Freitag, 4 Mai 1954 184. Jahrgang llr. 105 Erster Blatt Gießener Anzeiger Der Wahabitenkönig Ibn Saud. in gen der Yementrupven ein- n Lines der wenigen Pemen-Flugzeuge t Verstärkun angehöriger. 13.MAI 1934 MUTTERTAG Saub dieses Gleichgewicht störe, dann werde England vielleicht seine Politik einer Revision unterziehen müssen. getroffen sind. Eines wurde dort abgeschossen. Rechte der Mutter an die Ihrigen von doppelt hoher Bedeutung. Es soll aber noch in anderer Hinsicht der Muttertag betont werden und bewußt etwas Neues bringen. Wir haben nämlich unter uns Volksgenossen nicht nur solche Mütter, die von ihren Lieben umgeben den Muttertag feiern können. Zahllos find die, die Kinder groß zogen und jetzt einsam leben. Zahlreich sind sicher auch die Mütter, die wohl unter vielleicht schwersten Sorgen und Entbehrungen eine Kinderschar ernähren konnten, die aber jetzt in Alter und Not von diesen längst ihrem Heim entwachsenen Kindern womöglich nicht mehr ernährt werden können. Solche alten, einsamen Mütter aufzuspüren, das wird mit zu den wichtigsten und notwendigsten Aufgaben der in der In Vemen soll infolge der militärischen Niederlage eine Revolution ausgebrochen sein. Der Imam ist, wie das Gerücht behauptet, o o n seinen eigenen Untertanen getötet worden, nachdem sein Palast in Sana von den Aufständischen gestürmt worden war. Eine amtliche Bestätigung über den Tod des Imam ist bisher Regierungsgebäude in Sana, der Hauptstadt von Jemen. — Im Kreise: Der Thronfolger von Jemen. London, 4. Mai. (DJIB. Funkspruch.) „Daily Telegraph- weist darauf hin, daß die Beherrschung des Gebiets an der Küste des Roten Meeres durch König Ibn Saud eine Lage schaffe, die vielleicht Iräume oon einem n o d) größeren ata- blfchen Reich auslösen würden. „Morning Post- führt dem unglückseligen Versuch des Imam von Demen, mit feinem mächtigen Nachbarn handel anzufangen, auf ausländischen Einfluß zurück. Vor etwa einem Monat seien bestimmt auftretende Gerüchte im Umlauf gewesen, daß der Imam in feiner herausfordernden Haltung durch europäische Agenten, die wahrscheinlich für eine gewisse europäische Macht (gemeint ist vermutlich Italien) tätig waren, ermutigt roor den sei. Line Meldung, daß unter den bei den letzten Kämpfen gefangengenommenen Kriegern des Demen mehrere Europäer waren, scheint diese Darstellung zu bestätigen. Die fragliche Macht habe ganz bestimmte Ansichten über ihre eigene koloniale Zukunft und betrachte Arabien als besonders geeignet für eine Politik in dieser Richtung. Das klassische Verfahren In einem sol- chen Falle sei, einen eingeborenen Herrscher aus- zunuhen, der durch Versprechungen künftiger Gröhe leicht beeinflußt werden könne und ihn zu einer Angriffspolitik zu überreden in der Hoffnung, daß seine Erfolge dann ausgebeulet werden könnten. In dem vorliegenden Falle allerdings scheine man auf das verkehrte Pferd gesetzt zu haben. Anscheinend ergebe die Unbesonnenheit des Imam eine Konsolidierung der Macht Ibn Sauds. Bisher hätte Großbritannien danach ge- ffrebt, das Mächtegleichgewicht zwischen den arabischen Herrschern aufrecht zu erhalten, weil dies in seine Politik am besten passe, wenn Ibn in dem arabischen Streitfall ein. Der König G a f i vom Irak bot telegraphisch seine Vermittlung an, ebenso der Präsident des Islamischen Kongresses in Jerusalem und die Arabische Union in Kairo. Der Depeschenwechsel zwischen diesen Stellen einerseits und König Ibn Saud und Imam Jachja andererseits hatte schließlich dazu geführt, daß der Islamische Kongreß eine Delegation nach Mekka entsenden sollte, aber die Vermittlungs- aktion und der Appell an das islamische Gewissen der streitenden Parteien scheinen keinen praktischen Erfolg gehabt zu haben. Zbu Saud in unaufhörlichem Vordringen. Revolution in Jemen. London, 3. Mai. (DNB.) Nach Berichten aus Aden haben die Wahabiten des Königs Ibn Saud auf ihrem Vormarsch gegen Hodeida bereits drei kleinere Städte im Tehama-Gebiet Ehrentag der deutschen Mutter stillschweigend übergangen würde. Aber diesmal soll es als rechter Muttertag ein F a m i l i e n t a g werden. An diesem Tag gehört die Mutter in den Kreis ihrer Familie und überall soll dafür gesorgt werden, daß dienstliche Obliegenheiten, die sonst auch an diesem Sonntag den Mann, den erwachsenen Sohn oder die Tochter dem Hause fernhalten, für die Männer und Kinder von Muttern ausfallen. Gerade in der Uebergangszeit, in der wir leben, und die trotz aller Betonung des hohen Wertes der Familie noch so gewaltige Anforderungen an den einzelnen Mann stellt, daß manchmal das Familienleben darüber zu kurz zu kommen droht, ist ein solcher Tag der B e - sinnung auf die Familie und auf die beiderseitigen Wünsche und der beiderseitigen Eifersucht, ist das zwischen beiden Ländern liegende Gebiet von Assir, dessen Zugehörigkeit noch ungeklärt ist. (Auf unserer Karte ein Küstenstreifen zwischen Hodeida und Mekka.) Auf der Konferenz von Abha, die alle sonstigen zwischen beiden Herrschern „schwebenden Fragen" zu einer befriedigenden Lösung gebracht hat, konnte man sich über Assir nicht einigen und hat daher die Erledigung dieser heiklen Angelegenheit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, allerdings mit dem Zusatz, daß sie in freundschaftlicher Form erfolgen müsse. Es ist fraglich, ob einer von beiden Teilen an die reibungslose Durchführbarkeit dieser letzten Bestimmung geglaubt hat. Der Wiederausbruch der Kämpfe und ihre offensichtlich ernsthafte Natur hat auf die ganze arabische Welt stark beunruhigend gewirkt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der arabischen Welt, das besonders in der Intelligenz in den letzten Jahren immer mehr an Boden gewonnen hat und immer deutlicher fühlbar geworden ist, wurde plötzlich zur Aktivität aufgerufen. Man fühlte sich für eine möglichst baldige, rasche und friedliche Beilegung dieses Streitfalles „im eigenen Hause" verantwortlich. Man empfand den Konflikt nicht etwa als einen Kampf zweier auswärtiger Mächte, sondern als einen inneren Z w i st, der die nach außen hin notwendige Geschlossenheit zerstörte oder mindestens gefährdete. Trotz aller politischen Grenzen, trotz der staatlichen Zerstückelung und der Verschiedenheit der Beziehungen zu Europa bilden die arabischen Staaten heute' eben doch eine Welt für sich, in der das Gefühl einer inneren Gemeinsamkeit, ja sogar einer langsam wachsenden gemeinsamen Front st ellung gegenüber Europa spürbar ist. Von allen Seiten setzten die Vermittlungsversuche ... London noch nicht eingegangen. Es wird aber dem Bericht volle Glaubwürdigkeit beigemessen. Tausende oon Jemeniten fliehen vor dem unaufhaltsamen Vormarsch der Truppen Ibn Sauds, die bereits die Hafen st a d t Hodeida erobert haben sollen. Auf der Insel KamaraM im Roten Meer stehen die oon Aden eingetroffenen acht englischen Kriegsflugzeuge bereit, um das britische Kanonenboot „Penzance" im Notfall zu unterstützen. In Hodeida, das 33 000 Einwohner zählt, befindet sich englisches Eigentum sowie eine große Anzahl englischer Staats- Oer Anlaß. Von unserem v. H.-Verichierstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Kairo, April 1934. Trotz des soeben auf einer Konferenz in Abha abgeschlossenen zwanzigjährigen Freundschaftsvertrages ist es nun doch zu kriegerischen Auseinander- etzungen zwischen dem Wahabitenkönig Ibn Saud von Hedschas und dem Imam I a cf) j a von Jemen gekommen. Der Streitfall ist diesmal gerade wegen dieses Freundschaftsoertrages um so ernsterer Natur, als jeder seinen Gegner der Verräterei und des böswilligen Vertragsbruches bezichtigt. Die Meldungen aus dem Hedschas besagen, daß der Imam Beduinenstämme an der übrigens noch keineswegs festliegenden Grenze zum Einfall in das Gebiet des Königs Ibn Saud gerade während der Vertragsoerhandlungen in Abha zu bewegen verstanden hat und daß sich der König daraufhin gezwungen gesehen habe, mit bewaffneter Macht die Eindringlinge wieder über die Grenze zu jagen. Der Imam bestritt diese Darstellung und betonte seine feste Absicht, Frieden zu halten. Wer nun tatsächlich die Schuld daran trägt und wer tatsächlich den Streit wieder vom Zaun gebrochen hat, läßt sich vorerst schwer ermitteln. Das eigentliche Streitobjekt zwischen den beiden arabischen Herrschern, der Gegenstand der Warm doch Muttertag? In den öffentlichen Diskussionen über unsere Bevölkerungspolitik, insbesondere über die Fragen des Geburtenrückganges, spielen wirtschaftliche ® e ö a n f e n g ä n g e eine ungebührlich große Rolle. Zwar kann man die Behauptung, der Geburtenrückgang habe seine Hauptursache in Wirt- chaftsnot, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, spielend leicht widerlegen, denn nach dieser Theorie müßten alle reichen Länder kinderreich, alle armen Länder kinderarm sein. Die Beispiele Frankreichs jtnb Schwedens, wo überdurchschnittlich hoher Volkswohlstand herrscht, würden das ebenso widerlegen wie ein Blick auf unsere östlichen Nachbarn, die i'rotz zum Teil drückender Armut weitester Volks- Eine europäische Kolonialmacht hinter den Kulissen? Englische Vermutungen. Bruderkrieg in Arabien. fernen und Hedschas im Kampf um Assir. — Wer ist der Drahtzieher? kreise erheblich höhere Geburtenüberschüsse haben, ganz zu schweigen oon den ostasiatischen Ländern. Auch die Tatsache, daß der Geburtenrückgang in Deutschland einsetzte in Zeiten höchster wirtschaftlicher Blüte und gerade in den wohlhabendsten Kreisen, widerlegt die These von der Wirtschaftsnot cals auslösendem Moment der Geburtenbeschränkung. Selbst für unsere jetzige Krisenzeit ist es bezeichnend, daß die höchsten Prozente der Kinder- crmen, Kinderlosen und Unverheirateten bei denen zu suchen sind, bei denen oon Wirtschastsnot und «drückender Finanzlage nicht gerade geredet werden Sann. Wenn man den Verfechtern der Theorie oon der wirtschaftlichen Begründung unserer Kinderlosigkeit die Tatsache vorhält, daß unser Geburtenrückgang am meisten Schuld ist an unserer Arbeitslosigkeit, so trifft man aus f fassungsloses Unverständnis. Aber auch der im rem . materiellen Denken Erzogene wird folgender Rech- , rtung zustimmen müssen: In der Vorkriegszeit , hatte Deutschland zwei Millionen Geburten jährlich, in der Nachkriegszeit eine Million und darunter. , Jährlich sind also eine Million Menschen , m i d) t geboren worden. Ich der Summe der Jahre ergibt sich also eine vielfältige Mil- kionenzahl fehlender Konsumenten. : Denn alle diese Säuglinge und Kleinkinder, alle diese Schulkinder und Heranwachsenden Jugendlichen wären in den Produktionsprozeß noch nicht einge- { chattet. Hunderttausende, ja Millionen von deut- chen Volksgenossen könnten für sie Windeln, Hemden, Kleider und Stiefel machen, deutsche Bauern müßten für sie Milch, Eier, Brot, Kartoffeln und «Gemüse liefern, deutsche Lehrer und Erzieher, Buchdrucker, Buchbinder, Buchhändler und sonstige geistige Arbeiter dürften für sie schaffen und wirken. Diese wirtschaftlichen Fragen mußten zur Klärung vorangestellt werden, wenn man auf die tbeellen Gedanken der Bevölkerungspolitik em- qehen will. Eine fundamentale Grundlage unserer Bevölkerungspolitik, wie wir sie aus einer inneren Wandlung und aus einer seelischen Umgestaltung Des deutschen Menschen der Zukunft erhoffen, ist Die Achtung und die Ehrung der Mutter fchaft. Zu dem Zeitpunkt, zu dem im deutschen Volke die Mutter, und insbesondere die kinderreiche Mutter in der erbgesunden Familie, in der Volksgemeinschaft wieder den hoch überragenden Platz «nnimmt, den sie einst zu Zetten unserer Großeltern hatte, ist der größte Sieg in dem Kampf gegen den Geburtenrückgang errungen. Mutter und Kind find das Unterp and für die Unsterblichkeit eines Volkes! Dieses Motto hat Dr. Goebbels dem Hilfswerk „Mutter und Kind" auf Den Weg gegeben. Der Muttertag ist eine feit langen Jahren eingeführte Einrichtung, die bisher gewifjermaßen privatim von einer Anzahl karitativer Verbände und mit lebhafter Unterstützung besternter Wirt- schaftskreife durchgeführt wurde- Man. hat eine reitlang geschwankt, ob man diese Einrichtung aufrecht erhalten solle, ob es lohne, neuen Wem in alte Schläuche zu gießen. Und man hat es doch getan. Nicht nur, weil ohne Mitwirkung von Staat unb «Partei ber längst in allen Kalenbern gewstser. maßen als Volksfeiertag emgefuhrte Muttertag schon vermerkt steht und weil viele ihn auch ohne behördliche Förderung und mithin ohne neue Sinngebung gefeiert hätten. Es wäre ja sinnlos, wenn iim nationalsozialistischen Staat, der der.Mutter wieder den ihr gebührenden Ehrenplatz in Bott mnb Familie zuweist, dieser bereits fest verankerte zwischen Medid unb Hodeida erobert. (Die Ent- ernung zwischen beiden Städten beträgt ungefähr 170 Kilometer.) Der Imam des fernen hat die Räumung von Hodeida befohlen. Der leichte britische Kreuzer „Penzance und ber britische Dampfer „Ayamonte" (845 Tonnen) befördern Flüchtlinge nach der Insel Kamaran. Die Truppen vom fernen sollen infolge Mangels an Solb und Material zu denWahabiten übergehen. Ein hervorragender Führer der Pementruppen, Ibn Haig, soll getötet worben sein. Die Wahabiten sinb mit Panzerwagen und Funkapparaten ausgerüstet. Nach Melbungen aus Djedah ist ber Fall von Hodeida jeden Augenblick zu erwarten. Dagegen sollen bei Sabe (ungefähr 120 Kilometer östlich von Medid unb 160 Kilometer nörblich von Sana) heftige Kämpfe im Gange sein, nachdem bort erhebliche inUcKvILvl ZllKtlUvl sss von einzelnen Nummern Stellen- , Vereins- , gern em« WZ General-Anzeiger für Gberheffen WZZ richten. Anzeiger Bietzen Vereins- u.Tageskalenber 5ranttu?/?m Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfilatsVuch- und Steindruckerei V. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 im Textteil 12 Rpf. je mm NS.-D olks Wohlfahrt versinnbildlichten Volksgemeinschaft des nationalsozialistischen Deutschlands gehören. Dr. Goebbels dankt den Helfern vom 4. Mai. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Reichsminister Dk. Goebbels hatte die Vertreter aller an der Dor« bereitung ber Maifeiern in Berlin beteiligten Stellen in bas Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba geloben, um ihnen ben besonderen Dank d e s Führers und der Reichsregierung für ihre Arbeit auszudrücken. Dr. Goebbels führte u. a. aus: Ich will davon absehen, einzelne Gruppen oder Be- OlF "dH irnA ßereida o WAHABITEN oMekka | lodeida jSana = O7.EAN MW i WM IfJ bc ioicni Iftd lün 1810 Danzig fordert Vereinigung der Wirtschasts Ifta So bleibt das Selbstbestimmungsrecht <1 auch äußerlich wünscht.' w sh ing in!, i »nj t. Ift inoffiziell teilnehmen, in die Augen der hier versammelten 100 000 Danziger sehen, die durch ihre Anwesenheit ihr Deutschtum bekunden. Die Verträge sind für uns die alleinige Waffe, die wir besitzen. Dir haben keine andere. Dir sin- ganz macht- und wehrlos, aber gerade deshalb müssen wir auf die Einhaltung die« fer Verträge auch von der anderen Seite dringen. Dan fall sich nicht wundern, wenn andernfalls Danzig zu einer Verselbständigung seiner Wirtschaft greift und wenn infolge der Ungerechtigkeiten, die man uns zufügk, die gesamte deutsche Bevölkerung die bereits bestehende seelische innere Verbindung mit dem deutschen Vaterlande 1DC; ÖKus Mi rnor IOÜ i3oi ü|ieri Hi Äll nldjrc filme sser llbefo llbriti BBro libo- iwec iße D WO mg rei febiij Heb Werl füflie otrc Men »bk lliithl. durch die Annahme eines Ermächtigungsgesetzes der Regierung Dollfuß die Blancoooll- macht für ein Uebergangsgesetz erteilt hatten, von dessen Inhalt, Umfang und Wortlaut sie wiederum keine Ahnung befaßen. Durch diesen Beschluß ist d a s V o l k O e st erreich s — nachdem es das allerdings feit dreizehn Donaten praktisch ohnehin schon war —. nunmehr auch formell restlos ausgeschaltet worden von jeder weiteren Wit- bestimmung an der künftigen Gestaltung seines Schicksals. All seine Rechte sind übergegangen auf seine derzeitige Regierung, diese aber übt ihre Dachl nicht mehr aus „im Kamen des Volkes", wie es die alte Verfassung bestimmte, sondern „im Kamen Gottes des Allmächtigen", wie es in der Einleitung zur neuen Verfassung heißt- Angesichts der umwälzenden Bedeutung dieses Vorganges, der die totale Lntrech- fielt}1 ;\h ni Folge zu leisten. Die drei Kolonnen haben die Fahrt so einzurichten, daß sie Punkt 8 Uhr in Worms, Mainzer Straße 11, Zusammentreffen zu gemeinsamer Weiterfahrt, die über Frankenthal — Bad Dürckheim — Frankenstein — Kaiserslautern — Waldfischbach — Biebermühle nach Zwei, brücken geht. Die Kundgebung in Zweibrücken wir- eröffnet durch eine große Veranstaltung des Reichs, oevbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, die Punkt 12 Uhr beginnt. Anschließend gemeinsames Mittag, essen. Don 15 bis 16.30 Uhr sprechen Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Bürgel. Die Rückfahrt erfolgt so rechtzeitig, daß jeder Teilnehmer am gleichen Tage abends wieder zu Hause sein kann. An alle Mitglieder der obengenannten Verbände im Gau Hessen-Nassau, die Kraftwagen oder Kraft- rüder besitzen, ergeht nochmals der Aufruf, sich durch geschlossene Beteiligung an der Sternfahrt in den Dienst des Saargedankens zu stellen. Oer Maulkorb der Regierungskommifsion. Die Zeitung „Deutsche Front" auf 2 Wochen verboten. Saarbrücken, 3. Mai (DNB.) Die Regit- rungskommission hat die Zeitung „Deutsche Front" auf die Dauer von zwei Wochen verboten, weil fie bei Schilderung von Vorgängen am Abend des 1. Mai gesagt hatte: „Herr Machts gab nun erst! recht den Befehl zu energischer Räumung, die auch eigenartiger Weise durchgeführt wurde." Dadurch habe das Blatt dem Befremden Ausdruck gegeben, daß Beamte der Polizei dem Befehl ihres Dm- gesetzten Folge leisteten, was eine schwere Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit darstelle, Ferner hat das Blatt davon gesprochen, daß „irnrnti' noch marxistische Landesverräter ihr ohnmächtigem Lügengewäsch schreiben". Darin wird eine Beleidigung politisch Andersdenkender erblickt. Die Zeitung „Deutsche Front" ist das führend« Organ der Saarländer, die sich zu» Deutschen Front zusammengeschlossen haben. Das Verbot ist wieder ein Beweis für dir Parteilichkeit der Regierungskommifsion. Die gk» schilderten Vorfälle entsprechen durchaus der Wahrheit. Die einseitige Stellungnahme des Regierung;- Präsidenten Knox wird durch dieses unglaublich« Verbot erneut bestätigt. Miet taib | Wiebe iilch j 18 ei M Ifaib B5n{ »n>de ijjöeit Warft K :Hbieie M.l, Dörr teilte I 11 t ne Wort atm« W Mrd Mc W 4 dc tera riad) aias 3 «tök Lik mnb Oie philosophischen Grundlagen des neuen Rechts. Alfred Bosenberg und lieichsjustizkommiffar Dr. Zrank vor dem Ausschuß für deutsche Rechtsphilosophie. i1 junft und zur Arbeitsstätte können nur in dem Ausmaß gebilligt werden, als die ungesunden Altstadtquartiere niedergelegt werden können, damit unsere Großstädte Licht und Luft, gewissermaßen also frische Lungen bekommen. Zur Ansiedlung taugt nicht jeder Beliebige. Man wird zu prüfen haben, ob die rassenhygienischen Voraussetzungen vorliegen. Die persönlichen Gesichtspunkte: Erwiesene Tüchtigkeit im Beruf, anständige und gesunde Lebensführung sind ebenso wichtig wie die Auswahl der Siedler nach ihrer sozialen Schichtung. Planvoll angesetzte Neusiedlungen sollen schon in ihrem ersten Siedlungskern ein Spiegelbild der gefunden Mischung der verschiedenen Berufe im ganzen fein, so daß die Siedlungen aus eigener Kraft wachsen können. Die Standortfrage bedarf einer ganz besonders gewissenhaften Prüfung. Bevölkerungspolitisch ist die Siedlung geradezu eine zwingende nationale Notwendigkeit. Die Großstadt ist der Tod der Nation! Die Auflockerung der Großstädte, die Wiederbodenständig- und Seßhaftmachung der Bevölkerung ist eine der größten bevölkerungspolitischen Aufgaben des Dritten Reiches. Die Erlösung aus Großstadtelend und die Schaffung gesunder Lebensbedingungen, besonders für die Heranwachsende Generation, wird zur unabweisbaren Pflicht für eine volksbewußte Reichsregierung. Ihr soll das deutsche Siedlungswerk bienen! Diese neuen Siedlungen und Städtchen werden Musterbeispiele bester deutscher Baukunst fein in ihrer Einfügung in die Landschaft, in ihrer Eingliederung in den großen Rhythmus des neuerwachten deutschen wirtschaftlichen Lebens, in ihrer Begründung München, 3. Mai (DNB.) Landesinspektor Habicht hielt einen Rundfunkvortrag über die neue österreichische Verfassung, in dem er u. a. ausführte: Der österreichische Nationalrat hat sich selbst aufgelöst und alle Rechte, die ihm als der Vertretung des österreichischen Volkes zustanden, der derzeitigen Bundesregierung übertragen. An dieser Sitzung nahmen von 165 Abgeordneten, die die bis zu diesem Tage gültige Verfassung vorsah, nur 76 Abgeordnete — also weniger als die Hälfte! — teil, und von diesen wiederum stimmten nur 74 für die Auflösung des Nationalrates, nachdem sie zuvor sämtliche von der Regierung Dollfuß seit der Ausschaltung des Nationalrates am 5. März 1933 erlassenen 4 7 Not- Verordnungen — auch die offenkundig verfassungswidrigen — gebilligt hatten, ohne deren Wortlaut zu kennen, nachdem sie der R a ti f i z i e - r u n g des Konkordats mit dem Heiligen Stuhl zugestimmt, die ihnen gar nicht bekannte neue Verfassung angenommen und schließlich beziehungen zu polen. Gauleiter Forster verlangt Innehaltung der Verträge. Danzig, 3. Mai. (DNB.) Der Danziger Gauleiter, Staatsrat F o r ft e r, sprach in einer Rede auf der Danziger Maifeier über die neuerliche Verschärfung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Danzig und Polen. Forster stellte fest, daß man vor 15 Jahren die deutsche Stadt Danzig gegen ihren Willen aus dem deutschen Wirtschaftskörper, dem sie blutsmäßig angehöre, heraus genommen und sie dem polnischen Wirtschaftskärper angegliedert habe, dem sie blutsmäßig nicht angehöre. Danzig habe sich gleichwohl aus den B o den der Verträge ge st eilt und die Verträge loyal erfüllt. Trotzdem werde Danzig von Polen in wirtschaftlicher Hinsicht das Leben schwer gemacht. Die nationalsozialistische Danziger Regierung sei in den zehn Monaten ihrer Tätigkeit bestrebt gewesen, eine Verständigung und Zusammenarbeit mit Polen zu erreichen. Danzig wolle den Frieden, aber es müsse auch verlangen, daß der ihm nun einmal aufgezwungene Danzig-polnische Wirtschaftskörper nach einer einheitlichen Rechtsauffassung behandelt werde. Eine Zollunion, die nur auf dem Papier stehe und in der Praxis entgegengesetzt dem Vertragssinn ausgelegt werde, könne nicht dem Sinn derjenigen entsprechen, die sie geschaffen haben. „Wan soll", so fuhr (Bauleiter Forster unter wiederholtem stürmischen Beifall fort, „nicht glauben, daß die deutsche Wesensart dieser Stadt, mit dem sie politisch und kulturell nicht zerstört werden konnte, nunmehr wirtschasllich zerstört werden kann. Wer das glaubt, befindet sich in einem Irrtum. Diese Stadt war deutsch, ist deutsch, und wird deutsch bleiben. Wögen alle, die an dieser Feier offiziell oder Das deutsche Siedlungswerk im Dienst eines gefunden Volksaufbaus Grundsätzliche Ausführungen Staatssekretär Feders. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Der Reichskommis- far für das deutsche Siedlungswesen Staatssekretär Gottfried Feder sprach vor Üer Presse über das deutsche Siedlungswerk. Er führte u. a. aus: Das deutsche Siedlungswerk ist eine der vordringlichsten, wichtigsten und schwierigsten Aufgaben, die der Reichsregierung gestellt sind. Bisher bestand auf diesem Gebiet eine Zersplitterung, die sich aus der Vielseitigkeit der mit der Siedlung zusammenhängenden Aufgaben erklärte. Der Reichskanzler hat es deshalb für erforderlich gehalten, mit sofortiger Wirkung Vorkehrungen dafür zu treffen, daß unter Ausnutzung aller vorhandenen Erfahrungen und unter Zusammenfassung aller mit dem Siedlungswesen bisher beschäftigten Stellen bei dem Reichswirtschaftsministerium eine einheitliche sichere Führung des Siedlungswerkes für das ganze Reich gewährleistet wird.. Auch das Heimstättenamt der NSDAP, wird durch die Person seines Leiters Dr.-Jng. Ludo - wici dem Reichssiedlungskommiffariat angegliedert. Der Reichskanzler hat Dr.-Jng. Ludowici zum Stellvertreter des Reichssiedlungskommissars ausersehen. Die Fragen der b ä u e r l i d) e n 21 n » f i e b l u n g verbleiben beim Reichsminister für Ernährung und Lanbwirtschaft, währenb bie Reichsplanung vom Reichskommissar für bas Sieb- lungswesen gemeinsam mit ber Planungsstelle bes Reichsbauernführers burchgeführt werben wirb. Siedlungen, und zwar Neusiedlungen, neue Land- städte sollen nur dort entstehen, wo die wirtschaftliche Voraussetzungen für bie weitere Existenz gegeben sind, für bauernde Beschäftigung der angefiebelten Bevölkerung auf Grunb örtlicher Rohstoffquellen, bie an Ort und Stelle verebelt wer- ich-bedingten Staatsgodanken des 19. Jahrhunderts bricht das vorwiegend ich-dedingte Recht zusammen. Heute entsteht eine organische starke Staatsgewalt unserer Zeit, somit auch eine im Charakter, Boden und Geschichte wurzelnde Rechtsnorm als typen- schaffende Kraft für kommende Jahrhunderte. Reichsjustizkommiffar Or. Frank knüpfte an Nietzsche an, den Künder jenes autoritären Empfindens, das unserem Volke durch den Weltkrieg hindurch gewahrt geblieben sei, und das damit diesem Volke gleichzeitig eine geistige Führerrolle für alle jungen arischen Völker der Welt unter Adolf Hitler übertragen habe. Wir in unserem engen Kreis wollen bie Sammlung der volksbetonten allgemeinen Soziallehre des Nationalsozialismus in der Form durchführen, daß wir die Begriffe Raffe, Staat, Führer, Blut, Autorität, Glauben, Boden, Wehr, Idealismus nach den Methoden bewährter Wissenschaftlichkeit und mit dem Ernst verantwortlicher Volksführer dem deutschen Recht als Unterlage vermitteln wollen. Der Durchbruch der Rechtsphilosophie heißt daher: Feierlich Abschied nehmen von der Entwicklung einer Knechtsphilosophie im Dienste undeutscher Dogmen. Lebensrecht und nicht Formalrecht soll unser Ziel sein. Die Seele unseres Rechtslebens soll endlich wieder zurückgeführt werden auf die Gemüts- und Geistesbasis der deutschen Volksüberzeugung. Unser Recht soll ter Allgemeinheit dienen und nicht dem Individuum, es soll aber sein ein Herren- recht und nicht Sklavenrecht. Der Staatsbegrift des Nationalsozialismus wird von uns neugebaut auf der Einheit und Reinheit des deutschen Mensch- tums, formuliert und verwirklicht im Recht und im Führerprinzip. -Wir bejahen weiter die Derantwort- für die Schlußkundgebung im Lustgarten. Gegenüber den Kritikern und Nörglern, bie ben ungeheuren Aufwand und bie riesige Arbeit für eine so kurze Feier mißbilligen, muß betont werden, daß die Nation solcher Haltepunkte bedarf, um einmal ihre innere Geschlossenheit zu bekunden. Im Namen des Führers und der Reichsregierung spreche ich Ihnen meinen herzlichen Dank aus. (ung &Tn es Sieben-Will ionen- V olkeS bedeutet und alle Gewalt über dieses auf unabsehbare Zeit in die Hände einer deinen Zahl von Wannern gibt, deren Verantwortlichkeit nirgends festgelegt ist, erhebt sich zwingend die andere Frage, wer diesen männern überhaupt das Recht gibt, diese ungeheure und uneingeschränkte Wachtfülle für sich zu beanspruchen und sie auszuüben. Zwei Grundlagen gibt es, auf denen ein Regiment sich aufbauen und von denen ausgehend es den Bestand feiner Herrschaft sittlich rechtfertigen kann: es kann ruhen auf der rechtlichen Grundlage einer Verfassung, von ber es seinen Ausgang genommen hat, ober es kann ich stützen auf bie moralische ©runblage )es Vertrauens eines Volkes, das ihm aus reien Stücken alle seine Rechte überträgt und ihm )ie Vollmacht erteilt, sein Leben auf neue und bessere Grundlagen zu stellen. Jeder andere Weg zur Durchsetzung und Behauptung eines Regiments kann zwangsläufig nur ein solcher der G e - walt sein und daher wohl praktisch gegangen, aber niemals moralisch gerechtfertigt werden. Mit ber Art der Inkraftsetzung der neuen Verfassung hat die Regierung Dollfuß den Boden des formalen Rechtes endgültig und vollständig verlassen. Damit aber erhebt sich die zweite Frage: Kann diese Regierung chr Tun und Handeln bann moralisch gründen auf die freie Zustimmung und das Vertrauen des Volkes? Allein die Tatsache, daß sie dem Volke bas Recht auf einen Volksentscheid verweigerte, beweist schon, daß auch das nach ihrer eigenen Ueberzeugung nicht der Fall ist. Es ist Gotteslästerung und schwerster Mißbrauch der Religion, wenn ein Gewaltakt dieser Art „im Namen Gottes des Allmächtigen" vollzogen wird, wie es hier geschehen ist und alle des österreichischen Volkes? Landesinspektor Habicht über die aufoktroierte Oollfuß-Verfaffung Die Vorbereitungen zur Saarlandkundgebung in Zweibrücken. L HUm lisch pium ujvv! ben, ober burd) Schaffung neuer Jnbustrien ober durch Verlagerung schon vorhanbener. Die Stabtranbfieblungen i Hörden besonders hervorzuheben. Was geleistet worden ist, ist nur unter Zurückstellung aller persönlichen Interessen in enger Zusammenarbeit der Männer, bie hier versammelt sind, geschaffen worden. Das gilt in gleichem Maße für die Jugendkundgebung im Lustgarten wie für die große Feier der Reichskulturkammer in ber Staats» oper unb ben Staatsakt auf bem Tempelhofer Feld, für den großen Festzug, den der Reichsbund für Volkstum und Heimat gestellt hat, und schließlich fadenscheinigen Beweisführungen ändern nichts an ber Tatsache, daß diese neue Verfassuna wider menschliches und göttliches Recht einem wehrlosen Volke aufgezwungen wurde, und daher jeder sittlichen und rechtlichen Grundlage entbehrt. Die nationalsozialistische Bewegung Oesterreichs schließt sich dem feierlichen Protest der Groß, deutschen Volkspartei an, sie erhebt mit befon- derer Schärfe Einspruch dagegen, daß die öfter- reichische Regierung seit über einem Jahre vor aller Welt ihre verfassungswidrigen Wahnah- men begründet mit der Kotwendigkeit, die Selbständigkeit und Unabhängig, keit Oesterreichs gegenüber dem Deutschen Reich verteidigen zu müssen. Sie stellt demgegenüber feierlichst fest, daß die deutsche Reichsregierung zu keinemZeit- punkt jemals die Selbständigkeit Oesterreichs bedroht hat, und daß mit dem Schlagwort von der geplanten gewaltsamen Gleichschaltung Oesterreichs die Regierung Dollfuß nur einen der Kriegsschuldlüge gleichzustellenden internationalen Kampfruf aller Feinde des deutschen Volkes und Reiches sich zu eigen macht. Diese Art ber Verteidigung ber Selbständigkeit Oesterreichs lehnt bas deutsche Volk in Oesterreich ab. Aus tiefster innerer Verbundenheit grüßt es in dieser Stunde bas deutsche Volk im Reich unb b e. kennt sich feierlich vor aller Welt zu seinem unveräußerlichen Naturrecht, sein staatliches Leben unb seine Beziehungen zum Dritten Reich so zu gestatten, wie es feinen völkischen Zielen unb seinem nationalen Selb st bestimmungsrecht ent- spricht. Zweibrücken, 3. Mai. (LPD.) Die aroße Bedeutung ber bevorstehenden Saarland«Kundgebung ergibt sich auch aus ber Tatsache, daß bis jetzt rund 20 Vertreter von Auslands- zeitungen angemelbet finb. Alle großen ßänber werben durch eigene Vertreter Schilderungen des Ablaufs und der Eindrücke des Sonntags veröffentlichen. Die ausländischen Presseleute treffen am Sonntagvormittag aus Berlin kommend in Zweibrücken ein, wo sie von Vertretern der Behörde und ihren hiesigen Berufskameraden begrüßt werden. Insgesamt werden etwa 100 Schriftleiter, Pressebild-Berichterstatter usw. in Zweibrücken erwartet. In ber Festhalle werden bie er* forderlichen Arbeitsräume und Fernsprecher zur Verfügung gestellt. Die Front ber Festhalle wird mit einem bie ganze Höhe ausfüllenden Hoheitszeichen geschmückt, ferner werden Treppen, Podeste und Aufgänge reiche Blumenzier tragen. Zwölf je zwölf Meter hohe Flaggen flankieren bie Festhalle ber Straße entlang. Auf ben Treppen halten Bergknappen in Uniform bie Ehrenwacht, zu Füßen des Aufgangs stehen Ehrenstürme der SA., SS. ufw. Alle Reden werden über den ganzen Platz durch fünf Großlautsprecher verbreitet. Auf ben vor ber Stadt errichteten Parkplätzen können etwa 15 000 Kraftwagen aufgestellt werden. Die Vorbereitungen werden in angestrengter Arbeit von ber örtlichen Kreisleitung der NSDAP, so getroffen, daß auch bei stärk- ft em Andrang eine glatte Abwicklung gewährleistet ist. Autosternfahrt zur Gaarkundgebung Zu der großen Saarkundgebung der Reichsregierung mit Reichsminister Dr. Goebbels am 6. Mai in Zweibrücken (Pfalz) treffen sich d i e Teilnehmer an der Autosternfahrt des Gaues Hessen-Nassau je nach Lage ihres Wohnortes an den Startplätzen Frankfurt a. M.: Börsenplatz, Darmstadt: Paradeplatz, Mainz: Schillerplatz. Der Start erfolgt pünktlich 6 Uhr in Frankfurt a. M. bzw. 6.30 Uhr in Darmstadt und Mainz. Die Teilnehmer des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer und des Deutschen Funktechnischen Verbandes, der Funkwirtschaftlichen Verbände, des NSKK. und der HI. fahren gemeinsam. Den Anordnungen der Kolonnensührung ist unbedingt Weimar, 3. Mai. (DNB.) Im Nietzsche-Archiv sand eine Sitzung des Ausschusses für deutsche Rechtsphilosophie statt, an ber Reichsjustizkommissar Dr. Frank und ber Beauftragte des Führers für die Ueberwachung ber weltanschaulichen Erziehung der NSDAP. Reichsleiter Alfred Rosenberg teilnahmen. Dieser führte in einer längeren Ansprache u. a. aus: „Recht und Unrecht gchen nicht umher und sagen: Da sind wir. Recht ist das, was arische Menschen für Recht be^ finden. Unrecht ist das, was sie verwerfen", fo lautete einer der weisesten Sprüche der indischen Philosophie. Er besagte weiter nichts, als das hohe Bewußtsein, daß ein bestimmter Rechtscharakter mit einem bestimmten Raffen- und Volkscharakter geboren werde und mit seinem Untergang gleichfalls verschwindet. Das ganze deutsche Rechtsleben beruht seit dem Auftreten des Germanentums eigentlich auf einem einzigen Werte, auf dem Werte der Ehre. Diese Rechtsauffassung hat ihre typenbildende Kraft überall bewiesen. Das persönliche Ehrbewußtsein wurde später überholt vom Stammes« bewußtsein, bis bann an seine Stelle Staat und Kirche traten. In einer verhängnisvollen Zeit wurde diese Entwicklung vorn persönlichen zum völkischen Ehrbegriff durch das Eindringen des rein privatkapitalistischen spätrömischen Rechts unterbrochen. Das Grundlegende einer nationalsozialistischen Rechts- und Staatsauffaffung wird darin bestehen müssen, die Wahrung der Eh re der Nation an die Spitze aller Rechtserneuerung zu stellen. Don diesem Gesichtspunkt aus wird es Aufgabe einer deutschen Rechtsphilosophie fein, das Verhältnis zwischen Volk und Staat, zwischen Recht und Politik einer tiefgehenden Untersuchung zu unterziehen und gemeinsam mit den _ z Vertretern der deutschen Raffenkunde und Rassen-1 lichkeit des Einzelnen für fein Geschick und feine Hygiene gefühlsmäßig und theoretisch eine geistige Entwicklung, damit wir wieder ein Volk -von Kämp- unb charakterliche Höherwertigkeit als Voraussetzung fern und Soldaten und wehrbereiten geistigen Rin- jeder rechtlichen Bewegung vorzubereiten. Mit bem l gern um diese Freiheit werden. Der Abschluß des deutsch-polnischen Wirtschaf abkommens im Anschluß an ben deutsch-polnisch^ Pakt würbe in Danzig freubig begrüßt, weil wc? mit Recht annahm unb auch annehmen konnte, bie Auswirkungen sich gerabe bort oben sehr M im günstigen Sinne bemerkbar machen würden. Danziger Regierung selbst hatte ja schon oorbw alles getan, um zu einer Verständigung mit zu kommen. Es handelt sich vor allem um eine ferung ber Wirtschaftslage in Danzig überhaupt ui-6 um eine stärkere Belebung bes Danziger Hafens»^ besonderen. In verstärktem Maße haben bisse .Bestrebungen nach bem deutsch-polnischen Abkomme eingesetzt unb ber Danziger Senatspräsident Rauschning hat Mitte März dieser tBerftänbigunc» bereitschaft verebten Ausdruck gegeben, wobei e- nicht unterließ, auch Worte ber Anerkennung den polnischen Staat zu sprechen. Das alles m gesunder sozialer Verhältnisse, in Kameradschaft unb 1 Erdverbundenheit mit der deutschen Muttererde und ihrem Wiedererwecker unb Neugestalter Adolf Hiller. mit 5-5 Personen urreq mit über 5 Personen 3,o Millionen W DLD [rauen. f2M Eine Unterredung mit Neichsbankpräsident Or. Schacht. den wollen. Auf die Frage nach einer etwaigen Abwer - Schacht u. a.: Die von einem Teil unserer Wirt- Aus aller Welt t.oa 1L» Die Ittfitter [argen für daslvMdesllolkes Haushaltungen mit weniger als 2 Pers. 3,7 Millionen nschE- Der Einzelhandel im Rad der Volkswirtschaft Von 15 Millionen Müttern in Deutschland werden betreut1. Oie Devisen- und Zinspolitik der Reichsbank. Garantien nur gegen Rüstungsverminderung Englands letztes Wort. m die U Uhr mmentre- Srantent - Saijc e nach $ rücken c des Rei: r, die K mes ®i6 eichsmim *ie Ruch ner am c ;n kam/ en Verbr i oder Ur Ausruf sternfch len. -ampsru, Reiche, ’ftänbitf Gestern " irüfetes . Die Rech toi, wüß M te gab M k ung, hier de." Dc iruck gei il ihres were @i rheit bap n, daß J® ohniM eine Bib ift. s führe- )ie sich j beweis F ■fron. Die ms her A iS StefliR» z unglaubi ,, , , Das Schwurgericht in Mannheim verhandelte djt zu tun, um aus.Den den 49jährigen verheirateten Julius Bartsch denen die Weinfässer | »u» Nordhaufen, wohnhaft in Mannheim, wegen Totschlagsverfuchs. Der Angeklagte bestrich am 12. Januar, vormittags, in feiner Wohnung ein Marmelade- und Butterbrot mit Rat- fähigkeit Deutschlands, sein Transferoermögen im Kapitalverkehr ruinieren muß, sondern uns auch a l s Käufer für ausländische Rohstoffe und Fertigwaren mehr und mehr schwächt. Es wird auch weiterhin des ganzen zähen Durchhaltungswillens bedürfen, wenn wir dieser Lage Herr wer- * Mki. ,aH «91fr «* .Zeft. ^9 te|| daß M geroali. , Regie. YUldiÜU «H1VEÄ I _ - I I nrxpfigfiwj und Goennersdorf auf der rechten Rheinseite unterhalb Neuwied von einer Windhose heimgesucht. Das Dach der Turnhalle und viele Wohnhäuser in Goennersdorf wurden abgedeckt. Don der Berghohe senkte sich der Wirbel ins Rheintal und verwandelte sich über dem Fluß in eine Wasserhose. Gewaltige Wassermengen wurden etwa 200 Meter in die Luft geschleudert. Schwere Lawinenstürze in Rordwestitallen. — Zwei Arbeiter getötet. Im nordwestlichen Italien sind an vielen Orten schwere Lawinen niedergegangen. In Usseglio wurden drei Arbeiter aus einem in 1600 Meter Höhe liegenden Elektrizitätswerk von einer Lawine überrascht und verschüttet. Einer von ihnen konnte sich nach fast übermenschlichen Anstrengungen aus dem Schnee befreien, die beiden anderen fanden den Tod. Die Straße von Aosta nach Cogne ist von zwei riesigen Lawinen gänzlich verschüttet worden. Die eine der Lawinen ist etwa 100 Meter lang und über 8 Meter hoch, die zweite 60 Meter lang und drei Meter hoch. Der Verkehr ist völlig gesperrt. Ein Gattenmörder zum Tode verurteilt. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Tilsiter Schwurgericht wurde der Mörder Friedrich Freßdors aus Tilsit roeaen Mordes und versuchten Mordes an seiner Ehefrau zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Freßdorf, der b e ■ Ireits über 20 mal vorbestraft ist, versuchte im April 1929 seine Ehefrau zu er» morden, um die Aufwärterin Helene Hartkopf I heiraten zu können. Dieser Versuch mißlang jedoch. Am 11. März d. I. brachte Freßdorf dann seine Frau um. Er behauptete zwar, I daß sie sich im Verlauf einer Auseinandersetzung I durch einen unglücklichen Sturz tödliche Verletzungen zugezogen habe, doch ergab die Untersuchung der Leiche, daß Freßdorf seine Frau auf bestia- Ilische Weise geschlagen und dann er« mordet hatte. Die mitangeklagte Hartkopf, der I eine Beteiligung an der Bluttat nicht nachgewiesen werden konnte, wurde freigesprochen. Unverbesserlicher Geldtaschenräuber In Sicherungsverwahrung. I Die Große Strafkammer in Kassel erkannte gegen den 30jähriaen Ludwig Schneider aus Mainz, der am 3. Mai aus dem Zuchthaus entlassen wer- den sollte, im nachträglichen Verfahren auf Sicherungsverwahrung und erließ Haftbefehl gegen ihn. Schneider, der zur Verhandlung gefesselt I vorgeführt wurde, entwich mit 15 Jahren aus der I Fürsorgeanstalt und versuchte gleich darauf einen Geldtaschenraub. Nachdem er neunmal vorbestraft I mar, erhielt er 1926 wegen Raubes eine Zucht- I Hausstrafe von sieben Jahren. Er hatte im Juli 1926 mit zwei anderen Verbrechern eine Kinokassiererin in einem Hausflur überfallen, um ihr die Geldtasche zu rauben. Die Räuber mißhandelten die Ueberfallene schwer, doch konnten sie in der Dunkelheit (sie hatten vorher die Lichtleitung zerschnitten), die zu Boden gefallene Handtasche nicht finden und erbeuteten nur drei Mark, während die Geld- I lasche 800 Mark enthielt. Ailmschauspieler Willy Forst freigcsprochen. Zum Muttertag 1934. Man hat im liberalistischen Zeitalter wenig Darüber nachgedacht, welche ungeheure Arbeitslast die deutsche Mutter und Hausfrau für ihre Familie zu bewältigen hat. Von den 15 Millionen Haushaltungen in Deutschland, die als Familienhaushaltungen anzusprechen sind, haben 8,5 Millionen eine Kopfstärke von 3—5 Personen und im fünften Teil aller Haushaltungen Deutschlands wohnen sogar weit über fünf Personen. Der Muttertag 1934 sollte leben Hausvater und jeden Junggesellen einmal veranlassen, darüber nachzudenken, welche Arbeitsleistung von Der Hausfrau bewältigt wird, um Nahrung, Kleidung und Wohnung für alle Familienmitglieder zu besorgen. Diese Arbeit ift nicht geringer einzuschätzen als die des berufstätigen Mannes, sie hat vielleicht nur den einen Vorteil, daß die Hausfrau sich ihre Zeit selbständig ein- teilen kann, aber wenn sie ihre Haushaltung in Ordnung halten will, so wird sie auch keine Minute am Tage ohne Arbeit fein. Ehrt die Arbeit der deutschen Haus- Oie ersten Urlauber-Seereisen der IlSG. „Kraft durch Freude-. Die Abfahrt der 2400 Urlauber aus dem Reich mit dem Dampfer „Monio Olivia" zur ersten Urlaubsfahrt der NSG. „K r a f 1 d u r ch F r e u d e" fand in Hamburg statt. Reichsleiter Lafferentz, ferner der Reichsleiter der Arbeitsfront, Dr. Ley, und Reichsstatthalter Kaufmann begaben sich an die Ueberjeebrüde, wo die „Monte Olivia" bereits zur Abfahrt bereit lag. Nach kurzen Worten des Reichsleiters Lasferenz hielt der Bezirksleiter der Nordmark der Deutschen Arbeitsfront, Senator Stamer, eine Ansprache, in der er den Zweck und die Aufgaben der NSG. „Kraft durch Freude" erläuterte. Anschließend richtete Dr. Ley an die Urlauber den Appell, Apostel der Kameradschaft zu fein. Gauleiter und Reichsstatthalter Kaufmann wünschte schließlich dem Schiff frohe Fahrt. Elb- abwärts ging dann die Fahrt nach der Nordsee. ♦ Zu einer großen Kundgebung der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront gestaltete sich die erste Ausreise des Lloyddampfers „Dresden" mit den 1000 Urlaubern aus dem Rhein- und Ruhrgebiet, denen durch die NSG. „Kraft durch Freude" eine mehrtägige Seereise bis nach der englischen Küste und der Insel Wight ermöglicht wurde. In herrlichem Sonnenschein und über alle Toppen geflaggt, lag die „Dresden" am Columbuspier in Bremerhaven, als der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, von Hamburg kommend, wo er der Abfahrt des Urlaubsschiffes „Monte Olivia" beigewohnt hatte, eintraf. Dr. Ley begab sich unter dem Jubel der Urlauber auf das Schiff, um diese Reise zum Zeichen der Verbundenheit mit den Bewohnern des Industriegebietes mitzumachen. Etwa bei HelgolaiÄ» werden sich die „Dresden" und die „Monte Olivia" begegnen und gemeinsam ihren Das Schöffengericht Neu-Brandenburg fällte nach elfstündiger Verhandlung in dem Prozeß gegen den Filmschauspieler Willy F o rst, der sich wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu verantworten hatte, ein freisprechendes Urteil. Die Kosten für das Verfahren wurden der Staatskasse auferlegt. Der Vertreter der Anklage, der gegen Willy Forst ebenfalls Freispruch beantragt hatte, verzichtete auf die Einlegung von Rechtsmitteln. Der Verhandlung lag, wie man sich । erinnern wird der Autounfall Willy Forsts schäft aus Außenhandelsgründen zeitweilig wohl zugrunde, der sich zwischen Neu-Brandenburg und befürwortete sogenannte Devaloierung nach dem Neu-Strelitz am 23. August 1932 ereignete, bei Dem Beispiel anderer Länder kommt für Deutsch - der Bauunternehmer Strafen aus Burg Star- land nicht in Frage. Die mit einer Ab- gard und der Garagenmeister Anton aus Berlin - roertunq der Reichsmark unabweislich verbundene Charlottenburg tödlich und Willy F o r ft sowie Die starke Beunruhigung der Wirtschaft würde die Tänzerin Erna Kaiser leicht verletzt wurden, deutsche Aufbauarbeit gefährden und Das Aula im Untergrundbahn-Schacht. m51^er,!rr-hen bes ÄV” bie Staat5‘ Un I Ein nicht alltäglicher V - r r - h r s u n s a l l °r- ffiirtfdjaitofubrung erschüttern eignete sich in der Belle-Wiance-Strahe in Berlin. 2Iuf die Frage, ob nicht «ine fufjlbore E r I e ich- fuhr ein Privatkraftwagen beim Ausweichen t e r u n a der Zinslasten in absehbarer Zeit üQr ejnem Radfahrer gegen das Geländer des durchzufuhren sei, um die grunMegenbe Forderung Untergrundbahneinganges und stürzte in den .A^??^ozlalismus na^ J^r/r^n^?er(=§lnnrhl Schacht. Der Wagenführer kam mit dem Schrecken knechtschaft durchzusetzen, erwiderte Dr. Schacht leichten Verletzungen davon. Der Wagen u. a.: Unter unbedingter Sicherstellung un- , 'XU serer Währung zielt die ganze Reichsbank- wurde völlig?^ummert. politik auf eine allmähliche, aber nicht Kiefenfeuer im Dock von Brooklyn. - vier Tote, gewaltsame Zinssenkung hin. Eine plötz- Zwölf verletzte. liche Umstellung würde ohne schwere wirtschaftliche Dock der Barber Dampfschiffahrtsgesellschaft Erschütterungen unmöglich sein, während eine lang- -in $r00f(t)n (USA.) brach ein Brand aus, der 1 —*— —6 v— 'a-,k *—s 1..... *■ "t -em Nonussetzung selbstverständlich, daß Polen auch jüiDanzig das notwendige Berstand -1 i,t5 praktisch bekunden würde. Leider lübm diese Hoffnungen bisher sich nicht er« lullt. Infolgedessen ist eine Verschärfung der I «tag eingetreten. I Schon vor einigen Wochen sah sich Senatsprasi-1 8!>nl Dr. Rauschning genötigt, anzukündigen, daß harzig neue Wege beschreiten müsse, falls Polen I jS licht bereitfinden würde, den Danziger Waren-1 virrkchr nach Polen von den gegenwärtigen Fesseln I 21 befreien. Man nahm in Danziger Wirtschasts-1 IFeijen und natürlich auch in Regierungskrisen an, Hiß jetzt die Zollkontrolle fallen wurde; iibei sie fiel nicht, sondern die nachgeordneten Or- imir verschärften -sie noch. Offenbar haben die unten Worte, die Dr. Rauschnmg Mitte Slprif in i||Sr Hinsicht sprach, fein Verständnis gefunden, «blbÄ Gauleiter Staatsrat Forster sich nunmehr -er-nlakt lab klar herauszustellen, wie Danzig M Äe oo? von Polen in wirtschaftlicher Hinsicht :a5 Leben schwer gemacht wird. fm Reiche wird man JBanÄtgs Kampf mit irhter Anteilnahme verfallen. Die Danziger Be° iDlarung steht geschlossen hinter ihrer Regierung ml hinter der nationalsozialistischen Bewegung. 53i n der Gauleiter sich genötigt sah, in so deut- Ichu Worten die Bereinigung der Danzig-polni- iSl Wirtschaftsbeziehungen zu fordern, dann kann Ix: den Ernst der Lage kein Zweifel sein. Auch euc noch hält man an der grundsätzlichen Der- äMigungsbereitschaft in Danzig fest. Aber den Sfcten müssen nun endlich auch auf polnischer 5tue die Taten folgen. Hoffentlich wird man Die örte Forsters in Warschau so verstehen, wie sie * z> greint sind. Don dem Echo aus Warschau wird es 5 sein, , cbihingen, welche Stellung in Zukunft die Danziger 1 natii ’fcexerung in diesem Wirtschaftskampf einnehmen cht ei 4 Kill Frankreich die Dienstzeit verlängern? « art s, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die mar- Mche „Populaire" hält trotz des Dementis! )es Kriegsministeriums an der Information fest, oo ach die Regierung beabsichtige, die Militär- )i nftzei 1 auf 18 Monate oder zwei Zchre heraufzusetzen. Im Schoße der Re- licung, so sagt das Blatt, hätten sich allerdings iwc Strömungen herausgebildet. Vor allem Mar- Ml Pötain selbst und der Ministerpra- i I e n t stünden einer Verlängerung der Militär- 1 e stpflicht ablehnend gegenüber. Tardieu § lanDin kämpften jedoch, unterstützt von •mgen einflußreichen Militärs, weiter für diesen j t anten. Tardieu führte vor allem an, daß eine l elänqerung der Militärdienstpflicht es erlaube, große Anzahl Arbeitsloser von der stoße zu nehmen. Die Unkosten für einen Solda- ten stellten sich billiger als Die Unterstützung eines ttr!ar. Die Hitze war den wurde noch rechtzeitig entdeckt und beseitigt, so so stark. Daß der Anstrich vieler Dampfer hie m Dah im Zugverkehr keine Unterbrechung eintrat, größerer Entfernung von dem Brandplatz lagen, Die Felder gleichen großen Seen. Die Orte Aussel- Blasen warf. heim, Mertesheim, Sausenheim und Kleinkarlbach Rattengift auf dem Butterbrot, wurden schwer heimgesucht. In Sausenheim hatte die Feuerwehr die ganze Nacht zu tun, um aus den Häusern und Kellern, in Dr“ s;a schwammen, das Wasser herauszupumpen. In Bat- tenberg nmßte eine ältere Frau, die im Bett lag, als das Wasser in das durch die uuarmeiuue= uiuu »uunuiv» »•««. ** * Feuerwehr aus ihrer gefährlichen Lage bcfreit ten gift und klappte die beiden Schnitten zusam- wcvden. men. Die Anklage nimmt an, daß er so wähl feine Große Verwüstungen durch eine Windhose I ^rQU wie feinen 20jährigen Sohn habe töten wol- am Millelrhein. I len, weil er ein Verhältnis mit einer an« Eine Windhose richtete bei Unkel und in der dem Frau hatte und den zu feiner butter hal- Umgebmrg von Oberwinter auf beiden Seiten des tenden Sohn nicht leiden mo^te. Die ®be|rau Des Meins in roeniaen Minuten große V e r w ü st u n - Angeklagten aß von Dem Brot einige Bissen und g ° n an Von mehr Äs 50 i)ä*rn wur^n di« bekam h-stig-s Erbrechen; st- war einige Tag- Dächer a baedeckt Hundert- großer Bäume wur- krank- Der Sohn aß Nichts von dem Brot- In der den durch ^e furchtbare Gewalt der Windfäute mit | Beweisaufnahme bekundete der Sohn des Ange- den Wurzeln ausgeriffen und urngeleg 1. « Gartenhäuser fand man 30 Meter von Dem ur- sprünglichen Standort entfernt zertrümmert auf. - Zahllose Fensterscheiben zerbrachen, und die in J I schönster Blüte stehenDen Gärten und Felder bieten I I ein trostloses Bild Der Verwüstung. Auf Dem Rhein --- 1 wurden vop ziwei Schleppkähnen über 70 Deckplan-1 ' fen in Die Luft gewirbelt. Die Kähne selbst wurden 7n an Land gedrückt. Der Sachschaden ist erheblich, y/ // Menschenleben tarnen glücklicherweise nicht zu // l Schaden. Ebenso wurde das Gebiet von Wollendorf * ** " irflung Der Verkaufspreise. Dieie oiitik Der Mengenkonjunktur im Umgeb iribel fei erleichtert worden durch eine gewisse mZentrierung der Umsätze bei den cchgeschäflen gegenüber einer UmfatzminDe- higg bei Den Warenhäusern, Einheitspreisgeschas- kn usw. 35 000 Mehreinstellungen habe n Einzelhandel im vergangenen Jahr aufweifen Urnen. Um auch organisatorisch Dem besonders •icsn Verhältnis Der Zusammenarbeit zwischen „ »nfmann unD Kaufmannsgehilfen AusDruck zu i(Mfl . ^t-eihen, sollen jetzt in die Führung und in die Dr« -nsalion der Hauptgemeinschaft und ihrer Mit- üLsverbände Vertreter ber Mitarbei- 11des Einzelhandels berufen werden. lonDon, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Den Pnfitanb, daß heute der neue britische Bot- kchäfter in Paris, Sir George Elerk, fein Be- ila-bigungsschreiben überreicht, nimmt die „Times in Anlaß, den Franzosen nochmals den Stand- mitt der britischen Oeffentlichkeit in der @ a • antiefrage auseinanderzusetzen. Das Blatt lisübt: Der Locarnovertrag stellte bereits in kühne Aenderung des früher gewohnten Kur-1 sg e r [ j n , 3. Mai. (DNB.) Reichsbankpräsident ts dar. Sie war ganz besonders kühn, weil .ms- Schacht gewährte dem Wirtschaftsfchriftleiter mHndere nur der europäische Teil des „Westdeutschen Beobachters" eine Unterredung, Näschen Reiches an dieser Verpflichtung teilnahm. -n ^er er u a ausführte: Iie ßbritannien sei schwerlich i_n Der Lage,! $ag Ergebnis unserer Transferkonferenz orrüber Hinauszugehe n. Der einzige Ve- sich im Augenblick in keiner Weife übersehen. Mgrund, der es veranlassen konnte, weiter- Neichsregierung und Reichsbank haben erst zu zcDende Verpflichtungen in Europa oder anoers- Timnsfereinschränkungen gegriffen, nachdem die er zu übernehmen, könnte Dann hegen, datz eine bitter|te ^ot dazu zwang. Die zahlreichen Export- neue DrDnu.ng Der Dinge zustande kommt. Schwierigkeiten, auf die wir stoßen, wirken wie ein Bnn die Bereitwilligkeit Großbritanniens zur Her- ^^r Materialaushungerungsprozeß, leliung eines Kollektivsystems Der Sicherheit und ger njcbt nur volkswirtschaftliche Zahlungs- eiDerminderungderRustungen fuhren '........ - ..... — *-------------*— -- mirbe, Dann würde vielleicht die Zustimmung des Hofes zu einer allgemeinen Garantie Der Ausfüh- Srgsbeftimmungen eines Abrüstungsabkommens «r: icht werden können. . .Times" stellt fest, duß die fran.zösifche Regierung ar einer eigenen Riistungsverminderung Nichts tzihen will. „Die britische Oeffentlichkeit würde nie« »r ls mit Garantien einverstanden it„ Die nur das Gegenstück zu einer rutschen Aufrüstung bilden würden. Eine icDeräeitsgarantie kann nur als Gegen- ! ftung füreine allgemeineRüstungs- erminberung gegeben werden. Die Frage von usführungsgarantien ift daher unlösbar." ZlUl Ul« ßlUUt 11UU.I Killt l nwuiyin .............. v mrs. S. Ci t , lul ----> ' ' , * . _ tunä der Mark zur Erhöhung der deutschen saniere Entwickluna auf dem Geld- und Kapital- schnell um sich griff und schließlich zu Konkurrenzfähigkeit im Auslande antwortete Dr. markt ohne wesentliche Störungen denkbar ift. größten Feuer seit 20 Jahren in Brooklyn an- $ 8z5 Millionen klagten, haft der Vergiftungsversuch nur ihm gegolten habe. Las Schwurgericht erkannte auf 2 Jahre Zuchthaus. Feierliche Beisetzung des Bischofs Theophil TNeyer in Moskau. In der evangelischen Peterpauls-Kirche in Moskau fand ein T-rauergottesdienst anläßlich der Beisetzung des im 69. Lebensjahr verstorbenen Bischofs Theophil Meyer statt, der zugleich Präsident des evangelisch-lutherischen Oberkirchenrats war. Bischof Meyer hatte seit über einem Menschenalter in verschiedenen geistlichen Aemtern unter den deutschen Evangelischen Rußlands gewirkt. Der Tod des Bischofs schließt ein tragisches persönliches Geschick ab, das Bischof Meyer mit großer Standhaftigkeit getragen hat. An der Trauerfeier nahmen teil der deutsche Botschafter N a d o l n y, begleitet von zahlreichen Mitgliedern der deutschen Botschaft, ferner der schwedische, der norwegische und der dänische Gesandte nebst den Mitgliedern der skandinavischen Gesandtschaften. Auch die englische Botschaft und die österreichische Gesandtschaft waren vertreten. Die amerikanische Botschaft hatte eine Kranzspende gesandt. TNilchwirlschaftskongreh in Rom. Ministerpräsident Mussolini eröffnete in Rom den 10. Weltkongreß für Fragen der Milchwirtschaft. Bei dem feierlichen Akt der Eröffnung waren 2000 Delegierte von 47 Ländern anwesend, darunter auch Deutschland. Mussolini begrüßte die Kongreßteilnehmer und unterstrich die Wichtigkeit der Arbeiten des Kongresses vor allem auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Im Anschluß an die Kongreßeröffnung empfing der Papst die Kongreßteilnehmer. Der Heilige Vater hielt eine Ansprache, in der er seinem Interesse an den Kon- gref$fragen Ausdruck gab. Der Berliner Erweiterungsbau der Reichsbank. Eins der größten Bauprojekte der letzten Zeit. Berlin, 3. Mai. (DNB.) Wenn am 5. Mai die feierliche Grundsteinlegung zu dem Erweiterungsbau der Reichshauptbank in Anwesenheit des Führers erfolgt, so beginnt für die deutsche Zentralnotenbank damit eine neue baugeschichtliche Epoche. Der Reichsbank gelang es nach und nach, die für einen neuen Erweiterungsbau notwendigen Grundstücke zu erwerben. Ende 1932 entschloß sich das Reichsbankdirektorium, den Reichsbankbaudirektor Hinrich Wolff mit der Ausarbeitung der Plane eines Neubaues zu beauftragen. Um die bestmögliche Lösung auch in städtebaulicher und verkehrstechnischer Hinsicht zu gewährleisten, wurde im Frühjahr 1933 unter 30 der bekanntesten deutschen Architekten ein Wettbewerb ausgeschrieben. Unter Billigung des Führers wurde im Sommer 1933 ein Entwurf des Reichsbankbaudirektors Wolff als Grundlage für den Erweiterungsbau bestimmt und ihm die Durchführung übertragen. Der einen Kostenaufwand von rund 4 0 Millionen RM. erfordernde Neubau stellt mit feinen rund 550 000 Kubikmeter umbauten Raumes und der beanspruchten Grundfläche von 32 000 Quadratmeter = rund 13 V- Morgen eines der größten in den letzten Jahrzehnten in Deutschland durchgeführten Bauprojekte dar. Der Reichstag umfaßt 380 000 Kubikmeter nur rund zwei Drittel des umbauten Raumes, das Deutsche Museum in München mit allen seinen Nebengebäuden nur die Hälfte. Bei einer reinen Nutzfläche von 60 000 Quadratmetern werden später rund 5.0 00 Arbeitsplätze verfügbar sein. Die Ausgaben der Kirchen im neuen Deutschland. Der bayerische Ministerpräsident an die Konfessionen. Würzburg, 3. Mai. (DNB.) Hier sprach Ministerpräsident Siebert über die „Zukunftsaufgaben des neuen Deutschland". Er führte dabei aus, daß das neue Deutschland die politische Einheit geschaffen habe. Diese Einheit dürfe nicht mehr angetaftet werden. Die Konfessio - n e n hätten kein Recht, sich politisch zu betätigen. Die politisierende Kirche könne nicht mehr geduldet werden, niemals mehr dürfe es in Deutschland politisierende G e i st l i ch e geben. Die Hebung des sittlichen und geistigen Menschen, die Pflege der Nächstenliebe, der Kampf gegen Schmutz und Schund, der Kampf gegen die Gottlosigkeit seien Aufgaben, die jeden gläubigen Katholiken und Protestanten verpflichteten. Die Mitarbeit der Konfessionen sei willkommen, nur ihr politischer Einfluß müsse verschwinden. Derartige Fragen dürfen aber nicht ausgetragen werden durch Demonstrationen auf der Straße, sondern könnten nur durch eine große Auseinandersetzung auf geistiger Grundlage gelöst werden. Das Recht zu demonstrieren habe nur der Staat _oder die Partei. Nur durch geistiges Ringen könnten diese Gegensätze ausgeglichen werden. Die Kirchen müssen dem Nationalsozialismus gerecht werden. Kunst und Wissenschaft. 12. Partie im Schachweltmeisterschafte!, kampf remis. Zu einem gigantischen Ringen wurde die am Donnerstagabend in Stuttgart zu Ende geführte 12. Partie im Schachweltmeisterschafts- kampf. Wie erinnerlich, stand der Weltmeister in der Abbruchstellung sehr ungünstig, muhte einen wertvollen Bauern geben und verlor bald einen weiteren. Der Weltmeister verstand es jedoch seinerseits, einen Freibauern zu forcieren. Der deutsche Meister opferte gegen diesen einen Läufer und gewann einen weiteren Bauern. Es entstand nun ein merkwürdiges Endspiel von Turm und Läufer gegen Turm und vier Bauern von Bogoljubow. Die äußerst interessante Partie, von der alle Zuschauer annahmen, daß sie zugunsten von B o g o - ljubow enden würde, vermochte der unglaublich zäh sich verteidigende Weltmeister doch noch zu halten. Es mag fein, daß der deutsche Meister an einer Stelle den Gewinnzug verpaßt hatte. Die Zeitnot ließ jedoch eine genaue Durchrechnung des Gewinnmanövers nicht zu. Die Partie wurde im 75. Zuge nach zehnstündigem Ringen remis gegeben. Die allgemeine Ansicht ist, daß der Kampf nun in das entscheidende Stadium getreten ist. Dor allem ist es unverkennbar, daß der deutsche Meister im Hinblick auf feinen ungünstigen Stand feine äußerste Kraft aufbieten wird, um dem Kampf eine für ihn günstige Wendung zu geben. Am Sonntag wird die Serie in München mit der 13. Partie fortgesetzt werden. Kleine politische Nachrichten. Anläßlich der Feier der Wiedereröffnung des Werkes Oberursel der Humboldt-Deutz-Motoren-AG. erklärte Dr. L ü e r, daß erseinAmtalsTreu- händer der Arbeit für den Bezirk Hessen, das er seit einiger Zeit mit Rücksicht auf sein Amt als Reichsführer des Handels kommifja- risch verwaltet, demnächst endgültig njede r l e g e n werde. Man kann wohl mit der Ernennung des neuen Treuhänders der Arbeit für Hessen in kurzer Zeit rechnen. ♦ Der Jnfantriesührer V, Oberst Oßwald, wurde zum Generalmajor befördert. General Oßwald führt neben feiner Eigenschaft als Jnfan- terieführer V auch die Geschäfte des Standortältesten im Standort Kassel. * Der Reichsverkehrsrat erklärte sich einstimmig mit dem Entwurf einer Reichs st raßenverkehrs- ordnung einverstanden, die demnächst an die Stelle der Verordnung über den Kraftfahrzeugver. 1 kehr treten fall. Ein Ausschuß des Reichsverkehrs» ! rates nahm die Beratung über die Regelung des ! Ueberlandverkehrs (Ausgleich zwischen Schiene und Kraftwagen) auf. Der Reichsverkehrs, minifter gab bekannt, daß er den Eintritt der Un, I ternehmer des Verkehrs in die Deutsche Arbeitsfront lebhaft begrüßen würde. * Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Der» einigten Staaten Mashburn Child, der die inbu» (trieften und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutsch, land studieren soll, war mit seiner Gattin in Essen Gast von Dr. Krupp von Bohlen und Hal. bad) auf der Billa Hügel. Child besichtigte die Guß. stahlfabrik des Hüttenwerks in Borbeck, bas Schmiedepreßwerk und den Lokomotiv- und Kraft, wagenbau und hatte Gelegenheit, mit führenden Männern aus Industrie und Wirtschaft zusammen zu sein. * Unter der Leitung des Reichsarbeitsdienstführer; Staatssekretär Hier! sind in der Reichsschule bt$ Deutschen Arbeitsdienstes zu Potsdam im Neu- Palais die G a u a r b e i t s f ü h r e r der 30 den schen Arbeitsgaue und die A b t e i l u n g s l ei tei der Reichsleitung des nationalsozialistischen Arbeit bienftes zu einer Arbeitstagung zusammengetreten. Wettervoraussage. Eine Störung über Westdeutschland bedingt Zufuhr verschiedenartiger ßuftmaffen. Teils fließt von Osten her sehr warme, teils von Westen kühle ozeanische Luft zu, so daß bei deren Zusammentreffen wechselhafte Bewölkung und stellenweise auch ge> witterartige Niederschläge entstehen. Die Tempe. raturwerte kommen etwas tiefer zu liegen als in den letzten Tagen. Aussicht en für Samstag: Wechselnd rool- kig mit Aufheiterung, etwas kühler, einzelne, teil; gewitterhafte Niederschläge. Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 24,4 Graf Celsius, abends 15,5 Grad: am 4. Mai: morgen- 13,2 Grad. Maximum 24,9 Grad, Minimum 11,! Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Mai: abends 18,7 (Brat); am 4. Mai: morgen; 15,6 Grad. — Niederschlag 0,6 mm. — Sonnen- scheindauer 4 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton:-Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. Jm lOettbeiDent» gilt die leistun^! , , . 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Zeitschriften Sletzeo,SWslMllr.7 Vorstehenden Aufruf der Roichsregierung über die Saarabstimmung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Die in Gießen wohnenden Saarländer wollen sich in der Zeit von 8 bis 14 Uhr bei unserem Einwohnermeldeamt melden. Gießen, den 3. Mai 1934. Hessische Polizeidirektion. I. D.: Hoffmann. TEICHHAUS Caf6-Restaurant BAD-NAUHEIM Bilder vom Festzug (320 Aufnahmen) von Photo-Pfaff sind in 3 Schaufenstern der Fa. Zigarrenhaus Wilh. Moeser, Löwengasse ausgestellt! Ausruf der Reichsregierung. Betrifft: Saarabstimmung. Der Zeitpunkt, an dem die Saavbevölkerung nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege der Volksabstimmung über ihr künftiges Schicksal entscheiden soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. am 28. Juni 1919, im Saargebiet gewohnt hat und am Abstimmungslage oder Kindergärtnerin (2. Klasse) für 1.6.od. früher gesucht. Vorzu- stellen Lonystr. 201, Ecke Bleich- stratze. 8678d Bekanntmachung. Petr.: Die Bürgersteuer der Lohn» und Gehaltsempfänger usw. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Burgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigetrieben. 2664C Gießen, den 3. Mai 1934. Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bart hol o m ä u s. Ab 8. Mal spielt täglich nachmittags u. abends Kapellmeister Bans Günther mit seinem Ensemble Die künstlerisch.Darbietungen dieser Kapelle sind in Bad- Nauheim bekannt und werden zum Besuche bestens elhpfohl. Küche und Keller bieten bei zivilen Preisen das Beste. Sonntags ab 11 Uhr: Frtthkonsert abends Tanzeinlagen. 2661v GEORG SEEBER. An alle im Reich außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben, und vor dem 11. Januar 1915 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit vom Donnerstag, dem 3. Mai, bis Samstag, dem 12. 2Rai, bei ihrer Gemeindebehörde (Einwohnermeldeamt, in den Städten auf den Polizeirevieren) ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und soweit möglich Nachweise über den Wohnsitz am 28. Juni 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Bejchäftigungszeug- nisse usw.) sind mitzubringen. Wo und zu welchen Tageszeitungen die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig bekanntgegeben. Hindenburgwall 22 5-Zim.-Wohng. mit Bad, Heizg. und Zubehör zu vermieten. 0224s | Mietgesuche~| Zimmer mit Küche oder Mansard.- Wohn. gesucht. Schrift!. Angeb. unter 02341 an den Gieß. Anz. 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In bester Erinnerung dürfte der Vortrag über Vierteltonmusik sein, den Moellendorff vor etlichen Jahren hier in der Hochschulgesellschaft mit großem Erfolg auf seinem selbst erfundenen Viertelton-Harmonium (braune Tasten) hielt. Moellendorffs ganzes Leben war Arbeit, und wenn das Sprichwort recht behält, daß ein Künstler erst gestorben sein muß, um sich durch- zusetzen, so werden wir noch viele Kompositionen von ihm zu hören bekommen, namentlich seine orchestralen Werke, die ein beredtes Zeugnis von seinem großen Können ablegen. sich unlustig durch den Staub dreht. Keine Stunde mehr unter den perlmuttschimmernden Wolken des Morgenhimmels, keine Stunde nach der Heimkehr, wenn im Wind das Nahen der Nacht spürbar wurde. Eine große Trauer und Müdigkeit legte sich so schwer auf sie, daß es ihr an diesem Tage schwer iel, ihren Dienst zu tun. Ihre Finger eilten^teilnahmslos über Tasten, drückten an Hebeln, rückten an Walzen, Spulen, Rädern, ohne sich dessen bewußt zu sein. Menschen kamen. Menschen gingen. Sie wurde sie kaum gewahr. Sie neigte sich über ihre Arbeit wie man sich zum Brunnen neigt, denn diese Arbeit war ein Damm, der dem Schmerz wehrte, sie zu überfluten. Und dann kam das Heimgehen, das bitter war wie noch nie. Ihre Füße, die fönst die Treppenstufen wie im Sturm genommen hatten, zögerten und wollten lieber verweilen als gehen. Ihre Hand, die nie eine Stütze gebraucht, griff nach dem Holz des Geländers. Und als sie in ihr Zimmer kam, da stand sie lange am Fenster in Traurigkeit. Als sie am traurigsten war, kamen von drüben, । ihre Seele anrufend, mit Macht die Klänge einer Flöte. . Sie wußte es sofort: er sprach zu ihr. Er zeigte ihr: Nichts kann uns trennen, lieber alles Trennende hinweg — mag es auch so hoch wachsen — wie es will, findet meine Liebe den Weg — hinüber zu dir. Als die Flöte schwieg, da nahm Cornelie von dem Schranke die kleine Geige, auf der sie als Kind gespielt hatte. Und sie führte den Bogen über die lange verstummten Saiten, um der Flöte Antwort zu geben. Noch war es eine stammelnde, ungeschickte Sprache, die es erst lernen mußte, sich kund zu tun. Aber der Frühling war ja noch lang. Immer besser würde sie klingen. Immer stärker würde über den grünen Wald hinweg die Stimme der Liebe dringen zu dem, der sie anrief und ihrer wartete. Doch finster und finsterer wurde es, je weiter der Ballon in die Stratosphäre hineingeriet und je mehr er sich dem äußeren Rand der Lufthülle und damit dem Weltenraum näherte. Bei 21000 Metern zeigte der Himmel eine schwarzviolettgraue und bei 22 000 Metern eine schwarzgraue Tönung. Höher kamen die mutigen Forscher und Flieger nicht. Wahrscheinlich wären sie bei den nächsten tausend Meter in völlige Nacht hineingeraten. Aber das Schicksal wollte es anders. Neue Männer werden an die Stelle der verunglückten Flieger treten, neues und verbessertes Gerät wird bereitstehen. Vielleicht wird Piccard der Mann sein, der mit einem Ballon aufsteigt, bei dem schon alle Mängel des „Ossoviachirn" beseitigt sind, vielleicht wird zur allgemeinen Ueberraschung bald ein brauchbares Stratosphärenflugzeug vom Erdball fortftreben. Sicher ist, daß der Gelehrte und der Techniker Hand in Hand arbeiten, daß die Stratosphärenflüae anregend und anfeuernd gewirkt haben und daß die in den unermeßlichen Höhen und Weiten gemachten Beobachtungen die Stratosphäre für den Wissenschaftler aber auch für den kühnen Flieger nur noch verlockender erscheinen lassen. Hockschulnachnchten. Dem ao. Professor für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität Göttingen Dr. med. Edwin Hauberrisser ist der ordentliche Lehrstuhl für Mund-, Zahn-, Kiefer-Heilkunde an der Universität Bonn angeboten worden. schine in Bewegung setzt. Unaufhörlich arbeiten die Kolben, sprühen die Funken, rotieren die kleinen und großen Räder. Sie fingen die gleiche Melodie von Derantwor- tungsbewußtsen, Pflichtgefühl und Gemeinschaftsgeist, wie die Menschen, die an ihnen arbeiten, um ihr Wissen zum Gesamtwohl der Reisenden zu bereichern. Wahrscheinlichkeitsrechnung. „Und können Sie beschwören, Herr Zeuge", fragte der Richter, „daß der Angeklagte Ihre Tauben abgeschossen hat?" „Beschwören?" wehrte der Zeuge ab, „wie soll ich das denn beschwören? Ich kann nur sagen, daß es sehr wahrscheinlich ist!" „Inwiefern sehr wahrscheinlich?" erkundigte sich der Richter. „Ja", erwiderte der Zeuge, „erstens traf ich ihn mit einem Gewehr auf meinem Grundstück. Zwei- tens hörte ich kurz darauf einen Schuß. Drittens fielen vier meiner Tauben zu Boden, viertens fand ich diese Tauben später in seiner Tasche — und ich habe natürlich keinen Grund zu der Annahme, daß sie Selbstmord begangen haben.. Wort: „Vorbei!" r . . Fortan würde ihr der Tag von seinem Anfang bis zu seinem Ende dahinrollen wie ein Rad, das Der Hauptbahnhof auf der Tischplatte Bei den Studenten der Rangierwissenschaft. Musik im Frühling. Twn Grete Masse. Sje hatten sich, über den weiten Platz hinweg, in die Fenster sehen können, solange die Bäume entlaubt waren. Es war ihre Freude gewesen am Abend und am Morgen, dieses Schauen hinüber zu den Zimmern, in denen sie lebten. Man sah die Tapete, sah Schrank, Tisch, Stuhl und ein Stück des Lagers, auf dem man ruhte und träumte, und jedes wußte vom andern, wessen Bild die Träume füllte. Doch schöner als das Zimmer und seine Dinge, war es, die geliebte Gestalt des andern drüben zu sehen, wenn ihm um Stirn und Haar der Glanz der Frühe ober das rötliche Licht des finkenden Tages lag. Sie hatten die Gesichter sich zugewendet und sahen sich an, wie Sterne sich ansehen, still, lange, unbeweglich über den weiten Raum hinweg. Und dann neigten sie sich aus den Fenstern und erweckten mit dieser Bewegung den Eindruck, als neigten sie sich einander entgegen wie Aehren im Wind, die dem gleichen Kornfeld entsprossen. Nun war der Frühling gekommen, und aus den kahlen Zweigen der Bäume schlug das erste Grün wie Licht. Noch war es zart und feingefaltet. Es war wie ein Schleier von smaragdener Farbe, der für jeden das Drüben undeutlicher machte, aber doch noch die Umrisse, die Gebärden erkennen ließ. _ Sterne waren sie noch — aber Sterne hinter grünen Wolken. Dann aber kam warmer Regen. Und warme Nächte tarnen auch . Der Regen strömte vom Himmel wie laue Flut sieben Tage und sieben Nächte hindurch, kaum, daß das Rieseln wenigstens für Stunden dünner wurde Plötzlich stand der Regen still und rann nicht m®a waren an den Bäumen die letzten Knospen gesprungen und zu Blättern geworden. Zw.schen ihnen, den Liebenden, war nun nicht mehr ein Schleier, durch den sie sich noch ahnen und ersahen tonnten, sondern eine lichtgrune Wand e n Stuck . Wald, in dessen Hohen Blatt neben Blatt s°b dicht wie im Gefieder des Vogels Feder neben Feder ^Cornelie stand am Morgen bestÜZt an ihrem Fenster und sah hinab auf diesen Wald, den es nicht kümmerte, daß er Blick von Blick gerissen, Gruß von Gegengruß, ja — Seele fast von Seele. Cornelie stand da und wußte nur ein einziges Die lockende Stratosphäre Der Kampf um die Eroberung des Weltenraumes. Bahn-Radrennen in Gießen. Arn nächsten Sonntag steigt auf der Aschenbahn der Spieloereinigung 1900 das erste Gießener Bahnrennen in diesem Jahre, welches, wie schon berichtet, vom Gießener Radfahrer-Verein von 1885 e. 23. veranstaltet wird. Im ganzen sind es vier verschiedene Rennen mit Dor- und Zwischenläufen. Das Hauptinteresse wird wohl das 50-Kilometer- Mannschaftsrennen nach Sechs-Tage-Art finden. Während der Rennen konzertiert Die SA.-Stan- dartenkapelle 116. arbeiten zu den Olympischen Spielen 1936 teilzunehmen. Der 13. Mai, der zweite Tag des unbekannten Sportsmannes, steht unter der Bezeichnung „D e r Tag der Mittelstreckler und der Wer- f e r". In vielen Orten des Reiches werden folgende Kämpfe durchgeführt werden: 500-Meter-Lauf, 800- Meter-Lauf, 1500-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Speer- Die Meldungen find sehr zahlreich eingegangen. , Nicht weniger als zehn Mannschaften mit 20 Fahrern sind verpflichtet worden. Aus der Meldeliste seien nur die Mannschaften Gebr. Schorn (Köln), Zacharias/Müller (Koblenz), Grohmann/Drumm (Kassel), Psesfermann/Weiß (Fulda) erwähnt. Aber auch die Gießener Mannschaften Preis/Faust und Mebus/Spatz verstehen zu kämpfen. Die anderen noch startendenMannschaften sind hier noch weniger bekannt. , Vorauszusagen, welches die Sieger in den einzelnen Rennen sind, fällt bei der Gleichwertigkeit der genannten Mannschaften schwer. Haltet euch alle bereit! Reichssportführer von Tschammer und O st e n hat zu der Suche nach dem unbekannten Sportsmann folgenden Aufruf erlassen: Die Tage des unbekannten Sportsmannes nahen. Am 13 Mai werden im ganzen Reich Kämpfe durchgeführt, die als Olympia-Prüfungsweltkämpfe angesprochen werden dürfen, aber keine fertigen Olympiakämpfer am Start sehen werden. Der unbekannte Sportsmann hat das Wort. Er, der sonst vielleicht in der SA., SS., HI. ober in irgenbeiner anberen Organisation seine Pflicht tut, foU und wird Gelegenheit erhalten, Proben seines Könnens abzulegen. Es geht hierbei weniger um den Sieg als vielmehr darum, baß im Rahmen biejer Olympia-Prüfungswettkämpfe die gesamte deutsche Jugend getreu dem Willen des Führers eingespannt wird in die Vorbereitungsarbeit zu den Olympischen Spielen 1936. Selbst wenn nicht ein einziger von denen, die am „Tag des unbekannten Sportsmannes" berufen sind, auserwählt wird, kann der Zweck dieser Prüfungskämpfe als erreicht angesehen werden. Denn eines haben wir getan: unsere Pflicht. Wir wollen und werden jedem deutschen Volksgenossen, gleichgültig, ob er einer Organisation und gleichgültig welcher Organisation er angehört, Gelegenheit geben, selbst an den Vorbereitungs- Fliegen — dieser jahrtausendalte Traum der Menschheit ist längst Wirklichkeit geworden. Doch unerreichbar scheint trotz der Erfindung des Flugzeuges das Geheimnisvolle am Rande und jenseits der den Erdball umgebenden Lufthülle. Es scheint so — vorläufig wenigstens. Lachte einst die Menschheit über den verwegenen Gedanken, es ben Vögeln gleichzutun, so steht sie heute den Pionieren der' Lust voller Respekt und Hochachtung gegenüber. Wofür einstmals niemand Geld bereitfteüen wollte, weil es sinnlos schien, Experimente ins Blaue hineinzufinanzieren, dafür find jetzt überall namhafte Beträge vorhanden. Schon entwickelt sich bei den Völkern so etwas wie ein Wettlauf in d i e Höch st en Höhen hinein, ein Wettkampf im Bau der geeignetsten Luftmaschine, ein Ringen um den Ruhm, am weitesten vorgestoßen zu sein und einen Blkck in den grenzenlosen, die Phantasie begabter Schriftsteller immer wieder erregenden Weltenraum geworfen zu haben. Die Stratosphäre, jene äußere Lufthülle, die etwa in 11 000 Meter Höhe beginnt, lockt und reizt und läßt die Forscher nicht ruhig schlafen. Piccard war einer der ersten, der wirklick „hoch kam, der jedoch, gemessen an den Weiten der Erde oder gar ben unbekannten Größen des Weltraumes, kaum mehr als einen kleinen Sprung nach oben unternommen hat. Dennoch war sein erster Flug eine Leistung, die auch seinen Gegnern Achtung abringen mußte. Piccard, der Pionier und Wegweiser in die Stratosphäre, hat gezeigt, wie es zu machen ist, was natürlich nicht ausschließt, daß auch das Flugzeug in den Dienst dieser Höhenforschung gestellt werden kann. Wir haben heute Maschinen, die beträchtliche Hohen erreichen. Jedoch ein Flugzeug, das auf z w a nober breißig Kilometer hinauf will, läßt sich nicht so einfach konstruieren. Ist bie Frage des hermetischen Verschlusses der Kabine gelöst, ebenso die der Sauer st offzuführung für die Besatzung, dann ergeben sich auf der anderen Seite aus der gleichen Materie der dünnen Lust heraus für den Motor unendliche Schwierigkeiten. Je dünner die Luft ist, desto geringer wird die Zugkraft der Motoren. Die Kraft der Motoren muß aber auch ausreichen, um eine gewaltige Last in die Stratosphäre hinaufzuheben. Denn nicht nur Mannschaft und Messungsgeräte sind mitzunehmen, sondern auch ein nicht unerheblicher Vorrat an Deien und Treibstoffen. Alle diese und andere werfen, Diskuswerfen. Die Sieger und qualifizierten Bewerber erhalten neben Auszeichnungen das Recht, sich an den Nach- Wuchslehrgängen der betreffenden Sportfachschaften zu beteiligen. Die anderen aber nehmen die Gewißheit mit nach Hause, ihre Pflicht getan zu haben. Ein Lohn wird ihnen nicht zuteil. Für ihre Bemühungen können wir ihnen daher nur durch eine schlichte Anerkennung danken, die in der regen An- teilnahme an den Kämpfen des unbekannten Sportsmannes zum Ausdruck kommt. Haltet euch deshalb alle bereit! Seid am 13. Mai Zeuge der Kämpfe unserer „Unbekannten"! Handball der Sp.-Dg. 1900. Fuhballsporlverein Frankfurt bei 1900 zu Gast. Morgen (Samstag) abend kommt auf dem 1900- Sportplatz wieder ein interessantes Treffen zum Austrag. Die zur Zeit beste Frankfurter Handball- mannschaft, die erste Elf des Fußballsportvereins, steht der gleichen Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegenüber. Im harten Kampf der Verbands- spiele erkämpften sich die Leute vom Bornheimer Hang die Teilnehmerberechtigung auf ben Aufstiegspielen zur Gauliga. Die Gäste pflegen ein wuchtiges Spiel, das natürlich auch technisch vollkommen auf der Höhe ist. Die 1900er, die mit einer starken Mannschaft antreten wollen, werden den routinierten Frankfurtern gegenüber keinen leichten Stand haben. Es wirb sehr viel davon abhängen, wie bald sich die Mannschaft findet. Aus dem Tumgau Rordhessen (OT.) Ein Olympia-Lehrgang im Kunstturnen. Die Spitzenturner des Turngaues Nordhessen werben tommenben Samstag und Sonntag (5. und 6. Mai) in Kassel zu gemeinsamer Schulung zu- sammengefaßt. Der von Gauoberturnwart R. Paul (Gießen) und ©aumännerturnroart Dahms (Bad- Wildlingen) geleitete Lehrgang hat die Aufgabe, die besten Geräteturner des Gaues für die Olympischen Spiele vorzubereiten. Aus jedem der zwölf Turn- . kreise sind drei Turner zur Teilnahme verpflichtet. , Samstagabend findet ein kameradschaftliches Bei- ■ sammensein statt, in dessen Verlauf Gaudietwart Probleme technischer Art sind Gegenstand des Kopfzerbrechens der Flugzeugkonstrukteure. Augenblicklich macht ein französischer Konstrukteur namens Conzinet von sich reden, der schon seit zehn Jahren an einem Stratosphärenflugzeug baut. Er glaubt eine Maschine entworfen zu haben, die bis auf 15 000 Meter steigen und hier oben noch mit den gleichen Motoren trotz der verdünnten Luft eine Stundengeschwindigkeit von 400 Kilometern entwickeln kann. Vorläufig scheint der Ballon noch das beste Beförderungsmittel in die Stratosphäre zu sein. Der Unfall der „Ossoviachim"-Expedition, bei dem die russischen Forscher ihr Leben einbüßten, hat neue Probleme aufgeworfen, die bewältigt sein wollen und auch im Hause der Jahre gelöst werden. Dieser Ballon war dem des Belgiers Piccard nachgebildet worden. Er kam am 30. Januar b i s zu 22 000 Meter hinauf. Interessant ist, was die Aufzeichnung über die Farbenskala in diesen Höhen ergaben. In einer Höhe von 8500 Metern war der Himmel noch blau gefärbt, bei 11 000 Metern verdunkelte sich das Blau, bei 13 000 Metern ging es in ein Tiefviolett über und wechselte bei 19 000 Metern zum Tiefviolett-Blau. Haben Sie schon einmal in das Innere einer । modernen O-Zug-Lokomotive geblickt? Sicherlich nicht, denn leider gibt es in ganz Deutschland nur eine einzige Lokomotive, die buch st üblich auf- ge schnitten worden ist. Sie stellt ein Prachtstück der technischen Pädagogik dar und steht in der deutschen R e i ch s b a h n z e n t r a l s ch u l e Brandenburg-West. Diese Schule, die säst jeder Eisenbahner besucht, befindet sich auf einem weiten von friedlich dahinfließenden Gewässern umgebenen Gelände. Sie steht inmitten von zahlreichen Gebäuden, die im Besitz der Reichsbahn sind, von Siedlungshäusern und Gießereien, vorbildlichen Versuchsstätten und Spezial-Lehranstalten. Hier in der Reichsbahnzentralschule sitzen die Eisenbahner auf Schulbänken, heben den Finger hoch, wenn sie eine Antwort auf die gestellten Fragen wissen, wie wir es alle in der Schulzeit einmal getan haben. Der Schaffner sitzt neben dem Ingenieur, der Weichensteller hat den Platz neben dem zukünftigen Lokomotivführer angewiesen bekommen. Aber nicht nur während der Unterrichtsstunden kommen die Reichsbahnkandidaten zusammen, sondern sie wohnen während der durchschnittlich sieben Wochen dauernden Schulzeit in diesem Institut. „Wir haben ständig über 200 kommende Eisenbahner im Examen", sagt einer der hier beschäftigten Lehrer. Die Unterrichtsstunden sind einzigartig und auch für den Außenstehenden hochinteressant. Auf großen Tischen sind weitverzweigte Bahn- und Geleisanlagen aufgebaut. Winzige Personenwagen sind an Puppen-Lokomotiven gefettet und fahren auf dünnen blanken Schienensträngen. Was sich bei der „richtigen" Eisenbahn auf einer Fläche von sieben Kilometer abspielt, ist auf diesem Tisch haargenau rekonstruiert worden. Sogar die Ortsbezeichnungen an den einzelnen Wagen fehlen nicht. Da hier die Uebersicht der gesamten Anlagen wesentlich leichter ist als das langgestreckte Gleisgewirr der großen Verkehrsknotenpunkte, läßt sich das Rangieren bestimmter Strecken bedeutend besser studieren und erlernen. Die Technik des Rangierens ist hier eine Wissenschaft, von deren Erforschung Lebensschicksale abhängen. Auf diesen Geleisen verkehren fast ausschließlich Züge, die ewig vom Unglück verfolgt sind. Wenn Oer plan der Bayreuther Testspiele 1934. Der Plan für bie Bayreuther Bühnen- fest spiele 1934 ist nunmehr fertiggestellt und sieht folgendes vor: Gesamtinszenierung: Heinz Tietjen. Dirigenten: Dr. Richard Strauß, Heinz Tietjen, Karl Elmendorfs und Franz von Hoeßlin. Als Solisten wirken mit: „Par sifal": Parsisal: Helge Roswaenge; Kundry: Martha Fuchs; Amfortas: Herbert Janssen und Jaro Prohaska; Gurnemanzr Ivar An- die Lokomotive kurz vor dem zu erreichenden Ziel ; ist, gebietet die Signallampe: Halt! Im nächsten 1 Augenblick wird ein Wagendefekt festgestellt, wäh- ' renö einige Sekunden später eine Geleisanlage aus unerklärlichen Gründen schadhaft geworden ist. Auf dieser Strecke kennt man nicht die zur Selbstverständlichkeit gewordene Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Reichsbahn. Hier gibt es nur eine Fülle der verschiedenartigsten Hindernisse. Aber glücklicherweise gibt es auch stets einen Handgriff, der allein genügt, um Eisenbahnkatastrophen zu verhindern, unvorhergesehene Zwischenfälle zu beheben. Ihn zu finden ist die Aufgabe der Schüler der deutschen Reichsbahn. Aber nicht nur mit Alarmglocken und Signaleinrichtungen, Klingelanlagen und Telephonzentralen müssen die späteren Rangierer Bescheid wissen. Sie müssen die geheimnisvolle Sprache der Eisenbahn perfekt sprechen und lesen können, müssen wissen, daß ein A 4 ü ein Wagen erster Klasse ist, auf vier Achsen rollend, mit Faltenbalg und Uebergangsbrüde versehen. Ja, es ist sogar erforderlich, mit der Sendetechnik genau Bescheid zu wissen. Denn das Rangieren auf den riesigen deutschen Güterbahnhöfen wird heute meist mit Hilfe des Radios durchgeführt. Der Rangierleiter gibt feine Anweisungen dem Lokomotivführer durch den Aether, der den Befehl durch einen besonders gefertigten, in der Maschine eingebauten Empfänger erfährt. All das lernen die Eisenbahnschüler hier. Sie studieren an der erwähnten ausgeschnittenen Lokomotive jedes einzelne Getriebe bei der Arbeit, beobachten die unendlich vielen Rädchen und Ventile, Schrauben und Röhren, sehen, wie sie in den Arbeitsprozeß hineingezogen werden, lernen, wie sich aus Wasser und Feuer die notwendige Dampskrast entwickelt und später den Mechanismus der Ma- dresen und Joseph von Manowarda; Klingsor: Robert Burg; Titurel: Franz Sauer; Gralsritter: Fritz Marcks, Hans Wrana. Solo-Blumenmädchen: Franziska von Dobay, Irene Hoebink, Hildegard Weigel, Kjsthe Heidersbach, Jrmingard Scheidemantel, Margery Booth. „Meistersinger": Hans Sachs: Rudolf Bockelmann, Jaro Prohaska; Walter von Stolzmg: Max Lorenz; Eva: Maria Müller, Käthe Heidersbach; Magdalena: Ruth Berglund; Veit Pogner: Ivar Andresen, Joseph von Manowarda; Beckmesser: Eugen Fuchs; Kothner: Herbert Janssen; Vogelsang: Willi Störring; Nachtigall: Hans Wrana; Zorn: Gerhard Witting; Eißlinger: Gustav Rodin; Moser: Fritz Marcks; Ortel: Edwin Heyer; Schwarz: Franz Sauer; Foltz: Richard Ludewigs Rh e in g old": Wotan: Rudolf Bockelmann, Jaro Prohaska; Frigga: Sigrid Onegin; Freia: Käthe Heidersbach: Erda: Karin Carlsson; Woglmde: Franziska von Dobay; Wellgunde: Hildegard Weigel; Floßhilde: Margery Booth; Loge: Fritz Wolff; Donner: Herbert Janssen, Jaro Prohaska; Froh: Martin Kremer; Fasolt: Ivar Andresen; Fasner: Joseph von Manowarda; Albrich: Robert Burg; Mime: Erich Zimmermann. .Walküre": Siegmund: Franz Völker; Sieglinde- Maria Müller, Kirsten Flagstad; Wotan: Rudolf Bockelmann, Jaro Prohaska; Brunhilde: Frieda Leider; Frigga: Sigrid Onegin; Hunding: Jo eph von Manowarda; Walküren: Erna Aubel, Karin Carlsson, Ruth Berglund, Lilli Neitzer; Grethe Krauger, Margery Booth, Hanna Kerrl. „Siegfried": Siegfried: Max Lorenz; Brunhilde: Frieda Leider; Wanderer: Rudolf Bockel- mann, Jaro Prohaska; Erda: Sigrid Onegin; Mime: Erich Zimmermann; Alberich: Robert Burg; Waldvogel: Käthe Heidersbach; Fafner: Joseph von Manowarda. _ . „Götterdämmerung : Siegfried: Max Lorenz; Brünhilde: Frieda Leider; Hagen: Joseph von Manowarda; Gunther: Herbert Janssen, Jaro Prohaska; Alberich: Robert Burg; Gutrune: Kirsten Flagstad; Waltraute: Sigrid Onegin; Erste Norne: Sigrid Onegin; Zweite Norne: Ruth Berglund; Dritte Norne: Melitta Amerling; Woglinde: Fran- , ziska von Dobay; Wellgunde: Hildegard Weigel; i Floßhilde: Margery Booth. i Festspielorchester: 137 Mitglieder. Erster Konzert- , meister: Professor Edgar Wollgandt vom Ge- I wandhaus-Orchester Leipzig. Festspielchor: 105 Mitglieder; Leitung: Professor Hugo Rüdel (Berlin). — Bei der Festspielwiese in den „Meistersingern" - wirkt ein Sonderchor von 250 Personen, bestehend ■ aus Bayreuther Bürgern, mit Vesper (Homberg) sprechen wird. Außerdem wird Gaumänneraturnwart Dahms einen Vortrag über die Turner-Weltmeisterschaften in Budapest halten. Erste Kräfte des Gaues find als Lehrer zu dem Lehrgang berufen. Amtliche Tabelle der Bezirkskiaffe, Gruppe Oberheffen. Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. SD. Bad-Nauheim 18 12 3 3 27:9 SV. 05 Wetzlar 18 11 4 3 26:10 FV. Ockershausen 18 9 4 3 22:14 RSV. Germania Marburg 18 8 4 6 20:16 DfB.-Reichsbahn Gießen 18 8 4 6 20:16 SV. Großkarben 18 8 3 7 19:17 FE. „Teutonia" W.-Steinberg 18 8 2 8 18:18 Spvg. 1900 Gießen 18 6 5 7 17:19 VfR. Butzbach 18 1 4 13 6:30 SD. 20 Lollar 18 2 1 15 5:31 SB. Bad-Nouheim ist zwar Tabellenerster mit einem Punkt Vorsprung vor dem SV. 05 Wetzlar, muß aber noch mit Langenseelbold und Niederbrechen um den Aufstieg kämpfen. Die Aufstiegskandidaten 09 Kassel, Germania Fulda und Wallau spielen in einer zweiten Gruppe. Don jeder Gruppe steigt nur einer zur Gauliga auf. Die Aufstiegspiele beginnen am 6. Mai und enden am 17. Juni. Der SV. 05 Wetzlar hat unter ganz ungünstigen Umständen die Serie durchgeführt. In Fußballerkreisen ist man sich darüber klar, daß der SV. sich bei den Rivalen durchgesetzt hätte. Der FD. Ockershausen hat seine Punkte fast alle auf eigenem Platze geholt. Germania Marburg und VfB.-Reichsbahn Gießen stehen mit 20:16 Punkten gleich, doch das Torverhältnis der Germanen ist günstiger. FE. „Teutonia" Watzenborn-Steinberg hat sich als Neuling ganz gut bewährt und steht mit einem Punkt vor 1900 Gießen. VfR. Butzbach und SV. Lollar haben ein Jahr in der Klasse gespielt. Es fehlt diesen Vereinen doch noch die nötige Spielerfahrung, Lollar hat zudem wenig Glück bei seinen Spielen gehabt. Abkommen zwischen HI. und Westdeutschem Gchüler-^uderverband. Zum 1. Mai 1934 wurde zwischen der Obergebietsführung West der HI. und dem obengenannten Verband ein Abkommen getroffen, wonach jedes Mitglied eines Schülerruderoereins persönlich der HI. beizutreten hat. Ein straffer Trainings- und Uebungsruderbetrieb in den Vereinen unter Führung der HI. ist gewährleistet. Oberleutnant Momm ohne Fehler. Reil-Turnier in Rom am Mittwoch. Nach einer eintägigen Ruhepause wurde das internationale Reit-Turnier in Rom am Mittwoch mit dem schweren Jagdspringen um den „Preis der Stadt Rom" fortgesetzt. Als einziger Deutscher blieb wieder Oberleutnant Momm auf Baccarat ohne Fehler, doch war er zu langsam, um für die nähere Entscheidung in Betracht zu kommen. Sieger wurde der französische Leutnant de Maup^ou auf Espiatz mit 0 Fehlern und einer Zeit von 2:14,8 vor Major Bettoni (Italien) aus Judex. Oberleutnant Momm kam auf den sechsten Platz mit einer Zeit von 2:23,4 Minuten. Die übrigen deutschen Pferde waren nicht ganz auf dem Posten und schieden vorzeitig aus. Kurze Sportnotizen. Nach einundzwanzig Jahren wurde nun der Weltrekord im Hammerwerfen verbessert. Bei einem Universitäts-Sportfest in Philadelphia kam der Student Hullman Holclomb auf 59 Meter; der alte Rekord mit 57,77 Meter war seit 1913 im Besitz des Amerikaners I. P. Ryan. * Einen neuen Rekord erzielte bei ihrem ersten Freiwasserstart die Krefelder Brustschwimmerin Martha Genenger über 200- Meter mit 3:09,6 Minuten; allerdings betrug die Bahnlänge nur 33Vs Meter. Der alte Rekord ist mit 3:10,4 im Besitz der Charlottenburger „Nixe" Suchardt. * Oesterreichs Fußballmeister wurde Admira Wien. In Italien holte sich Juventus Turin die Meisterschaft. Von (Tramm schlug bei den internationalen Tennismeisterschaften der Tschechoslowakei S§ o f k a (Tschechoslowakei) mit 6:2, 6:0 und Marsalek mit 6:2, 6:1. ♦ Für das Marienburger Dreiecksrennen, das am kommenden Sonntag zur Austragung gelangt, haben insgesamt 190 Fahrer gemeldet. Die besten deutschen Motorrad-Rennfahrer sind selbstverständlich am Start. Wirtschaft ausgerichtet ist? Die Handelst »andelsspannen für Trinkmilch waren vor Was bezweckt die Neuordnung der deutschen Milchwirtschaft? ^indennarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt in Gießen standen 680 Stück Großvieh, 132 Fresser und 177 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milch, kühe oder hochtragende Kühe: 1. Qualität 330 bis 470 Mark, 2. Qualität 220 bis 300, 3. Qualität 140 bis 200 Mark; b) Schlachtkühe: 1. Qualität 130 bis 285, 2. Qualität 80 bis 130 Mark; c) Rinder: bis jährig, 60 bis 110, 3/*= bis 2jährig 80 bis 160, tragend 190 bis 350 Mark; d) Kälber: das Pfund Lebendgewicht 20 bis 35 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: Dormarkt lebhaft, später schleppend. Frankfurter Schlachtviel markt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Auftrieb: Rinder insgesamt 48 (gegen 67 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 16 Ochsen, 5 Bullen, 19 Kühe und 8 Färsen. Kälber 1162 (976), Schafe 15 (23), darunter 10 (20) Hümmel, Schweine 594 (547). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber: Sonderklasse —, andere a) 49 bis 50, b) 46 bis 48, c) 38 bis 45, d) 27 bis 37. Lämmer und Hämmel: bl) Stallmafthäm- mel 39; Schafe nicht notiert. Schweine al) —, a2) —, b) 40 bis 43, c) 40 dis 43, d) 37 bis 42, e) —, f) —, gl) —, g2) —. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagmarkt blieben Kälber und Schweine unverändert, Hämmel zogen um eine Mark an. Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine langsam, ausoerkauft. Flei sch großmarkt. Beschickung: 989 Viertel Rindfleisch, 224 ganze Kälber, 10 ganze Schafe bzw. Hämmel, 797 Schweinehälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 53 bis 58, II 49 bis 53; Bullenfleisch 48 bis 54: Kuhfleisch II 38 bis 46, III 30 bis 36. Kalbfleisch II 70 bis 80, III 65 bis 70. Hammelfleisch 75. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch 60 bis 66. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig. Bekanntmachung: Der ursprünglich am Donnerstag, 10. Mai (Himmelfahrtstag) stattfindende Schlachtviehmarkt, wird bereits am Mittwoch, 9. Mai abgehalten. Neuordnung des Trinkmilchmarktes stark überhöht und waren ofl höher als der Preis, den der Bauer selbst betam. In erster Linie mußten daher die Handelsspannen verringert werden, was durch planmäßige Ausschaltung überflüssiger Zwischenglieder im Berteilungsapparat weitgehend erreicht wurde. Dadurch konnte teils eine Entlastung für den Verbraucher, teils eine bessere Belohnung für den Bauern eintreten. Damit dem Verteiler jebocf) seine Existenz erhalten wird, wird ihm ein bestimmter Umsatz zugewiesen, der meist dadurch erhöht wird, daß die unmittelbare Belieferung des Verbrauchers durch den Erzeuger oder Selbftmarkter weitestgehend beschränkt wird. Durch die Festsetzung von Preisen wird der Verteiler vor den früher üblichen Preisschleudereien geschützt. Um eine lohnende Verwertung der Ueberschuß- mengen aus dem Trinkmilchaufkommen zu erzielen, werden die Molkereien, wo dies den praktischen Dedürfnisien entspricht, in den Weg der Milch vom Erzeuger zum Verbraucher eingeschaltet. Grundsätzlich wird.also die Milch vom Erzeuger über die Molkekei und den Verteiler dem Verbraucher zuge- führt. Die Einbeziehung der Molkereien trägt zwei- plus 2,40 v. H., Aku waren zu 59,75 v. H. unverändert. Farbenindustrie bröckelten um 0,25 o. H. auf 129,25 v. H. ab. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls sehr klein. Neubesitzanleihe schwankten zwischen 15.80 bis 16 v. H., Altbesitzanleihe gingen um 0,40 v. H. auf 94,75 v. H. zurück. Stadtanleihen gaben überwiegend um 0,25 bis 0,50 v. H. nach, während Staatsanleihen keine Veränderung aufwiesen. Goldpfandbriefe lagen gut behauptet, dagegen tendierten Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligatio- nen uneinheitlich bei Abweichungen von 0,25 bis bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten. Fremde Werte lagen still und nur wenig verändert. — Tagesgeld unverändert 3,75 v. H. Abendbörse geschäflslos. Auch an der Abendbörse hielt die starke Zurückhaltung an, da von der Kundschaft jegliche Auftragserteilung fehlte. An den Aktienmärkten stagnierte das Geschäft fast vollkommen die meist nominellen Kurse lagen überwiegend etwas unter dem Berliner Schlußniveau, besonders Montanaktien bröckelten weiter ab. Schwach lagen am Kunstseidemarkt Aku, die auf niedrige Amsterdamer Kursmeldungen nach Minus-Ankündigung schließlich 1,75 v. H. verloren. IG. Farben waren bei kleinem Umsatz behauptet. Im Verlaufe hielt die Gefchäftsstille weitgehendst an. Am Rentenmarkt zeigte sich bei Börseneröffnung etwas Interesse für deutsche Anleihen, das Geschäft war aber auch hier nur gering. Neubesitz lagen um 10 Pf., Altbesitzanleihe um 0,13 v. H. höher. Späte Reichsschuldbuchforderungen taxierte man unverändert 94,40 v. H. Im Verlaufe wurden Neubesitz im freien Markte etwas niedriger bewertet. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 16,15, Altbesitzanleihe 94,75, Schutzgebietsanleihe v. 1908 bis 1911 8,90, do. v. 1913 9,10, do. v. 1914 9.30, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 68, Reichsbank 146,50, Gelsenkirchen 61, Harpener 89, Mannesmann 63,50, Rheinstahl 90, Aku 58, Bekula 128,50, Bemberg 64,50. In der Neuordnung des Marktes für landwirtschaftliche Erzeugnisse, die auf der Grundlage des Reichsnährstandsgesetzes durchgeführt wurde, ist neben der Regelung des Getreidemarktes der Aufbau der deutschen Milchwirtschaft bisher am weitesten fortgeschritten. Während durch das Reichserbhofgesetz der Bestand der deutschen Bauernhöfe gesichert wurde, ist durch die Regelung der Milchwirtschaft ein bedeutender Teil der bäuerlichen Wirtschaft in feste Bahnen geleitet worden. Dadurch wird endlich dem unlauteren Wettbewerb und der Spekulation mit lebenswichtigen Nahrungsmitteln des deutschen Volkes ein Ende gesetzt und dem Bauern die Sicherheit gegeben, daß er für seine Arbeit stets ausreichende Entlohnung erhält. Um die Neuordnung des Marktes einheitlich zu regeln, sind 15 Milchwirtschaftsverbände aufgestellt worden, die sich wiederum in eine Anzahl von Milchversorgungsverbänden aufgliedern. Don dieser Organisation werden nicht nur die Erzeuger, sondern zwangsläufig auch die Molkereien erfaßt. Auf Grund weitgehender Ermächtigungen sind die Verbände in her Lage; die Preise für Trink- und Werkmilch festzusetzen und den Absatzweg der Milch bis ins einzelne vorzuschreiben. Welches sind nun die Ziele, auf die die praktische Arbeit der Verbände fellos zu einer wesentlichen Verbesserung der Güte der Frischmilch bei; denn es ist dadurch die Möglichkeit Gegeben, eine lückenlose Güteüberwachung und im Anschluß daran eine her Güte entsprechende ab gestufte Auszahlung zu gewährleisten, wie sie früher nicht mögljch war. Die Gütefeststellung wird unter Berücksichtigung des Frischzustandes und des FettgehäUs her angelieferten Milch erfolgen. Von dem Zwang zur molkereimäßigen Bearbeitung wird selbstverständlich Vorzugs- und Markenmilch, die nach den Bestimmungen des Milchgesetzes unter Anwendung besonderer Sorgfalt gewonnen, aus tierärztlich überwachten Einzelbetrieben an den Markt gelangt, befreit bleiben. Um auch bei den Molkereien die Preisspanne auf ein Mindestmaß zu mindern, ist eine möglichst rentable Ausnutzung der Betriebe erforderlich. Um irgendwelche Fehlinvestitionen und andere Betriebsmittel, die Kapitalverluste nach sich ziehen könnten, zu verhindern, stehen die Mvlkereien unter der Aussicht der Milch- . Derforgungsoerbänbe. Da die Verbände auch die Vollmacht haben, den Molkereien Lieferanten und Abnehmer zuzuweisen, wird das Risiko der Molke- reibetriebe weiterhin auf ein Mindestmaß herab- gedrückt. Durch diese umfassende Regelung des Milchmarktes, die genaue Festlegung des Weges vom Erzeuger zum Verbraucher, ist es möglich, den ganzen Markt zu übersehen, jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen, Spekulationen zu verhindern und allen Beteiligten gerechte Preise zu gewährleisten. Auch bei Butter und Käse wird über kurz oder lang durch eine genaue Festlegung des Weges vom Erzeuger zum Verbraucher eine Stabilität des Marktes erreicht werden. Die milchwirtschaftliche Hauptvereinigung unb die Reichsstelle für Milch- erzeugnisse, Oele und Fette haben in Zusammenarbeit mit den 15 Milchwirtschaftsverbänden die Aufgabe, den gesamten Butter- und Käseverkehr entsprechend dem Angebot und dem jeweiligen Bedarf des Marktes zu regeln. Durch hie Zusammenfassung der Hersteller von Kondensmilch und Milch- trockenpulver, die als Fachvereinigung der Deutschen'Milchwirtschaftlichen Vereinigung angegliedert sind, ist ein weiterer Schritt zur Neuordnung des Marktes milchwirtschaftlicher Produkte getan worden. Insgesamt ist durch die Regelung der Milchwirtschaft ein organisches Ganzes geschaffen worden, das die Interessen der Erzeuger, der Verbraucher und des Handels gegeneinander ausgleicht und jedem einen Anteil an her Bedarfsdeckung zusichert. Aur Zeit von einer kaum noch zu überbietenden Geschäftsstille beherrscht, wobei die schwebenden Transfer-Verhandlungen der Hauptgrund für die außerordentliche Zurückhaltung sowohl der Bankenkundschaft, als auch der Spekulation fein dürfte. Die Auftragserteilung hielt sich weiter in denkbar engsten Grenzen, zum Teil erfolgten noch kleine Entlastungsverkäufe. Aus der Wirtschaft lagen einige günstige Mitteilungen vor, so u. a. die weiter stark zunehmende Stromerzeugung, die aber bei der Enge des Geschäfts ohne Wirkung bleiben mußte. Die Grundstimmung war nicht unfreundlich, wenn auch die Kursgestaltung wieder ein sehr uneinheitliches Bild bot. Das Interview des Reichswirtschaftsministers fand Beachtung, insbesondere die erneute Feststellung gegen eine jegliche Art von Inflation ober Währungsentwertung. Hiervon zog der Rentenmarkt einigen Nutzen, an dem die Neubesitzanleihe bei allerdings kleinem Umsatz eine weitere Erholung um 20 Pf. auf 16,13 v. H. verzeichneten, daneben gewannen Altdesitz 0,40 v. H., wogegen aber Stahlverein-Bonds 0,65 v. H. und umgetauschte Dollar-Bonds ebenfalls eine Nuance schwächer lagen. Späte Reichsschulbuchforderungen waren etwa behauptet. Am Aktienmarkt waren einige Werte noch etwas mehr gedrückt, so Reichsbankanteile um 1,50 v. H., Siemens um 1,75 v. H. Buderus Eisen um 1,25 v. H. und Farbenindustrie um 1 v. H. Auch Schifffahrtswerte zeigten noch keine Besserung, vielmehr verloren Hapag 1 v. H. und Nordd. Lloyd 0,25 v. H., auch Reichsbahn-Vorzugsaktien gaben 0,40 v. H. nach. Auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Veränderungen nach beiden Seiten im Ausmaß von 0,25 bis 0,75 v. H., wobei u. a. Schuckert und Gesfürel zu 0,50 v. H., Klöcknerwerk? 1 v. H. und Scheideanstalt 0,75 v. H. gewannen. Gement Heidelberg lagen auf die Abschlußveröffentlichung gut behauptet, ebenso Ph. Holzmann. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Ge- schäftsstille unvermindert groß, die Kurse erfuhren aber kaum eine Veränderung von Belang, sie hielten sich größtenteils auf dem Anfangsniveau. Merklich fester lagen am Kunstseidemarkt Bemberg mit 5 Millionen Zwischenkredite für Bausparer. Der Reichsverband deutscher Bausparer teilt mit: Aufgrund der vom Reichsverband deutscher Bausparkassen zwecks Heranziehung fremder Mittel für die Bausparkassen geführten Verhandlungen hat nunmehr die Deutsche Bau- und Bodenbank AG. im Interesse der Arbeitsbeschaffung über den von ihr für die privaten Bausparkassen zur Verfügung Gestellten Wechselkredit von rund 60 Millionen Mark hinaus einen Betrag von 5 Millionen Mark bereitgestellt, her für Zwischenkredite an Bausparer solcher Bausparkassen verwendet werden soll, die mit ihr seit längerer Zeit in Geschäftsverbindung stehen. Die Zwischenkredite an Bausparer werden an die einzelnen Bausparer als Vorschüsse auf die aus den abgeschlossenen Bausparverträgen zu erwartenden Zuteilungen gegeben, vorausgesetzt, daß sie im Laufe des Jahres 1934 für die Durchführung von Bauvorhaben verwendet werden. Die Laufzeit der Kredite, die in der Form von Kontokorrentkrediten gegeben werden, beträgt bis zu drei Jahre, d. h. längstens bis 1. Mai 1937. Die Zwischenkredite werden nur solchen Bausparern gewährt, die kreditwürdig sind und die ihren Sparwillen insbesondere durch regelmäßige Leistung ihrer Sparraten erwiesen haben. Die Sicherung erfolgt durch Abtretung der Rechte, die dem Baufparer aus seinem Bausparvertrag zustehen, sowie durch die übliche erststellige Hypothek auf dem Baugrund- stück. Voraussetzung für die Gewährung der Kredite ist, daß in jedem Einzelfall die Bausparkasse, mit der der Kreditnehmer seinen Bausparvertrag abgeschlossen hat, di- Kreditgewährung befürwortet und insbesondere bestätigt, daß aller Voraussicht nach mit einer Zuteilung der bevorstehenden Bau- sparsumme innerhalb der nächsten drei Jahre gerechnet werden kann. * * Bayerische Motoren-Werke, München. Die Gesellschaft, die bekanntlich für 1933 6 (5) v. H. Dividende auf 15 Millionen Aktienkapital verteilt (Generalversammlung 17. Mai), verzeichnet eine Steigerung des Automobilversands auf, 216 v. H., des Motorradversandes auf 110 v. H. des Vorjahres. Auch im Flugmotorengeschäft sei eine Belebung eingetreten. Der Anteil an der deutschen Auto- und Motorradausfuhr konnte erhöht werden. Die Steigerung der Produktion und des Absatzes habe im neuen Geschäftsjahr angehalten, man rechne daher mit einem befriedigenden Ergebnis. Frankfurter Börse. Diitfagsbörfe sehr still. Frankfurt a. M., 3. Mai. Die Börse wird Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt belchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfun a. 2JI. Äerlm Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurs Schlußt. Abend- börse Schluß furt Schlußt. Mittag, börse Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Gchluß- kurs Schlußt. Mittag- böese Datum 2-5- 3-5. 2.5. 3-5. Datum 2-5- 3-5- 2-5- 3-5. •% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 95,5 94,5 95,4 94,75 4% deSgl. Serie 11 ............. 6,65 6,65 — — 6% ehem.7A» Dt. Reichsanl.v. 1929 99,9 99,9 100 100 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1902 4,25 4,25 4,25 3,75 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 90,75 90,25 90,6 90,6 4^%Rum5n.vereinh.Rentev.l91! 7 7 7,1 —— Deutsch, Anl.-Ablös.-Schuld mit 94,75 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3,8 3,8 — — Auölos.-Rechten ............. 94,75 94,9 94,65 8 Anatolier ............... 30 30 30,4 — DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 15,95 16,15 15,7 16,05 6% eiern.8% Hess. BollSstaat 1929 (rückzahlb. 102%j............ 93 93 93 93 Hamdurg-Amerika-Pakel .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 23 20,5 22,5 21 20,4 21 6% Hess. LaodeSbank Darmstadt Gold Ä. 12.................. 91,25 91,25 91,25 91,25 Hansa-Dampfschifs...........O Norddeutscher Lloyd .........O 25,9 25 25,75 25,25 Hess. LandeS^ypotheken- bank Darmstadt Liqui......... 90,5 90,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 65 64 64,5 64,13 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 85,25 85,25 85,5 85 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 94,25 94 Commerz- und Privat-Bonk ... O 42 41 42 41,25 AuSlos..Rechten ............. — Deutsche Bank und Disconto» Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten •% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar biö 1935 94,13 93,2 94,5 _ Gesellschaft................o Dresdner Bank..............O 55 60 55 59 55 60 55 59 91,25 91,25 _ _ Reichsbank ............... 12 149,5 146,5 149,5 147,22 <% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bi» 1936 91,25 91,25 — * A.S.«....................... 24,5 23,65 23,5 23,65 •K% -hem. *yx% Rheinische 90 90 — — Bekula...................... 128,25 103 128 97 102,25 128,25 98,5 102,25 128,13 97,25 102,25 Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe..... 91 90,5 — Rtlien & Guilleaume.........ö Gefellsch.s.Eiektr.Unternehmlmg. 6 Rheinische ElekUkzitLl ....... 5 54 54,25 54 54,5 6% ehern. 8% Pr. LandeSpsand- briejanstalt, Pfqpdbriefe R. 19 94,25 94,25 94,25 94,25 96,5 97,5 91,75 96,5 92 96,5 95,75 •% ehern. 7% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 94 94 94 94 Schuckert6 Co.......... 5 Siemens L Halsr,.......... 90 134,75 89 133 90 132,5 89 133 Steuergutich. Verrechnungskurs.. 97,9 97,9 97,9 97,9 LahmeverSTo. ............10 115,25 115 116 117,5 4% Oesterreich«che Soldrear».... 4,20% Oesterreichische SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 ey,% deSgl. von 1913.......... 22 22,5 — 23,25 74 72,75 73 73 1,15 7 7,25 1,15 7,25 7,15 7,25 1,15 7,35 7,4 7,25 7,35 Deutsche «Ä......TT.T/.V. 4 Gelsenkirchener ......0 Harpener...................0 LoeschStseu—Düln-Neuesseu.. 0 113,25 61,5 90 111,5 61 89 112 61,75 90,75 71,5 111,75 61,25 90 71 6% abgest. Goldmexikaner von 99 8,25 8,13 8,5 8,13 Jlfe Bergbau .............9 •— 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6,65 Q ß5 — — Zlse Bergbau Genüsse...... e 111,5 110,4 111 110,9 4% Türkische BagdadbahwMllelh- 6,65 Klöcknecwerke ........ 2,467 58,50 57,11 12,78 16,52 169,79 21,30 64,18 Geld 2,447 58,36 56,89 12,71 16,46 169,11 21,22 63,92 Devi enmarfl Berlin — Frankfurt a. Bl. 2. Mal 3-Mal Amtliche Notierung (Seit) | Brie' Amtliche Notierung Geld | Sriei Heisings««.. 5,619 47,20 5,631 47,30 5,629 47,20 5,641 47,30 Prag....... 10,40 10,42 10,41 10,43 Budapest ... — Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Holland .... 169,53 169,87 169,48 169,82 ÖSlo....... 63,89 64,01 64,09 64,21 Kopenhagen. 56,79 56,91 56,99 57,11 Stockholm... 65,53 65,67 65,73 65,87 London ..... 12,715 12,745 12,755 12,785 Buenos Aires 0,588 0,594 0,583 0,587 Neu York .... 2.494 2,498 2,495 2,499 Brüssel..... 58,39 58,51 58,42 58,54 Italien..... 21,28 21,32 21,29 21,33 Paris...... 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz.... 81,00 81,16 81,02 81,18 Spant«.... 34,23 34,29 34,25 34,31 Danzig..... 81,66 81,82 81,66 81,82 Japan ...... 0,754 0,756 0,755 0,757 Rio de Ian. . 0,214 0,216 0,212 0,214 Jugostawte». Liiiaba» .... 5,664 5,676 5,664 5,676 11,59 11,61 11,61 11,63 Hreitag,4-Mi 1934 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 105 Dritter Blatt Heil Hitler! Gez.: Sprenger. Oie weiteren Glückwünsche. Wl]|KH|UJU|UlU/ ycuivvu« u- 77.-- mit übergegangen in den Ruhm unserer Universität.! Die Ehren, die sich auf ihn gehäuft hätten als Mit-1 Nachdruck verboten! 32 Fortsetzung. N. etwa-unangenehm--, Peinliches. Er fand gar keine Ruhe, immer und immer wieder mußte er an Regina Graven denken. Erst versuchte er darüber wegzukommen, aber schließlich gab er seinem Bürovorsteher ein paar Weisungen und verließ das Haus. Am Vormittag hatte er keinen Termin wahrzunehmen, und bis zur Sprechstunde am Nachmittag wollte er bestimmt zuruck sein. Er fuhr nach dem Vorort hinaus zu Regina. Er hatte zu großes Verlangen, sie wiederzusehen; aber das ging sie nichts an, er wollte ihr nur vorstellen, daß man endlich an die Weiterarbeit gehen müsse, das fordere die Pflicht gegen Jobst Freese. Er fand das Gittertor zum ersten Male unverschlossen; von innen steckte der Schlussel Er dachte, eigentlich war das auffallend; aber vielleicht waren das Stubenmädchen oder die Wirtschafterin schnell nder tags, Wen, Hase 594 >end- tbere I) 27 häm- Wissenschaft noch recht lange in Gesundheit unü bester Schaffenssreude erhalten bleiben. $)ie echte und die falsche ©oralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) Der Glückwunsch des Reichsstatthalters und der Hessischen Regierung. Darmstadt, den 3. Mai 1934. Hochverehrter Herr Geheimerat! Der heutige Tag, der Sie auf ein an Arbeit und außerordentlichen Erfolgen überreiches Leben Sie wollte sich ihm entreißen und stemmte sich gegen ihn, doch sein Kuß nahm ihr. den Atem. Und in der entsetzlichen Atemlosigkeit fühlte sie er- chauernd: ich liebe ihn ja gar nicht. Wild rauschte das Blut in ihren Ohren, wie das Tosen eines mächtigen Wasserfalles glaubte sie es zu hören. Tag für Tag hatte Holm Meerhold darauf gewartet, Regina würde ihn bitten, zu kommen, damit man gemeinsam an die Weiterarbeit des Buches gehen könne, das Jobst Freese ihnen beiden aufs Herz gebunden hatte. Er gestand es sich ein: er hatte große Sehnsucht, Regina wiederzusehen, dennoch tat es ihm nicht leid, daß er so offen gegen sie gewesen war. Er wollte keine Frau, die das Bild eines anderen Mannes im Herzen trug. Er wollte eine Frau, die ihn liebte. Aber wiedergesehen hätte er Regina trotzdem gern, so gern. Er wartete voll Unruhe auf Reginas Nachricht — die Tage schienen ihm endlos. Er. besaß eine ziemlich große Praxis; aber die meisten, die seinen Rat suchten, waren arme Leute. Sie zahlten wenig, sie zahlten unsicher, und er stundete oft. Die Honorare für die fachschriftstellerischen Arbeiten waren ihm deshalb stets hochwillkommen. Er wohnte oben im Norden, und es war ein weiter Weg nach dem Vorort hinaus. Oft, manchmal täglich, hatte er ihn gemacht, um mit Jobst Freese zu arbeiten. Aber er verfügte, wie die meisten viel arbeitenden Menschen, immer noch über Zeit, im Gegensatz zu denen, die wenig oder nichts zu tun haben und ständig über Zeitmangel stöhnen. Er gehörte zu denen, die schon in aller Herrgottsfrühe am Schreibtisch sitzen. Häufig begann er schon um vier Uhr morgens seine Schriftsätze oder vertiefte sich in wichtige Akten. wunschschreiben: Das Schreiben des Reichspräsidenten. Der Reichspräsident. Berlin, den 2. Mai 1934. Sebr geehrter Herr Professor! Zur Vollendung des 80. Lebensjahres sende ich Ihnen meine herzlichen Glückwünsche. Gern gedenke ich aus diesem Anlaß der großen Verdienste, die sie sich in jahrzehntelanger Arbeit als Germanist, Philologe und Erforscher der deutschen Geschichte und Vorgeschichte um die deutsche Kultur erworben haben. Es ist mir eine Freude, Ihnen am heutigen Tage die Goethe-Medaille zu verleihen. Mit freundlichen Grüßen Gez.: von Hindenburg. Anschließend teilte der Redner mit, daß sich der Herr Reichsminister des Innern den Glückwünschen des Herrn Reichspräsidenten anschließend und zugleich auch seine persönlichen Glückwünsche aussprechen lasse. llch, bis 140 bis btr: 160 Ibet; Kus, iQilt s 42, zum unb eine unb longierte! bzw. Zent- wnb= ch 48 Kalbfleisch i0 bis h'g. 1 am ittfin. Mitt. Tüte Mög- achung ichende Die sie z wird nb bes Don g wird ch, die unter 1, aus 1 den ei den «stmatz iutzunc Feh! ! fiap: intern, M/ch- ) bie 1 Md Mh: gerat' ng br. Wegtt ich, den idjroan« hindern zewähr- rz oder les vom ät des hasiliche Milch- ammeiu den die everkehr gen Be> lammen, d Milch' ir Deut- egliedert ung des in war- r Milch' en wor- Berbrau. eicht unp zusichert- 58,S> 12-3 llf f- Wiffenfchafi und Mitbürger ehren Geheimerat Behaghel. Der Reichspräsident verleiht dem hochverdienten Gelehrten zu seinem 80. Geburtstage die Goethe-Medaille. 8l!<5ein' fien klopfte, sein Atem ging schnell. Oh. so viel Schönheit und Süße sein nennen zu dürfen. Er, der sonst kühl Berechnende, war zum Sklaven seines jetzt überstarken Empfindens geworden^ Er trä». hastig näher, breitete Regina die Arme entgegen, riß sie gleich darauf an sch wie Eigentum, das man ihm nehmen wollte. Du!" flüsterte er, und sein Mund preßte sich auf den ihren, fest und gewaltsam. Sem Kuß raubte ihr jäh den Atem — und da geschah das Seltsame, sie spürte den Kuß nicht als Gluck, nicht als zart- 1. , 'r? . -______ __r- Ai«'«« HMnnrtPnphm£5 sprach als erster Redner im Namen der Landes- j Universität Gießen. Er wies einleitend auf das ' schlichte Wesen Behaghels hin und betonte, dieser । ordne sich selbst in den Geist herzlicher kamerad- ' schaftlicher Verbundenheit ein, der heute mit neuer Stärke die Landesuniversität ergriffen habe, und : er bezeuge damit, daß dieser Geist kein anderer sei als der, der die Landesuniversität in ihren besten Vertretern immer beseelt habe. Es sei ihm eine besondere Freude, an diesem Freudentage einen Kreis von Gästen im Namen der Universität begrüßen zu können, weil dieser Tag die Möglichkeit gebe, oarzutun, daß der Geist eines lebendigen Wollens und Ringens um die Neugestaltung der Universität auch schöpfe aus dem Quell der besten Ueberlieferungen unserer hessischen Landesuniversität, wie sie in Geheimerat Behaghel verkörpert erscheine. Der Redner erinnerte sodann daran, daß vor zehn Jahren der damalige Dekan der Philosophischen Fakultät Professor Eigener auf Behaghel das Wort Pius' IX. anwandte: „Die Tradition bin ich." Daß Geheimerat Behaghel für die Universität die beste Ueberlieferung verkörperte, den freien, brüderlichen, kameradschaftlichen Sinn, fei noch in einem tieferen Sinne richtig. Er habe in seinen Arbeiten allezeit etwas von dem geleistet, was heute vielfach unter den Begriff der nationalpolitischen Erziehung gebracht worden sei; Erziehung zu festem Deutschtum, deutschem Wesen, deutschem Heimatsinn, Gefühl für die deutsche Sprache, Bindung an das deutsche Volkstum, an die lebendigen Wurzeln unserer Kraft. Er habe damit, stark und im Sinne bester Ueberlieferungen der Universität auf seine Schüler und Kollegen eingewirkt. Die Universität habe allen Grund, auch da, wo sie heute Neues bauen wolle, voll Andacht das zu ehren, was früher in der guten deutschen Universität in der Erziehung zum vaterländischen Denken schon geleistet wurde und auf dem das Neue aufgerichtet werde. Der Redner rühmte sodann die Treue, die Behaghel durch die Jahrzehnte hindurch der Landesuniversität gehalten hat, erinnerte an fein dreimaliges Wirken als Rektor und an sein lebendiges Zugreifen bei neuen Aufgaben, an seine schöpferische Mitwirkung bei der Gründung der Hochschulgesellschaft usw. Alles das, was Behaghel wissenschaftlich gearbeitet habe, sei zu einem Teil Diese Schreiben seien verbunden mit dem Wunsche, daß dem Gelehrten vom Schicksal noch viele Jahre geschenkt werden möchten in geistiger und körperlicher Rüstigkeit, zu seinem persönlichen Glück, aber auch zum Segen für die Wissenschaft und für unser deutsches Volk. Zum Schluß sprach der Redner dem Achtzigjährigen noch die herzlichsten persönlichen Glückwünsche aus. lotitnN **5^641 47,30 10,43 3,053 169,82 64, 57- 65,87 12,785 0,587 2,499 58,5} 21'Z 16,M 81,! 34,31 81 & 0,757 0,21 5,67 11,83 Der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschaft Dr. h. c. Meesmann feierte den Gelehrten al^! Die Nachlässigkeit mußte, auf Frau Malwines Schuldkonto gebucht werden. Sie hatte sich zu sehr erschreckt beim Anblick Peter Konstantins, weil er ihm so seltsam glich, und hatte in ihrer großen Verwirrung den Schlüssel stecken, die Tür unverschlossen gelassen. Er betrat das Haus; niemand kam ihm entgegen, und er blieb einen Augenblick unschlüssig auf dem Flur stehen. Er wollte schon umkehren, um auf den Klingelknopf zu drücken, der an der Haustür angebracht war, der aber kaum benutzt wurde, weil bas Gartentor sonst stets verschlossen und man deshalb gezwungen war, sich durch die Klingel draußen anzumelden. Aber gerade, als ef den Schritt wandte, hörte er ein unterdrücktes Stöhnen. Don ganz nahe kam es. Aus dem Zimmer, vor dem er gerade stand. Er kannte die Zimmer des Hauses genau und wußte, die Flügeltür vor ihm führte in den kleinen Rokokosalon mit den weißgoldenen Möbeln und den Die Landesuniversität Gießen ehrte gestern einen ihrer Großen aller Zeiten in würdiger Weise: den Germanisten Geheimerat Pros. Dr. B e h a g h e l anläßlich seines gestrigen 8 0. Geburtstages. Dieser Ehrung unserer Alma mater Ludoviciana schlossen sich der Herr Reichspräsident, der Herr Reichsstatthalter in Hessen, die hessische Regierung, andere Universitäten bzw. wissenschaftliche Vereinigungen usw. an. Sie alle huldigten dabei in herzlicher Weise dem Gelehrten, dessen Weltruhm die Wissenschaft in .dankbarer Anerkennung seiner Arbeit schon lange verkündet, sie huldigten aber auch dem großen Vorkämpfer und Wegbereiter des deutschen Volkes im Ringen um seine kulturelle Geltung in der Welt, schließlich dem vorbildlichen deutschen Menschen. Zunächst fand eine schlichte, aber sehr eindrucksvolle und denkwürdige Ehrung in einem kleineren Kreise im Studentenhaus statt. Hierbei vertrat Ministerialrat Ringshausen die Regierungsbehörden des Reiches und Hessens. <5e. Magnifizenz der Rektor Prof. D. Lornkannn sprach sodann als Vertreter der Reichsregierung und der hessischen Staatsregierung. Er betonte, im Hinblick auf die hohe Bedeutung der Persönlichkeit Behaghels sowohl als Mensch wie auch als Träger hoher geistiger Kraft, Forscher und Lehrer der Universität vereinigten sich im Reich und darüber hinaus viele Persönlichkeiten zu einer breiten Front, um vor den Achtzigjährigen hinzutreten und ihn zu seinem 80. Geburtstag zu beglückwünschen. Wenn die hessische Regierung bestrebt sei, den Ruf der Universität Gießen zu fordern und zu steigern, so sei sie sich bewußt, daß gerade die Persönlichkeit Behaghels es gewesen sei, die den hohen Ruf der Universität Gießen weithin in alle Welt getragen habe. Dafür gebühre gerade heute dem Achtzigjährigen herzlicher Dank, die Regierung danke aber auch dem Schicksal, daß es diesen Gelehrten ein so hohes Alter in Rüstigkeit beschert und damit der deutschen Wissenschaft und dem ganzen deutschen Volke viel Gutes geschenkt habe. Behaghel ei einer der wenigen, der als Künder der Wissen- chaft Hand in Hand gehe mit den vielen Größen auf den übrigen Gebieten des menschlichen Lebens und aus den Höhen der Menschheit. Darum stünden heute auch die Höchsten in Deutschland vor diesem Manne, um mit Dank für die Gnade des Schicksals ihm die herzlichsten Glückwünsche zu seinem hohen Lebensalter zu überbringen und ihm zugleich Dank zu sagen. Für die großen Güter, die er der Wissenschaft und dem deutschen Volke geschenkt habe. Der Redner verlas hierauf die nachstehenden Glückglied vieler Akademien und als Mitglied der Deutschen Akademie seien auch Ehren für unsere hessische Landesuniversität. Die Universität sei Geheimerat Behaghel von ganzem Herzen dankbar. Als äußeres Zeichen dieses Dankes überreichte ihm Se. Magnifizenz ein Kunstwerk aus Meißener Porzellan zugleich mit dem Wunsche, daß der allmächtige Gott dem Achtzigjährigen noch lange das Licht des Lebens scheinen lassen möchte zur Freude feiner Familie, zum Ruhm und zur Ehre unserer Universität, der er nächst seiner Familie gehöre. Mmifienairal Rmgshausen Hellen Seidenbezügen. . ’ Das sonderbare, dumpfe Stöhnen hatte ihn erschreckt. Jähe Angst um Regina war plötzlich in hm Vielleicht war die Tür draußen unverschlossen gewesen, weil jemand zum Arzt gelaufen war Er Überlegte nicht weiter und drückte die Klinke nieder, tand nun vor einem Bilde, das ihn erschütterte durch und durch. Er sah Regina Graven in Konstantins Armen liegen. Er kannte Peter Konstantin, feinen Doppelgänger, nur flüchtig. Aber bei Terminen hatte es schon manchmal Irrtümer gegeben wegen der Ähnlichkeit. Sein Eintritt war unbemerkt geblieben. Und er wollte sich sofort leise wieder entfernen, da erkannte er daß Regina die Umarmung ja gar nicht freiwillig duldete, sondern sich verzweifelt dagegen wehrte. Eben klang auch das dumpfe Stöhnen wieder auf, und Holm Meerhold begriff sogleich. Regina konnte nicht um Hilfe rufen, weil Peter Konstantin sie immer wieder küßte. Mit einem einzigen Sprung war er bei den beiden und ließ feine Rechte hart auf die Schulter des anderen niederfallen. Jäh gab Peter Konstantin Regina frei, blickte erschreckt und fassungslos m das Gesicht Holm Meerholds. Er fuhr sich hastig über das Haar, aus dessen glattem Scheitel sich ein paar Strähnen gelöst hatten, die ihm in die Stirn hin- gen, blieb aber stumm. Regina taumelte ein wenig, ihr Kopf war ganz wirr von dem Entsetzen der wenigen Minuten, die vergangen waren, seit Peter Konstantin sie an sich gerissen hatte. Ein paar Minuten mir, die ihr aber lange, lange Stunden schienen. Ihre Augen flogen angstvoll und sichend zu Holm, und im nächsten Moment klammerte sie sich schon fest an ihn, bat zitternd: „Lieber, lieber Holm, befreie mich von diesem abscheulichen Menschen." Sie schluchzte vor Erregung laut auf. Holm Meerhold blickte den anderen kalt und feindlich an. .. u „Verlassen Sie so schnell als möglich das Haus, Doktor Konstantin!" Peter Konstantin wollte etwas erwidern; aber er fühlte, jedes Wort konnte ihm hier nur noch mehr schaden. Dieser unbedeutende Anwalt aus dem Norden Berlins, dem er sich turmhoch überlegen gefühlt, dem er nur flüchtig Beachtung geschenkt hatte, weil er ihm ähnelte, schien Rechte an Regina Graven zu besitzen. Er selbst war also von einer ganz falschen Voraussetzung ausgegangen. Regina liebte ihn nicht, sie liebte den anderen, der ihm ähnelte. Sie nannte ihn ja beim Vornamen ufib duzte ihn. Von der Tür aus schaute er sich um, sah, wie die Hand seines Doppelgängers beruhigend über die leuchtende, rotgoldene Haarpracht Reginas strich. Still verließ er das Zimmer. Draußen an der Garderobe hingen sein Paletot und Hut, und er schlich sich geräuschlos wie ein Dieb aus dem Hause. Er sand die Gartentür noch offen, war froh darüber, lief verstört, ohne aufzublicken, durch die winterkalten Straßen. Die frische Luft aber brachte fein Denken rasch wieder in normale Gleise. Und ihm wurde immer erbärmlicher, immer flauer zumute. Wenn etwas von dem Geschehnis an die Oefsent- lichkeit dränge, wäre er im Hause Stäbnitz vollkommen erledigt — und das — nein, das wollte er nicht. Er begriff schon jetzt nicht mehr, daß er sich so weit hatte vergessen können. Er betrat ein Casö, trank einen „Schwarzen unreinen Kognak, begann zu überlegen. Er glaubte damit rechnen zu dürfen, daß Regina Graven und Doktor Meerhold Schweigen bewahren würden. Aber er mußte nun bei Frau von Stöbnitz über den Verlauf des Besuches bei Regina lügen — er, der nur die frommen Lügen hatte gelten lassen wollen. Er fühlte Ekel in sich aufsteigen, Ekel vor sich selbst, und dabei sah er noch immer Regina Graven vor sich, fühlte ihre weichen Lippen... Ob er das Verlangen nach dem lockenden Jung- mädchenmund überhaupt jemals im Leben los- werden würde? Er senkte tief den Kops und dachte mit fest atffr einanbergebiffenen Zähnen, diesen Tag wurde er wohl sobald nicht vergessen. * (Schluß folgt.) zurückblicken läßt, dessen größeren Teil Sie im Dienste Ihrer hohen Wissenschaft der Universität Gießen gewidmet haben, gibt mir und der Hessischen Staatsregierung willkommenen Anlaß, Ihrer in herzlicher Dankbarkeit und Verehrung zu gedenken. Gestatten Sie uns, Ihnen als bescheidenes Zeichen unserer Anerkennung und Wertschätzung Ihrer unvergeßlichen Verdienste um die Wissenschaft und die Universität Gießen eine kleine Auswahl Hessens edelster Weine zu überreichen. Wir verbinden mit dieser Gabe des Landes den aufrichtigen und herzlichen Wunsch, daß Sie dem deutschen Volke und der deutschen Ministerialrat R i n g s h a u s e n als Vertreter der Regierung überreicht Geheimerat Professor Dr. B e h a q h e l die Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten und des ReichsstatthaUers. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Wie schön sie war, wie wunderschön! Er, der Streber, dem Mädchen und Frauen bisher nicht viel mehr als schöne ober anmutige Bilber gewesen waren, empfanb immer stärker bas unbänbige Verlangen, bie Golbhaarige an sich zu ziehen mit rascher Bewegung, sie fest in seine Arme zu betten unb sie zu küssen, toll unb heiß. Was er bisher versäumt hatte, brängte sich jetzt gebieterisch vor, schob jeben anberen Gebauten beiseite, knebelte bie Vernunft und triumphierte. Er sah nur noch das schöne Gesicht. Wie eine wundervolle Göttin der Trauer, aus griechischen Hainen hierher verweht in den kleinen, eleganten Rokokosalon der Berliner Vorortvilla so erschien ihm Regina Graven. Sowohl das bis über bie Knöchel reichende, nach unten weit ausfallende Kleid, als auch das ftumpffeibene Jäckchen mit ben langen, weiten Aermeln hatten etwas Antikes, Zeitloses. Griechengöttin!, burchzuckte es ihn rounberbare, lebendig gewordene Griechengottm alter Sagen, ich begehre dich! Er, der erst Siebe für Regina empfunden hatte, feit sie so plötzlich das Stabrntzsche Haus verlassen - der, nachdem er darauf au merb fatn gemacht worden war, sie hebe »hn, plötzlich Gegenliebe gefühlt, und trotzdem aus nüchternen, selbstsüchtigen Gründen nicht daran gedacht hatte, sich ihr zu nähern, geschweige an eine Ehe mit ihr zu denken, stand da wie in einen Taumel hmem- Mitbegründer und tragende Säule der Gießener Hochschulgesellschaft, für deren Aufgabe sich Ge- heimerat Behaghel stets mit großem Eifer einsetzte. Mit der Bitte um seine weitere Mitarbeit verknüpfte der Redner die herzlichsten Wünsche für das weitere Wohlergehen des Gelehrten. Profeffor Dr. M a u r e r - Erlangen (früher m Gießen) huldigte als Schüler mit herzlichen Worten dem großen Lehrer und Forscher, der auch als Mensch seinen Schülern stets die warmherzigste Förderung zuteil werden ließ. Als Ehrengabe an biesem Festtage überreichte ber Rebner bem Ge- heimerat eine'Festschrift, bie von früheren Schulern unb nahestehenben Fachkollegen unter bem Titel „Germanische Philologie" herausgegeben unb von dem Verleger des Geheimerats m einem prächtigem Bande im Druck hergestellt wurde. Prof. Dr. Götze (Gießen) übermittelte bie Herz- sichen Glückwünsche und den Dank des Deutschen Sprachvereins, ferner überreichte er als Dantes« unb Ehrengabe dieses Vereins an den Geheimerat ben Selben en Ehrenring bes Deutschen Sprachvereins mit ber Bitte, biefen Ring als Dankeszeichen bes Vereins zu tragen. Weiter brachte ber Rebner bie Glückwünsche der Fachgenossen in Amerika zum Ausdruck. Für ben Oberhessiischen Geschichtsverein in Gießen brachte Prof. Dr. Mayer herzliche Wünsche unb aufrichtigen Dank bar, wobei ber Rebner hervorhob, baß Geheimerat Behaghel schon vor fünf Jahren zum Ehrenvorsitzenden dieses Vereins ernannt worden sei. Professor Stengel (Marburg) als Vertreter ber Historischen Kommission für Hessen unb Walbeck roürbigte bie Mitarbeit bes Geheimerats mit bantbaren Worten unb brachte herzliche Wünsche bar. Pros. Dr. H e p b i n g (Gießen) sprach im Namen ber Hessischen Vereinigung für Volkskunde bie besten I Wünsche und aufrichtigen Dank aus, ferner teilte er Im Namen der Philosophischen Fakultät sprach der Prodekan Professor Dr. Glöckner herzliche Glückwünsche aus und betonte dabei, daß die Fakultät sehr stolz sei, Geheimerat Behaghel zu den Ihrigen zählen zu dürfen. Er dankte im Namen der Fakultät dem Achtzigjährigen für sein Wirken als aufrechter, tapferer und treuer Gelehrter, der deutsch im Forschen und im Wesen und vorbildlicher Führer als Gelehrter, wie als Mensch sei. Seine Persönlichkeit werde lebendig weiterwirken in die Zukunft hinein, die Ueberlieferungen die er gegründet und gepflegt, würden auch den folgenden Generationen heilig sein. Bürgermeister Dr. Hamm überbrachte bie herzlichsten Glückwünsche ber Stabt Gießen unb wies habet auf bie vielfältigen Verbienste hin, bie sich Geheimerat Behaghel auf bem Gebiete ber Vvlks- funbe, ber Theater- unb Musikpflege, wie ber Kunst in unserer Stabt überhaupt erworben hat. Weiter betonte ber Rebner, baß ber Weltruhm bes Gelehrten, ber so außerorbentlich defruchtenb der Universität Gießen zugute gekommen sei, die Stadt Gießen ebenfalls in der Welt bekannt gemacht habe. Die Dankbarkeit unserer Stadt sei schon vor VA Jahren durch die Verleihung der Goldenen Ehrenplakette der Stadt Gießen an Geheimerat Behaghel zum Ausdruck gekommen, der Dank solle aber heute zusammen mit den Glückwünschen noch einmal erneuert werden. — Sodann überreichte der Redner in seiner Eigenschaft als Regimentskamerad der ehemaligen badischen Leibgrenadiere dem Gelehrten, der im gleichen Regiment als Einjähriger gebient hat, als Zeichen der kameradschaftliches Verbundenheit die goldene Ehrennadel ber babischen ßetbgrenabiere. An- Zeige.) 3 C c 1 gez. Dr. Buttma n n. Aus -er Provinzialhaupista-t n Juristisches Schulungslager auf Burg Gleiberg I tl bi Gegen 9HÖ Hh/ iXr». « awjoien. Bürgermeister de —^ndet der Empfang der mit Son- erhofften Erfolg. El La n o I i n-S e T A v u Ze K< DO Li f b f h d 2 D de D bi ei ni Q • j. I -uciuunuenven zulammen, dies ersten iuriftifrhpn tor. Zum Schlüsse seiner Slüsfnbrn™™ 2SÄ Begrußungsabend. Pause schloß sich dann der Kamerad- Qben° Qn- bcr bie Lagerteilnehmer mit den Gasten noch eine gemütliche Stunde vereinte. Nach dem Abendbrot vereinigte der Kaisersaal die Kursusteilnehmer mit den zahlreich erschienenen Gästen zu dem Begrühungsabend, dem sich ein Kameradschaftsabend anschloß. Der Schulungsleiter Adam begrüßte mit herzlichen Worten die Gäste und seine Kgmeraden. Seiner Rede entnehmen wir folgendes: Selten werdet Ihr bisher in einer solchen Gemeinschaft zusammengekommen sein. Wir haben dieses Lager einberufen, um mitzuhelfen, das Rechtsleben wieder deutsch zu gestalten. Groß sei das Ziel, das wir uns stecken, klein der Anfang zwar. Aber trotzdem wollen wir in diesen Tagen mutig an die Arbeit gehen, und in einigen Jahren werden wir sagen können, wir sind auf dem rechten Wege, ein neues Recht dem deutschen Volke schenken zu können. wr. Zum Schluffe feiner Ausführungen wünschte der yUnf'i,d’en ^lung-,uger den ttefempfunbenen Worten und flocht dcrbet einige weitere köstliche Erlebnisse seines Lebensweges erzählend ein. Ernennungen zum Ehrenmitglied. Die Historische Kommission für den Dolksstaat Hessen wünscht ihrem Senior Herrn Geheimerat Prof. Dr. Otto B e h a g h e l Glück zu seinem achtzigsten Geburtstag, dankt ihm für seine Mitarbeit an ihrer Begründung, an ihren Unternehmungen und Beratungen und ernennt ihn in Anerkennung seiner Verdienste um die hessische Geschichtsforschung zu ihrem Ehrenmitglied. Darmstadt, den 3. Mai 1934. Der Vorsitzende der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen. gez. R i n g s h a u s e n, Ministerialrat. * Pf o Urin g- Lonolin-Cremes In Dosen und Tube» • von RM 0,15 bis I/* § 2 -CREME t ! Bornottzen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 19 bis nach 22.30 Uhr: „Försterchristl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Eine Razzia in Paris" und „Endkampf". Am nächsten Sonntag findet in Gießen der letzte Appell des Stahlhelm (Bund der Frontsoldaten) und erste Appell des NS.-Deutschen Frontkämpfer- (Stahlhelm) im Kreisverband Oberhessen statt. Mit dem Treffen wird eine besondere Ehrung öer alten Stahlhelm- und Freikorpskämpfer verbun- oen sein. Wie man uns mitteilt, wird ein Ehren- inrHrf» UTn 9 Uhr vormittags den kommis- LTrffi Landesfuhrer des NSDFB., General a. D. Hihror^h a *V.r unb bisherigen Landes- & i(Bund der Frontsoldaten) Dr. Reichslusischuh! Die gefährlichste Waffe der modernen Kriegs- technik ist die Flugwaffe. Schutzlos ist Deutschland der Willkür fremder hochgerüsteter Luftstreitkräfte ausgesetzt. Aus der Erkenntnis der unendlichen Gefahren, die im Ernstfalls für die Bevölkerung beziehen, fetzt nach dem Willen der Reichsregierung eine gewaltige Aufklärungs- und Schulungsaktion em. Der Reichsluftschutzbund wurde vom Luftfahrtministerium mit der schnellsten Durchführung dieser Aufgabe betraut. In einer Reihe von Zeitungsveröffentlichungen und Veranstaltungen wird in der nächsten Zeit jedem Volksgenossen bewiesen, daß er im Interesse seines Volkes, der Heimat und des eigenen Lebens Mitglied des Reichsluft- schutzbundes werden muß, um im Falle der tatsächlichen Gefahr zu wissen, wie er sich zu verhalten hat. Mit dem Jahresmindestbeitrag von 1 RM. bringt er das Opfer, das die Erreichung der Bestrebungen des Reichsluftschutzbundes in Kürze gewährleistet. Zur Warnung. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teilt mit: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen zu geschäftlichen Zwecken die Bezeichnung der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude", „Kraft durch Freude", benutzt wird. Wir weisen nochmals darauf hin, daß wir fortan diese Benutzung strafrechtlich verfolgen werden. Die Bezeichnung „Kraft durch Freude" ist nur mit unserer ausdrücklichen Geneh- migung zu verwenden. llrlauberzug „Straff durch Freude" zur Nordsee. Der am 6. Mai angesetzte Urlauberzug nach Hamburg mit anschließender Seefahrt fährt am Sonntag abend. Für die Urlauber unseres Gaues sind Emsteigeftellen Darmstadt, Frankfurt a. M Friedberg, Gießen und Marburg. Der Verlauf der Fahrt wird wie folgt sein: Ankunft in Ham- bürg Montaa morgen gegen 7 Uhr. Um 8 Uhr Be- steigen des Dampfers „Monte Olivia", anschließend Hafen- und Stadtbesichtigung, sowie Begrüßung durch die Hamburger Kameraden. Am Dienstag geht der Dampfer in See und je nach Wetterlage in den Kanal oder die Nordsee (dänische Küste). Die Rückkehr wird voraussichtlich Sonntag abend sein. Die Schiffs- und Bahnfahrkarten werden den Zugteilnehmern durch die Kreisleitungen am Samstag nachmittag ausgehändigt. Die genauen Abfahrtzeiten werden am Samstag in der Presse noch bekanntgegeben. Die Fahrtteilnehmer haben sich rechtzeitig an den Einsteigebahnhöfen einzufinden. Aufmarsch des oberhefsischen Stahlhelm in Gießen. In Vertretung des Gauführers des BNSDJ. prach der Bezirksobmann für Oberhessen Pg. Luley zu den Gästen und Studenten. Er überbrachte die Grüße der Gauführung und des Justizministeriums. Dabei betonte der Redner, daß in Juristenkreisen diesem Lager viel Interesse entgegengebracht werde. Die Erfolge dieses Lagers würden nicht ausbleiben, wenn das Lager nationalsozialistisch durchgeführt werde. Schon habe der Gleiberg in früheren Jahren Studenten in seinen Mauern vereinigt, aber damals tand die studierende Jugend im Kampfe gegen den Staat. Heute seien Staat und Jugend eins, beide eien bestrebt, eine echte Führerschicht heranzubilden im Geiste der nationalsozialistischen Volksgemein- chaft. Jeder solle sich merken, daß man allein nichts ist' rn der Gemeinschaft aber alles. Mit diesen Wor- ten wünschte er dem Lager ein gutes Gelingen. ^?ch Ni- Luley richtete der Bürgermeister der Stadt Gießen, Dr. Hamm, einige Worte der Be- grüßung namens der Stadt an die Versammelten. Dr. Hamm sprach zunächst davon, wie im Mittel- alter eine Stadt besiedelt wurde und nach mittel- österlichem Recht erbaut worden fei. Im heutigen Staat wollen wir bei der Siedlung auf eine gesunde ©runblage kommen, hierbei müsse der Jurist dem Städtebauer helfen. Zu dem Lager Gleiberg sagte Dr. Hamm: Wir Gießener haben an dem Gleiberg ein aI*cs anoenMtütf und Ausflugsort. Wenn mdn vom Gleiberg auf die Stadt Gießen schaue, so böte fid) bie Stadt und die Universität dem Auge als Einheit dar. Aber auch in Wirklichkeit sei dies der Fall, denn seit Jahren arbeiten Stadt und Uni- versitat in engster Verbundenheit zusammen dies zum Marsch von Oswaldsgarten aus durch die Stadt zur Volkshalle angetreten, von 16 Uhr ab folgt dann ein Festakt in der Volkshalle, bei dem auch die Familienangehörigen zugelassen sind. Ab 20 Uhr wird kameradschaftliches Beisammensein in der Dolkshalle den xag beschließen. (Siehe heutige Baumblüte. Wir stehen mitten im Frühling, in der Zeit, da die linden Lüfte erwacht sind und in diesem Jahre sich sogar zu hochsommerlichen Gluten entwickelten. Die Knospen haben sich entfaltet — allüberall. Die eine ober andere Blumen- ober Baumart hat schon abgeblüht: ber Himmelsschlüssel im feuchten Walbesgrunbe unb auf ber Wiese, die Steinobstbäume und die Birne. Doch die schönste Blüte in Feld und Garten, die Apfelblute, entzückt noch unser Auge. Fast überreichlich ist sie in diesem Jahxe gediehen. An manchen Baumen kann man in ber Krone roeber Stamm noch Aeste sehen: In einem einzigen Rie- senblutenstrauß finb sie verschwunben. Das Auge hängt mit Entzücken an diesem Wunder ber Natur. Aber alle Blütenpracht ist nur eine Ahnung, eine Hoffnung. Der Blütentraum ist zu schön, um ganz wahr werben zu können. Du träumtest gewiß schon einmal von herrlichen Dingen. Etwa, baß bu auf hohem Berge saßest, daß zu deinen Füßen gesegnete Felder lagen, von deren Wegen dir die Menschen freundlich zuwinkten. Und bu träumtest, baß die gesegneten Fluren bir gehörten, bir ganz allein. Aber bann kam ein Er- wachen, bas dich enttäuschte. Der Traum zerflog, zerstiebte in ein Nichts. Klein unb bescheiben gingst bu roieber an beine Arbeit bes Alltags. So kann es wohl auch mit ber Baumblüte werben, bie an sich doch volle Wirklichkeit ist. Von tausend Dingen hängt ihre Entwicklung ab, von Dingen, denen der Mensch machtlos gegenüber- sieht unb über bie nur eine höhere Macht verfügt, von Regen, Sonnenschein unb Kälte, bazu vom Bienenfleiß unb auch von schäblichem Getier mannigfacher Art. Das Auge, das da göttlicher Natur ist, erfreute sich an ben Wundern ber Blütenpracht, jetzt im zeitigen Frühjahr, zur wunberschönen Maienzeit, zu allermeist. Aber nicht ohne Sorge besieht ber ©artenfreunb unb ber obstzüchtenbe ßanbmann bie a ufr?$L änb ber mit ihm benfenbe Mensch versteht feine Sorge. Gehört boch bie Baumblüte n bem Besitzer bes Baumes allein, nein, sie tft an sich unb m ihrer Entwicklung, ganz nüchtern gesprochen, volkseigen. Gedeiht bie Entwicklung, er- e om Baum — unb wir wissen, baß Millwrben von Bluten unb kleinen Früchten in ben Buscheln der Jungftuchte ihr Leben lassen müs- fen so kommt bie Ernte bem ganzen Volk zu- gut, das dereinst zur Herbst- unb Winterszeit ben Segen ber Baume genießen bars. Der Baumbesitzer ist nur Verwalter eines Volksgutes, so wie es ber Canbmann ist ber im Schweiße seines Angesichts die Felber bestellt, um baraus für sich unb anbere Nahrung zu schaffen. v fiwf s° mancher verstehen gelernt, wie eng die Schicksale ber Menschen unb bie Schicksale ber Menschen und Dinge miteinander verflochten sind Emer schafft für den andern, einer hilft bem an- bem ober wirb noch lernen, es zu tun. Wir leben m einem neuen Frühling bes Volkes. Auch an ber Baumblüte geht fo mancher achtlos vorüber ober murrt unb schilt gar, weil ber Baum, ber bie Blü- ienpracht trägt, nicht ihm — ihm allein — gehört. Wer aber tiefer in die Dinge sieht, der weiß, daß ber Segen, der in ber Blütenpracht steht, letzten Endes allen zugute kommen wirb. Für Maulwurf unb Wühlmaus blühen die Baume umsonst. Dem aber, ber sehenben Auges ist, ist bie Blüte Symbol unb Hoffnung zugleich. Am Mittwochabend begann auf dem Gleiberg ein mehrtägiges Schulungslager für Juristen. Die Leitung der Schulung liegt in den Händen des Führers der Gießener Studentenschaft und des Leiters der juristischen Fachschaft, cand. jur. Heins Jürgen Adam. Lagerleiter ist wiederum Hans Fritz Schuster (Gießen). Gegen 19 Uhr versammelten sich die Schulungsteilnehmer auf dem Turm der Burg, wo die Lagerfahne feierlich gehißt wurde, cand. jur. H. Ä. Adam machte auf bie Bedeutung dieses Lagers aufmerksam unb richtete einige ermahnende Worte an die Versammelten. Die Hessische Vereinigung für Volkskunde ernennt ihr Mitglied Geheimerat Professor Dr. phil., Dr. jur. h. c. Otto Behaghel, ben Begründer ihrer volkskunblichen Sammlung, ben Erzieher ber Germanisten unseres Hessenlandes zur wissenschaftlichen Erforschung bes heimischen Volkstums unb unserer hessischen Mund- arten, an feinem achtzigsten Geburtstag in herzlicher Dankbarkeit zu ihrem' Ehrenmitglieb. Gießen unb Friedberg, 3. Mai 1934. gez. Dr. Georg Faber. Oer Dank des Deutschen Sprachvereins Berlin, den 28. April 1934. Hochverehrter Herr Geheimerat! Die große Freude des Tages, an dem Sie das neunte Jahrzehnt, Ihres fruchtbaren und segensreichen Lebens beginnen, teilt von Herzen auch der Deutsche Sprachverein, denn Ihrem Rat, Ihrer tätigen Hilfe und Ihrem in ber ganzen wissenschaftlichen Welt leuchtenben Namen ver- bantt er ein gut Teil bes Ansehens, bas er jetzt überall genießt. Als ein äußeres Zeichen unserer großen Dankbarkeit überreiche ich Ihnen ben golbenen Ehrenring bes Vereins unb bitte Sie, ihn bem Deutschen Sprachverein zu Ehren zu tragen. Mit bem innigen Wunsche, daß Ihnen noch Jahre unveränberter Rüstigkeit unb Schaffens- freube beschieben fein mögen, begrüße ich Sie mit herzlichem Heilgruß sehr ergeben Hierauf begrüßte der Rektor der Landesuniver- sität Prof. Bornkamm die Juristen. Sie feiert hier zufammengekommen, um gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Ein kostbares Gut sei den Juristen vom deutschen Volke übertragen worden, nämlich das deutsche Recht. Dieses gelte es nun nach deutschem Sinne umzugestalten, ohne bas seitherige Recht zu verletzen ober zu brechen. Man solle nur mit Mut unb fester Hanb barangehen. In diesem Sinne wünschte ber Rektor diesem Schulungslagxr einen fruchtbaren Erfolg. Im Namen der Gaugruppe der Assessoren und Referendare im BNSDJ. des juristischen Nachwuchses überbrachte der Gaugruppenleiter für Hessen Pg. Regierungs-Assessor D e n z e r die Grüße der Kameraden. Dann zeigte Pg. Denzer an Hand von einigen Beispielen, wie sehr das heutige Recht noch im argen liege. Das römische Recht dürfe man nur noch kritisch betrachten, um das neue deutsche danach zu verbessern, denn es sei immer volksfremd geblieben. Es fei erstanden ohne Fühlung mit dem Boden des Volkes. Die Formaljuristen könne man heute nicht mehr gebrauchen, überhaupt müsse der, der deutsches Recht sprechen will, erst National- sozialist sein, sonst spreche er nämlich nur Paragraphenrecht, bas vom Volke nicht verstauben werben könne. Im Vorbergrunb stehe baher heute keine große Facharbeit, fonbern zunächst bie politische Schulung. Man dürfe nicht eher anfangen, sich zu streiten, bevor man nicht die Grundlage gelegt habe, richtiger Nationalsozialist zu sein. Es gäbe in Deutschland nur einen hundertprozentigen Nationalsozialisten, und das sei unser Führer Adolf Hitler. Wir anderen alle hätten nur Prozente, die wir durch Arbeit erhöhen müßten, damit wir Hitler ähnlich würden. Dann sprach Pg. Denzer von der heutigen deutschen Jugend, die, wenn sie auch nicht der Frontgeneration angehörte, Großes für Deutschland geleistet habe und noch leisten werde. Die deutsche Jugend sei der Maurer am Dau des Dritten Reiches und der Träger der Evolution. Unsere Aufgabe sei hier, mitzuschaffen für ein Volk, ein Reich und für ein Recht. Die Worte des Gaugruppenleiters wurden mit großem Beifall aufgenommen. Am Schluffe des offiziellen Teiles des Begrü- ßungsabends sprach der Dekan ber juristischen Fakultät Pg. Prof. Bley (Gießen). Unsere poli- tische Schulung, so führte ber Dekan aus, ist fach- ltd) unb wir versuchen, sie im Recht zu verwirk- lichen. Heute sei bie Gelegenheit geboten, sich schöpferisch zu betätigen unb etwas Neues zu formen unb zu gltebern. Abolf Hitler habe schon immer biefe Bestrebungen geförbert. Wir brauchen keine neuen Gesetze, fonbern bie Gesetze müßten nur im neuen Geiste ausgelegt werden. Die Geschichte muffe als Lehrmeisterin gefragt werden, jede Ge- schichte habe ihr eigenes Recht gehabt. Heute mässe !?an den Dingen unmittelbar ins Auge sehen, denn der Kampf um die Macht sei vorbei und die Auf- bauarbeit beginne. Dies sei die Aufgabe dieses Or tö» ^ckulungslagers. Das gemeinsam essel-Lied schloß ben offiziellen Verzügen eintreffenben auswärtigen Kameraden statt. Vom Oswaldsgarten aus folgt gegen 10 Uhr ber Abmarsch zum Trieb. Dort findet um II Uhr Feldgottesbienst mit anschließenbem Parademarsch statt. Nach Feldküchenverpflegung ber auswärtigen Stahlhelmer in ber Dolkshalle wirb um 15 Uhr mtf, daß Geheimerat Veyaghek zum Ehrenmit- glieb ber Hessischen Vereinigung für Volkskunde ernannt worben sei. Außerdem brachte ber Redner die Glückwünsche der Universitätsbibliothek zum Ausdruck. Für die Philosophische Fakultät der Universität Basel, zu deren Lehrkörper Behaghel vor einer langen Reihe von Jahren gehörte, sprach Prof. Dr. Hoffmann-Krayerin herzlichen Worten Dank, Gruß unb Glückwunsch der 475 Jahre alten Universität Bafel, ihrer Philosophischen Fakultät unb insbesondere bes Deutschen Seminars aus. Weiterhin beglückwünschten ben Gelehrten Vertreter ber zweiten Abteilung der Philosophischen Fakultät, ber Theologischen, der Medizinischen, der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Gie- ßen, schließlich noch Dr. A r n tz (Bonn) aus dem gegenwärtigen Schülerkreis des Gelehrten. Dabei wurden von ben Sprechern herrliche Blumenspenden übereicht. Hierauf bankte Geheimerat Behagh.el in bewegten Worten für bie reichen Ehrungen. Er brachte dabei zum Ausdruck, baß biefe offizielle Feier für ihn außerordentlich überraschend gekommen sei, da er seinen 80. Geburtstag nur im Kreise der Familie hätte begehen wollen. Die freundliche Gesinnung, die aus der Veranstaltung dieser Feier spreche, begrüßte er mit herzlicher Dankbarkeit. Sodann gab er in launiger Erzählung Einblicke in feinen Lebensgang als Student, junger Doktor und Hochschullehrer, wobei man mancherlei denkwürdige Begebenheit erfuhr, die die Persönlichkeit Behaghels noch schätzenswerter machte als bisher schon. Im Anschluß an die Feier im kleinen Kreise sand zu Ehren des Geheimerats Behaghel im großen Saale des Studentenhauses ein gemeinsames Abendessen statt, an dem sich viele Mitglieder des Lehrkörpers unserer Alma mater Ludoviciana, ferner Vertreter auswärtiger Universitäten und wissen- sckaftlicher Körperschaften, sowie zahlreiche Gießener Mitbürger beteiligten. Im Verlaufe des Essens würdigten die Professoren Viötor (Gießen), Güntert als Dekan ber philosophischen Fakultät Heibelberg, Hoffmann-Kraner (Basel), Helm (Marburg), Horn (Berlin), Eger (Gießen) und Krüger (Gießen) ben Menschen und Gelehrten Behaghel, wie auch fein Wirken als Forscher unb Hochschullehrer In herzlichen Ansprachen. Diel Liebe unb Verehrung für den hochverdienten Wissenschaftler und Träger eines weltberühmten Namens kamen in diesen Worten zum Ausdruck unb sanden bei ben Zuhörern starken Widerhall. Von besonderem Interesse war die Mitteilung von Prof. Eger, daß im Garten des Gießener Studentenhauses junge Studenten zwei Linden gepflanzt haben, von denen die eine ben Namen „Adolf- Hitler-Linde" tragen soll, während die andere den Namen „B e h agh e l - L i nd e" erhielt. Geheimerat Behaghel dankte auch hier wieder mit gestaltung bes deutschen Hundewesens notwendig. Seit seiner Gründung im Jahre 1921 richtete öer Verein seine besondere Aufmerksamkeit auf die Heranzüchtung eines deutschen Gebrauchshundes zur Jagd, ohne den ein weidgerechtes Jagen nach feiner Auffassung nicht denkbar ist. Die Gießener Prüfungen sind seitdem überall bekannt, unb zahlreich« Hunde haben auf Grund ihrer hiesigen Prüfung den Weg in das deutsche Gebrauchshundestammbuch gefunden. Auch das neue preußische Jagdgesetz betont die Notwendigkeit des guten Hundes und macht von einer bestimmten Reviergröße an feine Haltung zur Pflicht. Dabei werden als Hunde im Sinne bes Jagdgesetzes nur solche anerkannt, die ben Prüfungsbedingungen der „Fachschaft Jagdgebrauchshunde- wesen" im „Reichsverband für das deutsche Hunde- wesen (MH.)" gerecht werden. Die vom Gesetzgeber verlangten Hunde werden aber nicht von den im gleichen Gesetz eingesetzten zwangsläufigen Jägerorganisationen unter Führung der Jägermeister geschaffen, sondern ihre Züchtung bleibt Sache der Zuchtoereine und ihre Prüfung bie ber Vereine, die schon seicher im sogenannten „Gebrauchshunde- verband" zusammengeschlossen waren. Selbst wenn also bie Bearbeitung aller allgemein jagdlichen Fragen auf die neuen staatlichen Zusammenschlüsse übergehen sollte und in der Hand ber Jägermeister läge, wäre eine Ergänzung ihrer Arbeit durch bie Vereine zur Prüfung von Gebrauchshunben zur Jagd unerläßlich. Es herrschte daher Einhelligkeit darüber, daß auch unter ber Führung bes neu- gegründeten RdH. der „Hubertus" dem Jagd- gebrauchshunbeverband weiter angehören müsse, um Zu seinem Teil dazu beizutragen, daß dem Jäger sein unentbehrlicher Geselle, der Gebrauchshund, zur Seite stehe. Die Zugehörigkeit zum RdH. aber macht ein Aenderung der Satzung nötig, die einstimmig gebilligt wurde. Aus ber damit verbundenen Führerwahl ging als Vereinsführer der langjährige Vorsitzende August Pascoe- Dutenhofen hervor. In den Führerrat berief er feine erprobten Mitarbeiter Dr. van Bentheim, Studienrat Holzel, Regierungsrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Kaufmann Fritz Jung, Oekonomierat Carl Hoffmann, Rentner August K i l b i n g e r, Kaufmann Louis Benner und Oberforstmeister Nicolaus. Die Berichterstattung über die Der- banbsjugenbprüfung, bie am 28. April bei Gießen stattfand, ergab wiederum den Beweis für die erfolgreichen Bemühungen einheimischer Züchter um den brauchbaren Hund. An 23 erschienene Jung- hunbe konnten 18 erste und 5 zweite Preise vergeben werben. An ber Veranstaltung „Der Hund im Dienste des Menschen" wird sich der Verein beteiligen. Sie findet am 3. Juni statt. Auf das Verbot des Freilaufenlassens von Hunden durch das Kreisamt Gießen, das am 1. Mai einfetzte und zum Schutze bes Jungwildes auf vier Wochen sich erstreckt, wurden bie Mitglieder besonders hingewiesen, da auch die Jagdhunde mit gwisser Einschränkung darunter fallen und für Zuwiderhandlung empfindliche Strafen angedroht sind. Das diesjährige Schießen beginnt mit einem Einschießen der Büchsen am 9. Mai auf ben eigenen Ständen des Vereins. Abschließend berichtete Stubienrat Holzel noch über bie Richtlinien des preußischen Landesjägermeisters für die Abschlußgestaltung. ** Die abstimmungsberechtigten Saardeutscheu werden von der Gießener Polizeidirektion in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil aufgefordert, sich umgehend beim Einwohnermeldeamt eintragen zu lassen. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. ** Silbernes Dienstjubiläum. Der mit der Versetzung der Stelle des Bureaudirektors bei der Verwaltung der Universitätskliniken beauftragte Verwaltungsoberinspektor Heinr. F r e u n d- lieb kann am morgigen Samstag auf eine 25jäh- rige Tätigkeit im Dienste unserer Klinikverwaltung zurückblicken. ** Dienstjubiläum bei ber P ost. Post- inspektor Wilhelm Sack beging am 1. Mai das Jubiläum seiner 40jährigen Postdienstzeit. Getragen vom Vertrauen und der Wertschätzung seiner Vorgesetzten, geachtet und beliebt bei feinen Mitarbeitern und Untergebenen, ist Herr Sack allen Anforderungen bes vielgestaltigen und aufreibenden Post- bienstes stets in vollem Umfange gerecht geworden. Im Kreise der Postbeamten wünscht man bem pflichttreuen Mann aus der alten Schule, dem kerndeutschen Menschen aus altem Schrot und Korn, weitere Jahre gesunden Schaffens auf seinem Posten. ** Die Bürger st euer der Lohn- unb Gehaltsempfänger betrifft eine Bekannt- machung ber Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei. Für den Arbeitgeber ist es wichtig, baß er für bie Ein- behaltuna unb Abführung ber Bürgersteuer feiner Arbeitnehmer haftet und falls er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und schließlich im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben wirb. ** Der Sonntagsverkehr auf ber Kraftpostlinie Alten-Buseck —Wieseck wird vom Sonntag, 6. Mai, ab bis auf weiteres eingestellt. Der Werktagsverkehr bleibt wie bisher bestehen. ** Der „Hubertus" Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt feine Maioersammlung, wie man uns berichtet, als außerordentliche Hauptversammlung am Mittwoch im „Hessischen Hof" ab. Sie wurde durch bie Um- V Ö 2 Oberheffen nach Hause. Reiskirchen. Wewul Jedem schmeckt sie! Und darum JETZT AUCH MIT STRO PH AN-MU N DSTU CK Kapelle Les Motor-Sturmes. Tanz und das übliche Volksfest schlossen sich an. „Die Zigarette beider man bleibt!“ Der Feiertag der nationalen Arbeit in der Provinz. erweist sie sich als Fehlgriff! bleibt man bei ALVA! Jeder - kennt sie! Jeder - schätzt sie! - Nie 'X Pu '% ff* hibjj bi, K )uL fefiebet Ä ter gr, )e btt «eine, Wnbe. tonn pichen Msse neister 'ch bie J. Air Mit ' neu- 3agb« se, um ^iiger zur macht immig iührer. r Vor. or. 3n rbeiter lzel, lins» mierat iger, meistn e Der- Sieben ür die ter um Jung, [e Der- Hund Verein us bas ch bas tb zum sich er. wiesen, äntung npfind- Schie- sen am Vereins, l noch sjäget. cZ unicet' Ieien (eben i^erv oMch ) beut- ityerig iUe nin diesen * en uni Nach er fih e Grüße n -and ,e Recht rfe man deutsche ksfremd nit bem ne man isse der. national' - Para- rftonben r heute ie poli' ifanqen, :unblafle sein. A zentigen er Ado>! Prozente, mit wir 1 e n 3 e r Denn ft Großer 1 leiste" irer am ner der 11W" M.$li groB* B(jrü' tiftiW? !tt P°1 i|i |o* „erfflitl' ten- , N imm» tu » nur,'* 5tW* jtd- $. tt n® en, A di-" „ di'p iffä* intej. lang es, das Wohnhaus zu retten, dagegen wurden die Scheune und Stallungen vollständig vernichtet. Glücklicherweise konnte das Dreh in Sicherheit gebracht werden. G Eichelsdorf, 3. Mai. Unsere Gemeinde wird auch in diesem Jahre die Kanalisation, die sie in Teilstrecken in den vorausgehenden Jahren bereits durchführte, fortsetzen, so daß die feuchten Stellen des Dorfgrundes trockengelegt sind. Die Vergebung der neuen Arbeiten steht bevor. Sie erstrecken sich mit den Nebensträngen auf etwa 500 Meter. — Die A vfelb äume blühen in diesem Jahre fast ohne Ausnahme. Die Witterung war bislang der Blüte günstig. Sollten keine Fröste mehr eintreten, so darf mit einem guten Apfesiahr gerechnet werden. — Bereits in der letzten Aprilwoche konnte Grünfutter eingefahren werden. Die Kleeäcker haben sich gut entwickelt und können schon gemäht werden, ein Vorgang, wie er nur in den seltensten Jahren um diese Zeit zu verzeichnen ist. Preußen. Kreis Marburg. LPD. Marburg, 3. Mai. Bei den schweren Gewittern, die am Dienstagabend den E b s - dorfer Grund überzogen, schlug der Blitz in die erst vor wenigen Jahren neuerbaute große Scheune der Stroßmühle bei Hachborn ein und zündete bei den großen dort lagernden Heu- und Strohvorräten sofort. Den alsbald am Brandplatz eintrefsenden Feuerwehren gelang es, die stark gefährdeten übrigen Mühlengebäude zu retten. Die Scheune samt Erntevorräten und einem dort untergestellten neuen Erntewagen wurden vernichtet. einem Pflug und zwei kleinen Jungen, „im Bauern liegt Deutschlands Zukunft", ein Wagen der Schlosser und Installateure, ein Bäckerwagen usw. Es olgten die verschiedenen Handwerker in ihrer Arbeitskleidung, Abordnungen der Frauenschüft, des BDM., der SA., der SA.-Res. usw. Die Marschmusik wurde von der Kapelle des hiesigen Motor- Sturmes gestellt. Die Schwerverletzten des Weltkrieges wurden in Autos im Festzuge mitgesahren. Nach einem Platzkonzert an der Turnhalle begrüßte der politische Leiter der Gemeinde, Karl Wenzel, die zahlreich Erschienenen (fast das ganze Dorf war anwesend) und erinnerte in seinen Ausführungen an den 1. Mai 1933, der das deutsche Volk 311m ersten Male einig und geschlossen gesehen hat. Und so solle auch dieser Tag zum zweiten Male gefeiert werden, als der Tag des deutschen Arbeiters, an dem die gesamte Nation einmütig teilnehme. In einer Riesenorganisation, wie sie die Welt sonst nirgends kenne, sei nun das schaffende Volk in Deutschland mit nahezu 30 Millionen Volksgenossen zusammengeschlossen. Und bald die Hälfte aller Arbeitslosen hätte wieder eingestellt werden können. Mit Freude und Zuversicht müßten wir gerade deshalb diesen Feiertag der deutschen Arbeit begehen. Sodann hielt Lehrer Gustav H e r b st die F e st r e d e. Er ging in seinem feinen und trefflich stilisierten Vortrag von dem uralten Glauben unserer germanischen Vorfahren aus, die um die Frühlingszeit ein besonderes Fest des neuen Lebens feierten, das dann später vom Christentum übernommen und mit einem tiefen Sinn vergeistigt wurde. Auch früher habe man schon den 1. Mai gefeiert, aber es sei keine Feier gewesen, sondern die sog. Vertreter der Arbeiter hätten an diesem Tage gegen die Arbeitgeber gehetzt und zum Klasienkampf aufgefordert. Das fei nun wie böser Spuk verflogen. Der 1. Mai sei ein wirkliches Volksfest geworden, wie es einst bei unfern Vorfahren war. Darüber hinaus bedeute dieser Tag noch viel mehr. Jahrtausendalte Wünsche seien nun endlich in Erfüllung gegangen. Das, wonach sich das.deutsche Volk schon immer sehnte, nach einer starken Führung, nach einer großen Volksgemeinschaft, sei nun erfüllt. Der Redner ging sodann in großen Zügen auf die deutsche Geschichte ein und erinnerte daran, daß immer, wenn die Not am größten gewesen sei, den Deutschen ein Retter gekommen sei. Einen Mann, der niemals am deutschen Volke zweifelte, Adolf Hitler, gelang es nun, das deutsche Volk im Innern zu einigen, ihm wieder Halt und Zuversicht zu geben. Das Wort, das einst in den Freiheitskriegen entstand, „Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben", wurde wieder wahr. In großen Umrissen schilderte Lehrer H e r b st sodann das erste Jahr, das unter der nationalsozialistischen Regierung stand. Der Redner betonte, daß wir das größte Vertrauen zu unserm Führer haben müßten, daß wir nicht kleinlich werden dürften, wenn nicht alle Wunsche sich sofort erfüllt hätten. Wir könnten sicher sein, daß der Dolkskanzler, getreu seinem Verspre- chen, sein Werk vollenden werde. Mit einem Sieg- Heil auf Adolf Hitler schloß der Vortragende seine mit großem Beifall aufgenommene Rede. Gemeinsam sang die Festgemeinde die beiden Nationallieder. Um 16 Uhr wurde bann die Rede des Führers vom Staatsakt auf dem Tempelhofer Feld übertragen. Auch hierbei konnten die Hörer feststellen, daß die neue Lautsprecheranlage tadellos arbeitete. Nach der Uebertragung folgte ein Platzkonzert der Kommunalpolitische Tagung ' in Alsfeld. । KAlsseld, 2. Mai. Hier fand unter dem Vor- sitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wieder eine Tagung der Kreisabteilung Alsfelddes ; Hessischen Gemeindetags im kleinen Saal ■ des „Deutschen Hauses" statt, zu der nahezu alle Bürgermeister des Kreises erschienen waren. Das Kreisamt war durch Kreisdirektor Dr. Stammler und Verwaltungsinspektor Dip pell vertreten; von der Kreisleitung der NSDAP, war der kommunalpolitische Fachberater, Derwaltungsan- wärter Lan glotz, anwesend. Außerdem waren auf Einladung erschienen Kreisfeuerwehrinspektor K n i e r i m und der Direktor des Landesstatistischen Amtes in Darmstadt, Dr. Li n d. Nach einleitenden Begrüßungswbrten des Vorsitzenden verlas dieser unter Mitteilungen verschiedene Ausschreiben des Hessischen Gemeindetags, unter denen eine Verfügung der Ministerial- abteilung für Arbeit und Wirtschaft des hessischen Staatsministeriums an die Kreisämter über die Benutzung der Gemeindebackhäuser von besonderem Interesse war. Als erstes Referat der Tagung behandelte der Direktor des Landesstatistischen Amtes Dr. Lind das Thema: „Die Mitwirkung der Bürgermeister bei der Anbauflächenerhebung und der landwirtschaftlichen S t a t i st i k". Der Vortragende wies auf die große Bedeutung der landwirtschaftlichen Statistik in der gegenwärtigen Zeit des Neuaufbaues der Landwirtschaft hin, da sie der Reichsregierung die Unterlagen liefern müsie für ihre Maßnahmen, namentlich auch auf dem Gebiet der Getreidewirtschaft. Es sei daher eine wichtige und für das Volksganze bedeutungsvolle Pflicht der Bürgermeister, für eine einwandfreie und zuverlässige landwirtschaftliche Statistik bei der Anbauflächenerhebung und bei den Ernteschätzungen Sorge zu tragen. An Hand der vorliegenden Formulare erläuterte der Vortragende wichtige Einzelheiten bei der Durchführung der notwendigen Erhebungen. Als zweiter Redner sprach Kreisfeuerwehrinspek- tor K n i e r i m über „D a s Feuerlöschwesen der Gemeinden". Der Redner ging davon aus, daß es ein edler und wichtiger Grundsatz der Gemeinden sei, für ausreichenden Feuerschutz zu sorgen. Sehr wesentlich für einen sicheren Feuerschutz sei eine gutgeschulte und richtig organisierte Feuerwehr. Im Kreise Alsfeld bestünden leider nur 13 Freiwillige Feuerwehren. Der Redner sprach bann über bie technischen Einzelheiten bes Feuerlöschwesens und gab ben Bürgermeistern wertvolle Hinweise für einen zuverlässigen Feuerlöschdienst, bei bem Feuerwehr und Gemeindebehörde Hand in Hand arbeiten müßten. lieber „Die Aufgaben bes Bürger- meifters als Dor st eher der Ortsp 0 li - zeibehörde" referierte Verwaltungsanwärter Langl 0 tz. Diese Tätigkeit werbe oft verkannt unb als nebensächlich behandelt. Die Tätigkeit der Ortspolizeibehörde gewinne aber im Zeitalter des Verkehrs ständig an Bedeutung. Der Vortragende erläuterte sodann die einzelnen Aufgabengebiete der Ortspolizei und ihre verschiedenen Funktionen. Nach Erledigung verschiedener Anfragen, die aus der Mitte der Versammlung gestellt worden waren, schloß der Vorsitzende die anregend verlaufene Tagung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. t'nnöfrcie Wicken 8 Lich, 3. Mai. Am 5. M a i sind 10 0 I a h r e verflossen, daß der langjährige erste Stiftslehrer und verdiente Organist der Marienstiftskirche Wilhelm Jäger zu Staden in der Wetterau geboren wurde. Den größten Teil seiner 50jährigen lehramtlichen Tätigkeit hat er in unserer Stadt verbracht. Viele Hunderte seiner Schüler, darunter sämtliche Kinder des Fürstlichen Hauses, danken ihm heute noch für seinen trefflichen Unterricht. Eine große Anzahl der tüchtigsten und erfolgreichsten Organisten und Dirigenten Hessens hat seit 1875 in der Großhörmglichen Präparandenschule seinen anregenden Musikunterricht genossen und so seine musikalische Kunst weitergetragen: sie werden sich ihres Lehrers in Dankbarkeit erinnern. Der Männergesangverein „Cäcili a", dessen Dirigent er vertretungsweise längere Zeit war, und der Evangelische Kirchengesangverein (gemischter Chor) in seiner heutigen Gestalt, den er 1892 neu ins Leben rief, werden es sich nicht nehmen lassen, ihres einstigen Leiters an seinem Grabe ehrend zu gedenken. ? Li ch, 3. Mai. Am Sonntag fand in der Turnhalle eine Luftschutzwerbeveranstaltung berOrtsgruppeLichund Umgebung des Reichsluftschutzbundes statt. Nachdem am Nachmittag der reiferen Schuljugend, Jungvolk, Hitlerjugend, BDM. ein Lichtbilderoortrag unb der Film „Fliegerangriff und Bombenabwurf" nebst Ab- brennen eines Brandfatzes vorgeführt worden war, fand am Abend in der Turnhalle ein Werbeabend statt, der einen außerordentlich guten Besuch zu verzeichnen hatte. Nach einleitenden Musikvorträgen der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung von Postsekretär Freitag hielt der Leiter der Luftschutzortsgruppe, Brauing. M a i d h 0 s, die Begrüßungsansprache, in der er auf ben Sinn unb Zweck des vor einem Jahre gegründeten Rerchs- Den Auftakt zur Feier des Nationalfeiertags bildete eine Kundgebung des hiesigen Standorts der HI., die auf dem Nonnenköpfel ein großes Maifeuer abbrannte. Standortführer, Scharführer Sack, sprach von der Bedeutung der Walpurgisnacht im Glauben und in der Anschauung unserer Altvordern unb verlas dann das Manifest des Reichsjugend- führers. Am Sonntagmorgen begrüßte der Spiel- mannszug III/116 die Einwohner. Unter flotter Marschmusik zogen die SA.-Männer zum Weckruf durch ben Ort. Um 7 Uhr hatte bie gesamte SA. Antreten zur feierlichen Flaggenparabe auf bem Adolf-Hitler-Platz. Scharführer Müller hielt eine kurze Ansprache, in der bie Bedeutung bes 1. Mai für bas Volk gewürdigt würbe. Er schloß mit einem Heil auf den Führer unb Kanzler. Auf bas Kommando von Sturmführer Wendel stieg bas Siegesbanner unter ben Klängen des PräsenUermar- sches am Mast empor. Anschließend hörte bie Ju- genb auf bem Schulhof bie Uebertragung aus Berlin. Am Nachmittag stellte sich ein großer Festzug auf, ber sich dann, geleitet von ben hiesigen Spiel- mannszügen ber SA. unb dem Jungvolk, durch bie Ortsstraßen bewegte. Manche originelle Gruppe, bas Leben bes beutschen arbeitenden Volksgenossen dar- fteUenö, wurde lebhaft begrüßt. Gemeinsam hörte luftschutzbundes einging. Anschließend hielt ber Schulungslsiter ber Bezirksgruppe Gießen, Pg. S ch u cf) a r b (Gießen) einen längeren Vortrag, ber durch Lichtbilder ergänzt wurde. Seine Ausführungen behandelten in eingehender Weise die Entwicklung des Flugwesens, die ßuftrüftung der europäischen Staaten, die verschiedensten Arten der Vrand- und Gasbomben und die unbedingt erforderlichen Schutzmaßnahmen. Nachdem er die Organi- ation des Luftschutzes erörtert hatte, forderte er die Anwesenden auf, dem Reichsluftschutzbund beizutreten. Der sehr interessante Vortrag sand große Aufmerksamkeit und Zustimmung. Danach wurde der Film „Fliegerangriff und Bombenabwurf" vorge- ührt, der deutlich die Arten unb Kampf arten ber Bombenflugzeuge vor Augen führte. Mit Dankes- roorten an den Redner unb mit der Aufforderung an die noch Abfeitsstehenden zum alsbaldigen Beitritt schloß der örtliche Leiter M a i d h 0 f die Veranstaltung. ? Li ch, 3. Mai. Die von den Amtswaltern der NS.-Dolkswohlfahrt in diesen Tagen durchgeführte Haussammlung für das deutsche Jugendherbergswerk ergab in unserer Stadt den Betrag von 130,95 Mark. Kreis Schotten. * Gedern, 3. Mai. Bei dem starken Gewitter, das am Abend bes Feiertags ber nationalen Arbeit über Oberhessen nieberging, schlug der Blitz in bas Gehöft von Heinrich Becker in ber Kolonie Schönhausen bei Gedern ein und zündete. Der angestrengten Arbeit der Feuerwehr ge- Allendorf a. d. Lumda. Der Tag der Arbeit wurde auch hier dukch die Ortsgruppe, der die Orte Climbach unb Treis angeschlossen sinb, zu einem würbigen Festtag gestaltet. Am Vorabenb bes Festtages fand in der hiesigen Kirche Gottesdienst statt. Ortspfarrer Andres predigte in tiefgründiger Weife über die Bibelworte: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen". Zur Verschönerung der Feier wirkte ber hiesige Kirchengesangverein mit. Arn Festtags- morgen 8.45 Uhr trafen in geschlossenen Formationen mit Fahnen unb Wimpeln bie hiesige Hitler- Jugenb, der Bund deutscher Mädel, sowie die älteren Jahrgänge der Schulen auf dem mit Girlanden, Fichtenbäumen und Fahnen reich ge- chmückten Festplatz, auf dem sich schon vorher eine größere Anzahl Parteimitglieder unb anberer Per- onen eingefunben hatten, ein, um bie Radioübertragung der Kundgebung der Berliner Hitler-Jugend im Lustgarten zu hören. Von 12.30 Uhr ab bewegte sich sodann ein stattlicher Festzug in der Reihenfolge: Spielmannszug der SA., SA., Hitler-Jugend, Arbeiter, Bauern, Gewerbetreibende, freie Berufe und Beamte und Schuljugend durch die Londorfer und Treiser Straße nach bem nahegelegenen Hom- bergsroalb. Dort fanb, nachbem inzwischen auch die Zelle Climbach unb Stützpunkt Treis — letzterer mit Musik — eingetroffen waren, an einer idyllisch gelegenen Stelle, der sogenannten Teufelskanzel, feierlicher Gottesdienst statt. Zu Beginn des Gottesdienstes intonierte die Kapelle das Niederländische Dankgebet. Pfarrer B ö ch n e r von Treis predigte über die Bibelworte: „Was Hilfe es den Menschen, so er die gänze Welt gewänne unb nähme boch Schaden an seiner Seele". Seine Ausführungen gingen dahin, daß wir Gott dafür besonderen Dank schuldig seien, daß er uns in unserem Führer Adolf Hitler einen Mann gegeben, der es in bem einen Jahre seiner Wirksamkeit als Reichskanzler schon bewiesen habe, daß ihm das Wohl des deutschen Volkes sehr am Herzen liegt und der es in der kurzen Zeit fertiggebracht habe, die Arbeitslosigkeit zum großen Teil zu beheben und viel anderes Elend zu beseitigen. Nach dem Gottesdienst hielt Ortsgruppenleiter Pg. Dr. Harth noch eine kernige Ansprache. In dieser hob er besonders hervor, daß alle echten Nationalsozialisten eine Gemeinschaft bilden, daß es im national- sozialistischen Staate keine Standesunterschiede gebe, daß der schlichte Arbeiter genau soviel bedeute, wie der Gelehrte, und daß wir unserem Führer Adolf Hitler, der es mit feinem deutschen Volke so gut meine, auch weiterhin wie seither die Treue halten und ihm unb seinen Mitarbeitern blinblings vertrauen sollen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf unseren obersten Führer und unser deutsches Vaterland und mit dem Gesang bes Horst-Wessel-Liedes fanb bie denkwürdige Waldfeier ihr Ende. Der Zug bewegte sich dann wieder unserer Stadt zu und löste sich auf bem Festplatz auf. Nach einer ein- ftünbigen Kaffeepguse fanb sich sodann gegen 15.30 Uhr alles auf dem Festplatz ein, um die Radioübertragung vom Tempelhofer Felde zu hören. Gegen 15 Uhr hatten sich auf besondere Einladung der hiesigen Frauenschaft die über 70 Jahre alten Leute im Ranftschen Saale eingefunben, um neben bem Hören ber Rabioübertragungen mit Kaffee und Kuchen bewirtet zu werden. 72 Personen waren ber Einladung gefolgt, und in ihren Gesichtern spiegelte sich die Freude über die besondere Ehrung ab. Die Vorsitzende der hiesigen Frauenschaft Frau Harth eröffnete die schlichte Feier mit einer Ansprache, in der sie auf die Bedeutung des Tages hinwies. Sodann sprach noch Pfarrer Andres. Herzlicher Dank wurde ber Frauenschaft unb be- sonders der Leiterin Frau Harth aus der Mitte ber Gäste durch Lehrer i. R. Peil entgegenge- brad)t. Für Unterhaltung der alten Leute sorgten in bereitwilliger Weise noch der BdM. durch Vorführung von Volkstänzen unb die Schuljugend durch den Vortrag von Gedichten und Liederversen. Kranken, die nicht teilnehmen konnten, wurde Kaffee unb Kuchen ins Haus gebracht. Schwächliche, die nicht gut zu Fuß waren, brachte Dr. Harth in liebenswürdiger Weife mit feinem Auto kostenlos Großen-Linden. Als Auftakt zum Tag der nationalen Arbeit fand am Montagabend in ber Kirche ©ottesbienft statt, an bem bie SA. und die anderen Organisationen der NSDAP, teilnahmen. Am Dienstag wurde ge- 1 meinsam mit der Gemeinde Leihgestern der Nationalfeiertag festlich begangen. Gegen 1 Uhr bewegte sich ber große Zug durch die mit frischem 3Raien- Srün geschmückten Straßen. Geführt von einem !raftwagenzug, der die Kriegsveteranen mit sich führte, folgten Reitersturm, SA., SAR., HI. usw. Die einzelnen Betriebe und Berufe boten in ihrer Arbeitskleidung ein imposantes Bild, das den starken Willen des neuen Deutschland äußerlich zum Ausdruck brachte. Insbesondere gefielen die Bergleute, die in ihrer schwarten Knappentracht er- schienen waren. Nachdem ber Zug die Straßen von Großen-Linden unb Leihgestern durchzogen hatte, versammelten sich die Teilnehmer und bie übrige Bevölkerung auf bem Sportplatz an ber Rindsmühlr, um dort die Rede des Kanzlers zu hören. Vorher sprach Pg, Rektor Siegfried über die zukünftigen Aufgaben im neuen Staat, während anschließend Sturmführer Beck e r die vergangenen und die gegenwärtigen Verhältnisse schilderte. Die Feier wurde umrahmt von Choren der vereinigten Gesangvereine von Großen-Linden und Leihgestern. Mit dem Deutschlandlied unb bem Horst-Wessel-Lied fanb die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. — In der Walpurgisnacht brannten, wie überall im Reich, die Höhenfeuer der HI. Auch die beiden Gefolgschaften der hiesigen HI. hatten getrennt auf den umliegenden Hohen riesige Holzstöße angezündet, als flammendes Symbol des wiedergeeinten deutschen Volkes. Die Gefolgschaftsführer verlasen, nachdem sie über Sinn und Zweck dieser Sitte • gesprochen hatten, das von Reichs- jugendführer Baldur von Schirach erlassene Manifest und anschließend die Namen der im Kampf um Deutschlands Wiedererwachen gefallenen HJ.-Kameraden. Zum Abschluß wurde das Lied „Unsre Fahne flattert uns voran" gemeinsam gesungen. Lang-Göns. Das Fest der deutschen Arbeit begann mit einem Gottesdienst am Montagabend. Am Vormittag des 1. Mai fand bie Jugendkundgebung statt. In geschlossenem Zuge marschierte bie HI., BDM., JV. unb alle Schulkinder, nebst ben Lehrern, durch das reich geschmückte Dorf nach dem Festplatz bei der Turnhalle. Hier hielt der Führer der HI., Walter Wilhelm, eine kernige Ansprache, in der er ausführte, daß wir nicht, wie früher, in Stände- unb Bruderhaß gegenüberftünben, sondern eine große Volksgemeinschaft seien. Da dürfe auch bie Jugend nicht zurückstehen, auch sie müsse gewillt fein, sich ein- und unterzuordnen in das große deutsche Volk. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Um 9 Uhr erfolgte die Übertragung der Kundgebung der Berliner Schuljugend. Hierbei trat zum erstenmal der neu angeschaffte große Laut- sprechet in Tätigkeit. Begeistert sangen die Kinder bas Horst-Wessel-Lied mit. Am Nachmittag gruppierte sich ein stattlicher Festzug jenseits des Bahnkörpers. Voraus ritt der SA.-Reitersturm Lang-Göns. Es schlossen sich an die Schulkinder, die Vereine und Körperschaften, die Arbeitsgemeinschaft ber hiesigen Zigarrenfabrik, zahlreiche geschmückte Wagen, die verschiedene Arbeitsgebiete sinnbildlich und anschaulich verkörperten, „Blut und Boden" mit 57. sm enorm bIMa Alleinverkauf der bekannten Aquarex-Mäntel Z.V/A CARL SOMMER Gießen, Bahnhofstraße 14 2680 A Büroräume (Banner Erfatzkaffe) 2668V Angehörigen. — Deutsche Tänze 2678D mit 2 Lämmern u. 200 Bohnenstangen sofort zu Warenabgabe nur an Mitglieder! 2676 A 2670 A- Eröffnungs-Bahn-Radrennen Am Start: Fahrer aus Köln, Koblenz, Kassel, Fulda, Cransberg, Gießen 26660 Veranstalter: Gießener Radfahrer-Verein 1885 e.V. KLEIDUNG 5ch-l22a und Angabe des Mod. unt. 2674V an d. Gieß. Anz. Sonntag, den 6. Mal, nachm. 3 Uhr, auf der Aschenbahn der Spielvereinigung 1900 ea. 75 qm per 1. 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Tagesplanr Abholen des Landesführers durch einen Ehrensturm am Äahnhof Feldgottesdienst auf dem Exerzierplatz Trieb, anschließend Parademarsch Verpflegung der von auswärts gekommenen Kameraden aus Feldküchen Antreten auf dem Oswaldsgarten und Marsch durch die Stadt Es wirken mit die drei Kapellen des Kreisverbandes Festakt in der Volkshalle Kameradschaftliches Beisammensein mit Säften, Kameraden und deren Dem Altbewährten Treue halten! Straßen-Anzuge mit dem ganzen Schmiß der neuen Mode u. der Stabilität deutscher Facharbeitt Hrankenhalle der Dentlchen Anteileillen V.a. B. (Eriatzkafie), Verwalhmfiritelle Blaken BEKANNTMACHUNG! Allen unseren Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß wir 1t Vorstands-, Aufsichtsr.-u.Vertreter-Beschluß ab 1. Mal 1934 den Konsumverein Gießen u. Umg. G.m.b.H., Gießen, in 24“ verkaufen. 02340 celygesl weg 118. StMtlmler Gieffen nssv Samstag, 5.5., 20b.geg.23Uhr: Deutsche Bühne Reihe 2: Gerade Mitgliedsnumrn. u. freier Verkauf (Schülerkarten) DleVerschwörnng des Fiasko in Genua. Trauerspiel in 10 Bildern von Schiller. 2950 48- 36- 29- DeuWe Stenogrofenfifiaft OrtsgL Gletzeu. Samstag, 5.Mai Ausflug Best. .Flughafen* Treffpunkt: 20.15 Persiluhr. 267iD Bekanntgabe des vorl. Erg, d. Leistungsschr. e. G. m. b. H„ Gießen umfirmiert haben. — Wir bitten unsere verehrlichen Mitglieder, ihrem alten Unternehmen mit der neuen Bezeichnung das bisherige Vertrauen entgegenzubringen Verbrauchergenossenschaft Gießen e. G. m. b. H. DerVorstand/gez. E. Dietz, P. Schneider, E Sommerkom man In den Wirtschaften und auf den freien Plätzen die [Übertragung aus Berlin. Der Abschluß des Abends war gemütliches Beisammensein mit Tanz. Münzenberg. Der 1. Mai brachte hier in vollem Umfange den Beweis für den einheitlichen, unhemmbaren Auf- ftiegwillen der gesamten Bevölkerung. Schon in den frühen Morgenstunden standen alle Häuser in reichem Maien- und Flaggenschmuck. Gegen 9 Uhr fanden auf dem Burghof Kundgebungen der Hitler- Juaend statt, bei welcher Gelegenheit die Rede des Führers durch Großlautsprecher übertragen wurde. Anschließend an den Gottesdienst nahm die ganze Einwohnerschaft an dem Festzug teil, der sich in der Burgruine auflöfte. An der hier zwischen 2 und 5.30 Uhr ftattgefunöenen Kundgebung beteiligten sich die HI., der BdM., sowie der Gesangverein „Eintracht". Im Verlaufe dieser Veranstaltung, die der stellv. Stützpunktleiter Pg. Krafft eröffnete, hielt Schulungsleiter Pg. Weiß eine packende Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wenn unser Führer vor einem Jahre sagte: „Ich reiche jedem die Hand, der bereit ist, mit uns zu arbeiten", so hat er damit die Kluft zwischen unserem früheren Gegner und uns überbrückt und die Einigung aller deutschen Volksgenossen vollzogen. Dies hat die Wahl am 12. November zur Genüge bewiesen. Der 1. Mai ist Festtag aller rechtschaffenen Deutschen Laß Thompson’s Schwan im Haushalt walten! H orren-Hosen Streifen- od. Anzugmuster, Knickerbocker und leichte, helle Sommer-Hosen« 1050 875 650 475 395 Streitenhosen schon ab #>50 Künstlerischer Klavierunterricht im Hause der Schüler Elisabeth Volp staatl. gepr. Klavier!. (Ak. d. Tonk. München) Laubach (Oberh.) geworden, ganz gleich, od der tzlnzekne Dauer, Arbeiter, Handwerker, Gewerbetreibender, Arbeitgeber oder Arbeitnehmer ist. Der Tag der nationalen Arbeit ist der Tag, an dem sich das ganze Volk jedes Jahr auf sich selbst, auf seinen Daseinszweck besinnen soll. An diesem Tage wollen wir die Arbeit nicht vergessen, sondern wir wollen uns freudig zu ihr wenden. Nur der soll Lebensberechtigung in Deutschland haben, der tatkräftig arbeitet, jeder an feinem Platz, wohin er gestellt worden ist. Nach der Ansprache von Pg. Weiß brachten alle Zuhörer als Treuegelöbnis ein dreifaches Treu-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler aus. Die anschließend folgende Ansprache unseres Führers wurde mit Begeisterung ausgenommen. Am Abend verlebte man noch einige Stunden fröhlichen Beisammenseins im Saale von Wilhelm Weiß. Ober-Schmitten. Nach altem, schonen Brauche versammelten sich am Frühmorgen des 1. Mai Männergesang- verein und Schuljugend, um den M a i anzusingen. In buntem Wechsel erklangen an Straßenkreuzungen und freien Plätzen die frischen, frohen Mailieder, zum Teil solche, die unsere Väter schon vor Jahrhunderten gesungen und doch noch wie neu klingen. Ein Sprechchor der Schuljugend leitete abschließend den Tag der nationalen Arbeit ein. Die festlichen Veranstal- Herren-Mäntel in der flotten Slipon- oder Raglanform, natürlich Gabardine, auf guter K.Seide 53-- 47.- 42.. 35. UW-' AVA VN/////' schloß sich ein Umzug aller Jugendverbande durch die Hauptstraßen des Ortes. Am Nachmittag bil- bete sich ein nach Berufsgruppen gegliederter Fest, zug, der sich zum Schulhof bewegte, um hier die Radio-Uebertragung des Festaktes vom Tempel- Hofer Feld mit der Rede des Führers entgegenzu- nehmen. Dabei leistete das neubeschaffte Radio- Empfangsgerät mit Riesenlautsprecher ausgezeich. nete Dienste. Ortsgruppenleiter Keller stellte an die Spitze des Nachmittagsprogramms längere Ausführungen, die er in einem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler ausklingen ließ. Einige Gedichte vom Sinn und Wert der Arbeit sorgten für Abwechslung im Programm. Den Höhepunkt desselben bildete natürlich die große Rede des Füh. rers, der die versammelte Menge mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte. Anschließend an die Nach, mittagsveranstaltung setzte im Benderschen Gartenlokal die Tanzbelustigung ein, die allerdings durch das abends aufkommende Gewitter eine jähe Unterbrechung erfuhr — aber nur eine Unterbrechung! — Alles in al^m — so darf man wohl mit Recht sagen — zeigten alle Veranstaltungen den Geist echter Volksgemeinschaft, die geschaffen zu haben einer der größten Erfolge des Führers ist. SP Feminin Den Der DieDattton. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samsfai nachmittag geschlossen MonoWolimn SeuWr MMttM (SlolHW SttMoM Meffto Am Sonntag, dem 6.Mai 1934, findet in Gießen der 1.WI des MWMWWWWll WlkWkliWdes (Siiiiieie) res sieMnots SWW verbunden mit Ehrung der alten Kameraden und Freikorpskämpfer statt. hingen des Tages, bet denen sich Gemeinden Eichelsdorf, Ulfa, Rainrod, Stornfels und Ober- Schmitten zusammengefchloffen hatten, wurden in Eichelsdorf abgehalten. An tausend Menschen waren an der Kundgebung beteiligt. Ortsgruppenleiter Henß (Eichelsdorf) als Leiter der Veranstaltung sprach am Aufmarschplatze kernhafte Worte Worte über die Bedeutung des 1. Mai für jeden einzelnen. Zuvor wurden am Gefallenendenkmal Kränze niedergelegt, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Rodheim tu d. Lieber. Anläßlich des T a g e s der Arbeit hatte auch unser Ort außerordentlich reichen Flaggenschmuck angelegt und waren die Häuser allgemein geschmackvoll mit frischem Tannengrün geschmückt. Als Eröffnung der feierlichen Veranstaltungen fand um 8 Uhr ein Gottesdienst statt, zu dem alle Organisationen und Vereine Fahnenabordnungen entsandten. Der Gesangverein umrahmte durch den meisterhaften Vortrag zweier Ehore Schriftwort und Predigt und gab der ganzen Veranstaltung festlichen Charakter. Anschließend an den Frühgottesdienst fand unter Führung der HI. auf dem Schulhofe eine kurze Feier statt, an der HI., JV., BDM., IM. und die Volksschule beteiligt waren. Hier wurde auch die Uebertragung der Lustgarten-Kundgebung entgegengenommen. An diese Veranstaltung <5oni>eroerf*»///# Vereine | Verkäufe 11 Kaufgesuche n Eine frischmelk. _^ut erhaltene JL Qteae Schreitoaschme geg. bar zu kauf, ""t 2 Lämmern gesucht. Schrift!. 200 Bohnen- Angeb. m.Preis die Lieblinge der Sommermode, einforb. od. gemusf. mit Golf- oder langer Hose 48o 39.- 32.. 24^ 18°