•fotbe. inb. > 495 i)t bis .3WÖ[f Handel IN. r. 739 'enbge, 25 bis 29, b) 35, b) ,?5» d) 2 42- Kälber mb. t. Rinder mfofls, IM (608), hweine -ebend' 35, c) 30 bis bis 30, is 20; d) 26 c) 39 lei bl) lotiert; 44, c) ) jette bis 36. Viertel -weine- riich in 49 bis bis 46, 6-5 bis bis 66. :t. Tesamt« , Gerste Preisen em An- ■ konnte Koggen- i kleine wesentlich lse auch ot und iommer- iO, Wei- ),70 bis hl 0 bis 0 24,75, Roggen Palm ffftudjen i, ffiei« M2. Mvtt- ^WN- ) einer ?r zahlen lonatlich- tritt Siehen, Hl lotieninfi gric__ 47,30 10,40 3,053 169,87 64,36 57,21 66,07 12,865 0,597 2,495 58,58 21-33 16,54 81-13 34,Z 81- g 0,757 0,216 5,676 11,67 58,J4 57-Z 12,80 16.52 '8'3 0 66- 81'11 34,23 184. Jahrgang Nr. 102 Erster Statt 184. Jahrgang Donnerstag, Z. Mai 1934 Ä Annahme von Anzeige« ErfcheMt täglich, nutzer Ä -Äp HM W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags W ▲ AA dis 8'/,Uhr des Vormittags UWP ftitO KiMtOI* n ttiMftW SNM slätis Y/IVllVIlVI von einzelnen Nummern VX^ nützige Anzeigen sowie ein. General-Anzeiger für Oberhessen MW richten: Anzeiger Gießen v Vereins- u. Tageskalender SrannJrtÄdn 11688 Dntft snd Verlag: vrShl'sche Unioerfitätz.vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäslsftelle: Schulftrahe 7 im T-xtt-ii 12 Rpf. j- mm Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Legitimierung des Dollfußkurfes in Oesterreich Ein Aufruf der Reichsrcgierung. ” *■* Berlin, 3.Mai. (DBB.) Die Reidjstegie* Die neue ständisch-autoritäre Verfassung und der Abschluß des Konkordats mit Rom über e r- Südslawische Journalisten als Gäste in Berlin Oie Vaterländische Krönt einVerbandöffentlichenVechts geleistet. Als die Lage sich jedoch infolge des Verhaltens der Heimwehrleute zuzuspitzen drohte, wurde von den Festteilnehmern die Sicherheitspoli- z e i herbeigerufen. Nach einiger Zeit traf ein größeres Polizeikommando ein, das die Heimwehrleute veranlaßte, sich zu entfernen. Aus das Ersuchen des deutschen Generalkonsuls wurden die Fahnen und das Bild des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers unter polizeilichem Schutz in das Leut >sche General konsulatgebracht. Von deutscher Seite ist unverzüglich ein Bericht an den Sicherheitsdirektor von Innsbruck über diesen Vorfall erstattet worden. Deutsche Vorstellungen in Wien. Vien. 2.Mai. (DRV.) Der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, hatte am Mittwochabend kanzler Dollfuß im Bundeskanzleramt. Er brachte hierbei die Vorfälle in Innsbruck Reichskanzlers herunterzureißen drohten, so daß diese von der Polizei in Sicherheit gebracht steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab. Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I u n i 19 19, im Saargebiet gewohnt Hal und am Abstimmungstag wenig st ens 20 Jahre a l t ist. An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 19 15 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mai, bis Samstag, den 12. Mai, bei ihrer Gemeinde- b e h ö r d e (Einwohnermeldeamt), in den Städten auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich, Rach- weise über den Wohnsitz am 2 8. Junl 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Veschäf- tigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Do und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben. W i e n, 2. Mai. (DNB.) Bei der von der, .Innsbrucker deutschen Kolonie am Dienstag veranstalteten Feier der nationalen Arbeit ist es zu einem ernsten Zwischenfall gekommen. Von den Veranstaltern der Feier, an der etwa 600 Personen teilnahmen, war an die Teilnehmer die ausdrückliche dringende Bitte ergangen, den Festsaal erst dann zu verlassen, wenn die Mitteilung von dem Abschluß der offiziellen Feierlichkeiten der österreichischen Behörden, die zur gleichen Zeit in der Stadt stattfanden, eingegangen sei, um von vornherein jeglichen Schwierigkeiten aus dem Tag der Gemeinschaft. Der 1. Mai stand unter dem großen leuchtenden Zeichen der Volksgemeinschaft. Die Jugend hat den Tag eröffnet, mit freudigen Herzen und offenem Sinne. In den Dörfern sammelten sich die Bauern mit den Handwerkern und Landarbeitern in gemeinsamer Front. In den Städten marschierten die Hunderttausende der Werktätigen in geschlossenen riesigen Aufzügen, Unternehmer und Gefolg- schaftschaften im gleichen Schritt und Tritt, in Berlin der Ministerpräsident Göring mitten ihnen. Die geistigen Berufe sammelten sich in der Reichshaupt- stadt zu einer besonderen Feier, um bann auf dem Tempelhofer Feld mit allen Volksgenossen diesen nationalen Feiertag zu begehen. Altes deutsches Brauchtum wurde in den Darstellungen zahlreicher Gruppen lebendig gestaltet, das Grün des Maientages mischte sich in die leuchtenden Fahnen des Festes. Soldaten der Reichswehr, Männer aller Berufe und Angehörige des Arbeitsdienstes standen in einer Front, neben ihnen die Abordnungen des Saarlandes, Zeugen deutscher Hoffnungen für die Einheit aller Glieder der Nation. Glatt und reibungslos war der Aufmarsch von rund zwei Millionen in der Reichshauptstadt, ein Meisterstück organisatorischer Leistung, in seiner glänzenden Vollendung aber nur möglich, weil das Riesenheer der Arbeit von einem einzigen Geiste er- eine Unterredung m i f dem Bundes- Wien, 2. Mai. (DNB.) Die erste auf Grund des neuen Ermächtigungsgesetzes erlassene Verordnung regelt die zukünftige politische Stellung der Vaterländischen Front, die zu einem V e r- bandöffentlichenRechts erhoben wird. § 2 der Verordnung erklärt, der Zweck der Vaterländischen Front fei, Trägerdesösterreichlschen Staatsgedankens zu fein. Das Ziel der Vaterländischen Front fei die politische Zusammenfassung aller Staatsangehörigen, die auf dem Boden eines selbständigen, christlichen, deutschen, berufsständisch gegliederten Bundesstaates Oesterreich stehen und sich dem derzeitigen Führer der Vaterländischen Front oder dem von diesen bestimmten Nachfolger unterstellen. Bund es führ er der Vaterländischen Front ist Bundeskanzler Dr. D o l l - Begrüßung durch Vizekanzler von Popen. Starker Eindruck vom 1. Mai. Berlin, 2. Mai. Die hier zu Besuch weilenden südslawischen Journalisten veranstalteten am Mittwochoormittag eine eindrucksvolle G e - denkfeier sür die im Weltkrieg gefallenen deutschen Krieger am Ehrenmal Unter den Linden. Der Chefredakteur des Belgrader Blattes „Vreme", Stanislaus von Kr a k o w , hielt Die neue Verfassung, die gleichzeitig dem Nationalrat vorgelegt wurde, rühmt sich, die „ch r i ft • lich st e" aller in der Welt bestehenden Derfassun- gen zu sein. Sie beginnt mit der Einleitungsformel: „Im Namen Gottes, des Allmächtigen, von dem alles Recht ausgeht, erhält das österreichische Bundesvolk zur ständischen Gliederung in seinem auf den Ländern aufgebauten christlichen deutschen Bundesstaate diese Verfassung". Der sich unmittelbar an diese Formel anschließende Artikel I erklärt Oesterreich zum „Bundesstaat", der „stä nd is ch gell r d n e t ist und aus der bundesunmittelbaren Stadt Wien und den Ländern besteht". Der entsprechende Artikel in der alten Verfassung hatte geheißen: „Oesterreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus". Beide in dieser These -um Ausdruck kommenden Anschauungen sind aus den neuen Verfassungsformeln ausgemerzt) aus der „demokratischen Republik Oesterreich" ist der „Bundesstaat Oesterreich" geworden und an die Stelle des Volkes als Rechtsttäger tritt die christlich-römische Anschauungswelt. Im übrigen ist der Verfassungsaufbau denkbar einfach. Das entscheidende gesetzgebende und allen anderen Körperschaften übergeordnete Organ ist der „B u n d e s t a g", in der die sogenannten „vorberatenden Körperschaften" neunundfünfzig „Abgeordnete" entsenden. Diese „vorberatenden Körperschaften" sind der „Staatsrat", der „Bundeskulturrat", der „Bundeswirtschaftsrat" und der Vertreter im Auftrag der Reichsregierung und des Führers herzlich willkommen zu heißen. Die südslawischen Journalisten betreten Deutschland in einem schönen Augenblick, der ihnen ein gutes Bild des neuen Deutschland und feines tiefen Friedenswillens vermittle. Die Reichsregierung fei sich dessen bewußt, daß auch die Neuordnung der wirtschaftlichen Fragen zur Sicherung des europäischen Friedens nötig sei und daß das mitteleuropäische Problem das Kernproblem der wirtschaftpolitischen Fragen Europas fei. Die Reichsregierung begrüße es daher besonders, daß der neue deutsch-südslawische Handelsvertrag gerade am 1. Mai, dem Nationalfeiertag des deutschen Volkes, habe in Belgrad unterzeichnet werden können. Für die südslawischen Journalisten erwiderte Chefredakteur H o r v a t aus Agram mit einem Trinkspruch auf ben Reichspräsiben- ten unb ben Führer. Er schilberte in berebten Worten ben tiefen Einbruck, ben die Feier auf bem Tempelhofer Felb auf bie fübslawischen Jourali- ften gemacht habe. Die fübslawischen Journalisten seien sich durchaus bewußt, baß ber Führer hier nicht nur für Deutschland sonbern für ganz Europa kämpfte. Dabei hanbele es sich um bie Front ber Arbeit unb Arbeit bebeute Frieben. Voll tiefer Bewunberung sei festzustellen gewesen, baß es in Deutschlanb gelungen fei, ben nervenzerreißenben Kampf zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer zu überroinben, es habe alle wie ein Wunber angemutet, baß beibeHanb in Hanb sich zu bem großen Volksfest am 1. Mai zufammengefunden hätten. Das fei eine Leistung, bie man nur bewunbern könne. r u n g erläßt folgenden Aufruf: Der Zeitpunkt, an dem bie SaarbeoöHe- r u n g nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege ber Volksabstimmung I... ihr künftiges Schicksal ent- scheiben soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt Wege zu gehen. Während der Feier der deutschen Kolonie drangen jedoch plötzlich zehn bis zwölf Heim- wehrleute in den Festsaal und schickten sich an, Zerstörungen an den Fahnen und Bildern vorzunehmen. Diese Heimwehrleute sollen der berüchtigten Penz- Platte angehören, die auch an der seinerzeitigen Ermordung des Reichswehr- folda'ten Schuhmacher beteiligt war. Ein sofort von ben Veranstaltern des Festes her- beigerufener Polizeibeamter erwies sich als machtlos. Mit Unterstützung zahlreicher Festteilnehmer richtete der deutsche Generalkonsul Geheimrat S all er an die Versammlung die dringende Bitte, die Ruhe unter allen Umständen zu, - wahren. Diesem Ersuchen wurde allgemein Folge! werden mußten. Heimwehrleule stören das Fest der deutschen Kolonie in Innsbruck. Sicherheitspolizei muß die deutschen Fahnen und Bilder vor Zerstörung schützen. „Länderrat". Die Aufgabe des Bundestages ist es bann, die verschiedenen von der Bundesregierung ausgearbeiteten und eingereichten Gesetzesvorlagen positiv ober negativ zu entscheiden. Eine eigentliche Volksbefragung, wie mir sie im als so „diktatorisch" verschrienen nationalsozialistischen Deutsch- laftb haben, findet also nicht mehr statt. Der Bundestag setzt sich ruzcht aus vom Volke unmittelbar gewählten Mitgliedern zusammen, sondern aus Delegierten", die aus den vier in ihrer Zusammensetzung zum größten Teil von der Bundesregierung „ernannten" als Vertreter entsendet werden. Der Bundestag kann darum, einfach seiner Zusammensetzung wegen, nichts anderes als ein willkürliches Werkzeug der Regie- rungspolitik fein. Es ist keine Frage, daß mit bem Beschluß bes Nationalrats sechzig Jahre Parlamentarismus ihr Ende gefunben haben Dem antidemokratischen Zuge unserer Zeit folgend hat nun auch Oesterreich seine Demokratie üguibiert. Die antidemokratische Entscheidung wird darum auch ihre geschichtliche Gültigkeit behalten. Ob allerdings bie formen bes Dollfußschen „Ständestaates ebenso gültig bleiben werden, steht freilich aus einem andern Blatt. Die neue Berfaffung trat nach dem Abschluß der parlamentarischen Komödie im IReftbeftanb ö es Wiener Nationalrats (Großbeutsche unb ßanbbunb« ler hatten ihre Mitwirkung Der jagt) am 1. Mai, nachts um 12 Uhr, in Straft. Fünf Minuten fpater fand ber Austausch ber Ratifikationsurkunden über das zwischen Oesterreich unb bem Datiian abge« schlaf ene Konkorbat zwischen bem Bunbespra- sibenten unb bem apostolischen Nuntius in Wien statt. Ein Konkorbat mit bem Vatikan soll bie Be- reiche ber Kirche und bes Staates ab grenzen. Bei bem Konkordat aber, das nunmehr zwischen Oesterreich unb bem Vatikan abgeschlossen würbe, handelt es sich um weit mehr; es hanbelt sich um eine Machterweiterung der katholischen Kirche in stärkstem Ausmaße. Das Bezeichnende ist, baß bie Abmachungen eigentlich schon am 5. Juni vorigen Jahres zwischen ber österreichischen Regierung unb bem Vatikan getroffen würben. Man hat sie aber bisher wohlweislich streng geheimgehalten. Erst jetzt erfuhren bie Oester- reicher, baß sie nunmehr ein ausgesprochen katholischer Staat geworben sinb, baß sich weit über bas normale Maß hinaus bie Staatshoheit vieler Rechte begeben unb biefe ber Kirche überantwortet hat. Die ganze Welt weiß heute, baß Dollfuß gegen ben Willen bes Volkes regiert. Jnfolgebeffen tragt auch bie sogenannte Legitimation zum Abschluß bieses Konkorbats einen recht zweifelhaften Charakter. Klüger wäre es vom Heiligen Stuhl gewesen, erst Herrn Dollfuß zu veranlassen, f r e i e W a h l e n auszuschreiben unb bann auf Grunb biefer Volksbefragung ein Staatswesen aufzubauen, bas auf einem ganz anberen Funbament ruhen würbe als bas jetzt geschaffene Gebilbe. Rom wäre bann zu einem Konkorbat gekommen, bas mit ben Vertretern eines im Ausbruck feines politischen Willens freien Volkes abgeschlossen wäre. Heute muß jeher unbefangene Beobachter bie Feststellung treffen, baß auch biefer Kirchenvertrag über ben Kopf ber Oefterreicher hinweg abgeschlossen würbe, er also zu ben Zwangsmaßnahmen ber Regierung gehört, gegen bie sich bas geknechtete Volk immer roieber in unmißverstänblicher Weife menbet. Doch bem Vatikan scheint es gleichgültig gewesen zu fern, wie bas österreichische Volk über bie Regierung Dollfuß benft unb wie sich bie Verhältnisse in Oesterreich zwangsläufig weiter entwickeln müssen. kuß Nach bem § 8 ber Verordnung erhalten ber Bun- bessührer, sein Stellvertreter unb bie Lanbesleitung das Recht, bei ben Behörben bes Bunbes unb ber ©emeinben zu intervenieren. Diese waren verpflichtet, Eingaben ber Leiter der Vaterländischen Front ohne Aufschub zu erledigen. Die Mitgliederverzeichnisse der Vaterländischen Front sind alljährlich zweimal von ben ©emeinben zur allgemeinen Einsicht auszulegen. Hierburch soll offensichtlich festgestellt werben, welche Personen ber Daterlänbischen Front nicht beige- treten sinb. Der politisch-geschichtliche Sinn ber in diesen Tagen zum Gesetz erhobenen neuen österreichischen Verfassung ist kaum ein anderer als der, ben auto- ritär-diktatorischen Kurs ber Dollfuß-Regierung staatsrechtlich unb verfassungsrechtlich zu legalisieren unb zu verankern. Es ist bekannt, baß bie Politik ber Dollfuß-Diktatur sich, nachdem sie nicht mehr ben Mut einer offenen Volksbefragung aufbrachte, auf bas kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz vom 24. Juli 1917 berief, bas von ben Wienern nicht nur im Kriege, sonbern auch heute als sogenannte „Kartoffel- verorbnuntz" verspottet unb ironisiert wirb. Aber immerhin war Dollfuß einsichtig genug, um zu erkennen, baß mit biefem Kriegsgesetz keine Politik auf lange Sicht getrieben werben konnte. So berief er benn ben früheren Bundes- kanzler unb jetzigen Lanbeshauptmann von Vorarlberg, Dr. Enber, als Minister ohne Amtsbereich in bie Regierung unb beauftragte ihn mit den Vorarbeiten für eine neue ben biftaturpoliti- scheu Maßnahmen bes Dollfuß-Regimes in jeher Hinsicht gerecht roerbenbe Verfassung. Das Grunbmotiv ber Dersassungsibeologie würbe von Dollfuß selbst angegeben. Ziel sei ein Staat „auf ständischer ©runblage unter starker autoritärer Führung". Das war zunächst alles, was von ben Absichten unb Zielen her Derfassungsreform bekannt würbe. Im übrigen schien es mit ben Dorbereitungs- arbeiten nur langsam vorwärts zu gehen. Enblich jeboch im März bieses Jahres, fünbigte Dollfuß an, baß bie Vorarbeiten am Werke ber Verfassungsreform nunmehr abgeschlossen seien, unb baß Oesterreich in ben nächsten Wochen eine neue, auf ben Berufsstänben aufgebaute Verfassung bekommen werbe. Dieser Ankünbigung folgte bie Tat. Am 30. April würbe vom österreichischen Nationalrat das Ermächtigungsgesetz angenommen, das bie Rechte bes Parlaments an bie Regierung überträgt unb es ihr ermöglicht, bie Verfassung in Kraft zu setzen. Damit ist bie Diktatur durch Parlamentsbeschluß legitimiert unb bie verfassungsrechtliche Erneuerung eingeleitet. eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Auf ihrer ersten Reise durch bas neue Deutschland erweisen bie südslawischen Journalisten, die s e l b st größtenteils Kriegsteilnehmer sind, durch dich, gefallener deutscher Krieger, allen gefallenen deutschen Soldaten die erste Ehrend ezeugung. Wenn uns der Krieg aegen- einanber stehen liefe, waren wir bamals Gegner, aber nicht Feinbe. Zum Zeichen her tiefen Achtung, bie mir in biesen Tagen für dich unb für dein Volk empfinden gelernt haben, grüfeen wir dich, gefallener deutscher Krieger, in Ehrerbietung unb mit Schweigen." Krakow legte bar auf einen großen Lorbeerkranz mit einer Schleife in ben süd- slawischen Farben unb mit ber Aufschrift „Den gefallenen deutschen Kriegern — Die südslawischen Journalisten" am Ehrenmal nieder. Im Anschluß an eine Präsidialsitzung bes Europäischen Wirtschaftstages anläßlich ber Anwesenheit ber fübslawischen Journalisten in Berlin vereinigten sich bie Teilnehmer zu einem Frühstück. — Während bes Essens brachte Vizekanzler von P a p e n auf ben König von Südslawien einen Trinkspruch aus, in bem er u. a. ausführte,, baß er ben Auftrag habe, bie südslawischen Presse» 1 füllt unb burdjbrungen war. Dieser Geist sprach aus allen Reden des denkwürdigen Tages. Der Führer selbst unb seine Mitarbeiter haben immer von neuem ben Grund- gehonten hervorgekehrt: burch Achtung vor jeher ehrlichen Arbeit einen neuen Gemeinschaftsgeist zu schaffen, eine wahre unb wirkliche Volksgemeinschaft zu prägen unb bamit einen bauernben Aufstieg ber Nation zu Ehre unb Freiheit zu erringen. Wie schon früher, so roanbte sich Abolf Hitler auch jetzt gegen bie nur oerneinenhe, alles zersetzenbe Kritik unb setzte seine' Erwartung auf eine neue Erziehung bes Volkes unb deshalb auf bie Jugend. Mit Stolz konnte ber Reichskanzler auf bie Erfolge bes ersten Jahres im Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit Hinweisen, als ein Zeichen bafür, bafe her Wille stärker sein kann, als bie Not. Das beutsche Volk hat so an feinem neuen Nationalfeiertag für sein Lebensrecht unb seinen Lebenswillen in noch nie erlebter Einhringlichkeit Zeugnis abgelegt. Es will in feinem Innern soziale Gerechtigkeit unb frieblidje Arbeit, es will mit ben anberen Völkern eine ehrenvolle Verständigung auf bem Boben ber Gleichberechtigung. Die Zeiten sind gewiß nicht leicht unb ber Hinhernisse viele vor- handen, bieses Maifest aber wirb bie Gewißheit ber Nation stärken, baß Deutschlanb einen neuen Weg mit Erfolg beschritten hat. Viele auslänbische Diplomaten, hunbert Vertreter frember Zeitungen unb taufenb Angehörige anherer Völker saßen auf ben Tribünen bes Tempelhofer gelbes. Sie sahen mit ben Augen ihres Lanbes bas ergreifenbfte, einbrucksvollste, großartigste Schauspiel, bas bie beutsche Geschichte ber Gegenwart ihnen bieten kann. Sie hörten mit ben Sinnen! ihrer Heimat die einfache unb große Deutung, bis her Gestalter bes beutschen Schicksals biefem Geschehen gab. Sie erkannten mit bem Geist ihres Volkes: es war ber Feiertag einer Nation, bie ein Bekenntnis zu ihren eroigen ybealen ablegte: Ehre — Friebe — Arbeit. Wir wissen nicht, was in her Seele biefer Menschen auf frembem Land vor sich ging, als sie diese Manifestation bes endlich geeinten deutschen Volkes sahen, wir wissen nicht, ob es auf ben Grunb ihres Bewußtseins drang, daß hier in ben Worten bes Führers ein Volk in feinen tiefsten liefen sich felbft erlebte- zur Sprache, wo heimwehrleute in die Feftver- fammlung der Reichsdeutschen Kolonie eindrangen und die Bilder des Reichspräsidenten und des Aber der suchende Verstand der Fremden war sicher lebendig. Ihre wandernden Gedanken schlugen vielleicht eine falsche Richtung ein. Sie mögen gestutzt haben, als das Lied des erwachten Volkes so inbrünstig wie noch nie gen Himmel scholl: „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der W e l t". Sie mögen be* troffen gewesen fein, als sie hörten, daß dieses Volk ein Herrenvolk sei, vom letzten noch Arbeitslosen bis aum Lenker des Staates. «sie mögen sich gewundert haben, als sie vernahmen, daß dieses Volk nur Arbeiter kenne, Führer oder Gefolgschaft, aber niemals Unternehmer und Arbeitnehmer. Aber eins werden die vielgereisten Männer über die Grenzen nach Hause berichten können: daß hier ein Volk in seiner Gesamtheit den unerschütterlichen Willen hat, zu arbeiten und in Frieden zu leben mit seinen Nachbarn. Wir verlangen von den Beobachtern unserer nationalen Entwicklung nicht Glaube und Liebe zu Deutschland, weil das allein Inhalt unseres Lebens sein kann. Aber wir wünschen, daß allmählich das Begreifen kommt, bei jenen, die die öffentliche Meinung ihres Landes leiten und bestimmen: „Deutschland über alles" heißt nicht herrschen über fremdes Land, sondern Dien st am eigenen Land; „Herrenvolk" sein heißt nicht Beherrschung fremder Völker, sondern Ueberroinbung und B e ° herrschung des eigenen kleinen I ch; „Arbeiter" sein heißt nicht Lohn empfangen, sondern Kultur schaffen. So ist Adolf Hitler der erste und größte Arbeiter seines Volkes. Wer sich aber unter unseren Gästen von gewollten Mißdeutungen nicht trennen kann, den weisen wir darauf hin, daß es gerade jetzt unter unseren Nachbarn einflußreiche Kreise gibt, die zwar recht viel vorn „Frieden" sprechen, aber mit dem Krieg drohen, die die Deutschen fälschlich der „Aufrüstung" bezichtigen, aber selber nicht abrüften, die von der Freiheit der Persönlichkeit reden, aber sich am 1. Mai vor dem Zorn der eigenen Volksgenossen schützen mußten, die im Namen Gottes eine neue Verfassung verkünden, nachdem sie die Liebe des Volkes mit Granaten und Bajonetten vernichtet haben. Das deutsche Volk aber marschiert in einzigartiger Geschlossenheit, unbekümmert um Haß oder Liebe, um Mißdeutung oder Anerkennung, in eine neue Epoche seiner Geschichte' Es gräbt mit Hammer und Spaten neue Züge in das Antlitz unserer alten Erde. Werden die anderen Völker es verstehen, in diesem klaren, offenen, ehrlichen Gesicht zu lesen? Werden sie den Gruß erwidern, der ihnen aus den Augen des jungen Siegfried entgegenleuchtet? Der 1. Mai im Gaargebiet. Das Ehrenbürgerrecht Saarbrückens für den Reichspräsidenten und den Führer. Saarbrücken, 2: Mai. (DNB.) In strahlendem Sonnenschein leuchteten die Fahnen des neuen Deutschland über einer vieltausendköpfigen Menschenmenge, die die Straßen füllte, von deren Häuserfassaden vor Fahnen und Blumenschmuck fast nichts mehr zu erblicken ist. Sähe man es nicht an dem ungeschmückten Grau der staatlichen Gebäude, daß das Saargebiet unter fremder Oberhoheit steht, so würde man sich in einer Stadt mitten im Herzen Deutschlands wähnen. Sämtliche Läden waren geschloffen. Auf den Gruden, in den Hütten und Fabriken ruhte die Arbeit. Wenn auch Umzüge und Feiern unter sichern Himmel verboten waren und es den Lehrerin und Schülern untersagt war, ihrer Verbundenheit mit dem Deutschland Adolf Hitlers öffentlich Ausdruck zu geben, um fo inniger fühlt sich die deutsche Saarbevölkerung zu Deutschland gehörig. Die als Höhepunkt des Tages gedachte E i n- weihung eines Denkmals für die Opfer der Arbeit in Saarbrücken mußte u n - ter bleiben, da die Verordnungen der Regie- rungskommi'fsion eine solche Feier zu sehr eingeengt hätten. Stattdessen fanden in allen Orten des Saargebietes geschlossene Feiern statt, an denen die Mitglieder der Deutschen Front zahlreich teilnahmen. Die Stadt Saarbrücken hatte zu dem 25- jährigen Gedenktag des Zusammenschlusses der drei Saarstädte zur Großstadt Saarbrücken eingeladen. In dem Stadtverordnetensitzungssaal hielt Oberbürgermeister Dr. N e i k e s die Gedenkrede, um dann im Treppenhaus die Enthüllung einer Büste des Freiherrn vom Stein und des Saarbrückener Bürgermeisters B ö ck i n g vorzunehmen, dem es mit zu verdanken ist, daß das Saargebiet 1815 zu Preußen kam. Den Höhepunkt des Festaktes bildete die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler. Ihnen wurde die Ehrung durch Huldigungstelegramme mitgeteilt. Glückwünsche aus aller Welt zum nationalen Feiertag. Berlin, 2. Mai (DNB.) Aus Anlaß des gestrigen nationalen Feiertages haben zahlreiche fremde Staatsoberhäupter dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche übersandt. Als erstes ging ein Telegramm des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Roosevelt, ein. Ferner sind dem Reichspräsidenten in großer Zahl Kundgebungen von Deutschen im Auslande, nament- au? Ueberfee, zugegangen, die sich, in der Regel unter dem Vorsitz des Gesandten oder Konsuls, zu vaterländischen Kundgebungen vereinigt hatten und in ähnlicher Weise wie in der Heimat den Tag der nationalen Arbeit begingen. Die Arbeiterschaft der AEG. dankt ihrem Kameraden Göring. Berlin, 2. Mai. (DNB.) Die Arbeiterschaft der AEG. hat an den Ministerpräsidenten Göring folgendes Telegramm gerichtet: „Die in dem AEG -Ka- nleradschastsheim, im Map und in Oberschönemeide versammelten Mitglieder der A E G. - B e- triebe, insbesondere der Zentralverwaltung der Fabriken Brunenstraße und Ackerstraße sowie der Ortsgruppe Humboldt der NSBO. fühlen sich durch Ähre Beteiligung an dem Marsch auf das Tempelhofer Feld hoch geehrt und danken Ihnen, Herr Ministerpräsident, als den Kameraden Göring aufrichtig." Das Goldene Abzeichen des Reichs- berufswettkampfes für den Führer. Berlin, 3. Mai (DNB.) Der „Völkische Be- obachter" meldet: Beim Empfang der Sieger im Relchsberufswettkampf der deutschen Jugend in der Reichskanzlei überreichte der Reichsjugendführer Baldur von Schirach dem Führer das Goldene Abzeichen des Reichsberufswettkampfes. Jeder Teilnehmer am Reichsberufswettkampf erhielt das gleiche Abzeichen in B r o n z e. Die Sieger erhielten es in Silber. Die Pforzheimer Goldschmiede haben eigens für den Führer Ächt und Sonne für den deuWenArbeiter. Der erste Spatenstich zu einer Bergarbeitersiedlung bei Aachen. Aachen, 2. Mai. (DNB.) Auf der Kuppe eines Hügels mit dem Blick auf Mariadorf ist am Mittwoch von Staatsrat Dr. Ley der erste Spatenstich zu einer großzügigen Bergarbeiterfied- lung aetan worden. Dabei führte Dr. Ley u. a. aus: Ich kenne besonders gut die Not des deutschen Bergmannes und habe mir zur Aufgabe gestellt: Alles, was den Lohn, den Urlaub und die Stellung im öffentlichen und politischen Leben betrifft, muß unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, was der Mensch lei st et und was der Mensch opfert. In diesem Sinne müssen auch die Wirtschaftsführer Menschenführer sein und dürfen nicht an ihren reinen Rentabilitätsrechnungen hängen bleiben. — Wir wollen mit dieser Siedlung den Anfang machen, aus den Bergleuten ein gesundes, zufriedenes Volk zu machen, dessen Freizeit zu einer Freizeit des Lichtes und der Sonne merbert soll. Als Dr. Ley den Spaten entgegennahm, bat er noch um Platz für die Siedler und richtete an sie, die mit ihren Frauen und Kindern gekommen waren, folgende Worte: „Ungeheuer viel wird von euch verlangt werden. Ihr werdet viel Hartes erleben. Das Paradies kann ich euch nicht geben. Eure Gemeinschaft, eure Treue untereinander wird darüber entscheiden, ob dieses Werk gelingt. Wir können euch nur beraten und euch den Plan und auch den Willen geben. Aber t h r müßt das Werk vollbringen, auch wenn es hart und mühsam ist und das ganze Leben hindurch währt. Aber wenn das Leben, wie es gestern noch zum 1. Mai gesagt wurde, in Treue, in Kameradschaft, in Gemeinschaft gelebt wird, dann ist es schön und herrlich. So fangen wir an, und wir siedeln und bauen auch Häuser und Heimstätten. Aber ihr helft mit. Heil Hitler! Die Pläne zu der Siedlung sind von dem Leiter des Heimstättenamtes der Deutschen Arbeitsfront Dr.-Jng. Ludovici und Professor Schmitt- Henner entworfen worden. Oie Grundsteinlegung der Roer-Talsperre. Köln, 2. Mai. (DNB.) Zum größten Bauvorhaben Westdeutschlands, der Roer-Talsperre in der Eifel, wurde von Staatsrat Dr. Ley der Grundstein gelegt. Durch den Bau werden etwa 1 6 0 0 Arbeiter drei Jahre lang b e - s ch ä f t i g t, wobei Erdbewegungen im Umfang von zwei Millionen Kubikmeter ausgeführt werden. Das gesamte Baumaterial wird in nächster Nähe gewonnen. Ein aufgeschütteter Erddamm wird das Tal absperren. Der höchste Punkt des Dammes ist 5 2 e t e r über ber Talsohle unb 10,5 Meter breit. Der Damm ist mit einer Fahrstraße versehen. Der Fuß des Dammes ist 30 0 Meter breit; ber burch ben Damm entstehenbe Stausee wirb 465 Hektar Wasserfläche unb 100 Millionen Kubikmeter Wasser enthalten. Die Ge- famtkosten sinb 13 Millionen Mark. Staatsrat Dr. Ley führte bei der Grunbstein- legung u. a. aus: Wir zeigen heute, was ein Staat vermag, wenn er das Volk geschloffen hinter sich hat. Dieser Staat nützt bie Zusammenballung der Kraft und Disziplin des deutschen Volkes zur Schaffung großer Werte. Dieses große Werk können wir nur vollenden aus dem Willen zur Einheit heraus. Wir setzen-Hamit der Nachwelt Denkmäler, die dem Volke nützen. Ein Volksgerichtshof für von Hoch- vnd Landesverrat Berlin, 2. Mai. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird jetzt das Gesetz zur Aenderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 veröffentlicht, über das schon kurz vor Ostern Mitteilungen gemacht worden find. Das Gesetz dient dem Zwecke, die Strafvorschriften gegen Hochverrat und Landesverrat, die in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen verstreut sind, übersichtlich zusammen- z u f a s s e n und noch wirksamer zu gestalten. Das vergangene Jahr hatte auf diesem Gebiete bereits diejenigen gesetzlichen Aenderungen eingeleitet, die dem Erstarken des Staatsgedankens und der Wertung entsprechen, die im neuen Reich schwere Vergehen gegen bie Volksgemeinschaft finden. Aus diesem Gesichtspunkt waren insbesondere durch zwei Verordnungen vom 28. Februar unb durch Gesetz vom 26. Mai und 13. Oktober 1933 bieStrafbrohungen e r - höht und für schwere Staatsverbrechen auch die Todes st rafe angedroht worden. Das neue Gesetz spricht es noch' deutlicher aus, daß derjenige, der seinem Volke die Treue bricht und den Bestand der Volks- aemcinschaft durch Verrat gefährdet, fein Leben verwirkt. Gleichzeitig mit der Neuregelung der Strafvor- schriften werden die Bestimmungen über das Verfahren in Hochverrats- und Landesverratssachen neu gefaßt. Dabei wird eine Schwierigkeit beseitigt, die sich bisher daraus ergab, daß das Reichsgericht nach den früheren Vorschriften zwei völlig verschiedene Aufgaben in sich vereinigen mußte, nämlich die des Hüters der Rechtseinheit durch seine Tätigkeit als höchstes Reoisionsgericht und die eines erstinstanzlich urteilenden Gerichtshofes für die Staatsverbrechen. Beide Aufgaben hatten nur wenige Berührungspunkte. Sie werden deshalb künftig zwei verschiedenen Gerichtshöfen zugewiesen. Für die bisher dem Reichsgericht obliegende erstinstanzliche Tätigkeit, die Aburteilung von Hochverrat unb Lanbesverrat, wirb ein befonberes oberes Gericht in Gestalt eines Volksgerichtshofes geschaffen unb bas Reichsgericht wirb ganz seiner ber Finbung unb ber Fortbilbung bes Reichsrechts bienenben Aufgabe als Reoisionsgericht zurückgegeben. Der Volksgerichtshof wirb teils mit juristisch g e b i l b e t e n Richtern unb teils mit solchen Mitgliebern besetzt, bie über befonbere Erfahrungen auf bem Gebiete ber Abwehr staatsfeinblicher Angriffe verfügen. Seine Mitglieber werben vom Reichskanzler auf Vorschlag bes Reichsministers ber Justiz ernannt. Der Zeitpunkt, zu bem ber neue Volksgerichtshof Zusammentritt, wirb noch bekannt- gegeben werben. ein goldenes Abzeichen hergestellt. Das Abzeichen zeigt das Symbol ber HI. unb bie Aufschrift „Reichsberufswettkampf ber beutschen Jugenb 1934". Ein Lahr Reichsstaiihatter in Hessen. Am kommenden Samstag, 5. Mal, jährt sich zum ersten Male die Einsetzung des Gauleiters Sprenger als Reichs ft att- halter in Hessen. Aus diesem Anlaß werden, wie das Gaupresseamt mitteilt, an dem genannten Tage die Schulen in Hessen geschlossen bleiben. Die Kundgebung selbst findet zentral in D a r m st a d t statt, an welcher die Leiter und Führer der Partei und ihrer Gliederungen, die Spitzen der Behörden, Wirtschaft, Kultur und Sport aus ganz Hessen teilnehmen werden. Rach einer Ansprache im Sitzungssaal des hessischen Landtagsgebäudes wird um 20 Uhr auf dem Marktplatz eine Kundgebung ftattfinden. Anschließend hieran erfolgt eine Festaufführung der Wagnerschen Oper „Rheingold" zu verbilligten Preisen. Am Rachmittag des 5. Mai wird der Reichsstatthalter mit seinen oben erwähnten Gästen die Freilichtaufführungen im Fürstenlager zu Auerbach besuchen, die um 15.30 Uhr beginnen. Auch zu dieser Veranstaltung wird die hessische Bevölkerung und vor allem die Jugend herzlich eingeladen. Um die Mittagszeit veranstalten die Kapellen der SA., SS., HI. und Polizei Platzkonzerte, während die Lichtspieltheater ganz Hessens ihre Abendveranstaltungen zu verbilligten Prei- s e n durchführen und dabei auch den Film der vorjährigen Reichs st atthalterfahrt bringen. Es ist vorgesehen, am 5. Mai einer Anzahl von bedürftigen Volksgenosfen eine Unterstützung zukommen zu lassen. Die erste Sitzung des Handwerker- beirais. Berlin, 2. Mai (DNB.) Unter dem Vorsitz oes Reichswirtschaftsministers Dr.'Sch mitt hielt der von ihm zur persönlichen Beratung in Hand- roerfsfragen berufene Handwerkerbeirat lerne erste Sitzung ab. Der Beirat war mit sechs o st.ow erksmeistern unb vier Gesellen vollzählig erschienen. Auch ber Reichshanbwerks- ln>; wohnte ber Sitzung bei. Der Uiinifter stellte ben Entwurf einer Ausführungsver- 2U"9 3um Hanbwerkergesetz vom 29. November iyd-5, ber bie allgemeine Pflichtinnung, ^^-»^'bhanbwerker schäften unb bie chtsb ar keit für Snnunqsmitglie- ber enthalt zur Aussprache. Die cingehcnbe Beratung ergab nur geringe Abänberunqen, so baß Mlimn bie ^gültige Saflung Gegen die Miesmacher. Eine große Propagandaaktion der NSDAP, zur Vernichtung der Saboteure und Hetzer. Berlin, 3. Mai. (DRD. Funkspruch.) DieRSK. meldet: Die Reichspropagandaleitung der R S D A P. hat im Anschluß an die gewaltigen Demonstrationen des 1. Mai, an dem sich noch klarer als im Vorjahre die Gemeinschaft aller ehrlich Schaffenden dokumentiert hat, eine umfassende Ver s a m mlungs- und Propagandaaktion angeordnet, die sich insbesondere gegen die Miesmacher undkri- t i t a ft e r, gegen die Gerüchtemacher und Richtskönner, gegen Saboteure und Hetzer richten wird, die immer noch glauben, die klare Aufbauarbeit des Rationalsozialismus stören zu können. Beginnend mit den ersten Maitagen bis zum 30. Juni sollen Versammlungen, Demonstrationen und Kundgebungen gleich einem Trommelfeuer das Volk aufrütteln gegen diese Landplage, die ein für allemal verschwinden muß. Rach dem in Kampfzeiten geübten Methoden werden die Versammlungen alle erfassen bis ins letzte Dorf hinein, mit jeder Woche in ihrem Tempo ftärker.in der Unerbittlichkeit der Forderungen härter, an Durchschlagskraft und Erfolg alle bisher durchgeführten Aktionen in den Schatten stellend. Verhaftung eines der Tat Verdächtigen in Augsburg. Augsburgs. Mai. (DNB.) Die polizeilichen (Ermittlungen über ben Branb in ber 21 u g s = burger (Sanger!) alle führten am Mittwoch- frul) zur Fe st nähme eines vor einiger Zeit nach Augsburg zugereisten kommuni st ischenFunk- t i o n ä r s. Er steht im bringenden Serba d) t ben Branb gelegt zu haben. Die Festnahme e.mes Helfershelfers bes mutmaßlichen Täters ist bereits m bie Wege geleitet. Das Verbot der »Grünen post". . ,® = rI.in- M.April. (DNB.) Die im Berlage Hilft em erscheinend Zeitung „Die Grüne P o st" ist auf bie Dauer von brei Monaten wegen bes Artikels „Herr Reichsminister, ein Wort bitte" von Thomas Trimm in ber Ausgabe vom 29. April 1934 verboten worben Hierzu wirb von zuständiger Stelle erklärt-, daß dieses Verbot notwendig gewesen sei, um bie Auto- ntat ber nationalsozialistischen Regierung zu wahren. Außerbem solle burch biefes Verbot bie ehrliche Arbeit ber deutschen Schriftlei- t e r um die Hebung der deutschen Presse vor Schädlingen des Berufs st andes ae- schützt werden. Der Artikel stelle eine einzige verantwortungslose Verunglimpfung der Absichten des e i 4 s p t o p a n b a mi n i = fters Dr. Goebbels dar, die Gleichförmigkeit in der deutschen Presse aufzulockern. In keiner Zeile zeige der Verfasser den Willen, das Seine zu die« fern angestrebten Ziele beizutragen, wie das zahl, reiche andere Schriftleiter durch Artikel zum Thema getan hätten, die im Ton maßvoll, manchmal- so- gar scharf, aber im Inhalt ihrer Ausführungen ein aufrichtiges Ringen um bie Probleme hätten erkennen lassen. Der Verfasser bes Artikels sei zu feige, mit feinem wahren Namen an bie Öffentlichkeit zu treten. Er gebrauchte ein Pseu- bonym, bas schon im Gleichklang der Anfangsbuchstaben an die üblen Zeiten der Peter-Panter-, Theobald-Tiger - Journalistik erinnere. Der wahre Name des Verfassers sei E h m Welk. Dieser Mann sei Hauptschriftleiter einer Zeitung, die in erster Linie für das Landvolk bestimmt sei. Durch gekün- stelle Wortbildungen versuche er in diesem Artikel nationalsozialistische Begriffe, die heute jedem deutschen Bauern heilig seien, zu verdrehen und lächerlich zu machen. Darüber hinaus wage es dieser Mann, ein Ministerium, bas stolz barauf fei, in befonberem Maße volkstümlich zu sein, in der Öffentlichkeit dadurch herabzusetzen, daß er es so darstelle, als ob d i e direkte Verbindung zwischen Volk und Ministerium nicht möglich sei. Anstatt dazu beizutragen, diesem nur für das Wohl des Volkes Tag und Nacht arbeitenden Ministerium und feinen Beamten die Arbeit zu erleichtern und aufklärend dahin zu wirken, daß es eben ohne eine gewisse Ordnung nicht gehe, spreche dieser Mann in seinem Artikel von „tausend Zimmern und tausend Vorzimmern", um damit dem Reichsministerium artfremden Bürokratismus zu unterstellen. Das Verbot fei weiter dadurch gerechtfertigt, daß auch nach Erlaß des Schriftleitergesetzes die Verlage durch zweckbewußte Personalpolitik bie Pflicht hätten, am nationalsozialistischen Ausbau mitzuarbeiten. Der Verlag Ullstein sei bieser Aufgabe nicht nachgekommen, als er einen Mann wie Ehm Welk zum Hauptschriftleiter ausgerechnet einer Landzeitung bestellte. Gruppenführer-Besprechung der SA. München, 2. Mai. (DNB.) Das Presseamt Der Obersten SA.-Führung teilt mit: Am Mittwoch fand am Sitz der Obersten SA.-Führung in München eine SA.-Führerbesprechung statt, an der neben den Amtschefs der Obersten SA.-Führung sämtliche Obergruppen- und Gruppenführer teilnahmen. Die Besprechung stand unter, der Leitung des Stabschefs Röhm. Ebenso waren die Obergruppen- und Gruppenführer der SS. mit ihrem Reichsführer Himmler an der -Spitze anwesend. Die Tagung diente der Klärung wichtiger Fragen bezüglich der Neuregelung des SA.-Dienstes. Stabschef Röhm appellierte in einer längeren Ansprache an die bewährte innere Geschlossenheit der SA.- und SS.-Führerkorps. Die Disziplin und der kameradschaftliche Geist, die dies Führerkorps auszeichnen, seien die Garanten dafür, daß die SA. jede Aufgabe, die ihr von ihrem Führer Adolf Hitler gestellt werde, re st los und vorbildlich erfülle. Die Tagung wird Donnerstag mit einer Besichtigung der Einrichtungen der bayrischen politischen Polizei beendet. Oie Pause im Ahrüstuugs- gesprä'ch. Barthous Liebeswerben um Sowjetrußland Paris, 3. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die außenpolitische Berichterstatterin des „Oeuvre" hält es für wahrscheinlich, daß sich die französische Regierung vor der Eröffnung der Genfer Besprechungen mit keinerlei neuen Maßnahmen in der Abrüstungsfrage beschäftigen werde. Sie werde cs vorziehen, d i e Ereignisse auf sich zukommen zu las- s e n. Barthou lege nach wie vor großen Wert auf die MitarbeitRußlands und habe in difem Zusammenhang am Mittwoch erneut ben russischen Geschäftsträger in Paris empfangen, um ihn barüber zu unterrichten, wie sich nach bem Besuch in Warschau diese Mitarbeit am besten gestalten könnte. Er habe dem russischen Geschäftsträger gleichzeitig die Ansicht seiner Regierung über die Mitwirkung Rußlands an der Organisierung der Sicherheit Dorgetragen. Rußland, so erklärt das „Oeuvre", sei außer der Kleinen Entente das einzige Lund Europas, dessen Auffassung in der Außenpolitik mit Frankreich ü herein stimme, weil die Politik aller anderen Länder auf die eine oder andere Weise gegen die gebietsmäßige Einheit der Sowjetrepublik gerichtet sei. Hier phantasiert das Blatt von einer deutsch-japanischen Zusammenarbeit gegen Rußland, die die Aufmerksamkeit der europäischen Staatsmänner verdiene. Es weift jedoch gleichzeitig darauf hin, daß Rußland im Laufe ber letzten Monate feine Stellung an der manbschurlfchen Front wesentlich verbessert habe, und deshalb mit Ruhe ben fommenben Ereignissen im Fernen Osten entgegensehen könne. Am Schauplatz der pariser Giraßeuschlacht. Paris, 2. Mai. (DNB.) Nach bem Kampf um die (Eite Scanne b'Arc bietet ber Block bieser Arbeiterhäuser ein wüstes Bilb. Auf ben Straßen liegen bie Wurfgeschosse, barunter Bettstellen, ein Herb, Pflastersteine, Mülleimer unb ihr Inhalt herum. Die Wohnungen selbst sinb in größtem Maße unhygienisch, starren vor Schmutz unb haben roeber fließenbes Wasser noch Gas, noch elektrisches Licht. Dort wohnen 4000 Personen. Für ein von mehreren Personen bewohntes Zimmer von einigen Quabratmeter Größe wirb ein wöchentlicher Mietpreis von acht Francs bezahlt. In bieser Atmosphäre sand ber Kommunismus für feine Propaganba guten Nährboben. Auf ben Treppen unb an ben Wänden findet man revolutionäre Aufschriften. Der Polizeipräfekt von Paris, der die Belagerung des Häuserblocks leitete, hatte seine Beamten angewiesen, mit Rücksicht auf die Familienangehörigen von ihren Waffen nicht Gebrauch zu machen. Der Platz wurde schließlich beim vierten Sturm durch Polizeibeamte, die mit Tränen- piftolen und Bru st panzern vorgingen, eingenommen. Gleich beim ersten Sturm wurden zwei Rädelsführer, die sich offen rühmten, auf die Polizei geschossen zu haben, verhaftet. Im ganzen wurden dort neun Arbeiter im Alter von 20 bis 30 Jahren festgenommen. Am Mittwochabend hielten die Kommunisten im Aufruhrviertel in der Cits Scanne d'Arc eine Versammlung ab, die von der Polizei streng überwacht wurde. Trotzdem versuchte eine Gruppe der Kommunisten nach Bendigung der Versammlung Barrikaden in ben Straßen zu errichten. Ein starkes Polizeiaufgebot griff rechtzeitig ein uni) trieb die Kommunisten auseinander. Kleine politische Nachrichten bot in M Aus aller Welt Hundes auf den nit eint: hen po^ Der Sonderbeauftragte des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Wafhburn Child, hat Berlin verlassen, um Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in Essen einen Besuch abzustatten und sich dabei noch aus erster Hand über die industrielle Lage in Deutschland zu unterrichten. In der ersten Kammersitzung wurde Verkehrsminister C i a n o zum Präsidenten derKam- m e r gewählt. Zum Verkehrsminister wurde der Unterstaatssekretär der Finanzen Puppini und zum Unterstaatssekretär der Finanzen der Abgeordnete A r c a n g e l i ernannt. Der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler stiftete dem Winterhilfswerk. Das Geheime Staatspolizeiamt hat das gegen die „Essener Volkszeitung" und die „Kölnische Volkszeitun am 3. Mai wieder übrigen wird darauf aufmerksam gemacht, daß in Zukunft bei sinnent st eilenden technischen Fehlern von politischer Bedeutung gegen die Schuldigen mit schärf st en Mitteln SA. irefieamt Mittwoch in Mün. an her Führung Trup- rg stand Ebenso ippen. chsführer Tagung glich der . Stabs- lnsprache ier M. ier tarne' auszeiih: A. je bei iolf Hitler Sampf «» dieser 21? Straßen l>? nerstag rechnet man allgemein, daß der Deutsche Meister einen Zähler buchen wird. Nobelpreisträger Professor von Euler entdeckt ein neues Vitamin. Der bekannte deutsch-schwediische Gelehrte und Nobelpreisträger Prof, von Euler, der Leiter des Biochemischen Instituts in Stockholm, hat, wie der „Lokal-Anzeiger" aus Stockholm meldet, ein neues Vitamin entdeckt, daß zwar mit dem antiskorbutischen E-Vitamin in der Regel vergesellschaftet, aber in seiner Wirkung nicht mit ihm identisch ist. Biese ist anscheinend von antibakterieller Art. Insbesondere soll das neue Vitamin, das vorzugsweise im Saft von Zitronen und schwarzen Johannisbeeren enthalten ist, Schutz gegen den Erreger der Lungenentzündung (Pneumonie) gewähren. Festakt in der Landwirtschaftlichen Hochschule in Ankara. In der Hochschule für Landwirtschaft in Ankara wurde die Bibliothek Muhlis Bey feier- lich eingeweiht. Den Grundstock zu dieser Bibliothek bilden 20 000 Bände, die von der Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaft und dem Börsenverein Deutscher Buchhändler gestiftet worden sind. Als Vertreter des türkischen Landwirtschaftsministers sprach Unterstaatssekretär Afiz Bey den Dank der türkischen Regierung für das hochherzige Ge- sckpmk aus. Der Rektor der Hochschule, Professor Falke, hob die Bedeutung der Bibliothek für die Hochschule und die Wissenschaft im neuen türkischen Kulturzentrum Ankara hervor. Der Festsitzung wohnte auch der deutsche Botschafter Rosenberg bei. iftldftb außen» t es \üt rgen mit mgsM | hen, dir । zu las- ' Wert aui in diesen en rus- is emp> n, wie sich arbeit am Men Gelierung Organisie- nd, so er- kleinen iropas, : Fronk- olitil aller ere Weise jetrepudlik von einer jen Nuß' .ropäischen )ch gleich' der letzten jchen Front mit W Osten ent« vorgegangen wird. Die oberste Leitung der preußischen Landes- Polizei ist bereits vor einiger Zeit aus dem lUik 1 "1l‘.. n «V» ittitus fc Alhk! ’ ttsiek 1 Sekiii,, Artikel e- dir Uver. darüber steriuni, e Volks, dadurch ob di ?°ll Anstatt N des 'slerium ern und i)ne eine llann in .tausend ufteriuni n. Das auch Verlage icht hüt« lzuarbei. lsgabe 1 Mann lerechnet Kunst und Wiffenschast. Frauenwerks, Frau Gertrud S ch o l tz - K l i n k gab in einem an die Versammlung gerichteten Brief dem festen Glauben Ausdruck, daß durch die Zusammenarbeit aller Hausfrauenbünde untereinander und im besten Einvernehmen mit der NS.-Frauen- schaft „die Wirkungskraft und der Schöpferwille der deutschen Hausfrau" den hauswirtschaftlichen Ruf Deutschlands festigt. Die Tagung förderte wesentlich die Arbeitsgebiete, die seit Jahren und insbesondere in jüngster Zeit als dringlich angesehen wurden. Fräulein Dr. T h o m a e wußte den Hörerinnen die Bedeutung des hauswirtschaftlichen Anlernjahres nahezubringen. Die Vertreterin des Saargebie- t e s berichtete eindrucksvoll vom Wirken der deutschen Frau im Saarland. Es war ein schönes Zeugnis und Vorbild für die Jüngeren, die Tradition zu pflegen und die verdienten Vorkämpferinnen zu ehren, daß die Versammlung der verehrten, kürzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden, Frau Dr. h. c. Hedwig heyl, der unermüdlichen Vorkämpferin für die hauswirtschaftliche Berufsausbildung in tiefer Trauer gedachte. Der eigenen Erfindung ins Garn gegangen. Die Mechanisierung schreitet in Amerika munter fort. Ein einfacher Handgriff — und ein „Tischlein deck dich" rollt ins Zimmer. Ein Druck auf einen Knopf — unb die Wand birst auseinander und spuckt ein fix und fertig gemachtes Bett aus, in das man sich sogleich yineinlegen kann. Freilich, solche Fortschritte in der Zivilisation haben auch ihre Tücken, und gerade das Wunderbett hat seinem Erfinder, einem Herrn Bruce, beinahe das Leben gekostet. Nach einem durchzechten Abend kam Herr Bruce nach Hause, entkleidete sich, drückte auf den Knopf und legte sich in das herausgerollte Bett. Dann machte er sich daran, das Licht auszuknipsen. Das war in seinem Schwips nicht ganz leicht, und so geriet er an den falschen Knopf und kippte sich selbst mitsamt dem Bett in die Wand, „hilfe!^ brüllte er, aber es klang sehr gedämpft, und es war ein Glück, daß die Nachbarin in diesem Augenblick über den Korridor ging, die dumpfen Rufe hörte und ahnungsvoll die Polizei alarmierte. Als man das Zimmer des Herrn Bruce aufbrach, war man ganz erstaunt, weder einen Einbrecher, noch den Wohnungsinhaber selbst zu entdecken.' Ein Wimmern aus der Wand brachte die Polizisten auf die richtige Spur. Einer ging hin und schrie so laut wie möglich: „Was sollen wir tun, um Sie zu befreien? In undeutlichen Lauten, gerade noch vernehmbar, kam die Antwort: Neben vielen ungezählten Spenden an Nahrungsmitteln und Erzeugnissen des Kleingartens und der Kleintierzucht haben die Mitglieder des Reichsbundes am 26. April 3 6 0 0 0 Mark in bar an das Winterhilfswerk abgeliefert. Mit Rücksicht auf die soziale Wirtschaftslage eines großen Teiles deutscher Kleingärtner und Kleinfiedler ist dieser Betrag ein erfreulicher Beweis, daß sich jeder deutsche Kleingärtner und Kleinsiedler als Glied des Volksganzen fühlt und sich der großen Pflichten gegenüber dem Vaterlande bewußt ist. Der Reich s dund hat sich im Zuge der Vereinheitlichung in der Jugendpflege unter einer Führung mit feinen gesamten Jugendorganisationen in ideeller Beziehung dem Reichsjugendführer unterstellt. Da die materiellen Einrichtungen Eigentum des Reichs- bundes bleiben, ist Gewähr dafür gegeben, daß die Kinder der Kleingärtner und Kleinsiedler des Reichs- bunbes auf den Spiel- und Sportplätzen ihrer Vereine zu gefunden Menschen heranwachsen. Erfurter Tagung der Reichsgemeinschafl Deutscher Hausfrauen. Ministerium des Innern auf den Ministerpräsidenten übertragen worden. Minister- Jräsident Göring übt seitdem die Befugnisse aus, )ie insoweit bisher dem Minister des Innern zu- gestanden hatten. Die laufenden Dienstgeschäfte der Landespolizei führt der Leiter der Polizeiabteilung des Ministeriums des Innern weiter. Er untersteht für die Belange der Landespolizei dem Ministerpräsidenten unmittelbar. Dem Geiste nationalsozialistischer Volksgemeinschaft folgend vereinigten sich, wie bereits kurz ge- meldet, in diesen lagen in (Erfurt die seit dem Krieae bestehenden Hausfrauenbunde zur Relchs- gemeinfchaft Deutscher Hausfrauen. Zur Führerin hat das Deutsche Frauenwerk Pg. Maria I e ck e r - Aachen und zu deren Stellvertreterin Martha Doß-Zietz-Bab Schwartau berufen. Die Hausfrauenschaft Deutschlands bekundet damit, daß sie geschlossen zu dem einenZiel steht dem Staate die Hausfrauen heranzubilden die er für eine glücklichere Zukunft Deutschlands braucht. Die Referentin für Hauswirtschaft im Relchswirt- fchaftsminifterium, Frau Clara M e n d e, legte bar, daß es der unermüdlichen Arbeit der Hausfrauenorganisationen in den vergangenen Jahren zu oan- ken ist, daß die Hauswirtschaft nicht mehr als Stiefkind angesehen wird, sondern in jüngster Zeit als Teil der Volkswirtschaft in den Brennpunkt der Beobachtungen von Staat unb Wirtschaft gestellt ist. In voller Erkenntnis ber Bebeutung einer verantwortungsbewußten Hausfrauenschaft für ben Staat, legt bas Reichswirtfchaftsministerium ben größten Wert auf bie Mitarbeit ber Reichsgemeinfchaft Deutscher Hausfrauen. Auch bie Führerin bes Deutschen Die gefehgebenbcn Körperschaften ber Philippinen haben bie vom amerikanischen Kongreß v angeschlagene Unabhängigkeitsvorlage angenommen, nach ber die Selbstreglerung etappenweise erfolgt, bis bie völlige Unabhängigkeit im Jahre 1945 erreicht ist. Die Regelung ber Frage einer Flottenbasis ber Vereinigten Staaten auf ben Philippinen soll später erfolgen. Volkszeitung lische Volkszeitung" verhängte Derber Weise abgekürzt, baß beibe Zeitungen M a i wieber erscheinen können. Im Der langjährige Präsibent bes Reichsamtes für Landesaufnahme, von Müller, ist nach Erreichung ber Altersgrenze aus bem Reichsbienft ausgeschieben. Der Reichsminister bes Innern hat ihm ben Dank ber Reichsregierung für bie in verantwortungsvoller Tätigkeit im Reich geleisteten Dienste ausgesprochen. Gleichzeitig hat Dr. Frick ben neuen Präfibenten, Generalleutnant a. D. V o l l - mar, in fein Amt eingeführt. „21 uf ben Kyopf brücken!" Zwölf Knöpfe, hatte Bruce an ber Wanb angebracht. Man mutzte also alle burcyprobieren. Nachbem oerschiebene Lampen aufgeleuchtet waren, bie Wanb sich an mehreren Stellen geöffnet hatte unb einige Alarmglocken in Tätigkeit getreten waren, bekam man I enblicf) ben richtigen Knopf zu fassen, unb Herr Bruce schnellte wieber ins Dasein. Es war bie höchste Zeit, benn er war platt wie eine Flunber unb schnappte jämmerlich nach Luft. Am nächsten Tage setzte er sich hin unb erfanb einen Knopf, ber vom Innern bes Bettes aus zu bebienen ist unb verhinbern soll, baß Herr Bruce jemals wieber in eine so bebrängte Lage kommt. Hitzewelle in Polen verursacht Brände unb Zugentgleisung. Die Ortschaft Pawlowice bei Kielce in Kongreßpolen ist durch eine Feuersbrunst fast völlig in Asche gelegt worben. Sieben Personen sinb in ben Flammen umgekommen. Außerbem haben mehrere Personen Verletzungen bavongetra- gen. 94 Gehöfte würben völlig vernichtet, 300 Personen finb obbachlos. Der Schaben ist sehr groß. — ! In ber Ortschaft Grabowo bei Thorn finb einem Branbe acht Gehöfte mit 26 Wirtschaftsgedäuben zum Opfer gefallen. Ein siebenjähriger Knabe hat in einem brennenben Haus ben Tob gefunben. Außerbem finb 85 Stück Vieh in ben Flammen umgekommen. Zehn Familien sinb obbachlos. In betben Fällen wirb bie Ursache bes Branbes auf bie herrfchenbe große Hitze zurückgeführt. — Bei Zamosc in Kongreßpolen ist ein Personenzug auf der Fahrt nach Lublin entgleist. Der Maschinenführer und sein Gehilfe trugen schwere, einige Passagiere leichtere Verletzungen davon. Als Ursache ber Entgleisung wirb ebenfalls bie Hitze angegeben, woburch bie Eisenbahnschienen sich erweitert unb an ber Unglücksstelle gelockert haben. Waldbrand bei München. Die zwischen Vertretern ber deutschen unb ber südslawischen Regierung seit einiger Zeit in Gang befinblichen Derhanblungen haben zur Unterzeichnung eines hanbelsvertrages geführt. Gleichzeitig mit bem hanbelsvertrag würbe ein Abkommen über ben Reiseverkehr unb ein Konsularabkommen abgeschlossen. Deutsch- lanb gewährt Sübslawien für seine Ausfuhr Erleichterungen unb Möglichkeiten auf bem deutschen Markt, bereu Ausnutzung Sübslawien instanbsetzen wirb, seine Ausfuhr nach Deutfchlanb in stärkerem Maße als bisher zu entwickeln. Sübslawien gewährt Deutfchlanb bei ber Einfuhr inbuftrieüer Erzeugnisse volle Meistbegünstigung unb eine Reche von Ver- traqszollsätzen, bie es Deutfchlanb ermöglichen werden, seine Ausfuhr nach Südflawien günstiger als bisher zu gestalten. * Der Führer der Hauptgruppe 10, Banken und Kredit, der Gesamtorganisation ber gewerblichen Wirtschaft, Otto C h r. Fischer, hat ben Staatsrat Friebrich Reinharb, Vorstanbsmitglieb ber Commerz- unb Privatbank, zum Führer ber Fachgruppe „Private Aktienbanken", ben Prä- fibenten ber hanbelskammer Köln, Kurt Frei- Herrn von Schröber, zum Führer ber Fachgruppe „Privatbankiers" unb ben Geh. Justizrat Schreyer, Mitglieb bes Vorstanbes ber Bayerischen Hypotheken- unb Wechselbank, München, zum Führer ber Fachgruppe „Private Hypothekenbanken" berufen. Scharfer Kampf um die Weltmeisterschaft im Schach. Die in Fortsetzung ber Wettspiele um bie Schach- weltrnei st erfchaft abgebrochene elfte Partie zwischen bem Titelverteibiger Dr. Aljechin unb bem Deutschen Meister Bogoljudow verlief, wie nicht anbers zu erwarten war, ungünstig für ben beutschen Meister. Nach knapp einer Stunbe Spielbauer verstaub es ber Weltmeister, seinen materiellen Vorteil zur Geltung zu bringen. Sein Gegner mußte, nachbem eine Pattkombination fehlgeschlagen war, bie Partie a u f g e b e n. Das bisherige Ergebnis bes Wettkampfes ist somit 7:4 einschließlich sechs Remispartien für Dr. Aljechin (4:1 unb sechs Remisen). Die zwölfte Partie in Stuttgart war bie erste im Verlaufe bes Wettkampfes, in welcher eine Buchvariante gewählt würbe. Daher mürben bie ersten Züge sehr rasch gespielt. Der Weltmeister hatte beispielsweise beim 20. Zuge erst 18 Minuten Bebenkzeit verbraucht. Der Deutsche Meister hatte sich für bie Anlage ber Partie etwas mehr Zeit gelassen, unb seine Stellung hatte barum auch ein besseres Aussehen. Dr. Aljechin verstaub es zwar, vorübergeheub seinen Nachteil burch ein Bauernopfer auszugleichen, boch gab Bogolju- bow seinen Mehrbaueru zurück unb erlangte bas überlegene Spiel. Da ber Weltmeister bann unvermittelt unb {ebenfalls verfrüht mit einem Freibauern oorging, bekam bas Spiel sehr scharfen Charakter, boch verstaub es ber Deutsche Meister, seinen großen Gegner einzuengen, so baß bieser bie Damen tauschen mußte In ber Abbruchstellung hat ber Weltmeister vielleicht nicht bas beste getroffen, unb bei ber Wieberaufuahme ber Partie am Don- entlub sich über einem Seitental bes deutsch-luxemburgischen Grenzflusses Dur in ber Nähe von Dasburg. Große Hagelkörner prasselten nieder. Der aus dem Seitental kommende Bach führte bald Hochwasser, das in bie Häuser eines Ortsteiles von Dasburg einbrang. Die Bewohner flüchteten auf Speicher unb Dächer, da bie tiefliegenben Wohnräume von Wasser durchflutet wurden. Mauern eines Neubaues stürzten ein, unb Möbelstücke würben vom Wasser auf die Straße hinausgetragen; Gärten unb Felder bieten ein Bilb ber Verwüstung. In einem Garten stürzte ein Bienenstanb um, wobei sämtliche Bienenvölker ertranken. Das Kleinvieh konnte nur mit Mühe unb Not gerettet werben. Explosion in Utrecht. — Ein Toter, 14 verletzte. In ben Werkstätten ber nieberlänbischen Eisenbahnen in Utrecht explobierte aus bisher noch nicht geklärter Ursache ein Azetylen-Apparat. Die Explosion, bie in einem großen Teil ber Stabt zu hören war, richtete große Verheerungen an. Ein Arbeiter würbe getötet, vier weitere Arbeiter mürben schmer unb zehn anbere leicht verletzt. Der in ben Werkstätten entftanbene Materialschaben ist bebeutenb, obgleich burch bie Explosion keine meiteren Maschinen zerstört mürben. Ferner sind in ben benachbarten Straßenzügen alle Fensterscheiben gesprungen. Man vermutet, daß bie Explosion auf bie .Beschäbigung einer Gasleitung zurückzuführen ist. Acht Todesurteile im Hamburger kommunislenprozeh. Im Prozeß gegen bi« rote Marine vor bem hanseatischen Sonbergericht mürbe nach einer Verhanblungsbauer von fast vier Wochen, bas Urteil megen ber vier großen kommunistischen Terrorakte in den Jahren 1932 unb 1933 ver- fünbet. Acht Angeklagte mürben megen ge« meinschaftlichen Mordes unb Morb- versuchs bzm. wegen ihrer Rädelsführerschaft bei schwerem Landfriedensbruch zum Tode verurteilt. 33 weitere Angeklagte erhielten Zucht- Ha u s st r a f e n bis zu 15 Jahren, sechs Angeklagte Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Kein Land will Trotzki aufnehmen. — Vorläufig Zwangsresiden; in Frankreich. Es bestätigt sich, bah Trotzki bis zum Ablauf der Ausweisungsfrist von keinem Lanbe eine Einreisegenehmigung erhalten hat. Die Anträge auf Einreise würben von Trotzki unter Kon« trolle ber französischen Regierung gestellt. Infolge« dessen hat die französische Regierung nunmehr beschlossen, Trotzki in einer 300 Kilometer von Paris entfernt liegenden Ortschaft, deren Name noch nicht bekannt geworden ist, eine streng überwachte Zwangsresidenz anzuweisen. Inzwischen hat Trotzki weiterhin bie Pflicht, sich um Einreisegenehmigungen nach bem Auslanb zu bemühen. Besonbers bürsten sich seine Anträge auf bie fübamerikanifchen Staaten erstrecken. — Wie verlautet, soll eine Sperrzone gebilbet werben, in ber sich Trotzki aufhalten kann, bie er aber nicht verlassen barf. Trotzki wirb keine Besuche empfangen bürfen unb unter scharfer polizeilicher Aufsicht stehen. Sein Aufenthaltsort soll geheim- gehalten werben, unb man will besondere Maßregeln treffen, um eine Entdeckung Trotzkis durch Journalisten zu verhinbern. Bei einem Branb im Perlacher F o r st unweit von München würben gestern nachmittag 25 Tagwerke Jungwalb zerstört. Dazu erfährt ber VB., baß Oberbürgermeister F i e h l e r (München) von ber Kunbgebung auf ber Theresienwiese in München aus Rauchwolken über bem Perlacher F o r ft bemerkt hatte, unb baß durch feine Mel-1 düng veranlaßt, Münchner Feuerwehr, Landes-1 polizei unb Arbeitsbienft an die Branbftätte rückten. Die Arbeitsbienstabteilung Harlaching bei München I teilt außerbem bem Blatte mit, daß im Perlacher Forst nasse kommunistische Flugblätter gefunden wurden. Am Brandplatz waren auch einige Leute, die sich weigerten, bei ber Löschung zu helfen. Die Politische Polizei wirb die Fälle klären, unb ber Staat wirb bas Volk vor etwaigen kommunistischen Morbbrennern zu schützen wissen. Wirbelsturm in Vritisch-Jndien. — Zahlreiche Tote und Verletzte. Ein schwerer Wirbel st urm hat, Meldungen aus Kalkutta zufolge, bie Stabt Syihat in Assam (Britisch-Jndien) heimgesucht. 20 Personen sollen getötet unb viele verletzt worden sein. Manche Holzhäuser würben von dem Wirbelsturm ergriffen unib Hunberte von Metern weit durch die Luft ge» I tragen. Eine gleichzeitig wütende Sturmflut brachte mehrere Boote zum Sinken. Die Verbindungen mit der Stadt Syihat finb abgeschnitten, so daß keine zuverlässigen Berichte über die Katastrophe zu erhalten waren. Schwerer Wolkenbruch in der Westeisel. Am Mittwochnachmittag unb im Laufe des Abends ging über dem Trierer Bezirk, vornehmlich aber über der Westeifel und bem Saargau ein schweres Gewitter nieber. Ein Wolkenbruch stellen, ein ! hr Inhalt n größte St'®'1'1' I für !->' Ans I inan re°"' I *Ä\ ->« W ethaU er in' - Die letzte Feinheit an einer Zigarette ist ihr Duft; je zarter und blumiger er ist, desto leichter wird er auch gestört. Deshalb hat die Oberst ein besonderes Papier erhalten, ein Papier, das sehr neutral schmeckt. 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Am Vorabend des nationalen Feiertags fand der erste Spatenstich zum Thingplatz auf der Loreley statt. Tausende zeigen den Weg: Noch vor Anbruch der Dunkelheit ist es auf allen Straßen eine ununterbrochene Menschenkette bis hin zu dem Platz, wo der erste Thingplatz des Gaues Hessen-Nassau entstehen wird. Spiegelglatt wie ein schillerndes Band zieht unten in kraftvoller Ruhe der Rhein und wirft die Tausende in seinen Fluten glitzernden Lichter wie festlichen Schein zu den Höhen herauf. Die Fackeln flammen auf und die festliche Stätte ist bald umrahmt von einem sprühenden Kranz lodernder Flammen. In ihrem Schein steht Deutschlands Jugend. Und die Stelle, wo der erste Spatenstich erfolgen wird, umsäumt der Freiwillige Arbeitsdienst, dem der Bau des Thingplatzes eine beglückende Aufgabe fein wird. Tiefes Schweigen herrscht jetzt, nur das Knistern der Fackeln, die sich wie ein riesiges Lichtermeer auf dem hohen Bergesgipfel ausbreiten. Die jüngsten Träger der Idee Adolf Hitlers, die Iungvolkbuben, singen es dann mit lauter Stimme in die Nacht hinaus, daß sie die Hoffnung des neuen Deutschlands sind. Das Lied verhallt. Dann eröffnet der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda Pg. M ü l - l e r -S ch e l d die Kundgebung. Der erste Spatenstich zum Bau dieses Thingplatzes hat die Bedeutung, daß wir damit der ganzen Welt sagen wollen: Ihr da drüben baut Festungen, baut Tanks und und gebt Milliarden für eure Rüstungen aus, wir aber wollen durch den Bau dieses Thingplatzes und' den Bau Hunderter solcher Plätze zeigen, daß wir in friedlicher Arbeit das deutsche Volk aus seiner Not befreien wollen, und um zu beweisen, daß es zu großen Leistungen fähig ist. Wenn die Festungsbauten und die Tanks unmodern sind, dann werden die Thingplätze noch leuchtende Denkmale unerschütterlichen Willens des deutschen Volkes sein. Ehe wir zum ersten Spatenstich schreiten, wollen wir de r Toten gedenken, die im Kriege gefallen sind. Deutsches Volk! Wenn diese mehr als zwei Millionen Männer und Jünglinge nicht bereit gewesen wären, für dich zu sterben, dann hättest du längst aufgehört zu sein. Die Hitlerjugend Wiesbadens spricht zur Totenehrung den Sprechchor von Wilhelm Maria Mund. Und dann singen die Tausende das Lied vom guten Kameraden. Als Vertreter des Präsidenten der Reichstheaterkammer spricht dann G e r st (Berlin), der dessen Grüße und den Dank für alle diejenigen überbringt. die zü den Vorarbeiten für den ersten Spatenstich beiaetraaen haben. Nachdem Reaierungsrat Rei- ner die Grüße des Gaulelters übermittelt hatte, der es sehr bedauerte, nicht selbst zu der Feier erscheinen zu können, wurde ihm durch den Leiter der Landesstelle Müller-Scheld der Spaten überreicht. Pg. Reiner führt den ersten. Spatenstich aus. Böllerschüsse künden den feierlichen Augenblick an. Auf den Höhen lodern riesige Feuer auf und der Freiwillige Arbeitsdienst spricht den Feuerspruch. Gauarbeitsführer F a a tz des Arbeitsgaues 25 übernimmt dann das Gelände und den Spaten und damit die Aufgabe der Errichtung des Thingplatzes. Und während der Klänge des Liedes vom Arbeitsdienst klettert die Arbeitsdienst- sahne siegesfreudig am hohen Mast empor. Dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer folgen das Horst-Wessel- und das Deutschlandlied. Gustav U c i ck y, der Spielleiter des Filmes „Flüchtlinge", der von der Reichskulturkammer als der beste Film des vergangenen Jahres anerkannt wurde. Aus aller Welt. Sieben Zimmerleute unter einem einstürzenden Gerüst begraben. In der Ammendorfer chemischen Fabrik Wuckau ereignete sich, wie aus Halle gemeldet wird, ein Unglücksfall. Eine auswärtige Firma ist dort mit dem Bau eines Kühlturmes beschäftigt. Das 22 Meter hohe Baugerüst stürzte plötzlich mit sieben Zimmerleuten zusammen, die unter Brettern und Gerüstpfeilern schwer verletzt liegen blieben. Dillinger anscheinend schwer verwundet. — Sein Auto mit zahlreichen Schuhlöchern aufgefunden. Die Suche nach dem flüchtigen Schwerverbrecher Dillinger hat, wie aus Ehikago gemeldet wird, erneut im größten Ausmaße eingesetzt, nachdem eine Kraftwagenpatrouille der Polizei in Ehikago an einer Straßenecke einen herrenlosen Kraftwagen aufgefunü.en hatte, der sich als derselbe Wagen herausstellte, den Dillinger auf seiner Flucht aus dem Wabdlaaer in der Nahe von Mercer verwendet hotte. Anwohner erklärten, daß der Kraftwagen bereits seit zwölf Stunden an der Straßenecke gestanden habe. Der Führersitz des Wagen war m i t Blut befleckt, so daß man annimmt, daß Dillinger oder einer seiner Begleiter durch die Schüsse der verfolgenden Polizisten verletzt worden sind. Richard Eurlnger, der Verfasser des Werkes „Deutsche Passion 1933", erhielt hierfür den „Stefan- George-Preis" im Werte von 12 000 Mark. Außerdem wurden im Kraftwagen mehrere Patronenhülsen aufgefunden. — Wie noch ergänzend bekannt wird, wies das aufgefundene Auto Dillingers zahlreiche Löcher auf, die von Kugeln herstammen. Die Hinterfenster sind zertrümmert. Auf dem Sitz des Autoführers lagen stark durchblutete Verbände. Es verstärken sich die Gerüchte, daß Dillinger schwer verwundet sei. Riefenbrand in einer norwegischen Stadt. Die Stadt Bodö in Nordland wurde von einer gewaltigen Feuersbrunst heimgesucht. Der Brandschaden soll der größte in der Geschichte der Stadt sein. Drei große Packhäuser mit Kontoren und Warenlagern und eine Faßfabrik wurden ein Raub der Flammen. Der Gesamtschaden wird auf 400 000 Kronen veranschlagt. Wettervoraussage. Da sich von den britischen Inseln über Skandinavien nach Polen hin ein Hochdruckrücken aufbaut, wird die über Deutschland lagernde Störungstätigkeit mehr südlich zurückgedrängt, so daß östliche Winde aufkommen. Vorerst herrscht aber noch verschiedenartige Luftzufuhr, was vorübergehend Anlaß zu gewitterdrohender Bewölkung mit leichter Abkühlung geben wird; späterhin ist aber infolge des hohen Druckes Beruhigung der Wetterlage zu erwarten. Aussichten für Freitag: Teils heiter, teils wolkig mit Gewitterneigung, im ganzen warm, doch vorübergehend etwas kühler. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 16,8 Grad; am 3. Mai: morgens 15,4 Grad. Maximum 24,1 Grad, Minimum 12,4 Grad. — Lufttemperaturen in 10 cm Tiefe am 2 Mai: abends 20,7 Grad; am 3. Mai: morgens 16,7 Grad Celsius. — Niederschlag 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 9% Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 2656 । > Heute verschied nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter Karoline Barke Wwe, geb. Spieß I. N. der trauernden Hinterbliebenen; Fritz Barke Gießen, den 2. Mai 1934. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 4. Mal, nachmittags 2*/a Uhr statt. Allen, die beim Heimgang unsrer lieben Mutter Luise Mckel, geb. Kraußer unser so gütig und teilnehmend gedacht und durch Wort, Aries, Kranz oder letztes Geleit unsrer teuren Entschlafenen Liebe bewiesen haben, danken wir auf diesem Wege herzlichst. Otio Mickel und Geschwister Gießen (Marburger Straße 79), den 2. Mai 1934. _______________________________________________________________________2658 । > ZumVeredeln! la kaltflüssiges Baumwachs Edel-Raffia-Bast 2648 A Veredelungsmesser und Baumsägen empfiehlt Samenhaus Hch. Hahn Bahnhofstraße / Tel. 3403. Für Ihren Garten Schaffen Sie sich auch so einen Ruheplatz in Ihrem Garten, Veranda oder Balkon. Gartenmöbel glbt’s 'm vielen Arten sehr preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 2mA Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. 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Der Redner zog hierauf einen Vergleich zwischen dem 1. Mai in den Jahren des überwundenen politischen Systems und dem gleichen Feiertag im nationalsozialistischen Deutschland Adolf Hitlers; ebenso stellte er eine eindrucksvolle Parallele her zwischen dem von Aufruhr, Kampf und Tod erfüllten 1. Mai in anderen Ländern und dem von herzlicher Volksverbundenheit und kameradschaftlichem Geist getragenen Nationalfeiertag der deutschen Arbeit im Dritten Reich; dort Maschinengewehre und Barrikaden auf den Straßen — hier schönster Frieden und beste Kameradschaft. Eindringlich machte der Redner seinen Zuhörern die Bedeutung dieser Wandlung klar, und er zeichnete dabei in großen Umrissen die gewaltige Größe des Umformungsprozesses und des deutschen Erneuerungswerkes durch den machtvollen Geist unseres Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler. In diesem Zusammenhang feierte er den überragenden Sieg der nationalsozialistischen Idee, der seinen schönsten Ausdruck in der vom Führer geschaffenen Volksgemeinschaft aller deutschen Menschen findet und der auch den Arbeiter in diese Volksgemeinschaft und damit zu seinem deutsche Staate zurückgeführt hat. Mit Nachdruck unterstrich der Sturmbannführer den tiefen Sinn dieser Volksgemeinschaft in der gleichen Persönlichkeitsbewertung' aller deutschen Menschen, wenn sie in vollem Ausmaß ihrer Pflicht entsprechen, ihr Leben und Wirken nach den hohen Idealen des von Adolf Hitler verkündeten deutschen Sozialismus gestalten, in ehrlicher Dienstbereitschaft für die Volksgesamtheit am Neuaufbau unseres großen deutschen Vaterlandes mitarbeiten und sich dadurch als würdige Glieder der großen deutschen Gemeinschaft erweisen. Allen Kräften und Menschen, die diesen Idealen Hemmungen und Widerstände bereiten, sagte der Redner den unerbittlichen Kampf der SA. mit der gleichen Entschiedenheit wie früher an. Er wies sodann auf die Notwendigkeit der deutschen Jugenderziehung im Geiste und Sinne der deutschen Volksgemeinschaft des Dritten Reiches hin, forderte entschiedene Ablehnung aller egoistischen Regungen und dafür volle Hingabe zum selbstlosen Das vom Arbeitsgau 22 Hessen-Nord des Freiwilligen Arbeitsdienstes in Kassel veranstaltete Sportfest nahm mit dem Abmarsch der zu dieser Veranstaltung ausmarschierten 6000 Arbeitskameraden am gestrigen Tage seinen Abschluß. Gegen 10.30 Uhr kamen in einem Sonderzug, der unter der Leitung des Oberstfeldmeisters D r u s ch k i stand, etwa 400 Mann der Arbeitsdienst-Abteilungen Gießen, Ehringshausen und Dillenburg auf dem Gießener Bahnhof an und machten auf dem Bahnhofsvorplatz einige Stunden Rast, um dann in Fußmärschen ihrem Ziele zuzustreben. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden, die dem Aufmarsch der Arbeitsdienstkameraden, der sich in mustergültiger Ordnung vollzog, interessiert beiwohnten. Die SA.-Kapelle Schmunzeln nahmen auch die in dieser Chromk „hochgezogenen" SA.-Kameraden von der „Ge- chichtsschreibung" Kenntnis. Flotte musikalische Darbietungen der Kameraden von der SA.-Reserve- Kapelle bereicherten den Abend weiterhin in schön- ter Weise. Eine Verlosung von mancherlei Gegen-- tänden, die aus dem Kreise der Sturmkameraden gestiftet worden waren und deren Gelderlös für dringende soziale Zwecke des Sturms gute Verwendung finden wird, brachte weiterhin viel Abwechse- ung und Frohsinn in die harmonische Kamerad- chaftsgeselligkeit. Kurz vor der Mitternachtsstunde, als der kalendermäßige Anbruch des Tages der nationalen Arbeit in nächster Sicht war, richtete Sturmbannführer Sold an noch einmal eindringliche Worte an seine SA.-Kameraden vom Reservesturm 1 und an deren Angehörige. In packender Weise unterstrich und weitete er seine in der ersten Ansprache des Abends gegebenen Grundgedanken aus, machte die hohen Ideale des Dritten Reiches noch einmal in eindringlichster Weise deutlich und feierte dann den 1. Mai als den Tag einer Weltenwende im Deutschland Adolf Hitlers, aus dessen erhabenen Geist geboren und in seinem edlen Sinne gestaltet und weiter geformt. Der Aufforderung des Redners entsprechend begrüßte sodann die SA.-Kameradschaft des Sturms 1 den nationalen Feiertag mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Der Mai ist gekommen." Damit war der offizielle Teil des schönen Abends abgeschlossen. Deutsche Tänze boten sodann den Aus- dauernden weitere gute Unterhaltung. Der vortreffliche Abend war für den Sturm und seinen Führer ein voller Erfolg, auf den beide mit berechtigtem Stolz zurückblicken können. Berichte aus der Provinz. I/R116 unter Leitung von Musikzugführer Riebe r g a l l hatte sich ebenfalls eingefunden und unterhielt die Arbeitskameraden und die Zuschauer vorzüglich. Herr Schwarz, vom Cafe Schwarz, hatte'bereitwilligst sein Lokal zur Verfügung gestellt. Kaum waren zwei Feldküchen unseres Bataillons, das die Verpflegung übernommen hatte, eingetroffen, als das „Haus Schwarz" im Nu bis auf den letzten Platz besetzt war. Nach wohlverdienter Ruhe und kräftiger Stärkung vollzog sich gegen 13 Uhr der Abmarsch. Die Gießener Abteilung zog mit frischem Gesang zu ihrem Lager, während die anderen Abteilungen im Fußmarsch zunächst bis Wetzlar marschierten, um dort Quartier zu nehmen. Grünberg. Der Tag der Nationalen Arbeit nahm in Grünberg einen würdigen Verlauf. Die Stadt trug reichen Schmuck, fast alle Häuser zeigten Maiengrün, und überall wehten Hakenkreuzfahnen. Im Sitzungssaal des Rathauses war ein Lautsprecher für die lieber* tragung aufgestellt worden, der über den großen Marktplatz gut zu hören war, dicht vor dem Rathaus hatte ein großes Podium Aufstellung gefunden. Am Vorabend fand in der Stadtkirche Gottesdienst statt, bei dem Dekan Schmidt die Predigt hielt. Nach Mitternacht ließ die Feuerwehrkapelle aus dem Marktplatz und anschließend in den Hauptstraßen die Weise „Der Mai ist gekommen" erklingen. Der Morgen sah die Jugend auf dem Plan. Klein-Linden. In Gegenwart vieler Einwohner aus Klein-Linden und Allendorf a. d. Lahn brannte unsere Hitler-Jugend 3/VI/116 in der Nacht zum 1. Mai an dem Allendorfer Wäldchen ihr Höhenfeuer ab. Der Führer der Gefolgschaft, Karl Haas, sprach das Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat und verlas beim lodernden Bergfeuer das Manifest des Reichsjugenüführers Baldur v. Schirach. Er gedachte ferner der Toten des Weltkrieges, der Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung und der gefallenen jungen Kämpfer der HI. Lieder der Bewegung umrahmten die Feierstunde. Am Vormittag des 1. Mai rückten sämtliche Jugendorganisationen der NSDAP, nach gemeinsamem Marsch durch unser Dorf in den Hof der Wirtschaft Weller, um die Uebertragung der Jugendfeier aus Berlin anzuhören. Gefolgschafts- schulungswart Friedel Jung sprach über den Frühling des wiedererwachten Deutschland, an dem aufzubauen alle Jugend die Pflicht habe. Dann folgte die Uebertragung der Feier aus Berlin, der die Jugend gespannt lauschte. Zum Festgottesdienst am Vormittag versammelten sich unsere evangelischen Gemeindeglieder in der Kirche. Der Ortspfarrer baute seine Predigt auf das Bibelwort auf: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen". Er schilderte die Arbeit als ein Stück aus der Schöpfungsordnung unseres Gottes. Am Mittag trat die gesamte arbeitende Bevölkerung zum gemeinsamen Marsch durch unser reich geschmücktes Dorf an, um an den Feierlichkeiten in Gießen teilzunehmen. Der Festtag fand mit Tanz im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" sein Ende. mitmarschiert sind. Ihr aber habt euch durchgesetzt, und heute steht ihr bereit, sei es, daß der Führer euch zum Reichsberufswettkampf aufruft, ober wenn es gilt, für Deutschlands Wiederaufbau einzutreten. Wenn heute Adolf Hitler denjenigen Junggenossen seine Anerkennung aussprechen wird, die sich beim Reichsberufswettkampf besonders auszeichneten, so ist das ein Zeichen dafür, daß Jugend und Volk eins geworden sind, daß hinter diesem Führer eine Jugend marschiert, die dieses Volk garantiert für alle Ewigkeit. Ihr habt euch immer zuerst an den deutschen Arbeiter gewandt. Ihr habt den Weg zum deutschen Sozialismus gefunden. Den Kameraden beurteilt ihr nicht danach, was er arbeitet, sondern nur nach der von ihm vollbrachten Leistung. Der -einfache ehrliche Arbeiter ist das Bild des deutschen Menschen. Alle sollen sich stolz Arbeiter nennen! Steht zusammen, tragt als junge deutsche Arbeitergeneration die Idee unseres Führers und das Banner des Sieges weiter! Am Vorabend des Feiertags der nationalen Arbeit vereinigte sich der Sturm I des Stur m- danns I/R 116 auf Einladung des mit der Führung des Sturms beauftragen Oberscharführers Schardt zu einem Kameradschaftsabend mit Familienangehörigen auf der Hardtterrasse. Der Abend war von den SA.-Männem des Sturmes und ihren Familienmitgliedern sehr stark besucht und nahm in schönster SA.-Kameradschaft einen allseits befriedigenden Verlauf. SA.-Mann Vetter richtete im Auftrage des Sturmführers die Begrüßungsansprache an die Ehrengäste, die SA.-Kameraden und ihre Angehörigen. Er brachte dabei zum Ausdruck, daß der Sturm es als besondere Ehre ansehe, den Standartenadjutanten Sturmbannführer M ü n k e r, den Standarten-Verwaltungsführer Moosbach, den Führer des Reserve-Sturmbanns Franz S o l d a n und zwei Mitarbeiter aus seinem Stab als Ehrengäste herzlich willkommen heißen zu können. Wetter entbot der Redner den Frauen der SA.-Kameraden den besonderen Gruß des Sturmes. Er stellte sodann diesen Kameradschaftsabend in enge sinnvolle Beziehung zu der Walpurgisnacht und huldigte in diesem Zusammenhang dem obersten SA.-^uhrer und Volkskanzler Adolf Hitler als Befreier des deutschen Volkes aus tiefster Not und als Wegbereiter einer besseren deutschen Zukunft. Mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue zum Führer Adolf Hitler und mit einem starken Bekenntnis 3^ iteter kameradschaftlicher Verbundenheit und Elnsatzberett- schaft schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufqenommene Ansprache. Nach einigen musikalischen Darbietungen von Angehörigen' der SA. - Reserve - Kapelle richtete Sturmbannführer S o l d a n eine kernige, aus dem alten Kämpfergeiste der SA. geformte Ansprache an die SA.-Kameraden und ihre Angehörigen Er sprach sich dabei in lobender Weise über die schone Art dieser Veranstaltung aus, die er als guten Gradmesser für die Arbeit des Sturmführers bezeichnete, und gab sodann feiner besonderen Genugtuung über die Anwesenheit des ä l t e st e n Freiheitskämpfers der SA. in Gießen Standartenadjutanten und Sturmbannführers Münk er Ausdruck; er betonte, daß Standartenadjutant Münker schon seit 1919 trotz vielfacher An- Bei der Jugend-Kundgebung am Tage der nationalen Arbeit, die auf dem Festplatz stattfand, hielt der Gebietsschulungsleiter der HI. Willy Ruder eine kurze Ansprache an die versammelte deutsche Jugend. Er sagte dabei u. a.: Wir als die Jugend des deutschen Volkes, die ein einendes Band umschlingt, wollen zusammenstehen, unser Ziel klar erkennen und uns für die Arbeit rüsten, die noch vor uns liegt. Ihr, meine Kameraden, habt als die jüngsten Kämpfer des erwachenden Deutschland die Symbole unseres Führers getragen, habt geworben um Taufende, die noch abseits standen. Ihr habt gekämpft um die Seele des deutschen Jungarbeiters. Ihr habt sie zusammengeschweißt in eurer Front und habt den Weg frei- gemacht für die Einigung des gesamten Volkes. Wenn wir jetzt am i. Mai daran denken, so wissen wir, daß nun eine Entwicklung abgeschlossen wurde. Jrn vorigen Jahre haben sich immer noch Menschen aufgelehnt, die die Größe der Zeit nicht ersaßt hatten. Damals mußtet ihr noch eure Fahne verteidigen. Damals waren noch andere da, die Bilder vom Gießener Festzug. Links oben: Zigarrenmacherinnen. — Rechts oben: Der Wagen der Schreiner. — Lmks unten: Das Modell der Gießener Stadtrandsiedlung. — Rechts unten: Die Schornsteinfeger. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) Dienst für die Gesamtheit des Volkes und in diesem Sinne die treue und unermüdliche Unterstützung des Werkes unseres Obersten SA.-Führers und Dolkskanzlers Adolf Hitler. Auf diese Weise werde auch am wirksamsten aller Klassenkampf und Standesdünkel, die früher in Deutschland so unendlich viel Unheil anrichteten und den deutschen Arbeiter dem Staate und damit seiner Volksverbundenheit entfremdeten, für immer unterbunden. Im Geiste dieser hohen Mission müsse die SA. für alle Zeit revolutionär bleiben, um in Treue ihrem Obersten Führer Adolf Hitler zu dienen. Mit dem Gelöbnis unwandelbarer Treue bis zum Letzten schloß der Redner seine eindrucksvollen Worte. Begeisterte dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und der gemeinsame Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes unterstrichen das Gelöbnis der Treue des Sturmes 1 für Adolf Hitler. Der weitere Verlauf des Abends brachte mancherlei frohgestimmte gesellige Unterhaltung, bei der die ausgezeichnete kameradschaftliche Verbundenheit im Sturm 1 der Gießener SA.-Reserve prächtig zur Geltung kam. Besondere Heiterkeit erregte eine humoristische Chronik über Sturmbegebenheiten und ähnliche Dinge, die im Kreise der Sturmkameraden in den letzten Monaten sich ereignet haben, wobei auch mancher gute und aus lauterer Kameradschaft geborene Witz über diesen oder jenen SA.- Kameraden seine Stätte sand. Mit vergnügtem Ihre verschiedenen Organisationen, an der Spitze ein Spielmannszug, veranstalteten einen Umzug, der auf dem Marktplatze endete. Hier wurde die Ueber- tragung der Jugendkundgebung aus dem Lustgarten zu Berlin mit angshört. Der Nachmittag brachte den Festzug. Der Ortsgruppe waren die Zellen Lauter, Stockhausen und Weickartshain angeschlossen. Der Zug wies eine beträchtliche Länge auf und umfaßte folgende Hauptgruppen: 1. Betriebe und Arbeiter: 2. Handel, Handwerk und Gewerbe: 3. Landstanü: 4. Behörden: 5. Freie Berufe. Eingefügt waren Fahnenabordnungen der SA., HI., JV., NS.-Derbände und Vereine, eine Musikkapelle und der Spielmannszug des Jungvolkes sorgten für Marschmusik. Nach Schluß des Umzuges durch die Hauptstraßen der Stadt endete der Marsch auf dem Marktplatz, wo die Kapelle mit Platzkonzert aufwartete bis die Uebertragung des Staatsaktes vom Tempelhofer Felde folgte. Sämtliche Fahnen waren auf dem Podium aufgestellt, eine Abordnung SA. hatte davor Aufstellung genommen. Nach Schluß der Kundgebung begann in den einzelnen Gaststätten das Maifeiern. eich. Der Tag der nationalen Arbeit wurde auch in unserer Stadt zu einem machtvollen Bekenntnis zum schaffenden Menschen. In unermüdlicher Arbeit waren unter Leitung des Ortsgruvpenleiters Kuhn alle Vorbereitungen zum guten Gelingen des Festes getroffen worden. So war u. a. auf dem Hardtberg eine große, vollkommen mit Tannengrün geschmückte Tribüne, flankiert von zwei riesigen Hakenkreuzbannern, und eine gute Lautsprecheranlage errichtet worden. Reicher Grünschmuck und die zahlreichen Fahnen des Dritten Reiches gaben der Stadt bereits am Vortage ein festliches Gepräge, wie nie zuvor. Am Abend des Vortages fand in der Ma- rienstiftskirche Festgottesdienst statt. Pfarrer Draudt hielt die Festprediat, in der er auf den verbrüdernden Adel jeder Arbeit hinwies, die moralische und soziale Bedeutung der Arbeit erläuterte. Nach dem Festgottesdienst wurde durch die HI., SA. und SS. der Maibaum eingeholt, der auf dem Adlerplatz Aufstellung fand. Auch hierbei ergriff Schulungsleiter Pfarrer Draudt das Wort zu einer auf die symbolhafte Bedeutung des Maibaumes hinweisenden markanten Ansprache. Der Festtag wurde durch den Weckruf der HI. eingeleitet. Am Vormittag fand auf dem Hardtberg die Jugendkundgebung statt, an der außer den Jugendoerbänden eine große Anzahl Volksgenossen teilnahmen. Nach dieser Kundgebung erfolgte die Vereidigung der Betriebsvertrauensleute in ihren Betrieben. Um 13.15 Uhr erfolgte die Aufstellung des Festzuges, der sich unter Vorantritt des Spielmannszuges der HI. und der Kapelle der. freiwilligen Feuerwehr durch die dicht von Menschen umsäumten Straßen der Stadt bewegte. Nach dem Festmarsch fand auf dem Hardtberg eine große Kundgebung statt, in der Pfarrer Draudt den Versammelten die Bedeutung des 1. Mai klarlegte. Mit dem Horst-Wessel-Lied und der Uebertragung der Rede des Führers fand die machtvolle Kundgebung ihren Abschluß. Hungen. Der Tag der nationalen Arbeit wurde hier unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung würdig begangen. Nachdem am Vormittag nach der Uebertragung der Führerrede und der Rede des Reichspropagandaministers auf dem neuen Marktplatz ein Feldgottesdienst stattgefunden hatte, folgte am Nachmittag die Kundgebung auf dem neuen Marktplatz. Ein starker Zug der SA. und SS., Ehrenabteilungen der gesamten Jugend, der Vereine, der Stadtvertretung von Hungen, der einzelnen Belegschaften in ihren Arbeitskleidungen, sowie der gesamten Beamten-, Angestellten- und Arbeiterschaft, der behördlichen Betriebe und Handwerkszweige bewegte sich unter Vorantritt einer Musikkapelle und mehrerer Spielmannszüge durch die Straßen nach dem neuen Marktplatz. Hier eröffnete der Führer der NS.-Hago, Gg. Müller, die Kundgebung. Dann sprach Ortsgruppenleiter Kirch- Höfer, der in einer zündenden Ansprache auf die Bedeutung des 1. Mai hinwies. Umrahmt wurde die Kundgebung von Darbietungen der Gesangvereine „Eintracht" und „Liederkranz" sowie des BdM. Die durch Lautsprecher übertragene Rede des Führers bildete den Abschluß der Kundgebung. Am Abend fand sich die Bevölkerung zu gemütlichem Beisammensein mit Tanz in den einzelnen Lokalen in froher Stimmung zusammen. Laubach. Der Tag der Arbeit wurde in unserem Städtchen besonders festlich begangen. Nach dem Dor- mittagsaottesdienst marschierten das Jungvolk, die Hitlerjugend sowie der BDM. auf den Festplatz, um die Uebertragung aus Dem Berliner Lustgarten anzuhören. Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch die schön geschmückten Straßen der Stadt nach der „Helle", wo OG.-Leiter Braun die aus Ruppertsburg, Gonterskirchen, Wetterfeld und Laubach erschienenen Festtellneh- mer begrüßte und auf die Bedeutung des Tages der Arbeit hinwies. Im Anschluß hieran hörten die Versammelten die Uebertragung der Kundgebung vom Tempelhofer Feld. Die dann in den Lokalen der Stadt beginnenden Maifeiern nahmen einen würdigen Verlauf. Krofdorf-Gleiberg. Der Tag der nationalen Arbeit begann in unserem reich mit Fahnen und Grün geschmückten Orte mit einem Umzug der Hitlerjugend, des Jungvolkes und des BdM. unter Vorantritt der Musikkapelle. Diese Verbände versammelten sich dann im Verein mit der Schule im Garten der Moos-. scheu Wirtschaft, wo durch einen großen Lautsprecher die Jugendkundgebung der Berliner Schulen im Lustgarten gehört wurde. Nach dem mittäglichen Gottesdienst, in dem Pfarrer Wiebel über das Psalmwort: „Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist" predigte, stellte sich in der südlichen Hauptstraße der Festzug auf. Von Gleiberg trafen die Belegschaft der Rinn & Cloosschen Zigarrenfabrik und die anderen Arbeitsgruppen, gemeinsam mit dem gesamten Schulungslager der Burg ein. Die Größe des Zuges in Verbindung mit der Mannigfaltigkeit der Berufsvertreter unseres Ortes, sowie die starke Fahnengruppe und die Abordnungen der SA. und der anderen Formationen machte einen imposanten Eindruck. Nach dem Umzug fand sich die Bevölkerung in dem Hof und Garten der Wirtschaft Moos ein, um hier, dichtgedrängt, die Rundfunkübertragung des Staatsaktes vom Tempelhofer Feld anzuhören. Vorher ergriff Ortsgruppenleiter Schmidt das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er auf die Bedeutung des diesjährigen 1. Mai hinwies, der heute, wie in unserem Dorf, in Einmütigkeit ohne Unterschiede in Beruf und Stand von dem ganzen Volk gefeiert werde. Daß das alles so geworden, sei allein das Verdienst unseres großen Führers Adolf Hitler, dem die Menge das Sieg-Heil ausbrachte und anschließend das Horst- Wessel-Lied sang. Aufruf. Machtvoll ist bei allen Nachbarn Denkschlands die Flugzeugwaffe entwickelt. Erfindergeist und Technik wurden in den Dienst der hochgerüsteten Staaten gestellt. Angriff und Abwehr sind großartig organisiert. Ueberwältigend ist die Erziehung der ganzen Bevölkerung für den Ernstfall. Und was tat Deutschland? Jahrelang sah es teilnahmslos zu. Die Aufklärung und Schulung des Volkes für die ihm drohenden Gefahren wurde unterlassen. Die aktive Abwehr wurde uns ohnedies gänzlich untersagt, jedoch nicht einmal das, was uns die ehemaligen Gegner zugestanden haben, wurde ausgenuht. Jnnerpolitisches Gezänk überwucherte die Interessen der Nation — bis die nationalsozialistische Revolution durch die deutschen Gaue brauste. Des Reiches erster Luftfahrtminister, Hermann G o e r i n g, schuf vor einem Jahr gründlichen Wandel. Er gründete den Reichsluflschuh- b u n d und betraute ihn mit der Aufgabe, das deutsche Volk über die Gefahren eines zukünftigen Luftangriffs aufzuklären und den Selbstschutz der Bevölkerung bis ins kleinste zu organisieren. Aus der Erkenntnis der namenlosen Gefahren, die Deutschland drohen, muß jeder Deutsche sich willig in diese gigantische Arbeit des Reichsluftschuhbundes einfügen. Jedes deutsche Haus erhält seinen Luftschutzwart, der für alles Sorge trägt, was im Falle eines Luftangriffs eine Katastrophe vermeiden soll. Jeder deutsche Volksgenosse, ob Mann, Frau oder Kind, wird im Ernstfälle wissen, wie gehandelt werden muß. Die gewaltige Aufklärungs- und Erziehungsarbeit übernimmt der Reichsluftschuhbund! Nach dem Willen der Reichsregierung soll jeder Deutsche nunmehr Mitglied des R e i ch s l u f t s ch u h b u n d e s werden. Der Jahresmilgliedsbeitrag beträgt 1.— Mark. Dieses kleine Opfer find wir der Erhaltung unseres Volkes, der Heimat und des eigenen Lebens schuldig. Der Reichsluftschuhbund wird in der nächsten Zeit an jeden einzelnen heran- lreten und zur völligen Durchführung aller notwendigen Maßnahmen die Mitgliedschaft fordern. Nur so kann die große nationale Aufgabe des zivilen Luftschutzes in kürzester Zeit mit Erfolg durchgeführt werden. Wir rufen alle verantwortungsbewußten Volksgenossen auf, unverzüglich die Mitgliedschaft im Reichsluftschuhbund zu erwerben und durch tätige Mithilfe dazu beizutragen, das gigantische Selbstschuhwerk des deutschen Volkes auszubauen. Interesselosigkeit am Luftschutz ist Landesverrat! Frankfurt a. M.» 2.Mai 1934. Oer Gauleiter der NSDAP, gez.: Sprenger. Stadt und Land reichen sich die Hand! Oie nächsten Aufgaben der NSV. - Kinder-Landverschickung. - 3m Gau Hessen-Nassau werden 20000 Kinder verschickt. Mit dem Abschluß des Winterhilfswerks hat sich die segensreiche Tätigkeit der N S. - V o l k s w o h l - fahrt nicht erschöpft. Neue wichtige Aufgaben stehen ihr bevor, die nicht minder hohe Anforderungen und Einsatz aller Kräfte erfordern. Im Rahmen der Sommeraktion „Mutter und Kind" ist zunächst, wie in einer Pressekonferenz der Gesamtleitung der NSV. mitgeteilt wurde, eine große Kinder-Landverschickung vorgesehen, die im Gau Hessen-Nassau im großen Rahmen durchgeführt werden soll. Die Kinüer-Landverschickung liegt in den Händen des Jungbannführers Heini Steubing und soll Kinder aus der Stadt hinaus aufs Land bringen und umgekehrt Kinder vom Land in die Stadt. Gerade im Gau Hessen-Nassau soll als Leitgedanke in den Vordergrund gestellt werden: „Stadt und Land reichen sich die Hand". Die Stadt- jungen sollen auf dem Lande die Lebensweise der Landjungen und den Volksgenossen kennenlernen, der mit der Scholle verwurzelt ist und in schwerer Arbeit dem Boden unser tägliches Brot abringt. Umgekehrt soll der Lanüjunge das Leben in der Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Auf diese Weise sollen besser als durch alle Propagandakünste die Fäden zwischen Stadt und Land enger geknüpft werden. Im Gau Hessen-Nassau sollen 15 000 bis 20 000 Kinder verschickt werden, doch dürfte sich diese Zahl noch erhöhen, je nachdem Pflegestellen zur Verfügung gestellt werden. 3ebet Volksgenosse wird aufgefordert, zu prüfen, ob er einen Jungen oder ein Mädel für einige Zeit als Gast aufnehmen kann. Die zuständigen Amtsleiter der NSV. nehmen Anmeldungen entgegen. Die Gauamtsleitung erwartet von der Bevölkerung, daß sie so viel Pflegestellen zur Verfügung stellt, daß unser Gau auch bei dieser Aktion wieder an der Spitze marschiert. Die Pflegestellen werden auf das genaueste auf ihren gesundheitlichen Zustand hin geprüft, anderseits werden nur gesunde Kinder verschickt, während für kranke Kinder eine anderweitige Regelung getroffen werden wird. Der Transport der Kinder Keiner darf im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes abseits stehen! Werde Mitglied -er NSV.! erfolgt nicht, wie sonst üblich, mit Lastautos, sondern er geschieht mit Sonderzügen der Reichsbahn. Nicht weniger als 35 bis 40 Sonderzüge werden in unserm Gau zu diesem Zweck zur Verfügung stehen. Das Begleitpersonal soll in jeder Beziehung pädagogisch geschult sein. Jungvolk- und BDM.- Führer, Junglehrer und Junglehrerinnen werden die Kinder betreuen und dafür sorgen, daß Zucht und Ordnung unter den Kindern herrscht. In einer Kartei wird über jeden Jungen und jedes Mädel über das Betragen Buch geführt. Wer sich nicht einwandfrei benimmt, kommt nicht mehr in Frage für irgendwelche Erholung. Jedes Kind und jede Pflegestelle wird gegen alle möglichen Fälle der Haftpflicht versichert. Man hofft, einen Teil der Kinder nach Schlesien schicken zu können, doch wird der hauptleil im Gaugebiet untergebracht werden. Die Zeit der Verschickung beträgt in der Regel vier Wochen, und zwar während der großen Ferien, doch kann auf Wunsch die Dauer verlängert werden, in welchem Falle dann eine Umschulung vorgenommen werden müßte. Die Eltern der Kinder haben einen kleinen Unkosten- beitrag zu entrichten. Die Vorbereitungen für die Kinderlandverschickung sind in vollem Gange. Es wird erwartet, daß die Anmeldungen von Pflegestellen aus dem ganzen Gau zahlreich eingehen. Ein entsprechendes Anmeldeformular wird in den nächsten Tagen in den Zeitungen veröffentlicht werden. Schweres Motorradunglück. Ein Toter und ein Schwerverletzter. LPD. Darmstadt, 2. Mai. Am Montag hatten die Krankenpfleger Adam Strohhauer aus Crumstadt und Heinrich Wiegand aus Lorsch mit dem Motorrad einen Ausflug unternommen. Auf der Rückfahrt am Abend fuhren sie, da sie sich etwas verspätet hatten, mit sehr großem Tempo durch Biebesheim. In der Straßenkrümmung Rheinstraße verlor Strohhauer die Gewalt über seine Maschine und rannte in voller Fahrt auf die Wand eines Hauses auf. Dabei wurde das Fahrzeug gegen das Eisengitter eines benachbarten Gartens geschleudert. Strohhauer schlug mit dem Kopf gegen das Eisengitter und erlitt einen dreifachen Schädelbruch. Wiegand wurde bei dem Anprall von seinem Sitz geschleudert, blieb aber mit einem Fuß am Motorrad hängen und wurde mitgeschleift. Er erlitt eine erhebliche Beinverletzung, einen Unterkieferbruch sowie verschiedene leichtere Verletzungen. Beide Verletzte wurden in das Darmstädter Krankenhaus gebracht, wo dann in der Nacht Strohhauer seinen schweren Verletzungen erlag. Erste Liebe. Von Mar6 Stahl. Die Fliederbüsche im Garten standen dicht vor der Blüte, und die Apfelbäume unterhalb der Terrasse schickten sich gerade an, aufzubrechen. Die Wäl- der am Horizont lagen in bläulichem Duft, und als die alte Dame auf die Terrasse trat, um die *'.an^üraDe hinabzuspähen, mußte sie die Hand über Die Augen legen, so blendete der flimmernde Sonnendunst über den Feldern. Endlich kam der Wagen. Er fuhr im schlanken ^.rabe vor der Freitreppe vor, was den gutgefüt» u ®r?unen einige Schwierigkeit machte, und Ellsabeth sprang heraus und umarmte die Tante Sie alte Dame war erstaunt, schob das Mädchen auf Armeslänge fort, schüttelte den Kopf und zog Eli- beth wieder an sich, „Wie das heranwächst", murmelt sie, „kaum zu glauben." Elisabeth lachte, sie fühlte sich noch etwas um ''ch" 'm Glanz ihrer- siebzehn Jahre. Sie wußte augenbllckllch nicht recht, ob sie sich aus Bequem- Iidjfeit zu den Kindern oder interessanterweise zu den Erwachsenen schlagen sollte. In diesen Ferien hatte sie sich vorgenommen, lieber zu den Kindern zu zahlen. Es barg Vorteile in sich, man konnte alles mitmachen, was man wollte. Durfte ohne Sattel reiten, auf Heuböden klettern, mit den Hunden um die Wette laufen, barfuß gehen und Kühe hüten. ' An Elisabeth lag es also nicht, sie hatte die besten Vorsätze. Aber da tauchte auf einmal Georg auf. Georg war Tantes Liebling, der Junge vom Nachbargut, wie Elisabeth ihn vor fünf Jahren genannt hatte. Aber jetzt auf einmal kam er in voller Gala angeritten, in tadellosem Neitrock, steifem Hut und langen, schwarzen Lackstiefeln. Er trug eine weiße Fliederblüte im Knopfloch und grüßte mit Der Reit- 9e.rte 3um Wohnzimmerfenster hinauf, hinter Dem Elisabeth stanD unb oerrounDert herabsah. "Wer ist Denn bas?" fragte sie beunruhigt. Die Tante blickte ihr über Die Schulter. „Aber bas ist Doch Georg!" rief sie entzückt. „Komm herauf, Georg, hast Du auch schon Ferien, willst Du Ußaffeln, was macht Die Mama?" Georg konnte so schnell nicht auf alle Fragen antworten. Er sprang mit Eleganz vom PferD, warf Die Zügel Dem perbeigeeilten Knecht zu unD begab sich unter leichtem Sporengeklirr Die Treppe hinauf. Elisabeth ärgerte sich furchtbar, Daß sie heute ge- raDe ihr altes, blaues KattunkleiD trug, Das nur bis zum Knie ging. AußerDem waren ihre Arme unb Beine zerkratzt von ben Ranken ber Himbeersträucher, benn bie hatte Elisabeth heute mit Der Tante zusammen umgepflanzt. Sie fühlte mit stille ni Ingrimm, Daß sie rot gemorDen war. Dabei überlegte sie, ob sie ihre aufgesprungenen HänDe nicht lieber hinter Dem Rücken verbergen solle, aber leibet ging Das nicht. Sie machte Darum ihr eisigstes Gesicht unD reichte Georg Die HanD, Der sie ganz roiDer Erwarten zum MunDe führte. Auch Die Tante war etwas perplex. Sie wollte sagen: „Aber Georg, Elisabeth ist Doch noch ein KmD". Aber Dann sah sie sich ganz zufällig Dieses KmD Elisabeth genauer an, schüttelte erstaunt Den Kopf unD betrachtete jetzt Die beiDen jungen Leute mit entschieden mehr Interesse. „Also Die Waffeln", sagte sie, „entschulDige, Georg, ich will mal schnell Der Minna sagen. Daß sie ein paar mehr backt", und ging schmunzelnD hinaus. „Bleiben gnäbiges Fräulein noch lange hier?" fragte Georg förmlich. „Noch ein paar Wochen", antwortete Elisabeth kurz, aber boch tief erfreut über bie Anrebe. „Gnäbiges Fräulein", patte bis jetzt noch niemanb zu ihr gesagt. „Das ist ja großartig!" rief Georg, „Da kommen Sie Doch sicher zu Dem Picknick mit, Das Der Jagd- klub veranstalten wirb." „Wenn Tante geht", sagte Elisabeth. „Sie muß gehen , rief Georg enthusiastisch unb bann ließ er alle Würbe fahren unb verbreitete sich ausführlich über bie Höhepunkte dieses Picknicks, bie in Tontaubenschießen unb einem Tanzturnier bestehen würben. Dann kam bie Tante mit einem Berg golbgelber xßaffeln, unb Georg vergaß alle Reserve noch gründlicher unb stürzte sich mit einer Art Jndianer- geheul auf Tantes gepriesene Spezialität. Das Tontaubenschießen war um bie Kaffeezeit beendet und Georg hatte, wenn auch nicht gerade einen Preis gewonnen, so boch verhältnismäßig wenig Daneben geschossen, wie Elisabeth bemerkt yatte, die ganz in feiner Nähe ftanb. öen Schüssen lehnte sich Georg mit mlene °uf seine Jagbflinte und machte fnnrHi* Vr115 imponierenben Einbruck in seinem hnm»n$e!l Elisabeth bemühte sich ebenfalls, damenhaft unb imponierenb auszusehen. Sie trug bas kurzgeschnittene, hellbraune Haar gewellt, bie AAuse aus Dem Dorf war sogar ihretwegen be- Uni! sie hatte über bie noch immer JTOHdlrf Ame lange weiße Hanbschuhe gezogen. ^.?^^^^°chtung sah sie auf die Zwölf- und Dreizehnjährigen, bie sich mit Gelächter auf bem Turnplatz herumbalgten, ber hinter Büschen verborgen lag. Man sah sie am Trapez burch bie Luft fliegen und Klimmzüge an ben Ringen machen. Trotzbem sagte Elisabeth prahlerisch, als ob er bas zu bezweifeln versuchte: „Sehen Sie mal meine Muskeln", unb bewegte ben Arm, so baß ber Oberarmmuskel burch bas bünne Gewebe sichtbar würbe. Georg äußerte unverhohlen seine Anerkennung. „Aber neun Klimmzüge im Streckhang", meinte er bebenklich, „bas ist wirklich allerhanb!" „Ich werbe es Ihnen vormachen", rief Elisabeth gekränkt unb lief schon zum Turnplatz hinüber. Das lange Kleib flog aar nicht Damenhaft hinter ihr her, die Hanbschuhe streifte sie schon im Laufen ab, unb bie kleine weiße Kappe flog in hohem Bogen ins Gras. „Platz, Platz für Fräulein Elisabeth", rief Georg unb Drängte bas Kroppzeug zur Seite. Elisabeth hing schon in ben Ringen. Sie ließ sich mit Vergnügen hin unb her schwingen. Die sechs ersten Klimmzüge absolvierte sie mit Leichtigkeit, Der siebente erforderte schon zusammengepreßte Zähne, beim achten Dachte sie, sie würDe es nie schaffen unD beim neunten war ihr so schwach zumute, Daß sie eben nur, weil Georg zusah, mit Aufbietung aller Kräfte in Die Höhe kam. Georg klatschte in Die HänDe, als sie sich, an allen (BheDern zitternD, herabließ. Da gab sie sich einen Ruck, rief gepreßt: „Numero zehn!" unD kam noch einmal in Die Höhe. Aber Dann ließ sie so jäh Die Ringe fahren. Daß Georg zusprang unD sie auffing, als sie in Die Knie sank. Er hob sie auf unD "hielt Die leichte Gestalt so unvermutet in Den Armen, Daß er ganz verwirrt war. Das Blut schoß ihm ins Gesicht, er hätte am liebsten Elisabeth sofort losgelassen, als habe er aluhenDes Eisen berührt. Aber sie atmete noch so lästig von Der Anstrengung unD war ganz blaß o Daß er ihr besorgt Die Haare aus Der Stirn trief). Die von ganz feinen, glitzernDen Tropfen be- Deckt war. „Liebe, kleine Elisabeth", sagte er zärtlich, „hast du Dir wehgetan?" Sie unterDrückte Das heftige Atmen unD sah ihn lächelnD an. „Es ist schon gut", sagte sie, „ich hätte Den zehnten Klimmzug nicht mehr machen sollen." Keiner wagte sich aus Verlegenheit zu rühren. Zuletzt Jagte Elisabeth: „Jetzt kann ich schon wieDer gehen, und Geora ließ schnell Die Arme sinken. BeiDe ftanDen unschlüssig Da unD blickten vor sich nieber auf ben Rasen, aus bem schüchtern kurz- ftielige, weiße Gänseblümchen schauten. Plötzlich hörte man von ber Walbschänke her Das Stimmen von Instrumenten. BeiDe hoben Die Köpfe wie auf ein Signal. „Das Tanzturnier!" sagten beiDe erlöst wie aus einem MunDe. „Darf ich Dich um Den ersten Tanz bitten?" fragte Georg schüchtern. Elisabeth war Diesesmal über Das „Du" ebenso beglückt, wie Damals über Die AnreDe „GnäDiges Fräulein". UnD obwohl sie Durch Dieses seltsame Ereignis, wie es eine erste Liebe ist, sich hätte älter unD reifer fühlen müssen, kam sie sich kinDisch bumm unb ungeschickt vor, als sie mit etwas fpröber Stimme „Bitte sehr!" sagte. Ihre ganze Erwachsenheit war wie mit einem Schlage fortgefegt. Sie gingen schweigenb unb sehr unsicher, unb ein paarmal stolperten sie, weil sie ben Weg vor ihren Füßen nicht genau sahen, so als wären sie geblenbet von Dem überirDischen Glanz, Der auf einmal über Der Welt lag. Mit dem Regenschirm gegen Königsadler. Ein Bauer namens Niccola, Dessen HerDe in Der Nähe von Manciano in Toskana weiDete, beobachtete unter seinen Schafen eine Panik unb de- merkte Dann zwei riesige flatternDe Flügel im be« nachbarten Dickicht. Als er Dorthin eilte, fanb er einen großen KönigsaDler, Der gerade ein Lamm zerrissen hatte und sich mit der in feinen Klauen befindlichen Beute in die Luft erheben wollte. Der Adler machte sofort einen wütenden Angriff auf den Bauern, der nichts als seinen Regenschirm zu seiner Verteidigung bei sich hatte. Er spannte diesen zum Schutz auf und hielt damit Den Dreimaligen Angriff Des wütenden Vogels aus, der den Schirm völlig zerstörte. Niccola packte Dann den Adler mit der einen Hand an einem seiner Flügel und hielt ihn mit der anderen am Hals fest. Das R-ingen zwischen Mensch und Vogel dauerte einige Zeit, und schon begann die Kraft des Bauern zu erlahmen, als ihm ein anderer zu Hilfe eilte. Beide fingen nuit den Adler lebend und brachten ihn im Triumph ins Dorf. Sochfchulnachnchten. Professor Dr. L. Ebert von der Universität Wurzburg ist zum ordentlichen Professor für physikalische Chemie an der Technischen Hochschule in Karlsruhe ernannt worden. Professor Dr. B. Spiethoff, Ordinarius für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Univerfl- töt Jena, wurde zum Ordinarius an iber Universität Leipzig ernannt. Aus -er provinzialhauptsta-t wir K. Lagerschluß auf dem Gleiberg Nachdruck verboten! 31 Fortsetzung. Die echte und die falsche Dor altes Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (6.) wir es auch Heuer halten. Mir fällt beim Pflücken immer die alte Geschichte ein, die ich einst als Kind in einem Buche las. Als nämlich der liebe Gott die Blumen geschaffen hatte, da war der Wald leer ausgegangen, denn keine Blume wollte in dem Schatten wohnen. Darüber wurde der Wald traurig, und seine Bäume weinten. Die Vögel zogen auch aus. Sie wollten Blumen sehen. Das Maiglöckchen, das damals mitten auf einer Wiese stand, hatte Mitleid mit dem Wald und sprach zu seinen Gespielinnen: Ich ziehe in den Wald, wer kommt mit? Und siehe! eine ganze Anzahl von Blumen, die das Maiblümchen liebten und in seiner Gesellschaft bleiben wollten, zogen mit. Und nun kamen auch die Vögel wieder, und der Wald wurde so schön und so bunt wie die Wiesen, ja noch schöner ... Das Maiblumensträußchen soll uns in unserm Zimmer vom Wald erzählen, sein Duft soll uns an Am Tag der Nationalen Arbeit nahmen die Lagerteilnehmer des ersten Schulungslehrgangs auf dem Gleiberg an dem Festumzug in Gleiberg und Krofdorf teil. Vor der Rede des Führers und Reichskanzlers, die durch Lautsprecher übertragen wurde, sprach der Bürgermeister von Krofdorf zur Festversammlung. Nach der Rede des Führers versammelten sich die Lehrgangsteilnehmer auf dem Turm der Burg, um die Fahne feierlich einzuholen. Der Führer des Gleibergvereins, Direktor M e n k e n (Kinzenbach), sprach zum Abschied an die Studenten einige ermahnende Worte. Er überbrachte die Grüße des Landrats von Wetzlar, der stets die Arbeit des Gleibergvereins unterstützt habe. Sodann wies Direktor Menken auf die Bedeutung eines Vereines im Dritten Reiche hin; ein Verein habe heute nur noch volle Gültigkeit, wenn er sich in die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Revolution ganz einschalte. Dies habe der Gleibergverein getan, indem er einen Flügel der Burg als Schulungslager ausbaute. Trotzdem bleibe der Gleiberg nach wie vor der schönste Ausflugsort unserer engeren Heimat. Hierauf richtete der Lagerleiter Schuster einige Abschiedsworte an seine Kameraden. Wenn das Lager mit dem heutigen Tage geschlossen werde, so hätten sie die Gewißheit, daß sie ein paar nette Tage auf einem schönen Fleckchen Heimaterde verbracht und dadurch um eine Erinnerung aus ihrer Studentenzeit reicher seien. Diel Neues und Schönes hätten sie hier gehört und gesehen; aber — so führte er weiter aus — während wir die Fahne wieder einziehen, wollen wir geloben, stets bestrebt zu sein, nach den Worten unseres Führers Adolf Hitler zu leben und weiter zu arbeiten: „Nichts für uns, alles für Deutschland". Vogekgesang und Baumrauschen erinnern. Und fingen das alte Liedchen: Die Luft ist blau, das Tal ist grün, die kleinen Maienglocken blühn und Schlüsselblumen drunter... NE>.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude^. schwarzem Rahmenbau, gelben Felgen mit schwarzen Streifen gestohlen. Gießener Wochenrnarttpreise. * Gießen, 3. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische, nach Gewichtsklassen) 8% bis 10%, Weißkraut, das Pfund 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 15, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 12, Spargel 30 bis 50, Unterkohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 Pf. bis 1,— Mark, Zwiebeln 10 bis 12 Pf., Schwarzwurzeln 20, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 3,— Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 70 bis 75, Tauben, das Stück 55, Salat 15 bis 20, Salatgurken 45 bis 60, Lauch 5 bis 10, Rettich 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 10 Pf. BornoNzen. — Tageskalender f ü r Donnerstag: Stadttheater, 20 bis gegen 23 Uhr, „Fiesco". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Eine Razzia in Paris" und „Endkampf". — Stadttheater Gießen. Morgen, Freitagabend, zum ersten Male die Operette „Förster- christl" von Buchbinder und Jarno. * ** Dienstjubiläum. Heute kann der Verwaltungs-Oberinspektor Heinrich Strack vom Versorgungsamt Gießen sein 40jähriges Dienstjubiläum begehen. Dem Jubilar wurde von dem stellv. Amtsleiter, Reg.-Rat Wecker, ein vom Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eigenhändig unterschriebenes Glückwunschschreiben überreicht und ihm gleichzeitig für seine treugeleisteten Dienste der Dank des Herrn Reichspräsidenten und der vorgesetzten Dienststellen ausgesprochen. ** Sturz aus demFenster. In der gestrigen Nacht stürzte der Handlungsgehilfe Heinrich das ist die erste Voraussetzung. Es wurde dann der bisherige Führer des master- gültigen Fähnleins Normannen Helmut Schreiber als Führer des Stammes eingesetzt. Der Oberbannführer verabschiedete sodann den bisherigen Stammführer, der in der Aufbauarbeit Vorbildliches geleistet und den Beweis erbracht hat, auch an höherer Stelle verantwortungsbewußt arbeiten zu können. P- Iührerversetzung. Der frühere Führer des Gießener Jungbanns Karl Heinz Stroh wurde zum Jungbannführer in Starkenburg ernannt. Für das Gießener Jungvolk war seine Tätigkeit von besonderer Bedeutung, da Stroh in der verantwortungsreichen Zeit des An- schwellens aller nationalen Verbände unermüdlich gearbeitet hat. Durch das besondere Vertrauen des Oberjungbannführers wurde er zum stellvertretenden Oberjungbannführer ernannt. Durch die Veränderungen im Aufbau der HI. wurde ihm nun das Betätigungsfeld in Starkenburg zugewiesen. ^Regina' fühlte Unsicherheit in den Knien und einen starken Druck auf der Brust. Kaum atmen ^°Unte? dem fragenden Blick der Wirtschafterin aber riß sie sich zusammen und antwortete anschei- ne"sie t)atien mich angesteckt mit Jh^r Derdatte- runa. Wie kann man, emer Aehnllchkelt wegen, nur gleich so erschrocken sein! Aber uh glaubte eben« fall/vom Fenster aus Herrn Meerhold zu sehen. Frau Malwine zog jetzt eine Visitenkarte aus der in ben kleinen S°l°n ge- führt." Sie warnte: „Sie werden auch noch mehr erschrecken, Fräulein Graven, wenn Sie bte AehnUch- ^Regina' zwang sich zum Lächeln und stieg die Treppe hinunter, unablässig von dem einen 0 3 ken gequält: Was wollte Peter Konstantin bei ihr Vielleicht hing fein Besuch mit ber (Fortsetzung folgt.) Sie mußte lächeln. Doralies war schon die richtige Ratgeberin in solchen Dingen; aber sie war froh, weil Holm nun doch kam, noch ehe sie ihn gerufen hatte, um an die hinterlassene Arbeit Des Verstorbenen zu gehen. Sie ging ziemlich schnell Die Treppe hinunter. Frau Malwine kam ihr auf Dem Treppenabsatz entgegen. Mit allen Zeichen großer (Erregung blieb sie vor ihr stehen. „Fräulein Graven, ein Herr mochte Sie sprechen! Regina unterbrach sie lächelnd: „Ein Herr? Das klingt, als ob Sie von einem Fremden redeten. Ich weiß, Herr Meerhold ist gekommen. Aber was ist Ihnen, liebe Frau Malwine?' Die frisch aussehende Frau faßte sich an die Stirn. Ganz konfus bin ich, Fräulein Graven, denn Herr Meerhold ist heute nicht Herr Meerhold, wenn px auch so aussieht. Nein, von ganz nahe sieht er vielleicht doch ein klein bißchen anders aus Der gekommen ist, heißt Doktor Konstantin; aber so von weitem ist die Aehnlichkeit mit Herrn Doktor Meerhold unheimlich. Ich—"Sie unterbrach sich: „Nanu, was fehlt Ihnen denn, Fräulein Graven? Sle Am Montag, 7. Mai, abends 8 Uhr, findet im Stadttheater im Rahmen Der NS.-Gemeinschaft „Kraft Durch FreuDe" Die Aufführung Des bekannten Lustspiels „SchneiDer Wibdel" statt. Der Eintrittspreis auf allen Plätzen beträgt 60 Pf. Karten sinD bis zum Freitagnachmittag auf Der Kreisbetriebszellenabteilung, Gießen, Schanzenstraße 18 abzuholen. Heil Hitler! gez.: Christ, Kreiswart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Neuernennung beim Deutschen Jungvolk Gießens. Die Personalveränderung im Gebiet der Hitler- Jugend brachte es mit sich, daß Der Gebietsjung- oolkführer Rupprecht Hainer Den Führer des Stammes II Geusen Karl Thron zu feinem per- onlichen Adjutanten berief. Deshalb kamen Dieser Tage Der Oberbannführer BlumenröDer unD Der Oberjungbannführer Philippi, um Die Ernennung und Einführung Des neuernannten Stammesführers vorzunehmen. Bei feiner Ansprache führte Der Oberbannführer etwa folgendes aus: Wir müssen mit größter Sorgfalt unsere Führerfrage behandeln. Einmischungen von irgendwelcher Seite finD völlig fruchtlos. Die Verantwortung unD Der Ernst Des Führertums verlangen mehr Straft, als man im Augenblick Der Ernennung je aufzubringen glaubt. Deswegen kommen für so maßgebliche Stellen der JugenDführung, wie es Stammesführungen Darftellen, nur Jungen in Frage, Die durch ihre Leistung bereits gezeigt haben, daß sie auch im großen fähig sein werden, ihre Stelle voll auszufüllen. Es kann hier nie nach Beliebtheit allein gehen. Der Führer muß das volle Vertrauen seiner vorgesetzten Dienststellen haben, mer eine Wiederholung bzw. Fortsetzung dieses Schulungslagers im Laufe dieses Semesters einstimmig wünschten. Die Verpflegung, die der Burgwirt N i e b e r g a l l lieferte, stellte alle Teilnehmer restlos zufrieden. Wir hoffen, daß dieses Lager auch seine Werbekraft für Stadt und Universität Gießen in allen deutschen Gauen nicht verfehlen wird. Arbeitsgemeinschaft für das Mein- Main-Gebiet. Das Thema der ganzen Tagung war in die beiden Teile Ziel und Weg aufgegliedert. Als Ziel der studentischen Kameradschaftserziehung wurde herausgearbeitet, daß der Student im Arbeitsdienst, SA. und Hochschule voll zum Einsatz gebracht werden muß, um so von sich aus die Einheit mit allen andern Ständen des deutschen Volkes herzustellen. Die Grundlage des neuen Arbeitens ist die Kameradschaft, in der die Einheit innerhalb des studentischen Standes geschaffen und gewährleistet ist. Der Weg zu diesem Ziel ist vorgezeichnet durch die Möglichkeiten und Notwendigkeiten des studentischen Einsatzes. Soll der Arbeitsdienst den politischen Soldaten schaffen, soll die SA. zu opferbereiter Hingabe an das Volk erziehen, so muß im Kameradschaftsdienst der Studentenschaft der Student in dem ihm gemäßen Rahmen der Hochschule seine Kräfte schulen und zur Entfaltung bringen. Die Tagung war für das Rhein-INaingeblet auch insofern von großer Bedeutung, als in ihrem Verlauf die Studentenschaften der hoch- und Fachschulen des Gebiets sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschlossen. Die Ndtwendigkeit einer organischen Arbeit in einem gleichen Kultur- und Wirtschaftsgebiet führte zu -diesem Zusammenschluß, der im Rahmen der Deutschen Studentenschaft ein fruchtbares Zusammenwirken mit allen Kräften unseres Heimatgebietes gewährleistet. Der Leiter der Abteilung für Hochschulen und studentische Fragen in der Gauleitung Hessen - Nassau, cand. ing. Friedrich Walcher, übernahm die Führung der Arbeitsgemeinschaft. Im Auftrage der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft begrüßte Dr. Brand (Berlin) die Tagung und sprach den rhein-mainischen Studentenschaften die Anerkennung aus für die bahnbrechende Arbeit, die sie geleistet hätten. Oberheffen. Lanvtreis Gietzen. * Klein-Linden, 2. Mai. Heute gegen 18 Uhr rannte der in Klein-Rechtenbach wohnende Friedrich Reh Horn hier an der Straßengabelung Frankfurter Straße/Wetzlarer Straße mit seinem Motorrad gegen ein aus der Wetzlarer Straße kommendes L a st a u t o. Der bedauernswerte Mann, ein Familienvater von mehreren Kindern, trug bei dem heftigen Zusammenstoß neben leichteren Verletzungen am Oberkörper einen Unterschenkelbruch davon, der seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik nach Gießen erforderlich machte. * Lumda, 2. Mai. Der 34 Jahre alte Arbeiter Hermann Henkelmann von hier stürzte so unglücklich, daß er einen Bruch des linken Unterschenkels davontrug und nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Deutsche Fußball-Meisterschaft. Terminänderungen in der Gruppe Nordwest. Der Deutsche Fußballbund hat in der Gruppe Nordwest eine abermalige Aenderung der Termine voraenommen, und zwar wurden die Spiele des 6. Mai auf den 13. Mai und umgekehrt verlegt. Der neue Spielplan bringt demzufolge die evtl, entscheidende Begegnung zwischen Benrath und Schalke 0 4 erst am 13. Mai in Duisburg und hat im einzelnen folgendes Aussehen: 6. Mai: Schalke 04 gegen Werder Bremen in Gelsenkirchen; VfL. Benrath — SV. Eimsbüttel in Essen. 13. Mai: VfL. Benrath gegen Schalke 04 in Duisburg; Werder Bremen gegen SV. Eimsbüttel in Bremen. Epielvereinigung 1900 Gießen 1900 II — Hungen I 8:3 (3:1). Nach dem Unentschieden (3:3) im Vorspiel in Hungen mußten diesmal die Gäste eine empfindliche 8:3-Niederlage einstecken. Die Hiesigen stellten die bessere Einheit. Mittelstürmer Hofmann erzielte bis zum Seitenwechsel drei schöne Tore, denen die Gäste beim Stande von 2:0 den ersten Gegentreffer entgegensetzten. Mit 3:1 für 1900 ging es in die Pause. Nach Wiederbeginn hatten die Gastgeber den heftigen Wind als Bundesgenossen und wurden jetzt weit überlegen, nachdem die Begegnung bis dahin ziemlich ausgeglichen war. Hofmann, Arnold II., Best (2) und K. Schneider erzielten die fünf weiteren Tore für die Blauweißen, während die Hungener gegen Spielschluß, infolge großen Leichtsinns in der Gießener Abwehr, zu zwei weiteren Erfolgen kamen. Blum (1900) setzte einen Elimeter daneben. LaubachI. — Flensungen!. 2:2 (1:2). Auf dem Laubacher Platz trafen sich beide Mannschaften am Sonntag zu einem Gesellschaftsspiel. Zunächst gelang es den Einheimischen, durch ihren Mittelstürmer in der dritten Minute in Führung zu gehen. Die Gästemannschaft holte bald darauf auf und konnte durch einen zweiten Treffer in Vorteil kommen. In der zweiten Halbzeit kamen die Laubacher, nachdem ein Elfmeter verschossen worden war, zum Ausgleich. Für den Schluß des Spieles wurden die Gäste sehr gefährlich. Es gelang jedoch der ersatzgeschwächten Platzmannschaft, d»s Unentschieden zu halten. Fuhdallabteilung des Tv. Kinzenbach. Sportverein 1929 Bieber — Fußball- abt. des Tv. Kinzenbach 2:5 (1:2). Zu einem Gesellschaftsspiel weilte am Sonntag die erste Mannschaft bei dem SpV. 1929 Bieber. Die Platzmannschaft hatte Ersatz in ihren Reihen, leistete aber trotzdem bis zur Pause hartnäckigen Widerstand. Kinzenbach war seinem Gegner vor allem technisch überlegen und führte das Spiel, bis auf einige Phasen, stets leicht überlegen durch. Die Läuferreihe leistete gute Abwehr- und Aufbauarbeit. Der Spielverlauf war in der ersten Hälfte wechselvoll und zeigte zunächst die Platzmannschaft im Angriff. Diese schoß auch den ersten Treffer. Es dauerte geraume Zeit, bis es Kinzenbach trotz starken Drängens gelang, aus einer fast unmöglichen Situation heraus den Ausgleich herzustellen. Durch ein weiteres Tor übernahm Kinzenbach bis zum Wechsel die Führung. Nach der Pause verlor Bieber durch Verletzung einen Spieler und fiel stark ab. Kinzenbach lag nunmehr fast ununterbrochen im Angriff und erzielte bis zum Schluß noch drei Tore, denen Bieber nur noch einen Erfolg entgegensetzen konnte. Handball der Ep.-Vg. 1900. Tv. Kirch-Göns I — 1900 I 7:10. Vergangenen Sonntag weilten die 1900er zu einem Gesellschaftsspiel in Kirch-Göns. Die Gießener traten nicht in stärkster Aufstellung an und hatten gegenüber der guten Turnermannschaft einen schweren Stand. Es war erst wenige Minuten gespielt worden, und schon lagen die Spielvereinigungsleute mit 3:0 Toren im Hintertreffen. Der Gleichstand konnte zwar bald wieder hergestellt werden, es war jedoch den Einheimischen möglich, sich bei Seitenwechsel eine 5:4-Führung zu sichern. In der zweiten Halbzeit legten sich die 1900er ins Zeug und führten trotz Gegenwindes ein überlegenes Spiel vor. Zahlenmäßig kam es durch das Schlußresultat von 10:7 für 1900 zum Ausdruck. Von den Toren brachten Krüger acht und Schüler zwei auf ihr Konto. Tv. Holzheim I — 1900 II 4:4. Das erste Aufstiegsspiel von 1900s zweiter Garnitur stieg beim Tabellenführer Holzheim. Es entwickelte sich ein hartnäckiger Kampf, der die Turner in der ersten Halbzeit im Vorteil (3:1), späterhin jedoch die Spielvereinigsleute aufkommen sah. Das Spiel stand auf nicht allzuhoher Stufe, besonders von den 1900ern hat man schon bessere Leistungen gesehen; allerdings hatte man nicht die etatmäßige Mannschaft zur Stelle. Handball im Gau XII der DT. Aufstiegspiele zur Bezirksklasse. Tv. Garbenteich — Tv. Lützellinden 7:4 (5:2). Das Spiel war ein harter Kampf, der während der Dauer des ganzen Treffens mit größter Erbitterung und Einsetzung aller Kraft durchgefochten wurde. Die Platzmannschaft, mit ihrem eigenen Gelände sehr vertraut, nutzte diesen Vorteil geschickt aus und war während des Spieles immer leicht tonangebend. Der Sturm war diesmal weit besser in Form als in den letzten verlorengegangenen Spielen, und er wurde durch die eifrig und aufopfernd spielende Läuferreihe recht gut unterstützt. Die Gäste gaben gleichfalls einen überaus hartnäckigen Gegner ab, der sich erst mit dem Schlußpfiff geschlagen bekannte. Turngemeinde Friedberg — 2. Komp. 3K15 3:19 (1:9). Am Sonntagnachmittag trafen sich die Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel, das die Soldaten hoch überlegen sah. Die Kompanie siegte nach Belieben durch 19 Tore, von allen fünf Stürmern geschossen, gegen drei der Friedberger. Schon nach einer halben Minute wurde der Torreigen durch den Mittelstürmer eröffnet, und in regelmäßigen Abständen wurden dann bis zum Schluß von der Kompanie 23 Tore geschossen, von denen der Schiedsrichter 4 nicht gab. Wer die Friedberger schon früher spielen sah, mußte erstaunt sein über die schwache Leistung, die sich bei diesem Spiel boten. Der Tormann fiel ganz aus dem Rahmen. Bei den Soldaten konnte jeder Mannschaftsteil gefallen, hauptsächlich aber der Sturm, der fast bei jedem Wurf ein Tor erzielte. Der Schiedsrichter war mit wenigen Ausnahmen zufriedenstellend. Vorrunde der Kreismeisterschast im Faustball in Wetzlar. Am Sonntag trafen sich die drei Mannschaften der Meisterklasse Gießen, Herborn und Holzheim. Unter starkem Wind, dem Feind jedes schönen Faustballspieles, litt die Veranstaltung sehr. Ebenso machte sich teilweise bemerkbar, daß noch wenig geübt worden war. Gießen zeigte sich seinen Gegnern überlegen und gewann mit 39:28 gegen Herborn, mit 57:28 gegen Holzheim, Herborn gegen Holzheim 40:25. Den endgültigen Sieger entscheidet nun die Rückrunde in Gießen. Große Sportveranstaltung derReichsbahn-Turn-undSportvereine in Frankfurt. Am Sonntag, 6. Mai, wird vom Reichsbahn- Turn- und Sportverein Frankfurt a. M. eine großzügige sportliche Veranstaltung aufgezogen. Im Mittelpunkt wird ein Fußball-Wettkampf seiner Fußballabteilung gegen den Deutschen Meister „Fortuna" Düsseldorf stehen. Ferner ist eine Reihe von leichtathletischen Wettbewer- b e n vorgesehen. Besonders seien davon der 25- Kilometer - Gepäckmarsch und das 20 - Kilometer- Wettgehen erwähnt. Das Programm bringt ferner ein Handballspiel zwischen der Mannschaft der Reichsbahn Frankfurt und des VfR. Schwanheim. Die Reichsbahn-Turn- und Sportvereine von Frankfurt und München werden sich ein Hockey- spiel liefern. Aus allen Richtungen des Reichs- bahndirektions - Bezirkes Frankfurt a. M. werden Tausende von Reichsbahn-Sportlern erwartet. Man rechnet mit einer Beteiligung von etwa 20 000 Menschen. Es ist vorgesehen, daß auch von Gießen aus ein Sonderzug nach Frankfurt fahren wird, der allerdings in der Hauptsache für die Mitglieder und Angehörige des VfB./Reichsbahn gedacht ist. Die Suche nach dem unbekannten Gewichtheber! Nach dem Fußball-Lokaltreffen VfB.-Reichsbahn gegen 1900 zog der 1. K r a f t - u n d S p o r t k l u b nSu rJ6 ^eronstaltung auf- Dem Kampfgericht stellten sich acht Mann zum Gewichtheben. Leider hatten sich nur zwei unbekannte Sportler gemeldet,, die beide beachtliche Leistungen zeigten. Die Leistungen der Vereinsmitglieder Funk Bello ff und Emmerich konnten nicht gewertet werden da diese Sportkameraden schon in Wettkämpfen im Gewichtheben erfolgreich waren. Im olympischen Fünf- kampf, bestehend aus einarmig Reißen, einarmig Stoßen, beidarmig Drucken, beidarmig Reißen und beidarmig Stoßen, erzielten die Wettkämpfer folgende Leistungen: Fl 1 Bantamgewicht, 112 Pfund. Stainer: einarmig Rechen 70, einarmig Stoßen 85, zweiarmig Drücken 90, zweiarmig Stoßen 120, insgesamt 275 120 Pfund. Funk: einarmig Reißen 90, Gotz 80; einarmig Stoßen Funk 110, Götz 95; zweiarmig Drucken Funk 110, Götz 100; zweiarmig Reißen Funk 110, Götz 100; zweiarmig Stoßen Funk 160, Götz 130; insgesamt Funk 580, Götz 525. Leichtgewicht, 135 Pfund. Klotz: einarmig Reißen 90, einarmig Stoßen 110, zweiarmig Drücken 110, zweiarmig Reißen 120, zweiarmig Stoßen 170, insgesamt 600. Mittelgewicht, 150 Pfund. Schneider (Sportverein Ettingshausen): einarmig Reißen 100, einarmig Stoßen 95, zweiarmig Drücken 110, zweiarmig Reißen 115, zweiarmig Stoßen 150, insgesamt 570. Halbschwergewicht, 165 Pfund. Unteroffizier Weiß (L/15): einarmig Reißen 100, Belloff (a. K.) 120; einarmig Stoßen Weiß 100, Belloff 125; zweiarmig Drücken Weiß 120, Belloff 125; zweiarmig Reißen Weiß 115, Belloff 140; zweiarmig Stoßen Weiß 160, Belloff 180; insgesamt Weiß 595, Belloff 690. Schwergewicht, über 165 Pfund. Emmerich: einarmig Reißen 120, einarmig Stoßen 115, zweiarmig Drücken 135, zweiarmig Reißen 140, zweiarmig Stoßen 200; insgesamt 710. Deutscher Reitersieg in Rom. 1 «MM Oberleutnant Brandt erhält den Siegespokal des Esquilino-Preifes aus der Hand des Unterstaatssekretärs im italienischen Kriegsministerium, General Baistr o c chi. Dieser Sieg war der erste Erfolg, den die deutsche Offiziersabordnung in dem internationalen Turnier in Rom erringen konnte. Die Führerschaft des Turngaues Rordheffen der DT. in Hanau. In der alten Turn erst ad t am Main, die feit dem durch Jahns Teilnahme bekannten ersten Deutschen Turntag in der Wallonischen Kirche 1848 allzeit ein Vorort deutschen Turnens gewesen ist, versammelte sich am Samstag und Sonntag die Führerschaft des Turngaues XII (Norüheffen) zu wichtiger Beratung. Außer dem Gauführerstab und Gauführerring waren auch die Turnkreisführer und Turnkreisgeldwarte der 12 Turnkreife des Gaues bei den Verhandlungen vertreten. Der allgemeine Bericht des DT.-Gauführers Barner und der von Gaugeldwart Herzog (Kassel) eingehend erläuterte Voranschlag gaben reichlich Gelegenheit zur Behandlung und Klärung wichtiger Verbands- und Verwaltungsfragen. U. a. wurde klar das Ziel des vom Reichssportführer und Führer der DT. von Tschammer und Osten geschaffenen Reichsbunds für Leibesübungen aufgezeigt, der der Zersplitterung ein Ende machen und den einheitlichen Verband für Leibesübungen im Sinne Jahns bringen wird. lieber die bisherige turnerische Tätigkeit im Gau erstattete Gauoberturnwart R. Paul (Gießen) Bericht, der seine Freude darüber bekundete, daß nach dem Neuaufbau von Turnen und Sport im neuen ©au der Norden und Süden zu einer schaffensfreu- bigen Arbeitsgemeinschaft zusammengewachsen seien und in reger Lehrgangstätigkeit im Gau und in den Turnkreisen der turnerische Aufbau starke Antriebe erhalten habe. In wichtige Aufgabengebiete der Turnerschast und des kommenden Reichsbundes führten die Vorträge der DT.-Gaufrauenführerin Friedel Kasten (Stromberg) über „Das Frauenwerk und die Aufgaben der DT." und des Gaudietwartes Vesper (Homberg) über die Dietwartscwbeit in der DT. und im Reichsbund. Der Dietwart empfahl enge Zusammenarbeit mit dem Reichsbund Volkstum und Heimat, wie auch mit dem Feierabendwerk "Kraft durch Freude". Das Ziel fei, daß jeder Tur- ner Dietwart fein und an der Erziehung zu deut- chem Volksbewußtsein mitarbeiten müsse. lieber die einzelnen turnerischen Fachgebiete berichteten: Der Fechtwart der DT. Stassen- Hanau, DT.-Gauspielwart Denn- Kassel, Gaumän- nerturnroart Dahms-Bad Wildungen, Gau« schwimmwart Sauer- Gießen und Gauobertum« wart Paul. Bei der Durchführung der Reichs- fchwimmwoche und der Deutschen Kampfspiele wird sich der Gau mit allen seinen Kräften einfetzen, ebenso bei der Saarlandtreuestaffel, die mit einer großen Saarlandkundgebung auf dem Ehrenbreit- ftein abschließen wird. Der Gestaltung der diesjährigen Kreisturnfeste und der beiden großen Bezirks- turnfefte in Friedberg (Bezirk Gießen) und Bebra (Bezirk Kassel) soll besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt werden. Gauoberturnwart Paul und Gaudietwart Vesper gaben nach der technischen und der Volkstumsseite wertvolle Anregungen, DT.- Gaupressewart O ß w a l d - Bad-Nauheim und Gau- blattschristwart Siebert- Hersfeld zeigten die Wege für die Werbung, die für diese Veranstaltungen allenthalben einzusetzen hat. Im weiteren Tagungsverlauf wurden u. a. Fragen noch behandelt: Die in dem jetzt erschienenen „Jahrbuch des Gaues XII Nordhessen" veröffentlichte Beftandserhebung vom 1. Januar d. Js., die in den meisten Kreisen einen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hat; die Lehrgangsarbeit in der DT. und im Gau; die überall anzustrebende einträchtige Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden; die Teilnahme an den Trainingsgemeinschaften; der Umsatz des Sportgroschens; die' Turner-Weltmeisterschaften in Budapest. Zu all den vielen Gegenwartsfragen, die das Turn- und Sportleben beherrschen, konnten die Turnkreisführer wertvolle Anregungen mitnehmen für die am nächsten Sonntag in allen Turnkreisen stattfindenden Tagungen der Vereinsführer und Vereinspresse- und Werbewarte. DT.-Gauführer Samer konnte mit herzlichem Dank an alle Mitarbeiter und mit dem Gelöbnis der Treue und stetigen Einsatzbereitschaft für das deutsche Volk und seine Führer die Arbeitstagung beschließen, von der bestimmt neue, starke Antriebe für das turnerische Schaffen in den Kreisen und Vereinen ausgehen werden. Der Turntag erwiderte begeistert das Sieg-Heil auf den Führer, auf den Reichssportführer und die Deutsche Turnerschaft, auf Volk und Vaterland. W5 A SM sw ■MO Denkt an die Nation! Werdet Mitglieder der NSA! Donnerstag, 3. Mi MH Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen) Nr. 102 Drittes Blatt // // Aus der Jahrtausende alten Geschichte der Gpargelzucht. Wenn in diesen Tagen wieder die ersten Spargel auf den Tisch kommen, werden sich vielleicht gib. °s kein Geheimnis, gibt es kein.; Ueberralchun- S°^°°Le, denenwahljchm-ckt. gen, auch pottttsch ist nichts gescheh , bewußt sein, daß. der Spargel schon eine viele Jahr- °7)i7 tschechischen ^egin^är!, «Ä' öie auf den Schlachtfeldern ^Frankreichs gegen as Aeonvter kannten bereits die Kunst, । unsere Freiheit, unser nationales Eigentum und I unsere Kultur, aber auch unsere Würde und unser ger er tont, oejro oeuniojer uciim - y Frischinqforst her kamen, verstummt; aber dafür Wohlklang, der m dlesen Stimmen lte^t. D^e pralle Mmgf-gt Flächen der Moospolster, über Sonne wirft Strahlenbundel, so tz (~f. JQrt tz^n spärlichen Wuchs der Birken und Kruppelkiefern, nicht erspähen kannst. Aber an hren. Strmmen ya^r WP^q-n^ ^nten dünner Sang. Es ist du sie langst erkannt. Und als fie * ^em mäst das Brummen und Summen, wie es sommers Len7°r°°r und L üL einer Heideland,chasi liegt, nicht das Knistern Panegyrik und die überströmende Herzlichkeit für gemacht zu halten, die bei den üblichen Trinksprüchen in allerdings ungewöhnlich gehäufter Form angewendet wurden. Franzosen wie Tschechen können, wenn sie wollen, äußerst gesetzt sein — sie haben sich nur diesmal ein wenig gehen lassen, da niemand dabei war, der ihre Freundschaftsbezeugungen durch Stirnrunzeln hätte stören können. Ein hoher polnischer Diplomat hat im voraus gesagt: $)err Barthou wird sich in Prag gern von Warschau erholen. So ist es geschehen. Und was die Tschechen dazu beitragen konnten, haben sie getan. In dem Falle der Freundschaft zu Frankreich gibt es im tschechischen Volke keine Meinungsverschiedenheit. So sehr man sonst die demokratische Lust am Selbstzerfleischen pflegt, in diesem Punkte ist man einig. Das war nur der äußere Rahmen für das, was sich in den vertraulichen Konferenzen zwischen den beiden Außenministern zugetragen hat. Auch hier Deutsche Reich kämpften, bei jeder Gelegenheit aufgefrischt worden. Frankreich kann sich wirklich bis aufs Letzte „in guten und in bösen Tagen" auf die Tschechen verlassen. Benesch täuscht sich kaum, wenn er meint, daß das weder mit französischer Hegemonie, noch mit tschechischem Vasallentum zu tun habe. Die abgöttische Verehrung Frankreichs ist den Tschechen geradezu angeboren. Da gibt es wirklich keine Mißverständnisse und keine Unklarheiten — und kann es auch tatsächlich feine geben. Man geht mit, durch dick und dünn. ' Das Blatt des tschechischen Ministerpräsidenten, der agrarische „Venkov", hat es offen ausgesprochen:' Wir (die Tschechen) haben natürlich alles mitgemacht, was Frankreich wollte, auch die Jllusions- politik, die nach Locarno führte. Wir glauben, daß Frankreich diese Periode überwunden hat und zur reinen Realpolitik, nämlich der Politik der bloßen Macht, zurückkehrt. Da kommt es auf die Stärke, auf die Rüstung, auf die kriegerische Bereitschaft an. Run wohl, das ist uns um so lieber: wir sind bereit! Frankreich, so sagt das gut unterrichtete Blatt, hat manchmal die Sicherheit seiner Westgrenze für das Primäre gehalten. Run kehrt es zur Machtpolitik an der Ostgrenze Deutschlands und in Mitteleuropa zurück. Heil ihm! Es wird uns, wie immer, auch hier a l s seinen ergebenen Genossen finden. Wir wollen den Frieden, das heißt: wenn es nötig war, es nochmals zu vereinbaren, so haben Benesch und Barthou übereinstimmend festgestellt, daß es wie für Frankreich so auch für die Tschechoslowakei kein Abgehen von den Friedensverträgen, keine Revision und keine Restauration gibt, keine Abänderung des Völkerbundpaktes und keine Aufrüstung Deutschlands. Mitteleuropa, das sind getreu dem französischen Plan nur die kleinen Staaten — eine erweiterte Kleine Entente. Großmächte haben darin nichts zu suchen — Frankreich ist ja durch die Kleine Entente doch dabei! Wirtschaftliche Vereinbarungen dieser Staaten, ja, bitte: soviel und so gut wie möglich! Aber politische Bindungen — versteht sich immer: im Sinne einer Aendersing des Status quo — gibt es dabei nicht. Wer etwas anderes will, der möge „kommen und es sich holen". So sagte Dr. Benesch: „Wir werden gemeinsam bis zum letzten Atemzug mungen von Machthabern der augenblicklichen Gewalt ewig. Es kommt einem so vor, als wollten die beiden Staaten das Unmögliche diesmal möglich machen. Es ist eine Frage der Propaganda, ob es gelingt, auf die Dauer die anderen vor der Welt als die Friedensstörer hinzustellen. Bisher war es jedenfalls so, daß in Europa Frankreich die treibende Kraft war, bestehende Zustände als unmoralisch, daher unhaltbar und friedensgefährdend hinzustellen, war es Frankreich, das einen Krieg um den anderen herbeigeführt hat, um seinem Die alten Aegypter kannten bereits die Kunst, diese wildwachsende Pflanze in den Gärten zu veredeln und die jungen saftigen Sprossen, die auch „Pfeifen" genannt werden, möglichst lang und fleischig zu züchten. Unter den Opfergaben, die in einem der ältesten Bauwerke des Nillandes, in der Stufenpyramide von Sakkara abgebildet find, werden in einem Stilleben auf einem Tisch neben Feigen, Kürbissen und Melonen auch schön zusammengebundene dicke Spargel dargestellt, um dem Verstorbenen, der gewiß im Leben ein großer Spargelfreund gewesen war, dieses Lieblingsgericht auch nach dem Das ist die Zeit, da das Moor auf der Höhe des Lebens steht, da es tätig ist in allen feinen Gründen. Es gilt, das. kurze Sonnendasein zu nutzen. Und hast du Blick und Sinn für diese stille Emsigkeit, dann jauchzt dein Herz vor Wonne. Hier bist du allein auf Meilen im Umkreis. Nur der Schelladler ist über dir und der Kranich, der seine Jungen die Kunst des Ueberlandfluges lehrt, des Fluges im großen Verbände. . ri . , Je weiter es hineingeht in die Oede, desto deutlicher wird die Endlosigkeit und Ruhe, desto reiner tönen die Stimmen, die über dir sind und um dich. Spärlicher wird das Grün der Birken, geringer die Zahl der Erlen, dürftiger der Wuchs der Kruppelkiefern. Der Ernst des Hochmoors umgibt dich, dieser Ernst, den es auch in seiner schönsten Zeit nicht ^Mülen im Moore. Es ist um die Mittagsstunde. Die heiße Sonne brennt auf die Moospolstet. Nirgend fällt ein Schatten. Selbst die Stimmen der Sonnenfrohesten schlafen ein. lieber einer Gruppe von Krüppelkiefern flimmert die heiße Luft. Aber keiner dieser grauen Zwerge rührt ein Zweiglein. Ein Friedhof ist es, ein Kiefernfriedhof. Sumpfbrombeere und Sonnentau bilden die Grabzier. Du suchst etwas fürs Auge, einen grünen Strauch, ein Stückchen Himmelsblau. Umsonst: die Birke, die dir einst Rast bot, hat ihr Grab gefunden im Maare, und das Himmelsblau hat sich gewandelt in grauen Dunst. In solcher Stunde kann es wohl geschehen, daß sich selbst der naturfrohe Mensch durch diese Oede bedrückt fühlt, daß er in den abgestorbenen Krüppelkiefern Fratzen sieht, die ihm harnisch entgegengrinsen, daß er seine Augen wendet von der schattenlosen Weite sehnsuchtsvoll zu den in der Ferne verdämmernden Waldzügen. Aber wenn diese Mittagsstunde, diese Stunde ohne Vogelruf und Jnsektenflug, vorüber ist, wenn der blaue Sommerhimmel wieder lacht, wenn von den Rändern des Moores ein Leuchten kommt, und von den Blänken her frische Lebenslust weht, dann ist dir diese Moorwildnis wieder vertraut. Du siehst die lebensvolle Elchfährte im Morast und hörst des Goldregenpfeifers melodischen Pfiff. In der Hohe der Blänken aber zeigen sich wieder die Luftgeschwader der Kraniche. Das Moor lebt seinen Sommer — unbekümmert um den lauten Gang der Welt. „Prinzip des menschlichen Fortschrittes" zu dienen. Daß dieser zufällig immer mit dem französischen Interesse, meist mit seinem Erweiterungsdrange in oder außerhalb Europas zusammenfiel, waren eben „glückliche Zufälle", die anderen freilich niemals zugebilligt werden können. Wenn Frankreich Krieg führte, geschah es immer „im Interesse des wahren Friedens". Wenn nun andere einen gerechten Frieden wollen, so treiben sie zum Kriege. Das ist die französische Logik, es ist vor allem die Logik Barthous. Vaterland verteidigen." Warum diese besondere Betonung? Niemand hat daran gezweifelt. Niemand auch bedroht die tschechische oder die französische Freiheit, das, was „ihr nationales Eigentum" ist oder ihre Kultur und ihr unter Hinweis auf den alten Cato der Leibarzt Tabernaemontanus des Pfalzgrafen bei Rhein Jo h ann C a f im i r und in den pfälzischen Landen hat vor allem Schwetzingen sich bis heute noch wegen seiner Gpargelfultujen einen besonderen und Flirren jagender und rüttelnder Libellen, das eine Rohrdickung belebt: es ist ein unsagbar feines Getön, nur dem geübten Ohre vernehmbar. Würde nicht der Kranich rufen aus der Ferne, würde sich das Ohr nicht mühen, den Standort des heimlichen Vogels zu ergründen, du würdest wohl an dieser Sonnenweise der Kleinen achtlos vorübergehen. Paris und Prag. Von unserem A.-Äerichterstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Prag, Ende April 1934. „Die Verbindung Böhmens und Frankreichs ist natürlich. Es ist eine Verbindung, die ihre Wurzel in der Geschichte und in der Seele beider Volker hat." Dieser Denkspruch, entnommen dem für die tschechisch-französische Gesinnungsgemeinschaft grundlegenden Werke des französischen Historikers Ernst Denis „Böhmen nach der Schlacht am Weißen Berge" ziert das Denkmal Denis' auf dem Klein- feitner Platz in Prag. Symbolisch ist auch die Tat- iache, daß die Tschechen ihrem Freunde dieses Stand- ober vielmehr Sitzbild auf demselben Fleck errichteten, wo früher der alte Feldmarschall R a - detzky, in Stein gehauen, die alte österreichische Tradition verkörperte. Sie ist mit Hilfe der Franzosen erledigt und für immer dahin. Diese Tatsache muß festgehalten werden. Man nennt die. Tschechen auch manchmal die „M vldau-Franzose n". Wird diese Bezeichnung ironisch gemeint, so trifft man nicht das richtige. Es ist nicht nur das leichtlebige Temperament und der für Fremde merkwürdige Hang der Tschechen zur Politik, die sie in gewisser Beziehung den Franzosen ähnlich macht. Tatsächlich war Frankreich die Hoffnung der revolutionären Tschechen im alten Oe st erreich — 1742 hatten französische Truppen die Wahl und Krönung des Wittelsbachers Karl VII. in Prag als Gegenkönig der späteren Kaiserin Maria Theresia von Habsburg ermöglicht — von Napoleon I. über Napoleon III. bis Poincare. Sie fühlten nicht nur instinktiv, sondern hatten eine wissenschaftliche Lehre daraus gemacht, daß nur der Sieg Frankreichs über das Deutsche Reich den selbständigen Tschechen st aat schaffen könne. Sie haben dann auch redlich das ihre zum Gelingen der „Revanche" beigetragen; Versailles und St. Germain waren Marksteine. Frankreich hob die neue Tschechoslowakei aus der Taufe und gab ihr als Angebinde die politische Aufgabe mit, die Interessen Frankreichs in Mitteleuropa wahrzunehmen. Das ist tatsächlich die „Raison d’etre“ des neuen Staatsgebildes. Frankreichs Sieg ist fein Sieg, Frankreichs Niederlage würde feine Niederlage — die Tschechen meinen: ihr Ende — sein. Nur auf diesem historischen Hintergründe ist die Politik des Herrn Benesch, ist das zu verstehen, was sich nun anläßlich des Besuches Barthous in Prag abgespielt hat und was als das selbstverständliche Ergebnis dieser Drplo- matenreise festzustellen ist. Herr Benesch muß seine diplomatischen Gegenspieler für sehr naiv halten, wenn er in seinem Trinkspruch meinte, die Innigkeit, rnjt der das tschechische Volk Herrn Barthou als Repräsentanten Frankreichs in Prag begrüßte, würde die Welt überraschen. Es kann keinen wirklichen Politiker geben, der das nicht vorausgesehen hat! — — Es regnete in Strömen, das Herumlaufen in den Straßen Prags ist in solchen Zeiten kein Vergnügen. Das hinderte die Prager nicht, sich tn Massen überall dort einzufinden, wo sie Barthou ihre Liebe bezeugen konnten. Es hätte gar nicht anders fein können, — und dabei war diesmal noch ein gewisser Unterton zu spüren. Es hat die Tschechen manchmal gewurmt, daß Frankreich offenbar f ü r P o - len mehr übrig hatte. Nun — sagen sie —i hat Frankreich den wahren polnischen „sacro egoismo“ kennengelernt, dann müssen wir halt erst recht zeigen, daß wir in Prag noch ganz andere Töne anschlagen können. Die Franzosen in Barthous Begleitung sagten es denn auch jedermann, der es hören wollte, daß sie den Unterschied zwischen dem Empfang in Warschau und den in Prag lebhaft empfanden. Es hat sich also in Prag nichts ereignet, was nicht von vornherein erwartet werden mußte. Man wird sich daher auch hüten müssen, die förmlichen Dithyramben von Lobsprüchen, die Sturzbäche von Liebenswürdigkeiten, die gegenseitige Tode darzubieten. Der Name Spargel, der aus dem griechischen „Asparagos" stammt, bedeutet eigentlich so vjel wie „der nicht Gesäte", weil man diesen Leckerbissen schon bei den Hellenen durch Stecklinge fortpflanzte. Der Spargel, der im alten Griechenland sowohl als Speise — Platon wußte Spargelgemüse zu schätzen und auch Aristophanes lobt seinen Wohlgeschmack — als auch als Heil- und Zauber- mittel benutzt wurde, kam mit den griechischen Ansiedlern nach Unteritalien und von dort zu den Römern. Der ältere Cato behandelt in seiner Schrift über den Landbau, die etwa 180 v. Chr. erschien, die Zucht des Spargels noch als etwas Neues, während ein Jahrhundert später Plinius und C o 1 u m e 11 a das Sammeln des wildwachsenden Spargels empfehlen, da er als Arznei wirksamer als der gezüchtete sei. Plinius spricht auch davon, daß der Spargel jetzt künstlich „gemästet" werde, und zwar sei der in Ravenna gezogene so dick, daß drei Stück zusammen ein Pfund wiegen. Daß die Römer der Kaiserzeit den wohlschmeckenden Spargel auf ihrer Tafel nicht fehlen ließen,, zeigen u. a. die Wandgemälde von Pompeji, auf denen die prächtigsten Spargelstangen höchst naturgetreu abgebilöet sind. Die Veredelung des Spargels diente auch als Symbol für die Verfeinerung der Sitten der Völker durch Ehe und Familie, denn Neuvermählte wurden im Altertum vielfach mit Kränzen aus Spargelkraut geschmückt. Nach Deutschland kam der Spargel als Gemüse erst verhältnismäßig spät. Zwar 'berichtet Plinius darüber, daß im oberen Germanien der Spargel „wild" wachse. Eine Wormser Chronik besagt, daß die ersten Kreuzfahrer im Jahre 1271 Samen von Spargcln mitgebracht hätten, aber wir finden keine Nachricht darüber, daß er damals schon heimisch geworden ist. Dagegen berichtet der Geistlich Hieronymus Bock, genannt Hieronymus Tragus, der älteste der deutschen Pflanzenväter, in seinem 1593 erschienenen „New Kräutterbuch", daß nunmehr auch, wie andere Leckerbissen der Walen und Hispa- ner, ins Teutschland gekommen sei ein lieblich Speis für Leckermäuler". Da der Anbau des Spargels aber sorgsamer Pflege bedarf und drei oder vier Jahre auf Ertrag warten läßt, so wurde diese anspruchsvolle Zucht zunächst nur wenig in Angriff genommen. Die ersten Anweisungen zur Kultur des Spargels gab Vaterland. Es ist kein Zweifel, daß sowohl die französische als auch, in ihrem Gefolge, die tschechische Politik heute in Europa jene Kräfte darstellen, die man einmal zur Zeit der „heiligen Allianz" d i e „reaktionären" genannt hat. Noch nie auf der Welt war ein Friedensvertrag, waren Bestim- Buntes Allerlei. Eine „Mordfatte". In Neuyork hat sich die Unterwelt einen neuen Trick ausgedacht, mit dem sie auch schon in mehreren Fällen Erfolg hatte. In einem Lokal, in dem zahlungsfähiges Publikum verkehrt, zetteln vier bis fünf Personen einen Streit an, in den auch mehrere Gäste verwickelt werden. Plötzlich fällt ein Schuß und einer der Beteiligten finkt getroffen zu Boden. Er wird von zweien seiner Begleiter in aller Eile fortgeschafst. Die anderen wenden sich an die Gäste, die'mit in den Streit verwickelt waren, und verlangen „Schweigegeld". In der Angst, in eine „Mordaffäre" verwickelt zu werden, wird der Sonnenglut über ausgedörrter Erde. Blütenreife Gräser lassen die Köpfe hängen; goldene Frucht verläßt die Felder. Spalten im Lehm des Erdbodens, anfänglich nicht breiter als der Rücken einer Messerklinge, klaffen auseinander. Selbst in der Schattenkühle der Fichten am Rande des Hochmoors beginnt die Sonne zu wirken: das Harz tropft und sickert die Stämme herunter; die Suhlen im schwarzen Lehm des einsamen Waldweges, der zum Moore führt, trocknen allmählich zusammen. Das find die Tage, da das Moor schwelgt m Sonnenseligkeit, da es sprüht vor Lebensfreude. Wohl find die lauten Stimmen des Frühlings verhallt, und die munteren Weifen, die vom nahen Frischingforft her kamen, verstummt; aber dafür Der glückliche Rundfunkhörer. Der deutsche Rundfunkhörer kann wirklich glücklich sein; denn jedem Wunsch hat unsre Industrie Rechnung getragen. In einem gründlichen Ueber- blick über ihre jüngsten Leistungen auf dem Gebiet des Rundfunks schreibt Gustav Büscher, ein ausgezeichneter Sachkenner, im Maiheft von Deitz o g e n LKlasings Monatsheften: „Ehemals mußte mühselig mit Hilfe von Tabellen und persönlichen Aufzeichnungen der gewünschte Sender gesucht werden. Heute: Groß und deutlich ist auf der Skala des Radioapparates selbst jeder gut hörbare Sender verzeichnet. Der Zeiger wird mit einer Knopfdrehung auf die gewünschte Station eingestellt, und er ist „im Lautsprecher". Skalenbeleuchtung, einfachste Umschattbarkett auf verschiedene Wellenbereiche, mechanische Präzision sind die Vorzüge der neuen Modelle. Früher konnte nur ein ausgewachsener Techniker Fernempfang treiben, heute stellt die Frau und das Kind Barcelona oder Florenz ein. Die Radioindustrie bekam ihre Anregungen aus dem Hörerkreise, und die Ingenieure haben auch die schwierigsten Ausgaben zu lösen gewußt. Der Laie sagt: „Man müßte doch jeden Sender so hören können, daß er nicht immer wieder verschwindet, um nach einiger Zeit erst langsam wiederzukommen. Das müssen die Techniker doch machen können". Damit meinte er die berüchtigten „Fadings" oder „Schwunderscheinungen". Die Aufgabe war nicht leicht für die Herren Techniker, aber sie haben es geschafft: alle größeren (Empfänger sind heute mit einer sog. „Fadingregulierung" ausgerüstet, die automatisch arbeitet und das "Schwinden" der Sender automatisch verhindert. Das Publikum, der Schwierigkeiten nicht bewußt, wollte bessere Klangwirkung; auch hier schaffte es die Industrie: der moderne dynamische Lautsprecher befriedigt mit seiner Wiedergabe auch das musikalisch verwöhnteste Ohr. Kein Mensch aber macht sich einen Begriff davon welch unerhörte Kleinarbeit hinter dem voll- endeten Werk steht, wie viele wissenschaftliche Experimente und kostspielige Untersuchungen. Lautsprecher und eigentlicher Empfänger sind — auch ein erfüllter Wunsch aus Verbraucherkreisen — zu einer Einheit verschmolzen worden. Noch vor einigen Iotzren meinten die Techniker: „Das wird nicht möglich sein, denn Lautsprecher und "XEmofänger müssen gesondert, getrennt voneinander aufgestellt werden, 'besonders bei großen Lautstärken, sonst gibt e5 akustischen Salat". Heute: ein längst überroun- dener Standpunkt." In das Meckern der Bekassinen das Lärmen der Kiebitze, das Klingeln der Enten, das Jauchzen der Bussarde fällt jach ein anderer Laut, Serrig klingt er, als wolle er Schweigen gebieten. Aber ,e häufiger er tönt, desto deutlicher vernimmt das Ohr den Ostpreußisches Hochmoor. Wanderungen im Zehlaubruch. Von Edmund Scharein. Frühling. Wiesen und Weiden ziert er mit erstem Flor. Den Wald hat er geweckt in seinen verstecktesten Gründen. Aber das Moor liegt da, grau, und öde, so, wie der Winter es verlassen hock. Kein Schimmer geht aus von seinen weiten Flachen, kein Schimmer, der des Frühlings Farbenfreudigkeit bekunden könnte. Der Blick geht zurück — waldwärts, wo Anemonen lachen, wo der Hasel stäubt unter der geringen Last des winzigen Zaunkönigs, wo erstes Grün leuchtet von Birken und Erlen. Frühlingsfarben dort, Farblosigkeit hier, wo über fahlen Blüten Kiebitze schaukeln unter lautem Rufen, wo Enten klingeln fernen Blänken entgegen und der stehenden Wildgänse Stimmen tönen irgendwo in dem weiten Luftraum zwilchen dem Grau des Himmels und dem der Moose. Und du stehst und lauschst diesen Stimmen... Bis ein neuer Laut sich Geltung verschafft, ein meckernder Laut, der anschwillt und abebbt, der immer wiederkehrt und zunimmt, je weiter du dich wendest. Und als die Sonne voll über den dunklen Wipfeln des Hochwaldes steht und den ^ort chrckt in einzelnen Waldeslücken Zeigt den Fortschritt von gestern bis heute, als sie selbst auf der fast baumlosen Weite des Moores Farben zeigt die noch nicht dem Frühling entstammen, und die Sich^ wettergeht mit jedem Augenblick — da erfreut sich ^as Auge an dem Ungestüm der Bekassinen, an ihrem Steilflug, dann den iahen Schwenkungen und dem wilden Dahinschießen dieser Kinder des Moores Wohl dreißig, vierzig Freier tummeln sich da im Umkreis. Und du lauschst diesem Meckern während dein Fuß weitertastet dahin, wo leuchtende Flecken und Streifen die Farblosigkeit unterbrechen. Die Flecken sind grüne Moospolster und die Streifen Grabenränder, auf denen sich ^stes Pftanz^leben zeigt — erstes Pflanzenleben nach langer Winter- Namen gemacht. Um diese Zeit wurden auch die ersten Spargel- beete 1565 im Stuttgarter Lustgarten angelegt, und Ulm wurde der Mittelpunkt der Spargelkultur in Süddeutschland. Bald wird berichtet, Spargel werde im „Rheingau bei Weynhagen auf den feuchten Wiesen so überflüssig gezogen, daß man ihn zur Speis genugsam bekommen konnte." Im 17. Jahrhundert drang der Spargel dann auch in Norddeutschland mehr und mehr in die feine Küche ein. Besonders war Leipzig ein wichtiger Ort der Spargelzucht, und die Kaufleute, die zur Sommermesse nach Leipzig kamen, nannten sie nach dem größten Genuß, der hier ihrer harrte, die „S p a r g e l m e s s e". Aber auch der „Ruhm von Braunschweig", eine weiße Spargelsorte, wurde bald weithin bekannt. Zur Zeit Friedrich des Großen gab es auch schon in Berlin in den Gärten an der Stelle der heutigen Leipziger Straße Spargelkul- turen, und die „wohlschmeckenden Espares" ober „guten Spargis-Pflanzen" wurden für 16 Groschen das Schock verkauft. Die Feinschmecker verpönten die Zubereitung als Salat und verlangten den Spargel so zubereitet, wie ihn John Gray im 17. Jahrhundert empfohlen hatte: „Die Sprossen des Spargels leicht gekocht und mit Butter angerichtet, empfehlen sich dem Gaumen durch den köstlichen Geschmack." Die Köpfe find bekanntlich das Beste, und zwar bevorzugt man in Frankreich, Italien und auch in Süddeutschland die Köpfe „die von der Sonne geküßt sind", d. h. die schon von der Sonne grün oder violett gefärbt wurden und die durch die größere Menge von Asparagin, die sich in ihnen angesammelt hat, einen etwas herben Geschmack besitzen. Bis zu welchen merkwürdigen poetischen Vorstellungen aber der Genuß der Spargel den Feinschmecker verlocken kann, hat ein gelehrter Spargelfreund bewiesen, der den Spargel der bekanntlich zu den ßiliaceen, den Liliengewächsen, gehört mit der mystischen Asphodelos-Blume des klassischen Altertums verglichen hat: „Gibt es eine schönere Vorstellung als die, daß die Asphode- los-Felder in den Gefolgen der Seligen, in denen die wunschlosen Schatten des Elysium wandern, Spargelbeete gewesen sein müssen!" C. K. Auge hängt an dem Flugbilde dieser stolzen Vögel. Lauter, klingender erschallen die Stimmen. Kraniche grüßen ihre Moorheimat... ♦ Es ist die Zeit der Hellen Nächte. Der Sprosser geizt mit seinem Schlag, seltener wird der Ruf des Kuckucks, das Geläut der Unten verstummt. Auf den Halden blüht der Weißklee; weit trägt der Wind den Duft des Heues. Im Frischingforft haben die zarten Farben des Frühlings den satten des Sommers Platz gemacht. Der Wind, der in diesen Tagen dem Walde seine Ruhe nimmt, trifft das Moor nicht. Farben über Farben zeigt es jetzt. Gewiß, einige herrschen vor, aber wer näher hinsieht, dem können die zarten Töne, die feinen llebergänge, nicht entgehen. Draußen in Feld und Wald zieht der Sommer ein; hier drinnen im Moore herrscht noch Frühling. Zett der hellen Nächte ... Kein Stück Boden nimmt an ihnen einen solchen Anteil wie das Hochmoor. Ob es bis in versteckteste Winkel hinein erglänzt im silbernen Scheine des Vollmonds oder blinkt in der magischen Helle, wie sie dieser Zett eigen ist — das Leben kommt hier nicht einen Augenblick zum Stillstand. Vom ersten Eulenruf hält es an, bis der Schrei des Kiebitz durch den frühen Morgen hallt. Oft, wenn die Nachtschwalbe ihr geisterhaftes Spiel trieb, wenn verlorene timmen kamen von fernen Blänken, wenn selbst die Krüppelkiefern unter lindem Nachtwind den Bann des Schweigens brachen, wollte es mir scheinen, als wüchse das Moor, als entfalte es höchste Lebenskraft in diesem Dämmer geheimnisvoller Frühsommernacht. Wirtschaft Konlingenlienmg der Mhlenverarbeitung 1. 2. 3. bei Staffel 4. 81—200 201—400 25 40 fest- das als der Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Mai. Am heutigen Ge- wie An- Für den Monat Mai hat der Vorstand der Wirtschaftlichen Vereinigung bestimmt, daß jede Mühle Roggen und Weizen in der Höhe des Märzkontingents verarbeiten darf. Die vom 1. September 1933 trägt aber immer noch fast 2 v. H.). Im übrigen herrschte bei den Festverzinslichen Stille. U. a. notierten Neubesitzanleihe 15,75 bis 15,95, Altbesitzanleihe 94,75, öproz. Stahloerein-Bonds 68,50, Schutzgebietsanleihe o. 1914 9,30, Reichsbank 149,50, Gelsenkirchen 61,50, Harpener 90, Klöckner 62, Phönix 49, Rheinstahl 90, Stahlverein 41, Bekula 128,25, Bemberg 61,50, Conti Gummi 141, Daimler 44, Deutsche Linoleum 55,75, Scheideanstalt 182,25, JG.-Farben 130 bis 130,50, Gesfürel 96,50, Holzmann 65,50, Metallgesellschaft 80, Schuckert 90, Zellstoff Daldhof 48,50, Reichsbahn-VA. 112,40, Rordd. Lloyd 25,90. Das Grundkontingent der Mühlen mit einer Tagesleistungsfähigkeit von über 20 Tonnen ist die Durchschnittsverarbeitung der Jahre 1927/1932. Ist die Durchschnittsverarbeitung der Jahre 1927/1932 höher als dw Verarbei- Mühlen mit einer Tagesleistungsfähigkeit bis zu zwei Tonnen erhalten als Grundkontingent ihre Durchschnittsverarbeitung der Jahre 1927/1932. Dieses Grundkontingent ist bis auf weiteres ihr Verarbeitungskontingent. Der Verwaltungsrat der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen wird nachprüfen, ob insbesondere die als geschätzt gemeldeten Ziffern mit der wirklichen Vermahlung der Jahre 1927/1932 übereinstimmen und gegebenenfalls das Grundkontinaent anderweitig festsetzen. AG. BuderuSsche Eisenwerke, Wetzlar. Die Gesellschaft zeigt für 1933 einen Betriebs- Überschuß von 8,83 (7,02) Mill., Kapitalerträge von 0,26 (0,28), ao. Erträge von 0,36 (0,18) und ao. Zuwendungen von 0,05 (0,02) Mill. auf. Rach 1,39 (1,0) Mill. Abschreibungen auf Anlagen und 1,0 (0,51) Mill, anderen Abschreibungen verbleibt einschließlich 0,20 (0,19) Mill. Vortrag ein Reingewinn von 345 510 (212 201) RM., woraus auf die Vorzugsaktien wieder 5 v. H. Dividende verteilt und 200 000 (—) RM. der Sonderrücklage für Hochofenerneuerung zugewiesen werden sollen. 130 510 RM. sind oorzutragen. Der Umsatz (einschl. Buderus-Jungsche Handelsgesellschaft) mit fremden Abnehmern erhöhte sich um 37 v.H. auf 20,35 (14,84) Mill. Der Abschluß zeigte erstmals die Auswirkungen des mit dem Hefsen- Rassauifchen Hüttenverein geschlossenen JG.-Vertra- ges und des Erwerbes von rund 96,3 v. H. des Kapitals dieser Gesellschaft. Der Hüttenverein, dessen Kapital zur Verlustdeckung auf 2,205 (4,41) Mill, herabgesetzt und auf 3,0 Mill, wieder erhöht wurde, erzielte eine Umsatzsteigerung um 12,5 v. H. auf 7,85 Mill. Die Belegschaft erhöhte sich auf 6655 (4245) Mann. Im Lahnbezirk haben Absatz und 'Förderung etwa 50 v.H. der Normalförderung erreicht. Der Roheisenbedarf der eigenen Gießereien steigerte sich von Monat zu Monat, so daß die Roheisenbeständc verbraucht und die Erzeugung gegen 1932 um 56 v. H. gesteigert werden konnten. Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres machte sich früher als sonst, eine Belebung des Zementgeschäftes bemerkbar. Die Gesamtbeschäftigung der Werke hat einen bemerkenswerten Hochstand beibehalten, so daß ein Hochofen neu angeblasen werden konnte. Bei Anhalten der guten Beschäftigung dürfe für 1933 ein befriedigendes Ergebnis erwartet werden. * * Tellus A G. für Bergbau und Hütte n i n d u st r i e, Frankfurt a. M. Der Gene- Weizenmehl Type 563 Spez. 0 aus Jnlandsweizen Festpreisgebiet W X 28,90 plus 50 Pf. Frachtausgleich, Roggenmehl 0 bis 60 v. H. Ausmahlung Type 610 Festpreisgebiet R VIII 25 plus 50 Pf. Frachtausgleich, Weizenkleie 10,75, Weizenfuttermehl 11,70, Roggenkleie 11,20, Soyaschrot 15,50 bis 15,65, Palmkuchen 13,95, Erdnußkuchen 16,35 bis 16,50, Treber 14, Trockenschnitzel 10,25, Heu südd. 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2. Tendenz: ruhig. — Die Mehlpreise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 15 Tonnen. Weizenmehl mit 15 v. H. Auslandsweizen um 75 Pf., mit 30 v. H. Auslandsweizen um 1,50 Mark höher. Für Auf- und Abschläge sind die Vorschriften der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen maßgebend. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Mai. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 48 Rinder (16 Ochsen, 5 Bullen, 19 Kühe, 8 Färsen), 1162 Kälber, 15 Schafe, 594 Schweine. Es kosteten: Kälber 28 bis 50 Mark. Hämmel 36 bis 38, Schweine 37 bis 43 Mark. — Marktoerlauf bei allen Viehgattungen mittelmäßig. Schweincmarkt in Nidda. ED Nidda, 3. Mai. Zum gestrigen Schweinemarkt in unserer Stadt waren 374 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Bei sehr lebhafter Nachfrage wurde der Markt ziemlich rasch geräumt. Es kosteten Ferkel bis zu sechs Wochen alt 18 Mark, bis zehn Wochen alt 22 bis 23 Mark, über 10 Wochen alt bis 25 Maxk. vorgenommen: bei einer Tagesleistungsfähigkeit von 21— 80 Tonnen 15 v. H. treidegroßmarkt stagnierte das Geschäft so gut vollkommen, auch der Besuch war nur mäßig, gesichts der am 1. Mai in Kraft getretenen Bestim- Rundfunkprogramm. Donnerstag, 3. Mai. 6 05 Uhr: Gymnastik. 7.10: Frühkonzert. 8.25 bis 8.45: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I (Schallplatten). 13.20: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 14.40: Kinderstunde „Zwerg Hahnen- gickerl". Ein Hörspiel von Theo Tremmel. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Verträumte Winkel am Mittelmain. Von Rudolf Cuno. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50:2)05 Leben spricht! 19: „Im Wald und auf der Heide". 20.10: Hänsel und Gretel. 21.35- Marschmusik. 22.20: „Worüber man in Amerika spricht". 22.40: Konzert des Mosel-Blas-Quartetts. 23: Nachtkonzert. Der Verwaltungsrat der Wirtschaftlichen Vereini- guna der Roggen- und Weizenmühlen hat am 28. April 1934 eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die für die gesamte deutsche Müllerei von weittragender Beoeutung sind. Um die Mohlherstellung in Deutschland dem Mehlverbrauch anzupassen, ist beschlossen worden, alle Mühlen des Deutschen Reiches hinsichtlich ihrer Verarbeitung zu kontingentieren. Jede deutsche Mühle erhält ein Grund- und ein Verarbeitungskontingent zugewiesen, das ihren Beschäftigungsgrad genau regelt. Die Kontingentierung der der Wirtschaftlichen Vereinigung der Roggen- und Weizenmühlen angeschlossenen Mühlen erfolgt auf Grund der §§ 14, 15 und 16 der Satzung nach Maßgabe nachfolgender Bestimmungen: tung des Jahres 1932, so wird von der die Verarbeitung im Jahre 1932 übersteigenden Menge eine Kürzung nach folgender Das Testament auf Hirschleder. Ein Vermögen, das viele Millionen Dollar beträgt und über das in einem auf Hirschleder ausgezeichneten Testament verfügt wurde, wird jetzt von Personen beansprucht, die von einem der kanadischen Pioniere, den Engländer James Hudson, abstammen. Hudson, der sich in der Frühzeit der kanadischen Kolonisation mit einigen andern weißen Siedlern an der James-Bai festsetzte, war ein bekannter Pelzhändler, der durch den Handel mit den Indianern ein riesiges Vermögen anhäufte. Wie aus Fort William in Ontario gemeldet wird, erheben besonders zwei Personen Anspruch auf diese Reichtümer, nämlich eine Frau I. Dickson aus Sioux Lookout in Ontario und der 93jährige Moses Frost, der zu Port Arthur lebt. Nach den Angaben von Frost beruhen seine Ansprüche auf einer letztwilligen Bestimmung, die auf ein Stück Hirschleder geschrieben und um ein Stück Holz gerollt war. Dieses kostbare Testament, das sich noch im Besitz der Mutter von Frost, einer Tochter Hudsons, befand, ist ums Jahr 1867 gestohlen worden oder verlorengegangen. Durch das unaufgeklärte Verschwinden des Testamentes wurde die Erbschaft immer wieder herausgezögert, und es ilt zweifelhaft, ob die neuen Bemühungen der Erben bei den englischen Gerichten dazu führen werden, daß sie in den Besitz der Millionen gelangen. mungen über die Kontingentierung der Mühlen und den Ätehlhandel herrschte sowohl bei den Mühlen, als auch bei den Händlern stärkste Zurückhaltung; man wartet allgemein die Auswirkungen ab, auch müsse man sich erst an die neuen Bestimmungen gewöhnen. Das Angebot war im großen und ganzen ausreichend, nur bei Hafer blieb es knapp. Für Weizen und Roggen traten heute neue Festpreise in Kraft, zu denen aber kein Umsatz erfolgte. Die Mehlpreise wurden erstmals nach den neuen Bestimmungen notiert. Am Kraftfuttermittelmarkt neigten einige ölhaltige Artikel weiter leicht zur Schwäche, Soyaschrot, Trockenschnitzel und Roggenkleie blieb widerstandsfähig. Es notierte (Getreide je Tonne, astes übrige je 100 Kilogramm in Mark): Weizen 205 Mühlenpreis nom., Roggen 175, Sommergerste 170 bis 172,50, Hafer 165 bis 167,50, Frankfurter Börse. Alitlagsbörse uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2. Mai. Nach der eintägigen Unterbrechung durch den Nationalfeiertag lag die Börse außerordentlich still. Die Bankenkundschaft war nur wenig mit Aufträgen vertreten und die Kulisse hielt, wie schon seit langer Zeit, mit Elgengeschäften zurück. Die verschiedenen Anregun- Pln' ’n zahlreichen Meldungen aus der deut- schen Konjunkturentwicklung vorlagen, blieben angesichts der Geschäftsstille ohne Einfluß. Farbemndustrie, die heute ohne 6,30 v. H. Dividende gehandelt wurden, verloren 0,50 v. H. Schiff- über 400 „ 60 „ Vom Grundkontingent sämtlicher Mühlen mit einer Tageslesstungsfähigkeit von über 2 Tonnen werden zur Bildung eines Reservefonds, der dem Ausgleich von Härten dienen soll, für Roggen und Weizen je 5 v. H. gekürzt. bis 30. April 1934 und die ab 1. Mai 1934 ver. arbeiteten Mengen werden auf das endgültige Kontingent, das im Laufe des Monats Mai jeder Mühle bekanntgegeben wird, verrechnet. Der Verwaltungsrat der Wirtschaftlichen Vereinigung hat weiterhin zur Regelung des Mehlmarktes Vorschriften über die Einführung einheitlicher Mehlsorten erlassen. In Zukunft werden in allen deutschen Mühlen nur noch die vorgeschriebenen Mehltypen hergestellt werden dürfen. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat der Wirtschaftlichen Vereinigung weitere Maßnahmen zur Beseitigung der den Mehlmarkt dauernd beunruhigenden und schädigenden Schleuderoerkäufe und zur Sicherung der Existenz der Mühlen getroffen. ralversammlung am 18. Juni soll eine Dividende von 5 v. H. für 1933, das erste Jahr nach der Sanierung, vorgeschlagen werden. * Frachtermäßigung f ü r Schafwolle. Die Deutsche Reichsbahn hat mit Gültigkeit vom 26. April an einen Ausnahmetarif 21 B 4 für rohe Schafwolle (Schweißwolle und Rückenwäsche) bei Beförderung nach und von Sammelstellen der Reichswollverwertung eingeführt. Für Sendungen von den Sammelstellen der Reichswollverwertung wird der Ausnahmetarif nur gewährt, wenn die Schafwolle im Deutschen Reich verwendet wird. Der Frachtbrief muß deshalb den Vermerk tragen „Zur Verwendung im Deutschen Reich". Der Ausnahmetarif gilt für Stückgut und Wagenladungen Aufgabe als Frachtgut. fahrtswerte lagen nach der letzten Erholung wieder matt, Hapag etwa 0,75 v. H., Nordd. Lloyd etwa 1,13 d. H. schwächer. Auch Bauwerte auf die Dividendenhalbierung bei Julius Berger hin allgemein etwas gedrückt. Montanaktien lagen uneinheitlich. Buderus waren auf die Abschlußmitteilungen erneut 0,40 v. H. fester, auch Harpener konnten sich um 0,40 v. H. erhöhen, während Klöcknerwerke nach der letzttägigen Befestigung 1,50 v. H. und Rheinstahl 0,75 v. H. verloren. Am Elektromarkt waren Schuckert und AEG. nur knapp gehalten, Gesfürel lagen behauptet, Siemens 0,75 v. H. höher. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 1,50 o. H., Daimler Motoren 0,75 v. H. freundlicher, dagegen waren Kunstseide Bemberg 1 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag ohne Bewegung. Neubesitzanleihe eröffneten mit 17,45 um 15 Pf. leichter, während Altbesitz im Zusammenhang mit der am 4. Juni stattfindenden Ziehung etwas gefragt waren und um 0,40 o. H. anzogen. Stahloerein-Bonds lagen 1,25 o. H. schwächer, Reichsmark-Obligationen waren ohne Veränderung. Der Verlauf der Börse blieb lustlos und die Haltung war überwiegend schwächer, wobei der erneute Rückgang der Neubesitzanleihe um 1. o. H. auf 16,40 v. H. verstimmte. Das Angebot hierin war nicht einmal stark, es rührte aus weiteren Glattstellungen der Kundschaft. Die Aktienmärkte reagierten bei der herrschenden Geschäftslosigkeit meist mit Rückgängen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Kali Aschersleben verloren 1,50 v. H. und Farbenindustrie gingen um 1,25 auf etwa 130,25 v. H. zurück. Etwas höher lagen Aschaffenburger Zellstoff und Mansselder Bergbau mit je + 0,40 v.H. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz ebenfalls zurück und zwar um 0,40 v. H., auch späte Schuldbücher gaben 0,25 v. H. nach. Goldpfandbriefe bröckelten um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Kommunal- Obligationen waren behauptet, ebenso Stadtanleihen, während Liquidationspfandbriefe uneinheitliche Haltung zeigten bei Veränderungen von 0,25 bis 0,50 vH. Fremde Werte lagen sehr still. — Tagesgeld blieb zu 3,75 v. H. unverändert. Im weiteren Verlaufe erfuhr die Neubesitzanleihe einen neuen Rückschlag um abermals 1 o. H. auf 15,40 o. H., wobei angeblich Exekutionsmaterial herauskam. Die übrigen Marktgebiete wurden hiervon infolge der Geschäftsstille kaum berührt. Die Börse schloß in unsicherer Haltung. Nachbörse: Neubesitz 15,50, Farben 130,25. Abendbörfe still. An der Abendbörse war das Geschäft klein, die Zurückhaltung aller Kreise blieb bestehen. Die Grundstimmung war nicht unfreundlich, wobei man auf den bisherigen Verlauf der Transfer-Besprechungen verwies, wenngleich die Schwierigkeiten für eine Verständigung nicht verkannt werden. Die Kursge- ftalchng war im Vergleich zum Berliner Schluß uneinheitlich, die Abweichungen gingen jedoch nach beiden Seiten kaum über 0,50 bis 0,75 Prozent hinaus. Farben setzten zunächst 0,40 v. H. schwächer, waren aber später bei etwas besserer Nachfrage um 0,50 v.H. erhöht. Montanaktien lagen meist etwas niedriger, besonders Klöckner (minus 1 v.H.). Am Rentenmarkt wurde die Abwärtsbewegung der Neubesitzanleihe gestoppt. Auf der ermäßigten Basis zeigte sich etwas Kaufinteresse, so daß das Papier bei allerdings nur kleinem Geschäft um insgesamt 0,25 v. H. erholt war (der Tagesverlust be- Zahlungsaufforderung meistens auch Folge geleistet. In einem dieser Fälle wurde festgestellt, daß von einem der Gäste 5000 Dollars gezahlt worden waren. Das Ganze ist natürlich nur eine Falle. Nach ihrem letzten Versuch konnten die Erpresser verhaftet werden, nachdem einer der Gäste, die „Schweigegeld" gezahlt hatten, den vermeintlich „tödlich verwundeten" jungen Mann am nächsten Tage wohl und gesund auf der Straße in Neuyork wiedertraf. Inflationsschicksal. Das Schicksal der Jnflationsverarmung hat sich in Wien an Frau Cäcilie von Mannlicher, einer Witwe von 61 Jahren, erfüllt. Ihr Mann war der Erfinder des Mannlicher-Gewehres, mit dem die österreichisch-ungarische Armee im Kriege ausgerüstet war. Frau von Mannlicher wurde vor dreißig Jahren Witwe und kam damals in den Besitz des Patentes, das noch unverwertet war. Sie verkaufte es für einen sehr ansehnlichen Betrag, den sie in Wertpapieren anlegte. Die Inflation zehrte das ganze Vermögen auf. Vor sechs Jahren mußte Frau von Mannlicher die Hälfte ihrer großen Wohnung mitsamt der prachtvollen Ausstattung aufgeben. Jetzt sollte die zweite Hälfte folgen und die Witwe Wien verlassen. Frau von Mannlicher machte aber vorher, ihrem Leben in ihrer Wohnung mit einem Revolverschuß ein Ende. Das Grundkontingent der Mühlen mit einer Tagesleistungsfähigkeit von über zwei Tonnen bis einschließlich 20 Tonnen ist die Durch- schnittsverarbeitung der Jahre 1927/1932. Ist die Verarbeitungsmenge im Jahre 1932 höher als die Durchfchnittsverarbeitung in den Jahren 1927/1932, so wird als Grundkontingent die Verarbeitungsmenge des Jahres 1932 ' ' gesetzt, jedoch mit der Maßgabe, daß Grundkontingent nicht höher sein darf 125 v. H. der Durchschnittsverarbeitung Jahre 1927/1932. Amtsgericht Gießen. Wegen Betrugs im Rückfall stand ein Mann aus Dillenburg vor Gericht. Der Angeklagte veranlaßte durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen hiesigen Einwohner, ihm ein Zimmer zu überlassen, indem der Angeklagte dem Vermieter erklärte, er sei beim Legen einer Ferngasleitung beschäftigt und werde längere Zeit das Zimmer beanspruchen. Am anderen Morgen verschwand der Angeklagte, ohne den fälligen Mietpreis zu zahlen. Das Gericht erkannte in Anbetracht der Tatsache, daß der Angeklagte mit 29 Jahren schon 20 mal vorbestraft ist und einen üblen Leumund hat, auf sechs Monate Gefängnis. Ein Mann aus Groß-Felda fuhr im Februar mit seinem Personenwagen die an jenem Tage vereiste Kaiserallee hinunter, kam ins Rutschen und rannte gegen den Philipp Jünger aus Reiskirchen, der mit einem Rind unterwegs war. Durch den heftigen Anprall kam Jünger zu Fall und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Der Autofahrer erhielt eine Geldstrafe von 40 RM. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Srantiun a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. Schluß, kurs Abend- börse Schluß, kurs Schluß!. Mittag. börse Schluß« kurs Schluß«. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mntag, Schluß- kurü Schlußk. Abend« Schlußkurs Schlußk. Mmag- 30. April 2-Mai Öatum 30.4. 2-5. 30.4. 2-5. ______ Datum 30.4- 30-5- 30.4. 2.5. Datum 30.4. 2-5- 30.4. 2-5- Amtliche Notierung (Selb | Brief Amtliche Notierung Geld | Brie 6% e6em.7% Dt. Reichsanl. d. 1929 6Vt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. Desgl. ohne AuSlos.-Nechte...... 6% ebem.8% Hess. Vollsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold N. 12.................. b/,% Hess. LandeS^hypotheken- bank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............ Deuflche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Boldpfe. 15 unkündbar bis 1935 S% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 •H% ehem. iyt% Franks. Hyp^ Bank-Liqu^Psandbriefe....... W/o ehem. 4y,% Rheinische Hhp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe..... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand. bciefanstalt, Pfandbriefe 8t 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand- 6riefanflalt, Pfandbriefe R. 10 Steuerautsch. Verrechnungskurs.. <% Oesterrelchtsche Gotdrente... 4,20% Oesteneichische Silüerrenle 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 ty»% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 6cde1..................... 9M 91,65 95 17,6 93 91,25 90,25 94,5 95,25 91,5 91,5 90 92 94,25 94 97,9 22,75 1,15 7,65 7 7,2 8,5 6,65 6,65 99^9 90,75 94,75 15,95 93 91,25 90,5 94,25 94,13 91,25 91,25 90 91 94,25 94 97,9 22 1,15 7 7,25 8,25 6,65 6,65 95,9 100 91 95,25 17,45 93,2 91,25 95 94,25 94 97,9 1,2 7,55 7,3 8,65 6,6 — 95,4 100 90,6 94,9 15,7 93 91,25 94,5 94,25 94 97,9 1,15 7,35 7,4 8,5 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 414A>Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............... Vamdurg-Amertka-Paket .... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa»Dampfschifs .. ........q Norddeutscher Lloyd ......... o jH.® für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Kommerz- und Privat-Bank ... o Bank und Dis conto- Gesellschaft................. Dresdner Bank....... 0 Reichsbank ............. jj> Beftcka............ falten&®uiIle£rume...... •; J »E!^l^?'^bktr.Unternehmung 6 Khermsche Elektrizität .... 9 5 Schuckert«Co. . ° 6,65 4,2 7 3,9 29,65 24 66,5 85,25 42,5 55,75 60,5 25 129 99,5 104 56,65 91,5 134 74 113,5 63,5 90 113 65 66,65 6,65 4,25 7 3,8 30 23 25,9 65 85,25 42 55 60 149,5 24,5 128,25 103 54 96,5 90 134,75 115,25 74 113,25 61,5 90 111,5 62 64,5 6,7 29,75 23,65 27 66,75 85,5 42,5 55,75 60,5 148 24,5 128,75 99,5 103,75 55 98,75 91,9 134,13 118 73,75 113,5 63,5 90,75 74 137 112,65 64 66,4 4,25 7J 30,4 22,5 21 25,75 64,5 85,5 42 55 60 149,5 23,5 128,25 98,5 102,25 54 96,5 92 90 132,5 116 73 112 61,75 90,75 71,5 111 63 65 Mansselder Bergbau.........0 Kokswerke ..................0 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 10 Rheinstahl ..................0 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........ 6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y2 9. ®. Farden-Jndustrte.......7 ScheideanstaU.......... 8 Goldschmidt ......... 0 Rütgerswerke ...............0 Metallgesellschaft.............0 PHUtpp Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ...... 0 Lemenlwerk Karlstadt....... 0 Schultheis Patzenhofer .......0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg..................0 Zellstoff Waldbof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ............... 7 Daimler Motoren........... 0 Deutsche Linoleum............ Orenstetn « Koppel........ 0 Leonhard Tietz ............. 0 Thade........................ SekumulatorewFabrtk........ 0 ionä-Onmnxl................ Sritzne,..................... Mainkrastwerke Höchst «M-... 4 tzüdbeuycher Zucker 8 70 50,5 91,5 42,75 14,5 108 109 138,25 183 61,5 54,75 82,5 69 101,25 61 95,5 48,75 40,5 46,25 56,65 18,5 157 143,13 25 72,25 170 70,4 49 215 90 41 14 106,5 108 130,5 182,25 62 52,75 80 65,5 102 114 59,75 61,5 48,5 40,75 44 55,75 18,75 159 172,25 142,75 - 170,5 70,25 95,4 50,65 215 91,75 42,65 14 107,75 140,4 138,4 62 54,9 82 69,25 104,5 61,13 65,5 48,5 40,13 124 48,5 56,75 95,4 18,75 157,13 172 143 168,25j 70,5 93,75 49,4 214 90 41,25 13,65 106,5 106 140 130,25 61,75 52,65 80,5 65,5 101,25 59,25 62,25 48,75 40,25 123 44,5 55,75 64,5 18,5 159 172,75 141,75 25 172 Helsingfortz.. Wien....... Prag....... Budapest ... Sofia...... Holland .... OSlo....... Kopenhagen. Stockholm... London ..... Buenos Aires Reu yorl.... Brüssel..... Italien..... Paris...... Schwetz .... Spanten.... Danzig..... Japan ...... Rio de Jan. . Jugoflawte». Liiialw» .... 5,649 47,20 10,38 3,047 169,53 64,24 57,09 65,93 12,785 0,593 2,491 58,46 21,29 16,50 80,97 34,23 81,66 0,755 0,214 5,664 11,65 5,661 47,30 10,40 3,053 169,87 64,36 57,21 66,07 12,865 0,597 2,495 58,58 21,33 16,54 81,13 34,29 81,82 0,757 0,216 5,676 11,67 Banknoten. 5,619 47,20 10,40 3,047 169,53 63,89 56,79 65,53 12,715 0,588 2,494 58,39 21,28 16,50 81,00 34,23 81,66 0,754 0,214 5,664 11,59 5,631 47,30 10,42 3,053 169,87 61,01 56,91 65,67 12,745 0,594 2,498 58,51 21,32 16,54 81,16 34,29 81,82 0,756 0,216 5,676 11,61 Berlin, Z.Mai Geld Bries Siemens«Halske... ' Lahmever & (£0......V.V.V.V1O Buderus ............. o Deutsche Erdöl ...........**’ , Gelsenkirchener............ 0 Harpener................ ** 0 Hvesch Eisen—Köln-Neuessen * 0 Ilse Bergbau ............ « 3lse Bergbau Genüsse......... Klöcknerwerke ........... 0 Mannesmann-Röhrrn ........ 0 Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Not« 2,446 58,33 56,74 12,67 16,46 169,11 21,21 64,07 65,37 80,82 34,09 2,466 58,47 56,96 12,73 16,52 169,79 21,29 6433 65,63 81,14 34,23