Donnerstag, 2. August 193H Zahrgang ttr. 178 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr ErmShigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Faminenblatter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie.ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. vrnck und Verlag: vriihl'sche Univerfilätt-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Giehen. Schristleitung und SeschSftsftelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlasi-staffel« Zteichspräsideni von Hindenburg t von Hindenburg geschaltet fühlten, der eiserne Hindenburg eine höhere Gewähr. “ 4. v ..Ltx. ~i t nr rniirho mrirhrm un h nir ern> stehkn babe7^e das Mab der Dinge verlieren'. Denn das Abenteuer war seiner Seele fremd' An seiner schlichten Frömmigkeit brachen sich die dämonischen Zweifel und niemals vergaß dieser Altpreuße über dem Wagnis des täglichen Handelnsdie unab- dinabare Verantwortung vor dem Ewigen. Sein Fuß stand fest, wo allen sch - den schwersten Schlägen. So lag m seiner männlichen Vater des Vaterlandes. Der große Alte Mann hat uns verlassen. Als hochbetagter Achter ist der fetter von Tannenberg, Generalfeldmarschall Reichspräsident H deutsche Eichbaum storben nachdem er die beiden .letzten Jahrzehnte hindurch w e^der putsch in den Stürmen unferes 9^tanbe^. ^a“5fii*e t2)amp^^)al(5e zum Stehen feine Unerschrockenheit mit Gottes ^ugung die ru sch u?b jür a(ie Zelt brachte, schlug dem Helden das liebende Vertrauen vonl Hee^ unb in öer einfachen entgegen. Der Name Hindenburg hieß Hilfe in höchster K t P^gung seiner Wucht des Generalfeldmarschalls verehrte der Deutsche oie - nationalen Tugenden und Pflichten. Hindenburg allein auf dem Platz Als Sieg und Kaiferherrlichkeit versanken, blieb JO'™) u M Das Beispiel und rettete Deutschland durch sein gebietendes Dasein^zum zw Reichspräsident seit ist erhaben über Worte und Beweise, und so erfch.en der Parteien Mit dem 12. Mai 1925 erhaben über den Zeitgeist und vl I Preußenfaust, bis seinem Volk harrte er aus und hielt der nationalen Revolution er an jenem unvergeßlichen 21. Marz 1933 m ¥>ot und ihrem Führer sein Vermächtnis übergab. die Zukunft unseres Reiches Er oder keiner war geschaffen, im Amt des Präs ten ru^mgefrönte Gestalt des zu mahnen. Weil niemand seine weißen Haare; u ^st^punkt einer schwankenden Ehrgeizes bezichtigen durfte, gelang es ihm den SchPgn einem Jahrzehnt der Verfafsung mehr und mehr auf s^ne Person ZU bezieh Gt)ren, in Jahren der Grundsatzlosigkeit brachte er das ^setz der Dauer w oe^ unter dem Zwang von Zwietracht wahrte er sich das oberste Schiedsgch^ „ be unt) viele gute Deutsche Versailles manches geschehen ließ, was seine ältesten mit schmerzlichem Befremden sahen, so hat er doch der größeren Gefahr vom Anfang aum (tnbe ^oiberftanben, als ein deutscher Äac Äahon in der Staatsfuhrung Obgleich der alte Herr in der Wichelmstraße nie aus seiner natürlichen Zurück- Haltung heraustrat, konnten die Männer der Regierung j^hne chn nicht mehr bestehen. Kein Witz und kein Verstand vermochten diesen Fels un Meer zu be- weaen und eben Mrurn hat seine Entscheidung den Ausschlag gegeben, daß er vor andertbaG Fahren dem Nationalsozialisten Adolf Hitler die Hank) reichte. Die Zwischenzeit oom Kaiserreich zum deutschen Volksstaat, die zu überbrücken der ^ar» aus dem großen Kriege berufen war, liegt abgeschlossen. Die Vorsehung ruft den ‘jWffi her SrW mar ein Bekenntnis. Verloren im Toben der Maieriaijchlacht verlassen von jeder traditionellen Gewißheit, schöpfte der deuhche Soldat Mut und Zuversicht aus der unerschütterlichen Ruhe dieses Antlitzes. Zwilchen dem nervösen Versagen Wilhelms II. und der übermenschlich angespannten Führer- feistunq Ludendorsss war der Ches des Generalstabes ein Wort des Ausgleichs und der Süherheit Nirgends |o wie im Weltkrieg kam es daraus an, Entschlüsse zu iallen und die qesaßten Entschlüsse auch zu tragen. Darum gab den Millionen, die Janen ,unu uie » < / " . ' " „r.b.„ c.*, mebr oder roentaer aus- E M x . . 'V ■ -v -'s'. ' «M . ■ W ■WM ........I w**r' <' \ i . <• M ,[.J 1 11 < < #g sg x' i r->. ! |Zr- i ä . Wik ^4- il H I Ser Lebensweg des Reichspräsidenten Ser Führer besucht den Reichspräsidenten rung Berlin, 2. Aug. (DRB.-Funkspruch.) Donnerstag früh 9.25 Uhr unterbrachen mit einem Schlage sämtlichen deutschen Sender ihre Darbietungen. In diesem Augenblick ist die Trauerbotschaft aus Reudeck in Berlin eingetroffen, daß der Reichspräsident Generalseldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg verschieden ist. Reichsminister Dr. Goebbels gab dem deutschen Volk die Trauernachricht bekannt. Die Sender schwiegen. Deutschland und mit ihm die ganze Well haben von dem erschütternden Ereignis Kenntnis erhalten, dessen Eintreten seit Dienstagfrüh mit wachsender Besorgnis befürchtet worden ist. Rach einer halbstündigen Funkstille folgte durch Reichsminister Staatsoberhaupt des Deutschen Rei- ch e s, nach dem das Amt des Reichs prüft, denken mit dem des Reichskanzlers ver- einigt wird, ein weiteres Gesetz über das Staats. Begräbnis für den verschiedenen Reichspräfi- denken, eines Erlasses des Reichswehrmini, st e r s über eine 1 4 lägige Trauer für sämtliche Offiziere der Wehrmacht, eines Erlasses des Reichsministers des Innern und des Reichsministers für Volksaufklärung und Pro- paganda über eine 14tägige Volkstrauer, eines weiteren Erlasses des Stellvertreters des Führers über eine 14tägige Trauer aller Parteigliederungen, sowie eines Aufrufes des Reichswehrministers, des Generalobersten von Blomberg, an die Wehrmacht. Die Bekannt- Die Schritte der Reichsregierung. Reichspräsidenten- und Reichskanzleramt in der Hand des Führers vereinigf. ^4tägigeTrauerderOsfiziere,l4tägigeVolkstrauerundderparteigliederungen' Aufruf an die Wehrmacht. stellt unter Belassung ä la Suite des 3. Garde- regiments zu Fuß. Im März 1911 schlug er seinen Wohnsitz in Hannover auf. Verheiratet war er seit 1897 mit Gertrud von Sperling, die am 14. Mai 1921 gestorben ist. Er hatte zwei Töchter und einen Sohn, den jetzigen Oberst Oskar von Hindenburg, der bis zuletzt fein persönlicher Adjutant war. Die ältere Tochter Irmengard war mit dem Rittergutsbesitzer von Brock- Husen (gesb. 16. Oktober 1928) auf Groß-Justin bei Kammin in Pomm., die jüngere Tochter Annemarie ist mit dem Rittmeister von Pentz im 13. Reiterregiment (Lüneberg) verheiratet. 3m Weltkrieg. Der damalige Oberleutnant (X) als Teilnehmer der Abordnung seines Regiments bei der Kaiserproklamation in Versailles. Dr. Goebbels die Bekanntgabe der ersten aus gäbe der Trauerbotschaft schlieht mit dem Lied: diesem Anlaß erforderlichen gesetzlichen Maß- „Ich hatl' einen Kameraden." nahmen und Anordnungen, ein Gesetz über das ! h i n d e n b u r g i sk t o k. Reudeck, 1. Aug., 13.45 Ahr. (DRV.) Reichskanzler Adolf Hitler statkete heule in Reudeck dem erkrankten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg einen Besuch ab und gab an dessen Krankenlager feinen und des ganzen deutschen Volkes Wünschen für die Genesung des Verehrung s w ü r d i g e n R e i ch s o b e r h a u p t e s herzlichen Ausdruck. * Berlin, 1. Aug. (DRB.) Ueber den Besuch des Reichskanzlers am Krankenlager des Reichspräsidenten erhält die RSK. folgenden Bericht eines Teilnehmers der Reise: Als der Reichskanzler zuletzt —am 3. Juli d. I.— dem Reichspräsidenten in Neudeck seinen Besuch abstattete, da ahnten wir alle, die wir den Führer auf dieser Reise begleiten durften, nicht, daß schon vier Wochen später dort Adolf Hitler am Krank e n b e t t des greisen Feldmarschalls stehen wurde. Damals noch kam uns der Reichspräsident in der Halle seines Hauses in fester, aufrechter Haltung entgegen und sprach dem Führer und seinen nächsten Begleitern in markigen, unvergeßlichen Worten den Dank des Vaterlan- d es dafür aus, daß sie in der Stunde der Gefahr als Manner entschlossen gehandelt hätten. In Bayreuth erhielt gestern der Führer die Mitteilung von der ernsthaften Erkrankung unter der der Reichspräsident in leichterem Maße bereits seit vielen Monaten zu leiden hatte. Sofort entschloß sich der Führer, an das Krankenbett Hindenburgs zu eilen. Er flog unverzüglich nach Berlin und von dort heute vormittag weiter nach Ostpreußen. Auch Staatssekretär Meißner war aus Süddeutschland im Flugzeug herbeigeeilt, um - von Paris. Nach Beendigung des Krieges weilte er zunächst auf dem heimatlichen Gut Neu- drck. Im Jahre 1873 kam er zur Kriegsakademie, 1878 wurde er zum Hauptmann vefördert und in den Großen Generalstab versetzt, 1878, einige Monate später, zum Generalkommando des zweiten Armeekorps in Stettin beordert, 1881 Generalstabsoffizier im Generalstab der 1. Division Königsberg, 1884 Frontdienst als Kompaniechef im 3. Posenschen Jnf.- Regiment Nr. 58, 1885 Ueberweisung zum Großen Generalstab, dessen Chef damals der geniale Feldherr von Moltke und dessen Abteilungschef Oberst Graf von Schlieffen war, 1885 zum Major befördert, 1888 als erster Generalstabsoffizier in den Generalstab des III. Armeekorps (Berlin) versetzt, 1888 Lehrer der Taktik in der Kriegsakademie und Abteilungschef im Kriegsministerium, 1890 verfaßt Hindenburg als Abteilungschef des Kriegsdepartements im Kriegsministerium eine Feldpioniervorschrift, die die Verwendung der schweren Feldartillerie in der Feldschlacht einführt, 1891 Oberstleutnant, 1894 Oberst, 1896 Chef des Generalstabs des VIII. Armeekorps (Koblenz), 1897 Generalmajor, 1900 Generalleutnant und Kommandeur der 28. Division (Karlsruhe), 1903 Kommandierender General des IV. Armeekorps, 1905 General der Infanterie, 1911 mit Pension zur Disposition gefällt. Denn aus Gestern und Morgen, aus bedächtiger Verantwortung und kühner Tat gestaltet sich das Leben der Nation. Deutschlands Reich und Volk, die ein genialer Schöpferwille einst zusammenführte, haben die Prüfung von 1914 überstanden. Der Vater des Paterlandes hat nicht umsonst gelebt. Das deutsche Volk wird ihm allezeit in herzlichster Liebe und tiefster Verehrung unauslöschlichen Dank wissen. Oie letzten Meldungen vom Krankenlager. Reudeck, 1. Aug., 18.20 Ahr. (DRB.) Ueber den Zustand des Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wird von den behandelnden Aerzten in Reudeck soeben, 18.20 Ahr, folgendes Bulletin herausgegeben: „Der Schwächezuftand des Herrn Reichspräsidenten hat weiterhin zugenommen. Benommenheit beginnt. Die h e r z k r a f t läßt nach. Für die behandelnden Aerzke: Prof. Sauerbruch." Donnerstag früh 5.45 Uhr. Neudeck, 2. Aug., 5.45 Uhr. (DRB.-Funk- fpruch.) Unter zunehmender allgemeiner Schwäche hat sich beim Herrn Reichspräsidenten eine tiefe Benommenheit eingestellt. Prof. Sauerbruch mit Dr. Krauß, Prof, von Bergmann, Prof. Kauffmann, Dr. Adam. Als der Krieg ausbrach und die Russen, schneller als erwartet war, in Ostpreußen einfielen, versagte die Führung der dort stehenden deutschen Truppen. « Da erging am 22. August 1914 des Kaisers Ruf an den alten General in Hannover. Als Chef des Stabes wurde ihm der General Ludendorff beigegeben. Als General der Infanterie übernahm er das Kommando in Ostpreußen, und wenige Tage darauf, vom 26. bis 29. August 1914, wurde die Schlacht bei Tannenberg geschlagen, die Ostpreußen befreite und Hindenburgs Namen mit einem Schlage berühmt machte. Hindenburg wurde zum Generaloberst ernannt und ihm der Orden pour le m^rite verliehen. Es folgte dann am 12. September 1914 der neue große Sieg in Masuren. Dann kam der erste Vormarsch in Polen, der inzwischen nötig gewordene Rückmarsch, das plötzliche Wiederfrontma» chen, die Schlachten bei Lodz, schließlich die Fest- etzungskampfe an der Rawka als zweiter Abschnitt Hmdenburgscher Feldherrntätigkeit. Der Winter gebot nur eine Weile Halt. Schon im Februar 1915 wurden durch die Winterschlacht in Masuren die Russen endgültig aus Ostpreußen vertrieben. Dam kam der „Ritt nach Kurland" und das Vorgehen der Hindenburgschen Armeen im Zusammenhang mit der großen Maioffensive gegen Rußland. An oer Du na und der litauischen Seenplatte hielten dann Hindenburgs Armeen Wacht, wiesen insbe- ondere im März 1916 die Frühjahrsoffensive der Russen und im Juli und August des gleichen Jahres die sogenannte Brussilow-Offensive siegreich ab, oie zeitlich mit den schweren Kämpfen an der Somme zusammenfiel. n Gesamtlage wurde noch schwieriger, als am 27. August 1916 Rumänien in den Krieg eintrat. Nunmehr wurde am 29. August 1916 der mittler- weile zum Generalfeldmarschall ernannte Hindenburg an Stelle Falkenhayns zum Chef des Gen er a l ft a b e s und damit zum Führer des gesamten deutschen Heeres ernannt. Neben ipm wurde Ludendorsf Erster Generalquartiermel- ster. Rumänien wurde niedergeworfen. Der Rückzug im Westen auf die Hindenburglinie ermöglichte das Bestehen der gewaltigen englisch-französischen Offensive im Jahre 1917, ferner das Bestehen der sogenannten Flandern-Schlachten. Im Herbst 1917 erfolgte der Feldzug in Italien. Am 21. März 1918 begann die große deutsche Offensive im Westen, die "Große Schlacht in Frankreich", die bis vor dis Tore von Amiens führte; es folgte an der West» rvnt im. Mai 1918 der Einbruch am Damenweg, )er die Deutschen zum zweiten Male an die Marne uhrte. Doch damit war die deutsche Stoßkraft endgültig erschöpft. Der dritte deutsche Offensivestoß in per Champagne mißlang, und nun wendete sich lei- bas Blatt. Der Foch'sche Gegenstoß im August 1918 brachte die deutsche Mauer im Westen ins Wanken. Schrittweise erfolgte der Rückzug bis Ende Oktober aus die Antwerpen-Maas-Linie. Der Was- fenstillstand vom 11. November 1918 beendigte die militärischen Operationen. Um größeres Unglück für das deutsche Vaterland Haltung, die bis zum letzten Augenblick dis gleiche blieb, unausgesprochen das ganze Geheimnis des größten deutschen Krieges.- das Unbegreifliche ertragen um der Zukunft willen. Wer damals Fragen stellte, war schon verloren, und wer der Verzweiflung widerstand, erwies sich um so größer, wenn sein Herz für Leid und Grauen nicht unempfindlich war. v.'l^br ideale Typus des preußischen Offiziers", dieses Wort Bismarcks über feinen Kaiser und König Wilhelm I. trifft auch auf Paul von Beneckendorff und Hindenburg voll und ganz zu. Der fürstliche Feldherr von Königgrätz und Sedan, der in den Befreiungskriegen die Feuertaufe empfangen hatte, und sein Gardeleutnant von 1866 und 1870/71 reichen sich die Hände als Schildhalter der nationalen Waffenehre. Beide waren groß in der Pflichterfüllung, einfach im Herzen und stark in ihrer Soldatennatur. Allein fast aufschlußreicher noch als die menschliche und kriegerische Beziehung ist der politische Vergleich des Alten Kaisers mit dem Marschall-Präsidenten. Der eine wie der andere waren echte Konservative und haben doch im späten Alter durch ihre Mitwirkung die revolutionärste Entwicklung besiegelt. König Wilhelm von Preußen wurde mit 74 Jahren Kaiser des deutschen Bismarck-Reiches, in dem der Hohenzollernstaat eines Tages notwendig aufgehen mußte. General von Hindenburg, unter dessen Augen der letzte Kaiser Thron und Heer verließ, um in die Verbannung zu gehen, trat mit 78 Jahren an die Spitze des Reiches und schuf so die einzige legale Möglichkeit zur nationalsozialistischen Machtübernahme. Seltsam und unerforschlich erscheint das Schicksal dieser beiden Männer mit dem Gang der deutschen Geschichte verknüpft, und wir sehen hier wie dort mit Ehrfurcht die Ausgabe bestätigt, die dem beharrenden Element in Zeiten der Erneuerung zu- Iden Führer von Berlin nach Neudeck zu begleiten. Bei der Landung liegt, nach vielen Regentagen, strahlender Sonnenschein über den erntereichen Feldern Ostpreußens. Ohne Aufenthalt geht die Fahrt weiter nach dem stillen N e u d e ck. In den Städten und Ortschaften, die wir passieren, erwarten uns schon seit dem frühen Morgen die Menschen nach hunderten, als hätten sie es geahnt, daß in schweren Stunden des Reichspräsidenten der Kanzler nicht fern sein wird. Vielleicht schwingt in der herzlichen Begrüßung ein Unterton von Sorge mit um das Schicksal des greifen Feldmarschalls, dem in diesen Tagen die Herzen aller Deutschen besonders zugewandt sind. In Neudeck ist die Familie des General- feldmarschalls versammelt. Hervorragende Aerzte sind aufs beste um den kranken Reichspräsidenten besorgt. Der Kanzler begibt sich in öa5 Krankenzimmer, um den Reichspräsidenten zu begrüßen. Der Reichspräsident empfängt ihn am Krankenbett. Er erkennt den Führer und dankt ihm in herzlichen Worten für fernen Besuch. Nach kurzem Gespräch verläßt der Kanzler den Reichspräsidenten, der in ruhigen Schlaf sinkt. ö .. Bange Frage liegt auf aller Lippen, als wir die Wagen zur Rückfahrt besteigen. Möge ein gütiges Geschick dem deutschen Volke seinen Hindenburg erhalten I Oas Reichskabinett zusammengetreten. B e r I i n , 1. Aug. (DNB.) Das Reichs kabi- nett trat heute um 21.30 Uhr zu einer Sitzung zusammen. Als Kadett in Wahlstatt 1860. Paul von Beneckendorff und Hindenburg wurde am 2. Oktober 1847 zu Posen als Sohn eines Offiziers geboren. Die Familie Beneckendorff ist altmärkischem Uradel entsprossen. Im Jahre 1789 fand die Namen- und Wappenvereinigung mit dem Geschlecht derer von Hindenburg statt. Paul von Hindenburg wurde in dem Kadettenkorps in Wahlstatt erzogen. Am 7. April 1866 trat er als Sekondeleutnant beim 3. Garderegiment zu Fuß ein. Im Feldzug gegen Oesterreich wurde er am 3. Juli 1866 bei Königgrätz leicht verwundet. Mit seinem Regiment nahm er im Krieg gegen Frankreich an den Schlachten von Gravelotte, St. Privat und Sedan teil, ferner an der Belage- Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches. §1. Tas Amt des Reichspräsidenten wird mit dem des Reichskanzlers vereinigt. Infolgedessen gehen die bisherigen Befugnisse des Reichspräsidenten auf den Führer und Reichskanzler A do l f H itle r über. Er bestimmt seinen Stellvertreter §2. Dieses Gesetz tritt mit Wirkung von dem Zeitpunkt des Ablebens des Reichs- Präsidenten von Hindenburg in Kraft. Während des Weltkriege- im Großen Hauptquartier. Der Generalseldmarschall mit dem Kaiser und General Ludendorff beim Kartenstudium. iJftrdie grOSSC Tube Alternative: Leben oder Untergang! Aus von dens". — Reichspräsident von Versailles. schlossen: ;es, oer «an- weoiersyerrn, ’ "LV ' j ,.„h 5 Gebäude der feier der Schlacht von Langemarck am 4. und 5. und der August in Koblenz in letzter Stund- äbsagen N zu müssen. Mr Deutschland! 703, Sämtliche Dienstgebäude des Reiches, der Lander, der Gemeinden, sowie die * Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen setzen sofort und an allen Trotz seines hohen Alters nahm Hindenburg, der still in Hannover gelebt hatte, auf Drängen der damaligen Rechtsparteien im zweiten Wahlgang der Reichspräsidentenwahl von 1925 eine Kandt-. . Mit 14 639 399 Stimmen wurde er am tsmppni NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmack. ges am 20. Jahrestag seines Ausbruches den ernst en Appell, gleich uns dafür zu wirken. daß unseren Kindern der Frieden in Ehrenund die Möglichkeit friedlich schaffender Aufbauarbeit gesichert werde. Wir deutschen Frontsoldaten glauben, daß die Derständigungunter den Volkern ohne Hinterlist und in vollständiger Offenheit gerade von denjenigen am besten gefördert werden kann, die ihre Liebe zum eigenen Volk im Feuerorkan des Weltkrieges mit ihrem Blut erwiesen haben, und die auch heute bereit sind, bei jeder neuen Gefahr und Bedrohung bedingungslos mit ihrem Leben für ihre Nation einzutreten. Wir deutschen Frontsoldaten, in unlöslicher Irene unserem Vaterland und in soldatischer Gefolgschaft unserem Führer und Kriegskameraden Adolf Hitler verbunden, bieten am 20. Jahrestage unseres Aufbruches in den Weltkrieg den Männern aller Völker, die im anderen Wafsenrock das gleiche Schicksal und das gleiche Erleben des Krieges mit uns gemeinsam gehabt haben, die Kameradenhand: Im Gedenken an die acht Millionen Soldaten, die auf den Schlachtfeldern des größten Krieges der Geschichte den letzten Schlaf schlafen, laßt uns z n - sammenarbeiten. um unseren Völkern den Frieden zu erhalten! Wir deutschen Frontsoldaten stehen und sterben für unser Vaterland, wo immer das Schicksal uns hinstellt. Wir haben nach ehrenvollem Kampf das Schwert mit dem Pflug und dem Schraubstock vertauscht. Wir wollen in aufbauender Friedensar. beit auch künftig der deutschen Nation und damit zugleich allen Völkern der Erde dienen. Möge der Allmächtige dazu seinen Segen geben! Franz Seldte, Reichsarbeitsminister, Bundesführer des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm). richs des Großen und der Freiheitskriege zurück- reichen. Diese alte S 0 l d a t e n t r a d 1 t l 0 n mit neuem und lebendigem G s 3 füllen ist eine hohe und ehrenvolle Ausgabe. lehonft uns* Lschaftlich vertretenen W sr« ft: -j,? Sä' bauwerk und zum tocpuge un|t - - H Das Entscheidende für Deutschlands Zukunft liegt im Wehrwillen und in der ^ehrkraf unteres Volkes, wir alten Frontsoldaten kennen den Krieg und wollen daher den Frieden. Wir wollen aber den Frieden, wie ihn der ?übr-7 Adolf Hiller zu wiederholten Malen freimütig und ehrlich aller welt ange- e. c-inne wiederholen wir das heute vor •fax aM‘: mni» uäv.v. ‘“mir haben alle bis zum letzten Htenuug nur -in-nWank°n.Wir k°nn-n all. nur ein Z.-l: re a beißt Deutfchlano 1 Reinhard, Ob-Zt ^D, , Kameraden! In diesen sturmerfüllten Tagen des Juli und August begehen wir ernst und stolz zugleich das Gedenken jenes geschichtlichen Zeitpunktes an dem vor zwanzig Jahren1 die wehrfähige Mannschaft zu den Waffen eilte, um das Vaterland in einem Kriege zu verteidigen, den das deutsche Volk nicht gewollt hat, und den die deutsche Regierung mit besten Kräften Großkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh, Zeichnung, die außer ihm nur Fürst Blücher, der , Marschall Vorwärts", getragen hat. Er ist Ehrendoktor aller deutschen Hochschulen, Ehrenmeister des deutschen Handwerks und Ehrenbürger von 172 deutschen Städten. Seinen Wohnsitz nahm er wieder in Hannover. Dort arbeitete er an seinen Lebenserinnerungen, die im Frühjahr 1920 unter dem Titel „Aus meinem Leben" erschienen sind. und Mannschaften neben mir standen, waren mir ein Lichtblick in dieser namenlos schweren Zeit. Dafür gebührt Euch allen, darunter nicht zuletzt den Freiwilligen-Veroänden, die unentwegt die Wacht an der Ostfront hielten, mein unauslöschlicher Dank. Mit diesem Dank verbinde ich aber noch eine Bitte f ü r Die Zukunft. Wie der einzelne bei sich über die Ereignisse der letzten Tage denkt, ist seine Sache. Für seine Handlungen darf Dem dahingeschiedenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg bereitet das deutsche Volk ein Staatsbegräbnis. § 2. Mit der Durchführung des Staatsbegräbnisses werden die zuständigen Minister beauftragt. Trauererlaß der Reichsregierung. Berlin, 2. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten und Gene- ralfeldmarschalls von Hindenburg bestimmen der Reichsminister des Innern und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fol- oebracht. Zähe haben wir gerungen gegen eine Welt von Feinden bis zum bitteren Ende. Darum erfüllen wir alte Soldaten eine besondere Pflicht, an diesem Tage heldischer Erinnerung uns zu Worte zu melden. Wir haben den Geist von 1914/18 aus den Trichterfeldern und Schützengraben des Weltkrieges durch 14 schwere Jahre der äußeren Schwäche und inneren Volkszerrlssenheit hindurch als unverlierbares heiliges Erbe der Front treu gewahrt und gepflegt. Unser ehemaliger unbekannter Frontsoldat, der heutige Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, hat unserem Soldatentum wieder heimatrecht in deutschen Landen gegeben. Wir danken ihm dafür und für das in uns gefetzte Vertrauen ganz besonders in dieser Stunde, da wir ehrfurchtsvoll unserer toten Kameraden gedenken, die gefallen sind, damit wir leben. diesen Gegebenheiten erwuchs der 1914, der die gesamten Dolkskräfte mit gebieterischer Notwendigkeit schlagartig einheitlich zusammenschmolz. Dieses Erlebnis der Geschlossenheit und Gemeinsamkeit aber hielt den vierjährigen Stürmen des Weltkrieges leider nicht stand. Die innere Front zerbrach, der Zusammenbruch wurde Tatsache. Und vom Hunger zermürbt und durch die Propaganda der Nutznießer des Zusammenbruchs, die „Freiheit und Brot" versprachen, irregeführt, fand das deutsche Volk nicht mehr die Kraft zur Ablehnung des ihm zugedachten Schand-„Frie- Programm entsprechend Rechnung tragen. A A/.. Kundgebung Seldles zum 2. August Zwanzig Jahre seit Kriegsausbruch, fünfzehn Jahre feit dem sog. Friedensschluß sind vergangen. Die Kriegsgegner Deutschlands haben sich alle Mühe gegeben, das Instrument von Versailles nicht einrosten zu lassen, ja es noch zu verschärfen. Verschiedene zeitlich begrenzte Bestimmungen des Dik- totes sind zwar erloschen, aber immer noch lastet Versailles mit aller Folgenschwere auf dem deutschen Volke, auf dem Deutschen Reiche. Auch heute noch muß das deutsche Volk um seine Gleichberechtigung und seine Freiheit ringen, einen schweren und erbitterten Kampf führen gegen einen „Frieden", dessen Revision nötig ift, wenn Europa gesunden soll, gegen einen Fne- den der angeblich dem Selbstbestimmungsrecht der Völker Rechnung tragen sollte, in Wirklichkeit aber deutschen Volksboden sinnlos aufteilte mit dem Er- folge dah von den Staatsvölkern, in deren Bereich deutsches Volkstum lebt, ein unerbittlicher Ent- deutschungsprozeß betrieben wird, der sich als konzentrischer Angriff gegen das Deutschtum von den Außenposten her darstellt. Aber das deutsche Volk ist dessen gewiß, daß dieser -Friedens- Schluß von Versailles kein Gebilde von Dauer ist und sein kann, daß er im großen Flusse des Geschehens nur eine Episode blei- zu geben. . Köln, 1. Aug. (DNB.) Der Korpsführer des „Grünen Korps^ (ehemaliges 26. Res.-Korps), Amtsgerichtsrat Dr. Braß, teilt mit:Vie ernfte Erkrankung des Herrn R e 1 d) s p r a \1 b e n t e n , unseres Führers im Felde und obersten Gebietsherrn, zwingt uns, die ^chahrige Gedenk Berlin, 2. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Zum Zeichen der Trauer beim Hinscheiden des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Hindenburg, ordnet der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, an: 1. Sämtliche Offiziere und Beamte im Offiziersrang der Wehrmacht legen zur Uniform auf 14 Tage Trauer an (Trauerflor um den linken Arm). . Beim 9. Preußischen Infanterie-Regiment und beim 16. Infanterie-Regiment dauert diese Trauer vier Wochen; erster Tag der Trauer ist der 2. August. 2. Bis zum Tage der Beisetzung einschließlich werden die Flaggen auf den militärischen Dienstgebäuden in allen Standorten und auf den Schisfen der Reichsmarine h a I bst 0 ck gesetzt und von den Truppen kein Spiel gerührt. (Ausnahme: Alarm und Feueralarm). 3. Alle salutfähigen Schiffe und Salutbattenen schießen am 3. August und am Beisetzungstag von her Morgenflaggenparade an (8 Uhr) je 21 Schuh Trauersalut. 4 Die Ehrenwache in Neudeck stellt das Infanterie-Regiment Nr. 3; Befehl ist unmittelbar ergangen. Die Totenwache im Trauerhause ist Lurch Offiziere nach näherer Anweisung des Wehr- kreiskommandos I zu stellen. Gesetz über das Staatsbegräbnis für Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburn. Berlin, 2. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Das Reichskabinett hat das folgende Gesetz über das Staatsbegräbnis für den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg be- zu verhindern bestrebt war. m n Wir deutschen Frontsoldaten des Weltkrieges haben im Kampfe um das Lebensrecht un° eres Volkes unsere Pflicht getan. Fast zwei Millionen unserer Kameraden sind in Der Erfüllung dieser Pflicht gefallen. Ihrer gedenken wir zuerst in diesen Tagen in unlöslicher Verbundenheit. wir deutschen Frontsoldaten sind stolz auf die Leistungen der deutschen Armee im Weltkriege. Die Wafsenehre des deutschen Heeres steht unversehrt vor der Geschichte. Deshalb bedurften und bedürfen wir auch in Zukunft keiner Revanche. Wir deutschen Frontsoldaten haben nach dem Abschluß des Krieges alle unsere Kräfte für die innere Gesundung unser es Volkes und für den Aufbau einer sauberen und geordneten Gemeinschaft derNation eingesetzt. Deshalb gedenken wir in diesen Tagen mit besonderer Dankbarkeit auch jenes Tages vor anderthalb Jahren, an dem unser Führer im Welt- krieg, Generalfeldmarschall von H'N den bürg, einem Manne aus unseren Rechen dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Adolf Hitler, die Regierung des Reiches ubertrug. I h m w 0 11 e n und werden wir in treuer und kameradschaftlicher Hingabe J) elf e n, fern großes Werk der Erneuerung der deutschen Nation zu vollenden. Wir deutschen Frontsoldaten kennen den Krieg und wissen, welche Leiden und Zerstörungen höchster werte er mit sich bringt. Wir wünschen daher mit derselben Unbedingtheit wie unser , Führer Adols Hiller den Frieden. Wir deutschen Frontsoldaten sind überzeugt, dah die Männer, denen wir viereinhalb Jahre lang in den Schützengraben und Trichterfeldern des Weltkrieges gegenübergestanden haben und die wir als tapfere Gegner achten lernten, aus dem Erlebnis der Front heraus ebenso denken wie wir. , _ , Wir deutschen Frontsoldaten richten daher an alle Frontsoldaten des Weltkrie- ,U vermeiden, stellte sich Hindenburg nach der Ab- bankung des Kaisers und nach Ausbruch der Re- volution der neuen Regierung zur Verfügung und übernahm die fchwierige Operation der eiligen Rückführung des Heeres in die Heimat, Am LS Juni 1919 nach Unterzeichnung des Friedens, teate er den Oberbefehl nieder und nahm in einer Kundgebung Abschied von der Armee und seinen Kriegskameraden, In dieser Abfchieds-Kundgebung sagte er: „Soldaten! Ich habe mich seinerzeit der Regierung gegenüber dcchin ausgesprochen, daß ich als Soldat den ehren- vollen Untergang einem schmählichen vorziehen muß Diese Erklärung bin ich Euch schuldig. Nach- dem ich schon früher meine Absicht kundgetan hatte, nach erfolgter Friedensentfcheidung wieder in den Ruhestand zurückzutreten, lege ich nunmehr den Oberbefehl nieder. Ich gedenke bei meinem Schei- ben vor allem bewegten Herzens der langen Jahre, in denen ich drei königlichen und kaiserlichen Kriegsherren dienen durfte. Zeiten stiller, unermüdlicher Friedensarbeit und stolzen Ausstiegs, großer Siege und zähen Ausharrens stehen mir dabei vor Augen. Ich gedenke aber dann auch mit tiefem Schmerze der traurigen Tage des Zusammenbruchs unseres Vaterlandes. Die hingebende Treue und das Vertrauen, mit denen Offiziere, Unteroffiziere Berlin, 1. Aug. (DNB.) Der Deutsche R e i ch s k r i e g e r b u n d „K y f f h ä u s e r" veröffentlicht zum 2. August folgenden Aufruf: Zum zwanzigstenmal jährt sich der Tag, an Dem das graue Volksheer auszog in einen uns aus- gezwungenen Krieg, die bedrohte deutsche Heimat zu schützen. v A . Ungeheure Opfer an Leben und Blut wurden ' - Zähe haben wir gerungen gegen eine Feinden bis zum bitteren Ende. Berlin, 1. Aug. (DNB.) Der Reichs- Berlin 1. August. Der Bundesführer WSSÄ-fe.» - oachtsstunden, die am 2. 21 u g u ft in vrmne rung an den Kriegsbeginn gehalten werden, für- bittend des Herrn R r' ch s p r a f.den en gedacht wird. Ferner find die Kirchen tunlichst den g a n z e n T ag ü b e r ° s f e n zu h°lt°n, um den evangelischen Lolksgenasien d.e Möglich- feit zur Sammlung und furbittenben Gebet Arbeit zü gelangen, hängt wesentlich von der, a Festigkeit unserer Wehrmacht ab. Diese *1ÖO|1*1Q tUDlKll Festigkeit zu erhalten, ist daher unsere erste Pflicht. Vtf Die persönlichen Anschauungen, so schwer es auch allen mag, müssen zurückgestellt werden. Nur durch 1914 — 2. AUgUst — 1934. olche einmütige Arbeit kann es mit Gottes Hilfe gelingen, unser armes deutsches Vaterland yer 2. August 1914 wird für alle Zeiten in aus tiefster Erniedrigung wieder besseren Zelten ber ^schichte des deutschen Volkes als Tag strah- entgegenzuführen. Lebt wohl, ich werde lenben Glanzes und stolzer Erinnerung fortleben. Euch nie vergessen! Dieser Tag, da sich eine unerträgliche Spannung gez. v. Hindenburg." löste, da das deutsche Heer aufgerufen wurde zur IVerteidigung des Reiches, sah das deutsche Wieder im Jfupqtatw, Volk eins und einig. In jenen Augusttagen „ . .... des Jahres 1914 verstummte mit einem Schlage Hindenburg sind alle e.rb^nt^nm^re"^ Der innerpolitische Hader; geschlossen erhob sich das geworden. Darunter ist bemerkenswert, daß ber beutr^e Polt, stand auf gegen den Angriff, Kaiser ihm am 25. Marz 1918, nach der „Großen bie gri}nt nad) außen, Front gegen den Schlacht in Frankreich", die golbenen Strahlen zum ^^nd. Für jeden, der sich Deutscher nennt, liegt Grohkreuz des Eisernen Kreuzes verlief eine Aus- P bie|em Erlebnis der Augusttage 1914 der tiefste ""und begründetste Widerspruch gegen die Lüge von der deutschen Schuld an diesem gewaltigsten aller Kriege. Es ist unbegreiflich, dah einem Volke, das damals in dem Bewußtsein so elementar geeint war, zu seiner Verteidigung aufstehen, zu Schutz und Schirm von Heimat und Vaterland ausziehen zu müssen, vorgeworfen werden konnte, es habe diesen Krieg entfesselt, ihn vorsätzlich den anderen durch seinen Angriff aufgezwungen. Nie wurde eine schmählichere Lüge erfunden als durch die Friedensmacher von 1919 in dem Artikel 231 des Diktates Wir Kameraden des K y f f h ä u s e r b u n d e s, _ „ , „ ______ des größten Soldatenbundes der Welt, sind mit. -htsfübrer be9 deutschen Reichskriegerbundes Recht stolz auf das hohe Gut unserer Tra- Bunde s h ^fhäuser". dition, deren letzte Wurzeln in die Zeit Fried-l Zwanzig Jahre sind seit den Augusttagen 1914, ünfzehn Jahre seit dem Tage von Versailles, dem chwärzesten Tage neudeutscher Geschichte, verilos- en. Was jahrelang unmöglich erschien, aus dem zusammengebrochenen deutschen Volke von 1919 wieder eine Nation zu bilden, es ist jetzt erfreulicherweise zur Tatsache geworden. Es hat jahrelanger mühevoller Anstrengungen und einer völligen Umgestaltung und Neuschöpfung des deut- schen politischen Lebens bedurft, bis sich m allen Schichten des deutschen Volkes der gesunde Sinn eines gesunden Volkes gegenüber den Zumutungen der Knechtschaft durchsetzen konnte. In dem im nationalsozialistischen Staate geeinten deutschen Volk ist ber Wie zur Selbstbehauptung wieder erwacht. Seit Dem dO. Januar 1933 sieht unter Adolf Hitlers Fu h - rung ein neues Deutsches R e ich vor den Augen der Welt, grundverschieden und grundsätzlich anders als das von 1919, aber wesensgleich und ähnlich in seiner einmütigen Geschlossen- heit dem von 1914. Don dem Willen zu friedlichem Wiederauf st ieg beseelt, von seinem heiligen Recht auf Freiheit und Gleichberechtigung durchdrungen, glaubt diefes deutfches Volk von 1934 an feine Erneue- rung und die Wiedergewinnung einer Geltung in der Welt, die ihm nach Leistungen, Kulturhohe und Rasse zukommt. Und dafür wird es kämpfen und alle seine Kräfte einsetzen, erfüllt von dem Geist den der August 1914 so herrlich emporwachsen liefe! Es ist nicht nur des deutschen Volkes tiefstes UWi»-™‘.'S*.'Ä -L innere Ruhe zu wahren und zu fruchtbringender l Amtspenode wiedergewahlt. Schuld am Kriege ist eine Lüge. Die Formel der - Gegner, die Deutschland und dem deutschen Volke Erlaß des ReichswehmWers an teSMBWO hi» Hebung und die Memoirenliteratur dokumentarisch Tagen bis zum 23ei efeungstage einschließlich bie 8 erweist, dah bie beutsche Politik, ® na*U n? fl niifnofnrhort fi* der I die Politik Bismarcks sowohl wie bie Politik Wil- Das beutle Volk roirb aufgeforbert, sich ber -P aller Derschiebenheit eine Politik bes Trauerbeflaggung anzuschließen. Friedens gewesen ist. Währenb bas Deutsche Am heutigen Tage und am Tage der B-.fetzung W 3* lallen sämtliche öffentliche Beranstal- Abwehr^undbesten' Rußland tungen au«. unb Frankreich, Ziele angestrebt, die nur Di« Kirchenbehörden b''d-r K°nse1sionen ordnen ^/^meng/rstlgm GA-g-nheit-n, bis zum B-if-tzungstage emlchlietzlich täglich ein ' Präventivkriege für sich günstige Chan- e i n ft ü n d . g es T r ° u e r g - l ° u t - in der Zeit 4* ^sdrScklich von sich g-wiefen. von 8 bis 9 Uhr abenbs an. IDeutschland war keineswegs besser und stärker ge- Bis zum Beisetzungstage der^ allgemeinen ^chrpflicht" reftlos aus- ben in Raumen mit Schankbetr,eb musikalische Dar ° schöpft; wirtschaftlich ging Deutschland völlig un- bietungen jeder Art. vorbereitet in den Krieg. „ V. . ___. * Der Banilawismus, der sich bie politische Während einer Volks t r a ui e r » o n 14 ^Uiigung aller slawischen Völker unter russischer I a g e n oom fjeutigen lag ab geregnet legen bie H H ' ... ber englische Beamten bes Reichs, ber Lanber unb Gememben ^Herrschaft z^ Z die wachsende beutsche am linken Arm Trauerflor an. ^andelskonkurrenz als bebrohlich empfanb, ber Das beutsche Volk gebentt in dieser Zeit bes teu-1 nnaöft(die Nationalismus, ber ben ren Toten mit besonderer Dankbarkeit unb öer- 1 , ,.d DL ff[fafe.ßotbringen als Brücke für seine ehrung unb bringt bies in rourbtger Form tm I b:tione(je Rheinpolitik nicht verschmerzen konnte, öffentlichen unb privaten Leben zum Ausdruck. roaren t>ie Faktoren, bie ben Zusammenstoß AM Beifetzung-t°°° steh, .n ein« noch näher anzugebenben Zeit ber H>r^ehr eine Mi- ^onnc «b rid) gezwungen, seiner wachsenben Be- nute st ill. In ben Betrieben ruht gleich- So s Boben Lebensmöglichkeiten zeitig bie arbeit. schaffen Der Deutfche Runden" wird rni. allen ” (Senbern ber Staats- unb Volkstrauer tn seinem | vor Die letzten tfrag I Moderner Kleinwagen 3/16 PS, Kabriolett, 2-Sitzer sunltrg zu verkaufen. Wo? Mt die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. «3767 SellMGelegenW In hübsch. Landstädtchen, Nähe Grevens, schönes Anwesen, sowohl als Privathaus, wie » ledern Geschält geeignet, besteh. nwöcrn. 2nöcklgen Wohn- bauv, Nebengebäude und grob. Garten sehr preiswert in verkaufen bei kleiner Anzahlung. Schrift!. Anfragen unt. 03741 an den Giehener Anzeiger erb. Besonders billige Rheinfahrt am Sonntag, dem 5. August, mit Sonderzug n. Hildesheim und Extradampfer nach Koblenz. Preis pro Person nur Mk. 6.25. Auskunft u.Fahrkart. Hapag- Relsebtiro Gießen. 448oD t Englands Aufrüstung in der Lust Bl iern di Pan Meyer zu 20 Jahren Zwangs, arbeit. Das Urteil an Wurnig ist kurz nach 20 Uhr vollzogen worden. Die beiden Verurteilten waren beschuldigt wor« den, am 25. Juli den Polizeistabshauptmann Hickel von der Innsbrucker Sicherheitswache auf der Straße erschossen zu haben. Die Verurtel« lung Meyers erfolgte wegen Mittäterschaft. Eine Richtigstellung des ORD. Das DNB. bittet die deutsche Presse um die Auf. nähme folgender Richtigstellung: Durch ein Uebermittlungsoersehen wurde in einem Telegramm aus Rom eine besonders gehässige Stimme gegen Deutschland zu den österreichischen Vorgängen teil, weise in den deutschen Zeitungen als im „Popolo d'Jtalia" enthalten, wiedergegeben. Es wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß es sich bei der er- wähnten Pressestimme nicht um das Organ Mussolinis „Popolo -'Italia", fonoi um das römische Morgenblatt „Popolo R o ma " gehandelt hat. „Oie neue Wacht am Rhein." London, 2. Aug. (DNB Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Die neue Wacht am R h e in" veröffentlicht der liberale „News Chronicle" einen Aufsatz, der die „unbesonnene Rede" Baldwins erörtert. U. a. wird ausgeführt: Soll die Behauptung, der Rhein bilde die Grenze Englands, bedeuten, daß die britischen Minister im voraus beschlossen haben, im nächsten Krieg sei unser Feind unbedingt Deutschland? Soll sie ferner bedeuten, daß das Kriegsamt und das Luftfahrtministerium mit den Franzosen Pläne verabreden nach dem Vorbild von 1914, Pläne, die sich auf Operationen auf franzö- sischem Gebiet gegen den gemeinsamen Feind beziehen? Das Beifallsgeschrei, mit dem Baldwins Erklärung in Frankreich ausgenommen ist, deutet sicher auf diese sehr unheimliche Auslegung hin. Aber die Freude Frankreichs wird nicht größer sein, als die Verblüffung in Deutschland. Eine solche Erklärung abgeben, heißt Deutschland zu unserem Feinde machen. Nichts könnte offenkundiger dazu beitragen, Deutschland in seiner Ueberzeugung zu bekräftigen, daß es eingekreist und unter- d r ü ck t wird und daß es gezwungen sein wird, für seinen Fortbestand zu kämpfen. Die jetzige englische Generation hat die Deutschen einmal bekämpft. Sie beabsichtigt nicht, es noch einmal zu tun. Dir haben die eine Dacht am Rhein beendet und beabsichtigen nicht, eine neue zu begehen. Wir haben keinen Streit mit dem deutschen Volke, I und das deutsche Volk hat keinen Streit mit uns. I Maffenverhastungen in Oesterreich Mitteilungen der Polizei über den putsch am 25. Juli. kaufen. Nach einer weiteren Meldung sind auf der Linie Marburg—Drauburg allein 700 Oesterreicher nach Südslawien geflüchtet. Bor einer Romreise Schuschniggs? Wien, 1. Aug. (DNB.) Wie das sehr gut informierte christlich-soziale „Neuigkeitsweltblatt" mitteilt, dürfte sich Bundeskanzler Dr. Schuschnigg schon in allernächster Zeit nach R o m zu einem Besuch Mussolinis begeben. Vizekanzler Star- Hemberg wird den Bundeskanzler auf dieser Reise begleiten. Zum Requiem für Dollfuß in Berlin. Berlin, 1. Aua. (DNB.) Bei dem feierlichen Requiem aus Anlaß des Todes des österreichi- fchen Bundeskanzlers Dr. Dollfuß hat der Reichskanzler den Vizekanzler von Papen mit seiner Vertretung beauftragt. Oer Heimwehr-Terror. Berlin, 1. August (DNB.) In der Nacht zum Mittwoch drangen bewaffnete Heimweyr- l e ute in die Wohnung des DNB.° Vertreters in Wien, Dr. v o n Hahn, ein, und forderten unter Drohungen Auskunft über seine Tätigkeit. Erst nach längerer Auseinandersetzung gelang es Dr. von Hahn, die Heimwehrleute zum Verlassen der Wohnung zu bewegen. Die deutsche Gesandtschaft hat sofort bei der österreichischen Regierung die erforderlichen Schritte getan und dabei gegen das Verhalten der Heimwehrleute energischen Protest eingelegt. Die österreichische Regierung hat die umgehende Untersuchung des Vorfalles zugesagt. Englischer Bericht. London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) „Daily Expreß" läßt sich aus Wien berichten, dort werde mit einem neuen Aufruhr im September gerechnet. Der Berichterstatter des Blattes will zn dem Eindruck gelangt sein, daß alle Gegner dec Regierung, gleichgültig in welchem Lager sie stehen, dann gemeinsame Sache machen würden, und behauptet im Zusammenhang damit, daß der marxistische Schutzbund noch Zweidrittel seiner früheren Bestände an Gewehren, Maschinengewehren und Revolvern im Besitz habe. Weiter beschäftigt sich der Korrespondent mit der Zahl von Verhaftungen hoher Regierungsbeamter, Richter und Polizeipräsidenten und sonstiger Staatsangestellter. Dies zeige, daß die National- s o z i a i i st e n allenthalben zu finden seien. Tausende von Personen seien ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager geschleppt worden. 3n den Provinzen laufe die heimwehr Amok, und die gewöhnlichen Polizeiorgane seien außerstande, ihnen Einhalt zu tun. ] Wien, 1. Aug. (DNB.) Die polizeiliche Untersuchung des P u t s ch e s vom 25. Juli hat ergeben, daß die Aufständischen in Wien ihre Waffen und Uniformen auf einem Holzlagerplatz im 20. Bezirk verborgen hatten. Erst am Mittwochoor- mittag wurden diese Gegenstände in die Turnhalle im 7. Bezirk gebracht. Ferner wurde festgestellt, daß die Führer der fünf Kraftwagen, die bei dem Ueberfall verwendet wurden, vollkommen unschuldig sind. Sie wurden vormittags von einer unbekannten Person angerufen, sich zu einem großen Transport, in die Siebensterngasse zu begeben, wobei ihnen bedeutet worden war, daß es sich um einen staatlichen Auftrag handele. Das ganze Manöver war so geschickt eingefädelt worden, daß keiner der Kraftwagenführer, noch der Kraftwagenbesitzer irgendeinen Verdacht schöpfte, zumal das bekanntgegebene Fahrtziel, Bundeskanzleramt, überhaupt dazu angetan war, jeden weiteren Zweifel zu zerstreuen. Außer den Hingerichteten beiden Führern der Aufständischen wurden noch weitere 20 Anführer beim Ueberfall auf das Bundeskanzleramt ermittelt. In das Welser Kreisgericht sind 2 0 0 Personen wegen Teilnahme an dem Aufstand eingeliefert worden. Es befinden sich darunter zahlreiche Intellektuelle und Staatsbeamte. Voraussichtlich dürfte für Wels ein eigener Militärgerichtssenat bestellt werden. In Graz sind bisher 1400 Strafanzeigen eingelaufen. Bemerkenswert ist die berufsmäßige Schichtung der unter Anklage gestellten Juli-Putschisten in der Provinz. Nach einer Meldung des „Neuigkeitsweltblattes" rekrutiert sich die überwiegende Zahl der Beschuldigten aus rein bäuerlichen Kreisen. Der Rest sind fast ausschließlich Intellektuelle, wie Amtsräte, Postdirektoren, Lehrer, Zollbeamte, Aerzte und Rechtsanwälte. Da alle diese Leute ihre Posten und ihre Aemter verlieren, kann geradezu von einer Dezimierung der nationalen Beamtenschaft in Kärnten und Steiermark gesprochen werden. Der Wiener Landesgerichtsrat Dr. Wenger wurde wegen angeblicher hochverräterischer Betätigung verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert. 3000 Flüchtlinge in Südslawien. Wien, 1. Aug. (DNB.) Nach einer Belgrader Meldung der „Stunde" sind bisher 3 0 0 0 A u f - ständische auf südslawisches Gebiet übergetreten. In W a r a s d i n ist Dienstag ein neuer Transport von 60 Flüchtlingen eingefroren, darunter befinden sich auch zwei Frauen und fünf Kinder. Den Flüchtlingen wurden die Waffen abgenommen. In den ersten Tagen nach der Flucht befanden sich die Flüchtlinge in großer Not, doch verfügen sie heute, wie die südslawischen Blätter melden, über gewisse Geldsummen und können Nahrungsmittel ein- Unfer der Helmwehr herrsche Mißstimmung, weil nicht ihr Führer Fürst S t a r Hemde r g, sondern Dr. Schuschnigg zum Bundeskanzler ernannt worden sei. Infolgedessen seien viele Heimwehrsoldaten in den letzten Tagen ganz disziplinlos geworden. Ein Beispiel hierfür sei der brutale Ueberfall, der in der Nacht zum Mittwoch auf den Vertreter des DNB., Baron v. Hahn, ausgeführt wurde. „E v e n i n g Standard" berichtet aus Wien ebenfalls über Uneinigkeit in der Heimweh r. Verzweifelte Anstrengungen würden gemacht, um den Frieden in ihren Reihen herzu- stellen. Es gebe Offiziere, die mit der Ernennung Schuschniggs zum Kanzler unzufrieden feien. Verschiedene dieser Offiziere seien aus der Heimwehr ausgetreten. Eine Anzahl von Heimwehroffizieren habe Wien verlassen. Reue Hinrichtung in Wien. Wien, 1. Aug. (DNB.) Das Standgericht verurteilte am Mittwoch den Angeklagten Friedrich Wurnig zum Tode und den Angeklagten Chri-1 Amerika nicht überrascht. London, 1. Aug. (DNB.) Wie Reuter aus Washington berichtet, hat dort die Erklärung Baldwins über die Luftpolitik Englands keine besondere Ueberraschung ausgelöst. Man erklärte in Washington, daß Baldwin lediglich offen ausgesprochen habe, was in der englischen B e- oölkerung sowohl, wie auch außerhalb Großbritanniens schon seit langem gedacht werde- 3n politischen Kreisen Washingtons hört man jetzt, daß schon gelegentlich der Weltwirtfchafts- konferenz in London Staatssekretär hüll über die englischen Auffassungen unterrichtet worden sei. Schon damals sei ihm mitgeteilt worden, daß England den Wunsch habe, in Belgien und in den Niederlanden neutrale Zonen geschaffen zu sehen, deren Vorhandensein einen Luftangriff auf die 3nfeln verhindern wurde. Holland winkt ab. Haag, 2. Aug. (DNB.) Einer Reuter-Meldung aus Washington zufolge hat man dort die von Baldwin im Unterhaus abgegebene Erklärung zur Luftfahrtpolitik in dem Sinne ausgelegt, das England die Einrichtung neutraler Luftzonen in den Niederlanden und in Belgien plane. hierzu wird in Haager amtlichen Kreisen Wert auf die Erklärung gelegt, daß hier von einem folchen plan nicht das mindeste bekannt fei. Wer auch nur einigermaßen, so wird weiter erklärt, über die Einstellung der niederländischen Regierung unterrichtet sei, werde bereits die Unmöglich, k e i t der Unterstellung begreifen, daß zugunsten der militärischen Verteidigung eines anderen Staates einfach über holländisches Ge- b i e t verfügt werden könne. ! kxx ■ v ha Kleines l-2-Faiuil.-Haus u. 3-Zimmer- Wohnung sof. gesucht. 03763 Paul Schrots, Marburg an der Labn. Walter Kempff Großen-Buseck (Adolf-Hitler-Str. 34), im Juli 1934. Gleßen, den 31. Juli 1934 Heute 4483 D 03759 03753 Einm.all.Haus- 2-lonnen- arbeit. vertraut. 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In später Nachmittagsstunde langten wir Röthenbach im westlichen Allgäu an, wo wir die Dörfer Scheidegg, Ellhofen u. a. verteilt wurden. Der herzliche Empfang mit Musik, Begrüßungsreden und die flotte Abwicklung der Unterbringungsmaßnahmen sicherten von vornherein ein gutes Einvernehmen zwischen Gast- irS.-Gemeiuschaft„Krast durch Freude" Wo fahren wir hin? 11. bis 19. August: Nordseeküste (Ziel- ftation Norderney; auf der Hinfahrt Besichtigung In den ersten Wochentagen erwanderte man ter Führung von Einheimischen die nächste Umgebung seines neuen Heimatortes und lernte da eine ' Musterlandschaft eiszeitlicher Vergletscherung mit Findlingen und Gletschermühlen (ciinen. In Ellhofen stellte sich der Ortspfarrer als „verkehrsamtlich autorisierter Fremdenführer ohne Portefeuille" gern zur Verfügung und gab aus feinem reichen heimatkundlichen Wissen wertvolle Aufschlüsse aus der Geolo- gie und Geschichte seiner Heimat. Bei diesen Wanderungen hatte es natürlich besonderen Reiz, auch einmal bis an die Reichsgrenzpfähle zu mit der Schwebebahn hinauf aufs 2230 Meter hohe Nebelhorn, das allerdings feinem Namen alle Ehre machte, denn von Aussicht war keine Spur; und dann hinein in die einzigartige Breitach- klamm, deren tosende Felswasser uns noch in den Ohren brausen. Oft nur in drei bis fünf Meter Abstand streben die Felswände bis zu 150 Meter entrecht empor, in die ein schmaler Pfad einge- jauen ist. Die Erinnerung an diese Naturfchönheiten wird nie in uns verblassen; viele von uns haben sich Andenken wie Kuhglocken, Edelweiß und Sepplhüte mitgebracht, das billigste Andenken hat sich aber Freund Theo B. geleistet: er hat es in der Brei- tachklamm nicht für nötig gehalten, sich tief genug zu bücken und hat daher unliebsame Bekanntschaft mit einem überhängenden Felsen gemacht: er hat sich in der Breitachklamm ein „Nebelhörnchen" geholt und konnte sich des ungeteilten „Beileids" seiner Wandergenosfen erfreuen. Denselben prächtigen Eindruck wie das Allgäuer Land hinterlieh in uns das 211 g ä u e r Volk. Gerade im kleinen Dorf kommt man in engste Berührung mit dem Mann aus dem Volk, und so hatten wir die beste Gelegenheit, dieses von Herzen kommende und zu Herzen gehende Wesen des Allgäuers kennenzulernen. Wir wurden von ihnen ausgenommen in ihre Hausgemeinschaft, erlebten mit ihnen die tägliche Arbeit der Weidewirtschaft, sahen in der Sennerei vor unseren Augen aus 1200 Liter Milch einen zwei Zentner schweren Emmentaler Käse entstehen — schade, daß wir keinen mitnehmen konnten —, wir sahen den Strohhutarbeiter und den Holzpantoffelmacher an der Arbeit. Und abends faßen wir bis spät in die Nacht hinein zusammen mit diesem biederen Völkchen hüllte, und das reiche Haar, das in einem nachlässigen Knoten in dem gebräunten Nacken hing. Es war von einem seltsamen farblosen Blond, als hätten Sonne und Regen ihm seinen Glanz genommen, und doch lag ein matter Schein daraus, von betörender Lebenswärme. Dicht bei seinem Ruheplatz sah er nun einen Holzsteg im Sumpf, der auf morschen Pfahlen em wenig in den Fluß hineinragte, zwischen dem Schilf. Als das Mädchen den Kahn an die Bretter antreiben ließ und ihn befestigen wollte, erblickte sie den Vagabunden und sah ihn mit großen, bellen Augen starr und erschrocken an. Die Strömung drehte langsam den Kahn, das Mädchen hielt einen Pfahl mit der Hand fest, beugte sich vor und staunte, bis die Züge dieses fremden Manner- gesichtes ein ratloses Lächeln in ihrem Angesich hervorbrachten. ri . . „Was liegst du dort? Woher kommst du? fragte «un sind wir wieder daheim wir, mehr als m an der Zahl, die aus Hessen und Hessen- tarau an der Allgäu-Fahrt teilgenommen haben; U wir sind nur erst körperlich zu Hause, seelisch int wir noch ganz im schönen Allgau verankert, ii linieren Ohren klingt noch das melodische Kuh- ■[ofengeläute, und immer wieder ertappen wir diesen Tagen dabei, daß unsere Gedanken ]U1 luu)t bei der Arbeit sind, sie weilen doch noch >u gern im romantischen Allgäu, das uns samt tm &d>en ans Herz gewachsen ist: ..Mein ist im Hochland!" One Woche voll der erhebendsten Eindrücke, wie 5'aaum einer der Teilnehmer früher schon einmal Uls der Vagabund das von Erlen und Weiden- , cedüsch bewachsene Ufer des Flusses erreicht hatte, mrf er sich ins Gras nieder, das in der feuchten, Wien Erde so hoch stand, daß es ihn wie eine fühle Flut aufnahm und überschlug. Es war so M umher, daß man. die Flügel der Libellen m iei Lust des warmen Mittages hörte und die ge- ieiinnisoollen Stimmen des träge dahinziehenden Dissers. Die Rohrspatzen schrien im Schilf m einer liegen Sumpfniederung, in der das tote Wasser zwischen den hohlen Halmen in der Sonne glitzerte. 2cr Ruhende dachte an das heiße Leidensband der Landstraße wie an eine überstandene schmerzhafte Krankheit, trocknete seine Stirn und atmete tief, o($ tränte er seine Genesung in diesem Frieden. Oer sanfte Wind bewegte über seinen Augen öie Holme, sie schaukelten im Himmel. Eine Biene zog dcher, summte sorgenvoll und ließ sich ani Ranv le- Kelches einer Sommerblume nieder, Die sich mit ihr neigte. Das kleine Tier zog in die farbige Helligkeit der Blüte ein, in den strahlenden Son- neitempel, in dessen reiner Halle das lieben em» an?)er suchte und begegnete, in den einfältigen Wandern der Natur. Langsam zog eine kleine miße Wolke hoch am Himmel dahm, leuchtete, toenberte und zerging im Blau. Wenn die Wipfel Lei Erlen von einem Windhauch bewegt wurden, ie-tann für eine Weile ein geschäftiger Eifer m den Blattern, ein silberner Strom floß um sie, Der Die Sh gen lockte. Die Düfte, die vom durchwärmten Wasser und aus dem feuchten Grund der Ufer finmten, schläferten ein und führten merfrourbige Erinnerungen aus ben Tagen ber Kindheit mit fid>, die zugleich wach und vergessen waren, wie em' oon Traumen befangener Blick. Oer Vagabund ließ die Stunden dahmstreichen, ah habe er sich viel um andere Dinge gekümmert, ch-r in den Zügen seines Gesichtes lag em aus bei Tiefe des Herzens dringender Lichtschimmer, oh habe Gott sich um ihn gekümmert WIs die Gnadenbahn ber Sonne ihren Hohe- ivnkt längst überschritten hatte, vernahm ber henbe ein gebämpftes hölzernes Poltern unb cir Plätschern bes Wassers, bas nicht von ber Strömung tommen tonnte. Gr richte Men Kops empor unb [ah auf ber Gilberle.fte des Flusses einen Kahn hinabtreiben, m bem ein Mabchen flortb, das mit einem grasten fftuber fteuerte unb auf bas Ufer zuhieit. an dem er lag Er betrachtete Öre vorn Licht umfloffene Gestalt ihre jungen Si eber die das durstige Sommerkleid taum-ner- beim Glase bunklen Bieres unb lauschten den volkstümlichen Darbietungen der Dorfkapelle und den heimischen Weisen des Gesangvereins. Und das Zoblerquartett hob sich in seinen schlichten Vor- trägen so vorteilhaft von mancher bei uns gastie- renoen „Salonjodlertruppe" ab; schließlich erlebten wir die Schuhplattler, und wenn auch beim anschließenden Fremdenplatteln manch komische Figur zu sehen war, so wurden die mutigen Plattler und Plattlerinnen aus unseren Reihen doch von den Allgäuern mit Preisen bedacht. Den lieber« schwang der Gefühle des lustigen Bergvolks stellte der Spaßmacher Wirt aus Jsny dar, genannt das „Urviech"; bei seinen komischen Darbietungen unter Begleitung einer unglaublich langen Ziehharmonika erreichte die Fröhlichkeit ihren Höhepunkt. Schnell waren Die acht Urlaubstage verflossen, ein Abschiedsabend versammelte noch einmal Einheimische und Gäste, wobei der Dank für die herzliche Aufnahme zum Ausdruck kam und das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Nord unb Süb im Reich neu gestärkt mürbe. Vor allem aber gebührt unser Dank ber N S. - Gemeinschaft „Kraft burch Freube", bie in biefen Tagen Taufenben von Volksgenossen burch ihre mustergültige Organisation bie Möglichkeit gewährt, zu leicht erschwinglichen Preisen ihren Urlaub in einem fremben Heimatgau zu verbringen. Wer wie wir „Allgäuer" eine solch herrliche Fahrt hinter sich hat, ber sehnt schon jetzt ben nächsten Sommer herbei, wo es lieber fortgehen soll mit „Kraft burch Freube" ms Lanb ber Freube! Aus Gießen unb Umgebung nahmen etwa 100 Volksgenossen teil. M ber ASG. „Straft durch Freude" im Allgäu Äolksgenoffen aus Gießen unb Umgebung auf froher Fahrt. schen! Dies große Erlebnis gab unserem Geiste hohen Flug, b i e s große Erlebnis gab uns Sie- gestohlen unb Glaubenskraft, aus b i e f e m großen Erlebnis heraus konnten unsere Kämpfer ben Dpfertob für bas Vaterlanb mit Liebern auf ben Lippen sterben! Die Feinbe Deutschlanbs haben in ihrer unge« heuren Uebermacht unb mit Mitteln, bie außerhalb der Kämpfe auf dem Schlachtfelde brutal und keineswegs ehrenhaft in Anwendung gebracht mürben, uns schließlich bas Diktat von Versailles auf- gezmungen. Sie haben uns bann, in materieller Überlegenheit ben Krieg fortsetzenb, keine politische Demütigung erspart unb keine mirtschaftliche Er- holung gegönnt. Wir missen, baß auch nach unserer nationalsozialistischen Erhebung immer noch ber politische Himmel für uns ummölkt ist, und daß immer noch Stürme über Europa dahinbrausen. Aber an »der Gesinnung, mit ber mir ins Felb zogen, an bem Geist, aus bem heraus mir zur Waffe griffen, lassen mir nicht rühren!" Wir gingen, meil mir gehen muhten! Weil uns ein Krieg, ben kein Deutscher trollte unb mollen konnte, von außen ausgezmungen mar! |)ote, liegt hinter uns. Schon auf ber Hinfahrt ijkte uns ber Schmarzmalb feine Wunber. In engen Kinzigtal mit seinen zahlreichen Eisen- bht ntunnels träumten bie schmucken Schwarzwald- ^01 schen in ben Sonntagmorgen hinein. Unb als |»j der Triberg-Steige endlich ber höchste Punkt er- xjjcht mar, ba erwachte bie Morgensonne unb sichte bie Schwarzwalbberge unb -täler mit ihren flh Fen Wassern in hellen Sonnenschein. | tm Hohentwiel vorbei ging's burch bie Kalklanb- fd) ft bes Schmäbischen Juras hinab ins Donautal, un> kurze Zeit Darauf erreichten wir bet Radolfzell bei Bodensee. Die viele von uns durften ba zum erstenmal jix ihrem Leben den maiestätifchen Anblick der Schweizer Alpen drüben auf dem anderen Vodenseeufer genießen! z,n Friedrichshafen besichtigten wir Den tm Bau handlichen Zeppelin, er ist noch nicht mit seiner Mle überzogen und gewährt daher einen recht auf- schLißreichen' Einblick in die technischen Jnnenein- rk tungen, die hier in jahrelanger mühsamer Arber geschaffen werden. Der neue Zeppelin ist 248 ÜR ter lang und fast 200 000 Kubikmeter Gas, bas i,ft eine Menge, bie einen vierflammigen Gasherb Jahre lang ununterbrochen Tag unb Nacht speiset würbe Inb bann nahm uns nach kurzer Fahrt bie gebern unb Gästen. Unsere Allgäuer Woche war keine Ruhewoche im eigentlichen Sinn, schlafen hätten wir ja auch l zu Hause können, biese Woche galt vielmehr bem I Studium von Land und Leuten im Allgäu. Pfahl erreicht hatte. „Was wolltest bu hier tun?" fragte er. „Zn ber Bachrnünbung liegt bie Fischreuse." Sie erschrak, ba sie ben Ort verraten hatte, an Dem ihr Gerät lag, benn er hätte vorn Ufer aus dorthin gelangen können, unb ein Lanbstreicher war es allemal, wenn auch... „Woher kommst bu?" fragte sie rasch, um ihn abzulenken, aber es schien, als habe er nichts von ber Reuse gehört, benn er suchte roeber nach ihr noch antwortete er. r . . Sie sah mit Befangenheit in feine Augen und ungewiß war ihr, als ob es eine glückliche Traurigkeit geben müsse. Sie wagte nicht mehr zu sprechen, sie empfanb, als habe sie ihm Unrecht getan, er hatte nicht sie gewollt, sonbern viel mehr, unb ihre Unsicherheit wuchs. Da löste sie bie Hanb, ohne es recht zu wollen, unb schlug bie Augen nieber, ba- mit bie fonberbare Frage seiner Blicke sie nicht erreichen konnte. Die willkommene Strömung faßte wieber ben Kahn, brehte ihn langsam unb nahm ihn lautlos mit sich fort. Erst als schon bie Schllf- roänbe sie beckten, hob sie bie Hanb unb winkte schüchtern ins Grüne, Weite hinein ... Erst vereinzelt, bann in Gemeinschaft erklangen nun wieber bie Stimmen ber Rohrspatzen, unb eine Libelle mit bunfelblauen Flügeln ließ sich auf einen Schilfhalm, dicht vor dem Ruhenden, nieder. Als die Sonne mehr und mehr sank, wehte es kühler vom Wasser her. Der Sonnenschein umher bekam auf allen Blättern, auf dem Wiesengrund unb in ber Weite am Saum bes Walbes jenen Golbglanz ohne Frische, wie er bie Sommernach- Mittage so klar unb so fonberbar macht, in ihrer Stille. Die Fische begannen zu springen, ein bichter Schwarm kleiner, weihgeflügelter Insekten fpiene über bem toten Wasserarm in ber reinen Luft unö sah sich tausenbfach im Spiegel seiner Lebenswelt, ein blanker, bunkler Abgrunb mit dem Bild bes Himmels, Wiege und Grab. sie mit tiefer Altstimme. Sie zögerte, ben Kahn zu befestigen unb ben Steg zu betreten, ber Frembe schien es mit Der Antwort nicht eilig zu haben. Enblich fügte er unb erhob sich halb, wobei es schien, «ls drucke der schwere goldene Sonnenmantel auf feine Glieder „Ich ruhe und fchaue das Licht, die Punzen, den Himmel unb bas Waffer an, unb nun auch ^Irgendetwas m seiner Art verwirrte sie leicht, sie empfanb, baß sich mit ihm nicht auf reden ließ wie sie es mit Leuten ihrer GegenD konnte. Aber ihr war, in einehmff^^^n ^audj als sollte sie noch vor ihm bestehen können, auch war bie heimliche Sorge, bie sie beschlich, ohne Angst, sie war frei unb rounberbar. Du bist mübe, vielleicht hungrig ober lange war, als «noanbdte ।ihm ««g« in dem das dauere galt Blumen und ^w7stF Gewalt 7m°:rh°b M und trat auf bC"s®m,früher zu mir“, sagte er, „ich werde bi@eelanntaortete nicht, sah ihn voll und ruhig an ■ *s' EndgiilügeZahlenderBolkszählunglyZZ 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Diese Zirkusvorstellung unter dem schönen großem Zweimastenzelt ist der Clou des Ganzen. Hier er-- weist es sich, daß die Liliputaner nicht lediM ihre Winzigkeit zu eigen haben, sondern bi fit aud) Akrobaten und Tänzer, Schlangenme^en und humorvolle Clowns sind, die ihren großen Kollegen von Busch und Sarrasani, von Krone und« Gleich in nichts nachstehen wollen. Zunächst treten: sechs Akrobaten auf, Damen und Herren von guter1 Proportion der Körper, die in ihren Darbietungen: viel Geschicklichkeit, Kraft und Eleganz beweisen. Eine besonders reizende Nummer des Programm; tellt die Vorführung von sechs Ponys dar. Die Tiere gehorchen jedem Wink ihres kleinen Stall- Sagen Sie, stimmt es, Laß zum „Tag her 100 000" tausend Zelle aufgebaut werden? J-a-whl — mehr noch. Rund 1400. Zwei Rissen- zeltstädte, die einen Raum von 80 000 Quadrat- Die Hitler-Jugend in unserem Gau wird bei diesem Gebietsaufmarsch und den damit verbundenen Großkundgebungen unter Beweis stellen, daß sie für unseren Führer und unser Vaterland steht und so, wie sie bis jetzt gekämpft hat, weiter kämpft. Zur Festigung der Tradition dieses Kampfes soll die Ausstellung beitragen. Darum wird um die Hilfe aller Parteigenossen gebeten. Ein verheißungsvolles Telefongespräch Das Gau'p ress samt teilt mit: Hallo, dort Aufmarschleitung? Ja, hier Ausmarschleitung für das Gebietstreffen der Hitlerjugend in Frankfurt a. M. am 1. und 2. September. LPD. In der vom Statt st ischen Reichs- amt herausgegebenen Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik" werden nun in einer Sonderlage die endgültigen Zahlen der Volkszählung vom 16. Juni 1933 veröffentlicht. Das Ergebnis in Hessen. Die Zahlen für Hessen zeigen folgendes Bild: Hessen umfaßte am 1. Januar eine Fläche von 7692,01 Quadratkilometer. D i e Gesamteinwohnerzahl betrug 1 429 0 4 8. Davon waren 698 038 männlichen Geschlechts. Im Juni 1925 betrug die Einwohnerzahl für den Volksstaat Hessen 1 347 279, wovon 655 964 männlichen Geschlechts waren. Die Gesamtzunahme betrug 81 769, d. h. 6,1 v. H. An dieser Zunahme hatten die männlichen Personen einen Anteil von 42 074 oder 6,4 v. H., die weiblichen dagegen nur 5,7 v. H. 3n Hessen kommen auf 1 Quadratkilometer 185.8 Personen nach der neuen Zählung, während es 1925 nur 175,2 waren. Für die drei Provinzen Hessens ergeben sich fol- aende Zahlen: Die Provinz Starkenburg hat eine Gesamteinwohnerzahl von 665 512, wovon 326 257 männlichen Geschlechts sind. Am 16. Juni 1925 betrug die Gesamteinwohnerzahl Starkenburgs 624 572, davon waren 305 570 männlich. Die Gesamtzunahme beträgt für diese Provinz 40 940, also 6,6 v. H. Daran sind die männlichen Personen mit 20 687 oder 6,8 v. H. beteiligt. Der Anteil der weiblichen Personen beträgt nur 6,3 v. H. In der Provinz Starkenburg entfallen auf 1 Quadratkilometer 221,9 Menschen. Im Jahre 1925 waren es nur 208,3. Die Provinz Oberheffen hat eine Gesamkeiuwohnerzahl von 342 620. Davon entfallen auf die männlichen 169 461. Vorher betrug sie 328 490, wovon 161 504 männlich waren. — Die Provinz Oberhessen hat ihre Einwohnerzahl von den hessischen Provinzen am wenigsten vermehrt, denn ihre Zunahme beträgt nur 14 130 oder 4,3 v. h. Daran sind die Männer mit 7957 oder 4,9 v. h. ! beteiligt. Die weiblichen Personen nur mit 3,7 • v. h. 3n Oberhessen kommen auf 1 qkm nur „Gefallsüchtig ist Doris auch. Hast du gesehen, Mütterchen, was sie dem Farnhorst für Augen machte?" „Der fällt nicht auf sie herein. Das konnte bloß unserem Sohn passieren!" sagte die alte Dame und weinte. Tröstend strich ihr Mann über ihren grauen Scheitel. „Wenn wir nun beide bloß voreingenommen waren?" „Oh, nein! Das ist es nicht! Wir haben uns beide auf eine liebe junge Schwiegertochter gefreut. Ver- schleiere doch deine Sorgen nicht! Rein, guter Alter!" ” Drittes Kapitel. U"d wieder war ein halbes Jahr vergangen. Richard Feller war einige Tage in Salheim gewesen. Er hatte einen Architekten mitgehabt. Sie hatten miteinander den alten Park besichtigt. Der Fescher war verstorben. Nun unterhandelte Richard Zeller mit dem Bürgermeister. Es kam zu einem Abschluß. Am Abend saß Feller dann Fritz Farn- über m Öß^en fIeiner' bescheidener Wohnung gegen- „Ich beginne also noch in diesem Frühjahr mit dem Bau. Ich freue mich, daß meine Frau mit hierher will. Beinah wollte ich ihr das einsame ^eben nicht zumuten. Aber sie fährt leidenschaftlich gern Auto und meint, daß sie ja da sehr schnell mit mir zu irgendeiner Veranstaltung fahren kann. Und so kommen wir also. Dann sind Sie selbstverständlich öfter einmal unser Gast." „Sehr freundlich, Herr Feller. Ich weiß aber nicht, ob ich diese gütige Gastfreundschaft allzusehr ausnutzen werde." Fritz Farnhorst bemerkte es recht gut, wie sein Gegenüber heimlich aufatmete. Litt Richard Feller bereits in seiner Ehe? Und wäre es nicht besser, er wüßte alles? Aber dazu besaß er, Farnhorst, kein Recht, diesem Manne etwas aus der Vergangenheit zu erzählen. Es lag auch für ihn keine Veranlassung vor. Ganz ab- gesehen davon daß er Doris Feller nie ihres schützenden Hafens berauben würde. Denn für diese tfrau mar es doch am besten, sie lebte unter dem Schutze eines ehrenwerten Mannes. Aber das Her- fp°rhJ?en Fra" nach hier bedeutete für ihn raenh Xn« n^°sigkeit. Denn Doris wollte irgend etwas. Vielleicht war es nur die Angst, daß Jin mtnrt erda?Len k°unte; wahrscheinlich wollte sie haft schweigem Aber es war auch möglich, nphni?»6 6 $r2U' D?m Schicksal wieder in die Höhe gehoben, reich und verwöhnt, jetzt irgend etwas brauchte, um sich die Langeweile zu vertreiben. dem sein, wie es wollte. Für ihn war hier kein Bleiben mehr, wenn Doris hierher kam. Dann mußte er gehen. Denn welche Rolle spielte er m den Augen seiner beiden Chefs, wenn die Vergangenheit doch einmal durchsickerte. Mußte sich 104,2 Personen gegen 99,9 im Jahre 1925. In Rheinhessen wohnen nach den neuen Ergebnissen 420 916 Personen. Davon sind 202 320 männlichen Geschlechts. 1925 betrug die Einwohnerzahl Rheinhessens 394 217, wovon 188 890 männlichen Geschlechts waren. Die Gesamtzunahme betrug 26 699 oder 6,8 v. H. An dieser Zunahme sind die männlichen Personen mit 13 430 oder 7,1 v. H. beteiligt, die weiblichen dagegen nur mit 6,5 v. H. Auf einen qkm kommen in Rheinhessen nun 299,5 Personen; im Jahre 1925 waren es 280,6. Danach ist Rheinhessen immer noch d i e dicht- besiedelste Provinz Hessens. Die einzelnen Kreise Hessens zeigen folgende Bevölkerungszahlen: Bensheim 78 919, Darmstadt 154 537, Dieburg 68 102, Erbach 49 968, Groß-Gerau 69 948, Heppenheim 59 000, Offenbach 185 038, Alsfeld 39157, Bübingen 44 648, Friedberg 93 481, Gießen 105 621, Lauterbach 30945, Schotten 28 768, Alzey 43 951, Singen 47 821, Mainz 175 632, Oppenheim 49 568, Worms 103 944. Hessen-Nassau. - Die Provinz Hessen-Nassau, die am 1. Januar eine Fläche von 16 844,76 Quadratkilometer umfaßte, hat 2 584 828 Einwohner. Davon gehören 1 252 998 dem männlichen Geschlechte an. Am 16. Juni 1925 betrug die Gesamteinwohnerzahl 2 475 064. so daß zwischen 1925 und 1933 ein Zugang von 109 764, also 4,4 v. H. zu verzeichnen ist. Die männlichen Personen haben seit 1925 um 60 352 d. h. um 5,1 v. H. zugenommen, während die weiblichen Personen nur um 3,9 v. H. zugenommen haben. Nach den Ergebnissen der letzten Zählung kommen auf ein Quadratkilometer in der Provinz Hessen-Nassau 153,4 Personen gegenüber 146,9 im Jahre 1925. NSLD., Kreis Gießen. vetr.: Schülerzeitschrift „hilf mit". Im Rahmen der Reichstagung des NSLB. in Frankfurt a. M. findet am Samstag, 4. August, um 15.30 Uhr in Frankfurt a. M., Moltke-Allee, Be- rufsschule III, eine Sondertagung der Sachbearbeiter für „Hilf mit" statt. Die Bezirkssachbearbeiter und Ortsgruppenvertrauensleute sind hierzu herzlichst eingeladen. Der Kreissachbearbeiter: Heller. Kreisleitung der NSDAP. — Abteilung Rundfunk. Anläßlich der Funkausstelluna in Berlin wird nochmals darauf hingewiesen, oaß alle Anträge bis spätestens am 5. August 1934 eingereicht und die Beträge eingezahlt sind. Spätere Anmeldun- gen können nicht mehr berücksichtigt werden. Die Bestellbogen sind bei den jeweiligen Ortsgruppen, Funkwarten oder auf der Kreisleitung, Abteilung Rundfunk, wo nähere Auskunft erteilt wird, zu erhalten. Die Sprechstunden sind täglich von 4.30 bis 5.30 Uhr auf der Kreisleitung, Ludwiastraße, Abteilung Rundfunk. Reichsoerband deutscher Rundfunkhörer (RdR., DRFV.) der Kreisgruppe Gießen: B l a ck e r t, Geschäftsführer. Aufruf an alle Parteigenossen und ehemaligen Hitlerjungen. Das G a u p r e s s e a m t gibt bekannt: Parteigenossen, ehemalige Angehörige der Hitler- Jugend! Anläßlich des Gebietsaufmarsches der Hitler-Jugend, dem „Tag der 100 000", veranstaltet die HI. eine Großausstellung, die am 19. August im Haus der Moden auf dem Festhallengelände eröffnet werden soll. Diese Ausstellung unter dem Leitwort „Kampf und Sieg der HI." soll den Besuchern Gelegenheit geben, den Ausbau der HI. im Gebiet Hessen-Nassau zu verfolgen. Um nun diese Veranstaltung auf eine vollkommene Höhe Zu stellen, werden Parteigenossen und Hitler-Jungen ersucht, alle Gegenstände, die für diese Ausstellung wertvoll sein können, umgehend an die Shifma^ teitung der Hitler-Jugend, Frankfurt, Seilerstr. 36, Auf Oswaldsgarten ist vor einigen Tagen ei» kleine Stadt erstanden, die man mit Recht eie Märchenstadt nennen darf. Sie besteht wie an Nande unseres Alltags und wir, die wir sie b* suchen können, sind nur Gäste in diesem Reiche, bei einen kleinen Staat für sich darstellt. Uebcrol herrscht, das fällt zunächst sehr aus, peinliche Drit nung. Alles ist schmuck, sauber geschmackvoll, süM Ein Rundgang Lurch i>ie Straßen dieser kleiner Stadt zeigt uns Las Rathaus, und Las Standesamt die Post und Verkaufsgeschäfte, zeigt uns die Wch- Häuser, die alle prächtig eingerichtet sind und öt- Besuchern der Stadt durch große Fenster EinW gestatten. Zierliche Möbel, eigens angefertigt, füllen die Räume, Gardinen verschaffen den Liliputwod» nungen einen heimelichen Eindruck, es fehlt nidt an Komfort, bei dem auch eine moderne BaLeanlac« Zur Selbstverständlichkeit gehört. Und die ßilipi taner selbst sind lustig und guter Dinge, sie unterhalten sich mit Len Besuchern der Stadt, erzähle:, von ihrem Leben in diesem kleinen Reiche, sprech?', davon, wie gut es ihnen selbst gefällt und wie s« überall herzlich aufgenommen werden. Wie oft bi'., det sich, wenn, wie es des öfteren vorkommt, köl-- perlich ganz besonders große Menschen in der Stal!! ZU Besuch weilen, ein Kreis um Lie Gegensätze, bi« nun ganz besonders drastisch wirken. Da gibt w dann manche luftige angeregte Unterhaltung, dir- oft solange dauert, bis Las Zeichen zum Beginn der Zirkusvorstellung gegeben wird. Meter einnehmen, werden Frankfurt Las Gepräge einer belagerten Stadt geben. Das Lager des Jung- oolks im Huthpark wird von einem Teil schon am 29. August bezogen. Es soll ein Musterlager der 1500 Pimpfe werden. Am Abend des 1. September — es sind dann 50 000 Pimpfe geworden — steigt dort die große Abendveranstaltung des Jungvolks, eine Gemeinschaftsdarbietung von unerhörter Wirkung. Und Las zweite Lager? Das ist im Ostpark, nach genauem Bauplan angelegt. Ebenfalls für 50 000. Gerade Straßen, deren jede einen defonderen Namen tragen wird, ziehen hindurch. Die breiteste, zehn Meter mißt sie, führt, umsäumt von HI.-Fahnen, zum Kommandoturm, von wo aus Las ganze Lager übersehen und dirigiert werden kann. Vom Kommandozelt führen Fernsprechleitungen zu den Helten der Oberbann- führer zur Befehlsdurchgabe, lleberall bemerkt man dann noch die Sanitätszelte, die mit Ambulanzen und allem nötigen Material reich versehen sind, um für alle Zwischenfälle, Lie ein so umfassendes Lager mit sich bringen kann, gewappnet zu sein. Wach- zelte, Proviantzelte, Postzelte, ein großes Pressezelt usw. usw. — eine ganze Stadt vor der Stadt wird aus dem Boden gestampft. Die hessen-nassauischen Kreise, soweit sie in unserem Gebiet besonders interessieren, verzeichnen folgende Einwohnerzahlen: Marburg Stkr. 28 439, Marburg Lkr. 64 563, Kreis Biedenkopf 38 888, Dillkreis 62 501 und Kreis Wetzlar 86 065. Auf ihrer großen Reife traf sie Richard Feller. ®r,£9eJteI lhr m seiner bestimmten, ein bißchen hochfahrenden Weise. Und so war sie eben feine Frau geworden. Es war kein himmelstürmendes Glück aber auf seiner Seite mochte immerhin viel Verliebtheit mitgesprochen haben. Und sie hatte ihn ja wirklich auch gern. Großzügig war er immer menn es sich um ihre persönlichen Wünsche handelte' Daß sie seinen Eltern nicht gefiel, wußte sie und erfüllte sie mit ärgerlichem Trotz. Von der Vergangenheit ihres Vaters und auch der ihrigen hatten sie keine Ahnung. Das wäre wahrscheinlich Wasser auf die Muhl- der beiden Alten gewesem au“nb "UN tauchte dieser Fritz Farnhorst plötzlich Sie hatte sich mit dem alten Haß wappnen wollen und kannte es doch nicht. Ja, und was hatte er ,hr eigentlich getan? Er hatte sie damals mit du jenem 2IbtturientenbaU genommen, als er wußte bafc sie gern hinwollte. Und dann hatte ihn Mar Blasken beiseite genommen, hatte ihn ganz gehörig zurechtgeruckt. Ja, und dann hatte Farnhorst sie und ihre Mutter eben gebeten, das Fest zu verlassen. Das war alles! Max SÄ M b°fÜr 9ei,Q6‘! Der hatte ein regelrechtes Verhältnis mit ihr gehabt! Gut, daß statt feiner jetzt dieser schweigsame ernste, anständige Fritz Farnhorst hier ausgetaucht ?^ken hättte nicht geschwiegen! Der hätte beftimmt!^5 öie ^gen geöffnet. Der 2Iber Farnhorst würde schweigen! Gott fei Dank' Sie wollte diesen schützenden Hafen h>er nicht so schnell wieder verlassen. Die Fellers spielten gesell- schaftl'ch.eine Rolle, und sie schwärmte'doch für Festlichkeiten. Und sie selbst wollte umschwärmt und gefeiert werden. Aber merkwürdig, was für ein schöner, breitschultriger Mensch der ehemalige schmale, lang aufgeschossene Oberprimaner geworden war! Dieser Fritz Farnhorst! Als Farnhorst sich später verabschiedete, drückte sie seine Hand. Aber sie spürte keinen Druck der seinen. Da erfüllte sie ein krankhafter Zorn. Mit vöse funkelnden Augen sah sie ihm nach. Der alte Kommerzienrat Feller aber sagte später als sie allein waren, zu feiner Frau: von Bremen). Kosten 42 Mark. Anmeldung bis 6. August. 11. bis 19. August: Hamburg — Seefahrt „Monte Olivia". (Fahrtziel vorbehalten.) Teilnehmerzahl beschränkt! Kosten 50 Mark. Anmeldung bis 4. August. 11. bis 21. August: Danzig. (Zugfahrt bis Stettin und zurück. Stettin—Danzig mit Dampfer "Der Deutsche" und sechstägiger Aufenthalt in Danzig; dort Hafen-, Stadtbesichtigung, Fahrt nach der Marienburg. Quartierorte Zoppot, Glettkau, Brosen.) Teilnehmerzahl beschränkt. Kosten 52 Mark. Anmeldung bis 4. August. 18. bis 26. August: Erzgebirge. (Zielstation Neuhausen, Seiffen, Heidelberg, das unseren Urlaubern in guter Erinnerung behaltene Spielzeugland am Schwartenberg.) Kosten 30 Mark. Anmeldung bis 10. August. 18. bis 26. August: Schleswig-Holstein. (Ziel Seebad Büsum, St. Peter, Ading, mit gemeinsamer Fahrt nach Helgoland. Bei der Rückfahrt Aufenthalt in Hildesheim.) Kosten 40 Mark. Anmeldung bis 10. August. 25. August bis 2. September: Allgäu. (Ziel- statwn ist Füssen-Schwangau, die bayrischen Königs- schlösser.) Kosten 30 Mark. Anmeldung bis 16. Aug. 1- bis 11. September: Samländische Küste, Ostpreußen. (Zielstation ist Königsberg, Unterbringung der Urlauber in Zittau, Cranz, Rossitten usw. Auf der An- und Rückfahrt ist Gelegenheit zum Besuch von Marienburg und Königsberg gegeben.) Kosten 52 Mark. Anmeldung bis 22. August. Sämtliche Anmeldungen für den Kreis Gießen bei der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Zimmer 10; für den Kreis Alsfeld bei der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Alsfeld, Kreisbetriebszellenabteilung. t märe. Aber er glaubte daran nicht mehr. Doris hatte ihm so merkwürdige Blicke zugeworfen. Farnhorst schüttelte die unliebsamen Gedanken ab. Er hatte sich vorläufig zu der Klarheit durch- ’ gerungen: "Ach muß abwarten. Eine übereilte Tat ist nicht ' hl>r" 6ei 65 aud) nur wein Fortgehen von Weihnachten war die Villa eingerichtet. Und er roar am Heiligabend trotzdem ganz allein, weil Richard Feller mit seiner Frau bei seinen Eltern war. Der Kommerzienrat fühlte sich gar nicht wohl und konnte nicht nach Salheim reifen. Seine Frau ließ ihn nicht allein, und so wurde das Weihnachts- fest, das man erst in der neuen Villa in Salheim batte feiern wollen, eben nun wieder daheim in der Fellerchen Wohnung gefeiert. Unb Fritz Farnhorst faß am Weihnachtsabend ganz allein in feiner kleinen Wohnung. Auf dein Tisch stand ein Tannenbäumchen. Im Ofen prasselte em Feuer. Unter sich hörte er die Kinder Weih' nachtslieder fingen. Nebenan fangen sie auch. Dort wohnte Werkmeister Dittrich mit feiner jungen, hübschen Frau. Sie hatten erst vor drei Wochen LeÄch^ 8e^a*ten‘ Waren überglücklich, die zwei „Um.'h" war es ruhig. Ganz still und feierlich. Und im Baum knisterte es, und der Duft der Tanne vermischte sich mit dem Geruch eines trop« senden Lichts. * Sie alte Frau Mahnte war fort. Sie hatte, wie alle Tage, hier Ordnung gemacht, hatte gelüstet, ^ohl/n aus dem Keller geholt. Sie hatte ihr Weih' nachtsgeschenk in Empfang genommen und war hochbeglückt damit fortgegangen. Weihnacht! Heilige Nacht! Draußen lag der Schnee ganz dick. Und klar und hell war die Winternacht. Farnhorst trat ans Fenster. Sah hinaus. Ob er nun noch ein Stück spazierenging? Ein netter Spaziergang, ganz allein in der Weihnachts« naajt, das war schon immer eine Liebhaberei von ihm gewesen. Weilchen stand er noch unschlüssig da, dann er an- Als er den Kleiderschrank öffnete, djette er. Was sich doch da alles gufammenfanb, roenn man erst verdiente! Wirklich! Sogar ein roarm mit Pelz gefütterter Mantel gehörte mit azu und sollte ihm jetzt gute Dienste leisten. Bald stand er fertig angezogen da. Sie Lichter noch schnell loschen! So! Fertig! -.Guten Abend, Herr Softor!" öreunblid) grüßend ging Frau Müllner an ihm ooruber. Sie trug einen Kord mit Aepfeln und einen mit Holz. (Fortsetzung folgt.) Kann man sich das alles einmal ansehen? Natürlich! Kommen Sie nur und überzeugen tz.-, sich von der Diszipliniertheit, Ordnung und Sau!»8 feit eines HJ.-Zeltlagers der Gemeinschaft £ 100 000. 7 ' Sas werde ich nicht versäumen. Und selbsti»? stündlich bin ich mit allen meinen Bekannten r» „Tag der 100 000" in Frankfurt a. M. bei der lerjugend. Heil Hitter! Herl Hitler! Borsicht beim Kauf einer Leihbiblioth«: Sie Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsmi?!.' steriurns für Volksaufklärung und Propaaa^ teilt mit: ö 3n letzter Zeit mehren sich die Fälle, wo buis Zeitungsinferate und durch JmmobilienhänM Leihbüchereien zum Kauf angeboten werden. Geschäftsstelle Frankfurt a. M. der Fachschaft Leihbücherei teilt dazu mit, daß äußerste Vorsicht bat>‘ geboten ist. Bei den zum Verkauf stehenden & schäften handelt es sich meistens um solche, bene die polizeiliche Schließung droht, und die noch ra|. aus diesem Grunde verkauft werden sollen. wird besonders darauf aufmerksam gemacht, bgs von den Inhabern einer Leihbücherei unbebir-T der Nachweis der Eignung für diesen Berus § bracht werden muß, da nur der in jeder Hinssß einwandfreie Volksgenosse Vermittler von Kultm gut sein kann. Es ist daher in jedem Falle inwendig, sich vor dem Kauf einer Leihbücherei W der Geschäftsstelle der Fachschaft Leihbücherei: zirksobmann Paul Roder, Frankfurt a. M Hohenzollernstraße 4—8, zu erkundigen. Siefe Wch rung ist um so notwendiger, als nur dadurch d® hütet werden kann, daß Mitmenschen ihre Ie^.: Ersparnisse verlieren, die sie eigentlich zum (Eruier: einer Existenz anlegen wollten. Märchenstadt und Zirkus Liliput. VU,üiei>ieMW. Vornan von Gert Rothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Richard Feller von ihm dann nicht heimlich verlacht fühlen? ..Wie alt sind Sie eigentlich jetzt, lieber Farn- „Jch werde im Mai sechsmwzwanzig Jahre alt, Herr Feller." „Schones Alter. Braut haben Sie nicht? Ich dachte nur, wir hätten dann hier einen netten geselligen Verkehr einrichten können." „Ich habe niemand." „Ja — jung sind Sie noch. Aber doch nicht zu jung. Und glauben Sie nicht auch, daß Ihnen ein kleiner, fröhlicher Kamerad mehr Frohsinn geben könnte?" „Sicherlich würde es so sein. Aber ich würde nur aus einer, großen, starken Liebe heraus heiraten Und da mir bisher keine Frau begegnet ist, die für mich in Frage käme, so bin ich eben allein." „Sie Richtige wird schon noch kommen!" scherzte Feller. Aber der scherzhafte Ton klang gemacht. Farnhorst lächelte verbindlich. hoffe es auch, daß ich nicht immer zum Alleinsein verurteilt sein werde." Sann sprachen die Herren über geschäftliche Singe. Ser Bau entwickelte sich im Frühjahr sehr schnell Ser Architekt war sehr tüchtig, und Richard Feller hatte seine Freude an dem Hause. Im Herbst wurde es bezogen. Sie Steinbrüche waren weit aus- gebreitet. Neue Arbeiter waren eingestellt worden. L "§ie bleiben auf jeden Fall hier, lieber ,Farn- horst Sie wissen ja über alles Bescheid, und die Arbeiter halten große Stücke auf Sie. Das ist mir sehr lieb, solch eine Mittelsperson für etwaige Streitfragen zu haben!" hatte Richard Feller erst neulich gesagt. 1 „Ich bleibe!" r batte Farnhorst es gesagt. Wie gegen sich selbst war es gerichtet. Was ging ihn die Frau an? Er hatte bewiesen, daß er etwas konnte Und er wollte auch bei feiner Arbeit bleiben. Dann wieder kamen doch die Vorwürfe. Richard Feller wußte nichts! Völlig ahnungslos liebte er die blonde Frau die ihm alles verschwiegen hatte. Feller mochte seine Frau herzlich Heben; vorurteilsfrei war er aber nicht, das wußte Fritz Farnhorst. konnte st- denn für dos Vergehen ihres Baters?, dachte er bann wieder m .fonnte fte nichts. Gewiß nicht. Aber ihr ■ Zerhaltms mit Blasken? Und Feller würde das i - Aben Direktor Langers, die Tatsache, daß er I im Gefängnis gesessen, der Tochter eben doch anrechnen. ©ine ©fje zerstört man nicht. Wenn die Frau es für gut befand, ihre Ehe auf verschleierten Dingen autsubauen, was geht es dann mich an? i Gedanken folterten ihn. Hätte er wenigstens ' geroufjt, daß die Fellersche Ehe restlos glücklich abzuliefern. Wertvoll sind u. a. alte Kampf-I sahnen und Wimpel der HI., Plakate, Schriften, die Zeugnis geben von den einstigen I Kampftagen der Hitler-Jugend, Abzeichen und Wimpel sowie Kleidungsstücke und ganze Uniformen von Jugendbünden, die nach dem 30. Januar 1933 in die Hitler-Jugend überführt wurden. Des weiteren Zeitungsausschnitte, die über Veranstaltungen und Aufmärsche der HI. aus früheren Jahren berichten. Berichte über Gründungen von HJ.-Ortsgruppen, die sich anfänglich auf drei bis vier Jungen aufbauten, sich dann aber stärker entwickelten und schließlich zu ihrer heutigen Größe anwuchsen. Lahn an Oberheffen eststellen. Dillkrers. ii l B I d Vom Nürnberger Stadion zur Deutschen Kampfbahn. 8^ .1? • iti 28. Oberhessischer Provinzial-Zeuer- wehrtag in Bad-Nauheim. Rufe der Mutter gemacht und bemühten sich sofort um die Bergung des Knaben. Die Bemühungen waren von Erfolg begleitet. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche des Ruderlehrers brachten den Knaben bald zum Bewußtsein zurück. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde der Junge in die elterliche Wohnung verbracht. ein paar Jahren. Mit einer Geldstrafe lasse sich hier der Strafzweck nicht erreichen. Der Angeklagte erhalte aber Bewährungsfrist, und wenn er sich zwei Jahre gut führe und der Kasse den Betrag gezahlt habe, so werde ihm die Strafe erlassen. Die Wallfahrt nach Nürnberg ist vorüber, Teilnehmer und die Tausende und aber Tausende aus allen Gegenden des Reiches nach der fränkischen Hauptstadt gekommenen Besucher haben sich wieder zerstreut. Einhellig die Meinung und Ueberzeugung, daß die Deutschen Kampfspiele 1934 ein voller Erfolg auf der ganzen Linie geworden sind. Stand das 14. Deutsche Turnfest in Stuttgart im Vorjahr an der Schwelle einer neuen Zeit, die für die deutschen Leibesübungen und ihren Einbau in die deutsche Volksgemeinschaft und Volkserziehung richtungweisend wurde, so war Nürnberg berufen, zu einer Schule des deutschen olympischen Geistes zu werden, zur Grundlage und zum Ausgangspunkt für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Von dem wunderbaren Nürnberger Stadion, das seine Bewährung für sportliche Großveranstaltungen unter Beweis gestellt hat, richten sich nun unsere Blicke auf die gewaltigen Bauten, die draußen im Grünewald entstehen, und für die die endgültigen Pläne jetzt festliegen. In gigantischem Ausmaß wird das Gelände des alten Stadions, dieser ersten Stätte deutscher Ertüchtigung, mit dem Sportforum zu einer Gesamtanlage verbunden, wie sie in der Welt ein zweites Mal nicht wieder zu ^Die größte Anlage stellt neben dem Stadion selbst d?e große Festwiese mit dem 65 Meter Vier Todesopfer. LPD. Dieburg, 1. Aug. Heute morgen zwi- schen 8 und 9 Uhr verunglückte aus dem sogen. Mainzer Berg beim Bildstock ein mit drei Studenten besetztes Auto, das von Darmstadt kam und auf dem Weg nach Lengenfeld (Vogtland), der Heimat der Studenten, war. Durch den Regen war die Straße schlüpfrig geworden, das Auto kam dadurch ins Schleudern uni) überschlug sich. Don den drei Insassen kamen zwei unter das Auto zu liegen. Sie erlitten so schwere Verletzungen, daß sie alsbald verstorben. Der dritte Student, der Bruder eines der Toten, trug nur leichtere Verletzungen davon. Die Beamten des Lan- deskrimtnalamts Darmstadt waren alsbald zur Stelle, nahmen den Tatbestand auf und brachten die Toten nach Darmstadt. Das Auto mußte abge- schleppt werden. LPD. B ü r-st a d t, 1. Aug. Montag abend ereignete sich an der gefährlichen Ecke am neuen Rathaus ein folgenschwerer Unfall. Der Motorradfahrer Lorenz Zimmermann von hier kam mit dem Sozi-usfahrer H. Stockmann kurz vor 1 Uhr nachts von Lampertheim. Am Rathaus wurde er durch den leeren Seitenwagen aus der Kurve getragen und er fuhr über die Straße gegen die Rathauswand. Die schwere Maschine wurde völlig zertrümmert. Fahrer und Soziusfahrer wurden meterweit geschleudert und mußten schwer verletzt in das Wormser Krankenhaus verbracht werden. Ein auf dem Gehweg stehender Nachtschutzmann wurde von der Maschine erfaßt und erlitt kompli- zierte Beinbrüche. Er mußte ebenfalls tn . das Krankenhaus verbracht werden. Zimmermann : ist seinen Verletzungen erlegen. Verfehlungen eines Offenbacher polizeikommiffars? LPD. Offenbach, 1. Aug. Von der Pressestelle der Offenbacher Polizeidirek- tion wird mitgeteilt: Polizeidirektor Dr. Kaeß hat den Polizeikommissar bei der Polizeidirektion Offenbach Jäger mit sofortiger Wirkung vom Dienst beurlaubt und die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen ihn beantragt. Gegen den beurlaubten Kommissar sind schwere Vorwürfe erhoben worden, die, wenn sie sich bestätigen, einen Verstoß gegen die Pflichten eines Beamten, aber auch grobe Verfehlungen gegen den Geist der nationalsozialistischen Bewegung bedeuten. Kommissar Jäger wurde sosort in Haft genommen. Ferner wurde vom Polizeidirektor noch ein Angestellter bei der Polizeidirektion sofort beurlaubt, weil er einen vom Polizeikommissar Jäger erteilten Auftrag dem Polizeidirektor verheimlicht hatte. Der Polizeidirektor hat mit Rücksicht auf diesen Vorgang seinen Erholungurlaub unterbrochen. Zwei schwere DerkehrSunfälle. öieln finden ihre Liebhaber. Gies;cner Wochenmarktpreise. * Gießen, 2 Aug. Auf dem heutigen Wochen- nnarft kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis ,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis •00, Eier Klasse S IOV2, Klasse A 10, Klasse B 9V2, .-lasse C 9, Klasse D 8, Wirsing, das Pfund 18 bis .90, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Hüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat V bis 25, Römischkohl 8, Bohnen (grün) 25 bis B (gelb) 25 bis 30, Erbsen 30, Tomaten 18 bis Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 9, Kartoffeln, 'sas Pfund 6 bis 6V2 Pf., der Zentner 6 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 20 bis 25, Fallapfel . bis 8, Pfirsiche 30 bis 35, Brombeeren 30 bis •5 Aepfel 15 bis 25, Birnen 20 bis 35, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 20 bis 25, Pflaumen r2 bis 15, Zwetschen 20 bis 30, Mirabellen 20 bis •5, Reineclauden 20, junge Hähne 60 bis 100 Suppenhühner 60 bis 80, Tauben, das Stück 50 iis 70, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 3, vberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. VornoNzen. — Tageskalender für Donnerstag: HS.-Kriegsopferversorgung, 20.30 Uhr, Cafö Leib, Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus, Bahn- ofstraße, „Einmal eine große Dame sein!" — Waldeslust, ab 15 Uhr, großes öffentliches Kinder- sest. ofi S Tage des Aufmarsches der 100 000 des Gebietes Hessen-Nassau, wiederum mit den Besten anderer Banne um den Sieg kämpfen. Am Sonntagvormittag finden die Mehrkämpfe statt, an die sich die Vorrunden im Handball-Blitzturnier anschließen. Der Nachmittag bringt die Handball-Entscheidungsspiele. Die einzelnen Scharen in den Gefolgschaften der Unterbanne stellen zu diesen Handballspielen Mannschaften, von denen bann wiederum die besten ermittelt werden. Man wird hier sehr spannende Kämpfe zu sehen bekommen, denn die Jungen von Stadt und Land treffen hier aufeinander und jeder will doch die Ehre haben, den Namen seines Standortes als Sieger zu sehen. Außerdem wechseln Vorführungen in Bodenübungen ab mit Medizinballstaffeln, Tauziehen, eine 10X100-Meter-Staffel und vielem anderen mehr. Den Abschluß des Tages bildet ein Fuhball-Wellspiel der Mannschaft des Bannes 254 und der des Bannes 116, und man wird sehr gespannt sein, welcher dieser beiden oberhessischen Banne Sieger sein wird Jedenfalls wird dieses Bann-Sportfest am 5. August durch seine Vielgestaltheit für manchen Sportfreund Neues und Interessantes bringen. Wg. Sportfest des Bannesckck6 derHF besonders den Gästen von Krofdorf und Heuchel- beim. Den Abschluß der Feier brachte ein unter« !)altsames Beisammensein. * Krofdorf, 1. Aug. In der jüngsten G e - meinderatssitzung wurde folgendes beschlos- en: Der Verkauf eines Grundstückes, in der Gemarkung Läufersrod gelegen, wurde genehmigt. — Einem Antrag der Firma Rinn & Cloos, Heuchelheim auf Ankauf eines Stück Weges hinter deren hiesigen Zigarrenfabrik gelegen, konnte aus grund- ätzlichen Erwägungen nicht entsprochen werden. — Die Gemeindevertretung erklärte sich bereit, die Hälfte der rückständigen Stromkosten für Straßenbeleuchtung an das Elektrizitätswerk Gießen zu zahlen. — Der Antrag der Deutschen Arbeitsfront auf Weiterzahlung der früheren Vergütung des Flurhüters wurde genehmigt. Anschließend wurde in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt. Kreis Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 1. August. Das sechs Jahre alte Kind einer Familie in Schlierbach spielte in der Nähe des Backhauses auf einer Turmtreppe. Hierbei stürzte das Kind ab und brach sich das Genick. Der Arzt konnte nur noch den Tod das Wegwerfen von Zigarren und Zigarettenstummeln, die noch brannten, verhängnisvolle Brände verursacht worden. Die Landwirte werden in ihrem eigensten Interesse zur Mithilfe an der Behebung solcher Mißstände und Unsitten ermahnt. ** Vor dem Tode des Ertrinkens gerettet. Am Dienstagnachmittag ereignete sich beim Baden in der Lahn, unweit des Anwesens des Marinevereins, ein Unfall, dem leicht ein junges Menschenleben zum Opfer fallen konnte. Ein Knabe hatte den Boden unter den Füßen verloren und Lanvkreis (Rieften. wg. Aus dem Buseckertal, 1. Aug. Durch bas prächtige Hochsommerwetter konnte ber Schnitt bes Getreibes in unserem Tale bereits beenbet werben. Ueberall würben bie Erntemaschinen eingesetzt. Roggen unb Gerste sinb eingebracht, Weizen unb Hafer stehen noch in Hausten auf dem Felde. Die Dreschmaschinen sind bereits in Tätigkeit. Vorerst dreschen die kleineren Landwirte; mit dem Scheu- nendru ch wird bald begonnen werden. Der Ertrag von Roggen und Gerste ist nach Quantität und Qualität zufriedenstellend. Bei Weizen und Hafer sind infolge der Notreife Verluste eingetretem Auch der Strohanfall ist nicht sehr groß. Die Bauern säen gegenwärtig Wicken und Erbsen als Futtermittel, um den Ausfall an Klee auszugleichen. * Dorf-Gill, 1. Aug. Gestern verunglückte hier der 71jährige Landwirt Johann Heinrich Sarnes dadurch, daß er bei der Arbeit auf dem Hofe stürzte und einen Bruch des linken Beines erlitt. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. »rsvelv N. Flensungen-Mücke 1. Aug. Am Sonntag sand im Bibelheim Flensunger Hof ein Missions-Lichtbildervortrag von Missionar Domay von der Pilgermission Chrsichona ber 16 Jahre in China tätig war statt. Nach einer kurzen Ansprache, in der der Redner auf die Bedeutung und das umfangreiche Wirken der Ml sion hinwies, führte er die Zuhörer an Hand der Bilder auf das Missionsfeld in China. Er ermahnte sie das Werk der Mission, sowie die Bruder unb Schwestern draußen auf betendem Herzen zu tragen und für ihre schwere Arbeit zu °ps-rm Nach -,m gen Siebern zur Gitarre fanb der lehrreiche zioeno -Bad-Nauheim, 2. Aug. In Bad-Nauheim wurde ein herrlich gelegener Fest- und Sportplatz nach monatelanger emsiger Arbeit in diesen Tagen fertiggestellt. Dieser neue Waldfestplatz findet seine • erste Verwendung bei dem großen oberhessiAen , Feuerwehrfest, das in Verbindung mit dem 28. Pro- , vinzial-Feuerwehrtag vom 4. bis 6. August durchgeführt wird. Die Anmeldungen zu der großen Veranstaltung sind bei der Festleitung, an deren Spitze der in Feuerwehrkreisen bekannte Oberbrandmeister Fisch steht, in großer Zahl eingelaufen. Zum Festfonntag allein sind 50 große Wehren mit rund 20 Musikkapellen und Spielmannszugen zu erwarten. Die Delegierten und Feuerwehrgäste aus dem rhein-mainischen Bezirk, besonders aus den oberhessischen Orten, rund 400 an der Zahl, treffen bereits am Samstag zum 28. Oberhessischen Feuerwehrtag ein, der nachmittags in der Turnhalle der Turngemeinde durch Branddirektor Braubach (Gießen) mit der Begrüßung der Vertreter der parteiamtlichen und Behördenstellen eröffnet wird und anschließend wichtige Derbands- fragen zu behandeln hat. Der Samstagabend bringt auf dem neuen Feftplatz einen Festk 0 rn - mer 5, in dessen Dienst sich die Turngememde, die Radfahrer - Vereinigung, der Gesangverein „Frohsinn-Liedertafel" und die rührige Feuerwehrkapelle mit sportlichen und musikalischen Darbietungen stellen werden. _ r „ Am Festsonntag findet nach der Gefallenenehrung am Ehrenmal der Stadt Bad-Nauheim und nach dem Empfang der auswärtigen Wehren am Vormittag in der Trinkkuranlage eine Schulübung ber Bab-Nauheimer Wehr statt. Gleichzeitig werben auf ber Abolf-Hitler-Straße bie Vor- 1 bereitungen getroffen zu einer großen Schau- . Übung unb Werbeveranstaltung, die - von ber Bab-Nauheimer Ortsgruppe bes Reichs- i luftfchutzbunbes vorbereitet wirb, unb bei ber bie Feuerwehr, bie Sanitätskolonne unb bie Technische Nothilfe Friebberg mitwirken werben. Die umsichtige Vorbereitung ber Veranstaltung bietet Gewahr bafür, baß bie Vorführung sich zu einer wertvollen Lehrbarbietung gestalten unb jebem Besucher einen nicht alltäglichen Anschauungsunterrricht erteilen ^n5 f-uchtwarme Wetter der letzten Tage hat die ' l-il-e schon verschiedentlich aus dem Boden gelockt , mb sie werben jetzt auch bereits reichlicher auf bem Sarft angeboten 3Jlit dem Beginn des Pilzsam- mlns ist es geboten, auf die mit dem Pilzgenuß irbunbenen Gefahren zu verweisen. Wer Pilze slmmelt, muß Pilzkenntnisse besitzen- sonst tut er ■t baran, seine Pilze durch Sachverständige pru- zu lassen. Der Genuß der Knollenblätterpilze sht sehr oft den Tod nach sich. Häufig aber sind Kränkungen nach dem Verzehren van Pilzgench- tii nicht darauf zurückzuführen, daß die Pilze chtig waren, sondern darauf, daß sie unsachgemäß 1 bandelt wurden. Eine Hauptregel für den Pilzsammler und für te Zubereitung muß immer sein: Was schlecht mcht und viel Ungeziefer an und in sich hat, ist licht genußfähig. Durchnäßte ober von Maden durchsetzte Pilze sind gesundheitsschädlich. Pilze dür- m auch nicht stundenlang ober eine Nacht hinburch \\ ufeinanberliegen. Stellen sich nach dem Genuß wn Pilzgerichten Verdauungsstörungen ein, dann sofort ärztliche Hilfe notwendig. Der viel verbreitete Glauben geht fehl, daß man an giftiges Pilzgericht daran erkennen kann, daß (m hineingesteckter silberner Löffel blau ober sswarz anläuft. Am beliebtesten und am Hau- Wen ist der Steinpilz, der wegen seines Zohlgeschmackes und seiner Ergiebigkeit der König |-r Küchenpilze genannt wird. Er kommt in lich- lm Laub- und Nadelwäldern am häufigsten vor, rt in prächtigen Exemplaren. Von den eßbaren , ilzen wird häufig auch der echte R eitz ger und !»r gelbe Rehling auch Pfifferling gewinnt, gesammelt. Ein hervorragend guter Speise- ' pilz ist der Champignon mit seinen rosaroten bametten. Auch die Morcheln und die L 0 r - Das Streben der HI. auf allen Gebieten, die für ihre erzieherischen Aufgaben in Frage kommt, fei es nun auf kulturellem ober sportlichem Gebiet eine vollkommene Neuorganisation zu schaffen, haben bie Bannführung 116 veranlaßt, am 5. August auf dem Universitäts-Sportplatz einen groß angelegten Sportwettkampf durchzusühren. In friedlichem "Wettkampf sollen an diesem Tage Kameradschaften und Gefolgschaften der HI. ihre Arbeit der letzten Monate hinsichtlich der körperlichen Ertüchtigung unter Beweis stellen und gleichzeitig Zeugnis dafür ablegen, daß nicht nur Sportvereine notwendig sind, in denen die deutsche Jugend zu sportlichen Spitzenleistungen herangebildet werden soll. Es soll der Oeffenttichkett gezeigt werden, daß es heute Hauptaufgabe der Führung der HI. ist, die ihr anvertraute Jugend zu tüchtigen, freien, sportgestählten Menschen zu erziehen, die jeder Lebenslage gewachsen sind und die überall ihren Mann stellen. Dieser Tag des Sports, der fast sämtliche Hitler- Jungen des Bannes zusammenführt, um im Kampfe das Beste zu leisten, soll gleichzeitig die Besten ermitteln, die dann am 1. und 2. September, dem LPD. Dillenburg, 1. August. Die Wildschweine treten in einigen Gemarkungen des Dillkreises in erschreckend hoher Zahl auf. Die Tiere streifen rudelweise über die Aecker und richten an den Getreide- und Kartoffelfeldern erheblichen Schaden an. In Weidelbach wurden dieser Tage etwa 50 Tiere auf einmal gesehen. Die Gemeinden haben Nachtwachen durch die Gemeindeangehörigen aufstellen lassen. Freiheitsstrafe für Nichtabführung von Ortskrankenkasiengebühren. LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Wegen Vergehens gegen die Reichsverficherungsordnung erkannte der Einzelrichter gegen einen Unternehmer, ber hier ansässig unb Auslänber ist, auf zwei Wochen Gefängnis. Der Angeklagte hatte fällige Beiträge in Höhe von 182 Mk. an bie Ortskrankenkasse nicht abgeführt. Er bemühte sich vor Gericht sein Verhalten baburch zu entschuldigen, daß er angab, er habe als Ausländer die gesetzliche Bestimmung nicht gekannt. Im Urteil würbe ihm aber entgegengehalten, daß er als Fremder sich nicht hierauf berufen könne. Gerade als Ausländer habe er sich nach den Gesetzen seines Gasllandes zu richten und müsse sich deshalb über ELP. Kein Uniformnerbot für HI. 1 eim Gottesdienstbefuch. Im Hinblick auf Zahlreiche Anfragen teilt der Reichsjugendpfarrer : uf Grund eines schriftlichen Bescheides der Reichs- uigenbführung mit, daß für die HI. ein Uniform1 •erbot beim Besuch von Gottesdiensten seitens der Neichsjugendführung nicht besteht. ** Sängertreffen in der „W a l d e s - u st". Am vergangenen Sonntag trafen sich, wie man uns berichtet, drei befreundete Gesangvereine m der idyllisch gelegenen* Ausflugsgaststätte „Wal- nesluft". Sinn und tiefere Bedeutung des Treffens mar, dem deutschen Liede zu dienen. Don den Gesangvereinen „Concordia" Krofdorf, Groß'scher Männerchor Gießen und Sängervereinigung Wieseck gelangten zunächst unter der Stabführung von Lhormeister PH. G r 0 ß zwei Maffenchöre zum Vor- irag („Herauf, heraus" von Cornelius unb „In inem kühlen Grunbe" von Silcher), die sehr gut gefielen. Die Gesangvereine von Wieseck und Krof- iiorf sangen außerdem den prächtigen Chor „Eine Wiese voll weißer Margueriten" unb ber Grvß'sche Männerchor bas stimmungsvolle unb bem Orte der Veranstaltung entsprechende Lied „Im Wald" > Schäffer). Ein einstimmiger Massenchor mit Orchesterbegleitung „Weckruf" (Knad) war von Außerordentlicher Wirkung. Nach verschiedenen Volksliedern, die von den vielen Gästen und Zuhörern sehr dankbar ausgenommen wurden, brachte Der Gesangverein' „Concordia" Krofdorf zum Ab- i'chluß den Chor mit Orchester „Am Wörthersee" I5U Gehör. Den Sängern der erwähnten Vereine wurde von Seiten des Publikums dankbarer Beifall zuteil. Besondere Anerkennung verdient der , Lhormeister PH. Groß- Wieseck, dem die Stabführung für die Chöre der genannten drei Vereine obliegt. Insbesondere gelang es seiner Bemühung, Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Sänger untereinander und zwischen Sängern und Zuhörern im Sinne ber Volksgemeinschaft zu stärken. ** Gefahren bei ber Drescharbeit. Zahr für Jahr ereignet sich bei bem Ausbreschen bes Getreides eine große Anzahl von schweren und "d)teilten Unfällen bei ber Bedienung der Dreschmaschinen. Es kommt vor, daß als Heizer und Ge- ireibeeinleger Leute verwendet werden, die sich zu dieser Arbeit nicht eignen. Als Heizer ober Einleger sollen nur nüchterne und zuverlässige Personen em- Seftottt werben, die sich ihrer Verantwortung be= wußt sind und eine sichere Gewahr für einen ordnungsgemäßen Verlauf bes Dreschens bieten. Eine anscheinend nicht auszurottende Unsitte beim Dreschen ist auch bas Rauchen. Nicht selten sind durch wird. u . Am Festzug bes Nachmittags werben sich rund 3000 Feuerwehrleute beteiligen. Eine besondere Note werden diesem festlichen Aufmarsch die historischen Gruppen geben, die Bilder aus der Gerichte des Feuerlösch- und Feuerwehrwesens Kartellen. Belebung in der oberhessischen Basalt-Industrie. * Homberg, 1. August. Die Bemühungen der Reichsregierung um den Ausbau des deutschen Straßennetzes wirken sich für die wirtschaftliche Entwicklung der oberhesfischen Industrie der Steine sehr vorteilhaft aus. Eine Anzahl Steinbrüche, die schon seit Jahren verwaist lagen, konnten den Betrieb wieder aufnehmen und vielen Erwerbslosen wurde dadurch wieder Verdienstmöglichkeit gegeben. Im B a sa l t st e i n b r u ch von Nieder-Of leiden, der mit zu den best- eingerichteten in Deutschland zu zählen ist, sind zur Zeit etwa 200 Personen beschäftigt feinen Abschluß Preußen. Kreis Wetzlar * Nodbeim a. d. Bieber, 1. 2Iug. Am S°n^g"Lr°nst°tte.° die H^Tur^und Etz-MM MM-MK Der Veremsfuhrer M«“ darüber Ausdruck, wesenden und gab femer ^reu b°6 ^''bim weMen Turnerische Vorführungen unb’Ä n der Schüler, der Turner sowie der beiden kurn-rinnenabi-ilungen ernteten großen Snn Vtadi ber Abwicklung bes Programms ?°n te der V?rein-sührer ollen Mitwirkenden, ganz versank Ein Ruderlehrer und ein Paddler, die die sie orientieren. Versicherungsvergehen in heutiger Lahn an dieser Stelle passierten, wurden durch die Zeit müssen streng bestraft werden, denn Die Rufe der Mutter des Ertrinkenden aufmerksam Kassen hätten es heute sehr viel schwieriger als vor hohen Hitlertur m dar. Don hier aus erfolgt der Aufmarsch der olympischen Teilnehmer vor der Eröffnung der Spiele. Fast 400 000 Menschen kann dieser Platz fassen. Dom Olympischen Stadion selbst, der „Deutschen Kampfbahn" ist schon genügend berichtet worden. Weniger bekannt sind die endgültigen Pläne für die Ausgestaltung des Sportforums. Hier wird das Turnhallengebäude stark vergrößert und allein mit sechs Hallen ausgestattet. Das Svmmerschwimm- bad ist bereits vorhanden, ein Winterschwimmdad mit besonderen Teilen für Springen unb Wasserball entsteht. Die Fechter werben ihre Wettbewerbe in einem Vorführungssaal, ber runb 1500 Zuschauer faßt, burchführen. Der Hauptbau des Sport- forums wird das „Haus des deutschen Sporte“, in dem alle Fachämter der einzelnen Sportarten untergebracht werden. In der Nähe entsteht em riesiges Unterkunftshaus, in dem 600 Kur- fiften wohnen unb gespeist werben. Wahrenb ber Olympischen Spiele bienen diese Gebäude den Mannschaften als Ruheraum. In reichlicher Zahl werden auf dem Gelände Uebungsstatten angelegt, darunter zwei Uebungs-Laufbahnen zu 400 Meter mit allen Nebeneinrichtungen für Springen und Werfen. Beiderseits davon entstehen 12 Uebungsfdber für Fußball, Hockey- unb Handball. unb laufen schöne Schule. Alle Tiere wur- Steigern ausgebildet und glanzen bannt in 1 8UrAln6lAenc Das bedeutet immer viel Bei- u^iür^den Lehrmestter. Eine der jungen Mit- krJrinnen der Liliputstadt zeigt sich als Kunst- ‘Sin wn gediegenem Können. Clowns warten woliüielungen-n Scherzen aus und reizen das Lttkum zu herzlichem Lachen. Reitkünste aus ; knnnrt \eiaen zwei ber Liliputaner mit über- suchende/Sicherheit. Einen Höhepunkt des Pro- .£ bilden neben der Vorführung eines oor- f S dreisterten Elefanten (der auf zwei kleinen Erfunden Podesten einen tadellosen Handstand , riübrti die Russischen Tanze", tue von den kle,- n Künstlern mit großer Leidenschaftlichkeit getanzt -rdkn SchüeMch beendet -ine junge Dame m,t wer Darbietung als Parterreakrobatm das un- ^Die" Wrche7stadt"Liliput lohnt den Besuch mit j« Erlebnis einer unterhaltsamen Stunde. Vorsicht beim Pilzgenuß! Aus aller Welt . V. em der ein Für Frauen und Kinder werden weiträumige Erholungsgelände geschaffen. Das Frauenheim im Deutschen Sport- f o r u m soll für 120 Bewohnerinnen ausgebaut werden. Vor dem Heim befinden sich Uebungsplätze, Tennisplätze und ein großer Tanzring. Eine gewaltige Anlage wird die Freilichtbühne für 20 000 Zuschauer mit vierfacher Bühneneinrichtung werden. Sie erinnert an alte griechische Theaterbauten, die noch heute, nach Tausenden von Jahren, unser Auge erfreuen. Große Musikvorführungen und Festspiele sollen hier stattfinden, die Anlage aber auch sportlichen Zwecken, z. B. Boxkämpfen, dienen. Während der Olympischen Spiele finden hier die Fest- auffuhrungen statt. Die akustische Wirkung dieses in einem Kessel gelegenen Raumes ist aufs sorgfältigste ausprobiert worden, man hat festgestellt, daß auf allergrößte Entfernung auch das leise gesprochene Wort noch hörbar ist und daß die Geräusche von in der Nähe vorüberfahrenden Bahnen, Wagen usw. so gut wie nicht vernehmbar sind. Die Reiter erhalten einen großen Turnierplatz mit einer Tribüne für 7000 Zuschauer, dazu die notwendigen Gebäude mit Stallungen für 100 Pferde. Daß selbstverständlich für den Automobilverkehr r i es i g e Parkplätze angelegt werden, sei der Vollständigkeit halber erwähnt; man rechnet mit einem notwendigen Raum für rund 10 000 Wagen. Hierher gehört auch die Bemerkung, daß die Verkehrsregelung aufs sorgfältigste getroffen wird. Den Hauptverkehr wird der Bahnhof Stadion der Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Donnerstag, den 2. August. Gottesdienst zur 20. Wiederkehr des Tages des Kriegsausbruchs. .Stadtkirche. 20 Uhr: Pfr. Becker. — Johannes- kstche. 20: Pfr. Bechtolsheimer. — Wahenborn- Steinberg. 20.30: Gottesdienst zum 20. Kriegsbeginn (Kirchen- und Posaunenchor). — Kirtorf. 20.45: Ge- dächtnisgottesdienst am 20. Jahrestag des Kriegs- beginns; Mitwirkung des Posaunen- und eines Jugendchors. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung'.) Rk. Wir konnten lediglich in Erfahrung bringen, daß es in Deutschland insgesamt 2884 Kriegsblinde gibt, die im Bund erblindeter Krieger zusammen' geschlossen sind. Vorsitzender dieses Bundes ist Amtsgerichtsrat Dr. P. Plein, Berlin-Tem- pelhof, Kanzlerring 5, der Ihnen über alle emschlägigen Fragen Auskunft geben kann. Kunst und Wissenschaft Heidelberger Reichsfeflfpiele. zähesten Kampfes 30 Meter unter dem Gipfel der Rückzug angetreten werden. Deutsche Touristin in Norwegen verunglückt. Aus Olden in Norwegen wird ein merkwürdiger Unfall gemeldet. 900 deutsche Touristen, die mit der „Monte Rosa" gekommen waren, besuchten den Kriksdals-Gletscher. Trotz eindringlicher Warnung kletterten fünf Reisende in eine 15 Meter tiefe Gletscherspalte. In diesem Augenblick „kalbte" der Gletscher und sperrte die Reisenden ein. Sie konnten Zwar nach mühseliger Arbeit befreit werden, doch ft a r b bei der Rückkehr nach Olden eine 25jährige Apothekerin aus Berlin an den im Gletscher erlittenen Verletzungen. Flugzeug „Regenbogen" an der afrikanischen Küste gelandet. Das französische Ueberseeflugzeug „Regen- b o-g e n", das seinen Postflug auf den Kapverdischen Inseln unterbrochen hatte, ist Mittwoch um 10.30 Uhr in Villa Cisneros (Rio de Oro) an der afrikanischen Küste glatt gelandet. Tödlicher Absturz im Höllental. Auf einer Tour vom Hupfleidenjoch ins Höllental stürzte zwischen den sogenannten Knappenhäusern bei der Höllental-Angerhütte die 59 Jahre alte Witwe Elisabeth Zanbitzer aus Leipzig töd - l i ch ab. Die Touristin bewunderte die schöne Aussicht und fuchtelte dabei mit ihrem Stock in der noch waren fast sämtliche Wettbewerbsteilnehmer am Startplatz, und einige Maschinen flogen sogar während des Regens. Nach 100 Meter Höhengewinn mußten die Piloten meist schon zum Blindflug übergehen. Von den Nachwuchsfliegern, von denen gestern der Berliner Bergens sogar 135 Kilometer bei der nur wenig günstigen Flugwitterung zurücklegte, wurden auch heute wieder Streckenflüge bis 50 Kilometer durchgeführt. Mit 7 000 Kilometer Gesamtflug st recke haben die Wettbewerbsteilnehmer in elf Tagen also beinahe ein Sechstel des Gesamtumfangs des Erdballs umflogen und 22m al ist von ihnen eine Start- überhöhung von mehr als 1000 Metern erzielt worden, ein Gesamtbild, das jeden seitherigen Segelflugwettbewerb weit übertrifft. Kurze Gportnotizen. Ab gelehnt wurde bei dem Internationalen Tennis-Kongreß in London der von Südafrika eingebrachte Antrag, den Davispokal nur alle zwei Jahre auszuspielen. Dagegen will man die alte Austragungsweise, also ohne Ausscheidungsturnier, wieder einführen. * Vlindsteuerung von Schiffen. — Reue Versuche von TNarconis. Senator M a r c o n i, der bekannte italienische Erfinder hat an Bord feiner Jacht ,',Elektra" in der Nähe von Sestri Levante an der Riviera vor einem großen Kreis geladener Gäste neue Kurz- wellenversuche vorgeführt. Die neue Erfindung Marconis, die ein Ergebnis dreijähriger Arbeiten mit Kurzwellenproblemen ist, dient dazu, die Navigation im Falle von Nebel und behinderter Sicht zu erleichtern. Sie setzt den Führer eines Schiffes in die Lage, feinen Kurs auch unter den ungünstigsten Sichtverhältnissen zu fahren. Eine zweite Anwendungsmöglichkeit des neuen Apparates besteht darin, die Entfernung des Schiffes vom Hafen oder irgend einem anderen Punkte im Kreise von zwei Meilen zu bestimmen und sich zu orientieren. Die Versuche glückten ausgezeichnet. 90 Meter über dem Meeresspiegel war in Sestri Levante ein Sender aufgestellt, während an Bord der „Elektra" die Empfangsstation aufgebaut war. Die Jacht verließ Santa Marguerita mit völlig verhängter Kommandobrücke und schlug dann m vollkommener B l i n d f a h r t rund zehn Seemeilen südlich die Richtung Sestri Levante ein, wo 1le genau auf der ungeschriebenen Route durch öuiei Bojen, die einen Hafeneingang markierten, durchfuhr, allein geführt von Marconis sogenanntem R a d i o f a r o (Radioleuchtturm.) Den Versuchen wohnte u. a. der Präsident des Schiffahrtsamtes, die Präsidenten englischer und ltallemscher Schiffahrtsgesellschaften, sowie höhere englische und italienische Offiziere und Ingenieure Englisches Frachtflugzeug vermißt. Dem „Petit Parisien" wird aus Cherbourg berich- tet, daß man über das Schicksal eines am 29. Juli uon Folkestone mit Bestimmung Boulogne-sur-mer abgeflogenen englischen Frachtflugzeuges in großer foorge fei, das bisher an feinem Bestimmungsort nod) nicht angekommen ist. 17 Pariser Banffirmen verurteilt. 17 Pariser Bankfirmen, die die Lose der Staatlichen Lotterie über d e m amtlichen Verteilungspreis verkauften, sind von einem Pariser Gericht zu Geldstrafen von 16 bis 100 Franken verurteilt worden. Die von den Firmen vorgebrachten Einwände, daß die Zugabe, wie Bleistifte und Brieftaschen usw. in die erhöhten Preise emkalkuliert war, wurde als nicht stichha 11ig abgelehnt. Das französische Flugzeug „Regenbogen" in Porto Praia. Das französische Ozeanflugzeug „Regenbogen" ist nach Ueberguerung des Atlantiks in feinem Bestimmungsort Porto Praia eingetroffen. Es wird heute mittag nach Casablanca weiterfliegen. Schwerer Gewittersturm über Spanien. In dem Städtchen Monta del Margues in der spanischen Provinz Valladolid tobte ein schwerer Gew ittersturm, durch den das das Städtchen durchfließende Flüßchen über die Ufer trat. Neun Häuser stürzten infolge der Ueberschwem- m u n g ein. Die bereits eingebrachte Ernte wurde völlig vernichtet. Zahlreiches Kleinvieh ertrank. Drei Zähre Zuchthaus wegen Anstiftung zum Meineid. ~ A ° .in3 , 31. Juli. Ein nicht alltäglicher Fall der Anstiftung zum Meineid stand gestern Dor öem Schwurgericht der Provinz Rheinhessen M Verhandlung. Auf der Anklagebank saßen die 38. fahrige Maria Thaidingsmann und der 37. Karl Ho y le r aus Mainz bzw. Mainz. Mombach Wahrend die Thaidingsmann nur wegen einzelner kleiner Delikte vorbestraft war, ist Hoyler wegen Urkundenfälschung, Untreue, Betrug ufa chon sechsmal vorbestraft gewesen. Hoyler flagte feiner -3eit auf Scheidung seiner Ehe. Um diesen Prozeß zu seinen Gunsten zu entscheiden, oeran. laßte er tue Angeklagte, mit der er ein Liebes»»- tjaltnis unterhielt, entgegen der Wahrheit vor Ge- ncht unter Eid auszusagen, daß sie keinerlei intime Beziehungen zu ihm gehabt habe. Um die Aussoqr öer Frau zu erreichen, drohte der Anqe. klagte mit Totschlägen, falls der Prozeß nicht zu feinen Gunsten ausgehen würde. Unter Berücksichtigung der Zwangslage und sonstiger mil- oernöer Umstande verurteilte das Gericht die 2ln- gefragte zu einem Jahr Gefängnis. Hoc- ler wurde wegen Anstiftung zum Meineid zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Wie der Staatsanwalt in seinem Plädoyer ausführte, nriifie tue Seuche des Meineids, die sich in den vergangenen Jahren so breit machen konnte, mit Stumpf und Stiel ausgerottet wer- o e n. Die Untersuchungshaft wurde nur der Frau angeredjnet, die auch das Urteil annahm, während öer Angeklagte glaubt, dagegen Revision einlegen zu müssen. Rundfunkprogramm. Freitag-, 3. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik 11.6.40: Fruhmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: ?0: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst, lo.n ™a9?fl??dert L 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittags, konzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde der prau. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittags- konzert des Rundfunkorchesters. 17.30: Knut Ham- sun. Zum 75. Geburtstag (4. August). Eine Wür- digung. 17.45: Deutsche Volkslieder. 18: Stunde der Jugend. 18.25: Bericht von einer Reise durch Spanien. Ein Zwiegespräch. 18.50: Griff ins Hem. 19: Tanzmusik. 19.45: Politischer Kurzbericht. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation: Die Lüde- ritz-Bucht. Hörspiel von Albert Petersen. 20.45: Kammermusik. 21.50: Finnische Volkslieder. 22.20: Nachrichten. 22.35: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.45: Kleine Unterhaltung. 23: Vom Schick- fal des deutschen Geistes. „Friedrich und Kalle/ Die Geburt der Pflicht. Hörfolge. 24 bis 1: Orchester- konzert. Samstag, 4. August. 5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.55: Fruhkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nächsten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert L Bei 20 Grad im Schatten! Großes Hundstags- Konzert auf Schallplatten. 13. Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend! 15.10: „Lern morsen!" 15.40: Quer durch die Wirt' chaft. Berichte und Gespräche. 16: Nachmittags' 'onzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Wochen« chau. 18.30: Stegreifsendung. 19: Hausmusik des 17. und 18. Jahrhunderts mit alten Instrumenten. 19.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Um- chau. 20.15: Strandsest in Rummelshaqen. 22.20: Nachrichten. 22.35: 20-Jahr-Gedenkfeier der Schlacht von Langemarck. 22.45: Nachrichten aus dem Senderbezirk, Wetter- und Sportbericht. 23: Milt- tarkonzert. 24 bis 1: Nachtmusik. Urfeile des Hessischen Sondergenchf-, Darmstadt, 31. Juli. (LPD.) Das Hessisch.^ Sondergericht verhandelte am Montag der mehrere Fälle. Der 29jährige Bernhard Grob' aus Urberach, ein früherer Marxist, wurd! trotz hartnäckigen Leugnens von Zeugen überführt' m der Eisenbahn auf der Fahrt nach Frankfu»' Beleidigungen gegen den Führer ausgesprochen haben. Das Sondergericht verurteilte ihn zu zehn Monaten Gefängnis und nahm ihn fofow m Haft. 1 |uq Der 29jährige Ludwig Bayer aus Darm stadt hatte kürzlich behauptet, die am 30. SfoJ erschossenen SA.-Meuterer „seien beseitigt word-n weil sie um den Reichstagsbrand Bescheid wußten' Eine Quelle dieser Phantasienachricht wollte sn' nicht angeben. Er erhielt ein Jahr Gefän« nis. Der 27jährige Ennoch Frankfurter Qu. Heusenstamm bei Offenbach a. M. wollte de» Ruin feines Geschäfts auf den „Judenboykott" >u ruckführen und hatte abfällige Aeußerungen £ öie Regierung ausgesprochen. Wie das Gericht doch feftftellte, ist der Geschäftsrückgang lettntu eine Folge der eigenen schludrigen Geschäftsfähig Des Angeklagten, der zu s i e d e n M o n a t e n g, f ä n g n i s verurteilt wurde. Weiter erhielt drei Monate Gefängnis der 30jährige Heinrich Metzel aus Groß, 3immern, der in angetrunkenem Zustande durch Aeußerungen das Ansehen der Regierung herabgesetzt hatte. Reichsbahn bewältigen, dazu die Untergrundbahn mit einem besonderen Ausgang zum Stadion, und eine Reihe von bis aufs Kampfgelände heranführender Zufahrtsstraßen für Autos und Fußgänger. Das ehemalige Hauptrestaurant der Rennbahn Grünewald bleibt übrigens bestehen und soll während der Spiele als Erholungsstätte gelten. Die Bauten sind schon außerordentlich weit gefördert, sie nehmen für das Auge immer sichtbarer werdende Gestalt an. Erstmalig auf der vom Hilfsfonds für den deutschen Sport gelegentlich der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg veranstalteten Ausstellung konnte man das Modell der Gesamtanlage sehen und die Großzügigkeit dessen, was draußen im Grünewald für die Olympischen Spiele 1936 geschaffen wird, bewundern. Der Bauherr wird seine Pflicht tun, nun kommt es darauf an, daß der deutsche Sport in allen seinen Zweigen diese herrlichen Kampfstätten mit frohem Leben, mit Kampfsinn und deutschem Geist erfüllt. Von Stuttgart nach Nürnberg und von hier nach Berlin zu den Olympischen Spielen ist ein einheitlich ausgerichteter Weg des Aufbaus und der Zielrichtung, nun muß der ganzen Schöpfung die Krone des Sieges aufgesetzt werden. Bisher 800 Starts und 7000 Kim. Gesamtflugstrecke. Insgesamt 800 Starts wurden bis zum heutigen Wettbewerbstag des 15. Rhön-Segelflugwettbe- werbs durchgeführt, an dem allerdings starker Nebel und fortgesetzte Regenschauer nur geringen Wettbewerbsbetrieb ermöglichten. Immer wieder gingen in kurzen Abständen stärkere Regenfälle über dem Rhöngebirge nieder, die, nachdem die Starts erst gegen 14 Uhr ausgenommen werden konnten, eine Reihe von Unterbrechungen nach sich zogen. Denn- Bei einem Abendsportfest in Mann- In den französischen Alpen, wo gegenwärtig heim ging der deutsche Rekord-Hochspringer Wein- Manöver der Luftstreitkräfte abgehalten werden, ist kötz-Köln nach seinem Motorrad-Unfall zum ersten cin Militärflugzeug gegen eine Felswand Male wieder an den Start. Er bewältigte dabei geflogen und in den Paß abgestürzt. Es ging voll- trotz seiner Verletzung die Höhe von 1,90 Meter, ständig in Trümmer. Die beiden Insassen, "~ * Unteroffizier und ein Leutnant, wurden auf Einen Fußballkampf Deutschland Stelle getötet. Man führt das Unglück auf gegen Spanien wird es wahrscheinlich zu Be- "Luftloch" zurück. ginn des nächsten Jahres geben. Spanien hat den Aufgeklärter Raubüberfall. — Wunsch geäußert gegen Deutschland zu.spielen. Verhaftung und Geständnis des Täters. D e r G a u S ü d w e st wird in der nächsten Seit . 9n der Ortschaft Damsdorf im Kreise Aauch-Bel- 18 Kämpfe im Amateurboxen durchführen. Borge- gelang C5 den Rau b ll b erfüll aufzuklären, sehen sind Treffen gegen die Ländermann,chasten ber "2 3uli in Tharlottenburg auf die Frau von Ungarn und Irland sowie gegen die Gaue Tabakwarengrohhandlers Steinbrecher Westfalen, Hannover, Sachsen, Schlesien Ostpreu- ”eFubt wurde. Als Tater wurde der [eit einem Jahr fien, Württemberg, Nordmark und Bauern be, emern Siedler m Damsdorf wohnende Walter * * HBittermann ermittelt und verhaftet. Sitten ftpinrirh (=;onot.4. , f < ., J ™ann legte ein umfassendes Geständnis ab, so daß (K und Mayer e7da^ ^die Wvhnu^ (Hannover) das Diskuswerfen. Becher. Während er sich von der Frau des Händ- Der e u r 0 D a m e i ft pr im n n ft f» r; M lers Tabakwaren einpacken lieh, zog er ein eigens an oen totart zu gehen. * darauf eine Geldkassette, die er bei einem früheren DiebesteLeistungbei einem „Amerikaner- Wt W’ "" 9e’ Sportfest in der schwedischen Stadt Surahammar K _ vollbrachte der amerikanische Wurfathlet Torrance «'Nder verursachen eine Zugentgleisung, im Kugelstoßen mit einer Weite von 16,25 Meter. | Wie die Reichsbahndirektion Trier mitteilt, ent» al eilten auf der Strecke Trier—Hemeskeil die Lokomotive und der Packwagen eines Perfonen- Zuges. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Die Reichsbahn ließ sofort einen Umsteigverkehr , einrichten, so daß der planmäßige Zugverkehr nicht Der Schaden ist außerordentlich hoch. Zwei auf ein gestört ist. Die Untersuchung ergab, daß Kinder Hausdach geflüchtete Bauern konnten im letzten aus dem Orte Kell am Nachmittag in einer Kurve Augenblick durch Polizisten unter Lebensgefahr ge- schwere Steine auf die Gleise gelegt hatten, die der rettet werden. Da die Wassermassen auch die Land- Lokomotivführer zu spät bemerkte. An einer Stelle ftrafjen aufwühlten, ist jeder Verkehr unterbrochen, häuften sich die Steine derart, daß die Zugmaschine kanadischer Kanufahrer auf hoher See ertrunken, ""b der Packwagen aus dem Gleis sprangen. Die Der junge kanadische Seemann John ©mit!) M8^i,Uknfl ,ofo;t„in bie ®!?c Leitet Die aus Peterborough (Ontario) der, wie seinerzeit ine,,ben Zugunfall verursachten, sind 9 bis gemeldet, vor mehreren Wochen seine Heimatstadt H ^oyre alt. verließ, um einen fünf Meter langen Kanu nach schweres Motorradunglück in USA. — Zwei Tote, England zu fahren, ist ertrunken. Seine Leiche etwa dreißig Verletzte. wurde etwa 100 Meilen vom Land entfernt, von Wie aus Lakewood (Neujerfen) berichtet wird er. -'nem Dampfer geborgen. eignete sich bei einem Fest in dem benachbarten hol. Vrafilianifcher Dampfer aufgelaufen. mansoille ein schweres Motorrad Unglück. Bei Der brasilianische Dampfer „Run Barbosa", der Norführungen kamen Zwei Motorradfahrer plötzlich von Hamburg mit 87 Fahrgästen und 127 Mann Schleudern und fuhren in dieZuschauer- Besatzung nach Brasilien unterwegs ist, lief n^d- " 9 e Zwei Personen wurden getötet und an lich des Hafens von Leixoes (Portugal) auf ein ,9 »e r'c Neun von den Letzteren trugen Felsenriff. Das Schiff follte in Leixoes wei-1 ^were Verwundungen davon. tere 226 Passagiere an Bord nehmen. Unter den Passagieren befanden sich auch 65 Deutsche, die von Belgien nach Brasilien ausreisen wollten. Sämtliche Passagiere sind an Land befördert morben. Es ist zweifelhaft, ob das Schiff wieder, m... f.,. „ _ flott kommt, da die Maschinen des Schiffes nicht von „Gotz von Berttchmgen , „Lanzelot und San- rnehr einwandfrei arbeiten und das Schiff auch verein , „Der zerbrochene Krug" und „Ein Somleck gestoßen zu fein scheint. öereten", „Der zerbrochene Krug" und „Ein Som- Nach Meldungen aus Urumtschi ist die Expedi- siihrung der „D e u t s ch - n P a s f i ° n 1 9 Z 3" von tton S o e n H e d i n s dort eingetroffen. Die Ex- Richard E u r i n g e r, die zu gewaltiger und tiefer peöihon wird bald wieder aufbrechen, um die For- Eindruckskraft gelangte. Die Anteilnahme der ein- fchungsarbeiten fortzusetzen. Die chinesischen Behör- heimischen Bevölkerung wie der auswärtigen Be- &!)Cn versprochen, die wissenschaftliche Arbeit facher ist derart groß, daß weitere Vorstellungen tatkräftig zu unterstützen. eingelegt werden müssen. Zunächst ist für den Flucht indischer Terroristen aus dem Gefängnis. 2 und 4. August (Pioniertag in Heidelberg) die Wie aus Kalkutta berichtet wird, sind vier wegen "Deutsche Passion" außer den bisher bestimmten revolutionärer und terroristischer Betätigung ange- Vorstellungen eingesetzt worden, so daß sie Donners» klagte Eingeborene aus dem dortigen Gefängnis Freitag und Samstag gespielt wird, entkommen. Ihre Flucht wurde begünstigt durch (Ernennungen bei den Frankfurter Bühnen, einen heftigen Regenschauer während dessen die Der Generalintendant der Frankfurter Städtischen Wachter in dem Gebäude Zuflucht suchten. Sieben Bühnen hat in Uebereinftimmung mit dem Ober- Gefangene benutzten die Gelegenheit, um sich an bürgermeister den leitenden Oberjpielleiter Richard ^pm°^^ommengeknupften Lendentüchern her- Salz mann zum Direktor im Schauspielhaus abÄu?nffpnT^UnrtU5 ?^.er $°f und den Chefdramaturgen Friedrich Bethge zum h?hpm •$' l Erstiegen sie die (Befangnismauer, stellvertretenden Generalintendanten ernannt 3 mDern sie einander auf die Schultern kletterten. Die TBnMfnfmppift Gnmortrou«, Wachter konnten drei Häftlinge, die sich noch inner- a Wohttaligkeits-Konzertreife der halb der Mauer befanden, festhaltem Di? sieben ”American Le8lon Ban<*“ durch Deutschland. Häftlinge gehören zu einer Gruppe von 42 Terra- . Bord des Lloydschnelldampfers „Europa" riften, gegen die seit März verhandelt wird. traf die Kapelle der „American Legion“ Erstbesteigungen Bamberger Alpinisten auf Korsika QUS Milwaukee in Bremerhaven ein. In Bremen (Finp ’Rnmhom»!- sur ■ -n. wurde sie durch Vertreter der Regierung, des auf K 3-it Bremer Senates und durch eine Ehrenabteilunq mfiihr.n "°hg°benden V-r°.mgung der ame- die in fenkrechten Plattenfchüffen ab all^L- lLOo find /T b-fucht w,rd. Die Musiker Meter hohe Ostwand der Vogla Drba, bie als uner. aüeber U?b roarcn Mit. ste'glich gilt. Nach ISftündiger Kletterei mußte trotz' Rheinlanb. ammtan,Men Befatzungsarmee im Der Reichssportführer von Tscham- mer und Osten hat der deutschen Presse, dem deutschen Rundfunk und dem deutschen Film seinen Dank für die tatkräftige Unterstützung bei den Kampfspielen in Nürnberg ausgesprochen. m . tr * ILuft. Dabei scheint sie das Gleichgewicht verloren V o m Luftschiff „Graf Zeppelin" aus zu haben. Sie ist etwa 40 bis 50 Meter tief abge- rouröen anläßlich einer Rundfunkübertragung wäh- stürzt, wo sie in einem kleinen Bach tot liegen blieb, renö einer der regelmäßigen Postfahrten nach Süd- Die Leiche konnte geborgen werden. beTninmnif*^ erneut zu Französisches rnilitärflugzeug an einer Felswand Öen Olympischen Spielen 1936 m Berlin eingeladen. zerschellt. - Beide Insassen tot. m. 178 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2. August (934 Spiel deuchte, Wirklichkeit sie mit großer Sachlichkeit entgegen und verstaute nachzuhelfen, sie sehr sorgfältig in ihrer Schublade, .hast du Ro- Mein Bruder und ich sprachen mit trägt als ©er Regengott persönlich. 1IIU VW“1'1“'" ““i “ "---TT __• f yun er rouivii. wui Clin n Garten stießen. Ein Leutnant mit einem wir auf d ihr Traum gewesen, aber in Schnurrbä'.tchen und sehr sanften Augen Fahrt seit langem ) braunen wartete. Sie schreckte davon überzeugt, daß Aber wir fühlten auch die damit auf unsere des und die Kindheit am Master Von Werner Bergengruen. Copyright by I. L. A. Wien. wir ihr gewachsen waren, die schwere Verantwortung, Schultern gelegt war. Wir die Stunde schlug, in der Wir anderen Eskadronen standen zu Fuß, in Pelzmütze und umgeschnallt-, im offenen Viereck. Vorn stand, von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet, die mit dem Eisernen Kreuz geschmückte Standarte, deren silbergesticktes Tuch durch den lauen Abendwind langsam und schwer bewegt wurde. Nachdem das Trompeterkorps den Choral: „Ich bete an die Macht der Liebe" gespielt hatte, ergriff der Pfarrer das Wort. Kernige, ergreifende, echte deutsche Worte fanden den Weg zu unserem Herzen. Auf allen den blühenden Jungmännergesichtern lag neben der hehren Entschlossenheit der heilige Ernst dieser halben Stunde, die manchem unter uns -feinem vielleicht schon längst vergessenen Gott nähergebracht hatte. Der Bann löste sich erst, als der Regimentskommandeur ein Hoch auf Kaiser und Vaterland ausbrachte. Brausend klang es über den Reitplatz der sterbenden Sonne entgegen. Still rückte dann die 4. Eskadron ab, während wir anderen unsere Stuben aufsuchten, um die paar letzten Stunden, die uns vom Ausrücken trennten, in verdienter Ruhe zu genießen. Ich trat nochmals an das offene Fenster. Eine kühle Nacht war dem heißen Tag -gefolgt. Der Wind fächelte um meine Schläfen. In finsterer, unheimlicher Ruhe lag der große Kasernenhof, während von weit her „Die Wacht am Rhein" in verhallenden Tönen an mein Rom: „Fürst Lichnowskys Meldung beruhte auf einem Mißverständnis". Das englische Kabinett entscheidet sich für den Krieg gegen Deutschland. England übernimmt förmlich den Schuh der französischen Küste. Rachm.: Bündnis zwischen Deutschland und der Türkei, dem Oesterreich-Ungarn beitritt. 8 Uhr abends: Ultimatum Deutschlands an Belgien: Verlangen der Genehmigung des Durchzugs deutscher Truppen; Zusicherung der belgischen Integrität; es ist für Deutschland Gebot der Selbsterhaltung, einem französischen Angriff zuvorzukommen; Frist 12 Stunden. Ohr scholl." Jener heilige Ernst übertrug sich auch auf die Bevölkerung. „Als das 2. Batallon gegen 10 Uhr ausrückte", fo heißt es in der Regimentsgeschichte des Neuruppiner Infanterie - Regiments Nr. 24, „bildete die Friedrich-Wilhelm-Straße in ihrer ganzen Breite eine einzige wogende Menschenmasse, in deren Mitte das breite Band der Gewehrläufe mit den blinkenden Mündungsschonern im Marsch- chritt schwankend dahinzog. Wie das Brausen des ernen Bergstromes erklang gewaltig das alte Volkslied von 1870: Es braust ein Ruf wie Donnerhall ... zwischen den Häuserreihen zum regnerischen Himmel empor. Wenn auch auf dem Bahnhof manche Träne floß, so kam es doch nirgends zu weichlichen Szenen. Im Gegenteil, als das 3. Bataiston verladen wurde, sah man die Gattinnen der ausrückenden Hauptleute beisammenstehen, tapfer die Tränen bekämpfend. Da glaubte ein kleiner Kerl von der 12. Kompanie ihnen Trost spenden zu müssen. Im Dorbeimarschieren, das Gewehr am Lauf hochhebend, den Kolben wie zum Hiebe geschwungen, rief er: „Gnädige Frau! Auf ihm werden wir schon uffpassen! Ick hau fe in de Schnauze, bet fe Lumpen kotzen duhn!" Der Humor hatte sich Bahn gebrochen und blieb Trumpf während der langen Bahnfahrt, vor allem wenn erkannt wurde, daß es nach Westen gegen den alten Erbfeind ging. Inschriften an den Wagentüren, wie: „Hier können noch Kriegserklärungen abgegeben werden!", „Jeder Stoß ein Fran» zoß, jeder Schuß ein Ruß!" zeugten von der unbedingten Siegesgewißheit, die der Kommandierende General des 3. Armeekorps, General d. I. von Lochow, ein Führer, der wirklich die Hand am Pulse der Truppe hatte, trefflich zum Ausdruck brachte, wenn er beim Überschreiten der Grenze seinen Regimentern zurief: „Die Zahl unserer Feinde ist groß. Ihr Streben ist, mit äußerster Rücksichtslosigkeit auf die völlige Vernichtung Deutschlands gerichtet. Da gibt es für uns, vom Kommandierenden General bis herab zum einzelnen Manne nur eins, das ist: Kämpfen wie die Löwen mit dem festen Willen, wir müssen siegen oder wir wollen sterben für unser geliebtes Vaterland, für unfern Kaiser und König und für unsere Lieben in der Heimat." Helden waren die Kämpfer von 1813/14, 1864, 1866, 1870/71. Kameraden, wir müssen es ihnen gleichtum, wir müssen sie übertreffen! Vorwäts, ihnen nach! Bald sollen die Feinde „Brandenburgische Fäuste" zu spüren bekommen, die ihre Waffen zu gebrauchen gelernt haben. Ein dreifaches Hurra unserem Allerhöchsten Kriegsherrn. Er soll Freude an seinen Brandenburgern haben." Solch eine vom heiligen Ernst getragene Begeisterung konnte kein Strohfeuer sein. Sie hat alle Leiden, alle Enttäuschungen der 4V2 Jahre überdauert. Sie hat ausgehalten bis zu jenem nebligen Novembermorgen, da mir unbesiegt, von dem undeutschen Geist in der Heimat verraten und im Stich gelassen, unsere Waffen senkten. Sie hat Iuns getragen durch die Jahre der Erniedrigung und der Schmach. Sie schwingt heute noch durch unsere Reihen, wenn wir wieder marschieren, wie vor zwanzig Jahren Schulter an Schulter, Offizier und Mann für das neue Reich. wie die der anderen Versuchspersonen vorführte. Es zeigte sich nun, daß die Stimmen von guten Bekannten stets sofort erkannt wurden, die eigene Stimme aber erkannte unter allen Sprechern nur einer, und der war von Beruf Rezitator. Zunächst hatten die Versuchspersonen nicht gewußt, daß sich unter den oorgeführten Stimmen ihre eigene befand; dann aber wurde ihnen mitgeteilt, daß die eigene Stimme unter den übrigen „herausgesucht" werden sollte. Trotz dieses Hinweises gelang es mit Ausnahme des Rezitators keiner einzigen Versuchsperson, ihre Stimme ohne weitere Hinweise zu erkennen! Hierauf wurde ein zweites Experiment vorgenommen: man ließ die Versuchspersonen eine Anzahl der vorgeführten Stimmen charakterologisch beurteilen — jeder sollte sagen, welches Bild von der Persönlichkeit des betreffenden Sprechers ihm die Stimme vermittelte. Die auf diese Weise gewonnenen Charaktergutachten stimmten in den meisten Fällen untereinander und in Bezug auf den Charakter der analysierten Personen recht gut überein. Das Interessanteste dabei aber war die Art und Weise, in der die Versuchspersonen ihren eigenen Charakter nach ihrer — von ihnen nicht erkannten — Stimme beurteilen. Es zeigte sich, daß die auf diese Weise zustandegekommenen unbewußten Selbstbeurteilungen besonders gründlich waren — allerdings waren sie keineswegs immer richtig, sondern im Gegenteil meistens falsch. In Oer elfte Tag: 2. August. Nachts: Neutralitätsbeschluß Italiens. 2.25 Uhr vorm.: Mobilmachung der englischen Flotte. 7 Uhr morgens: Deutsche Truppen besehen Luxemburg. 10 Uhr: Beratung im Berliner Schloß. Eingang eines Telegramms König Georgs an Kaiser Wilhelm: „Ich glaube, daß ein Mißverständnis zwischen Grey und Lichnowsky vorliegt". 12.50 Uhr nachm.: Reichskanzler v. Bethmann- hollweg an die deutschen Botschafter in Wien und lende Sonnenlicht zeigt dem staunenden Auge eine unermeßliche Fülle von Ausrüstungsstücken. An ' der Decke hängen in langen Reihen die Stiefel für die Fahrer und Bedienungsleute. Links und rechts sind feldgraue Uniformen, wollene Hemden und Unterhosen aufgestapelt. In den großen Schränken sieht man Helme, Koppel, Revolver, Brotbeutel, Salz- und Kaffeebüchsen und alle die anderen kleinen und großen Ausrüstungsstücke in Mengen. Ein merkwürdiges Gefühl der Sicherheit geht von allen diesen Dingen aus. Wie gut ist für alles gesorgt. Nichts fehlt. Vom Helmüberzug bis zur Stiefelzwecke ist alles in schier unermeßlicher Fülle vorhanden. Unter den mehr oder weniger zarten Händen der beiden „Kammerbullen" vergehen einem jedoch bald staunende oder in die Zukunft sinnende Gedanken. Im Handumdrehen hält jeder Mann seine Feldgarnitur in Händen. Kommandos zum Abholen der Reservisten, zum Empfang von Revolvermunition, zum Schleifen der Seitengewehre und Säbel, zum Requirieren von Fahrzeugen folgten und lösten einander scheinbar willkürlich, dennoch nach einem auf das genaueste ausgearbeiteten Plan auf. Wo etwas fehlte, wußte man sich zu helfen. Schon eine Stunde früher, als im Mobilmachungskalender vorgesehen war, konnte unser Batteriechef dem Regimentskommandeur melden: „3. Batterie abmarschbereit." Ein Beweis, daß jeder in der Batterie den persönlichen Ehrgeiz gehabt gatte, unseren geliebten und verehrten Batteriechef nicht im Stich zu lassen. Dann trat der Hauptmann vor die Batterie, und es machte nicht nur auf mich, sondern, wie mir noch heute immer wieder versichert wird, auf jeden in der Batterie einen tiefen Eindruck, mit welch strahlender Freude er es tat. Freude und vor allen Dingen Stolz, das war es, was sein Herz erfüllte, daß er, der alte Frontkämpfer aus den Kolonien, endlich Gelegenheit bekam, mit seinen Jungens zeigen zu können, was sie unter ihm gelernt hatten, und insonderheit, daß seine Batterie die Ehre hatte, als erste ausmarschieren zu dürfen." Still, aber doch weihevoll der Abschied von der Kaserne. Ein einfacher Soldat, der Husar Glück, berichtet von ihm in der Geschichte des Magde- burgischen Husarenregiments Nr. 10: „Der Abend des 6. August hat sich unauslöschlich in mein Inneres eingegraben und steht mir, als ob ich ihn gestern.erlebt hätte, vor Augen. Um 7.30 Uhr war Antreten zum Feldgottesdienst befohlen. Die vierte Eskadron, welche abends noch verladen wurde, sollte gleichzeitig eingesegnet werben Auf dem Reitplatz hielt aufgesessen die 4. Eskadron m unserer einfachen und doch so schonen Felduniform. Kennen Sie sich selbst? Dichtung und Wahrheit bei der Eharakterbeurteilung. Von Dr. W. Sievert. jubelten nicht laut da das, was uns bisher -------- -------, werden sollte. Wohl waren wir stolz, daß wir nun zeigen durften, was in uns steckte. Wohl waren wir bereit, jedes Opfer zu bringen. Aber wir gingen still den Weg der Pflicht, heiligen Ernst im Aus Mexiko wird der Fund einer Figur toltekischen Regengottes gemeldet. Bei Blitz Donner, bei rauschendem Regenguß erschien Gottheit plötzlich an einem Berghang, nachdem die Fluten des Wolkenbruchs die oberen Erdschichten fortgerissen hatten. Es handelt sich dabei um eine Figur von 4,50 Meter Höhe und 5 Meter Breite, die einen sitzenden Jüngling darstellt. Das Gewand ist überaus reich geschmückt; Blumen und Regentropfen bilden das' Muster. Eine dreifach gewölbte Himmelsgrotte, die symbolisch dargestellte Regenhöhle, umgibt den Regengott. Große Spiralbander, die gewöhnlich laute Stimmen anbeuten sollen, stellen hier anscheinenb ben Donner bar. lieber bem Kopf bes Gottes finb brei Wolkenbänke in ben Stein gehauen, aus benen bichter Regen strömt. Ein Fries, ber unten um bas Bilbwerk herumlauft, wirb von stilisierten Regentropfen unb ben Hiero- qlyphen für „Türkis" unb „kostbare Substanz ge- bilbet. Nach ber Aussage ber Archäologin des mexikanischen Nationalmuseums hat man es mit einem bemerkenswerten Kunstwerk zu tun, bas Die gewöhnlichen Steinarbeiten ber Tolteken weit überragt. Noch wertvoller ist bie Feststellung, baß bas Kunstwerk fein Einzelfunb ist, fonbern sich rings um bie Darstellung bes Regengottes Spuren ge- funben haben, bie auf bas Vorhanbensein einer versunkenen, bisher unbekannten Stabt schließen lassen, die die Archäologen nunmehr erforschen wollen. ich sprachen miteinander nie von diesem Ereignis, aber noch lange danach habe ich einen anklagenden Schauer in mir aufsteigen gefühlt, wenn mir in unserem Lesebuch der Ausdruck „die stumme und leidende Kreatur" begegnete. Jetzt sind die beiden Boote und die alte Weide wohl schon lange vermorscht. Der große Krieg ist über Dlai hingegangen und hat von den hölzernen Gebäuden, um die unsere Spiele und Leidenschaften, unsere Begierden und Ahnungen flatterten, kein einziges stehen lassen. Tali ist Wäscherin in Riga, der Leutnant mit den schönen, sanften Augen und der luftige Unteroffizier mögen bei Gorlice ober Tannenberg verscharrt sein, unb mein Bruber liegt in Polen begraben. Aber bas große Wasser, bas uns unenblich bünfte, rauscht noch heute in mancher Nacht burch meine Träume, unb vielleicht kommt noch einmal ein Frühjahr, ba es steigt unb schwillt wie bamals unb nur bie Hügelkuppen cis einsame Inseln aufragen läßt. „Erkenne bich selbst": Dieser Satz ftanb bekanntlich über bem Eingang bes Tempels zu Delphi. Er hat feitbem nichts an Aktualität verloren, benn ber moberne Mensch interessiert sich nicht weniger lebhaft als bie alten Griechen für bie Erkenntnis feines eigenen Selbst. Neuerbings hat sich auch bie Wissenschaft sehr eingehenb mit ben Problemen ber Selbsterkenntnis beschäftigt; beson- bers beutsche Forscher haben auf bie- sem Gebiete in letzter Zeit eine ganze Reihe wichtige neue Aufschlüsse erreichen können. Niemand erkennt feine eigene Stimme! Der Berliner Gelehrte Dr. W. Wolff berichtete kürzlich über sehr interessante Versuche, bie er am Psychologischen Institut ber Universität Berlin zur Frage ber ©elbftbeurteilung bes Charakters ange- stellt hat. Einige Ergebnisse bieser Experimente finb ganz befonbers überraschenb: ber Mensch scheint sich selbst so wenig zu kennen, baß er in ben meisten Fällen nicht einmal seine eigene Stimme zu erkennen vermag! Die Versuche würben so vorgenommen, baß man eine größere Zahl von Personen in einen Paragraphen (Apparat zur Aufnahme unb Wiebergabe ber Sprache) sprechen ließ unb bann jebem Einzelnen seine Stimme, so- Wir reben nicht viel bavon, wir schreiben noch weniger barüber. Das Erlebnis war uns zu groß, zu tief. Das Alter hat zur Feber gegriffen, bie Generale, bie Führer, bie bas Wie unb Warum ihrer Erfolge unb Mißerfolge ber Welt ausein- anbersetzen wollten. Die Jugenb hat es ihnen gleich getan, bie Kriegsfreiwilligen, bereu Seele noch frisch unb unverbraucht war, bie bem Kriege noch unbefangen gegenüberftanben. Wir Berufssoldaten, wir Männer in ber Vollkraft ber Jahre schwiegen unb werben es auch in ber Zukunft tun. Wir fyat- ten uns ein Leben lang auf ben Krieg vorbereitet. Wir hatten feine Möglichkeiten, seine Aussichten bis auf bas letzte burchbacht. Jetzt ftanb er vor uns, unb wir wußten wie um feine Schönheit um sein Schrecken. Wir wußten, um was es ging. Wir wußten um bie Größe ber Aufgabe, bie unser uns nicht. Wir waren fest ihrer maßlosen Schüchternheit hatte sie nie gewagt, ber Verwirklichung bes Traumes ,Tali", sagte mein Bruber ernsthaft, „hast bu binfon gelesen?" Tali schüttelte bemütig ben Kopf. „Schabe," meinte ich ungerührt, „bann mußt bu es eben lernen." Wir ruberten aus Leibeskräften unb nach einer Viertelstunbe waren wir an ber Insel. Die Insel mar eine Hügelkuppe von vier Schritten im Durchmesser. Es gab bort Gras unb einen Wachholberbusch, sonst nichts. Wir stiegen aus. Tali sah uns mit bemütiger Frage an. Wir nickten zuversichtlich, unb nun hüpfte sie mit langgestreckten storchartigen Bewegungen an Laub. Im gleichen Augenblick sprangen wir ins Boot, stießen ab unb schrien triumphieren!): „Tali, bu bist ausgesetzt!" Wir hörten hinter uns ein paar dumpfe, flagenbe Kehllaute, sahen uns aber nicht um. Das kam in allen Seeräubergeschichten vor, baß ab unb zu jemanb auf einer wüsten Insel ausgesetzt würbe. Da hieß es hart sein. Wir hatten Tali gern, wenn wir sie auch manchmal neckten, unb hielten es, obwohl wir bas gegen- einanber nicht aussprechen mochten, für selbstoer- stänblich, baß mir sie nach einer halben Stunbe erlösen mürben. Allein zu Hause fanben mir Besuch aus ber Stabt vor, es gab bieses stnb jenes, unb Tali mar vergessen. Erst als es schon aus ben Abenb ging, hörten mir zufällig, roie unsere Mutter bie Köchin nach Tali fragte. Wir sahen uns erschreckt an, rannten stumm ans Ufer unb ruberten hastig bavon. Es begann zu hämmern, grauen- volle Schreckbiiber malten uns Saits Schicksal: Haifische, Seeräuber, Springfluten, Meerungeheuer. Wir mir maren ihre Mörber, nie mieber mürben wir eine frohe Stunbe haben. „Sie ist noch da, sie ist noch ba!" schrie plötzlich mein Bruber. „Taii; Tali!" Jetzt erkannte ich sie auch. Das arme Geschöpf, bem jeber Hilferuf versagt war, hatte sich m feiner Verlassenheit unb Angst bie bieten grauwoh lenen Strümpfe ausgezogen unb sie unermublid) als Notwimpel flattern lassen. Ihr Gesicht war He/zen. Unb wie wir Offiziere, bachten bie Unteroffiziere, bie Mannschaften in unseren Regimentern, in unseren Kasernen. Wenn mir bie lange Folge ber Regimentsgeschichten burchblättern, finb es immer bie' gleichen Bilber: braufeen vor ben Kasernentoren brängt sich begeistert bie Menge, brausen die alten Kampf- und Trutzlieder auf, drinnen auf dem Hofe und den Fluren aber fcfemingt ber Rhythmus ber Arbeit, ber Atem ber Sachlichkeit, herrscht nur ein Gebaute: Jebe Muskel gespannt, jede Minute genutzt, damit mir zu der befohlenen Stunde erzbereit sind. .. . Ginen Augenblick stockte auch dem Soldaten der Herzschlag, als die Würfel fielen, als es hiefe: Krieg! Mobil!" „Nun hätte es aber keinen preußischen Wachtmeister geben dürfen", so schreibt die Geschichte des I.Posenschen Feldartillerie-Regiments Nr. 20, „laut schallt sein Ruf durch die Gange: „Vor der Kammer antreten zum Sachenempfang! Alles eilt in das oberste Stockmerk, in dem sich die Batteriekammern befinden, die feldgrauen Uniformen, überhaupt die Kriegsausrüstung zu empfangen. Knarrend öffnet sich die schmere Eisentur. Geheimnisvolles Dunkel. Dumpfer Kampfergeruch schlägt uns entgegen. Der Quartiermeister öffnet die eisenbeschlagenen Luken. Das voll hereinstrah- Vor 20 Fahren. Oie Tragödie der 13 Tage. - Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23. 7. - 4. 8.1914. Dlai liegt zmischen Riga und Mitau und feinen Namen zu Ehren des heiligen Königs, der rm heidnischen Skandinavien den Glauben der Kirche bekannte. Dlai mag manchem von der Knegszeit her im Gedächtnis haften. In meinem Gedächtnis hostet es feit einem glücklichen Sommer, der nun schon ein Vierteljahrhundert zurückliegt. Es hatte einen schneereichen Winter und einen regnerischen Frühling gegeben, und so maren bie Misse unb bie Eckau, zmei von zu Hause aus gutmütige unb gebulbige Flüsse, zu Strömen geschmol- len unb hatten bas meite Wiesenlanb, bas gleich i hinter bem Garten begann, für Monate über- | fdiroemmt. In ber Tat mögen einige Quabrab werft unter Wasser gestanben haben, uns jeboch schienen es Meilen unb Abermeilen zu sein, unb so sehe ich in meiner Erinnerung noch heute eine unermeßliche Seefläche, von ber wir glaubten, sie müsse bis Riga reichen, ja, mit dem Weltmeer in ' eine geheimnisvolle Verbindung geraten sein Es war nicht gerade wahrscheinlich, aber doch durchaus möglich, daß eines Morgens zwei riesige Krokodils- eier am Ufer lagen oder daß man einen lun9^n Haifisch mit Ruderschlägen zur Strecke brachte Hart am Wasser stand eine uralte Weide und es hat sicherlich nie eine schönere gegeben. Die mar hohl unb war unsere Schatzkammer und unser Arsenal, darin gab es Waffen und Indian erblicher unb Schießbaumwolle unb eine Sammlung zerbrochener Hufeisen unb ein ©las mit eingemachten Schellbeeren, unb wenn mein Bruber unb ich uns böse waren, bann beschulbigte einer ben anberen, heimlich genascht zu haben, unb mir hatten uns boch zuge'schmoren, sie bis zum Johannisfest unangetastet zu lassen. Neben ber Weibe lagen zwei alte Boote, unb sie maren so befett, baß Frau Montessori unb bie ganze Reformpäbagogik in Ohnmacht gefallen mären, wenn sie uns bamit hätten in See stechen sehen. Aber mir machten meite Entdeckungsfahrten und lieferten uns Seeschlachten, mein Bruder und ich maren die Admirale, und bie Bauernjungen mußten bie Rubersklaven machen. Noch ber Ernte begannen bie Manöver, bas Ge- sckützfeuer grollte ben ganzen Tag, unb am Abend schwammen brei Kosakenschmabranen burch bas Wasser unb biwakierten auf ben Stoppelfeldern, bie an ben Garten stießen. Ein Leutnant mit einem Heiliger Ernst. Gedanken eines Berufssoldaten zum 2. August. Von Oberstleutnant a. O. Benary. nahm uns zu sich in sein Zelt, unb mir bürsten bei ihm glühenbheißen Tee mit Rum ober ^atwein trinken unb so viel Zucker hineintun wie nur mochten. Ich nahm sieben Stuck auf bas Glas, mein Bruber als ber Aeltere aber acht. Als wir am nächsten Morgen wieberfamen, durften wir auf ben Kosakenpferben reiten, unb em hübscher kleiner Unteroffizier fragte mich lachend, nach welcher Sette bas Kammerfenster unserer Köchin te immer eine Anzahl derartiger Schütz- iinae deren Meriten meist darin bestanden, daß p9meitläufia mit irgendwelchen früheren Dienst- boten von uns verwandt warem Tali strahlte als • f bem Wasser waren. Sicher war eine solche ... - <.ihr Trmim npmpfpn. aber in nafe von Tränen. „Na, komm nur mit, Tali," sagten wir mit erzwungener Flottheit. „So eine Geschichte, um ein Haar hätten wir bich vergessen." Tali sah uns lange an, es war ein Buck zornloser Klage unb leibenben Unverstehens. Wir fuhren schweigenb zurück. Zu Hause beschenkten wir sie: sie bekam einen Ball, brei Zigaretten, em rot unb grün gemustertes Lineal, eine Handvoll Rosinen, die wir mit Herzklopfen aus der Speisekammer holten, und eine bunte Ansichtspostkarte, au ber Präsibent Krüger von Transvaal bem General lernet eine Zigarre anbot. Diese Gegenstanbe nahm irtschast frankfurter d e r Sperre für Öen rz e u e n gust. Kurszettel -er Berliner un- frankfurter Börse Srantiur u. 2)| Berlin Fransfun a. Dl. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. börse 31.3uli Datum | 31.7. I 1.8. Amtliche Dotierung | Lrie 1.8. 31.7. 1-8. 31.7. 92,65 92,9 24,65 26 25 89 94,5 63,5 64,5 105,5 103,25 125,5 124 Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten. 26 74,5 180 Die hinter den an. 92,75 89,5 93,3 90,75 89,5 92 93 101,4 92 93 101,3 72 47 241 88,5 40 14 117 17,20; Treber 17 bis 17,10; Heu 11; Weizen- Roggenstroh (drahtgepreßt oder gebündelt) 91,5 89,25 89 96 94 89 89 89,25 90 92 93 101,4 92,4 90 92,75 92,5 89,4 92,75 91,5 89 88,75 95,5 93,75 88,5 75,25 114 59,75 103,5 169,5 128 73,25 66 23,25 140,5 96,4 110,75 67 106,5 100 88 141,5 117 144,5 206,5 77 38 81 Schluß- furd 72,25 89,5 47,5 242 88,75 40,75 14 114 117 160,25 0,645 58,85 0,184 3,047 56,46 81,74 12,645 5,584 16,50 169,73 21,58 0,751 5,664 63,56 48,95 11,48 65,21 81,68 34,32 10,44 2,512 0,638 58,88 0,184 3,047 56,44 81,74 12,64 5,584 16,50 169,73 21,58 0,750 5,664 63,54 48,95 11,48 65,18 81,68 34,32 10,44 2,512 23,5 138,5 95,5 110 68 105,5 99,5 87,5 142 119,25 23,5 138,75 95 110,75 65,75 106 87,5 140 118,5 75 111 59,5 103,5 29,25 62,25 90,5 55,75 60 64 148 23,5 139,25 95,25 111,25 65,5 106,5 96 87,5 140,5 117,75 75,25 111,5 60 103,75 73,75 167 127,5 74,25 66,25 7 V 0 0 0 60,9 65,25 45,25 54 44,25 57,5 20,75 219 170,5 127 112 57.75 66 45 56,5 122,25 45,4 58,9 73,5 21 220 174,5 128,5 0,642 59,00 0,186 3,053 56,56 81,90 12,67 5,596 16,54 170,07 21,62 0,752 5,676 63,66 49,05 11,50 65,32 81,84 34,38 10,46 2,518 29 63,75 90,75 56,25 61,25 65 148 72,75 47 242,5 88 40,25 14 112,75 113 157,5 127,25 74 66 145,13 77 38 80 24,75 11 v m^rkt Gchlußk. Dhnog- börse und 2,80 146,75 77 38,5 81 Mk., Mk., allen Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland ... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo ; Wien Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neu York ... 26,25 23 29,65 62,9 90,75 55,75 60,5 64,5 148 89 89 89,25 89,9 92 93 101,3 57,5 65 45,4 57,5 44,5 58,25 21 222 130 Das Gesamtgeschäft der IG. Farbenindustrie AG. hat sich nach einer Derwaltungsmitteilung auch in den Monaten April, Mai und Juni im allgemeinen günstig entwickelt. Die Gesellschaft hat alles daran gesetzt, ihren Auslandsabsatz trotz aller Schwierigkeiten zu halten. Auf dem Binnenmarkt konnten auf verschiedenen Gebieten weitere Fortschritte erzielt werden. Gegenüber dem 1. Viertel 1934 sind wiederum 4000 Neueinstellungen oorgenommen worden. Das F a r b st o f f g e s ch ä f t ist unverändert. Der Chemikalienabsatz ist gestiegen im wesentlichen durch erhöhte Verkäufe auf dem deutschen Markt. Der Jnlandsabsatz von D ü n g e st i ck st o f- f e n wurde gehalten. Im Ausland ließ das Geschäft stärker nach. Die Benzingewinnung steigt 1,2 7,15 7 7 9 8 Frankfurt a. M., 2. Aug. Vorbericht. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 106 Rinder (28 Ochsen, 11 Bullen, 27 Kühe, 40 Färsen), 995 Kälber, 98 Schafe (53 Hammel), 632 Schweine. Es kosteten: Kälber 22 bis 45 Hammel 30 bis 34 Mk., Schafe 22 bis 32 Schweine 45 bis 52 Mk. Marktverlauf bei Viehgattungen mittelmäßig. Allgäuer Butter- und Käsebörse. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Aug. Am Getreidegroß- markt blieb das Geschäft bei stetiger Gesamttendenz eng. begrenzt. Die Nachfrage für Neu-Getreide läßt noch stark au wünschen übrig, lediglich wo dringender Bedarf hervortritt, werden Abschlüsse zu den gültigen Festpreisen getätigt. Neuer Weizen wurde in sehr guter Beschaffenheit angeboten und wurde 112,75 60,25 65 45,5 54,4 120,75 44,5 58,13 73 217 172 127,5 146 207 77,5 37,5 81 63,5 Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, * 100 Schwing Rumänische Noten...... Amtsgericht Gießen. Ein Mann aus Vetzberg verursachte durch schuldhaftes Versagen seiner Bremsen einen Unfall in Wieseck. In einem Strafbefehl wurden ihm 40 Mark Geldstrafe aufgebürdet. Den gegen diesen Strafbefehl eingelegten Einspruch nahm er vor Eintritt in die Hauptoerhandlung zurück. 28 64,25 91,25 56,25 | 61,75 ! 65 i 149 | Absatzregelung für Saatgut. Wie der Zeitunasdienst des Reichsnährstandes erfährt, wird in diesen Tagen eine Anordnung des Reichsnährstandes über den Absatz von Saatgut in der Herbstsaatperiode 1934 herausgegeben werden. Danach gelten für Hochzuchtsaatgut, anerkannte erste Absaaten und Handelssaatgut bei Winterroggen, Winterweizen und Wintergerste die aus der Anlage für die Herbstsaatperiode 1934 festgelegten Preiszuschläge für die einzelnen Festpreisgebiete. Ablieferung von Hochzuchtsaatgut usw. werden grundsätzlich auf die Pslichtumlage des einzelnen Betriebes angerechnet. Die Erzeugung von Handelssaatgut dgrf nur von Erzeugern, Händlern und Genossenschaften erfolgen, die auch bisher Handelssaatgut herstellten. Das Handelssaatgut im Sinne dieser Ausführungsbe- stimmungen muß eine Reinheit von mindestens 5 v. H., eine Keimfähigkeit bei Roggen und Weizen von mindestens 9 0 v. H., bei Gerste von mindestens 8 5 v. H. haben. Die Anordnung wird mit dem 1. August 1934 in Kraft treten. Vorherige Abschlüsse behalten ihre Gültigkeit. Deutsch-polnisches Roggenabkommeri auf ein Zahr verlängert. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde am 1. August die Verlängerung des Abkommens über die gemeinsame Regelung der deutsch-polnischen Roggen- und Roggenmehlausfuhr unterzeichnet. Das Abkommen wurde gleichzeitig auf Grund der guten Erfahrungen mit der bisherigen Regelung für Roggen und Roggenmehl auf Weizen und Weizenmehl ausgedehnt. Die Verlängerung gilt für ein Jahr. Auf deutscher Seite hat das Abkommen Dr. Moritz, Ministerialdirektor im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, und auf polnischer Seite der polnische Gesandte in Berlin, L i P s k i, unterzeichnet. t®. Farden-Jndustri« rfjeibeanftali........ Goldschmidt Rütgerswerke Melallgesellschaft Frankfurter Börse. rMllagsbörse schwächer. Frankfurt a. M., 1. Aug. Die Besorgnis über das Befinden des Herrn Reichspräsidenten lastet weiterhin auf der Börse. Die Unternehmungslust ist gleich Null, während von der Kundschaft erneut kleine Verkäufe getätigt wurden, die bei der herrschenden Zurückhaltung naturgemäß weitere Kursverluste im Gefolge hatten. Die Limiterteilung zum heutigen Monatsanfang waren sehr spärlich und betraf meist Verkäufe, wogegen Kauflimite bisher auch nur in kleinem Umfange verlängert wurden. Die Kursgestaltung war überwiegend weiter schwächer, teilweise zeigte sich jedoch bei einigen Werten etwas Widerstandskraft, andere hingegen hatten nochmals stärkere Einbußen zu verzeichnen. So eröffneten wieder recht schwach: Conti Gummi VrruVP' Siemens (-2% v. H.), Aschaffenburger Zellstoff (—3% v. H.), Mannesmann (—1^ v. H) Farbenindustrie, die etwas größere Umsätze auf- wiesen, verloren unter Schwankungen 2 v. H. Am Schiffahrtsaktienmarkt Nordd. Lloyd —1% d S) In kleinen Mengen ebenso wie alter Weizen zu dem bis zum 16. August gültigen alten Festpreis von 207 Mark gehandelt. Roggen hatte ^um Festpreis nur kleines Geschäft, während Futtergerste kaum angeboten wird und nominelle Notiz hat. Heute kam erstmals neuer Hafer zu den für dieses Erntewirtschaftsjahr festgesetzten Preisen zur Notiz; der Preisunterschied zum alten Hafer beträgt 23 Mark per Tonne. Am Mehlmarkt hat sich bisher noch kein bedeutendes Neugeschäst gezeigt, die Umsätze beschränken sich hauptsächlich auf die Abwicklung der alten Kontrakte. Am Futtermittelmarkt bleiben ölhaltige Artikel zu den bisherigen Preisen bei knappem Angebot gefragt, wogegen Mühlenabfälle weiter leicht abbröckelten. Rauhfuttermittel lagen unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen (alt und neu) 207; Roggen R 9 157, R 13 161, R 15 165; Futter- gerfte G IX 159, G XI 162, G XII 164; Hafer (neu) H XIII 157, H XIV 159; Weizenmebl W X 28,90 plus 0,50, W XII 28,60 plus 0,50; Roggenmehl R IX 23 plus 0,50, R XIII 23,35 plus 0,50, R XV 23,75 plus 0,50; Weizenmehl IV B 17 bis 17,25; Weizennachmehl 16,50 bis 16,75; Weizenfuttermehl 12,75; Weizenkleie (fein) 11, (arob) 11,50; Roggenfuttermehl 13,25; Roggenkleie 12.25; Sojafchrot 15,80; Palmkuchen 15,70; Erdnußkuchen 0,649 58,97 0,186 3,053 56,58 81,90 12,675 5,596 16,54 170,07 21,62 0,753 5,676 63,68 49,05 11,50 65,35 81,84 34,38 10,46 2,518 Banknoten. 76 113,75 60 104,25 73,75 170 128,5 ! 74,13 66,751 enen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H , Lombardzinsfuß 5 v. H. MFarben im zweiten Vierteljahr 1034 Günstige Entwicklung.-4000 Neueinstellungen. Selbsterkenntnis mit Hindernissen Wir sagten, daß nach den neuesten experimentellen Befunden der Mensch weder seine Stimme erkennt, noch die Richtigkeit oder Falschheit eines über ihn abgegebenen Charaktergutachtens wirklich zu beurteilen vermag. Nun gibt es aber einige ganz einfache, für jeden Menschen spezifische Erscheinungen, die also nur für ihn in Betracht kommen, etwa sein Gesicht, seine Hände, seine Schrift, seine Art, sich auszudrücken — diese ganz persönlich gefärbten und beeinflußten Dinge werden doch wohl ohne weiteres bei der „Vorführung" erkannt werden können? Die Antwort ist überraschend genug: niemand erkennt seine eigene Hand, selten jemand seine Schrift, ja unter gewissen Voraussetzungen nicht einmal das Gesicht! Dieses Ergebnis haoen Versuche gezeitigt, über die kürzlich m der „Umschau" berichtet wurde. Das Gesicht und die Hände der Versuchsperson wurden photographiert, ohne daß sie es bemerkte. Nunmehr wurden jeder Versuchsperson eine Anzahl Gesichtsphotographien darunter die eigene — vorgelegt, bei denen Wangen und Hinterkopf abgedeckt waren, also nur das Profil sichtbar blieb. Es zeigte sich, daß nur in Ausnahmefällen das Profil richtig erkannt wurde, es zeigte sich ferner, daß niemand seine eigenen Hände erkannte, wenn ihm deren Photographie zusammen mit denen anderer Personen vorgelegt wurde. Die Schriftproben wurden, um die Aufgabe etwas zu erschweren, in Spiegelschrift vorgelegt, ohne daß sonst irgend eine Veränderung an den Buchstaben oorgenommen wurde. Die Versuchspersonen erkannten ihre eigene Schrift häufig überhaupt nicht, in anderen Fällen nur unter großen Schwierigkeiten. Seltsamerweise ließ sich dagegen feststellen, daß der Mensch von allen Ausdrucksmöglichkeiten seines Wesens am besten und sichersten Den Gang erkennt: wenn man die Versuchspersonen beim Gehen filmte und dann den Film so vorführte, daß der Kopf nicht zu sehen war, so erkannten sie sich am Gang sofort wieder — trotzdem zahlreiche Personen auf dem Film zu sehen waren und alle die gleiche Kleidung trugen. Der Mensch scheint also in (einen Gang soviel von seiner eigensten Wesensart hineinzulegen, daß er sich selbst auf Grund des. Ganges besser erkennt, als auf Grund seiner Handschrift oder seiner Stimme. mit dem planmäßigen Fortschreiten des Ausbaues der Hydrieranlagen in Leuna. Die Absatzverhältnisse in Pharmazeut! ka sind in Deutschland zufriedenstellend. Die verstärkten Anstrengungen im Export führten in einer Reihe von europäischen Ländern zu günstigen Ergebnissen. Das deutsche Geschäft in photographischen Erzeugnis, fe n zeigt eine leichte Steigerung, die in der Hauptsache saisonbedingt ist. Im Ausland war der Umsatz wertmäßig nicht zu halten. Der Jnlandabsatz in Viskose- Azetat- und Kupferseide hat im 2. Viertel 1934 zugenommen. Auch im Ausland gelang es, mengenmäßig eine Steigerung zu erzielen. Das Jnlandgeschäft der Vistrafaser hat sich im Vergleich zum 1. Viertel 1934 günstig entwickelt. Der Rentenmarkt eröffnete ebenfalls schwächer außer Stahlverein-Bonds, die 0,50 v. H. gewannen. Altbesitzanleihe gaben etwa 0,25 v. H., späte Schuldbücher 0,13 v. H. und Reichsmark-Obligationen 0,25 und 0,50 v. H. nach. Ferner lag bei Börsenbeginn wieder kleines Angebot für den Pfandbriefmarkt vor. Fremde Werte lagen ruhig. Im Verlauf war das Geschäft an allen Marktgebieten auf ein Minimum beschränkt. Soweit gegen den Anfang Erholungen eintraten, sie betrugen ziemlich gleichmäßig von 0,25 bis 0,75 v. H., bei einzelnen Montanwerten bis 1 v. H., konnten sie sich ziemlich behaupten, nur Farbenindustrie gaben ihren Gewinn von 1 v. H. wieder ab. Einige Papiere kamen noch recht schwach zur Notiz, so Goldschmidt (minus 3,25 v. H.), Deutsche Linoleum minus 2 v. H.) und Cement Heidelberg (minus 2,50 v. H.). Am Rentenmarkt zeigten die variablen Kurse später bei anhaltend kleinem Umsatz kleine Veränderung. Am Pfandbriefmarkt erwies sich das Angebot nicht so stark, so daß die Kurse infolge der Aufnahmebereitschaft der Hypothekenbanken verhältnismäßig gut behauptet blieben. Nur Kommu- nal-Obligationen gaben erneut bis zu 0,50 v. H. nach. Stadtanleihen waren angeboten und ohne Nachfrage, die Kurse bröckelten durchweg etwas ab. Staatsrenten lagen ruhig, ebenso Auslandwerte. Der Geldmarkt war wieder leichter, Tagesgeld wurde um 0,50 v. H. auf 3,50 v. H. ermäßigt. Abendbörje knapp behauptet. Die Abendbörse hatte allgemein wieder nur kleine Umsätze, da die Zurückhaltung der Kulisse fortbestand. Die im Mittagsverkehr eingetretene Teilerholung blieb nicht voll behauptet, i>a die Kundschaft wieder einige Verkäufe vornahm, die bei der herrschenden Unlust wieder Rückgänge von durchschnittlich 0,25 bis 0,75, teilweise auch bis zu 1 v. H. gegen den Berliner Schluß verursachten. Weiter fest lagen aber Kunskseide Aku, in denen die Nachfrage für holländische Rechnung anhielt; der Kurs erhöhte sich bis auf 60,90 v. H. und verzeichnet somit einen Tagesgewinn von rund 4 v. H. Farbenindustrie gaben etwa 0,75 v. H. nach. Am Rentenmarkt entwickelte sich in späten Reichsschuldbuchforderungen, die bis auf 1,25 (plus 0,25 d. H.) anzogen, etwas mehr Geschäft, wogegen Altbesitzanleihe nur knapp behauptet waren und vernachlässigt blieben. Am Auslandrentenmarkt hielt das Angebot in Schweiz. Bundesbahn-Obligationen an; 4-v. H. 192 (193), 3,5-v. H. 177,50 (179). U. a. notierten: Altbesitz 92,75, 6-v. H. Stahlverein 76,25, Reichsbank 148, Gelsenkirchen 59,50, Harpener 103,50, Mannesmann 66, Phönix 47, Rheinstahl 88, Stahlverein 40,25, Aku 60,40 bis 60,90, AEG. 23,50, Bekula 138,75, Conti Gummi 127, Daimler 44,25, Scheideanstalt 206,50, Licht & Kraft 110,75, Hapag —1 v. H. Bis zu 1 v. H. schwächer eröffneten außerdem: Scheideanstalt, Deutsche Erdöl, Metallgesellschaft, Holzmann, AKU, Harpener, Klöckner, Phönix, Rheinstahl, Stahlverein, Daimler, Bekula, Gesfürel. Gut behauptet setzten Lahmeyer, Mansfeld, Schuckert und AEG. sowie Reichsbankanteile ein, fester lagen Laurahütte (plus 2 v. H.), Zellstoff Waldhof (plus 0,65 v. H.), Licht und Kraft (plus 0,50 v. H.). Nach den ersten Notierungen zeigten sich bei einzelnen Werten Anzeichen einer geringfügigen Erholung, die aber bei der herrschenden Geschäftslosigkeit fast ohne Wirkung blieb; meist kam sie über den Ansatz nicht hinaus. der Mehrzahl der Fälle war die unbewußte Selbstbeurteilung zu gü n ft i g , sie gab das Wunschbild wieder, das Die Versuchsperson von sich hatte, nicht aber den wirklichen Charakter. So berichtet Dr. Wolff, daß über eine und dieselbe Stimme von Fremden das Urteil „langweiliger Pedant" abgegeben wurde, während die Selbstbeurteilung „exakter Mathematiker" lautete; in einem anderen Falle wurde eine Stimme mit „oberflächlich und nachlässig" beurteilt, während sie der Selbstbeurteiler als die einer „g e - borenen Führernatur" bezeichnete. Oas Wunschbild des Menschen Diese Versuche zeigen sehr deutlich, wie leicht sich der Mensch zu einer falschen Beurteilung seines eigenen Charakters verführen läßt — wie sehr er dazu neigt, das Wunschbild seiner selbst mit der Wirklichkeit zu verwechseln. Zu diesem Ergebnis gelangten auch ganz andere Versuche, die vor einiger Zeit am Hamburger Psychologischen Institut vorgenommen wurden. Man legte in Hamburg einer großen Zahl von Versuchspersonen ein Charaktergutachten vor, das angeblich auf Grund ihrer Handschrift abgefaßt wurden war, in Wirklichkeit aber ein reines Phantasieprodukt darstellte. Dieses Gutachten war ziemlich schmeichelhaft abgesaßt — und prompt ließen sich sämtliche Versuchspersonen (es waren über hundert Angehörige der verschiedenen Berufsschichten) täuschen und erklärten das gefälschte „Gutachten" für durchaus zutreffend. Auch dieser in allen Fällen immer wieder bestätigte Irrtum kommt zu einem wesentlichen Teile dadurch zustande, daß die Versuchspersonen ihr Wunschbild in dem „Gutachten" wenigstens teilweise wieder- fanden; außerdem haben psychologische Feststellungen der letzten Zeit ganz eindeutig ergeben, daß die subjektiven Faktoren bei der Beurteilung der eigenen Charaktergutachten so stark mitspielen (Aengstlichkeit vor der Beurteilung, neugierige (Spannung, Suggestivwirkung), daß eine wirklich objektive Kontrolle über die Wahrheit eines solchen Gutachtens durch die charakterisierte Person selbst fast niemals möglich ist. * Verlängerun Verkauf von durch die Fabriken bis zum v. « 9 « |t. Die durch die Ueberwachungsstelle für Kautschuk am 17. Juli 1934 verhängte Sperre für den Verkauf von Kraftsahrzeugreifen durch die Fabriken ist bis zum 15. August d. I. verlängert worden. Es wird darauf hingewiesen, daß der Verkauf von Kraftfahrzeugreifen durch den Handel von dieser Sperre nicht betroffen wird. Der Kraftfahrzeugreifenhandel kann vielmehr nach wie vor frei verkaufen, und zwar gleichgültig, ob es sich um Bestände handelt, die ihm selbst gehören, oder in Kommission bei ihm liegen. Sollten gleichwohl in einzelnen Fällen benötigte Reifen nicht erhält- llch sein, so haben sich Interessenten nicht an das Reichswirtschaftsministerium, sondern unter Angabe der Reifengröße und des Händlers, durch den die Lieferung erfolgen soll, an die Ueberwachungsstelle für Kautschuk in Hamburg 36, Esplanade 6, zu wenden. Diese wird das Weitere veranlassen. Es besteht keinerlei Veranlassung, nicht dringenden Bedarf vorzeitig zu decken, da die Preise durch das kürzlich in Kraft getretene Reifenzwangskartell stabilisiert wurden und auch Oualitätsveränderungen in der Reifenherstellung nach Aufhebung der Sperre nicht zu befürchten sind. * Einstellung des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes in Hafer. Auf Grund der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft vom 14. Juli wird ab 1. August eine Notiz für Hafer im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft nicht mehr erfolgen. * Don der Frankfurter Börse. Ab 4. August findet an der Frankfurter Börse die Samstagsbörse wieder statt. Erste Kurse 11.30 Uhr, Einheitskurse 12.15 Uhr, Schlußkurse 13 Uhr. ___________Berlin, 1.August Amerikanische Note»......... Belgische Nolen Dänische Noten Englische Noten Kempten, 1. August. Rahmeinkauf bei 42,5 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe (Preisfestsetzung der Mlchversorgungsverbände Alpenland (Ober- und Unterland) 120,— (letzte Notiz 116,—), Weichkäse mit 20 o. H. Fettgehalt, grüne Ware (Richtpreis des Milchwirtschaftsverbandes) 21.— (21.—) RM. Tendenz: bessere Nachfrage. Allgäuer Emmenthaler mit 45 o. H. Fettgehalt (Richtpreis des Michwirtschaftsoerbandes Allgäu) erste Sorte 70.— bis 72.— (70.— bis 72.—), do. zweite Sorte 65.— bis 67.— (65.— bis 67.—). Tendenz: normale Nachfrage. Butterpreise kommen erst am Samstag. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Aufklärung. Am 9. Juni 1934 wurde durch die Firma Karl Lapp, Dachdeckermeister, eine Fahrt nach dem Rhein unternommen. Beteiligt waren die Arbeitnehmer und ihre Frauen. Einige Tage später konnte man eine Schilderung dieser Fahrt unter Dem Titel „Soziale Tat eines Arbeitgebers" im „Gießener Anzeiger" lesen. Am 24. Juli 1934 erschien ein Eingesandt, das diese Tat in ein anderes Licht stellte. Veranlassung zu dieser Fahrt gab die Innung Gießen. Die einzelnen Teilnehmer — es handelt sich um sämtliche Beschäftigte im Bereich Der Dach- Dederinnung Gießen — mußten einen Teil Der Kosten zu dieser Fahrt selbst entrichten. Am Dritten Pfmgstfeiertag wurde diese Fahrt ausgeführt. Nicht anwesend waren die Arbeitnehmer Der Firma ßapp. Diese lehnten die Mitfahrt ab. Zum Ausgleich rourDe die am Anfang der Schilderung erwähnte Fahrt durchgeführt, wobei keinerlei Kosten (auch nicht ein Lohnausfall für diesen Werktag) den Teilnehmern entstanden. Das Urteil Darüber sei Der Allgemeinheit überlassen. Fachschaftsleiter Der DachDecker, Karl Mü l l e r. ............. _ Bekula „ J SÄ**-! JettenL Guilleaume ''' X Rheinische Elekttlziläi . 8 & Schucken L Co.......... « SiemensL Halske... 7 SabuieveiLLo.........2” *10 •% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 6% ef)em.7% Dt. Reichsanl.v. 1929 6Yi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche ünl..Ablös..Schulb mtl AuSlos.-Rechten ....... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 8% eöem.8% Hess. BolkSltaal 1929 lrückzahlb. 102%) ......... 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold M. 12 6Y*% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui Oberhessen Provinz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten «% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 8% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 •K% ehem. 4Vt% Franks Hyp^ Bank-Liqu.-Psandbriefe..... •H% ehem