Nr. 177 Erstes Blatt 184. Jahrgang Mittwoch,!. August 1954 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die ILvsirierte Siebener Fa.nÄ'endlLtrer Heimat im Bild • D'.e Scholl« ManatL-Bt'rg'^'r: Mit 4 ttfetlaget RM. 1 35 Ohne Illustrierte , 1.9 ) Zustellgebühr .. w -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelner. N.lrnme'N infolge höherer (Seiu&jt >ernsprechanschlüfle unter Sammelnununer 2251 Anjchrift für Droi.tnachrichten: Anzeiger Girtzea postsÄcittonto: Kranlfntt am Main 11688 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats vuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Hansestädte als Mitglieder bei der Sektion Reichsleitung zu führen find." Der Deutsche AunSfunk zum Tage des Kriegsbeginns. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Am 2. August jährt sich zum zwanzigsten Male der Tag des Kriegsausbruches. Der Deutsche Rundfunk übertragt aus diesem Anlaß in der Zeit von 19 bis 19.35 Uhr Ausschnitte aus der großen Friedensrede des Neichsminifters Heß, gehalten am 8. Juli d. I. m Königsberg und gerichtet an die Frontsoldaten aller Länder. Die Henkenhagener Bluttat vor Gericht. Stettin, 31. Juli (DNB.) Vor dem Stettiner Sondergericht begann am Dienstag der Prozeß gegen den Stahlhelmmann Ernst K u m m r o w aus Quetzin, der angefchuldigt ist, den SA.- Sturmführer Moltzahn aus henkenhagen nach der Sonnwendfeier am 23. Juni aus politischen Gründen getötet zu haben. Der Angeklagte, der 49 Jahre alt ist, den Krieg mitgemacht hat, verwundet und ausgezeichnet worden ist, gehört dem Stahlhelm feit 1932 an. Bei der Schilderung der Tat erklärte er, daß er am 23. Juni die Sonnenwendfeier als Zuschauer besucht habe. Rach der Feier sei Moltzahn an ihn herangekommen, habe ihn wegen eines Dorfklatsches zur Rede gestellt und dann mit der Faust auf ihn eingeschlagen. Kummrow habe zur Abwehr seinen Stock erhoben, doch sei ihm dieser von Moltzahn entrissen worden. Im gleichen Augenblick seien mehrere SA.-Männer auf ihn eingedrungen. Er habe sich, um sich zu schützen, gegen den Körper Moltzahns gestemmt und ihn mit beiden Händen umklammert. Moltzahn habe seinen Dolch gezogen, den er, Kummrow, ihm jedoch entwinden konnte. Beide seien dann zu Fall gekommen. Er habe nicht die Absicht gehabt zu stechen und könne sich nicht erklären, wie Moltzahn die Verwundung erhalten habe. Moltzahn dagegen hat bei seiner Vernehmung im Krankenhaus ausgesagt, daß politische Gründe die Ursache des Streites gewesen seien. In der Nachmittagssitzung wurden einige Tatzeugen vernommen, aus deren Aussagen sich jedoch der Vorgang kaum einwandfrei klarstellen ließ. Wer zuerst angegriffai hatte, darüber gehen die Meinungen der Zeugen stark auseinander. In der Mittwochsitzung soll Gruppenführer Friedrich vernommen werden. Das Befinden des Reichspräsidenten. Englands Abkehr „vom Pfad des Friedens". Ernste Besorgnis. Reu deck, 31. Juli. (DRV.) 9.50 Uhr vormit- tags. Der Herr Reichspräsident, der feit einigen Monaten an einer Dlafenerfran- kung leidet, hatte in Rcudeck wesentliche Erholung gefunden. 3n völliger geistiger Arische und erfreu- ; sicher körperlicher Verfassung erledigte er feine D.enstoblicgenheiten und war noch gestern in der ' Lage, Vorträge entgegenzunehmen. Line leichte körperliche Schwäche, die seit einigen Tagen sich be- nritbar machte, hat jedoch in dieser Rächt zuge- nommen. Vei dem hohen Alter des Herrn General- feldmarfchalls ist daher ernste Sorge begründet. Die behandelnden Aerzte sind in Reudeck anwesend; fortlaufende Berichterstattung wird folgen. ♦ Reudeck, 31. Juli. (DRV.) Der Herr Reichs- Präsident nahm am Vormittag einen ZUorgen- im' iß außerhalb des Beltes zu sich, hierbei war er voller Teilnahme für seine Umgebung. Rach Rückkehr in das Bett setzte ein ruhiger Schlaf ein. Fieder ist nicht vorhanden, puls kräftig, zahlenmäßig erhöht. gez. Prof. Sauerbruch mit Dr. krauß, Dr. A d a m, Prof. Kaufmann. * Reudeck, 31. Juli. (DRV.) (17.15 Uhr.) Im Zustand des Herrn Reichspräsidenten ist keine Verschlechterung eingelreten. Zu Mittag erfolgte eine geringe Rahrungsaufnahme. Kein Fieber. Puls zufriedenstellend.. Für die behandelnden Aerzte: gez. Prof. Sauerbruch. Der Befund von leute früh. Reudeck, 1. Aug. (DRB. Funkspruch.) 8.30 U h r vormittags. Trotz ruhiger Rächt nimmt die Schwäche zu. Der Herr Reichspräsident ist bei klarem Bewußtsein und fieberfrei. P s schwächer. Für die behandelnden Aerzte: gez. Prof. Sauerbruch. * Mit grenzenloser Liebe und in tiefster Verehrung, wie auch mit herzlichster Anteilnahme blickt das gesamte deutsche Volk angesichts der schweren Erkrankung des Herrn Reichspräsidenten und Gene- ralfeldmarschalls nach Neudeck zu der hehren Gestalt, die für alle Deutschen Inbegriff bester deutscher Art und vorbildlichster Hingabe an Volk und Vaterland ist. Die aufrichtigsten Wünsche des gesamten Volkes gelten bei dieser schweren Erkrankung dem Herrn Reichspräsidenten, und die Bitte zu dem Allmächtigen ist allgemein, daß er unserem Volke dieses kostbare Leben noch einmal retten und noch für längere Zeit erhalten möge, damit der Feldmarfchall und Reichspräsident mit seinem in treuer Gefolgschaft hinter ihm marschierenden deutschen Volke gemeinsam den Tag erleben kann, an dem die Wolken über Deutschland sich verziehen und eine lichte Zukunft sich uns öffnet. Der Führer fliegt nach Aendeck. Berlin, 1. Aug. (DRB.-Drahlmeldung.) Der Reichskanzler Adolf Hiller Hal sich heule um 10.15 Uhr mit dem Flugzeug nach Reudeck begeben. Dänische Anteilnahme. Kopenhagen, 1. Aug. (DNV.-Funkspruch.) Die Nachrichten über die Besorgnis um das Befinden des Reichspräsidenten von Hindenburg stehen in Dänemark im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. In ausführlichen Meldungen der Berliner Berichterstatter wird der tiefe Eindruck geschildert, den die Nachricht aus Neudeck in Berlin gemacht hat. In einem Artikel der „Berlingske Tidende" heißt es u. a.: Er ist Deutschlands gewaltiger alter Mann, der nie gegen sein festfundamentiertes, grundehrliches, durchexerziertes deutsches Gewissen handelte. Er ist selbst die Inkarnation des großen deutschen Volkes. Der Chef des Stabes an die SA. Berlin, 31. Juli. (DRB.) Der Chef des Stabes Luhe hat folgenden Tagesbefehl an die SA. erlassen: Am 1. 21 uguft ist der SA.-Urtaub zu Ende. RUt diesem Tage seht der volle Dienst- betrieb wieder ein; gleichzeitig entfallen alle mit dem Urlaub zusammenhängenden Einschränkungen, z. B. bezüglich der Arbeit in den Stäben, des Tragens des Dienstanzuges ufro. Damit tritt die SA. in unserem Volk wieder voll in Erscheinung, um sich ihrer Aufgabe mit Entschlossenheit in vorderster Front hinzugeben, allerdings in einem anderen Sinn, als das in den Baldwins Wort von der „Rheingrenze Englands". Die Unterhausrede des stellvertretenden Premierministers Baldwin ist von der französischen Presse mit lebhaftem Beifall auf- gsnommcn worden. Anders tonnte es auch gar nicht sein. Denn Baldwin hat mit seiner Redewendung von der „Grenze Englands am R h e i n" doch nur dir enge englisch-französische Z u sammenarbeit unterstrichen, die kürzlich erst durch die Reisen der Generalstabs- chefs eine ziemlich eindeutige Beleuchtung erhielt. Man mag sich nun darüber streiten, ob Baldwins Rheingrenze die insgeheim abgeschlossene Militärallianz bestätigt, oder ob Macdonalds Urlaubsoertreter auf den Locarno- o ertrag mit seinen militärischen Verpflichtungen für England anspielen wollte. Man muß schon auf das Rankenwerk, die Unterhausdebatte selbst, achten. Und hier ist doch ziemlich offen von der angeblichen „deutschen Aufrüstung in der Luft" gesprochen worden. Baldwin hat zwar eine reservierte Haltung einzunehmen versucht, aber ernsthaft hat er sich von dem haltlosen Gerede über deutsche Geheimrü st ungen nicht distanziert. So gesehen bekommen die Ausführungen Baldwins ihr eigenes Gesicht. Das hat denn auch einer Londoner Zeitung Anlaß gegeben, ganz erschrocken auszurufen, ob angesichts des großen Aktionsradius der modernen Flugzeuge demnächst die Grenzen Englands bis an die Elbe, die Oder oder gar an die Wolga verlegt werden sollten. Deutschfreundlich ist diese Zeitung nicht, es gefallt ihr nur nicht, daß sich England jetzt in dieser Form in den Dienst des französischen Sicherheitsbedürfnisses stellt und damit seine „splendid isolation" aufgibt. Ernste Wvrie an Baldwin. Londo n, 31. Juli. (DNB.) Baldwins gestrige Unterhausrede über die Luftaufrüstungs- Politik und die von Simon zugunsten dieser Politik angeführten Beweisgründe finden in der heutigen Abendpresse wenig Anklang. Das Abendblatt „Star" fragt, wo der mögliche Feind st ehe, und entnimmt den Andeutungen Baldwins und Simons, daß Deutschland darunter gemeint gewesen sei. Das Blatt bemerkt dazu, Simon bürfe keine Anwürfe gegen angebliche deutsche Luftrüstungen erheben, außer wenn er Beweise dafür besitze. Tatsache sei, daß ich die britische Regierung vom Pfad des Friedens zu dem Pfad gekehrt habe, der unvermeidlich zum Kriege führe. „E v e n i n g Standard" wirft der Regierung vor, mit zwei Stimmen zu sprechen. Der Locarnopakt, für dessen Durchführung die britische Regierung jetzt angeblich ihre Flugmacht erhöhe, fei auf der Voraussetzung begründet, daß er die Abrüstung fördern werde. Frankreich habe jedoch feine Rüstungen vermehrt, statt sie zu vermindern. u . Eoening News" wirft der Regierung vor allem vor, daß sie die Luftstreitkräfte nicht genügend vergrößere. Zufriedenheit in Paris. Paris, 1. August (DNB. Funkspruch). Die französische Presse zeigt sich sehr zufried e n über die Aeußerung Baldwins, Englands Luftschutzgrenze liege am Der „ Matin " hebt hervor, daß F r a nkr ei ch nie England das Recht zur Aufrüstung bestritten habe — obwohl umgekehrt die Engländer an den Rüstungen Frankreichs Kritik geübt hatten — und erklärt, die Franzosen hätten stets gewußt daß die englischen Rüstungen nicht gegen Frankreich gerich- tet seien. Die Franzosen glaubten, daß em starkes England für den Frieden sorge. Es sei eben o wahr und offen, wie klug von B a r t h o u gewesen, den Engländern bei seinem Besuch in London dem Sinne nach zu sagen: Wir Franzosen verlangen von euch Engländern nicht, daß ihr uns helfen sollt, sondern wir oerlangen nur, daß ihr bereit seid, euch zu verteidigen. „Petit Parisien" erklärt, die englische Haltung falle in Europa immer mehr ins Gewicht. Dies fei zu begrüßen, denn es müsse sich in einer immer engeren Annäherung Englands und Frankreichs zur Verteidigung der Gerechtigkeit und des Rechts und zur Aufrechterhaltung und Organisierung des Friedens auswirken. „Republique" hofft, daß von England die Unabhängigkeit Frankreichs demnächst ebenso als Doktrin anerkannt werde, wie schon feit langem die Unabhängigkeit und Reutralität der Riederlande von England als Doktrin angesehen werde. In einem solchen Falle wäre ein englisch-französischer Bündnisvertrag überflüssig. Der Frieden in Europa wäre dann für lange gesichert. Bis Ende Oktober vertagt. London, 1. August (DNB.) Die beiden Häuser des Parlaments wurden gestern bis zum 3 0. Oktober vertagt. Wenn es das öffentliche Interesse einmal erfordern sollte, wird eine frühere Einberufung stattfinden. — Baldwin wird am 8. August nach Aix-les-Bains abreifen. Abschluß der englisch-italienischen Ilottenbesprechungen. London, 31. Juli. (DNB.) Wie Reuter erfährt, sind die englisch-italienischen Besprechungen über die Flottenfrage nach einem umfassenden Austausch der gegenseitigen Meinungen abgeschlossen worden. Der italienische Vertreter B i s c i a wurde über die Ergebnisse der früheren Londoner Besprechungen unterrichtet. Er wird demnächst nach Rom zurückkehren. „Bomben auf London!" Das Herz des britischen Weltreiches läßt sich nicht verteidigen. Von unserem C.-Äerichterstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, 29. Juli 1934. Gott sei Dank, daß diese Woche vorüber ist! Nacht für Nacht wurde die Riesenstadt aus dem Schlaf geweckt — Nacht für Nacht dröhnte das unheimliche Propellergeräusch in die Schlafräume, blitzten die Scheinwerfer gleich Flammengarben am Himmel und beleuchteten die „feindlichen" Flugzeuge, die die Hauptstadt des britischen Weltreiches fast eine ganze Woche hindurch „angriffen". Es waren glücklicherweise nur Hebungen, die über London abgehalten wurden. Glücklicherweise! Denn von der Themsestadt wäre offenbar wenig übrig geblieben — hätten die 196 Maschinen der „Südland"-Flotte scharfe Bomben geworfen. Aber der Eindruck auf die Bevölkerung war fast der gleiche — als seien die unheilvollen Erinnerungen an die Zeit vor zwanzig Jahren plötzlich wieder Wirklichkeit geworden, als hätten die Warner, die auf die Möglichkeit einer Wiederholung des „August 1914" in einer ähnlichen weltpolitischen Konstellation hinwiesen, den Teufel an die Wand, oder vielmehr an den Himmel gemalt. Tausende, Hunderttausende wurden von dem Beginn dieser Luftübungen völlig überrascht — trotzdem „es" in der Zeitung gestanden hatte und obendrein durch den Rundfunk bekanntgegeben worden war. Es ist Abend; einer der heißen Londoner Abende dieses Sommers, an dem alles, was irgendwie die Möglichkeit hat, im St.-James- oder Hydepark liegt, oder gar die Flucht aus der Stadt ergriffen hat. Nur das Parlament ist genötigt, noch Ueber- ftunben zu machen. Lord Lon d o nd er y verteidigt im Oberhaus feine Vorlage über die Erhöhung der englischen Luftmacht um 50 v. H. ihres jetzigen Bestandes — und „nebenan" im Unterhaus hält ein Abgeordneter der Labour-Party eine flammende Protestrede gegen die Aufrüstung zum Krieg: Niemals mehr werde die Welt im Zeichen einer solchen „Unkultur" stehen, niemals wieder würden die gesitteten Völker es zulassen, daß der Wahnsinn wieder über der Welt triumphiere, — und währenddessen dröhnt von draußen ein dumpfer Krach, surren die Propeller von zweihundert Kriegsflugzeugen, unterbricht der Kriegslärm selbst die Rede gegen den Krieg. Die Sitzungen werden unterbrochen, die Abgeordneten stürzen an die Fenster, auf die Straßen gleich den zahllosen anderen Einwohnern der Stadt, die nicht recht wissen, wie ihnen eigentlich zu Mut sein soll. Bei den einen regelrechtes Entsetzen. Das „Zeppelin-Fieber", das längst schon vergessen schien, lebt wieder auf, und Erinnerungen werden wieder wach und diskutiert: „Wissen Sie noch damals die Nacht vom ...?!" Bei den anderen, der Jugend vor allem, die noch nicht so schreckliche Erinnerungen hat, überwiegt jedoch das sportliche Interesse. „Südland schafft es! Die Nordland-Verteidiger sind schlapp! So — jetzt wäre das Luftfahrtministerium in die Luft gegangen. Ah ...! Seht Ihr, jetzt sind sie in den Scheinwerfern. Wetten, daß sie nicht mehr herauskommen ...?!" Aber die meisten waren doch recht beunruhigt. Und es hat Tausende von Londonern gegeben, die in diesen Nächten kein Auge zugetan, keinen Schlaf gefunden haben. Ader die Sorge in den unausgeruhten Gesichtern verdoppelte 'sich, als man am Morgen im „Kriegsbericht" las, welches Ergebnis diese „Angriffe" gehabt hatten. Von zehn Versuchen, der Stadt und den gesetzten Zielen nahe- zukommen, waren nicht weniger als sieben erfolgreich. Hätte das Gewitter der beiden nächsten Nächte die friedensmäßigen Hebungen nicht stark behindert, das Gesamtergebnis wäre noch eindeutiger gewesen. Immerhin hat dieser größte Luftangriff, den man bisher inszeniert hat, die aufregende Erkenntnis gebracht: London, das Herz des britischen Weltreiches, läßt sich gegen einen unvorhergesehenen Luftangriff nicht verteidigen. Obwohl der Abwehrapparat, dessen Erprobung ja das Hauptziel dieser Hebungen war, bis ins kleinste seit Wochen durchorganisiert und das freiwillige Hilfspersonal sorgfältig geschult worden war. Obwohl Tag und Stunde des „Ueberfalls" genau bekannt waren, obwohl London also kriegsmäßig vorbereitet war, — hätten die Angreifer im Ernstfälle eine Katastrophe angerichtet, deren Ausmaß kaum abzuschätzen ist. Die Westindiadocks: ein brennender Trümmerhaufen. Die Imperial Chemical Industries explodiert, vom Erdboden wegrasiert. Und ebenso die anderen „lebenswichtigen" Ziele der Angreifer tödlich getroffen — die Stadt am Tage danach ohne Gas, ohne Strom — ja vielleicht ohne Wasser. Und wodurch ist das möglich gewesen? Die Flakgeschütze haben sich nicht rechtzeitig auf den Gegner einschießen können — die Flugzeuge waren am Ziel, bevor die Abwehrflieger wirksam eingreifen konnten. Dabei war die Gruppe „Süd- land" in so dicht geschlossenen Formationen anmarschiert, wie man es bisher noch nie ausprobiert hat und wie es im Kriege allerdings wohl auch kaum der Fall gewesen wäre. War die Schießausbildung so mangelhaft und die Sicht wirklich so schlecht — oder überwog nicht vielleicht doch das Interesse, das vom Luftfahrtminister bis herab zum letzten Flugzeugführer die Urlaubsverfügungen der nunmehr beseitigten Verräter zum Ausdruck kam. Die SA. lebt un muß zurück zu dem alten Kurs, der sie groß und stark werden lieh unb von dem sie künstlich 8e8en Ihren ro.l en abgelenk» wurde. Schlichtheit. vorbildliche Haltung in und außer Dienst. Verbundenheit mil Volk und Bewegung sind die Grundiahe der SA in denen fie sich mit dem Führer “ und die fie jum krafluollen. unzerbrechlichen Instrument in feinet Hund machen. Es lebe der Führer, es lebe Deutschland. Der Lhes des Stabes: Luhe. AnordnungdesSiellverireiers des Führers. R - r l i n 1 Aug. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" veröffentlicht folgende An o Des Socrtreters des Führers Rudolf Heß: In Ergänzung meiner Verfügung 31/33 vom 15Dezember W33, erschienen im Verordnungsblatt der Reichsleitung der NSDAP., Folge 62 vom 31 Dezember 1933, bestimme ich daß die Regierenden Bürgermeister und die Senatoren der Freien ganze britische „Air Force“ an diesem Ergebnis hatte —? Diese Frage dürfte schwer zu beantworten sein. Jedenfalls war der Anschauungsunterricht denkbar eindrucksvoll, der der widerstrebenden Minderheit des Parlaments erteilt worden war. Die Engländer haben sich wieder einmal als Meister der Regi» erwiesen. Die Öffentlichkeit ist jetzt fester denn je davon überzeugt, daß England eine enorme Verstärkung seiner Luftwehr so nötig habe, wie das liebe Brot. Und wenn in dieser Woche das Unterhaus nochmals über die Vorlage berät, wird der Boden ausgezeichnet vorbereitet sein. Wer will den „Zufall" schelten, daß die Luftschlacht just in dem Augenblick begann, als im Oberhaus der Mißbilligungsantrag der Opposition eingebracht werden sollte und das Propellergesumm die Erinnerung an eine Zeit wachrief, die man in der Themsestadt in Verbindung mit dem Nordost-Pakt, dem Barthou-Besuch und den letzten Ereignissen in Oesterreich gerade jetzt tagtäglich beschworen hatte —? Eine Frage aber beschäftigt jetzt wieder alle Gemüter. Sie lautet: Gegen wen eigentlich muß England rüsten?! Gegen Deutschland? Diese Gegenfrage ist in jedem Falle „bündig" und „genügend". Aber das französische Schreckgespenst, wonach Deutschlands Industrie im Monat 2500 Maschinen bauen könne, ist doch nur für Parlamentsreden und Pressepropaganda zu gebrauchen. Der „Fachmann" — und dazu gehört jetzt tast die gesamte britische Jugend, soweit sie in der königlichen Luftflotten-Reserve Dienst getan hat — lächelt darüber, ebenso wie die englischen Admiräle über die stanzösische Behauptung, die „Dunkerque" sei gegenüber der Bedrohung durch das deutsche Panzerschiff „Deutschland" nötig geworden ... Zudem hat Lord Londonderry erst dieser Tage erklärt, daß eine Umstellung vom zivilen zum militärischen Flugwesen mindestens eine Zeitspanne von drei bis vier Jahren erfordere! Also — damit ist es nichts. Rußland und Italien kommen wegen der Entfernung als ernsthafte Gegner nicht in Betracht — zumindest nicht für schwere Bombenflugzeuge. . Die Forderung der „Parität" mit dem stärksten Nachbarn kann sich daher wohl nur auf Frankreich beziehen. Dieses Frankreich ist zur Zeit offiziell noch der gute „Freund" und Bundesgenosse. Aber — wie sagte doch Lord Londonderry —: Eine Hauptstadt, d i e sich nicht selb st verteidigen kann, ist eine Bedrohung des Friedens und geradezu eine „Einladung an die Nachbarn! Aber — er hat dabei nicht von Deutschland gesprochen--1 Wien und Berlin. Vor der Erteilung des Agrements für Herrn von Popen. Wien, 31. Juli. (DNB.) In gut unterrichteten Kreisen wird jetzt bekannt, daß die Erteilung des Agrements an Herrn von Papen am Mittwoch oder Donnerstag dieser Woche erfolgen soll. Entgegen anderslautenden Gerüchten einer gewissen Auslandspresse soll die österreichische Regierung keineswegs die Absicht haben, die Erteilung des Agrements an Bedingungen politischen Charakters zu knüpfen. Die gestern beschlossene Entsendung des Gesandten T a u s ch i h wird jetzt in allen diplomatischen Kreisen als ein deutliches Zeichen für die Absicht der Regierung bewertet, jetzt so schnell wie möglich wieder zu einer Aufnahme < normaler Beziehungen und zu der Wiederherstellung einer entspannten Atmosphäre mit Deutschland zu gelangen. Jedoch soll die österreichische Regierung beabsichtigen, über einige Fragen eine Klärung von deutscher Seite herbeizuführen, wobei man jedoch den Standpunkt vertritt, daß es sich hierbei lediglich um formale Fragen handele, die bereits in der Zwischenzeit ihre Klärung gefunden haben. Es wird der Standpunkt vertreten, daß eine Klärung dieser Fragen wenigstens nach Lage der Dinge jetzt durchaus möglich erscheine und diese Fragen keine ern st haften Schwierigkeiten für die Wiederherstellung der von allen Seiten gewünschten normalen Beziehungen bilden. Man glaubt daher, daß der neue deutsche Gesandte Herr von Papen unmittelbar nach der Erteilung des Agrements seinen Posten in Wien antreten wird. Ein Kommentar -er Wiener „2Reid)6pofP. Wien, 31. Juli. (DNB.) Die christlich-soziale „R e i ch s p o st" schlägt heute einen ruhigeren Ton an. Das Blatt befaßt sich an leitender Stelle mit der Entsendung des Vizekanzlers von Papen nach Wien, wobei es Vorwürfe gegen den Gesandten Dr. Rieth erhebt, der seine Aufgabe, das wirkliche Oesterreich in Berlin zum Verständnis zu bringen, nicht verstanden habe. Er habe in der schwersten Krise, die jemals die geistigen Zusammenhänge des deutschen Gesamtvolkes ergriffen habe, nie objektiver Beobachter und Mittler sein können. Mit dieser harten Kritik an dem bisherigen Gesandten will das Blatt offenbar die nach seiner Meinung Herrn von Papen in Wien obliegenden Aufgaben umreißen. Die Persönlichkeit des Nachfolgers, des Herrn von Papen, für die Oesterreicher durch das sympathische Auftreten auf dem Klagenfurter christlich-sozialen Parteitag bekannt, sei durch die seitherigen Ereignisse seltsam umnebelt worden. Viele Fragen knüpften sich an die Ankündigung seiner Wiener Mission. Gewiß könnte ein aufrechter Mann, der Oesterreich und die österreichischen Menschen gutwillig und vorurteilsfrei zu verstehen bereit und fähig sei, der auch in Berlin den gebührenden Einfluß besitze, viel dazu beitragen, daß der unheilvollen Zerklüftung innerhalb des deutschen Volkes Einhalt getan werde. Für den Einzug von Papens in der Metternichgasse, dem Sitz der deutschen Gesandtschaft, glaubt jedoch das Blatt eine Reihe von Vorbedingungen stellen zu sollen. Quertreibereien in der italienischen Presse. Mailand, 31. Juli. (DNB.) Die Dienstagmorgen-Presse beschränkt sich im allgemeinen auf die rein berichtende Wiedergabe der österreichischen Ereignisse, denen allerdings nach wie vor lange Seiten mit Berichten von seltener Ausführlichkeit gewidmet werden. Der neuen Regierung werden weiterhin anerkennende Worte gewidmet, neue Gesichtspunkte treten kaum zutage. Nach wie vor schenkt man der Ernennung v. Papens in Wien besondere Aufmarksamkeit. Der bekannte Vertreter des „P o p o l o d ' I t a l i a" in Wien, M o r - re.ale, schreibt dazu in seinem Blatt, daß „die Gefahr der Ankunft von Papens auch in katholischen Kreisen sehr tief empfunden werde". M o r - reale sucht diese seine tendenziöse Behauptung unter Beschwörung der österreichischen Bischofskonferenz zu stützen. Er empfiehlt weiterhin dem Vatikan und den europäischen Großmächten Erwägungen, ob man nicht — was Wien nicht tun könne — Berlin wissen lassen solle, daß die Entsendung von Papens anstatt die Wiederaufnahme normaler Beziehungen zu erleichtern, diese nur noch schwieriger mache (!) Ein Leitartikel der „Gazzetta de Popolo" sagt in schulmeisterlichem Tone, man erwarte von Deutschland, wenn es wirklich wieder zu normalen Beziehungen mit Oesterreich kommen wolle, daß es erstens die Unabhängigkeit Oesterreichs respektiere, zweitens an der Konsolidierung des Friedens und des europäischen Wiederaufbaues mitarbeite. Donk des österreichischen BundeS- prösidenten an den Reichspräsidenten. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der ö st e r r e i ch i - sche Bundespräsident hat dem Herrn Reichspräsidenten auf sein Beileidstelegramm anläßlich des Anschlages auf Bundeskanzler Dollfuß wie folgt geantwortet: „Für die Kundgebung herzlicher Anteilnahme an dem schweren Unglück, das Oesterreich durch das Hinscheiden seines Bundeskanzlers Dollfuß getroffen hat, bitte ich Ew. Exzellenz, meinen aufrichtigen Dank entgegenzunehmen. Bundespräsident Miklas." Hinrichtung der beiden Dollfuß-Attentäter Wien, 31. Juli (DNB.) Die beiden hauplange- klckgten im Prozeß wegen der Ermordung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß, Otto planetfa und Franz hol; weber, find vom Standgericht zum Tode verurteilt worden. Die Aburteilung der übrigen Teilnehmer erfolgt erst in der nächsten Zeit. Das Urteil des Standgerichts steht zunächst in keinem Zusammenhang mit der Erklärung der Ursprünge und Zusammenhänge des Aufstandes. Es handelte sich um die ausschließliche Aburteilung der beiden Personen, die als die unmittelbaren Attentäter auf den Bundeskanzler Dollfuß vom Gericht erklärt worden sind. Hingerichiet Wien, 31. Juli. (DNB.) Die Hinrichtung an P l a n e 11 a und Holzweber ist Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr im Hofe des Landesgerichtes durch den Strang vollzogen worden. Das an den Bundespräsidenten gerichtete Gnadengesuch der Verteidigung war a b g e l e h n t worden. Die Beweisaufnahme. Wien, 31. Juli. (DNB.) Vor dem Militär- gerichtshof wurden am Dienstagvormittag in der Verhandlung wegen der Ermordung des Bundeskanzlers Dollfuß die militärischen Sachverständigen vernommen. Generalmajor Pummerer sagte aus, daß insgesamt 69 Stück Steyr-Selbstladepistolen, ein gewöhnlicher Trommelrevolver und 4600 Schuß 9-Millimeter-Munition im Bundeskanzleramt aufgefunden worden seien, jedoch könnten nur zwei Waffen mit Sicherheit als a b g e s ch o s s e n betrachtet werden, darunter die Waffe des P la netto. Von einem anderen Sachverständigen wurde sodann die Todesursache des Bundeskanzlers mitgeteilt. Dollfuß ist danach durch zwei Schüsse getroffen worden-, der erste drang sechs Zentimeter unterhalb des Kinns in die Halsgegend ein. Das Gefckoß hat den Hals abwärts durchschlagen, drang durch den Halswirbel durch, durchschlug das Rückenmark und ist unter dem Scheitel der Achselhöhle ausgetreten. Die Verletzung war unbedingt tödlich. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Bundeskanzler bei entsprechend rascher Pflege hätte gerettet werden können, erklärte der Sachverständige, daß der Bundeskanzler zwar langsam verblutet und durch die hierdurch hervorgerufene Schwache verschieden sei, daß jedoch auch bei sofortiger Pflege nur das Leben verlängert, nicht jedoch hatte gerettet werden können. Der zweite Schuß drang durch einen Teil des Halses ein und habe weiter zum Tode beitragen können. Es war ein sogenannter Prellschuß, bei dem durch eine Bewegung des Körperteils das Geschoß wieder herauskam. Der zweite Schuß wurde auf eine Entfernung von einem halben Meter abgegeben. Mit der Verletzung war die Lähmung der Arme, Beine und des Rückens verbunden, über die sich der Sterbende beklagte. Generalmajor Pummerer zeigte dem Gericht das tödliche Geschoß, das eine neunfach wirkende Energie gehabt habe. Der Sachverständige erklärte ferner auf Grund der Puloerwirkung, daß der erste Schuß aus einer Entfernung von 15 bis 20 Zentimetern abgegeben worden sei. Die Beweisaufnahme wurde dann geschloffen. Oie Anklagerede des Staatsanwalts. Nach einer halbstündigen Unterbrechung der Ver- handlling ergriff der Staatsanwalt Dr. Tuppy das Wort zu seiner Anklagerede. Er erklärte u-a.: „Die Anklagebehörde legt den beiden Angeklagten das entsetzliche Verbrechen des H o ch v e r - r a t s und einem von ihnen das entsetzliche Verbrechen des Mordes zur Last. Beide Angeklagten sind angeklagt wegen des Verbrechens des Hochverrats, begangen dadurch, daß sie am 25. Juli etwas unternommen haben, was auf eine Empörung und einen Bürgerkrieg im Innern angelegt war, insbesondere durch Besetzung des Bundeskanzleramtes und die Gewalttaten, die dort verübt sind." Der Staatsanwalt schilderte noch einmal die Ereignisse von der Fahrt aus der Turnhalle bis um 19 Uhr abends. Er brachte vor, daß die Angeklagten, als sie sahen, daß irgendeine Hilfe, die sie von außen erwarteten, ausgeblieben war, ihr Unternehmen als erfolglos erkannten und daß es dann zur Uebergäbe und Festnahme kam. Es fei eindeutig, daß es auf einen Bürgerkrieg abgestellt war. Gegen diese Feststellung sei nichts zu sagen. Legal, so sagten zwar die Angeklagten, übernahmen sie die Regierung. Der Bundespräsident stehe hinter ihnen. Aber die Angeklagten sind ja keine unintelllgenten Männner. Wie wäre es denkbar, daß sie auch nur eine Sekunde hätten glauben können, daß ein solches Unternehmen legal sei. Sie können nicht gedacht haben, daß der Bundespräsident sich ihrer Hilfe bedienen würde, um sich der Regierung entledigen zu können. Die beiden Angeklagten haben in diesem Unternehmen eine führende Rolle gespielt. Holz- weber hat zweifellos, wie er auch zugegeben hat, — er beruft sich auf einen unbekannten Leiter, den er nicht nennen kann oder will — im Hause selbst eine führende Rolle gespielt. Der Bürgerkrieg ist ja die Folge des hochverräterischen Unternehmens. Wir wissen ja, so und so viele Tote sind im Lande zu beklagen. Ein Fünkchen hätte genügt, und wir hätten fremdes Militär, fremdes Volk und fremde Mächte in unserem Lande. Ist der Bürgerkrieg nicht das furchtbarste und schlimmste? Das aber haben diese Männer zu verantworten. Dem Angeklagten P la netto legt die Anklage auch das Verbrechen des Mordes an Bundeskanzler Dollfuß zur Last. Planetta hat den tödlichen Schuß abgefeuert. Auch das Sachverständigengutachten und eine Zeugenaussage haben den Beweis erbracht. Die eigene Darstellung des Angeklagten ist so ungereimt und so unmöglich, daß sie nicht geglaubt werden kann. Die beiden Angeklagten haben mit besonderem Nachdruck daraus hingewiesen, daß ihnen gewissermaßen Verzeihung zuteil geworden fei. Davon kann nicht die leiseste Rede sein. In der ganzen Welt gibt es kein Gesetz, das eine solche Verzeihung ermöglichen würde. Durch unsägliche Gewalttaten ist dem Minister das Versprechen abgepreßt worden. Dieses Versprechen soll moralische Bedeutung und Kraft haben? Der Staatsanwalt beantragte sodann, die beiden Angeklagten schuldig zu sprechen. Oie Verteidigung. Nach dem Staatsanwalt sprachen die beiden Verteidiger. Besonders bemerkenswert waren die Ausführungen des Verteidigers von Holzweber, Rechtsanwalt Dr. Erich Führer. Er sagte u. a.: Es gibt zwei Ideologien in Oesterreich, die eine tritt für die Unabhängigkeit Oesterreichs ein, die andere will einen inneren Zusammenhang mit dem deutschen Volk und dem Deutschen Reich. Diejenigen, die für den Anschluß eintreten,' lieben ihr Vaterland nicht minder und weniger leidenschaftlich als die Vertreter der Unabhängigkeit. (Hier erteilt der Vorsitzende dem Rechtsanwalt eine Rüge). Die beiden Angeklagten sind mit Leo Schlageter vergleichbar, der den Opfertod für das deutsche Volk gestorben ist. (Hier wird dem Vcrleidiger wieder eine Rüge erteilt). Der Gerichtshof, der unter dem Vorsitz eines Offiziers zusammengetreten ist, ist an das Soldatenehrenwort, das den Anführern gegeben wurde, gebunden. Es steht einwandfrei fest, daß den Angeklagten freies Geleit zugesichert und diese Zusicherung gegeben wurde, als der Tod des Kanzlers bereits bekannt war. Aber noch ein anderes Wort verpflichtet den Gerichtshof. Der Wunsch des Kanzlers besagre, es solle kein Blutvergießen mehr sein, Dr. Rintelen solle Frieden machen. Das letzte Wort der Angeklagten. Hierauf sprachen die beiden Angeklagten einige Schlußworte. Planetta sagte: Ich bin kein Mör- der, ich wollte Dr. Dollfuß nicht töten, ich bitte Frau Dollfuß um Verzeihung. Holzweber erklärte: Ich bin an dem Mord unschuldig. Es war der ausdrückliche Auftrag gegeben worden, es dürfe kein Blut fließen. Wir glaubten, daß Dr. Rintelen sich im Bundeskanzleramt befinden werde, als wir eindrangen. So wenigstens war uns am Tage vorher gesagt worden. Ich kann nur noch das eine sagen, ich habe aus glühender Vaterlandsliebe gehandelt. Oie Urteilsbegründung. In der Begründung des Urteils gegen Planetta und Holzweber heißt es u. a.: Der den beiden Angeklagten zur Last gelegte T a t b e st a n d des Verbrechens des Hochverrates sei einwandfrei erwiesen. Die Angeklagten seien Mitglieder "■ der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, seien geständig, an der Aktion auf das Bundeskanzleramt teilgenommen zu haben, und es sei ihnen bekannt gewesen, daß die Negierung gefangengesetzt werden solle. Es seien insgesamt 150 Personen in das Gebäude eingedrungen, womit bereits das Tatbestandsmerkmal der Empörung gegeben sei. Die beiden Angeklagten hätten als Rädelsführer mitgewirkt. Was das dem Planetta zur Last gelegte Verbrechen des Mordes anlangt, so sei er selbst g e st ä n d i g , auf den Bundeskanzler geschossen zu haben. Für die Tötungsabsicht spreche insbesondere der Vorgang selbst, die Verwendung einer absolut tödlichen Waffe aus ganz kurzer Entfernung. Der Gerichtshof habe daher die Tötungsabsicht als erwiesen angenommen. Bei Planetta sei auch erschwerend die Konkurrenz von zwei Verbrechen, der Umstand der Abgabe von zwei Schüssen, sowie die Wichtigkeit der Persönlichkeit des Bundeskanzlers für das ganze Vaterland an» geiehen worden. Als mildernd habe seine Unbescholtenheit gelten können. Bei Holzweber seien erschwerende Umstände nicht zu verzeichnen. Als mildernd könne das Geständnis und die Unbescholtenheit angesehen werden. Wie Holzweber und planetta starben. Wien, 31. Juli. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Holzweber und Planetta wurden nacheinander hingerichtet, erst Holzweber, der nach der Verkündung der Abweisung des Gnadenantrages rief: „Ich sterbe für Deutschland! Heil Hitler!". Auch Planetta rief vor der Hinrichtung: „Heil Hitler!" — Dazu wird noch bekannt, daß beide Angeklagten eine außerordentlich ruhige Haltung einnahmen. Sie baten um geistlichen Beistand, und bald erschienen ein katholischer und ein protestantischer Geistlicher im Gefängnis, mit denen beide zum Tode Verurteilten lange sprachen. Personen, die bei der Hinrichtung anwesend waren, erzählen, daß beide wie wahre Männer gestorben sind. Holzweber wiederholte, schon den Strick um den Hals, immer wieder den Ruf „Heil Hitler!" Er sagte es solange, bis ihm sterbend der Atem in der Kehle erstickt wurde. Neue schwere Kämpfe in Kärnien. Ein Bericht von der südslawisch-österreichischen Grenze. Belgrad, 1. August. (DNB. Funkspruch.) Die „23 rem e" veröffentlicht einen telephonischen Bericht ihres Korrespondenten aus Unter hau« bürg von der südslawisch-österreichischen Grenze über die Lage am Dienstag. Danach dauerten die Kämpfe zwischen Aufständischen und Bundestruppen in Kärnten auch während des ganzen Dienstag an. Es soll sich dabei sogar um die blutigsten und verlustreichsten Kampfhandlungen gehandelt haben, die im verlaufe des ganzen Aufstandes in Oesterreich zu verzeichnen waren. Die Anfständischen und die Bundestruppen hätten zahlreiche Tote und Verwundete zu beklagen. Das Gefecht wurde durch ein Manöver der Bundestruppen eingeleitet, die die Stellungen der Aufständischen scharf an der südslawischen Grenze angriffen, um sich dann i n scheinbarregelloser Flucht zurückzuziehen. Die Aufständischen fielen auf dieses Manöver herein und machten sich sogleich zur Verfolgung auf. Der Zweck des Manövers bestand darin, die Aufständischen von der Grenze fortzulocken, da die Bundestruppen aus Sorge, ihre Schüsse könnten auf südslawischem Gebiet ein sch lagen, nicht ihre volle Feuerkraft entfalten konnten. Die Aufständischen gerieten jedoch bei der Verfolgung in einen Hinterhalt und wurden auf beiden Flanken angegriffen. Sie ergaben sich aber nicht, sondern verteidigten sich den ganzen Tag. Das Manöver der Bundestruppen scheint schließlich mißglückt zu sein, weil die Aufständischen neue Verstärkungen erhielten und sich mit dieser Hilfe aus der Umklammerung befreien konnten. Der Berichterstatter der „Vrerne" erklärt weiter, daß die Aufständischen über keinen Nachrichtendienst verfügten, was ihr größter Nachteil gegenüber dem Bundesheer fei. Abteilungen, die im Laufe des Kampfes angestrengt wurden, mußten über b i e Grenze nach S ü dflawien , um nicht in die Hände der Bundestruppen zu fallen. Im Laufe des Montag und Dienstag seien etwa 350 Aufständische in kleineren Gruppen nach Südslawien übergetreten, wo sich jetzt rund 1200 Kärntner befinden. Sie seien in Kroatien auf drei Orte aufgeteilt, nämlich auf Warasdin, Belovar und Boschega. Sie könnten sich frei bewegen, dürften aber die Orte nicht verlassen. Sie hielten gute Disziplin, so daß sich das Leben in den Lagern und der Verkehr mit der Bevölkerung reibungslos abwickele. Die „Vreme" berichtet ferner von der Grenze, daß am Dienstag im Westen Kärntens eine große Aufstandsbewegung begonnen habe. Es seien nunmehr auch dort heftige Kämpfe im Gange Die Aufständischen versuchten einen konzentrischen Angriff auf Klagenfurt. Prag warnt vor einer Habsburger Restauration. Prag, 31. Juli. (DNB.) Wie die dem Pra- ger Außen mini st erium nahestehende „L i - 0 o oe No v in i" berichtet, vermutet deren Wiener Korrespondent, daß die Regierung Schuschnigg eine Lockerung der italienischen Orientierung mit sich bringen werde und daß das neue Kabinett in 'der Habsburger Frage zwar eine abwartende Haltung einnehmen aber das Ziel, den Prinzen Eugen zum Staatsoerweser zu machen und die Habsburger zurückzuführen, keinesfalls aus dem Auge gelassen werde. Noch scharfer als die Wiener Meldung bringt diese Gedankengänge eine redaktionelle o t e H u n g u a m e des bekannten Journalisten des Blattes, Hubert R i p k a , zum Ausdruck, der als fest annimmt, daß das Bundesheer zwar nun 'Äln Oesterreich habe, es fei aber zweifelhaft, ob dies eine Stärkung Oesterreichs fei. Die Regierung Schuschnigg bedeute nicht nur eine Verstärkung der austro faschistischen Bestrebungen, sondern auch der monarchistischen Tendenzen. Schuschnigg liebäugele mit einem katholischen Deutschen Reich unter der Führung der Habsburger. Dollfuß sei ein schlauer Realist gewesen, was ein eXhS1! lUr Habsburger Restaurationsplan * h°b°. „Man muffe nun abmarten, ob der Nachfolger Dollfuß einen gefunden Menschenverstand entwickeln werde, um zu wissen, was möglich und was unmöglich sei. Deswegen werde es gut fein, schreibt Ripka, daß man in Wien und auch nach allen übrigen Seiten hin schon jetzt mit aller Entschiedenheit den Standpunkt der Kleinen Entente betont: ftein Anschluß, aber auch nicht die Habsburger Restauration. Es wäre das ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man hofft, daß die kleine Entente irgend etwas an dieser traditionellen Politik ändert. Niemand, nicht einmal ihre besten Freunde, können sie dazu bewegen, eine Habsburger Restauration zuzulassen, die Mitteleuropa noch größere Verwirrungen bringen würde als bisher. Dollsuh wußte das. hoffen wir, daß der neue Kanzler auch in dieser hin- ficfjf in der Politik seines Vorgängers weiterschreiten wird. Das tschechische nationalsozialistische „Ceske Slovo spricht von einer neuen Lage in x 2 r° p “• Gs erinnert an die Worte Beneschs, daß die österreichische Frage eine europäische sei. Daß öu Tschechoslowakei bereit sei, der U »r!1 n Q Mussolinis zu folgen und daß das österreichische Problem zu einem für beide -Leue annehmbaren Kompromiß führen müsse, wenn nicht ein folgenschwerer Zusammenstoß er* folgen solle. Heute, sagt das Blatt, sei es so weit. v-7s777> A Ein, von, Millionen, lang ent^5 bekrfer Genuss ist wieder er» s cl M iug lieh, , denn, die neue „KU RMARK" kostet jetzt nur Das istlvie ein, frohes Wiedersehn, mit einem, lieben guten, Freunde: „KURMARK" KeirdVKirtdes Lobes sei hier gesagt. Bvbiercn Sie die neue „KURMARK"2u,3i ife. Sie werden, überrascht und, glücklich, sein,. I I 1B Randnoten Aus aller Welt so daß unter deren Einwirkung die anfänglich ablehnende Stellung des französischen Handelsministeriums sich änderte und einVertragderVer- nunft geschlossen wurde. Ein ungewöhnlich dreistes Betrugsmanöver, durch das in den letzten Wochen etwa 100 Reiselustige betrogen wurden, leisteten sich zwei junge Burschen durch Gründung eines sogenannten Reisevermittlungsbüros, das angeblich Gesellschaftsfahrten nach der Nord- und Ostsee, sowie den norbi- schen Staaten unternahm. Die beiden Gauner, der 24jährige Hans Käszingk und der 21jährige August Alberts, die zunächst in Stettin, dann in Berlin „arbeiteten", konnten jetzt durch die Berliner Kriminalpolizei fe st genommen werden. In der Reichshauptstadt brachten sie meist in kleineren Lokalen Werbeplakate an und ließen sich von den Gastwirten die Interessenten zuweisen. Durch die ungewöhnlichen Preise angelockt, fand sich auch regelmäßig eine Anzahl Reiselustiger. Man erlegte gern die verhältnismäßig kleine An- , zahlung zwischen 5 und 15 Mark und vereinbarte Memel-Anfrage im englischen Llnierhaus. London, 1. August (DNB. Funkspruch). In der gestrigen Sitzung des Unterhauses fragte der Abgeordnete Mander den Staatssekretär des Aeußeren, ob ihm bekannt sei, daß sämtliche Mitglieder des jetzigen Landesdirektoriums im Memelgebiet einer Minderheit an» gehörten, die im Landtag durch nur vier von insgesamt 29 Abgeordneten vertreten sei. Diese Zusammensetzung widerspreche dem Artikel 17 des lager z u schwerer Zwangsarbeit über- aeführt werden können, ist Dienstag erschienen. Außerdem wird bei allen Personen, gegen die im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 25. bis 27. Juli eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet ist, auf Vermögensbeschlagnahme erkannt werden. Im Falle eines Freispruches wird das Vermögen wieder zurückgegeben. Wie weiter mitgeteilt wird, wurden der Gesandte Dr. Anton Rintelen, ferner der Hofrat der Polizei Otto Steinhäujel, sowie Polizeikommissar Leo Gotzmann unter vorläufiger Kürzung ihrer Bezüge auf zwei Drittel ihres Dien ft es enthoben. Der Landesschulrat von Kärnten hat für die Schulen der Bezirke Spittal a. d. Drau, St. Veit a. d. Glan, Dölkermarkt, Wolfsberg und Feldkirchen die Einstellung aller Gehaltsauszahlungen verfügt. Gegen alle Lehrer dieser Bezirke wird eine Untersuchung eingeleitet, ob und inwieweit sie an dem Aufstandsversuch vom 25. bis 27. Juli beteiligt waren. ligten. Als unmittelbar vor Ablauf des Jahres 1933 die französische Regierung verordnete, vom 1. Januar ab würde nach dem Kontingentierungssystem die deutsche Einfuhr beschnitten — man berechnete rund eine Summe von 300 Millionen Franken — sah sich Deutschland zu Abwehrmaßnahmen gezwungen, woraus Frankreich am 17. Januar den bestehenden Handelsvertrag von 1927 kündigte. Im laufenden Jahre erfuhr die französische Ausfuhr nach Deutschland eine Steigerung von durchweg 15 Millionen Franken monatlich, während sich Deutschlands Ausfuhr um 47 Mill. Franken senkte. Der Zwischenzustand aber brachte mit sich auch große Schädigungen für die französische Industrie, vornehmlich im Silier Industriegebiet. Weil Deutschland die Einfuhr der dort hergestellten Woll- und Wirkwaren abdrosselte, mußten sich die großen Textilwerke in Tourcoing und Roubaix entschließen, ihren Arbeitern zu -kündigen. Davon wurden rund 15 000 französische Textilarbeiter betroffen. Gleichzeitig aber wuchsen infolge der Absatzunmöglichkeit nach Deutschland die Wollvorräte in jenem Industriegebiet. Es wird berichtet, daß die Vorräte dort Ende Juni um 770 000 Kilogramm zugenommen haben. Seit Beginn des Jahres 1933 sind damit die Vorräte um drei Millionen Kilogramm gestiegen, und sie werden letzt für Nordfrankreich auf 22 Millionen Kilogramm berechnet gegen normal 10 Millionen Kilogramm. Die fehlende Ausfuhr nach Deutschland schuf also auch große Schwierigkeiten für die französische Industrie, Memelstatuts, für das England die Garantie übernommen habe. Der Lordfieaelbewahrer Eden antwortete: Nach Artikel 17 muß das Landesdirektvrium das Vertrauen des Landtags besitzen. Ich habe erfahren, daß der Landtag für den 27. Juli einberufen worden ist. Mander fragte weiter: Wird der Außenminister die Tatsache der Zusammensetzung des Landesdirektoriums, über die im Memelgebiet starke Erregung herrscht, aufmerksam im Auge behalten? Eden antwortete, daß ihm das Ergebnis der Landtagssitzung vom 27. Juli noch nicht bekannt sei. Ein litauisches Dementi. Kowno, 31. Juli (DNB.) Die Litauische Tete- oraphenagentur erklärt, daß Gerüchte über eine Auslösung des memelländifchen Landtages vollständig unzutreffend feien. polnifch-lltauischeVerföhnung e im Werden? Warschau, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) In Wilna ist, aus Litauen kommend, der polnische Botschaftsrat in Paris, Mühlstein, einhetrof- fen. Mühlstein hielt sich längere Zeit in Litauen auf und soll u. a. mit Staatspräsident Srnetona verhandelt haben. In politischen Kreisen wird feiner Mission in Kowno sehr große Bedeutung beigelegt. Gleich nach feiner Ankunft in Wilna be» gab sich Mühlstein nach Pikliszka, wo Marschall Pilsudski gegenwärtig seinen Urlaub verbringt. Wie die Warschauer Presse meldet, soll demnächst der unmittelbare Po st verkehr zwischen Polen und Litauen ausgenommen werden. Der bisherige Postverkehr fand über Deutschland—Lettland statt. Verbot der „Deutschen Zeitung". Berlin, 31. Juli. (DNB.) Die „Deutsche Zeitung" wurde wegen eines zu der Erkrankung des Herrn Reichspräsidenten herausgegebenen äußerst taktlosen Kommentars in ihrer Abendausgabe vom 21. Juli auf acht Tage verboten. Die fragliche Nummer wurde b e ■ schlagnahmt. Dem verantwortlichen Schriftleiter wurde sofort bis auf weiteres die Pressekarte entzogen. Deutsche Flugzeuge auf der Strecke Berlin-Zürich. Wie die „Deutsche Luft-Hansa" mitteilt, wird vom 1. August ab die Strecke 12 Berlin — Halle — L eipzig (Halle und Leipzig haben einen gemeinsamen Flughafen) —Stuttgart— Zürich wieder von den Flugzeugen der Deutschen Luft-Hansa beflogen, nachdem entsprechend der Poolregelung bisher die Schweizer Luftverkehrsgesellschaft „Swissair" den Betrieb durchführte. Der Flugplan bleibt unverändert. Start in Berlin um 14.05 Uhr, Landung in Zürich um 17.45 Uhr bzw. Start in Zürich um 9.20 Uhr, Landung in Berlin um 13 Uhr. Die norwegischen Flieger wieder in der Heimat. Die norwegischen Flieger, die unter Leitung des Kapitäns Tryggve Gran in drei Flugzeugen zur Erinnerung an die erste lleberquerung der Nordsee durch den norwegischen Flieger Gran einen Flug durch Dänemark, Deutschland, Frankreich und England unternommen haben, sind am Dienstag von Aberdeen kommend, in Stavanger eingetroffen. Das Dürkheimer Riefenfatz. Das Dürkheimer Riesenfaß, das größte Faß der Welt, das zur Zeit auf den Wurstmarkt- roiefen der pfälzischen Badestadt errichtet wird, sieht seiner Fertigstellung entgegen und soll am 1. September eingeweiht werden. Das Faß ist im Inneren als dreistöckiges Restaurant ausgebaut und bietet 400 Personen Platz. Wie verlautet, soll die feierliche Eröffnung auch auf den Rundfunk übertragen werden. Line Riesenerbschaft aus USA. fällt nach Deutschland. Schwester; dies ist die in Berlin lebende Frau R. Ein weiterer Erbe, und zwar der Sohn eines der vier Brüder, lebt in Essen, während endlich ein dritter Erbe, ein Bruder des Verstorbenen, in Warschau seinen Wohnsitz hat. Unter diesen drei Personen wird die Riesensumme einschließlich der Zinsen nunmehr aufgeteUf werden. Das Geld liegt gegenwärtig noch auf einer Bank in Philadelphia. Der Erbanteil jedes der drei Beteiligten wird sich unter Berücksichtigung der Zinsen auf etwa 45 bis 48 Millionen Mark stellen. Es kämen also etwa 96 Millionen Mark nach Deutschland. Daß die Erbschaft erst heute zur Verteilung kommt, liegt in den Bestimmungen des Testaments, das die Deffnung des Testaments erft zehn Jahre nach dem Tode des Erblassers ungeordnet haben soll. Das falsche Reisebüro. — Frecher Bluff jugendlicher Betrüger. „Deutsch sein, heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun." In diesen Worten drückt sich ein Wesenszug des deutschen Menschen aus, der anderen Völkern unbekannt ist und der deshalb von ihnen auch nur schwer verstanden wird. Er befähigt aber unser Volk, die Dinge, die der deutsche Idealismus von ihm fordert, mit unerhörtem Realismus in die Tat umzusetzen, unter Aufopferung der eigenen Existenz, im Dien ft e der Sache. Zeugnisse dieses heroischen Realismus find die Erfolge deutscher Wissenschaft, die Großtaten deutscher Forscher, die Werke unserer Künstler und Philosophen ebenso wie die nunmehr vollzogene nationalsozialistische Arbeits - und Volksgemeinschaft. Der Wille zur offenen, rückhaltlosen Durchsetzung der deutschen Ideale verwirft alle Heuchelei, alles Handeln und Feilschen, alles Jonglieren mit Worten und Begriffen, alle Spielereien mit Neben- und Hintergedanken, alle Schleich- und Umwege, er marschiert g e - raberoegs auf das Ziel z u und packt die Probleme Dort an, wo sie am schwersten zu lösen sind. Wenn heute die deutsche Regierung für b e n Frieden unter den Völkern wirbt und arbeitet, so tut sie dies um des Friedens, um der Sache selbst willen. Sie führt das oft mißbrauchte Wort nicht im .Munde, um damit das Streben nach einem gegenteiligen Zweck zu verdecken. Solche Einstellung ist dem uns umgebenden Ausland meist unbekannt. Beispiele dafür bieten sich gerade in letzter Zeit in großer Anzahl: Frankreich spricht von der Befriedung Europas, es meint aber die Einkreisung und Schwächung Deutschlands; England spricht von möglichen Gefahren der deutschen Luftfahrt, meint aber die französische; Italien spricht von der Unabhängigkeit Oesterreichs, meint aber die Abhängigkeit dieses Landes von Rom; Rußland spricht von der Befreiung der arbeitenden Klassen, meint aber die imperialistische Beherrschung der ganzen Welt durch eine kleine Clique bolschewistischer Drahtzieher. Das find nur wenige Beispiele dafür, wie fremde Möchte die Verkündung ihrer politischen Ziele bewerten und wie sie auch von uns beurteilt werden müssen. Der Deutsche ist von Natur aus nicht geneigt, hinter jede maßgebliche Aeuherung des Auslandes gleich ein Fragezeichen zu fetzen, wie es feine Nachbarn tun. Unsere Nachbarn aber find nicht willens (aus der Kenntnis ihrer eigenen ©eiftesart heraus), den deutschen Beteuerungen ohne weiteres Glauben zu schenken. Die Ehrlichkeit der deutschen Bestrebungen wird rund um unsere Grenzen in Zweifel gezogen, während wir an die Unehrlichkeit der nachbarlichen Politik oft nicht glauben wollen. Der Friedenswille d e s deutschen Volkes i ft unerschütterlich, er ist uns als teuerstes Vermächtnis der Toten des Weltkireges heiligste Verpflichtung. Die Welt wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, daß wir in ber Erhaltung d e s Friedens nicht mit uns schachern lassen, daß wir aber anderseits keinen Angriff auf Ehre und 23 e ft a n b ber Nation bulben. Denn deutsch fein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun. Stabilität der FleisHpreise. Berlin, 31. Juli. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Am 1. August 1934 tritt die Marktregelung für Schlachtvieh in Kraft. Sie wird zunächst an 33 Schlachtviehmärkten wirksam. Für einen ber wichtigsten Teile ber lanbwirtschaft- lichen Erzeugung ber Nahrungsmittelversorgung wirb bamit ber Grunbsatz verpflichtens b e n B e - barf ber Bevölkerung z u gerechten Preisen z u beliebigen. Die Vieh- und Fleifchpreife sollen für Erzeuger und Verbraucher tragbar fein und den viehauf- taufenben und fleischverteilenden Wirtschaftszweigen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit bieten. Darüber hinaus wird es jedoch in Zukunft keine Möglichkeit mehr geben, volkswirtschaftlich nicht berechtigte Gewinne auf kosten der Landwirtschaft, ober der Verbraucher zu machen. Im Hinblick auf diese grundsätzliche Aufgabe der Viehmarktregelung wird es, wie eine am 31. Juli 1934 im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft abgehaltene Besprechung ergab, nicht nur von der Reichsregierung, sondern auch von allen am Vieh- und Fleischabsatz Beteiligten für selbstverständlich erachtet, daß unter den gegenwärtigen Kaufkraftverhältnissen des deutschen Volkes jede allgemeine Erhöhung der Fleischpreise im Klein- verkauf unterbleiben muß. Der „vollständige Bruch zwischen Deutschland unb Italien" schasse eine neue europäische Lage, die man ins Auge fassen müsse. Notwendig fei eine Front der Solidarität gegen ben Terror. Das fei übrigens immer schon ber Stcmbpunkt Frankreichs unb ber Kleinen Entente gewesen, bie ihre Stellungnahme in keiner Weise ?u änbern brauchten. Das Blatt schließt: „Es ist au hoffen, baß bie Kräfte, bie sich heute gegen bie Bebrohung ber Unabhängigkeit Oesterreichs richten, stark genug sein werben, um nicht nur ben Anschluß, sonbern auch eine Wieberherstellung der Monarchie zu verhindern." Oie Strafverfolgung der Putschteilnehmer. Wien, 31. Juli. (DNB.) Das Bundesverfassungs- gefetz, wonach Minderbeteiligte an dem Ausstand der letzten Tage, unbeschadet einer gerichtlichen Strafe, in ein KonzentrationsDas neue deutsch-französische Handelsabkommen ist in deutschen und auch in französischen Wirtschaftskreisen gut aufgenommen worden; es verhindert, daß ab 1. August 1934 ein vertragsloser Zustand einträte, und ist eine Regelung, bie vor allem der handelspolitischen Lage Deutschlands insofern gerecht wird, als die Notwendigkeit für Deutschland, durch eine aktive Handelsbilanz mit Frankreich Devisen hereinzuholen, anerkannt wird. Dieser Frankreich-Vertrag ist aufgebaut nach dem neuen zweiseitigen und auf G e - aenfeitigfeit beruhenden System, das mit Holland und mit der Schweiz bereits durch geführt ist und zur Zufriedenheit der Vertragspartner funktioniert. Die Bezahlung des ganzen Warenverkehrs zwischen Frankreich unb Deutschland erfolgt nunmehr über zwei Verrechnungskonten, von denen bie Beträge für die Kupons ber Dawes- unb Poung- anleihe, die sich im französischen Besitz befinden, abgezogen werben, ber übrige Devisenüberschuß wird nachDeutschland abgesüh r t. Dieser Gegenseitigkeitsgedanke schließt aber auch in sich, daß Deutschland in seinem Handelsverhält- nis zu Frankreich als Schuldnerland ein Aktivsaldo zu beanspruchen hat. Der ursprüngliche französische Standpunkt, wonach die Handelsbilanz zwischen uns und Frankreich ausgeglichen sein müsse, ist also von Frankreich aufgegeben worden. Als großes Schuldnerland sind wir darauf angewiesen, durch Ausfuhrüberschüsse unsere Schulden zu be za hlen, während Frankreich eine passive Handelsbilanz insofern auszugleichen vermag, als feine Zahlungsbilanz aktiv ist, ba es gewaltige Kapitalanlagen im Auslände hat und bar* aus Zinsen usw. erhält. Die technischen Einzelheiten des Vcrrechnungskontenweges sind sehr präzise, sie interessieren aber nur bie birekt am Handel Betei- Vor 10 Jahren starb in Amerika ein gewisser Daniel Petras, ein Auswanberer, ber ein Ver -1 Zahlung zwischen d uno id Marr uno Dereinuuue mögen von 50 Millionen Dollar hinter- einen Abfahrtstermin. Tatsächlich würbe auch bie lassen hat. Petras hatte vier Brüber unb ein?> „große" Reise pünktlich in einem von ben Be- trügern gelieferten Gesellschaftswagen bis Stettin durchgeführt. Dort angekommen, stiegen die Fahrt- teilnehmer aus, um die Weiterreise anzutreten, während die „Unternehmer" mit dem Wagen sofort nach Berlin zurückkehrten. Außerordentlich unangenehm war dann die Ueberraschung der Urlauber, als sie feststellen mußten, daß die ihnen ausgehändigten Kupons für die Weiterreise nach den Seebädern, bzw. den nordischen Ländern keine Gültigkeit hatten. Die Betrogenen sahen sich nunmehr gezwungen, entweder umzukehren oder die „Erholungsreise" auf eigene Kosten fortzusetzen. Zuchthaus wegen versuchten Wohlfahrtsbetrugs. Das Schöffengericht in Kassel verhängte gegen den 34jährigen Josef Heckert aus Eichstädt in Baden wegen versuchten Betrugs ein Jahr Zuchthaus und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Der Angeklagte hatte im Juli 1933 in Witzenhausen versucht, Reisegeld nach Baden zu erhalten unter der Angabe, seine Eltern wünschten seine Rückkehr. Auf die Anfrage des Wohlfahrtsamtes teilten die Eltern mit, daß sie den Sohn nicht zu sehen wünschten. Der Angeklagte wurde seit dem Jahre 1919 insgesamt 17mal bestraft. Das Schönauer Autounglück vor Gericht. Die Hirschberger Große Strafkammer verhandelte in einer Sondersitzung in Schönau (Katzbach) über das große Autounglück in Alt-Schönau, bei dem am ersten Pfingstfeiertag ein mit 54 Arbeitsdienstfreiwilligen aus Primkenau besetzter Kraftwagen mit Anhänger auf dem stellen Bäckerberge umstürzte. Dabei hatten drei Arbeitsdienstmänner den Tod gefunden, 27 waren schwer und leicht verletzt worden. — Der Hauptangeklagte Kraftwagenführer Marquardt aus Sprottau wurde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnis und wegen Üebertretung einer Bestimmung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zu zehn Mark Geldstrafe, der Kraftwagenbesitzer M u st a g - Sprottau zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt, während der Truppführer Herrmann aus Primkenau sreigespro- chon wurde. Drei Todesopfer durch ausströmendes Gas. Ein Gasunglück forderte in Ilmenau drei Tote. In der im Erdgeschoß gelegenen Wohnung des Lokomotivführers a. D. Hermann Treib ig war, während die Eheleute und eine zur Untermiete wohnende Postbeamtin schliefen, durch einen schadhaften Schlauch Gas entwichen. Als am Morgen die Postbeamtin nicht im Dienst erschien, forschte man nach ihr und entdeckte das Unglück. Die Eheleute und die Beamtin waren bereits tot. Dorfbrand in Polen. Im Kreise Wilun brach in einem Gehöft Feuer aus, das sich in kurzer Zeit auf die ganze Ortschaft ausdehnte. Insgesamt wurden 15 Anwesen zerstört. Ein großer Teil des Viehbestandes und die gesamte Ernte wurde vernichtet. Südslawischer Dampfer in Flammen. Der im Hafen von Triest liegende südslawische Dampfer „Srebreno" fing aus unbekannten Gründen Feuer, das sich schnell auf die Kohlenbunker ausdehnte. Es ist mit dem Verlust des Schiffes zu rechnen. Kunst und Wissenschaft. „Deutsche Zrühjahröausstellung Darmstadt 4934/' Die „Deutsche Frühjahrsausstellung Darmstadt 1 9 3 4 " auf der im ganzen Reiche wohlbekannten „Mathildenhöhe", der Stätte so vieler bedeutsamer künstlerischer Veranstaltungen, erweist sich in steigendem Maße als besonders großer Erfolg. Begeisterte Anerkennung, die sich in zahlreichen Zuschriften an die Ausstellungsleitung äußert, zunehmender Besuch auch von weit her, sind erfreuliche Zeichen dafür, daß der besondere Zweck der Ausstellung: den guten Ruf Darmstadts als Pflegestätte bester deutscher Kunst wiederherzustellen und zu einer Gesundung aller Kunstbegriffe beizutragen, gelungen ist. Diese Ausstellung kennt keine Gruppen und keine Kommissionen. In sorgfältig durchdachter Weise wurde sie von einem ein- zigen Künstler zusammengestellt. Ihre zeitgemäße Tendenz geht dahin, daß die Kunst das Volk wieder beglückte. In dieser Ausstellung findet man keine Werke irgend welcher „Ismen" oder Versuche mit unausgegorenen Problemen. Hier sind wirklich unanfechtbare Meisterwerke ausgestellt, die jedem für Kunst Empfänglichen verständlich sind und wieder einen Maßstab zur Beurteilung von Kunstwerken abgeben können. Ob wir Werke von Ziegel, Erler, Spiegel, Oberhof, Dettmann, ob wir den 93jährigen Krug oder den 19jährigen Busch sehen, um nur einige wenige der ausstellenden Künstler herauszugreifen, überall finden wir eine in Anschauung und Materie gleich gesunde und gekonnte Kunst. Oftmals werden ganz neue Wege gegangen, aber immer bleibt es bei reifem wertvollem Schaffen. Frei von jeder Einseitigkeit werden Werke aus allen deutschen Gauen von ausschließlich lebenden Künstlern aller Generationen, von berühmten und unbekannten, von vergessenen ober beiseitegeschobenen Meistern deutscher Prägung gezeigt. Es ist selbstverständlich, daß die widerlichen Szenen, gemeine Akte und fast krankhafte Versuche, Kunst „neu" zu gestalten, in dieser Ausstellung fehlen. Wir finden deutsches Land und deutsche Menschen, Bildnisse des Führers und feiner Mitarbeiter, packende Darstellungen aus dem Weltkrieg von höchster Meisterschaft, Legenden, Märchen und Tierbilder, sowie eine Sammlung ganz ausgezeichneter Bildhauerwerke. Die Ausstellung, die von zahlreichen sachverständigen Besuchern, welche die anderen deutschen Ausstellungen bereits gesehen haben, als beste deutsche Ausstellung dieses Jahres bezeichnet wird, bleibt bis zum 30. September d. I. geöffnet. Der reich illustrierte Katalog der Ausstellung, der auch mehrere Aufsätze enthält und mustergültig gedruckt ist, ist besonders zu beachten. * Auf der Ausstellung ist Oberhessen sehr ehrenvoll durch die folgenden Künstler vertreten: Lotte D r o e f e (Gießen) mit einem Bildnis (Del), einer lithographierten Landschaft und weiteren Graphiken, Karl Fries (Ortenberg) mit zwei Landschaften (Oel), Felix Klipstein (Laubach) mit Holzschnitten, Hans Erwin Steinbach (zur Zeit im Allgäu) mit zwei Landschaften (Oel) und Graphik. Witterungsvorhersage für die Zeit vom 4. bis 40. August. Ausgegeben von der staatlichen Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersagen in Frankfurt a. 2R. am 31. Juli abends. Das Wetter wird in den nächsten Tagen, besonders im Westen und Nordwesten, leicht unbeständig und zu gewittrigen Niederschlägen geneigt, im ganzen jedoch ziemlich freundlich sein. Etwa vom Wochenende an wird vorwiegend schönes und warmes, wenn auch nicht ganz störungsfreies Wetter herrschen. Die Temperatur wird im Durchschnitt über dem Regelwert liegen. Die Gesamtsonnenscheindauer wird in dem zehntägigen Zeitabschnitt meiftenorts 60 Stunden Überschreiten. BZ?t te rv o rn? ss ~ ‘ Nachdem ein Ausläufer des Ozeantiefs über unser Gebiet hinweggezogen ist und Niederschläge verursacht hat, setzt von der Biskaya her wieder Luftdruckanstieg ein. Dies dürfte wohl beruhigend auf die Wetterlage einwirken, so daß zeitweise Aufdeile- rung einsetzt. Da aber noch vorwiegend ozeanische Luft zufließt, ist weiterhin stellenweise mit Gewitterstörungen oder gewittrigen Niederschlägen zu rechnen. Aussichten für Donnerstag: Teils aufheiternd, teils wechselnd wolkig, ziemlich schwül, Neigung zu lokalen Gewitterstörungen oder ge» roittrigen Niederschlägen. Aussichten für Freitag. Keine wesentliche Aenderung der Wetterlage. Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter. Ernst Llumschein Verantwortlich für Politik: I. V. Ernst Llumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriok, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel DA. VI. 34: 10 100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämilich in Gießen. Achtung! CARLKinwficx GIESSEN SELTERSWEG 81 Lollar, den 31. Juli 1934. U69D Lehrfräulein 6-ZiminJohmg Qö JU*-7 - Beuern, den 16. Heuert 1934. tonöiD. Gonfum-Betein I Beuern * Freitag, den 3. 8. 4434D OIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIHIl 31. 8. JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER 8. 8. 8. 34 34 34 34 34 10. 17. 24. 9 bis 12 Uhr vormittags WH, SAISONSCHLUSS VERKAUF M-Zim.-Wolm. sofort gesucht. TEXTIi-REKl.BLN.SWI9 Vertretung in Gießen, Frankl. Str. 43. Solid. Zwecksvarunternehmen der Säckerei Lange, Neustadt 37. 03750 Mil 25 Jahren dünne Haare? Meine selbsthergestellten Haarwässer Birkenwasser und Brennesselhaarwasser verbürgen stärkeres Wachstum. Der Preis ist äußerst günstig. 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Die Spahenplage besteht daher nach wie vor und wirkt sich noch umso fühlbarer aus, als der Spatz feine frühere Hauptnahrungsquelle, den Pferdedung, zu ersetzen sucht burch umso ärgere Plünderungen von Garten und 6el0. Außerdem vertreibt er viele nützliche Vögel durch sein besonders zänkisches Wesen. 1 ' der Tertius-Sand. Eine große Segel» - S 3U ^hen. Einige Enten streichen [ f®r?m-bTnt 3U kentern. In das BL®In\9C[aufe(£' 'n bas Gerispel der kleinen Wellen und das ferne Geklingel des Seegefieders JKEL Uhnfer£r Schrotflinte. Die Segelflotte drüben Met die Anker und segelt aufwärts ins Blaue. waren Möwen. Eine Armee silberweißer Mö- r®fen' ™n.?crr Lupe der Kimmluft in der Vergleichs- losen Werte so hübsch ins Große gespiegelt." ’ »» V?? s""/" Watten marschieren Regimenter : entPn^Ä^s'schern, Brachvögeln und Schwarzkopf. 2?n/lcr von der Garde der Reiher. Si?.!n h»r ^4.^. herauf, wir wenden zurück, der Sirup der Quicksande lauert hier und da. Wir gehen die Flutkante entlang, im Müll aus Tana N°!chen, Kork, Holzgesplitt-r und Muschelschalen nach Bernstein stochernd. In den Dünen finden sich die flachen in den der Seeschwalben und Tü- re; , 9 n b.te grun-grauen, braun qesprenkel- ten Eier zu zweien und dreien. Die kleinen Piev- eonne'Tin’f .gliedert -ms Licht, wenn dis Sonne scheint, sie ducken sich unter den horten Mn^n'I-, esnC-?raUnc Federballs, vom ewig rie- uberweht, jiepen erbärmlich, von den bnnhe'ft; Jef Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kleiner Mann was i nun.' < von Strauß; Fantasie aus der Oper „Rigoletto", Verdi; Potpourri aus der Operette „Die luftige Witwe", Lehar. Leitung: Konzertmeister Kerzis - n i k. ** Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben, daß das Gastspiel der Fratellinis, bzw. die Veranstaltung der Varietö-Abende durch das Stadttheater getätigt wurde und die beiden Organisationen NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und NS.-Kulturgemeinde als Mitveranstalter zeichneten. Unserem gestrigen Bericht sei dies hiermit nachgetragen. — Die gestrige zweite Veranstaltung des Darietö-Abends war wiederum sehr gut besucht und brachte den Künstlern einen verdienten zweiten großen Erfolg. ** Oeff entliehe Bückerhalle. Im Juli wurden 1043 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf Literaturgeschichte!, Zeitschriften 22, Gedichte und Dramen 4, Erzählende Literatur 726, Jugendschriften 112, Länder- und Völkerkunde 52, Kulturgeschichte 7, Geschichte unb Biographien 70, Kunstgeschichte 10, Naturwissenschaft und Technologie 11, Heer- und Seewesen 2, Haus- und Landwirtschaft Das sind nun 20 Jahre her. 20 Jahre waren früher eine lange Zeit; heute sind sie — für uns — nidjt viel. Denn je näher die Wiederkehr des Tages kommt an dem überall in Deutschland der nüch- terne Anschlag hing: „Der 2. August ist der erste Mobilmachungstag", um so mehr fühlen wir, daß unjer Leben in den jenen Tagen folgenden Jahren |o ungeheuer intensiv war, daß alles, was nachher vur relative Bedeutung für uns hat. Denn: „Die Griechen schreibt der als kriegsfreiwilliger Leutnant der R. gefallene Otto Braun einmal, „wußten um den wahren Wert, wenn Aischylos es hoher erachtete bei Marathon mitgefochten zu haben als em Dichter zu fein". mir °ls Deutsche ein doppeltes QJIucf erlebt haben: nur waren so alt und so jung, p o wir als Kriegsfreiwillige ins Heer eintreten Formten, unö: mir sind lebend aus dem Kriege nplr1fh9er*rt Q1? Deutsche — sage ich, denn unser persönliches Leben hat, ob uns das bewußt ist oder nicht irgendwie einen Bruch bekommen, den nichts mehr zukitten kann. Man hat fast den Gin« Drucf, als lebten wir eine Art Doppelleben: ein bürgerliches Dasein und im Geheimen noch das Leben des Kriegsfreiwilligen. Die älter waren als ®’ro und schon im Beruf standen, kehrten 1919 zu tbrer Arbeitsstätte und in ihr Vorkriegsleben zu- unh' °ber tasteten und suchten und hofften und glaubten und warteten. Wir haben in jenen Jahren des Werdens gelernt, auf alles und nichts zu vertrauen, wenn es unser persönliches Leben benr9D9Pi.H*n Deutschland aber, an das ewige Reich der Deutschen glauben wir heute und immerdar. Häuter uns ist eine neue Generation zum Marsch ngetreten. Vorläufig aber leben die Krieasfrei- roiüigen noch. Auch wenn sie größtenteils im 23er« X leben weil es nicht Ihre Art ist, sich be- merkbar zu machen oder sich gar vorzudrängen. ®^°1pX3U überhaupt von diesen Dingen reden? Wir werden weiter im Verborgenen leben- aber SereU «haft fT* übeT™«OT. Senn di- WLM-N-ZOL 9'"' für die zum Symbol der Opferbereitschaft gewordenen Sturmer von Langemarck roie für uns Überlebenden Freiwilligen, weil es etwas anderes ist, freiwillig Soldat im Kriege zu werden aus innerem Drang als auf die Gestellungsorder zu i w°rten: bedenkt, daß jeder, der in den Kamvf hmauszieht, im voraus fein Leben in die Hand der i h. r..v,- un uie Von Or. W. Tempel, Gießen. Unw-rsttat Heidelberg 3um 1. Dttober 1934 ange- W-r etwa glaubte, daß der zunehmend- Ersatz Das ISÄ Me^ln Einsame Nordsee-Insel. Von Hans Leip. Trischen ist eine Schlickinsel, ein jungfräuliches üano, das sich im Stromschatten der Elbmündung zwischen Flut und Ebbe entwickelte, Rundung ansetzte und fest und prall wurde. Sieben Seemeilen vor den dithmarscher Küstekögen, auf der Höhe von Neuwerk etwa, das jenseits des großen Fahrwassers alter, härter, aber auch nicht größer daliegt. Man fahrt anderthalb Stunden mit einer Barkasse übers Wattwasser, das Festland sackt achter die Kimm, nr/ric leI laucht auf, ein fadendünner Strich am Westhorizont. Dann wird der Anker geworfen an einer Stelle, wo gewöhnlich ein paar Fischerboote hegen, Storfischer aus Altenwärder. Sie lieaen hinter „Busch", sagen sie, aber es ist nur Sand zu leben, m einiger Entfernung. Und die Insel von einem roten Darf), einem Windmotor und der Baake überragt, ist noch endlos weit weg und nichts als em grüner Deichstrich. Aber der ganze Sand gehört eigentlich mit dazu und heißt Buschsand. Die Landung ist höchst malerisch. Von der Barkasse klettert man in das Beiboot und wird an Land geroriggt, an dies noch kaum geborene Land von öem nicht sicher ist, ob es in dieser Form über« baupt am Leden bleibt. Ganz heran kommt man loroiefo nicht mit dem Boot. Wenn man Glück bat fommt em Wagen fern über den unendlichen Sand' wie em Insekt kriecht er heran, wird groß, un- jeimhcb groß und fahrt ohne zu zaudern ins Was« |er und an das Beiboot heran, und man klimmt empor unb es wird eingeladen. Oder aber man 3iebt das Nötige ab und krempelt das Uebriae auf, vertraut sich der Küsile und Nässe an und ge« romnt so den festen Boden. Und noch eine halbe ?" e 9uten Tempos, dann überschreitet man die berP3nfeblC5 $ei$es' errei^t bas grasgrüne Rund ^u9B!Fnh?anbtrn. ben breiten Strand nach Norden zu Endlos breiten sich die Sünde zwischen den KehePdp?^ Stundenlang pressen unsere Füße die frw». b T^ren ins Watt. Wir bauen eine Fa« aus bem5fnTreibboI^unb Dusch- Tief blüht Büsum ffUp%;^m folgen Dunst, über der flaschengrünen 1 Seekimm weiß und rötlich in den schwärzlich-blauen As"-?« Abhang gepinselt. Westlich gleißt die Spim Anfihn6? 9roßen Sandbank, eine große, gradlinige!! Darauf. Sie lchwankeu m bst warmen, sirrenden! Die Vernichtung der Brut durch Tlestzerstörung gelingt am leichtesten durch das Auchängen tauben« schlagabnlicher Nistkästen unter den Dachtraufen. Großes Jugendgericht Gießen Ein junger Mann aus Glauberg schlug im Verlaufe von Famttienzwistigkeiten seinem im gleickM k U5«.ro^nenben Onkel mit einer Hacke derart au\ Öen Kopf, daß der Monn an den schweren Verletzungen einige Zeit später im Krankenhaus zu Fried« berg verstarb. Das Gericht verurteilte den Jünq- ung zu einem Jahr drei Monaten Ge« 1 angn i s unter Anrechnung van zwei Monaten verbüßter Untersuchungshaft. Für sechs Monate gewahrte das Gericht dem Angeklagten mit fünf- jabriger Probezeit bedingten Strafaufschub. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Verstorbene den Angeklagten schwer gereizt hatte. Sprechstunden der Redaktion. 11.ro bie 12.30 Uhr. 16 bie 17 Uhr. Samelag nachmittag geschlossen. Kür den Büchertisch. i ! I I I I t I j I I 1 h I 1 ! J 1 ! 3 [. n s n s n i< »» r t t i n i» [- i» i n n n u v t) t 1 Deutsche Erzähler Allerlei praktische Bücher Politik und Geschichte volle Waffe im Befreiungskampf verbreitet werden über den Gemüsebau aneignen. — C. Benedek: Anglers ABC. Ein Handbuch für die einfache Angelei. Mit vielen Zeichnungen des Verfassers. Verlag der Grünen Post, Berlin. - (232) — Das kleine Anglerbuch wendet sich an den Anfänger und beschrankt sich in allen Kapiteln auf das Wesentliche und Praktische der einfachen Angelei. Der Verfasser be- schreibt das Angelgerät, erklärt, warum gerade dieser Haken und jene Schnur verwendet werden muß, bestimmt nicht, daß zum Angeln dieses Fisches jener Köder zu nehmen ist, sondern sagt, warum der Analer, der Erfolg haben will die gegebenen Richtlinien beachten soll. Eigene Zeichnungen des Verfassers erläutern alles. — Das Gelbe E i n m a ch b u ch. Don Elly Petersen. 2. Auflage. 120 Seiten mit 50 Bildern. (Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München) Kartoniert 1,95 RM. - (274) — Frau Petersen will die Hausfrauen und die erwerbstätigen Frauen zum Einkochen ermuntern. Sie zeigt, wie man dabei Zeit und Geld spart. Sie gibt Hilfsmittel an Hand, die nicht viel kosten oder sich in jedem Haus- halt vorfinden. Sie zeigt, wie man die ganze Ar- beit nur so nebenbei machen kann. Mit Humor bringt sie uns die notwendigen Handgriffe und Kunstgriffe bei, und im Plauderton fliegen uns alle Weisheiten der hohen Einmachkunft zu. Dann folgen 30Ö bewährte Rezepte für alle Arten von Gelees und Marmeladen, für das Einwecken von Früchten und die Bereitung von Fruchtsäften, für Gemüse, Pilze, Kräuter, Gurken und andere schone 1 Dinge. Die moderne Diät ist dabei nicht vergessen^ Tausend erreicht, ein nicht alltäglicher Bucherfolg! Zu dieser Neuauflage, die als Jubiläumsausgabe erscheint, hat der Verfasser eine besondere Einleitung „Erfüllte Prophezeiungen" geschrieben, m der er zeigt, wie feine Vorhersagen, die er vor wenigen Jahren nieoerschrieb, zum Teil heute schon. Wirklichkeit geworden sind. In der Macht der Drei" zeigt Dominik die zum Bruderkrieg rüstenden Gegner England und Amerika. Drei Menschen gelingt es, durch ihre geniale Erfindung, dank der ihnen alle Vorgänge sichtbar sind und dierhnen die Energie des Weltraums nutzbar macht, ine Mechanik des Krieges zum Stillstand zu bringen. Ein äußerst reizvolles Thema spannend gestaltet! Gestalten und Situationen zu kennzeichnen. Trampier : Der Unfriede 3C (cßÄnrn5jä^rW 3umn?5nmaIC te?T°g arbettet ttar den deutschen Rechtsstandpunkt her sich auf den Dorfriedensvertrag grun- j4 0!*' n J2 gezeigt, wie nur unter ungeheuer- U Rechts das Diktat von Verhüll« ^siandekommen konnte. Sorgfältige Aus- ttnnm t neuen, zum Teil farbigen Karten- uÄnb anderem Bildmaterial find weitere Dor- lkiMN Und Eerem Schulen, in der ^itler-Iug-end^ in "der Arbeitsfront ^und in allen kultur- und wehrpolitrschen Verbänden als wert- eue Stellung durch richtige Be- Voraussetzungen und Möglichkeiten, " (u schreiben. Mit Muster- vcMF1^... Jürtejer. 62 Seiten. Kart. 1 RM. Hamburg, 1934. Hanseatische Verlagsanstalt. — (84) — Gerade in diesen Tagen des wirtschaftlichen Aufstieges wird die ausgezeichnete Anleitung weiten Kreisen willkommen sein. Der Verfasser will an Beispielen all jene Dinge aufzeigen. die einer richtigen Bewerbung erst das Gesicht und die Ueberzeugung geben. Diele Jo genannte Kleinigkeiten, denen man kaum Beachtung schenkt, werden hier als entscheidend erkannt Man entschließe sich nie zur gedankenlosen Ab chrift dieser Musterbeispiele. Gerade die Eigenleistung, die der Verfasser anregen will, gibt einer Bewerbung erst den Charakter. Die vorliegende Schrift verlangt deshalb auch als erste Notwendigkeit einer erfolgversprechenden Bewerbung die klare Erkenntnis des Wertes und der Leistungsfähigkeit des Be- I werbers und gibt eine Anleitung, kurz und treffend fi62n m t^S^b^tTau-“meTn Gemüsegar-1 Dinge. Die moderne Drat i|t oacei mcpr oergene ten Eine nützliche Unterweisung. Insel-Verlag zu und auch Rohköstler kommen auf ihre Rechnung. Leipzig. Jnsel-Bücherei Nr. 456. — (295) — Mäh-' Volkswirtschaft. — Dr. Karl C. Thalheim, a. o. Professor der Volkswirtschaftslehre an der Handels-Hochschule Leipzig: Die Weltwirtschaft. (Wirt- scha tslehre 5.) Reclams Unioersal-Bibliothek Nr. 7232. — (217) — Gegenstand dieses Heftes sind diejenigen Wirtschaftsvorgänge, die über die Gren- zen einer Volkswirtschaft hinausgehen. Thalheim schildert zunächst das Wesen der Weltwirtschaft, das er als das Streben nach Arbeitsteilung, Ergänzung und Ausgleich zwischen den einzelnen Volkswirt- schäften charakterisiert, und gibt dann einen großzügigen Ueberblick über ihre Entwicklung, aus Dem der gewaltige Aufstieg der internationalen Wirt- schaftsbeziehungen in der Zeit von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1914 und ihr jäher Absturz durch Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise sehr deut- lich werden. Die folgenden Abschnitte behandeln gesondert die einzelnen Hauptgebiete der Weltwirt- schäft, nämlich Welthandel und Weltverkehr, die menschlichen Wanderungen und die Kapitalanlage im Auslande, in ihren Erscheinungsformen, ihrer Entwicklung und ihrer Auswirkungen. — Geschichte der wirtschaftlichen Lehrmeinungen und wirts chas ts • politischen Systeme. (Mit zwei Darstel- langen.) Ein Leitfaden von Dr. Horst Wagen- f ü h r , a. o. Professor an der Universität Erlangen. (Wirtschaftslehre 6.) Reclams-Universal-Bibllother Nr 7233. — (218) — Von den großen griechischen Philosophen bis zur Hitler-Regierung läßt dieses Buch das wirtschaftliche Ideengut von mehr als zwei Jahrtausenden an unserem Auge ooruberziehen. Die Grundlinien der nationalokonomlschen Dogmengeschichte und der wirtschaftspolitischen Strömungen werden klar aufgezeigt. Ein Lexikon wirtschaftlicher Gelehrsamkeit mit wertvollen Literaturhlnwelsen! In einem letzten Kapitel stellt der Verfasser Forschung und Lehre der jüngsten Zeit zusammen und läßt als praktische Auswirkungen die wirt- schaftspolitischen Strömungen folgen, lieber den Liberalismus, Kathedersozialismus, Revisionismus und den Kommunismus gelangt er zum Faschismus und Nationalsozialismus. Hier findet das ganze Werk seine Krönung und Rechtfertigung: die brennendsten Tagesfragen und Wirtschaftsmeinun- gen sind hier in das ideengeschichtliche Werk eingefügt. — Samstag, SonntagimAuto. Band Frankfurt — Wiesbaden — Mainz. 40 Rundtouren für Kraftfahrer von einhalb bis drei Tagen. Von Dr. Simon. Mit 40 farbigen Fahrtenskizzen, 27 Städtedurchfahrtsplänen, drei lieber- sichtskarten und vielen Bildern. Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München. — (304) — Dieser Führer nennt 40 der schönsten Autorundfahrten von Frankfurt, Wiesbaden und Mainz ausgehend in vier Gruppen von einhalb bis drei Tagen Dauer. Der Nachdruck liegt dabei auf dem Wort Rundfahrten. Niemals wird also auf einer Tour der gleiche Punkt zweimal berührt. Der knappe Text zu jeder Rundfahrt gibt, neben eindeutig klarer Fahrtanweisung, ein erschöpfendes Bild aller landschaftlichen und kulturellen Sehens- Würdigkeiten. Seitlich neben dem Text sind genaue Erst die durch Generationen überlieferte Sage laßt den Menschen, der um die geheimnisvollen Kräfte des Bodens weiß, die Natur erobern. — Felix Riemkasten: Ein Kind lebt in die Welthinei n. Neue Geschichten aus dem Leben des Kindes Mananne. Mit vielen Zeichnun- aen von Felix Albrecht. Brunnen-Verlag, Will, Aschoff, Berlin SW 68. - (286) - 1028. erschien der erste Band der Geschichte aus dem glückseligen Leben des Kindes Mananne, und seitdem hat das Buch („Alle Tage Gloria") viele neue Freunde unb Freundinnen gesunden. Nun ist der zweite Band erschienen. Riemkasten hat sich das 93ergnu- aen gemacht, dem Hineinleben seiner kleinen Tochter Marianne in die Welt lauschend zu folgen. In mc len kleinen Geschichten sind viele kleine Zuge aufbe- wahrt worden.^ Dati, Mütti und das Kmd, und um sie herum das Leben, wie es wirklich ist, nicht übersteigert, nirgendwo versüßt, immer nur erschaut renb man sonst gewohnt ist, in der Insel-Bücherei Werken der Dichtung, Kunst und Geistesgeschlchte zu begegnen, erhalten wir hier ein praktisches Buch über den nüchternsten Teil des Gartens, den Gemüsebau. Aber ist er wirklich nüchtern? Gewiß nicht für den Leser dieses Buches, das mit vollkommener Sachkenntnis, zugleich aber auch mit viel Humor und einer bezaubernden Leichtigkeit geschrieben ist. Selbst der Laie, der weder Puffbohnen noch Perlzwiebeln ober Flaschenkürbisse pflanzen, weder mit Kompost noch mit Blattläusen zu tun haben will, wird doch das Buch als eine höchst unterhaltsame Plauderei lesen — der Gartenfreund aber, dem es um diese Dinge ernst ist, wird erst recht sein Vergnügen an der anmutigen Belehrung haben und noch viel Neues lernen. Besonders praktisch ist eine Tabelle „für Eilige"; sie können sich hier mit einem Griff und Blick das Notwendigste und weise, aber diebisch amüsiert abgezeichnet. In „Alle Tage Gloria" war das Kind nach klein, im zweiten Buche ist es schon „groß", schon 4, 5 und bald 6 Jahre alt und hat schon eine eigene Schere. Man denke!Jn dieser Art find Kindergeschichten (für Eltern) noch nie geschrieben worden. Für Eltern und Großeltern, für alle, bei denen so ein kleines Quack die Gegend mit Lärm erfüllt, sind diese Ge- schichten mitsamt ihren vortrefflichen Bildern eine sicher willkommene Gabe. — Hans Dominik: Die Macht der Drei. Roman aus Dem Jahre 1955. 358 Seiten. Mit 10 Bildern. Verlag Scherl, Berlin SW. — (209) — Dominiks Roman hat jetzt das 100. Alte und neue Gedichte. — Mirko Ielusich: Deutsche Heldendichtung. Ein Jahrtausend deutscher Geschichte in Liedern. Dom Nibelungenlied dis zur Dichtung der nationalen Revolution. Mit 16 Abbildungen in Kupfertiefdruck. Verlag Das neue Deutschland in Leipzig. — (235) — Jelusich vereinigt in diesem Buch das schönste Gut ewiger deutscher Helden- poesie. Ein Jahrtausend deutscher Geschichte wird in seinen hehrsten Taten und Schöpfungen unmittelbar lebendig. Nach eine Einleitung des Herausgebers beginnt die Anthologie mit einigen prachtvollen Teilen aus den ältesten deutschen Heldendichtungen: Hildebrandslied, Heliand, Waltharilied, Nibelungenlied, Gudrunlied, und aus Wolfram, Gottfried von Straßburg und Walther von der Dogelweide. lieber die Reformationszeit führt die Sammlung zum 17. Jahrhundert und bringt u. a. einige der schönsten Soldaten- und Landsknechtlieder aus dem Dreißigjährigen Kriege. Aus dem 18. Jahrhundert sind neben Gedichten von Klopstock, Ramler, Cramer vor allem der junge Schiller und andere Dichter des Sturmes und Dranges gebracht worden. Besonders reichhaltig ist die Heldendichtung der deutschen Frei- heitskriege vertreten. Die Romantik und das „Junge Deutschland" geben zahlreiche Beiträge. Das Zeitalter Bismarcks wird durch Fontane, C.F. Meyer, Storm, Richard Wagner, Liliencron u. a. gekennzeichnet. Aus der Weltkriegsdichtung: Gedichte von Dehmel, Rudolf Alexander Schröder, Binding, Lersch, Blunck, Kolbenheyer, Brües, Ina Seidel, Münchhausen und George repräsentieren sie. Zuletzt folgt die Dichtung der deutschen Erhebung mit Dietrich Eckart, Rudolf Heß Baldur von Schirach, H.J.Nierentz, Robert Hohlbaum u. v. a. _ — Hermann Hesse: Dom Baum des Lebens. Ausgewählte Gedichte. Jnsel-Derlag zu Leipzig. Jnsel-Bucherei Nr. 454. — (296) - Her- mann Hesse bietet in diesem Bändchen eine Aus- wähl aus der lyrischen Ernte seines Lebens, von den frühen Gedichten bis zu den Derfen „Besinnung" (1933), die bisher nur in einem kleinen Privatdruck Vorlagen. Mit Freude und stiller Wehmut zugleich begegnet man hier wieder dem romantischen Träumer der Jünglingsjahre, dem Sänger volksliedhafter Töne, von dem manches schlichte Lied längst in den Besitz des Volkes eingegangen ist. Daneben stehen die schönen Bekenntnisse einer strengen Manneszeit, und so bietet der Band das Selbstbildnis eines Dichters, dessen ernste Zuge durch Anmut und Weisheit geadelt werden. Das kleine, reizvoll ausgestattete Buch wird allen Freunden des Dichters ein willkommener Begleiter sein und denen, die Hesse vielleicht nur als Erzähler kennen, auch den Lyriker lieb und vertraut machen. — Hans Friedrich Blunck: Fru Holle un de Mönk. Hoch- und plattdeutsche Balladen. (Die kleine Bücherei, 31) Albert Langen, Georg Müller, München 1934. — (229) — Die innige Der- bundenheit mit Der niederdeutschen Landschaft, deren Sagengestalten und Märchenwesen, Unholde und Geister von unter und über der Erde und dem Meere, geheimnisvoll verlockend und schreckhaft aufsteigen, — und die hohe sprachliche Kunst des Dichters finden hier ihren sinnfälligen Ausdruck. Don des Dichters Zauberstab angerührt, erwachen die Gestalten der Märchen und Sagen zu wirklich-unwirklichem Leben: Frau Holle, Herr Oluf, der Ritter Lembek; und der namenlose Sänger, der vor dem Ungarkönig das Lied von Der Corvinusfchlacht singt. — Joachim Ringelnatz: GeDichte, Gedichte von Einstmals und Heute. 95 Seiten. Rowohlt, Berlin, 1934. — (280) — In diesem Bändchen, das dem Schauspieler Paul Wegener gewidmet ist, versammelt Ringelnatz alte und neue Proben seiner abseitigen und kauzig Der- spielten Poeterei; man findet hier also die wahrhaft besoffenen Gesänge des wüsten Seefahrers 1 Kuttel Daddeldu wie die verrückten Turngedichte und die Kinderlieder. Ringelnatz ist unberechenbar in seinen Grimassen und seinen Vorstellungen; er chreibt sehnsüchtig gereimte Briefe an die ferne Geliebte und besingt eine Pellkartoffel mit gleicher Inbrunst wie „den Briefmart" ober die Nagelfeile. Gelegentlich erinnert eine Wendung von ferne an die barocke, in überraschenden Einfällen aufblitzende Komik Christian Morgensterns, ohne freilich je dem überlegenen und oft tiefsinnigen Humor m dessen Erfindungen und Gestalten ebenbürtig zu fein. ollte. Ä m.. . ,. . i — Karl Busemann: Die Ruckgliede- । rung der Saar. Wirtschaftliche Hoffnungen und ; Notwendigkeiten. Kartoniert 1 Mk. Societäts-Ver- lag Frankfurt a. M. — (268) — Die Schilderungen : beginnen mit der notwendigen Erneuerung der Kohlengruben. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie auf der Saarkohle künftig eine Eneraiewirt- chaft erstehen kann, die mit der Fernkraft, und Ferngasversorgung des Deutschen Reichs in Gemeinschaft arbeitet. Die künftigen Absatzfragen der Glas- und feinkeramischen Industrie des Saargebiets beschließen die Reihe der Schlüsselindustrien ür die die Saar vom Reich Verständnis erwartet. Aber auch der gewerbliche Mittelstand an der Saar hat seine besonderen RückglieDerungssorgen Daß die Saar in ihrem Nahrungsmittelverbrauch auf Zufuhren von außerhalb angewiesen ist und daß hier die Saarlandwirtschaft sowie die bäuerlichen Randgebiete, die sich um das Saarbecken lagern nach der Rückgliederung auf vermehrten Absatz rechnen dürfen, wird ebenfalls vermerk Schließlich wird in großen Zügen ein Arbettsbeschaffungs- programm für Die Saar entwickelt, Das b'S zur Rückgliederung möglichst fpatenferhg sein soll, und es wird das Für und Wider eines Saar-Pfalz- Kanals, der die Saar mit dem Rhein verbinden soll, im einzelnen beleuchtet. Zum Schluß wird die Frage Der wirtschaftlichen Rückgliederung der Saar in den größeren Zusammenhang der deittsch-franzo- sischen Wirtschaftsbeziehungen gestellt. Den sachlichen Ausführungen ist ein "Bekenntnis zur Heimat" des Saarländers Johannes Kirfchweng vorangestellt, in dem versucht wird, Die geographische und kulturelle Lage und Verflechtung des Saargebiets deutlich zu machen. «<<<», A h _ — Fr. W. von Qertzen: Alle soder Nichts. (Polens Freiheitskampf in 125 fahren.) kartoniert 5,— RM. Will). Gottl. Korn Verlag, Breslau - (269) - Die Geschichte der Staatenlosigkeit Polens ist die Geschichte des Kampfes der polnischen Nation um ihre nationale Freiheit; sie ist, als Ganzes gesehen, Die Geschichte einer Na- tionalibee schlechthin. Die Schlacht von Macleiowice in Der Das Kriegsglück Kosciuszkos enDe e, beDeutet historisch Das EnDe Des Königreichs Polen. Gleich- zeitig aber ist sie Die Geburtsstunde Der Unbedingt- beit Des neuen polnischen Nationalismus. Alles oder Nichts das blieb auch im Unglück Die Demse Kosciuszkos. Es ist Die Tragik der polnischen Er- Hebungen von 1830 und 1863, daß sie die Ära ft zu dieser aussichtslos scheinenden Radikalität nicht mehr aufbrachten. Erst 3ofef Pilsudski hat sich den Grund- saß des Alles oder Nichts wieder restlos zu eigen gemacht und ihm, allen Widerständen zum Trotz zum Siege verhalfen. Die Unbedingtheit, a fast religiöse Glut des polnischen Nationalismus ift nur Ä SU nerftetan. Mit 'Hk -nuN-n wir uns vertraut machen, um der Ehrlichkeit aner Auseinandersetzung willen. Hier hat Oertzens Buch eine politische Mission zu erfüllen. — Karl Bartz: Die Deutschen vor Paris (Die Marneschlacht). Mit 9 karten im Text Broschiert 2,30 Mark. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. - (240) - „Wo liegt Pans?" „Dahier, dahier!" „Den Junger Drauf! , Das nehmen wir!" Nach dieser Welse des alten Liedes ging es 1814 und 1871, nach dieser Weise wäre es auch 1914 in Sturm gegangen, Anfang September, als unsere Truppen schon den Pariser Eiffelturm vor sich sahen, nachdem sie ms zu 80 , v । Kilometer am Tage — ausgeglüht, Durchgescheuert, macht sie es schwer ... —. Kllometer am ftetigen Kämpfen hinter ©prad^T befamöd ''surrte ten’ geteimntooollen gegeben HE Es gibtV-r° fdjtoffenen Bootsbaue» Lor- bas Segettoot ®.e&.W Deutsches Siegerin". Auf die em „schnelleren Schiss erfüllt kett und Btto r i 8 . dastehende Leistung 77 rung8 gesteh sie im Angesicht des unabmenbbaren v f $ r a n b * G o p a ot) ne.^ a tb” ®nnn5: ®er W-rphof ihrer schicksalhaften Verbundenheit. Um den Kamps Don Vaterlandsliebe ^rgela, 'r ^Lebenslust', zweier Generationen gegen gewaltige Natur- Unfähigkeit und s rglch , $o'(. traft des Moores geht es. Der Vater, der Warphof ein Maskenball auf Dem W J' ‘ 1 Mächte bauer, unterliegt im Ringen mit dem SumpfMoor Brandt t)at mit offenem Blick Manner a> das alljährlich feine Opfer an Mensch und Xter ble.f€ö Schauspiels ^gehalten Scho g fordert Der große Plan der Trockenlegung unb ' in feinem Werk die hmiergrunoe w Kultivierung mißlingt und damit das Lebenswerk I bischer Ereignisse .Konferenzen, d^ G des Moorhofbauern, für das er mit der zähen einem friedlosen ^rdte g wirkungs- Beharrlichkeit des Friesen kamp te: Die Natur lafit' Lfibt Rolf BranDt Das Gefühl für Die Wirrung sich nichts abtrosiern Sein Sohn ooll-nb-t b°. W«k » ter Sprache unb w°ch bannt treffend rcrtt hi» hur* fflonorntionen überlieferte Sage laßt unh Situationen zu rennzeuynen. — Rudolf G. Dinding: SanktGeorgs Stellvertreter. 70 Seiten. Hütten und Coe- ning Verlag, Frankfurt a. M., 1934. — (291) — Diese Erzählung, welche bisher nur m einem Sam- melbande zugänglich war, erscheint nun äls selb- ständiges Bändchen in der gleichen anmutigen Aus- ftattung wie „Der General" von Schaeffer, Den wir kürzlich hier empfohlen Haden: eine Geschichte, die io wie sie ist, kaum von einem andern hätte er- fonnen und geschrieben werden können als eben von felnbing, dessen Wesenheit und Denkungsart Darin auf eine vollkommene und liebenswerte Art gespiegelt scheint. Eine Geschichte, spielend zwischen Himmel und Erde, vor Gottes Thron und an den sonnigen Ufern des Rheins, halb Legende und halb ritterliches Idyll, getragen ganz von Dem männ- lichen Geiste, von Der adligen und herrenmäßigen Haltung des Dichters, dabei nicht ohne eine zuver- sichtliche Heiterkeit. Hier wird erzählt, wie der Hei- lige und Ritter Sankt Georg, welcher als Oberster die Heerscharen der himmlischen Reiterei befehligt, von Gott Dem Herrn Urlaub erbittet, um eine Zeit- lang wieder auf Erden zu wandeln; und wie ein deutscher Rittmeister am Rhein, der einst als alter Afrikaner gegen Die Hottentotten zu Felde zog, als Stellvertreter Des Heiligen Georg ausersehen, vom Tode abberufen und vor Gottes Thron geführt wird. Das ist schon alles, nicht eben viel an „Handlung" im herkömmlichen Sinn, aber innerlich ver- wandt Der „Reitvorischrift" und den „Spiegel- gesprächen", obwohl die Erzählung auf den ersten Blick mit beiden wenig gemein hat; auch an Die Moselfahrt" könnte sich mancher erinnert füllen, weil hier wie Dort das unverwechselbare Gesicht............. einer Deutschen Landschaft dem Erzählten öarbe, | ^rtsi ”un^ Entfernungsangaben angebracht. Ganz Stimmung und eigentümlichen Charakter verieiyl. neuarti ^„d Die jeDer Tour beigegebenen zweifar- < . m • r Digen Kartenskizzen: Steigung unD Gefälle, Ent- — Friedrich Gnese. Die letzte, Garde, j^nnngen zwischen Den wichtigsten Orten unD mar- Novellen. Buchausstattung von Hans Meid, Berlin. fflnte tzanDschafts- unD StäDtebilDer sinD Übersicht- Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (övö) .- lich eingezeichnet. Sehr willkommen sinD auch Die Die Worte Vaterland, Fremdland, FemdlanD, DW 27 StäDteDurchfahrtspläne, Die Drei Uebersichtskar- es in diesem Buche, sind wie Drei Strome Der erste unb bi6 vielen trefflichen Photos. Die Auswahl trägt die Menschen selber; der zweite, mit fremden Touren ist sehr reichhaltig unb führt in die Schiffen befrachtet, läßt feine Wog«n beliebtesten Ausflugsziele und Landschaften m Ufern DorüberB(eikn; der dritte br.cht brüllend über meiteren umtreife. . .. _ das Ufer unb zerstört ungeschütztes Land. Aber jeder _ ^eue -lc;;uliy - Der drei Ströme mündet irgenDwo im Meer, und m e r & u n g Voraussetzun Meer liegt eine Insel, Die tragt eine daumumfriede e ^ssere Bewerbungsbriefe zr Kirche unb einen Platz mit s emernen Kreuzen das ^len. Von Alfred G ist das Land der Väter. Dieses Bild ist em Schlus- ---- - fei für die Kriegsgeschichten, die hier vereinigt sind Wie eine Sturzflut kommt der Krieg heran und zerstört Land unb Menschen, ohne stböch die Insel, Das ewige Land der Väter, und das heißt, ohne Bild gesprochen, den eigentlichen Wesenskern des Volkes, anzugreifen. Alles ist erzählt in bem Ton, in bem bie Alten auf dem Lande Erinnerungen roiebergeben, unb berührt uns halb wie Sage ober Märchen, halb wie harter, mitleidsloser Bericht. Josef Mühlberger: Die Knaben und her Fluß. Erzählung. 157'Seiten. Im Insel-Verlag zu Leipzig, 1934. — (285) löir haben bereits in Der Besprechung Des letzten In- sVlschiffes" auf den Namen des fungen fudeten- deuftchen Autors aufmerksam gemacht, der als e n Abkömmling salzburgischer Protestanten 1903! »n Trautenau geboren wurde unb nun vom Insel ^ver lag mit zwei Büchern in bie Literatur eingefuDrt unb ber Oeffentlichkeit vorgestellt wirb:. mit Diefer Erzählung unb mit einem "Wallenstein 'Drama, welches beim Wettbewerb um bas diesjährige Festspiel in Eger preisgekrönt wurde. Man hat die Erzählung eine tragische Idylle genannt, unb bieje Bezeichnung trifft wohl auch am ehesten bas eigentümliche Wesen ber schlichten Geschichte d»e davon handelt, wie die starke und leidenschaftliche Freundschaft zweier Knaben durch ein Mädchen, das sie beide lieben, zerstört wird. Der heiße Atem eines jungen Gefühls, bas sich aus einer heillosen Der- wirrung nicht zu lösen vermag, unb bie aus eigener Anschauung fließenbe Schilberung ber heimatlichen Lanbschast machen den herben Reiz dieses Buches aus über bem als Motto Rilkes frühe Verse aus Dem „Larenopfer" stehen könnten: „Mich rührt so sehr böhmischen Volkes Weise, schleicht sie ins Herz sich leise, macht sie es schwer . V O.Jl.-'Spoit Oberheffen V >" 173 . . - . w .... h Miuciutm orodi ffiälfprqhoi™ xl''sleBen 3“rua, roatjreno fodjmiöt« “Xn ÄrUr&^e ÄÜnif Uad) ^^ben gebracht ereilt noch 7^ hat. Mebus-Gießen Sander 196 P.,- 3. Willi Möser 191 P.; 4. Alfred Schneider 189 P.; 5. Wilhelm Reitz 185 P.; 6. Otto Schneider 173 P.; 7. Paul Reitz 168 P.: 8. Albert Mehl 163 P.; 9. Karl Reitz 144 P.; 10. Wilh. Zeiß 140 P. III. Riege: 1. Erich Faber 182 P.; 2. Albert Müller 173 P.; 3. Karl Müller 170 P.; 4. Walter Stollberg 165 P.; 5. Wilh. Laux 160 P.; 6. Helmut Jung 143 P.; 7. Helmut Damasky 139 Punkte. England behält den Navispokal. Die Entscheidung darüber, ob der Davispokal in Europa bleibt oder nach längerer Pause wieder einmal über den Ozean wandert, fiel am Dienstag- nachmittngs bereits im ersten Treffen. Der Wimbledonsieger Fred Perry schlug nämlich den Amerikaner Frank T. Shields nach hartem Kampf mit 6:4, 4:6, 6:2, 15:13. Da England mit einer 2:1-Führung in den letzten Tag gegangen war, stellte Perry also durch einen Sieg den 3.1-Stand her. Das folgende Treffen zwischen Bunny Austin und Sidney Wood hatte daher keine Bedeutung mehr auf den Ausgang der Herausforderungsrunde. Austin konnte seinen Gegner 6:4, 6:0, 6:8, 6:3 besiegen und so das Endergebnis auf 4:1 stellen. Preis (mit dem Eichenkranz), der neue -öezlrksmeister im 150-Kilometer-Straßenfahren. Einen neuen Weltrekord in der Olym- pischen Staffel der Frauen stellte in Prag die für A™cn=2PcüfpieIe in London bestimmte tsche- chlsche Mannschaft mit der Zeit von 3:14,4 Min auf. Dem Straßenfachwart Heß-Gießen stellten sich am Sonntag in Wetzlar-Niedergirmes 10 Fahrer des Bezirks um den Kampf um den Meistertitel, währen von Kassel (da das Rennen gleichzeitig qau- offen war) nur ein Fahrer am Start erschien. Der Sonderzug I Abfahrt am 17. August vor- : mittags in Frankfurt a. M. über Gelnhausen, Fulda. Bon Gießen bis Frankfurt Fahrpreisermäßigung 75 v. H. Die Fahrt kostet ab Frankfurt a. M. 11 Mark Die Rückfahrt ab Berlin erfolgt am 20. August abends. Sonderzug II fährt am 20. August von Frankfurt a. M. über Friedberg, Bad Nauheim und Gießen nach Berlin. Die Rückfahrt erfolgt am 26 August. Der Fahrpreis ab Gießen beträgt 11 Mark. Anmeldungen können bei den Funkwarten und auf der Kreisleitung, Abteilung Rundfunk, erfolgen. Die ausgefüllten Bogen müssen mit den Beträgen bis spätestens 5. August bei der Kreisleitung abgeliefert werden. Heil Hitler! gez. Schmelz, Kreispropagandaleiter. F. d. R. Dörr, Kreisfunkwart. Das Programm der Tage in Berlin. 1. Tag: Ab 15 Uhr Eintreffen der Sonderzüge m Berlin. Empfang, Begrüßung und Fahrt in die Quartiere. 19 bis 20 Uhr Abendessen. 23 Uhr: Sonderfahrt durch „Berlin bei Nacht". 2. Tag: Ab 8 Uhr Besichtigungen. 11.30 Mittagessen. 12.45 Uhr Fahrt nach Wildpark bei Potsdam. Besichtigung von Schloß Sanssouci, Historischer Mühle, Mausoleum, Garnisonkirche. 17.30 Uhr Abendessen. 19 Uhr Rückfahrt auf der Havel mit Salondampfer nach Seeschloß Pichelsbergs. 20.15 Uhr Großes Wochenend im Seefchloß. Ab 24 Uhr Rückfahrt nach Berlin. 3. T a g : Ab 9 Uhr Führungen durch Berlin. 13 Uhr Mittagessen. 20 Uhr Riesenveranstaltung für die Gäste aus dem Reiche durch den Reichs- sender Berlin in der Ausstellungshalle II. 4. Tag: Ab 9 Uhr Führung durch die Funkausstellung. 12 Uhr Mittagessen. 13 Uhr Fort- etzung der Ausstellungsbesichtigung. 18 Uhr Gro- Zes Abschiedskonzert. 4. Wiederholung des „Gro- ' )en historischen Konzerts". Nach Schluß Abfahrt i der Sonderzüge lt. Fahrplan. < Erklärung der Deutschen Turnerschast. „Auf dem ersten Kongreß des Reichsbundes für I Leibesübungen am Freitag, dem 27. Heuet 1934, gelegentlich der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg wurde über das Ziel der deutschen Leibesübungen gesprochen und die Gliederung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübung verkündet. Aus diesen Erklärungen geht klar die Marschrichtung des Deutschen Neichsbundes für Leibesübungen hervor. Seine Stellung zu Staat und Bewegung ist eindeutig festgelegt. Als Grundlage für die gesamten Leibesübungen im neuen Reich wird die turnerische, die Jahnsche Auffassung und Haltung für alle Turner und Sportler gefordert. Der Deutschen Turnerschaft und damit allen Turnern und Turnerinnen fallen bei der Verwirklichung des vom Reichssportführer gezeigten Erziehungszieles wichtigste Aufgaben zu. Deshalb wird der Reichssportführer auch weiterhin die Führung der Deutschen Turnerschaft behalten. Dieser Entschluß erfüllt uns mit großer Freude. Es ist selbstverständliche Pflicht aller Führer in der Deutschen Turnerschaft und aller Turner und Turnerinnen, daß sie so wie bisher auch weiterhin in Treue zu unserem Führer alle ihre Kräfte einsetzen, um tätig mitzuhelfen, das Ziel des Reichssportführers zu verwirklichen. Wir Turner und Turnerinnen gehen eindeutig den nationalsozialistischen Weg zur Geschlossenheit und Einheit der deutschen Leibesübungen. Der Führerstab der Deutschen Turnerschaft, gez. Steding, gez. Toyka, gez. Münch. Der 40. Tag der XV. Rhön. Trotz einer während des gesamten 10. Wett- bewerbstages anhaltenden sommerlichen Witterung war es nur wenigen Piloten heute möglich, Thermikanschluß zu finden. Dennoch wartete auch heute wieder der Mannheimer Pilot Ludwig Hofmann mit einer weiteren Sonderleistung auf, indem er bis Hameln an der Weser flog. Ueberlanbflüge kleineren Ausmaßes führte Baur (Stuttgart) auf der „Fledermaus" nach Fulda, und Fischer (Darmstadt) auf „Windspiel" nach Bad Hersfeld durch. In den Nachmittagsstunden bestand die Hoffnung auf eine Gewitterfront, die sich aber nicht verwirklichte. DereinS-Wetturnen im Turnverein Holzheim. o Vs • "skampf): 1. Karl Buß 83 P.; 2. Ludwig Reitz 82 P.; 3. Heinrich Sann 71 P. 4. Hemr. Klee 59 P. v ^"ersriege (Zwölfkampf): 1. Willi ? P '' 2. Konrad Klee und Heinr. Reitz jb *64 P-: 3- Karl Müll 131 P.: 4. Heinrich Grieb *.( P- Den Ehrerlpreis der Turner errang Heinr. Pfannkuchen mit 198 Punkten. £urnerinnen (Drei kämpf): 1. Else Pfannkuchen 55 P.; 2. Hildegard Sander 47 P - 3^ Hilde Ohly 40 P.; 4. Eljriede Faber, Emmy Muller und Marie Faitz je 38 P.; 5. Pauline Muller 36 P.; 6. Frieda Klee und Ottilie Jung je 35 J?.; 7. Elisabeth Reitz 33 P.; 8. Erika Kuhl und Ottilie Reitz je 32 P. Schüler (Zwölfkam p'f). I. Riege: 1. Karl Rech 199 P.; 2. Heinr. Müll 191 3. Karl Grieb n ^e'nr-176 P > 5- Helmut Zeiß 173 P. II. Riege: 1. Hans Grieb 221 P.; 2. Erich 21m vergangenen Sonntag fand hier das dies- lahrige Vereinswetturnen des hiesigen Turnvereins statt. Die Ergebnisse: Turner (Zwölfkampf): 1. Sieg mit je 213 Punkte Otto Reitz und Willi Slee; 2. Heinr. fo76mUnb„ ®S;..3(!.9er 'e 201 P i 3. Karl Diehl 197 P.; 4. Wilh. Janisch 168 P.; 5. Otto Klotz 67 P-; 6. Willi Görlach 163 P. 7. Reinh Mülle? 127 81 201 li)- ßeid)t 151 P-: 9. Wilh. Jung * Al 3 fe! d, 1. Aug. Die Büroräume der NS.' ? lm er!" f - aft „Kraft durch Freude" beiden sich ab heute in Alsfeld, Lutherstraße (Haus der Kreisleitung). Außerdem befinden sich im glei- ebenfalls ab heute die Büroräume der o n t9 e ln Verwaltungsstelle der Deuters n Arbeitsfront. Alle Schreiben, die die Kassenverwaltung, Beitraas- und nnfprftübimnc-. SonderzügezurDeusschenZulikaussiellunginVerlin Zwei Züge aus Hessen und Hessen-Nassau. s ein Ia h r disqualifiziert wurde der bekannte französische Schwimmer Cartonnet, da er an einem Ausscheidungsschwimmen nicht teil- genommen hatte. r mv-vl vor Herborn dasselbe Mißgeschick Lefch- horn-Wolfersheim fällt am Rother Berg, Sommer. Landwirtschaftliche Betriebsänderungen sind anmeldepflichtig. Der Sektionsvorstand Wetzlar der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft teilt mit: Nach den Paragraphen 34, 35, 36 und 39 der Satzungen der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft müssen die Betriebsunternehmer Betriebseröffnungen, Be- tr i e b s ä n d e r u n g e n und Betriebsein, st e ll u n g e n sowie jeden Wechsel des Unternehmers innerhalb einer Frist von zwei Wochen dem Sektionsvorstand zum Zwecke der erforderlichen Beitragsänderungen anzeigen. Bisher find nur wenige Veränderungen der vorgenannten Arten angezeigt worden, so daß angenommen werden muß, daß viele Betriebsunternehmer ihren dies- bezüglichen Pflichten nicht nachgekommen sind. Die Ortsbürgermeister werden deshalb ersucht, durch ort'- bliche Bekanntmachung alle Betrieb s u n t e r n e h m e r nochmals auf diese Pflichten h i n z u w e i s e r.. Der Sektionsvorstand erklärt sich auch damit einverstanden, daß die Anzeige der Veränderungen von den Ortsbürger- meistern entgegengenommen und weitergeleitet wird. Nach Paragraph 36, Absatz 4 der Satzung der Hessen - Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft treten Aenderungen im Kataster, ro. vor dem 1. Juli zur Anmeldung gelangen, mit dem 1. Januar des ablaufenden Jahres in Wirksamkeit, während solche Aenderungen, welche erst spater angemeldet werden, mit dem 1. Januar m wachsten Jahres in Wirksamkeit treten. Diese Vorschrift gilt jedoch nur, sofern nicht bei der Anmeldung ausdrücklich etwas anderes beantragt wird, s c 1 Detriebsänderungen ist darauf zu achten daß der Unternehmer in der letzten Spalte der Formulare die Richtigkeit der Angaben durch Namensunterschrift bescheinigen muß. NG.-Gemeinschaft„Krast durchFreude" und Deutsche Arbeitsfront in Alsfeld. um* ?elterer vier Kasselaner war in Aussicht ge- romnssnÄ ^^en diese nicht rechtzeitig von den ^ompfspielen m Nürnberg zurück. Kass2°nn-?^a Hohensolrnser Berg fallen Harnbitzer- ;b-n zurück, während Schmidt. tuna, Beitrags- und Unterstützungs- angelegenhetten betreffen, sind nur noch zu richten A?AlZ!tt!°Ä.ungssteIlle der Deutschen Arb?its- ah x f lb betrifft Dorerft nur bie Gi (s mitghebcr der DAF., währenddem die Mitglieder der seitherigen Verbände (Reichsbetriebsarüvveni ^anztechnisch ab 1. Oktober 1934 durch L waltungsstelle verwaltet werden. ’ Landkreis (ließen. s'tz-r zuruckgegeben werden. |Cmem 8ei Mrcio Schotten. $ Schotten 31. Juli. Der Retchslutt- schützbund, Ortsgruppe Schotten hnt !me straffe Organisation des Luftschutzes ^rchll°!uhrt. Dieser Tage sand ein- BesAechuna ^6E,r die wirksame Handhabung des LuftscAitzes schutzsichr^^deutung und die Pflichten der Lust- schutzfuhrer wurden eingehend klargelegt. — 2In ?er. ?k? ? 0' Kilometer - Fahrt durch Deutsch- land beteiligte sich auch der Motorradfahrer Her- mann Metzler aus unserer Stadt, der ausge- Se-chnet m.t ferner 500er-Ardie fuhr und sich die To7e?^b langanhaltende f Aat fld) ouch hier bemerkbar ge- mach. Der Wasserzulauf der städtischen ?/'lung ist an sich genügend, da die Quellen in- r'i Ab?Er dauernden Trockenheit aber zurückgehen a^mun^n16 ® einschränkenden Maßnahmen gezwungem — Am Sonntag fand in der Turnhalle bripfCp,n)n^ebeetrreid)Un9 der Geselle n- r e Jung gesellen des Krei- I" Schotten statt. Nach feierlicher Einbringung der Fahnen und Begrüßung durch den Kreishand- werksfuhrer W. Neumann- Schotten brachte Kreis Wetzlar. VA5 btat^' ?tt3u(L In unlserem Orte er- eignete sich heute ein Unfall. Der elfjährige Sobn afürfHÄI Lästerers Schmidt stürzte^ so um glücklich daß er denlinkenUnterarmb |^e>ü bei Rennerod zurück. Preis und Faust 'u u en, Becker-Cransberg und Göbel-Niedergirmes haben geschlossen die Berge des Westerwaldes be- waltigt und stürmen auf Limburg zu. Ausgangs Limburg benutzen Becker und Preis die Steigung um auszur^isen. Das gelang ihnen, immer größer Vorsprung. Faust muß nun auch Göbel ^^ben lassen und wird von Sommer einqeholt, wäh- rend Mebus an diesen vorbei wieder zu Göbel aufruckt. Die anfangs Zuruckgefallenen geben teilwei e durch weitere Deckte entmutigt, noch und nach das Rennen auf^ Durch das herrliche Weiltal verarößern die beiden Führenden ihren Vorsprung immer mehr In Bissenberg versucht Preis, Becker abzuschückteln dem ’ste? unb gemeinsam sahren sie dem . Di- Aällt das nicht?Ja, s°^°m ^ln'8Abe? ch sag°dtt: Lm bift'bu? Saßt deine ’cm- y’ Jk Lafore oorubergehen. Und nun jungen und sch f begraben. Du lieber Gott! Dar faaenlich dke N-b?i hellichtem Tage schon Ä ' Zür mich wäre das nichts. Ich war mal iMt Onkel dort. Beinah wollte er mich nämlich dorthin lotsen. Aber ich hab ihm gleich eine erboste Abskiae aeaeben. Und er meinte dann, das sei wirk- tich nichts für mich. Ra, nun ist dir geholfen. Du liebst die Einsamkeit." „Allerdings!" Sie trennten sich am Bismarckplatz und gingen jeder ihrem Heim zu. IßeoUie Sie Me wM. Vornan von Gert Nothberg. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Seit -em ersten Tage ihrer Gründung durch den Führer hat die Nationalsozialistische Volswohlfahrt nur Arbeit und Einsatz für das ganze Volk gekannt. Wir fragten bei keinem Betreuten nach Stand, Beruf, Religion oder frühere Parteizugehörigkeit. Die Not und der Hunger tut bei jedem Volksgenossen weh, und wir kannten nur die große Aufgabe, einen echten Sozialismus der Tat als das Wesen des nationalsozialistischen Staates unter Beweis zu stellen. Waren dies die Grundsätze im vergangenen Winterhilfswerk, so gilt dies auch nun bei den gegenwärtigen Aufgaben der NS.-Dolkswohlfahrt. Die Aktion „Mutter und Kind" kommt dem ganzen deutschen Volke zugute. Stand die Notwendigkeit fest, irgendeine hilfsbedürftige Mutter oder ihre Kinder zu verschicken, so hat die NSV. gehandelt und nach nichts anderem gefragt. Um so bedauerlicher, daß man diese Arbeit am ganzen deutschen Volk nun schon wieder zu stören sucht, zu stören aus einer fanatisch einseitigen Gesinnung heraus, welche nicht an die umfassende Volksgemeinschaft denkt, sondern eigene Gemeinschaften gesondert behandelt wissen will. Die aus der gemeinsamen Kraft aller Volksgenossen so starke Leistungsfähig- keit der NSV. wird in geradezu gehässiger Einseitigkeit geschmälert, oder aber aus einer sich wiederbelebenden Klassengesinnung heraus vorgeschlagen, auf diese von der NSV. gebotenen Erholungs.möglich- keiten einfach zu verzichten. Die NSV. würde immer noch genügend hilfsbedürftige und dankbare 16.40 Uhr: Mobilmachung Frankreichs. 17 Uhr: Mobilmachung Deutschlands. 18.04 Uhr: Lichnowsky meldet, Grey wolle ihm „heute nachmittag Vorschläge für Neutralität Englands machen, selbst für den Fall, daß Deutschland mit Rußland und mit Frankreich Krieg hätte". — Beratung beim Kaiser über Greys vermeintliches Angebot; Deutschland ist bereit, Frankreich nicht anzugreifen, wenn England unbedingte Neutralität Frankreichs verbürgt (Telegramm nach London um 19.15 Uhr). 19 Uhr: Eingang eines Telegramms König Georgs an Kaiser Wilhelm: „habe an Nicky telegraphiert, bin bereit, alles zur Vermittlung zu tun". — Kurz zuvor Telegramm des Kaisers an König Georg über Greys Vorschlag: Deutsche Mobilmachung nach zwei Fronten ist nicht mehr rückgängig zu machen; bei Garantie Englands für französische Neutralität wird Deutschland Frankreich nicht angreifen. 19 Uhr: Graf Pourtales übergibt Sasonow die deutsche Kriegserklärung. 22 Uhr: Die französische Mobilmachung wird in Deutschland bekannt. 23 Uhr: Der Kaiser gibt den uneingeschränkten Aufmarsch an der Westfront frei. — Nachts: Beratung in Berlin über die Kriegserklärung an Frankreich. 22.45 Uhr: 5. Telegramm Wilhelms II. an Nikolaus II.: Mitteilung der Mobilmachung; letzter Appell; Ersuchen, jede Verletzung der deutschen Grenzen zu verbieten. bei Neutralität Frankreichs in deutsch-russischem 23.55 Uhr: Bethmann-hollweg meldet Greys verwiege Frankreich nicht angreifen werde („Lich- meintliche Bereitschaft an die Botschafter in Wien nowskysches Mißverständnis"). ‘ unb Rom. Wirtschaft sprechende Erklärung abzugeben. Die Mittel, die s l a g e r nach W e i l - n 11 Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse Frantturi a. 2J1 Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21t 30-7. 26 91,5 24,65 26,25 25 o 94,5 65,5 64 < 29 0 Die hinter den Papieren a; 92,75 89,5 93,3 90,75 89,5 92 93 101,4 Schluß» hire 25,5 182 92,75 90,6 93,65 92,4 90 92,75 95 88,5 0 4 0 0 0 30,4 63,75 90,75 57.25 62,25 65,5 151 23,25 140,5 96,4 110,75 67 106,5 100 88 141,5 117 28 64,25 91,25 56,25 61,75 65 149 7 9 0 0 0 57,75 67,25 46,75 59,13 46,5 59,25 22,25 222,5 170,75 133 65 108 125,5 63,5 105,5 125,5 91,5 89,5 89 95,5 95 89 89 89,75 90 92 93 101,4 92 93 101,4 24,4 142 97.75 68,75 108,5 101 90,25 119 23,5 138,5 95,5 110 68 105,5 99,5 87,5 142 119,25 75,25 114 59,75 103,5 169,5 128 73,25 66 29 63,75 90,75 56,25 61,25 65 148 24,5 142 97,75 114,5 68,5 108,5 101,5 90,5 145 118,25 30,5 65,9 91,25 57,25 62,5 65,5 150,75 148,75 207,5 80 39 83 75 92 48,75 243 90,13 41,75 14 118 117 162 148,9 80 39,13 83 112 57,75 66 45 56,5 122,25 45,4 58,9 73,5 21 220 174,5 128,5 0,649 58,97 0,186 3,053 56,58 81,90 12,675 5,596 16,54 170,07 21,62 0,753 5,676 63,68 49,05 11,50 65,35 81,84 34,38 10,46 2,518 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 10 0 0 115,75 57 67 17,4 59 123,75 6,75 59 75.75 22 222,25 171,5 132 146,75 77 38,5 81 I ® Farven-Industrie Scheldeanstalt........ @ult>id)mtbl Rütgerswerle . Metallgefellichaft 91,5 89,25 89 e96 94 89 89 89,25 90 92 93 101,4 7 7 1,13 8 7,1 76 113,75 60 104,25 73,75 170 128,5 74,13 66,75 Reue Verordnung über die Regelung des Absatzes von Kartoffeln. 0 o 0 In den Aufsichtsrat treten neu ein die Herren Dir. E. Busemann (Scheideanstalt), Flick (Flick-Konzern), Dir. Götz-Berlin, Gen.-Dir. Koettgen (Siemens), Prof. Selck (JG.-Farben), Major Kuntze (Familie Kleyer), Karl Trutz-Berlin, Prof. Dr. Lüer. Dir. Dr. Göckeritz tritt aus dem Vorstand in den Aufsichtsrat über. Dresdner Bank 1,0 Mill, und Gen.-Dir. Hagemeier 0,5 Mill. 25 v. H. detz Nennbetrages find bar eingezahlt, die restlichen 75 v. H. sind 1. September 1934 fällig. Gen. Dir. Hagemeier besprach nochmals die in der raschen Absatzschrumpfung während 1931 und 1932 liegenden Gründe zur Sanierung und wies auf das befriedigende Ergebnis im ersten Halbjahr 1934 hin. Don den RM. 2 645100 jungen Aktien werden RM. 1 145100 von der Dresdner Bank zum Ausgleich 77,5 115 61,25 106,5 169,75 129,13 77 68,9 wartende Haltung herrschte. Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 93,25 und späte Schuldbücher auf 91,50 zurück. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich durchweg Kursabschwächungen von 0,25 bis 0,50 v. H., während Stadtanleihen geschäftslos und behauptet lagen. Bon fremden Werten blieben Schweizer Bundesbahn-Anleihen etwa behauptet. Die heute letztmals notierten Werte von Türken Bagdad und Zolltürken laut Pariser Ab- ohne all die Ursachen der einstigen Zerrissenheit. Wer letztere wieder belebt, muh aus nationaler Verantwortung heraus zurückgewiesen werden. Die NS.-Dolkswohlfahrt ist die Organisation des Führers, sie erfüllt ihre Aufgaben nach seinen Anordnungen, denn das Volk, und damit wir, wollen den Frieden und die Einigkeit. ber 1934 verfügbar macht, belaufen sich auf rund 1 Million RM. 146 207 77,5 37,5 81 Brüssel iRiif de Jan. . Sofia.....: Kopenhagen. Danzig..... London ..... HeljingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 57,5 65 45,4 57,5 44,5 58,25 21 222 130 1,2 7,05 7,1 8,65 8 7,75 1,2 7,15 7 7 9 8 7,8 93 90,13 93,65 29,25 1,13 7,3 7 7 8,8 8,1 8 77,5 115,25 61,75 106,5 75,75 170 129,75 77 69,25 Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H, Lombardzinsfuß 5 v. H. Reichsmark. * Steigerung der deutschen Zellstoffausfuhr. In der ersten Hälfte 1934 erreichte die deutsche Zellstoffausfuhr.156 550 Tonnen gegen 135 920 Tonnen im zweiten Halbjahr 1933 und 119 950 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Bei der Pappeausfuhr ergab sich auch ein ziemlich positives Ergebnis, die 36 030 Tonnen gegen 31280 Tonnen bzw. 36 420 Tonnen betrug. Auch die Packpapierausfuhr steigerte sich auf 26 750 Tonnen gegen 22 250 Tonnen bzw. 19100 Tonnen. Dagegen erlitt die Ausfuhr von Druckpapier einen Rückschlag, die auf 33300 Tonnen gegen 49 730 Tonnen bzw. 50 980 zurückging. Frankfurter Börse. VNttagsbörse im Verlaufe schwächer. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Börse eröffnete in sehr stiller Haltung. Infolge der allgemein vorherrschenden Zurückhaltung sowohl bei der Kundschaft, als auch bei der Kulisse war die Umsatztätigkeit schleppend. Denlkrwartungen des Vorbörsenverkehrs entsprechend zeigten die wenigen zur Erstnotiz gekommenen Papiere nur minimale Abweichungen nach beiden Seiten, wobei aber eher kleine Besserungen auf Grund von günstigen Wirtschaftsnachrichten überwogen. Kurz nach Börsenbeginn griff eine starke Zurückhaltung Platz. Das Beka'nnt- werden vor der schweren Erkrankung des Herrn Reichspräsidenten lähmte die an sich schon geringe Unternehmungslust vollkommen. Es setzten Verkäufe em, die bei der mangelhaften Aufnahmeneigung durchweg zur Kursabschwächung führten. Stärker angegriffen waren Farbenindustrie, die bis auf 146 nach anfangs noch 148,90 v. H. zurückfielen. Auf den übrigen Marktgebieten war die Entwicklung je nach Höhe des Papiers ähnlich. Die so gegen 12.30 Uhr zur Notiz gelangenden Werte lagen samt und sonders schwächer. Von Anfang an etwas niedriger eröffneten am Montanmarkt Phönix (-^ 1,25 v. H.), Rheinstahl (— 0,75 v. H.) Har- pener (— 0,25 v. H.), während Stahlverein 0,40 d. H. und Mannesmann 0,25 v. H. freundlicher lagen. Am Elektromarkt verloren Licht & Kraft 1,75 o. H., Schuckert 0,25 v. H.; Siemens setzten ihre Abwärtsbewegung um 0,40 v. H. auf 144,65 v. H. fort. Gut behauptet eröffneten Lahmeyer und Gef- fürel. Schiffahrts- und Transportwerte lagen gut gehalten, ebenso Daimler Motoren und Kunstseide AKU. Zellstoffpapiere und Reichsbankanteile ließen bis 0,50 v. H. nach. Der Rentenmarkt eröffnete in ruhiger aber gut behaupteter Haltung. Altbesitz 93,70 (93,65), späte Reichsschuldbuchforderung uno. 91,75 v. H., dagegen Stahlverein-Bonds 76,13 (— 0,40 v. H.) Von fremden Werten setzten Anatolier Eisenbahn ihre Befestigung um 0,65 v. H. auf 38,13 v. H. fort. Ungarische Goldrente 7,15 (7,10). Im Freiverkehr galten Gulden-Russen 1,50 bis 1,55 nach 1,45 bis 1,50 vom Hundert. Die im Verlaufe, also gegen 13 Uhr, notierten Papiere erlitten Einbußen im Ausmaße bis zu 2 v. H., ebenso die bei Börsenöffnung gut behaupteten Werte, wie Mannesmann, Stahlverein, Reichs- hank, Buderus, Geffürel und Conti Gummi. Im Snödnerroertf ............ q Rannrtmann-Rbbcru 0 | kommen waren unverändert 7,60 bezw. 8 v. H. — Tagesgeld in Auswirkung des Ultimos auf 4 v. H. (nach 3,50 v. H.) erhöht. Abendbörse schwächer. Die Abendbörse wies keine Erholung auf, da seitens der Kundschaft einige Verkäufe Vorlagen, ’ die bei der herrschenden Geschäftsstille und Unsicherheit zu weiteren Kursrückgängen führten. Farbenindustrie lagen anfangs widerstandsfähiger, da die Kulisse das herauskommende Angebot aufnahm; später ließ der Kurs aber doch um insgesamt 0,75 v. H. nach. Am Elektromarkt lagen die Kurse durchweg bis zu 1 v. H. niedriger, Betula verloren sogar 2 v. H. Auch Montanwerte büßten überwiegend bis zu 1 v. H. ein. Im allgemeinen lag das Kursniveau um 0,50 bis 1 o. H. unter dem Berliner Schluß, nur wenige Werte konnten sich behaupten, Conti Gummi waren um 1,50 v. H. höher. Im Verlauf hielt die Geschäftsstille bei un- erholten Kursen an. Am Rentenmarkt ergaben sich ebenfalls Abschwächungen, die in den meisten Fällen bis 0,25 v. H. betrugen, so bei Pfandbriefen, späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlverein-Bonds. Altbesitz 92,75 nach 93,30 v. H. Am Auslandsrentenmarkt gaben 4 v. H. Schweizer Bundesbahn um 1 v. H. auf 194,50 v. H. nach, während 3,50 v. H. mit 180,90 v. H. gut behauptet lagen. U. a. notier- ten: Altbesitz 92,75, 6 v. H. Stahlverein 74,75, Reichsbank 148, Gelsenkirchen 59,75, Harpener 103,50, Klöckner 73,25, Mannesmann 66, Phönix 47, Rhein. Braunkohlen 241, Rheinstahl 88,50, Stahlverein 40, AEG. 23,50, Bekula 138,50, Bem- berg 65, Cement Heidelberg 105,50, Conti Gummi 130, Daimler 44,50, Scheideanstalt 207. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 31. Juli. Der Gemüsemarkt hatte starke Zuführen in Gurken und Tomaten, im übrigen waren sie ausreichend. Rotkraut, Weißkraut und Wirsing war gefragt. Die Preise für Einmachgurken, Kartoffeln und Tomaten sind leicht rückgängig. Das Geschäft nahm einen schleppenden Verlauf. Es erzielten: Blumenkohl 15 bis 35, Bohnen (Busch) grüne 10 bis 12, do. gelbe 10 bis 14, Bohnen (Stangen) 16 bis 18, Erbsen 28 bis 30, Eskarol 6 bis 8, Karotten 5 bis 6, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken (Salz) 110 bis 140, do. Essig 60 bis 100, Kartoffeln, Erstlinge 5/ bis 5XA, Kohlrabi 3 bis 5, Kopfsalat 5 bis 10, Rettich 4 bis 7, Römischkohl 6 bis 7, Rote Rüben 6 bis 7, Rotkraut 10 bis 11, Spinat 12, Tomaten I 8 bis 10, do. holl. 8 bis 10, Tomaten II 6 bis 7, do. ital. 6 bis 7, Weißkraut 7% bis 8, Wirsing 10 bis 12, Zwiebeln 7K bis 7V», do. ital. 7%, Perlzwiebeln 18 bis 20, holl. Am Obstmarkt herrschte sehr starkes Angebot von Birnen, Mirabellen und Pflaumen. Die Nachfrage nach guten Früchten aller Art ist befriedigend, während minderwertige Ware fast unverkäuflich ist. Die Preise waren allgemein weiter gedrückt. Das Geschäft nahm einen nicht ganz be- • friedigenden Verlauf. Es erzielten: Aepfel I 14 bis 18, II 10 bis 12, Wirtschaftsäpfel 6 bis 8, ital. 16 bis 17, Austral. lOA bis 11, Ungarn 13 bis 14, Aprikosen I 23 bis 25, II 16 bis 22, Früh- birnen I 8 bis 16, II (Spalier) 18 bis 22, Brombeeren 20 bis 30, Heidelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 14 bis 15, Sauerkirschen 14 bis 15, Mirabellen I 18 bis 24, II 10 bis 15, Pflaumen 5 bis 10, Preißelbeeren 25 bis 26, Renekloden 6 bis 10, Spillinge 8 bis 14. Mainzer Schlachtviehmarkt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. Sch. in G. Falls die Schwiegermutter in der Lage ist, den Nachweis zu führen, daß ihr am 1. Januar 1918 ein Kapitalvermögen von mindestens 12 000 Mark gehört hat, so dürfte sie Anspruch auf die Leistungen der Kleinrentnerhilfe haben. Es erscheint in diesem Falle allerdings fraglich, ob eine Unterstützung gewährt werden kann, da die Rente aus der Angestelltenversicherung zusammen mit dem anrechnungsfähigen Teil des Zinseinkommens den maßgeblichen Einkommensvichtsatz nahezu erreicht. Zuständig für die Bearbeitung der Anträge sind die Bezirksfürsorgeverbände (Wohlfahrtsämter). Den Anträgen sind die erforderlichen Unterlagen zum Nachweis des am Stichtag vorhanden gewesenen Kapitalvermögens beizufügen. pambuig-iämenta.'ßatei Hamburg-Südam. Dampfschiff Hansa-Dampfschifs Norddeutscher Lloyd . .. y ÖL®, für Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschaft .. * ^ommera- und Privat-Bank . o bursch? Bank und Discvnto» Gesellschaft ............ 0 Dresdner Bank 0 Reichsbank •••121**12 Grttzner .......... o| 26 13 I Mainkraftwerke Höchst a.«»..,. 4 74'75 Süddeutscher «j -j ___________Berlin. 31-Juti Amerikanische Note».............. Belgische Noten ’ Dänische Noten .......... Englische Noten ’ Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten ** Spanische Note, Uoaachche Not«................ Mainz, 31. Juli. Auftrieb: 35 Ochsen, 20 Bu^ len, 614 Kühe oder Färsen, 274 Kälber, 730 Schweine. Es notierten pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 27 bis 30, c) 23 bis 26; Bullen c) 21 bis 25; Kühe a) 23 bis 28, b) 16 bis 22, c) 10 bis 15; Fünfen a) 28 bis 33, b) 23 bis 27. Kälber b) 32 bis 43, c) 25 bis 31, d) 18 bis 24. Schweine b) 49 bis 51, c) 45 bis 50, d) 45 bis 49. Marktverlauf: Rinder ruhig, lieber« stand. Kälber, lebhaft, ausoerkauft. Schweine rege, kleiner' Ueb erstand. Schultheis Patzenhoser .... lllu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg «ellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren .. Deutsche Linoleum Ctenftein & Koppel Leonhard Tietz Thade Akkumulatoren-Fabrik ..... tonkt-Eummi ........... iQ.lt.® ........ _ Bekula ... o bieferungSgeseNschäft'*' 6 Licht und Kraft ° Felten« Guilleaume " q «Ln L! ^LUn'ernehmung. 6 Rheinische Elektrizität .. r Schustert & (So. "’S Siemens« Halske.. ? öabmever Ä Eo.......10 Harpener ........" Voesch Eisen—KSln-Neuesse, Ilse Bergbau ........ Ilse Bergbau Genüsse DNB. Am 31. Juli endete die Marktregelung für Frühkartoffeln. Sie hat mit vollem Erfolg den Absatz der deutschen Frühkartoffelernte zu gerechten Preisen unter ausreichender Versorgung Der Bevölkerung trotz des durch die Trockenheit verursachten Minderertrages ermöglicht. Die abgelaufene Frühkartoffelmarktregelung wird nunmehr durch eine neue Verordnung über die Regelung des Absatzes von Kartoffeln, die soeben im Reichsanzeiger erscheint, abgelöst. Die Verordnung gibt dem Reichsnährstand im wesentlichen die gleichen Ermächtigungen, die er für die Frühkartoffelmarktregelung erhalten hatte, nunmehr auch für die Verwertung der Gesamtkartoffelernte. Ihr Ertrag steht zur Zeit noch nicht fest. Die Niederschlagsmengen, die in den letzten zehn Tagen gerade in den bis dahin von der Trockenheit betroffenen Gebieten des Reiches in sehr beträchtlichem Umfange niedergegangen sind, lassen ein befriedigendes Ernteergebnis erwarten. Unterstützung für die Zigaretten-Klein- und Mittelbetriebe. Die Wirtschaftliche Vereinigung der Zigarettenindustrie hat sich der Notlage der Klein- und Mittelindustrie angenommen, indem eine Anzahl Firmen der Großindustrie Mittel zur Verfügung stellten, die in den Monaten Mai, Juni und Juli die Auszahlung von Unterstützungsbeträgen und Darlehen an die Klein- und Mittelindustrie möglich machten. Herstellungsbetriebe, die im Durchschnitt des Steuerjahres 1933/34 mindestens 500 000 Stück Zigaretten, jedoch nicht über 25 Mill, produziert habens können an einer freiwilligen Quotisierung teilnehmen. Die Unterstützungssätze der Großfirmen werden in Gestalt einer pro Mille-Abgabe gezahlt, die längstens bis zum 31. Dezember 1934 einer Kasse zugeführt werden, aber mit der Maßgabe, daß die Zahlungen aufhören, falls wirtschaftliche oder steuerliche Veränderungen eintreten, die die Einstellung der Zahlungen notwendig machen. Der ordentliche Rechtsweg für die Geltendmachung von Ansprüchen ist ausgeschlossen. Diese Firmen, die während der Dauer des Ausgleichsabkommens eine Umsatzsteigerung erfahren, sollen eine Ausgleichsabgabe an die Kasse zahlen, die dem pro Mille-Satz entspricht, den die Großindustrie an die Ausgleichskasse zahlt. Bis zum 6. August haben alle Firmen, die an dem Ausgleichsverfahren teilnehmen wollen, eine ent® * D i e Reichsrichtzahl für Lebenshaltung s k o ft e n im Juli. Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltung (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung sowie „sonstiger Bedarf") stellt sich für den Durchschnitt des Monats Juli auf 122,9 (1913/14 gleich 100); sie ist somit um 1,2 v. H. höher als im Vormonat (121,5). Die Richtzahl für Ernährung ist um 2 v. H. auf 117,8, die Richtzahl für Heizung und Beleuchtung um 0,5 v. H. auf 133,4, die Richtzahl für Bekleidung von 0,4 v. H. auf 115,7 und die Richtzahl für den „sonstigen Bedarf" um 0,1. v. H. auf 157,8 gestiegen. * Steigende Ausfuhr in Schreib - und Rechenmaschinen. Die deutsche Ausfuhr in Schreib- und Rechenmaschinen hat sich im ersten Halbjahr 1934 recht beachtlich wieder zu heben vermocht. An Schreibmaschinen wurden 20 357 ausgeführt gegen 18 115 in der zweiten und 19 788 in der ersten Hälfte 1933, das sind wertmäßig für 3,24, 2,99 bzw. 3,68 Mill. RM. Die Rechenmaschinenausfuhr betrug 4374 gegen 3264 bzw. 3758 Stück oder wertmäßig 1,41 gegen 1,27 bzw. 1,44 Mill. Preußen. Großfeuer in llnterliederbach. LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. Im Stadtteil Unter-Liederbach brach heute nachmittag in der Möbelwerkstätte der Möbelfabrik Dör- höfer ein Schadenfeuer aus. Als der Brand bemerkt wurde, hatte er sich bereits auf den Dachstuhl ausgedehnt. Da die Gefahr bestand, daß die Flammen auf das angrenzende Wohngebäude und den nur durch eine Mauer getrennten Holzschuppen der benachbarten Möbelfabrik übergreifen könnten, waren außer der Unter-Liederbacher Freiwilligen Feuerwehr die Höchster Wehr und ein Zöschzug der Frankfurter Feuerwehr an der Brandstelle erschienen. Etwa 100 Leute vom Arbeitsdienst, die von der Unterkunft aus den Brand beobachtet hatten, leisteten bei der Bekämpfung des Feuers wertvolle Hilfe. Infolge des geringen Wasserdrucks konnten die Wehren den Brandherd nur mit vier Schlauchleitungen angreifen und. mußten sich darauf beschränken, die angrenzenden Gebäude vor einem Uebergreifen des Feuers zu schützen. Die Flammen fanden an den an der Brandstelle lagernden Holzteilen reiche Nahrung. Nach etwa einstündiger Arbeit war das Feuer bekämpft. Der D a ch st uhl ist vollständig ausgebrannt. Die Prandursache ist noch nicht geklärt. Ein Motorradfahrer tot aufgefunden. LPD. Frankfurt a. M., 31. Juli. In der Nähe des Forsthauses Mitteldick sand man Dienstag früh auf der Landstraße einen Motorradfahrer tot auf. Dem Mann war der Schädel vollkommen eingedrückt, und Hände und Rücken wiesen schwere Verletzungen auf. Das Motorrad lag zertrümmert bei dem Verunglückten. Es wird vermutet, daß der Motorradfahrer, der bei Tagesgrauen gefunden wurde, nachts aus einer Schneise kam und von einem Auto erfaßt und getötet wurde. Der Autofahrer muß davongefahren sein, ohne sich um den Verunglückten zu kümmern. Schulungslager für Lehrerstudenten in Weilburg. Schluß! Minag- bSrse 3b? 72,25 89,5 47,5 242 88,75 40,75 14 114 117 160,25 Ihn werden die dem Reichsreferenten unterstehenden Referenten an den einzelnen Hochschulen in die dortige Arbeit hineingetragen. Eine 500 jährige Schützengilde. LPD. Hachenburg, 31. Juli. Am 4., 5. und 6. August begeht die Hachenburger Schützengilde aus Anlaß ihres 500jährigen Bestehens einen großen histori s che n Jubiläums-Schützentag mit Aufführung eines mittelalterlichen Schützenfestes. Die Schirmherrschaft der umfangreichen Veranstaltungen hat Graf Alexander von Hachenburg, Prinz zu Sayn-Wittgenstein, übernommen. Vorstand und Festausschüsse haben großzügige Vorarbeiten geleistet, so daß das im Mittelpunkt der Jubeloeranstaltung stehende F e st s p i e l, das einen Ausschnitt aus der Geschichte der Schützengilde im Rahmen eines mittelalterlichen Schützenfestes wie- dergibt, eine besondere Anziehungskraft auf die gesamte Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung der Stadt haben wird. Der alte Marktplatz mit dem Schloßbogen als Hintergrund ist die Kulisse für das festliche Schauspiel alter Schützenherrlichkeit. Ein historischer Festzug, Armbrustschießen im Schießrain und ein Feuerwerk vervollständigen das Festprogramm. •% Deutsche RetchSanleihk v 1927 6% ebem.7% $t. gieldjsanl. d. 1929 6Vi% Doung.AnIeihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSIos.-Rechten Desgl ohne Auslvs.-Rechte 6% e De in.8% Hess. BoUsstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Heij. LandeSbank Darmstadt Gold SR. 12 6^*% Heil. LandeS-Hypotbeken» bank Darmstadt Llqui vberheslen Provinz-Anlelhe mit Auslos.-Rechten Deutsche komm Sammelabl Anleihe Serie 1 mit AuSIol.-Rechten e% ehem 8% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 •% ehem 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 18 unkündbar bis 1936 tVi% ehem <•/,% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriefe 6%% ehem 4 yt% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe. «% ehem 8% Pr Landespfand- brtefanitall, Pfandbriefe R 19 •% ehem. 7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutich Verrechnungskurs 4% Oeiterrelchliche Goldrente 4,20% Lesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4H% desgl. von 1913 6% abgesl Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 4%türH|<6f Bagbadbahn-Anleihe Schluß!. Abend» börfc | 31-7 72 47 241 88,5 40 14 117 Adler- Kleyer-Ganierung genehmigt. Die HD. ber Adler-Werke vorm. Heinrich Kleyer AG., Frankfurt a. M., genehmigte die Abschlüsse für die Geschäftsjahre 1932 und 1933 und das Sanierungswerk, das bekanntlich nach Auflösung von 0,75 Mill, gesetzlicher Reserve die Herabsetzung des Stamm-Aktienkapitals von 25,0 Mill, auf 12 333 900 RM. durch Einzug von 332 200 eigenen Aktien und Zusammenlegung des Restes 2:1 vorsieht. Den 21000 RM. Vorzugsaktien werden ihre Vorrechte genommen und das Aktienkapital wird auf 15,0 Mill, wieder erhöht. Die Dresdner Bank beteiligte sich mit den vgp ihr vertretenen Aktien nicht "an den Sanierungsbeschlüssen, ebenso waren die eigenen Aktien der Gesellschaft nicht vertreten. Die Versammlung zeigte eine Präsenz von RM. 21 458 400 Stammaktien und RM. 21000 Vorzugsaktien, gegen die Beschlüsse stimmte die aus früheren Jahren bekannte Gruppe Dominik, der sich zeitweise ein weiterer Aktionär anschloß und die dann über insgesamt RM. 230 500 Aktien verfügte. Die Opposition enthielt sich nur bei der Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien der Stimme und gab im übrigen Widerspruch zur Niederschrift. LPD. Frankfurt a. M., 31.Juli. Das neuerrichtete Referat für Lehrerbildung b e r ; ........„ —u-n------ — -...... — Deutschen Studentenschaft zieht seine ört- > die Großinbustrie in ber Zeit vom April bis Dezem- lichen Referenten nach beren Teilnahme an ber'*"“ Reichstagung der NSLB. in Frankfurt a. M. zu einem eigenen Schulungslager nach Weilburg (Lahn) zusammen. Hier kommen zum ersten Male künftige Volksschullehrer und Stubienräte zusammen, um fick eine gemeinsame pädagogische Grundlage ihrer Ausbildung zu erarbeiten. Vertreter des Reichsministeriums für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung, der HI. und der Dozentenschaft werden sich hier gemeinsam treffen. In fünf Tagen, vom 6. bis 10. August, werden sich hier die jungen Kräfte zu einer festen Gemeinschaft zusam- menfinben und Zeugnis davon ablegen, daß die Jugend die Verantwortung für ihren eigenen Werdegang selbst mit übernommen hat. Don dieser Grundlage aus wird ein erster praktischer Dorstoß zur Schaffung eines pädagogisch geschulten, lebensverbundenen Lehrernachwuchses unternommen werden. Philipp Holzmann O| Zemenrwerl Heidelberg O Lewen twerk Karlstadt...... O Buderus ... Deutfche Erdöl Gelsenkirchener 26 1 25,75 | 74,5 - 180 | 185 I weiteren Verlaufe hörten die Glattstellungen auf uVVun uer .uresuner Danr zum Ausgleich j und die Stirnung war etwas beruhigt Auf dem er Forderungen ubLrn°mm°n._w-,ter zeichnete bie!mä&igten „W blieben die Kurse gehalten Fnr- ben waren geringfügig erholt. Das Geschäft stagnierte indessen vollkommen, da allgemein eine ab» I Schluß» I fürs "Datum | 30- 7- Mansselder Bergbau ........ O| 75~ RoUroerte O — Phönix Bergbau O 48,25 Rheinische Braunkohlen 10 243,5 Rheinstab! O 90,25 Vereinigte Stahlwerke..... O 41,5 Ltaoi Minen ......... O 14,4 Kaliwerke Aschersleben........ 5 118 Kaliwerke Westeregeln........6 117,5 Kaliwerk, Salzdetfurth ? yt| 161 .tranffun a.Ul Lettin Schluß» fürs Schluß!. Abend» Schluß» rurd Schluß!, mittag» börsc börie Datum 30-7. 31- 30 7 31-7 4% desgl. «erie II 7,7 7,8 8 1 g 5% Rumän vereinh. Rente v. 1903 4,45 4,4 4,4 4,4 4H%Ru man.oereinh.Renlev.1913 6,8 4% Rumänische vereinh. Rente 8%% Anatolier 4 37,5 4 38,13 ' 4 37 3,9 38,1 ftranttur u. Ul Berlin Schluß» hir4 Schluß!. Abend» börse Schluß» tert Schluß! Mittag» börf« Datum 30/ | 31-7 30-7 | 3b/ 30-Juli 31 -3uli Amtliche Notierung | Dritt Amtliche Notierung Geld | Brie 0,645 0,649 0,645 58,84 58,96 58,85 0,184 1,186 0,184 3,047 3,053 3,047 56,46 56,58 56,46 81,72 81,88 81,74 12,645 12,675 12,645 5,584 5,596 5,584 16,50 16,54 16,50 169,73 170,07 169,73 21,58 21,62 21,58 0,751 0,753 0,751 5,664 5,676 5,664 63,56 63,68 63,56 48,95 49,05 48,95 11,48 11,50 11,48 65,21 65,35 65,21 81,68 81,84 81,68 34,32 34,38 34,32 10,44 10,46 10,44 2,512 2,518 2,512 Banknoten. Geld 2Me 2,465 2,485 58,69 58,93 56,41 56,63 12,60 12,66 16,46 16,52 169,31 169,99 21,46 21,54 63,39 63,65 — —— — — 65,05 65,31 81,50 81,82 34,18 34,32 — —