SietzenerZamilienbMek Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger Jahrgang 1959 Montag, den 20. November Nummer 90 Die Hochzeitsreise Roman von Charles de Coster Deutsche Übertragung von Arthur Seiffhart 3. Fortsetzung. „I>u mußt hundert Austern, sechs Hammelkoteletten, ein Huhn, einen Hummersalat und einen Napf Gänseleber bringen." „Sehr gut", sagt« Roosje, „soll das alles gleich sein?" ,,Si« sind ein Herr und gut angesogen", antwortete der Lehrling, „Sie können sich bringen lassen, was Sie wollen, aber ich, der ich nur Lumpen anhabe, ich kann all das ohne Geld nicht holen. Geben Sie mir also Geld", bat er und streckt« die Hand aus. / Der Doktor zeigt« auf Roosje, die sich taub stellte und sehr aufmerksam di« Zimmerdecke betrachtete. Der Lehrling klopfte ihr auf die Schulter. „Geld, Baesinl" Roosje antwortete nicht. Der Lehrling klopfte ihr ein zweites Mal, jetzt aber etwas stärker, auf den Arm. Roosje wandte sich zu Paul und fragte: „Wieviel muß ich denn diesem Taugenichts geben, damit er Ihre Mahlzeit aus Austern, Hummer, Gänseleber und andern kostspieligen Leckereien bezahlen kann?" „Fünfundzwanzig Franken", erwiderte Paul. ,Hch habe nur einen Zwanzigfrankenschein. Werden Sie die fünf andern dazugeben?" „Nein", sagte Paul. JMber Mama!" rief Grietj« ganz beschämt. „Siska hat sie vielleicht in der Schublade des Schanktisches. Ich werde sie fragen." „Mama, du hast Fünffrankenstücke in deiner Tasche, ich höre sie klingen", meinte Grietj«. ,^Das ist wahr", sagte Roosje, an sich haltend, aber schon fast außer K). „Hier, du Blutegel, hier sind sie. Hole das Essen für die Sein- mecker, die noch einmal betteln gehen werden. Und wenn du mir das herausgegebene Geld nicht bis auf einen Centime und die genaue, quittierte Rechnung bringst, so schleife ich dich an den Ohren zum Polizeikommissar." , , „Gut", sagte der Lehrling, „aber ich gehe nicht fort, ehe man mir nicht ein Trinkgeld gibt." ,Lch nicht", sagte Roosje. „Aber ich", sagte Paul. . , . Der Lehrling witterte einen Scherz und ging freudestrahlend fort. $r liebte Roosje nicht, die ihm nicht einmal ein Alas Wasser gegeben roättc. Roosje, Grietje und Paul waren still geworden und hörten die Arbeiter, die, von Siska aufgefordert, auf die Gesundheit des Wunderdoktors und der wiedererstandenen Grietj« tranken, des wackeren Mädchens. Roosjes schlechte Laune dauert« nicht lange an. Sie hatte, rote sie glaubte, ein Mittel gefunden, den Arzt selbst zum Polizettornmistar zu schleppen, mit dem der Junge zu tun haben sollte, wenn er das Geld richt richtig zurückgeben würde. Gewiß hatte sie die Austern, die Hammelkoteletten, die Gänseleber und den Hummer bezahlt, aber wer halle dieses kostspielige Mahl bestellt? Der Doktor. Der Lehrling konnte es nötigenfalls bezeugen. Wer bestellt, bezahlt! Ein Gastwirt gibt Kredit für das, was ein Gast verlangt, ihm iruf den Tisch zu stellen; aber er hat das Recht, das Bestellte sich durch den Gast bezahlen zu lassen. Das war vollkommen klar. Nötigenfalls würde sie bis zum Richter gehen, den sie schon, vor sich sah, einen Idioten, der fast immer betrunken oder tm Begriff »ar sich zu betrinken, der auf dem rechten Ohr taub war und aus dem linken schwer hörte. Roosje sah schon im Geiste den Beklagten v liefern bedeutenden Mann erscheinen und gezwungen fern, tm; »e Klägerin, die Auslagen zu erstatten: erstens für einen Napf Ganse- leber, zweitens für sechs Hammelkoteletten, drittens für einen Hummer, viertens für Salat, Essig und Del, fünftens für die Zubereittrng des M zweit genanten, zusammen 27,50 Franken. Äußerem für .-stzustellende Anzahl von Flaschen Bordeaux, die suh nach dem Durst es Beklagten bemessen wird ... wenigstens stchsFlaschen ie mitgetrunken haben würde. Der Wein also, die.Flasche enlAegen »mmend mit 15 Franken berechnet: 90 Franken. Das ergab für die entzückte Roosje insgesamt: eine reichliche, durch einen Dritten bezahtte Mahlzeit, einen Gewinn von fünf Franken an der Zubereitung der sechs Koteletten und an dem nie erwarteten Berkaus von Wein 90 Franken. Deshalb war ihre gute Laune wiedergekommen, und sie betrachtet« Paul mit der unterwürfigen, etwas unsicheren Achtung des Gläubigers gegenüber einem zahlungsfähigen Schuldner. Die Austern, die Koteletten, der Hummer und die Gänseleber bekamen in ihren Augen eine ganz andere Wertschätzung; nicht mehr ihr Geld, ihr Fleisch und Blut würde man essen und trinken, vielmehr war es die saftige Frucht der Dummheit des Doktors. Ihre Freude war so groß, daß sie nicht mehr an sich halten konnte. ,r$>err Doktor", sagte sie, „Sie sind großmütig gegen mich gewesen» und ich mutz Sie daher fragen, was Sie für den Besuch rechnen. Zwei Franken, nicht wahr?" Der Doktor merkte die Falle; da er aber die Rettungsmedaille nicht länger als Verdienst beanspruchen wollte, entgegnete er: „So lasse ich mich niemals bezahlen." „Ha", rief Roosje, „und wie lassen Sie sich denn bezahlen?" „3e nach der Krankheit." „Und die Regierung duldet das? Dann können Sie ja von mir verlangen, was Sie wollen ... Sogar zwanzig Franken, und ich wär« gezwungen, sie zu bezahlen." „Sogar hundert Franken!" »»Hundert Franken, sagen Sie? Sie könnten auch vor dem Richter hundert Franken von mir verlangen?" Dieser Richter erglänzte in ihren Augen wie ein Gott, umgeben von einem Strahlenkränze, auf dem sich seine Gestalt mit gläsernen Augen und wunderlichen Bewegungen abzeichnete. ,La, und das ist durchaus gerecht", antwortete Paul. ,Jch habe mehrere Stunden gebraucht, um Ihr Kind zu pflegen; ich habe selbst die Arzneien bereitet, ich habe sie vom Tode gerettet. Ich könnte, ohne mich schämen zu müssen, fünfhundert Franken verlangen." „Fünfhundert Franken! Aber das ...?" ,/Sie werden das Abendessen bezahlen", sagte Paul, den Gedanken- gang Roosjes vollendend, „und Sie werden sich glücklich schätzen, daß Sie so billig daivonkommen." Roosje versuchte ju schmeicheln: ,Hch bin eine arme Frau." „Nein", versetzte Paul. „Die unglückseligen zehntausend Franken, die Sie bei mir gesehen haben, machen mich noch lange nicht reich", seufzte sie. „Sehen Sie, Herr Doktor, Sie sind gut. Sie verdienen Geld, Sie verdienen Geld wie Heu, und ich — das tft alles, was ich besitze. Sie lachen. Ich schwöre es Ihnen." „Schwören Sie nicht!" „Soll ich Ihnen zeigen, ob ich lüge?" „Nein!" „Sie glauben mir nicht, und ich sagedoch die Wahrheit. Heber- legen Sie", sagte sie ganz sanft, „wollen Sie das Essen bezahlen? Ich werde das Getränk übernehmen." „Sie werden alles bezahlen." „Alles!" rief Roosje, „also wollen Sie nicht mit uns essen?" „Ich werde mit Ihnen essen, andernfalls ... Die Kosten für eine Heilung rote diese ... können sich auf fünfhundert, vielleicht auf tausend Franken belaufen, zahlbar Ende Dezember ..." „Mein Gott!" rief Roosje bestürzt. Sie betrachtete ihn mit einem Blick, der zugleich Achtung barg; denn er hatte sie gezähmt. Er drohte! Gerne hätte sie ihn erdolcht. „Ich lad« Sie also ein, mit uns zu Abend zu essen", sagt« sie bann. Und sie wünschte im Grund ihres Herzens, daß der Teufel aus der Hölle käme und ihn an der ersten Auster ersticken liehe. .»Jetzt, Frau Roosje, habe ich Sie noch um etwas zu bitten." „Was?" fragte Roosje erbleichend. „Machen Sie uns Kaffe«, eh« man das Abendessen bringt." „Kaffee? Warum denn auch noch Kaffee?" „Damit das Fräulein sich wieder ganz erholt. Aber er muß sehr stark sein." „Ein Lot für drei Personen?" meinte Roosje, die nahe daran war, verzweifelt aufzuschreien. „Drei Lot? Wollen Sie denn die Mauern des Hauses zum Tanzen bringen?" „3a", sagte er, „aber nachher werden sie desto fester stehen." „Drei Lot!" wiederholte Roosje, während sie das Zimmer verließ. „Das werden wir ja sehen, ich bin doch noch nicht ganz verrückt geworden." 13. Der Lehrling war zurückgekommen, und Paul hatte ihm ein ansehnliches Trinkgeld gegeben, das den Lehrling veranlaßte, für sich Mnb einen her Ärmsten feiner Kameraden ein „famoses" Mas D!ek zu bezahlen, woraus die beiden Jungen sehr luftig wurden und großen Lärm machten. . Grietje hat im ersten Stock gedeckt. Die Speisen sind noch unter einem weißen Tuche verborgen: die schrecklichen Austern, Gänselebern, die einen zugrunde richtet, der Hummer, der ins Krankenhaus führen muß, und dann die Hammelkoteletten, dieses teure Fleisch ... Roosje setzt sich, nachdem sie soeben den Kaffee gebracht, dessen fader Geruch eine Meile weit den Ueberfluß an Zichorie verkündete. Grietje deckt wieder ab und stellt zwischen die Schüsseln die beiden Trauerkerzen, die jetzt Kerzen des Lachens und der Freude geworden find. Sie hat Feuer im Kamin entzündet; es riecht angenehm, und zum ersten Male wird es in diesem großen Zimmer etwas warm. Roosje betrachtet still das Mahl; die fünfundzwanzig Franken, die es kostet, lösen sich in ihren Augen auf in Fünsfrankenstücke mit grinsenden Gesichtern, die wie Kugeln eines unsichtbaren Spieles auf dem Tifche herumfpringen. Seit sieben Uhr morgens hat sie nichts gegessen — jetzt ist es neun Uhr abends. Die schrecklichen Austern, die zerrüttende Gänseleber, der Hummer, der ins Krankenhaus führt, die Hammelkoteletten, deren Soße erstarrt, und sogar der Wein, der ebenfalls auf ihre Rechnung geht, erregen in ihr einen wilden Appetit, einen unüberwindlichen Durst, und bald folgt deren Wirkung. Sie hat selbst vorgelegt und eingegossen; die großen Stücke und bas große Glas, ein Halbliterglas, nimmt sie für sich. Sie ißt nicht, sie schlingt, sie trinkt nicht, sie schüttet den Wein in die Kehle. Es ist ja ihr Geld, das wieder in den Kasten zurückkehren soll, zwar nicht in den Geldkasten, aber in den Naturkasten, ein zugleich trauriges und ergötzliches Schauspiel für Grietje und Paul. Auch sie essen und trinken, aber sie essen nur kleine Bissen, unruhig und hastig, wie Vögel, sie trinken in tiefen Zügen und stoßen miteinander an; „sie klingen", wie die Flamen sagen, um damit den Glockenton zu bezeichnen, den der Zusammenklang der Gläser hervorruft. Und dabei sind sie nachdenklich und tauschen Blicke unbegrenzter Leidenschaft. Nicht der Wein, nicht das Herdfeuer macht sie so heiß; ihre Herzen sind entbrannt. Sie glauben aus einem zugleich stürmischen und sie doch sanft wiegenden Meere in einem Boot zu treiben, dessen heftigste Stöße sie als angenehm empfinden. Sie schauen sich an und sprechen kein Wort. Austern, Oänfeleber und Hummer erscheinen ihnen als rohe, gemeine Dinge. Selbst der Wein, der rot im Glase blinkt, hat nicht das Feuer, das in schimmernden Fluten ihren Augen entströmt, das Zimmer erleuchtet und erwärmt. Roosje ißt und ißt. In Grietjes Herzen ist die Liebe erstanden. Sie betrachtet Paul schon ’ als ihren Herrn und Meister, findet alles richtig, was er tut, und ahmt feine Art zu effen und zu trinken nach; da sie ihn ernst sieht, wie Leute, die viel beuten, wagt sie nicht zu lachen, aus Furcht, ihm zu mißfallen. Durch ben Wein angeregt, zeigt sie ihm ganz und naiv ihre Zuneigung; sie rückt ihren Stuhl in die Nähe des feinen und will schließlich nicht nur keinen Teller, kein Messer und keine Gabel für sich haben, sondern auch aus dem Teller ihres Freundes effen und aus feinem Glase trinken. Sie kann ihre von kindlicher Bewunderung erfüllten Augen nicht von ihm lassen; feinem geringsten Wunsch kommt sie zuvor, schneidet ihm Brot, gießt ihm ein und ahnt jeden feiner Wünsche voraus, ehe er nur ein Wort gesprochen hat. Wenn er laut oder leise spricht, erblaßt Grietje oder gewinnt ihre natürliche Gesichtsfarbe wieder. Mit zusammengepreßten Lippen und weit geöffneten Nüstern, tief ernst, blaß, nachdenklich, scheint die scheue Jungfrau zu glauben, sie gebe sich kühn und vertrauensvoll, aus dem Drange zu lieben, ganz hin. Manchmal entschlüpfen ihr, fast unbewußt, Worte wie: Ihre Stimme ist so angenehm, Herr Doktor! Wie gut Sie sind! Alle Leute lieben Sie, nicht wahr? Lernt man alle die schönen Dinge, die Sie da sagen, aus den Büchern? Paul fühlte sich diesen kindlichen Lodsprüchen gegenüber ganz klein. Wie gerne hätte er in diesem Augenblicke seine Wissenschaft, seine Bücher, feine bereits große Lebenserfahrung vergessen, um die Seelengröße des schönen Kindes mit dem herrlichen Antlitz zu besitzen; ihr Lächeln war so sanft und rein, wenn aus ihrem vertrauensvollen, von Begeisterung erfüllten Herzen Liebesworte drangen, anmutig wie der Gesang der jungen Grasmücke, die im Lenz ihr erstes Lied versucht. Er konnte sich nicht mehr demütig und klein machen; so wollte er sonst und gut sein. Auch ihm schlug feit langem das Blut zu stark in den Adern. Auch er fühlte, wie sich das Leben in seinem ganzen Wesen verdoppelte: die Ergebenheit, die Großmut, das Gefühl der Stärke, das Bedürfnis, das geliebte Wesen zu beschützen, dem er einen weichen Platz im Leben, ein warmes Nest in seinem Hause bereiten wollte; alle diese edlen Gedanken blühten in feinem Herzen gleich Rofen auf. Die Liebe war da! Sie war es, die ihn schön, stark und bewundernswert machte. Roosje war zunächst nichts aufgefaUen, aber als ihre Ehlust befriedigt und ihr Durst gelöfcht war, wandte sich ihre Aufmerksamkeit ihrer Tochter zu, und sie bemerkte mit schmerzlick)er Gewißheit, von Eifersucht gepeitscht, wie sich ihr inniggeliebtes Kind von ihr trennte, um sich einem andern zu geben. Wäre ihr die Brust mit Eisennägeln zerrissen worden, sie hätte keinen größeren Schmerz empfunden. Ihre Tochter, die sie mehr liebte als ihr Geld, mehr als alles in der Welt, Grietje dachte nicht mehr an ihre Mutter, kümmerte sich nicht mehr um sie; sie schenkte einem Manne, dem ersten besten, der kam, ihre Zärtlichkeiten, ihre sanften Worte. Grietjes Stuhl berührte in diesem Augenblick den Pauls. Nachdenklich, die Hand auf den Tisch gelegt, betrachtete Paul Grietje, die unschuldig, einem natürlichen Wunsche nach Liebkosung gehorchend, ihre Hand auf die [eine legte. Roosje sah die Bewegung und brach los. Sie ergriff heftig Grietjes Hand, schlug mit ihr auf den Tisch und schrie: „Ist'das das Benehmen eines jungen Mädchens? Seit wann nähert ein junges Mädchen in Flandern feinen Stuhl derart dem Stuhl eines jungen Mannes, seit wann legt es die Hand auf feine? Haft du denn gar kein Schamgefühl? Geh weg von dort!" „Nein", widersprach ©riefle, enkrllstel, so falsch verstanden zll sein, „nein, ich tue nichts Böses hier." „Gehorche!" „Nein!" Roosje tat, als ob sie meinte: „Das kommt davon, wenn man [eine ! Kinder verwöhnt." Dann [etzte sie fehr sanft hinzu: „Grietje, mein Töchterchen, bist du mir nicht deshalb- ungehorsam, weil ich dich zu sehr liebe?' I Grietje sprang auf, fetzte sich auf Roosjes Knie und umarmte sie, fo fest sie konnte: „Mutter, ich will nicht, daß du weinst!" Die beiden Frauen hielten sich umschlungen, und Paul, den diese liebevolle Bewegung Grietjes glücklich machte, sah nur das lange braune Haar des jungen Mädchens und die Adleraugen Roosjes, die ihn trotzig anfahen. Roosje hielt Grietje immer noch umarmt, als ob sie fürchte, sie könne ihr entgleiten. Sie brach das Schweigen mit den Worten: „Schulde ich Ihnen noch etwas, Herr Doktor?" „Nein", erwiderte er. „Sie haben weder Hunger noch Dürft?" „Nein!" „Dann werde ich mit Grietje hinuntergehen; wir werden zu dreien nicht zu viel fein, um die Gäste zu bedienen, die bis Mitternacht bleiben.* „Ich verstehe vollkommen diese freundliche Verabschiedung, die mich ganz einfach vor die Tür setzt", sagte Paul. Grietje sprang von den Knien ihrer Mutter: „Vor die Tür?" rief sie. „vor die Tür? Mutter hat das nicht gesagt. Nicht wahr, Mutter, du hast das nicht gesagt?" Roosje hatte Angst vor dem Zorn ihrer Tochter; sie wollte in der drohenden Aussprache dem Aeuhersten aus dem Wege gehen und sagte: „Ich habe nicht die Absicht, den Herrn Doktor vor die Tür zu setzen, um so weniger, als unser Haus ein Gasthaus ist, bas jedermann offensteht. Er kann immer kommen und etwas verzehren. Das ist alles. Im übrigen haben wir jetzt viel zu tun. Zwei Tage habe ich mit Weinen zugebracht, wir haben jetzt wer weih wieviel Stunden mit dieser Schwelgerei vertan, das ist genug verlorene Zeit und verschwendetes Geld. Komm, Grietje, zum Schanktisch, komm, mein Kind!" „Wenn es fo ist", jagte Grietje entschloßen, „fo werde ich nie mehr an den Schanktisch gehen, nie mehr!" Paul, den sie dabei ansah, runzelte die Augenbrauen; sie glaubte, daß ihr Ungehorsam ihm nicht gefiele. „Ich werde doch gehen", beschwichtigte sie, „aber man darf meinen Freund nicht vor die Tür setzen." „Das wird man nicht tun, geh jetzt hinunter!" „Nicht sofort, nicht gleich, nicht wahr, Mutter? Sonst..." Roosje zögerte. M „Sonst... , wiederholte Grietje, „ ... nie mehr an den Schanktisch.* „Gut", sagte Roosje naebgebenb. So vergingen zehn Minuten. Als bann der Doktor, der entschlossen war, nicht als Schmarotzer im Hause Roosjes zu erscheinen, bei Siska vorbeiging, drückte er ihr fünfzig Franken in die Hand. „So", meinte er, „hier ist dein Unterrock; der liebe Gott hat mich beauftragt, ihn dir zu geben. Aber schweige!" „Was sagen Sie zu Siska?" fragte Roosje. „Ich riet ihr, schnell hinaufzugehen, um zu sehen, ob nicht etwas Gänseleber für sie übriggeblieben ist." Roosje beeilte sich, um dem Mädchen, das sich nicht von der Stelle rührte, zuvorzukommen. Die auf einmal gewonnenen fünfzig Franken, all diese ans Wunderbare grenzenden Ereignisse, nagelten das arme Mädchen an den Fußboden fest; sie war nahe daran, sich einzubilden, St. Davon sei in bet Gestalt des Doktors vom Himmel herabgestiegen, eigens um Grietje zu retten. Grietje brachte Paul bis zur Tür. Dort sagten sie sich lange und zärtlich unter einem grauen Himmel, von dem der Schnee in großen Flocken fiel, Lebewohl. 14. Der Doktor wohnte in Uccle. Nach Gent zu einem Kranken gerufen, suchte er nach dem Besuch im ersten besten Gasthof Unterkunft. Es war der Gasthof „Zum kaiferlichen Wappen". Da er vorher in einem andern Gasthof geschlafen hatte, stand er um acht Uhr morgens auf. Es war ein richtiger kalter Wintermorgen, den er herrlich sand. Erhobenen Hauptes schritt er dahin und trug, entgegen [einer sonst bescheidenen Haltung, die Nase recht hoch. Bleich und frostig drang das Morgenlicht durch die schneeerfüllte Luft. In der Nacht hatte es gefroren; die Spatzen suchten auf der eisigen Straße vergeblich Nahrung, denn seit dem Vorabende waren kerne Pserde dort vorübergekommen. Blasse, ausgehungerte und stierende Gassenjungen stellten den Spatzen Fallen, einfache mit Vogelleim bestrichene Ruten mit einer Brotkrume darauf. Einige Vögel liehen sich auch so fangen. Die Schutzleute, blau vor Kälte in ihre Umhänge verkrochen, jähen dieser vor ihren Augen begangenen Wilddieberei zu, ohne einzufchreiten. Pauls Herz war von edelsten, menschlichen Empfindungen erfüllt; bedächtig in seiner Freude, wehmütig bei aller Glut, näher dem Weinen als dem Lachen — fo schwer war ihm das Herz vor Wonne, von einem tiefen, unaussprechlichen Glücksgefühl. Es zog ihn zu Margarete wie den Magneten zum Eifen, den Strom zum Meere. Sie nahm ihn ganz ein, erfüllte fein Herz, feine Gedanken und Träume mit Bildern, Worten und mit ihrem Lächeln, mit ihrer bezaubernden Gestalt, über die schnell jener seltsam keusche Schleier der Liebe fiel. Er liebte nur noch sie au! der Welt; und [eine armen Kranken, des war er gewiß, würde er aus Liebe zu ihr nun noch bester pflegen und schneller heilen. Der (itjane Morgenwind drang in feine Lunge wie edler Wein in die Kehle des Trinkers. Die Laternenpfähle, an denen er oorübertam, hätte er an liebsten umarmt. (Fortsetzung folgt.) Mozart-Quartett. Von Hugo Salus. Tempel der Kunst, wie bist du, Wort, y.ut wahr! Vielhundert Menschen füllen deine Halle Und fromm begeistert sind ein Lauschen alle. Vier Priester halten Hochamt am Altar. Rhythmisch bewegte Luft! Wie wunderbar: Mit ganz verschiednen Wünschen kamt ihr alle, Mann, Weib, Greis, Jugend; jetzt dem schönen Schalle Beut dürstend ihr die gleiche Sehnsucht dar. Ihr fühlt euch erdentrückt und atmet kaum. Gewährt euch Seligkeit der Heilige Geist, Daß euer Auge taubefeuchtet glänzt? Kein Geist, doch reinste Schönheit füllt den Raum, Wohlklang, der eure Seelen aufwärts weist, Daß eine Rosenkette euch umkränzt....... inner« Die heilige Dreizehn der deutschen Musik. Von Professor D. h. c. Dr. Hans Joachim Moser. Hans Psitzner, den ich als den in seiner Schaffensart deutschesten unter den lebenden Tonschöpfern verehre, hat seinen viel- deachteten Vortrag „Robert Schumann — Richard Wagner, kine Sternenfreundschaft" im „Innern Reich" drucken lassen und damit ein bisher zu unrecht meist übersehenes oder auf den bekannteren Antagonismus Wagner-Brahms umgebogenes Thema, das tief in die Künftler- psychologie hineinleuchtet, in der für Pfttzners temperamentvolle Blick- weise und Darstellungsform bezeichnenden Gestalt kräftig angeschlagen. Cs ließ sich zu diesem Gegenstand noch vieles beibringen — z. SB., daß zu der erdenbeschränkten Feindschaft beider Kulturkreise sicher auch der instinkthafte Widerstreit der Frauen Clara und Cosima vieles bei- «tragen hat, die über das, „was sich ziemt" in der Kunst, der gegensätzlichsten Meinung gewesen sind. Gewiß wird von Pfitzners Abhandlung noch mancher fruchtbare Anstoß aüsgehen. Daß der Meister im Verlauf einer Darlegungen einmal schließt „darüber entscheidet die Musik- Schichte", mag es begründen, daß ich als Musikgeschichtler zu einem ier von ihm angeschnittenen Sonderproblem das Wort ergreife. Nicht «ls wäre der Musikhistoriker „der" Entscheidende, sondern weil er immerhin der sachbefahte Sekretär der von der Historie selbstherrlich getroffenen Beschlüsse heißen darf; Pfitzner erzählt: „In München, im großen Odeonssaal, waren zehn kroße Büsten ausgestellt derjenigen zehn Meister, die den Begriff Deutsche Musik' so recht erschöpfen. Es waren die Büsten von Bach, handel, Gluck, Haydn, Mozart, Beethoven, Weber, Schubert, Schumann, Wagner. Gewiß die rechte Wahl! Eines schönes Tages verschwand die Büste von Robert Schumann und an ihrer Stelle war die von Kranz Liszt zu sehen... In den Ehrensaal der schaffenden deutschen Nusiker, der genialen deutschen Komponisten gehört Liszt nicht hinein. ?ch habe nun doch die große Freude erlebt, daß die Schumann-Büste wieder an Stelle der anderen im Odeonssaal aufgestellt ist." Soweit Pfitzner. Da er an Liszt anderseits den wunderbaren Menschen, den begnadeten Reproduzierenden, den hochverdienten Organisator voll anerkennt, so läßt sich seiner Bewertung von Liszt und Schumann 0I5 Komponisten voll beistimmen — es kommt bei der Frage nicht darauf an, wieviel zukunftskräftige Anregungen von Liszt ausgegangen sind, sondern was die Werke selbst an Ursprünglichem und Bollendetem enthalten. Di« Frage jedoch, die ich anfchneiden möchte, ist diese: ob mit den ^nannten zehn Meistern tatsächlich der Begriff Deutsche Musik fo recht erschöpft ist? Ich glaube es nicht. Wohlverstanden und begreiflicherweise dreht sich die Unterhaltung nicht um die noch Lebenden. Es war ein weiser Grundsatz König Ludwigs I., daß die Standbilder von Be- nihmtheiten er st vierzig Jahre nach ihrem Tode in der W also lla aufgestellt werden sollten — und selbst diese „Bewährungsfrist" ist wch keineswegs endgültig; denn wieviele Namen, die man im Gang tord) den Regensburger Ruhmestempel antrifft, grüßt man heut schon mit lächelnder Verwunderung über die Wandelbarkeit des Ruhms... Mit Staunen sieht man auch im Schinkelsaal des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin, wer vor 120 Jahren zu den größten deutschen Ton- setzern gerechnet worden ist — wer kennt noch heute etwa Peter Winter?! kann also nur um die größten, körperlich verstorbenen Meister der Kutschen Musik gehen. „ ... Daß der Aufstellungsort jener Büsten, ein Konzertsaal, nicht für die Auswahl entscheidend gewesen fein kann und sein soll, zeigen die Namen °on G l u ck und W e b e r , die auf dem Podium eine nur geringe Rolle Ip-elen. Daß Pfitzner diese beiden trotz ihrer fast nur auf das Theater beschränkten Nachwirkung als voll gelten läßt, ist nicht nur bem Dpern= meister zugute zu halten (er hat selbst einmal fast überspitzt gefmnebeii, Neber sei wesentlich nur dazu geboren worden, um den „Freischütz zu schreiben), sondern will sichtlich statt der kompendiösen „Grotze die Nesensdichte gerade des Deutschgearteten an ihnen bezeichnen. Daß dabei ®l u tf trotz der beschämend geringen Aufführungsziffern unlerer Spiel- Piine (Puccini zu Gluck fchätzungsweise wie hundert zu eins!) nicht aus- hächaltet wird, fei Pfitzners Qualitätsinstinkt hoch angerechnet. Denn die -Seutschheit" Glucks empfiehlt sich nicht geradeswegs durch Stabreim, hierbannfanfaren und Meisterappell (worin sie ja auch bei Wagner nur ®r die Obenhinfehenden besteht), sondern sie wird trotz italienischer und s'onzösifcher Libretti und antikischer Stoffwahl, bie eben zur - kunft, und sein Schwiegersohn N. W. Gade, der dänischste unter diesen Komponisten, kommt aus dem Kreise der Leipziger Komponisten und war begeisterter Schumannianer. Aber der Einfluß Robert Schumanns beschränkt sich nicht nur auf die Nordstaaten, sondern ist auch sonst im europäischen Auslande spürbar und wird später nur durch den Richard Wagners übertroffen. Die neuere Musik Norwegens, Schwedens und Finnlands ist der deutschen gleichfalls stark verpflichtet. E. Grieg, Eh. Sinding, I. Svendsen und H. Kierulf waren Schüler des Leipziger Konservatoriums und folgten den Spuren Schumanns oder Wagners. Auch der Norweger G. Schfelderup, der schließlich ganz nach Deutschland über- siedelte, ist Wagnerianer. In der schwedischen Musikgeschichte begegnen uns deutsche Meister I. G. Naumann und Abt Vogler. Sie waren als Organisatoren und Opernkomponisten vor 1800 in Stockholm tätig. C. M. Bellmann, der geniale Improvisator, und F. Berwalb, bekannter Instrumentalkomponist, sind deutschen Geblüts, und neben Hallström waren es wieder drei Musiker Leipziger Schulung, die eine national- schwedische Musik begründeten: A. I. Södermann und A. Hallen, beide begeisterte Anhänger Liszts und Wagners. — Die Väter der finnischen Nationalmustk sind die Deutschen F. Pacius und R. Faltin, jener in Hamburg, dieser in Danzig geboren. M. Wegelius und R. Kajamus, die ihnen folgten, bildeten sich gleichfalls in Deutschland, vornehmlich in Leipzig, aus, und der Großmeister der finnischen Musik, I. Sibelius, hat in Berlin und Wien studiert. Als erster bewußt russischer Komponist gilt der um 1830 wirkende M. Glinka. Er war Schüler von S. Dehn in Berlin und erhielt von diesem die Anregungen zu seiner in Rußland epochemachenden Oper „Der Leben für den Zaren". Als gereifter Künstler reiste er noch einmal zu seinem hochverdienten Lehrer nach Berlin, um sich mit ihm über die Harmonisierung der russischen Volkslieder und geistlichen Gesänge zu beraten und so, wie er meinte, „den abendländischen, (d. h. deutsches Fugenstil mit den Grundbedingungen der russischen Musik durch die Bande einer legitimen Ehe zu verknüpfen". Es war die Zeit der deut» schen Romantik, die in ganz Europa eine Besinnung auf das Völkische in Kunst und Leben heraufführte. Die schöpferischen Anregungen der deutschen Musik zeigten sich in Rußland weiterhin vor allem an Tschaikowski und Rimski-Korssakow. Jener bekennt sich zu Schumann und Liszt, dieser zu Liszt und Wagner. — Daß Polen, was feine Musik angeht, fast als ein Kolonialland unseres Reiches angesehen werde» muß, ist in diesen Tagen öfter bargetan worden. Als Schöpfer der polnischen Nationalmustk wird der in Schlesien geborene I. Elsner angesehen. Er war auch Lehrer der beiden betont polnischen Komponisten F. Ehopin und St. Moniuszko. Chopin sagte in den letzten Tagen seines Lebens zu seinen trauernden Freunden: „Als Andenken an mich spielt Mozart." In Böhmen und Mähren hat sich deutsche und slawische Musil von jeher durchdrungen, wobei die deutsche durchaus in der Führung war. F. Smetana, der als Erster eine national-böhmische Tonkunst schuf, erfreute sich der Gönnerschaft Liszts, und seine vaterländischen symphe- Nischen Dichtungen zeigen ihn als Komponisten in der Nähe seines Meisters. A. Dvorak, der zweite große böhmische Musiker, wurde vorn Brahms gefördert. Von Ungarn wissen wir das meiste durch Brahms Ungarische Tänze und die Ungarischen Rhapsodien Liszts, der seinerseits auf F. Erkel, einen der bedeutendsten einheimischen Musiker und Schöpfer nationlgetönter Werke, starken Einfluß hcftte. In E. Dohnanys Schaffen begegnen sich Wagnersche und Brahmsche Einflüsse. Im übrigem gibt es eine lange Reihe von deutschen Meistern, die vorübergehend im Ungarn weilten und ihre Werke schufen. Sie reicht von Haydn uh» Schubert bis zu R. Volkmann. — Wie stark auch in den südslawischen und den Balkan-Ländern die Bindungen zur deutschem Musik sind, hat sich gerade in den letzten Jahren gezeigt. Als Kuriofuim sei erwähnt, daß die rumänische Nationalhymne (wie übrigens auch dE lettische, finnische und estnische) von einem Deutschen stammt. Wechseln wir zu den Westromanen hinüber, so zeigt sich d^ Mitschöpfer der spanischen Nationaloper, F. Pedrell als begeistertes Wagnerianer. In Lissabon haben mehrfach deutsche Musiker als Lehre« gewirkt, z. B. E. Humperdinck. Eine der einflußreichsten Persönlichkeitem im Musikleben Portugals, I. Dianna da Motta, war Schüler Liszts un® Bülows. Die Namen Gluck und Händel sind ein Beweis dafür, daß auG die französische und englische Musikentwicklung zeitweise stark unter dem» sch em Einfluß stand. Glucks Reform, begonnen durch den Pariser Sie« seiner ,Lphigenie", wies der französischen Oper neue Wege, und Händel» der England seine Oratorien schenkte, eröffnete die Reihe der groß?™ deutschen Musiker, die, gastweise in London weilend, das englische Musu- leben stark anregten. Ehr. Bach, I. Haydn, C. M. von Weber unD M. Bruch sind die bedeutendsten unter ihnen. . . _ Welche große Rolle die deutsche Musik in Uebersee spielt, M* erfahren wir am besten durch die Berichte unserer reisenden Dirtuojen- Man muß einen Kempff oder einen Backhaus erzählen hören, mte »e- geiftert man drüben in Amerika oder in Japan die Kunst Bachs un Beethovens, Mozarts und Schuberts aufnimmt, wie ernstlich man o » müht ist, sich mit ihrer Ton weit vertraut zu machen und damit Brua nach Deutschland zu schlagen, di« jeder Zerstörung trotzen. . berechenbare „Trotzdems" überspringt. Doch wäre es denkbar, daß einer ein Genie der Anlage nach ist und dennoch kein Großmeister wird, well das Fehlen von Glück und Stern kein entsprechendes Lebenswerk hat Zustandekommen lassen. — , m r m . So müßte man wohl unterscheiden zwischen Großmeistern „aus Genie und Leistung" und Kleinmeistern, die entweder nur Talente oder fragmentarische Genies barfteUen. Es mag seltene Grenzfälle dazwischen geben fiugo Wolf wäre vielleicht einer) — aber meist wird die Entscheidung nach obigen Gesichtspunkten klar gefällt werden können. Wozu noch bemerkt werde, daß ein Talent ersten Ranges kulturell hachwertooll sein kann und es deshalb töricht ist, die Bezeichnung als „Klemmeister kränkend zu finden (wie es mir manche Künstlerwitwe in entschuldbarer Gereiztheit oargewarfen hat, der ich in meiner „Geschichte der deutschen Musik" gerade den Kleinmeistern größte Liebe zugewandt habe). Ich sagte die Entscheidung zwischen Graß- ober Kleinmeister lasse sich gerade wegen ihrer gegensätzlichen Wesensart meist unschwer treffen — freilich gehört dazu Intuition. Und wenn diese Anschauungskraft dem Volks- ganzen zuzutrauen ist, wieviel mehr — nach Abzug der erwähnten ich- tümlichen Begrenzungen dem zeitgenössischen Künftlerurteil — den schaffenden Meistern selbst als höchster Volkstumsblüte. So wird auch ,chie Musikgeschichte" das Urteil eines Pfitzner über Seinesgleichen nie bevor- munden dürfen, sondern stets mit Ehrfurcht als wichtigsten Materialbeitrag zu verbuchen haben. Die Endentscheidung fteilich steht keinem Einzelrichter, sondern dem Volk als Ganzem zu.