»ch» wtitoi r bii imity iago9( -mein, n, btt ent iirfrw »glich neuen antus. siebe, • M antifif e uni iltstiel Dpet, I naht ! Orf nunjs 3»ei ,Car eg bet Hens' ne* i wirt er ih» hne ii TQUltl- ich m 1) uni kinheii. mische« 5, was neues ntfl p KGm -chul 1 u j i l‘ lebe«1 ■en, dit >11* 1", V itanet. ibet bei Venisi1 H-Mel» MUßi« ■n einei [tönte Mpish >rn, bei imenbei ?n, doh hier bii Knahei „Schs en. 2°! jenild)1« jebweb* „bim reijool mg ®! >1111^ >n ei«* r letzt-« ttelatte« npiM qetjehene oliM i5 lehn erljob® lebenbiJ' ■er W -er U tütfe N itcn * nie V je N« p# <8^* SiehenerZamilienbMer Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger Jahrgang 1959 Montag, den <6. Januar Nummer 5 Ar kerzelmacher von Sankt Stephan Lln helterer Llebeoroman von Alfons v. ezlbulka aopytfgljf by Z. üfc lachte: .Kaiserlicher — ich will sagen komglicher Dienst. Ich weiß. So sind die Herren Offiziers alle — „Am Abend sehen wir uns ja hofsenflich wieder." Der Rittmeister ging. Drei Tage und Nächte muhte Monsieur Schütz mit Frau Gemahlin im „Schimmel" zu Raudenberg bleiben. Die Mahlzeiten nahmen sie zusammen mit dem preußischen Offizier ein Man H' “n\ So gut, dah der Tuchhändler Schütz aus Olmütz am letzten Abend bei einer guten Flasche Wein zu fragen wagte, ob etwas Wahres an dem Gerücht frt, bah ber König Olmütz zu belagern gebente. Geschäfte wegen mochte er es gerne wissen. ' Rittmeister Hagen lachte: „Man sieht bah Sie mcht So bat warem Sonst hätten Sie schon gemerft, bah so ein armer Rittmeister von der großen Kriegsführung auch nicht viel weiß ... Aber weil wir so nette Tage miteinanber verlebt haben, würbe ich Ihnen doch „raten, sich mit Madame demnächst auf eine Geschäftsreise zu begeben. Er i°h Rabenau prüfend an: „Eigentlich schade, daß Sie nicht Soldat sind, sonders, so ein verfluchter Krämer und Pseffersack! Die Statur dazu hatten Sie! Der Rittmeister schlug ihm auf die Schulter und hob sein Glas. „Ihr Glück, daß ich nicht Werbeoffizier bin ... .„ Na, Prost! Vielleicht sehe ich (Sh- doch noch einmal in der Montur —" _ Am nächsten Morgen konnten Monsieur und Madame Schütz endlich wieder in die Postkutsche steigen. Der Leutnant von Rabenau reiste noch als Bürger von Olmütz. Seine Montur barg der Hafersack zu Fußen des Postillons. Man konnte nicht wissen, ob die Husaren Nicht noch m ber Nähe waren. Unb bis Groß-Jaunitz mußte er ja doch mit ber Post fahren, wenn er nicht zu Fuß laufen wollte. Sein Pferb war beim I Teufel. Gemächlich schaukelte die Kutsche durch das hügelige Waldtal über dem in der warmen Sonne schon ein Ahnen des Frühlings lag. Seme Hand hatte er um die Schulter feiner Reifegefährtin gelegt. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust. Hin und wieder seufzte sie leise. Am Abend war man in Iaunitz. Wie sollte bas werden? Es war wohl besser, ihm alles zu sagen. Ader sie brachte es nicht fertig. Sie hatte es ja schon vor drei Tagen tun wollen. Ader bann waren bie Preußen gekommen. Und später schämte sie sich. Sie hatte ihn bei dem Glauben gelassen, bah sie so etwas wie die Gesellschafterin ber alten Hartenberg sei. Nach zwei Stunben waren sie in ebenem Land. Hinter einer Wegbiegung tauchten Gehöfte auf. Die Kutsche ruckt« unb stanb. Rabenau beugte sich vorsichtig hinaus: vor dem Dorfeingang hielt mit erhobener Hanb ein Reiter, ritt näher heran. Rabenau erkannte seinen Burschen. Der lachte beglückt, sprang aus bem Sattel, stand stramm. Rabenau nahm ihn um die Schulter, fragte vergnügt: „Was machst denn du da, Kerl?" , .. n Der Bursche grinste: „Seit vorgestern warten wir hier schon auf den Herrn Leutnant." „Und wo sind die andern, mein Pferd?" Ser Dragoner zeigte mit bem Daumen auf bas Gehöft hinter sich. Eben larnen die andern gelaufen, setzten über Zäune unb Gräben. Ihren Leutnant hatten sie gern. Der Korporal melbete. Nach dem lieber« fall, fo berichtete er,' wären sie noch bis zum Morgen im Walde hinter der Wirtschaft geblieben. Dann hätten sie zu erfahren gesucht, was mit dem Herrn Leutnant geschehen sei. Erst am Nachmittage sei es ihnen gelungen. Da hätten sie den Hausknecht aufgegriffen,, der im Auftrag des Wirts nach ihnen suchte, chnen alles berichtete unb auch sagte, bah der Herr Leutnant zwar den „Schimmel" nicht verlassen dürfe, aber I sonst in Sicherheit sei. Der Unteroffizier schloß: „Und da haben wir I uns halt hier in den Weiler g’legt. Weil wir uns schon dacht haben, dah wenn die Preutzen wieder fort sind, der Herr Leutnant mit dem Postwagen kommen wird. Das Pferd vom Herrn Leutnant haben wir ja mitnehmen müssen. Sonst hätt' der Feind ja doch gleich g’mertt, daß So die junge Frau!" meinte leiftet Milin be'n Da Da Im 1 bei l6 M ilichei nika in einer sparfarnen mögen." Der Schaffner hörte l, üb« Sein! r N nö mm m all« IW btci n. Und baß st n. 6a ein« lerüdjt möchü Oie Träumende. Von Ruth Schaumann. Da unser Schlaf zusammenglitt Wie eines Falters Zwillingsslügel, Kam Traum als S>irte über Hügel Und nahm mich an der Rechten mit, weit er schritt. sah ich Firnen unter Schnee, wuchs ein Tal empor aus Matten. Mond und schwarzer Felsen Schatten die verdüstert dahintergekommen waren, daß hier zwei den dreisten Einfall hegten, ein gewichtiges Ehpaket mitzunehmen. Verdrießlich auch für die einzige Bedienerin! Verliebte sind Menschen mit hungrigem Magen und solchen, die einen ganzen Tag hart gearbeitet haben, ohnehin ein Dorn im Auge. Aber dann hatten sie ihr Souper doch beisammen und zogen strahlend zur Autobus-Haltestelle. „Drei Stationen nur, fauler Kerl!" murrte Mo- ________1 ein Schlaraffenland." Nachher belagerten sie inmitten einer Schar eßlüstern ihre Auswahl Treffender den delikaten Vorrat an Schinkenbröten, Salaten und gebratenem Fifch. „Was willst du haben, klitzekleines Ding?" erkundigte sich Jürgen und stellte entzückt fest, daß Monika gerade mit den Augen über bie hohe Glaswand des Büfetts sehen konnte. „Alles, was du dir kaufst", sagte sie prompt. Völlig sinnlos und ohne Tqstem erwarb er Gutscheine, mürrisch beobachtet von den Umstehenden, iter W Grübe« i lieb«1 i( hin!« mas M .5 ihn» W>! Saß ich am Rand von einem See In Tau und Klee. Fern schritt der Hirt, ich sah ihm nach. Da brach ein Hirsch aus Haselzweigen, An meine Knie das Haupt zu neigen, Bis ich ihm alle Zeit versprach. Da ward ich wach — Und deine Stimme sang: mein Eigen. »am >n b« । nette ch mit h Sa, onbetn Sie!" : ,Zhi )t seh. L * rn‘ A|i ,gen. " enblid] te nod| Fühm roch hi m Pofl r beim Wt unen Par. nicht bas ibern, NW, . bem iagen r tabenai hoben« .ursche« labenau du b« jon all .......„e er verschmitzt. Gut nur daß Monika den Mit- fohrenden ihren Rücken zugekehrt hielt. Denn soeben verkündete dieser Anwandlung. „So verwüstest du unser Ver- es und schmunzelte schadenfroh. „Ziemlich keß, schrecklich übermütige und deswegen hinreißend zutunliche Jürgen nach allen Seiten, daß er sich mit seiner lieben Frau auf der Hochzeitsreise befände. „Man sieht's doch, wie? Flitterwochen, jawohl!" Da müffe man fürs erste noch beide Augen zudrllcken. Nicht mal ein einfaches Abendbrot könne sie rüsten, die junge Ehefrau. Aber das würde schon noch werden. Und mit der Erziehung beginne ein kluger Mann immer später! Unter allgemeiner Anteilnahme einer erheiterten Gesellschaft half er Monika zärtlich aus dem Wagen. „Manchmal bist du wirklich unerträglich" sagte sie, beinahe böse. Er lief, plötzlich sehr ernst, neben ihr her. „Und du bist hartherzig!^' Alle sorgenvollen Jagdhundfalten, die ihr so viel Spaß bereiteten, waren auf seiner Stirn, „Monika — warum willst du das nicht? Bin ich denn so ein schlechter Kerl? Wenn du immer bei mir wärst, würde ich dich bestimmt nicht mehr mit Eifersucht quälen ..." Sie unterbrach ihn, heftiger als sie eigentlich wollte. „Ach du!" Ungläubig schüttelte sie den Kopf. „Noch viel eifersüchtiger würdest du sein. Ich kenne dich doch! An die Kette legen willst du mich — hast du wenigstens gesagt! Wenn ich einmal fünf Minuten nicht zu Hause bin, dann gibt es schreckliche Szenen. Und die ertrage ich nicht. Ich will überhaupt nicht heiraten. Ich will —" „Berühmt willst du werden. Ich weiß." Das Paket schwankte so bedrohlich, daß sie es ihm wortlos aus der Hand nahm. Er merkte es nicht einmal. „Was ist das für ein Leben, das wir haben, Monika? Immer wieder trennt man sich, wenn man beisammen bleiben möchte. Da gibt es. keine Ruhe, keine Harmonie. Zwischendurch ist man so viel allein und zerbricht sich den Kopf, was du nun tust. Und dann erzählen einem die anderen, daß sie dich gesehen haben — mit einem deiner geschniegelten Fatzken. Ja: alles nur gute Kameraden! Ich glaube es auch. Aber sie machen mich rasend. Ich will das Recht haben, sie dir alle zu verbieten. Ich bin eben altmodisch, dickschädlig, spießig — nenne es, wie du willst. Aber ich will dich ganz für mich haben." Sie schloß die Haustür auf. Er konnte nicht sehen, daß sie den Tränen nahe war. „Sei jetzt um Himmels willen nicht wieder bockig, Jürgen!" Monikas tiefe Stimme bettelte. „Komm, sei vernünftig! Da ist soviel geschehen in diesen paar Tagen." Plötzlich hatte er das Gefühl, als ob eine finstere Glocke sich unaufhaltbar über ihn senke, um Luft und Licht für immer abzuschließen. Etwas sehr Schlimmes, das spürte er schmerzhaft deutlich, kam auf ihn zu. „Sag es nur gleich. Ich ertrage es nicht, auf die Folter gespannt zu werden!" Monika knipste die Dielenbeleuchtung an und verschwand in der winzigen Küche. Von dorther kam ihre Stimme sehr Matt. „Die Costa ist krank geworden. Der Intendant will mich an ihrer Stelle mit nach Italien nehmen ... ein wunderbares Gastspiel, Jürgen! Bis nach Südamerika geht die Route. Ueberall erstklassige Theater. Und so eine tolle Gage. Ueberhaupt: bas ist endlich, endlich ein Sprungbrett! Ich komme hier aus den jämmerlichen Anfängerrollen heraus. Niemand .würde den ersten Pagen aus „Tannhäuser" für eine Hauptrolle verpflichten — aber die Solistin einer solchen Tornee findet offene Türen. Ach, Jürgen! Und wenn ich etwa; erreicht habe, heirate ich dich." Sie meinte es ehrlich. Er mußte das fühlen. Sie liebte ihn doch. Er machte es ihr nur so schwer... „Dann pfeif ich drauf!" Jagte er grob. „Ich verzichte daraus, der Mann meiner Frau zu [ein, das merk dir. Ich will dich für mich haben — nicht für die anderen. Und wenn dir nur ein kleines bißchen an mir liegt, Monika, dann weißt du jetzt, was du zu tun haft. Falls dir dein Beruf und das Geld und der Ruhm wichtiger sind als ich — gut! Ich werde mich damit abfinden müssen. Und dann werde ich es auch können. Beides zusammen geht nämlich nicht." So hatte er nie zuvor mit ihr gesprochen. Das war nicht mehr der große, trotzige Junge, in den sie sich einmal verliebt hatte, weil er so prachtvoll aussah. Das war ein Mann, der genau wußte, was er wollte. Und dem mußte man sich fügen. Oder man hatte ihn verloren. In diesen fünf Tagen, da sie zornig über ihn war, bereit, ihn zu vergessen und nur noch für den Beruf da zu sein, war es nahezu einfach erschienen, in Zukunft ohne Jürgen leben zu müssen. Doch nun, unmittelbar und erbarmungslos von ihm selber vor die endgültige Entscheidung gestellt, war das Einfache plötzlich eine untragbare Bürde. Wenn man sich mit diesem Gefühl herumschleppte, bann konnte einem ganz sicher kein Ruhm der Welt zufrieden werden lassen. „Ich hätte dich nicht Wiedersehen dürfen!" Sie rettete sich in einen harten, lieblosen Tonfall. Sie wollte ihn auch nicht länger anschauen, sonst stürzte sie ihm einfach um den Hals. So finster und unzulänglich stand er da und starrte sie aus den hellen Augen unglücklich an. „Also — lebe wohl!" Er antwortete nicht. Sie hielt den Kopf gesenkt, hörte nur, wie er die Klinke herunterdrückte. Dann fiel die Tür ins Schloß. Cs war sehr still in der kleinen Wohnung. Nie zuvor hatte die Uhr so rücksichtslos gelärmt. Eigentlich hatte Jürgen sich betrinken wollen. Doch das taten Schwächlinge, wenn sie mit einer Sache nicht fertig wurden. Und es mußte nun leicht sein, mit dieser Frau, die ganz zu Unrecht einen so romantischen Namen trug, fertig zu werden. Das war überhaupt keine Frau. Das war ein abstoßendes Retortenprodukt, zusammengesetzt aus Ehrgeiz, Egoismus, Gesühlskälte und Berechnung. Schönster Taa mit Monika. Erzählung von Edith Zubert. Fünf Tage waren nun vergangen, seit Jürgen und Monika diesen schlimmen Krach miteinander gehabt hatten. Fünf endlos lange Tage, die sch träge und ohne Inhalt dahinschleppten. Und alle Gedanken kreisten Niermüdlich um Monita .. Doch wenn man schon die Hand nach dem Telephon ausgestreckt hatte, dann waren wieder diese bitterbösen, end- «Liltigen Worte im Ohr: „Nun habe ich aber genug 1 Ein für allemal: lebe wohl!" Ach Monika, warum hat ein Gott es gewollt, daß Liebe und Eiferst cht so erbarmungslos verschwistert das Herz anfallen? Glück und Verzauberung qualvoll verbunden mit Höllenpein und Leid! Unerträglich auf bie Dauer schien es. Am untragbarsten aber war das Ende. Wenn man nicht zum Teufel gehen wollte, dann mußte etwas geschehen! Da war die oertraute Nummer plötzlich doch zusammengestellt. Jnner- hald weniger Sekunden erlebte man alle Phasen einer aschgrauen Furcht Wenn sie etwa nicht daheim war — ausgegangen mit irgendeinem dieser hergelaufenen Affen — lieber Himmel! Monika — viel zu anziehend war le eben, viel zu reizend. Was konnte sie schließlich dafür, daß sie den anderen auch gefiel! Und dann kostete es alle Neroenkrast, sich zu melden, als die dunkle Stimme im Hörer war. „Monika!" sagte er, atemlos vor Sehnsucht und Liebe. „Es geht nicht anders: ich muß dich sehen ..." „Ja —" Ihre Stimme war ganz verwischt. Hellhörig, wie ein zärtliches Herz macht, fühlte er, daß sie zögerte. Und gleich sprang ihn diese [dllimme Eifersucht wieder an, daß er sich bezwingen mußte, nicht auf btr Stelle grob und verletzend zu werden. „Bitte!" Nun flehte er wie ein bummer Junge und verachtete sich dafür. „Du mußt Zeit haben, Moni! Du mußt einfach!" „Ja —* sagte sie noch einmal, hilflos und überrumpelt. „Wann tonn?" „Gleich natürlich!" Erleichtert redete er übermütig drauflos: „Wir tun «ach alles, was du willst, Siebes. Und ich bin sehr friedlich mit dir. Kein enziges böses Wort, ich verspreche es. Und kein bißchen Eifersucht. Ich ple dich ab, ja?" Monikas Stimme war immer noch bedrückend fremd. Sie klang wie hinter Glas, „Gut, Jürgen! In zehn Minuten warte ich vor der Tür." So schnell war man selten über die Straße getrabt. Alle hübschen, skmmer-bunten Frauen sollten einem heute gestohlen bleiben! Sie waren nur beachtenswert, so lange Monika gut war. Aber Monika war keineswegs gut. Das hatte man wohl gemerkt. Deswegen war auf dieser Welt itn Augenblick nichts wichtiger, als sie zurückzugewinnen. Da stand sie tatsächlich schon unter der Haustür. In Hut und Mantel. „Du willst weggehen?" fragte er und konnte feine große Enttäuschung doch nicht ganz verbergen. Man mußte schließlich miteinander reden. Wo tonnte man bas besser als bei ihr, in diesem stimmungsvollen Raum. Ueberall in den Lokalen aber saßen gräßlich gleichgültige Menschen und gte, M starten durch Neugierde. je, cb(I „Wir wollen etroäs zum Abendessen eintaufen!" Sie sah an ihm vor- „.. hi. Ihre Augen hatten einen seltsamem unbeteiligten Ausdruck. „Du hast t hob«« doch immer so Hunger! Und ich besitze nur einen Wurstzipfel." mit b# „Sicher hast du in all diesen Tagen kein vernünftiges Essen gehabt!" jben <«" Itiatt er, ganz durcheinander in seiner Besorgtheit. „Bestimmt: du bist Jt, d«i schon wieder dünner, Moni! Ganz schmal und blaß siehst du aus —" Sie lächelte traurig. „Ich hatte gar keinen Appetit", sagte sie leise. .s’g dt"I Er nahm sie um die Schultern und lärmte schuldbewußt: „Da haben fein« wtr es! So ein dummes Mädchen! Keinen Appetit? Na, warte —" Und n feilt« t: zerrte sie eilig vorwärts. „Jetzt kaufen wir lauter prächtige Sachen ein —" Doch plötzlich blieb er wie vom Donner gerührt stehen. „Herr- g»H! Die Geschäfte sind ja längst zu. Was nun?" Monika schmeichelte den Arm gegen feinen Mantel, vertraut und ver- i fit. ________, «irrend wie fönst. In den dunklen Äugen wartete die alte, hinterhältige i16 Lj Fröhlichkeit. „Komm nur, Dummkopf, bas Automaten-Büfett ist nach Feierabend Verantwortlich: Dr. tzan» Thyriot. - Druck und Verlag: Drühlsche UniversltLtSdruckeret R. Lange, Dieben. Bei Zenny Lind in Nyckelviken. Bon Andre Baron Foelckerfam. Eine halbe Stunde ist es her, seitdem das kleine Fährboot, das non Stockholm aus in die Schären fährt, mich an Land gefetzt hat. Seit einer halben Stunde steige ich den Waldabhang hinauf, dessen Baumkronen im Nebel stehen. Den Wellenschlag gegen die Klippen, der noch lange zu mir Hinanfdrang, höre ich nicht mehr; nur das Tropfen von den Bäumen — der einzige Laut, der in die tiefe Stille hineinklingt. Dieser Wald, der, nur sechs Kilometer von Stockholm entfernt, sich meilenweit über die Schären hinzieht, gibt einem dasselbe Gefühl von großer Einsamkeit wie die weiten Wälder in Norrland, Zwischen den Bäumen liegen von den Klippen heruntergestürzte Granitblöcke, halb versteckt von Moos und Gestrüpp, Mitten im Walde eine kleine Lich° tung mit einem offenen Brunnen und einigen verwahrlosten alten Apfelbäumen, Bon den Grundmauern des Hauses, das hier gestanden hat, sind nur noch ein paar grobbehauene Feldsteine da. Der grasüberwachsene Weg ist mehr zu erraten, als zu erkennen. Er soll von hier nach Nyckelviken gehen, wo Jenny Lind, die „schwedisch« Nachtigall", gewohnt hat. Aber mir scheint, er führt mich kreuz und quer durch den Wald, Wahrscheinlich habe ich mich verirrt. Es gibt hier niemand, den ich fragen kann. Solange ich hier gehe, habe ich kein Dach gesehen, bin ich keinem Menschen begegnet. Hier scheinen nur Eichhörnchen, Igel und Füchse zu leben. Der Weg macht eine scharfe Wendung. Unerwartet öffnet sich vor mir der Wald. Sein Gestrüpp, sein« dichtstehenden dünnen Bäume, an denen das Moos in grauen Fetzen hängt, Vie meterhohen, rostroten Farnbüschel, die Granitblöcke am Wege, über den alte, weiterverzweigte Wurzeln kriechen — alles hört plötzlich auf. Nor mir liegt eine Wiese, silbern im nebligen Dunst. Bewaldete Abhänge umschließen wie eine dunkle Mauer die helle Fläche, die alles Licht dieses grauen Tages in sich gesammelt zu haben scheint. Es ist, als dringe nie ein Windhauch hier ein, als würde das Gras hier nie gemäht, kein Bogel je durch einen fremden Laut erschreckt, und als gingen nie mehr Menschen über diesen Weg, der am Wiesenrande, unter riesigen Eichen, zu einer Höhe hinaufführt. Äm Ende der Wiese läuft ein halbverfallener Zaun. Dahinter ragt, über einem Gewirr von Büschen, das spitze Türmchen eines Lusthauses, dessen Wetterfahne die Jahreszahl 1750 trägt. Ein paar morfche Stufen führen hinaus. Hinter schmalen französischen Fenstern hängen Schilfjalousien herab; die Treppe, di« einst aufs flache Dach führte, gibt es nicht mehr. Ich kenne dieses Bild von einem alten Stich — dieses Lusthäuschen steht im Garten von Stora Nyckelviken. Dort, wo die Wipfel der Linden aussteigen, muß Jenny Linds Wohnhaus liegen. Die Gartenpforte ist verschlossen. Ich gehe am Zaun entlang und finde einen Durchschlupf. Hinter entlaubten Hecken taucht das helle Haus auf mit feinem hohen schwarzen Ziegeldach. Die Fensterläden sind geschlossen. Auf einem Seitenwege kommt ein alter Mann mit einem Schubkarren. Er trägt einen altmodischen, breitkrempigen Hut. Ein kleines Mädchen trabt neben ihm. Die beiden hätten auch vor 80 Jahren au diesen Wegen umher geh en können. Auf meine Frage, ob ich mir den Garten ansehen dürfe, nickt der Alte und fetzt seinen Weg fort. Das kleine Mädchen ist stehengeblieben. Es sieht mich neugierig an. Dann dreht es sich um und läuft dem Alten nach, die dünnen hellen Zöpfchen hüpfen auf und ob. Plötzlich sind die beiden verschwunden, und ich frage mich, ob ich wirklichen Menschen begegnet bin. Der Garten sieht nicht aus, als hätte ein Gärtner de» Sommer über hier gearbeitet; die Bäume sind unbeschnitten, die Büsche wachsen noch allen Seiten, die Gewächshäuser Und dann stellte man zum mindestens zehnten Male.fest, daß man über die ersten drei Seiten seines Buches einfach richt h,nauskam. Wei man nicht aufhören konnte, trotz allem an Monika zu denken. Wie jpat mochte es jein? Gleich elf Uhr! Natürlich wurde sie nun nicht mehr anrufen. Sie hatte sich ja entschieden. Als das Telephon bann doch ging, »ar ferne Stimme ka" und abweisend. „Bitte, Jürgen!" sagte Monika, sehr leise. „Ich muß dich ruuh sehen. Gleich, ja? Es geht doch nicht fo — Scf) plage ch'ch herum, seit du fort bist. Du verlangst so viel von mir. Biecht du überhaupt, was du verlangst?" Und als er nicht antwortete, sehrZchuchtem:^„Also gut. Komm nur her. Ich habe den Tisch so schon gedeckt. Unser Eßpaket darf Nicht verderbende ^urnee?" fragt« er, blank und hart in Siegerlaune. „Ich' sage ab!" Im Hörer blieb es sekundenlang still. „Jürgen!" rief Monika dann plötzlich, zornig und verzweifelt. ,Zch werde Klöße für dich kochen und Schnitzel panieren - ganz wie du willst. Ich bin ein lammerliches Mädchen, gar nicht dazu geeignet, nur berühmt zu werden. Genügt es dir? Jal Danke. In zehn Minuten bin ich da — wie vorhin. Und dann jagte ein junger Mann in einem Tempo über die Straße, daß alle Leute ihm kopfschüttelnd nachsahen. Schnee. Bon Christian Morgen st er n. Aus silbergrauen Gründen tritt ein schlankes Reh im winterlichen Wald und prüft vorsichtig, Schritt für Schritt, den reinen, kühlen, frischgefallnen Schnee. Und deiner denk ich, zierlichste Gestalt. sind verfallen. Cs ist, aks hätten alle Dinge hier sich menschlicher Einwirkung entzogen, seitdem Jenny Lind unter ihnen Ulebt hat. Und doch hat sie nur ein paar kurze Sommer hier gewohnt. Aber die Landschaft ist seitdem so geblieben, wie sie sie gesehen und geliebt hat; es ist als hätte sie Züge ihres Wesens in sich gesammelt und bewahrt. ... 9 Der Hof Nyckelviken bestand als Bauernhof schon um 1500 und hat seitdem oft den Besitzer gewechselt; das Wohnhaus ist mehre^ Male umgebaut worden. 1765 bis 1767 besaß es der französische Gesandte Baron Louis Auguste de Brei eui l.deres vergrotzerte unb mit Wandmalereien und Stuckarbeiten schmückte. Seit >ener Zeit steht das Helle Haus mit seinen grünen Fensterläden und dem hohen Mansardendach unverändert. Breteuil hätte keinen besseren Rahmen finden können für eine Geselligkeit, die raffinierte Eleganz in unberührter und rdy- Uscher Natur zu entfalten liebte. Der Staudengarten mit seinem Lust- Häuschen und den gewundenen, versteckten Wegen hinter gestutzten Hecken, di« Terrasse, von der man weit über das Meer sieht, die Lindenalleen und weiten Rasenflächen, die sich bis zur Bucht hinziehem alte Eichbäume, Klippen, das Meer — das gab eine reich nuancierte Kutisie kleiner, rechteckiger, von Granitblöcken eingefaßter Teich striegelt das „Billardhäuschen" mit seinen alten, grünlichen Fensterscheiben. Dieses Häuschen hat einen einzigen großen Raum mit einem Rokoko- komm aus grünem schwedischen Marmor. Im Alkoven, hinter dem Kamin, zieht sich längs den Wänden ein Sofa. Eine Allee von hohen Linden verbindet wie em Bogengang den Billardflügel mit dem Wohnhaus«. Steht man am Eingang des Billard- Häuschens und blickt durch die Allee ins Wohnhaus hinein, scheint es, als führe die Allee durchs Haus hindurch und weiter bis — nach Ber- failles! Eine jener im 18. Jahrhundert beliebten Perspektivspielereien, die auch aus Breteuils Zeit stammt Ich gehe am Teich vorüber, die Rasenplatze hinab, zur Bucht. Links Kt wie eine schützende Wand die Allee riesiger Eichen gegen den ld. Sie schützt die Stille hier, in der längst vergessenes Leben nachklingt. Wer dieses Leben vernimmt, ertappt sich dabei, auf den Rasen- flächen Pfaue zu sehen, die nicht mehr da sind; er sieht geisternde Schwäne auf dem unbewegten Teich und auf den einsamen Wegen Gestalten in wippenden Reifröcken. „ ... ochmal wie ein Fluß durchschneidet die Nyckelmk (die Schlusselbucht) die steil aufsteigenden Granitklippen und entzieht 'sich, nach einer scharfen Biegung, meinem Blick. Sie hat die Form eines Schlüssels. Wo die Bucht sich zum Meere öffnet, stehen drüben schroffe, karge Felsen. Sie gleichen allen Ufern der Stockholmer Schären; nur von Nyckelviken aus gesehen wirken sie fremd, kalt und abweisend wie -eine andere Welt, Der Gesang der Jenny Lind übte seine geheimnisvolle Wirkung aus nicht nur durch die technische Bollendung ihres hohen, silberklingenden Sopran, sondern durch die tiefe Ergriffenheit, die er bei den Zuhörern hervorrief. Man sprach damals in Europa und Amerika von einem Jenny- Lind-Fieber. Man verkaufte „Jenny-Lind-Hüte" „Jenny-Lind-Schals", „Jenny-Lind-Sonnenschirme". Dabei war sie selbst vollkommen gleichgültig gegen die Mode. Die enormen Einnahmen durch ihre Konzerte verwandte sie zum größten Teil als Geschenk an Bedürftige; so geschah es nicht selten, daß sie sich selbst die Erfüllung eines Wunsches versagen mußte. Als sie erfährt, daß ihr Vormund und väterlicher Freund, der Hofgerichtsrat M. Munthe, für die Stora Nyckelviken zum Sommer 1860 gemietet hat, schreibt sie: „Ich finde, es ist eine Gnade, daß wir eine so schöne und sriedliche Stelle gefunden haben!" und sie erkundigte sich, was an Möbeln und Geschirr vorhanden, und wieviele Betten es gäbe, „denn vier bis sechs Gastbetten mässen schon da sein". Sie ladet gleich Gäste zum Midsommerafton (Sonnwendfest) ein Alle sollen vollzählig erscheinen und ihre Freunde mitbringen. Platz könne man immer schaffen! Wenn sie an Sommerabe oben in Nyckelviken oder bei Munthe s, im nahegelegenen Beateberg mit ihren Freunden musizierte, sammelten sich in der Bucht unzählige Boote, angezogen von ihrem Gesang. Infolge ihrer ausgedehnten Konzertreisen durch Europa und Amerika f :m Jenny Lind nur selten nach Schweden. Daß sie sich di« Verbundenheit mit der schwedischen Landschaft erhielt, verdankt sie wahrscheinlich den kurzen Sommern in Nyckelviken. In einem Bries an Prof. O. Byström schreibt sie: „Unser« nordischen Stimmen haben einen Charme, den keine anderen Stimmen der Welt besitzen.' Die ganze Poesie unseres Landes, die Hellen Sommernächte, die Ankunft des Frühlings wie mit einem Zauberschlag, unser« Klippen und Seen, all das endet man in unseren nordischen Stimmen wieder. Sie duften sozu- gen nach Tannen- und Fichtenwald!" Jenny Lind hat mehrmals daran gedacht, Nyckelviken zu kaufen. Sie sehnte sich»danach, wenigstens „einen kleinen Flecken Erde" in Schweden zu besitzen. Aber sie muß diesen Plan aufgeben. Sie kommt später auch nicht mehr nach Nyckelviken zurück. Ihre Auffassung von der tiefen Beziehung ihrer Kunst und der schwedischen Landschaft (wie sie sie in ihrem Briefe an Byftröm schildert) mag Jenny Lind das Bewußtsein gegeben haben, daß sie hier ganz der empfangende Teil gewesen sei; sie konnte nicht wiffen, wi« stark diese Landschaft, in der sie gelebt, den Grundton ihres Wesens in sich aufgenommen hat und ihn nun, wie ein spätes Echo, an uns weitergibt. Es ist grau und dämmrig geworden. Die weiten Ausblicke verschwinden. Nebel schließen Garten und Hans immer enger ein. Ich gehe eine steil« Holztreppe hinunter. Der Weg führt an einer Schlucht vorüber in den Waid. Nach einer Viertelstunde komme ich auf eine breite asphaltierte Straße hinaus, Lastwagen und Autos flitzen vorbei. Hinter kleinen, gepflegten Gärten mit geharkten Kieswegen Hegen in Reihen Vorortvillen. Ich steige in einen Bus, der mich nach Stockholm zurückträgt — ins Heute. Ber! Ci! ritt in! Mer Mischen fgguneiit« iflefjelligt h einzig |IW, fon Kn Prech ||iii(t rin tr n .würde I Begen iHb Purk M-r. Pi ml! hin i fast sch l preuiil Meiis be< ! Ji item rmn men Mtz zur In d° fl«nn Ki lügre jhff ifers, bei Mr ijai ttl’fl t M m Aerli Mnb oer • nes Dieidnr 1' den Ti Dori n :gt üaben 1 Djtem Hl ihren D »orte tag ist. ’nh er a Ä1 »«len, D ter et hj «le. x, «He jt . ft Wi ortete et 'S fr di. teifeitT Mtoorf; Mn .....Wi[| c S