Samstag, 4-August 1934 184. Jahrgang Nr. 180 Erster Blatt firantw’ttainllßsG Druck und Verlag: vrühl'sche Un«oerfitüt5vuch- und Steindruckerei «.Lange in Siesten. Schristleilung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Miltagsnummer bis 8ft,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Latz 25°/„ mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-,Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Sie umschließen Leben und Tod: das Leben der Nation durch zerschellen; es sei eine Stätte, an der sich alle die Hand reichen, welche die Liebe zum Vaterlande beseelt und denen die deutsche Ehre über alles geht. Mit bitUm Wunsche öffne ich die Pforte zum Tan- nenberg-Nationaldenkrnal ' Der Wunsch des Gene- ral eldmarschall^ ging in Erfüllung. Sechs Jahre später! Am 28. August 1933 nahm Hindenburg von Reichskanzler Adolf Hitler, dem Führer des nunmehr in allen seinen Ständen und Schichten geeinten deutschen Volkes, den Dank der Nation für seine unvergeßlichen Taten in Krieg und Frieden entgegen. Eine tiefe nen, als durch den gemeinsamen Vorsatz zur Einigkeit in Liebe und Treue zum V a t e r l a n d e und durch den alten Soldatenruf, der einst auch über dieses Schlachtfeld brauste: Deutschland hurra, hurra, hurra!" Seitdem ist fast ein Jahr verstrichen. Der Mor- gen des 7. August 1934 dämmert herauf. Die Wahlstatt von Tannenberg empfängt aus den Han- den trauernder Soldaten den großen Toten, der ihr nun für ewig zugehören wird. Drei Hurras steigen zum Himmel empor. Hindenburg und Tannenberg! Dienstag eine Minute Vertehrsstille und Arbeitsruhe. Berlin, Z. Ang. Zn Ehren untere* toten Reichspräsidenten Generalseldmarfchalls von Hindenburg werden am Dienstag, 7. August, um 11.45 Uhr der gesamte Verkehr und alle Arbeitsstätten im Deutschen Reiche ei ne Minute ruhen. Die Kirchenglocken läuten von 11.45 bis 12 Uhr Trauergeläut fiter wird Reichspräsident von Hindenburg seine letzte Ruhestätte ftnden. Das Tannevb erg-Nationaldenkmal, in dem der verewigte R-ichsprästdent und General. -°a9 "La U Mmgrjchsll bMejetzt s»rtzm Md. die Toten bet großen Schlacht. Deshalb indet nun Hindenburg in Tannenberg seine ewige Ruhe. Inmitten seiner gefallenen Soldaten, die er zum Befreiungskampf ührte , schläft der Feldherr den ewi- ge n Schlaf. Die Wehrmacht, die er dem neuen zuführte, begleitet ihn in Trauerparade auf letzten VZeg. Eine klare große Linie führt vom 3afyre 1914, in dem auf den Feldern des vom Feinde heimge- suchten Ostpreußen der Ruhm Hindenburgs begründet wurde, zum Jahre 1934, m dem ber ÖJWrr nach nunmehr zwanzig Jahren zum letzten Mal die Stätte aufsucht, die seinen Namen und den Deutschlands groß gemacht hat. Dreimal hat in der Zwischenzeit der große ernste Mann den heiligen Wen bettetet in dem seine Kampfgefährten von 1914 ruhen. Es galt der Errichtung des Natwiwl- denkmats, das die Station dem Andenken der Gefallenen des Weltkrieges widmete. »ntenburg bat sich selbst das gewaltige Grab gebaut das als un- vergängliches Mahnmal das deutsche Volk m sein Reichspräsident von Hindenburg auf dem Totenbett. Hauptleute des Reichsheeres halten die Totenwache. glückliche Ruhe strömen seine Worte aus, mit denen er dem Führer seinen Dank für die Schenkung des Preußenwaldes und der Domäne Langenau aussprach: „Heute wird mir auf diesem Schlachtfelde eine Ehrung zuteil, der gegenüber ich zuerst erklären möchte, nur meine Pflicht getan zu haben. Ich nehme diese Ehrung an, nicht meiner Verdienste wegen, sondern weil ich in ihr ein Symbol für die feste Verbundenheit meiner Person und meiner Nachkommen mit dem alten preußischen Heimatboden erblicke." Und bann zum Schluß wieder die Mahnung des deutschen Helden zur Einigkeit: „Ich glaube, daß wir diese Feier nicht würdiger beschließen kon- Or. Wilhelm Frick. Mit dem Nationalsozialismus ist keine gewöhnliche Partei an die Macht gekommen, die aut dem Boden der Tatsachen steht" und alte Gegebenheiten einfach verwaltet; es ist vielmehr eine neue'Jdee zur staatsbeherrfchenden Kraft geworden, die bereit und imstande ist, dem deutschen Volk ein neues Gepräge zu geben. Der Nationalsozialismus beschränkte sich nicht auf ein Teilgebiet des Volks- oder Staatslebens, sondern wirkt sich auf alle Lebensäußerungen, auf die Wirtschaft ebenso wie auf die Politik, auf die Kunst genau so wie auf die Literatur aus. Eine der grundlegendsten Erkenntnisse oes menschlichen Lebens ist die, daß wir in Gegensätzen und Spannungen leben, daß alles Leben Kampf ist. Das bedeutet aber nicht, daß die nationalsozialistische Bewegung etwa Kampf und Krieg um ihrer selbst willen predigen würde; im Gegenteil! Gerade an den Taten des Nationalsozialismus kann man ebenso die Richtigkeit seiner Grundsätze beweisen, wie man bei den Aeußerungen des Marxismus dessen Irrtümer und Unwahrheiten nachzuweisen Gelegenheit hatte. Wie war es benn ? Während der Marxismus vorgab, den Frie- den nach innen und außen zu wollen, führte er den Klaff enkampf und Bürgerkrieg mit Bomben, Schuß- und Stichwaffen, oder mit Streiks und Terror. Arbeiter- und Unternehmerverbände standen in ewigem Krieg und waren bei jedem Anlaß bereit, die Betriebe stillzulegen und damit die nationale Produktion um Millionen- und Milliardenwerte zu schädigen. Wie viel ungezählte Einkommen der Arbeiter wurden oft wegen geringfügiger Lohndifferenzen aufs Spiel gesetzt, wieviel Haß wurde aufgehäuft! Und das Ergebnis für die Arbeiter? Wir' kennen es alle, es hieß: Not und Elend, ArbeitslofigkeitundVerzweif- 1 Uj)er Marrismus hat den deutschen Arbeiter um keinen Schritt dem vielgepriesenen Sozialismus ndnnbfleibnabderl Außenpolitik? Gewiß, die Marxisten haben vom „Frieden" viel geredet, aber sie hechen mit ihrer Erfüllungspolitik, mit ihrer Zersetzungsarbeit in Volk und Staat die Feinde des Reiches nur begehrlicher gemacht. Ein schwacher Staat wird immer'die größte Gefahr darftellen, denn er bietet seinen Feinden den größten Anreiz, sich seiner unge- schützten Gebiete oder seiner Bodenschätze zu be- 3U1924‘betrat“^ General,eldm°r,chall zum ersten Mal seit der großen Befreiungsschlacht wieder den Boden von Tannenberg. Sem Harnmerspruch^bel b?ne®e"ä4tm5“te^V'DUrbe®eben6cnn äuT ernsten Mahnung, den kommenden Geschlechtern zur Nach- Gegner. „jj\.\ » ftrieae weisen mir, weist Sroßten a^^ Schichten einmü- das deu,ch° V°lk "^enl-men ; kl« zuruckl W fÄU\ani>. Der Krieg war n7 Ä K1: te-^ü^At-rlanbes^sgezo. hPutfdiV fieer das Schwert geführt. UHrhL?nh ist jederzeit bereit, dies vor Unpartei- iZÄkttern* nachzuweisen! In den zahllosen Gra- Sn deutschen Heldentums sind, bern, welche Zeiten P^teifär- bungen Sie waren damals einig in der Liebe und Treue Lum gerne injEtz BaterlgB, Darum möge So war die marxistische Wirtschaftspolitik ebenso wie die Folgen ihrer Außenpolitik nichts anderes als -Schaffung der Voraussetzungen für Klassenkampf und Bürgerkrieg! Ganz anders der Natlonal,ozialis° m u s ! Für ihn hat das Wort vom Kampf einen ganz anderen Sinn. Er kämpft für die Bewegung, um mit ihr den Arbeitsfrieden in den Betrieben zu verankern, er kämpft gegen den S kraße nt er ror, um Frieden, Ruhe und Ordnung auf den Straßen herzustellen, er kämpft gegen die Arbeitslosigkeit, um Arbeit und Brot zu schaffen, und er kämpft für ein starkes und einiges Deutsches Reich, um den Frieden ( d e s Landes zu sichern. Der Kampf des Nationalsozialismus hat einen positiven Sinn — er soll zur E n t falt ung aller Kräfte und zu Frieden fuhren. Er soll die Gegensätze und Spannungen m der Wirtschaft, im Volk, im Geistes- und Kulturleben der Nation, ebenso wie jene zwischen den Volkern, nicht zum Zusammenprallen und vernichten, sondern zur Steigerung der Kraft im edelsten Wettbewerb führen. Wie für das Staatsleben und für die Wirtschaft, so gilt das auch für j e b e n ein- deinen Betrieb und jedes Werk! Es kann niemals zum Segen der Gemeinschaft sein, wenn die Arbeiter auf der einen Seite und die Unternehmer auf der andern Seite sich zusam- menschließen und den nächstbesten Anlaß ergreifen um übereinander herzufallen und in wachen- und monatelangen Streiks oder Aussperrungen sich gegenseitig wirtschaftlich, fozial und „seelisch> zu scha diaen! Es ist viel wichtiger und nutzt beiden Teilen und damit der ganzen Nation viel mehr wenn das was alle Teile ernährt und fordert, geschützt und unterstützt wird: Das Werk, oon dem alle leben und mit deffen Gedeih und Verderb alte verbündens mo. Es ist der Segen der nationalsozialistischen Revolution, der erst in kommenden Zellen voll begriffen werden wird, daß sie dem Wahnsinn des Kampfes aller gegen alle — sowohl '" den Parlamenten, wie in den Betrieben und auf den Straßen — mit der ganzen Entschiedenheit einer großen Idee ein für allemal ein Ende gesetzt hat. Die Volksgemeinschaft hat an die Stellt des Kampfes aller gegen alle zu treten. Arbeiter und Unternehmer müssen sich tm Klaren darüber fein daß allein vom G e i st e , in dem das Werk geführt wird, und von dem, vom Betriebsführer bis zum letzten Arbeiter, alle beseelt sein müssen, zuletzt alles abhängt. 8 (FS ist d e r G e i st, der sich den Körper baut. Der Geist der neuen Volks- und Betriebsge- meinfebaft ist der Geist, die Idee der nationalsozialistischen Bewegung. Die wichtigste Grundlage der nationalsozialistischen Idee ist die Erkenntnis, daß das Schicksal alle Deutschen unlöslich miteinander verbinde! Diese Erkenntnis verpflichtet uns zu opaenfeittaer Treue und zur Zufammenarbeit nach dem Leitspruch A d o l f H t 11 e r s: Alles mit dem Volke, Alles für das Volk!" preffevecketerbesuchendenlotenMrschall l EeSBs-tSä-i: ssss über diesem Lande und über Deutschland wache. Ueber all dem liegt nichts von der Totenstim- Sie Volksabstimmung am 19. August >e je ag. 7. August 1934, vormittags 3 ro i - chen 11 und 12 Uhr im gesamten Deutschen Reich von sämtlichen SA.- Einheiten Trauerparaden abgehalten werden. Zur gleichen Zeit wird die Beisehungsfeierlichkeil vom Tan- N e u d e ck, 3. Aug. (DNB.) Am Freitagnachmittag wurde den in Freystadt anwesenden Vertretern der deutschen und ausländischen Presse Gelegenheit gegeben, Haus Neudeck und das Sterbezimmer Hindenburgs zu betreten. Die Führung durch das Haus hatte der zweite Adjutant des Reichspräsidenten Rittmeister von der Schulen- bürg übernommen. Hindenburg und Hitler Vizekanzler von Papens Abschied vom Zeldmarschall. aufs engste an der Bahre des großen Toten als einiges Volk zusammenzuschließen: für unser ewiges Deutschland und feine friedvolle europäische Sendung." Die Totenmaske des Marschalls. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der bekannte Berliner Bildhauer Professor Josef Thorak, der Schöpfer der letzten nach dem Leben geschaffenen Büste des Herrn Reichspräsidenten, hat am gestrigen Abend die Totenmaske des Verewigten abgenommen. auf schnellstem Wege mit Weisung zu versehen. Jedem deutschen Volksgenossen soll die Teilnahme an der bevorstehenden Abstimmung erleichtert werden. Wer sich am Abstimmungstag (19. August) auf Reisen befindet, kann sich einen Stimmschein besorgen. Der Antrag ist alsbald an die Gemeindebehörde (Wahlamt) des ständigen Wohnsitzes zu richten, wo der Stimmberechtigte in der Stimmliste geführt wird. ' Deutschlands Trauer Oie herzliche Anteilnahme der Welt. Feierliche Trauergottesdienste am Sonntag. Berlin, 3. August. (DNB.) Der Reichs, bisch o f hat folgende Anordnung erlassen: Zum Gedächtnis des in die Ewigkeit Heimgegangenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg ordne ich einen feierlichen Gottesdienst der Trauer in allen evangelischen Kirchen Deutschlands an. Der Gottesdienst findet Sonntag, 5. August, zu ortsüblicher Zeit statt. Hindenburgs alte Wastengefährten im Kriege. Berlin, 3. Aug. (DNB.) König Ferdi- n a n d von Bulgarien in Koburg hat an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler das nach- tehende Telegramm gerichtet: „Die Nachricht von dem Hinscheiden des Reichs- Präsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg haf mich aufs tiefste erschüttert, und ich bitte die Reichsregierung, zu diesem schmerzlichen Verluste mein wärm st es Beileid zu empfangen. Generalfeldmarschall von Hindenburg war der Träger a l l e r r i t t e r l i ch e n Tugenden und hat sich als Vorbild und Führer einen unschätzbaren Reichtum von Verdiensten für das deutsche Vater- land erworben. Mit seinem Hinscheiden verliert Deutschland ein weises Staatsoberhaupt, die Welt einen Schutzherrn des Friedens und ich selbst einen teueren Freund. Ferdinand R." Der Präsident der türkischen Republik Gazi M. Kemal hat an den Reichskanzler folgendes Tele- gramm gesandt: „Tief gerührt von dem Ableben des hervor- ragenden Staatsoberhauptes empfinde ich das Be- dürfnis, Ew. Exzellenz mein aufrichtigstes Beileid zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig versichere ich Sie der großen Anteilnahme, die ich und mit mir das türkische Volk an der Trauer nehme, die das deutsche Volk betroffen hat." Das Beileid der Soldaten. Das schöne und doch so schlichte Gutshaus von Neudeck atmet in allen Räumen den Geist des großen Toten. Da steht neben dem Schreibtisch des Feldmarschalls unter einer Glasglocke der Helm von Königgrätz mit den Spuren der Schrapnellkugeln, die den jungen Leutnant von Beneckendorff und von Hindenburg während der Schlacht verwundeten. Eine dieser Schrapnellkugeln liegt jetzt auf dem Totenbett des Feldmarschalls. In der Bibliothek sieht man unter anderen wertvollen und inhaltreichen Andenken einen Ehrensäbel, den die japanische Regierung kurz nach Beendigung des Weltkrieges dem Feldmarschall zum Dank für seine ritterliche Kampfesweise überreichen ließ. Im gleichen Raume liegt ein Teppich, der in anderer Weise Zeugnis ablegt für Hindenburgs tapfere soldatische Haltung. Im Jahre 1922 wurde dieser Teppich von den Kugeln eines Einbrechers getroffen. Der damals schon 72jährige Feldmarschall war dem Einbrecher unerschrocken entgegengetreten und hatte ihm die Pistole aus der Hand geschlagen. Daneben sieht man u. a. militärische Erinnerungsstücke unö zahlreiche kostbare Ehrenbürgerbriefe. Der Ehrenburgerbrief der Stadt Königsberg befindet sich in einer wundervollen Rolle, die aus dem Golde der ostpreußischen Küste, aus Bernstein, kunstvoll gearbeitet ist. An den Wänden hängen Bilder von Preußen-Deutschlands großer Geschichie. Aynenbuoer künden von der Geschlechterfolge dieser In dem gestrigen Bericht über die geplanten Trauerfeierlichkeiten im Tannenberg-Nationaldenkmal muß bei der Angabe über die Traditionstruppenteile des Generalfeldmarschalls statt Infanterie-Regiment Nr. 51 richtig heißen: Oldenburgisches Infanterie- Regiment Nr. 91. Oie Vereidigung der Wehrmacht durchgeführt. Berlin, 3. August. (DRB:) Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat dem Führer und Reichskanzler Adolf Hiller gemeldet, daß die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der gefamtenWehrmachtam 2. August in feierlicher Weife auf den Führer und Reichskanzler als den Oberbefehlshaber der Wehrmacht vereidigt worden find. Für die auf Urlaub Befindlichen wird die Vereidigung nachgeholt. Minister Frick an die Polizei. DNB. Berlin, 4. August. Der Reichsminister und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat gestern folgenden Erlaß an alle Angehörigen der Polizei gerichtet: • „Reichspräsident von Hindenburg ist in die Ewigkeit eingegangen. Wir beugen uns vor der Allmacht des Schicksals und stehen in Ehrfurcht und Trauer an seinem Sarge. Groß und hoheitsvoll wird er stets in unserer Erinnerung fortleben als der Mann, der in den Zeiten des Verrats das Reich erhielt und dessen Leben und Eigenschaften der Polizei den Weg weisen. Er und sein Wirken sind uns Symbol des Willens zur Einigkeit und zum Gemeinsinn. Ein deutscher Mann ist gestorben. Aber Deutschland muß leben! Darum mit Adolf Hitler vorwärts!" Oie Trauer der preußischen Landespolizei. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der preußische Ministerpräsident hat als Chef der Landespolizei folgenden Aufruf erlassen: „In tiefer Ehrfurcht trauert die preußische Landespolizei an der Bahre des Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, des großen Helden im Weltkriege, unter dessen Führung auch die alten Soldaten in den Reihen der heutigen Landespolizei gekämpft haben. Pflichterfüllung, Treue und Ehre, diese Marksteine seines großen Beispiels, werden auch der jungen Landespolizei allzeit Vorbild für ihren Dienst am Volk und Vaterland fein. Göring." Trauerparaden aller SA -Einheiten. Berlin, 4. Aug. (DRB.) Der Chef des StabesderSA. Luhe hal, wie der „Völkische Beobachter" meldet, angeordnet, daß am Diens- „ötimmft Du, deutscher Wann und Du, deutsche Frau, der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zu?" Nach § 4 erfolgt die Stimmabgabe in der Weile tag der Stimmberechtigte, der die zur Abstimmung gestellte Frage bejahen will, u n t e r dem vor- aedruckten Worte „3 a", der Stimmberechtigte der sie verneinen will unter dem vorgedruckten Worte „ikem m den dafür vorgesehenen Kreis ein Kreuz setzt. Die erste Verordnuna zur Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches (Ab- stlmmungsoerordnung) besteht aus sieben Abschnitten, die folgende Überschriften tragen: I. Aus- egung der Stimmlisten; II. Stimmscheine für Ausländsdeutsche und Angehörige der Besatzung von See- oder Binnenschiffen: III. Stimmabgabe im Reiseverkehr; IV. Abstimmung der Seeleute; V. Ab- Pwnmuna Seefahrzeuaen (Bordabstimmung): VI. Beteiligung der Insassen von Arbeitsdienst- lagern an der Volksabstimmung; VII. Abstim- mungszeit. Der Reichsminister des Innern hat angeordnet, daß die Stimmlisten und Stimmkarten am 11. und am 12. August 1934 auszulegen sind. Die Landesregierungen sind durch Funkspruch ersucht worden, sofort alle Vorbereitungen zu tref- fen, um die Gemeinde- und Verwaltungsbehörden Berlin, 3. Aug. (DNB.) Anläßlich des Hin- scheidens des Herrn Reichspräsidenten Generalfeld- Marschalls von Hindenburg haben im Namen ihrer k Im.c.en unb Flotten durch persönlichen Be- such beim Reichswehrminister bzw. dem Chef der Heeres- und Marineleitung am 2. August ihr Beileid ausgesprochen: der stellvertretende un- Aansche Militärattache, der kaiserliche japanisch. Militär- und der Marineattache, oer englis?. Marlneattache sowie der Gehilfe des englischen Militärattaches, der österreichische, der polnische, der istaulsche, der stellvertretende russische und der tür- klsche Militärattache. Im Namen des argentinischen Heeres und in seinem eigenen Namen hat der argentinische Kriegs» Minister General Rodriguez dem Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg das tiefste und herzlichste Beileid zu dem schweren Verlust ausgesprochen. Die Trauerfeier in den Schulen. Erlaß des Reichserziehungsministers. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Reichserziehungs- Minister gibt infolge der Kürze der Zeit folgenden Erlaß an die U n t e r r i ch t s v e r w a l t u n • gen der Landesregierungen und die n a ch g e. ordneten Be Hörden nur auf diesem Wege bekannt: „Ich bitte, für das gesamte Reichsgebiet folgendes anzuordnen: Am Montag, 6. August fällt der Unterricht in sämtlichen Schulen des Reichsgebietes a b 12 Uhr aus. Die Schulkinder fino zu versammeln, um die Uebertragung der Trauerfeier des Reichstages, die um 12 Ühr beginnt, mitanzuhören. Auf dieser Trauerkundgebung spricht der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Sein- Rede wird von Trauermusik umrahmt. Am Tage der Beisetzung des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg (7. 21 u gust 1934) fällt der Unterricht in sämtlichen Schulen Deutschlands aus. An diesem Tage ist in jeder Schule eine würdevolle Trauerfeier zu veranstalten, die so einzurichten ist, daß die Kinder die Uebertragung der großen nationalen Trauerfeier am Tannenberg- Nationaldenkmal am 7. August um 11 Uhr hören können. Die Trauerfeier hat folgendes Programm: Trauermusik aus der Eroica von Ludwig van Beethoven, Ansprache des evangelischen Feldbischofs der Reichswehr, Choral: Ein feste Burg ist unser Gott, Traueransprache des Führers, gemeinsames Lied: Ich hatt' einen Kameraden, Ueber- iührung des Saras in den Turm des Tannenbergdenkmals unter dem Spiel der beiden National- Hymnen. Der Dank der deuWen Jugend. Anordnung des Reichsjugendführers. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Reichs- jugendführer gibt bekannt: Am kommenden Dienstag, 7. August, grüßt die deutsche Jugend zum letztenmal den Feldherrn des großen Krieges. Alle Einheiten der Hitler-Jugend, des Deutschen Jungvolkes und des Bundes Deutscher Mädel legen an den Krieger- d e ü k m ä l e r n ihrer Dörfer und Städte B l u' men und Kränze nieder. Indem die deutsche Jugend die Denkmäler der Frontsoldaten schmücrt, dankt sie in Verehrung und Dankbarkeit dem Generalfeldmarschall und handelt in seinem Sinne. Der genaue Zeitpunkt des feierlichen Blumengrußes ist durch die örtlich zuständigen HJ.-Führer festzusetzen. muna eines Museums. So lebendig ersteht hier um den Feldmarschall das deutsche Schicksal, als müsse eine Tür aufgehen und der Feldmarschall, der diese Gegenstände mit dem lebendigen Erleben erfüllt, müsse wieder durch die Räume schreiten. Nur die Eichenkränze auf den hohen Lehnstühlen, die der Feldmarschall im Arbeitszimmer und in der Halle regelmäßig benutzte, erinnern daran, daß der greife Held nebenan auf- der Bahre liegt, wenn auch feine Gestalt als Mythos schon heute lebendig ward für alle Zeiten. Wir stehen im Vorzimmer des Sterbezimmers. Es ist ein ziemlich kleiner Raum, in dem wir ein- zeln an Hindenburgs Totenbett vorüber- gehen. Ein Bild von so monumentaler Größe erschüttert uns, daß der Eindruck dieser kurzen Sekun- den bis ans Lebensende unverwischbar vor unserem geistigen Auge bleiben wird. Menschliche Trauer tritt an diesem Sterbebett hinter größerem zurück: Der Feldmarschall liegt noch so auf seinem Bett, wie er entschlief. Der Oberkörper ist hoch gebettet. Ueber dem weißen Laken erhebt sich das von un- endlichem Frieden verklärte Antlitz. Keinen Der- fall zeigen die Züge des fast 87jährigen Helden, sondern eine Größe, die im Tode noch monumentaler wirkt als im Leben. Am Kopf- und am Fuß- ende des Totenbettes halten unbeweglich je zwei Offiziere des Reichsheeres die Totenwacht. Ein Gang durch den Park von Neudeck an den Lieblingsplätzen des Gutsherrn vorbei führt zu dem kleinen Friedhof, der die Ahnen des großen Feld- marschalls mit den verstorbenen Bewohnern des Dorfes Neudeck vereint. Hier schlafen auch Hinden- burgs Eltern den ewigen Schlaf. Es ist Ostpreußens heilige Bauernerde, aus der sie alle ihre Kraft für Deutschland gewannen, vom Feldmarschall bis zum Knecht hinterm Pflug. Es ist die gleiche Erde, auf nenberg-Denkmal durch Rundfunk übertragen. An die Saupropagandaleiter und Funkwarte der NSOAp. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Die Reichspropagandaleitung der NSDAP, gibt bekannt: „Der Rundfunk überträgt am Montag, 6. August, vormittags 12 Uhr, die Trauer feier des Deutschen Reichstages, auf der der Führer spricht. Die Uebertragung wird am Montag, 6. August, 20 Uhr, wiederholt. Ferner überträgt der Rundfunk am Dienstag, 7. August, vormittags 11 Uhr, die Trauerfeier der Reichsregierung am Tannenberg - Denkmal. Die Uebertragung wird am Dienstag, 7. August, 20 Uhr, wiederholt. Die Funkwartorganisation führt überall Gemeinschaftsemvfang durch, um die Trauerfeierlichkeiten allen Volksgenossen zu übermitteln. Die jeweiligen Hörstellen werden durch die Politischen Leiter in der Tagespresse, durch Plakatanschlag, Rundfunk usw. bekanntgegeben. Die Funkwarte geben am Mittwoch, 8. August, über ihre Kreis-, Gau-Funkwarte Ort und Umfang der durch- aeführten Gemeinschaftsempfänge an Hauptabteilung Rundfunk im Reichspropagandaministerium Berlin W 8, Wilhelmstraße 8/9. gez. Dreßler, Andres, Reichspropagandaleitung Rundfunk." Oie Trauer der Bauern. Kundgebung des Reichsbauernführers. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Reichsbauernführer Darr 6 hat folgenden Aufruf an die deutschen Bauern gerichtet: In tiefem Ernst steht mit dem gesamten Volk das d e u t s ch e Bauerntum an der Bahre des großen Heimgegangenen. Der Generalfeldmarschall von Hindenburg hat sich wie wohl wenige Feldherren vor ihm der Scholle verwurzelt und dem Bauerntum verbunden gefühlt. Das deutsche Bauerntum empfand ihn daher immer als einen der Seinen. So ist unsere Trauer um ihn groß, aber auch erfüllt von dem Willen, sein Andenken dadurch zu bewahren, daß wir die von ihm so geliebte Heimatscholle heilighal- t e n, wie er sie sein Leben lang heilig gehalten hat. Gez. R. Walther D a r r 6, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsbauernführer. Befehl des Bundesführers des AGOFB „DNB. München, 3. August. Der Bundes- fuhrer des NSDFB. gibt bekannt: Aus Anlaß des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindendura dem Mitglied des NSDFB. (Deutschen Frontkämpferbundes Stahlhelm) wird besohlen: x 11 Bundesdienststellen setzen bis zum Tage b" Zersetzung einschließlich die Hakenkreuzfahne Und die Bundesdienstflagge auf h a l b m a st. Wenn orei tflaggeri gesetzt werden können, auf die schwarz- weiß-rote Flagge. 1 16 2. Alle Angehörigen des Bundes legen f ü r 7/ 9 e Trauerflor am linken Oberarm m Uniform und Zivil an. teikn^^folgen61* Teilnahme an den Trauerfeierlich- Franz Seldte, Bundesführer. 1934 am Schnittpunkt zweier Epochen, und das „Ja" des Volkes wird diesem Tag seine hohe Weihe geben. Vergangenheit und Zukunft reichen sich die Hand. Zwei Worte stehen am Wechsel der Zeiten. Hindenburg: „Daß ich Deutschland lieber einig ro e r b en sah, bas verbanke ich meinem lieben Hitler!" Abolf Hitler: „Wir bürfen nicht vergessen, baß ohne ben verewigten Reichs- präsibenten v. Hindenburg die jetzige Reichsregierung nicht zu stände gekommen wär el" Das deutsche Volk wird dem Reichsvräsi. deuten die Erfüllung feines letzten Wun- s ch e s nicht versagen. Oer Führer und sein Volk. Am 19. A u g u st wird das deutsche Volk zum zweiten Male seit der nationalsozialistischen Revo- l . elner einzigartigen Willenskundgebung ble Entschlüsse seines Führers mit b e m e i g e n e n E n t s ch l u ß v e r b i n b e n. War *m H^bst vorigen Jahres, am 12. November iyöd eine schroerwiegenbe Maßnahme der Außen- politik, nämlich der von der nationalen Ehre ge- Deutschlands aus dem Völkerbund - b?/ Zerlassen der Abrüstungskonferenz, so ist nniil-lÄ Entscheidung über die höchste innen- politlsche Frage, die Führung des Reiches, Abs^^,?°"2e deutsche Volk in geheimer und freier S Ä billigen wird. In dem Schreiben, inn»nmtnU^rer Reichskanzler an den Reichs- «enchtet hat, gibt Adolf Hitler L„Willen nach der „Sanktion des deutschen Worten 2^8^$ unb cr betont mit den m Reichsoerfassung, daß jede Staatsgewalt vom Volke ausgehen und von ihm in freier öer* nnn6 mhr bestätigt fein muß. Damit ist roeauna au* i« "°tionalfozialiftifchen Freiheitsbe- ÖrDnh ^9urb ??mpszeit stets proklamierte Grundsatz „Alles für das Volk, nichts 9 e 6 e n b a s Do l k!" erneut geltend gemacht roon den- So wie Abolf Hitler als unbekannter Soldat r?? m.frrttmn er Arbeiter aus der Mitte des Volkes ausstleg, uni zum alleinigen Führer dieses Vol- kes emporzuwachsen, so entschieden betonte er schon W fci™r öffentlich-politischen Wirksamkeit, daß er seinen Kampf gegen die Be- drucker und gegen die inneren und äußeren Feinde der Nation n i ch t u m s e i n e t ro i l l e n, sondern' im innerlich gefühlten Auftrage der deutschen Gesamtheit führe, so gewiß ist er heute, daß N e u d e ck, 4. Aug. (DNB.) Vizekanzler von P a p e n weilte am Freitag an der Bahre des verewigten Reichspräsidenten. Beim Verlassen von Neudeck sagte er dem ihn befragenden Vertreter des DNB.: „Ich habe heute noch einmal mein Knie in Ehrfurcht vor dem großen Deutschen beugen Dürfen und dem Herrgott für die Gnade gedankt, daß es mir vergönnt war, unter ihm meinem Lande als Soldat und Staatsmann dienen zu können. Wenn feine schirmende Hand heute auch nicht mehr die Geschicke Deutschlands behütet, so bleibt doch sein Geist bei uns. Und wenn mit ihm gleichsam eine Epoche zu Ende geht und eine neue beginnt, so ist es nicht weniger wahr, daß es allein die großen menschlichen Eigenschaften sind, welche die wahrhaften Führer aller Zeiten kennzeichnen und die Wege der Völker weisen. Jliemanb hat die geschichtliche Leistung und die menschliche Größe Hindenburgs mehr anerkannt als Adolf Hitler. Er, der Führer des neuen Deutschlands, wird als Hüter seiner edelsten Tradition und Geschichte das Werk fortsehen, dem das Leben des verewigten Feldmar- schalls gehörte. In dieser tragischen Stunde, die das Geschick Deutschland, überschattet, und in der eine* uns in vielem mißverstehenwollende Welt vor der Größe des Heimgegangenen Mißdeutung und Hader verstummen läßt, können wir das Vermächtnis Hindenburgs nicht besser erfüllen, als uns diese Mission, die ihm damals seine deutsche Seele mit unerbittlichem Zwang aufgab und die nun der Erfüllung entgegenreift, in ihrer ungeheuren Größe vom Volke verstanden und zu der seimigen gemacht wird. In feinem jungen Führer hat sich das deutsche Volk mit feinem Charakter und Geist, mit seiner großen Vergangenheit und seiner ewigen Zukunft, selbst wiedergefunden. So wie das deutsche Volk in dem großen Entschlafenen, dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg, den Vater des Vaterlandes, den mit allen hohen Eigenschaften ausgestatteten Präsidenten des Reiches, der die Nation aus der Vergangenheit in die Gegenwart geleitete, erblickte, so sieht es in Adolf Hitler den von der Allmacht gesandten Führer von der Gegenwart in die Zukunft. Wir stehen am 19. August Berlin, 4. August. (DNB. Funkspruck Daq Veichsgefetzblatt, Teil I, Nr. 93 vom 3. August 1934 die Verordnung zur Durchführung der Volksabstimmung über das Staats- überhaupt des Deutschen Reiches vom 1934 Un-r bie Erste Verordnung zur Volksabstimmung über das Staatsoberhaupt des ?eÄ ?Qe9?eV2!tbftiSmUn95Derorbnun9)P vom ?; i Beide Verordnungen tragen die UnTvr^rif xC5 Reichsministers des Innern F r i ck Die Verordnung zur Durchführung der Volksabstimmung besteht aus sechs Paragraphen. Nach 8 3 sind auf dem Stimmzettel der bekannte Brief des Reichskanzlers A d o l f H i t l e r an den Reichs- tnnenmlnlster vom 2. August und der Beschluß zur Herbeiführung einer Volksabstimmung, gleichfalls vom 2. August 1934, abgedruckt. Darunter stehen die Worte: Mus g Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich. Die Spannung in Oesterreich den Radfahrern ein Auto von Frankfurt entgegen. Oie Legitimisten. Lebenslänglich Kerker. Touristen hatten sich in »eewänden verstiegen. Die Bergung ging vom Kerker begnadigt. London, 3. Aug. (DRB.) Der König hat an« geordnet, daß am Tage der Beisetzung des Der- Der Wagen geriet aus noch ungeklärter Ursache ins Schleudern, überschlug sich und fegte buch- gleichzeitig die deutsche Geschichte des Landes zu vertuschen sucht. Aber auch hiergegen kämpft das der be- Wien nur schwer zustandekomme. , , , Abordnung sei jedoch davon unterrichtet, daß Schuschnigg gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger unter ganz bestimmten Bedingungen, die allerdings noch nicht bekanntgegeben seien, nichts einzuwenden hätte. Hon seines natürlichen Absatzmarktes beraubt wurde, wird benutzt, um durch kapital mäßige storbenen Reichspräsidenten von Hindenbur alle öffentlichen Gebäude halbmast flaggen. scheuenden Kampf. Als z. B. im Schulbezirk vor kurzem ein Leitfaden für die neuere Geschichte eingeführt werden sollte, in dem eine für das Deutschtum kränkende Darstellung enthalten war, da hat das Stadtoberhaupt von St. Vit h diese Stellen kurzerhand überkleben lassen. Anstatt in derartigen Ereignissen den Beweis' gebracht und dann nach Oberstdorf übergeführt. Der für den unerschütterlich deutschen Cha- mit den Bergungsarbeiten betraute Bergführer ratter Eupen-Mal medys zu erkennen, Müller rettete am gleichen Tage noch zwei Som- glaubt der belgische Staat umgekehrt darin • - - - — ■ zu neuen Repressalien und Zwangsmaßnahmen zu das Landstädtchen Malmedy, dessen fünftausend Einwohner noch restlos dem Deutschtum verbunden ind. Der belgische Angriff gegen die Heimattreuen Eupen-Malmedys geschieht von allem mit zwei Mitteln: einmal mit dem der W i r t s ch a f t s p o l i t i k, das andere Mal mit dem der Schulpolitik. Das wirtschaftspolitische Kampfmittel besteht vornehmlich in Kapitalinvestitionen und Kreditgewährung. Die.wirtschaftliche Rot, die gegenwärtig be- sonders groß ist, weil das Land durch die Sinnet» Ein Gesetzesvorschlag über die Entziehung der belgischen S t a a t s b Ü r g e r e i g e n- schäft als Strafe für die Belgier, die nickt durch Gebiet belgische Staatsangehörige sind, wurde Ende der vorigen Woche vor dem Senat in Brüssel verhandelt. Bekanntlich soll sich dieses neue Gesetz vor allem gegen „Reu-Belgien", d. h. gegen Eupen-Malmedy und seine Heimattreue Gesinnung, wenden. Es darf immerhin als erstaunlich bezeichnet werden, daß der Vorschlag die f a st e i n- mütige Ablehnung aller Sprecher fand. Ein Senator wies sogar daraufhin, daß es, wenn man bei der Wahrheit bleiben wolle, nun einmal nicht geleugnet werden fönne, daß die Einwohner von Eupen-Malmedy nur durch Zwang Belgier geworden seien, dazu komme, daß man sie global und nicht namentlich und einzeln in den belgischen Staatsverband ausgenommen habe, so daß es umgekehrt auch unmöglich sei, sie einzeln bei einem angeblichen „Verstoß gegen die Pflichten eines belgischen Staatsbürgers" aus dem Staatsverband auszustoßen. Damit errichte man eine Mauer der Unterdrückung, anstatt an die freie Zustimmung von Kopf und Herz zu appellieren. Der belgische Justizminister B o v e s s e machte dagegen die merkwürdige Feststellung, daß der Artikel 37 des Versailler Vertrags den Bewohnern von Eupen und Malmedy ausdrücklich die Möglichkeit gegeben habe, für Deutschland und gegen Belgien zu votieren. Damit seien aber die Eupen und Mal- medyer zu belgischen Staatsbürgern geworden, die man, wenn es not tue, mit Zwang an ihre Pflich- Belgien gegen „Ren-Belgien" Oie Entrechtung der Eupen-Malmedyer Bevölkerung. den jungen Touristen an der linken Seite des Räd- lergrates t o t auf. Der Absturz ist etwa 30 Meter tief erfolgt. Am nächsten Tage konnte die Leiche geoorgen werden. Sie wurde zunächst ins Oytal Paris, 4. Aug. (DNB.-Funkspruch.) In Pariser Ausgabe der „Chicago Tribüne" wird hauptet, daß eine Abordnung österreichi - scher M o n a r ch i st e n , die vor acht Tagen aus Wien abgereift sei, auf Schloß Teenockerzell mit der früheren Kaiserin Zita und Erzherzog Otto von Habsburg über die Thron- erhebung des Erzherzogs verhandele. Die Verhandlungen zögen sich deshalb hin, weil Erzherzog Otto sich sträube, das Angebot in der ihm gemachten Form anzunehmen und weil eine Fühlungnahme mit dem Kabinett Schuschnigg in " 1 * Die monarchische 21:4 Am 2. und 4. August 1914 rückten ins Feld: Rußland mit 130 Infanterie- und 38 Kavallerie-Divisionen, Frankreich mit 80 Infanterie- und 10 Kavallerie-Divisonen, England mit 6 Infanterie- und 2 Kavallerie-Divisionen, Belgien mit 9 Infanterie- und 2 Kavallerie-Divisionen, Serbien und Montenegro mit 15 Infanterie- und 1 Kavallerie-Division, Deutschland mit 75 Infanterie- und 11 Kavallerie-Divisionen und Oe st erreich-Ungarn mit 48 Infanterie- und 10 Kavallerie-Divisionen. Was bedeutete das zusammen? Das hieß: 2 4 0 Infanterie- und 53 Kavallerie-Divisionen standen gegen 123 Infanterie- und 21 Kavallerie- Divisionen! Das hieß: Die Mittelmächte verfügten in dem ihnen aufgezwungenen Krieg über weniger als die Hälfte der Truppen als die Entente ins Selb stellen konnte. Wir meinen, daß jede Betrachtung, jeder Rückblick auf den Ausbruch des Weltkrieges vor zwanzig Jahren sich dieser er- schlitternden Zahlen bewußt sein muß, von denen eine gerade Verbindung hinüberführt auf die er- sten Seiten des Schmachfriedens von Versailles, in dem die Ziffer der Staaten aufgeschrieben ist, die Deutschland und seinen Verbündeten den Krieg erklärt hatten. Das waren: Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, Großbritannien mit allen Dominien und Kolonien, Frankreich, Italien, Ja- pan, Belgien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Ekuador, Griechenland, Guatemala, Haiti, Hedschas, Honduras, Liberia, Nikaragua, Panama, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Serbien, Siam, die Tschechoslowakei und Uruguay. Das waren: 2 7 Staaten gegen 4. Das waren: 1319,5 Millionen Menschen gegen 139,4 Millionen. Das war eine zehnfache Uebermacht. Die Tiefe und Schwere dieser Ziffern auszuloten und aufzuwiegen, hieße mit frevelhaften Fingern den wie sie sich in den Wunschträumen einer a n n e f - tionslüsternen Chauoinistenerinne- rung abgespielt habe. Bekanntlich hat das Geschick Eupen-Malmedys nicht eine Volksabstimmung bestimmt, sondern die eigens zu diesem Zwecke erfundene Konstruktion einer sogenannten „Volksbefragung". In der Tat hat man nämlich formal eine Option für Deutschland freigestellt, aber mit dieser Option war — und das wird bel^i- scherseits meistens verschwiegen — die Notwendigkeit verbunden, Haus, Hof und Heimat verlassen zu müssen. Die Befragung geschah also nicht in den Formen einer freien Abstimmung, sondern in ausgesprochen terroristischen Formen, die durch irgendwelches diktiertes Paragraphenwerk den Mantel einer scheinbaren Legalität umgehängt bekamen. Wer aqo in seinem Urteil objektiv und unvoreingenommen fein will, dem bleibt nichts anderes übrig als die Feststellung, daß die deutschen Menschen, die das Gebiet von Eupen- Malmedy bevölkern, vom belgischen Staat annek- Italiens Beileid. Rom, 3. Aug. (DNB.) Der Oberzeremonien- meister des Königlichen Hofes, Graf S a n t e l i a, begab sich am Freitagoormittag in die deutsche Botschaft, um dem deutschen Botschafter das Beileid des Königs von Italien zum Tode des Reichspräsidenten v. Hindenburg auszusprechen. Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der italienische Ministerpräsident Mussolini hat am 2. August an den Reichskanzler Adolf Hitler das folgende Telegramm gerichtet- „Das Hinscheiden des Reichspräsidenten von Hindenburg hat im italienischen Volk, das stets eine tiefe Bewunderung für feine soldatische und staats- Schleier zu lüsten, den das Schicksal über üfef Jahre übermenschlicher Größe, übermenschlicher Opfer an Blut und Tod gebreitet hat. Es ist uns Deutschen keine andere sittliche Pflicht angesichts dieser Zahlen auferlegt, als in stiller Trauer, in Demut und Stolz das Haupt zu beugen vor denen, die ihr Leben ließen oder schwer verwundet in eine Welt des Zusammenbruchs heimkehrten. Aus oder Wett Drei Schwerverletzte bei einem Verkehrsunfall. teilnahme entgegennehmen zu wollen, f o l i n i." Halbmast in England am Beisehungstage. haben. Der neue Gefetzesoorfchlag soll dabei aum Kernpunkt einen zielbewußten und syste- matischen Entdeutschungsprozeß haben, indem er die belgische Regierung ermächtigt, jedes deutsche ober nur Heimattreue Bekenntnis mit der Entziehung der Staatsbürgerschaft zu „bestrafen". Jedoch — das Gesetz mag nun angenommen werden ober nicht — bas Land Eupen-Malrneby wirb weiter beweisen, baß es beutsch ist unb nichts anberes. Das Gesetz wirb zwar neue Härten bringen, aber die deutsche Seele dieses Fleckchens Erde wird es nicht vernichten können. schungsprozeß bereits bei den Kin» städlich den Will, seine Tochter und seinen Enkel d e r n zu beginnen. Der einmütige Widerstand von der Straße hinweg. Will erlitt außer Ober- des Deutschtums hat diesen Plan vorläufig verhin- und Unterschenkelbrüchen auch schwere innere Berbern können. Desgleichen versucht man von belgi- l etz u n g e n, Frau Konrabi Arm- unb Beinbrüche scher Seite ben Kampf mit Schulbüchern sowie Gesichtswunben unb ber Junge große Schnitt- zu führen, in benen bie beutsche Sprache lediglich wunden am Kopf. Frau Will sowie die Insassen als Dialekt dargestellt wird und in denen man.des Wagens blieben unverletzt. Tödlicher Absturz In den Allgäuer Bergen. . ' ........ . . - , ! Am sogenannten Rüdlergrat, der vom Oytal zum deutsche Völkchen einen mutigen unb feine Opfer hjnausführt, ist der 19jährige Wilhelm Müller aus Oberstdorf abgestürzt. Der Bruder unb ein Freund des Verunglückten fanden W i e n , 3. Aug. (DNB.) Der arbeitslose 27 Jahre alte Eduard Hönisch, der als Nationalsozialist bezeichnet wird, wurde wegen unbefugten Besitzes von Sprengstoffen zum Tode verurteilt. Der Prozeß war von der Oeffentlichkeit völlig unbemerkt durchgeführt worden, und auch die Zeitungen hatten nichts über ihn veröffentlicht. Nach einer späteren Meldung wurde Hönisch vom Bundespräsidenten zu lebenslänglichem glücklich vonstatten. Französischer Diplomat in Rio de Janeiro tödlich verunglückt. Seit dem 25. Juli wurde der Botschaftsrat der französischen Botschaft in Rio de Janeiro, L e Verdier, vermißt. Jetzt wurde, wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, von Fischern seine Leiche geborgen. Man vermutet, daß der Diplomat bei einem Spaziergang sich zu weit auf die ins Meer hinausragenden Klippen vorgewagt hat und abgestürzt ist. Drei spanische Arbeiter von einem Steinblock erschlagen. In einem Steinbruch in der Nähe von Malaga stürzte, wie aus Madrid gemeldet wird, ein riesiger Steinblock auf drei Arbeiter herab und begrub sie unter sich. Da er mehrere tausend Tonnen wiegt, können die Leichen nur geborgen werden, wenn der Block gesprengt wird. Wettervoraussage. In ber Rinne Hefen Druckes, bie sich vom Nord- atlantik in südöstlicher Richtung über das Festland erstreckt und in der sich ein Kerngebiet über Deutschland entwickelt hat, wird fortgesetzt verhältnismäßig kühle ozeanische Luft heranbefördert, so daß sich der Witterungscharakter wechselhaft gestalten wird. Bei vorwiegend bewölktem Himmel, wobei zwischendurch auch leichte Aufheiterung einsetzt, kommt es zeitweise zu Regenfällen, die stel- lenweise von Gewitterstörungen begleitet sind. Die Temperaturen dürften etwas unter die normalen Werte zu liegen kommen. Aussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig und mäßig warm, vereinzelte Niederschläge, teils gewitterhafter Art. Lufttemperaturen am 3. August: mittags 19,7 Grad Celsius, abends 17,9 Grad; am 4. August morgens 15,5 Grad. Maximum 22 Grad, Minimum 15,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. August: abends 20,8 Grad, am 4. August: morgens 18,5 Grad. — Niederschläge 0,9 Millimeter. — Sonnenscheindauer l1/» Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießern______ tiert worden sind. Diese Tatsache erklärt es auch, daß das Gebiet auch heute noch ein eindeutig deutsches Gepräge trägt, und daß auf der anderen Seite der belgisch- romanische Chauvinismus nach immer neuen Mitteln sinnt, um Menschen und Land zu entbeut» schen und notfalls zu einer belgischen Nationalgesinnung zu zwingen. Wer zum Beispiel heute Gelegenheit hat, einen Gang durch die Stadt Eupen zu tun, der wird erstaunt feststellen, daß, abgesehen von den fremden, braunen Uniformen des belgischen Militärs, der deutsche Charakter die- fes Fleckens kaum Einbuße erlitten hat. Höchstens die geringe Zahl von Geschäften fällt auf, in denen verstaubte Schilder an den Schaufenstern „on parle Gesandter Tauschih wieder in Berlin. Berlin, 3.August. (DNB.) Der österreichische Gesandte Stephan T a u s ch i tz traf am Freitag am späten Nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Flug- zeug von Wien kommend, auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein. Verschlimmerung im Befinden Aintelens. Wien, 3. August. (DNB.) Jrn Befinden Dr. Rintelens ist eine Verschlechterung eingetreten. Dr. Rintelen ist linksseitig vollständig gelähmt. planettas Verteidiger verhaftet. Wien, 3. Aug. (DNB.) Rechtsanwalt Dr. Erich Führer, der Verteidiger des wegen Mordes an Bundeskanzler Dr. Dollfuß Hingerichteten Otto P l a- netta, wurde verhaftet. Er befindet sich seit Donnerstag in Polizeigewahrsam. Die Festnahme erfolgte wegen feiner Verteidigungsrede. Auflösung aller deutschen Turnvereine in Iliederösterreich. Wien, 3. Aug. (DNB.) In ber Freitagssitzung des Nieberösterreichischen Landtags würbe ein Antrag, sofort al le Deutschen Turnvereine in Niederösterreich aufsulöj en, einstimmig angenommen. Ueberfrembung wenigstens eine wirtschaftliche !wie aus Wiesbaben gemelbet wirb, auf ber Straße Abhängigkeit zu schaffen. Der zweite Weg über bie | am Wanbersmann. Der Portier Karl Will aus Schule ist noch gefährlicher, weil er nicht nur eine j Okriftel hatte mit feiner Frau, feiner verheirateten relativ leicht roieber zu löfenbe wirtschaftliche Ab-s Tochter Else Konrabi unb bereu zehnjährigem hängigkeit, fonbern eine geistige Abhängig».Sohn Heinz eine Rabtour gemacht, um Verwandte feit zu schaffen bemüht ist. Erst in jüngster Zeit1 in Nordenstadt zu besuchen. Aus der Heimfahrt kam wurde wieder versucht, die französische ' Sprache bereits in der Elementarschule als Unterrichtsfach einzuführen, um so den Entbeut» männische Größe hatte, ein schmerzliches Echo gesunden. Ich bitte Ew. Exzellenz im Namen der faschistischen Regierung und in meinem eigenen Namen die Gefühle meiner lebhaftesten A n - ten dem belgischen Staat gegenüber erinnern müsse. Dieser unglaublich entstellenden Behauptung des Ministers Bövesse gegenüber erscheint es angebracht, sich noch einmal die Verhältnisse und Ereignisse zu uu|iuuv» *••• —V«; nift für vergegenwärtigen, wie sie wirklich waren und nicht fran<;ais verkünden. Genau das gleiche^gilt—ftn erkennen, Müller rettete am gleichen Tage nock nu.?nl^e tnergäste aus Bergnot. Die Touristen^« " den Sk 1(?/T T ■ » 1Q3O-1Q32 KURMARK'zuSJlfö. Das ist doch, die „KU RMARK" die wir früher immer geraucht haben,! ,AcK, den, Luxus „KURMAR K Lu. rauchen,, kann, ich mir ruckt Leisten,." „Aber wieso? X^feisst Du,denn, nicht, die neue „KURMARK " kostet doch jetzt nur ---— Ij"----- ......und, wieder isteiiL neuer KURMARK* RAUCHER gewonneit.derdieser Ggarette treubleiben. ÄvircL, denn, die neue Illlllllllllllllllllllllllllll Bekanntmachung Junge Die tieftrauernden Hinterbliebenen Illlllllllllllllllllllllllllll 45?3 D 4519 D Zum Feldzug gegen Verschandelung der Heimatnatur! 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Dtlo= Vertriebe über M 5 ,Latten Vertrieb miierr »erhesse. der nch otterie zue n Landen Vertrieb Als Hindenburg zum letztenmal das Tannenberg-Denkmal auffuchte. Eine Aufnahme von der vorjährigen Tannenberg-Feier, die sich zu einer großartigen Ehrung für den greifen Feldmarschall gestaltete. Hinter dem Marschall Reichskanzler Adolf Hitler. Das Arbeitszimmer des Verewigten im Trauerschmuck. Auf dem Sessel des Reichspräsidenten liegt ein großer Lorbeerkranz. Der Kronleuchter ist mit Trauerflor umwunden. I 1. ZM« *VJ MW URB 1 W ■■ ‘7U ,«1. i fek B M ' WM -U ■ t l L f W . i Um sich in die Beileidslisten einzutragen, die im Reichspräsidentenpalais ausliegen, stehen unübersehbare Scharen von Menschen aus allen Bevölkerungsschichten vor der einstigen Wirkungsstätte Hindenburgs. Tannenberg. Dem Andenken des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. M Von Generalleutnant n- träaliche Stellung hatte, billig ge brauchte Fahr, r ä d e r t n g r ° ß e r A n z a h l g e w e r b s mäßig abfetzte. Die hierdurch erzielten Einkünfte hat er jedenfalls zur Befriedigung befonderer Bedürfnisse verwandt. Die Kriminalpolizei hat festgest-llt, daß Osterrod die von ihm in den Handel gebrachten Fahrräder von dem Wilhelm S ch m t dt in Mainz, Rheinstraße 91, bezogen hat. D i e f e r st e h t s ch o n längere Zeit im Verdacht« gestohlene :* Nonnenroth, 3. Aug. Am 1. August wur- bnn durch das Personalamt des Hessischen Staats- irmisteriums der kommissarische Bürgermeister und hr kommissarische Beigeordnete ernannt. Zum kom- ir ssarischen Bürgermeister wurde Alfred I etzger und zum kommissarischen Beigeordneten Wilhelm Koch III. bestimmt. “* Eberstadt, 3. Aug. Nach einer Bekannt- irnchung des Personalamtes der Hessischen Staats- rqierung wurde Karl Rühl von hier zum Beißordneten von Eberstadt ernannt. * Inheiden, 3. Aug. Rudolf Reitz von hier wurde nach einer Bekanntmachung des Personalamtes der Hessischen Staatsregierung zum Bür- g rm eist er unseres Ortes ernannt. Qrers ZHütteu. * Lardenbach, 3. Aug. Unser hiesiger Bürger- ir-tister Lein,, der das Amt des Bürgermeisters bereits im 36. Dienstjahr führt, tritt demnächst in «n Ruhestand. Das Bürgermeisteramt befindet sich, liMrlich ein sehr seltener Fall, bereits seit lliihezu 100 Jahren in der Familie ei'in. Der Vater des jetzigen Bürgermeisters war orn 1888 bis 1898, der Großvater mütterlicherseits nrn 1872 bis 1888, der Großvater väterlicherseits »m 1860 bis 1872 als Bürgermeister tätig. Jeder J5 letztgenannten Bürgermeister bekleidete bis zum Eserbetage das Amt. — Dieser Tage wurde durch dm Entschluß einer Anzahl Einwohner unseres !)Äes einem Uebelstand abgeholfen. Der hiesige Ge- niindebrandteich hatte keinen genügenden Abfluß iräb wurde nie trocken, so daß es schwer war, ihn iiimal gründlich auszuräumen. Durch die anhal- Hbe Trockenheit ging aber das Wasser doch zur Wge. Der Bürgermeister bestimmte nunmehr, daß t Gemeindemitglieder unentgeltlich zur Räumung de- Teiches zur Verfügung stellen sollten. Wenige ! -künden nach der entsprechenden Bekanntgabe wa- le i bereits 20 Mann an der Arbeit und es wurden ’ifrt weniger als 400 Kubikmeter Schlamm ausge- »iren. Die Kostenersparnis für die Gemeinde be- hfl 600 Mk. Gegenwärtig wartet man nun auf ’hen ausgiebigen Regen, der den Teich wieder fül- tr soll. Amtsgericht Gießen. Ein Reisender aus Gießen wurde von einer Firma in Lorsch a. Rh., für die er tätig war, der Untreue beschuldigt. Der Angeklagte sollte Waren, die die Kunden nicht bezahlen konnten zurückgenommen und ohne Befragen der Firma weiterveräußert haben. Die Firma stellte sich auf den Standpunkt, der Angeklagte sei verpflichtet aewesen, sie davon in Kenntnis zu setzen. Bei der späteren Abrechnung des Angeklagten sind Differenzen zu einen Gunsten entstanden. In der Hauptoerhandlung wurde nicht festgestellt, daß sich der Angeklagte bereichern wollte. Die entstandenen Differenzen konnten nicht als Grundlage des Strafverfahrens ausgewertet werden. Der Staatsanwalt beantragte Freispruch. Die Entscheidung ergeht am nächsten Dienstag. Nundfunkprogramm. Sonntag, den 5. August: 6.15 Uhr von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Zeitangabe, Nachrichten, Wetterbericht. 8.45: Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein „Aufbruch 1914". 10.15 bis 11: Funkstille. 11: Wasserkuppe. 11.30 von Stuttgart: Den alten Fahnen, den toten Brüdern, dem neuen Leben. 12 bis 14 von Königsberg: Konzert. 14 bis 15 nach Stuttgart: Heldengedenkstunde der Jugend. 15 bis 15.40: Funkstille. 15.40 bis 17: Konzert (Schallplatten). 17 bis 19.30 von Bayreuth: Rheingold. 19.30: Funkstille. 19.40 bis 20: Improvisationen auf der Orgel. Ausführung H. Simmermacher. 20 bis 21: „1914" — Mobilmachung. 21 bis 22 von Berlin: Konzert. 22 bis 22.20: Funkstille. 22.20: Zeitangabe, Nachrichten. 23 bis 24: Brahms- Konzert. 24: Funkstille. THonfag, den 6. August: 6.40 Uhr: Choral. Zeitangabe, Frühmeldungen, Wetterbericht. 8.10: Wasserstandsmeldungen, Wetterbericht. 8.15 bis 10: Funkstille. 10: Nachrichten. 10.10 bis 12: Funkstille. 12 von Berlin: Trauerfeier im Reichstag. Anschließend: Funkstille. Nachrichten. Dann Funkstille bis 16. 16 von Bayreuth: Reichssendung „Walküre" von Richard Wagner. 21.40 von Stuttgart: „Dem unbekannten Soldaten". 22 nach Stuttgart: Konzert, Kapelle Limpert. 22.20: Zeitangabe, Nachrichten. 22.40: Übertragung nach Stuttgart: Rede des Kultusministers Schemm. 23 von Stuttgart: Kammermusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 5. August. 10. nach Trinitatis. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrvikar Balz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Propst Knodt. — Johan- neskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinöe; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Missionsstunde im Johannessaal; Pfarrer Groh. — äapelle des alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes, nach vorausgegangener Einführung durch Dekan Gußmann. — Pelruskapelle. 9.30: Missionar Walther. — Wieseck. 9.30: Gedächtnisgottesdienst; Kollekte; 10.45: Christenlehre. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Bersrod. 13.30: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauvt- gottesdienst; 11: Christenlehre. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst (Gedächtnisfeier an den Kriegsanfang); Kollekte; 13: Katechismuslehre. — Kirchberg. 10: Gottesdienst zur 20. Wiederkehr des Tages des Kriegsausbruches; 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend. — Collar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre für die weibliche Jugend. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Garbenteich. 11: Gottesdienst, Pfarrer Döll (Steinbach). — hausen. 13: Gottesdienst, Pfarrer Döll (Steinbach). — Albach. 8.30: Gottesdienst. — Steinbach. 9.45: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Gottesdienst. — Bettenhausen. 9.30: Gottesdienst.— Hungen. 10.15: Gottesdienst.— Langd. 11.30: Gottesdienst. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst; Kollekte. — Beitsberg. 11: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst und Christenlehre; Kollekte. — Kirtorf. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Ober-Gleen. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 4. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 5. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht.— Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 8. August. Hungen. 6.30 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Mehl, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Jäger. 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Durch diese Anordnung werde die Ein- fellung eines zweiten Feldschützen vorerst nicht er- jorderlich. Firner teilt der Bürgermeister mit, daß jjie anläßlich der Feierlichkeit am 1. Mai 1934 entstandenen Unkosten von den in Grünberg ansässigen Geschäftsleuten und Körperschaften übernommen würden. Im Anschluß daran beschloß der Gemeinde- iat, die Kosten für die Herstellung des Erbhos- wagens anläßlich des 1. Mai 1934 nicht auf die Stadtkasse zu übernehmen; diese Kosten müssen von ler Ortsbauernschaft getragen werden. — Der Ge- neinöerat beschloß die Erhebung einer 3 0 0 pro - e n bi g e n Filialsteuer für das Steuerjahr 1934. — Der Punkt „Verpachtung der Som- uerschafweide für die Jahre 1935 bis 19 3 7" wurde zurückgestellt, da der Bürgermeister wchmals Verhandlungen mit den Interessenten auf- rehmen soll. — Das Pachtverhältnis mit verschieden Fischereipächtern soll gelöst werden, stlls die Rückstände an Fischereipacht nicht bis Kl. August 1934 eingegangen sind. — Der Kaufmann August R. in Grünberg bittet um käufliche lederlassung eines Stückes Straßengeländes zur Lufstellung einer Tankstelle. Der Gemeinderat lehnte las Gesuch ab, da er auf dem Standpunkt steht, laß lediglich eine Verpachtung in Frage kommen bnne. Im übrigen ist der Gemeinderat damit ein« jerftanben, daß die Tankstelle an den Ausgang der ^ismarckstraße in einer Entfernung von 4,50 Meter ran der Einmündung in die Londorfer Straße ge= Mt werden kann, jedoch nur unter der Bedingung, liß R. die Wand seines Hauses nach der Bismarck- jlraße zu nach den Wünschen des Gemeinderats in irtmung bringt. — Die Weberei H. Schmidt I. i Grünberg fordert von der Stadt einen größeren Schadenersatz aus Anlaß der bekannten Färbgraben- cngelegenheit. Der Bürgermeister übernimmt es, i m Gemeinderat zur nächsten Sitzung ein Rechts- mtachten über die Angelegenheit vorzulegen. — Die trbeiten zur Schürfung eine Quelle, die rm einem Wünschelrutengänger festgestellt wurde, taerben bernnächst öffentlich wenigstnehrnend Der« t den. Echottener Sommermorkt. ♦ Schotten, 4. Aug. Der Schottener G ommermarft wirb am kommenden Monti g, Dienstag und Mittwoch wieder in der alther- t brachten Form abgehalten. Am Montag, k August, finden Pferde-, Bullen-, Rindvieh- und fcrämermarft statt; für den Dienstag sind Rind- kLh-, Ziegen-, Schweine- und Krämermarkt vorge- schen, während der Mittwoch vom Krämermarkt aasgefüllt sein wird. (Siehe heutige Anzeige.) Lanotrcis * Daudringen, 3. Aug. Mit dem Amte des tlmmissarischen Beigeordneten in unserem Me wurde Friedrich Deines betraut. * Rödgen, 3. Aug. Otto Wagner wurde am 3. Juli zum kommissarischen Beigeordneten nuferer Gemeinde ernannt. * Lich, 4. Aug. An der Ecke Braugasse und ('chloßgasse ereignete sich gestern nachmittag ein Üierkehrsunfall. Zwei Motorradfahrer stießen zusammen. Der Unfall verlief noch sehr glimpflich, bmn nur einer der Motorradfahrer, Hermann L a n n von hier, wurde am linken Auge l-icht ve rletzt. Er begab sich zur Behandlung n das hiesige Krankenhaus, konnte aber bald trieb er entlassen werben. * Albach, 3. Aug. Durch bas Personalamt ber hessischen Staatsregierung mürbe Ludwig Wilhelm 2ca n g s t) o r f von hier zum kommissarischen Beigeordneten unserer Gemeinde ernannt. Für den überlegenden Käufer O n I’ OieJagd im August zu knacken. Ein Denkmal für einen tapferen Saardeutschen! Französischer Willkür mußte er nach dem Frie- Opfer er itn llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll, Wir tun unsere Pflicht? Eure Pflicht ist, mitzuhelfen, daß es so bleibt! i Erfüllt sie! 4529 D IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Statt Karten. 2hre Verlobung geben bekannt Ema Keßler Artur Weber Großen-Llnben . Lühellinden August 1934. 4539 D Gießen / Os waldsgar ten Die weltberühmte Verlobte 4507 D Anfragen und An Meldungen > Gießen, Goethestraße 32 4241 auch die Jagd auf die die nun gern zu Feld Fruchthaufen beobachtet Tränke kann auch zum Auch in der letzten Woche bringen wir erste Angebote. Nützen Sie diese günstige Gelegenheit zu Ihrem Vorteil. Sichert das Theater durch regelmäßigen Besuch und werdet auch in der Spielzeit 1934/35 wieder Abonnent! — Ab 11. August erfolgt die Zuteilung der Plätze, bis dahin letzter Meldetermln deutsche vor die Handel, Gewerbe und Verwaltung Achenbach- Garagen Gießen, Bahnhofstraße 2—4 4545 A Jeder einmal in Liliput I ____________________________________________________ 4520 L) Augen legen zu lassen, der den französischen Schergen ins Gesicht schrie: „Ich bin unschuldig, ich bin ein deutscher Mann und kann furchtlos dem Tode ins Auge sehen", war vor seiner Hinrichtung auf das Schimpflichste gemartert worden. 'Entsetzt wichen seine Angehörigen und Arbeitskameraden zurück, als sie zum letzten Male von ihm Abschied nehmen wollten und den armen mit Hieb- und Stichwunden über und über bedeckten Körper des grauenvoll Mißhandelten sahen. Lange genug war die deutsche Seele Amboß. Wir wollen mithelfen, daß sie wieder Hammer wird. Verzeihen kann man vielleicht, vergessen aber nie. Saarländische Freunde des Ermordeten, ehemalige Regimentskameraden von ihm und alte Kämpfer aus den Tagen aktivster nationaler Gegenwehr, den Jahren 1920 bis 1923, haben sich zusammengetan, um das Andenken an diesen S ch l a g e t e r des Saarlandes wachzuhalten. Sie rufen euch auf, Volksgenossen, milzuhelfen. Mit Monatsbeginn ist Ringeltaube offen, streicht und oft auf den wird. Der Ansitz an der densfchluß auf eigener Heimaterde zum fallen. Aber nicht genug damit! Dieser aufrechte Arbeiter, der sich weigerte, sich die Binde LLOYD - Herbst Mittelmeer- Fahrten mit D. >SIERRA CORDOBA« 11469 Brutto- Register-Tonnen Erfolg führen. Der Jagdschutz erstreckt sich wiederum vor allem auf wildernde Hunde und Katzen, selbst auf die Gefahr hin, von einem Autor, der vor kurzem im „Gieß. Anzeiger" dem erstaunten Leser das Engelsbild der Katze vorführte, einer „Tracht Prügel" für würdig erachtet zu werden. Das unter Mitarbeit des Reichsnährstandes geschaffene neue Reich^sagdgesetz wird dann allerdings auch wenig Gnade vor seinen Augen finden. Denn es sieht nicht nur den Katzenabschuß vor, sondern auch die Bestrafung dessen, der seine Katze strolchen läßt! Wir Jäger halten uns an das, was wir draußen wirklich beobachten, und nicht an Theorien vom grünen Tisch. Die Katze gehört ins Haus, aber nicht in Wald und Feld. Wer wirklich Tierfreund ist, sorgt dafür, daß seine Katze nicht in die Gefahr kommtz abgeschossen zu werden. Der Jäger aber schützt sein Niederwild und die Vogelwelt vor dem schlimmsten Feind — und das ist die wildernde Katze. Hubertus. Märchensiadt Liliput nur noch bis Sonntag,S.Äug.einschl. täglich von nachmittags 3 Uhr bis abends 10 Uhr stündlich große Abschieds-Vorstellungen Wochenbericht vom Frankfurter vroduktenmarkt. Der Frankfurter Getreidegroßmarkt steht auch weiterhin noch unter dem Einfluß des Ueberganges vom alten ins neue Erntejahr. Die Umsätze beschränkten sich nur auf die Deckung des notwendigsten Bedarfs. Das Angebot der Landwirtschaft hält sich in engen Grenzen. Das angebotene neue Brotgetreide zeigt allgemein ein über Erwarten schönes Aussehen und weist ein beachtliches, hohes Naturalgewicht auf, die je nach Provenienz bis 80 Kilogramm und darüber, vereinzelt sogar bis 83 Kilogramm pro hl gehen. Besonders der Wetterauer Weizen ist ganz erstklassig. Indessen kommt neuer Weizen erst spür- lich an den Markt, weshalb sich die Nachfrage hauptsächlich auf alte Ware beschränkt. Der Bedarf ist aber nicht groß. Abschlüsse von altem wie von neuem Weizen erfolgten zum um 2 Mark ermäßigten Preise von 207 Mark per Tonne. Am R 0 g g e n m a r k t ist das Geschäft zu den bestehenden Festpreisen ganz gut in Gang gekommen. In Futtergerste liegt kein Angebot vor, die Festpreise haben daher nahezu nominellen Charakter. Daher tritt nach anderen Futter st offen stärkere Nachfrage hervor, besonders ölhaltige Artikel sind gesucht, aber infolge des nur sehr knappen Angebots nur schwer zu haben. Demgegenüber sind Mühlennachproduktr wie Kleie und Nachmehle vernachlässigt, so daß hier Preisrückgänge bis zu 0,40 Mark pro 100 Kilogramm eintraten. Oelhaltige Futtermittel konnten ihre Mühlenpreise behaupten. Neuer Hafer wurde seit dem 1. August erstmals zu den neuen Festpreisen notiert. Das Angebot war verhältnismäßig klein, auch die Nachfrage war mäßig. Alter Hafer war in den letzten Tagen nur noch wenig beachtet, schließlich liegt der Preis für neuen Hafer für die Festpreisgebiete H XIII mit 157 und für H XIV mit 159 auch 23 bzw. 21 Mark pro Tonne unter dem für alten Hafer, der am Montag noch mit 180 bis 182,50 notiert wurde. Die Rauhfuttermittelpreise blieben bet kleinem Umsatz unverändert. Gießen Lahnstraße 12 4. August 1934 sind immer eine glückliche Zeit! Auskunft und Prospekte durch unsere Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 in Wetzlar: Wilh. Fischer, Inh. Chr. Heberling, Lahnstraße 20 Giß Müller Ludwig Walter, Oiplom-Dolkswirt Klaviere, 1 Harmoniums ro fachgemäß u.vreisw. gestimmt u.rev. Giert'S Gieren, LndwißstraheSp. Televb. 2403. Verkaufü.neu u gedr. Klan. Richtig im Geschmack Richtig in Auswahl Richtig im Preis das war die Bilanz und der .Erfolg der 1. Woche unseres Saisonschluß-Verkaufes. Asbest- Platten l,2,3,4u. 5 mm, wieder am Lager. 204D CarlSchunck Wochenendhäuser, Schupp., Fahrradständer, zerleg- und versetzbar. eoißV Gehr. Achenbach GmbH. Weidenau/Sieg PostfachlöO. Der August ist der Monat der Ernte, und zwar nicht nur für den Bauern, sondern auch für den Weidmann setzt die Zeit ein, wo er den Lohn der Hege zu ernten beginnt. Das weithin wogende Aehrenfeld bot seither dem Wilde soviel Deckung, Laß nicht nur das meiste Rehwild, sondern auch Sauen und Rotwild darin mitunter ihren Tagesstand nahmen. Bald ist der letzte Halm gefallen, und damit setzt das Rückwechseln in den Wald wie der ein. Das Rehwild steht in der ersten Hälfte des Monats in voller Brunft. Dann kommt die Zeit wo auch der gute Bock dem hegenden Weidmann willkommene Beute sein darf, nachdem dieser sich vorher bemühte, möglichst nur geringe Böcke zu strecken und die gut veranlagten sich vererben zu lassen. Die kommende Blattzeit ist die beste Gelegenheit zu einer Bestandsaufnahme des Rehwildes. Denn daß sich sehr viele Beständer über ihren Bestand nicht klar sind, haben die Abschußpläne zu Genüge bewiesen. Wer früher gewohnt war, auf jeden aufs Blatt springenden Bock Dampf zu machen, der hat nun die schönste Gelegenheit, sich seine Böcke einmal recht gründlich anzusehen. Denn der Bockabschuß ist in diesem Jahre wesentlich eingeschränkt und wird es zunächst auch bleiben müssen, bis in einigen Jahren ein besseres Geschlechtsverhältnis erzielt ist. Also wird derjenige, der überhaupt noch in der Blattzeit etwas schießen darf, im eigenen Interesse seine Auswahl treffen. Dem, der sich ernstlich bemühen will, ein klares Bild zu bekommen, sei dringend empfohlen, sich über seine Wildbeobachtungen während der Blattzeit Aufzeichnungen zu machen. Im Interesse des Wildstandes liegt es, mit dem Blatten nicht zu früh zu beginnen. Meist geschieht dies nämlich. Gerade der jagdbare ältere Bock springt ost bis gegen den 20. August und darüber hinaus noch gut. Anfänger seien davor gewarnt, in jedem springenden Stück einen Bock zu sehen. Sie könnten sonst zu „Schürzenjägern" werden. Anderseits enttarnt gerade das Springen auf das Blatt manchen alten Knopfbock, der seither als „Ricke" galt. Ganz allgemein ist die Blattzeit eine so interessante Zeit, in der auch derjenige, der nicht blatten oder schießen will, soviel Beobachtungen machen und' sein Revier kennenlernen kann, daß dem Revierinhaber nur zu empfehlen ist, recht viel draußen zu sein. Rotwild und Damwild stehen gern in feldnahen Dickungen und in Randhölzern, denn draußen locken Hafer- und Kartoffelfelder. Die Hirsche fegen, die Krone des Weidwerks, die Jagd auf den Feisthirsch setzt ein, die Jag darf, die an Können und Geduld des Weidmannes die größten Anforderungen stellt. Am 16. August beginnt die Jagd auf den König unseres Waldes, der in diesem Jahre zum ersten Male auch in Hessen in seiner Kolbenzeit, als er sein Geweih aufbaute, geschützt war. Auch beim Rotwild wird es allerdings in diesem Jahre in der Praxis so werden, daß vor allem Kablwild und geringe Hirsche abgeschossen werden müssen. In vielen Jagden ist überhaupt kein Hirsrh freigegeben. Gerade in unserer Gegend ist meist das Geschlechtsverhältnis beim Rotwild noch viel, viel ungünstiger wie beim . Rehwild. Der Hunger nach der Trophäe hat zu dem Mißverhältnis und zum Verschwinden wirklich guter Hirsche geführt. Auch hier ist nach einer Uebergangszeit und einer gewissen Entsagung mit Sicherheit zu erwarten, daß auch unsere Rotwildremere wieder starke Hirsche hervorbringen werden, während anderseits der Gesamtbestand überall da, wo das Wild stark zu Schaden ging, durch verstärkten Kahlwildabschuß herabgemindert worden ist. Der Abschuß von Schwarzwild, der gesetzlich unbegrenzt ist, erfolgt jetzt am besten bei Ansitz oder Pirsch an der Feldgrenze, wo die Sauen reich gedeckten Tisch haben. Die heiße, trockene Witterung scheint den Hasen gut bekommen zu sein. Auch jetzt noch müssen die Junghäschen, darunter schon Nachkommen aus dem ersten Satze des Jahres, vor allem vor ihren tierischen Feinden geschützt werden. Der frühe Schnitt des Getreides dürfte bet gleich- bleibender Witterung dazu führen, daß die Jagd auf das Rebhuhn noch im August beginnt. Nach den Aussagen von Bauern, Schäfern und dergleichen sollen die Hühner die Brutzeit gut über« standen haben. Der Jäger wird sich selbst erst ein Bild machen können, wenn die Getreideernte vorüber ist und er den Hund suchen lassen kann, oder morgens früh oder abends die Hühner auf den Stoppeln sieht. Ein Suchen nach Hühnern vor Beginn der Jagd ist dringend zu empfehlen. Wochenlang, ja monatelang haben die meisten Hunde zu'Hause gelegen, feist angesetzt und ihre gute Erziehung meist vergessen. Kommt dann der erste Jagdtag, dann werden die Hühneer heraus- gestoßen,' hinter jedem Hasen geht mit „Jiff, jaff" her, und nach kurzer Zeit liegt „Karo" hechelnd im Kartoffelkraut, dort, wo es am höchsten ist. Seines Herrn Laune aber ist danach. Die lieblichsten Kosenamen erfüllen die Fluren, unter Umständen tritt die Peitsche in Tätigkeit, geschossen Das Gaupresseamt übermittelt zur Veröffentlichung folgenden Aufruf: „Unsere Brüder im Saarland zählen mit Ungeduld die Tage bis zu ihrer Rückkehr zum Vaterland. Sie wissen, daß sie eine starke moralische Stütze an uns haben und daß kein Ruf an uns vergeblich verhallt. Am 20. Oktober dieses für unsere Saarbrüder bedeutungsvollen Jahres jährt es sich zum 15. Male, daß welsche Rachsucht mit uns Deutschen unbegreiflicher Brutalität einen deutschen Arbeiter mordete. Am 20. Oktober 1919 fiel Jakob Johannes in Saarbrücken unter den kugeln französischer Soldaten, nachdem man ihn vollkommen schuldlos vor ein Kriegsgericht geschleppt und .wegen versuchten TNordanschlages auf eine französische Truppenabteilung« zum Tode verurteilt hatte. Vergeblich alle Proteste bei der Regierung in Paris! Der Franzose wollte ein Opfer seiner Rachgier und hatte sich diesen einfachen Eisenbahnarbeiter, der nichts weiter verbrochen hatte, als daß er als echter deutscher Mann aufrecht seinen Richtern gegenüber« trat, ausgesucht. Vier Jahre lang hatte Jakob Johannes in den Reihen der Infanterie-Regimenter 166 und 174 für sein Vaterland gekämpft. Das Schicksal war ihm gnädig; es verschonte ihn. Beginn:^, Vogtsche wird miserabel, alles Dinge, die vermeidbar sind.! Wer, ohne selbst schießen zü dürfen, vor der Jagderöffnung feinen Hund hin und wieder draußen führt, bekommt ihn in die Hand, trainiert ihn und sich selbst und weiß am ersten Jagdtage, wo er die Hühner zu suchen hat. Wirkliche Jagdfreude und ein voller Galgen sind der Lohn. Der Fasan hat noch Schonzeit. Dagegen kann die Ente bejagt werden. Der Ansitz ist an Gerstenstoppeln oft besonders erfolgreich. Im allgemeinen sucht man die Wildente natürlich am Bach, Fluß oder See mit dem Hunde. Der Erpel ist noch in der Schwingenmauser und dann nicht flugfähig. Ein solcher Mausererpel gibt oft dem Schützen und dem Hund eine Nuß zu knacken. Gießen Mainz TORPEDO nur RM. 188. — schon für 4188d 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausens Co. Bahnhoistrake ^enub.Hotel Schütz vartbrennlwL 1 Wagen, 5 Str. 5- 5iJt, Anmachholz,iWag. 6- 51J. Fein gehacktes Anmach- holz.lSackl^ sreiKeller. msD Zul. Wellböfer Marb. Str. 24. daß Jakob Johannes eln würdiges Denkmal gefetzt werden kann. Wo es auch stehen wird, es wird kommenden Geschlechtern von dem Opfertode eines echten deutschen Arbeiters künden, und ein ewiges Mahnzeichen fein, sich stets einzusetzen, für die Verteidigung deutschen Volkstums und deutscher Heimaterde." Spenden werden entgegengenommen aus das Konto H 71 085 bei der Frankfurter Sparkasse von 1822 (Polytechnische Gesellschaft) Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 49/51 und auf das Post, scheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 34 323. Anfragen sind zu richten an den Geschstsführex Dr. Rudolf Giesenregen, Frankfurt a. M., Darmstädter Landstraße 48. Der Denkmalausschuß: Vorsitzender: gez. Peter U n h 0 f e r, Frankfurt a. M., Mendelsfohn- straße 85, Telephon 30 381. Geschäftsführer: Dr. Rudolf Giesenregen, Frankfurt a. M., Darm, ftäöter Landstraße 48, Telephon 20 027. Wunibald Engel, Frankfurt a. M., Humboldtstraße 86, Te. lephon 50 151. Ludwig Enders, Frankfurt a. M., Bergerstraße 55, Telephon 54 514. Ludwig Jung, Frankfurt a. M., Schloßbornerstraße 25. Tel. 30 551. Qtroff im Tart Nur eo können Sie Ihre Zeitungsanzeigen durch zeitgemäße, gepflegte Einprägsam,« derForm Werbedrucksachen Wirksam In der Farbe out un.arB.nt,a„ gut unterstützen. Nur so berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 MsKeoHmmW! Das Stadtlheater GieBen hat den Rang, der ihm gebührt! 1. Reise: 4. Sept - 19. SepL 2. Reise: 21. Sept. * 7. Oki. Fahrpreis von RM. 205.- an. Gießener Anzeiger (Gene Ur. 180 Drittes Blatt Ltnsere Gießener Waldungen in Schafe w Die Domäne Schiffenberg oom Turm der Kapelle aus gefehen. Am Ludwigsbrunnen. Das Hirtenbrünnlein. \ »TyepdokNW, Die Freude und der Stolz jedes Gießeners find feine Waldungen, die sich wie ein grüner Kranz im Halbkreis um unsere Stadt ziehen. Gut gepflegte Wege ermöglichen es, stundenlang durch herrliche inqeieni öiuuiumiu yujun. pfaden steigt man empor zur „Theodorsruhe", um sich an dem herrlichen Blick nach dem Schiffenberg zu erfreuen. An dieser Stelle, die zu Ehren des verdienten Gießener Forstmannes Theodor Heyer seinen Namen führt, hat der Verkehrs- und Verschönerungsveren G i e ß e n vor etwa zwei Jahren in dankenswerter Weise einen Ruhtempel errichten lassen. Einen näheren Weg von der Stadt hat der VHC. Gießen mit einem roten „T" bezeichnet; dieser Weg beginnt bei der Universitäts-Bibliothek, führt den Erdkauterweg entlang am Gailschen Tonwerk vorbei zum Wald und in diesem weiter zur Aussichtshütte. Ein weiteres recht stimmungsvolles Plätzchen, den Hirtenbrunnen, haben wir der Altersvereinigung 1874 / 1924 zu verdanken. Um dahin zu gelangen, geht man den mit blauen Punkten bezeichneten Alten Sternbacher Weg entlang bis zur vierten Schneise. Hier verläßt man das Zeichen, geht einige Schritte rechts in die Schneise bis zu einem ausgetretenen Fußpfad, der links in den Wald und bald darauf zum Hirtenbrunnen führt. Ein in Reliefmanier ausgeführtes kleines Denkmal bezeichnet die Stelle, hinter der auch eine Anzahl Ruhebänke, um eine stattliche Eiche geschart, aufgestellt sind. So bieten unsere Waldungen, die dank einer einsichtsvollen Forstbehörde und durch frühere Stiftungen reichlich mit Bänken versehen sind, ihren Besuchern eine stete Erholung. Manches stille Plätzchen findet sich, wo man in erquickender Ruhe, fernab oom Lärm des Alltags, beschaulich rasten kann. Fünfzigerstein unterhalb des Georgstempels. Laub- und Nadelbestände zu wandern und sich an der reinen, ozonreichen Luft zu ergötzen. Hoch über unseren Waldungen ragt weithin sichtbar die Domäne Schiffenberg, ein beliebtes Ausflugsziel der Gießener und der Bewohner der um den Berg liegenden Dörfer, ein im Jahre 1129 von der Gräfin Clementia von Gleiberg errichtetes Augustinerkloster, das später an den Deutschen Orden überging und 1809 als Kloster gänzlich aufgehoben und hessischer Besitzt wurde. Entzückend ist die Aussicht von den Fenstern des Hauptgebäudes, von der Terrasse und vor dem! Haupteingang, lieber Gießen hinweg sehen wir den Taunus mit dem Großen Feldberg, die Wetterau mit der Burgruine Münzenberg, ferner die Höhen des Vogelsberges, der Rhön und des Spessarts. Die nächsten sichtbaren Gipfel sind neben den Burgen Gleiberg und Vetzberg der Dünsberg, Stoppelberg, Hausberg und Winterstein Die bekanntesten Zugangswege zur Höhe sind der Schiffenberger Weg, der später am U ti i r> e r = sitäts-For st garten vorbeiführt, jedoch in seinem größten Teil von Autos ziemlich belebt ist. Aus diesem Grunde wird wohl der Alte Steinbacher Weg bevorzugt, der auch mehr Schatten bietet. Er beginnt hinter dem Alten Friedhof, läßt die Heil- und Pflegeanstalt zur Linken liegen, um alsbald m den Wald einzubiegen. Kurz vor der dritten Schneise teilt sich der Weg, rechts geht's nach dem Schiffen- berq. Ein Stück vor dem eigentlichen Aufstieg bemerkt man zur Rechten mehrere prächtige Weih- tannen, die in unseren Wäldern selten sind. Drei vom VHC. Gießen angelegte Markierungen trifft man unterwegs an, so am Alten Friedhof den gelben Strich, der schon vor der ersten Schneise abgeht, um über Laubach zum Hoherodskopf zu ziehen. Von der zweiten bis zur dritten Schneise begleiten uns blaue Punkte, die später durch den Fernewald gehen, und unterhalb des Brauhofsberges kommen vom Annebtzrg her gelbe Punkte, die uns bis zur Höhe führen. . Gegenüber von dem vorher erwähnten Unwer- sitäts-Forstgarten befindet sich, wenige Schritte vom Weg ab, der Ludwigsbrunnen. In anerkennenswerter Weise hat hier die Alters- Vereinigung 1883/1933 ein idyllisches Plätzchen durch die Anbringung von Bänken und Anlagen sowie durch die Fassung der Quelle geschaffen. Etwa 100 Meter hinter dieser Anlage hat die Altersvereinigung 1870/1920 ebenfalls Ruhebänke und einen Erinnerungsstein aufstellen lassen. Von diesem Platze aus, einem von großen Steinen eingefaßten Kreis, in dessen Mitte eine mächtige Buche steht, geht man hinauf zum Georgstempel, einem von Fa- % - Hktz - Aus der Provinzialhaupisiadt uns Die Vereidigung des Gießener VatMovs n d Wir Augen ch e a- >s ie it d g n b- n er nt- le: n- ch- en ich er- haber der Wehrmacht und Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler. Vor der Vereidigung hielt Major Schmidt eine Traueransprache auf das verstorbene Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, den Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg. „Das ist die stille Stunde, wenn abends in die Runde kein Laut der Welt mehr dringt, wenn alles ruht im Schweigen und nur der Sterne Reigen am Himmel hoch und herrlich schwingt.' (Gg. Förster) Wenige Stunden nach dem Tode des Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, fand auf dem Truppen-Uebungsplatz H e u b e r g die Vereidigung des Gießener Bataillons auf den neuen Oberbefehlshaber, den Führer des Deutschen Reiches Adolf Hitler, durch den Bataillons-Kommandeur Oberstleutnant von Wachter in feierlicher Form statt. Der Bataillons-Kommandeur hielt dabei folgende Vereidigungsrede: Unser seitheriger Oberbefehlshaber, der uns seit langen Jahren in schwerster Zeit mit sicherer Hand geführt hat, ist von uns gegangen. Der große Feldmarschall des großen Krieges, zu dessen Gedenken heute der Atem einer ganzen Welt stockte, wgr auch unser oberster Befehlshaber gewesen. Unerschütterlich und tief empfunden muß unser Dank fein für diesen ersten Soldaten des Reiches, der über 60 Jahre seines Lebens in schlichter Selbstverständlichkeit seinem Vaterland gegeben hat. Unlösbar müssen die inneren Bindungen sein, die jeden wahren Soldaten mit ihm, auch über sein Grab hinaus, verbinden. Er hat unsere Reihen für immer verlassen! Ein Heer soll aber nicht und auch nicht einen einzigen Tag ohne Befehlshaber sein. Den Oberbefehl über dis Wehrmacht hat durch Reichsgesetz vom heutigen Tage der Führer persönlich übernommen. So leisten wir als treue deutsche Soldaten ihm jetzt den Wasfeneid. Anläßlich der 20. Wiederkehr des ersten Mobilmachungstages und des damit verbundenen Soldatentages legte der Hauptmann beim Stabe des Gießener Bataillons, Oberleutnant V o i g t s b e r - g e r, am Donnerstag, 2. August, zum Gedächtnis an die Gefallenen des Weltkrieges einen Kranz des Bataillons am Gefallenendenkmal auf dem Landgraf-Philipp-Platz nieder. Am Nachmittag erfolgte die Vereidigung des Restkommandos auf den neuen OberbefehlsErheben Sie die rechte Hand zum Schwur und sprechen Sie mir die Worte nach, mit denen ich zugleich den Eid vor Gott ablege: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen." Der Eid ist vollzogen! Unsere ganze Kraft und unser ganzes Können gehört weiter unserem Vaterland, gehört weiter seinem verantwortlichen Führer. Den Willen hierzu bekräftigen wir durch den alten Soldatenruf, den Ruf des Soldaten im Kampf, beim Sturm und beim Sieg: „Unser deutsches Vaterland, fein Führer Adolf Hitler, unser oberster Befehlshaber Hurra!" Hierauf folgten das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-L-.d. u- ir e. m ch n= 9- er ich ig ns nt- müssen eben auch einmal mit offenen träumen, wir müssen gewissermaßen uns selbst besuchen, müssen Rede und Antwort stehen auf eigene Lebensfragen. Das führt zur großen Ruhe, zur Reinigung der Seele. Das gibt Kraft ■ und Freiheit für das Neue, das Kommende. Die anzuzeigen. Durch diese Anmeldepflicht soll mH Rücksicht auf die augenblickliche Rohstofflage ein lückenloser Ueberblick über den öffentlichen Bedarf an den in Frage kommenden Waren geschaffen und eine Planung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ermöglicht werden. Im zweiten Teil der Verordnung wird zunächst für alle öffentlichen Beschaffungen, zu denen Wolle verwendet wird, der Beimischungszwang für Kunstwolle und Kunstspinnstoffe eingeführt. Dieses durch die Beschaffungsbehörden in nationalwirtschastlichem Interesse gegebene Beispiel zeigt dem privaten Verbraucher, daß eine angemessene Beimischung von Altwolle und Kunststoffen auch ohne Beeinträchtigung der Tragfähigkeit, an die gerade die öffentlichen Beschaffungsstellen besondere Anforderungen stellen müssen, möglich ist. .Sie auch in der Zahl herabgesetzten Stoffe, die nunmehr verwendet werden sollen, stellen das Ergebnis eingehender erfolgreicher Versuche der deutschen Industrie dar. für weitere Forsckungen zu bieten. Die Negerstämme, die um Auskunft gefragt wurden, verhielten sich sehr zurückhaltend und waren nicht zu bewegen, irgendetwas Näheres über den geheimnis- I vollen Platz zu verraten. Sie sahen in dem Ein- 1 bringen der Weißen einen Friedensbruch und er »prophezeiten den Forschern em unheilvolles flmb* Dom Alleinsein. Eigentlich gibt es nicht allzu viel Menschen, die das Bedürfnis haben, allein zu fein. Für manche ist es sogar eine Qual. Sie ertragen die Einsamkeit nur schwer. Sie langweilen sich, wie sie sagen. Es muß Leben um sie herrschen, sie wollen sich „zerstreuen". (Zerstreuen heißt eigentlich „auseinanderstreuen" und ist das Gegenteil von sammeln!) Sie haben Angst vor sich selber. Es ist so, als ob sie fürchteten, sich selbst zu entdecken. Aber einmal kommt doch der Tag, an dem wir zu uns selber kommen. Wir können nicht arbeiten, wir fühlen uns nicht wohl, das ganze Leben ist uns verleidet. Es wird nicht besser. Wir sind krank. Nun müssen wir wohl oder übel zur Ruhe kommen. Wir können auf einmal stille liegen, wir werden geduldig. Wie heilsam ist diese Stille für viele, viele Menschen! Wir sind Patienten geworden. Ist es nicht bezeichnend, daß dieses Fremdwort von dem lateinischen Wort „patientia" — Geduld kommt? Warum aber wollen wir warten, bis der Arzt uns die Ruhe verschreibt? Können wir nicht selbst entscheiden, ob wir einmal allein sein wollen, damit wir uns finden können? Man muß auch einmal die Welt und alle Menschen entbehren können, um sich selbst anzugehören. Dauernd arbeiten und „nie Zeit haben" macht müde und unzufrieden. Das Leben wird zu einseitig. Unsere Pläne, unsere Hoffnungen können nicht wachsen und reifen, weil sich immer wieder neue Schwierigkeiten zeigen, weil — mit einem Wort — die Sammlung fehlt. Es ist genau so wie draußen mit den vielen Bächlein und Flüssen, die sich kraftlos im Tale verlieren. Da kommt eines Tages der Baumeister und baut einen starken Damm. Die Wasser stauen sich, werden zu einem See und stürzen sich nun mit gesammelter Kraft in die Räder der Maschinen. Genau so geht es den Menschen. Wir dürfen uns nicht in tausend Kleinigkeiten verzetteln, sondern von Zeit zu Zeit müssen wir zu uns selber kommen, um Kräfte zu sammeln, um zu wachsen und stark zu werden. Wer hat noch Zeit, mit sich selber zu sprechen? Wir reden über die Geschäfte, über das Wetter, über Vergnügungen. Wann aber kommen wir zu uns selbst? Nach seelischen Erschütterungen, nach leidvollen Tagen, aber auch nach glücklichen Zeiten brauchen wir Stunden der Stille, der inneren Einkehr. Da gilt es, sich Antwort zu geben auf Fragen, die uns das Leben stellt, die wir uns selbst stellen und stellen müssen. Es ist doch so, wie Hermann Hesse sagt: „Drum ist kein Wissen noch Können so gut, als daß man alles Schwere alleine tut." Wir müssen von Zeit zu Zeit den Alltagsmenschen aus uns herausjagen, müssen einmal ganz still und bescheiden werden und uns nicht wichtig nehmen. Wir müssen wieder lauschen können mit gläubigen Augen wie die Kinder. In solchen Stunden verstehen wir das rauschende Meer, den weiten Sternenhimmel über uns. „Weise ist nur der, der das Schweigen versteht." annehmen, das gibt mir neuen Mut und neue Zuversicht. Glauben Sie an mich! Haben Sie, so wie ich selbst auch, das Vertrauen, daß ich wieder hochkomme, daß ich nicht im Elend untergehen werde. Ja!" Er stand auf und rief es fast, indem er mir die Hand schüttelte, „ich werde wieder hochkommen! Ich habe nun ein Zeichen, daß es wieder besser wird mit mir, in Ihrer freundlichen Gesinnung." Damit verließ er mich, noch von der Treppe hinaufwinkend. Ich habe an diesem Erlebnis gelernt, daß man dem Nächsten mit Wenigem helfen kann, neuen Mut zu fassen. Das ist ein wichtigeres Geschenk als Geld. Aber man kann auch —. wir wissen hoch alle, daß es Glückssträhnen und Pechsträhnen gibt — mit unserer kleinsten Gabe und der herzlichen Hinwendung vielleicht die Unglückskette brechen, an die ein Armer geschmiedet ist. Wer einmal zu sich selber kommen will, der muß an einem Sommerabend hinausgehen, sich an den Waldrand oder auf Bergeshöhe setzen und den Stimmen der Natur lauschen. Und dann der inneren Stimme. Da steigen manchmal Gedanken auf, die wir längst vergessen hatten. Manches gute Wort, das im Lärm des Alltags verloren ging, mancher Satz aus einem guten Buche, manches schöne Erlebnis kehrt zu uns zurück, wenn wir allein sind. Wir hören ferne Glocken läuten, der Zauber unserer Jugend umgibt uns wieder, wir sehen Städte und Dörfer im Mondenschein, farbenprächtige Bauerngärten leuchten vor unserem Auge, wir lauschen dem Gesang der Nachtigall und atmen den Duft der Sommerblumen. Feierliche Stille umfängt uns, löst den Tag ab. Wir fühlen uns eins mit der Erde, mit Wald und Feld. Wir träumen unsere schönsten Träume in der Einsamheit. So ganz allein sind wir draußen in der Natur ja nie. Ringsum herrscht Leben, auch in der Nacht. Aber es stört uns nicht. Die Dinge, die uns umgeben, werden gestaltlos, wie ferne Schatten. Die Seele hat Raum. Keine Sorge von gestern drückt nieder. Kein Lärm des Tages kommt zu uns. Elefantenfriedhöfe. Die Phantasie der Negerstämme hat bekanntlich viele, erstaunlich mannigfaltige Tierfabeln geschaffen. Kein Wunder, wenn man das Gerücht um die Elefantenfriedhöfe schließlich auch als der Sagenwelt Afrikas zugehörig betrachtete, da es noch keiner europäischen Expedition gelungen war, jemals eine solche Grabstätte, in die sich die sterbenden Elefanten zurückziehen sollen, zu entdecken. So sehr sich die Forscher auch bemühten, wissenschaftliche Grundlagen für die Beschreibungen der Eingeborenen zu finden, so enttäuschend waren die wirklichen Ergebnisse der Expeditionen. Jetzt hat aber der Afrikaforscher Dr. I e a n n e I auf einer Expedition durch Zentralafrika in der Gegend von Oma einen Fund gemacht, der wohl beweisen kann, daß die Sage der Elefantenfriedhöfe tatsächlich auf Wahrheit beruht. Er fand in einem Gebiet, das nur von kriegerischen und europäerfeinblichen Stämmen bewohnt ist, einen Platz, auf bem Tausende von Elefantengerippen verstreut sind. Zunächst wurde eine riesige Naturkatastrophe angenommen, wovon man aber bald wieder abkam, als man in der weiteren Umgebung nichts fand, das auf eine solche Katastrophe hingedeutet hätte. Es muß sich also wirklich um einen Elefantenfriedhof handeln. Zahlreiche photographische Aufnahmen wurden hergestellt, und Dr. Jeannel hofft, mit diesem genauen Material der Wissenschaft umfassende Grundlagen Oeffentliche Aufträge für die Faserstoff- und Lederwirtschast. DNB. Der Reichswirtschaftsminister hat gestern eine Verordnung über die Vergebung öffentlicher Aufträge auf dem Gebiete der Faserstoff- und Lederwirtschaft erlassen, durch die es den Beschaffungsstellen der öffentlichen Hand, auch der Gemeinden und der Organisationen der NSDAP., zur Pflicht aemacht wird, ihren Bedarf an Faserstoff- und Lederwaren vor Auftragserteilung bei der Reichsausaleichsstelle für öffentliche Aufträge im Reichswirtschaftsministerium zur Zustimmung großen Künstler und Denker, sie gingen immer in die Einsamkeit, um von da gestärkt zurückzukehren zu ihren Werken. Und so wollen wir uns auch in stillen Stunden, im Allein-Sein, neue Kraftquellen erschließen. Wir werden es bald fühlen, daß bas Glück nicht in Zerstreuungen zu finben ist, fonbern baß es im Leben doch noch Besseres gibt, als bem Vergnügen nachzujagen. Diese Erkenntnis bringen uns bie stillen Stunben, in benen wir allein mit uns finb. Jeber ©ommerabenb läbt bich ein. Willst bu aparten, bis der Arzt kommen muß? B. Kirchliche Trauerfeiern. Am morgigen Sonntag, 5. August, finden in der Stadt- und in der Johanneskirche jeweils um 9.30 Uhr Trauerfeiern aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten statt. Es ist nicht ausgeschlossen, baß durch eine Verfügung des Herrn Reichsbischofs eine weitere Trauerfeier abgehalten werden soll. Hierüber werden noch besondere Be- kanntmachungen erfolgen. In der Stadtkirche wird Propst Knodt und in der Johanneskirche Pfarrer Bechtols Heimer predigen. Um 8 Uhr findet in der Johanneskirche ebenfalls ein Gottes- ‘.5 >r kn r- ge dienst statt. Die Christenlehre für die Konfirmanden der Lukasgemeinde schließt sich an den Hauptgottesdienst an. Kreisbetriebszellenabteilung Gießen. Der für den morgigen Sonntag, 5. August, an- gesetzte Amtswalter-Appell im Cafs Leib fällt infolge des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg aus. Nähere Anweisungen über Umorganisation der Deutschen Arbeitsfront sowie über das Landestreffen der NSBO. erfolgen noch. Heil Hitler! Gez.: Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann. 3m Rundfunk: »Kampf und Sieg der £3." Das Gaupresseamt gibt bekannt: Wir schalten ein: Samstag, 4. August, 18.30 bis 18.50 Uhr Reichssender Frankfurt: „Kampf und Sieg der HI." Pg. Richter, Leiter der Abt. Presse und Propaganda der Gebietsführung Wiesbaden. Deutsche Arbeitsfront. Rechtsberatungsstelle Gießen. An jedem 1. und 3. Montag im Monat werden durch die Rechtsberatungsstelle Gießen in Nidda und in Büdingen Sprechtage abgehalten. Die Auskünfte sind für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront auf allen Gebieten des Sozial- und Arbeitsrechts vollkommen t oft en- los. Die Sprechstunden finden statt: in Nidda in der Bürgermeisterei von 10 bis 12.30 Uhr; in Büdingen in den Geschäftsräumen der Kreisbetriebszellenabteilung bzw. der DAF. von 15 bis 17 Uhr. Erstmalig finden die Sprechtage statt am Montag, 6. August. NSKOB. hlrnverlehle Achtung! Innerhalb der NS.-Kriegsopferversorgung sind die Hirnverletzten zu einer Gruppe zusammengefaßt worden. Die Abteilung Hessen der Hirnverletzten bittet nun alle Hirn- und kopfverletzten Kämpfer des Weltkrieges um ihre Anschrift, um festzustellen, welche Kameraden von ihr zu betreuen sind. Im eigenen Interesse der Kameraden, einerlei ob sie Rentenempfänger sind oder nicht, ist es erforderlich, daß sie möglichst bald ihre Anschrift mit Bezeichnung der Verwundung an folgende Obmänner einsenden: Georg Müller, Lollar, Daubringer Straße 29, für den Kreis Gießen; Peter Strack, Wetzlar, Altenberger Straße 76, für den Kreis Wetzlar; Franz C i s e k, Alsfeld, Schellengasse 30, für den Kreis Alsfeld; Lehrer Schönheit, Ulfa, für den Kreis Schotten; Joh. Bellinger, Hopfmannsfeld, für den Kreis Lauterbach. Was viele Sundefreunde nicht wissen. RDH. Hunde dürfen keine Geflügelknochen fressen. Alte Hunde sollten auch andere Knochen nicht mehr bekommen. Für jüngere Hunde sind weiche Kalbsknochen am zuträglichsten. Gib die Knochen dem Hunde gesondert, mische sie nicht unter das Futter, er könnte sonst versehent- lich ungekaut herunterschlucken und sich die Speiseröhr usw. dabei verletzen. Erneuere das Trinkwasser öfters am Tage; z. B. immer wenn der Hund ausgeführt worden ist. Laß ihn aber auch vorher erst trinken. Koche, namentlich im Sommer, das Hundefutter nicht „auf Vorrat , denn es könnte verderben und dem Hund bann schädlich sein. Glaube nicht, daß der Hund, weil er eben ein Hund ist, unempfindlich gegen Durchnässung, Zug, Kälte usw. sei. Namentlich die edlen Hunderassen Warum Kinder-Lan-verschickung? Auf Ausflügen ihrer Schule fangen sie wohl alle das alte Volkslied: „Hinaus in die Ferne." Aber a: Licht- >ße Dame fein!". — Artillerieverein, 20.30 Uhr, »Hessischer den die Kraftwagen wieder bestiegen und tn rascher Hof", Monatsversammlung. Fahrt strebten die Wagen der Saalburg zu, die — TageskalenderfürSonntaa: Licht- eingehend besichtigt wurde. Alle Tei nehmer roer- spielhaus, Bahnhofstraße: „Einmal eine große Dame den sich gerne und lange Zeit tiefer schonen Fahrt i" • erinnern. erinnern. fein! — Tageskalender für Samstai spielhaus, Bahnhofstraße: „Einmal eine gro! diese Kinder wohl sagen, wenn es nun wirklich einmal weit hinaus in die Ferne ginge. Was würde zum Beispiel ein Berliner Junge sagen, wenn er vor dem gewaltigen Massiv des Riesengebirges stände. Einen richtigen großen Berg hat er in seinem Leben noch nie gesehen. Wie würde sich sein Mund vor Erstaunen öffnen, wenn er vor den Bergriefen stehen könnte, wie würden seine kugelrunden Kinderaugen vor Freude blitzen. Oder ein Kind aus den Bergen, wenn es zum erstenmal die wildbewegte stürmische Nordsee in all ihrer Schönheit erlebte, ober bas stets roieber« kehrenbe Wunber von Ebbe unb Flut. Wie würbe sich ber stets ein Erlebnis barftellenbe Sonnenuntergang mit all seiner Farbenpracht in seinen bantbaren Augen wiberspiegeln. Deutscher Volksgenosse, der du einem Kinde der Großstadt den Ferienaufenthalt bei dir ermöglichen kannst, wird es für dich etwas Besseres geben, als den heißen Dank, der für alles Liebte aus den Hellen Kinderaugen spricht? Von dem Kreispropagandawart der NSV. wird uns geschrieben: Die große Aufgabe des Hilfswerkes, 500 000 be- dürftige Kinder einmal herauszuschicken aus ihrer alltäglichen Umgebung, soll beweisen, daß ber beut- sche Volksgenosse sich roieber zurückgefunben hat zu wahrer Volksgemeinschaft. Die Kin- ber, bie in einer Atmosphäre bes Lärms unb ber Unruhe aufgewachsen finb, bie wohl kaum einmal in ihrem Leben bie herrliche, entspannenbe Ruhe ber großen, freien Natur kennengelernt haben, fallen nun einmal heraus aus bem ewig brobelnben Kessel ber Großstabt. Wie unglücklich haben sie ihren Altersgenossen aus ber Schule zugehört, denen es beffergeftellte Eltern möglich machen konnten, einmal das blaue Meer, die riesigen Felsmassive der Gebirge ober bie unenbliche Ruhe ber Wälber in all ihrer Pracht unb Schönheit zu genießen. Nun sotten die ärmeren Sinder auch einmal hinaus, einmal das erleben, was ihnen bisher nur im Traume vorgefchwebt hatte. Jos. M ö b s Gießen und Aßlar eine Fahrt an den Rhein. In vier Lastkraftwagen und in_ drei Personenwagen führte die Fahrt zunächst über Friedberg, Homberg und Mainz nach Bingen. Von hier aus wurde die Fahrt mit dem Dampfer „Schiller" bis nach Boppard fortgesetzt. Es war ein schönes Erlebnis, das an Tiefe dadurch gewann, daß Betriebsführer und Gefolgschaft im Sinne wahrer Volksgemeinschaft deutsches Land kennenlernten. Selbst die 70jährige Mutter der Inhaber der Firma, ließ es sich nicht nehmen, bei dieser Fahrt dabei zu sein. Don Boppard aus wurde die Rückreise auf dem Dampfer „Graf Zeppelin" angetreten. Während der Fahrt wurde manches Rheinlied gesungen, so daß allenthalben die denkbar beste Stimmung herrschte. Nach der Ankunft in Bingen wur- ixen die Kraftwagen wieder bestiegen und in rascher Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Verkehrswünsche auf der Strecke Gießen—Hungen. Da bie Eisenbahn als unentbehrliches Verkehrsmittel zur Beförberung ber Arbeiter nach unb von ber Arbeitsstätte anzusehen ist, sei an bieser Stelle auf einen Umftanb auf ber Strecke Gießen — Hungen aufmerksam gemacht, burch ben bem erwähnten Sinne nicht entsprochen wird. Die meisten Betriebe arbeiten von 8 bis 17 Uhr, so daß jeder bis zu dieser Zeit in Gießen beschäftigte Volksgenosse nach allen Richtungen eine bequeme Zugverbindung nach seiner Heimat hat. Anders die kaufmännischen Angestellten, die meist bis 19 Uhr zu arbeiten haben. Auf der Strecke Gießen —Hungen gehen innerhalb von 2 Stunden und 15 Minuten drei Züge (16.33, 17.38 und 18.48 Uhr). Kurz vor Geschäftsschluß fährt also ber britte Zug. Der nächste Zug verkehrt erst um 23.12 Uhr. Dieser letztere Zug würbe so gelegt, um ben Volksgenossen ** Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns geschrieben: Noch ist es Zeit, Melbungen zum Abonnement für bie Spielzeit 1934/35 abzugeben unb feinen bisherigen Stammplatz roieber zu erhalten. Die Jntenbanz hat mit Rücksicht auf bie Reisezeit ben letzten Melbetermin auf ben 10. Aug. angefetzt. Ab 11. August erfolgt burch bie Theaterkasse unb bas Abonnementsbüro bie Zuteilung ber Plätze, wobei bie Neuabonnenten nach Eingang ber Meldungen zugeteilt werden. Dem Aufruf und der Einladung der Intendanz zum Abonnement sind erfreulicherweise viele Theaterfreunde gefolgt, aber es steht trotzdem noch eine Reihe von Meldungen aus; die noch zögernden Theaterabonnenten seien daher auf den Meldetermin bis zum 10. August nochmals verwiesen. (Siehe heutige Anzeige!) ♦* Die neue Satzung der Bezirks- sparkasse Gießen betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. (Siehe heutige Anzeige!) ** Eine Leiche aus der Lahn aeländet. Gestern vormittag wurde hier die Leiche einer 35jährigen Frau aus der Lahn geborgen. Es handelt sich um ein Fräulein Anna Leidner aus Villingen, die feit einigen Tagen vermißt wird. Die Unglückliche, die als schwermütig bekannt war, hat ihrem Leven selbst ein Ende gemacht. ♦♦ Rh einfahrt der Firma P. Jos. M ö b s. Am vergangenen Sonntag unternahm die gesamte Belegschaft der Firma Seifenfabriken P. und die Stadthunde sind nicht immer sehr wider- standsfähig, sondern empfindlich wie die Menschen. Gib dem Hund trockenes, warmes unb sauberes Lager unb viel Freiheit, bamit er feine ©lieber tüchtig bewegen kann, sonst wirb er krank unb steif. Trockne ben Hunb gut ab, wenn er naß geworben ist. Abreibung mit einem rauhen Tuche tft am zweckmäßigsten. Ziehst bu in eine neue Wohnung, so lasse bir bie Erlaubnis, einen Hunb halten zu bürfen, in ben Mietvertrag setzen. Manche Maulkörbe brücken ben Hunb. Laß sie vom Sattler änbern ober kaufe einen anbern. Die vom Korbe wundgescheuerten Stellen pflege sorg- fällig. Ist der Hund nicht gesund, so verwende nicht all- zulange „Hausmittel", sondern gehe rechtzeitig zum Tierarzt. Gictzener Wochenmarktprcisc * Gießen, 4. Aug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10'/-, Klasse A 10, Klasse B 9'/-, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün), bas Pfund 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 28, (gelb) 25 bis 30, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln (neue), bas Pfunb 6 bis 6'/- Pf., bes Zentner 5 bis 5,50 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 15 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 25 bis 35, Brombeeren 25 bis 30, Aepfel 15 bis 25, Birnen 20 bis 30, Stachelbeeren 10 bis 15, Pflaumen 12 bis 15, Zwetfchen 20 bis 30, Mirabellen 20 bis 25, Reineclauben 18 bis 20, junge Hähne 60 bis 100, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben, bas Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 3, Oberkohlrabi 5, Suppengrünes 5, Rettich 5 bis 10, Rabieschen, Bünbel 8 Pf. ’Hm-Hütwn. • * Eine öffentliche Mahnung bet Stabtkasfe an säumige Zahlungspflichtige ist im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes enthalten. Wer mit ber Erlebigung seiner angemahnten Verpflichtungen im Rückstanb ist, möge bie in ber Bekanntmachung angegebene letzte Zahlungspflicht bis 13. 21 u g u ft nützen, falls er sich Unannehmlichkeiten ersparen will. Näheres in ber Bekanntmachung. * * Rinbermarkt in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh - (Nutzvieh-) Markt statt. (Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei.) * * Die Museen im Alten unb in^Neuen Schloß finb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet. * * Vorsicht bei ber Abwehr ber Wespe n p l a g e. Die Plage burch bie Wespen wirb in biesem warmen unb trockenen Sommer 1934 zur Lanbplage. Die Neigung, ben Wespen durch ent- prechende Maßnahmen energisch zu Leibe zu gehen, teigt mit dem Grad der Plage. Indessen sind Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Vor allem muß man ich, wenn man mit Feuer zu Werke geht, hüten, kein solches Unheil anzurichten, wie es eben in einem landwirtschaftlichen Anwesen am Ueberlinger See der Fall war, wo ein Brandschaden von 15 000 Mark entstand. Feuerschäden müssen auch dann verhütet werden, wenn sich die Nester der Wespen nicht im Gebälk usw. befinden, sondern in erdigen Hohlräumen, wo die Bekämpfung und Vernichtung ohnehin schwieriger ist, weil man erst den Boden aufgraben muß, um an das Nest zu gelangen. Ein Uebergreifen von Feuer ist bei all diesen 23er- tilgungsmahnahmen denkbar. Man benützt am besten eine lange Stange, befestigt ein Stoffstück an einem Ende, begießt es mit Erdöl ober Spiritus unb räuchert am frühen Morgen bas Nest aus. Nötig ist es, sich selber burch Verhüllung von Gesicht unb Hänben vor etwaigen angriffslustigen Tieren zu schützen. Da bie Wespen nach bem Sommer bis auf bie Königin, bie allein überwintert, abfterben, wäre eine Vernichtung an sich nicht nötig, inbeffen bie Tiere richten an Beeren unb Früchten allerlei Schaben an unb finb auch eine richtige Plage, wenn sie in Massen kommen. ** D i e Denkmalsweihe unb Hunbert« Iahrfeier bes ehern. 1. Nass. Felb > artillerie-Regiments Nr. 27 „D r a n i e n" finbet bestimmt vom 20. bis 22. Oktober in Wiesbaden statt. Alle Kameraden, die einst dem Regiment unb feinen Kriegsformationen angehört haben, werben um bie Teilnahme an biefen großen Wieder- fehensveranstaltungen gebeten. Es werden sich mehrere taufend Kameraden in Wiesbaden treffen. Durch die Anwesenheit zur Denkmalsweihe und zur Hundert-Jahrfeier bekundet jeder Kamerad sein Dankbarkeitsgefühl gegenüber den Kameraden, bie ber Tod aus ihrer Mitte gerissen hat. Anmeldungen sind schnellstens einzusenden an Major a. D. Henks, Wiesbaden, Tennelbachftraße 67. ~' - *" Du wirst deine Freude an deinem Pflegekinde up ui« Auviipiivu. ____ ... Ferne." Aber haben. Du dienst nicht nur dem Kinde, sondern wie begrenzt war doch diese Ferne, sie endete auch dem Volke! Gesunde Jugend — ge - stets am Ziel der Vorortbahnen. Aber was dürfen Isundes Volk! Wie ölt ä Roman von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Er folgte ihr, bie jung, elastisch, graziös bie Stufen emporschritt. „Ah, bas tut wohl!" Nora Norbstrom trat zum Kamin in ber großen, schonen Diele, wo noch ein Birkenscheit im Kamin glühte. Sie knöpfte ben Mantel auf, nahm bie Kappe ab. Reich unb hell quoll bas Blonb ihres Haares um ben feinen Kopf. Ein blaues Strickkleib mit schmalem Kragen fleibete bie schlanke Gestalt vorzüglich. Und hell und groß strahlten die Augen. Nora Nordstrom wandte sich um. „Aber Herr Doktor, legen Sie doch ab! Wir wollen ein deutsches Weihnachten miteinander feiern." Da gab er dem alten Minkert feine Sachen. Sie saßen sich dann in einem schonen, nach auserlesenem Geschmack eingerichteten Zimmer gegenüber. Und Fritz Farnhorst dachte an gar nichts mehr. Er sah nur immerfort die schöne Frau, die ihn strahlend anlachte. „So schweigsam? Denken Sie doch nur darüber nach, daß Sie eigentlich zu meinem Weihnachtsmann geworden sind. Ich wäre heute ein ganz verlassenes Geschöpf gewesen und hatte mich doch so auf dieses Weihnachten in Schloß Tobern gefreut. Nun müssen Sie aber auch fröhlich fein. Und nachher finge ich Ihnen zum Dank ein fröhliches Weihnachtslied." Da beugte er sich vor, drückte feine heißen Lippen auf ihre schöne, weiße Hand. „Ich bin beschenkt. Ueberreich beschenkt, weil mir bie Gnabe Ihrer Gegenwart würbe." Da würbe sie ernst. Ihre Augen ruhten finnenb auf ihm. Nachbenken beschattete ihre schönen Züge. Doch dann warf sie den Kopf zurück. Sagte: „Nicht nachdenken! Nicht grübeln! Nicht Sentimental werden! Nur fröhlich fein heute, weil ick mich doch so auf dieses Weihnachtsfest gefreut baber Sie zog den Likörkorb näher, füllte zwei kleine Gläser, reichte ihm das eine. „Hier, bitte! Damit uns erst einmal warm wird." „Auf das Wohl ber Weihnachtsfee!" sagte er leise unb blickte sie unoerroanbt an. Ein lichtes Rot huschte über ihr Gesicht, unb fast (iebfofenb war ber Blick, mit bem sie seine schone, große Figur streifte. Unb vor bem Kamin kniete ber alte Minkert unb legte Birkenscheite nach! Dann brannte ber Weihnachtsbaum. Unb sie saßen an bem kleinen runben Tische unb speisten. Allerlei Gutes gab es. Nora lachte froh. „Ein richtiges kleines Weihnachtsbiner. Nicht ein- mal die Gans fehlt. Unb ber Wein meines Bruders ist auch vorzüglich. Und meine kleine Schwägerin hat immer eine Menge Konserven im Hause. ,Wenn mal unverhofft Besuch kommt!«, meint sie. Wie klug sie ist, die kleine Johanna. Nun ist wirklich unerwartet Besuch gekommen und labt sich an ihren Vorräten. Nun fehlt wirklich nur noch der gute Weihnachtsstriezel." „Ist auch da!" sagte Minkert würdevoll. Er bediente bei Tisch. Wirklich kam er später mit einem wundervollen Striezel an, der, in feine Scheiben geschnitten, appetitlich auf dem Kristallteller lag. Und ein aromatischer Kasfeeduft durchzog das Zimmer. Nora lehnte sich zurück, ihre Hand griff nach den Zigaretten. Farnhorft beeilte sich, lhr Feuer zu geben. Auf ihre Bitte hin rauchte er auch. „Minkert, nun können Sie abtreten! Wir brauchen Sie nicht mehr! Noch eins. Sind bie Fremdenzimmer in Ordnung?" _ „Die beiden Zimmer ber gnädigen Frau Kammersängerin werben ja immer in Orbnung gehalten. Unb das große Fremdenzimmer macht meine tfrau gerade in Ordnung." ... „Bann ist es gut, Minkert! Bann legen Sie sich wieder schlafen mit Ihrer braven 8rau! Unb ine Mine soll sich auch binlegen. Bie ist alt unb braucht Ruhe'" „Sehr wohl, gnädige Frau! Aber - i* -^atte eine große Bitte. Wenn es nicht unbescheiden von mir ist — ich möchte die gnädige Frau Kammer- sängerin gern fingen hören!" Nora' Nordstrom ging ins ^enjimmer, fe(jte sich an den Flügel. In weißer Vorsicht Mmkerts brannte auch dort ein Helles Feuer ,m Kamin. aU2ltsCfbans Li7d° beendet war, erhob er sich ging fdmeU au ihr. Er nahm ihre Hande preßte sein luckende^s Gesicht daraus. Aber er sagte kein Wort. Lesie schlich der alte Minkert hinaus, über er sagte draußen kein Wort, was er gesehen hatte und Phi nprmutete Er sagte nur ein bißchen barsch zu den beiden Frauen, die auch lauschend draußen aUfBu™ a^er"ms^Bett"Die Herrschaften brauchen unsnicht mehr. Und morgen früh mochten w,r auch " SchwUend^geschüh, was er wollte Aber in ihrTm Scklafzimrner sagte Frau Minkert: ?Nun fÜg mir bloß. Ankert- wer ist.d-r Herr? Ein sehr schöner Mensch. A ber „Gar kein Aber! Das geht uns nichts an. Es war Ruhe! Minkert hatte gesprochen! Droben saßen sich zwei Menschen gegenüber. Und das Schicksal spann geheimnisvoll seine Fäden. „Ich liebe Sie!" Fritz Farnhorft lag auf den Knien vor ber schönen Frau, beren Hanb sacht unb voll unenblicher Zartheit über sein bunkles Haar strich. Unb laut unb vernehmlich fünbete bie Uhr bie Mitter- nachtsstunbe! Unb braußen schneite es. Große, weiße Flocken tanzten zur Erbe! Viertes Kapitel. Das waren wunbervolle Tage. Fritz Farnhorft fuhr mit bem Wagen, ber ihn abholte, täglich nach Tobern. Nora schickte einfach ben Chauffeur, ber in Tobern sonst fuhr unb nicht mit nach Berlin genommen worben war. Fritz Farnhorst lebte wie in einem Traum! Einem wunbervollen, befeligenben Traum! Unb Feller, ber mit seiner Frau zurückgekehrt war, sagte einmal erstaunt: „Sie finb ganz anbers geworben, Farnhorft! Ihnen muß bas Christkind eine ganz befonbere Freube gemacht haben/' „Ja! Das Christkind hat mich überreich beschenkt", sagte Farnhorst, unb in seinen frohen Augen waren nicht mehr bie Härte und Kälte, die immer darin gewesen waren und eigentlich befremdet hatten. Richard Feller lächelte fein. Dann sagte er: „Wir dürfen hoffen, daß Sie Silvester bei uns verleben?" „Herr Feller, es ist vielleicht undankbar von mir! Ich bin anderweitig gebunden." „Aber ich bitte Sie, machen Sie sich keine Gedanken! Dann kommen Sie ein anderes Mal! Sie sind immer ^willkommen, wie Sie wissen!" „Vielen Dank, Herr Feller! Untertänigste Grüße an die Frau Gemahlin!" Feller war ganz besonders gesprächig unb freunb- lich. Unb Farnhorft bachte: Wie froh er ist, baß ich abgesagt habe! Wenn er wüßte, wie wenig mir an biefen Besuchen liegt! Es gab bann noch einige geschäftliche Dinge zu besprechen. Als sie sich trennten, brückte Feller feinem jungen Betriebsleiter warm bie Hanb. „Farnhorft, es ist nicht hier gerabe ber richtige Ort für eine Beförberung; aber immerhin möchte ich es Ihnen boch schon heute sagen: Sie finb vom 1. Januar an Direktor ber Steinbruchwerke. Gehalt sechshunbert Mark monatlich. Wir können ba auf Ihre Jugenb keine Rücksicht nehmen. Unb — ich weiß, baß ich mich ganz unb gar auf Sie verlassen kann, Farnhorft! Günz unb gar! Ich brauche folch einen Menschen um mich." Da wußte Farnhorft, baß ber junge Chef ihm einen restlosen Beweis seines Vertrauens gegeben hatte. Ehe er noch etwas sagen konnte, fuhr Richard Feller forh „Wir sprechen über bie näheren Bebingungen noch nach Neujahr. Nur so viel noch: Ich werbe mich nächstens roieber auf Reisen begeben. Meine Frau begleitet mich. Unb ba haben Sie alles allein. Mein Vater bebarf ber Ruhe. Ihm hätten Sie also keinen Vortrag mehr zu halten. Ich verlasse mich bann ganz unb gar nur auf Sie!" „Ich werbe bas in mich gesetzte Vertrauen jeher« zeit rechtfertigen", sagte Farnhorft schlicht. Unb bas war auch zugleich ein eisernes Versprechen, die Ehe bes anberen zu ehren unb hochzuhalten. Die Herren trennten sich. Nachdenklich ging Farnhorft feiner Wohnung zu. Doris Feller breitete gerade mehrere sehr kostbare Toiletten aus, als ihr Mann bas Zimmer betrat. Sie hatte sich biese Kleiber aus ber Hauptstabt schicken lassen, wo bas berühmte Mobeatelier Gisela Tettensprung seit Jahren ihre Maße besaß. „Guten Tag, Doris! Na — schon wieder eine Berliner Sendung?" Die Frage klang ironisch. Die junge Frau wandte sich ihm zu. „Richard, mein Silvefterkleid ist einfach ein Gedicht. Sieh mal!" Sie breitete das Gebilde aus Spitzen und Seide vor ihm aus. Er lächelte. „Ja — aber Kind, wozu bloß diese übertriebene Eleganz? Wir werden wahrscheinlich ganz allein sein am Sylvesterabend. Farnhorft hat mir eben einen Korb gegeben, als ich ihm die Einladung für Silvester überbringen wollte." Doris wurde blaß. Ihre Lippen zuckten. „Was soll bas heißen? Weih er nicht, was er feinem Chef fchulbig ist?" „Oh, bas weiß er eben ganz genau! Ich achte feine Grünbe. Er scheint sich hier eine kleine Braut zugelegt zu haben — was weiß ich. ^ebenfalls ist er engagiert an biesem Abenb." „Das ist sehr hübsch von ihm. Er hat gewußt, baß ich mit ihm zusammen musizieren wollte." „Das läßt sich nickt änbern. Bedauerlich ist es gewiß, daß bu um deine Freube kommst? Mit einem Ruck roanbte Doris sich um. „Ich bleibe hier nicht ganz allein. Ich will mich amüsieren, will tanzen, will ftöhlich fein. Dein Vater ist sehr krank. Er hat fein Gallenleiben viel zu lange vernachlässigt. Vielleicht haben wir nächstes Jahr schon Trauer, bann kann ich roieber hier fitzen." Richarb Feller schwieg. Nun wußte er enbgültig, wie hoch ber Wert bieser Frau war. Aber bas störte ihn nickt mehr. Tat nicht einmal mehr weh. Es war nur eine neue Bestätigung seiner Erkenntnis. Ruhig sagte er: „Ich hatte auch schon baran gebacht, mit Dir nach Berlin zu fahren. Unb ba kann ich bich ja gleich mit einer Neuigkeit überraschen: wir reifen am 16. Januar nach Hamburg." (Fortsetzung folgt) auf dem Lande den Besuch des Gießener Stadttheaters zu ermöglichen. Von dieser Gelegenheit wird auch reger Gebrauch gemacht. Der Wunsch der bis 19 Uhr im Geschäft tätigen Volksgenossen ist aber, ebenfalls eine passende Zuqverbindung zur Heimfahrt zu haben. Einzelnen Angestellten ist es wohl möglich, in den Sommermonaten mit dem Fahrrad au fahren, andere müssen aber vier Stunden bis zur Abfahrt des Zuges warten. Bei weniger dringender Arbeit läßt es sich wohl einrichten, die Geschäftszeit abzukürzen, damit der Zug 18.48 erreicht werden kann, auf die Dauer lost dies aber bei den anderen Angestellten Verstimmung aus, ganz abgesehen davon, daß es nicht angenehm ist, den Chef jeweils um den notwendigen Urlaub zu bitten. Vielleicht ließe es sich ermöglichen, einen der drei Züge oder einen Triebwagen so einzulegen, daß den bis 19 Uhr in Gießen in Arbeit stehenden Volksgenossen die Möglichkeit gegeben ist, früher zu Hause zu sein, als es gegenwärtig möglich ist. W. D. Vor zwanzig Jahren: Eroberung von Lüttich. Tagebuchnotizen aus dem großen Kriege. einen seiner Offiziere und einen Arzt als Dolmetscher mit, ihnen die Wirkung unserer Mörser auf Loncin und Lantin zu zeigen. Man merkte, daß es den beiden Belgiern beim Anblick der zerstörten Werke unbehaglich wurde. Dann ging es in die Stadt zu dem gefangenen Kommandanten. Ihm wurde vorgehalten, daß auch nach preußischer Auffassung ein Festungskommandant seine Pflicht getan habe, wenn er seinen Platz so lange gehalten, wie er bis jetzt. Doch Leman war ein ganzer Mann. „Ein tapferer Soldat übergibt sein Werk nicht, ehe es unter schwerem Feuer gelegen hat", war seine Antwort an die belgischen Offiziere. Bei dunkler Nacht wurden sie in ihr Fort zurückgebracht und ihnen gesagt, daß, wenn am 16. früh sechs Uhr die weiße Flagge nicht wehe, das Feuer eröffnet würde." Von Oberarchivrat Carl Henke, Oberstleutnant a. D. Es war fast Mitternacht, als ich den Auftrag bekam, die Batterie schwerer Küstenmörser, die auf Am 4. August 1914 drangen die ersten deutschen Truppen in das Gebiet der Festung Lüttich ein. Bis zum 16. währte der Kampf um die endgültige Behauptung der Festung. Der Verfasser der nachstehenden persönlichen Erinnerungen war in den entscheidenden Tagen Generalstabsoffizier bei Exz. v. Einem, also an den getroffenen Maßnahmen unmittelbar beteiligt. Ordonnanzritt. Endlich im Zuge. Die Ausfahrtkurve entzieht dem rückschauenden Blick das letzte Tücherwinken, die Gedanken gehen in die Zukunft. Noch am Morgen vor der Abfahrt hat eine Anfrage in Berlin die Bestätigung der Nachricht ergeben, daß Lüttich durch die immobil vorgeworfenen Brigaden unter General von Emmichs Befehl genommen sei. So scheint es, daß die Zweite Armee, zu der das unter General v. E i n e m s Kommando stehende 7. Armeekorps gehören soll, in aller Ruhe werde planmäßig aufmarschieren können. Daher ist die Stimmung gehoben und zuversichtlich. Bei Rheinhausen geht's über den Strom. Kruppsche Werke grüßen zu uns empor, Deutschlands Rüstkammer. Noch ahnen auch wir Generalstabsoffiziere nichts von den riesigen 42-Zentimeter-Geschützen, deren Wirkung wir bald kennenlernen sollen. So geheim ist ihre Anfertigung geblieben. Unendlich langsam geht der Transport. Wohl zehn und mehr Stunden sind wir unterwegs, als der Zug in Stolberg hält. Im Halbdunkel des Bahnhofs tritt Generalleutnant v. d. B o r n e, der Führer der 14. Division, heran, und staunend erfahren wir, daß es General v. E m m i ch zwar Gelungen sei, die Fortslinie zu durchbrechen, die Zitadelle und die Karthause zu nehmen, die Panzerforts aber mit ihren weittragenden Geschützen in der Hand des Feindes geblieben seien. Eupen — auf dem stockdunklen Bahnhof wird ausgeladen. Der vorausgesandte Generalstabsoffizier bestätigt die Stolberger Nachrichten und Übergibt den Befehl des Armeeführers, daß General v. E i n e m das 9., 7. und 10. Korps unterstellt seien mit dem Auftrage, Lüttichs Eroberung zu vollenden. In unserem Quartier trifft alsbald General Lude n d o r f f ein, als ehemaliger Kommandeur des Füsilier-Regiments 39 dem Generalkommando wohlbekannt. Jetzt ist er Oberquartiermeister der Zweiten Armee. Unter seiner Führung war die 14. Brigade in die Festung durchgebrochen. Es mußte dort nicht zum besten stehen: General v. Emmick mit der 11., 14. und 27. Brigade in Lüttich, der Aufenthalt, der übrigen nicht bekannt, zwischen der deutschen Grenze und der Festung eine aufrührerische Bevölkerung, die mit allen Waffen von Tücke und Hinterlist den Volkskrieg führe. Die nötigen Befehle wurden gemacht. Mich traf das ehrenvolle Los, die im Südosten der Festung versprengten Brigaden aufzusuchen, ihnen die neuen Befehle zu überbringen. Müde zum Umfallen — Schlaf hatte es seit dem 2. August kaum gegeben — stürzte ich, während die Pferde gesattelt wurden, schnell zwei Tassen schwarzen Kaffee hinunter. Da fuhr wieder ein Kraftwagen vor das Hotel. Zwei Offiziere meldeten aufgeregt. Sie kamen vom Bahnhof Dolhain, dem ersten Ort jenseits der Grenze. Die am Abend ein- gerückte Ulanenschwadron sei überfallen und zusarn- mengeschossen worden; eine kleine Besatzung halte den Bahnhof. Ich sagte ihnen, daß ein Detachement bereits im Antreten sei, um über den Ort auf Ver- viers vorzugehen, sie sollten zurück und unter allen Umständen den Bahnhof halten. Dann ritt ich los. Rechts und links am Straßenrand trabten mein Bursche, der wackere Jakob Schreiber, und ich dahin. Da scheut schnaubend mein Fuchs — ein toter Zivilist liegt am Wege. Unheimlich leuchtet vor uns immer Heller werdender Brand auf. Als wir die Hauptstraße des Ortes erreichen, müssen wir uns durch Funkenregen und Gluthauch brennender Häuser, über umherliegende Sättel, Lanzen, Karabiner und tote Pferde den Weg suchen Aus einer Seitenstraße pfeifen uns Kugeln um die Ohren. Das erstemal, daß wir im Kriege den Ton hören. Am Dorfausgang finden wir die 4. Schwadron Ulanenregiments 16, von der ich auftragsgemäß zwei Patrouillen mitnehmen sollte. Flackernden Auges meldet ihr Führer, daß die auf der hellerleuchteten Straße ruhende Schwadron plötzlich aus den dunklen Häusern beschossen worden sei, ein großer Teil der Pferde sich losgerissen habe und in die Nacht verschwunden sei. Zwei Vizewachtmeister seien gefallen, ein Teil seiner Leute und Pferde verwundet, kaum 40 Pferde sei die Schwadron noch stark. An eine Mauer gedrückt standen mit verzerrten Gesichtern aus den Häusern geholte Einwohner, vor ihnen kniete ein Gruppe Ulanen mit fertiggemachtem Karabiner ... So begann für mich der Kampf um Lüttich. — Mein Ritt ging weiter. — Am Spätnachmittag kam ich nach Eupen zurück, den Verbleib der gesuchten Brigaden zu melden. £onc n Acht Tage später, wieder an einem Samstag, verlegte das Generalkommando Einem sein Hauptquartier nach Lüttich hinein. Die Forts der Ostfront waren jetzt gefallen und auf dem westlichen Maasufer hatte das Fort de Pontiffe, das der 1. Armee den Durchzug zwischen der Festung und der holländischen Grenze sperrte, zwei Tage vorher die weiße Flagge gezeigt. Heute verkündete seit Tagesanbruch von Norden her das Grollen schwerster Mörser, daß der Kampf um die Forts Loncin und Lantin begonnen hatte. Da plötzlich gegen 5 Uhr erschütterte eine gewaltige Detonation den Boden, daß Fenster klirrten und Türen aufsprangen. Eine 42-Zentimeter-Granate war in das Munitionsmagazin des Forts Loncin geschlagen und hatte es in einen Trümmerhaufen verwandelt. Wie Kiesel in einem Wildbach waren die Betonklötze umhergestreut. Weit klaffte das Werk, offen lagen dem Blick auseinandergeborsten die Hohlgänge, Überall umher gestreut Geschosse schwerer Kaliber, vermischt mit der Patronenmunition^ der Sturmabwehrgeschütze. Auf der Vorderseite war ein Panzerturm in die Lust gehoben worden; sich überschlagend war er auf das Fort zurückgefallen und lag nun da gleich einer riesigen Schildkröte auf dem Rücken. Gräßlich roch es nach Puloergasen, Staub und verbranntem Fleisch ... Als ich eine Stunde später durch die Stadt ging, wurde ich durch schüchterne Zurufe von Einwohnern auf einen im scharfen Trabe fahrenden Kutschwagen aufmerksam. Die Stirn verbunden, lehnte im Fond ein belgischer Offizier, General Leman. Der tapfere Kommandant Lüttichs hatte nach dem Einbringen der deutschen Brigaden in dem festesten seiner Forts bis zuletzt ausgeharrt. Nun fuhr er Ön, auf Ehrenwort freigegeben, in fein Haus, ben hatte Oberst v. Wolff als Chef des Generalstabs am Fort Loncin einen schwerwiegenden Entschluß gefaßt. „Die Trümmer von Loncin", so erzählte der Generalstabschef am Abend, „die stöhnenden, verbrannten und zerfetzten Menschen hatten uns auf den Gedanken gebracht, unnützes Blutvergießen zu vermeiden. Mit Parlamentärflaggen näherten wir uns sieben Uhr abends dem Fort Hollogne. Mit verbundenen Augen wurden wir in eine Kasematte geführt, wo uns der Fortkommandant empfing Ungläubig lächelte er auf unsere Eröffnung, daß schon zehn der zwölf starken Panzerforts gefallen seien. Doch dann gab er uns einem freien Platz in Lüttich gegen Hollogne und Flömalle eingebaut wurde, aufzusuchen. Die gespannte Pistole in der Hand, suchte ich den Weg durch die dunkle Stadt. Unheimlich hallte der Schritt in den stillen Straßen. Hier und da huschte eine Gestalt bei meiner Annäherung um die nächste Ecke oder in einen Torweg hinein. Nach manchem Umweg fand ich schließlich die Batterie. Wie ein riesiges Grab gähnte mir wohl acht Meter im Geviert und zwei Meter tief das eben vollendete Loch für die Bettung des Mörsers entgegen. Ich ließ mir den Befehl, nicht vor sieben Uhr früh das Feuer zu eröffnen, bestätigen, bann machte ich' mich auf ben Rückweg. Dichter Nebel nahm am frühen Morgen zunächst jebe Sicht. Noch in ber Nacht war ber belgische Offizier roieber erschienen. Nach Abschluß ber Verhanblung fuhr ein Generalstabsoffizier bes Korps mit ihm hinaus, bie Genehmigung bes Fort- fommanbanten einzuholen. Auf bem Glacis angekommen, schlug krachenb vor ihnen ber erste Schuß in bas Hinbernis bes Werkes. Zwar hatte bie Batterie bis gegen acht Uhr mit ber Feuereröffnung gewartet, boch erst als bie Sonne burchbrach, erkannte ihr Beobachter bie weiße Flagge. — Lüttichs letztes Fort war gefallen, ber Weg burch Belgien war frei. Am nächsten Tag begann planmäßig ber Vormarsch ber beutschen Armee. Berliner Gedenkfeier am 20. Jahrestage des Kriegsausbruches. Am Abenb bes 2. August veranstalteten Truppenteile ber Garnison Berlin unb ber Landespolizei, Slborbnungen bes Kyffhäuferbunbes unb nationcllsoziialistische Verbänbe im Berliner luftgarten anläßlich bes Jahrestages ber Mobilmachung eine (Bebenffeier, mit der gleichzeitig eine trauer» funbgebung für ben verstorbenen Reichspräsibenten verbunden war. Aus aller Well. FurchtbareCholera-EpidemieinIudien. Bisher über 5500 Todesopfer. 3m Bezirk Ganjam in der indischen Provinz Madras ist eine furchtbare Eholera-Maf- fenerkrankung ausgebrochen. 20 Aerzte haben sich von Kalkutta aus im Flugzeug an Ort und Stelle begeben. Die Landstraßen sind beinahe unpassierbar infolge der vielen von Ochsen gezogenen Karren, auf denen die Toten zu den landesüblichen Scheiterhaufen befördert werden. Die amtliche Liste der Toten verzeichnet bisher mehr a t s 1 0 0 0 Opfer, man befurchtet aber, daß die Zahl weitaus höher ist, weil viele Bauern aus Angst vor der Anmeldung bei den Behörden ihre Toten dem Feuer übergeben. Die Arbeit der Aerzte ist außerordentlich erschwert durch die Abneigung der Eingeborenen gegen das Impfen, weil diese befürchten, durch eine solche Handlung die Göttin, auf deren Zorn sie die Masfenerkrankung zurückführen, noch mehr zu reizen. Auch die Zentralprovinzen und die vereinigten Provinzen Indiens sind von der Cholera ersaßt, die seit Anfang Iuli schon über 5 5 0 0 Opfer gefordert hat. In den Zentralprovinzen allein st a r b e n in der vorigen Woche 1500 Menschen. Die schwarze Bauernfahne von Neumünster. Die „Schwarze Bauernfahne", unter der die schleswig-holsteinischen Bauern bei ihrem Aufmarsch am 1. August 1929 gegen bas System unb für bie Freiheit bes Bauernftanbes kämpften, ist vom Bezirksbauernführer Schwarzloh, Neumünster, b e m Führer zum Geschenk an- geboten worben. Nach einer Mitteilung ber Kanzlei bes Führers hat ber Befreier bes beutschen Bauerntums Abolf Hitler bas Geschenk angenommen, bas seinen künftigen Aufbewahrungsort in ber Kanzlei bes Führers finben soll. Die Riesenerbschaft aus Amerika. Die SO-Millionen-Dollar-Hinter- l a s s e n s ch a f t bes Amerikaners Daniel Petras, von ber, wie bereits gemelbet, Zweibrittel nach Deutfchlanb entfallen, darf nach ben bisherigen Ermittlungen als einwandfrei erachtet werden. Aus den oorgemiefenen Schriftstücken, unter denen sich auch bereits bie Anmelbung ber Devisen an bie Reichsbank befanb, bestätigt sich, baß bas märchenhaft Klingenbe einmal Wirklichkeit werben kann. Zu ber Vorgeschichte dieser Erbschaftsangelegenheit gibt ber bevollmächtigte Sohn ber Berliner Erbin R. noch einige interessante Einzelheiten. Anfänglich hatten mehr als 60 Personen Ansprüche geltenb gemacht. Erbberechtigt waren jeboch nur bie Schwester bes Verstorbenen in Berlin, Frau R., geborene Petras, ein Bruber in Posen, ber einen in Essen lebenben Sohn hat, unb ein anberer Bruber in Warschau. Nachbem sich bie Erbberechtigung ber brei Personen enbgültig herausgestellt hatte, starb plötzlich ber in Posen lebenbe Bruber unter ganz eigenartigen Umftänben. Sein Tob würbe von ben bort lebenben unb entfernten Verwanbten seltsamerweise oollftänbig geheimgehalten, unb auch ber in Essen lebenbe Sühn erfuhr nichts von bem Tobe seines Vaters. Erst brei Monate später erfuhr es burch Zufall Frau R. in Berlin unb übermittelte bie Nachricht sofort ihrem Neffen nach Essen. Dieser fuhr nunmehr fchnellstens nach Posen, um bort bie Vorgänge zu klären. In Posen aber würbe er von bisher noch unbekannt gebliebenen Tätern überfallen unb erlitt eine Kopf. Verletzung. Obwohl es sich nur um eine leichtere Verletzung hanbelt, würbe auf bem Posener Stan- besamt fälschlicherweise bie Tobesanzeige erstattet. Es barf angenommen werben, baß bie Akten in biefer geheimnisvollen Angelegenheit noch nicht enbgültig geschlossen sinb. Der Berliner Erbin unb ihrem Sohn kam bie Nachricht von ber Riesenhinterlassenschaft keineswegs überrafchenb, benn Daniel Petras ist bereits vor 11 Jahren gestorben. Das Testament bürste jeboch nach feinem Willen erst 10 Jahre nach feinem Tobe geöffnet werben. Qualvoller Tod durch einen Wespenstich. Auf qualvolle Weise büßte in Bissenberg (Kreis Metzlar) bie 26jährige Hausangestellte Else Klee- m a n n ihr Leben ein. Beim Wassertrinken würbe sie plötzlich unterhalb bes Kehlkopfes von einer Wespe gestochen, bie sich im Wasser befunben haben muß. Sie schrie laut auf, unb nach kurzen Erbrechenserscheinungen kam bas tote Insekt roieber Zutage. Nun begann ein entsetzlicher Kampf um Luft. Dis Luftröhre schwoll allmählich zu, so daß Die Siegerplakette für bie Europa-Schwimm- Meisterschaften, bie vorn 12. bis 19. August in Magbeburg ftattfinben, besteht aus Bernstein. Die Plakette, bie von ber Staatlichen Bernstein-Manufaktur in Königsberg geschaffen würbe, zeigt in Negativschnitt bas Wappen ber Stabt Magbeburg. Turnierreiter Freiherr von Langen f. Rittmeister a. D. Freiherr von ß a n g e njift im Alter von 49 Jahren ben Folgen bes Sturzes erlegen, ben er bei der Olympia-Vorprüfung in Döderitz in ber vorigen Woche getan hat. Er war einer ber besten beutschen Turnierreiter, ber auch einen Olympiasieg für Deutfchlanb erringen konnte. bas Atmen zur Unmöglichkeit würbe. Ein sofort herbeigerufener Arzt nahm Wieberbeledungsversuche vor unb führte einen Luftröhrenschnitt aus. Aber seine Hilfe kam zu spät. Das Mäbchen war bereits g e ft o r b e n. Ein Mörder stellt sich der Polizei. Dieser Tage erschien bei ber Staatsanwaltschaft in Saarbrücken ein Mann, ber sich mit ben Worten „Ich habe einen Morb begangen" stellte. Es hanbelt sich um ben 32jährigen Franz (3 o e r g e n aus Saarlouis-Roben, ber seit bem 15. Juni flüchtig war unb wegen Ermorbung seines Schwiegervaters streckbrieflich'gesucht würbe. Goergen würbe sofort in Haft genommen unb bem Untersuchungsrichter vorgeführt. Er hatte am 15. Juni in ber Wohnung seines Schwiegervaters in Fraulautern (Saar) seine Frau schwer unb seine Schwiegermutter leicht verletzt. Auf ber Treppe traf er seinen Schwiegervater, ben er sofort nieberschoß. Wie ber Täter in einem kurzen Verhör angab, hat er sich in der letzten Zeit meist in Lothringen aufgehalten. Kamps mit einer Kreuzotter. Aus Bacharach am Rhein wirb gemeldet: Auf ber Höhe bei Mebenscheib waren Zigeuner im Begriff, auf einer Wiese zu lagern, plötzlich sprang aus dem Geröll eine Kreuzotter mehrere Male an einem Zigeuner hoch unb versuchte, ihm Bisse beizubringen. Die übrigen Zigeuner bewaffneten sich mit Knüppeln, unb es gelang ihnen nach einiger Zeit, das speiende unb wütende Reptil zu treffen unb schließlich zu töten. Die giftige Schlange hatte eine Länge von etwas über einem Meter. Bergwerksbrand bei Kassel. In einem in ber Umgebung Kassels befinblichen Bergwerk brach in einem Flöz Feuer aus. Der gefährlich aussehenbe Branb konnte von ben eingefallenen Bergleuten selbst gelöscht werben. Bei ben Löscharbeiten ereignete sich leider ein Unglücksfall. Ein 27jähriger Bergmann aus Dörnberg, ber währenb bes Löschens Kohlenoxybgase eingeatmet hatte, würbe mit einer schweren Vergiftung geborgen. Er würbe bem Lanbeskrankenhaus zu- geführt. Teerkesselexplosion in Hannover. — Zwei Tote, mehrere Verletzte. 3n Hannover ereignete sich ein folgenschweres Explosionsunglück. Ein großer Teerspritzkessel explobierte mit großem Getose. Mit ungeheurer Wucht würbe der Kesfel in bie Luft geschleudert. Durch bie herumfliegenden Maschinenteile wurden zwei Arbeiter getötet unb ein weiterer schwer verletzt. Ferner erlitten mehrere Kinber, bie ben Arbeiten zusahen, Verletzungen, Durch ben Luftdruck würben in ben nahegelegenen Häusern unzählige Fensterscheiben zertrümmert. Schulschiff „Deutschland" in der Danziger Bucht. Das deutsche Segelschulschiff „Deutfchlanb^ traf auf ber Reebe vor Zoppot ein. Die Schiffs« besatzung unternimmt eine Reife nach Marienburg. Am Dienstag unternimmt bie „Deutschland" mit geladenen Gästen an Bord eine Kreuzerfahrt in der Danziger Bucht. Nr. 180 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzelger für Gberheffen) 5am§tag, 4. August 1054 Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Konstanz aus der Ferne. Von Gustav W. Eberl in, Rom. Bon der Peterskuppel aus sieht man Konstanz. Und wenn ich neben Mussolini auf dem Kapitol stehe und den Blick in die Ferne schweifen lasse, so sieht der Duce Nom und ich s e h e K o n st a n z. Und wenn ich auf Tuskulums heilige Höhen hinaufsteige, dann liegt dort unten wieder die Stgdt der Städte, dehnt sich ins Mastlose die Campagna, das Gräberfeld der Antike, leuchtet auf das Meer und steigt auf aus diesem leuchtenden, Meer die Stadt am Bodensee: Konstanz. Denn wo der Deutsche auch sei, immer sieht er die Heimat vor sich, und Konstanz liegt am Rande des Reiches,'ist die südlichste Stadt Deutschlands, ist das Eingangstor d e s Vaterlandes. Und wenn es nicht die südlichste Stadt sein sollte, nun, dann geht, eben die Geographie falsch. Oder glaubt jemand im Ernste, daß sich ein deutsches Herz täuschen kann? Ich weist im Augenblick nicht, wie „groß" Konstanz ist, für mich jedenfalls ist es größer als Rom, wenn schon die Große, an der Einwohnerzahl oder am Flächenmaß gemessen, ein Werturteil begründen kann. Sicher weiß ich, daß die Stadt am Schwäbischen Meer die schönste ist, wie die Geliebte immer die schönste Frau. Und ich liebe sie. Wer liebt sie nicht? Ist sie nicht liebenswert und liebens-würdig? Das Wort in seinem ursprünglichen, wie in seinem gegenwärtigen Sinn genommen. Konstanz ist großzügig, in seinen Seeanlagen großzügiger als Zürich, mit dem es so viel Aehn- lichkeit hat. Es gibt kein anderes Städtchen auf Gottes weiter Welt, das sich in dieser Hinsicht mit ihm messen könnte, denn auch diese Großzügigkeit wird nicht durch Ausdehnung und Umfang bestimmt, sondern durch Geschmack. Ob die großen weihen Dampfer herantuten oder die Motorboote hinaus- slitzen, ob man ein Ruderboot mietet oder ins Wasserflugzeug steigt, immer fühlt man Weite und Höhe, Licht und Ausblick, als ob das Weltmeer vor einem liege. Und dreht man sich um, schaut in die erste Straße hinein, so steht sie da in ihrem ganzen unvergleichlichen Reiz des Anheimelnden, die deutsche Kleinstadt! Was käme ihr gleich? Streift durch den Süden, wandert im Norden, sucht in Rußland oder Amerika — nichts, nichts, was unmittelbar zum Herzen spräche. Beschreiben läßt sich das schwer, und je weiter einer herumgekommen ist, desto mehr erkennt er den Sinn dieser fast unbegreiflichen Tatsache. Das ist nicht nur Heimatsgefühl, o nein, das empfinden auch die Ausländer Nicht umsonst verlassen die Amerikaner ihre Wolkenkratzer und pilgern zu unseren Giebeln, ohne geringschätzig zu lächeln. In diesen Häusern wohnt etwas, was man nicht kaufen kann: Seele. In Konstanz kommt sie zum Ausdruck, wunder- Nun soll nur keiner glauben, daß ich blind wäre gegen die Fehler meiner Geliebten. Einiges gefallt mir nicht, zum Beispiel das durch Kleinlichkeit verunglückte Kriegerdenkmal mitten in der seelenadeligen Straße, und ein noch größeres Verkehrshindernis ist die Rheinbrücke, die erste, die über den heiligen Strom der Deutschen führt und nun einen Namen trägt, vor dem wir den Hut abnehmen. Schon jenem zuliebe sollte sie befreit werden von der drückenden Enge. Auch ist mir bekannt, daß die Bahnlinie auf die denkbar ungeschickteste Weise die Stadt vom See abgeschnitten hat. Aber das alles sind keine Untugenden, sondern ausmerzbare Fehler. Die Tuaenden? Es wäre kein Anfang und kein Ende. Da sind Berge und Täler, da ist ein Sieg- friedswald neben dem andern, da ist immer wieder der Bodensee und immer wieder ein anderer, der Ueberlingersee, der Gnadensee. Wer stiege unergriffen wieder vom altehrwürdigen Münster herab? Wen machten die blitzblanken Außenquartiere nicht stolz? Wer möchte nicht durch die Gassen wunderlicher Namen schlendern und in den immer weihnachtlichen Läden einkaufen? Heiter die Stadt, heiter ihre Bürger. Blanke Augen und blanke Räder haben die Mädchen, sie sind das erste, was einem auffällt, und die Zigarren kaufe ich bei Herrn — ja, jetzt weiß ich nicht mehr, heißt er Gotterbarm oder Leibundgut? Solche Namen gibt es. Das gehört irgendwie dazu. Konstanz, urdeutsche Stadt, dich schaut man nichi an wie eine Ansichtskarte, dich erlebt man. Und aus welcher Ferne man immer dich erblickt und fühlt, du mußt unsere verliebten Worte hören: Wie bist du schönl Wie beglückend du bist! Wanderfahrten. Bad-Nauhelm — Steinfurth — Münzenberg — Arnsburg — Cid). Diese Wanderstrecke, die fast durchweg mit blauen Ringen bezeichnet ist, führt durch den interessantesten Teil der Wetterau, ist jedoch nur für Frühjahr oder Herbst zu empfehlen. Wir überschreiten bei der Station Bad-Nauheim den Bahnkörper und gelangen über den Goldstein nach dem durch seine Rosenkulturen berühmten Steinfurth, das zur Blütezeit ganz prächtige Bilder aufweist. An zahlreichen Rosenfeldern vorüber geht unser Weg, später auf dem sog. Judenpfad über den Galgenberg mit den Ueberresten eines alten Galgens hinauf zum „Wetterauer Tintenfaß", der Burg Münzenberg. Wir besichtigen das mächtige Bauwerk mit seinen zum Teil noch wohlerhaltenen Burgmauern und besteigen den einen der beiden Bergfriede, um von seiner Plattform die herrliche Rundschau zu genießen. Zum Abstieg benutzen wir zweckmäßig rote Striche, die uns über Trais-Münzenberg auf der alten Römerstraße nach Arnsburg bringen, wo wir wieder auf die blauen Ringe stoßen. Nach einer Erholungspause in der bewirtschafteten Klostermühle und einer gebührenden Besichtigung der Ruinen des ehemaligen Klosters führt uns unser altes Zeichen durch das liebliche Gottesackertal nach insgesamt fünfstündiger Wanderung nach unserem Endziel Lich. Sinn — Merkenbach — Hirschbergkoppe — Greifenstein — Edingen. Von unserem Ausgangspunkt, dem industriereichen Städtchen Sinn, wandern wir ohne Zeichen in westlicher Richtung durch Merkenbach mit seinem weithin sichtbaren'Wasserturm hinauf nach der im Driedorfer Forst gelegenen 538 Meter hohen Hirschbergkoppe, von der sich stellenweise eine schöne Aussicht bietet. Eine Schutzhütte auf dem Gipfel ladet zur Rast ein. Der Weitermarsch führt uns auf dem bewaldeten Kamm des Höhenzuges entlang bis zum Reitelsberg (521 Meter), von dem uns ein Weg abwärts leitet. Nach kurzer Zeit treffen wir die von Beilstein kommende blaue Strichmarkierung, der wir, stets durch stattlichen Hochwald, bis Greifenstein folgen. Beim Austritt aus dem Wald zeigt sich uns ein prächtiges Panorama. Nach Besichtigung der gewaltigen Burganlage und der sehenswerten Kirche steigen wir auf aussichtsreichem Weg hinab nach unserem Endziel Edingen. Dauer der Wanderung, zu der eine gute Karte unerläßlich ist, 4V2 Stunden. Blick von der Wartburg. Im grünen Herzen Deutschlands. Von hier oben, von Turm und Wehrgana ber Wartburg, geht der Blick weit über das Land. Ringsherum breitet sich ein in allen Farbenstufungen von Grün und Gelb gewirkter Teppich unter dem tiefblauen Rund des Himmels aus. Das Singen und Rauschen der Wälder und der kräftige Geruch der Felder schlägt in unsichtbaren Wellen bis zu dieser Höhe empor, und der Gast spürt in tiefer Gewißheit die Wahrheit des so oft mißbrauchten Bildes von dem Ort im Herzen Deutschlands. In der Landschaft um Eisenach, die das leuchtende Kreuz der Burg beschirmt, scheinen sich die Kraft- und Atemströme der heimischen Erde zu ruhig vernehmbarem Pulsschlag zu sammeln und Tal und Höhen mit den unvergänglichen Gestalten der deutschen Sagen- und Märchenwelt zu beseelen. Als Goethe im Jahre 1777 auf der Wartburg weilte, da schrieb er trunken vor Begeisterung: „Diese Wohnung ist das Herrlichste, was ich je erlebt habe, so hoch und froh, daß man hier nur Gast sein muß-, sonst würde man vor Höhe und Fröhlichkeit zunichte werden." Und später als reifer Mann verband sich ihm die erhabenen Stimmung dieser schönen Stätte mit der Zärtlichkeit für die geliebte Frau von Stein , wenn er ihr schrieb: „Wenn ich Ihnen nur diesen Blick, der mich nur kostet aufzustehn vom Stuhl, hinübersenden könnte! ... Liebste, ich hab' eine rechte Fröhlichkeit daran, ob ich gleich sagen mag, daß der belebende Genuß mir heute mangelt, wie der lang Gebundene reck' ich erst meine Glieder. Aber mit dem echten Gefühl von Dank, wie der Durstige ein Glas Wasser nimmt und die Heiligkeit des Brunnens und die Liebheit der Welt nur Nebenweg schaut. Wenn's möglich ist, zu zeichnen, wähl ich mir ein beschränkt Eckchen, denn die Natur ist zu weit herrlich hier auf jeden Blick hinaus!" Und ein solches „beschränkt Eckchen", von dem die Augen den unermeßlichen Liebreiz und die sonnendurchwärmte Pracht des thüringischen Landes trinken können, findet sich noch immer, und wie einst fühlt sich der Gast von dem romantischen Burgengewirr, von Winkeln und Gäßchen, von Rosengerank und Butzenscheiben verlockt und gefesselt. Vor dem Fenster des Lutherstübchens, in dem der Reformator einst mit dem Teufel gerungen haben soll, sind schon die Rosen verblüht. Selbst die Lautesten und Selbstsichersten unter den Besuchern werden still, wenn sie den kleinen Raum für eine kurze Weile betreten. Auf der schweren Zugbrücke steht vor dem dunklen Tor ein Soldat gegen den Himmel. Unter seinem Stahlhelm, mit unverwandtem.Blick in die Ferne, wächst er empor zu einer zeitlosen Erscheinung, zur Verkörperung des Kriegers und Wächters, mit allen seinen Sinnen an die große Aufgabe, an den Schutz von Erde und Himmel, hingegeben. In vielen Windungen führt der Weg von der Wartburg durch die Kühle des Laubwaldes. Wie eine Klamm in den Alpen rücken im Anna- cknd Mariental, die auch in der Bruthitze des Sommers noch moosfreien Felsen zusammen, "lieber den Spalt, der nur einen schmalen Streifen des Himmels hereinläßt, neigen sich die Arme gertenschlanker Buchen. Auf der Hohen Sonne, dem beliebtesten Sonntags-Ziel der Eisenacher Bürger, wird der Wanderer reich belohnt. Wendet er den Kopf zurück, so erblickt er wieder zwischen den Kulissen der gewaltigen Baumriesen, die wie in Ehrfurcht zurück- treten, die Silhouette der Wartburg und das weitaufragende Kreuz, ein Zeichen aus unwirklicher Ferne. Vor Wilhelmstal, wo früher die Großherzöge von Sachen-Weimar ihre Sommerresidenz hielten, lichtet sich der Wald; in ihn eingebettet liegen schöne Wiesen, über die metallen aufblitzende Libellen streifen. Dann wird der Wald zum Park mit jahrhundertealten Bäumen. Auf dem Wasser blühen Rosen, weiß und unerreichbar. Das Schloß verbirgt sich wie ein verwunschenes Idyll hinter den mächtigen Zweigen. Der Wind fährt leise über die Wipfel der Bäume, die Märchenwelt des Waldes tut sich auf und nimmt den Traumseligen in ihre Arme. Am Himmel, dicht über dem Rand der Hügel, taucht das. blasse Horn des Mondes empor. doe. ORetfeliferafur. — Beuron im Donautal. Führer durch Kirche, Kloster und Umgebung. Mit 15 Kunstdruck- bildern und einer Karte. Beuron, Hohenzollern, Verlag der Beuroner. Kunstschule, 1925. — Der rund 100 Seiten starke, handliche und hübsch bebilderte Führer unterrichtet nach einer knappen Einleitung über die Geschichte Beurons und des Benediktinerordens, schildert Abteikirche, Gnadenkapelle, Kloster und Kunstschule, und gibt abschließend eine Uebersicht über die schönsten Ausflugsziele in der Umgebung. — Langen sch eidts Reis e-D olmetscher in alphabetischer Anordnung mit Redewendungen und Gesprächen. Mit Aussprachebezeichnung nach der Methode Toussaint-Langenscheidt. Englisch, Französisch, Italienisch. Jeder Band 1,50 RM.Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt) G. m. b. H., Berlin-Schöneberg. — (191.)— Der bekannte Sprachenverlag von Lan- aenscheidt gibt jetzt eine neue Reihe Sprachführer heraus, die sich auf Reisen im Auslande als nützlich erweisen werden. 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Thiele.3838 d Aus dem Reiche der Krau. Freie Zeit am Vormittag. ■bon Or. Eva Vendo.ff. So viele Hausfrauen klagen darüber, daß sie vormittags niemals Zeit für hätten. Die Hausarbeit und das Kochen — so meinen sie — füllt zwar nicht alle Stunden des Vormittags restlos aus; die Art der Arbeit aber bringe es mit sich, daß man sich nichts anderes, was Zeit und Konzentration 'erfordert, nebenher vornehmen kann; geschweige denn könne man das Haus längere Zeit verlassen, ohne die Pünktlichkeit des Mittagessens zu gefährden. Ist das nun wirklich der Fall? Kann es die Hausfrau mit kluger Zeiteinteilung nicht doch zuwege bringen, auch vormittags nicht nur kurze Arbeitspausen, sondern auch zwei, ja drei Stunden wirklicher Freizeit für sich zu erobern, ohne daß der Haushalt darunter leidet? Versuchen wir es doch einmal, unsere bisherige Einteilung des Vormittags ein wenig umzumodeln! Vielleicht kommt doch etwas dabei heraus. Die unerläßliche Voraussetzung für eine ersprießliche Vormittagsarbeit — das zeitige Aufstehen — werden die meisten Frauen ohnedies erfüllen. Auch werden wohl sehr viele Frauen schon ausprobiert haben, daß man gut tut, in den frühen Morgenstunden, am besten schon vor neun Uhr, alle Einkäufe zu erledigen, da man dann jede Wartezeit in den Geschäften vermeidet. Daß man die nächsten zwei bis Drei Stunden — je nach Größe der Wohnung — am besten für die Reinigung und das Aufräumen derZimmer verwendet, ist gleichfalls ein alter, von allen Hausfrauen immer wieder erprobter Ersah- Aber ähnlich kann man mit allen anderen Gerichten verfahren, und das Essen wird doch immer pünktlich fertig sein; die Hausfrau selbst aber ist frischer und angeregter, wenn sie einen reich ausgefüllten Dor- mittag hinter sich hat, als wenn sie manche kostbare Viertelstunde mit unnötigem Warten verbringen j mußte. Sie praktische Hausfrau. Gegen Brotschimmel. In Landhaushaltungen, wo man gewöhnlich größere Mengen auf einmal bäckt, pflegt das Brot im Sommer oder bei Aufbewahrung in einem feuchten Keller leicht schimmelig zu werden. Es empfiehlt sich, das frisch gebackene Brot, sobald es aus dem Ofen kommt, in einen Mehlsack zu stecken, in welchem noch etwas Mehl übrig geblieben ist, und zwar so, daß die Obenrinden des Brotes aufeinander zu liegen kommen. Dann bindet man den Sack zu und hängt ihn an einem luftigen Ort freischwebend auf. Auf diese Weise läßt sich das Brot 4 bis 6 Wochen aufbewahren, ohne trocken zu werden oder auch nur eine Spur von Schimmel anzusetzen. * Flecken von Wagens ch rn iere. Man benetze den Fleck mit Branntwein und lasse ihn eine Stunde feucht. Nun streicht man mit Eigelb darauf und reibt leicht mit den Fingern, wäscht die Stelle mit frischem Wasser und drückt wieder aus. Nachdem man dieses Verfahren einige Male wiederholt hat, wird mit einem reinen Tuch abgewischt und getrocknet. Ein anderes Verfahren ist: Man bestreiche den Wagenfettfleck mit frischer Butter und wasche dann mit lauem. Seifenwasser den Fleck aus. Sollte die Farbe sehr empfindlich sein, so wende man Benzin zur völligen Reinigung anstatt des Seifenwassers an. Wie säubert man weiße Zelluloidkämme? Niemals mit Wasser und Seife, da sie dadurch häßlich werden und ihre Farbe verlieren. Man behandle sie am zweckmäßigsten auf folgende Art: Eine nicht zu harte Bürste wird in Benzin getaucht; damit bürstet man den Kamm tüchtig aus und reibt ihn sofort mit einem sauberen Woll- oder Seidenlappen nach. Gießkannen. Nach jedem Gebrauch sollte man die Gießkanne gut austrocknen und umgestülpt hinstellen. Dadurch wird die Haltbarkeit erhöht. Ebenfalls vermeide man es, über Nacht Wasser in der Kanne zu lassen, denn dadurch wird sie rostig und undicht. Bemalte oder lackierte Gießkannen reibt man öfters mit Salmiakwasser ab und darauf mit Oel ein. Ein Mittel gegen Fliegen. Ein Schwamm, mit Lavendelwasser getränkt und in der Nähe des Bettes aufgehängt, hält die Fliegen von dieser Stelle fern, da sie den Lavendelgeruch scheuen. ♦ Frisches Brot zu schneiden. Taucht man das Messer vor dem Schneiden des frischen Brotes in heißes Wasser und trocknet schnell die größte Nässe ab, so läßt sich das Brot gut schneiden. Dasselbe gilt auch, wenn man frischen Kuchen schneiden will. rungssatz. Nun aber das Mittagessen! Es soll zu einer genau bestimmten Zeit fertig fein; wie lange die Vorbereitung dauert, können wir wohl ungefähr berechnen, aber doch niemals ganz genau. Jedenfalls wird eine pünktliche Hausfrau es nicht wagen, diese Dorbereitungszeit allzu kurz zu bemessen; sie Für die Pflaumenzeit! Eine Handvoll erprobter Rezepte. aber noch warm ist, werden ihr 2 ganze Eier zu- aerührt und dann mit einem Löffel Teile abge- 12 löffelgroße Klöße Herstellen. über gerösteten Weißbrotscheiben an. Zu 80 Bayerische Zwetjchenknödel. ! mit brauner Butter und bestreut sie mit Zimtzucker, i mensaft umgeben und warm gereicht. I Diese Speise ist vorzüglich. I Gramm schaumig gerührter Butter kommen nach und nach 4 Eidotter, 2 Pfund geriebene, gekochte überstreut sie mit V« Pfund feinem Zucker und gießt V4 Liter Wasser darüber. Hierauf bindet man bröseln gemischten Pflaumen in die Form, die man zulekt mit gerösteten Weißbrotscheiben bedeckt und 3/< Stunde backen läßt. Um genügend Festigkeit getraut sich also nicht, nach beendeter Hausarbeit nochmals längere Zeit fortzugehen ober sich eine zeitraubende Näh- oder gar Schneiderarbeit vorzu- Belieben 1 kleine Prise Muskatnuß werden zusammengerührt und so lange gekocht, bis die Masse vom Topf läßt. Wenn sie ein wenig abgekühlt, Dabei täte sie aber, wenn sie sich etwas Freizeit erobern will, am besten sofort nach beendeter Zimmerreinigung mit der Vorbereitung für das Mit- bann burch ein Sieb, einen Teil ber Kerne schlägt man quf unb kocht sie mit bem Rückstanb ber Pflaumen, 1 fingerlangen Stückchen Zimt, 2 Nelken unb V« Liter Wasser eine Weile burch, seiht bie Flüssigkeit zu bem Pflaumenbrei, fügt V2 Liter leichten, beutschen Rotwein, ebensoviel Wasser unb Zucker nach Geschmack hinzu, mischt alles gut unter» Kartoffeln, 1 Prise Salz, 1 Teelöffel Backpulver , berform wirb gut mit Butter ausgestrichen unb mit unb soviel Mehl, als zu einem ziemlich weichen länglich geschnittenen, gerösteten Weißbrotscheiben V< Stunbe vor bem Anrichten fertig fein. Auf eine Platte gestürzt, wirb bie Form mit bem Pflau- zu erlangen, muß bas Gericht minbeftens Pflaumönsuppe. 2 Pfunb gewaschene unb entsteinte Pflaumen werben in etwa 2 Liter Was- Pflaumen-Kaltschale. 1 Pfunb recht reife Pflaumen schüttet man in einen Steintopf, tagessen zu beginnen. „Wie?" wirb manche Frau erstaunt fragen, „wir essen erst um 14 Uhr Mittag, unb ba soll ich schon um 11 Uhr bas Essen richten?" — Ja, liebe Hausfrau, Sie sollen es! Zunächst einmal werben Sie bas Gemüse putzen bzw. Kompott unb Süßspeise völlig „tafelfertig" machen. Währenb das Gemüse kocht, schälen Sie Kartoffeln bzw. waschen Pellkartoffeln ein oder bereiten z. B. Kar- toffelklöße soweit vor, daß sie später nur noch in das Kochwasser gelegt zu werden brauchen. Fleisch v „ ober Fisch werben gewaschen unb gesalzen, haben den Topf mit einem Sie Hackbraten ober Fleischklopse irgenbwelcher Art " " # vorgesehen, so machen Sie bie Fleischmasse vollkommen fertig unb formen sie, so baß später nur bas Bratgeschäft erlebigt zu werben braucht. Inzwischen ist bas Gemüse gar; Sie trennen bas ©emüfemhffer von bem Festen unb stellen jebes für sich für später bereit. Alle Gerichte, bie in ber Form gebacken werben, machen Sie soweit fertig, baß sie nachher nur noch in ben Ofen bzw. unter bie Backhaube geschoben zu werben brauchen. Soll es Reis, Rubeln w . ober Hülsenfrüchte geben, so stellen Sie sie in bie ■ einanber, stellt es kalt unb richtet bie Kaltschale Kochkiste. über gerösteten Weihbrotscheiben an. aeruhrt unb bann mit einem Löffel Teile abgestochen, bie in siebendem Wasser 5 Minuten kochen ; müssen. Aus der angegebenen Masse lassen sich pf mit einem Dergamentpapier fest zu, stellt . ihn in kochendes Wasser und kocht in diesem Wasserbade die Pflaumen völlig w.'ich. Man stellt sie I bann mehrere Stunden zum Erkalten weg, reibt sie Pflaumeneierkuchen. Reife, blaue Pflaumen werden entsteint, gewaschen und zum Ab- trocknen auf ein Tuch gelegt. Dann breitet man einen Eierkuchenteig aus 6 Eßlöffeln Mehl, 3 Tassen Milch, 4 Eidottern, Salz und dem Schnee der 4 Eiweiß, gießt so viel von dem Teig in die Pfanne, daß man einen dünnen Eierkuchen erhält, und läßt ihn auf der Unterseite hell backen. Dänn nimmt man die Pfanne vorn Feuer, belegt den Eierkuchen mit Pflaumen, gießt noch etwas Teig darüber, backt ihn auf beiden Seiten braun und bestreut ihn mit Zucker. Z w e t s ch e n - N ö st e r. Reife Pflaumen werden entsteint und auf eine sehr heißgemachte Omelettenpfanne gelegt und daruf rösten gelassen. Kurz vor dem Fertigstellen überstreut man die Pflaumen reichlich mit Zucker, tut sie in eine Schale und übergießt sie mit dem sich gebildeten Natursaft. Eine vorzügliche Beigabe für Eierkuchen, Milchreis usw. P f l a u m e n a u f l a u f. Zu 150 Gramm sehr schaumiggerührter Butter gibt man nach und nach 8 Eigelb sowie 80 Gramm feingeriebene Mandeln, 100 Gramm feinen Zucker und 80 Gramm Pflaumenmarmelade. Man arbeitet alles tüchtig durcheinander und mischt schließlich den steifen Schnee von 5 Eiweiß und etwas Vanillezucker darunter. Die Masse wird in eine gut gebutterte, mit Zucker ausgestreute Auflaufform gefüllt und im Wasser- bade 20 Minuten langsam gekocht. Pflaumenküchel. Ausgesucht große Früchte werden, ohne sie zu verletzen, entsteint. An Stelle des Steins steckt man eine Mandel hinein. Dann werden die Pflaumen in Backteia getaucht unb in schwimmenbem Fett hellgelb gebacken. Mit Vanillezucker bestreut, werben sie warm gegessen. Pflaumen-Charlotte. Eine Küchenwun- nehmen. Den Rest bes Vormittags wirb sie also! ser mit einem Stückchen Zimt weichgekocht, mit mit ber Zubereitung bes Mittagessens hinbringen 11 Eßlöffel in Wasser glattgeruljrtem Monbamin ge- unb bie babei entstehenben Zwischenpausen mit dickt, burch einen Durchschlag gestrichen unb kalt- kleinen Aufräumungsarbeiten, auch wohl mit einer gestellt. Als Einlage gibt man Sch wemmk 1 öß - kurzen Ausbesserungsarbeit, ausfüllen. | d) e n : Vs Pfunb Mehl, Vs Liter Milch, 1 Ei, ~ ...... " ~ " 1 Messerspitze Salz, 1 Eßlöffel Zucker pnb nach Haben Sie alles soweit vorbereitet — so sind Sie frei! Denn erst eine halbe Stunde vor dem Essen — reichlich gerechnet — brauchen Sie sich wieder Ihrem Mittagessen zu widmen. Inzwischen, in den 1 bis 3 Stunden, die Ihnen noch bleiben, können Sie , o , _____ v...._________„__________ sich an die Nähmaschine setzen, Sie können Briefe, Teig notwendig ist. Zwetschen werden entsteint belegt. Inzwischen t)at man entsteinte Pflaumen schreiben oder — und das dürste für alle Mütter. und an Stelle des Steins ein Stückchen Zucker I ohne Wasser mit Zucker gedünstet und den Saft bas wichtigste sein — Sie können mit Ihren Kinbern gesteckt, r ' “' ' ~ ..... ins Freie gehen! Ganz in aller Ruhe unb ohne jebe Teh änastliche Sorge um bas Mittagessen! öicuc uv. 3 öixui» em öiuuujeii -quucl uync wu||ei um qeuuii|iei unu ueii öU|l Nun nimmt man immer ein Stückchen | auf einem Durchschlag abtropfen lassen. Man füllt a, bas man um bie Frucht herum zu einem' nun die mit gehackten Mandeln unD Makronen- ,, runoen Ball formt. Diese Knöbel läßt man auf Wenn Sie bann zur festgesetzten Zeit nach Hause einem mit Mehl bestreuten Blech einige Zeit ruhen, kommen, so setzen Sie zuerst natürlich die Kartof- bann kocht man sie in leichtem Sal'zwasser 6 bis fein aufs Feuer. Währenb sie kochen, rühren Sie bie 8 Minuten je nach Größe. Mittels Schaumlöffel Schwitze zum Gemüse unb braten gleichzeitig bas nimmt man sie aus bem Wasser, legt sie auf eine Fleisch bzw. Sie rühren bie Soße unb kochen inzwi- Schüssel, streut Semmelbrösel barüber, begießt sie sch en ben Fisch. Speisen in ber Form müssen, wenn! " ~ nötig, etwas früher aufs Feuer gebracht werben. > Diese Speise ist Unfälle im Gommerhaushatt. 3n ber warmen Jahreszeit finb oerschiebene Dinge zu beachten, bamit nicht Unfälle im Hauhalt Vorkommen, für,bie bie Hausfrau bie volle Verantwortung zu übernehmen hat. Die Derberblich, keit ber Speisen hat schon manches Opfer geforbert. Also sollte bie Hausfrau barauf achten, daß Speisen unb Getränke vorschriftsmäßig aufbewahrt werben. Damit Milch nicht verbirbt, ist ihr beim Kochen ein Stückchen Soba ober eine Löffelspitze Natron beizufügen. Fleisch sollte vor bem Kochen mit einer Lösung übermangansaurem Kali abgewaschen werben. Lauwarmes Bier, bas bereits einen Teil seiner Kohlensäure verloren hat, ist nicht zu genießen. Obst, bas in Gährung übergegangen ift, wird weder gekocht noch ungekocht genossen, ebensowenig Gemüse, die sich nicht mehr im tadel- losen Zustande befinden. Ist man bei einigen Spei- fen, beispielsweise Kraftbrühe oder anderen Suppen nicht ganz sicher, ob sie durch Hitze nicht gelitten haben, so koche man sie für alle Fälle noch einmal auf. Dabei ist freilich zu bedenken, baß burch Kochen ein Teil ber lebenswichtigen Stoffe verloren gehen. Die Kochgelegenheiten finb in ber warmen Jahreszeit mit befonberer Sorgfalt zu beachten. Der Gasherb kann leicht unbicht werden. Zeigt sich der geringste Gasgeruch, muß der Fachmann zur Ausbesserung des Schadens herbeigerufen werden. Beim Plätten mit Gas finb bie Fenster unbebingt geöffnet zu halten, auch wenn man meint, burch bas Schließen ber Fenster bie Tageshitze aussperren zu können. Sehr leicht steigen Gasbämpfe auf, Ohnmacht, Uebelbefinben finb bie Folge. Leicht brennbare Stoffe, Benzin, Waschbenzin, Benzol, finb möglichst währenb ber Mittagshitze nicht zu benutzen, ba sie sich unter ber Einwirkung ber Sonnenwärme leicht entzünben unb Unfälle Hervorrufen können. — Säuren finb in besonders gekennzeichneten Flaschen aufzubewahren, ba man oei großem Durst leicht nach einer Flasche greift, bie vermuten läßt, baß sich Sprubelwasser ober Bier darin befinden. Eckige Flaschen mit runden Glasstöpseln geben die beste Gewähr gegen Verwechslungen. Auch ist es gut, bipfe Flaschen in einem befonberen Schrank unterzubringen, sie aber niemals in Speisekammer ober Vorräteschrank aufzubewahren. Besonbers nicht bort, wo Getränke stehen. Die Leiter ist wacklig, ber Verbinbungsgurt hält nicht mehr. Sofort muß bie Leiter ausgebessert werben. Beim Fensterputzer,, bas man jetzt oft vornehmen muß, beim Obstpflücken, führt sie ben Unfall herbei, unb ba nützt auch häufig bie größte Geschicklichkeit nichts. Ein Stuhl auf b r e i Beinen ist bestimmt kein schöner Anblick. Man stellt ihn gegen bie Wanb in ber Hoffnung, baß niemanb ben Schaben bemerkt unb sich ebensowenig jemanb baraufsetzen wirb. Aber ber Zufall will es, baß sich ein korpu- lenter Onkel ober ein etwas fülliger Besucher, ermattet vor Hitze, auf ben Stuhl nieberläfjt — unb schon ist bas Unglück geschehen. Durch ben Sturz kann eine nicht unerhebliche Verletzung eintreten! Ein Loch im Läufer sollte gut ausgebessert werben. Stellt sich aber bie Reparatur als unloh- nenb ober au teuer heraus, bann entferne man ben Läufer so schnell wie möglich. Nur zu wahrscheinlich, daß ein Kinb barüber fällt, ein Erwachsener mit bem Absatz hängen bleibt — ein solcher Schaben hat schon häufig üble Folgen gehabt. — Unfälle im Haushalt lassen sich am besten burch Aufmerksamkeit unb Ordnungsliebe oermeiben. sSchü. Die tägliche Körperpflege. In jeher Frau schlummert bie Sehnsucht zu gefallen. Man mochte sich nette Dinge über bie eigene, gepflegte Erscheinung sagen lassen ober sie Zum mmbeften in ben Gesichtern lesen. Ein Weg sich vor frühem Verblühen zu schützen unb vor- banbene Gaben zur vollen Entfaltung zu bringen ist bie tägliche Körper- unb Hautpflege. Wir wissen, baß unsere Haut zwei Arbeiten zu verrichten hat: sie ist Ausscheibungs- unb Atmungsorgan. Von ihrer guten Beschaffenheit hängt ein großer Teil bes Wohlbefinbens ab. Unser Ziel muß baher sein, sie rein, frisch unb gut burdjblutet zu halten unb sie soweit abzuhärten, baß sie nicht auf das kleinste Zuglüftchen mit einer Erkältung antwortet. Besser als das tägliche Bad ist die lauwarme Abreibung. Heißes Wasser und der ständige Gebrauch von Seife zerstören die zarte Fettschicht der Haut. Der Körper muß zu ihrer Erneuerung Kräfte vergeuden, die er an anderer Stelle nötig braucht. Gesund ist es, einmal wöchentlich warm zu baden und dann kräftigen Gebrauch von der Seife zu machen. Hinterher wird mit kühlem oder kaltem Wasser nachgespült. Kaltes Wasser schließt die geöffneten Poren und sollte, wenn die Nerven es vertragen, vorgezogen werden. Wer keine Gelegenheit zum Baden hat, kann sich mit einer wöchentlichen warmen Ganzwaschung mit Seifenwasser behelfen. Die Wirkung des Bades und der Waschungen werden durch nachfolgendes Frottieren erhöht. Auch über bie Massage nach bem Babe finb noch ein paar Worte zu sagen. Sie regt ben Blutkreislauf an, verhindert Fettansatz, schafft Schlacken aus bem Körper unb verleiht ein Gefühl ber Frische. Vor Uebertreibung muß allerbings gewarnt werben. Am besten ist es, sich von geschulten Hänbsn massieren zu lassen, boch ist bas aus verschiebenen ©rünben nur feiten burchführbar, und man begnügt sich deshalb mit der selbstausgeführten Teilmassage. Man beginnt mit dem Aufwärtsstreichen von den Knöcheln bis zum Knie. Die Gelenke werden dadurch schlanker unb besser burchblutet. Besonbers wichtig ist bas für Menschen, bie viel stehen unb laufen müssen unb bie zu Blutverbickung unb Krampfabern in ben Beinen neigen. Von ben Schenkeln wirb strichweise mit beiben Hänben bie 'Haut hochgehoben unb so stark, wie man es ohne Schmerzen aushält, burchgeknetet. Das gleiche gilt für die Arme. Der Leib wird in liegender Stellung behandelt. Und zwar hebt man die Bauchdecke kreisförmig an und knetet sie durch. Das regt die Darmtätigfeit an, verhindert und mildert Fettansatz. Die Brust wird nicht berührt. Der Hals wird mit beiden Händen von unten nach oben gestrichen. Das Genick wird durchgeknetet, wenn es die gefürchtete Speckrolle zeigt.' Ich weiß, daß diese Ausführungen keine grundsätzlichen Neuerungen enthalten. Aber ich habe die Linser Zunge kann laufen! Probleme in der Zweizimmerwohnung. Unser Junge kann laufen! Es ist ganz überraschend gekommen, wahrscheinlich war der Ball daran schuld, der Ball, der plötzlich wegrollte unb auch auf inständiges Bitten nicht von allein zurückkam. Da hat Baby ganz einfach den Stuhl los« gelassen und ist auf unsicher schwankenden Bein« chen auf den Ball zugegangen. Dort angelangt, hat es sich mit einem Plumps auf ben Boben gefetzt, denn bücken, bas wäre boch zu viel verlangt! Der Junge läuft nun also, jetzt ist er kein richtiges Baby mehr. Balb wirb keine Tischbecke mehr vor ihm sicher sein, kein Aschenbecher wirb auf seinem Platz stehen bleiben, wenn ber Junge ihn kriegen kann. Wie verlockenb ist bie Blumenkrippe in Der Zimmerecke ober gar Vaters Schreibtisch! Nein, bas geht nicht, wie leicht kann Baby zu Schaben kommen: ber Junge braucht jetzt seinen Spielwinkel. Schließlich hat ja jeher Mensch An» recht auf ein Plätzchen, bas nur ihm selbst gehört. Selbst in einer Zweizimmerwohnung muß eine Spielecke für bas Kinb geschaffen werben! Doch wo legt man sie am praktischsten hin? Hell unb luftig muß sie fein, nicht iegenbein bunfler Winkel. Am besten ist bas Schlafzimmer geeignet, hier kann ber Junge in feinem Laufställchen ungestört spielen, ohne ben Vati zu belästigen, wenn ber ermübet nach Hause kommt. Auch sieht bas Laufställchen in ber Wohnstube nicht so sehr schön aus, es stört bie Harmonie bes Raumes! Im Schlafzimmer geht es besser. Wir kaufen also einen „Stall", der zusammenlegbar ist, damit man ihn gut transportieren kann. Es kann ja vorkommen, daß Vater einmal nicht da ist unb Baby im Wohnzimmer spielen barf. Eine weiche Unterlage muß bas Ställchen haben, sehr praktisch finb bie bunten Frotteeteppiche, bie sich auch auswaschen lassen, wenn mal ein Unglück passiert ist, sie finb besser als bie Matratzen. Baby braucht aber auch fein „Hanbwerkszeug" in unmittelbarer Nähe. Das Spielzeugregal hat auch noch in ber Ecke Platz. Man kann es sich aus Kistenbrettern zusammenschlagen lassen unb bann hübsch weiß anstreichen. Zieht man ben bunten Vorhang bavor, bann sieht immer alles orbentlich aus. Viel Spielzeug braucht so ein kleiner Bub ja gar nicht, ein Kinberherz ist ja schon mit Kleinigkeiten glücklich. Wozu soll man eine kleine Wohnung mit zu viel Kram belasten. Am liebsten spielt ber Junge ja boch mit seinem Bausack, ber ben unhanblichen Baukasten abgelöst hat. Dazu natürlich bie geliebten Filztiere, ben Tebby unb bas Kätzchen. Seit kurzer Zeit hat ber Junge auch seine Leidenschaft für Puppen entdeckt, feit ber Zeit nämlich, als bie Großmutter ihm eine von ben praktischen „Werfpuppen" mitbrachte, bie man ruhig aus bem Wagen werfen kann, ohne baß sie es Übelnehmen unb kaputt gehen! Unzerreißbare Kin- berbücher werben sicher auch balb gebraucht! Der Junge wird sich schnell an seine Spielecke gewöhnt haben! Es ist erstaunlich, wie Won bas kleine Kinb weiß: bies gehört mir! Vielleicht wirb zuerst bie Beschränkung in ben kleinen „Stall" ein bißchen Schwierigkeiten machen — aber bann muß bie Mutter konsequent fein unb nicht bas Kinb burch ewiges Herausnehmen verwöhnen. Das Kinb muß sich von Anfang an daran gewöhnen, allein zu spielen! Unser Junge kann laufen — jetzt hat er ein Anrecht auf feinen Spielwinkel! Mütter müssen Zauberkünstlerinnen sein, sie werden auch in einer Zweizimmerwohnung den richtigen Platz für die Spielecke finden! Lore. Der (Strumpf. Strümpfe und Schuhe gehören bei jeder gutangezogenen Frau zu den ausschlaggebenden Kleidungsstücken überhaupt. Haben Sie nicht oft beachtet, was schlechtsitzende ober farblich zum Kleid nicht passenbes Strumpf- unb Schuhwerk anrichten kann? unb wie anberfeits gerabe ber Strumpf in richtiger Farbe unb gutem Sitz die Note bes gesamten Anzuges hebt unb vor allem bie Linie bes formvollenbeten Beines unterstützt unb Schönheitsfehler ausgleicht? Für bas nicht ganz schlank gefesselte Bein stehen bie bunfleren Farbtöne natürlich im Dorbergrunb, bie Sommerstrümpfe in grau- beige unb warmen golbbraunen Schattierungen Erfahrung gemacht, baß wir alle dazu neigen, im Laufe ber Zeit ein wenig mit unfern guten Vor- sätzen in Verzug zu kommen, unb baß es gut tut, einmal mieber erinnert zu werben, wie es um bie eigene Körperpflege bestellt ist. D. Die Küche ist kein Spielplatz! Wo soll bas Kinb sich auf halten, wenn bie Mut- ter m ber Küche beschäftigt ist? Jrgenbwo — aber niemals in ber Küche. Es ist Pflicht ber Mutter, fur kinen geeigneten Spiel- ober Aufenthalsraum bes Kindes zu sorgen, wenn ihr bas auch schwer Gllen mag. Unzählige Unglücksfälle finb bie trau» rigen Folgen dieser Angewohnheit. Wie leicht kann beim Ausgießen von kochendem Wasser bas Kind einen Spritzer bekommen und verbrüht werben! Eine Mutter stellte eine Wanne mit kochendem Wasser auf die Erde, wurde durch Klingeln aus ber Küche gerufen, eilte hinaus, fertigte ben Boten schnell ab — als sie zurückkehrte, bot sich ihr ein ent- setzlicher Anblick. Das dreijährige Kind war ausgeglitten, mit den Händchen in bie Wanne gestürzt, batte sich beide Hände verbrannt und mußte lange Zeit im Krankenhaus liegen, bis es endlich wieder genesen mar. Ein Bügeleisen, bas elektrisch betrieben wurde, brannte, während die Mutter an bas Telephon gerufen wurde, um für den Mann eine geschäftliche Angelegenheit zu besprechen, durch, ent» zündete das Bügeltuch, Qualm entwickelte sich in der Küche. Das zweijährige Kind war dem Erftickungs- tobe nahe. Es ist beim Kochen so vieles zu bedenken, bie beschäftigte Hausfrau kann ihre Augen nicht überall staben! Wie oft hat schon ein Kind eine Flasche angesetzt, in ber sich eine nicht zum Trinken bestimmte Flüssigkeit befand, ober etwas genascht, was bie Hausfrau als nicht mehr genießbar anfah. Das Kind steht ber Mutter bei ihrer Betätigung im Wege, rutscht, wenn es noch nicht laufen kann, auf dem Fußboben, wirb getreten, gestoßen, ja, selbst bei ber gütigsten Mutter leicht ungerecht behandelt, weil sie Ursache unb Wirkung in ihrer ©e-v schäftigkeit nicht zu unterscheiden vermag. Der' Spielplatz für bas Kind sollte dort sein, wo bi« Mutter es sicher weiß, es beaufsichtigen kann! Niemals jedoch in ber Küche. Schü. Wirtschaft jenen, vuiiunn «.jw. iax.-j um jiuitniumpi beschert und dadurch uns Aeltere endlich von dem Tragen des Strumpfhaltergürtels an heißen Tagen I 9JL-$pont Auf der letzten diesjährigen Sommerregatta, die am "zoo'mekr "auf6 Ku! Zahlreiche Absa g ° n 'p°rtt^°r Veranstal- nornnfepn i.nh ä V IM - Meter - Staffel besckränken tungen sind aus Anlaß des AMeoens oes ^eiajs- L L"bestrM°^°7n de^°Damkn°Z i - hl" ch"u7: prasidenien non Mnbenbt« Ut b« o—n lid. Livvert. Nickel und W e h l i n a. Sonntag er olgt. U a.hat d er Deutsche ^erchtaty litz, Lippert, Nickel und Wehling. Lapebie. * z.August 1. August (316 Bewerber): 61. Karl 65,02 81,50 34,18 2,465 58,74 56,39 12,60 16,46 169,31 21,46 63,37 2,485 58,98 56,61 12,66 16,52 169,99 21,54 63,63 65,28 81,82 34,32 Für das elegante Kleid sind die verschiedenartigen Phantasiestrümpfe mit Diagonal-, Karomuster u. a. von betonter Wirkung. Eine neue, lebendige Note zeigen die Zwickelstrümpfe, einfarbig mit handgestickten Blumen und anderen reizenden Effekten. Der Sommer hat uns den Kniestrumpf be- in Frankfurt durchgeführt werden soll, starten auch die Jungruderer der Gießener Rudergesellschaft. Gemeldet wurde zum Jungmannvierer. In diesem Nennen starten am Samstagnachmittag sechs Boote. Im Dritten Achter liegen vier Boote am Start. Der Sonntag sieht die Gießener an zwei Bierer- Nennen beteiligt und zwar in einem Feld von fünf, bzw. dreizehn Booten. Man hofft, daß sich die jungen Ruderer der GRG. gut schlagen werden. Heber den Verlauf der Kämpfe, an denen die Gießener beteiligt sind, werden wir berichten. DfB.-ReichSbahn-Leichtathlellk. Unter dem Titel „Fest der Leichtathletik." veranstaltet am morgigen Sonntag der Ball-Spiel- Elub 1899 e. V Offenbach a. M seine großen leichtathletischen „Nationalen Wettkämpfe". Der DfB.- Neichsbahn nimmt mit seiner ersten Rennmannschaft daran teil. Es ist klar, daß in Offenbach erstklassige Konkurrenz am Start erscheinen wird. Erfolge zu erringen wird also sehr schwer sein. Aber die VfB.-Reichsbahner haben sich bis jetzt bei allen ihren Starts glänzend durchgesetzt, so daß man auch in Offenbach mit einem guten Abschneiden rechnen kann. Vor allem Luh wird bei den Siegern zu Zum ersten Male nahmen Turner und Turnerinnen des neugebildeten Gaues Nordhessen an einer turnsportlichen Veranstaltung teil, die über den Rahmen des Gaues hinausging. Die Großveranstaltung der so glanzvoll verlaufenen Deutschen Kampfspiele in Nürnberg, die eine außerordentlich starke Beteiligung aus ollen Gauen Deutschlands seitens der Sportler und Turner erfahren hatte, brachte auch dem Turngau Nordhessen recht schöne Erfolge. Leider konnten nicht alle Gemeldeten zu den Wettkämpfen antreten, weil sie zum Teil be- letik-Verband den Länderkampf gegen Italien abgesagt, der in Mailand stattfinden sollte. finden sein. Auch Pi eh und Sobezak haben Aussichten. Wie sich die anderen Teilnehmer, besonders Rodriguez in den kurzen Strecken durchsetzen werden, muß abgewortet werden. Erwähnenswert ist noch, daß Luh den Fünfkampf, 13 Nationen, darunter auch Deutschland, werden sich an den Ruder-Europameisterschaften beteiligen, die vom 10. bis 12. August auf dem Rotsee bei Luzern stattfinden. Der Schweinfurter Geyer beteiligte sich in Paris an einem 46-Kilometer-Einzelfahren, betitelt „Die Kleine Tour de France" und belegte bei stärkster Konkurrenz einen achtbaren sechsten Platz. Sieger des Rennens wurde der Franzose Deutschlands Wasserballmannschaft für Magdeburg. Der Deutsche Schwimm-Verband hat elf Wasserballspieler bestimmt, die an den Europameisterschaften in Magdeburg teilnehmen. Es sind dies: Heinrichs (Magdeburg), Richter (Weihensee) als Torhüter; Dr. Schürger (Nürnberg), Mehlberg (Weißensee), Gunst, Allerheiligen (Hannover), H. Schwartz, Hans Schulze, Amann, Reulecke, I. Rademacher (Magdeburg). Diese Spieler sind in der Zeit vom 5. bis 11. August in Bad Pyrmont zu einem abschließenden Training versammelt. $rl. Horn in Warschau. Als offizielle Vertreterin Deutschlands wird Frl. Marielouise Horn (Wiesbaden) an den internationalen Tennismeisterschaften von Polen teilnehmen. Unter den vielen bekannten Ausländern hat auch Hilde Sperling-Krahwinkel (Dänemark) ihre Meldung abgegeben Kurze Gportnotizen. Wolf Hirth und Thea Rasche beteiligen sich am längsten Flugzeugrennen ber Welt, dem am 20. Oktober beginnenden über 22 000 Kilometer führenden Rennen London—Melbourne. Insgesamt wurden für diesen Wettbewerb 64 Maschinen gemeldet. 200 - Meter - Lauf wurde Werner Pontow, Tarn ftulba mit 22,2 Sek. 2. Sieger, im 100-Meter- Lauf' kam Pontow mit 10,9 Sekunden auf den 6. Platz. _________ Zwölfkampf-Turner , 43. Sieg: Otto Gergs, Aeltere Kasseler Tgm., 182 Punkte; 56. Adolf Fink und Walter Fink, beide T. u. Spv. 1860/85 Marburg, je 175; CI. K—'. Schiebeler, Kasseler Tgm., 172,5; 64. Karl Schick, Tv. 1846 Gießen, Ernst Schöffmann, Tv. Wie- seck, je 171; 67. Ludwig Herbert, To. 1846 Gie- tnerber): 25. Sieg. Ana Ho mann, x.-u.»ponD. 18&e»Xm pf .Inderinnen (63 Bemer- Bert- 7 Steg Gretel Dietrich, T.-u. Spt. 1860/85 Wnrhitrn 103 P • 9. Emmi Steinens, Tv. 1861 efdimeae' 101; 16.' Friedel Hieser, Aeltere Kasseler Tnm 93-19 Gertrud Kalk, Tv. Wetzlar, 90 P. Ni'erkampf-Turnerinnen (123 Bemer- hed 17 Sieg: Sina Eijenhut In. „Jahn" Efch- roege 72 Punktet 20. Märta Arabin, In. Wetzlar, ruflich verhindert waren. Nachstehend die Erfolge des heimischen Turngaus: 190 Meldungen wurden bisher zur Internationalen Sechstagefahrt, die nm 27 August in Partenkirchen beginnt, abgegeben. Deutschland, das für die diesjährige Durchführung verantwortlich bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung,.zeichnet, ist allein mit 80 Maschinen vertreten. Kugelstoßen und Speerwerfen, bestreitet. Ein Er-l und Fcchtkl. Fulda, je 122; 30. Rolf Ebeling, Tgm. 1837 Hanau a. M, 120 Punkte. ' 2. I& 95 H 7. Bernhard Schöpf, T.- u. Fechtkl. 5^, 84.11. Otto Werner, Tv. Weilmünster, 80. 16. Walter Nie- hJr Tn Herborn 75. Janke, Ka seler Tgm. S ieb enkam'p .Turnerinnen (204 Be- 01 • — Erna Hoffmann, T.-u. Sportv. Aus dem Turngau Rordheffen Oie Erfolge des Gaues in Nürnberg. haben dafür gerade die richtige Tönung. Neuerdings hat die Frau in dieser Beziehung eine weitere Unterstützung erfahren durch den seit kurzem auf dem Markt erschienenen abschattierten Strumpf. Die Farbe des Strumpfes verläuft vom Schienbein ausgehend zur Wade dunkler werdend. Dadurch entsteht die eigenartige optische Täuschung, daß das Bein, von vorn gesehen, schlanker erscheint durch die seitlich dunkle Einfassung. Der Uebergang der einzelnen Farben ist so naturgetreu, daß man, an- ?ezogen, nicht die geringste Schattierung erkennen ann. befreit. Wunderbar angenehm ist der Kniestrumpf für Sport und Wochenend, schon allein weil er Kleiderwechsel, besonders im Freien, vereinfacht; auch im Garten und Haus ist er der Hausfrau bequem durch feine Leichtigkeit. Sie ist jederzeit angezogen, wenn Besuch kommt oder sie weg muß; der Kniestrumpf spielt da eine Rolle, die das Söckchen nie spielen konnte. Am Strand und auf dem Wasser, beim Tennis und anderen Sportarten sind die hellen bunten Söckchen aus Filetarbeiten natürlich entzückend. Ebenfalls leicht und angenehm im Tragen für die warme Jahreszeit sind die durchbrochenen, gemusterten Strümpfe, die sich vor allem dadurch auszeichnen, daß sie sehr strapazierfähig sind, was schon das im allgemeinen etwas gröbere Material mit sich bringt. Die Gewebe sind oft derart, daß die Maschen nicht herunterfallen können, ein langgehegter Wunsch der Frau. i B.L. folg Luhs in dieser Konkurrenz wäre für ihn und formt für den VfB.-Reichsbahn eine große Ehre. Sportwettkämpfe der HZ. fallen aus Die für den morgigen Sonntag zur Austragung auf dem Sportplatz der Universität vorgesehenen sportlichen Wettkämpfe der HI. des Bannes 116 fallen aus. Die Veranstaltung soll am 19. August zur Durchführung gelangen. Fünf goldene Plaketten der 2000-Klm.- Fahrt für die Heichsmarine. Von den sechs Kraftradfahrern der Reichsmarine, die an der 2000-Kilorneter-Fahrt durch Deutschland teilgenommen haben, erhielten fünf die goldene Plakette. Außerdem hat die Mannschaft des Kommandos der Marinestation Nordsee den „Mannschafts- preis der 2000 Kilometer durch Deutschland 1934" erhalten. Diese Dreiermannschaft erreichte als erste — drei Stunden vor ihrer Sollzeit — geschlossen das Ziel in Baden-Baden. Deutsche Hochschul-Fußballmeisterschast Münsters Sieg wird nicht anerkannt. abschließt. Der Personalbestand hat eine weitere Erhöhung von 631 463 auf 632 442 Köpfe erfahren, in der Hauptsache infolge Einstellung von Aushilfsarbei- tern in den Werkstätten. Aufschlußarbeiten im heimischen Eisenstein-Erzbergbau. In einer Sitzung des Preußischen Oberbergamtes Bonn in Siegen wurde die für das heimische Wirtschaftsgebiet bedeutungsvolle Nachricht bekanntgegeben, daß mit Hilfe der vom Reich und vom Preußischen Staat bereitgestellten Mittel umfangreiche Aufschlußarbeiten im Eisenstein-Erzbergbau des Sieg-, Lahn- und Dillgebietes bereits am 1. August d. I. in Angriff genommen worden find. Die vom Arbeitsausschuß für das Notstandsgebiet und von der Kontrollstelle durchgearbeiteten Projekte werden nach bergbehördlich festgelegten Richtlinien unter gleichzeitiger Schaffung entsprechender neuer Arbeitsplätze durchgeführt. Es wurden insgesamt e l s Projekte ausgewählt, davon entfallen auf das Lahn- und D i l l g e b i e t sechs und auf den Siegerländer Bezirk fünf Projekte. Bei der Auswahl mußte im Hinblick auf Erhaltung und Vermehrung vorhandener Arbeitsplätze berücksichtigt werden, die Auffchlußarbeiten in zur Zeit in Betrieb befindlichen Grubenfeldern umgehen zu lassen, deren Erschöpfung in verhältnismäßig kurzer Frist zu befürchten war. Es wird aber gehofft, daß auch noch weitere, vom Arbeitsausschuß bereits durch- qearbeitete und der Bergbehörde vorgelegte Projekte später zur Durchführung kommen können. Auf diese Weife wird eine möglichst weitgehende Verlängerung der betrieblichen Lebensdauer im gesamten Eisenerznotstandsgebiet mit Ernst und Eifer angestrebt und nach menschlichem Ermessen wohl auch erreicht werden. Nichtschweizerische Waren können deutsche Importeure ausschließlich in der Weise bezahlen, daß sie aus den Beständen des Transitkontos der Reichsbank bei der schweizerischen Nationalbank Schweizer Franken erwerben und an ihre Lieferanten durch Vermittlung der Reichsbank zur Auszahlung bringen lassen. Für nichtschweizerische Was reu können Zahlungen nur auf Grund einer sog. allgemeinen Zwischenhandelsgenehmigung erfolgen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Der VfB. Diez (Lahn) bringt morgen zum siebentenmal feine Dranientampffpiele zum Austrag. Wie in den Jahren seither, so sind auch diesmal die 1900er mit einer Anzahl Leichtathleten und Leichtathletinnen vertreten. Bei der guten Besetzung, die in Diez stets anzutreffen ist, werden die Spiel- vereinigungsleute schon mit vorzüglichen Leistungen aufwarten müssen, um sich durchzusetzen. Da sowohl Baumstieger, Bepperling und Peters zur Verfügung stehen, sollte die Mittelstreckenstaffel (3X1000 Meter) nicht ohne Chancen sein. Im Stabhochsprung will sich Heini Jung nach seinem Unfall erstmalig wieder versuchen. Im Diskuswerfen erwartet man von Kilo eine annehmbare Leistung. In den Leistungsklassen II und III gehen Gustav K o.ch (1000 Meter) und Obergrenadier R e b s ch e r (1./15., Kugelstoßen und 100 Meter) an den Start. Schmidt-Gießen gewinnt einen Tagespreis für 500 Meter Startüberhöhung. Am 13. Wettbewerbstag des 15. Rhön-Segelflugwettbewerbs auf der Wasserkuppe fiel infolge starken Regens und zeitweiligen Nebels jeglicher Wettbewerbsbetrieb aus. Wenn sich auch das Wetter gegen Nachmittag besserte, so waren die Flugmöglichkeiten doch gering. Am Nachmittag wurden die ersten Versuche einer Kurzwellenübertragung von einer Sendestation auf dem Erdboden zu einem Segelflugzeug unternommen. Das Segelflugzeug, in das der Empfänger einer Telefunken- Kurzwellenstation eingebaut war, wurde durch ein Motorflugzeug in die Höhe geschleppt und erhielt nach dem Ausklinken Flugkommandos von der Erde aus, die es einwandfrei befolgte. Den Tagespreis vom Donnerstag, ausgesetzt für die größte Höhe über 500 Meter für Flugzeugführer ohne Leistungsabzeichen, erhielten der Münchener Ziegler auf „Milan" mit einer Höhe von 650 Meter und der Gießener Pilot Schmidt auf „Deutsche Saar" mit einer Höhe von 600 Meter. Der Führer des Deutschen Luftsportverbandes, Hauptmann a. D. Bruno Loerzer, wird am heutigen Samstag auf der Wasserkuppe eintreffen. Zungmanueu der Gießener CRuben geseNschast in Frankfurt a. M. Oie Deutsche Reichsbahn im Juli. Der Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn zeigte im Juni gegenüber dem Vormonat in der Regel einen Rückgang, der in den letzten Jahren bis zu 3,1 v. H. betrug. Wenn er im laufenden Jahr nur 0,28 v. H. erreichte, so dürfte dies auf die anhaltende Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse auf dem Binnenmarkt und auf die verminderte Leistungsfähigkeit der mit niedrigem Wasserstand kämpfenden Binnenwasserstraßen zurückzuführen sein. Arbeitstäglich wurden durchschnittlich 116 379 Wagen gegenüber 116703 im Vormonat und 106440 im Juni 1933. Der Expreßgutverkehr ging nach Beendigung des Pfingstgeschäftes und des Versandes der Sommerkonfektion wesentlich zurück. Der Fracht- stückgutoerkehr flaute zunächst ebenfalls ab, nahm aber in der zweiten Monatshälfte wieder zu. Durch Umlegung des Frachtgutverkehrs auf den Lastwagen wurden viele Güterwagenzüge entlastet. Im Wagenladungsverkehr war schon ein Uebergehen vom Wasserweg duf die Schiene fühlbar. Beim Personenverkehr trug die günstige Witterung zu einer Steigerung des Reiseverkehrs bei. Der Verkehrsumfang des Vormonates wurde allerdings nicht ganz erreicht. Die geleisteten Zugkilometer betragen im ganzen 57,74 gegen 55,54 Millionen im Vormonat. Die Wagenachsenkilometer 2187,06 gegen 2047,45. Die Betriebseinnahmen haben sich gegenüber Mai von 266,12 auf 285,29 erhöht. Gegen das Vorjahr waren sie um 38,94 Millionen RM. höher. Im einzelnen weist der Personen- und Gepäckverkehr gegenüber Juni 1933 einen Rückgang um 1,37 Millionen RM. auf. Jrn Güterverkehr ist dagegen eine Steigerung um 36 Millionen RM. zu verzeichnen. Die Gesamtausgaben sind gleichfalls gestiegen, und zwar auf 300,3 (287,78) Millionen RM., so daß die Monatsrechnung mit einer Mehrausgabe von 15,0 Millionen RM. (Mai 21,7) * Gestiegene Erzeugung der Groß- eifeninbujtrie im Juli. In seinem Bericht über die wirtschaftliche Lage der Großeiseninduftrie im Juli 1934 stellt der Zweckoerband der Industrie- und Handelskammern zu Bochum, Dortmund, Münster und Essen zusammenfassend folgendes fest: Die Roheisen- und Rohstahlerzeugung ist insgesamt arbeitstäglich etwas gestiegen. Es ist keine nennenswerte Abschwächung des Jnlandsgeschäftes festzustellen. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung bilden eine Stütze des Jnlands- marktes. Die Belebung dehnt sich zunehmend auf die Industriezweige aus, die nicht unmittelbar an den Bestellungen aus dem Arbeitsbeschaffungsplan beteiligt sind. Das Auslandsgeschäft war unvermindert ruhig, lieber den Absatz von Weiß- und Feinblechen kamen zwischenstaatliche Vereinbarungen zustande. Frankfurter Obst- und Gernüfernarkt. Frankfurt a. M., 3. Aug. Marktlage! Zufuhren allgemein ausreichend; in Gurken stark, in Tomaten nachlassend. Weißkraut blieb gefragt. Preise für Tomaten leicht gestiegen; im übrigen unverändert. Geschäft ziemlich flott. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 30, Buschbohnen (grüne) 12 bis 14, (gelbe) 12 bis 14, Stangenbohnen 16 bis 20, Eskariol 6 bis 8, Gewürzel, Bündel 25 bis 30, Gurken (Salat) 5 bis 25, Einmachgurken (Salz) 120 bis 140, do. (Essig) 60 bis 100, Karotten 5 bis 6, Kartoffeln (Erstlinge) 6’/4 bis 6V2, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 8 bis 12, Rettich 3 bis 8, Römifchkohl 5 bis 6, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 8V2 bis 11, Spinat 18, Tomaten I 8 bis 12, do. (holl.) 10 bis 11, Tomaten II 7 bis 8, Weißkraut 7 bis 8, Wirsing 10 bis 14, Zwiebeln 7 bis 7% Perlzwiebeln (holl.) 16 bis 20. Obst. Marktlage: Starke Zufuhren von Birnen und Steinobst; Preise allgemein rückläufig. Ge- schäft in guten Sorten flott, in minderwertiger Ware schleppend. Es erzielten: Aepfel I 12 bis 20, II 8 bis 12, Falläpfel 3 bis 5, Aepfel (Tiroler, Gravensteiner, Ausland) 15 bis 18, Aprikosen 18 bis 20, (Schweiz) 27 bis 30, Birnen I 12 bis 20, II 8 bis 10, Kochbirnen 5 bis 8, Heidelbeeren 18 bis 20, Johannisbeeren 10 bis 14, Sauerkirschen 14 bis 18, Brombeeren 20 bis 30, Mirabellen I 12 bis 14, II 9 bis 12, Pfirsiche I 16 bis 20, (ital.) 18 bis 28, II 10 bis 15, Pflaumen 4 bis 10, Preiselbeeren 25 bis 26, Reineclauden 6 bis 10, Trauben 6 bis 10, (ital.) 25 bis 30, (holl.) 70 bis 85, Zwet- ßen, 169,5 Punkte. Neunkampf-Turner (198 Bewerber): (10. Sieg: Heinz Bräcklein, Kasseler Tgm., 141; 28. Karl Reute r, Tv. 1846 Gießen, Emil Wald, T.- schen 6 bis 12. Frankfurter Eiermarkr. Frankfurt a. M., 3. Aug. Das Angebot in deutschen Eiern hat, obwohl allgemein über eine Zunahme der Produktion berichtet wird, keine grundlegende Veränderung erfahren. Die vor dem Monatsende schon ruhiger gewordene Nachfrage des Konsums erfuhr noch eine Belebung. Das Kauf- intereffe erstreckt sich fast ausschließlich auf die schweren Qualitäten, so daß trotz der hohen Preise das holländische Ei Kl. S 65 Gramm und darüber bevorzugt wird; auch nach den besten deutschen Eiern ist die Nachfrage gut, wogegen mindere Sorten wenig beachtet werden. Die Preise blieben ziemlich unverändert, nur billige Ware (Kl. C und D) zog infolge des knappen Angebotes etwas an. Die offiziellen Verkaufspreise stellten sich in Pf. pro Stück frei Frankfurt a. M. wie folgt: Deutsche Marken- eier S 10, A 9V4 bis 9V2, B 83/4, C 8, D 7Vr. Holländer S 93/4 bis 10, A 9V4 bis 9V2, B 8V2 bis 83/4. Flandern sind kaum am Markt, das Wenige wird ca. zwischen 8V2 bis 93/4 Pf. für die Klaffen B bis S verkauft. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 4. Aug. Der Buttermarkt behielt auch in dieser Woche seine feste Haltung, wobei die starken Preiserhöhungen im Auslande nicht ganz ohne Wirkung geblieben sind, wenngleich sich die Einfuhren nach hier angesichts der bekannten Devifenfchwierigkeiten in engen Grenzen hielten. Der Verbrauch ist zwar nicht größer ge- worden, bleibt aber verhältnismäßig gut. Obwohl die Qualitäten der deutschen Butter sich erheblich gebessert haben, wird, ebenso wie beim Ei, holländische Ware bevorzugt, sie stellt sich auch vom Block im Einzelhandel etwas billiger. Die Anlieferungen haben eher noch eine Einschränkung erfahren, für die Nachfrage reichen sie jedoch aus. Die Großhandels-Verkaufspreise wurden in dieser Woche offiziell wie folgt festgesetzt: Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkerei- butter 140, Landbutter 120 bis 125, holl. Markenbutter 140 bis 145 Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. Im jeweiligen Höchstpreis ist der Aufschlag für ausgeformte, also gepackte Ware inbegriffen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. werden. Vereinheitlichung des Derbändewesens auch im Handel. Die oberste Leitung der PO.-NS.-Hago teilt folgendes mit: Jrn Zuge der Neuorganisation der deutschen Wirtschaft wird eine Vereinheitlichung des Verbändewesens auch im Handel durchgeführt. Um eine einheitliche Wirtschaftslenkung zu ermöglichen, ist es notwendig, alle Betriebe organisatorisch zu erfassen. Es ist daher in verschiedenen Sparten die Zwangsmitgliedschaft zu Wirkschaftsverbänden angeordnet worden. Durch die pflichtmäßige Zugehörigkeit und die damit verbundene Beitragspflicht ergeben sich naturgemäß Härten, die von der Partei »seit langem beobachtet werden. Die Partei will auf eben Fall verhindern, daß den Volksgenossen im Einzelhandel, die auch heute noch schwer um ihre Existenz zu ringen haben, eine untragbare 23eia» tung zugemutet wird. Die NS.-Hago als die Parteiorganisation auf dem Abschnitt Handel und Handwerk ist bereits mit den in Frage kommenden Wirtschaftsverbänden des Handels in Verbindung getreten, um hier eine tragbare Lösung zu finden. Es soll unbedingt vermieden werden, daß eine Ueberschneidung der Beitragsleistungen eintritt, die eine Ueberlastung bedeutet und damit auf die Wirt- fchaftsbelebung hemmend einwirkt. Neue Vorschriften für den Warenverkehr mit der Schweiz. DNB. Zur Durchführung des den Zahlungsver- kehr zwischen Deutfchlcmb und der Schweiz, sowie dem Fürstentum Liechtenstein neu regelnden Staatsoertrages hat die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung neue Vorschriften über ben Warenverkehr mit ber Schweiz erlassen. Danach sinb mit Wirkung vom 1. August 1934 ab Zahlungen beutscher Firmen für bie Einfuhr schweizerischer Waren ausschließlich in Reichsmark ober Schweizerfranken'zu leisten, unb zwar lebiglich burch Vermittlung ber Reichsbank. Die deutschen Importeure müssen entweder den geschuldeten Betrag in Reichsmark zugunsten ihrer Lieferanten auf das Sammelkonto ber Schweizerischen Nationalbank bei ber Reichsbank einzahlen, ober aus ben Bestäuben bes Sammelkontos bzw. bes Tranfitkontos ber Reichsbank bei der Schweizerischen Nationalbank Schweizer Franken erwerben unb an ihre Lieferanten auszahlen kaffen. Ist Zahlung in einer anberen Währung als Reichsmark ober Schweizer Franken vereinbart, so sollen sich bie Vertragsparteien zunächst über eine Umrechnung in Reichsmark einigen. Die Verwenbung von Schecks ober Wechseln nach ber Schweiz ist nicht zulässig. Die Zahlungen im beutsch-schweizerischen Warenverkehr unterliegen nicht ber Repartierung. Alle Zahlungen nach ber Schweiz , können nur mit Genehmigung einer beutschen Devisenstelle vorgenommen werben. Schweizerische Wa- , ren bürfen ohne weiteres im Rahmen ber gekürzten Höchstbeträge ber allgemeinen Devisengenehmigungen für bie Wareneinfuhr nach ber Schweiz bezahlt Nach einer westbeutschen Melbung söll beim Enb- fpiel um bie Hochschul-Fußballmeisterfchaft zwischen den Universitäten Berlin unb Münster, bas bie Westfalen überraschenb mit 5:4 gewannen, in ber siegreichen Mannschaft ein Spieler von Preußen u, uer ie«mi uiKajuynycu ^uiuu.cv^y^, - Münster, Hülsmann, mitgewirkt haben. Der Beauf- heutiqen Samstag unb am morgigen Sonntag \ tragte bes Reichssportführers für Westfalen ist zur " ■ 1 ' v r" <*-—1— —H Hxjt mit ber Untersuchung bes Falles beschäftigt. lUmertlanifctie Sloten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ........... Englische Noten Französische Noten.•••••••••••••• Holländische Noten............... Italienische Noten ......... Norwegische Noten ..... ------- • Deutsch Oesterreich, i 100 Sch Mn g Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Slote«..••••••••••••••• Amtliche Jiotierung Amtliche Notierung Geld ?rie> Geld Nrie Buenos Aires 0,638 0,642 0,638 0,642 Brüssel..... 58,88 59,00 58,90 59,02 Rio de Jan. . 0,184 0,186 0,184 0,186 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 56,44 56,56 56,44 56,56 Danzig..... 81,74 81,90 81,74 81,90 London ..... 12,64 12,67 12,645 12,675 HelsingforS.. 5,584 5,596 5,584 5,596 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Holland .... 169,73 170,07 169,73 170,07 Italien..... 21,58 21,62 21,58 21,62 Japan ...... 0,750 0,752 0,750 0,752 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 Oslo..... : 63,54 63,66 63,54 63,66 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,48 11,50 11,48 11,50 Stockholm... 65,18 65,32 65,18 65,32 Schweiz .... 81,68 81,84 81,68 81,84 Spanien.... 34,32 34,38 34,32 34,38 Prag....... 10,44 10,46 10,44 10,46 Budapest ... — —7 — Neuyorl... 2,512 2,518 Banknoten 2,512 2,518 Sludenlenschafi und Arbeiierschast-eine Front. Don Karl Hahn, Verbindungsmann Deutsche Arbeitsfront zur Deutschen Studentenschaft. Keine Frage, daß damit im Leben des deutschen Studenten, in der Arbeit der NSBO., ja vielleicht sogar im ganzen sozialen Leben der Nation eine Entwicklung eröffnet wird, die zu großen Hoffnungen berechtigen darf: Zum ersten Male werden im deutschen Volk Vertreter der Arbeiterschaft und des gesamten Nachwuchses des deutschen Akademikertums bewußt und in völliger Geschlossenheit sich einander die Hände reichen und Schulter an ' Schulter beieinander stehend bekennen, daß sie gewillt sind, ihrer beider Schicksal gemeinsam zu tragen! Studentenschaft und NSBO. werden damit gutmachen, was die überwundene liberalistisch-marxi- stische Vergangenheit auf diesem Gebiet an der Nation gesündigt hat. Student und Arbeiter haben ein st voneinander so gut wie nichts gewußt. Der Student kannte weder die Sorgen und Nöte des schaffenden und werktätigen Volkes, noch wußte der Arbeiter etwas vom Leben und Streben des deutschen Geistesarbeiters. Die wenigen Beziehungen, die vielleicht einmal hier und dort zueinander bestanden haben mögen, waren schließlich immer mehr abgestorben. Liberalismus, Feudalismus und Marxismus sorgten dafür, daß Interessengegensätze in den Vordergrund traten und endlich alles überwucherten, was noch an Gemeinschaftswillen im deutschen Volke vorhanden war. Das soziale Leben der Nation wurde vergiftet. Nie aufhörende soziale Auseinandersetzungen, zum Teil allerschwerster Art, erschütterten immer wieder das Gefüge der deutschen Wirtschaft und des Volkes, ohne daß auch nur die geringste Aussicht bestehen konnte, daß je das soziale Recht zum Durchbruch kommen könne. Dem einen wurde die Wirtschaft an sich, dem anderen die Arbeitskraft ein Handelsobjekt. In den Verhandlungen über die „Ware" Arbeitskraft und über ihre Bezahlung siegte jeweils der größere Geldbeutel, einmal der des Unternehmers, wenn er seine Belegschaft auszuhungern und ihr seinen Willen aufzuzwingen imstande war, und ein andermal die Arbeiterschaft, wenn sie mittels gefüllter Streikkassen den Ausstand so lange aushalten konnte, bis die Rentabilität des bedrohten Unternehmens in Frage gestellt wurde. Das Ergebnis solcher Auseinandersetzungen wurde also bestimmt von der Gewalt, von der Macht, vom größeren Geldbesitz. Dem sozialen Recht an sich hat dabei niemand dienen können, denn wo die Gewalt, die brutale, bedenkenlose Gewalt sozialen Entscheidungen den Stempel aufdrückt, da geht das soziale Recht verloren. Dieses „System", das nach alledem eine soziale Befriedigung einfach unmöglich machte, mußte also zu jener wachsenden Erbitterung und Verbitterung im Volke führen, die schließlich auch die letzten Schranken der Rücksichtnahme auseinandersprengte, das Volk im vergiftetem haß zum Kampf Deutscher gegen Deutsche aufhehte und damit jede Aufbaumöglichkeit, die immer die Zusammenfassung aller Kräfte voraussesht, von vornherein sabotierte. Diesem System des sozialen Unrechts hat bereits das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ein Ende gemacht. Heute ist die Arbeit Dien st am Volk und dadurch geadelt, der Schutz der Arbeitskraft also nationale Pflicht. Es gibt heute keine „Unternehmer" und „Arbeitnehmer", die als „soziale" Gegenspieler zu ewiger Feindschaft verpflichtet sind. Es gibt nur noch Betriebsführer und Gefolgschaften, und beide zusammen umfassen begrifflich gemeinsam jenes deutsche A r - beitertum, zu dem alle gehören, die im. Dien st der Nation ihre Pflicht tun. Jetzt kommt es darauf an, diesen g e i st i g e n Umbruch des Volkes bewußt zum Eigentum des gesamten akademischen Nachwuchses und der Träger der NSB O. zu machen. Ob nun der jetzige Student später einmal etwa als Richter Recht zu sprechen hat, oder als Lehrer der Wissenschaft oder als Arzt der Gesundheit des Volkes dienen wird, ob er als Unternehmer oder Fabrikbesitzer, als Ingenieur oder Betriebsführer im sozialen Leben eine Rolle spielt, oder ob der NSBO.- Kämpfer als Träger der Deutschen Arbeitsfront dient und hierbei an der Schulung des Nachwuchses wirken wird — immer und immer wird die Schaffung der deutschen Volksgemeinschaft in weitaus entscheidendem Umfange davon abhängig bleiben, ob der akademische Nachwuchs und der deutsche Arbeiternachwuchs in gemeinsamer sozialpolitischer Erziehung auch gemeinsam zum Träger des deutschen Sozialismus werden, ob es also gelingen wird, zu erreichen, daß in der sozialpolitischen Auffassung Abweichungen nicht mehr bestehen! Dieses Ziel kann erreicht werden. Und um des deutschen Volkes willen m u ß es erreicht werden. Daran wollen wir arbeiten. Niemand aus dem akademischen Nachwuchs soll in Zukunft mehr im öffentlichen Leben des Volkes eine führende Stellung einnehmen können, niemand Recht sprechen und auslegen, niemand an der Volksgesundheit wirken, niemand als Unternehmer und Betriebsführer über das Schicksal deutscher Arbeiter bestimmen können, dem nicht in ernstem Streben und in eifervoller Arbeit an den gesteckten Zielen die Sorgen und Nöte der werktätigen Volksgenossen eigene Sorgen geworden sind, der nicht in einer Zeit in der er noch bildungsfähig war, das Leben des deutschen Arbeiters in seiner harten Wirklichkeit, in eigener unmittelbarer Fühlungnahme mit diesem so kennen gelernt hat, wie es ist. Reaktionäre und Liberalisten haben wir in Deutschland noch genug! Die bedürfen in Deutschland keines Nachwuchses mehr! Der deutsche Student sott Sozialist von Herz und Seele, Sozialist der Tat sein! Und umgekehrt: Soviel an sozialpolitischem Wissen und Gewissen die NSBO. dem deutschen Studenten geben kann und will, genau soviel erwartet die NSBO. vom deutschen Studenten an Einwirkung auf den deutschen Arbeiter. Durch das Mittel der in Bildung begriffenen s o - zialpolitischen Arbeitsgemeinschaften soll der Student dem Arbeiter an geistigen, kulturellen, wirtschaftspolitischen Kenntnissen und Gütern vermitteln, was er nur zu geben vermag, und er soll dem Arbeiter Gelegenheit geben, auch seinerseits in unmittelbarem persönlichem Erlebnis des Leben und Streben der deutschen Geistesarbeit in seinem Ernst und seiner Schwere so kennen zu lernen, daß beide einmal in herzlicher, deutscher Kameradschaft zusammengehören werden. Sozialismus ist treues Sorgen aller und für alle. Sozialismus ist Sorge um den Nächsten und dann erst um sich selbst. Sozialismus ist Kameradschaft. Wenn S t u d e n I und Arbeiter In diesem Sinne Sozialisten sein werden, wenn dem Studenten im späteren Leben die Sorge um die ihm anvertrauten Volksgenossen wichtiger sein wird als das eigene Schicksal und wenn dem Arbeiter die Treuverbundenheik zum Betriebsführer und der Dienst an der Gemeinschaft höchstes Gebot sind, wenn also in gegenseitiger gemeinsamer Erziehung ein wahrhaft neues Geschlecht eine neue Zeit des sozialen Rechts und der nationalsozialistischen Gemeinschaft in sich trägt — dann wird erreicht sein, was uns heute Aufgabe ist: Student und Arbeiter, das ganze deutsche Volk — e i ne F r o n t, eine große Schicksals- und Treuegemeinschaft! Vraucht der Arzi Von der L a n d e s st e l l e Hessen-Nassau des Reichsministeriums fürDolksauf- klärung und Propaganda wird mitgeteilt: Gestern lasen wir in der Zeitung, daß ein neues Vitamin entdeckt sei, das unsere ganze Ernährungswissenschaft auf den Kopf stellt. Vorgestern lasen wir, daß ein neues Mittel gegen Zuckerkrankheit erfunden wurde, das die Behandlung dieser Krankheit in vollkommen andere Bahnen lenkt. Morgen werden wir lesen, so hoffen wir, sei ein Mittel argen den Krebs erfunden, durch das unser ganzes senken und Behandeln umgewandelt wird. Was nützen aber alle Fortschritte der Wissen, schäft, wenn sie nicht in die Hände des praktischen Arztes gelangen, der sie nun wirklich im Interesse seiner Patienten auszunühen vermag? Wer heute erst studiert und durch seine Lehrer mit den neuesten Fortschritten der Medizin bekannt- gemacht wird, hat es bequem. Aber auch der Arzt, der in der Praxis steht, muß diese Fortschritte kennen lernen. Es ist ein unbedingtes Erfordernis, das Gold der Wissenschaft für ihn so umzuprägen, daß er es als die Münze des täglichen Verkehrs gebrauchen kann: das ist die Aufgabe des ärztlichen Fortbildungswesens. Alle Fortschritte der Wissenschaft, sobald sie soweit gefestigt sind, daß sie wirklich praktische Verwertung finden können, müssen durch geeignete Kanäle dem praktischen Arzt zugeführt werden. Sonst sind sie nutzlos, sonst schweben sie im luftleeren Raum. kein Volk der Erde Hal ein so gut ausgebildetes, fo weitreichendes Fortbildungswesen wie Deutschland. Wenn aber wirklich ein deutlicher Einfluß ausgeübt werden soll, müssen möglichst viele Aerzte zu den Kursen und Vorträgen des ärztlichen Fortbildungswesens herangezogen werden. Um dies zu erreichen, ist es Voraussetzung, daß der einzelne Arzt möglichst wenig Opfer an Zeit und Geld zu bringen hat. Deshalb müssen die Kurse so gelegen sein, daß er sie leicht erreichen kann; sie müssen also stark dezentralisiert sein und sie müssen schließlich unentgeltlich sein. Diese drei Prinzipien sind im deutschen ärztlichen Fortbildungswesen verwirklicht. Die Zentrale liegt im Kaiser-Friedrich- Haus in Berlin, das mit Hilfe des Reichsausschusses eine Fortbildung? und der ihm angegliederten Landesausschüsse und einer Unzahl von örtlichen Stellen den Aerzten die Fortschritte aus ihren Gebieten vermittelt. Für die Aerzte der Großstädte ist es verhältnismäßig leicht, zum Fortbildungsort zu gelangen. Es kostet sie nur eine Straßenbahnfahrt. Für den Landarzt, der die nächste Stadt aufsuchen muß, ist dies mit Schwierigkeiten und Kosten verknüpft. Er muß sich einen Vertreter nehmen, er muß im Fortbildungsort Quartier nehmen, das alles kostet Geld. Einige Aerztekarnrnern sind dazu übergegangen, denjenigen Landärzten, die zu Fortbildungskursen in die Stabt fahren, geldliche Unterstützungen in höhe von 100 bis 125 Wark zu gewähren. Das ärztliche Fortbildungswesen, so wie es in Deutschland aufgefaßt wird, ist ein Teil der öffentlichen Gesundheitspflege. Je besser der Arzt ausgebildet ist, je mehr er seinen Patienten helfen und Krankheiten vorbeugen kann, desto besser steht es um die Volksgesundheit. Deshalb haben auch von jeher Reich und Staat, ! Aerzteschaft und Versicherungsträger das ärztliche 1 Fortbildungswesen gefördert und unterstützt. Neben dieser mehr offiziellen Fortbildung, an der medizinische Fakulläten, große Krankenhäuser usw. in gleicher Weise beteiligt sind, haben auch Badeorte und Dozentenvereinigungen sich der ärztlichen Fortbildung angenommen. Seit kurzer Zeit ist das Fortbildungswesen in Berlin zentral zusammengefaßt worden unter dem Namen einer „Akademie für ärztliche Fortbildung", die unter der Oberleitung des Oberbürgermeisters steht. Bei den hervorragenden Möglichkeiten, die Berlin bietet, bemüht sie sich nicht allein um die Fortbildung der Berliner Aerzteschaft, sondern öffnet seine Krankenhäuser und Kliniken auch den ausländischen Aerzten und erfüllt damit eine Aufgabe der Kulturpropaganda. Der deutsche Arzt hat von jeher als einer der besten der Welt gegolten. Diesen Ruf ihm zu erhalten, ist die wichtigste Aufgabe des ärztlichen Fortbildungswesens. STOFFE la; Salsonschluü-Verkauf KOHLER 4541 A 4538 A BUOß Fuß- Erstklassige Jauchepumpen Friedrichstr.7 Fernspr. 3252 Beschwerden? LThöt-Gießen Wir verkaufen nur gute u. beste deutsche Qualitätswaren fabelhaft billig im benen Verzugszinsen erhoben. Gießen, den 3. August 1934. Stadtkasse Gießen. Immer noch gibt’s dort zahllose Gelegenheiten, die gute Köhler-Kleidung zu Preisen zu erstehen, die jeden Einkauf zu einem festlichen Ereignis stempeln. 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Zwecksvarunternehmen der Meichsaussicht unterstellt findet in althergebrachter Form statt am: Montag, den fi.Angnst I.J., Pferde-, Bullen-, Rindvieh- und Krämermarkt; Dienstag, den 7.Aug.l.I.,Nindvieh-,Ziegen-, Schweine- und Krämermarkt; Mittwoch, den 8. August I.J., Krämermarkt und Bolksfest. Der Auftrieb findet am 6. August 1. I., von vormittags 6.30 Uhr bis 8 Uhr, und am Dienstag, dem 7.August, von vormittags 7 bis 8 Uhr statt. Der Auftrieb aus verseuchten, Beobach- iungs- und gefährdeten Gebieten ist verboten. Ursprungszeugnisse sind vorzulegen. 4504 o Hessische Bürgermeisterei Schotten. Bekanntmachung. Dienstag, den 7. August 1934, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Wart! statt. Auftriebszeit von 7 bis 8 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimvft. 4508C Nächster Schweinemarkt Wittwoch, den 22. August 1934. Gießen, den 4. August 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus. für Mai und Juni 1934, 1. Ziel Gemeinde-, Kreis- und Provinzial-Um- ' gen einschließlich Sondergebäudesteuer 1934. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt ohne weitere Mahnung Einzug der rückständigen Beträge auf Kosten der Schuldner. 4518C Bei den Steuerzahlungen werdeü die vorgeschrie- EanönW. verslelgekung. Dienstag, den 7. August, nachm. 2 Uhr, versteigere ich wegen Aufgabe der Landwirtschaft: 1 großen Erntewagen, 1 leichten Wagen, 1 Pflug, 1 Kartoffelpflug (komplett), 1 Egge, 1 Häckselmaschine, 1 Fegmühle usw., 1 erstklassige, trächtige Kuh, gelernt, ohne Fehler, frischmelkend, 25-28 Liter Milch gebend. Näheres telephon. Anruf, öffentlich 371, Steinbach. 44900 Sg. MIM, Steinootfj Ott. 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