Montag, -en 26. Juni hrgang 1939 Nummer 48 1 ।ivi yuueii ijum j;unuyiuiiuicHwt.|m wt.. oMMl Er 1 es nötig sein sollte. Nun aber weg und zurück in den deutschen ««oen. ,|W, 11 Wenige Minuten spater ist der letzte deutsche Stoßtruppler wieder in mjen unhti V ls Rochhi ! Diel ji s :nn eben r: ierten W ,en sei« j tönnen: bett oM e ifjm fei ch 8u|tk r Ml)!: mit ilmi; Mtürliil mit bie' »W rauenn es ns ni Wein W n, brM’ fl legte t fl innte, b« ■ 3. Fortsetzung. 1 Die zweite und die dritte deutsche Sturmwelle bleiben ohnmächtig im ] Wnde liegen oder arbeiten sich nur mühsam und mit großen Verlusten i| in Ziel vor. Die vorderste Linie aber hat die französischen Gräben i tttvichi, ist hineingesprungen. Ueberall krachen die Handgranaten. Die j siche Kuppe der „Höhe 185" dampft wie ein Vulkan. 1 Von Unterstand zu Unterstand, von Stollen zu Stollen stürmen die > kt Ischen und fordern zur Uebergabe auf. Einundzwanzig Offiziere und ! N Poitus strecken die Waffen. Fast ebensoviel Gegner liegen tot oder s mwunbert in den eroberten Stellungen oder in den Anmarschgräben, wo I; fe auf dem Wege zur zweiten Linie noch vom tödlichen Geschoß des 1 kchchen Vernichtungsfeuers getroffen wurden. 1 Jetzt rücken auch die draußen im Niemandsland harrenden Stürmte! en nach und beginnen planmäßig das Zerstörungswerk in der feind- Blidfn Stellung. Die eroberten Maschinengewehre werden gesammelt, die Btnerftänbe geräumt und mit geballten Ladungen gesprengt, alle Schutz- i flhbe zerschlagen, die Schießscharten unbrauchbar gemacht. | 5s ist nicht Absicht der deutschen Heeresleitung, sich hier festzusetzen, ipn, innerhalb von 15 Minuten soll die feindliche Stellung wieder Stimmt werden. Nur ein Handstreich, weiter nichts. Der Erfolg ist ja iu sichtbar, denn in langer Reihe ziehen die 21 Offiziere und 864 ent= iMfneten Poilus durch das Niemandsland, in der Wand des französischen Mprrseuers hastend, springend und laufend, hinüber zum rettenden deut- (fön Graben, von wo aus der Gang in die Gefangenschaft führt. toie i, unl,,r' richlelt M ■ Rochus war ch ich eitzs rnb i« W chi redd ch langt’ii es bie f” tines lii’l Ilsens R raune« n, wie M 6pW- Eine Armee meutert SCHICKSALSTAGE FRANKREICHS 1917 Lin Bericht von p. s. Lttighoffec Lopgright b y Bertelsmann Gütersloh richt j« ba h«t nirgend irpt*1 [; unb b™1 tone: ■„ Eer um r tlopit,; !■ ,,8ich Ile aurb r, °°ch najj, ’»*■: hoben s bopl oin, en, bie t. 5» 'S? W i ließt ein Pfiff, von allen Stohtruppführern wiederholt und nach rechts 1 links durchgegeben, — das Zeichen zum Rückzug, der Befehl zur Räu- »wg des eroberten französischen Grabens. Ein letzter Stoßtrupp, der, Wlbgefichert durch zwei leichte Maschinengewehre, den französischen tben verläßt, muß an einem zertrümmerten Unterstand vorbei. Mehrere 1 Franzosen liegen dort, soeben im Handgranaten-Nahkampf gefallen, ’|e auf dem Gesicht, andere auf dem Rücken, einer zusammengekauert »ein Tier. Und dieser hält etwas in den erstarrten verkrampften Händen. Aas ist's? Ein deutscher Unteroffizier tritt näher, beugt sich über den icllenen und sagt: „Ein toter Offizier, ein Hauptmann sicher, er hat । goldene Streifen am Aermel. Mit beiden Händen hält er eine gelbe rtasche." 'Eine Ledertasche?" wundert sich der Stoßtruppführer. Er war schon «g e Schritte weitergegangen bis zur Schulterwehr, kehrt aber jetzt sofort sck. „Wegnehmen die Tasche, Menschenskind, das ist doch sicher eine il iantentasche, vielleicht sogar mit wichtigen Papieren." $er Unteroffizier nimmt die Tasche. Nur widerwillig gibt fie der Tote r «Gewaltsam muh man sie ihm aus den wachsbleichen, blutllberkrusteten fl ern reißen. Der deutsche Stoßtruppführer nimmt die Tasche an sich, 'int sie zwischen Koppelschloß und Leib, wo sie festgeklemmt sitzt. Er •™i beide Hönde frei haben zum Handgranatenwerfen oder zum Schießen, M uri^j IN die Ecke werfen oder dem Feldöfchen anvertrauen, aber es ist nun einmal strenge Anweisung, alle auch unwesentlich scheinenden Papierstllcke aus französischen Gräben unbeschädigt auf den Dienstweg zu schicken und fie nach hinten zu befördern. Neugierig wird die Tasche aus bestem Leder abgetastet. Ja, seht, das ist doch noch wenigstens Leder! Die Franzosen drüben kennen anscheinend überhaupt keine Knappheit. Einer fährt mit der Hand in die Tasche und wühlt darin herum und findet — ein Geheimfach. Und siehe! In diesem Geheimfach knistern noch zwei Befehle, schon etwas stockfleckig. Man entfaltet die Papiere, man lieft. Die sprachkundigen deutschen Offiziere schauen sich an. Das ist ja--, das ist ja ein unerhörter Fang! Das ist eine Beute, die zehnmal mehr wert ist als die Gefangennahme von 21 Offizieren und 864 Soldaten! Allein dieser beiden Papiere wegen hat sich der Sturmangriff auf „Höhe 185" glänzend gelohnt. Die Kameraden haben nicht umsonst geblutet. Und jene, die es draußen gepackt hat, sind wahrhaftig nicht umsonst gefallen. Ihr Opfertod hat es ermöglicht, daß die überlebenden Kameraden bis in die französischen Linien gelangen konnten, bis zum Handgranatenkampf und damit zum Fund der Ledertasche. Telephone summen, Melder flitzen. Ein Offizier, begleitet vom Stoßtrupp, der das Glück hatte, diese Tasche aufzustöbern und mitzubringen, begibt sich auf kürzestem Wege zur Division. Auch dort gerät alles in Staunen, denn dieser Fang ist geradezu unwahrscheinlich kostbar. Die beiden Blätter enthalten nicht mehr und nicht weniger als die Note des Generals Nivelle, gelesen und vorgetragen vor dem Kriegsrat zu Chantilly am 14. Januar 1917, sowie den Armeebefehl des Generals Mangin an die VI. Armee, datiert vom 16. Januar 1917. Nun wissen die Deutschen, was Nivelle beabsichtigt, und was sich Mangin in der Gegend von Laon fest vorgenommen hat. Große Verstärkungen ober Reserven können trotzdem nicht herbeigezogen werden. Denn auch bei Arras, auch in Flandern machen sich Zeichen von bevorstehenden Großkämpfen deutlich bemerkbar. Es ist unmöglich, jetzt einen Frontabschnitt zu entblößen, um die ganze deutsche Abwehrkraft zwischen Reims und Soissons gestaffelt aufzustellen. Was mit Rußland sein wird, weiß um diese Stunde noch kein Mensch. Man hat Nachrichten von drüben, daß die Revolution sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, weil der Muschik müde ist unb nach Hause will. Man weiß, baß ber Krieg im Osten unter allen Umftänben balb beenbet fein muß. Aber noch gibt’s keine Möglichkeit, Truppen aus ber Ostfront zu ziehen unb an ben bebrohten Damenweg zu werfen. Mit ben vorhandenen Kräften muß die deutsche Truppe haushalten. Noch ist's zu früh zu irgendwelchen Schanzarbeiten in größerem Maßstäbe; die Erde ist noch steinhart gefroren. Wann wird der Angriff gegen diese deutschen Stellungen am Damenweg losbrechen? Es steht nichts davon in den beiden abgefangenen Befehlen. Jeder Tag kann den Beginn dieser Offensive bringen. Werden jetzt die Franzosen, nach dem Verlust ber beiden Meldungen, den Deutschen zuvorkommen und den Zeitpunkt des Angriffs beschleunigen? Nein, man verheimlicht Nivelle diese peinliche Sache. Er soll es nie erfahren, daß die Deutschen völlig über seine Pläne unterrichtet sind. Aber was macht's, daß bie Deutschen hier Bescheid wissen! Ihre zahlenmäßige Unterlegenheit, bie sehlenben Lebensrnittel, bas fehlende Material, bie fehlende Munition, dies alles kann niemals ausgeglichen werden. General Nivelle braucht sich wirklich keine Sorge zu machen. Den ganzen Monat Februar über herrscht in seinem Hauptquartier eine geradezu übermütige Stimmung. Mit geschickter, ja geradezu brutaler Hand, wenn es sein mußte, hat General Nivelle alle Hindernisse beseitigt, hat eine vollkommene Einigung zwischen seinen Untergebenen und Mitarbeitern erzielt und ihnen seinen Plan unverändert aufgedrängt. Er läßt keinerlei eigene Meinung zu. Nicht mal Haig gelingt es, in irgendeinem Punkt zu widersprechen. Eine Zeit lang stehen die Briten trotzig abseits. Aber am 26. Februar wird in Calais ein Vertrag unterschrieben, der eine volle Einigung zwischen den französischen und britischen Streitkräften in Frankreich herstellt. Dieser Vertrag zu Calais bedeutet für Nivelle wiederum einen Sieg sondergleichen, denn er unterwirft Haig seinen Entscheidungen. Der britische Oberbefehlshaber ist zwar nicht Untergebener von Nivelle, aber alle seine Handlungen und künftigen Befehle dürfen nur unter dem Gesichtspunkt der großen Nivelleschen Durchbruchsschlacht gegeben werden. „Unternehmen Alberich" ft e i g t. Unsere Oberste Heeresleitung muß sich auf einen Riefenkampf gefaßt machen. Wann er losbrechen wird, weiß kein Mensch. Aber alle Anzeichen dafür mehren sich. Die Artillerietätigkeit nimmt von Tag zu Tag zu. Keine deutsche Bakterie bleibt verschont. Anmarschwege, Stellungen, ausfallende und gut sichtbare Punkte im Gelände, alles wird planmäßig ab- aetaftet. Man rechnet im Großen Hauptquartier mit dem Beginn der Offensive für die ersten Märztage. Wird es gelingen, das Cosbrüllen dieser Riefenschlacht hinauszuzögern? Nur die Zeit kann noch für Deutschland K »tinuien jpaier ijt uer legte ueuiiiye öiugnupyn. *■ o Ausgangsstellung. Die Verwundeten wurden alle geborgen, die ge- Jl!nen Kameraden nach Möglichkeit auch mitgenommen. Langsam flaut ?,'üanzösische Feuer ab. Ueber „Höhe 185" hängt der Pulverqualm in ui,. , Mr schwarzer Wolke. Der deutsche Stoßtruppführer begibt sich pslicht- , I ls!} B Zu seinem Vorgesetzten und reicht ihm die drüben gefundene sran- r Me Ledertasche. Man öffnet fie. Lauter unwesentlicher Kram mit 'n vlti® t*Onen un& Regimentsbefehlen über den Gamaschendienst im Ruhe- r2[ii, t;'i einige Bestrafungen von Unteroffizieren und Mannschaften rxLt!e[arreft wegen Urlaubsüberschreitungen ober sonstigen Dingen. Ostszier hatte keine Zeit mehr gesunden, die bereits vom Oberst Ichriebenen Bestrafungen den zuständigen Kompanien auszuhändigen. tj’ ols wird einer der Bestraften diesen Arrest abzusitzen brauchen. Dann »i }neo Meldungen über Verpflegungsstärke des Stellungsbataillons. V wese Meldungen stimmen längst nicht mehr. Der Entwurf eines , >«chst hinter der Front stattfindenden Sportfestes ist auch habet und n} *.?n .einzelnen Kompanieführern zur Stellungnahme oder Ergänzung u, "pttet werden. Auch dieses Sportfest wird nie stattfinden. Der ganze iiri-m en Meldungen in der Ledertasche enthält leider wertlose und »"sttge Schreibereien. Am liebsten möchte man den ganzen Schwindel iefjener,ipaiiiiliciiblätter Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger je dichter die Besotzru un Minister, Reser deutsche Rückzug patzt gerade vorzüglich in meinen Pl«n. Gewiß, es werden durch die Verkürzung der Front einige deutsch« Di», sionen frei, oder vergessen Sie nicht, datz auf gleicher Frontbreite mtljr französische und britische Divisionen stehen als deutsche. Nehmen wir en, es werden durch die Frontverkürzung zehn deutsche Diviswnen gespart, so kann ich mit vollem Recht behaupten, datz wir selbst, zu gleicher Zeit, 17 bis 20 Divisionen einsparen und an anderer Stelle einsetzen töntwi. Gewiß, Hindenburg hindert mich, meinen Angriff auf der Linie Noyen- Chauny-Crozat-Kanal zu führen. Gut, ich werde diesen Punkt also nihj in meine Offensiv« einbeziehen, weil mir Hindenburg hier am linltn Flügel meiner Schlacht die Aufstellung durcheinandergebracht hat utti) mir ausweicht. Aber ich werde dafür meinen rechten Flügel in die Chan- pagne hinein verlängern, Unsere Schlacht wird stattfinden, und ter Durchbruch wird gelingen, daran kann auch Hindenburg nichts ändern." „Aber wenn Sie nach rechts um die entsprechende Anzahl von Kilo- metern Ihre Angrifssfront verlängern, General, dann wird ja die H«h. fläche Craonne etwa im Mittelpunkt des Kampfes fein", sagt PainleiL arbeiten, denn noch sind die notwendigen Munltionsmengen nicht ön- gesahren, ja, sie find noch nicht nial bereitgestellt. Mannifaltige Schwierigkeiten müssen überwunden werden. Unseren U-Booten muh man Zeit lassen, größere Unternehmen durchzusühren, um in die westliche Materialversorgung eine Bresche zu schlagen. Ueberhaupt, im Februar 1917, ist die Linienführung unserer Front nicht gerade günstig Somit reift der Entschluß, zwischen Arras und Vailly in eine Sehnen- stellung zurückzugehen und die inzwischen stark ausgebaute Siegfriedstellung zu beziehen, unter Aufgabe der vielgewundenen Stellungen im Gelände der Sommeschlacht. Durchschnittlich wird der Rückzug 15 Kilometer in der Tiefe betragen. Dieses Rückzugsmanöver bekommt im Dienstverkehr den Verschleierungsnamen „Unternehmen Alberich". Am 4. März 1917 wird „Alberich" befohlen. Mit sofortiger Wirkung treten die Sprengkommandos in Tätigkeit. Auf dem gewaltigen Frontabschnitt, der mehr als 150 Kilometer lang ist, werden die Gräben planmäßig zerstört, die Unterstände zur Sprengung fertig gemacht, alle Ber- teidigungsanlagen abgetragen und das noch brauchbare Material nach rückwärts befördert. Die noch bewohnten Dörfer muffen geräumt werden. In feiner größten Tiefe zwischen Roye und La Fsre, beträgt das Rückzugsgebiet 45 Kilometer. Dazwischen befinden sich zahlreiche Dörfer, Brücken und Straßen. Die Zivilisten werden sofort ins Hinterland gebracht mit ihrem notwendigen Hab und Gut. Diese Maßnahme schafft unerhörte Verbitterung, aber sie ist notwendig, Weichheit ist im Kriege nicht am Platze, wenn es um Sein oder Verderben geht. Wenige Tage nach dem Verlassen ihrer Dörfer schafft man die Zivilisten massenweise in Sonderzügen über die Schweiz nach Frankreich Sie erzählen dort von dieser neuen deutschen Maßnahme. Sie berichten, daß die deutschen Pioniere das ganze Land in ein totes Schußfeld verwandeln und keinen Stein auf dem andern lassen. Diese Maßnahme ist ebenso hart wie notwendig, denn unter keinen Umständen darf dem nachrückenden Gegner ein geeigneter Verteidigungspunkt überlassen bleiben. Für den 16. März ist der deutsche Rückzug festgesetzt. Vorerst bleibt dieser Termin noch geheim. Nur wenige Eingeweihte wissen davon. An verschiedenen Punkten, in den größeren Städten und Ortschaften Noyon, Ham und Nesle, versammelt man die zurückgebliebenen Zivilisten, die wegen ihres hohen Alters oder wegen Krankheit und Gebrechlichkeit die Bahnfahrt zur Schweiz nicht hatten antreten können. Es bedeutet für die deutsche Heeresleitung einen schweren Entschluß, die Front zurückzunehmen; denn wird der Feind nun nicht frohlocken? Wird das für General Nivelle nicht ein Triumph sein, eine neue Stärkung seines Durchbruchwillens. Einerlei, es muß geschehen. Die deutsche Abwehrfront fühlt sich noch nicht stark genug. Man hat zuviel über die Gewalt der kommenden Riefenschlacht erfahren und will den Zeitpunkt ihres Beginns noch hinauszögern. ' Das deutsche Frontheer schafft sich Schußfeld zwischen Arras und Vailly. Und dieses Schußfeld ist eine einzige große Wüste, in der es für den nachrückenden Gegner nichts gibt und nichts geben darf. Hier werden die nachdringenden Engländer und Franzosen wochenlang arbeiten müssen, um ihren Nachschub zu sichern, um neue Stellungen auszuwerfen und die Kampfstellungen wieder zu beziehen. Zu jeder Zeit kann der Rückzug auf die Siegfriedstellung beginnen. Sobald es dem Feind einfallen sollte, mit seiner Frühjahrsschlacht loszuschlagen, wird er auf leere deutsche Gräben stoßen, und sein Trommel- seuer wird nur ein unbewohntes totes Zwischengelände umpflügen. Immer wieder, solange noch die Zerstörungsarbeiten in der vordersten deutschen Linie in Gang find, tasten die Franzosen mit starken Patrouillen vor, besonders bei Noyon. Von deutscher Seite wird nun absichtlich kein Geheimnis mehr um den bevorstehenden deutschen Rückzug gewoben. Man möchte vermeiden, daß der Gegner die Räumung eines großen Gebietes als einen bedeutenden Erfolg feiner eigenen Waffen ausbeutet und damit die öffentliche Meinung der Welt für sich gewinnt. Am 16. März beginnt der Rückzug. Von jeder Batterie bleibt nur ein Geschütz und feuert wie immer, um die Bewegung zu verschleiern und den Feind am sofortigen Nachdrängen zu hindern. Im Laufe der Nacht zum 17. März verlassen die letzten deutschen Kompanien ihre Kampfstellungen. Nur einige verwegene Patrouillen bleiben zurück und schießen bald an dieser, bald an jener Stelle der Gräben ihre Leuchtkugeln ab, jagen hin und wieder einen Streifen aus dem leichten Maschinengewehr ins Niemandsland, hinüber zur französischen Stellung. Währenddessen marschieren die Kameraden unverdrossen rückwärts der Siegfriedstellung zu. Erst am folgenden Tag bringen die Franzosen gegen die stumm gewordenen deutschen Stellungen vor und finden das Nest leer. Der französisch-britische Vormarsch zwischen Arras und Vailly beginnt. Jetzt könnte General Nivelle seinen Durchbruchsgedanken harte Wirklich- keit werden lassen. Jetzt könnte er seinen Kavalleriemassen Aufsitzen befehlen und sie aus die Verfolgung des abziehenden feldgrauen Gegners hetzen. Aber Nivelle traut der Sache nicht. Er kennt nicht den Umfang und die Tiefe des freiwilligen deutschen Rückzuges. Er weih auch, daß die Deutschen in eiserner Ordnung zurückgehen, nicht etwa gezwungen oder auf der Flucht vor seinen Soldaten, so wie es die Presse jauchzend dem französischen Volk und darüber hinaus der ganzen befreundeten und neutralen Welt mitteilt. Am 19. März wird Painleve Kriegsminister. Seine erste Amtshandlung am 20. März ist ein Anruf im Großen Hauptguartier Nivelles. Painlevö fragt: „Herr General, was halten Sie vom Rückzug des Feldmarschalls Hindenburg? Paßt diefe Bewegung in Ihren ausgezeichneten Kriegsplan, oder ist's eine Durchkreuzung Ihrer Pläne und Ihrer Aufstellung zur kommenden Schlacht?" Und Nivelle, ganz jovial: „Aber nicht doch, mein lieber Herr Minister, diesen Rückzug haben wir ja längst erwartet und vorousgesehen. Wenn es mir möglich gewesen wäre, Hindenburg einen Befehl zu erteilen, so hätte ich ihm das besohlen, as er jetzt tut, also diesen Rückzug. Sie sehen doch, mein lieber Herr seiner gewinnenden, jungenhaften Stimme: „Natürlich wird alles nur so sein, wenn wir den Angriff mit Sw talität und Geschwindigkeit durchführen. Ich habe immer wiederholl us sage es Ihnen auch heute, Herr Minister, Geschwindigkeit und BrutolM werden es machen. Auch auf meine Poilus werde ich keine Rücksicht H’ men können. Sie werden die drei ersten Tage und Nächte durchmarsHe ren müssen. Das heißt, ich könnte ihnen vielleicht unten in der Ebene, ® Rande des Flüßchens Serre, einige Stunden Ruhe gönnen, währe» meine Kavallerie die Verfolgung und Umzingelung deutscher Trupp» verbände Domimmt. Aber ich kenne meine Soldaten, Herr Minister. Ä weiß, daß sie gern auf die Ruhestunden am Ufer der Serre verzich A werden. Die Begeisterung und das Siegesbewuhtsein wird sie vorwäib tragen und alle Müdigkeit der langen Märsche vergessen machen. Sie dürfen überzeugt fein, Herr Minister, jetzt haben wir das He! in der Hand. Wir diktieren auf dem Schlachtfeld, und Hindenburg w" das tun müssen, was wir ihm auserlegen---I Der Kriegsminister hängt ein. Man hat ihm General Nivelle ® Phantasten, als Dichter und Optimisten geschildert. Aber was er nun p hören bekam, geht über alle bösen Erwartungen. Er ruft die Nie-kt unterstellten Generäle an und bittet sie um ihre unverblümte Meimutz Den General Franchet d'Efperey erreicht er beim schwierigen Aufbau » verlassenen deutschen Rückzugsgeländes. Dieser General verheimlicht neswegs die unerhörten Schwierigkeiten in feinem Abschnitt, entstammt durch den Rückzug der Deutschen. Hier wird wahrscheinlich eine Dffenff« in absehbarer Zeit nicht möglich fein. Die Taktik der Väter vom Untet1 nehmen „Alberich" hat hier schon ihre Wirkung gezeigt. 1 Der zweite Führer einer der Nivellescheu Durchbruchsarmeen, ©en®^ Micheler, äußert gleichfalls schwere Bedenken. Er glaubt nicht an schnellen Erfolg innerhalb weniger Stunden. Gewiß, nach feiner Ansit ist es durchaus möglich, im Laufe der Zeit die deutschen Divisionen nw- Norden abzudrängen und bis zur Stadt Laon zu gelangen, aber Durchbruch, so wie ihn Nivelle sieht, hält er für ausgeschlossen. General Pötain, der seit einigen Tagen die rechte Flügelarmee fw ligt, rät überhaupt von der Offensive ab. Man muh, so sagt er, erst e» mal größere Streitkräfte ins Trentino schicken urtb in Frankreich >• dann zur Offensive schreiten, wenn es den Deutschen einfallen sollte,r» den im Osten langsam frei werd enden Divisionen hier anzugreisen. Inzwischen ist die russische Front zusammengebrochen. Heber »» Zarenreich lodert die Revolutton. Im verschneiten Niemandsland, , P schen den Schützengräben, treffen sich Deutsche und Russen. Wenige r genügen jetzt zur Besetzung der langen Ostfront. Zahlreiche gut ausgeM. und kampferprobte Divisionen, denen der wilde Bewegungskrieg noch Blute liegt, werden frei für den westlichen Kriegsschauplatz. Deshalb ’ fürchtet Petain ein plötzliches Uebergewicht auf deutscher Seite. . Nivelle steht einige Tage lang auf dem Spiel. Der Kriegsnim!^ überlegt... Soll er den Oberbefehlshaber bitten, feinen Posten zulegen, oder ihm Vorschlägen, auf die geplante Offensive zu verziaM" Soll er den größeren Truppenschub ins Trentino veranlaffen? @5 « schwere Entscheidungen für den jungen Kriegsminister. Gut, er t»in‘ den nächsten Tagen einen Kriegsrat einberufen. , Nivelle aber kümmert sich nicht um diese Dinge. Er weiß, da» ihm mißtraut. Und je mehr diese Erkenntnis in ihm wächst, Mt0 näckiger wird sein Wille, durchzuhalten und die beabfidjtigte Offenpor ihrer ganzen Wucht und ihrer ganzen Brutalität und Geschwinoi». durchzusühren. (Fortsetzung f Und nach einer Weile: „Gerade diese Hochfläche macht mir Sorge, General, der Feind tat sie zu einer bedeutenden Festungsanlage ausgebaut. Mr wissen so $ui wie nichts von dieser Hochfläche, weil wir sie nicht einsehen können urj) überhaupt an dieser Stelle unsere Beobachtung sehr gehindert ist." General Nivelle lacht siegesfroh: „Herr Minister, die Hochfläche von Craonne macht mir kein Ko-?s. zerbrechen. Ich habe sie bereits in meiner Tasche, das wage ich zu le haupten. Es soll uns eine Kleinigkeit fein, sie gleich in der ersten Sturze der Schlacht einfach wegzuputzen, wie der Poilu sagen würde. Ich ir fürchte nur eins, daß auch hier der Gegner sich zurückziehen wird, bewor mir ihn richtig fassen können. Es wäre furchtbar, Herr Minister, roiiitf sich der Gegner nicht zum Kampf stellen. Das ist meine große Sorge. Äh hoffe doch, daß Hindenburg sich stellen wird. Je stärker feine Reserwn, ' dichter die Besatzung seiner Berteidigungsgräben, desto größer mir) „..fer Sieg sein. Einen Feind, der vor uns herflieht, können wir nur wlh verfolgen, aber einen Gegner, der sich uns stellt, dürfen wir niederwaiW, zertrampeln, zerstören, aufreiben. Es wird nichts von ihm übrigbkibn und unser Sieg wird glänzender fein, als wenn wir hinter einem flieh-» den Gegner in dessen Land eindringen würden." Am andern Ende des Drahtes, im Kriegsminifterium zu Pmis, herrscht einige Sekunden Schweigen. Painleve ist überrascht von biej« ungeheuerlichen Optimismus. Er, der Zivilist, hat jetzt zu schweigen. 5t fühlt sich ganz klein und ganz demütig vor so viel militärischem Köni« und so viel Draufgängertum. Und nun meldet sich wieder Nivelle mit mir tute zu venanen. .ye uringenuet uti auuipiuioci --------", mritrnmi! um fo entschiedener gab er durch lebhafte Gesten seiner Weigerung Aus< ...... 1 1. r-”___cxr,.- SA .„M14. hn„, onifMnh nur nut he» übrigÜtii Oer Schornstein. Von Hans Georg Brenner. Im zweiten Kriegsjahre, so wird uns überliefert, an einem freundlichen Sommertag, wurde eine deutsche Jnsanterieabteilung zum Sturm aus eine französische Ortschaft angefetzt, die — der vorausgegangenen Be- jchießung durch unsere Artillerie zum Trotz — von dem hoch ausragen- 5en völlig unversehrten Schornstein einer Zuckerfabrik beherrscht wurde. Ls gelang den Unseren, das Dorf zu nehmen und den Feind in die dahinter liegenden Felder zurückzuwerfen, als ein Infanterist, ein Saar- pfäüer, zufällig gewahr wurde, daß hach oben auf dem Fabrikfchornftem rin Franzose saß und, scheinbar ohne jede feindliche Absicht, geruhsam das kriegerische Treiben unter sich verfolgte. Der Saarpsälzer vergewisserte rieh bei seinen Kameraden, daß er keiner Täuschung unterliege, formte die fiönbe vor dem Mund zu einem Trichter und bedeutete dem Manne oben in gutem Französisch: er möge ruhig herunterkommen, der Krieg fei nun Für ihn beendet. Der Franzose jedoch machte keine Anstalten, der Aufforderung Folge zu leisten und über die eingemauerten Eisensprossen an Der Außenseite des Schornsteins seinen offenbar recht bequemen Hochsitz ,u verlassen. Je dringender der Saarpfälzer ihn zum Abstieg ermunterte, ____föhhnHo fÄofton ipinpr 9Reiaeruna Aus- Druck, ja, als der Saarpfälzer sich endlich dazu entschloß, nur mit bem Revolver am Koppel hinaufzuklettern und seine lebende Beute selbst hinunterzugeleiten, begann der Franzose in aller Ruhe eine Zigarette zu Drehen und vergnügt ein paar weihe Ringe gegen den blauen Himmel Weile Wett und breites Leben. Bon I. W. von Goethe. Weite Welt und breites Leben, Langer Jahre redlich Streben, Stets geforscht und stets gegründet. Nie geschlossen, oft gerünbet, Aeltestes bewahrt mit Treue, Freunblich ausgefahtes Neue, Heitern Sinn unb reine Zwecke: Nun! Man kommt wohl eine Strecke. t Sorgt; ne W 8*1) zu blafen. „ r.„ , Noch ein wenig außer Atem, versuchte ber Saarpsalzer ihn oben von Der Sinnlosigkeit seiner Weigerung zu überzeugen, um enblich bem freunblich lächelnben Franzmann burch einen kamerabschaftlichen Schlag auf bie Schulter zu bebeuten, baß er fein Gefangener fei unb ihm unverzüglich zu folgen habe. Der Franzofe schüttelte ben Kops: jo weit wäre es noch nicht. Er wies mit ausgestrecktem Arm nach Narben unb erklärte dem verbüßten Pfälzer, daß borther eine starke Abteilung ber Seinen nahe unb ben Ort fraglos zurückerobern werbe. Unser braver Infanterist arschrak unb wollte sogleich roieber hinunter klettern, um feine Kameraben vor bem Feinb zu warnen. Bevor er jeboch bie erste Eisensprosse verlassen konnte, hielt ber Franzose ihn mit einem Hinweis auf fernen Revolver beim Hanbgelenk fest unb bebrütete ihm, er möge ruhig hier neben ihm Platz nehmen unb bie Entwicklung ber fraglos noch ungeklärten Vage Ehe sich ber Saarpsälzer in feine ungewöhnliche Situation geschickt «satte, brehte ihm ber Franzose eine zweite Zigarette unb bot ihm obendrein noch Feuer an. Rauchenb beobachteten.bie beiben nun von ihrem luftigen Platz aus, wie bie Unseren unten von bem ungestüm ansturmen- fcen Feinb überrascht unb in erbittertem Gefecht wahrenb besten keiner der Kämpfenben auf bie Männer oben achtete, aus dem Ort wieber ve - drängt würben. Die atemraubenbe Spannung, in bie ihn die leicht zu vberfehenben Operationen unten versetzten, lieh unserem Saarpsälzer bie Zigarette ausgehen. Der Franzose, ber mit wachsender ©eniigtuung nur die Bewegungen feiner Kameraden verfolgt hatte, bot ihm aufmertfam zum zwEnmale ein Streichholz an. Er lächelte — ein teuflisches an- mutenbes Lächeln, ba er sich an bem Ruh auf bem Kaminsims bie Hande «-schwärzt unb mit biefen achtlos im Gesicht Herumgewi seht hatte, klopfte nun seinerseits den Deutschen auf die Schulter und erklärte ihn zu feme Gefangenen: er möge unverzüglich vor ihm hinuntersteigen, nun s Un n Saarpfällzer^ blickte verloren in die Landschaft, die sich unter »Hw. weithin dehnte und verhältnismäßig unversehrt gebliebenmar, bis «hn die lebhaften Rufe von unten unb bie frohen Antworten des Fran- äofen neben ihm in bie mißliche Wirklichkeit zuruckr.efen Er solle m^ht länger zögern, erklärte ber Franzose. Ratlos sah sich der Saarpfal^r im Gelänbe um, unb sogleich hellte sich fein ebenfalls an^chwarztes Gepcht Wieder auf, da die Unseren vor dem Ort, 'M Schlitze wütend bellender Maschinengewehre, zu neuem Sturm ansetzten unb von Suben fer Härtung nahte, bie ben Franzosen keine Atempause gönnte. Elachte unb meinte, man täte vielleicht gut daran, noch eine Welle SU warten, »is die Lage unten restlos geklärt fei, und der Franzose nickte ernst Indes Das Gefecht von neuem entbrannte, nahm er bie Zigarette, bietjm ber Deutsche aus einer zerdrückten Schachtel bot, er rauchte un stellte ruhigt fest, daß unten fein Schicksal offenbar besiegelt tourbe. Die Dem Ichen griffen von zwei Seiten an, warfen ben Feinb, befferr »erftarfung nun nicht mehr genügte, enbgültig zurück unb "ahmen obendrein einig Franzosen, bie sich trotz tapferer Gegenwehr ber raschen Umklammerung nicht hatten entziehen können, gefangen. py,raü Der Franzose fügte sich unb glaubte wieber ben mahnenden Schlag aus ber Schulter zu spüren; boch hätte ber nicht von einem MnenDen Laut begleitet sein dürfen, auch hätte der Deutsche neben^ihrn keine B anlassung dazu gehabt, traurig, wie um Hilfe bittenb, das s ) 0 • seme Schulter zu lehnen. Allmählich erst begriff der ffcanjBfe, bafi Der andere, dem er nun unweigerlich als (Befangener zu fo9,ö' ° ner Kugel getroffen war, von einer verirrten Kugel vielleicht, 0^^0011 fincr wohlgezielten französischen, die den Deutschen, ode g (« en deutschen, die den französischen Ausguck treffen follte. Mit gefchiosjenen ; ffl st i von i»1 Idjnxir- chrm ■ Jliwld qeStrW t vd RM'I lurdii«®’ n ttit, I her Mira: M rre EW ft He>:. | mir »>!W beÄMW i N!e Ff dl! ■ 1 rtÄ> Ä <1 eine AM üOill5 ■ ineen, jein« ■ gen, * 1 fe.K'l S-t [•"fei KM *.4 ■i a »wikb. Uh Bit -. * jtj tönnr «u h- tt ch, . ,°M lit'r hk N11 , ui» le änbeti' W von fe | ja die M, 9t Ne r Feind > Mffen ji; können :i 1 ist.' ' kein b !«Ich,:! rften Sb irbe. Ai wich, Ie niftr, r Augen unb schmerzlich verzogenem Mund lehnte ber Deutsche neben ihm. Der Franzose legte aufgeregt den Arm um ihn, tastete mit der slachen Hand seine Brust ab, an der sich bereits der Unisormrock verfärbte, rief, flehte ben Kameraben an, er möge roieber zu sich kommen. Da er nur ein leises Stöhnen zur Antwort erhielt, machte er sich unverzüglich baran, ben offenbar Schwerverwunbeten zu bergen... Fraglos ein schwieriges Unternehmen. Die Eisensprosten, bie ben Abstieg ermöglichten, waren nicht breit, unb ber schmale Kaminsims, auf bem sie faßen, erlaubte keine gewagten Bewegungen. Dennoch gelang es ihm, ben Saarpfälzer, besten Gesicht sich schon oeränberte, behutsam über seine Schulter zu legen. Währenb ihn unten immer mehr Deutsche mit zunehmenber Spannung beobachteten, trug er Sprosse für Sprosse bie schwere Last hinunter, wohl bebacht, bem Berwunbeten jebe überflüssige Bewegung, jeben unnötigen Schmerz zu ersparen. Aber bie Last würbe von Minute zu Minute schwerer, unb bas Blut bes Deutschen sickerte schon burch seinen Rock. Als er erschöpft unten lanbete unb von seiner Fracht befreit wurde« taumelte er, und die Arme, die ihm entgegenfprangen, galten nicht dem Gegner, ber noch im Besitz einer Waffe war. Er erholte sich rasch, und sobalb seine Augen auf ben am Boben liegenben Saarpfälzer fielen, besten Unisormrock man geöffnet, bann aber roieber zugeknöpft hatte, sagte er: dieser hier habe ihn gefangen genommen unb bann fein Leben gerettet. Er nahm Haltung an. Die Hanb an ber Mütze, gab er ben Umstehenben bas Beispiel, ben Toten zu ehren. Sie grüßten ihn, unb wie nach vorheriger Berabrebung galt ihr zweiter Gruß bem Franzosen, ben ber Tote in ihre Gewalt gegeben hatte. Oie Spielschar. Bon Georg von der Bring. Wir hatten ihnen diesen Namen gegeben, weil sie spielen konnten wie Engel. Ich aber habe sie bewachen müssen, so oft es die Großmutter von mir forderte. Es waren vier kleine Knaben, Brüder im Alter von vier bis fieben Jahren; ihre Vornamen sind mir entfallen, ich weih nur noch, daß sie ziemlich ungewöhnliche Namen hatten; der jüngste wurde von feiner Mutter Sibo ober fo ähnlich genannt. Es ist lange her. Ich war bamals zwölf. , , , . .. . , Wer hätte benten können, baß sie fo schwer zu bewachen sein mürben 1 Sie tarnen ganz brav, Hand in Hand alle vier, mit ihrer Mutter die Straße herunter. Sie trugen saubere Matrosenanzüge, aber keine Mutzen; bei allen stand das helle Haar steil und feurig empor. Dies steile Haar hätte mich von Anfang an stutzig machen fallen. . _ , Die Mutter war eine kleine luftige Frau. Kaum hatte sie meine Groß« mutter erblickt, die vor der Haustür in einem der steinernen Sessel auf ihren Kissen sah, so nahm sie ihr gegenüber in dem anderen Sessel Platz. In diesen Sesseln war es an den heihen Sommernachmittagen so sehr angenehm. Bevor die kleine Frau Baurat zu plaudern begann, sagte bis Großmutter zu mir: „Spiele derweil mit den Kleinen!" Ich wäre lieber zu meinen Kameraden an den Hafen gelaufen; aber es muhte wohl fein. Die vier Knaben lächelten mir bann fo freubig zu, daß ich meine Unlust vergaß. Sie ließen ihre Hände los, putzten sich eifria die Schuhe ab und folgten mir auf den kühlen Flur. ; Hier auf bem unteren Flur hing bas Bilb von Bismarck im Kurassier- belm. Wir blieben bavor stehen, unb ich erklärte es ihnen ausführlich« Was ich sagte, klang in bem leeren Hause roiber. In alle Räume drang es beren Türen offenftanben, in ben Oberstock hinauf unb wohl noch weiter empor ... unb bie Spielschar hörte mir brav zu, unb alle vier hielten sich wahrhaftig roieber bei ben Hänben gefaßt. Als ich bann nichts mehr über Bismarck auszusagen wußte, führte ich sie ins Wohnzimmer. Sie nahmen auf Grohmutters Schaukelstuhl Matz. Sie saßen bört als eine kleine blauweiß gestreifte Gruppe. Sie schaukelten nicht einmal. Es war, als hielten sie in oller Unfdjulbvoif einem Photographen still. Ick) wußte mbesstn, baß bieser Ruhe nicht zu trauen war. Zwar lagen bie gefährlichen Punkte, auf bte id) bejonbers achten sollte, im Hof. Die Großmutter hatte sie mir genannt. Vor allem mußten bie Kleinen von ber Aschengrube ferngehalten werben wegen bes Kartoffelbrecks; zweitens vom Glasschuppen, ben Großvater regelmäßig abzuschließen vergaß; benn dort hätten sie sich die Fmgerchen zerschnei- ben können; unb brittens von ber Werkstatt, wegen ber Farb-rckopfe unb Dem Kitt. Viertens war ich von mir aus entschlossen, sie nicht an Die Regentonne zu lassen, in ber mein Schiff schwamm. In ber Wohnstube waren sie vorläufig gut ausgehoben. Um ihre Gebauten auf eine ruhige Bahn zu lenken, ging ich an Großmutters Eckschrank unb holte bie Lupe. Jeder bürste hmburchsehen. Emer nach bem anbern richteten sie bie Lupe burch bie Fensterscheibe auf ben Hof, wo bie Hühne? irn Sanb lagen. Die brei älteren freuten sich über bie riesigen Hühnertiere, bie ihnen bie Lupe zeigte; aber als der längste biestr Sibo, fo An gewaltiges Huhn erblickte, begann er schmerzlich zu schluchzen Um ibn w beruhigen, brehte ich bie Lupe um, unb nun mußte auch Sibo lachen- benn bas Huhn war plötzlich in bie äußerste Ferne geruckt, klein wie ein Spielbing und äußerst ungefährlich. . Die vier waren jetzt munter geworden. Sie kehrten nicht mel)r auf den Schaukelstuhl zurück, sondern umstanden mich mit begierigen B.ickem Schon war es nötig, daß etwas Neues geschah. Ich ging also und nahm die Zwerge vorn Bord herunter. Diese Zwerge mögen Damals das Modernste gewesen fein, was man sich denken kann. Es waren zwei hand- hohe Figuren aus bemaltem Blech, Weißbärte mit hohen Zipselmutzen, die auf Baumstümpfen saßen und lange Tabakspfeifen mHandenhielten Die Baumstümpfe unter ihnen waren (0 hohl roie sie selbst. Da drinnen befanden sich zimtbraune Räucherkerzen. Ich zündete die Räucherkerzen an und stellte die Zwerge auf den Tisch. Alsbald kräuselte sich aus den offenen Mündern der Zwerge em ftmer, roeiüer Rauchfaden Die vier Knaben wandten kein Auge von diesem Schauspiel. Die Hellen Borsten auf ihren Köpfchen sträubten sich noch mchr als sonst. Darauf begannen sie durch die Nase zu atmen, und jie taten es, so stark sie konnten; denn fetzt ward der wunderbare Duft offen« bar, der diesen hohlen Zwergen entquoll. Die Räucherkerzen hielten lange, und ich gewann viel Zeit. Die Stube hüllte sich in Nebel, un# der zauberhafte Duft wurde so stark, baff man einen Hustenreiz spürte Ich öffnete die Lustscheibe. Diesen Augenblick benutzten die vier und liefen hinaus. Ich Härte sie über den Flur rennen. Die Stubentür warfen sie hinter sich zu und waren mir also entwischt. Nun, ich mutzte ihnen nach! Rasch verlöschte ich die Räucherkerzen und stellte die Zwerge aufs Bord zurück. Dann eilte ich auf den Flur hinaus. Hier waren sie nicht. Ich lauschte ins Treppenhaus hinauf. Alles blieb still Bon der Haustür klang das Geplauder der beiden Frauen. Mir fiel die Aschengrube ein ... die Werkstatt... der Glasschuppen .. mein Schiff. Ich sah sie schon vor mir, wie sie in aschebesiäubten Stiefeln, in verschmierten Anzügen, mit blutig zerritzten Fingerchen den Mast meines Schiffes abbrachen ... und ich rannte auf den Hof. Aber auf dem Hofe waren sie nicht und nicht in der Werkstatt. Ich atmete auf und kehrte ins Haus zurück. In der Küche waren sie auch nicht. In der Speisekammer? Nein. Im Bügelzimmer? Nein. Im Schlafzimmer? Nein. Im Tapetenladen? Nein. Sie mutzten nach oben entkommen sein. Ick) sprang die Treppe hinauf. Das Wohnzimmer meiner Mutter war leer, die beste Stube und die Küche ebenfalls. Zum Glück entdeckte ich sie dann im Schlafzimmer meiner Schwester. Sie hatten das Nachtschränkchen umgekippt und mit der Tür nach oben auf den Fußboden gelegt. Sie sahen auf der Tür das Schränkchens und stützten die Köpfe in die Hände, als führten sie ein Spiel auf. Ich merkte rechtzeitig, daß es nm drei von ihnen waren, die dort sahen. Der vierte, vermutlich der kleine Sibo, fehlte. Schon ängstigte ich mich um ihn und fragte: „Wo ist Sibo?" . „Pschtl" „Pscht!" „Pschtl", winkten die drei ab. Pscht, du! Wir sind doch die Zwerge!" Nun wurde mir alles klar: sie spielten „Schneewittchen und die Zwerge", und sie waren die Zwerge und sahen trauernd auf dem gläsernen Sarg. Ich muhte auch sogleich, wo der Kleine stecken mutzte... Schon hörte ich ein leises Winseln, das in Weinen überging... Sofort befreite ich den Sibo. Er lag wirklich im Nachtschränkchen. Zum Glück war bei diesem Spiel die Rückwand zerbrochen, so datz er hatte Luft bekommen können. Ich tröstete ihn, und das nette Spiel war beendet Ich wäre der Königssohn gewesen, erklärte ich ihm, und ich hätte das Schneewittchen wieder lebendig gemacht. Weinen dürste er jetzt nicht mehr. Das leuchtete Sibo und auch den anderen ein, und dankten mir, datz ich gekommen war. Ich setzte die zerbrochenen Bretter der Rückwand, so gut es ging, wieder in den Rahmen und stellte das Schränkchen an seinen Platz zurück. Natürlich tat mir meine Schwester leid. Ich begann ärgerlich zu werden; meine Freunde würden mich am Hasen erwarten; sie liehen dort ihre Schiffe segeln; ich aber besah wohl das beste Schiss, das es hier gab. Als ich der Spielschar nacheilte, war sie bereits im Schlafzimmer meiner Mutter tätig. Sie hatten Sibo aufs Bett gelegt, ihm die Hose heruntergezogen und arbeiteten heftig mit dem Fieberthermometer: sie spielten „Arzt". Sibo lieh es ruhig mit sich geschehen. Ick) entrist ihnen das Thermometer. Sie mochten kein gutes Gewissen haben; denn sie entwischten unvermittelt, Sibo als letzter, mit hängender Hose. Als ich das Thermometer ansah, kam es heraus: Der Knops mit dem Quecksilber war abgebrochen! Wo war er geblieben? Ich suchte umher, sand ihn aber nicht ,o rasch. Wenn er nun bei Sibo steckengeblieben war? Ein schrecklicher Gedanke! Ich muhte ihnen wieder nach, lieh das zerbrochene Thermometer liegen und eilte auf den Flur. Waren sie ins dritte Stockwerk hinaufgerannt? Ober nach unten und auf den Hof? ... Der Hof ... mein Schiff ... dort drohte die größte Gefahr. Ich lief in den Hos. Aber hier war die Lust sauber. Mein Segler lag ruhig auf dem «spiegel der Wassertonne, von Mückenlarven umschnalzt. Ich blieb stehen und begann zu spielen. Am liebsten wäre ich mit ihm fortgerannt. Doch die schwere Berantwortung übermannte mich von neuem. Ich versteckte bas Schiff im dichten Heu und kehrte voll böser Ahnungen ins Haus zurück. Das ruhige Geplauder der Frauen ging weiter. Im Erdgeschoss waren sie nicht. Ich klomm leise eine Treppe höher, auch hier keine Spur von ihnen. Ich erreichte den dritten Stock. Ich vermutete sie so halb auf dem finsteren Torfboden, trat also ein und wühlte im Torf herum. Kein Laut war zu hören, auher dem Gepolter der Torfstücke. Schliehlich erstieg ich die letzte Treppe, die zum Bodenraum hinaufführte. Hier lag eine ruhige Helle auf all dem Gerümpel und den vielerlei Kisten. Ich umschritt sie, schaute hinter die ausgestapelten Tapetenproben, hinter die Oelbottiche, in Truhen und in Soffer. Ich fand sie nicht. Halt, jetzt wußte ich, das; sie dagewesen waren: sie hatten versucht, die Fahne aus dem vorderen Fenster zu schieben; denn sie war von der Stange abgerollt. Das Zwanzigpsundstiich das am Ende der Stange be- feftigt war, mochte ihnen zu schwer gewesen sein, und sie hatten es auf* gegeben. Jetzt hieß cs weitersuchen. Noch ein Anhaltspunkt: die Schorn- stewklappe war von so einer kleinen Hand geöffnet worden. Ich schob sie wieder zu. Sonst war keine Spur von ihnen zu entdecken. Eben wollte ich den Bodenraum wieder verlassen, als von irgendwo in der Nähe ihre Stimmen laut wurden. Sie jauchzten ... Wo jauchzten sie? Das Jauch;en fth'eü aus der Luft zu kommen! Vom Gebälk? Es war leer! lind im Schornstein bei den Dohlen formten sie doch nicht stecken! Plötzlich fiel mir etwas ein, und eine eisige Kälte drang mir ins Herz. 3rt) lief auf die Leiter zu. Diese Leiter gehörte dem Telegraphen-Amt, sie filhrte zum Dach hinauf und an ein im Sommer immer ossenstehendes Dachfenster. Da unser Haus das höchste der Strotze war, so besaß es einen «‘lernen Mast, über den die zwanzig blitzenden Drähte, die von der Post berfqmen, hmliefen. Die Leiter war für den Beamten bestimmt, der die Drahte zu kontrollieren hatte; damit er auf dem schrägen Dach Fuß fassen konnte, war da draußen neben dem Fensterchen ein Brett angebracht Auf dlesem Brett hatte Ich schon einfgemafe gesessen und In die große Tich hinuntergeschaut. Aus diesem Brett ... > Ich erstieg die Leiter, steckte den Kops aus dem Dachfenster, und ... d, saßen sie fröhlich mit blitzenden Stehhaaren auf dem Brett über bet schwindelnden liefe und hatten die Rohrdegen eines Reifenfpiels, die sj, auf dem Bodenraum aüfgeftöbert hatten, wie Solbatenfäbel über bc- Schultern gelegt, diese Hanswurste von Kletterern ... „Atelrie!", jauchzten sie, und „Hüh!" und ließen die Beine baumeln. Und auch diesmal merkte ich sofort, daß es nur drei waren, und ich riei ihnen zu, wo der Sibo wäre? „AtelrieI", jauchzten die drei und deuteten mit den Degen das (ang.t Dach hinunter, als ob der Sibo soeben dorthin abgerutscht wäre. Grausiger Gedanke! Ich schlug ihn mir aus dem Kops und hatte vorerst alle Mühe, sie einen nach dem andern von ihrem Hochsitz herunterzuziehen. Sie wollten durchaus nicht, sträubten fidj. und kitzelten mich niet den Degen. Erst als ich ihnen in meiner höchsten Not versprach, datz (1« mein Schiff sehen dürften, folgten sie. Ich atmete cuf, als ich sie die Leiter hinuntergefördert hatte. Plötzlich fiel mir wieder der Sibo ein. Ich nahm sie am Kragen und fragte nach ihm. Sie rissen sich los und jauchzten „Atelrie!" Jauchzend und die Degen schwingend eilten sie die Treppe hinunter. Ich wagte nicht, ihnen zu folgen. Wenn nun der Sibo im Seitengang gefunden wurde! Mein Herz tat mir weh vor Angst. Ick) trat ans Vorder- fenfter, setzte mich auf die Fahnenstange und spähte nach unten. In den Seitengang konnte man von hier nicht schauen. Unsere Straße breitete sitz leer und grell in der Sonne. Bielleicht würden meine Großmutter und bi» Mutter der Spielschar sogleich erscheinen und den Sibo von mir fordern. Mir zitterten die Hände. Im Norden hoben sich die Masten und Rahen der großen Segler übet die roten Ziegeldächer empor. Dort waren jetzt meine Freunde. Ich abet ... die schwere Berantwortung lastete auf mir. Nie wieder würde sie vom meinem Herzen fortzurücken fein. Ich war dieser Ausgabe nicht gewachsen gewesen, und ich nahm den Kopf in die Hände und meinte. Solch einet schweren Pflicht war wohl nur eine Mutter gewachsen. Wie lange ich auf der großen Fahne gesessen habe, weiß ick) nicht. Ich hätte alles seinen Gang gehen lassen. Der Laus der Welt war mir gleichgültig geworden. Plötzlich hörte ich ihre leisen Tritte. Sie näherten sich au| Zehen. Ich hob den Kops, wischte mir die Augen und starrte zur Treppe hinüber. Und da wisperte eine Stimme: „Wir haben dein Schisf gefunden, ätsch!" Eine zweite Stimme sagte dasselbe, eine dritte ... und eine vierte. Daraus erschienen ihre Köpfe, kleine Köpfe mit Stehhaaren ... vier Köpfe! Bier! Und ich rannte zu ihnen hinüber, mit neuem Mut; dem» der Sibo war heilgeblieben, und noch sah ich mein Schiff nicht in ihrem Händen! Sie jubelten, und jubelnd ging es alle drei Treppen hinunter und auf den Hof hinaus. Plötzlich, da sie mich umstanden, bemerkte ich« die Beränderung, die mit ihnen vorgegangen war: der Sibo hatte einem zinnoberroten Farbfleck auf der Brust, größer als fünf Tomaten — er war also in der Werkstatt gewesen; der zweitjüngste hatte der Aschen-- guibe einen Besuch abgeftattet, die Asche reichte ihm bis an den Leib; der drittjüngste leckte an seinen Fingern; er leckte Blut, und zwei ftiUe Tränen hingen an feinen borstigen Wimpern — er hatte sich im Glas- schuppen zu tun gemacht. Beschmutzt oder beschädigt waren sie alle, außerdem ältesten; diese Tatsache erregte sofort meinen Verdacht. War er auf der Suche nach meinem Schiff gewesen? ,Wie gut, daß ich es aus der ; Tonne genommen und imjjeu versteckt hatte! Uebrigens würden sie es setzt sehen wollen. Ick; hatte ihnen ja mein Wort gegeben. Gewagtes Unternehmen! Ich zögerte. Vielleicht setzten sie es sofort in die Regentonne und tauchten es unter Wasser; vielleicht zerbrachen sie es mir. Bestimmt würde es Schaden erleiden, mein geliebtes Schisf. Es war nämlich kein Süßwasserschiff aus einem Laden, sondern eine Handarbeit, ein Kutter mit Bleikiel, echter Takelage und hohlem Rumpf, ein Meistersegler, eine richtige Jacht war es, die überhaupt nicht in Kinderhände gehörte. Zeigen würde ich es wohl müssen Die vier umstanden mich so wach und nachdenklich. Sie warteten. Als ich immer noch nicht Miene machte, mein Verlprechen einzulösen, wisperte der älteste: „Im Heu ist dein «schiss nicht mehr, ätsch!" Die andern sprachen es »ach. Alle marleten mit nachdenklichen Augen Darauf, was ich jetzt tun würde. Mir schlug das Herz los. Ick) trat ans Herwersteck: mein Schiff war fort! Bier grübelnde Blicke folgten mir. Der Zweitälteste lutschte laut auf feinen zerschnittenen Fingern. Wieder umstanden sie mich mit ihren unschuldigen steilen Haaren. Ich hätte sie verprügeln mögen! War mein Kutter entzwei, so mochte die Welt ein- stürzen. Sollte ich sie nehmen und verprügeln? Nein, erstens waren sie schon reichlich übel zugerichtete Gäste unseres Hauses, und zweitens würden sie nur losbrüllen. In diesem wahnwitzigen Augenblick kam mir ein guter Gedanke; ich rief: „Holt das Schiff, schnell, wir laufen an den Hafen und wollen es fegeln lassen!" Sie rannten zum Glasschuppen, zwängten sich hinter die Stiften ins Stroh und brachten das Sd)iff. Es war heil. Ich nahm es und hob es über meinem Stopfe empor. Ich war dieser Ausgabe jetzt überdrüssig, ich wollte der Verantwortung los und ledig sein. Und ich sagte ihnen: „Nach dem Hosen dürft ihr Kleinen nicht. Eure Mutter hat es verboten." Aüe vier stießen ein Wutgeheul aus und stoben durch den Seitengang Zu« Straße, um ihre Mutter zu fragen und zu bestürmen. Die Frau Baurat wurde über ihr Aussehen staunen ... ... V wartete das nicht ab, sprang mit dem Schiff im Arm hinter der Werkstatt aber den Zaun, bückte mich unter die Holunderbüsche und eilte bürd, die hintere Straße zum Hasen. Bei jedem Schritt und bei jedem Sprung fiel eine Last von mir ab. Verantwortlich: Dr. Han« Thyrtot. - Druck und Verlag: Brühlsche Univerf itStSdruckerei N, Lange, Dießen.