io -tz n, )I. nb 50 >is 50 90 et, rie ?r» >is E. nb ts» er. IQ- -hr ?n. h. h. Nr. W Erster Blatt 184. Jahrgang Mittwoch, 2. Mai 1934 Erscheint täglich, außer Sonntags uni) Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sichen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Steindruckerei R.Lange in Sieben. 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Die Walpurgisnacht der deutschen Jugend auf dem Brocken. Vorn Brocken, 30. April. (DNB.) Auf dem sagenumwobenen Brocken eröffnete Montagnacht die deutsche Jugend aus Nord und Süd, aus Ost und West die Reichsfeiern zum ersten Nationalen Feiertag der Arbeit nach der verwirklichten Volkseinigung. Schon in den frühen Nachmittagsstunden herrschte auf der Brocken-Hochebene, über der ein strahlender sonniger Frühlingstag webte, e i n buntes Leben und Treiben. Mit klingendem Spiel zog aus allen Richtungen die deutsche Jugend auf den Berg hinauf; frische deutsche Jungen und Mädels aus allen Gauen Deutschlands. Heller Jubel erklang und Tausende von Händen reckten sich empor, als der Reichsjugendführer an der Front der Hitler-Jugend vorbeischritt und sich zum Brockenhaus begab. Ein bunt belebtes Bild brachte gegen Abend der traditionelle Hexenzug d e r Walpurgisgemeinde. Unter Vorantritt einer Musikkapelle zog das Heer der Teufel und Hexen, gefolgt von Walpurgisjüngern in das Brockenhaus ein, wo sich ein frohes und lebhaftes Treiben entwickelte. Mit Anbruch der Nacht wurde es auf dem Festplatz immer lebendiger. Scharen der Hitler-Jugend füllten das weite Rund, in dessen Mitte unter dem grellen Licht der Scheinwerfer Spielscharen aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands in ihren bunten heimatlichen Trachten Volkstänze vorführten. Inzwischen war alles Licht erloschen, wie ein trutziges Mahnmal stand der Brockenturm gegen den nächtlichen Himmel, als 12 Schläge der Hille- bille, der uralten Köhlerglocke, Mitternacht verkündeten. Zugleich flammten die Holzstöße auf, krachten die Salven der Salutbatterie in die Nacht hinaus. Feierliche Fanfarenklänge leiteten die Weihestunde ein. Nach einer Gedenkpause für die Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung folgten in bunter Reihe Sprechchöre und Lieder der Spielscharen. Kurz vor 0.30 Uhr ergriff Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. folgendes aus- führte: Die Jugend kann heute mit Stolz festftellen: Auch wir haben im Geiste des Führers gehandelt und haben im Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend dem Gemeinschaftsgedanken des 1. Mai einen überwältigenden Ausdruck verliehen. Die Auslese nach der Lei - ft u n g hat die wahre Aristokratie Deutschlands zutage gefördert. Ich wünsche, daß die ganze deutsche Jugend unablässig bemüht sein wird, die Frage der Freizeit des deutschen Jungarbeiters zu lösen. Kein höherer Schüler hat ein inneres Recht auf über 70 Tage Ferien im Jahr, solange nicht auch der Arbeiterjunge die Erholungszeit besitzt, die er haben muß. So soll in dieser Stunde von der Höhe des Brockens verkündet werden: Das junge Deutschland steht mit der deutschen Arbeiterschaft. Möge in den Flammen dieses Feuers verbrennen die Zwietracht, Ichsucht und der Standesdünkel, mögen verbrennen die schmutzige Profitsucht, die Wahnidee des Kapitalismus und der Geist des Geldes. Nach den Worten des Reichsjugendführers fang die Jugend begeistert das Lied ihrer Bewegung „Vorwärts, vorwärts", mit dem die Feier ihren Abschluß fand. Während viele Festteilnehmer die Nacht auf dem Brocken verbrachten, zog der größte Teil der Hitler-Jugend ins Tal. Das junge Deutschland huldigt dem Führer. Ganz Deutschland eine Fest- gemeinde. Berlin, 1. Mai. (DNB.) Ein herrlicher Maientag bricht Über Deutschland an. Es ist der Tag der Gemeinschaft, der Nationalfeiertag des deutschen Volkes, es ist zugleich der Ehrentag der Arbeiter der Stirn und der Faust. Ein wieder einig gewordenes Volk hat sich zu sich selbst gefunden, und voll Dankbarkeit gedenkt es dabei des Mannes, der vor einem Jahre durch Gesetz die Arbeit auf den Ehren- schild erhoben hat, des Führers Adolf Hitler. Hakenkreuzfahnen vom deutschen Rhein bis hinein in das letzte Dorf Ostpreußens und über den Kohlengruben Schlesiens, von den Alpen bis zur Nordsee, über allen deutschen Landen, und Maiengrün an jedem Haus, Girlanden in den Straßen, Sie Reichshaupt st adt selbst ein w o - genbes Flaggenmeer, das Grün der Hoffnung und des hohen Maien an allen Türen und Fenstern. Transparente mit der Aufschrift: „Führer befiehl, wir folgen dir". Der Festzug durch die Reichshauptstadt. Gewaltige Menschenmassen, die sich in den frühesten Morgenstunden an zahlreichen Plätzen in der Stadt und in den Außenbezirken versammeln, Ziehen sternförmig in 13 langen Zügen zum Riesenaufmarsch nach dem Tempel- Hofer Feld. Inzwischen formiert sich der vom Reichsbund „Volkstum und Heimat" ausgerüstete Festzug, der in einer Länge von etwa 2 Kilometer in sinnvoller Zusammenstellung das Brauchtum des deutschen Volkes und aller seiner Stämme widerspiegelt. Jy der Charlottenburger Chaussee am Knie begann der Zug. An der Spitze als Herold ein SA.-Mann zu Pferd mit dem mit Eichenlaub umkränzten nationalsozialistischen Hoheitsabzeichen. Ein weiterer Herold führt den Freiwilligen Ar- beitsdienst mit geschulterten Spaten und wehender Flagge. Sechs Pferde ziehen den Fe st wagen des Nährstandes mit dem Sinnbild des Frühlingspfluges, eine Gruppe Pfälzer bildet den Uebergang zu den beiden Sommertagspyramiden, die den Kampf zwischen Winter und Sommer darstellen. Winzer und Wandermusikanten folgen. Saarknappen tragen einen Kohlenblock, darauf mit goldenen Lettern die Worte „Deutsch die Saar immerdar". Der Georgi-Wagen bayerischer Schützen und Trachtengruppen, das bayerische Frühlingssinnbild des Wasservogels, Franken und Egerländer, ein rheinisches Frühlings- schiff mit Winzern und Winzerinnen, Schwaben, Baden und Hessen, auf einem Wagen thronend der riesengroße Pflngstochse mit hellblauen Blumen nach Delfter Art. Ein Deichhauptmann hoch zu Roß mit Polderknechten und Mägden, der w e st- fälische Palm st ecken, Mecklenburger Trachten, der Thüringer ©rasEönig, Spree- Der Führer während seiner Rede beim Staatsakt auf dem Tempelhojer Feldh k * MM ■ ■ < H ■<, -x * wälder und Schlesier, Rügener Fischer mit ihren Frühlingsfischen — wer kann sie alle zählen. Herolde, Fanfaren, Knappen und Fahnenschwinger künden die Sieger aus dem jüngst ausgefochtenen Reichsberufswettkampf an. Jungvolk mit Maistäben und Ehrenbogen, Wimpel der Jugendoerbände, blumenstreuende Mädchen des BDM kündigen d i e Maienkönigin, die eine Schar von Ehrenjungfrauen begleitet, an. Hoch zu Roß, reitet stolz der Maigraf. Den letzten, den Hauptteil des Zuges, bildet der Heereszug der deutschen Arbeit. Gärtner und Blumenbinder eröffnen ihn mit der Ehren- kröne fürdie Maienkönigin. Es folgen in Berufskleidern und ausgerüstet mit Symbolen und Erzeugnissen ihrer Arbeit die Bäcker und die Schlächter, die Schneider und die Putzmacher, die Brauer, die Schuhmacher und Zimmerleute, Dachdecker, Glaser, Maler und Installateure. — Alle Branchen der Maschinen- und Elektroindustrie. Post, Eisenbahn und Straßenbahn fehlen nicht im Zuge. Den Abschluß bilden die glückbringenden Schwarzkünstler, die Schornsteinfeger. 3m Lustgarten. Auch das Regierungsviertel liegt im feierlichen Schmuck des Maiengrün und der nationalen Farben. Eine zahlreiche Menschenmenge hat sich hier eingefunden, um den Führer bei seiner Abfahrt zu sehen, der zur Kundgebung im Lustgarten fährt. Nicht endenwollender Jubel umbrandet feinen Wagen auf der ganzen Fahrt. Die Kundgebung im Lustgarten, in dem das junge Deutschland aufmarschiert war, wurde zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Aus allen Ortsteilen Groß-Berlins war die Schuljugend von 12 Jahren aufwärts mit besonderen Verkehrsmitteln hergebracht worden. Von der Schloßfreiheit die Treppen hinauf bis zur Nationalgalerie, von den höchsten Stufen des Doms bis hin an die Spree standen wohl Hundert- taufende Buben und Mädel, umwogte Jugend den annähernd 50 m hohen Maibaum, den die Schwarzwälder uns geschickt haben. In der vollen Hohe der Schloßfassade und einer Breite von etwa 25 m leuchtete auf braunem Felde der Spruch, umrahmt von riesigen Hakenkreuzfahnen: „Die Jugend grüßt den Arbeiter und den Führer". Von den Rampen und aus. dem Lustgarten heraus grüßten die hohen Masten der Fahnen der Hitlerjugend, Hunderte von Wimpeln und Bannern der Jugendorganisationen flatterten im frischen Morgenwind. Wagen an Wagen bringen die Arbeiterführer aus dem Reich, dazu die fremden Ehrengäste. Man sah vom diplomatischen Korps den Nuntius Drfenigo und zahlreiche Vertreter ausländischer Missionen. Nacheinander trafen der Stellvertreter des Führers, Reichsmini st er Heß, und die anderen Reichsminister ein. Reichspropagandaminister Or. Göbbels, spricht als erster zur deutschen Jugend: An diesem Tag marschiert z u e r st d i e deutsche Jugend auf, denn sie ist unseres Volkes Hoffnung und Zukunft. Der Kampf, der von der lebenden Männergeneration gekämpft worden ist und noch gekämpft wird, ist für d i e Jugend gekämpft worden. Die Jugend ist der Mai unseres Volkes, und an diesem Tage, da Wald und Feld in Grün und Blumen prangen, vereinigt sich die ganze deutsche Nation in der Wiederbesinnung auf ihr eigentliches Sein und Werden und auf die ihr gegebenen Kräfte im Kampf um das harte Dasein. Die Jugend, die hier und im ganzen Reich versammelt steht, wird einmal aus unseren Händen das Schicksal der Nation in Empfang nehmen, in ihren Reihen marschieren schon die kommenden Dichter, Künstler, Staatsmänner und Minister und auf ihren schmalen Schultern ruht schon ein gut Teil der Verantwortung, die wir alle der Zukunft unseres Landes gegenüber tragen. In Treue vereint, hoch und niedrig, arm und reich, marschiert ihr hinter dem Führer in eine bessere deutsche Zukunft hinein. Wir grüßen das wiedererwachte Leben unseres Volkes und wir, die wir Euch um eine halbe Generation voraus sind, wir grüßen Euch Jungens und Mädels, den 1. Mai unseres Volkes. Alle zusammen aber vereinigen wir uns in dem Gruß an den Schirmerund andenFührerdesReichs, heben die Fahnen, Wimpel und Hände und rufen: Unser Reichspräsident, der Generalseldmarschall von Hindenburg, unser Führer, des Volkes Kanzler, Adolf Hitler, Sieg-Heill Begeistert klingt das Horst-Wessel-Lied aus Hunderttausenden jungen Kehlen. Während die SA.- Kapelle den Badenweiler Marsch beginnt, künden brausende Heilrufe d i e Ankunft des Führers. Schrittweise nur kann sich der Wagen durch die von der Leibstandarte Adolf Hitler frei gehaltene Bahn bewegen. Die Heilrufe wollen nicht enden. Zwei Mädel überreichen dem Führer, der in Begleitung des Vizekanzlers v. Papen die Schloßfreiheit betritt, einen Fliederstraub. Der Führer spricht zur deutschen Jugend. Meine deutsche Jugend! Ihr seid hier an dieser Stelle schon zum zweiten Male, um in einem neuen Deutschland den 1. Mai mitzufeiern. Dieses neue Deutschland soll Erfüllung bringen der Sehnsucht vieler deutscher Generationen. Ein Reich soll erstehen, stark und kraftvoll. Seine Kraft und seine Stärke aber kann nur liegen in seinen Bürgern. Seine Bürger aber werden einst nur das sein, was sie zu sein vorher gelernt haben. Was wir vom kommenden Deutschland ersehnen und erwarten, das müßt ih r, meine Jungens und Mädchen, erfüllen. Wenn wir ein Deutschland der Stärke wünschen, so müßt ihr einst stark fein. Wenn wir ein Deutschland der Kraft wollen, so müßt ihr einst kraftvoll fein. Wenn wir ein Deutschland der Ehre wiederge- ftalten wollen, so müßt ihr einst die Träger dieser Ehre fein. Wenn wir ein Deutschland der Ordnung vor uns sehen wollen, müßt ihr die Träger dieser Ordnung sein. Wenn wir wieder ein Deutschland der Treue gewinnen wollen, müßt ihr selbst lernen, treu zu sein. Keine Tugend dieses Reiches, die nicht von euch selbst vorher geübt wird. Keine Kraft, die nicht von euch ausgeht. Keine Große, die nicht in eurer Disziplin ihre Wurzel hat. Ihr seid das Deutschland der Zukunft, und wir wollen daher, daß ihr so seid, wie dieses Deutschland der Zukunft einst sein soll und sein muß. Ihr müßt den großen Geist der Gemeinschaft, wie er euch in der Kindheit zu eigen ist, pflegen, müht ihn niemals mehr von euch lassen, auf daß ihr einst als Erwachsene nicht wie in den Zeilen der Vergangenheit in Klassen, in Stande usw. auseinanderfallt, sondern einst ln der Zukunft im Großen das seid, was ihr im Kleinen in eurer Jugend wart: eine Gemeinschaft, eine Gemeinschaft deutscher 7Nenschen, d i e deutsche Volksgemeinschaft. Sie beruht auf euch, ihr seid dereinst ihre Träger, und ihr müht in der Jugend lernen, diese Träger zu fein. In vielen Jahrhunderten wurde das ersehnt, was heute Wirklichkeit geworden ist. Und ihr habt das Glück, mit in diese große Zeit hineinzuwachsen. Die Nation erwartet von euch, meine deutsche Jungen, daß ihr dieser großen Zeit würdig seid. Und das erwartet vor allem auch jenes gute f ./ WKH MA M Die Kundgebung der Jugend im Lustgarten vor dem Schloß. — Links: Der Führer wird bei jetner Anfahrt zum Lustgarten jubelnd begrüßt. — Rechtsx Dex Führer bei jeisex AlljvrachS an die Jugend. alte Deutschland, das einst auch unermeßliche Opfer gebracht hat für den Bestand des Reiches und das Sein unserer deutschen Nation. Dieses alte Deutschland, 'bas einst Blut über Blut bringen mußte, um uns und euch überhaupt den Weg in die Zukunft freizuhalten. Und das erwartet vor allem der eine große Repräsentant dieses alten Deutschland, der als Generalfeldmarschall unsere Heere im Weltkrieg führte und heute der Gegner und Schirmherr unseres Volkes geworden ist. So wollen wir, die deutsche Jugend, mit dem Blick auf unser Deutsches Reich und unser deutsches Volk dem unser Heil zurufen, der für uns drei Generationen verkörpert und in dem wir ein Zeichen der ewigen Lebenskraft des deutschen Volkes erblicken. Das deutsche Volk, das Deutsche Reich und unser Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Hindenburg, Heil, Heil, Heil! Das Deutschlandlied klingt aus. Bei der Abfahrt des Führers wieder ein beispielloser Jubel, ein Rufen und ein Fahnenschwenken, bks dann alte Marschlieder das Eintreffen des Trachtenfest zuges im Lustgarten ankünden. Nur kurz konnte der Reichskanzler verweilen, während dann der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Reichsminister Seldte den Festzug abnahmen. Der Mrer empfängt die Arbeiterabordnungen aus dem Reich. Oer Gruß des Saarlandes an den Kanzler. Um 12 Uhr empfing der Führer im Kongreßsaal der Reichskanzlei die Arbeiterabordnungen aus allen deutschen Gauen, insgesamt 33 Abordnungen zu je drei, also insgesamt 99 Arbeitervertreter. Ferner waren unter Führung des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach die 15 Sieger im Reichsberufswettkampf in ihrer Berufskleidung angetreten. Die Arbeiterabordnungen führte der Führer der Deutschen Arbeitfront Dr. Ley. Mit dem Führer waren auch der Vizekanzler von Papen und Reichsminister Dr. Goebbels zugegen. Der Führer unterhielt sich zunächst mit den Siegern des Berufswettkampfes, dankte ihnen für ihre Leistungen, erkundigte sich bei jedem einzelnen nach feinem Beruf und unterhielt sich mit einzelnen Jungarbeitern längere Zeit. Dann entspann sich ein ausführliche Unterhaltung zwischen den Arbeiterabordnungen und dem Führer. Jeden fragte der Führer nach seinen Sorgen und Nöten, und die Antworten der Arbeiter waren sehr freimütig, so daß sich eine offene und ehrliche Aussprache über wesentliche Probleme ergab, wie sie zwischen Regierung und Arbeiterschaft früher niemals zustande gekommen wäre. Besonders ausführlich war die Unterhaltung mit den Bergleuten. Das Hauptthema waren naturgemäß die Lohn, und Arbeitsbedingungen. Unter den Arbeitern waren Vertreter fast aller Berufe. Die Abordnungen hatten auch viel Erfreuliches zu berichten und immer wieder hörte man Aeußerungen wie: „Wir freuen uns, daß d i e Arbeitslosigkeit in unserem Bezirk so stark zurückgegangen ist und wir danken dafür." Die Ueberreichung der Geschenke an den Führer brachte auch manche humorvolle Situation. Zum Schluß des Empfanges, der ganz im Zeichen eines lebendig gelebten Sozialismus stand, richtete der Führer an die Versammlung eine kurze eindrucksvolle Ansprache. Mehrfach wies der Führer darauf hin, daß ein wahrer Sozialismus eine völlige innere Umbildung des Men- sch en zur Voraussetzung habe. Ihn in seinem innersten Wesen zu verwirklichen, sei eine ungeheure Erziehungsaufgabe, die sich erst in den kommenden Generationen vollenden könne. In der großen Linie aber sei heute bereits in Deutschland ein gewaltiger Fortschritt zu verzeichnen. In Deutschland seien jedenfalls die Menschen im Begriff, wieder glücklicher zu werden. Der Vergleich mit anderen Ländern zeige das besonders deutlich. Das volle Glück könne erst in langem Kampf errungen werden. Aber daß wir auf dem Wege zum Glück feien, das strahle ihnen allen, die hier versammelt feieti, aus den Augen. Möge, so schloß der Führer, indem er den Sendboten der deutschen Arbeiterschaft für ihr Kommen nach Berlin an diesem Tage dankte, der heutige Tag noch lange in ihrem Gedächtnis haften bleiben. Er lud sie dann zu einem Imbiß in seine Wohnung ein. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley brachte ein dreifaches Sieg-Hell auf den Führer aus. Voraufgegangen war ein besonderer Empfang einer Abordnung der 2000 zum deutschen Nationalfeiertag nach Berlin gekommenen Saardeutschen unter Führung des ältesten Nationalsozialisten des Saargebiets, Weber. Unter den Gekommenen war auch der älteste SS.-Mann des Saargebietes und eine Reihe anderer alter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. Weber überreichte dem Führer eine Grubenlampe mit der Widmung: „Unserem Führer treu bis in den Tod". Er brachte dem Dolkskanzler die Grüße des Saarlandes. Heute sei bestimmt keine Stadt in Deutschland so in Flaggenschmuck wie die Städte an der Saar. An dem (Empfang nahm auch Vizekanzler von Papen teil. Der Führer richtete recht herzliche Worte an die Saarabordnung. Viel besser als schöne Worte könne ihnen der 1. Mai zeigen, daß das deutsche Volk sich gefunden habe und sich ebenso auf den Tag freue, an dem das Saarland wieder zu Deutschland gehöre. Oer Führer begrüßt die Maienkönigin. Von den Fenstern des ersten Stockwerkes der Reichskanzlei aus sahen dann der Führer und der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Dr. Goebbels und Vizekanzler von Papen den Vorbeimarsch des Festzuges. Eine unübersehbare Menschenmenge jubelte dem Führer zu. Als der Wagen der Maienkönigin die Reichskanzlei erreicht hatte, hielt das Gefährt und die Maienkönigin, ein Bild des Frühlings und der Freude, und ihre Begleiterinnen, junge Mädchen in duftigen Kleidern mit Blumen im Haar und in den Händen, wurden von Baldur von Schirach zum Führer geleitet, der sie herzlichst begrüßte. Als sich der Führer mit der Maienkönigin am Fenster zeigte, wollte die Begeisterung der Menge kein Ende nehmen. Zimtes Bolkslreiben auf dem Tempelhofer Feld. Oer Riesenaufmarsch der Arbeiterheere aus Groß-Berlin. Noch in der Morgendämmerung waren viel hundert fleißige Hande auf dem Tempelhofer Feld am Werk. In der Nacht waren Lastwagen auf Lastwagen angerollt, um heranzuschaffen, was nötig ist, um rund zwei Millionen Menschen mit Erfrischungen zu versorgen. Noch im Licht der Scheinwerfer wurden die Ladentische aufgestellt, Stände errichtet und Zeltbahnen ausgebreitet. Um 6 Uhr erfolgte die Flaggenhifsung. Herrlich flattern die Fahnen in der Morgensonne. Schon von weitem grüßen die hohen Hakenkreuzbanner und die tulpenförmigen, über den ganzen Platz zerstreuten Lautsprecher. Dor den Sanitätszelten treten die Mannschaften des Roten Kreuzes, der SA., der Teno an, Bahren, Aerzte sind zur Stelle. Die Stadt Berlin verteilt ihre Wasserwagen über das ganze Feld. Postbeamte prüfen noch einmal die Fernfprecherleiiungen. Sogar ein geschlossenes Telephonverzeichnis mit allen auf dem riesigen Feld vorhandenen Anschlüssen liegt aus. Selbst Brieskästen sind vorhanden, die Kinder- f a m m e l st e l l e ist nicht vergessen. Die Händler richten ihre Stände, oder sie schnallen sich ihre „Bauchläden" an. Schon kurz nach 9 Uhr hört man von der Berliner Straße her Marschmusik. Die Spitzen der ersten Züge treffen ein. Schon nach einer Stunde herrscht auf allen Anmarschstraßen voller Betrieb. Eine Kapelle löst die andere ab. Funksprüche aus der Gondel des kleinen Luftschiffes, in der die Aufmarfchleitung über der Riesenstadt schwebt, verhindern Störungen, lösen Stockungen auf. Eine SA.-Kapelle kündet das Nahen her A E G. - B e l e g f ch a f t an. Hier marschiert in her zweiten Reihe, inmitten her Ar- beitsoeteranen hes AEG.-Betriebes, in brauner Uniform mit hem Pour le mörite geschmückt, her preußische Ministerpräsihent Hermann Göring. In her folgenhen Belegschaft her Bergmann-Elektrizitätswerke marschiert in her ersten Reihe der Führer des Gesamtverbandes der deutschen Wirtschaft Philipp Kehler inmitten seiner Gefolgschaft. Um hie Mittagszeit waren alle Blocks voll besetzt. Die Massen würben burch Chorgesänge unb Musikvorträge her Reichswehr unterhalten, bie in bunter Folge abwechselten. Die Kunstflieger Übet unb Fieseler zeigten in ben Lüften ihre Künste. Zu ihnen gesellten sich halb ©erb Achilis unb Willi Stöhr. Besonbere Beifallskundgebun- gen löste ein Ballonrennen aus, auf bas ©efthroaberflüge her Großflugzeuge her Deutschen Lufthansa folgten. Von ben Tribünen aus bot sich ben Beschauern ein schier unvorstellbares ^Bild. Kopf an Kopf stauben bie Teilnehmer. Aber nur 150 Meter weit waren sie ohne Glas zu unter- scheiben, weiter hinaus verschwommen sie zu einer einheitlichen, von einem bünnen Rauch- unb Staubschleier überlagerten Masse. Sin Rundblick vom Flugzeug aus. Ein wunderbarer Anblick war das Tempelhofer Felb auch vom Flugzeug aus. Im Gegensatz bazu bie Stobt selbst: die Maschine fliegt über menschenleere Straßen, man sieht ein einsames Auto bohinschleichen, einige wenige spielenbe Kin- ber, selbst bie Lungen her Grohstobt, bie Grünanlagen liegen tot unb ausgeftorben ba. Alles konzentriert sich um bas Tempelhofer Feld, bas heute im Mittelpunkt olles Geschehens steht. Nochbem als letzte Ehrenobordnung ein Bataillon Reichswehr, bas mit jubelndem Beifall begrüßt würbe, Aufstellung genommen hotte, trafen kurz vor 16 Uhr b i e Ehrengäste her Reihe noch kurz hintereinonber ein. Oas Eintreffen des Führers. Wenige Minuten vor 16 Uhr bog her Wagen mit hem Kanzler in bie Flughafenstraße ein. Wie mit einem Schlage hoben sich bie Arme her vielen Hunderttaufende zum beutfchen Gruß, ben her Führer im Wagen ftehenb erroiberte. Die Kapellen spielten ben Babenweiler Marsch, unter hegen Klängen bas Auto bes Führers, van tosenben Heil-Rufen begleitet, bie ganze Flughafenstrahe entlangfuhr, um bann zum Viereck zurückzukehren. Als her Führer auf her Tribüne erschien, stimmte her Sängerchor bas Lieb „Deutschland du mein Vaterland" an. Damit war der eigentliche Festakt eröffnet. Reichsminister Dr. Goebbels gab bann bem Führer bas Wort. Oer Führer spricht. Meine deutschen Volksgenossen unb Genossinnen! Deutsche Männer unb Frauen aus allen Gebieten hes Reiches und darüber hinaus. Millionen Deutsche, Männer und Frauen aus allen Berufsständen, Sie feiern mit uns in diesen Stunden zum zweiten Male das große Frühlingsfest der Arbeit unseres Volkes. 1933 stand ich am selben Tag hier an der gleichen Stelle, damals erfüllt vom Glauben an das Ge- lingen des Werkes des nationalen Wiederaufbaues unseres Volkes, heute getragen von bem glücklichen Bewußtsein ber Richtigkeit unseres Weges unb ergriffen vom Gefühl des Dankes an die Vorsehung, die unser Beginnen so erfolgreich sein ließ. Dankend aber auch u n - s e r e m g a nze n Volke, das in seinen Millionen arbeitenden Menschen mit uns sich diesen Erfolg selbst mehr als redlich verdiente. Denn ganz gleich, ob man uns liebt oder ob man uns haßt, eines kann niemand leugnen: ein neuer Geist Hal das ganze deutsche Volk erfüllt, hat es erweckt zu neuem Leben und ihm die Kraft geschenkt zu Werken der Arbeit und zu Leistungen auf allen Gebieten einer neuen Volksgestaltung, die bewunderungswürdige sind. Dir können an diesem heutigen Tag des Festes einer emsig tätigen Volksgemeinschaft mit stolzer Zufriedenheit das eine feststellen: dieses Iahr der deutschen Geschichte wurde nicht vertan. Diese 12 IHonafe wird man einst nicht als vergeudet ansehen können, sie sind nicht Stillstand gewesen, sondern unerhörte Entwicklung, nach löjähriger Verzweiflung hat ein großes Volk wieder Tritt gefaßt, entschlossen begonnen um sein Leben zu ringen, um es aus eigener Kraft und nach eigenem Sinne und willen neu zu gestalten. Wir hotten einst ein blühendes Reich. Es war nicht aufgebaut auf Eroberungen, auf fremdem Gute fremder Völker, es war nur das (Ergebnis einer unendlichen Arbeit, unsäglichen Fleißes, zahlloser Mühen unb Sorgen unserer eigenen Volksgenossen. Wenn eine anbere Welt glaubt, unserem Volke bie Friebensliebe wegleugnen zu können, so spricht für biefen wirklichen Geist unseres Volkes nichts schlagenber unb gewaltiger, als bas Verhältnis bes Besitzes bes deutschen Volkes an Lebensraum auf dieser Welt verglichen mit bem Besitz a n b e r e r Nationen. 70 Millionen Menschen lebten schon vor bem Kriege auf einer mehr als beschränkten Grunbfläche. Daß sie lebten unb wie sie lebten, verbankten sie wirklich nurihren Fähigkeiten unb ihrer Arbeit. Sie allein machten uns bamals zum reichen Volk, reich an Gütern ber menschlichen Kultur, bie ihre Wurzeln, nicht in kriegerischen Unternehmungen, fonbern a u sschließ- lich in ben Werken unb Leistungen besitzen, bie nur burch Fähigkeit, Arbeit unb Fleiß entstehen unb gelingen können. Das deutsche Volk wollte daher auch feinen Krieg, weil es ihn nicht benötigte, es ist fähig genug, ohne fremde Raubgüter, Tribute unb Kontributionen usw. sich ein eigenes Leben erträglich gestalten zu können. (Brausender Beifall.) Unb es hat sich dieses Leben einst gut gestaltet. Ohne Schuld am Kriege wurde unser Volk das Opfer desselben. 15 Jahre lang standen seitdem die deutschen Menschen erschüttert unb gebrochen vor ben Ruinen ber so mühsam in langen Jahren aufgebauten nationalen Existenz. wie oft habe ich dem deutschen Volke erklärt, daß nur ein unermeßlicher Wille, den keine Not mehr beugen kann, die Not einst wird brechen können, heute weiß es das ganze Volk: Unser Wille war härter als die deutsche Not. (Starker Beifall.) Eine Welt von Vorstellungen, Auffassungen und Einrichtungen wurde beseittgt und eine andere trat an ihre Stelle. Das Entscheidende aber ist: das deutsche Volk hat sich nach löjähriger Verzweiflung und lethargischer Selbstaufgabe wieder selbst gesunden. Es sucht mit eigener Kraft die Dege zu einem neuen Leben und es wird sie daher auch finden. Die größte Not, die wir damals materiell vor- fanben, war die Katastrophe unserer Arbeitslosigkeit. Deshalb haben wir damals die große Arbeitsschlacht proklamiert, erfüllt von dem Entschluß, alles zurückzustellen, um in erster Linie zwei Aufgaben anzupacken und zu lösen, zweiAufgaben, bie in einem inneren Zusammenhang stehen, die Rettung des deutschen Bauerntums durch die Sicherstellung des deutschen Bauernhofs und bie Rettung ber deutschen Arbeiterschaft durch die Sicherstellung bes Arbeitsplatzes (Langanhaltender Beifall). Wir find nicht blind gegen die anderen Notwendigkeiten des Lebens. Wir wissen ganz genau, was alles noch zu tun übrig bleibt und was geschehen muß, allein eines weiß ich: man wird auf dieser Welt überhaupt nichts erreichen, wenn man sich in tausend Projekten verliert und immer Neues beginnt, statt eine Aufgabe anzufaffen und zäh unb fanatisch um ihre Erfüllung zu ringen. Ich bilde mir auch nicht ein, daß nach der Löfuna des Problems der Arbeitslosigkeit etwa nichts mehr zu tun sein wird, habe nie behauptet, daß es keine sonstigen Aufgaben gäbe! Allein ich kann unseren Kritikern versichern, wir werden nicht eher ruhen, ehe mir nicht zunächst diese eine Aufaabe gelöst haben unb ich kann Ihnen weiter versichern: Wir lösen sie nicht, um uns dann schlafen zu legen (Heilrufe). Im Gegenteil, dann werben wieder andere Probleme ihre Behanblung finben. Und auch hier wirb unser oberster Grundsatz immer sein, die ganze Kraft auf die Erreichung eines Zieles anzusetzen. Es ist das angemaßte Vorrecht aller wurzellosen Kritiker, über ben Problemen schwebenb, allenthalben neue Möglichkeiten zum Nörgeln auszuschnüffeln. Allein es ist die Pflicht einer wahrhaften Dolks- und Staatsführung, unbeirrbar Problem um Problem zu behandeln unb zur enhlichen Lösung zu bringen. Wir sind uns dabei auch über folgendes klar: Auch der Mittelstand wird nicht durch Kritik unb Theorien gerettet, sondern gerade er hängt auf Gedeih unb Verderb zusammen mit ber Rettung bes Bauerntums und bes Arbeiters. Wenn diese Erwerbslosigkeit noch drei, vier oder fünf Jahre gedauert hätte, würde das deutfche Volk in Millionen seiner Menschen das Arbeiten verlernt haben, nicht aus schlechtem Willen, sondern einfach aus bem Zwang ber Entwöhnung. Wir hätten vor allem aber langsam ben gelernten Arbeiter verloren. Gerade er ist jedoch volkswirtschaftlich gesehen mit unser wertvollstes Kapital. Denn insbesondere der gelernte deutsche Arbeiter wird von keiner anderen Kraft in der Welt übertroffen. Indem wir mit gewaltigen Maßnahmen durch die Arbeitsbeschaffung von unten den Neuaufbau unseres wirtschaftlichen Ledens begannen, vergaßen wir keinen Augenblick die Aufgabe der allmählichen Ablösung dieser unserer Anleitung von oben durch die private Initiative. Wir sind uns alle über eines im klaren: der Lebensstandard unseres Volkes ist nicht zu hatten auf dem Dege einer Bürokratisierung unteres gesamten wirtschaftlichen Lebens. Nur wenn es uns gelingt, die eminenten, schöpferischen, persönlichen werte aller zum Einsatz zu bringen und ausleben zu lassen, wird die Gesamtsumme unserer Nationalfähigkeiten nützlich zur Auswirkung kommen. Nur soll der Staat dabei nicht des einen Herr und des anderen knecht sein. Die Autorität der Führung der Nation kann vor sich nicht bevorrechtete Stände und Klassen anerkennen, sondern die gegebenen Fähigkeiten, das gegebene Können der einzelnen Menschen und muh daraus ermessen die gegenseitig entspringenden und für die Ge- samtheit nötigen pflichten. — Nur in dieser über den einzelnen Kontrahenten des wirtschaftlichen Lebens gehaltenen Stellung der Führung der Nation kann die Quelle jenes Vertrauens liegen, das eine der wesentlichsten Voraussetzungen des wirtschaftlichen Gelingens des Wiederaufbaues ist. Wir sind daher auch nicht bereit, dieses Vertrauen von jenen böswilligen Elementen zerstören zu lassen, hie glauben, baß Kritik an sich ein lebenswichtiger Beruf fei. Wir lehnen es ab, baß ein Teil her Nation bie Arbeit zu leisten hat unb ein anberer nebenbeifteht unb bie Wichtigkeit seiner Existenz ausschließlich zu beweisen versucht burch bas Aufspüren von Kritik möglichkeiten an ben Leistungen ber wirklich Schaffenben. Nur her ist zur Kritik berechtigt, ber eine Aufgabe besser lösen kann. (Begeisterte Heilrufe) Die Lösung ber beutschen Aufgaben haben wir aber besser in Angriff genommen als unsere früheren Gegner unb heutigen Kritiker (Beifall). Wir benten hoher nicht daran, bie notroeirbige Autorität ber Führung her Nation von benen angreifen zu lassen, bie nur in Nihilismus ben geeigneten Nährboden für ihre eigene wertlose Tätigkeit sehen. Sowie aber Kritik Selbstzweck ist, muß bas Chaos bie letzte Folge sein, unb so, wie wir uns bie[er Kritiker erwehren, um bas Vertrauen zu ber Führung her Nation nicht erschüttern zu lassen, wollen wir aber auch unsererseits alles tun, um bieses Vertrauen zu befestigen. Millionen von Menschen, die am Aufbau tätig fein wollen, haben wir die Hand gereicht. Millionen von einstigen Gegnern, sie stehen heute in unseren Reihen und werben von uns dank ihrer Arbeit und dank ihrem können als Helfer am Aufbau nicht weniger geschäht als unsere eigenen alten Parteigenossen. Ich darf vor dem deutschen Volk bekennen, daß wir das Wesen unserer Autorität nicht in der Wirksamkeit von Kanonen und Maschinengewehren erblicken, als vielmehr in dem tatsächlichen Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Der kleingläubige Schwächling, ber bas große Geschehen unserer Zeit nur von ber Perspektive seiner eigenen Unzulänglichkeit aus sieht, soll selbst un- seretwegen ruhig jammern, aber nicht anbere verwirren. Wir haben baher in diesem letzten Jahre auch alle biejenigen Organisationen beseitigt, in benen wir nur Brutstätten bes Geistes ber Selbstschwächung, ber Volkszerreißung unb bamit ber nationalen unb wirtschaftlichen Zerstörung sehen mußten. Wenn wir am 2. Mai im vergangenen Jahre bie Vernichtung bes beutschen Parteiwesens burch bie Besetzung her Gewerkschaften einleiteten, bann geschah es nicht, um irgenbwelchen Deutschen zweckmäßige Vertretungen zu nehmen, fonbern um bas deutsche Volk zu befreien von jenen Organisationen, beren größter Schaben es war, baß sie Schöben pflegen mußten, um bie Notwendigkeit ihrer eigenen Existenz zu begrünben. (Stürmischer Beifall.) Wir haben bamit bas beutfche Volk von unenblich vielem inneren Streit unb Haber erlöst, ber niemanhen nutzte, außer ben birekten Interessenten, bem ganzen Volke aber stets verhängnisvolles Unheil zufügte. Es wirb heute vielleicht mancher Arbeitgeber unb Unternehmer nicht verstehen wollen, wieso wir biefen 1. Mai zu einem Feiertag proklamieren, ber von bem Arbeitgeber bezahlt werben muß. Ich möchte Ihnen hier die notroenbige Aufklärung sagen: Die beutfche Wirtschaft hat früher mit Hunderten an Millionen Mark jährlich ben Streit unb Hader der Organisationen untereinander bezahlt, die Arbeitnehmer unb Arbeitgeber zerrissen. Der nationalsozialistische Staat hat btefe primitiven unb sinnlosen Methoden des Ausgleichs her wirtschaftlichen Interessen b e - f e i t i g t. Die Ersparnisse, hie ber Wirtschaft ba- burch zugute kommen, find außerordentliche. Es ist nur ein ganz kleines Opfer, wenn dafür die Unternehmer ihren Mitarbeitern den Ta g vergüten, ber ein Symbol fein soll für bie Ueberroin- bung hiefer Kämpfe und Herstellung einer wahren Volksgemeinschaft. (Lang andauernder Beifall.) Der Sinn der nationalsozialistischen Idee, über Stände, Berufe, Klassen, Konfessionen hinweg eine Volksgemeinschaft herzustellen, wird nicht erfülltdurch die nur äußerliche An- Meldung bei einer Partei. Parteigenosse kann man durch Einschreiben werden. Nalionalfofta- lich jedoch nur durch eine Umstellung des Sinnes nach einem eindringlichen Appell an bas eigene Herz. (Lebhafter Beifall.) Die Organisation einer Bewegung ist eine formale Erscheinung, auch wenn sie noch so genial und an sich richtig ist. Den inneren Wert geben ihr e r st die Menschen, die ihrem Sinn entsprechend die Idee lebendig verkörpern. Es ist die Aufgabe der nationalsozialistischen Revolution, den Millionen unserer Volksgenossen die Grundbedingungen klar zu machen, auf denen das Leben 'aller beruht. Was dem einzelnen die Natur gegeben hat, muß er als Beitrag wieder abstatten feinem Volk. Es kann nur ein Recht in dieser Gemeinschaft geben, das erwächst aus der Erfüllung der zugewiesenen eigenen höchsten Pflicht. Die Arbeit ist daher in keiner Form eine Schande, sondern der höchste Adel für jeden, der durch sie und mit ihr getreulich mithilft am Aufbau des gemeinsamen Lebens und damit beiträgt zur Erhaltung der Nation. Es war daher unser höchstes Bemühen, ben Begriff ber Arbeit in feiner ebelften Bebeutung herauszuheben aus bem oerroirrenben (Betriebe unseres allgemeinen wirtschaftlichen Lebens. In- fonberheit aber wollten wir ben Millionen unserer Volksgenossen bie monumentale These zum inneren Verstänbnis bringen, baß es keine Arbeit gibt, bie als Arbeit an sich zu einer m i n h e r e n gesellschaftlichen ober gar menschlichen Einschätzung berechtigt. (Starker Beifall.) Es ist kein Zweifel, baß bie Parteien bes Klaffenkampfes unb ber Klaffenfpaltung einst am schärfsten bie Arbeite bienstpflicht bekämpften. Sie logen ben Massen vor, baß ber Slrbeitsbienft nur bazu bestimmt fei, ben Arbeitern Arbeit weyzunehmen. Sie hatten allerbings keinen Arbeitsdienst, bafür aber über sechs Millionen Erwerbslose. Wir haben ben Ar- beitshienft eingeführt unb bie Zahl ber Erwerbslosen um mehr als bie Hälfte gesenkt. Wir wollen aber den Arbeitsdienst nicht etwa, um dem Arbeiter einen Platz wegzunehmen, denn dies ist angesichts der Zahl der Erwerbstätigen und der im Arbeitsdienst befindlichen an sich unsinnig: nein: wir wollen den Arbeitsdienst, um jeden jungen Deutschen einmal zu zwingen, durch seiner Hände Arbeit beizutragen am Aufbau feines Volkes (wiederholte Zustimmung). Dir wollten vor allem aber die Deutschen, die fein# ififtifäe 'tljoben n be« oft ba« . Es ist e Unter« güten, irmin* sind. Mr wollen, meine deutschen Volksgenossen und Genossinnen, die Sie in dieser Stunde in den Zehntausenden unserer Städte, Marktflecken und Dörfer den 1. Mai mitfeiern, aber auch nicht vergessen, dessen zu gedenken, der uns durch ein ganzes Jahr unsere Arbeit so erfolgreich gedeihen lieh, und wollen ihn bitten, auch für die kommende Zelt unserem Volk feinen Segen nicht zu versagen, vor allem möchte die Vorsehung unsere sehnlicher Hoffnung in Erfüllung gehen lassen, dah unsere deutschen Menschen sich immer mehr zusamwenfinden in gegenseitiger Nachsicht und in gegenseitigem Verst e h e n, um endlich das Ziel zu erreichen, für das unser Volk feit Jahrtausenden kämpfte, viele Generationen litten und Millionen sterben muhten. Lin freies deutsches Volk in einem starken Deutschen Reichel chaft überhaupt und meinte doch immernurdie ine Seite. Und nur so konnte es geschehen, des deutschen Bauern und der Geist muh mit I ihnen einen unlösbareu Bund bilden, so wie wir seit anderthalb Jahrzehnten dies predigten und propagierten. (Lang anhaltende Beifallskundgebungen.) Und so sind wir an diesem Tage nicht nur zur Feier der deutschen Arbeit, sondern damit auch eines neuen deutschen Menschen zusammengetreten, wir wollen an diesem Tage den Ruhm jener Millionenarmee milfeiern, die als unbekannte und namenlose Soldaten der Arbeit im Schweihe ihres Angesichts getreulich mithelfen, in Stadt und Land, auf dem Acker, in der Fabrik und in der Werkstatt, die Güter zu s ch a f f e n, die unser Volk mit Recht in die Reihe der Kulturnationen der Welt hineinheben und in Lhren bestehen lassen. Und es ist deshalb auch unser Wille, dah an diesem Tage für alle Zukunft das ganze deutsche Volk sich auf seine Gemeinsamkeit besinnt und über alle sonstigen Zwistigkeiten hinweg immer wieder erneut die Hände in innerer Erkenntnis zum gemeinsamen Bunde reicht, den wir deutsche Volksgemeinschaft nennen. Wir wollen aber diesen Tag auch nicht vorübergehen lassen, ohne erneut in voller Einmütigkeit vor der ganzen Welt das gemeinsame Lebensrecht von uns allen zu vertreten. (Erneute Beifallskundgebungen) Das deutsche Volk hat, angefangen von seinem ehrwürdigen Reichspräsidenten bis zu jedem Arbeiter und jedem Bauern, nur einen einzigen Wunsch, durch seine Arbeit nach seinem Willen glücklich und selig zu werden. Es kennt keine Rache und wünscht keine Eroberungen, es möchte jedem Volke die Hand zur Verständigung und zur Versöhnung reichen. Allein es wird auch ewig unbeirrbar sein eigenes Lebensrecht verteidigen und gegen jedermann in Schutz nehmen. Es wird vor allem niemals Verzicht darauf leisten, ein Volk mit gleichen R e ch t e n zu sein, sowie es auch jederzeit gewillt ist, für d i e Erhaltung des Friedens und der Wohlfahrt auf dieser Welt nicht geringere Opfer zu bringen als andere Nationen sie zu bringen ebenfalls bereit illg Hl. rn, und 'auf au ere 34 wir Hrf- )ren chen olrb. 36 Oe. feiner ft un> bere letzten atio- Wien )lkszer- Mast. )ir am ng des ier @e« ht, um hingen zu be- größter legen ihrer mifcher alt von • erlöst, Inter« ängnis« ht man« erstehen 1 Feier- gebet len hier deutsche litlionen er bei r be' Oer Dank an -en Führer Eine abendliche Schlußkundgebung im Lustgarten. -Wen zu ’his. i ein und einet durch den II* Her 8 der r in r und nicht i der ur in ihre Kritik etzte Ntiker 9 der 1 aber en zu daß man den treuesten Helfer nicht nur vergaß, -indem am Ende auch verlor. Wenn Sie das Abzeichen des heutigen Festes — das ein deutscher Künstler uns geschaffen hat — besehen, dann dU es ihnen folgendes sagen: Sichel und Hammer nd einst die Symbole des deutschen Bauern und lies deutschen Arbeiters gewesen. Hochmut und Un- i.ernunft eines bürgerlichen Zeitalters haben diese Lymbole preisgegeben und verloren. Jüdisch-inter- r ationale Literaten stahlen endlich die Werkzeuge Ichaffender Menschen und waren nahe daran, deren Dräger endgültig ihren Plänen und Zielen zu nterwerfen. Der nationalsozialistische Staat wird liiese unselige Entwicklung überwinden. Der Hammer wird wieder zum Symbol des deutschen Arbeiters und die Sichel zum Zeichen | körperliche Arbeit leisten, zwingen, die körperliche Arbeit kennen zu lernen, um damit das Verständnis zu finden für jene Volksgenofsen, die auf dem Acker oder irgendwo in der Fabrik oder Werkstatt stehen. Wir wollen in ihnen sinnfällig den Hochmut a b t ö t e n , mit dem leider so viele Intellektuelle auf die Handarbeit herabsehen zu müssen glauben und wollen, allerdings umgekehrt bei ihnen, auch das Selb ft vertrauen ft ä r k e n durch das Bewußtsein, ebenfalls körperliche Arbeit leisten zu können. Darüber hinaus aber wollen wir dadurch zur Verflän- digung der einzelnen klaffen beitragen, um das Band der Volksgemeinschaft zu verstärken. Wir wollen, daß sie sich gegenseitig Tennenlernen, um so allmählich die natürlichsten Grundlagen einer wirklich inneren Volksgemeinschaft zu finden. Der nationalsozialistische Staat ist entschlossen, die neue deutsche Volksgemeinschaft zu bilden. Er wird dieses Ziel sie aus den Augen verlieren und wird s, wenn «uch langsam, so doch sicher erreichen, j Die gigantischen Organisationen unserer Bewegung, ' ihre politischen Einrichtungen sowohl wie die Or- ‘ ganisationen der SA. und SS., der Aufbau unserer Arbeitsfront genau so wie die Staatsorganisationen ;unseres Heeres, sie sind nationale und g e - ellschaftliche Schmelztiegel, in denen :ben doch allmählich ein neuer deutscher Mensch herangebildet wird. Die deutsche Awgen d wächst in einer anderen Welt heran und wird erst recht mithelfen, einst eine andere Welt zu bil- ' en. Gläubigen Herzens und starken Sinns soll diese Äugend einst ein besseres Glied der Geschlechterkette unseres Volkes sein, als wir selbst es waren und eute vielleicht fein können. Der Nationale Festtag des 1. Mai, den wir heute in ganz Deutschland feiern, hat in diesem Programm der 1 Neubildung unseres Volkes aber eine besondere und . ewaltige Bedeutung. Wir alle reden von der menschlichen Kultur und den persönlichen Leistun- en, aber nur die wenigsten sehen darin das E r- ebnis einer gemeinsamen Arbeit von Zeist und körperlicher Kraft. Nur zu shr hat man sich im Laufe der Jahrhunderte an- «ewöhnt, vom Unternehmer zu reden, vom Künstler, : om Bauherrn, die Techniker zu preisen und die Ingenieure zu loben, die Architekten zu bewundern, !ne Chemiker und Physiker mit Staunen in ihrer Arbeit zu verfolgen, den Arbeiter aber hat man meist vergessen. Man redete von der deutschen Wis- Lnschaft, dem deutschen Handwerk, der deutschen Wirt- eHung schasi , über linroeg nicht »Mn- je tann ilsosm- g bes ichea Wer ung ist le noch vneren 1, die goer- lsosia- mietet at W beruht, m Hal- seinem ier Lrfül- pflicht- n eine en, der lfi am damit n. den ung V.V. Getriebe bens. in ulifer^ rn in"«' >•“*£ ■Z; Ä 'K-b' „ich* «in'" «"d „n|W* :>s unserer Zeit hat uns über alles, was ehedem Menschen deutschen Schicksals trennen konnte, hinaus | Bei den letzten Worten des Führers erhoben sich Ine Massen auf den Tribünen wie ein Mann. Zwei Millionen reckten den Arm zum Schwur in die Höhe und sangen voll tiefer Ergriffenheit das Lied laer nationalsozialistischen Revolution, das Lied des Sturmsoldaten horst Wessel. Unter dem begeisterten Subd der Menge verließ dann der Führer mit seiner Begleitung das Feld. Die Aeichswehrkapelle spielte den Großen Zapfenstreich: i ?d) bete an die Macht der Liebe. Das Deutschlandlied folgte. Die abschließenden Worte sprach hier- tmf Staatsrat Schuhmann, der alle Wünsche \ m dem Ruf zusammenfaßte: Unserem Volk und 1 Vaterland, unserem Führer und Reichskanzler ein | lreifaches Sieg-Heil! Dann begann der Abmarsch der Ehrenbatail- Ixme, an der Spitze die fünf Musikkorps der Reichswehr, die über die Flughafen- und Berliner Straße isach dem Lustgarten ihren Weg nahmen. Den Abschluß des Berliner Festprogramms bil- des Menschen nach Charakter und Lei- st u n g hat allenthalben im privaten und öffentlichen Leben Platz gegriffen. Das neue Gefühl gelehrt, daß nur im zweckbestimmten Zusammenwirken aller nationalen Kräfte KeichsmimflerGoebbels verkünde! hcn national« preis für Vuch und Film. Euringer, der Träger des Stefan-Seorge-preises. — Der Film „Flüchtlinge^ erhält den Filmpreis. Oie Festsitzung der Reichskulturkammer. Das Parkett und sämtliche Ränge der Staats- t per unter den Linden waren voll besetzt. Lm den beiden ersten Parkettreihen hatten die Minister und Staatssekretäre Platz ge- rsrnmcn, im ersten Rang die B 0 t s ch a f t e r u n d ( esandten fast aller in Berlin vertretenen aus- t artigen Mächte mit ihren Damen. Erschienen r.aren ferner die Präsidenten und Präsidialmit- gneder der Einzelkammern der Reichskulturkammer, Vertreter der Reichswehr, der SA., der NSDAP., b* in Berlin zu Besuch weilenden polnischen und südslawischen Journalisten. Punkt 14 Uhr erschien b:r Führer in Begleitung des Präsidenten der S»ichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, ixr Vorhang öffnet sich.. Auf der Buhne ist em tninberooUer Hain von weißen und roten Blumen Lnb sattem Grün erstanden. Im Hintergrund auf k'ldgelbem Grunde ein riesengroßes Abzeichen des rationalen Feiertags. Nach dem einleitenden Vortag des Staatsopernorchesters bestieg Reichsrnmister 5ir. Goebbels das Rednerpult zu einer längeren --ede, in der er u. a. folgendes ausführte: Ueber dem großen Aufbauwerk des national «ILialistifchen Staates steht das Wort des Führers: -2ie müssen sich gegenseitig wieder ach - tis n lernen, der Arbeiter der Sttrn den Ar- t?iter der Faust und umgekehrt. Denn keiner be- fiünbe ohne den anderen. Aus ihnen beiden wird sch wieder einmal herauskristallisieren der neue b«ulf4)6 MöNsch." Was damals noch Ahnung unseres Volkes die furchtbare Krise, die über Deutschland und die ganze Welt hereingebrochen ist, gewendet werden kann. Es ist deshalb kein Zufall, daß gerade am 1. Mai in einer Feierstunde, die mitten zwischen den großen Volksdemonstrationen liegt, das geistige Deutschland zusammentritt, um seiner Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus, seinem Führer und Gestalter Ausdruck zu geben und in seinem Beisein d i e künstlerischen Werke der vergangenen Jahre zu ehren, die über die Produktion des Tages hinaus am stärksten dem Geist der neuen Zeit Form und Gestalt geben. Denn so wahr und richtig es sein mag, daß Oie Kunst ihre Stoffe souverän aus allen Zeiten nimmt, so wahr und richtig ist es, daß sie in der Formgebung und geistigen Durchdringung ihrer Stoffe an die Zeit und an die von ihr gegebenen Wertmesser gebunden ist. Und das gerade unterscheidet den künstlerisch schaffenden Menschen vom unkünstlerischen, daß er die Gnade besitzt, Stoff, Gei st und Form iß einen Guß hineinzugießen und in dieser bete die große Schlußkundgebung im Lustgarten. hier war die Stabswache „Göring" in drei Gliedern angetreten. Gegen 18 Uhr marschierte von der Kaiser-Wilhelm-Straße die Berliner SA. auf. Gleich danach trafen Formationen des Flugsportverbandes ein. Vom Tempelhofer Feld kam Reichswehr, Arbeitsdienst- formation und Feldjägerkorps. Rings um die aufmarschierenden Organisationen drängte sich eine tausendköpfige Menge, sogar die Dächer der umliegenden Gebäude waren besetzt. Unter den Ehren- gäften auf der Schloßrampe bemerkte man den Reichsarbeitsminister Seldte, Staatssekretär hier! und den Generalinspektor der Reichsautobahnen Dr. Tod t. Ministerpräsident Göring hielt die Rede, die mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Göring schritt hierauf die Fronten der Reichswehr und der Polizei ab, die vor dem Ministerpräsidenten präsentierten. Damit hatte der 1. Mai einen würdigen Abschluß gefunden. und' Wunsch war, ist heute bereits Wirklichkeit geworden. Die volksaufspaltenden Gegensätze zwischen Faust und Stirn, zwischen Hand und Kopf, sind überwunden und eine neue Wertung DER STAAT DER ARBEIT ? UND DES / FRIEDENS RAMSES CIGARETTE ohne Mundstück, dick rund. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Wer- ken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfa ti- gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Wolf-Geräte schaffen manche Garten- und Feldarbeit, z. B. 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Ib 20 615 wie folgt geändert: § 1- Der § 1 Abs. 1 erhält folgende Fassung: Die jährliche Gebühr beträgt 1 Rpf. für jeden Quadratmeter grundbuchmäßigen Flächeninhaltes der angeschlossenen Liegenschaften und 0,70 RM. für 1000 RM. des Brandversicherungswertes der darauf befindlichen Gebäude. § 2 Dieser Nachtrag zur Gebührenordnung tritt mit Wirkung vom 1. April 1934 ab in Kraft. Gießen, den 26. Avril 1934. Bürgermeisterei Gießen. Z.V.: gez. Dr. Hamm, Bürgermeister. Geschäfts-Drucksachen g’X'iX" Briefumschläge — — Postkarten bei Brühl. SchulstraBe 7 Geschäftskartea UttüchUekanntmachung für den Kreis Wetzlar. Tuberkulose-Auskunfts- und Jürforgestelle. Die Fürsorgesprechstunden im Monat Mai finden statt: 2631C Freitag, den 4., 11., 18. und 25. Wai 1934, von tz bis 12 Uhr vormittags. Dreiheit der Gestaltung dem Genius der Zeit nahezurücken oder ihn in genialem Wurf vollendet zur Darstellung zu bringen. Darum soll eine Zeit, die, aufgewühlt wie die unfrige, sich hüten vor jenen falschen Propheten, die da glauben, in der Zuchtlosigkeit der Form und der ausschweifenden Ueberspannlheit der Ideengebung einem Jahrzehnt am ehesten gerecht zu werden, das zwar wild, aber nicht anarchisch, und zwar mitreihend, aber nicht zügellos ist. Die Kunst ohne Gesetzlichkeit und Form ist nicht denkbar. Und es geht nicht an, dah heute mangels letzter Gestaltungskraft zum Ersah die Schreier und Richlkönner das wort ergreifen, um einer grohen Zeit das künstlerische Banner voranzutragen, die sie nicht gerufen hat und an deren Werden sie keinen Anteil besitzen. Gestehen wir es ruhig ein: Dieses Jahr zeigte viel ehrlichen Willen, aber im Können und Gestalten vermochte es noch nicht auszureichen. Vielleicht war es nur das Jahr der Saat. Mag sein, dah wir zu der Hoffnung berechtigt sind, einem Jahr der Ernte entgegenzugehen. Wissen und bestimmen können wir das nicht. Uns bleibt es nur vorbehalten, unser Werk zu tun und den Weg, den wir im politischen Leben gebahnt haben, frei zu halten für den Zug des Geistes, der einmal hinter uns folgen wird. Im Mai des vergangenen Jahres hat die Reichsregierung durch mich einen Nationalpreis für dasjenige Buch und Filmwerk geschaffen, das dem aufrüttelnden Erlebnis unserer Tage den packendsten und künstlerisch reichsten Ausdruck gibt. Am heutigen Tage wird er zum ersten Male in einer Festsitzung der Reichskultur- kammer feierlich übergeben. Er soll Zeugnis ablegen für die warme und fördernde Teilnahme, die der Nationalsozialismus der Kunst und den Künstlern zuteil werden läßt. Er soll das geistig schaffende Deutschland auf das engste den Aufgaben, die uns unsere Zeit gestellt hat, verpflichten. Das von mir eingesetzte Preisgericht hat den Vuchpreis, der als S t e f a n - George- Preis im Werte von 12 000 Reichsmark ausgeschrieben worden ist, dem Werke „Deutsche Passion 1933“ von Richard Eurin- ger zugesprochen. Der Filmpreis wurde dem Film „Flüchtlinge“ der Universum Film AG. (Spielleiter Gustav llcicky) verliehen. Es ist ein Wanderpreis in Gestalt einer Schöpfung des deutschen Kunsthandwerks, in welchem das wesen der Bildkunst in künstlerischer Form versinnbildlicht wird. Die beiden preisgekrön- ten Arbeiten tragen in sich Geist und Wesen unserer Zeit. Sie halten sich fern von aufdringlicher und darum verstimmender Ansicht, ohne indes die Blühe zu dem dramatischen Geschehen unserer Tage zu verlieren. Sie suchen sich nicht mit einer billigen oder sentimentalen Verkitschung der Ideen und Symbole der großen deutschen Revolution über die geistige Beklemmung hinwegzuretten. Sie fassen hinein ins volle Menschenleben, und wo sie es fassen, da ist es interessant. Sie haben zwar nicht das Programm des Nationalsozialismus dialogisiert, aber in ihnen ist G ei st o on unterem Geist, Kraft von unserer Kraft und Wille von unserem willen. Darum verleiht der nationalsozialistische Staat ihnen die Ehre, die ihnen gebührt. Ein neues Jahr geistigen Ringens beginnt mit dieser Stunde. In edlem Wetteifer werden die Künstler unserer Generation ihre Kräfte miteinander messen, junges Blut wird in ihre Reihen strömten, um neue Formen und Symbole in unsere wildbewegten Tage hineinzutragen. Wie tief und ehrlich die Sorge ist, die das neue Deutschland den geistig Schaffenden entgegenbringt, das beweisen kulturelle Großtaten wie die Gründung der Reichskulturkammer, der Bau des Hauses der deutschen Kunst, die umfassenden Baupläne für Berlin und München, die großzügige Uebernahme einer Reihe repräsentativer Theater in die Hand des Reiches, das neue Schriftleitergesetz, die Fürsorge, die die Regierung dem Film angedeihen läßt, um nur einiges zu nennen. Das alles sind Beweise einer Berget st igung auch unseres politischen Lebens, die in der deutschen Vergangenheit sowohl vor als auch nach dem Kriege ihresgleichen suchen. Wir können also mit gutem Recht auf das geistige Arbeitsjahr, das hinter uns liegt, stolz sein. Denn es war ein Jahr z i e l - bewußten und organischen Aufbaues. Es hat manches noch in den Anfängen stecken lassen müssen, aber wir haben doch angefangen, und sind nicht vor den manchmal unüberwindlich scheinenden Hindernissen zurückgeschreckt. Oie Augsburger Gangerhalle ein Raub -er Flammen. Die Polizei stellt vorsätzliche Brandstiftung staatsfeindlicher Elemente fest. Augsburg, 1. Mai. (DNB.) In der Nacht zum Dienstag brach kurz nach Mitternacht in der Sängerhalle im Stadtgarten, Augsburgs repräsentativster Raum für Massenkundgebungen, in der heute der Tag der Nationalen Arbeit mit einem großen Festprogramm seinen Ausklang finden sollte, G r o ß f e u e r aus, das so rasch um sich griff daß beim Eintreffen der Feuerwehr bereits jede Möglichkeit einer Eindämmung des Brandes aussichtslos war. Die große, ganz aus Holz bestehende 10 000 Personen fassende Riesenhalle brannte in kaum zwei Stunden vollständig nie- d e r. Kurz zuvor war eine Abteilung Hitlerjugend oorbeimarschiert, ohne daß das gering st e von einer Gefahr zu bemerken war. Unmittelbar nach Ausbruch des Brandes trat die gesamte Augsburger Feuerwehr in Aktion, doch brannte die mächtige Halle bereits in ihrer gesamten Ausdehnung, so daß jede Anstrengung zur Löschung des Brandes aussichtslos war. Nach 3/- Stunden blieben nur noch verkohlte Balken übrig. Gauleiter Wahl, der mit dem SA.-Ober- führer, dem Polizeidirektor und den beiden Bürgermeistern persönlich am Brandplahe erschienen war, richtete noch im Laufe der Rächt an den Führer folgendes Telegramm: „Sängerhalle, Augsburgs größter Versammlungsraum, 30. April um Mitternacht durch bolschewistische Brandstiftung in Flammen Anlegungen. Ermittlungen sind im Gange.“ Der Oberführer der SA., Stubenrauch, hat an die Bevölkerung Augsburgs einen Aufruf erlassen, in dem sie aufge- fordert wird, an der Aufdeckung dieses Verbrechens mitzuarbeiten und jede Wahrnehmung über irgendwelche staatsfeindliche Tätigkeit in den Kreisen der ehemaligen KPD„ SPD. usw. zur Kenntnis zu bringen. Die polizeilichen Ermittlungen haben einwandfrei ergeben, daß vorsätzliche Brand st iflung vorliegt. Damit bestätigt sich der Verdacht, daß staats feind- liche Elemente am Werke waren. Augenzeugen berichten, daß der Ausbruch des Feuers von einer ungeheuren Detona. tion begleitet war und daß unmittelbar danach eine riesige Feuergarbe zum Himmel stieg, während die Flammen zur gleichen Zett. aus allen Ecken aus dem Dache schlugen. Wenige Augenblicke später glich die ganze Halle einem mach- Ligen F e u e r m e e r. Die Halle war für den heutigen Tag auf das prächtigste dekoriert, Mit Lautsprecheranlagen und festlicher Beleuchtung ein- gerichtet worden. Auch ein kostbarer Flügel war auf dem Podium aufgestellt. Es wurde festgestellt, daß die Werkleute, die noch im Laufe des Sams- tag die letzte Hand an die festliche Ausschmückung der Halle gelegt hatten, beim Verlassen des Arbeits- Platzes um 19 Uhr alles in beste r Or d n u n g fanden. Kurz nach 20 Uhr hatte der Pförtner das Tor geschlossen und auch bei dieser Gelegenheit hotte er nichts Verdächtiges wahrgenommen. Das österreichische Parlament flimmt dem neuen Versaffungswerk r Blankovollmacht für Dollfuß. - Großdeutsche und Landbund protestieren. Wien, 30. April. (DNB.) Nach der Sitzung des Verfassungsausschusses, der in der erstaunlich kurzen Zeit von etwa 30 Minuten d i e neue Bundesverfassung und die 471 Notverordnungen der Regierung Dollfuß durchberaten und angenommen hat, trat die Vollversammlung des Nativ n a l r a t e s erneut zusammen und erledigte in erster, zweiter und dritter Lesung die neue Verfassung durch dreimaliges Erheben von den Sitzen. Der Nationalrat hat damit die neue österreichische Bundesverfassung auf Wunsch der Regierung tatsächlich ohne Kenntnis des Inhaltes und der Tragweite der Verfassung in einem abgekürzten. rein formalen Verfahren angenommen und damit der Regierung uneingeschränkte Vollmachten für die Zukunft erteilt. Für die Verfassung stimmten 80 Abgeordnete, die Christlich-Sozialen, die Heimwehrabgeordneten und zwei Landbündler, dagegen nur die beiden Vertreter der Großdeutschen Partei. Die zehn Landbündler waren bis auf den Berliner Gesandten Tauschitz und einen anderen Abgeordneten der Sitzung ferngeblieben. Der B u n d e s r a t trat am Montagnachmittag zusammen, um über das Ermächtigungsgesetz und die Notverordnungen zu beraten. In der Debatte verlas als einziger Redner Bundesrat Felsin- ger (Landbund) ein Schreiben des Landbundes, in dem betont wurde, daß der Landbund ebenso wie die Großdeutschen einen ablehnenden Standpunkt einnehmen. Nach einem Schluß- wort des christlich-sozialen Referenten wurden die vom Nationalrat angenommenen Gesetze bestätigt. Der großdeutsche Abgeordnete Kliemann war krank gemeldet. Bundespräsident M i k l a s hat den Bundesführer des Heimatschutzes, Starhemberg, zum Vizekanzler und Major Fey zum Bundesmini» st e r ernannt und ihm die Leitung des öffentlichen Sicherheitswesens sowie die Führung des Stiftungs- und Fondswesens übertragen. Der dem Landbund angehörige Minister Kerber wurde mit der Leitung des neugeschaffenen Bundesamtes für Statistik betraut. Der bisherige Staatssekretär Feys Karwinsky, wurde mit der Unterstützung des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers beauftragt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm! Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den- übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11 550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen. 3Vs Pfennige täglich für 3hre Gefunöheit! Hur echt in blauen 5 di acht ein ju 90 p f g , n i e mäh Io Je!___ Durch Den blutbilDonDen, leichtocrDaulichon trinken auch Sie ihn täglich 1 Heute morgen entschlief nach kurzer Krankheit ohne Kampf und Schmerz unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Marie Weber Wwe„ geb. Kraußer im 8 e. Im Namen der Trauernden: Ludwig Weber, Apotheker. Lieh, den 30. April 1934. Die Beerdigung findet Mittwoch um 3 Uhr statt __________________________26280 ö Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die liebevollen Worte des Herrn Pfarrers Bremmer sowie für die Kranzspenden bei dem Heimgang unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Herrn [oh. Georg Jung sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 30. April 1934. ______________________________________________02305 Ladenlokal möglichst m.2 Schaufenstern in bester Geschäftslage von Gießen Seltersweg von leistungsfäh.Geschäfts- nnternehmen zu mieten ge- sucht.Beteiligung an einem evtl. Umbau nicht ausgeschlossen. Schriftl Angebote mit Größen-und Preisangabe erbeten unt. 2545V an den Gießener Anzeiger. miiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wohnung sucht. 02306 | Stellenangeböte| 3tam Mer seine Herren- unö DlnneMneiverei Liebigstraße 37 (Gartenhaus) Z-3.-MW. in bess. Hause an alleinsteh.Dame od. ruh. Ehen. f. 36 Mk. zu verm. Schr. Ana. unt. 02313 a d.G.A. Wohnungstausch! Biete an: 6-Z.° Wohng. i. l.St., Kaiserallee, für monatl. 75 RM. Suche: 4—5-Z.- Wohnung. Schr. Ang. unt. 02316 an o. Gieß. Anz. Miet gesuche. Kinderl älteres Ehepaar sucht 3roei Simmet und Küche Schr. Ang. unt. mu Zubehör, im erstenStock/Hin- denburgwall 4, ab l.Juli oder früher zu verm. Dr.Töoelmann. Mittler z. Besuchet). Gar- tenbes. u. 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IllllllllllllllllllllllllllHi Rr.101 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Mittwoch, 2. Mai Line Kundgebung des Gauleiters zum 1. Mi °mSchl°PP°r'°oru'einhinten, das dampfte antiken Straßen aus denen EUpasten non -ro.n Direttissima Florenz—Bologna Von unserem römischen E.-Korrespondenten. Rom, Ende April. vertieft wurde; es war der Tag des klassenbewußten Proletariats. Ein Jahrzehnt wurde diese Zerklüftung sogar durch den Staat autorativ gestützt und durch seine Machtmittel geschützt. Daneben standen all die deutschen Jungens, all die deutschen Menschen, die die Mission des 1. Mai in ihrem Herzen trugen und den anderen 1. Mai nicht mitmachen konnten. Der Sieg Adolf Hitlers und seiner Mannen schlug die Brücke zwischen beiden. An Stelle der trennenden Klassen und Standesverbände und Vereine ist die Einigung aller schaffenden Deutschen getreten. 53 v. H., also mehr als die Hälfte derer, die der Geisel der Arbeitslosigkeit verfallen waren, sind zu Arbeit und Brot zurückgekehrt, sind freie deutsche Menschen geworden. In zahlreichen Betrieben, die ich in diesem Jahre besuchte, gleichgültig wo, gleichgültg in welchem Beruf, ob beim ohrenbetäubendem Lärm der Metallbearbeitung, ob in hiesigen Kruftwagen- fabriken, ab in städtischen Betrieben oder in Ausstellungen, die der tätigen Arbeit galten", überall tauchte mein Blick in leuchtende zukunftsfrohe Augen. Roch sehe ich in einem Betrieb Jungarbeiter drauf. In den letzten Jahren gab es durch die Elek- «Denn der Apenninentunnel besteht zwar aus einem ~ Verbesserung, Stollen mit Doppelglois, der Simplon mit seinen auch meine bereits im Herbst abgefaßte Denkschrift zur R e i ch s r e f o r m, die die Schaffung von Reichsgauen anstelle der bisherigen Länder Vorsicht^ Nachdem im Verfolg der unter Ihrer Führung zu Beginn dieses Jahres neuerdings eingeleiteten Erwägungen über die Fortsetzung der Reichsreform, die zur Verabfchie- duntz des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 geführt haben, ein neuer weitausgreifender Schritt zur Vollendung des Deutschen Einheitsreiches unternommen worden ist, halte ich mich wiederum für verpflichtet, die Maßnahmen des Reiches auf dem Gebiete der Reichsreform von Preußen aus in jeder Hinsicht zu unterstützen. Hierzu schlage ich Ihnen, Herr Reichskanzler, vor, bei Ernennung des Herrn Kultusministers Rust zum Reichsunterrichtsminister den Reichsmini st er des Innern, Herrn Dr. Frick, mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preu- sischen Ministers des Innern zu beauftragen. Die Uebernahme der Geschäfte wird zweckmäßig am 1. Mai erfolgen. Ich kann mir kaum eine Maßnahme denken, die besser als diese geeignet wäre, der Reichserneuerung von Preußen her weiterhin den Weg zu bereiten. Denn mit der Verbindung der Lenung der beiderseitigen Innenministerien wird dem Reiche die gesamte Sachkunde und Erfahrung zur unmittelbaren Ausnutzung für die Ziele der Reichserneuerung zur Verfügung gestellt, die sich in der umfangreichen und gut eingearbeiteten preußischen Staats- und Kommunalverwaltung in langer Zeit herausgebildet haben. Auf der anderen Seite wird durch den Eintritt des Herrn Reichsministers des Innern in das preußische Kabinett die volle Ueberein- stimmung zwischen Reichs- und preußischer Staatsregierung auf den in Frage kommenden Gebieten der Verwaltung in einer Weise gesichert, die jede Möglichkeit zum Auseinanderfallen der Meinungen und damit auch zu Störungen, die dem Fortgang der Reichserneuerung abträglich werden könnten, für die künftige Entwick- lich ausschließen wird. Wenn ich mich mit diesem Vorschlag bereiterkläre, Paris, 2.Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Maifeier, die fast in ganz Frankreich ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief, ist im Osten von Paris zu einem regelrechten Aufstand der Arbeiter gegen die Polizei ausgeartete. Ein ganzes Stadtviertel befindet sich im Bela g e r u n g s z u st a n d. In den Abendstunden hatten die K r a f t d r o s ch k e n f ü h r e r des östlichen Bezirks ihre Wagen zum Nachtdienst aus der Garage geholt. Dies wurde von den Kommunisten als Bruch der Arbeitsruhe angesehen. Im Nu hatten sich mehrere hundert Demonstran- t e n zusammengerottet, die die Kraftwagen m i t Steinen b e w a r-s e n. Die Polizei, die zunächst nicht die Ruhe Herstellen konnte, forderte Verstärkungen an. Als diese eintrafen, nahmen die Kommunisten eine immer drohendere Haltung ein. Schließlich zogen sie sich in einige Nebenstraßen zurück und verbarrikadierten sich in der sogenannten „Lite I e a n n e d' Arc". Jetzt begann die Schlacht, die lebhaft an die blutigen Ereignisse von Dien erinnert. Aus den Fenstern wurden die Beamten beschossen und mit allen zur Verfügung stehenden Gegenständen beworfen. Die engen Straßen gestalteten es der Polizei nicht, energisch vorzugehen, ohne ihr Leben aufs Spiel zu sehen. Die Kommunisten nützten das aus und schickten immer wieder Gruppen von etwa fünfzig Dann auf die Straße, die Pflastersteine in die Wohnungen trugen, die dann aus den Fenstern als Wurfgeschosse benutzt wurden. An anderer Stelle wurden Schützengräben ausgehoben und ebenfalls durch Steinbarrikaden geschützt. Gegen Ditternacht zählte die Polizei bereits einen Toten und elf Verletzte durch Schüsse oder Wurfgeschosse. Die Wut des Pöbels stieg von Stunde zu Stunde. Die Polizei stand der Meute wegen der Dunkelheit, vor allem aber auch wegen der zu engen Straßen, machtlos gegenüber. Nach und nach rückten aus allem Stadtteilen PolizeiverstärSchwere Slraßenkämpse in Paris zwischen Kommnnisten und Polizei. Ein ganzes Stadtviertel abgeriegelt und von Aufständischen gesäubert. Berlin, 1. Dai. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Herr Reichspräsident hat einen Erlaß über die Errichtung des Reichsmini st eriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vollzogen. Diesem Erlaß zufolge wird für gesamte Lr- ziehungs-, Bildungs- und Unterrichtswesen des Reiches, sowie für die Aufgaben der Wissenschaft ein Reichsministerium errichtet. Der Leiter dieser Behörde führt die Bezeichnung „Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung". Die einzelnen Aufgaben des Reichsministeriums für Wif- senschaft, Erziehung und Volsbildung bestimmt der Reichskanzler. Er bestimmt auch die Aufgaben, die aus dem Geschäftsbereich der beteiligten Reichsministerien auf das neue Dinisterium übergehen, und zwar auch dann, wenn hierdurch der Geschäftsbereich der betroffenen Dinifterien in den Grundzügen berührt wird. Zum Reichsmini st er für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat der Herr Reichspräsident auf Vorschlag des Reichskanzlers Adolf Hitler den preußischen Dinisler für Wifsenschaft, Kunst und Volksbildung, Ku ft, ernannt, der bis zur anderweitigen Regelung gleichzeitig in diesem Amt verbleibt. Bereits am 17. März d. I. hatte der preußische Ministerpräsident an den Reichskanzler nachstehendes Schreiben gerichtet: Seit jeher habe ich mich bemüht, den Aufbau des deutschen Einheitsstaates und seine Ausgestaltung zum Dritten Reich zu fördern, wo immer ich konnte. Insbesondere habe ich auch, seitdem ich durch Ihr Vertrauen, Herr Reichskanzler, an die Spitze der preußischen Staatsregierung gestellt worden bin, mich unablässig bemüht, d i e Vereinheitlichung und Erneuerung des Reiches im nationalsozialistischen Sinne von Preußen aus voranzutreiben. In dieser Linie liegen eine Reihe von Maßnahmen, die die Preußische Staatsregierung im vergangenen Jahre getroffen hat. In dieser Linie liegt Der preußische Kultusminister Rust zum Reichsminister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung ernannt Reichsminister Dr. Frick übernimmt auch das preußische Innenministerium. — Oes Reichskanzlers Dank an Göring. - Weitere Schritte auf dem Wege der Reichsreform. kungen an, so daß gegen 1 Uhr bereits mehrere Tausend Mann versammelt waren, die unter dem unmittelbaren Befehl des Polizeipräsidenten stehen. Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, hat sich die Polizei in den frühen Morgenstunden in ihre Stellung zurückgezogen und sich darauf beschränkt, das ganze Viertel abzurieaeln. Große Scheinwerfer bestrahlen die Häuserfassaden. Die Kommunisten errichten auf der Straße neue Barrikaden und legen an verschiedenen Stellen Holzfeuer an. 3 n den frühen Dorgenstunden fehle ein umfassender Polizeiangriff auf die Strahenbarrikaden ein, die auch genommen und geräumt werden konnten. Die Kommunisten setzten jedoch das Feuergefecht aus den Fenstern der Häuser fort. Die angreifenden Beamten waren zum Teil eigens mit Brust panzern ausgerüstet worden. Als Deckung wurden die großen Dannschaftswagen der Polizei mit eingesetzt. Auch die Feuerwehr war herangezogen und ging mit Strahlrohren vor. Trotzdem kam man in den engen Straßen nur langsam von der Stelle. Nach der Räumung der Straßen drang die Polizei gewaltsam in die Wohnungen vor, deren Türen mit Gewehrkolben eingeschlagen werden mußten. In allen Häusern wurde vom Keller bis zum Boden jeder Winkel durchsucht und über 20 Verhaftungen vorgenommen. Selbst die Dächer wurden überwacht, um die Flucht der umzingelten Kommunisten unmöglich zu machen. Die Haussuchungen dauern zur Stunde noch an. Das Straßenviertel ist nach wie vor abgeriegelt. Die Straßen bieten ein Bild wüster Zerstörung. Keine einzige Laterne ist heil geblieben. Die Fensterscheiben der niedriger gelegenen Woh- nr.ngen sind zertrümmert, und meterweise ist das Pflaster aufgerissen. Ueberall liegen Steine, Möbelstücke, auch Gläser und Geschirr, sowie Bierflaschen, die von den Kommunisten als Wurfgeschosse benutzt wurden. In Frankfurt hatte sich in drei mächtigen unübersehbar langen Säulen der Aufmarsch auf der Ostparkwiese vollzogen. Etwa 200 000 Volksgenossen der Stirn und der Faust standen hier auf einem der schönsten Plätze Frankfurts. Der Kreisleiter, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, eröffnete die Kundgebung. Als Vertreter des Gauleiters, Reichsstatthalter Sprenger, verlas sodann der Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront und Landesobmann der NSBO. Pg. Willi Becker eine Kundgebung des Gauleiters, in der es hieß: Deutsche Volksgenossen! Der größte Schmerz, der mich treffen konnte, ist der, daß mich Krankheit ans Zimmer bindet und mir nicht gestattet, heute unter Euch zu sein. Der 1. Mai ist für den deutschen Menschen ein Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes. Denke zurück an Deine Jugend! Folge der Stimme Deines Blutes und Du wirst die Weihe dieses Tages der erwachten Natur fühlen, wenn Du ihn nicht zu erkennen ver- Der erste Gruß den gefallenen Arbeitern! Wer auf schwellendem Polster oder im erstklassig geführten Speisewagen den Gotthard durchfahren hat und in Airolo einen Blick aus dem Fenster wirft, der bemerkt jetzt — dem Auge unausweich- bar — ein Denkmal für diejenigen, die beim Tunnelbau ihr Leben lassen mußten. Ein halbes Jahrhundert mit seinen Kriegen, Revolutionen und sozialen Erdbeben mußte ins Land ziehen, bis der Gedächtnisgedanke sich durchsetzte. Als im Jahre 1881 der Durchschlag erfolgte, da sprach man noch von einem Betriebsunfall; als im Jahre 1934 der König von Italien vor dem Tunneleingang der Apenninen stand, um ihn zu weihen, da war sein Erstes die Gedenktafel dort in Prato, für die Gefallenen auf dem Ehrenfelde der Arbeit zu enthüllen. Wir heben den Arm zum römischen Gruß — wahrhaftig, das ist etwas anderes als der Gladiatorengruß vor dem sinnlosen Schlachten. Das ist die neue Zeit, die Leben und Opfeüod gerechter abzuwägen weiß und uns stolz machen könnte, wenn nicht auch sie vom Koloß des Mars beschattet würde. Niemandem entgehen die Schieß- luken und Maschinengewehrnester neben dem Gott- hardschlund, und der Weltkrieg war es, der dem Vlan einer Apenninendurchbohrung den Auftrieb aab Ein Blick auf die Landkarte verrät die mißliche strategische Lage des ins Mittelmeer hineinragenden St-aes' der Verkehr Italiens kann sich nid) m die Breite' entfallen, und in der Mitte stört ihn der Eielsrücken des 'endlosen Hohenzuges. Die 8al)n- linien aber längs der Küste sind dem 8euer femd- licber (Schiffe ausgesetzt — auch eine Üeberlegung, di? gemacht werden muß, wenn man.heute einen französisch-italienischen Konflikt auf seine nächsten militärischen Möglichkeiten hm^?rpruf. Unvergleichlich waren die Schwierigkeiten, die sich den Truppen- und Materialtransporten im^ großen Kriege entgegenstellten, denn die Zentralem, man Rückgrat oder Hauptnero des ganzen Verkehrs Organismus nannte, mußte naturgemäß ständig o - stopft oder überlastet sein. Davon bekam auch harmloseste Rompilger eine Ahnung, wenn erkurz nach Bologna „in die Berge ging . Mit beängstigen dem Gepuff und Gepuste, wie ein Klavier in oen 5. Stock hinauf, wurde der Zug geschoben und gezogen. zwei eingleisigen Stollen übertrifft ihn aber an Länge: 19 803 Meter. Erheblich größer waren die Bauschwierigkeiten in den Apenninen und dementsprechend höher die Kosten. Die acht Baujahre des Simplontunnels verschlangen 75 Millionen Goldfranken, die 13 Jahre des Apenninendurchftichs 300 Millionen Goldfranken (genau 1 Milliarde 112 Millionen Lire). Ohne das energische Einschreiten Mussolinis würde sich das Riesenwerk sicherlich noch viele Jahre hingeschleppt haben. Mit seinen zahlreichen Kunstbauten, Brücken und Dämmen erinnert es an die Wunderstraße rings um den Gardasee. Adria ein. Daß auch dem Geschäftsmann das umständliche Gezockel nicht behagte, daß er daran ging, die Eisenbahn überhaupt zu schneiden und sich auf den Lastwagen zu werfen, das merkt zu seinem Leidwesen besonders der Autofahrer auf den Apenninenpässen. Ein Mammut mit Anhänger nach dem andern, fast o breit wie die Straße, rücksichtslos im Bewußtsein hrer Uebermacht ... da kommen wir mit unseren gebrechlichen Dingern leicht in die Enge. „Minde- tens die Anhänger müßte Mussolini doch verbieten!" Die Mammutlenker grinsen bloß: wie sollen sie auch wissen, wie ihr Anhänger die Kurve zu nehmen gedenkt? Seine Sache! Die Straßenflohe sollen halt in den Graben springen. Nun wird sich das hoffentlich auch, ändern, ein Anfang wurde bereits gemacht mit der Sonderbesteuerung der Anhänger, der neue Tunnel ist verlockend für den Warenverkehr. Er kürzt die Strecke Bolonga—Florenz um die schwierigsten 35 Kilometer ab, die Scheitelhöhe der Direttissima beträgt nur noch 300 Meter, man spart eine Stunde Zeit und schluckt keinen Ruß mehr. Bald wird die ganze Linie von den Alpen bis Rom und schließlich bis zum äußersten Südzipfel elektrisch betrieben werden. Diel erhofft sich der Verkehrsminisier von der neuen Linie, mehr der Finanzminister. Die Direttissima hat die Aufgabe, ihm seinen Haushaltsplan zu erleichtern. Sie soll Personen und Waren an- giehen, den Fremdenverkehr (der jährlich 1% Milliarden ins Land bringt) fördern und befruchtend auf das ganze übrige Bahnnetz wirken. Das wäre recht wünschenswert, denn die italienische Bahn ist ein Defizitbetrieb. Die letzte Jahresrechnung schloß mit einem Ausfall von 603 Millionen, wovon aber nur 27 auf die eigentliche Strecke sozusagen entfallen. Alles übrige fast ist Zinsenlast! Kalte Rechner werden daher finden, daß sich solche Unternehmen überhaupt nicht rentieren, daß die Kosten des neuen Tunnels niemals amortisiert werden können. Ein Glück, daß für den Staat höhere Gesichtspunkte gelten und nicht *;r Rechenschieber sein Tun und Handeln bestimmt. Würde er immer nur starr ins Hauptbuch schauen, so gäbe es auch keine Kolonien, keine Städtegründungen in den pontinischen Sumpfen, keinen immer sich erneuernden Geburtstag von Rom. „Rakoczy-Marsch." Es ist wie in den allerersten Anfängen des tönenden Films, wie in der „Melodie des Herzens": hier ist die ganze Welt grün-weiß-rot beflaggt, der großartig geschwungene Prospekt von Budapest und die weite ungarische Pußta geben den Schauplatz, der Czardas und die befeuernde Reitermusik des Rakoczy-Marsches bilden musikalisch Grundakkord und Leitmotiv zu einer Handlung, die ganz locker und lustspielhaft anhebt, fröhlich weitergesponnen wird in einem sommerlich-ländlichen Manöveridyll mit Tanzgesellschaft und Winzerfest, — bis es mit einem Male ernst wird und die ganz spielerisch begonnene Liebesgeschichte überraschend zu einem ernsthaften Konflikt führt; der kann zwar auch mit einem Offiziersduell im Walde nicht aus der Welt geschafft werden, aber obwohl diese kavaliermäßige Begegnung um ein Haar sehr übel abselaujeo wärs, gibt sie doch der Handlung die _____, v _ urch die Elek-1 trifizierung der Bergstrecke eine kleine Verbesserung, aber der große Buckel blieb doch so unbequem, daß | man ihn lieber umfuhr. Die großen Durchganaszüge bevorzugten die Maremmenstraße, die Linie Pisa— Sarzana, und wer von Rom nach Budapest zu ähren hatte, schlug nicht ungern den Weg über die entscheidende Wendung zum guten Ende. Die Regie (Gustav Fröhlich und Stefan Scekely) hat die zahlreichen Möglichkeiten, die der Schauplatz und die literarische Vorlage, ein Stück von Franz von Herczeg, boten, geschickt und großzügig ausgenutzt und eine Anzahl schöner und malerischer Aufnahmen geschaffen. Fröhlich selbst ist ein fescher und sympathischer Honved-Offizier, der sein Abenteuer auf eine ritterliche Weise zu Ende führt. Camilla Horn, seine Partnerin, hat sich von ihren naturkindhaften Anfängen zu einer eleganten und temperamentvollen jungen Dame von Welt entwickelt. Tibor von Halmay, Paul Wagner, Leopold Kramer und Anton Pointer sind vom Ensemble zu erwähnen. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Im Bei- Programm hört man Willem Mengelberg mit den Amsterdamer Philharmonikern, sieht einen interessanten Bildbericht aus dem hannoverschen Landgestüt in Celle und außerdem eine reichhaltige Wochenschau. Sochschulnachnchien. Dr. Leo Rosenberg, o. Professor für Zivilprozeß- und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Leipzig, ist auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt worden. Professor Rosenberg wirkte vor seiner Berufung nach Leipzig an der Hessischen Landesuniversität Gießen. Professor D. Alfred Uck eley, Ordinarius der praktischen Theologie an der Universität Königsberg, ist nach Marburg versetzt worden. Privatdozent Dr. Paul Meißner von der Universität Berlin wurde zum ordentlichen Professor für englische Philologie und Direktor des englischen Seminars der Universität Breslau ernannt. Professor Dr. Max Trautz, Direktor des Physi- kalisch-Chemischen Instituts in H e i d e l b e r g , hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der anorganischen Chemie an der Universität Rostock angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Rostock erhalten. Der Minister des Kultus und Unterrichts und Justizminister Dr. Wacker hat dem Wunsche des derzeitigen Rektors der Freiburger Universi- tät Professor Dr. Martin Heidegger entsprechend dessen Rücktritt von der Universitätsführuna genehmigt. Zum neuen Rektor hat der Minister den ordentlichen Professor für Straf- und Prozeßrecht, Dr. Ewald Kern, ernannt. Professor Dr. Wolfgang G a e d e an der Technischen Hochschule in Karlsruhe ist auf Grund des Gesetzes zür Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhe st and versetzt worden« - • - ......>, ■ - , ~ -— - Seit dem 22. April fährt man in 16 Stunden von München nach Rom, die Fahrzeit Rom—Berlin beträgt nur noch die Hälfte gegenüber den ersten Jahren nach dem Kriege: 24 Stunden, sehr wenig, wenn man bedenkt, daß auch das schnellste moderne Flugzeug seine 8 Stunden braucht. (Immerhin also nur 16 Stunden für die Hin- und Rückreise von 2000 Kilometer, dem zwanzigsten Teil des Erdumfangs!) In 8 Stunden schafft es auch der „Rapido“ Mailand—Rom, was besonders für die Verbindungen über die Schweiz wichtig ist. Don Zürich kann man also nach Rom fahren, ohne über- nachten zu müssen; ebenso von Bozen aus. In Rom hat man Anschluß an die Direttissima nach Neapel, der tiefe Süden wird somit erschlossen. Eine Direttissima nach Brindisi ist geplant — mit Autobahnen und Schnellinien folgt so das moderne Rom der klassischen Ueberlieferung, dem System der antiken Straßen, auf denen Eilposten von Köln magst. In der Vergangenheit hat uns niemand die Bedeutung des 1. Mai klar gemacht, und niemand hat uns gesagt, daß ein gemeinsames natürliches Sehnen uns an diesem Tage durchzittert. Und doch sind wir hinausgezogen in der Nacht zum 1. Mai, haben die Abendstimmung auf uns wirken lassen, das eigenartige Naturwirken unserer Wiesen und Felder in uns aufgenommen, der Stimme der Nachtigall gelauscht, ihren Standort auszumachen versucht, das wunderbare Konzert der gefiederten Sänger auf uns wirken lassen, um dann am Morgen jauchzend mit einem Strauß Primeln oder Maiblumen ins Vaterhaus zurückzukehren. Das war die eine Seite, auf der d i e Stimme der Natur und des Blutes zu uns sprach. Auf der anderen Seite trat uns dann in späteren Jahren insbesondere in den Städten und Großstädten das Zerrbild des 1. Mai entgegen: Der 1. Mai als Trennungstag des deutschen Volkes. Ein Tag der Klassenherrschaft des Arbeiters; ein 1. Mai, den jüdischer Geist gestaltete und der von Juden und verjudeten Helfershelfern erhalten und vor mir, die mit einem Sprechchor, deren Worte aus ihnen herauskamen, die Zukunft begrüßten: Das neue Reich, das Reich der Arbeit. Eins find sie geworden, die ehemals getrennt waren. So, wie es im Reich nicht mehr geben kann und geben darf: Herrscher und Untertanen, so ist verschwunden in der Wirtschaft der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Jeder steht im Dienste des Ganzen und gibt sein Bestes für Volk und Vaterland. Doch, meine lieben Volksgenossen, wir stehen e r ft am Anfang. Uns selbst ist es an die Hand gegeben, das neue Werden des Volkes zu lenken, zu leiten, zu bestimmen. Deutschland ist nationalsozialistisch. Alle Deutschen müssen nationalsozialistisch werden. Das bedeutet, daß Deutschland das mustergültige Land der Gemeinschaft werden wird, und daß jeder Deutsche von Kameradschaft durchglüht, versuchen muß, seine Kameraden an Gemeinschaftssinn zu übertreffen. So lege ich heute mit euch erneut das Bekenntnis ab, wir werden dem Vaterlands dienen, wir werden Deutschland dienen. Wir werden Deutsche sein, wenn wir Adolf Hitler folgen. meinerseits Ke Leitung eines der wichtigsten preußischen Ressorts, die Sie mir, Herr Reichskanzler, seinerzeit übertragen haben, aus der Hand zu geben, so glaube ich, das im Hinblick auf das von mir damit angestrebte Ziel verantworten zu können. Hinzu tritt die Erwägung, daß die in der preußischen Verwaltung des Innern gelegenen b e - sonderen Aufgaben, deren Lösung Sie bei Beginnn der nationalsozialistischen Revolution mir übertragen hatten, inzwischen erfüllt sind. Schließlich fühle ich die Notwendigkeit, mich von den umfangreichen Arbeiten, die mit der Leitung der inneren Verwaltung Preußens fortlaufend verbunden sind, zu entlasten, um den großen Anforderungen gerecht werden zu können, die Sie, Herr Reichskanzler, auf anderen Gebieten, besonders b e i der Durchführung der Reichsreform in Preußen, an mich stellen. Nachdem sich Herr Reichsminister Dr. Frick damit einverstanden erklärt hat, neben der Leitung des Reichsministeriums des Innern auch diejenige des preußischen Innenministeriums zu übernehmen und da ich mich auch Ihrer Zustimmung, Herr Reichskanzler, zu meinem Vorschläge versichert halten darf, wäre ich für eine baldige zustimmende Entscheidung besonders dankbar. In unwandelbarer Treue Ihr „ . gez. Hermann Goring, hierauf hak der Reichskanzler Adolf Hiller auf Vorschlag des preußischen Ministerpräsidenten den Reichsmini st er des Innern, Dr. Frick, mit der W ahrnehmung der Geschäfte des preußischenINini st ers des Innern beauftragt und den preußischen Ministerpräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: Mein lieber Göring! Bereits am 17. März d. I. haben Sie mir den Vorschlag unterbreitet, den Reichsminister des Innern, Herrn Dr. Frick, mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Ministers des Innern zu beauftragen. Sie selbst haben dabei, im Interesse des großes Werkes der Reichsreform Ihre eigene Person zurückstellend, den Wunsch geäußert, von Ihrem Amt als preußischer Staatsminister und Minister des Innern entbunden zu werden. Diesen Ihren Wünschen b i n ich nunmehr nachgekommen. Ich übersende Ihnen anbei die Urkunde über die Entlassung aus Ihrem Amt als preußischer Staatsminist er und Minister des Innern. Dabei drängt es mich, Ihnen meinen aufrichtigen und herzlichen Dank für alles auszusprechen, was Sie in diesem Amte geleistet haben. Mit Recht haben Sie selbst darauf hingewivsen, daß die in der preußischen Verwaltung des Innern gelegenen besonderen Aufgaben, deren Lösung ich Ihnen bei Beginn der nationalsozialistischen Revolution übertragen hatte, von Ihnen inzwischen erfüllt worden sind. Sie haben diese Ausgaben mit ganz besonderer Umsicht und Tatkraft g e l ö st. Wenn Sie nunmehr unter Verbleibung in Ihrem Amte als preußischer Ministerpräsident entsprechend Ihrem eigenen Wunsche, als preußischer Minister des Innern ausscheiden und Ihren Platz dem Reichsminister des Innern, Herrn Dr. Frick, überlasten, so weiß ich, daß hierdurch, entsprechend Ihren eigenen Wünschen, die großen Ziele der Reichsreform in besonders geeigneter Weise gefördert werden. In herzlicher Freundschaft und dankbarer Würdigung Ihr gez. A d o l s H i t l e r. Oer neue Reichserziehungsminister. Der am Montag zum Reichsminister für Wissen- schäft, Erziehung und Volksbildung ernannte preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildung Bernhard Rust ist einer der ältesten natto- nalsozialsttischen Kämpfer. Er hat in seinem Amt als preußischer Kultusminister dem Kulturleben Preußen und damit aber auch dem Kulturleben Deutschlands seinen Stempel ausgeprägt und sich als eine eigenwillige und neue Wege gehende Persönlichkeit erwiesen. Bernhard Rust wurde 1883 in Hannover geboren, besuchte dort das Gymnasium, studierte in Göttin- qen Halle, München und Berlin Germanistik, Philosophie und klassische Philologie. 1908 machte er in Halle die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. Dann diente er jein Jahr beim Inf. Reg. 74 ab. Dorn 1. April 1909 an war er am Ratsgymnasium in Hannover tätig. Bei Kriegsbeginn ging er als Leutnant der Reserve an die Front. Bis zum letzten Kriegslage blieb er vorbildlicher Frontsoldat. Er wurde schwer verwundet, verschüttet; aber kaum war er notdürftig wieder zusammengeflickt, da war er schon wieder bei der Truppe. Das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse und das Ritterkreuz des Hohenzollern-Hausordens waren der Lohn seiner Die Industrie- und Handelskammer Gießen veranstaltete am Sonntagnachmittag im Auftrage des Hauptausschusses für Berufserziehung beim Rhem- Mainifchen Jndustrie-und Handelstag im Saale des Cafü Leib eine öffentliche Feier zur Ueb er - reichung der Kaufannsgehilfenb rief e. Zu dieser Feier waren die Behörden, Dienststellen der Partei, die Kaufmannslehrlinge mit ihren Angehörigen, die Lehrherren, Vertreter des Lehrkörpers, sowie zahleiche Angehörige von Handel und Industrie erschienen. . Nach einem Musikoortrag von MltaUebern der SA.-Kapelle fand der feierliche Einmarsch der Fahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches statt.Es folgte-dann ein Vorspruch, wirkungsvoll gesprochen von einem Kameraden der Hitler-Jugend. Nach einem weiteren Marsch „Alte Kameraden" begrüßte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Gießen pg. Dr. E. Pauly die Besucher. Es sei das erste Mal, daß kaufmännische Lehrlinge sich einer Prüfung unterzogen hatten, in welcher sie beweisen mußten, was sie :n den hinter ihnen liegenden Jahren ihrer praktischen Lehrzeit gelernt hatten. Man habe bei der Prüfung der Lehrlinge weniger Gewicht darauf gelegt, die besonders Befähigten feftzustellen, vielmehr werde von den Prüflingen ein Mindestwiffen verlangt. Die Prüfung soll auch den Zweck haben, die für den Kaufmannsberuf ungenügend Befähigten zu erkennen und sie rechtzeitig einem anderen Beruf zuzuführen. Besonderes Augenmerk werde auf eine gründliche praktische Ausbildung in allen Zweigen des kaufmännischen Berufs gerichtet. Durch die Eigenart der Betriebe und teilweise auch durch die Nachlässigkeit einzelner Lehrherren sei die praktische Ausbildung oft sehr einseitig. Auch die theoretische Ausbildung sei noch verbesserungsbedürftig. Die Durchführung der ersten Prüfung sei nicht leicht gewesen, man habe aber hierbei weitgehende praktische Erfahrungen gesammelt, die dem Hauptausschuß für Berufserziehung für künftige Prüfungen wertvolles Material bieten würden. Die Lehrlinge mußten bei ihrer Ausbildung immer daran denken, daß Lehrzeit Lernzeit sei. Sie müßten mit eisernem Fleiß an ihrer Fortbildung arbeiten, damit sie später den Existenzkampf, der außerordentlich schwer sei, führen könnten. Zum Schluß dankte der Redner noch den an der Durchführung der Prüfung beteiligten Herren, insbesondere Diplomhandelslehrer Müller, sowie dem Lehrkörper. Nach einem weiteren Musikstück sprach der stellv. Kreisbetriebszellenleiter und Beauftragte der Kreisleitung der NSDAP.__ Tapferkeit. Seine Soldaten verehrten ihn, weil er nicht nur Vorgesetzter, sondern auch Führer und Kamerad war. , Nach dem Kriege nahm er seine Lehrtätigkeit wieder auf und war bald einer der beliebtesten Lehrer in Hannover. Er fand schon bald nach dem Kriege in die völkische Bewegung, wurde Nationalsozialist und bei Wiedergründung der NSDAP. 1925 zum Gauleiter von Südhannover-Braunschweig ernannt. Als er im Provinziallandtag gegen den marxistischen Oberpräsidenten Noske wegen des Verbotes der Hitlerjugend einen Mißtrauensantrag einbrachte, wurde er von feinem Lehramt entfernt. Am 30. Januar 1933 wurde Rust zum Reichskommistar für das preußische Kultusministerium ernannt und nach der Einsetzung des neuen preußischen Ministeriums preußischer Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. In dieser Eigenjchaft hat er sein Ministerium zu einem schlagkräftigen Instrument im Sinne des Nationalsozialismus umgestaltet. pg. Hahn. Er wies zunächst darauf hin, daß Deutschland nicht aufgebaut werden könne ohne die Seelenverbun- denheit des Volkes. Man warte nicht, bis fremde Hilfe von außen komme, sondern baue das Haus in der Heimat mit eigner Kraft. Nationalsozialismus wirke sich nicht an Äußerlichkeiten aus, sondern müsse empfunden und erlebt werden. Es feien noch große Aufgaben zu erfüllen, deren Lösung in gemeinsamer Arbeit möglich sei. Dann sagte er: Ihr, die ihr heute den Kaufmannsgehilfenbrief erhaltet und damit als kaufmännische Gehilfen und Gehilfinnen ins Leben tretet, feiö euch eurer Aufgabe voll und ganz bewußst. Deutschland war nur deshalb so geachtet und beneidet, weil es das Volk der Dichter und Denker ist. Es erwächst daher auch die Aufgabe, neben der Erziehung und Schulung in weltanschaulicherund politischer Beziehung die Erziehung und Schulung auf beruflichem und fachlichem Gebiet vorzunehmen. Es kommt nun nicht so sehr auf ein enormes Wissen an, als vielmehr daraus, daß ich das, was ich besitze an Fähigkeiten und Fertigkeiten, in den Dienst der Gemeinschaft stelle, denn wir alle müssen beseelt sein von dem Gedanken: für m i ch nichts, für mein Volk aber alles! Wir wollen keine großen Spitzenkönner großziehen, denn was hilft es einem Künstler, wenn er noch soviel Kunst verkörpert, und auf der anderen Seite besitzt er keinen Charakter. Daher gilt es in erster Linie, neben all diesen noch so wichtigen Gebieten der beruflichen Erziehung Charaktere zu züchten. Ein Menjch aber, der heute noch glaubt, auf Grund der materiellen Stellung seiner Eltern einen Beruf zu erlernen, hat den Sinn der Zeit noch nicht verstanden. Denn wir wären ein degeneriertes Volk, wenn wir nach diesen Gesichtspunkten die Berufsberatung vornehmen wollten. Im Kaufmannsberuf muß wieder der Grundsatz gelten vom ehrbaren zum königlichen Kaufmann. Der Berufsmensch soll Standesehre besitzen, aber nicht Standesdünkel. Was nun durch die Prüfung festgestellt werden soll, sind also weniger die Fähigkeiten als die Unfähigkeiten für den kaufmännischen Beruf hinsichtlich der praktischen und allgemeinen Vorbildung. Du Wirtschaftsführer aber, der du dieses jung Heranwachsende Geschlecht in die Urzelle der Wirtschaft, in den Betrieb aufnimmst, sei du ihnen ein Vorbild in Pflichterfüllung. Verantwortungsbewußtsein und Acht ungs Würdigkeit. Wir aber, die wir das Schicksal kommender Geschlechter auf unseren Schultern tragen, wir stehen noch vor großen Aufgaben, die wir nur lösen fön» Die tteberreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe. nen, wenn wir uns zu den ewigen Wurzeln unseres Volkes bekennen, und diese sind: Gott, Ehre, Freiheit, Vaterland! Mit diesem Bekenntnis und mit diesem Wollen gehen wir neu gestärkt mit neuem Glauben an die Arbeit, und die kann nur sein: Kampf um Ehre, Freiheitund Brot für unser Volk, weil wir Nationalsozialisten ^Hierauf erfreute die Unterstufe der Oessentlichen Handelslehranstalt mit dem Vortrag des Liedes „Deutschland blühe neu auf". Anschließend fand die feierliche Ueb er- reichung der Kaufmannsgehilsen- b r i e f e statt. Handelskammerpräsident Dr. panly führte dabei u. a. aus: Wenn die Überreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe auch nicht in der traditionellen Form erfolge wie beim Handwerk, fo werde mancher Prüfling doch noch manchmal an diese Stunde zurückdenken. Die Prüfung fei wohl abgeschlossen, nicht aber die Ausbildung. Deshalb sei es notwendig, daß jetzt eine Verbesserung und Verfang der Ausbildung einfetze. Dabei müsse der lick auf den Mann gerichtet sein, der aus dem Volke heraus zum Führer des Volkes geworden sei. Der Redner nahm den Prüflingen, unter lieber« reichung der Kaufmannsgehilfenbriefe, mit Handschlag das Gelöbnis ab, daß sie sich ernstlich be» mühen wollen, ein brauchbares Glied in der großen deutschen Volksgemeinschaft zu werden. pg. Kaufmann Heydt sprach dann noch als Führer der Berufsgruppe Handel. Das Ergebnis der Prüfung habe gezeigt, daß die Jugend bestrebt fei, vorwärts zu kommen. Die Zeit der Nachsicht fei vorbei, es müsse gearbeitet und gehandelt werden. Dabei dürfe man nicht die großen Gedanken unseres Führers außer Acht lassen. Es sei notwendig, daß sich.auch die jungen Kaufmannsgehilfen in die große Arbeitsfront ein« gliedern und einleben, daß sie aber darüber hinaus von der nationalsozialistischen Idee durchdrungen würden. Wir stünden jetzt erst am Anfang des Sieges. Die Jugend müsse an der Gestaltung der Gesetzgebung mitarbeiten, dabei aber Geduld haben, wenn nicht alle Wünsche sofort erfüllt würden. Viele Arbeitgeber mühten einen schweren Existenkampf führen, deshalb müsse auch bei den Arbeitnehmern Vernunft obwalten. Der Nationalsozialismus wolle Gerechtigkeit, deshalb werde kein Berufsstand vernachlässigt. Der Gedanke an das Vaterland dürfe nicht hintan gesetzt werden. Die Jugend werde die Früchte ernten, die jetzt gesät würden, deshalb müsse sie tatkräftig Mitarbeiten. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes fand die eindrucksvolle Feier unter dem Ausmarsch der Fahnen ihr Ende. Wettervoraussage. Durch den Einbruch kühler Luft kam es in den gestrigen Abendstunden zu verbreiteten Gewitterstörungen, wonach über dem Festland wieder Barometeranstieg einsetzte. An der Südseite des im Norden vorüberziehenden kräftigen Tiefs fließt ozeanische Luft nach Deutschland. Diese dürfte zeitweise wechselhafte Bewölkung verursachen und stellenweise auch noch Anlaß zu Gewitterbildungen geben, doch heitert es sich zwischendurch wieder auf. Im wesentlichen bleibt der Witterungscharakter frühjahrsmäßig warm. Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig und aufheiternd, warm und meist trocken. Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 29 Grad Celsius, abends 17,5 Grad; am 2. Mai: morgens 14,8 Grad. Maximum 29,2 Grad, Minimum 13,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 21,7 Grad; am 2. Mai: morgens 16,8 Grad. — Niederschläge 3,1 mm. — Sannen- scheindauer 12 Stunden. Sfie echte und die falsche doralies Roman von Anny von Panhuys. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Ihr fiel ein, sie hatte Doralies noch keine Mitteilung van der jähen, großen Wendung in ihren Verhältnissen gemacht. Sie war noch nicht dazu gekommen, zuviel war seit dem Tage vor Heiligabend auf sie eingedrungen. Sie blickte flüchtig an ihrem schwarzen Kleid nieder und aing bann langsam auf den Flur hinaus. Einen Augenblick später lagen sich die beiden Freundinnen schon in den Armen und küßten sich. Ein bißchen befangen begrüßte Regina den Schriftsteller. Der reichte ihr die Hand, lächelte: „Sie haben ja schöne Sachen gemacht!" Das klang lustig, und das nahm mit einem Schlag die Angst von Regina, stimmte sie froh. Doralies fragte: „Erlaubt uns der Landgerichtsdirektor wohl einen kurzen Besuch bei dir, Gina?" Regina nickte, und in ihren Augen schimmerte es feucht, als sie zurückgab: „Er erlaubt einen kurzen ober langen Besuch, ihm ist das alles gleich. Er ist tot, am Christabend ist er gestorben." Ah! Ein Ausruf des Bedauerns entschlüpfte Doralies. „Armes Mädel", sagte sie warm, „da war es ja auch nur eine kurze Herrlichkeit hier, und du bist schnell wieder stellungslos geworden." Sie lächelte ihren Vater an. „Gina darf zu uns nach Mooshausen kommen — nicht wahr?" Ihr Blick ging zu Regina. „Du hast das um mich verdient. Hast dir fo was Böses sagen lassen müssen von Frau von Stübnitz." Regina öffnete stumm die Tür zum Arbeitszimmer und jchob Doralies fanft über die Schwelle. Nachdem man sich gefetzt hatte, fuhr Doralies fort: „Frau von Stöbnitz, die wir heute besuchten, klärte uns nämlich darüber auf, wie sie sich im Warenhaufe gegen dich benommen habe. Reichlich schofel fand ich es und ließ das auch merken." Sie wurde lebhaft. „Muht zu uns kommen. Dati läßt alles in Mooshaufen abschreiben von jemand, mit dem er schon längst nicht mehr zuftieden ist. Er soll dich als Sekretärin einstellen. Das machst du doch, Fritzchen?" schmeichelte sie. Er lächelte: Wenn mich das wilde Mädel so an- guckt, gebe ich meist nach, deshalb Regina, mache ich Ihnen den Vorschlag, nach unserer Rückkehr aus Garmisch-Partenkirchen, wohin wir jetzt reifen, zu uns nach Mooshausen zu kommen." Doralies sprang auf und klatschte in die Hände. „Fein! Regina, nimm bas Angebot an! Ich reue mich ja fo sehr, bir bein Opfer ein bißchen belohnen zu können." Regina neigte ben schönen Kopf. „Ich bin sehr froh über ben Vorschlag, er beweist mir, baß bu es gut mit mir meinst, Doralies! Unb ich banke Ihnen sehr, Herr Wolftam! Aber ich kann hier nicht fort, ich habe hier noch allerlei zu tun." Doralies blickte ein bißchen neugierig. „Du meinst, bu hast bamit zu tun, alles zu orbnen für bie neuen Hausbewohner, für bie Erben — nicht wahr?" Regina antwortete: „Nein, so meine ich es nicht, Doralies, benn bie Erbin bin ich!" Es würgte sie etwas im Halse, als sie an ben Christabend bachte unb an bas van keiner Krankheit vorbereitete Sterben Jobst Freeses. „Du bist bie Erbin bes Lanbaerichtsbirektors?" Doralies machte ganz große Augen, unb auch ihr Vater sah Regina gespannt an. Da erzählte Regina ben beiben aufmerksam Zu- hörenben genau, auf welche Art sie ben alten Herrn kennengelernt unb wie er sie zu seiner Erbin eingesetzt habe. Sie kam dabei nicht vorbei an Peter Konstantin und an Holm Meerhold; sie mußte von beiden sprechen unb tat es in allervorsichtigster Weise, benn niemanb sollte merken, baß sie Peter Konstantin liebte. Als sie geenbet hatte, rief Doralies begeistert: „Das ist ja fast unglaublich, bas große Glück, bas bu gemacht hast. Also bist bu mir noch Dank schulbig, weil ich dich nach Berlin schickte, bu reiche Erbin!" Fritz Wolfram reichte ihr bie Hand. „Meine besten Glückwünsche!" Regina sagte ein wenig hastig: „Ich bitte recht herzlich, zu Tisch zu bleiben, ich bin so viel allein unb würbe mich sehr, sehr freuen. Doralies nickte. „Natürlich futtern wir gern hier — nicht wahr, Vati?" Er lächelte: „Futtere bu allein hier, Doralies, ich muß nämlich noch einen geschäftlichen Gang machen, eine Redaktion besuchen, unb allein unterhaltet ihr euch vielleicht sogar besser. Komme bann später ins Hotel." Damit erklärte sich Doralies einoerftanben. Unb Regina war Fritz Wolfram bantbar für fein Fortgehen unb froh, mit ber Freunbin allein bleiben Zu bürfen. Sie konnte boch freimütiger sprechen und hielt sich nun auch nicht mehr zurück, klagte offen ihres Herzens Not, erzählte auch von dem Irrtum, den ein Ring zustande gebracht, erzählte, wie die kurze Verlobung geendet hatte. Doralies saß Regina gegenüber unb nahm ihre beiden Hände. „Liebst bu den Mann sehr, der es litt, daß dir Frau von Stübnitz sagen durfte, sie würde dich vom erstbesten Schupo verhaften lassen, wenn sie dich noch einmal dabei ertappte, daß bu unter falscher Flagge weiter segelst? Liebst bu ihn sehr? So einen könnte ich nicht liebhaben!" Regina erroiberte mit bebender Stimme: „Ich quäle mich boch immer roieber bamit herum, unb wenn er mir auch weh getan hat — ja, ich liebe ihn noch." Doralies nickte: „Na ja, bu liebst ihn trotz allem; das ist zwar töricht, aber dagegen ist nichts zu machen." Sie lächelte. „Es läßt sich auch wohl schließlich noch alles einrenken." Sie betonte: „Er liebt dich nämlich auch. Das heißt", verbesserte sie sich, „er liebte dich, als er dich noch für Doralies Wolfram hielt, unb hat bas Vati bekannt, als er mit deinem Vater zu sprechen glaubte. Seine Liebe muh aber dadurch, daß er hörte, bu wärest nicht bie echte Doralies, einen berben Stoß bekommen haben, sonst hätte er bich bei ber peinlichen Szene im Warenhause ein wenig geschützt. Scheint ein empfinbfamer Herr zu sein. Im allgemeinen hat er ja vielleicht sogar recht; aber wenn man liebt, sucht man boch nach Entschulbi- gungen für ben Menschen, den man liebt, falls er ein bißchen was auf dem Kerbholz hat. Liebste Gina, dem Peter Konstantin dürftest du eigentlich keine Träne nachweinen; aber um ben anberen ist's jammerfchabe, ber hätte gut zu bir gepaßt. Unb ber liebt bich, glaube mir, ber liebt bich richtig, wenn ber Verlobungsring auch ein Freunbfchafts- ring war." Regina sah sie groß und fragend an: „Du glaubst wirklich, er liebt mich?" „Das ist so klar wie zweimal zwei vier ist!" gab Doralies in einem Ton zurück, als verfüge sie über reiche Erfahrung auf dem Gebiet ber Liebe. „Unb ba ihr bemnächst zusammen arbeiten wollt, hast bu selbst Gelegenheit, bir barüber Gewißheit zu verschaffen." Regina wwersprach leise: „Ich kann es nicht glauben. Wenn es sich so verhielte, konnte er doch sehr zufrieden sein, daß ber Irrtum mit bem Ring geschah, bann wäre bamit für ihn doch alles in schönster Ordnung gewesen." „Das war es eben nicht!" belehrte sie Doralies. „Der Mann wollte dein ganzes Herz, mochte sich nicht mit einem schäbigen Restchen zufrieden geben. Aber jetzt noch eins, ehe ich es vergesse: Schicke doch Frau von Stübnitz etwas Geld. Du kannst es ja jetzt. Sie machte die Aeußerung, daß es dir als Stellungslosen natürlich gepaßt hätte, bei ihr gut und bequem zu leben. Schreibe ihr, daß du bie verursachten Unkosten ersetzen möchtest unb sie das Geld nach Belieben zu wohltätigen Zwecken verwenden könne." Reginas Gedanken waren noch bei Holm Meer- halb. Liebte er sie wirklich? Hatte Doralies recht? Erst nach einem Weilchen antwortete sie: „Dein Rat ist gut, ich werde Justizrat Stein um Geld bitten. Weißt bu, er finanziert mich nämlich so lange, bis ich vom Gericht offiziell zur Erbin eingesetzt bin, was noch kurze Zeit dauern kann wegen einiger Formsachen." Die Freundinnen saßen bann zusammen beim Mittagsmahl, unb Doralies erzählte begeistert von ihrem Lutz. Sie hob bas Weinglas, in bem das helle Gold eines leichten Mosels leuchtete. „Auf dein Wohl, liebe, liebe Gina, und auf unsere Freundschaft! Unb innigsten Dank für den Freundschaftsdienst, ben ich bir nie vergessen werde, benn ohne deine Hilfe wäre ich jetzt wohl kaum Lutz Gärtners Braut. Also dein Wohl!" Regina nippte an ihrem Glase, und ihr war es, als sähe sie über ben Ranb bes Glases, da drüben an der Tür, zwei Männer stehen — zwei Männer, die einander ähnelten wie Zwillingsbrüder, und wiederum auch nicht, weil der Ausdruck ihres Gesichts und ihrer Augen fo verschieden war wie ihr Charakter. Später führte Regina die Freundin im ganzen Hause herum, unb Doralies meinte, als einmal Der Name Holm Meerholbs fiel, herzlich: „Vergiß, wenn bu irgend kannst, den wahrheitseifrigen Peter Konstantin, halte dafür aber die Freundschaft mit dem anderen doppelt warm, und freue dich deines Schicksals, das es wirklich gut mit vir gemeint hat." Erst am späten Nachmittag trennte man sich, nachdem Regina versprochen hatte, Ostern nach Mooshausen zu kommen. Als Doralies die Freundin zum letzten Male umarmte, flüsterte sie ihr ins Ohr: „Verlieb bich in ben anberen, dann ist das mit ber Erbschaft gleich in Drbnung, in bem Sinne, wie es ber alte Herr gewollt hat." Sie lachte vergnügt unb lief davon. Regina aber war es noch tagelang, als flüstere ihr Doralies ins Ohr: Verliebe bich in den anderen! Ob das wohl ginge? Sie glaubte es nicht. Und ob Holm sie wirklich liebte, wie Doralies gemeint hatte? * Regina sah vom Fenster ihres Schlafzimmers aus, wie die Wirtschafterin Holm Meerhold die Gartentür aufschloß. Sie freute sich, daß er doch von selbst kam; feit vierzehn Tagen hatte sie nun nichts mehr von ihm gehört. Sie zog schnell das kurze Jäckchen aus stumpfer Seide über; sie wußte, es kleidete sie besonders gut. Warum sollte sie sich nicht auch ein bißchen hübsch machen? Sie trat vor den Spiegel, schob die dicken Wellen ihres leuchtenden Haares etwas tiefer in die Stirn, und ging bann zur Tür. Plötzlich machte sie eine unwillkürliche Bewegung unb blieb stehen. Flüsterte es nicht roieber in ihr Ohr: Verliebe bich in ben anberen! (Fortsetzung folgt.) Nr. 101 'Drittes Blatt Sietzener Anzeiger (Generol-Anzchn für Sderheffen) Mittwoch, 2. Ma! Der Feiertag der nationalen Arbeit in Gießen. Viele Tausende demonstrieren in Einmütigkeit und freudiger Geschlossenheit für Arbeit, Ehre und Frieden. 'S 4k * • . IT - : .. A w S O .... •: M ' re, s ?< • • ■ n •» ■* ? *5 <4- K<-' ■ 4= M \ ) I vK M Mir"* •* •? -■ ’t ' M* fr' Blick aus einen Teil des F-stpIatzes während der Ansprache des Kreisleiters und Kreisdirektors K l ost er ma n n. - (Ausnahme: Photo-Pfass.) - W/ern- des mit rdie- nne. rerer und ifyn iber= b sei inen, iben, der aus ihrers ganz i denn d e wir nicht r Ar. g die s wir wie- die @e- sind, onn cs am b ein ir er« eifer» 3 der 1er an iger ein )lks- ) fein muffen 5, was ß dem l. Wir eine : müs- en Zu- *' de t\o- et- wie i ein ret wir olt, >hrk inff e Men« uf den , Brau- atz der veutfch- pannter innerer tritt ab, te. ! durch >ll ver- !6 Füh' hoch . Kund' ckSA. Lokalen )er Leen Tn!« sW8 Wenn's L 8.45: errhein- d h°us. Mittags' Mittags' ins delN . Anton- E I In’;; en S-'S r. ®or; ; Mainz- «*£ »HZ W u-»r; ’nerf* 3>" Aus der Provinzialhauptstadt Otto Behaghel. und Gei OJL-tfpoit vierten,befand sich auch der deutsche Oblt. Mo mm fischer (Deutschland). In der Lander auf Baccarat. Sieger wurde jedoch der italienifche I Deutschland hinter Schweden (12) Major Lequio auf Pagaeso, der mit einer Zeit l (8 Punkte) mit fünf Punkten den i dritten Platz. Keldbergfest-Turntag Die Arbeit im SchuluiWlager Gleiberg Jetten flbenO C h l O f O tl O WW wirkungsvolle Bühnenbild. Mit'dem Bericht von Hugo Pfaff über das 8 0. Feldbergfest 1933 trat der Turntag in den geschäftlichen Teil ein. Der Redner behandelte eingehend die Schaffung des eigenen Turnplatzes auf der Bergeshöhe. Der Oberturnwart im Feldberg-Festausschuh, Gauoberturnwart E. K r a m b - Bad Kreuznach, ergänzte den Bericht des Vorsitzenden nach der technischen Seite hin. Kassenführer Krönung- Rödelheim erstattete den Kassenbericht und fand für seine gewissenhafte Geschäftsführung einstimmig Entlastung . Hugo Pfaff machte dann mit den Plänen für die Ausgestaltung des 81. Feldberg- festes am 16. und 17. Juni bekannt. Es soll im Zeichen treuen Gedenkens an unsere Brüder an der Saar stehen und seine besondere Rote erhalten durch ein Festspiel, das — ein Beispiel neudeutschen Laiensviels — Turnbruder Oberstudiendrrek- tor Wilhelm Philipps-Friedberg zum Verfasser hat. Das Spiel kommt Samstagabend auf dem Berge zur Uraufführung. Der Sonntag beginnt in der Frühe mit einer Morgenfeier, für die als Redner Prof. Keller (Friedberg) gewonnen ist. Nach Schluß der vielgestaltigen Wettkämpfe wird die Bergeshöhe am Nachmittag eine große Saarkund- gebüng mit Reichsdietwart Kurt Münch-Berlin als Redner sehen. Eine andächtige Zuhörergemeinde fand Oberstudiendirektor Phlipps mit einem fesselnden, tiefschürfenden Vortrag über die Nibelungensage und über den Aufbau seines Festspiels „Das V ö l junge n h 0 r n". Es läßt die in der Nibelungendichtung des Mittelalters verarbeiteten und die um die Feldberghöhe und den Brunhildisstein webenden sagenhaften Ueberlieferungen im schlicht-dramatischen Spiel lebendig werden. In der Heldengestalt Siegfrieds, des Völsungenfproß, sind alle die Hochziele von 1:35,10 Sekunden schneller war als der Deutsche. Oblt. M 0 m m belegte nur einen fünften Platz. Abschluß der Ringer-Europameister« schäften. Der dritte Tag des Internationalen Reitturniers in Rom brachte das mit 14 Hindernissen versehene Jagdspringen um den Premio Pincio. Unter den Reitern, die den schweren Kurs fehlerlos abfol- Or. Drücke OT.-Bezirksführer. Als Nachfolger des nach Worms übergesiedelten DT.-Bezirksführers für den Bezirk Gießen im Turngau Nordhessen wurde Dr. Drücke (Kirchhain), Turnkreisführer des Turnkreises Lahn-Ohm, berufen. DT.-Gauführer D am er nahm auf der Hanauer Führertagung die Verpflichtung des neuen DT.-Bezirksführers vor. Meden-Tennisspiele im Gau Südwest. Im Gau Südwest des Deutschen Tennisbundes nahmen am Sonntag die Medenspiele der A.-Klasse mit zwei Begegnungen ihren Anfang. Der TC. 1914 (Palmengarten) schlug in Mainz den dortigen TC. Rotweiß überlegen mit 6:3. Noch glatter fiel der Sieg des SE. Frankfurt 1880 über den SC. Forsthausstraße mit 7:2 aus. Der dritte CReiferfag in 2Rom. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch". — NS.-Frauenschaft, Og. Gießen, 20.30 Uhr, Hotel Viktoria, Heimabend. setzen. Gießener Reichswehr in Alsfeld und in Schotten. Am gestrigen Feiertag der nationalen Arbeit hatte das Gießener Reichswehrbataillon eine Abordnung von je einem Offizier und 50 Mann nach Alsfeld und nach Schotten zur Beteiligung an den dortigen Aufmärschen entsandt. Die Abordnungen fuhren gestern früh von hier ab. Unseren Soldaten dürfte in den beiden Städten sicherlich ein herzlicher Empfang bereitet worden sein. Pfundpäckchensammlung der Ortsgruppe Gießen-Ost. Die für den 1.Mai angesagte Pfundpäckchensammlung findet heute, Mittwoch, den 2. Mai, durch Angehörige der NS.-Frauenschast statt. Schneider, Ortsgruppenamtslerter. AS.-Schwesternschaft Ortsgr. Gießen. Mittwoch, 2. Mai, findet der Heimabend im Hotel Viktoria, Ecke Liebigstraße-Bahnhofstraße, statt. Beginn 20.30 Uhr. gez. Ruth Niemann. Entlohnung deS 4. Mai im Saststätten- gewerbe. Die Reichs-Betriebsgruppe I (Nahrung und Genuß), sowie der Reichseinheitsoerband des Deutschen Gaststättengewerbes teilen folgendes mit: Den im Gaststättengewerbe Beschäftigten wird an Stelle des 1. Mai ein besonderer Ruhetag außer den üblichen freien Wochentagen gewährt, ohne daß ein Abzug vom Lohn stattfinden darf. Prozentempfänger erhalten Vze des monatlichen Garantielohnes ohne Rücksicht auf Prozenteinnahmen für den 1. Mai besonders ausbezahlt. Radfahrer, beachtet die Berkehrs- bestimmungen! Die Polizeidirektion Gießen teilt uns Am Sonntag. Am Sonntagmorgen versammelten sich die Lagerteilnehmer zuerst zur M 0 r g e n a n d a ch t, die der Gießener Studentenpfarrer Wolfgang Surfer hielt. Nach dieser Andacht begrüßte der Hauptamtsleiter I der Deutschen Studentenschaft, Kamerad Dr. Br an (Berlin), die auf dem Gleiberg zusammen- gekommenen Vertreter der Studentenschaften aus dem Rhein-Main-Gebiet und überbrachte die Grüße der Reichsleitung. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die studentische Arbeit gerade in unserem Gebiet voll auf der Höhe sei, und hofft, daß die hiesigen Studentenschaften Kern- und Stoßtrupp der Deutschen Studentenschaften werden möchten. Den ersten Vortrag am Sonntagmorgen hielt der neue Pädagoge an unserer Landesuniversität Prof. Pfähler (Gießen). Er sprach über das Thema: „Die Verantwortung des Kameradschaftsführers als Erzieher". Zuerst definierte der Redner den Begriff Verantwortung, dann kam er auf Führung und Gefolgschaft zu spre- Wohlfahrt abzuführen. Die NS.-Volkswohlfahrt hat große Aufgaben zu erfüllen. Niemand darf glauben, daß mit Beendigung des Winterhilfswerkes alles Not behoben fei. Auch nach Abschluß des Winterhilfswerks besteht die Notwendigkeit fort, für die zwar im Schwinden begriffene, aber immer noch große Zahl notleiden-! der Volksgenossen eein Opfer zu bringt!. Beträchtliche Mittel find hierfür erforderlich. Regelmäßige monatliche Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt bedeuten einen geeigneten Weg für ein solches Opfer. Dieses Ausschreiben geht nur den Behörden gu. Den Beamten uftn. ist es zur Einsicht vorzulegen. Das Hoheitsabzeichen an der Mühe der uniformierten Staats- und Gemeindebeamten. Mit Beginn der warmen Jahreszeit hat auch der Radfahrverkehr wieder stark eingesetzt. Nicht unberechtigt werden aber schon wieder Klagen laut über das rücksichtslose Fahren auf den Gehbahnen und an den Straßenkreuzungen, an denen die Fußgänger die Fahrbahn überqueren. Don einem großen Teil der Radfahrer werden vielfach die Bestimmungen nicht beachtet, daß die E i n - und Ausfahrt von Grundstücken, Toreinfahrten und dergleichen, sowie das Schieben der Fahrräder auf den Gehbahnen verboten ist. Beim Passieren von unübersichtlichen Stellen, wie Straßenkreuzungen, Kurven und dergleichen haben die Radfahrer ein Glockenzeichen zu geben. Wie jeder andere Fahrzeugführer hat auch der Radfahrer anderen Personen die Absicht des Still- Haltens durch senkrechtes Hochhalten des Armes, die Absicht des Umwendens und des Verlassens der bisher verfolgten Fahrtrichtung durch waagrechtes Halten des Armes in der Richtung des Wechsels rechtzeitig zu erkennen zu geben. Zum Abgeben der Zeichen kann auch eine mechanische Einrichtung benutzt werden. Im übrigen müssen die Radfahrer langsam fahren und erforderlichenfalls sofort ab» steigen, wenn durch das Vorbeifahren mit dem Fahrrad Menschen oder Tiere in Gefahr gebracht werden. körperlicher und geistig-seelischer Ertüchtigung umschlossen, die auch Wesen und Arbeitsrichtung der Deutschen Turnerschaft im Dritten Reich ausmachen. In zwei Bildern „Das Völsungenhorn in der Sieg- ried-Brunhildis-Sage" und „Völsungenhorn und Feldbergfest der DT." werden die sagenhaften und geschichtlichen, ebenso wie die turnerischen, die heimatlichen ebenso wie die vaterländischen Gegenstände in Einfachheit und Wucht dargestellt. Volkstum und Heimat, beseelt von Jahn-deutscher Gefühlswelt, erfüllt von dem Lebens- und Kampfwillen der großen, umformenden Gegenwart haben bluthafte, bodenständige Gestalt gewonnen. Und „Völsungenhorn"? Siegfried befreit Brunhilde, die Odin dienende Schlachtjungfrau, aus der Waberlohe am Brunhildisstein; zum Dank dafür rüstet Brunhilde ihren Helden mit den Gemässen der Weisheit, die aus dem Völsungenhorn strömen. Und ein „Völsungenhorn" ist der Mehrkampfpreis beim Feldbergturnen. So ist im Völsungenhorn „heroische Vergangenheit" mit „heroischer Gegenwart" zu starker Ueberzeugung geformt. Oberturnwart Krarnb gab ein anschauliches Bild von der Gestaltung der Wettkämpfe beim diesjährigen Feldbergfest. Als grundlegende Hebung roirb eingelegt ein Gepäckmarsch, sowohl in den Mann- schastskampf um das historische Völsungenhorn, als auch in die Einzelwettkämpfe der Turner (100-Me- ter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Gepäckmarsch) und Jugendturner (100-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Gepäckmarsch). Die übrigen Wettbewerbe sind, da die Freiübung in Wegfall kommt, D r e i k ä m p f e, die für die Altersturner aus 75- Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, für die Turnerinnen aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen bestehen. Neu ist ein besonderer Wettkampf für Angehörige der SA. und SS., bestehend aus 100-Meter-Hindernis, Weitsprung mit Anlauf, zweistündigem Gepäckmarsch. Die Umstellung der Satzung auf den Führer- grundsatz fand allgemeine Zustimmung. Zum Fuh- rer des Feldbergfest-Ausschusses wurde einstimmig Hugo Pfaff (Frankfurt a.M.) wiedergewählt, der seit dem Tode Ph. Röbigs mit viel Tatkraft und Umsicht das Werk im Geiste und Sinne seines Vorgängers weitergeführt hat. Mit dem Gesang des alten Turnerliedes „O Deutschland, hoch in Ehren!" und mit einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil!" auf den Führer des deutschen Volkes schloß die eindrucksvolle Turnertagung. Der 9 3. Feldbergfe st-Turntag, der am Sonntag in H 0 f h e i rn a. T. der Vorbereitung des 81. Feldbergturnfestes galt, hob sich mit seiner feierlichen Eröffnung über die rein geschäftliche Sitzung hinaus zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das älteste turnerische Bergfest, das seit 90 Jahren immer auch ein Fest wahrer Volksgemeinschaft und echten deutschen Volkstums gewesen ist. Ein inhaltvoller Vorspruch W. Wollenbergs feierte den heimischen „Turner- und Freiheitsberg" und gedachte ehrend der toten Turnbrüder. Turner und Turnerinnen stellten zu dem Vorspruch das ♦* Die Dienststunden der Handwerkskammer und deren Neben st e l len. Die Hessische Handwerkskammer hat mit Wirkung vom 2. Mai ab mit Rücksicht auf die beim Ministerium und sonstigen Behörden eingeführte durchgehende Arbeitszeit für die Sommermonate ebenfalls die durchgehende Arbeitszeit eingeführt. Die Dienststun* den find von 7 bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr. ** 40jähriges Gefchäftsjubilaum. Die Eheleute Karl Euler in Gießen, Ludwigsplatz 3, blicken heute auf ein 40jähriaes Bestehen ihrer Brot- und Feinbäckerei zurück. Aus kleinen Anfängen heraus haben.die nimmermüden Jubilare es verstanden, durch ihre Backwaren sich besonderen Ruf und einen dankbaren Kundenkreis zu schaffen, dem sie die heutige Größe ihres Betriebs verdanken. Möge ihnen nach arbeitsreichem Leben noch ein gesegneter Lebensabend beschieden sein. halten. ~ _ In allem menschlichen Tun sind, rote un Sport, zweierlei Kräfte deutlich zu unterscheiden, die „Flie- iier" und die „Steher". Die einen beginnen mit ra- endern Lauf und blenden mit ihrer Anfangs- eiftung, um dann jäh abzufallen. Die andern sind dauerhaft, kommen immer besser in Fahrt und Form, je mehr sie sich dem entfernten Ziel nahen. Für die Langstreckenläufer der Wissenschaft ist das Alter der ihrer Natur angemessenste Zustand, in i>em sie ihre besten Taten vollbringen. Für sie gibt es keine wehmütig-schicksalhaften Abschnitte, sondern nur ein langdauernd-stetiaes Aufwärts. Zu ihnen gehört, wenn einer, Otto Behaghel, dieses Vorbild eines bedeutenden Lehrers und „fruchtbaren Forschers, eines tapfern und liebenswürdigen Menschen. A’u" Oie Spenden für die NS.-Dolkswohl- fahrt. Der Hessische Staatsminister I un g hat an alle hessischen Behörden, die Bürgermeistereien unb bie Körperschaften bes öffentlichen Rechtes in Hessen folgenbes Ausschreiben erlassen: Das Winterhilfswerk bes Stotte» 1933/34 würbe mit Enbe Marz 1934 abgeschlossen. gleichfalls auf bem Wege bes Gehaltsabzuges burch bie amtlichen Kaffen an bie NS.-Volkswohlfahrt abführen zu lassen. Im Einvernehmen mit bem Reichsführer ber NS.-Volkswohlfahrt unb Leiter bes Amtes für Volkswohlfahrt bei ber obersten Leitung ber PO. ber NSDAP. Hilgenfelbt bittet ber Herr Reicksminister bes Innern, von biefem Wege ber Förberung ber NS.-Volkswohlfahrt abzusehen. Es soll den Beamten, Angestellten und Arbeitern selbst überlassen werden, ihre Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt an die für ihren Wohnsitz zuständige Ortsgruppe der NS.-Volks- chen, Führer kann man nicht erlernen, sondern bas Führertalent muß angeboren sein. Dann müsse ein Führer in ber Lage sein, bie richtigen Beispiele zu geben unb selbst richtig vorzuleben. Zwischen Führern unb Geführten müßten auch einmal Konflikte unb Spannungen entstehen, denn dadurch offenbare sich erst die Charakterstärke des einzelnen. Bei allem müsse aber der Führer seine Verantwortung abhängig von dem Ruf des Volkes machen. „Die Voraussetzungen der politischen Schulung" behandelte ein Vortrag von Prof. D u k e n (Gießen). Prof. Buten hob zuerst die Kameradschaft ber Frontsolbaten hervor unb sprach bann von ber Kameradschaft, die sich wieder in der SA. entwickelt habe. Die Kameradschaft müsse auch noch anhalten, wenn der Dienst vorüber und die gemeinsame Uniform nicht mehr vorhanden sei. Dann kam der Redner auf das Ideal zu sprechen, in bem man nicht aufgehen bürfe. Zur Frage ber polnischen Schulung sagte Prof. Buten, daß sie nicht nur ben Nationalsozialismus erklären müsse. Die Ringer-Europameisterschaften in Rom fanden am Sonntag mit den letzten Entscheidungen ihren Abschluß. Bie deutschen Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. Nur H 0 r n f i s ch e r (Nürnberg) tonnte im Schwergewicht einen Titel erringen unb somit seine Meisterwürde mit Erfolg verteibigen. Bie eigenartige Punktrechnung brachte es mit sich, daß der Darmstädter Siebert, der im Halb- schwergewicht alle Kämpfe gewonnen hatte, nur auf den zweiten Platz kam, da der neue Europameister Bietags (Lettland) in feiner Erfolgstabelle auch einige entscheidende Siege zu verzeichnen hatte. Die neuen Europameister heißen: Bantamgewicht: Thuvesson (Schweden); Federgewicht: Pihlajamaeki (Finnland); Leichtgewicht: Reini (Finnland); Weltergewicht: Glans (Schweden); Mittelgewicht: Europameister Johanson (Schweden); Halbschwergewicht: Bietags (Lettland); Schwergewicht: Horn- sischer (Deutschland). In ber Länderwertung belegte Deutschland hinter Schweden (12) und Finnland Am3. Mai 1934 vollendet Geheimerat Behaghel < fein achtzig st es Lebensjahr. Seit sechsund- j vierzig Jahren lebt und lehrt er in Gießen, einer ber Großen unserer hohen Schule, einer ber < wenigen, beren Bild, von Karl B a n tz e r s Meister- , Hand gemalt, bie Aula ziert. Dreimal war er ; Rektor; im Festjahr 1907, als bie Hochschule ihr 1 breihunbertjähriges Bestehen feierte, vertrat er sie ; in roürbigfter unb eindruckvollster Weise. 3*)m Der» • danken die Gießener Hochschulgesellschaft, die Hessische , Vereinigung für Volkskunde und manche andere ; bedeutsame Körperschaft ihr Entstehen. Um das , geistige Antlitz unserer Stadt, ihr Vortragswesen, ■ ihre Bühne unb ihr musikalisches Leben hat er sich entscheibenbe Verbienste erworben. So ist es nur billig, baß ihm neben den Amts- und Fachgenossen auch Stadt und Bürgerschaft zu feinem Ehrentag mit freudigem Dank huldigen. Aeußerlich ist das Leben dieses deutschen Gelehrten schlicht verlausen. Am 3. Mai 1854 ist er in Karlsruhe geboren, wo sein Vater als Ober» kirchenrat wirkte. In Heidelberg führt ihn Karl Bartsch in die germanische Philologie ein, in bem umfassenben, vorurteilsfreien Sinn, ber jebes Verfahren beherrscht unb mit eigenem Urteil ben überreichen Stoff orbnet unb burchbringt. Als neun» unbzwanzigjährigen außerorbentlichen Professor erreicht ihn 1883 ber erste Ruf unb führt ihn für fünf glückliche Jahre nach Basel, auf alemannischen Boben, ber ben fränkischen Forscher mit anregender Kraft umfaßt unb bem Herausgeber von Hebels Briefen unb Werken feines Dichters Lanb in blühenbem Leben zeigt. 1888 beruft ihn bie hessische Regierung auf Grunb einer Liste, auf ber die Fakultät neben ihm Hermann Paul unb Friebrich Kluge nannte, an unsere Lanbes- Universität, ber er lebenslang, allen Versuchungen zum Trotz, treu geblieben ist, wie seinem Forschungsgebiet. Die beutsche Sprache ist unb bleibt Die Fackel, an ber sich seine wissenschaftliche Kraft immer neu entzünbet unb bie ihm burch ein langes Gelehrtenleben voranleuchtet. Lieblingsgebiet ber eigenen Forschung aber wirb, ihm unb unserer Wissenschaft zum Segen, bie germanische Syntax. Den „Mobi im Helianb" gilt 1876 bie Doktorschrift; 1897 erscheint sie erweitert zur umfassenben „Syntax des Heliand", unserer einzigen folgerichtig aufgebauten, beschreibenden Satzlehre eines grundlegend wichtigen Sprachdenkmals. Die Habilitationsschrift von 1878 gilt der „Zeitfolge der abhängigen Rede im Deutschen"; aus ihr erwächst 1899 der „Gebrauch der Zeitformen im konjunktivischen Nebensatz", ein über das Deutsche weit hinausgreifendes Kernwerk unserer Wissenschaft, das die innige Verbundenheit des Forschers mit der lebenden Sprache so deutlich zeigt, wie seine „Geschichte der deutschen Sprache", die von 1891 bis 1928 in fünf Auflagen erschienen ist. An allen diesen Leistungen ist Behaghels Kraft erstarkt zu seinem Meisterwerk, der „Deutschen Syntax", die er von 1923 bis 1932 in vier starken Bänden vorlegte, nach festem Plan fugenlos gezimmert, auf bas feinste gegliebert, mit vollenbeter Beherrschung bes für jeben anberen unabsehbaren Sprachstoffs — mit allebem fein Freibrief auf Unsterblichkeit. Die neben diesen Hauptwerken einhergehenden Einzelarbeiten erreichen nahezu die Zahl tausend. Genannt seien hier nur, neben den Ausgaben des Heliand und der Eneibe Heinrichs von Veldeke, das lebendigste seiner Bücher, „Deutsche Sprache", seit 1886 in immer neuen Auflagen überallhin verbreitet, und das bunteste von allen, „Von deutscher Sprache" (1927), das eine vielseitige, auch lustige Sammlung von Aufsätzen und Reben abwechslungsvoll vereinigt. Mit beneibonswertem Kraftüberschuß hat es Behaghel verstauben, neben aller amtlichen unb gelehrten Tätigkeit dem Deutschen Sprachverein als warmherziger Berater immer wieder den dornigen Weg zu ebnen. Ebenso widmet er ber Deutschen Akademie seit ihrem Bestehen eine lebensvolle Tätigkeit. Der Bayerischen Akademie unb ber Gesellschaft ber Wissenschaften in Göttingen gehört er als Mitglieb an. Das Literaturblatt für germanische und romanische Philologie, bas er 1880 mit feinem jüngst verstorbenen Freund Fritz Neumann begründet hat, gibt er nun im 55. Jahrgang heraus, und jeder ber stattlichen Bände dankt feiner Mitarbeit bie wertvollsten Beiträge. lieber allem aber steht der lebfrische, bebeutenbe Mann, ber schlagfertige Rebner unb warmherzige Lehrer,ber nie ermübenb wirkt unb ber auch ben fpröbeften Stoff lebenbig unb anziehend darzustellen weiß. Wie ihn alles Verknöcherte unb Beschränkte ab» stößt, so läßt er jebem seine Freiheit. Er kommt aus keiner Schule und hat keine begründet, aber gelernt haben wir alle von ihm. Seine Kunst ist, durch ermutigendes Beispiel und freudiges Vorarbeiten die Hörer zum Mitgehen zu beleben. Er gibt im Hörsaal, vor der Jugend, im gelehrten Kreis wie bei jeder Feier einfach sich selbst. So wird er von vielen verehrt, und bei ber lebensprühenden Art, wie er jetzt seinen 80. Geburtstag begeht, ist kein Zweifel: er wird sich bie frische Gabe, solcher Verehrung froh zu werben, auch in Zukunft er» Der hessische Staatsminister Jung hat an die zustänbigen Ministerialabteilungen, ben ßanbes» polizeiführer unb bas Staatspolizeiamt folgenbe Verfügung gerichtet: Die bisher von ben uniformierten Beamten usw. an ber Mütze getragene rotweiße Kokarbe fällt mit ofortiger Wirkung weg. An ihre Stelle tritt bie chwarzweißrote Kokarbe. An die bisherige Stelle )er schwarzweißroten Kokarbe tritt das Hoheitsabzeichen in silberner Ausführung nach bem für Preußen herausgegebenen Muster. Besonbere Mittel für die Beschaffung können nicht zur Verfügung gestellt werden, lieber bie Hoheitsabzeichen am Tschako unb Stahlhelm ber Polizei unb Genbar- merie ergeht besonbere Bstimmung. Alle bisher erlassenen entgegenstehenben Bestimmungen werben hiermit aufgehoben. Die unterstellten Dienstbehörden sind von der Anordnung schnellstens in Kenntnis zu Mit diesem Zeitpunkt endigen daher auch die Spenden der Beamten, Angestellten und Arbeiter, die auf dem Wege des Gehaltsabzuges an die Empfangsstellen abgeführt worden sind. Bei dem Herrn Reichsminister des Innern ist angeregt worden, ob die Vorstände der Behörden entsprechend ihrem Vorgehen zur Förderung des Winterhilfswerkes nunmehr die Beamten, Angestellten und Arbeiter aufrufen sollen, an Stelle ** Gegen die böswillige Verunreinigung der Lahn. Die Dolizeidirektion hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Werfen von Unkraut, Kadavern (________ ____ __________(______t Gegenständen, sowie das Gießen von verun- ber Spenben für das Wmterhilfs'werk regelmäßige reinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn monatliche Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt j stellt also eine strafbare Verunreinigung des Fluß- ........ ™ ' *- waffers dar. Die Polizei- und Feldschutzbeamten werden in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige erstatten. ■ OKI Man kann sie früh mundet! i w Brennstoff-Kleinverkaufspreise für den Platz Gießen ab 1. Mai 1934 Serr profeffoc fiüfi: 2638 D Besondere Preislisten werden nicht mehr zugestellt! macht Perwach» sparsam and billiger. 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Einzahlungen an Reichskreditgefellschaft Berlin W 8, Behrensstratze 21/22, sowie auf deren Reichs- banfgirotonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer de* Arbeit". Fettnußkohlen I und II ........ Fettnußkohlen III Fettnußkohlen IV Eßnußkohlen II Eßnuß ohlen III Anthrazitnußkohlen II Anthrazitnußkohlen III Anthraziinußkohten IV Anthrazit-Eiformbriketts Eß-Eiformbriketts für Küchenbrand Zechenbrechkoks I Zechenbrechkoks II ..... Zechenbrechkoks III Zechenbrechkoks IV und Perlkcks . Kammerofenbrechkoks I Kammerofenbrechkoks II Kammerofenbrechkoks III Gasstückkoks ab Gaswerk Gießen . i/ornehml Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu m&ßigen Preisen BrühPscbe Druckerei, Scbuletr. 7, Ruf 2251 immer! — Es gibt keine Gelegen heit, bei der sie — nicht köstlich i Bekanntmachung. 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Bei geschlossener Abnahme einer Sorte von 100 bis 300 Zentner wird ein Mengenrabatt von 10 Pf. per Zentner und bei Abnahme von über 300 Zentner ein solcher von 15 Pfennig per Zentner auf sämtliche Sorten gewährt, mit Ausnahme von Gaskoks. Bei Barzahlung innerhalb 14 Tagen ab Lieferung wird ein Kasserabatt von 3% in Abzug gebracht. Auf Gaskoks kann keinerlei Rabatt oder Skonto gewährt werden. 3625p Vereinigung der Gießener Kohlenhändler, e.V. für Kinder S.Rübkame« Fernsprecher 3659. mo&d Kleinkraftwag. bis 1,2 Liter, steuerabgelöst, in gutem Zustande zu kaufen ges. Schr. Ang. unter 2636D an den Gieb.An;, erbet. sondern daß man die Forderungen des Nationalsozialismus klar erkennen müsse. Nach dem Mittagessen hielt der politische Schulungsleiter bei der SÄ.-Standarte 116 Truppführer B. E. v. Graeoe ein Referat über: „Die Praxis der politischen Schulung innerhalb der studentischen Kameradschaftser- z ie h u n g". Truppführer von Graeve führte u. a. ungefähr folgendes aus: Die Problematik der politischen Schulung liege sehr tief. Der rassenmäßige Erbteil könne im Menschen durch Schulung gefördert werden. Vor 4 bis 5 Jahren hätte jeder Student noch erklären können, ich kann machen und denken was ich will. Heute fei «dies durch das Ausleseverfahren nicht mehr möglich. Die Studenten seien alle SA.-Männer und müßten den Staat mit all seinen Forderungen anerkennen. Es müsse immer daran gedacht werden, daß der nationalsozialistische Staat noch in der Formung begriffen ist. Zuerst müsse das Aussterben der gegenwärtigen Miesmacher noch abgewartet werden. Zur politischen Schulung gehöre Charakter. Zu dem Charakter müsse dann noch Können und Wissen treten. Die politische Schulung in der Studentenschaft müsse für das ganze Semester vorher festgelegt werden, damit der Student das Gefühl nicht bekommt, als ob mit ihm Experimente gemacht würden. Neben der Betrachtung und Besprechung von Männern aus der Geschichte, müsse die praktische Nutzanwendung für die Gegenwart gefunden werden. Kreisbetriebszellenobmann Pg. Wagner- Gießen sprach dann zu dem Thema: „Erziehung der studentischen Kameradschaften durch Mitarbeit in PO., NSBO., Kraft durch Freude usw." Pg. Wagner fand treffende Worte zu dem echten praktischen Sozialismus. zu verschaffen. Zum Schlüsse sprach Direktor Grebe noch von der studentischen Kameradschaftsförderung, die durch das deutsche Studentenwerk im Zu« sammenhang mit der Errichtung der studenten« schaftlichen Kameradschaftshäuser ins Leben gerufen worden sei. Der Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Heinz Jürgen Adam referierte über: „Kameradschaftserziehung und Fachschaf» t e n". Die Fachschaftsarbeit solle die organisch« Fortsetzung der Kameradschaftsarbeit sein und den Studenten wissenschaftlich zum Einsatz bringen. Diese Arbeit komme allerdings erst bei Studenten höheren Semesters in Frage. Am Nachmittag fand unter Leitung von Paul Seipp die Schlußsitzung statt, bei der in lebhafter Aussprache die Dorträge kritisiert und manche nützliche neue Vorschläge für künftige Arbeit und Lager gemacht wurden. Frische Seefische zum Kochen und Braten Schotten, Rot - Zungen, Flutzhechte empfiehlt Mittwoch, Donnerstag, Freitag frisch eintreffend. A. Koch Nachfolger, Mäusburg 15, Fernsprecher 3612. 2639D Sessell'MWWr Wimmln G.m.vL BleöentoDf-fuörolflsiiöne. IllWSmSWMllWlMM Her 5°/, Moon 1921. Die bei der am 28. März 1934 vorgenommenen Auslosung der m 1934 planmäßig zu tilgenden Schuldverschreibungen gezogenen Nummern sind rn Nr. 94 des Deutschen Reichsanzeigers vom 23. April 1934 veröffentlicht. a632D Biedenkopf-Ludrvigshütte, im April 1934. Hessen-Nassauischer Hüttenverein G.m. b.H. Zn kau!, ges. ” ein gut erhalt, abgelöstes swo B.M.W. oder Hanomag be- vorzugt.Schr. Angebote unt. 02318 an den Gieß.Anz.^ Verschiedenes das Reifezeugnis einer Bildungsanstalt mit, der Fachschulstudent dagegen die Reife aus seiner Praxis. Der Redner streifte kurz die Zustände, die heute noch an verschiedenen Fachschulen herrschten; dies läge meistens daran, daß die Direktoren nicht das erforderliche Verständnis zur Zusammenarbeit aufbrächten. In der Studentenschaftsarbeit müsse der Fachschüler von dem Hochschüler noch etwas lernen. Nur sei die nötige Freizeit an den Fachschulen sehr gering. Daher sei es auch sehr schwer, die neuen Erziehungsformen an der Fachschule in demselben Maße, wie an einer Hochschule durchzuführen. Er konnte mit Befriedigung feststellen, daß eine gemeinsame Arbeit zwischen der Hochschulstudentenschaft und der Fachschulstudentenschaft schon im Gange ist. An diesen Vortrag schloß sich ein Referat des Direktors des Gießener Studentenhauses Friedrich Grebe an, der über: „Die wirtschaftliche Seite der studentischen Kameradschaftserziehung und die Beteiligung der Studentenwerke" sprach. Seinem Vortrag entnehmen wir folgendes: Der Aufgabenkreis der Kameradschaftserziehung habe Studentenschaft und Studentenwerke zu engster Zusammenarbeit gebracht. Die Teilung der Aufgabe in eine politische und eine wirtschaftliche habe sich außerordentlich günstig ausgewirkt. Die Bearbeitung und Durchführung aller wirtschaftlichen Fragen, welche mit der Führung eines Kameradschaftshauses Zusammenhängen, sei der langjährigen Erfahrung der Wirtschaftskörper anvertraut worden. Aus dem Vortrag ergab sich, daß es trotzdem für den Führer des Kameradschaftshauses notwendig fei, sich einen Ueberblick über die mit feiner Amtsführung zusammenhängenden wirtschaftlichen Notwendigkeiten AveckSBekÜmpsnng oer Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerkern vor mit Namensneo- nnng n. unter Vorlage besGewerbenachweije« ou-geaommen werben. Verlag beSSiebenerAn'eiger' IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Anmachholz Bestell, erbitten wir direkt an uns, möglichst v.Vost- Er freue sich, daß nun die Grenzen zwischen Studenten und Arbeiter endgültig gefallen seien und der Klassenhaß vorüber fei. Es sei zu begrüßen, daß der heutige Student zu den Kameraden von der Arbeitsfront komme und fick mit ihnen über die verschiedensten Fragen unterhalte. Der heutige Arbeiter stehe nicht mehr dem Studenten ablehnend gegenüber, sondern durch den gemeinsamen SA.- Dienst ständen sie fick heute als Kameraden gegenüber. Der Student solle nur ruhig einmal in die einzelnen Betriebe gehen, damit ihm der Arbeiter mit Stolz seine Leistungen zeigen könne. Auch sei schöne Zusammenarbeit mit den verschiedenen Organisationen möglich, nur müsse man sich auf der gemeinsamen Basis finden: alles zum Wohle unseres deutschen Volkes! Am Spätnachmittag marschierten die Lagerteilnehmer unter der Führung von Oberscharführer Schuster von der Burg Gleiberg nach der Stadt Gießen. Im Gießener Studentenhaus wurde, nachdem verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt waren, das leckere Abendbrot aus der Küche des Studentenkochs Kiesel eingenommen. Der Abend war jedem Lagerteilnehmer zur eigenen Verfügung freigelassen. Gegen Mitternacht brachte ein Omnibus die Studenten wieder wohlbehalten zur Burg. Am Montag. Am Montagmorgen wurden die Vorträge fortgeführt. Als erster Redner sprach Kamerad cand. Dipl.- Jng. Fritz W a l ch e r (Darmstadt) über das Thema: „Kameradschaftserziehung und Fachschule n". Er betonte, daß zunächst die Grenzen zwischen Hochschulstudenten und Fachschulstudenten ganz fallen müßten. Der Hochschulstudent bringe DamplsägewerkLollar B. Huhn, Collar. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Wer leiht auf ein MlllNMW Mk. 4000.- Vorauszahlung? Schr. Angebote unter 02303 an denGießen.Anz. i Grundstück als Garten zu verpacht. Gr. 745 qm. Ausk. Kaffee Krämer, Neuen Bäue2ss3v 200 Mk. sof. gegen Bürgschaft u. Ratenruckzahlung ges. Schr.Angev.unt. 2506D cub.QML. Mai Juni Juli August Sept ab Okt per Ztr. 1.93 1.93 1.93 1.93 1.93 1.93 ii »» 1.88 1.88 1.88 1.88 1.88 1.88 n ii 1.85 1.85 1.85 1.85 1.85 1.85 ii ii 2.26 2.26 2.26 2.26 2.26 2.26 ii ii 2.16 2.16 2.16 2.16 2.16 2.16 ii ii 3.22 3.22 3.22 3.22 3.22 3.22 ii ii 2.59 2.59 2.59 2.59 2.59 2.59 ii ii 1.87 1.87 1.87 1.87 1.87 1.87 ii ii 1.97 1.99 2.00 2.01 2.01 2.01 ii ii 1.95 1.95 1.95 1.95 1.95 1.95 ii »» 2.14 2.16 2.19 2.21 2.21 2.21 rr ii 2.20 2.22 2.25 2.27 2.27 2.27 ii »» 2.09 2.11 2.14 2.16 2.16 2.16 ii ii 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 ii ii 2.04 2.06 2.09 2.11 2.11 2.11 ii ii 2.09 2.11 2.14 2.16 2.16 2.16 ii ii 2.03 2.05 2.08 2.10 2.10 2.10 ii ii 1.65 1.65 1.65 1.65 1.65 1.65 ii ii 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 1.80 ii ii 1.90 1.90 1.90 1.90 1.90 1.90 ii ii 2.10 2.10 2.10 2.10 2.10 2.10 ii ii 1.42 1.43 1.45 1.47 1.49 1.52 Bündel 0.76 0.77 0.78 0.78 0.79 0.80 15 Zentner Brennstoffen und mehr frei Keller. Bei Mittwoch, 2. Mi 1954 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. UH viertes Blatt Zeiiftagen des Mittelstandes Oie Schlachtsteuer 2. 3. 1. 2. 3. 1. 2. Arbeitsbeschaffung und Steuerpolitik c) d) a) b) Steuerpflichtigen dienen, wenn die folgenden drei Voraussetzungen gegeben sind: Zur Instandsetzung und Ergänzung der Gebäude dürfen nur inländische Erzeugnisse verwendet werden, es fei denn, daß geeignete inländische Erzeugnisse nicht vorhanden sind oder ihre Verwendung zu einer unverhältnismäßigen Verteuerung führen würde. Beginn und Ende der Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten müssen in die Zeit nach dem 30. Juni 1933 und vor dem 1. Januar 1935 fallen. und sonstiger Verwaltungsvorschriften abzuwarten. Das Gesetz bildet einen neuen erfreulichen Fortschritt auf dem Gebiete der Abgabenvereinheit- lichung im Reichsgebiet. abgegeben werden. In diesem Falle hat der verantwortliche Führer oder Leiter der Stelle, der der alte Gegenstand überlassen wird, in der Empfangsbescheinigung den Preis anzugeben, zu dem der alte Gegenstand überlassen worden ist und die Er- klärung eines Mitgliedes der Fachschaft Deutscher Schrotthündler boizubringen, in der bestätigt ist, daß der Preis den Schrottwert nicht übersteigt. Das gleiche gilt für die Abgabe an die von SA.-Brigaden errichteten technischen Lehrstürme oder Lehrwerk- stätten, an Pionierstürme der SA., SS., SA.-Re- seroe, NSKK., des Deutschen Luftsportverbandes, des Freiwilligen Arbeitsdienstes und der Technischen Steuerermäßigung für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden. 1. Die Lohnsumme des Betriebs des Steuerpflichtigen muß im Steuerabfchnitt der Instandsetzung oder Ergänzung um mindestens den Betrag, für den die Steuerermäßigung verlangt wird, über die Lohnsumme des unmittelbar vorangegangenen Steuerabschnitts hinausgehen. Bei der Gegenüberstellung der Lohnsummen werden Arbeitslöhne von mehr als 3600 Mark jährlich nicht berücksichtigt. Schafen einschließlich der Grieben zum Genuß 10 Rpf.; 3. Würste aus Fleisch 15 Rpf. Der Reichsfinanzminister ist auch hier zu Abänderungen ermächtigt. Das Finanzausgleichsgesetz wird geändert bzw. ergänzt. Die Länder erhalten 96 v. H. des Aufkommens an Schlacht st euer und an Schlacht st euerausgleich. Der Rest von 4 v. H. verbleibt dem Reich für die Verwaltung Beginn und Ende der Instandsetzungen und Ergänzungen müssen in die Zeit vom 1. Januar 1934 bis zum 31. März 1935 fallen: Zufchüsse aus öffentlichen.Mitteln (des Reichs, der Länder, der Gemeinden oder Gemeindeverbände) dürfen für diese Instandsetzungen und Ergänzungen weder unmittelbar noch mittelbar gewährt werden. Nothilfe. 3. Steuerfreiheit für die Beträge der freiwilligen Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Soweit ein Steuerpflichtiger Arbeitsspende in einem im Jahre 1934 endenden Steuerabschmtt geleitet hat, konnte er bis zum Ablauf des 30. April 1934 das Verlangen stellen, den Spendenbetrag vom Einkommen des Steuerabschnitts 1934 abzusetzen. Soweit ein Steuerpflichtiger noch nicht ein derartiges Verlangen gestellt hat, und er nicht beabsichtigt, den Spendenschein zur Ablösung alter ab- nis sein; _ der Steuerpflichtige muß den neuen Gegenstand nach dem 30. Juni 1933 und vor dem 1. Januar 1935 angeschafft oder hergestellt haben; der neue Gegenstand muß einen bisher dem Betrieb dienenden gleichartigen Gegenstand ersetzen; es muß sichergestellt sein, daß die Verwendung des neuen Gegenstandes nicht zu einer Minderbeschäftigung von Arbeitnehmern im Betrieb des Steuerpflichtigen führt. oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals können im Steuerabschnitt der Anschaffung oder Herstellung voll abgezogen werden, wenn die folgenden 4 Voraussetzungen gegeben sind: der neue Gegenstand muß inländisches Erzeug- Diese steuerliche Vergünstigung ist nunmehr durch die Ergänzungs-Verordnung zum Gesetz über Steuererleichterungen vom 20. April 1934 ausgedehnt worden. In dieser Verordnung ist bestimmt, daß bei der Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer sich die Steuerschuld für die Steuerabschnitte ermäßigt, die in der Zeit vom 1. Januar 1934 bis zum 31. Dezember 1935 enden, und zwar um 10 v. H. der Aufwendungen für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden oder Gebäudeteilen aller Art, wenn die folgenden drei Voraussetzungen gegeben sind: Zur Instandsetzung und Ergänzung der Gebäude dürfen nur inländische Erzeugnisse verwendet werden, es sei denn, daß geeignete inländische Erzeugnisse nicht vorhanden sind oder ihre Verwendung zu einer ünverhältnismäßi- gen Verteuerung führen würde; Werdet fördernde Mitglieder der eei Der Sturmbann IV / 3 3 der SS., Sitz Gießen, Polizeiamt, tritt zur Zeit an unsere deutschen Volksgenossen mit der Bitte heran, fördernde Mitglieder der SS. zu werden und dadurch die schwarze Garde des Führers in ihrer Arbeit zu unterstützen. Alle deutschen Volksgenossen mögen dieser Bitte bereitwilligst Gehör schenken, denn die SS. ist auf die Hilfe der fördernden Mitglieder in hohem Maße angewiesen. Wer auf diese Weise imferem Führer hilft, hilft zugleich auch mit am Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes! Der monatliche Mindestbeitrag eines fördernden Mitgliedes beläuft sich auf nur 1 Mark, also ein Betrag, der für die meisten unserer Volksgenossen ohne Schwierigkeiten aufzubringen ist. Der Opferfreudigkeit sind nach oben^ hin natürlich keinerlei Grenzen gesetzt. Anmeldungen zum Erwerb der fördernden Mitgliedschaft werden von jedem SS.-Mann, ferner auf der Dienststelle des Sturmbanns IV/33 im Polizeiamt Gießen, Landgraf-Philipp-Platz, jederzeit entgegengenommen. Zollausschiüssen. Der Schlachtausgleichssteuer unterliegen Fleisch und Fett von Riedvieh, Schweinen und Fleischwürste, die in das Zollinland oder in die badischen Zollausschlüsse eingeführt werden. Beide Steuern — die Schlachtfteuer und die Schlachtausgleichssteuer — sind Verbrauchssteuern im Sinne der Reichsabgabenordnung. Mit der Schlachtung eines Tieres erwächst für den Schlachtschuldner die Steuerschuld. Steuerschuldner ist, wer für eigene Rechnung schlachtet oder schlachten läßt. Das aus der Schlachtung gewonnene Fleisch haftet für die Steuer (z. B. im Laden oder im Kühlraum des Metzgers) bis sie gezahlt ist. Aufstockungen, Einbau neuer Geschosse, Einziehung von Wänden, Anbringung von Doppelfenstern, Erweiterung der Kelleranlagen; Errichtung neuer Bauteile insoweit, als diese nicht einen Neubau, sondern nur die Ergänzung oder Vervollständigung eines vorhandenen Baues darstellen: hier ist beifvielsweise an den Ausbau eines Stalles, an Anbau einer Desgleichen darf derjenige, der g e w e r b s- mäßig Rindvieh, Schweine oder Schafe m lebendem Zustande als Schlachttiere erwirbt, d h also der Händler oder Kommissionär, dem Veräußerer — d i. in der Regel dem Landwirt und Viehzüchter — die Steuer, die demnächst bei der Schlachtung dieser Tiere zu entrichten ist, weder gesondert in Rechnung stellen,noch von dem oerembar- ^Zuwiderhandlungen gegen diese letzteren Bestimmungen sind Ordnungswldrigkeiten imSinne ber Reichsabgabenovdnungen und entsprechend zu ahn- ^^Der Reichsfinanzminister hat die Befugn^,zu bestimmen, in welchen besonders gelagerten Fallen und unter welchen besonderen Voraussetzungen die Schlachtsteuer ganz oder zum Teil nicht erhoben oder zurückerstattet wird sowie ob und wann bei der Ausfuhr von Fleisch, Fett und ^us Fleisch verfertigten Würsten die Steuer ganz ober zu einem Ä^u”g>eid,5fteuer finben bie für bie Zölle qeltenben Vorschriften sinngemäße Kenbunqf 1. für bie Entstehung der Steuer- S 2 für.bie Perfon des Steuerfchulbners, 3$ für bie Fälligkeit unb bie Erhebung der Steuer 4. für bie Erhebung des Steuerbefcheibs, S. für die persönliche und dingliche Haftung, 6. für die Steueraufsicht und das Strafrecht. Zahlungsaufschub wird auch bet der Schlachtaus- gleichfteuer nicht gewährt. . . Die Schlachtausgleichfteuer betragt für je ein Kilogramm: 1. Fleisch einschließlich des Schweine lvecks und genießbarer Eingeweide von JtinbDiei), Schweinen und Schafen a) frisch, aud) gefroren: Spitzbeine von Schweinen, Lungen 4 Rpf-, .herzen, Milzen 6 Rpf-, Nieren 8 Rpf., anderes ^lei(d) und andere genießbare Eingeweide 10 Rpf-, b) zuberel- tet 13 Rpftt L Fett von Rindvieh, Schweine» und „Die Frist für die Beendigung der Instand- j sctzungs- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden, für die Reichszuschüsse gewährt werden, wird bis zum 31. März 1935 verlängert. Es handelt sich hier , natürlich nur um solche Arbeiten, für die der Reichs- ; zuschuß bereits bewilligt ist und die bereits in Angriff genommen find ober in absehbarer Zeit in Angriff genommen werben. Die Frist für Sie Beendigung der Arbeiten wird auf den 31. März 1935 hinausgeschoben, weil der Winter nunmehr vorbei ist und bas Gebäubeinstanbsetzungsgesetz seinen eigentlichen Zweck, uns vor einem jahreszeitlich bedingten Wiederanfteigen der Arbeitslosenziffer im Winter zu bewahren, nunmehr restlos erreicht hat. Da unb dort taucht die Frage auf, ob eine solche Zuschußaktion wiederholt werden würde. Diese Frage kann ich in aller Eindeutigkeit verneinen. Das Gebäubeinstandsetzungsgesetz vom 21. September 1933 war von vornherein als einmalige Maßnahme gebucht. Es ist vollkommen ausgeschlossen, daß diese Maßnahme wiederholt wird. Wir haben jedoch, was die Hausbesitzer und das Baugewerbe interessieren wird, heute eine Verordnung erlassen, wonach alle diejenigen Instandsetzungen und Ergänzungen, für die kein Zuschuß gewährt wird, ein- kommensteuerlich oder körperschaftsteuerlich begünstigt werden, soweit der Steuerpflichtige zur Einkommensteuer oder Körperschajtsteuer veranlagt wird. Die Vergünstigung besteht darin, daß der Gebäudeeigentümer 10 v.H. der Aufwendungen für Instandsetzungen ober Ergänzungen von seiner Em- kommenfteuerschulb ober Körperschaststeuerschulb absetzen barf; Voraussetzung für diese Steuererleichterung ist, baß bie Jnstanbsetzungen ober Ergänzungen bis zum 31. März 1935 burchgeführt werden. Wenn beispielsweise ein ©ebäubeeigentümer, der mit 300 Mark zur Einkommensteuer veranlagt wird, Instandsetzungen ober Ergänzungen am -feinem Gebäude in Summe von 1000 Mk. vornimmt, so ermäßigt sich die Einkommensteuerschuld um 10v.H. der 1000 Mark, also von 300 Mark auf 200 Mark. Die- steuerliche Erleichterung in Höhe von 10v.H. der Aufwendungen für Instandsetzungen und Ergänzungen wird für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden jeglicher Art gewährt. Es kann sich also um Instandsetzungen und Ergänzungen an städtischen und ländlichen Wohngebäu- 1 den, an landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden und an Gebäuden oder Gebäudeteilen, die einem gewerblichen Betrieb dienen, handeln. Ergänzungen . sind Arbeiten und Gegenstände, durch die der Wert = des Gebäudes auf die Dauer erhöht wird. Solche i Ergänzungen find auch: Die Steuer beträgt (§ 3 des Gesetzes): 1. für ein Stück Rindvieh (mit Ausnahme der Kühe) mit Lebendgewicht: von 40 Kilogramm an bis 125 Kilogramm ausschließlich 4 RM., von 125 Kilogramm an bis 250 Kilogramm ausschließlich 7 RM., von 250 Kilogramm an bis 400 Kilogramm ausschließlich 10 RM., von 400 Kilogramm an bis 600 Kilogramm ausschließlich 15 RM., von 600 und mehr ■ Kilogramm 22 RM. Kälber mit Lebendgewicht von , weniger als 40 Kilogramm find steuerfrei; 2. für eine Kuh 7 RM.; 3. für ein Schwein mit Lebendgewicht von 40 unb mehr Kilogramm 9 RM., ■ Schweine mit Lebenbgewicht von weniger als 40 Kilogramm finb steuerfrei; 4. für ein Schaf mit Lebenbgewicht von 20 unb mehr Kilogramm 2 RM.; Schafe mit Lebenbgewicht von weniger als 20 Kilogramm find steuerfrei. Wer für eigene Rechnung schlachtet ober schlachten lassen will, hat bie Schlachtung bereits v o r ber Tötung bes Schlachttieres an- zumelben. Notschlachtungen finb vor Beginn ber Fleischbeschau, bie burch bas Reichsgesetz be- treffenb bie Schlachtvieh- unb Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 vorgeschrieben ist, spätestens am ersten Werktage, ber ber Tötung bes Tieres folgt, anzu- melben. Erfolgt also Notschlachtung beispielsweise an einem Samstag, so hat bie Anmelbung spätestens am nächsten Montag zu erfolgen. Von besonberer Wichtigkeit ist, baß die Schlacht st euer vorher Tötung bes Tie- reszubezahlen i st; b e i N o t f ch l a ch t u n - qen — es fei benn, daß aus Billigkeitsgrunden eine Steuerbefreiung eintritt — ist die Steuer vor Beginn der Fleifchbefchau zu entrichten Ein Zahlungsaufschub für bie Steuer wirb nicht gewährt und ist somit gesetzlich ausgeschlossen. Zwecks Sicherung des Steuereingangs kann der Reichsfinanzminifter denjenigen Personen Derpflich- tungen auferlegen, die 1. mit der Beaufsichtigung der Schlachtungen in öffentlichen Schlachthäusern betraut finb unb 2. bie als Fleischbeschauer unb Lohnschlächter tätig finb. Sollten die unter 2 Aufgeführten bie ihnen auferlegten Verpflichtungen verletzen so haften sie neben bem Steuerfchulbner für bie nicht entrichtete Steuer, unter Umftanben also m ihrer gesamten Höhe. Der Steueraufsicht unterliegen: 1. Personen, bie für eigene Rechnung Rinbvieh, Schweine unb Schafe schlachten ober schlachten lassen 2 Lohn- schlächter, 3. öffentliche unb private Schlachthäuser, sowie Personen unb Betriebe, bie anberen Personen Räume zum Schlachten gewerbsmäßig zur Verfügung stellen, unb 4. Fleischbeschauer. Die Schlachtsteuer barf bem Erwerber (Käufer) des ausgeschlachteten Fleisches nicht gesonbert neben dem Entgelt in Rechnung gestellt werden, b. h., es ist der Steuerbetrug in ben Fleischpreis einzurech- lösungsfähiger (z. B. gewisser hinterzogener) Steuern zu verwenben, so kann er bei Hingabe des Spenbenscheins verlangen, baß bie Landesgrunb- steuer, bie er bis Enbe März 1935 zu entrichten hat, ermäßigt wirb. Die Ermäßigung beträgt 10 v. H. bes Annahmewerts ber Spenbe. 4. Steuerermäßigung für Haus- gehilfinnen. Zur Förderung ber Ueberführung weiblicher Arbeitskräfte in bie Hauswirtschaft wirb eine Ermäßi- gung ber Einkommensteuer gewährt, sofern bie Hausgehilfin zur Haushaltung bes Arbeitgebers zählt. Die Ermäßigung wirb jedoch nicht für mehr als drei bei einem Arbeitgeber gleichzeitig beschäftigte Hausgehilfinnen zugebilligt. Diese gesetzliche Bestimmung in Verbindung mit der erfolgten Befreiung der Hausgehilfinnen vom Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und der eingetretenen Ermäßigung bes Beitrags zur Jnvalibenverficherung hat eine lebhafte Nachfrage nach Hausgehilfinnen ausgelöst. 5. Steuerermäßigung für Instanb - setzungen unbErgänzungen an Ge- b ä u b e n. Nach ben im Gesetz vom 15. Juli 1933 in Verbindung mit der Ergänzungsverordnung vom 20. April 1934 getroffenen Bestimmungen tritt unter bestimmten Voraussetzungen eine Ermäßigung ber Einkommensteuer ein (vgl. besonberen Artikel). 6 Steuerfreiheit für Aufwenbungen zu Zwecken bes zivilen Luftschutzes unb bes zivilen Sanitätsbien st es. Da ber zivile Luftschutz im Interesse der Landesverteidigung unb im Interesse ber gesamten Bevölkerung arbeitet, ist es erforberlich, bie Maßnahmen bes zivilen Luftschutzes weitmöglichft zu for- dern, insbesonbere auch baburch, daß ben Steuerpflichtigen, bie Mittel für ben zivilen Luftschutz auf« wenben, auf bem Gebiete ber Einkommensteuer (Körperschaftsteuer) Vergünstigungen gewährt wer- den. Alle Aufwenbungen, bie Zwecken des zivilen Luftschutzes bienen, können bei Ermittlung bes Einkommens aus Gewerbebetrieb, aus Lanb- unb Forstwirtschaft unb aus Vermietung unb Verpachtung von unbeweglichem Vermögen für Zwecke ber Einkommen- unb Körperschaftssteuer im Steuerabschnitt ber Ausgabe voll abgesetzt werben. Ebenso können alle Aufwenbungen, bie Zwecken bes zivilen Sanitätsbienstes in Jnbuftrie- unb Werkbetrieben dienen, bei Ermittlung des Einkommens aus Gewerbebetrieb, aus Land- unb Forstwirtschaft unb aus Vermietung unb Verpachtung von unbeweglichem Vermögen für Zwecke der Einkommen- und Körperschaftsteuer voll abgesetzt werben. 7. Steuerbefreiung n e u e r r i cf) t e t e r Wohngebäube. Die neuerrichteten Kleinwohnungen unb Eigen- Heime werben beim Vorliegen ber entsprechenben Voraussetzungen für eine Reihe von Jahren sowohl von der Einkommen- unb Körperschaftsteuer, ber Vermögensteuer sowie ber Grundsteuer des Landes in vollem Umfange unb von ber Gemeinbegrunb- fteuer zur Hälfte befreit. 8. Förberung ber Eheschließung. Das Gesetz zur Förberung ber Eheschließung will jungen Volksgenossen burch Gewährung eines Darlehens bie ersorberlichen Mittel zur Gründung eines Hausstandes geben. Voraussetzung für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens ist u. a., daß die । künftige Ehefrau dem Arbeitnehmerstand angehört und sich verpflichtet, anläßlich ihrer Verheiratung aus dem Arbeitnehmcrstand auszuscheiden. Hier- i durch wird die Zahl der weiblichen Arbeitnehmer I vermindert und die Frau ihrer eigentlichen Aufgabe, ' ^HausftM unb Mutter zu werben, zugeführt. Die Steuerpolitik des vergangenen Parteiftaates hat in großem Maße dazu beigetragen, das Heer der Arbeitslosen immer mehr anschwellen zu lassen. Als Adolf Hitler bis Macht im Staat übernahm, betrug bie Zahl ber Arbeitslosen weit über 6 Millionen. In klarer Erkenntnis ber Tatsache, baß zur Verminberung unb enbgültigen Beseitigung ber Arbeitslosigkeit alle Maßnahmen auf steuerpolitischem Gebiete zu treffen waren, bie eine Wiebereingliebe- rung ber arbeitslosen Volksgenossen in ben Arbeitsprozeß bewirkten, finb im ersten Jahre ber Regierung Abolf Hitlers, im Gegensatz zu ben unmittelbar vorangegangenen Jahren, keinerlei Steuererhöhungen erfolgt, wohl aber verschiebens erhebliche Steuererleichterungen für biejenigen Volksgenossen geschaffen worben, bie sich aktiv in ben Kampf um bie Verminberung ber Arbeitslosigkeit eingeschaltet haben. Demgemäß finb u. a. folgenbe steuerliche Vergünstigungen geschaffen worben: 1. Kraftfahrzeug st euergesetz vom 10. April 1933. Auf Grunb biefes Gesetzes finb Personenkraftfahrzeuge, bie nach bem 1. April 1933 zugelassen finb, kraftfahrzeugsteuerfrei. Die Freistellung ber neuen Personenkraftwagen unb ber neuen Personenkrafträber von ber Kraftfahrzeugsteuer hat eine ungeheure Steigerung ber Arbeiterzahl in ber Kraftsahr- zeuginbustrie hervorgerufen unb zur Verbesserung der Lage der Finanzen von Reich, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungskassen gesuhrt, so daß die Freilassung der neuen Personenkraftfahr- zeuge für den Fiskus keinen Ausfall, sondern eine Steigerung der Einnahmen bedeutet. Em weiteres Gesetz, das Kraftfahrzeugsteuer-Ablöfungsgesetz vom 31. Mai 1933, hatte den Besitzern von Altwagen die Möglichkeit gegeben, ihre Kraftfahrzeugsteuer abzu- löfen. . r.. „ . . 2. Steuerfreiheit für Ersatz- beschaffung. Nach diesem Gesetz gilt für die Steuerabschnitte, die nach dem 30. Juni 1933 und vor dem 1. Januar 1935 enden, bas Folgenbe: Aufwenbungen für bie Anschaffung ober Herstellung von Maschinen, Ge- rtißfi Md ähnliches Gegenstandes d§s gewerbkchey Der bisher bem Betrieb bienenbe alte Gegenstand) muß im Zusammenhang mit ber Inbetriebnahme des neuen Gegenstands außer Betrieb gefetzt unb vernichtet ober verschrottet werben. Als außer Betrieb gesetzt gilt ber alte Gegenstand), wenn er aus dem Anlagekapital bes Betriebs für bie Dauer herausgenommen worben ist, ober wenn ber Steuerpflichtige ben Gegenstand) im Betrieb als Aushilfs- gegenftanb beläßt, um ihn in Notfällen einzusetzen. Der alte Gegenstand» muß nach ber Außerbetriebsetzung vernichtet ober verschrottet werden (Verkauf an ein Mitglied der Fachschaft Deutscher Schrotthändler zum Zwecke der Verschrottung), sofern er nicht als Aushilfegeaenftand für Notfälle im Betrieb belassen wird. Anzeige hierüber ist innerhalb einer Woche nach ber Inbetriebnahme bes neuen Gegenstandes dem Finanzamt nach besonderen Vordrucken zu erstatten. In den Veranlagungsrichtlinien für 1933 hat der Reichsminister der Finanzen zu- gelaffen, daß die unentgeltliche Hingabe bestimmter alter Gegenstände an bie SA., SS., SA.-Reserve, an bas NSKK., an ben Deutschen Luftsportverbanb ober an ben Freiwilligen Arbeitsdienst einer Vernichtung ober Verschrottung im Sinne ber Der- schrottungsverorbnung gleichgestellt wirb. Ergänzenb hat ber Reichsminister ber Finanzen bestimmt, baß die. Vergünstigung Mch dann gilt, Menn alte Krast- Garage usw. gebacht; 3. Einbau von Heizungsanlagen, Lichtanlagen, Lüftungsanlagen, Personenaufzügen unb sonstigen Aufzügen, soweit solche nicht als Ersatz- gegenstände im Sinne des Gesetzes über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen vom 1. Juni 1933 behandelt werden." Für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden oder Gebäudeteilen, die einem gewerblichen Betrieb des Steuerpflichtigen dienen, werden "bie steuerlichen Vergünstigungen auch bann gewährt, wenn Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln nach Abschnitt I des Zweiten Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 21. September 1933 gewährt werden. Zu dieser Regelung hat ber Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt, in seiner am 20. April 1934 anläßlich des großen Richtfestes der Mustersiedlung Rammersdorf gehaltenen Rede noch folgendes ausgeführt: ST; A«f02 irn KU ff P U e r unterlieaen ab um 10 v. H. ber Aufwendungen für Jnstandsetzungs- A eVSunq »n Rindvieh Schweinen bS und Schafen im Zollinland und m den badischen .......hi» fninpnhpn hrpi Durch das Reichsschlachtfteuergesetz vom 24. Marz 1934 — veröffentlicht im Reichsgesetzblatt Teil 1 S. 238 ff. — ist bie hessische Verordnung zur Einführung einer Schlachtfteuer mit ihren sämtlichen Durchführungsvorschriften ab 1. Mal 1934 Nicht mehr in Geltung. Artikel 5 des Reichsschlachtsteuer- aesetzes bestimmt nämlich, daß am 1. Mai die Gesetze der Länder über bie Erhebung von Steuern auf Schlachtungen ober auf ben Verbrauch von Fleisch unb von Schlachtausgleichssteuern außer Kraft treten. Der Reichsminister ber Finanzen wirb die zur Durchführung unb Ergänzung bes Reichsschlachtsteuergesetzes ersorberlichen Rechtsverorbnun- gen unb Verhaltungsvorschriften erlassen. Im Falle eines bringenben wirtschaftlichen Bebürfnisfes ist “ b''u^di° St-u°r,ötze der Paragraphen 3 unb 11 ( besetz über Steuererleichterungen vom WWiSMS genben außer Erörterung. - - - — - ----- ber Steuer. Der Sänberanteil an ber Schlachtsteuer fahrzeuge, Schreibmaschinen Bureaugerate unb der wirb nach bem Verhältnis des Aufkommens, ber gleichen an bie obengenannten D-rbanbe nicht un Länberan eil an ber Schlachtausgleichssteuer nach entgeltlich sonbern gegen Zahlung bes Schrottwertes bem Verhältnis ber Beoölkerunaszahl verteilt. 1 hat Es bleibt nunmehr ber Erlaß ber Durchführungs- Funkgesan-ie -es deutschen Volkes Stimmenwirrwarr im Aether. — privates Ikundfunkneh über ganz Deutschland Oie unkörperliche Polizei. Don Max Lenz. Krüherverfolgt-jehtgeför-ert Zehn Jahre lang haben die Rundfuntama- teure um ihre Anerkennung kämpfen müssen. Zehn Jahre hat man ihnen die Sendeerlaubnis verweigert, — und erst das neue Deutschland hat ihnen die Tore der Welt weit geöffnet. Vor wenigen Monaten begann der Umbau, man kann schon beinahe fagen: der Neubau des Arnateuroerbandes, und bereits jetzt hat der „Deutsche Amateur - Sende-Dien st" mit seinen 19 Landesgruppen seine Mitgliederzahl verdreifachen können. Und wird sie noch mehr erhöhen, wenn er die neuer- dinas von ihm abgehaltenen Kurse, wie beabsichtigt, auch auf die Jugend ausdehnt. Früher war das Amateurfenden eigentlich verboten. Man hat es trotzdem aus Begeisterung zur Sache gepflegt: bei der Laschheit der damaligen Behörden durfte man es wohl wagen. Und der Amateur ist es ja auch gewesen, der die Kurzwelle erst praktisch ausgewertet und ihre grenzenlosen Möglichkeiten richtig erkannt hat. Aber dennoch hat man ihn immer behindert, — und erst jetzt sind die Fesseln gefallen. Doch nur die Fesseln der Technik. Für die Arbeit selbst ist neuerdings strenge Zucht die Hauptbedingung. Senden darf nur, wer die Erlaubnis dazu besitzt; die Erlaubnis erhält nur, wer zwei Prüfungen besteht und durch seine Person zu Bedenken keinen Anlaß gibt. Außerdem muß man sich genau den Anordnungen fügen, ein Zwang, der für den heutigen Menschen allerdings keine allzu große Last bedeutet. Im übrigen ist man jedoch freier und unbehinderter als früher. Gründliche Ausbildung ist Vorbedingung. Gründliche Ausbildung ist Vorbedingung. Man muß in der Lage sein, sich selbst einen Kurzwellenempfänger bauen zu können; wer wenig Geld hat, benötigt dazu sechzig Mark, andere wenden wieder mehrere hundert Mark dafür auf. In Kursen, zu denen jetzt auch die Jugend zugelassen werden soll, unterrichtet man die Anwärter, sie müssen sowohl im Senden wie im Aufnehmen vollkommen ausgebildet sein. Sie müssen die internationalen Verkehrsvorschriften beherrschen, dürfen sich nicht durch Abkürzungen der Luftzeichen in Verlegenheit bringen lassen, müssen zur Führung eines Logbuches fähig sein, in das sie alle Erfahrungen einzutragen haben. Sie müssen es ferner dazu bringen, in der Minute mindestens sechzig Buchstaben zu funken — und wenn sie dann noch einige der Vereinsbedingungen erfüllen, werden sie als würdig angesehen, in den DASD. ausgenommen und damit gewissermaßen „bie autorisierten Vertreter Deutschlands im Reich der kurzen Wellen" zu werden. Sie haben sich stets dieser Auszeichnung bewußt zu sein, sie müssen immer dessen eingedenk sein, daß das Ohr der ganzen Welt sie hören kann, müssen ihre Station in tadellosem Zustand halten und dürfen andere nicht behindern. Wer es wagte, die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten und mehren den Aecher zu senden, als postalisch gestattet ist, mehr also als technische Mitteilungen über Empfang usw., sagen wir zum Beispiel: „Ich möchte gerne wissen, wie es bei Ihnen aussieht" und ähnliche private Nachrichten, der liefe Gefahr, es teuer bezahlen zu müssen. Nicht nur, daß die Post ihm eine große Rechnung über das drahtlose Gespräch zuschicken würde, er kann und wird auch meist obendrein noch gerichtlich zur Verantwortung gezogen. Ja, es haben sogar manche Heißsporne bereits hinter Gittern ihre Leichtfertigkeit büßen müssen, die sie glauben ließ, sie brauchten sich den Vorschriften nicht anzupassen. Polizei -er Lust. Dazu gibt es ja eine Polizei der Lust. Jeder, dafür eigens ausgebildete Beamte, mit allen Apparaten bestens vertraut, vermag die Luft abzustreifen, um nach unerlaubten Sendern zu jahnden. (Die genehmigten Sender sind ihnen ja bekannt.) Vom Reichspostzentralamt in Tempelhof werden sämtliche erreichbaren Telegraphensender der Welt aufgespürt, und wenn einer der staatlichen oder gar privaten Sender die ihm gesetzten Grenzen des Wellenbandes überschreitet, funkt die Polizei dazwischen. Helsen Verwarnungen nicht, wird innerhalb Deutschlands durch die Aufsichtsbehörden das Nötige veranlaßt; mit ausländischen Stationen tritt man entweder unmittelbar oder über das Auswärtige Amt in Verbindung. Aber Gottlob, das Verhältnis zu allen in- und ausländischen Behörden ist derart, daß es nur eines Hinweises bedarf, um „Seitensprünge" abzustellen. Lediglich innerhalb Deutschlands mußte manchmal eingeschritten werden. Karlenverbmdung mit aller Wett Aber im großen und ganzen klappt es, besonders jetzt, wo die Schwarzsender merken, daß mit den Behörden nicht zu spaßen ist. Jeder zugelassene Amateur erhält seine eigene OL-Nummer, jeder sein persönliches Rufzeichen. Damit beginnt er seine Nachrichten, damit antwortet er. Und wenn er nun irgend jemanden aus irgend einer fernen Gegend, sei es aus Frankreich oder Rußland, sei es gar vom Mississippi oder vom Kongo, von den Philippinen oder aus Kanada oder von sonst irgendwo, erwischt hat, dann bescheinigt er durch die Luft die Art der Ausnahme. Sehr höflich. Drei Minuten lang wird öle „Visitenkarte" abgegeben, ebensolange die Be- Sung. Und überdies wird noch eine Karte aus- t, die, ohne besondere Portokosten, über den eigenen Verband dem Verband der anderen Länder, also fomit den anderen Amateuren zugeht. Aus diese Weise gewinnt man sich Freunde in aller Welt; daraus erwächst dann oft der Wunsch, sich wieder einmal zu hören und einen Brieswechsel miteinander zu führen; erst zögernd, Allgemeines behandelnd, bis man den unbekannten Menschen in der Fremde erkannt zu haben glaubt, dann Genaueres, Persönlicheres, Aufklärung über die Vorgänge in Deutschland, Ansturm gegen die Greuelhetze. Auf diesem Wege ist schon manche segensreiche Aufklärungsarbeit geleistet worden. Daß aber daraufhin Ehen geschlossen wurden, gehört ins Reich der Fabel. Wie überhaupt Frauen sich selten als Kurzwellenamateure zu betätigen pflegen. cqd4 — was ist das? Könnte man einmal — gleichgültig, ob am Tage oder in der Nacht, denn es wird immer gesendet, schon wegen der Zeitunterschiede — alles auffangen, was gerade in der Luft durchgefunkt wird, man könnte glauben das Jüngste Gericht sei angebrochen. Ein Heulen, Krächzen, ein heilloses Gezwitscher auf dem kurzen Band, das für den Amateurdienst zur Verfügung steht, dann wachsende Deutlichkeit, kurze und lange Zeichen, Punkte und Striche: Morse! Seltsam beginnt es: cq-cq-cq-... an alle. Drei Minuten lang. Dann folgt das Rufzeichen, ein Deutscher würde senden: d 4 und die Nummer seiner Station. Antwort K — kommen Sie. Kurze Mitteilung über die Güte des Empfangs, der Lautstärke usw. Verabschiedung. Der Höfliche sendet noch: f b - fine Business, es war eine fabelhafte Sache. Kein Wort mehr, denn sonst: siehe oben, es wäre schon eine persönliche Mitteilung. Doch das geschieht nicht etwa in allen möglichen Sprachen der Welt. Wohin würde das auch führen! Die Amerikaner haben einen internationalen Code aufgestellt, halb englisch, halb andere Laute — und so gibt es ein Esperanto der Luft: allen verständlich, den Deutschen wie den Indern, den Amerikanern wie den Chinesen, den Dänen wie den Afrikanern, den Russen wie den Australiern. Die Luft ist angefüllt von derartigen Hin- und Hermeldungen. Man braucht nur eine Stunde an seinem Empfänger zu sitzen und könnte, bei einigermaßen günstigen Luftoerhältnissen, gut rund 30 bis 40 Stationen antasten, mit drei oder vieren in Verbindung treten. Will man dann noch, wie es eigentlich Pflicht ist, alles Aufgefangene bestätigen, so hat man genügend zu tun — und allmonatlich gehen auf diese Weise allein aus Deutschland 10 000 bis 15000 Karten in alle Welt, neue Freunde für uns werbend. Natürlich muß man sich gedulden, bis eine Antwort einläuft. Aus europäischen Ländern dauert es immerhin vier bis fünf Wochen, aus Ueberfee fast ebensoviel Monate. Allein, das kann die Begeisterung nicht eindämmen, im Gegenteil: die Beteiligung wächst ständig. Und das ist gut so, denn erstens kann es nichts schaden, wenn Deutschland, wie die meisten der übrigen Länder, einen möglichst großen Kreis von zuverlässigen Amateur- sendern und -empfängern hat, und zweitens ist jede neue Verbindung mit dem Ausland nur zu begrüßen. Dann wird vielleicht aus der einen Sprache, der man sich heute allerdings bloß in der Luft bedient, eine einzige Sprache des Gewissens, die da verkündet: Frieden auf der Erde und Eintracht zwischen allen Völkern. Denn das ist schließlich neben dem Technischen der Zweck, den die „deutschen Funkgesandten" zu erfüllen haben. Wirtschafi. * D l e Reichsrichtzahl für d i e Lebens- Ha l tu n g s k o st e n im April. Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und fonftiger Bedarf) stellt sich für den Durchschnitt des Monats April auf 120,6 (1913/14 = 100); sie ist — im ganzen — gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben. Die Richtzahl für Ernährung hat sich um 0,2 v. H. auf 113,7 v. H. erhöht; dies ist hauptsächlich auf das jahreszeitliche Anziehen der Preise für Gemüse im Durchschnitt des letzten Monats zurückzuführen. Die Richtzahl für Bekleidung ist um 0,5 v. H. auf 114,7 gestiegen. Dagegen ist die Richtzahl für Heizung und Beleuchtung um 0,8 v. H. auf 135,2 und die Richtzahl für den „sonstigen Bedarf" um 0,1 v. H. auf 157,7 zurückgegangen. Die Richtzahl für Wohnung ist mit 121,3 unverändert geblieben. * Ziehung der Auslosungsrechte der Anleihe-Ablösungsschuld. Die 9. öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte der Anleihe-Ablösungsschuld des Deutschen Reiches findet am 4. Juni statt. * Allgemeine Meldepflicht für u n - edle Metalle. Auf Grund einer Anordnung der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle müssen alle Betriebsinhaber oder -leiter, Kommunen und öffentlich-rechtliche Körperschaften sowie Privatpersonen unverzüglich, spätestens bis zum 3. Mai, der lieber« wachungsftelle für unedle Metalle, Berlin, ihre Anschrift bekanntgeben, sofern sie Aluminium, Antimon, Blei, Chrom, Kobalt, Kupfer, Magnesium, Mangan, Molybdän, Nickel, Quecksilber, Silizium, Vanadium gewinnen, verarbeiten oder auf Lager haben. Frankfurter Börse. Mitlagsbörse: uneinheitlich. Frankfurt, a. M., 30. April. Die Börse unterschied sich am Ultimo nicht von der Bewegung der vorangegangenen Tage: äußerst kleine Umsätze und ein uneinheitliches Kursbild, das zumeist von den Zufällen der Ordereingänge bestimmt war. Zurückhaltung herrschte wegen der Transfer-Verhandlungen, obwohl diese Angelegenheit mit ziemlicher Zuversicht verfolgt wird. In diesem Zusammenhang sind die festen Kurse der deutschen Bonds an den Auslandsbörsen zu beachten. Eine Sonderbewegung hatten weiterhin Schifffahrtswerte, die in Nachwirkung der Bilanzver- öffentlkchung matt blieben; Norddeutscher Lloyd bis 2,50 v. H., Hapag bis 1,40 v. H. schwächer. Farbenindustrie trotz der günstigen Ausführungen über die Geschäftslage ruhig und 0,50 v. H. leichter; die übrigen Chemiewerte blieben durchweg behauptet. Elektroaktien lagen uneinheitlich, Schuckert und Siemens nur knapp gehalten, Licht und Kraft 1,13 v. H. schwächer, dagegen Gesfürel 1,25 v. H. fester. Montanwerte blieben fest, dabei gewannen Mannesmann 0,75 v. H., Klöckner 1,40 v. H., Harpener 0,50 v. H., Ilse Genuß 1 v. H., Phönix und Stahlverein waren kaum verändert. Im übrigen lagen die Aktienmärkte sehr still, Junghans gewannen 0,75 v. H., Allg. Lokal und Kraft 0,50 v. H., Aschaffenburger Zellstoff verloren 0,75 v. H. Der Rentenmarkt hatte eine sehr ruhige Entwicklung. Neubesitz wieder um 20 Pfennig auf 17,70 ermäßigt, Altbesitz und späte Schuldbücher behauptet, Stahlverein-Bonds 0,13 v. H. freundlicher. Reichsmark-Obligationen etwa 0,25 v. H. niedriger. Von Auslandsrenten gingen Anatolierr Eisenbahn um 0,25 v. H. auf 29,60 v. H. zurück. Jrn Verlaufe hielt die Geschäftsstille auf allen Marktgebieten weitgehendst an und das Kursbild war kaum verändert. Schiffahrtswerte waren jedoch kräftig erholt und zwgr Norddeutscher Lloyd von 25,50 auf 27,25, Hapag von 23,65 auf 24,75 v. H. Farbenindustrie lagen 0,25 bis 0,50 höher. Die später zur Notiz gekommenen Werte lagen bei kleinen Abweichungen uneinheitlich, fest waren Metallgesellschaft mit plus 1,50 v. H. Freioerkehr: Neue Wayß & Freitag 74,50 (73), Pokorny 57 bis 57,50 (56), Aölerwerke 41 bis 41,50 (unv.) Abendbörfe gefchäftslos. An der Abendbörfe entwickelte sich angesichts der Unterbrechung des Verkehrs durch den Tag der Nationalen Arbeit nur sehr geringes Geschäft, zumal neben Aufträgen der Bankkundschaft auch Anregungen jeder Art fehlten. Indessen war die Grundstimmung nicht unfreundlich, und bei Börseneröffnung nannte man fast allgemein 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurses Im Verlaufe war die Geschäftslosigkeit noch ausgeprägter und infolgedessen neigten die Kurse eher zum Nachgeben. So beispielsweise Farbenindustrie, die zunächst 0,50 v. H. anzogen, später aber auf 138,25 v. H. wichen. Im übrigen lagen die Schlußkurse gegen den Berliner Schluß uneinheitlich bei allerdings minimalen Abweichungen. Am Rentenmarkt notierten Neubesitzanleihe bei kleinem Umsatz um 15 Pf. höher, wogegen Altbesitzanleihe 0,25 v. H. und späte Reichsschuldbuchforde- rungen ca 0,13 v. H. nachließen. Biehmarkt in Hungen. # Sj u n g e n,. 30. April. Beim heutigen Rindvieh- und Schweinemarkt wurden 495 Ferkel, 7 Kühe, 5 Rinder und 2 Jungrinder auf- getrieben. An Preisen wurden erzielt für sechs bis sieben Wochen alte Ferkel 16 bis 18 Mark, acht bis neun Wochen alte 19 bis 21 Mark, zehn bis zwölf Wochen alte 21 bis 25 Mark das Stück. Der Handel war gut; es verblieb wenig Ueberstand. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 30. April. Auftrieb: 33 Ochsen, 21 Bullen, 359 Kühe oder Färsen, 286 Kälber, 739 Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 31 bis 34, b2) 25 bis 29; Bullen c) 20 bis 27; Kühe a) 25 bis 29, b) 18 bis 24, c) 14 bis 17; Färsen a) 28 bis 35, b) 25 bis 27; Kälber b) 36 bis 46, c) 29 bis 35, d) 20 bis 27; Schweine b) 38 bis 42, c) 36 bis 42, d) 34 bis 40. Marktverlauf: Rinder und Kälber träge, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberstand. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Auftrieb:-Rinder insgesamt 1186 (gegen 1198 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 401 Ochsen, 101 Bullen, 365 Kühe und 319 Färsen. Kälber 620 (608), Schafe 24 (20), darunter 19 (16) Hümmel, Schweine 3736 (3700). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 36, b) 34 bis 35, c) 31 bis 33, d) 27 bis 30; Bullen a) 32, b) 30 bis 31, c) 28 bis 29, d) 25 bis 27; Kühe a) 29 bis 30, b) 26 bis 28. c) 21 bis 25, d) 14 bis 20; Färsen a) 35, b) 33 bis 34, c) 30 bis 32, d) 26 bis 29; Kälber a) 49 bis 50, b) 46 bis 48, c) 39 dis 45, d) 25 bis 38; Lämmer und Hämmel bl) Stallmasthämmel 36 bis 38; Schafe nicht notiert; Schweine al) 50, a2) 40 bis 44, b) 40 bis 44, c) 40 bis 43, d) 38 bis 42, e) 36 bis 41, gl) fette Specksauen 37 bis 38, g2) andere Sauen 32 bis 36. Fleifchgroßmarkt. Beschickung: 631 Viertel Rindfleisch, 18 ganze Kälber, 1 Schaf, 200 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rindfleisch I 53 bis 58, II 49 bis 53, Büllenfleifch 48 bis 54, Kuhfleisch II 38 bis 46, III 30 bis 36, Kalbfleisch II 70 bis 80, III 6-5 bis 70, Hammelfleisch 75, Schweinefleisch I 60 bis 66. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes lebhaft. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. April. Die Gesamt- ftimmung des Marktes blieb ruhig. Weizen, Gerste und Weizenmehl lagen bei unveränderten Preisen sehr still, dagegen war Roggen bei knapperem Angebot gefragt und 1 Mark höher, und Hafer konnte sich sogar um 3,50 Mark befestigen. In Roggenmehl erfolgten trotz erhöhter Forderungen kleine Abschlüsse. Der Futtermittelmarkt lag wesentlich stiller, und hier und da bröckelten die Preise auch etwas ab, fester waren noch Soyaschrot und Trockenschnitzel. Weizen 203, Roggen 174, Sommergerste 170 bis 172,50, Hafer 165 bis 167,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Austaufchweizen 29,70 bis 30,25, da, ohne 28,20 bis 28,75, Roggenmehl 0 bis 60 v. H. 24,25 bis 24,75, do. füdd. Spez. 0 24,75, Weizenkleie 10,80, Weizenfuttermehl 11,70, Roggen- kleie 11,20, Soyaschrot 15,50 bis 15,65, Palm- kuchen 13,95 bis 14,10, Treber 14,10, Erdnußkuchen 16,40 bis 16,55, Trockenschnitzel 10,25, Heu 6, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt ober gebündelt 2. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegen unverändert 2,85 Mark per 50 Kilogramm bei Waggon- bezug. Das ist -as Zeichen -er (Sportflieger! Jeder kann es tragen, der Mitglied einer Flieger-Ortsgruppe ist. — Aktive Mitglieder zahlen 1,— Mk.» fördernde Mitglieder 2,— Mk. monatlich. Jeder deutsche Volksgenosse helfe den Sportfliegern durch Beitritt zur Fl leger-Ortsgruppe! Anmeldungen an Oberingenieur Kurz, Gießen, Bureau der AEG., Wernerwall. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskom 4 v. H._ Franksun a. 2)1. Äerlin Schluß- für» Schlußk. Abend, börse Schluß- furd Schlußk. Mittag. börse Datum 28.4. 30.4 28-4. 30.4- •% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 95,75 95,5 95,9 95,9 6% e^em.7% Dt. Reichsanl. v. 1929 99,0 99,9 100 100 6Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablül.-Schuld mit 91,4 91,65 91,75 91 AuSlos.»Rechten ............ J6.13 95 96 17,9 95,25 17,45 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. DolkSNaat 1929 17,9 17,6 irückzahlb. 103%)........... 93 93 93,2 93,2 6% Hess, ßanbeflban! Darmstadt «Sold R. 12............... 91,25 91,25 90,25 91,25 6%% Hess. ßandeS^ypotheken- bank Darmstadt ßlqui........ 90,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 94,5 94,5 Deutsche Komm. Eammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6%»'hem. 8% Franks. Hyo.»V«nk Goldpfe. 15 unkündbar bi» 1935 95 95,25 95 95 91,5 91,5 _ •% ehem. 7% Frank,. Hyp.-Bank Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936 91,5 91,5 — W1% ehem. ntr 22,5 1,15 22,75 1,15 23 1,15 1,2 4% Ungarische Goldrente ....... 7,4 7,25 7,65 7 7,75 7,5 7,55 4% Ungarische Staatsreute v. 1910 4Yi% desgl. von 1913 ......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 7,3 7,2 7,5 7,3 8,4 8,5 8,65 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anletbe 6,65 6,65 6,5 6,6 Serie 1................ 6,6 6,65 —« — Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend» börse Schluß- furd Schlußk. Mittag, börse Datum 28.4- 30-4. 28-4- 30.4* 4% Detfll. Serie 11 ............. 6,65 6,65 6,7 6,7 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,25 4,2 4N%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 7 3,65 7 3,9 7,3 3,8 — L%% Anatolier ............ 29,85 29,65 30 29,75 vomdurg-Amertka-Pakel ..... o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 25 24 23,5 23,65 Hansa-Dampfschifs.........o Norddeutscher ßloyd .........o Ö.® für Verkehrswesen Akt. .. 0 28,25 66 66,5 27,5 66.25 27 66,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 85,5 85,25 85,5 85,5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DtScoato» 44,25 42,5 44,25 42,5 Gesellschaft................ o Dresdner Bank............ n RetchSbank ..... 12 56,5 61 148,25 55,75 60,5 56,5 61 148,65 55,75 ' 60,5 148 fl-a.®.................. 0 ZA-LieferungSgesells'chast... 6 Luht und Kraft - Selten & Guilleaume Schuckert L Co « 25,25 129 98,5 104,4 56,9 98,5 25 129 99,5 104 56,65 25,13 129 98,5 104,25 56,5 98,65 90,75 24,5 128,75 99,5 103,75 55 98,75 Siemens« Halske. Mmtunato......V.V.V.Vto 92 134,25 91,5 134 92,4 134,5 117,65 91,9 134,13 118 Buderus .............. Deutsche Grddl......V.V.V.7 4 Gelsenkirchener.......... * 0 72,25 113 63,75 74 113,5 63,5 72,25 112,65 63,5 73,75 113,5 63,5 fcoefd). LiIen-küj^Nei,ess^'' £ Ilse Bergbau . ylfe Bergbau Genüsse....... « 90 138 112 90 113 90 73,5 138 112,75 90,75 74 137 112,65 Mannesmann-Rdbre» 0 63,5 66 65 66,65 63,4 66,25 64 66,4 Frankfurt a. M. Serlin Schluß- kurS Schlußk. Abendbörse Schluß- turs Schlußk. Mittag. börse Datum 28-4- 30.4. 28.4. 30.4. Marisfelder Bergbau .. ....... 0 70,5 70 70,5 70,25 Sokswerke.......... ....... 0 — 95,9 95,4 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......0 ..... 10 50,5 216 50,5 50,5 218 50,65 215 Rheinstahl......... .......0 91 91,5 91,25 91,75 Bereinigte Stahlwerke. .......0 43 42,75 43 42,65 Otavi DHnen ....... .......0 I4,5 14,5 14,65 14 Kaliwerke Aschersleben. .......5 108^5 108 109,5 107,75 Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth .......6 .....1Yi 109,75 109 109,5 139 140,4 3- G. Farden-Jndustrte .......7 138,25 138,25 138,25 138,4 Scheide anstall........ .......9 183 183 Goldschmidt ........ .......0 62,13 61,5 62,25 62 RütgerSwerke ........ .......0 55,5 54,75 55,25 54,9 Metallgesellschafi...... .......0 81 82,5 81,5 82 Philipp Holzmann ... .......0 69,5 69 69 69,25 Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. ......0 .......0 101 101,25 Schultheis Patzenhofer .......0 _ _ 104,65 104,5 8Hu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 61,25 61 61,25 61,13 Bemberg........... .......0 65 95,5 65,13 65,5 Zellstoff Waldhos ..... .......0 48,5 48,75 48,5 48,5 Zellstoss Aschaffenburg ....... 0 41,75 40,5 40,13 40,13 Dessauer Gas ........ .......7 — — 123,75 124 Daimler Motoren..... .......0 46,75 46,25 46,65 48,5 Deutsche ßinoleum .... ....... 0 — 56,65 57 56,75 Oren stein & Koppel ... .......0 — 65,9 95,4 Leonhard Tietz ....... .......0 19,25 18,5 19 18,75 Thade ............... .......10 159,5 157 159 157’13 Lttumulatoren-Fabrik. .......0 171,5 170,5 17? lontWBummi ....... 0 144,5 143,13 142,5 143 Gritzner............. ....... 0 25 25 — Mainkraftwerke Höchst 4 72,25 Süddeutscher Zucker .. 169 170 17o1 168,25 Lombardzinsfuß 5 v H Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M 28. April 30-Apr - Amtliche Notierung Amtliche Rotienina Selb Ärie> Geld 1 Brie Helsingfo«.. 5,644 5,656 5,649 5,661 Wien....... 47,20 47,30 47,20 10,38 47,30 Prag....... 10,38 10,40 10^40 Budapest ... Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 169,53 3,053 169,87 Holland .... 169,38 169,72 Oslo....... 64,19 - 64,31 57,16 64,24 57,09 64,36 57,21 Kopenhagen. 57,04 Stockholm... 65,88 66,02 65,93 66,07 London ..... 12,775 12,805 12,785 12,865 Buenos Aires 0,593 0,597 0,593 0,597 Neu York .... 2,490 2,494 2,491 2,495 Brüssel..... 58,46 58,58 58,46 58,58 Italien..... 21,29 21,33 21,29 21,33 Paris ...... 16,50 16,54 16,50 16,54 81,13 Schwetz .... Spanien.... Danzig..... Japan...... 81,02 34,23 81,66 0,754 0,214 81,18 34,29 81,82 0,756 0,216 80,97 34,23 81,66 0,755 0,214 34,29 81,82 0,757 0,216 Rio de Jan. . Jugoslawien. Linabo» .... 5,664 11,64 5,676 11,66 5,664 11,65 5,676 11,67 Banknoten. Serlin, 30.April Geld Edel - Amerikanische Noten. 2,443 2,463 Belgische Noten.............. 58,30 58,54 Dänische Noten ................. 57,04 57'26 Englische Noten ................. 12,74 12,80 Französische Noten............... 16,46 16,52 Holländische Noten............... 169,11 169,79 Italienische Noten................ 21,22 21,30 Norwegische Noten .............. 64,07 64 33 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............. Schwedische Noten............... 65,77 66,03 Schweizer Noten................. Spanische Note»................. 80,79 81,11 Ungarische Note» 34,23