenzte Verbote des Freilaufenlassens von Hunden ergangen. Einem solchen Verbot käme gerade in diesen kommenden Wochen allergrößte Bedeutung zu. Leider ist ja mit der größten Einsicht, die ein Verbot unnötig machen würde, bei den meisten Hundebesitzern erfahrungsgemäß nicht 3U rechnen. Im Feldrevier achte der Jäger auf Katzen! Jetzt, wo es Jungvögel und Jungwild gibt, ergießt sich allabendlich wieder eine Katzenschar in das Feld, die unbedingt kurzgehalten werden muß. Der Jäger hat durch das Gesetz heute das Recht, jede Katze abzuschießen, die sich weiter als 200 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernt herumtreibt. Das sollte im Interesse des Natur- und Jagdschutzes kein Recht, sondern eine Pflicht sein. Im lichten Eichwald, auf Kiefern oder Fichten für die Zett vom "TO. bis 13. Mai an. Es handelt sich dabei um eine Wiederholung der zu Ostern durchgeführten viertägigen Rundfahrt mit Kraftomnibussen der Reichspost, die damals bei den Fahrtteilnehmern starke Befriedigung auslöste. Man beachte die heutige Anzeige. Große Strafkammer Gießen. Wegen Verleitung zum Meineid wurde der Karl Stumpf aus Kirtorf tu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte verleitete seinen Prozeß- gegner einen Meineid zu leisten, indem er chm einen von einem anderen geschriebenen anonymen Brief schickte des Inhalts, daß derselbe in Anbetracht dessen, daß eine für den Prozeß wichtige Urkunde angeblich vernichtet sei, einen falschen Eid ablegen könne. Der Angeklagte trua sich dann mit dem Gedanken, den Gegner nach Äbleistuna dieses Falscheides anzuzeigen. Der Vertreter der Anklage hatte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr acht Monaten beantragt. * ** Ernennungen an der Landesuniversität. Ernannt wurden der Privatdozent der Ohren-, Nasen- und Halsheilkunde Dr. med. Alexander Herrmann zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 4. März 1934 an; der ordentliche Professor an der Universität Sofia Dr. Curt Krause zum ordentlichen Professor für pathologische Anatomie und pathologische Histologie der Haustiere an der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vom 1. April 1934 an. ** Polizeipersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde der Kriminalsekretär Wilhelm Seitz in Gießen auf Grund des Artikels 14 des Polizeibeamtengesetzes vom 31. März 1928 mit Wirkung vom 1. Juli ab. ** Arbeitsjubiläum. Am 3. Mai feierte der Modellschlosser Hermann S t ö r g e r aus Gießen sein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Fit- tinasfabrik Bänninger G.m.b.H. in Gießen. Don der Gefolgschaft wurde der Jubilar reichlich mit Geschenken bedacht. Ein Geschenk seitens der Firma wird ihm, wie auch den anderen Jubilaren, am Tage des 25jährigen Geschäftsjubiläums überreicht werden. Innerhalb kurzer Zeit ist dies der dritte Jubilar, dem in Kürze noch weitere folgen werden, ein gutes Zeichen dafür, daß bei der Firma ein §utes Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und lrbeitnehmern besteht. ** Maienblasen. Bei dem am heutigen Samstag stattfindenden Maienblasen vom Turme der Johanneskirche aus werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: Ein' feste Burg ist unser Gott. 2. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, von Beethoven. 3. Goldne Abendsonne. ** Das Museum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Die Badeanstalt des Männer dade- Vereins ist eröffnet. Man beachte die heutige Anzeige. ** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 30. April verstorben in Gießen: 16. Otto Neuer, Justizsekretär, 57 Jahre alt, Marburger Straße 100. 18. Luise Rupp, geb. Vogel, Wwe., 77 Jahre alt, Buddestraße 2. 20. Louis Faber, Wagnermeister, 79 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 44. 20. Martin Ohr, Eisenbahnsekretär i. R., 71 Jahre alt, Ebelstraße 43. 22. August Schwan, Rentner, 75 Jahre alt, Wilhelmstraße 41. 25. Elise Bourgeois, geb. Größer, 71 Jahre alt, Neuen Bäue 16. 27. Luise Mickel, geb. Kraußer, Wwe., 86 Jahre alt, Marburger Straße 79. 27. Friederike Hönscheid, geb. Günther, 70 Jahre alt, Eichweg 7. 28. Wilhelm Schmidt, Mechanikermeister, 79 Jahre alt, Am Nahrungsberg 59. 28. Martha Panknin, Krankenschwester i. 9t, 64 Jahre alt, Liebigstraße 73. 30. Maria Nitzsche, geb. Schmidt, 32 Jahre alt. Am Nahrungsberg 59. ** Verein ehern. Hess. Leib-Dragoner des Kreises Gießen. Man berichtet uns: Der Verein hielt dieser Tage seine Generalversammlung in Grohen-Linden ab, zu der auch eine Abordnung der Traditionseskadron aus Langensalza erschienen war. Der Verelnsfllhrer Eid mann eröffnete die Tagung urib erwähnte hierbei, daß es Pflicht eines jeden sei, an der Verwirklichung des Grundsatzes , Gemeinnutz geht vor Eigennutz" und an der Zu- sammenschiielzung des deutschen Volkes mitzuhelfen. Dankbar müsse man unserem Volkskanzler Adolf Hitler sein, da durch fein Eintreten auch der alte Soldat wieder zur Geltung und Ehre komme. Der geschäftliche Teil fand — nicht ohne der seit Gründung des Vereins zur großen Armee abberufenen Kameraden, sowie derjenigen Kämpfer, die für die Errichtung des Dritten Reiches ihr Leben ließen, zu gedenken — ein schnelles Ende. Ein Zeichen, daß im Verein das beste Einvernehmen herrscht. Bei dem folgenden gemütlichen Teil waren auch der Krieger- oerein Großen-Linden, der Kavallerieverein Marburg, sowie der Gesangverein „Harmonie" Großen- Linden anwesend. Letzterer brachte verschiedene Lieder zu Gehör, die Beifall fanden. Kam. Oberstaatsanwalt Dr. W o d a e g e hielt die Begrüßungsansprache, die mit qinem dreifachen Sieg-Heil aus unseren Volkskanzler endete. Kam. Oderlt. a. D. B o n- h a r d erwähnte in schönen Worten die ausgezeichnete Kameradschaft, die in den Reihen der Leid- Dragoner herrsche, an der sich mancher Verein ein Beispiel nehmen Tonne. Kam. Universitätsreillehrer Schömbs erntete mit seiner „bunten Reihe" verdiente Anerkennung. Eine schön verlaufene Tagung, die auch einige Neuanmeldungen brachte und vom echten Traditionsgeist getragen war, konnte der Verein wiederum verbuchen. ** Eine Frühlingsfahrt ins Sch w a ben- land und zum Schwarzwald kündigt das Hapag-Reisebüro in unserem heutigen Anzeigenteil ober auch auf einzelnen Feldbäumen haben die Krähen ihr Nest und brüten. Jetzt ist es Zeit zum Abschuß oder zur Zerstörung des Nestes und Geleges. Es sei dabei aber dringend vor dem blinden Hineinfchießen in einen Horst gewarnt; denn nur zu oft ist der alte Krähenhorst Brutplatz von Turm- alken oder Eulen geworden, deren Abschuß weder erlaubt noch erwünscht ist. Bei kräftigem Klopfen an den Stamm pflegt die Brutkrähe ja abzu« treichen. Im Fuchsbau sind Junge. Wer glaubt, das Geheck mit Rücksicht auf seine Niederjagd ausheben zu müssen, muß nun zum Graben schreiten. Aasjägerei schlimmster Sorte wäre es, die Fähe etwa auf dem Bau abzuschießen und die Jungen durch den Hunger abwürgen zu lassen. Die Schonzeit des Dachses endigt in Hessen am 16. Mai. Häufig bietet sich dem Jäger im Laufe des Sommers einmal Gelegenheit zum Schuß auf Meister Grimbart, aber fast ebenso häufig unterbleibt der Schuß. Der Dachs erfreut sich seit Jahren bei vielen Weidmännern einer freiwilligen Schonung, die durchaus angebracht ist. Wenn der Dachs in anderen Gegenden Deutschlands als mehr ober weniger seltenes Tier galt, jo trifft bas für unsere Heimat sicher nicht zu. Es kann bei allem Nutzen, ben ber Dachs stiftet, kein Zweifel barüber fein, daß er in Nieberwilbrevieren, vor allem wo man Fasanen hochbringen will, nicht immer willkommen ein kann. Ein gewisser Abschuß bei sich bietender Gelegenheit ist durchaus zu verantworten, zumal das gesetzliche Verbot des Einarbeitens von Erdhunden auf dem Schliefplatz voraussichtlich zu einem Mangel an guten Hunden für Bauarbeit im Herbst führen wird. Im übrigen war der Verlauf des Frühjahrs so, daß ber Jäger wohl hoffnungsfreubig in bas kom- menbe Jagbjahr blicken darf. Schützt er nun noch sein Wild gegen seine Feinde, dann wird ber Mühe Lohn nicht fehlen. Hubertus. Kunst und Wissenschaft. Erwerb ber Bibliothek des heiligen Synod durch bas Osikircheninstilut Erlangen. Der Heilige Synod, die höchste geistliche Behörde der orthodoxen Kirche im alten Zarenreich, besaß eine außerordentlich wertvolle theologische Bibliothek. Diese Büchersammlung ist während des russischen Umsturzes nicht verloren gegangen. Der größte Teil der Bücher ist jetzt, wie der „Fränkische Kurier" meldet, in ben Besitz des Ostkircheninstituts in Erlangen gelangt, so baß er ber Wissenschaft nunmehr roieber zur Verfügung steht. Mit der Ueber- führung der wertvollen Bestände von Leningrad nach Erlangen werbe demnächst begonnen, und es bestehe Aussicht, daß auch ber restliche Teil ber einzigartigen Bibliothek von bem genannten Institut angekauft werden Fann. Wir leben in einer Zeit des Aufbruchs und Umbruchs der deutschen Nation, in einer Zeit nationaler und kirchlicher Erneuerung und Umgestaltung. Das Jahr 1933 war das Jahr der Zeiten- und Schicksalswende des deutschen Volkes, das Jahr der Selbstbesinnung und des Erwachens aus 14jährigem Irrwahn und Verblendung. In letzter Stunde hat uns ber gütige Gott einen Retter unb Führer aus tiefster Not geschenkt: unseren Volkskanzler Adolf Hitler, der mit weit- schauendem Blick und seltener Energie und Zähigkeit unser Volk vor dem Abgrund bewahrt hat, in den es zu stürzen drohte. Ihm verdanken wir es auch, daß aus der Zerrissenheit und Zersplitterung der evangelischen Kirche eine einheitliche Reichskirche entstanden ist, daß die Gefahr der marxistischcholschewistischen Propaganda, des Freidenkertums und der Gottlosenbewegung für immer gebannt ist. Er hat aber auch erkannt, daß die wirtschaftliche unb soziale Not unseres Volkes nur behoben werden kann, wenn die seelischen, die sittlich-religiösen Kräfte mit in die Rechnung eingestellt, mobil gemacht werden und Beachtung finden. Diese Ausgabe liegt in erster Linie — wie der Kanzler ebenfalls, betont — der . Kirche und ihren Organen ob. Vdn ihr muß der große Sammelruf ausgehen: „Deutsch-evangelische IHänner an die Front!" Es geht nicht mehr an, daß Kirche und Christentum nur Frauensyche sind. Denn alle die ^Hindernisse überwinden, die sich bis in die Gegenwart hinein )er Arbeit der Kirche entgegönstellen, kann nur von tarfen Händen unb energischem Wollen vollbracht werben, unb dazu ist Bekennermut und B e - fenntnisfreubigfeit nötig. Es gilt nicht nur Front zu machen gegen allen offenen unb -versteckten Kampf, der von bolschewistisch-marxistischer Seite, von der Gottlosenbewegung und der antikirchlichen Propaganda auch heute noch ausgeht, sondern ebenso sehr auch aller Lauheit unb Gleichgültigkeit in unseren eigenen Reihen den Kampf anzusagen. „Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht!" muh zur Tat werden. Nur dadurch, daß Der Reichsminister des Innern hat im Einvernehmen mit der Reichsleitung der NSDAP, den Antrag ber Leitung bes Reichsbundes ber Kinberrei- chen, der bem Reichsausschuß für Volksgesunbheits- bienft angefchloffen ist, auf Führung eines neuen Bunbesabzeichens burch bie Mitglieder des Reichsbundes genehmigt. Der Entwurf des Abzeichens tammt von Felix Rinne-Karlsruhe. Begeisterung für das Schöne, Freude an der Kunst, Liebe zum Theater hat immer schon bie Bevölkerung unserer Provinz ausgezeichnet. Erneut soll dieser Sinn für all das Gute unb Schone beut« jcher Kunst unter öffentlichen Beweis gestellt werben. Um zahlreiche Beteiligung bei der Oberhessischen Kulturwoche wirbt die Leitung des Stadttheaters Gießen. Zweck unb Ziel ber Kulturwoche ist: 1. ben auswärtigen Kunstfreunden einen Sonder- fpielplan zu bieten, der in feinen Darbietungen künstlerische Abwechslung in kultureller Hinsicht zeigt unb mit besonders wertvollen Erscheinungen deutscher Dheaterkunst bekannt macht. 2. Festigung unb Verbreitung bes künstlerisch guten Rufes'des Stadttheaters Gießen als der einzigen bodenständigen Bühne Oberhessens erneut unter Beweis zu stellen. 3. Heranziehen und Freubebereiten gerade für die auswärts wohnenden Theaterfreunde. 4. Neuer Antrieb des Theaterbesuches zu werden für die kommende Spielzeit 1934/35. wird. Mr behatten uns selbstverständlich alle weiteren Maßnahmen gegen die Firma Roth vor. Für die uns unterstellten Behörden sind nur Unsere im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminister des Innern getroffenen Anordnungen maßgebend. Hiernach kann in allen Schulen nicht nur bas Lesebuch ber Firma Roth in Gießen, sondern auch bas in Neuauflage erschienene Lesebuch der Firma Diesterweg in Frankfurt a. M. einge- sührt werben, einerlei welches Buch seither dort in Gebrauch war. Ebenso verhält es sich mit ben bei bem Verlage Roth in Gießen und Hirth & Sohn in Leipzig erschienenen Rechenbüchern. Beide sind für alle hessischen Schulen zugelassen. Ringshausen. Tuet Gutes! Die Reichsregierung hat wiederholt betont, daß die planmäßige freie Liebestätigkeit mehr wie bisher herangezogen werden soll. Für diese Arbeiten sind von der Reichsregierung vier Spitzenverbände als gleichberechtigt anerkannt worden: NS.-Volks- wohlfahrt, das Rote Kreuz, die Innere Mission unb der Caritas-Verband. Mit Genehmigung ber Reichs- unb Lanbesregie- rung wirb für ben Caritas-Verbanb heute, Samstag, 5. Mai, unb Sonntag, 6. Mai, eine Straßensammlung unb von Samstag, ben 5., bis einschließlich Freitag, ben 11. Mai, eine Haussammlung statt- finben. . _ Groß unb zahlreich finb bie Aufgaben der Ca- ritas, Kinberhilfe, Jugenbfürsorge, Mabchenschutz, Armen- unb Krankenpflege. Möge bie Sammlung zahlreiche freubige Geber finden, damit in reichem Maße geholfen werden kann. Schweres Unwetter. Gestern Nachmittag ging über dem Lahnbecken von Gießen bis weit über Wetzlar hinaus ein schweres Gewitter nieder. Das Wetter machte sich in Gießen und Umgegend durch starke Niederschläge bei zum Teil heftigen elektrischen Entladungen bemerkbar. Von besonderen Schäden ist aus ber Gießener Gegenb bis zur Stunde aber nichts bekannt geworden. Heute morgen wird uns aus bem Schöffengrund (Kreis Wetzlar) berichtet, baß bas Unwetter bort in sehr schwerer Weise gehaust hat. Wolkenbruchartiger Regen strömte lange Zeit nieder unb setzte die Aecker und Gärten weithin unter Wasser, so daß bie Landschaft stellenweise einem See glich. Das Solms- bachtal bildete eine einzige große Wasserfläche. In den Felbern wurde der Ackergrunb mit der jungen Saat zum großen Teil fortgespült, so daß dadurch die Bauernbevölkerung erheblichen Schaden erleidet. In den Gärten wurden Zäune umgelegt unb an den Kulturen wie an ben Bäumen starker Schaden angerichtet. Weiter nach Brandoberndorf und Griedelbach zu hauste bas Unwetter noch schwerer. Der Schaden ist zurzeit in seinem ganzen Umfang noch nicht zu übersehen. Landrat Grillo von ber Kreisverwaltung nahm gestern sofort eine Besichtigung des Unwettergebiets vor, um sich über das Ausmaß des Schabens zu unterrichten. Gictzencr Wochenrnarktpreise. * Gießen, 5. Mai. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10V2, Klasse A 10, Klasse B 9V-, Klasse Q 9, Klasse D 8V2, Weißkraut, das Pfund 15, Roh kraut 15 bis 18, Gelbe Rüden 15, Rote Rüden 10, Spinat 8 dis 10, Spargel 35 dis 45, Unterkohlrabi 6 bis 8, Tomaten 50, Zwiebeln 10 bis 12, Schwarzwurzeln 20, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln, das Pfund 3V2 Pf., der Zentner 3 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf. Hähne 75 bis 85, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 60, Salat 15 bis 20, Salatgurken 45 bis 50, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 bis 12 Pf. -inver. I den oerrej- dheits. neuen neichs- ncheng Decke, chossen 1 Jahr nterzu- innter. Jagd, r, aber lldstand Jagd. Itellunq ischen. Keoier- benutzt, ■X dem- i dabei Reichs- l Mitte renn es zgebend i Mai- jagende zu Te> egzeiten isst dies i. Aber m steht, Schaden lind mit ste Vergangen, en kam- . Leider rbot un- rbesihm n! Jetzt ließt pi Feld, i* tiger V. tze ab> näd)[tft is [oöte s fein m die M M und Ei i blick' lenn w n lut iß roch Klopj! ja abz inbt, k aushebr ten. Ae- Ähe etr gen dui jertu*' lüft' Synod öhiohrs; i das f°-; nun , der N Hessen * Lause te chuß f- R8 «* eit Jahr- ien Sch? der M mehr für W m Nutzt' jein,« man s- lillkomnt» । bietenk :en, 3urr'; von hzuZ im N Oberheffen. Landkreis Gießen. T Lich, 4.Mai. Um die Einheit auf dem Gebiet des Chorwesens in unserer Stadt zu erreichen, hatte der Borsitzende des Gesangvereins „Cacilia", Karl Lotz, im Auftrage des Provinzialwalters vyn Oberhessen des Hessischen Sängerbundes, L. Wendler (Lad-Nauheim), die Vorstände der beiden hiesigen Mannergesangvereine „C ä c i l i a" und „R o t h s ch e r M ä n n e r ch o r" in das Hotel „Zum Holländischen Hof" eingeladen, um in gemeinsamer Beratung die Zusammenlegung der beiden Vereine vorzunehmen. Nach Bekanntgabe der Richtlinien für die Zusammenlegung wurden in Gegenwart des Ortsgruppenleiters Karl Kuhn folgende Vereinbarungen getroffen: Der einzige in Zukunft in unserer Stadt bestehende Männergesangoerein führt den Namen „Sängeroereinigung Cäcilia L i ch ". Sämtliche vorhandenen Akten, Noten, Mobiliar und dergleichen übernimmt die neue Sängervereinigung. Bei festlichen Angelegenheiten werden die Fahnen der beiden seitherigen Vereine gezeigt. Die Mitglieder und Ehrenmitglieder beider Vereine übernimmt die „Sängervereinigung Cäcilia". Chorleiter des Vereins wird Lehrer Ernst Ilge (Oppenrod). Der seitherige sehr verdienstvolle Dirigent des Rothschen Männerchores, Lehrer i. R. Karl Stein, der in Sängerkreisen als Wertungsrichter einen hohen Ruf genießt, wird in Anbetracht seiner hohen Verdienste um den Verein und das Chorwesen einstimmig zum Ehrenchormeister ernannt. Die Vorstandsbestellung regelt sich nach der aktiven Beteiligung an den letzten und den kommenden Singstunden, deren erste schon am Samstag, 5. Mai, stattfindet. Dereinsführer ist Karl Lotz. Bereits am 12. Mai wird die „Sängervereinigung Cäcilia" bei einer Veranstaltung der NSG. „Kraft durch Freude" öffentlich austreten. Der Vereinsführer Karl Lotz schloß mit dem Wunsch auf ein neues -Aufblühen der „Sängeroereinigung Cäcilia" und mit begeistert aufgenommenem„Sieg-Heil" auf die Sängerführung, das deutsche Lied und den Schützer -des deutschen Volkes, den Führer und Volkskanzler 'Adolf Hitler, die Versammlung. — Die „Sängervereinigung Cäcilia" mit ihren rund 100 Sängern, wird eine der stärksten Sängergruppen unserer Provinz sein. Die Wahl des erprobten Chormeisters Ernst Jlge bietet die Gewähr dafür, daß die -Leistungen der „alten" Cäcilia, einst im Jahre 1838 -gegründet, von der neuen „Sängervereinigung 'Cäcilia" noch übertroffen werden. Der seitherige Machsche Männerchor war im Jahre 1891 unter idem Namen „Männerquartett Lich" gegründet wor- «den.Er wurde einige Jahrzehnte lang von dem verstorbenen Lehrer und Rektor Roth, dessen Namen 'er zuletzt führte, dirigiert. Lehrer Karl Stein lührte den Verein bis zur Verschmelzung und hatte <5 verstanden, trotz einer nur kleinen Sängerschar recht erstaunliche Leistungen aufzuweisen. O Grüningen, 4. Mai. Dieser Tage fand in einer ordentlichen Mitgliederversammlung der Spar - und Leihkasse und der Spar- und Darlehenskasse die Zusammenlegung der beiden Kassen in Anwesenheit des Kreisbauernführers Grohen-Bufeck. Zur Feier des Tages der nationalen Arbeit wurde ün unserem Orte am Vorabend ein Maibaum auf dem Anger ausgestellt. Anschließend fand Gottesdienst statt, an dem sich sämtliche Organisationen der NSDAP, und die übrigen Einwohner beteiligten. Die Predigt hielt Ortspfarrer Müller. Der Posaunenchor bereicherte den Gottesdienst durch ijeine Darbietungen. Später brannte die Hitlerjugend nuf dem Attenberg ein großes Feuer ab, wobei Ihr nerbannführer Wilhelm Schneider die Ansprache tzielt und anschließend eine Totenehrung stattfand. Am 1. Mai ertönte frühmorgens der Weckruf des Musikzugs und der Spielleüte des Sturmbanns V/116. Sodann fand die Jugendfeier nach einem Umzug durch das Dorf statt. Mittags sah man einen großen Festzug mit Festwagen durch die Ortsstraßen marschieren. Der Musikzug des Sturmbanns '-tellte die Marschmusik. Unterbannführer Schneider hielt die Ansprache. Darauf folgte die Ueber- : ragung von Berlin. Leihgestern. Anläßlich der Wiederkehr des 1. Mai vercmstal- ttete das Jungvolk in Gemeinschaft mit dem BdM. und der Schuljugend morgens bei der Rindsmühle eine Feier. Bei der Schule wurde Aufstellung ge- mommen. Der stattliche Zug bewegte sich unter Ge- [iang zum Festplatz. Hier wurden einige Sprechchöre unter Leitung des Jungzugführers Rudolf Sifora vorgetragen. Anschließend sprach Fähn- I^emführer Helmut Geißler über die Bedeutung des 1. Mai und über die Aufgabe der Jugend. Die Feier fand ihren Abschluß mit dem Gesang des Liedes: „Vorwärts, vorwärts". Dorf-Gill. Hier fand am Feiertag der nationalen Arbeit vormittags ein großer Umzug unter Vorantritt des Posaunenchors statt. Auf dem Sportplatz hielt der . itellv. Zellenwart Euler eine Ansprache, anschließend sang die NS.-Frauenschaft einen Choral, so- >ann trug der BdM. ein Gedicht vor. Ortsgrup- venamtsleiter der NS.-Hago Reuhl sprach über >en 1. Mai. Nach Gedichtvorträgen und einem Lied- le ang folgte eine weitere Ansprache von Lehrer 3una Der BdM. führte anschließend Volkstänze m Trachten auf. Dann sprach Bürgermeister D ö r r s ch u ck und des Oberrevisors Hartmann Gießen statt. Nachdem schon vor einigen Wochen ein vorläufiger Vorstand gebildet worden war, wurde dieser jetzt bestätigt. Der Vorstand der neuen Kasse, die den Namen „Spar- und Darlehenskasse" trägt, setzt sich wie folgt zusammen: Direktor Heinrich L e i d i ch, Stellvertreter des Direktors Adam Buß, Rechner Karl Euler, Vorsitzender des Aufsichtsrates Adam Bender, dessen Stellvertreter Wilhelm Gottfried Engel. Die Warengenossenschaft, die der Spar- und Leihkasse angegliedert war, wurde dem K o n s u m v e r e i n, der als Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingetragen wurde, überwiesen. Die Bilanzen der beiden Kassen erwiesen sich ungefähr als gleichsteheud, das dem Zusammenschluß sehr förderlich war. 9 Kreis Schotten. □ Laubach, 4. Mai. Kaufmann Otto Stel - l e r beging dieser Tage in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag. Er betreibt heute noch das von ihm vor mehr als 50 Jahren gegründete Geschäft. — Bei der im „Schützenhof" abgehaltenen außerordentlichen Hauptversammlung der „Laubacher Ausschuß-Gesellschaft^ wurde der Glasermeister Heinrich Hertel zum Hauptmann des diesjährigen Ausschußfestes gewählt. Diese Wahl war durch den Rücktritt des am Osterdienstag gewählten Hauptmanns Hofmann erforderlich geworden. Kreis rr Isfeld. * Alsfeld, 4. Mai. Gelegentlich des Feiertags der nationalen Arbeit verkündete die Betriebsleitung der hiesigen mechanischen Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking bei der Feier in ihrem Betriebe, daß in Zukunft alle aus dem Kreise der Arbeiter und Angestellten kommenden brauchbaren Vorschläge, die dem Wohle des Betriebs dienen, -mit Prämien ausgezeichnet werden sollen. Die Leitung des Unternehmens will auf diese Weise die von dem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler erstrebte Volks- und Arbeitsgemeinschaft aller Schaffenden fördern und pflegen. ss. Grebenau, 4. Mai. Dieser Tage wurde in der Jessa, einem Nebenfluß der Fulda, vorn Fischereipächter Forstmeister Dr. Barth eine Forelle von einer fast unglaublichen Länge von 55 Zentimeter und einem Gewicht von über 3 Pfund gefangen. Petri Heil! § Ober-Ohmen, 3. Mai. In der vergangenen Nacht wurde bei einem hiesigen Landwirt ein Diebstahl ausgeführt. Der bzw. die Diebe stahlen die neuen Treibriemen an einer erst kürzlich angeschafften Motoranlage. — Die im Vorjahre gepflanzte Adolf-Hitler-Eiche wurde dieser Tage durch ein neues Stämmchen ersetzt, da das erste über Winter eingegangen war. — Im Verlaufe der nationalsozialistischen Revolution im Dcrngen Jahre wurde hier das Ebertdenkmal niedergelegt. Das Gestein des Fundaments ist nunmeyr ebenfalls beseitigt worden. Ein Teil des Steinmaterials wurde zu Wegeausbesserungszwecken benutzt. K n ö p p e r. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied wurde die Feier geschlossen. Am Nachmittag versammelten sich die Einwohner wiederum, um die Uebertragung aus Berlin zu hören. Unser Ort war in reicher Weise mit Flaggen geschmückt. Bellersheim. Unser Ort zeigte am Tage der nationalen Arbeit reichen Fahnenschmuck. Am Vormittag veranstaltete die Jugend einen Umzug, anschließend hörte sie die Uebertragung der Jugendfeier in Berlin. Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug von hier nach Obbornhofen, wo sich die dortige Einwohnerschaft anschloß, dann ging es hierher zurück nach dem Schulplatz, wo nach Ansprachen von Adolf Müller und Karl I ö r ch die Uebertragung der Rede des Führers mit Spannung angehört wurde. Butzbach. Der Feiertag der nationalen Arbeit wurde hier eingeleitet durch die Einholung des „Maibaumes". Der Ortsgruppenleiter hielt im Beisein der Bevölkerung eine kurze Ansprache. Anschließend fand allgemeiner Kirchgang statt. Pfarrer Linden- struth legte seiner Predigt den Gedanken der Arbeit zugrunde. Nach Einbruch der Dunkelheit versammelte sich die Hitlerjugend und das Jungvolk auf den nächsten Höhen und brannten Feuer ab, wobei Lieder, Feuersprüche, Spiele und Tänze abwechselten. Am nächsten Morgen versammelte sich die Jugend aus dem festlich geschmückten Marktplatz, um die Uebertragung vorn Tempelhofer Feld anzuhören. Sodann wurde die Preisverteilung vom Jugendberufswettkampf vorgenommen. Nachmittags bewegte sich ein großer Festzug durch die festlich geschmückten Straßen. Eine ganze Anzahl Wagen, die u. a. eine Lokomotive „Kraft durch Freude", eine Fahrt ins Blaue, eine Weltkugel der Hapag, das Richtfest eines Neubaues, das gewaltige Zahnrad der Metallarbeiter usw. zeigten, gaben dem Zuge eine sinnreiche Ausschmückung. Auf dem Marktplatz hielt der Kreisbetriebszellenleiter Ertel aus Bad- Nauheim eine packende Ansprache. Nach der Uebertragung der Rede des Führers schloß Ortsgruppenleiter Schneider in üblicher Weise den offiziellen Teil. Am Abend fand in den Lokalen Konzert und Tanz statt. Scholten. Der nationale Feiertag wurde hier unter stärkster Teilnahme der Bevölkerung festlich begangen. Am Vorabend zündete das Jungvolk ein großes Freudeneuer auf dem Bockzahl an. Früh am Festtag zog )ie gesamte Jugend mit Musik durch die Straßen und hielt im Schulhof ihre Morgenfeier mit der Uebertragung aus Berlin. Um 10 Uhr traf eine Abteilung Reichswehr aus Gießen ein, wurde mit den Spielleuten und der Sturmbannkapelle abgeholt, in den Schulhof geleitet und dort vom Sturmbannführer Straub begrüßt. Den Soldaten, die in Bürgerquartieren untergebracht wurden, bereitete man überall einen herzlichen Empfang. Ein riesiger Festzug bewegte sich mittags durch die Straßen. Alle Betriebe, Behörden, Fahnenabordnungen zogen mit, Reichswehr, SA.-Ehrensturm, HI., Jungvolk u. a. m. Mehrere Festwagen belebten den Zug, ein Spinnstubenwagen aus Breungeshain, mehrere Jnnungswagen, ein Siedlungsbau „Kraft durch Freude" der Zimmerleute u. a. m. Im Schulhof wies Kreisdirektor Zürtz auf die große Bedeutung des nationalen Feiertags in zündenden Worten hin. Die Führerrede wurde durch Lautsprecher übertragen. Abends fand in beiden Sälen )er Turnhalle großes Volksfest und Ball statt. Flensungen. Am Vorabend des 1. Mai wurde auf dem Sportplatz zu Flensungen Feldgottesdienst abgehalten, an dem das ganze Kirchspiel teilnahm. Die Darbietungen der Gesangvereine Flensungen, Stockhausen und Merlau unter Leitung von Lehrer Dönges gaben dem Gottesdienst eine besondere Weihe. Um 21.45 Uhr fand dann im Saale von Gastwirt Becker (Flensungen) die Weihe der beiden NSBO.-Fahnen Flensungen und Merlau statt. Homberg. Unser Städtchen war am Tage der nationalen Arbeit überaus prächtig geschmückt. Dor der Stadthalle war ein festlich hergerichteteter Mai bäum ausgestellt. Aus der Umgegend waren viele Volksgenossen zur gemeinsamen Feier mit unserer Bevölkerung erschienen. Morgens versammelte sich die Schuljugend nach einem Umzug durch die Stadt unter Leitung ihrer Lehrer vor der Stadthalle, um die Uebertragung von Berlin zu hören. Vor dieser Feier hielt Otto Erb aus Nieder-Ohmen eine Ansprache, anschließend sprach der Jungvolkführer. Mittags bewegte sich ein riesiger Festzug vom Sportplatz aus durch die Stadt nach dem Platz oberhalb der Platschmühle. Hier versammlte sich eine große Menschenmenge, an die Kreisschulungsleiter Pg. Geißer eine kernige Ansprache hielt. Anschließend sprach Pg. Schäfer- Vadenrod, dessen Rede gleich- Jm Rahmen der Aufgaben der NSV., die vor allem darauf abzielen, ein gesundes Volk zu schaffen und zu erhalten, hat sich das Amt für Volkswohlfahrt bei der obersten Leitung der PO. folgerichtig veranlaßt gesehen, die NSV. vor allen Dingen mit der Verhütung von Gesundheitsschäden zu betrauen. Es ging dabei von der Erwägung aus, daß es zweifellos richtiger ist, Schäden zu verhüten, als eingetretene Schäden wieder zu heilen. Aus dem weiten Gebiet, das von der Abteilung Schadenverhütung umspannt wird, seien nur besonders hervorgehoben: Gewerbehygiene, gewerbliche Unfallverhütung, Kettungs- und Transportwesen, Wohnungs- Hygiene, gesundheitlich einwandfreie Bedingungen auf der Arbeitsstätte usw. Insbesondere die Arbeitsstätten bedürfen dauernd aufmerksamster Ueberwachung, da auf diesem Gebiete noch vieles im Argen liegt und auf die Erhaltung der Gesundheit der Gefolgschaft noch immer nicht diejenige Rücksicht genommen wird, die der Gesunderhaltung der arbeitenden Bevölkerung entgegengebracht werden muß. Alle diese Aufgaben der NSV. sind lohnend und vielversprechend. Denn vieles stand bisher auf dem Papier, ohne daß sich vielfach die Unternehmer darum gekümmert hätten. Die Schäden und Unfälle, die im Laufe der Jahre aufgetreten find, haben ein unerhörtes Ausmaß angenommen. Man muß bedenken, daß in einem Jahr in gewerblichen und landwirtschaftlichen Betrieben rund 150 000 entschädigungspflichtige Unfälle vorgekommen sind, daß täglich etwa 60 Menschen durch Unfälle ihr Leben verlieren. Aus diesen Zahlen kann man leicht ermessen, wieviel Leid und Not über Hunderttausende von deutschen Familien kommt. Wieviele Volksgenossen müssen heute noch in Betrieben arbeiten, die gesundheitsschädigend sind,.ohne daß es gelungen wäre, dem Unternehmer leine'Sparsamkeit am falschen Platz abzugewöhnen. Dreioiedel aller Schäden sind abwendbar und vermeidbar, wenn überall das richtige Verständnis herrscht. Dabei werden die Unternehmer selbst einen fühlbaren Nutzen haben, wenn die Lasten der Verufsgenossenschaft sich vermindern, die Krankheitsfälle und damit bedingte Arbeilsausfälle aufhören. Vor allem ist eine umfassende Aufklärungsarbeit notwendig, wie sie jetzt durch das Amt für Volkswohlfahrt eingerichtet worden ist. In vielen Schaufenstern, an allen Litfaßsäulen, in allen Betrieben sehen sie das Plakat: „Kampf der Gefahr". Dieses Plakat soll der ganzen Volksgemeinschaft den Gedanken einhämmern, daß jedes brauchbare Mit- | tel recht ist, um die Gefahren, die die Arbeit ifiit sich bringt, die Gefahren, die der gesteigerte Verkehr | zur Folge hat, sowie alle anderen, durch die Volksgenossen zu Schaden kommen können, durch die Zu- i falls mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Mit einer Huldigung für den Führer und das deutsche Vaterland schloß diese Kundgebung. Sodann folgte der Marsch zur Stadthalle, um hier die Rede des Führers aus Berlin zu hören. Frohe Geselligkeit am Abend in allen Lokalen der Stadt beschloß den schönen Tag. Grebenau. Unser Ort war von der Einwohnerschaft am Tage der nationalen Arbeit festlich geschmückt. Auf dem Jahnplatz vor der Turnhalle waren Maibäume aufgestellt, die am Abend vorher mit einem Fackelzug und Marschmusik unter Glockengeläut eingeholt worden waren. Nach der Ausstellung des Maibaumes fand Feldgottesdienst statt, bei dem Pfarrer M ü l - I e r die Predigt hielt. Der Gottesdienst schloß mit dem Lutherlied „Nun danket alle Gott". Während des Gottesdienstes brannte das Jungvolk auf dem Herrnberg ein großes Feuer ab. Am 1. Mai frühmorgens erscholl der Weckruf durch unseren Ort und durch die benachbarten Dörfer. Dann versammelte sich nach einem Umzug die HI. und das Jungvolk auf dem Festplatz, um die Jugendfeier aus Berlin durch Lautsprecher zu hören. Nachmittags sand ein großer Festzug statt, an dem sich alle Einwohner in ihrer Berufskleidung und mit Handwerkszeug der verschiedensten Art beteiligten. Leider wurde der Festzug durch einen plötzlich einsetzenden starken Gewitterregen beeinträchtigt. In der Turnhalle hielt Ortsgruppenleiter Konrad Habermehl - Eulersdorf eine zündende Ansprach, die mit einer Huldigung für den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler schloß. Sodann wurde die Rede des Führers übertragen. Frohe Geselligkeit am Abend beschloß den Tag. Launsbach. Der Tag der nationalen Arbeit wurde auch in unserem Orte festlich begangen. Morgens bewegte sich ein Zug HI., BDM., JV. und Schuljugend durch das Dorf zum Rathaus, wo die Jugendkundgebung aus Berlin übertragen wurde. Die meisten Rundfunkbesitzer hatten ihre Lautsprecher in die Fenster gestellt, so erschallte nach der Jugendkundgebung bis zum Staatsakt deutsche Musik in unseren Straßen. Mittags marschierte der Festzug durch sämtliche Straßen des Orts zum Platz, wo die Kundgebung stattfand. Pg. Propagandawart August Strack jr. hielt eine zündende Ansprache, großer Beifall dankte unserem Pg. Strack für seine treffenden Ausführungen. Anschließend wurde die Rede des Führers übertragen. Am Abend trafen sich alle Volksgenossen in den Sälen der hiesigen Wirtschaften, um in wahrer Volksgemeinschaft einige vergnügte Stunden gemeinsam zu erleben. fammenarbeit aller zu bannen. Da der Unternehm mer selbst in allererster Linie den Vorteil davon hat, wenn die gesundheitlichen Gefahren in seinem Betrieb abgewendet werden, ist es nur selbstverständlich, wenn er die Aufklärungsarbeit finanzieren hilft. Es wird ihm die Auflage gemacht, die Aufklärungshefte „Kampf der Gefahr" auf seine Kosten an jeden Betriebsangehörigen zu verteilen. Die Kosten sind außerordentlich niedrig, und die Aufwendungen stehen in keinem Verhältnis zu dem Vorteil, der sich als Ergebnis der verhüteten Gefahren Herausstellen wird. Bei jeder Ortsgruppe werden Sachbearbeiter für Schadenverhütung ernannt, die zunächst die Zahl der innerhalb einer Ortsgruppe belegenen Unternehmen und die Zahl der Beschäftigten feststellen. Vorträge, Filmvorführungen und Veranstaltungen werden diese Aufklärungsarbeit ergänzen. Das höchste Ziel, das sich das Amt für Volkswohlfahrt gestellt hat, ist nach dem Willen des Führers und der einschlägigen Ministerien, die Gesundheit der Schaffenden zu erhallen, denn die Arbeitskraft ist ein Kapital, ist ein Faktor des Wirtschaftsprozesses von einer zahlenmäßig gar nicht zu erfassenden Bedeutung. Auch den früheren Gewerkschaften und den Betriebsräten wäre schon diese Aufgabe zugefallen, sich mehr um das gesundheitliche Wohl ihrer Arbeitskameraden zu bekümmern. Statt dessen aber erschöpfte sich ihre Tätigkeit im Kampf um die Tarife und in einem Aufhetzen der Arbeiterschaft gegen die Betriebsführung. Dies alles muß anders werden, denn: Nationalsozialimus ist Sozialismus der Tat! Kunst und Wissenschaft. 47. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker in Köln. In Köln findet vom 22. bis 26. Mai die 47. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker statt. Auf dem Programm der Tagung stehen u. a. folgende Vorträge: Professor Dr. Friedrich, Clausthal: „Deutsches Führertum im Betrieb". — Professor Dr. I. Eggert, Leipzig: „Kinematographie in der Wissenschaft".— Prof. Dr. G. Sessous, Gießen: „Stand der Sojabohnenzüchtung in Deutschland und ihre Bedeutung für die Wirtschaft". — Dr. K. Götze, Wuppertal- Elberfeld: „Die Entwicklung der Kunstseide und ihre Bedeutung für die nationale Wirtschaft". — Professor Dr. L. Ubbelohde, Berlin: „lieber den deutschen Mineralölwirtschaftsplan". — Dr. Mielenz, Reichsministerium für die Luftfahrt, Berlin: „Die Organisation des zivilen Luftschutzes". — Dr. K. Stantien, Berlin: „Aufgaben des Chemikers im Luftschutz". — Dr. F. Alten, Berlin: „Der Stand der Bodenuntersuchung und ihr Wert für landwirtschaftliche Meliorationsmaßnahmen". Oer Feiertag der nationalen Arbeit in der Provinz. Schadenverhütung — eine neue Aufgabe der NSV. Line Säule unserer Volkswirtschaft — die Lebensversicherung lieber 4 Milliarden Mark betrug Cnde 1933 das von den Lebensversicherungs- Unternehmungenfiirihreversichertenan- gesammelteundinmündelsicherenwerten angelegte vermögen, dieses Kapital befruchtet die ganze deutschevolkswirtschast. fin versicherte und deren Hinterbliebene wurden im Jahre 1933 rund 500 Mill. M. ausgezahlt. Jn zahllosen Zöllen wurden dadurch Zamilien vor Not bewahrt, Existenzen gerettet und neu geschaffen. Gemeinschaft zur Pflege üeö Lebensverflcherungsgeöankens Rund 18 Millionen Lebensversicherungen über eine gesamte Versicherungssumme von rund17MilliardenMarkbestandenEnde1933 in Deutschland - der beste beweis für dasver- trauen, das die deutsche Lebensversicherung sich in mehr als 100 Jahren erworben hat. :J nb I r 1 - ■? I I - - - 2663 A . oTeb*cH. und P bei Sie 'N"^^ &fe«V »adwfr sich nach letzter Kode zn kleiden, meine Damen I Mein heutiges Angebot zeigt Ihnen, für wie wenig Geld Sie bildhübsche gute Mäntel, Kleider Kostüme bei mir erhalten: Fesche jugendliche Mäntel aus gut., reinwollenen Stoffen, auf Maroc gefütt. <175 Mk. 39.50 29.75 IV Franen-Mäntel meine besond.Speziali- tät, bis zu den größten Weit.,vollweit geschn., in marine und schwarz und in gedeckt. Farben in all. Preislagen stets gut sortiert am Lager Kostüme in klassischen u. Phantasieschnitt., beste Verarbeitung, aus Kammgarn- und modischen Stoffen <175 45 - 35.- 25.- IV Entzückende Sommer-Kleider inSport-u.Modeformen aus d. Modestoffen: Leinen, aktuell. Drucken, Sand- und Perlkrepp, besond. gute Schnitte und Verarbeitung, in den Preislag. * <100 35.- 25.- 15.- JL“ Otto Göbel & Ls. 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Mai 1934 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten Grünberg — Homberg — Amöneburg — Kirchhain. Wir fahren! Wir fahren! Wir sitzen im Zug! helfen der Aecker der ruhende Pol, weil wir fv so nah! — Wieviel Menschen ich begegnete auf Unsen: nie kam das Nächste mir so reizend fremd, b?5 Fremdeste so traulich nah wie jenes andere Ich bis angetrauten Weibes. Nie mündete so Abschied h Willkomm, als da gewinktes Lebewohl sich in nen sich beim Wandern und Schauen aus der Gegenwart die Fäden in die Vergangenheit zurück und wirken im Nachsinnen an dem Bilde, in dem ir Ziel!" Dies Erlebnis der Erlebnisse nenne ich mein irriges und schönstes. i Luftendes Eden. Der „Obstwald", Zehntausende von ! Blütensträuhen, bietet unter rheinischem Frühlings- fudtbrandung von Paris stieß. Ich begegnete üen Hebin in der Wüste. Kemal Paschas uii) -gewißheit: „Wir reisen, wir kreisen, wir sind oiijf der Fahrt, wir sind auf dem Wege, wir haben Erste Frühlingsfreude schwingt wie taufend hallende Glocken über dem rheinischen Blütengau. nommen hat wie in dem Baumriesen, an dem vielleicht Jahrhunderte oorbeigegangen sind. Nichts, was grünt und blüht und Früchte bringt, feien sie auch unscheinbar und ungenießbar, steht ohne Zweck in der Scholle, die den Wurzeln Nährboden ist. Der Wille, der die Pflanze schuf, der das Antlitz der Landschaft formte, der dem Wurm seinen Weg weist, ist der Odem Gottes, dessen Raunen im Rauschen der Blätter weht und den die leuchtenden Gestirne durch die Stille der Nächte flüstern. Ihn in seiner unendlichen Größe ahnend zu erleben, ist höchstes Wanderglück. Jeden Pfad, auf dem wir schreiten, haben vor uns schon Unzählige begangen. Hier sind Heere marschiert, deren Tritt noch heute durch die Geschichte der Heimat dröhnt. Dort weiß zerbröckelndes Gemäuer von ahnenreichen Geschlechtern zu erzählen. In den Giebeln und Torbögen der Dorfgassen sprechen verwitterte Zahlen in Holz Durch den blühenden Rheingau Don Wiesbaden bis Rüdesheim. Von J. Silling-Wiesner. 'liehen und fliegen! ____________ Nie empfand ich das Gefühl der Reiselust so nahe hj^mel ein'" entzückendes Bild aus 'dem^Märchen- der Daseinslust verwandt, der Lebensfreude ^nd. Diese Wanderung ist, da sie 7 Stunden umfaßt, nur für rüstige Wunderer geeignet. Von unserem Ausgangspunkt Grünberg gehen wir in nördlicher Richtung blauen liegenden Kreuzen nach über Gießen — Kinzenbach — Schwalbenbachtal — Gr. Rothenberg — Bieber. Wir beginnen unsere Wanderung an der Lahn« brücke und folgen schwarzen Dreiecken, die uns die Rodheimer Straße entlang, hierauf an der Heuchelheimer Mühle vorbei nach Kinzenbach bringen. Dom Ausgang des schmucken Dorfes führen uns die Zeichen ein großes Stück über freies Feld hinauf zum Wald, an dessen Rand wir einen prachtvollen Rückblick haben. Nach Durchschreiten des Waldes gelangen wir, nachdem wir die ehemalige Grube Morgenstern passiert haben, in das anmutige Schwalbenbachtal, an dessen Ende wir, unterhalb Bubenrod auf die von Wetzlar kommenden gelben Striche stoßen, denen wir nunmehr folgen. Wir übersteigen den Gr. Rothenberg und erreichen bei der Obermühle, nachdem wir unterwegs reizvolle Ausblicke, namentlich auf Königsberg und den Düns- berg genossen haben, das Biebertal, in dem wir bis zum Endziel Bieber weiterwandern. Marfchzeit VA Stunden. teine Freundin stieg als erste Türkin, noch Der» llleiert, in mein Flugzeug. Dafür ftieg ich, auf der jiife von Heilbronn nach München, in Gedanken, d eimal in den falschen Zug. Sprachlos Erlebtes xitert nach von einer Jugendreife durch Tirol und (chweiz. Auf der Heimfahrt von Bulgarien durch 1 rfchneile Tannenwälder ging mir plötzlich Deutfch- lmd auf: deutsches Land und deutsche Landschaft! 1!üe vergeß ich St. Gudule zu Brüssel, nie den Augenblick, da ich unter dem Portal des Xantener Items, von der Pracht betroffen, schier zurückwich. ------- --<»----- ?fi) sah den andern Fusijama, schneeglitzernd, aus I Stangenrod nach Weitershain, wo wir gute Unter» dir Konjater Steppe tauchen als ein Wunder! tunft finden. Die Zeichen führen uns weiter über Siarat. Durch die Säulen Baalbeks grüßte mich Schadenbach, am Goldborn vorbei, hinauf nach dem rr Apfelblüte-Zeit das Silberfiligran des Libanon, auf einer Bergkuppe reizvoll gelegenen Homberg l«ber Gletscher trug mein Ski, durch Oasen trug mit mancherlei Sehenswürdigkeiten. Schön ist von rid) mein Hedschin. Ich flog im Freiballon. Ich oben der Blick auf das Ohmtal und den hohen Do» f: uerte das Auto durch die Alpen. Ich ritt in gelsberg. (Gute Gasthäuser.) Nunmehr wandern Serbien und Flandern. Ich kreuzte nächtlich auf 1 wir, blauen Dreiecken folgend,^das liebliche Ohmtal dir Zuidersee. Ich sah die Felsen Istriens brennen. I abwärts, erreichen in einer Stunde Schweinsberg 5 as wehte mich nicht an!? War es nicht die eigent- ' mit schöner Burg und hübschen Fachwerksbauten, Uhe Großmut meines Lebens, daß es immer wieder und bald darauf die historische Brückenmühle am S eg und Mittel fand, mich, den unbegütert Seß- Fuße der auf steilem Basaltkegel gelegenen Simone» h ften, mit Ferne zu begnaden, mit Erlebnissen zu bürg, die wir ersteigen. Oben angelangt, bietet sich Den. ! uns eine herrliche Rundsicht auf das Ohmtal, Vo- '<5o verbietet mir schon Dankbarkeit, irgendeine gelsberg, Rhön, Taunus, Westerwald und die Gie- ( nzelheit anekdotisch als die einzige und schönste ßener Gegend. Von hier folgen wir blauen Punkten L.f- und auszuzeichnen. Vielmehr suche ich den nach unserem Endziel Kirchhain. !'z1allosen Fall, die Stunde, die nicht irgendein i 6 lebnis auf der Reise, sondern das Erlebnis eise" schlechthin schenkte. Und ich finde sie im! eiften Viertelstündchen meiner Hochzeitsreise; einer seichten Schnellzuqsfahrt ins eigene Heim. 'Sie war die Reise aller Reisen, ihr Erlebnis war b: s schönste. Schöneres kann keine Reise schenken os dies wunderbare Hochgefühl, alles hinter sich z. lassen, alles nun vor sich zu haben; dies typische ^isehochgefühl jenes Augenblicks, da die Räder an- teigen zu rollen. Nie so wie damals fand ich mich eiüfrücft, losgelöst aus dem Gewohnten, fortgetragen in t) zugleich geborgen. Jede Reise endete mit Rück- kir; diese startete ins Uferlose. Wie Colombo zog id aus, eine neue Welt zu entdecken. Und ich wußte Wandern und Schauen. Mit dem Grün des Frühlings lockt die Nähe und Düte wieder zu neuem Wandern. Doch das Wan- kn darf nicht bloßer Selbstzweck oder eine Kilo- mtterangelegenheit sein. Denn dann wäre es noch tirjt einmal ein gesunder Sport, sondern Rekord- fiKDt. Das Wandern, dem ein wirklicher Sinn und inr erer Wert zukommt, ist das Erwandern der Hei- mdt und ihrer miüionenfältigen Schönheit. Das Ländern muß eine Wanderschau, ein Einfuhlen ; inui (Einleben, ein Sichversenken in das All sem, dessen («-le in der kleinsten Blume genau so Gesicht ange- bm ersten Kuß Grüßgott der endlich Einsamen er» lirte. Nie teilte ich mit lieberem Gefährten mein Supee nie stand das Abenteuer lackender vor Ginn 12,l|lululll ucl),luutu.u ir.b Seele, und bürgerlich gesitteter zugleich. Nie [, Q e n ( ^as schöne großstädtische Heilbad zwischen !i»t ich eine Reise an so froh, so ernst. Nie packte $aunU5 und Rhein, und Bingen begrenzen die- die Soffer fo mit Liebe. Nie empfand ich fo [e5 grüi)ling51Qnb am Rhein. m 6mn des Reisens, durch Entfremdung zu sich ura,[f grauverwittert liegt Geisenheim mit» W zu kommen. Nie empfand ich Gottes Welt t . ber schweigen Kirschblüte. Wer ahnt, daß es sc wunderbar wie damals mit den Augen der Ge- — ■ - - - •" ein Volk in seinem Volkstum sich über die Zeiten hinweg unvergängliche und beredte Denk» und Ehrenmale setzte. Und dann will das Wandern wieder den Blick weiten aus den engeren Bezirken, in denen sich unser Alltag bewegte. Will die Gedanken frei machen von den Strängen, in die jede Aufgabe den einzelnen einschirrt, wenn sie mit vollem und verpflichtendem Einsatz erfüllt wird. Das Gefühl des Losgelöstseins gibt eine innere Befriedigung, die sich 'naturnotwendig auch körperlich auswirken wird. In diesem Wechselstrom zwischen Körper und Geist findet das Wandern seine eigentliche Erfüllung. Es gibt keinen wertvolleren Besitz und keinen größeren Verlust als die Heimat. Sie ist voller Wunder. Man muß sie nur suchen, nur sehen wollen und können. Wer die Heimat liebt und sie wachen Auges und empfänglichen Herzens durchwandert und sie in sich aufnimmt, der wird stets den Boden unter seinen Füßen haben, in dem die festen Wurzeln seiner Kraft sind. Gewinne sie dir zurück, oder erobere sie dir, wenn du sie vielleicht schon verloren hattest. Kig. Min schönstes Reiseerlebnis. Von Richard Euringer, GDS. Richard Euringer erhielt soeben den Stefan-George-Preis in Höhe von 12 000 Mark für jein Buch „Deutsche Passion 1933". Stromauf, stromab steht das Land geschmückt wie zu einem einzigen Fest, und im jilbrig-flimmernben Licht, das der Landschaft schon südlichere Töne, unendlich heitere Nüancen gibt — wie dem rheinischen Menschen einen rascheren Lebensrhythmus; in diesem Licht scheint aller Reichtum deutschen Frühlings um uns ausgebreitet. Diese Fülle strah- lenber Silber sich zu erwandern, bas gehört zum Köstlichsten, was man vom Frühling sich träumt. Gehen wir, abseits von Allerweltsstraßen, solch einen rheinischen Frühlingsweg, ben bie Vielfalt ber Einbrücke besonbers beglückend macht. Wies- Unser Weg führt aus dem Gewinkel all der Winzernestchen am sonnigen Stromlauf mitten durchs Rebenreich in die Forsten des westlichen Taunus. Der vielaewundene Weg von Hattenheim zur schönsten Klostersieblung des Rheingaus, E b e r d a ch , bildet den lieber gang in eine neue Welt. Unabsehbar strahlen bie grünen Fächer der Rebzeilen bergan. Westlich krönt Schloß Johannisberg eine aussichtberühmte Bergterrasse, die eine ber ebelsten Wein la gen trägt, seit mehr als hundert Jahren im Fürstlich Metternichschen Besitz. Der freundliche Kellermeister zeigt gern die uralten Kellereien ber ehemaligen Benebiktinerabtei unb den riesigen Saal, in dem die berühmten Weinversteigerungen ftattfinben. Mit hundertfach wechselnder Schau über Berge, Strom und blühende Gefilde steigt der Weg mählich in die ersten, lichten Baumschatten hinauf. Hohe Pappelreihen, blinkende Teiche, unb bann, in grünen Frieben gebettet, malerisch unter hochgestellten Wäldern, Kloster Eberbach! Es wurde schon 1116 als erste Niederlassung der Zisterzienser in Deutschland gegründet, 1131 erhob es 'der heilige Bernhard von Clairvaux zur Abtei; durch Anbau und treffliche Kultur einer der feinsten Weinlagen, erlangte es eine besondere Berühmtheit. Das ist ein echter Klosterwein, der bereits im 12. Jahrhundert gepflanzt wurde und noch heute im Eberbacher Keller ebenso wie Marcobrunner und Hattenheirner verarbeitet wird. Aus den südlich üppigen ^laftergärten und Obst- tulturen gehts dem Gebirge zu, das mit breiten Kämmen unb dichten Forsten bas Rebenlanb als Rheingaugebirae säumt. Herrliche Buchen- und Tannenhochwälder umkränzen die Ha ll gar ter Zange, in 580 Meter Höhe, die man in ändert- halbstündiger Wanderung von Kloster Eberbach erreicht. Der Rundblick vom Aussichtsturm ist der umfassendste des ganzen Gebirges, geht fast über ben ganzen Rheingau unb Taunus, Mittelrhein, Rheinhessen bis zum pfälzischen Donnersberg: ein Blick weit hinaus ins Blütenlanb, der allein eine Frühlingsfahrt lohnt! Anmutige Dörfer sind ins weite, grüne Wälbermeer eingestreut, Hallgarten auf felsiger Terrasse, Stephanshausen auf unserer Höhenstraße zwischen „Zange" unb dem K a m - Wir kehren aus bem Blütenmeer zu grünen Ufer» pfaben zurück unb fallen ins Nachbarftäbtchen Winkel ein, wo in Stille unb Verborgenheit ein Frühlingsidyll anderer Art träumt: das Goethe- gärtlein am alten Brentanohaus. Goethe bewohnte hier als Gast ber Familie Brentano im Jahre 1816 zum letzten Male seine beiben „Kabinette" mit bem reizenden Ausblick über Blumen unb Rebenlauben zum Rhein. Ein paar Gassen weiter steht man vor dem primitiven Gemäuer bes ältesten steinernen Profanbaues im beutschen Land, dem „Grauen Haus". Es ist überhaupt eine kunstgeschichtlich interessante Gegend. Auf bem Friebhos von St. Walpurgis finben wir bas Grab ber Dichterin Karo- line von Oünberobe, im angrenzenben Mittelrhein — winzig und unbekannt — eines der ältesten deutschen Kirchlein, St. Egidius, um 1100 auf karolingischen Fundamenten gebaut und noch heute in rein romanischem Stil erhalten. hier einen Wundergarten gibt? „Das ist unsere Pommlochie!" sagt stolz ein Bäuerlein, als wir den —- 1-,..... - ...^ . , - Weg zur „Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt Rin hält uns nichts mehr! Nun sind wir so fern für Obst- und Gartenbau" suchen, kurz „Po- ul» nahe! Nun sind wir der ruhende Pol, im 1 uw logisch es Institut" genannt. Es ist ein blühendes, Nicht die Fahrt durch die lodernden Mohn-Meere hr tieinasiatischen Haschisch-Gegend, nicht bas kecke heine Abenteuer mit ber Ungarin auf Lussinpiccolo, licht den ersten Alpenflug möchte ich so nennen, od) jenen anderen, der mich als ersten Menschen ii die Himmel zwischen totem Meer und Mitkläger emportrug. Einmal hob ich ein Kind, das nie us seinem Dorf herausgekommen, auf meinen Soziussitz und raste es in drei geschlagenen ©tun« I n an die See, blieb stehen, wo die letzte Düne tüt einem letzten Pinselstrich die silbernen 23er» ....... _ . . „ pfungen verzögert, und genoß die hilflose Be° und Stein von ber zähen Liebe, bie Haus unb Hof j irzuna bes Knaben, ber sich mit bem Meere maß; in hartem Tagewerk erhielt, um sie als Erbe ben x noß sie in Erinnerung an einen Tag, ber mich, Enkeln in treue Obhut zu überantworten. So spm- dn Fünfzehnjährigen, hochwogenb in bie Welt- c"‘" m e r f 0 r ft, einem ber üppigsten, heut noch urwüchsigen Waldgebiete über dem Niederwald. Auf unb ab ziehen die Pfade, streifen uralte Wallfahrts- ftätten Kloster Marienthal unb bas verwunschene „Noth-Gottes"-Helligtum, unb erreichen Forsthaus Kammerforst unb den weltfernen „Teufels- k ä b r i ch" mit phantastisch schönem Tiefblick zum Rhein, ben ber senkrecht abstürzende Fels gewährt. Vom Forsthaus steigt man entweder nach Aßmannshausen oder zum Niederwald ab. Wie in goldener Muschel präsentiert sich von hier aus das reizende Rüdesheim in seiner Rebenfülle, mit dem grüngoldenen Strom, den drüben die Binger Höhen mit duftigen Konturen begrenzen. .. Krühlingsfahrt ins Maintal. Von (Smit Baader. Ein flinker Wagen kam angefahren und nahm mich mit. Trug mich über viele Hügel. Durch manche Dorfschaften, durch Marktflecken und kleine Städtchen ins Taubertal und dann ins Maintal. Irgendwo habe ich den kleinen Wagen verlassen und bin zu Fuß weitergetippelt durch den fränkischen Frühling. Unb wenn Regen übers Lanb kam, linber, zarter Frühlingsregen, bann habe ich mich in ein Dorfwirtshaus gesetzt zu einem Glas Apfelmost, in eine Fischerkneipe zu Wertheim ober in einen Bummelzug zu fränkischen Bauern und Bäuerinnen. Ueberall aber war ich im feierlich schönen walb- unb bergumrahmten Maintal. Jener Teil bes Maintals roars, darin zu wandern ans Herz greift, weil man selbst so klein ist in diesem Tal. Es fahren Floße im Strom, gelassen unb traumhaft. Dann kommen Schleppzüge, schwerbe- laben. Sie fahren stromaufwärts. Sie lassen sich Zeit. Es kommen Dörfer. Sie haben nur eine einzige Straße: zwischen Wasser unb Bergen. In ben schmalen Gärtchen blühen rosarot bie Aprikosen. Em bleigrauer Himmel hängt überm Dorf, überm Strom. Es ist Frühling. Das Lanb duftet stark. Aber ber Frühling ist sehr verhalten. Die Sonne hält sich hinter bicken Wolken verborgen. Bachstelzen sitzen auf bem Gelänber ber Haslocher Mainbrücke. Hoch in ber Luft fliegt ein Fischreiher. In biefer Lanbschaft, diesem Mainfrühling zu man» bem, bas ist etwas Eigenes. Kilometerweit gewahrt man nichts als bie Wasserfläche bes Stromes unb barüber bie noch roten winterharten Wälber. * Jenseits des Stromes fahren auf gutgepflegter Lanbftraße in roilber Jagb bie Autos aus den großen Stäbten. Aus Frankfurt kommen sie unb aus Aschaffenburg, nach Würzburg fahren sie, nach Bamberg unb Nürnberg. Die Wagen fahren burch bas große Tal bes erwachenben Frühlings. Aber bie Insassen atmen ben Duft bes Laubes nicht. Sie atmen ben Duft bes Maines unb ber frischgepflügten Aecker nicht. Sie mögen nur ahnen, wie schön unb groß bas weltferne Walbtal ist zwischen Spessart unb Obenwalb! Manchmal kommt es mich an, abzuzweigen vom Wcmberweg im Tal. Jrgenb einen Weg zu begehen, ber in bie roten Wälber am Hang führt, zu den roten großen Steinbrüchen, oder hinauf auf das Plateau, wo menschliche Siedlungen liegen; von wo man weit hinaüsschauen kann in das große Walbtal. Aber mit magischer Gewalt zieht es den Wanderer wieder hinunter an Den Strom, hinunter in bie Dörfer im Tal. * Wenn man nach langer Wanberschaft irgenbroo Herberge gefunben in einer alten, kleinen Stabt, wenn am Morgen ber Frühlingsregen leis unb ein wenig schwermütig niebergeht, wenn ber Strom zart verschleiert liegt, wenn bie Glocken gebämpft vom Turm erklingen, wenn man feinen Wcmber- schritt sachte wieber auf bas Pflaster setzt, wenn man in bie ach so rührenb bunten Fenster ber Kleinstabtläben schaut, bann überkommt es uns plötzlich: Ach, wer nun eine Weile fahren könnte mitten im Strom, mit einem Floß, mit einem Boot. Unb wenn bas nun gelingt, wenn man Glück hat, wenn ber Flößer näher ans Ufer fährt, unb wir springen auf bas Floß unb fahren mit zu Tal, einen Tag, zwei Tage. Wie schon! Die Nebelschleier verlieren sich. Die Sonne bricht sich Bahn. Ein blauer Frühlingstag steht plötzlich über uns: gelben ... Lerchen jubeln fern über ben Aeckern ber Ebene. Drosseln jubeln an ben Uferwälbern. Schlehenbüsche stehen auf einmal in blenbenbem Weiß fern an ben Hügeln. Aus bem Lanb bes schwer- mütlgen Walbfrühlings sinb wir sachte gekommen in bas Lanb bes heiteren Wiesen- unb Matten- frühlings, in bas Lanb ber Fröhlichkeit. ♦ Man verläßt irgenbroo bas Floß, biefes gelassene Fahrzeug bes Traumes. Irgenbroo steht ein kleiner Bahnhof, wo wir auf ein Züglein warten, bas uns geschwätzig unb pustenb fortträgt aus dem weiten Mainland in die große Stadt, bie nichts weiß um bie Wunber bes Walbfrühlings, um ben Zauber ber Traumfahrt auf ben alten Wassern bes guten Stromes ... £Rad ‘Witdungin für Tlita Bad Salzschlirf • Hotel Kaiserhof U» Meter ü. b. M. 3 Minuten vom Wald. Höhen- k. Zentralheizung. 4 Mahlzeiten. Pennonsvrerse [- bis 3.50 Mark. - Prospekt auf Verlangen, img bei Herz-, Nerven- und Stoffwechselkrankheiten (Magen-, Darm-, Nieren-,. Rheuma-, Zucker- u. Hautleiden). 3550V Zeitgemäße niedrige Preise! Prosp. 19 durch die Kur verwalt. GlämendeErlolgel Diät - und Kneippdad Cambergfüunu, Pension — Eigene Konditorei —Cafe—Küche—Keller—Bester Ruf HESSISCH ES hilft Jhnen bei: Herz-u.Gefässleiden, Rheumatismus, Gicht nervöser Erschöpfung AUSKUNFT HE,SS.B^DEDIREKTION bietet Ruhe in schönster Lage, grossen Kurpark, preiswerte, Unterkunft Pauschol-u. 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Forst- und Jagdzeitung" vom Jahre 1861 findet sich ein Hinweis aus der Feder des alten G l o g e r auf die große Schädlichkeit des Eichhörnchens. „Bloß die Eichhörnchen nicht schonen", heißt es da, „denn in der Tat fügen letztere während der Heckzeit den Bruten kleinerer Vögel durch Verzehren ihrer Jungen nicht viel weniger zu, als die Marder selbst, nur gehen sie allerdings nicht, gleich diesen, auch schon den Eiern nach." Diese Behauptung ist übrigens durch unsere Beobachtung als widerlegt anzusehen. Da sich in unseren Revieren und Anlagen der Marderbestand gegen früher ganz bedeutend ver- ringert hat und das Eichhörnchen außer durch den Menschen heuzutage kaum eine erhebliche Zurück- Wer im neuen Staate mitarbeiten will, wird Mitglied der NSV. Spenden für die 7!SD. werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen. schraubuna seiner Dorkommensdichte zu erwarten braucht, besteht die Möglichkeit, daß es sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte bis zur Ueberver- mehrung wird fortentwickeln können, wenn ihm nicht rechtzeitig entgegengetreten wird. Dies läßt sich jedoch nicht mit den Belangen des Vogelschutzes und des von uns angestrebten inneren Ausgleiches im Naturhaushalt einerseits, sowie auch mit den Forderungen des Jagdschutzes vereinbaren. Wir halten daher, weil Gefahr im Verzug, ein Ein« greifen des Menschen für dringend geboten. Don der Natur her ist unter den gegebenen Verhältnissen eine Abstellung des Uebels in dem wünschenswerten beschleunigten Verfahren nicht au erwarten, da das von der Vorsehung einst gewollte Abhängigkeitsverhältnis von Angreifer - Beutetier durch die Schuld des Menschen in der vergangenen Zeit zerstört worden ist. Eine sofortige Abdrosselung des Eichhörnchenschadens aber und unverzügliche Niederringung der fortgesetzten, schließlich zu einer unverantwortlichen Massenvermehrung führenden Zunahme ist daher zu einer Grundpflicht des menschlichen Natur- und Selbstschutzes geworden. Die Regierungsstellen aller deutschen Länder sind dahingehend zu informieren, daß die veralteten und zur Zeit noch in Hebung befindlichen Polizeibestimmun« gen über den Schutz des Eichhörnchens auf dem Derordnungsweg unverzüglich außer Kraft gesetzt werden. In Hessen wird in nächster Zeit sowohl den staatlichen, als auch den kommunalen Stellen ein ausgearbeiteter Bekämpfungsvorschlag von Seiten der staatlichen Vertrauensleute für Naturschutz zugehen. Auch in den Gießener Anlagen erweist sich ein diesbezügliches Vorgehen für dringend geboten, ebenso gegen nachts herumstrolchende Katzen. Daraus ergibt sich, daß hier in nächster Zeit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eine Abnahme des derzeitigen Eichhörnchenbestandes herbeigeführt werden muß, um den Naturhaushalt in diesen Dingen wieder auf einen für den Gleichgewichtszustand des Lebensraumes wünschenswerten wohl disziplinierten Stand herabzudrücken. Es versteht sich aus diesen Worten heraus, daß hier also nicht einem Vernichtungsfeldzug mit dem Ziele völliger Ausrottung das Wort geredet werden soll, das mögen sich besonders jene überempfindlichen Zeitgenossen hinter die Ohren schreiben, die schon beim dritten Satz in den Ruf „Oh, die armen Eichhörnchen" ausgebrochen sind. Es versteht sich, daß in Ansehung seiner Bedeutung als Geschöpf in Gottes ferner Natur, seine Existenzberechtigung und auch seine Aufgabe, unser Bekämpfungsvorschlag dementsprechend nicht „restlose Vernichtung" heißen darf, sondern nur Niederhaltung! Wegen Naffenschändung in Schuhhast. LPD. D a r m st a d t, 4. Mai. Der jüdische Handelsmann Wilhelm Kahn aus F r i e d b e r g ist in das Konzentrationslagen Osthofen gebracht worden, weil er mit einem arischen Dienstmädchen geschlechtlich verkehrte und auch andere Frauen und Mädchen unter Angebot von Geld zum Geschlechtsverkehr zu bewegen versuchte. Wirtschast. * Herabsetzung der Deoisenhöchst- betrüge für Mai auf 25 v. H. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat angeordnet, daß die allgemeine Genehmigung sowie die Einzelgenehmigungen, die für Auslandzahlungen im Warenverkehr erteilt worden sind, im Monat Mai nur bis zur Höhe von 25 v. H. in Anspruch genommen werden dürfen, nachdem vorerst für Mai 35 v. H. in Aussicht genommen waren. Rembourskredite können bis zu 50 v. H. (gegen 70 v. H. im April) ausgenutzt werden. Frankfurter Börse. rNittogsbörse schwächer. Frankfurt a.M., 4. Mai. An der Börse nahm die Geschäftsschrumpfung weiter zu. Unter dem großen Ordermangel und der Interesselosigkeit der Bankenkundschaft drückten die an sich nur in geringem Umfange vorliegenden Verkaufsaufträge stärker auf die Kursentwicklung, die gegenüber der Abendbörse zwar uneinheitlich, aber doch ganz überwiegend schwächer war. Die Transfer-Verhandlungen veranlassen nach wieoor zur Zurückhaltung, so daß die Kulisse nur auf ganz wenigen Marktgebieten tätig war. Vor allem war die Neubesitzanleihe wieder rückläufig, und zwar von 16,15 auf 15,50 v. H. Altbesitz lagen dagegen wegen der im nächsten Monat stattfindenden Ziehung widerstandsfähiger und auch im Verlaufe gut behauptet. Reichsmark-Obligationen befitzanleihe 15,75, Altbesitz 94,90, Gelsenkirchen 59,75, Harpener 88, Phönix 47,25, Rheinstahl 90 bis 90,50, AKU. 59, Betula 128,25, Daimler 43, Scheideanstalt 182, IG. Farben 128,75 bis 128,50, Gesfürel 96,75, Holzmann lagen auf die weitere Dividendenlosigkeit 1,50 v. H. niedriger (64), Schuk- kert 87,50, Zellstoff Waldhof 47,13, Hapag 19, Norddeutscher Lloyd 24,25. Frankfurter Cb ft» und Gernüjemarkt. Frankfurt a. M., 4. Mai. Am Gemüse- markt verzeichnete man allgemein reichliche Zufuhren, in Spinat, Spargel und Kopfsalat bestand Heberangebot. Angebot in Kohlrabi, inländischem Kopfsalat, Rettich und Radieschen nicht besonders stark. Die Preise waren bei ruhigem Geschäft allgemein rückläufig. Es erzielten: Blumenkohl, Steige 12 Stück 400 bis 550 holl., Bohnen, Körbchen etwa 8 Pfd. netto 175 ital., Erbsen 12 bis 15 span., Gewürzel gr. Bdl. 40 bis 50, Salat-Gurken (Treib) 20 bis 38, 32 bis 45 holl., Karotten 12 bis 15, Treib Bdl. 20 bis 22, Kohlrabi (Treib) 9 bis 15, Kopfsalat I 12 bis 14, II 7 bis 10, Steige 30 Stück 300 bis 450 holl., Lattich 8 bis 10, Schlüpfer 12, Radieschen Bdl. (Treib) 3 bis 4, Rettich Bdl. 15 bis 30, Römischkohl 15 bis 20, Spargeln I 26 bis 30, II 18 bis 22, III 11 bis 14, Spinat 2 bis 4, Wirsing 8 bis 9. Bei Obst und Südfrüchte zeigte sich genügendes Angebot in deutschen Aepfeln, in Apfelsinen und ausl. Aepfeln waren die Zufuhren reichlich. Das Geschäft nahm einen lebhaften Verlauf. Es erzielten: Deutsche Aepfel I 20 bis 28, II 15 bis 18, III 13 bis 15, amerik. Aepfel Kiste etwa 40 Pfd. rote 800 bis 1000, gelbe 1100 bis 1200, Apfelsinen blond 15 span., Blut 13 bis 17 span., Bananen, Kiste etwa 12'/r kg 650 Jam., 600 Kamerun, Erdbeeren (Treib) I 180 bis 250, II 150 bis 170, Erdnüsse 13 bis 14, Zitronen, Korb 50 kg 750 bis 800. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 4. Mai. Es notierten (Großhandels- Einstandspreis je 100 Kilogramm loko Mainz) in Mark: Weizen 20,50 (Mühlenpreis), Roggen 17,40 (Mühlenpreis), Hafer 16,75 bis 17, Braugerste 17,75, Jnduftriegerste 17,25, Malzkeime 13 bis 13,25, Weizenklele (grob) 11,40 bis 11,50, (fein) 11, Roggenkleie 11,25 bis 11,75, Weizenfuttermehl 12 bis 12,15, Biertreber 14 bis 14,10, Sojaschrot 15,55, Trockenschnitzel 10,25. Tendenz: bei kleinem Hmsatz ruhig. Kölner Buttermarkt. Köln, 4. Mai. Deutsche Markenbutter 126 (zuletzt 126), deutsche feine Molkereibutter 123 (123), deutsche Molkereibutter 119 (119). Landbutter nicht notiert. Allgäuer Buttermarkt. Kempten, 4. Mai. Deutsche Markenbutter (Tonnenware) 123 (zuletzt 123), deutsche (Allgäuer) feine Molkereibutter 120 (120), deutsche (Allgäuer) Molkereibutter 117 (117), deutsche Landbutter entsprechend niedriger. waren geschäftslos, es wurden meist schwächere Kurse genannt. Stahloerein-Bonds gingen um 0,25 v. H. zurück. Am Aktienmärkte gaben IG.-Farbenindustrie 0,40 v. H., Deutsche Erdöl 0,50 o. H. nach. Elektrowerte lagen durchweg bis auf Bekula, die 0,65 v. H. anzogen, schwächer, und zwar Gesfürel, Licht und Kraft und Siemens um je 1 v. H. und Schuckert um 0,75 v. H. Bergwerksaktien tendierten unregelmäßig, etwas fester eröffneten Mannesmann, Rheinftahl und Harpener, dagegen verloren Gelsenkirchen und Klöckner je 1 o. H., Stahlverein 1,13 v. H., Phönix 1,50 o. H. Erneut schwach waren Schiffahrtsaktien, Hapag bis auf 19 nach 20,50 v. H. und Nordd. Lloyd 0,50 v. H. nachgebend. Im einzelnen lagen AKH 0,50 v. H. fester, während Bemberg 1,13 v. H. nachgaben. Deutsche Linoleum verloren 0,25 v. H., Daimler 0,90 v. H. Gut gehalten waren Zellstoff- aktien, Conti Gummi und Reichsbank. Im Verlaufe blieb die Stimmung gedrückt und die Kurse bröckelten in den meisten Fällen um weitere 0,25 bis 0,50 v. H. im Durchschnitt ab. Schifffahrtsaktien waren weiter schwach, Hapag erneut minus 1 v. H., auch Nordd. Lloyd 1 v. H. niedriger. JG.-Farben 128,50 nach 129 v. H. Auch die erst später zur Notiz gekommenen Papiere zeigten meist Abschwächungen von 0,50 bis 1 v. H., nur dement Heidelberg zogen 0,25 o. H. an und Reichsbankan- teile waren um insgesamt 1,65 v. H. fester. Die Neubesitzanleihe erreichte mit 15,15 einen neuen Tiefstandkurs, später waren sie bei etwas lebhafterem Geschäft auf 15,35 v. H. erholt. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen hielten sich weiterhin behauptet. Am Pfandbriefmarkt gaben die Kurse meist bis 0,25 v. H. nach, auch Stadtanleihen verloren bis 0,50 v. H. Staatsanleihen lagen nur wenig verändert. Von fremden Werten waren türkische und schweizerische Anleihen etwas beachtet. Tagesgeld war etwas leichter und wurde um 0,25 auf 3,50 v. H. ermäßigt. Gegen Schluß der Börse war die Stimmung etwas freundlicher, die Hmsatztätigkeit blieb aber minimal. Auf einzelnen Marktgebieten trat eine leichte Erholung ein, vor allem bei Neubesitzanleihe, die bis auf 15,95 v. H. erholt war. An den Aktienmärkten waren Farbenindustrie wieder 129, Gelsenkirchen 60,25 nach 59,50, Hapag 19 nach 18,25, Nordd. Lloyd 25,25 nach 23,50, Metallgesellschaft 80 nach 79,50, anderseits aber Bekula 127,25 nach 128,25, Schuckert 87,50 (88,25), Mannesmann 63 (63,75), Harpener 89 (89,50), AG. für Verkehrswesen 63,50 (64,25). Abendbörse lustlos. Die Zurückhaltung dauerte auch an der Abendbörse fort, und die Stimmung war wieder ausgesprochen lustlos. Dem immer noch in geringem Umfange herauskommenden Angebot stand weiterhin kaum Aufnahmeneigung gegenüber. Die am Mittagsschluß eingetretenen geringfügigen Erholungen konnten in den meisten Fällen nicht aufrechterhalten werden. Farbenindustrie gaben insgesamt 0,75 v. H., Daimler Motoren ebenfalls 0,75 o. H., Rheinstahl 0,25 v. H. nach, im übrigen waren die zur Notiz gekommenen Papiere meist nominell. Die erneute Ablehnung Dr. Schachts gegen eind Abwertung der Mark fand zwar Beachtung, bei der herrschenden Geschäftsstille blieb sie aber ohne Wirkung. Im Verlaufe waren Rheinstahl 0,50 v. H. freundlicher, sonst lagen die Schlußkurse meist etwas unter Berlin. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei abbröckelnden Kursen ebenfalls klein. U. a. notierten: Neu- Achtel mehr auf das Eichhörnchen! Es ist schlimmer als fein Ruf! Von Dr. Karl Rudolf Fischer, staatlichem Vertrauensmann für Naturschutz in Kessen. Unsere heimische Vogelwelt ist durch die menschlichen Kulturbestrebungen noch nicht bedroht genug: ein neuer Feind steht auf, den man seither als solchen nicht erkannte: das Eichhörnchen! Ihm soll daher aus notwendigen Gründen einmal eine vorurteilsfreie Betrachtung gewidmet werden. Die Notwendigkeit hierzu ist um so größer, als einmal alle Maßnahmen im Sinne des Naturschutzes und der ihm dienenden Bestrebungen von der Oeffentlichkeit kennen gelernt, verstanden und nachgeahmt werden sollen. Zum ersten Male wurden wir auf den hohen Schädlichkeitsgrad des Eichhörnchens in unseren Waldungen im Jahre 1931 aufmerksam. In jenem Jahre war nämlich die akademische Dogelschutzanlage im Gießener Forstaarten ins Leben gerufen worden, eine Beobachtungsstelle, die als Kontrollstation für die Prüfung der biologischen Bedeutung des Vogelschutzes im Allgemeinen und des künstlichen Nist- materials im Besonderen für das Land Hessen eingesetzt war. Schon im ersten Jahre ergab sich bei der in kurzen Abständen vorgenommenen Nachprüfung, daß fast alle Brutstätten in ausnahmsloser Reihenfolge rings um das Flugloch beschädigt waren. Der kranzförmig angelegte Erweiterungsversuch ließ zunächst einen Verdacht auf Gevatter Specht aufkommen, der die Höhlenrinden nach allerhand holzlebendem Gewürm abgesucht hatte. Doch wurde der Fall kriminell, als sich bei näherer Weiterbeobachtung herausstellte, daß nur solche Höhlen beschädigt waren, in denen sich eine Brut befand, während die leer gebliebenen Kästen keine Schadspuren zeigten. Die Mitoder Alleintäterschaft des Spechtes konnte nicht mehr auftechterhalten werden. Wer aber hatte es geschafft? Der Verdacht nahm eine gewisse Verdichtung und Richtung an, als eines Tages bemerkt werden konnte, daß fast alle höhlenbrütenden Singvögel auf das Eichhörnchen „haßten", sobald es sich irgendwie in der Nähe ihrer Höhle zeigte, und daß dann regelmäßig ein richtiggehender Auflauf unter den benachbarten Vögel zustande kam. Zunächst versuchte man, die gefährdeten Höhlen samt der darin geborgenen Brut dadurch zu schützen, daß man Blechbeschläge um die Einflugsöffnung legte, und zwar so, daß die scharfen Kannten nicht den schlüpfenden Vogel schädigten. Jedoch erwies sich dieser Gedanke als aussichtslos, nachdem festgestellt war, daß kurz danach zwei Nistkästen über der Bodensohle durchgebrochen waren und aus dem ovalen, hühnereigroßen Loch die Brut gewaltsam herausgezerrt worden war, so daß das Nistmaterial noch aus der Deffnung hing. Eine sehr genaue Nachforschung nach dem mutmaßlichen Täter lenkte nun endgültig den Verdacht auf das Eichhörnchen, das sich übrigens im Gleichfluß mit der Vermehrung der Singvögel ebenfalls in dieser Zeit zahlenmäßig im Garten ausgebreitet hatte. Es zeigte sich einwandfrei an den beschädigten Stellen, daß es sich um Schleifspuren von Nagezäh - nen handelte, so deutlich ausgeprägt, daß man mitunter einen regelrechten Stählen kränz wahrnehmen konnte, der sich von den wahllosen, unsym- taube" hin und stellt entschieden die einzige Täter-nachmittag fleidjlofien Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi« 1230 Uhr. 16 bi« 17 Uhr. Samstag metrischen Hackspuren, wie sie beim Entfernen von Spänen durch den Specht entstehen, einwandfrei unterscheiden ließ. Ich habe diese Stellen einer Reihe von Fachleuten vorgeführt, die unabhängig von meinem Urteil sofort auf die gleiche Täterschaft schließen konnten. Abgesehen von der höchst unliebsamen Beschädigung des Nistmaterials und der fortgesetzten Störung der Dogeibruten durch das Benagen der Höhlen ist das Eichhörnchen ebensowenig wie streunende Katzen in Einklang mit den Bestrebungen des Vogelschutzes zu bringen, weil es tatsächlich, wie wir beobachtet haben, Eier und Junge der Vögel nach Raubtierart frißt. Um nun ganz sicher zu gehen und uns ein objektives Werturteil aufgrund von Tatsachen zu bilden, haben wir uns die Mühe gemacht, die wissenschaftliche Literatur durchzusuchen und die anderwärts gemachten Erfahrungen mit unseren Befunden zu vergleichen. Aus Band VIII (1926) und Band XI (1927) des „Jahrbuches fyr Jagdkunde" ergeben sich folgende Zusammenstellungen: Jung berichtet 1926 vom Ausplündern frei ständiger Jagd-Vogelnester durch Eichhörnchen. Dem Hebelstand wurde durch vermehrten Abschuß abgeholfen, so daß „im nächsten Frühjahr ein Haselhuhngesperre auskam". Also auch regelrechter Jagdschaden kommt vor. 1927 wird von der Plünderung der Legenester im Hühnerstall berichtet, ein andermal wurden fünf Hühnereier im Schlupfwinkel des Eichhörnchens gefunden. Ein Eichhörnchen raubte „die Kücken aus der Bucht". Ein weiteres „springt einen dem Nistkasten zufliegenden Star an, verfehlt ihn aber", wieder eins holt „Eier aus dem Taubenschlag", ein anderes hat eine „Jungdrossel geraubt" und ein letztes das Nest einer „Brutschnepfe zerstört". Von einer Beschädigung der Nistkästen und Ausräube- rung der Höhlen ist nach diesen Quellen allerdings bislang, d. h. in neuerer Zeit, noch nicht bekannt geworden. Wohl aber besteht in der alten forstlichen Literatur ein Hinweis über das Verhalten des Eichhörnchens. Aus der Feder des Altmeisters der deutschen Frostzoologie, Geh.-Rat Prof. Dr. A11 u m. Er schreibt in der „Zeitschrift für Forst- unb Jagdwesen", Jahrgang 1878, über „Eichhörnchen am Nistkasten" etwa folgendes: Er hatte zu Versuchszwecken im Stadtforst von Eberswalde 1868 100 Nistkästen aufgehängt, die allesamt sehr gut besetzt waren. Bis zum Jahre 1875 aber war der Bestand der Höhlenbrüter auf 12 zurückgegangen. Beim Nachforschen nach der Hrsache bemerkte er, daß „von unten her eine schiefe Erweiterung des früher kreisrunden Loches" eingetreten war. Bei genauer Hnterfuchung stellte sich heraus,daß, wie dieNagezahn- spuren im Holz ganz unzweifelhaft bewiesen, bei allen ohne Ausnahme Eichhörnchen als Zerstörer in Frage kamen. Weiterhin erinnerte Altum an die auffällige Erscheinung, daß sich die Höhlenbrüter, „deren Fluglochweite ein Eindringen des Eichhörnchens ins Innere der Höhle gestattet, nur schwach vermehrten". Er verweist auf die stets seltener werdenden Bestände von Schwarzspecht, Blaurake, Hohl- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführlen Ziffern geben die Hohe der zuietzi beschloßenen Dividende an. - Reichsbankdiskoni 4 v. H Lombardzinsfuß 5 o. H. 5,656 47,30 10,44 65,98 81,22 34F Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL 3,053 169,87 61,31 57,16 66,02 12,805 0,582 2,499 58,56 21,35 16,54 81,24 34,31 81,80 0,757 0,213 5,676 11,65 Wien....... Prag....... BudapeG ... Sofia...... Holland .... Oslo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyorl.... Brüssel..... Italien..... Parts ...... Schweiz .... Spante».... Danzig..... Japan ...... Rio de Ja». . Jugoslawien. Liitaho» .... ~Zrlel 2,467 58,52 57,21 12,79 16,52 169,79 21,32 64,21 Sranttun u. l’l Berlin Schluß« hird Schluß!. Abend» börse Schluß» hu< Schlußk Mittag» börse Datum 3-5. 4.5. 3.5. 4-5- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 94,5 94,5 94,75 94,13 6% cfcem.7% Dt. Retchsanl. v. 1929 99,9 90,25 99,9 100 100 t>¥i% Boung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 90,25 90,6 AuSlos.-Rechten .......... 94,75 94,9 94,65 94,9 Desgl. ohne Auslof.-Rechte...... 6% ehem.8°/, Hess. Bolköstaal 1989 16,15 15,75 16,05 15^8 (rückzahlb. 102%) .......... 93 93 93 92,9 6% Hess. Landesbank Darmstadt 91,25 Gold R. 12 .......... 91,25 M ,25 6y»% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Ltyut......... 90,25 90 Oberhessen Provtnz-Änleihe mü Auslos.-Rechten ....... Deutsche Komm. Sammelabl. An- 94 94 — — leihe Serie 1 mü Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 93,2 93,2 — 93,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 •% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 91,25 91,25 91,25 91,25 — — * — 654% ehem. *¥i% Franks. Hyp^- Bank-Ltqu.-Dsandbrtese....... 90 90,5 6Vi% -hem. 00 (Liga) Teilnehmer am Jubiläumsturnier in Friedberg. Kopf- u. 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M I, s a ■I ü/5 ichuW jüdische J® ibergl ■* - J ien n und v zefchlech^' MEISTERKLASSE 34 4 sitaCobflo-Umouslne 20 PS km.2495 SONDERKLASSE 1001 4 uitCabrio-Umousine 26 PS bm.2850 SONDERKLASSE Limousine viertürig 26 PS 6M.2S95 SCHWEBEKlASSE . m Dcrodsdwebeodse 4sittCobncljrti26 K 1 km.3150A M ■>en, u >rtli/> V* zum Austrag kommenden Spiel Sportverein Bad- Nauheim I — Fußballsportverein Frankfurt a. M. Juniorenelf das Schlußspiel bestreiten kann. Die Spielvereinigung 1900 Gießen entsendet morgen folgende Elf: I \ DqMnendt(kew von Nur so können Sie Ihre Zeltunge- enzelgen durch zeitgemäße, gepflegte N I Q N A - G DKW.-Vertretung: KRAHN & COMP. Gießen, Telephon 3039 2419D Neigungsehe alleinst. Dame (Rheinl.) evgl. 84 Jahre.gesund,schlankeErsckeinung, 1.65 m, hauswrrtschastlich, gediegene Aussteuer, etwas Barvermögen, sehnt sich nach einem Heim und möchte m. sol., geb. charakterfesten Herrn zwecks spät. Heirat in Briefwechsel tret. Gew erb sm. Vermittl. zwecklos, ernstgemeinte Zuschrift. erbet.u.2688va.d.GiebenerAnzei., xtj’Jt' 1 d.,7 *^n •? Sihh schon dx ens duij en. [> ij J'nb n d«ch l, e Zurü- Die zweite Mannschaft wartete seit längerer Zett wieder einmal mit einer annehmbaren Leistung auf. Bis zur Halbzeit gelang es dem Gießener Mittelstürmer und dem Halbrechten, vier Tore zu erzielen, die auf Stellungsfehler des linken Läufers der Gäste zurückzuführen waren. Hatte man geglaubt, daß die Gäste, nachdem die Gießener auf 5:0 erhöht hatten, zusammenbrechen würden, so wurde das Gegenteil in die Tat umgesetzt. In kurzen Abständen wurde der Gießener Tormann dreimal geschlagen und somit das Schlußergebnis her- Si Ä s! lA ü C. Röhr & Co. 2724 A Aufnahme in den neubegonnenen Lehrgang noch bis Anfang Mai möglich Vogtsche Handelsschulen Gießen und Herborn Verlangen Sie ausführliche Druckschrift von 2567 A der Schulleitung Gießen, Goethestraße 32. bewährt haben sich Togal-Tabletten bei Tv. Krofdorf — Tv. Erda 14 :4 (2 :2). Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich die Mann- chaften in Krofdorf. Da Krofdorf mit vier Mann Ersatz spielte, fand sich die Mannschaft nicht recht und es gelang Erda in der ersten Halbzeit, das Spiel offenzuhalten, jeweils nach Ausgleich durch Krofdorf in Führung zu gehen. Halbzeit 2:2. Dann mit dem Waind spielend sand sich der Platzbesitzer und diktierte das Spiel. Es gelang den Gästen, noch zweimal erfolgreich zu sein, dann war es mit ihrem Widerstand vorbei und fiel nun Tor auf Tor. Mit dem Stand von 14:4 Toren endete das Treffen. Oer „Erste Schritt" 1934. Jungmannen-Prüfung im Radfahren auf der Landstraße. !n der Woche vom 6. bis 13. Mai begeht der i=in für Bewegungsspiele 04 Friedberg sein ^Stiftungsfest, verbunden mit zahlreichen Werbe- mZallspielen. Die Ligamannschaft der Blauweißen ?etiligt sich in der Bezirksklasse und hat hierin am lobmenden Sonntag die Bezirksklassenmannschaft ion Sportverein Bad Homburg als Gegner. Vor inun Jahr absolvierten beide Gesellschaftsspiele in Ätzen und Bad Homburg, die jedesmal die Gießeier als knapper Sieger sah. Allen Widerständen M Trotz sollte die Vertretung von 1900 ihre khis daransetzen, durch Kameradschaftlichkeit, Eifer mi gutes Zusammenspiel den Erfolg an ihre Jtr ne zu heften, damit sie am 13. Mai gegen den Mlger aus dem am Himmelfahrtstage in Friedberg Am morgigen Sonntag um 9 Uhr wird in den Städten Gießen, Alsfeld und Limburg die Jugend vom Start gelassen, um im Wettkampfe festzustellen, wer dazu geeignet ist, auch weiterhin in die sportliche Pflege genommen zu werden, um vielleicht dereinst die deutschen Farben bei der Olympiade 1936 in Berlin vertreten zu können. Alle Jugendlichen vom 14. bis zum 18. Lebensjahre, die Rad fahren können, sind zugelassen, gleichviel ob sie einem Radfahrverein angehören oder nicht. Deutsche Jugend, versäume die Gelegenheit nicht und versuche deine Fähigkeiten auf diesem Sportgebiet zu entdecken, denn es geschieht im Dienste unseres Vaterlandes! Meldungen sind sofort zu richten an August Deibel, Gießen, Neuenweg 50 und Ernst Schneider, Alsfeld, Oberhess., Volk- marstraße 13 und können noch bis eine Viertel- PAN die Bestbewährten FRONT LIMOUSINE • •iu'qWps eM.1865 R E I C H S KLASS E 4siti.Cobrio-llmousine 18 PS •U.1990 FRONT ROADSTER CABRIO mit 2 Gostsirzen 20 PS bm.2250 Jetzt ist es Zeit! Eine BlutreiniÄS-Kur MST Wörishofer Tee stärkt die Abwehrkräfte des Körpers. Heil- kräuter-Tees von 50 Pf. an Wacholder-Sait, SÄ tung d. Gesundh. Gl. v. 50Pf an. Pflanzensäfle, geg.aÜe Leiden. Sie kaufen alles frisch im Fachgeschäft für Naturheitmittel. EfeferhauslUNö in der Schulstraße. 02359 Schlarb Heiler Lippert Langsdorf Grünewald Heinbach Günther Koch Hofmann Schmelz Jäger Grohen-Buseck I — 1900 Gießen II. Eine Rückspielbegegnung in Großen-Buseck, wobei den Gießenern eine Wiederholung des knappen Vorspielsieges gelingen sollte, falls 1900 komplett antritt. Auf die leichte Schulter ist dieses Spiel nicht zu nehmen. 1900 Gießen III — Wißmar I. Ebenfalls ein noch ausstehendes Rückspiel, das in Gießen zum Austrag kommt. Nach dem Sieg im Vorspiel in Wißmar muß man den Hiesigen eigentlich auch einen sicheren Erfolg auf heimischem Platz zutrauen. Dieses Treffen findet bereits am Samstagnachmittag vor dem Handballspiel statt. ÄfB.-Reichsbahn Gießen. Am Sonntag fallen alle Spiele aus. Der ganze Verein fährt mit 1500 Mann zum Werbe-Sportfest der Reichsbahn. T.- u. Sporte. VfB. II — Allendorf l 5:3 (4:0). in Katzenfurt gegenüber. Katzenfurt, auf eignem ' schwer zu bezwingende Mannschaft, wird ieten, um den Gästen den Sieg nicht ist vollkommen offen. Vorher spielt die Heuchelheimer 2. Mannschaft ebenfalls gegen die 1. Elf von Krofdorf-Gleiberg. Das Spiel ist bis zur Stunde noch nicht fest abgeschlossen. Die Gäste haben ihre Form in letzter Zeit erheblich verbessert und stellen einen spielstarken Gegner dar. Die 1. Jugend-Mannschaft spielt in Krofdorf. Iußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Zu einem Gesellschaftsspiel weilt kommenden Sonntag die erste Mannschaft bei der gleichen des SpD. Vetzberg. Die Mannschaft spielt mit Ersatz, sie sollte aber trotzdem den Platzbesitzern einen Sieg schwermachen. Die Juaendmannschaft erwartet die gleiche von Wißmar. Auch hier sollte ein. ziemlich gleichwertiger Kampf zustande kommen. Handball im Gau XII der DT. Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Zur Fortsetzung der Spiele um den Aufstieg zur Bezirksklasse stehen sich am kommenden Sonntag Tv. kahenfurk — Tv. Krofdorf Einprägsam In derForm WGTbedFUCkSaCheO Wirksam In der Farbe gyt unterstützen. Nur so berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die Brühl’sche Druckerei, SchulstraBe 7. Anruf 2251 Tapeten-Reste von 5 bis 20 Rollen äußerst preiswert! Heinrich Hochstätter Am Brand ___________ 2721 A gestellt. VfB. III — Vetzberg I. Die sieggewohnte Dritte schlug erwartungsgemäß ihren Gegner nach feldüberlegenem Spiele. Das Spiel der Juaendmannschaft wurde beim Halbzeitstand von 1:0 für Wieseck abgebrochen. Die Hiesigen hatten nur acht Mann zur Stelle. , FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Nachdem am vergangenen Sonntag drei Mannschaften des F. C. Teutonia Watzenborn-Steinberg siegreich waren, stehen am kommenden Sonntag wieder drei Mannschaften im Kampf. . Die 1. Mannscha t trägt in Sinn ein Ruckspiel aus. Die Mannscha t tritt in guter Aufstellung an, muß sich aber trotzdem zusammenreißen, daß es nicht evtl, eine Niederlage gibt. Das Vorspiel endete 1 Die 2. Mannschaft und Jugend empfangen ihre Gegner aus Lich. lieber den Ausgang des Spieles kann nichts vorausgesagt werden. Die Jugendmann- schast steht z.Z. in achtbarer Höhe in Bezug auf Technik und Schnelligkeit. Wenn sie einigermaßen komplett antritt, ist ihr ein Sieg zuzurechnen. 2_e Spiele um die M e i st e r s ch a f t d e r G a u - • :r i ppen nähern sich ihrem Ende. Für die pari« iiää gkeit der Kämpfe und die Gleichwertigkeit der l!!ill.üd). v x i der Gruppe Mitte wird man die Ent- f) Dung erst am letzten Sonntag erwarten dürfen, üi iiamit zu rechnen ist, daß die beiden führenden 'ft mfchaften ihre Spiele gewinnen. Der „Club" t-t in Nürnberg gegen Borussia Fulda, der Dres- r SC. muß in Halle gegen Wacker antreten, n der Gruppe Norüwest trifft der VfL. rratl) in Essen auf Eimsbüttel, den Bezwinger :m Schalke, der auch den Düsseldorfern eine Nie- ?drnge beibrachte. Man rechnet hier mit einer a ilichen Revanche der Rheinländer und auch mit ‘ um Sieg der Schalter „Knappen" über Werder , men. Auch in diesem Falle würde dann die Ent- h Qung erst am letzten Sonntag fallen, wenn Ben- :»! und Schalke zusammentreffen. iie erste Entscheiduna erwartet man in der Gruppe Oft. Viktoria"89 Berlin wird sich in )|ra3ig sicher den einzigen noch zur Meisterschaft stnden Punkt holen, und damit wäre auch das ii te Treffen, das in Stettin Viktoria Stolp mit .11)en 09 zusammenführt, bedeutungslos. M 1.29 * (ogaJ Kampf der Gefahr!" Schadenverhütung ist Pflicht! Auch dich geht es an! 60 Todesovfer täglich, 24 000 jährlich verschulden allein die un- sälle aller Art. Wann wird es dich packen? 1L7 Milliarden kapitalisierte Rentenlast erfordern durchschnittlich die jährlich in den Betrieben vor kommenden^ Unfälle, auf 2,5 Milliarden Ün osten werden iie Folqen allein der Verkehrsunfalle em» S-schatzt. Wer träat diese Latten? Letzten Endes die gesamte Volkswirtschaft — clso auch du! In Hunderttaufende, in Millionen deutscher Famttien tommt durch Krankheit und Siechtum, durch Unfälle und Feuersnot, lurch Sach^iäden und Wertevernichtung — auch durch Bettug und Torbett — Not und Sorge, Kummer, Elend und Derzweifluna. Im neuen Deutschland trösten wir uns nicht bannt daß Versicherung Ind Sottalaesetzgebung, Staat und Kommune, Wohlfahrt und Fur- i_rn. cinfpr der Arbeit und des Lebens mitleidig mtt Almofen fön™ mprhüten ist besser als vergüten! Vorbeugen ist leichter ‘ri,Ä r i! E- mÄ di- otelfältigcn Fragen d°r Sch-d-no-rhütung, .„SrZtnnb vielseitig genug: Unfall- und Brandverhütung, LankL und Seuchenbekämpfung, Erste Hilfe und Lebensrettung, S, ^werbebvgiene und Dolksernährung, Berufswahl und Ehebera- ! hcng seelstche Hygiene und Pfufchereibekämpfung, auch aufkläruna und Schädlingsbekämpfung, alles das ist „Schaden- v-rhütungd' — Dein Arbeitgeber ist daran interefsiert daß du m allen diesen Fragen geschult wirst. Wende dick an chn, er beschafft dir, kostenlos für dich, das notLAe Lehrmaterial. alles aufbieten, um den Gästen den Sieg nicht leicht zu machen. Die Gästemannschaft muß daher auf der Hut ein und alle Register ihres Könnens — ------ f ziehen, um die Punkte zu sichern. Man rechnet mit'stunde vor dem Start am Startplatz abgegeben Kommenden Sonntag weilt die 1. Mannschaft des ehemaligen Kreismeifters in Heuchelheim. Wie man hört, sollen die Naunheimer evtl, zu den Aufstiegspielen der 1. Kreisklasse zugelassen werden. Wegen Terminmangels werden jetzt schon Vorspiele aus- getragen, die gegebenenfalls als Punktspiele gewertet werden. Die Einheimischen werden bei diesem Spiel auf eine harte Probe gestellt. Gilt es doch, den guten Ruf, den die Mannschaft allgemein ge«1 meßt, zu halten und noch weiter zu festigen. Man kann jetzt schon behaupten, daß dieses Spiel den Ausschlag für den Aufstieg geben wird. Sofern die Heuchelheimer den nötigen Siegeswillen aufbringen und den ihr eigenen Flachpaß pflegen, dürften sie | einen mindestens gleichwertigen Gegner darstellen. . r Tnr- „. Die Gäste sind z. Zt. wieder in Hochform und wer- ink-nÄttik-rq den sicher mit einer Portion Siegeswillen nach Heuchelyeim kommen. Der Ausgang des Kampfes § gehen einen esse. über 60 Jahren, begann vor ungefähr dieser Zeit- lüenn ösr Magen streikt MM 9ki sp sül Hochinteressante, viertägige 2714D Am 2. Mai entschlief mein lieber Mann, unser Vater TeleMendireklor i. R. Willi Telzlaii Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trailer: Henriette Tetzlaff, geb. Boehm. onnn vM WanzenundjedesllngeM wUUU 41X11« vertilgt fachmännisch und unter Gießen, den 5. Mai 1934. ]711P techn. Erzeugnisse. 2695, Gebrauchte und neue 2705D Motoren 2697 A 11 ur e th t in b lau en Schachteln 3 u 9 0 P f 9. nie m a I s lose! Er schmeckt ausgezeichnet, schafft rasch Linderung und kräftigt den Körper. von Selbstgeber sofort gegen gut. Sicherb. gesucht. Haus oh. Belast. Schr. Angeb. u. 02354 a.d.G.A. 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Deutsche Meisterschaftsrudern vom 20. bis 22. Juli auf dem an der Ingelheimer Aue gelegenen Floßhafen in Mainz ist erschienen. Mit der Durchführung wurde der Mainzer Ruder-Verein betraut, der mit der 4. Deutschen Kam^fspiel-Regatta und seiner 50. Internationalen Jubiläums-Regatta der Meisterschaft einen nicht mehr zu überbietenden Rahmen gibt. Das Riesenprogramm umfaßt 33 Rennen. Die notwendig werdenden zahlreichen Vor- und Zwischenläufe werden am Freitag, 20. Juli, ausgetragen, bei starken Meldungen schon am Vortage. Am Samstag werden fast ausschließlich die international offenen Rennen entschieden. Der Sonntag als Haupttag bringt 17 Rennen, darunter sechs Meisterschaftsrennen, deren Sieger zugleich den Titel „Deutsche Kampfspielmeister" erhalten und am Schlußtage der Kampfspiele in Nürnberg mit ihren Flaggen teilnehmen werden. Ein weiterer Kampfspiel-Wettbewerb ist das über 1000 Meter führende Stilschnellrudern für Frauen, während alle anderen Rennen bei gleichzeitigem Start von vier Booten über die Normalstrecke von 1950 Meter auf stehendem Wasser gehen. Damit wird ein Mißstand, nämlich die Verteilung der Boote auf die einzelnen Vor- und Zwischenläufe, die im Vorjahre zu Schwierigkeiten geführt hatten, auf das Mindestmaß gebracht und die gerechte, gleichmäßige Beanspruchung aller Mannschaften in den Vorkämpsen wesentlich begünstigt. Frauen Leichtathletikkampf Deutschland - Japan. 10: Predigtgotte Menst, tm Anschluß Feier des W Abendmahls. — Alten-Buseck. 9.30: Beichte; iq. Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls; 13: Chrj^ stenlehre. — Grohen-Bufeck. 10.30: Gottesdienst» 11.30: Beichte und hl. Abendmahl. — Oppenrod 8.30: Gottesdienst. — Albach. 12.30: Gottesdienst — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst und Abendmahl (Kollekte). — Kirchberg. 10: Gottes, dienst; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 13: Ka. techismuslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst- 11: Kindergottesdienst; 20.30: Frauenhilfe. Wahenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst, anschließend Christen, lehre. — Lich. 10: Stiftspfarrer Draudt; Beichte und hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst. Langsdorf. 11: Hauptaottesdienst; 13.30: Kinder, gottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugendgottes, dienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst, anschließend Vorbereitung unh Feier des hl. Abendmahls. katholische Gemeinden. Samstag, den 5. Mai. Alte, angeseti. Lebensvers.-ßes. bat das Bezirksinspektorat für den dortigenBezirk mit aus- nutzungsfährgen Beständen sofort zu besetzen.Eskommen für diesen Posten, der mit festem Gehalt, Spesen, Provision und Superprovision versehen ist, nur erstklassige Fachleute in Frage, die gute Erfolge bis in die letzteZett nachweis, können. Bewerber, die diesen Voraussetzungen entsprechen und über gute Referenzen verfügen, wollen sich unter Beifügung von Lebenslauf und Erfolgsnachweisen melden unter 2696 V an den Gießener Anzeig. Vertrau!. Behandlung wird zugesrchert. Vertreter gesucht z. Besuch v. Autobesitzern f. ein. gz. neu.,s. l. verkfl. 3-Mk.-Artik., d.jd.Autofahr.benöt.Tägl.Ver- dienst mind. 10 Mk. Ein Mehrf. l.erreichb.Keineig.Risiko.Fran- kobel.Jn kurz. Zt. Tausend, verk. Ausf. Ang. nur v. flß. energ. Bewerbern mit sicher. Auftreten an G. Zech & Co., Frankhirt/M., Hans- Handwerkstr. 13, Fabrik chem.- Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat Frauen-Länderkampf mit Japan vereinbart, der im August im Stadion zu Wuppertal vonstatten gehen soll. Der genaue Termin liegt bisher noch nicht fest, da die Japanerinnen nach ihrer Teilnahme an den Oeffenlttcher Sonnlagsdlensl. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabhoker t bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Fräulein Dr. Gürtler, Dr. Geyer. Zahnarzt: Dr. Geyer. Apotheke: Hirschapotheke. Transmiliionen komplett und einzeln Treibriemen billigstabzugeben Malchinen-Man Frankfurt a. M. Kronprinzenstraße 55 Tel. 33096 27ieV Wir suchen einen bei Friseuren gut eingeführten 2717 v Vertreter für den rhein-rnainisch. Bezirk. Äkeglev & «Schwdbel Frankf./M., Mainz. Landstr. 87. „Die Lanzette" wird über einen merkwürdigen und aufsehenerregenden Fall berichtet, daß ein Mensch seit ungefähr zwei Jahren durch künstliche Atmung am Leben erhalten wird. Der Kranke, ein Mann von Die führende Stellung als Modeverlag in Deutschland hat Vo- bach als rein christliches Unternehmen mit einer 2V3 Millionen umfassenden Abonnenten-Gemeinschaft. Wer Vo- bach kennt,weiß, daß alleSchnittmuster leicht verständliche Beschreibungen enthalten und sich wegen ihrer anerkannt guten Paßform besonderer Beliebtheit erfreuen. Vobachbringttäglich die elegantesten Modelle heraus, die wir sämtlich am Lager führen (Mäntel,Com- plets,Kostüme,Kleider,Blusen, Wäsche, Strandanzüge u. Kinderkleidung). Wir führen ferner sämtliche Mode-Hefte. 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Zuerst wurden einfache Fußball-Blasen benutzt, und endlich entstand nach Erprobung mehrerer Hilfsmittel ein kleiner hydrau- licher Apparat, der Lust in eine Heißwasserflasche aus Gummi pumpte, die auf der Brust befestigt war und als Luftsack diente, mit dessen Hilfe die Brust zusammengedrückt und ausgedehnt wurde. Diese Vorrichtung ist nun durch einen besonderen Gummisack ersetzt worden, der im übrigen jedoch dem gleichen Prinzip entspricht. In seinem Bericht über diesen Fall bemerkt Dr. Phyllis M. T. Kerridge: „In seinem gegenwärtigen Zustand ist der Kranke geistig sehr rege. Er liegt fast immer auf der rechten Seite, da jede andere Lage für ihn weniger bequem ist; er ist sehr ausgezehrt und fast ganz gelähmt. Sein Appetit ist gut." Die verhältnismäßig große Bequemlichkeit für den Kranken sowie die Einfachheit und Billigkeit dieser Vorrichtung für die künstliche Atmung in diesem Falle sind verblüffend. Der Patient liegt jetzt wenigstens in seinem eigenen Bett, kann seiner gewohnten geistigen Beschäftigung nach- und hat keinerlei Ernährungsschwierigkeiten. ^'n ['n' b | W)e Mi Mei *%ni 'L ife; Bieben Wq Im «lrb Hum Moderne Schlafzimmer echt Eiche, zu besonders billigen Preisen und eine Anzahl schöner, sehr preiswerter KÜdieil neu eingetroffen! JVtwelhau6$uhL GIESSEN, nur Marktstraße 29 Annahmestelle f. Bedarfsdeckungsscheine d. Ehestandsdarlehen findet. Es ist in manchen Gegenden gar nicht so schwierig, ein solches Tier für diesen Zweck zu bekommen. Man braucht sich die Schlange nur von einem Schlangenhalter zu beschaffen, der den Mord- lustigen ein hohles Bambusrohr überreicht, in dem sich eine für ihr teuflisches Handwerk wohl vorbereitete Kobra versteckt befindet. Der Schwanz der Schlange ist mit einer Schnur festgebunden, die durch zwei unscheinbare kleine Löcher am einen des Stockes läuft. Es ist dann nur noch nötig, diese Schlangenfessel zu lösen und das Bambusstück in das Bett neben das schlafende Opfer zu legen; alles Konweitere ereignet sich dann mit furchtbarer sequenz. Oie Atem-Maschine. In der englischen medizinischen Zeitschrift wurde 1934 unterbrochen. Wie schon in Nizza mußten sich unsere Offiziere, in Ehren geschlagen, mit dem zweiten Platz begnügen und den Italienern den Vortritt lassen. Nur um 2% Fehler unterlag die deutsche Mannschaft, deren Leistung auch diesmal die Erwartungen übertraf. Mussolini, her dem Springen von Beginn an auf dem Schiedsrichfer- haus beigewohnt hatte, überreichte in der Arena unter den Klängen der Königshymne und der Gio- vinezza dem italienischen Mannschaftsführer den Pokal. Buntes Allerlei. Oie Kobra als Mordwaffe. Wenn sich teuflische Mordluft und nüchtern-berechnende Grausamkeit verbinden, wird das menschliche Gehirn nicht müde, die tollsten Pläne zur Erreichung eines einmal ersonnenen Zieles vorzubereiten. So melden Reisende und Forscher immer wieder, daß 'in fremden Ländern, und vor allem in Indien, Giftschlangen sorgfältig zu Mordtaten abgerichtet werden. Das find Berichte, die durchaus nicht in das Reich der Fabel zu verweisen sind, wie jetzt auch der englische Oberst R. S. Elliot in einem Vortrag über das Leben der Schlangen vor einem größeren Zuhörerkreis im Hygienischen Institut in London bestätigt hat. Der Offizier und ehemalige Inspektor der Augenklinik in Madras ist nach seinen langjährigen Erfahrungen und Beobachtungen der festen Ansicht, daß vor allem die Kobra in Indien als Mordwaffe Verwendung